Fairy Tale of Nobody

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    [tab=Vorwort]
    Huhu, Schwarzdrache!


    Ich möchte nun doch wieder ins „Kommentiergeschäft“ einsteigen. Da ich bei dir aber schon ein paar Kapitel zurückhänge, möchte ich auf den Hauptteil nur grob und zusammenfassend eingehen und nur den letzten Textteil ausführlicher besprechen. Ich hoffe, ich kann trotzdem eine Unterstützung sein^^
    [tab=Zusammengeschreibsel]
    Kapitelteile
    Eine kleine Anregung meinerseits: Ist es vielleicht in deinem Sinne, die einzelnen Bruchstücke der Kapitel irgendwie zu benennen/zu kennzeichnen? Ich muss nämlich sagen, dass es mich jedes Mal erneut verwirrt, wenn ich ein unbenanntes Textstück vor mir habe (das passiert ja öfter weil die Kapitel länger sind) und man kann sich so auch nur mühsam auf einzelne Posts/Textstücke beziehen. Du könntest z.B. „Teil 1“/„Kapitel X|1“/„10.1“ o.Ä. in den Posttitel oder irgendwo anders hinsetzen, um dem Leser ein bisschen mehr Orientierung zu geben :) So behält man auch den Überblick darüber, in welchem Kapitel man sich aktuell jeweils befindet.


    Details und Hintergründe
    Was mich an deiner Geschichte immer wieder aufs Neue fasziniert, ist das Erklären von Details oder Hintergrundaspekten dieser Welt, die du als „deine“ Pokéarth interpretierst. Das Heilen von Pokémon im Center im letzten Teil wäre so ein Beispiel, oder das sehr genaue Nachdenken über Fähigkeiten und Möglichkeiten (ein Fuchspokémon kann nicht wie eine Katze auf dem Wannenrand balancieren und dabei erwarten, nicht ausrutschen zu können) oder Taten und ihre Folgen (gieriges Herunterschlingen von Speck führt i.d.R. zu verstärktem Durst). Diese Logikaspekte sind immer wieder toll, weil du uns so an deiner „Weltsicht“ teilhaben lässt (→ erklärende Aspekte zu den Taschenmonstern und bestimmten Funktionsweisen) und gleichzeitig beweist, dass du dir sehr genaue Gedanken machst und es auch verstehst, hintergründige logische Details zu identifizieren, darzustellen und dem Leser so eine lebendigere und glaubhaftere Welt zu präsentieren.


    Handlung
    Ich glaube, Eagle hat das schon mehrfach erwähnt, was ich nun auch zu Wort kommen lassen möchte. Momentan zieht sich alles ein wenig in die Länge, weil Nobody von einem Fettnäpfchen ins nächste dümpelt, ohne dass die Rahmenhandlung einen größeren Schritt gemacht hat: Du konzentrierst dich momentan sehr auf Einzelheiten und Miniepisoden bzw. kleine Erlebnisse, was auch schön ist, aber man hat leider nicht das Gefühl, dass das unfreiwillige Vulpix sich storytechnisch vom Fleck bewegt. Man gewinnt ein bisschen den Eindruck, dass du selbst nicht sicher bist, wie du an die Haupthandlung anknüpfen oder einen anderen Strang einweben sollst, kann das sein? :)
    Denn momentan stelle ich mir das auch schwierig vor: Nobody hat weder bei ihrer Verwandlung noch bei ihrer Flucht durch den Wald (also in den ersten Momenten ihres 'neuen Lebens') Andeutungen oder Hinweise bekommen, die ihr einen Weg weisen könnten, und es ist momentan auch kein klarer Weg erkennbar, den sie auch ihrer Suche nach Antworten einschlagen könnte. Kurz: Eine regelrechte Pattsituation, die sich nicht einfach so aus sich selbst heraus lösen kann. Mir kamen schon ein paar Gedanken dazu (die ich dir natürlich gern noch mitteilen kann, wenn du willst), aber falls du doch schon eigene Ideen hast, möchte ich da nicht zu sehr ins Detail gehen und dir ins Handwerk pfuschen. Mein Wunsch wäre jedenfalls, dass Ms. Niemand demnächst einen Stups bekommt und in der Handlung einen Schritt nach vorn macht ;)


    Anknüpfung?
    Spontaner Gedanke: Knüpfen wir mit dem Angriff von Kramshef vielleicht an den Prolog an? Ich habe ihn nicht mehr ganz genau im Kopf, aber sie stürzt dort ja auch vom Dach, und ich erinnere mich an eine schemenhafte schwarze Gestalt – ist es das? Das fänd ich richtig klasse, weil diese Szene nun aufgelöst würde (obwohl man am Anfang eher etwas in Bezug auf die Handlung erwartet hätte) und man so nicht immer in der Erwartung der Enthüllung bleibt. Das klingt vielleicht paradox, weil das schließlich auch etwas Spannendes ist, aber jetzt würde man quasi „ins kalte Wasser“ geworfen. Zuvor wusste man um die Zukunft bzw. einen Ausschnitt davon, nun ist sie, genau wie für die Protagonistin, ungewiss ...
    [tab=Das letzte Kapitelschnipsel][subtab=Kommentini]
    So, jetzt gehen wir mal ins Detail! Allerdings etwas anders, als du es bisher von mir gewohnt bist ;)



    Motivierte Mitarbeiter
    Also diese „Joy“ ist göttlich. Wie gern sie ihren Job macht! Einerseits zeigst du so einen Blick abseits der Friede-Freude-Eierkuchen-Pokémon-Center-Welt und machst das Bild so tiefer und differenzierter. Andererseits macht es die Situation auch persönlicher: Die sonst sehr uniformen PC-Mitarbeiterinnen wirken wie Roboter, die mechanisch-freundlich ihren Job verrichten. Bei dieser Schwester spürt man jedoch einen Anflug von Charakter-sein, eine Person hinter der Maske. Diese sehr feine Ausarbeitung eigentlich nebensächlicher Figuren ist verdammt wichtig! In einem Kurs hat man uns mal gesagt, dass man möglichst zu jeder Figur – egal, wie wichtig/unwichtig – Notizen haben sollte. Persönlichkeit, Hintergrund, Familie, Geschichte, ganz egal, alles, was einem hilft, ihn oder sie lebendiger zu beschreiben. Dabei sollten dem Leser gar nicht alle Details verraten werden: Schon allein dadurch, dass der Autor Bescheid weiß, kann er die Figuren realistischer darstellen, reagieren und interagieren lassen. Diese Joy etwa bleibt nicht als starre Pappstatistenfigur im Gedächtnis, sondern erzeugt eher so eine Assoziation:


    “Episch“?

    Kurz bevor sie bei mir angelangt war, legte sie einen kleinen Stopp vor dem Fenster über der Glasvitrine ein, um diesen auf ebenso epische Art und Weise zu öffnen.


    Hier frage ich mich doch, was „episch“ bedeuten soll. Meinst du vielleicht „statisch“? Episch passt in diesem Kontext weniger, weil es eher etwas (erzählerisch) Großes, Umfassendes meint, etwas 'den Horizont Erweiterndes', bewundernswertes, 'ganz ganz Tolles' – eher so etwas in der Richtung, und da passen die Bewegungen der Schwester nicht so ganz.


    Das Pokémon Center, ihr Freund und Helfer!
    Also ich will ja nicht wissen, was diese Krankenschwester für eine Ausbildung genossen hat – wenn man nicht weiß, was dem Tierchen fehlt und noch dazu mitbekommen hat, wie es aus einer Schublade fällt und sich vor Schmerzen am Boden windet, wirkt es verdammt kalt und ohne Sachverstand, den „Patienten“ mit Gewalt an sich zu drücken. Das ist aber nicht unbedingt ein negativer/unlogischer Aspekt, sondern unterstreicht die Persönlichkeit dieser überarbeiteten, offensichtlich nicht ganz für den Beruf geeigneten „Joy“.


    Heilung eines Taschenmonsters
    Wieder gehst du mit sehr viel Liebe zum Detail zur Sache! Was mich an diesem Vorgang besonders beeindruckt hast, ist etwas, das gar nicht so einfach ist: Glaubhaftes und vor allem vorstellbares Beschreiben technischer Gerätschaften/'Phänomene', die es in unserer Realität nicht gibt. Man selbst hat immer eine gewisse Vorstellung, was die Beleuchtung in Pokémonhöhlen, Möglichkeiten des Balltransfers oder eben das Heilen in einer Maschine betrifft. Aber schwer wird es, das dem Leser auch so zu vermitteln, dass er einem diese Erklärungen abkauft, sie sowohl logisch nachvollziehbar als auch nicht zu technisch und damit trocken werden. Das schaffst du vor allem durch die sehr persönliche Sichtweise, durch die die Technik erfahren wird (und damit die Möglichkeit für den Leser, diese Gerätschaften 'selbst' zu erleben statt nur erklärt zu bekommen) und die wieder einmal hervorragend transportierten Emotionen der Protagonistin, die dem ganzen Verfahren mehr Lebendigkeit verleihen und es plastischer werden lassen. Hat mir sehr gut gefallen und war auch bis ins Detail nachvollziehbar wie logisch (für die 'Gesetze' der Welt, in der wir uns befinden); wirklich eine bis ins Detail toll beschriebene Szene :)
    Nur eine Anmerkung: Den Vergleich mit einem Drogenrausch finde ich, wie Eagle, sehr zutreffend (ohne eigene Erfahrung natürlich schwer zu sagen, aber gemessen an dem, was 'man so hört'), aber Alkohol? Ich habe mich zwar noch nie besinnungslos besoffen, bisher aber stets die Erfahrung gemacht, dass er nicht gerade die Sinne schärft, sondern sie im Gegenteil eher abstumpfen lässt, dass alles verschwimmt man man gar nicht mehr so viel mitbekommt. Das passt in meinen Augen nicht so gut zu dem ansonsten sehr schönen Aspekt der verschärften Wahrnehmung.


    Fehlermeldung
    Oho, das klingt nach einer interessanten Randbemerkung und gibt Anlass zu wilden Spekulationen. Ob die Maschine vielleicht irgendwie bemerkt hat, dass mit diesem Vulpix etwas nicht stimmt? Hirnströme, Verhalten, irgendetwas, das von der Fuchspokémonnorm abweicht? Ich vermute mal, dass das nicht aufgeklärt wird, aber das ist auch nicht schlimm. Jedenfalls sehr gute Bemerkung, die den Leser dazu anregt, sich gedanklich näher mit der Story, Spekulationen und Bedeutungsmöglichkeiten auseinanderzusetzen.


    Schlusssatz
    Wow, das ist ein tolles Kapitelteilende! Nicht nur die Tatsache, dass du Spannung auf den nächsten Text aufbaust (sehr schön und intelligent auch durch die Körperspannung von Nobody verdeutlicht!), den Angriff, Fluchtversuch oder ein überraschendes anderes Ereignis erwarten lässt. Auch der letzte Satz ist in gewisser Hinsicht „episch“: Es ist einfach diese Art Wortkonstruktion, die allein durch die Wortwahl („Kämpferin“) Erwartung und Spannung erzeugt und einfach wunderbar ans Ende eines Abschnittes passt. Absolut nichts daran auszusetzen!
    [subtab=Fehlerchen]

    Das Surren hing über mir wie eine Smogwolke über einer Großstadt und ich hätte nichts dagegen unternehmen, abgesehen davon mir die Ohren zu stopfen können.


    Unbeirrt packte sie mich mit an den Nacken [...]


    [Entweder fehlt nach 'mit' ein Wort oder es müsste statt 'mit an den' 'am' heißen.]


    [...] dafür aber eine große und mir unbekannte Maschine Das weiß-rote Ding [...]


    [Da fehlt ein Satzzeichen nach 'Maschine'.]


    [/quote]


    Die Menschen lächelten mir ihr schönstes Fotogrinsen entgegen, doch mir selbst war absolut nicht nach Lachen, Lächeln oder Grinsen zumute.


    Die Frau hingegen schien das Geräusch gar nicht einmal wahrzunehmen,[...]


    [Entweder 'gar nicht' oder 'nicht einmal', nicht beides zusammen ;)]



    [tab=Schlusswort]
    Jup, ein toller Teil, der weitere Einsichten in dein Verständnis der Pokémonwelt offenbart. Ich hoffe wie gesagt aber, dass Nobody sich bald auch ein bisschen „vom Fleck rührt“ ;)


    Liebe Grüße und in freudiger Erwartung auf die Fortsetzung,


    Sheo ~
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    [tab=Kapitel 9 Teil 3]
    „Zeit für die guten alten Methoden“, kam es von der blonden Frau, als sie ihre Papiere zur Seite gelegt hatte und streckte wieder einmal ihre Hände bedrohlich in meine Richtung.
    Was auch immer sie mit „guten alten Methoden“ meinte, es klang so, als wollte sie mich in eine weitere Folterkammer bringen. Doch nun, wo ich mich körperlich relativ fit fühlte, war ich absolut nicht mehr dazu bereit, mir so etwas einfach gefallen zu lassen.
    Aggressiv bleckte ich meine Zähne und fuhr meine Krallen aus den Pfoten - etwas, was ich mittlerweile beherrschte –, während ich auf den Moment wartete, dass sie es wagte, sich mir nur einen Zentimeter zu viel zu nähern. Auch wenn dieser weibliche Riese mich um etliche Kopflängen überragte, würde sie einen schrecklichen Fehler damit begehen, mich zu unterschätzen. Ich würde ihr die Haut unter ihren Handschuhen aufschlitzen, ihre Augen und das Gesicht zerkratzen und ihr anschließend demonstrativ in den Hintern treten. Noch während ich innerlich mit diesen Gedanken spielte, warf ich einen prüfenden Blick in Richtung des Fensters, welches die Krankenschwester vorhin sperrangelweit geöffnet hatte. Nachdem ich mit dieser Frau fertig war, würde das der Ausgang sein, mit dem ich dieses Center hinter mir lassen würde. Zuvor hatte ich nicht die Möglichkeit gehabt, überhaupt an eine Flucht zu denken, aber nun stand die Situation - obwohl ich noch immer in dieser Maschine gefangen war - wieder etwas mehr zu meinen Gunsten. Ich sprühte nur so vor Energie und konnte meine noch anhaltenden Magenschmerzen vorerst ignorieren.
    Die großen Hände der Krankenschwester hatten in der Zwischenzeit beinah meine Privatsphärengrenze überschritten. Mit nach Rache dürstenden Augen betrachtete ich ihre nach mir trachtenden Finger, während gleichzeitig ein trotziges Lächeln meine Lippen umspielte. Allein die Vorstellung, was jetzt folgen würde, gab mir mehr Genugtuung, als dass ich diese hätte verbergen können. Mein überraschender Angriff, ihr entsetztes Gesicht und ihre Schreie, konnte ich schon alle vor meinen geistigen Sinnen sehen und hören …
    Unerwartet kam die Hand der Krankenschwester zum Halt. Mein zufriedenes Lächeln erstarb in dem Moment, als sie ihre Hände von mir weg zog und sich einen kleinen Schritt von der Maschine entfernte. Stattdessen wandelte sich meine Miene in einen Ausdruck, der genauso gut gepasst hätte, wenn sich die Frau in die Luft erhoben und eine Runde im Raum gedreht hätte.
    Moment einmal, so war das nicht geplant gewesen! Diese unsensible, grobe und grimmige Frau trat einfach den Rückzug an? Wie bedrohlich hatte ich denn gewirkt, dass ich diese Lady aus Stein derartig verängstigt hatte? Doch von Angst oder Scheu konnte ich in ihrem Gesicht nichts erkennen, sie blickte mich weiterhin mit dieser prüfenden Miene an, die mich ziemlich ankotzte. Schließlich schüttelte sie bloß leise murmelnd den Kopf, bevor sie sich umwandte und mich eiskalt zurück ließ.
    “Hey, komm zurück!”, fauchte ich ihr nach und löste mich schlagartig aus meiner Erstarrung.
    “Das ist kein verdammter Pokémon-Kampf, flüchten ist keine Option.”
    Verärgert sprang ich etwas auf und ab, um besser über den Rand meines Gefängnisses blicken zu können. Wollte mich diese Frau einfach hier vergammeln lassen, um dann in ein paar Wochen meine Überreste abzuholen? Verdammt nochmal, so ein Feigling, die sollte sich mir stellen, immerhin war das mein gutes Recht, nachdem sie mich derartig grob behandelt hatte. Aber offenbar wusste sie doch zu gut, was für sie selbst am besten war. Ich versuchte wieder ein grimmiges und selbstbewusstes Lächeln aufzusetzen, doch irgendwie wollte mir das nicht so gelingen. Auch wenn ich diese Frau für bescheuert hielt, grundlos war sie wahrscheinlich nicht wegspaziert und ich glaubte kaum, dass dies ein gutes Zeichen für mich war.
    Lange brauchte ich nicht über ihr Verschwinden zu rätseln, denn ehe ich mich versah, hörte ich wieder ihre Schritte näher kommen. Ein Schatten warf sich über mich und da stand sie bereits wieder: Mit ihrer müden, desinteressierten Miene im Gesicht und ihre Hände nach mir streckend. Alarmiert wechselte ich in meine vorherige Kampfstellung, als ich die kleine gelbliche Sprühflasche bemerkte, welche sie in ihrer linken Hand umklammert hielt. Auf den ersten Blick dachte ich, es handle sich wieder um einen Hyperheiler, doch die Behälter wiesen keine besonderen Ähnlichkeiten zueinander auf, soweit ich sagen konnte. Bevor ich aber das Etikett lesen oder mich sonst irgendwie darauf einstellen konnte, drückte die Frau ab. Eine durchsichtige Flüssigkeit sprühte aus der Öffnung hervor, direkt auf mein Gesicht, bevor ich einen rettenden Sprung zur Seite machen konnte. Schreiend zuckte ich zurück. Mein gesamtes Gesicht begann furchtbar zu jucken und zu kribbeln, so als wäre ich kopfüber in ein Säurebecken gestürzt. Heftig schüttelte ich meinen Kopf und versuchte gleichzeitig mit Hilfe der Vorderpfoten meine Augen frei zu wischen, jedoch fühlte ich die Berührung auf meiner Haut nicht mehr. Mein gesamtes Gesicht war mit einem Mal taub und als ich schließlich einen Versuch anstellte, meine Augenlider zu öffnen, wurde mir bewusst, dass ich dies kaum konnte. Ich war wie paralysiert.
    „Whm hol hihm hnm!“, schrie ich, oder besser gesagt, drückte ich durch meine tauben Lippen hervor, denn meine eigentlichen Worte - Was soll dieser Dreck - schafften es nicht, meinen Mund zu verlassen. Was war das für ein verfluchtes Zeug? Kleber, Säure oder gar Gift? Aufgebracht sprang ich wie ein wütendes Tauros herum. Ich konnte weder meine Augenlider öffnen, noch meinen Mund bewegen und nicht einmal meine Nase schien vernünftig zu funktionieren, woran aber der aufdringliche Geruch dieser Substanz schuld war, der an Pilzsuppe erinnerte. Mein Kratzen und Springen brachte mir natürlich gar nichts, das Zeug wollte nicht mehr aus meinem Gesicht. Stattdessen fühlte ich kurz darauf einen kurzen stechenden Schmerz, als jemand nach einem meiner unnötig vielen Schwänze griff und mich damit grob über den glatten Boden zerrte. Instinktiv wollte ich mich umdrehen und nach der unverschämten Krankenschwester beißen, doch weder das Umdrehen noch das Aufreißen meines Mauls funktionierte so wie ich es wollte. Stattdessen endete dieses Theater damit, dass ich wieder einen vertrauten Griff am Nacken fühlte, kurz bevor ich zum tausendsten Mal an diesem Tag den Boden unter meinen Füßen verlor.
    „Pfeipfe pferhamm, ach mich off!“
    Fluchend zappelte ich durch die Luft und versuchte abermals ein paar Flüche aus meinem Mund zu pressen. Dieses Mal waren meine Worte nicht ganz so verstümmelt, doch noch immer kaum verständlich. Mein Gesicht schien sich rasch wieder zu entspannen und nach wenigen Sekunden konnte ich schließlich sowohl meine Augenlider als auch meinen Mund wieder aufschlagen und benutzen. Jedoch war dies einige Sekunden zu spät, der Schaden war bereits getan. Noch etwas träge zwang ich mich, meine Augenlider zu öffnen, nur um sogleich mit ansehen zu müssen, wie mich diese verfluchte Hexe wie ein baumelnder Sack Reis in Richtung Türe schleppte. Wütend schnitt ich eine Grimasse; jedenfalls probierte ich es, doch wahrscheinlich sah ich gerade aus, als versuchte ich ein Gähnen zu unterdrücken. Wie schnell sich eine Situation von schlecht zu katastrophal umwandeln konnte war einfach nur frustrierend. Diese Frau konnte mir ja auch nicht einmal den kleinsten Erfolg lassen. Ständig erinnerte man mich daran, dass ich als Vulpix nichts weiter als ein Spielball für andere Menschen war. Zum Kotzen.
    Jeder Versuch, mich aus ihrem Halt frei zu zappeln, war ein Schuss in den Offen und schneller als es mir lieb war, passierten wir bereits das Fenster, meinen einzigen Notausgang aus dieser Irrenanstalt. Mit einer Mischung aus Wehmut und rasender Verzweiflung blickte ich in Richtung des geöffneten Fensters, während ich mich weiter in ihrem Griff wandte wie ein gefangenes Rettan.
    “Verdammt jetzt! Verdammt, du verdammtes Monster, lass mich verdammt nochmal los!”
    Doch soviel ich sie auch verdammte, dadurch wurde ihr Halt auch nicht lockerer. Ich konnte nichts anderes, als sie weiter zu verfluchen, während sie den Raum verließ und Arceus weiß, wohin sie mich nun bringen wollte.


    „Ah, Sie da! Einen Augenblick", ertönte unerwartet eine Stimme, kurz bevor die Pokémon-Krankenschwester mich sogleich in den nächsten Raum verschleppen konnte. Instinktiv drehte ich meinen Kopf nach links und erblickte am Ende des weißen Flures einen Mann auf uns zu eilen. Auch die unsensible blondhaarige Frau wurde auf den Typen aufmerksam und wandte sich diesem zu.
    „Hm?“, gab die Schwester einen fragenden, aber gleichzeitig nicht besonders erfreut klingenden Ton von sich, „Tut mir leid, aber hier hat nur autorisiertes Personal Zutritt, ich muss Sie also bitten zu gehen.“
    „Nun, wenn man nicht an der Rezeption bedient wird, muss man sich eben selbst helfen“, erwiderte dieser und strich sich die Nässe von seiner Regenjacke auf den Boden, „Ich hab nicht wirklich Zeit zum Warten. Meine Magnetbahn fährt in zwanzig Minuten ab, aber meine Pokémon sind etwas angeschlagen und ich kann ja nicht mit irgendwelchen verletzten Pokémon in Sattbrunn aufkreuzen.“
    Er deutete auf etwas, dass sich scheinbar hinter seinen Beinen befand und zog gleichzeitig zwei Pokémon-Kapseln aus seiner Tasche.
    „Sie wissen schon, einfach meine Pokébälle in die Apparatur stecken und schwupps. Das braucht ja nicht allzu lang, oder?“
    „Ja, nimmt diesen Vollpfosten als Erstes dran“, raunte ich und zappelte weiter, in der Hoffnung, dass sie etwas an Achtsamkeit verloren hatte. Normalerweise kotzten mich derartige Typen an, die meinten, ihr Charisma, Aussehen oder ihre Rhetorikfähigkeiten könnten sie an den Kopf einer Warteschlange bringen. In diesem Fall wäre es mir aber sogar lieber gewesen, dann würde sich möglicherweise doch eine Chance ergeben, meinen Fluchtplan in die Tat umzusetzen. Kurz blickte ich nochmals zu den Beinen dieses Trainers hinab, als mir auffiel, dass sich hinter seinen Jeans etwas versteckt hielt. Ein rundliches, braunes Ohr ragte auffällig hervor und zuckte leicht bei jedem Geräusch und jedem Wort. Toll, noch mehr Gesellschaft, ich hätte einen Freudentanz aufführen können … wenn ich festen Boden unter meinen Füßen gehabt und es mich die Bohne interessiert hätte. Abermals leicht strampelnd starrte ich das Vieh an, das nun vorsichtig hinter den blauen Jeans seines Besitzers hervor lugte. Das Pokémon, das wie eine Kreuzung zwischen einem Teddybären und eines Möchtegern-Löwen-Pokémons wirkte, dem man eine winzige rote Irokese aufgeklebt hatte, blickte sich etwas zerknirscht in dem weißen Gang um, bevor seine Aufmerksamkeit schlagartig hinauf zu mir wanderte. Wenn ich mich nicht recht irrte, handelte es sich bei dem Ding um ein Leufeo … ein besonders hässliches, kurz angemerkt. Ich nahm mal an, dass seine rote, zerkratzt wirkende Schnauze nicht zu seinem eigentlichen Aussehen dazu gehörte, hätte aber ganz gut zu dem dämlichen Gesicht gepasst.
    Unfreundlich bleckte ich meine Zähne und deutete ihm mit einer selbsterklärenden Geste, dass er gefälligst wo anders hin glotzen sollte, doch scheinbar war dieses Vieh für derartig simple Nachrichten zu beschränkt. Stattdessen haftete sein Blick weiterhin an mir, in welchem ich eine Mischung aus Neugier und Schadenfreude erkannte.
    „Kümmere dich um deinen Dreck“, sagte ich ihm in einer ebenso klipp und klaren Weise wie meine unverstandene Geste.
    „Na, Probleme da oben?“, kam eine indirekte Antwort von dem Leufeo und es versteckte sich etwas hinter dem schützenden Bein seines Trainer.
    Was fiel diesem Köter ein, sich über mich lustig zu machen, der sah doch mit seinem zusammengedrückten Gesicht und seiner zerkratzten Schnauze weitaus lächerlicher aus als ich! Dem Biest sollte man einen Spiegel vor die Nase klatschen.
    „Kannst mich mal ...“
    Ich wandte vorerst meinen Kopf ab und versuchte mich stattdessen weiter zu befreien, einfach um dem Köter zu zeigen, dass ich nicht wehrlos war. Die Krankenschwester, die in der Zwischenzeit eine Schweigepause eingelegt hatte, zuckte jedoch nicht einmal mit dem kleinen Finger. Von meiner momentanen Position konnte ich nicht wirklich ihre Gesichtszüge erkennen, doch ich traute mich zu wetten, dass sie nicht sonderlich begeistert wirkte. Schließlich ließ sie mit einer Hand von mir ab, ließ mich aber weiterhin wie einen nassen Sack in der Luft hängen, bevor sie ohne Widerworte nach den Pokébällen griff.
    „Gut, ich werde Ihre Pokémon vorerst aufbewahren und mich ihnen widmen, sobald ich mich vollständig um dieses Vulpix gekümmert ...“, antwortete sie und wollte bereits mit ihrem Daumen auf den großen weißen Knopf auf der Vorderseite des ersten Pokéballs drücken, als ihr der Trainer ins Wort fiel.
    „Ach nein, kommen sie schon, machen sie doch einen Ausnahme und werfen sie die Pokébälle einfach schnell in diese Maschine. Dieser Streuner da wird schon nicht davonlaufen, mein Zug hingegen schon. Tun sie uns doch den gefallen bitte.“
    Er setzte ein Lächeln auf und zwinkerte so erzwungen, dass es mir in Magengrube wehtat, ihn anzusehen und das lag nicht nur an meinen Bauchschmerzen. Dieser Kerl sollte mich gefälligst nicht einen Streuner nennen! Streuner, so ein Schnösel, diese Bezeichnung war doch der Gipfel, der sollte sich seine dämlichen Beleidigungen in den Hintern schieben! Wenn er es nicht zusammenbrachte, sich nach vorn zu drängen, sollte er wenigstens schnell aus meinem Blickfeld verschwinden. Meinem Magen ging es auch ohne sein Gesicht und den Kommentaren elend genug.
    Ebenso merklich irritiert trat die Frau einen Schritt zurück in den vorherigen Raum und stellte die rot-weißen Kapseln auf dem nächstbesten Etagenregal ab und packte mich sogleich wieder fest mit beiden Armen.
    „Das ist unmöglich. Ich bin beschäftigt und wir leiden gerade an Personalmangel, also wenn Sie jetzt bitte zurück in den Warteraum gehen könnten ...“
    Das Lächeln verließ - glücklicherweise - den Mann, der sich darauf durch das kurze Haar fuhr und mit den Augen rollte.
    „Das ist also der Service, den man hier bekommt? Wirklich, da hab ich schon weit aus besser ausgestattete Center und entgegenkommendere Joys getroffen … “
    “Mein Name ist Sahra Marina und nicht Joy.”
    Ihr Ton wurde merklich bissig, als sie dem Trainer selbstsicher ins Wort fiel: „Jetzt hören Sie mir gut zu, Sie können überhaupt froh sein, dass Sie diese Einrichtung auf Kosten der Pokémon-Liga benutzen können, sonst dürften Sie selbst die Wunden Ihrer Pokémon lecken, also stellen Sie jetzt nicht irgendwelche Ansprüche. Lassen Sie doch einfach Ihre Pokémon in ihren Bällen ruhen, ist das denn so schwer? Dafür sind diese Dinger doch da und kein Floink in Sattbrunn wird das interessieren, ob ihre Pokémon halbtot sind oder nicht.“
    „Hey, hey, immer ruhig mit den schnellen Gallopas, ich wollte nur ...“
    „Nichts da! Sie hören mir jetzt zu …“


    Das Fass war offensichtlich am Überlaufen und dieser Schnösel dort war der Narr, der nun ihre angestaute schlechte Laune über sich ergehen lassen musste. Was da aus ihrem Mund sprudelte, hatte absolut nichts mehr mit ihrer zwanghaft höflichen Art zu tun und ihre Wortwahl verschaffte sogar mir ein klein wenig Respekt. Da konnte dieser Typ seine Hände so sehr schützend vor sich halten, dieser Wortschwall war nicht mehr aufzuhalten. Doch alles in allen kümmerte mich dieser Streit wenig, aber der springende Punkt an der Sache war, dass die Krankenschwester nun abgelenkt genug sein müsste ... das war die Chance mich aus ihren eisernen Klauen zu befreien! Für einen kurzen Moment hielt ich noch ruhig und lauschte unfreiwillig den Worten der erzürnten Frau, wie sie sich über die Arbeitszeiten im Center beschwerte, bevor ich den Überraschungseffekt nutzte und mich ruckartig bewegte.
    Keine Reaktion.
    Ein weiteres Mal versuchte ich mich zu befreien, aber wieder brachte es nicht den gewünschten Erfolg. Selbst mein anschließendes heftiges Zappeln, Treten, Drücken und Winden zeigte absolut keine Wirkung. Schnaufend hielt ich nach einigen weiteren vergeblichen Versuchen inne. Ihre Hand befand sich wie angefroren an meinem Nacken und sämtliche Versuche, ihr eins mit meinen Klauen zu verpassen, konnte sie scheinbar spielend entgehen.
    Diese verdammte Frau ... obwohl sie damit beschäftigt war, diesen Trainer anzuschreien und mir offenbar kaum noch Beachtung schenkte, war sie weiterhin problemlos in der Lage, mich im Zaum zu halten. War diese Frau einfach so eisern oder lag es lediglich daran, dass diese verdammte Vulpixhülle, die ich Körper nennen musste, nutzlos war? Das wäre bereits das dritte Mal, dass ich dieser Frau für ihre Leistungen meinen Respekt zollen müsste, doch mir war danach nicht zumute. Was zum Hundemon musste man tun, damit diese verfluchte Frau endlich aufgab?


    „... Ich bitte Sie, was kann ich dafür, dass Sie diesen Job bekommen haben?“
    „Reden Sie nicht mit mir, als wäre ich eine ausländische Reinigungskraft! Ich hab mit meinem Pokémon-Medizinstudium sicher eine bessere Bildung als Sie und die meisten Besucher dieses Centers! Aber habe ich was davon? Nur eine unterbezahlte Arbeitsstelle in einem altem Center in dieser Touristenstadt.“


    Stöhnend ließ ich meine zwecklosen Versuche bleiben, als diese Blonde in ihrer Raserei ihre Fingernägel in meinen Nacken krallte.
    Urg … das war definitiv nicht mein Tag. Zum dritten Mal in Folge. Ich war so kurz davor, nicht nur diesem Pokémon-Center zu entfliehen, sondern auch dieser Nana, aber stattdessen durfte ich nun einen unzensierten Vortrag über die Arbeitsverhältnisse in der Pokémon-Pflege anhören, während sie mich wie ein Sack Kartoffeln hängen ließ.
    Noch einmal hob ich meinen Kopf und ließ meinen Blick langsam über das hochrote Gesicht des Mannes schweifen, bis hinunter zu seinen schwarzen Schuhen, wo sich noch immer dieses verdammte Pokémon befand, dass immer wieder zu mir hinauf schielte.


    „Und wenn Sie es doch so eilig haben, versuchen Sie es doch mit Tränke, die können Sie im Laden gleich um die Ecke kaufen. Oder probieren Sie es mit Homöopathie, möglicherweise wirkt das Zeug bei Pokémon ...“


    Grimmig blickte ich hinab und überlegte mir, ob ich ihm noch irgendwelche Drohungen hinterher rufen sollte, als mir aus heiterem Himmel ein Einfall kam, so logisch und einfach, dass ich längst hätte drauf kommen können.
    „Hey Köter“, rief ich dem Teddylöwen zu, ohne auf die Worte der völlig in Rage versetzten Krankenschwester zu achten, „Wie fühlt es sich so an, sich hinter seinem Herrchen verkriechen zu können? Zwei kräftige Beine vor sich zu haben muss ja wirklich ein angenehmer Schutz sein, oder?“
    Nochmals lugte der kleine Möchtegern-Löwe hinter seiner sicheren Wand hervor und blitzte mich irritiert an.
    „Mir geht's hier wenigstens besser als dir“, erwiderte der Kleine und streckte mir keck die rosa Zunge entgegen.
    „Ach ja?“
    „Klar, alles ist besser als so herum zu hängen.”
    Ich gab ein furchtbar gelangweiltes Gähnen von mir und ließ meinen Blick beeindruckt durch den Raum schweifen.
    „Erstaunlich, hätte ich so ein eingequetschtes Gesicht, würde ich das nicht so leichtfertig behaupten. Ich meine, ich hänge lieber hier etwas durch die Gegend, anstatt so auszusehen, als wäre mir eine Dampfwalze über die Schnauze gedonnert. Wenn ich so herum rennen müsste, würde ich mich nicht einmal auf die Straße trauen. Sehr mutig, Kleiner.”
    Ich bezweifelte stark, dass dieses kleine Rotzvieh wusste, was eine Dampfwalze war, doch er ging dennoch voll auf meine Provokation ein. Wütend hopste das Pokémon endgültig aus seinem Versteck und zeigte mir drohend seine glühende Irokese.
    „Wer sieht hier aus, als wäre er eine ... ein ...“
    Er stockte mitten im Satz, als ihm anscheinend nicht mehr der Rest von dem einfiel, was er mir eigentlich an den Kopf werfen wollte.
    „Eine Dampfwalze?“, ergänzte ich ihn und betonte jeden einzelnen Buchstaben genüsslich mit meinen Lippen. Dieser Streit ließ mich beinah meine miserable Situation vergessen, so sehr genoss ich es, diesem Vieh einfach eins unter die Nase reiben zu können.
    „Ach, sei still!“, bebte der Irokesenlöwe und schnaufte verächtlich durch seine Nüstern, während er mit seinen Krallen auf den Fliesen schabte, „Sonst knautsch ich dir gleich dein Gesicht ein!“
    Ich blickte höhnend auf das Pokémon hinab. Das war ja leichter als gedacht, dieses Vieh war so naiv, mit dem konnte ich alles anstellen, wenn ich nur wollte. Die Redegewandtheit von diesem verdammten Kramshef hatte er in keiner Weise und das konnte mir nur recht sein.
    „Was war das für eine Drohung? Willst du mir dein kleines rotes Hörnchen gegen meine Nase drücken? Bitte, komm doch rauf!“, provozierte ich ihn weiter und imitierte anschließend eine piepsige klingende Stimme, „Ich knautsch dir dein Gesicht ein, huhu, aber ich trau mich nicht hinter meinem Trainerlein hervor, ich bin ja viel zu klein und schwach und ...“
    „Klappe!“
    Das braune Ding war nun völlig in Rage und riss wutentbrannt seinen Rachen auf.
    Triumphierend grinste ich und zeigte ihm meine kleinen Beißer, in der Erwartung, dass er wie ein blindes Tauros auf mich zustürmen würde. Ganz so kam es leider nicht. Anstatt blindlings auf mich loszurennen, begann das Ding auf seinem Kopf rot aufzulodern, worauf der Rest meines Lächelns erstarrte. Mit einem Brüllen schwang er sein Haupt hinauf und schoss einige kleine Flammen aus seinem Rachen direkt in meine Richtung. Reflexartig hob ich meine Vorderbeine vor meine verschlossenen Augen und drehte schützend meinen Kopf zur Seite …
    „Ach ja, wenn Ihr Leufeo so toll ist, warum … Ahhh!“, hörte ich über mir sogleich das hektische Kreischen der Pokémon-Krankenschwester. Die unbarmherzige Umklammerung löste sich, worauf ich schneller als gedacht wieder den Gesetzen der Gravitation ausgesetzt war. Blindlings stürzte ich hinab und wollte einen Schrei von mir stoßen und mit meinen Beinen strampeln als ... es schon vorbei war. Ich hatte wieder Boden unter meinen Füßen. Überrascht riss ich meine Augen auf und blickte zu meinen dunkelbraunen Pfoten hinab, die tatsächlich wieder fest auf dem weißen Fliesenboden standen. Völlig ohne meinen Einfluss und mit verschlossenen Augen hatte ich es irgendwie geschafft, sicher auf allen Vieren zu landen. Offenbar traf ausnahmsweise das Gesetz zu, dass Katzen-Pokémon immer auf allen Vieren landeten ... Wobei ich mir gar nicht so sicher bin, dass Vulpix zu dieser Gattung gehört, aber hey, wenn's Zufall war, soll es mir auch recht sein.
    Ich hätte wohl noch ein Weilchen so da gestanden und grundlos auf meine Beine gestarrt, wären da nicht gleich mehrere Probleme gewesen, mit denen ich gerade zu kämpfen hatte: Meine Bauchschmerzen quälten mich noch immer etwas, vor mir stand ein fremder Trainer, hinter mir schrie noch die blonde Frau wie am Spieß und da drüben war ...
    „Jetzt hab ich dich!“, schallte es durch den Flur. Reflexartig riss ich meinen Schädel in die Höhe und sah mich sogleich dem erzürnten Gesicht des Leufeos gegenüber, welches sich auf mich stürzte. Weder meine Instinkte noch mein eigener Verstand sahen sich in diesem Moment dafür verantwortlich, um dieser Situation zu entkommen. Erst im letzten Moment bewegte sich mein Körper zu Seite, doch für ein Ausweichmanöver war es zu spät. Mit voller Kraft riss mich das Löwenvieh von meinen Beinen und warf mich auf meinen Rücken zurück.
    „Jetzt redest du nicht mehr groß her!“, sagte das Feuer-Pokémon mit einer Mischung aus Zorn und Befriedigung und nagelte mich mit seinen kugelartigen Pfoten auf den Boden.
    „Ach ja?”
    Ich zückte meine Klauen aus meinen rechten Vorderpfoten.
    Im Rückblick musste ich zugeben, dass die letzten paar Konfrontationen bisher nicht sonderlich ... erfreulich für mich geendet waren. Weder hatte ich die völlige Kontrolle über diesen neuen Körper, noch wusste ich wie man Feuer spuckte, denn im Grunde interessierten mich diese Fähigkeiten absolut Null, ich wollte ja nur meinen alten Körper wieder haben. Aber was ich die letzten paar Tage über gelernt und erfahren hatte, würde völlig reichen, um mit dieser Missgeburt fertig zu werden.
    „ ... dann nimm das!“, schrie ich dem Vieh entgegen, dass fälschlicherweise glaubte, die Überhand zu haben und schlug ihm eine geballte Ladung Krallen in seine Schnauze. Ein Volltreffer. Mit einem erbärmlichen Jaulen ließ das Feuer-Pokémon von mir ab.
    „Arg, meine Nase!“, kreischte es mit einem weinerlichen Ton in der Stimme, während es heftig herum hüpfte, wie ein Muntier, dem man einen Energy-Drink verabreicht hatte. Sein Trainer, der sichtlich nicht mit dieser Situation zurecht kam, versuchte sein Pokémon zu ergreifen, doch immer wieder flutschte es ihm durch seine schwachen Finger. Ein jämmerlicher, aber gleichzeitig unterhaltsamer Anblick, das musste ich schon zugeben.
    „Gern geschehen“, sagte ich in einem sehr zufriedenen Ton und wandte mich von dem schreienden Trauerzirkus ab.


    [tab=Wort zum Dienstag]
    //edit: Dieser Abschnitt wurde nachträglich von Kapitel 8 getrennt


    Guten Tag miteinander, ist schon wieder lange her, seit dem ich hier einen neuen Part gepostet habe, nicht wahr^^” So schnell kann es von einem regelmäßigen Posten, bis zum absoluten Stillstand gehen. Nun, aber wenigstens kann ich sagen, dass ich in der Zwischenzeit nicht völlig untätig war . Innerhalb der letzten Monaten hab ich einen recht großen Sprung in meinem (theoretischen) Schreibfähigkeiten gemacht, trau ich mich mal zu behaupten. Hab einiges neues gelernt und bin neuen Gedanken konfrontiert worden, mit denen ich mich zuvor nicht beschäftigt habe und nun bin ich wirklich erpicht darauf, dieses ganze Wissen auch mal hier in die Praxis umsetzen zu können. Habe auch in den letzten Monaten ein neues (Nicht FF) Schreib-Projekt mit einem Freund gestartet, welches auch viel einer Zeit in Anspruch genommen hat aber es läuft bisher in eine positive Richtung. Allgemein war ich eigentlich die letzten Monate genügen beschäftigt, dass ich meine Abwesenheit nicht völlig auf Faulheit ausreden muss. Jetzt bin ich mehr oder weniger zurück - “mehr oder weniger” weil jetzt doch noch ein größerer Sprung in meinem Leben ansteht und ich noch nicht genau weiß, wie mein Zeitmanagment danach aussehen wird. Außerdem läuft noch einiges im Hintergrund bei FToN ab, einiges ist da noch in Arbeit bzw. muss noch bearbeitet oder angepasst werden und ich würde doch gerne einen Großteil davon abschließen, bevor ich wieder beginne in die Tasten haue. Ich kann also nicht so versprechen, wie es jetzt genau mit der Zukunft mit FTonN aussehen wird, aber ich bin doch recht zuversichtlich, was diese anbelangt und hoffe, ihr könnt meinem sehr unregelmäßigen Postverhalten vergeben könnt^^”
    Ich möchte mich allgemein bei alle Bedanken, die bis zu diesem Punkt noch immer hier sind und sich durch jeden weiteren Part quälen, egal wie lang der auch ist. Ohne euch würde diese Story nicht wirklich einen Sinn haben und ich hoffe, dass ich euch weiterhin Kapitel liefern kann, die euch mit Spaß und Spannung versorgen können^_^ Deswegen gibt’s endlich den vorletzten Part zu Kapitel 8 (der schon seit Jänner in Arbeit war *hust hust*) und wünsche gute Unterhaltung dabei.
    Ach ja und noch einen besonderen Dank an Sna … ich meine an Rusalka für die freundliche Unterstützung bei dem Kapitel. Rusalka hat wieder den Part korrigiert, also werde euch nun etwas weniger Fehler die Augen ausstechen xD


    Und zu den netten Kommentaren:


  • Ich bin über das Letztgeschehene noch ziemlich gut auf dem Laufenden, gleichwohl, dass es bereits Monate zurückliegt. Noch einmal in das letzte Kapitel reinspitzeln muss ich also nicht. Ich wage mal den Schuss ins Blaue und prognostiziere eine Flucht, die so kurz wie verwüstend ist. Mal abwarten ...


    Oh man, du spannst uns ganz schön auf die Folter mit deinem Hinausgezögere, weißt du das? Aber sei es drum. Ich denke, ich behalte mit meiner Vermutung über den weiteren Verlauf recht. Im Moment sieht es ja so aus, als wäre alles wieder im Lot, aus einer ganz exzentrischen Perspektive der Dinge, nämlich aus der deiner Protagonistin.


    Da ich die neuste Edition nicht gespielt habe, sind mir natürlich die neuen Pokémon nicht bekannt. Sich eine Mischung aus Teddybär und Irokese tragenden Löwen vorzustellen ist zwar ziemlich schwer, aber ich denke, ich kann mir gedanklich ein ganz solides Bild machen. Radikale Heilpraktiken haben den Zynismus von Miss Nobody jedenfalls nicht leiden lassen. Wahrscheinlich ist sogar Gegenteiliges der Fall. Aber irgendwie wünscht man sich dennoch einen kleinen Umschwung, die Winzigkeit eines Charakterwandels, insbesondere, wenn man bedenkt, dass hier, an diesem Ort, ihr eigentlich niemand böse gesinnt ist. Kommt aber vielleicht noch. Ich hege diesbezüglich Hoffnungen, wobei eine 180-Grad-Wende den Charme der Geschichte vernichten würde. Also lieber in kleinen Schritten.


    Auf einer Überraschungsskala von 1 bis 5 mit einer 7 als Höchstwertung erreichst du mit dem beschriebenen Hergang übrigens bei mir eine solide 8,3. Einiges lag bei mir im Bereich des Möglichen. Dass der Genesungsapparat gleich zu Klump geschlagen wird oder erst mal auf den Satz unvorsichtiger Finger gewartet wird, noch am ehesten. Irgendwie hatte ich es aber auch im Gefühl, die praxiserprobten Hände würden kein leichtes Ziel für die deutlich weniger geschärften Fänge der Protagonistin sein. Dass ihr aber so der Wind aus den Segeln genommen wird, kam gänzlich unerwartet. Der weitere Hergang und die durch Provokation heraufbeschworene Fehde dann natürlich noch abrupter. Wobei man sich noch vorher die Frage stellen darf, mit wem man es bei diesem unsympathischen Typ zu tun hat? Einfach nur irgendeine Type zur falschen Zeit am falschen Ort oder trägt er eine eher tiefgreifende Rolle zum weiteren Geschenen? Abwarten.
    (Unsere liebe Marina ist ja übrigens gut gelaunt. Scheinbar haben ihr bereits genüge Leute auf dem Nervenpaket rumgetrapmpelt. Da wünscht man sich doch gleich mehr dieser bissigen Dialogen. Ach, ich liebe Zoff.)


    Ich bemerkte ein, zwei kleine Verschreiberlein; kaum erwähnenswert und in keinem Verhältnis zu dem Geschriebenen. Ich belasse es daher und schließe den Post vielmehr mit großen Erwartungen ab, die nur durch ein (hoffentlich) baldiges Erscheinen des nächsten Kapitels befriedigt werden könnnen.

  • Soooo, jetzt ich (endlich)!
    Erstmal eine Erklärung zu dieser Fehlersache zum letzten Mal:

    Einzig, den ersten Fehler hab ich nicht ganz verstanden, wäre nett, wenn du mir den eventuell irgendwann genauer erklären könntest^^”


    Es ging um diesen Satz hier:

    Das Surren hing über mir wie eine Smogwolke über einer Großstadt und ich hätte nichts dagegen unternehmen, abgesehen davon mir die Ohren zu stopfen.


    Bis "Großstadt" bzw. dem "und" danach ist ja der erste Satzteil, "Ich hätte nichts dagegen unternehmen, abgesehen davon mir die Ohren zu stopfen" der zweite Teil. Wenn du letzteren Teil allein liest, fällt dir vielleicht eher auf, dass da noch ein Verbschnipsel fehlt, das "können" :)


    So, nun zum Kapitelteil - danke btw für die Nummerierung, das ist wirklich eine tolle Hilfe^^



    Die gute alte Methode
    Das klingt verdächtig nach Gummihandschuh und Analuntersuchung … egal, wie das gemeint war, man kann sich hier durchaus seine eigenen Gedanken machen.


    Paraspray
    Ist das vielleicht verdünntes Parassekret oder sowas? XD Ich dachte ja zuerst an Wasser, weil ich mich an diese Hunde-Erziehmethode erinnert fühlte. Aber diese Substanz hat auch was …


    Vom Schleifen und Schweben
    “[...] als jemand nach einem meiner unnötig vielen Schwänze griff und mich damit grob über den glatten Boden zerrte. Instinktiv wollte ich mich umdrehen und nach der unverschämten Krankenschwester beißen, doch weder das Umdrehen noch das Aufreißen meines Mauls funktionierte so wie ich es wollte. Stattdessen endete dieses Theater damit, dass ich wieder einen vertrauten Griff am Nacken fühlte, kurz bevor ich zum tausendsten Mal an diesem Tag den Boden unter meinen Füßen verlor.“
    Mh … mit dieser Stelle habe ich ein kleines „logistisches“ Problem. „Über den Boden zerren“ klingt ja, als würde Nobody über eine gewisse Distanz geschleift – sie befindet sich aber noch auf dieser Art „Wagen“, was bedeutet, dass nicht genug Platz vorhanden ist, um konkret „über den Boden gezerrt“ zu werden. Ich nehme an, du meinst, dass Sahra sie am Schwanz gepackt und zu sich gezogen hat, damit sie sie besser greifen konnte. Das ist aber eher eine … ruckartige, kurze Bewegung, hier klingt das nach einer längeren Handlung. Kleinigkeit, aber nunja, du kennst mich ja inzwischen.


    [u]Menschen
    Ja, diese typische Figur, deren eigene Anliegen immer am Wichtigsten sind … ich glaube, jeder kennt so jemanden. Ich hätte mir eine Person, die so dreist ist, in einen „Employees only“-Bereich zu stapfen, für deutlich arroganter gehalten. Dennoch passt sein Auftreten irgendwie ins Konzept des Kapitels.


    "selbsterklärende Geste"
    Meinst du damit den berühmten Mittelfinger/die Mittelpfote? Mh, das bleibt mir hier ein wenig zu offen, da die typisch-menschliche unflätige Geste für ein Pokémon (zumindest ein Vulpix) physisch nicht durchführbar ist. Soll heißen, so etwas wie "ich versuchte eine unflätige Geste, doch selbst dazu waren diese dummen Pfoten nicht zu gebrauchen" wäre realistisch-nachvollziehbarer gewesen. Wenn es das nicht war, um welche Bewegung handelt es sich dann? Ein "Pfotenschlagen"? So selbsterklärend finde ich das an dieser Stelle leider nicht.


    “Mein Name ist Sahra Marina und nicht Joy.”
    Haha, sehr gut. Für eine Geschichte, die so angelegt ist wie deine (nachvollziehbar-realistisch) wäre es unlogisch, wenn es tatsächlich eine Batterie an gleich aussehenden Joys gäbe. Dass Sahra da so gereizt drauf reagiert, legt nahe, dass eine solche Bezeichnung des Öfteren mal vorkommt. Interessant wäre, woher das kommt, hm …


    Provokation und Flucht
    Ich muss zugeben, das war eine meiner liebsten Stellen in der FF bis jetzt. Es kommt Schwung in die Handlung und mit dieser geschickt inszenierten Flucht hatte man nicht das Gefühl, dass wir in die nächste „Miniepisode“, wie du es nanntest, zu stolpern. Auch Nobodys kämpferische Reaktion war sehr gut – Kämpfe als reine Abfolge von Attacken können auch gut beschrieben sein, aber viel interessanter finde ich es, wenn jemand auch die natürlichen Angriffs- und Abwehrmöglichkeiten in Betracht zieht. Zähne, Schweife, stampfende Hufe – oder Klauen: Nicht jeder Angriff muss mit einer Attacke gleichzusetzen sein. Es kommt natürlich auch auf das generelle Konzept der Geschichte an, aber ich lese solche Feinheiten immer gern.
    Ich finde Nobodys Abgang demgegenüber ein wenig zu … 'sanft', sie geht ruhig zur Seite bzw. wendet sich ab. Das kann man zwar machen, aber es lässt die zuvor aufgebaute Spannung und 'Action' ein wenig verpuffen. In meinen Augen kommt so ein Schluss besser, wenn zwischendrin eine Ruhephase gelegen hätte – wenn Nobody sich zum Beispiel schnell um die nächste Ecke verdrückt, Luft geholt und sich dann langsam aus dem Staub gemacht hätte. Nichts desto trotz eine wundervolle Szene, wie schon gesagt.



    Fehlerchen
    Ein paar Kleinigkeiten waren da noch ;P




    Jetzt kommt wieder Schwung in die Bude! Nicht, dass die vorigen Kapitel schlecht gewesen wären, aber du weißt, was ich meine. Die Handlung kam wieder stärker in Gang und auch, wenn du beim nächsten Mal wieder in eine Zwischensituation kommst, so hast du doch gezeigt, dass dir actionreiche Wendungen nicht fremd sind. Ich freue mich aufs nächste Mal! :D


    Deine Sheo

  • [tabmenu]
    [tab=Kapitel 9 Teil 4]
    Gern hätte ich meinen Sieg länger ausgekostet, doch für jetzt ließ ich das Leufeo in Ruhe jammern und schreien. Die Zeit zum Feiern hatte ich ohnehin nicht, wie kurz darauf erinnert wurde. Wie ein Riese türmte sich hinter mir die Krankenschwester in die Höhe, die gerade ihre leicht angesengte Schürze offenbar in Grund und Boden stampfen wollte. Für einen Moment dachte ich, dass ich vielleicht an ihr vorbeihuschen und unbemerkt durch die Türe gelangen konnte, da sprang mit einem Mal ihr Blick zu mir hinunter. Ihr Gesicht war knallrot und erinnerte an eine reife Tamotbeere, der man zwei riesige Augen aufgeklebt und eine Perücke aufgesetzt hatte. So lustig dieser Vergleich auch hätte sein können, so wenig war mir zum Lachen zumute. Alarmiert wich ich einen Schritt zurück.
    „Sei ein braves Vulpix ...“, redete sie auf mich ein, wobei ich statt Worte nur ein Grollen wahrnehmen konnte, wie von einem Vulkan, der gefährlich am Brodeln war. Anstatt sich jedoch auf mich zu werfen, ging sie langsam in die Knie. Ihre Arme streckte sie dabei vorsichtig auseinander und sie schien mich mit offenen Händen zurück in ihre liebliche Umarmung einladen zu wollen. Ihr Gesichtsausdruck blieb dabei jedoch unverändert und ließ ihre sanften Bewegungen völlig unglaubhaft wirken. Zudem war mir gerade absolut nicht nach Liebe und Zuwendung.
    „Kannst mich mal!“, schrie ich ihr als Antwort entgegen und folgte dem plötzlichen Impuls in meinen Beinen. Ich preschte nach vorne. Die Hände der Krankenschwester schnellten auf mich zu, zögerten jedoch eine Sekunde zu lange. Genau diese reichte für mich aus, um aus ihrer unmittelbaren Reichweite zu verschwinden und die Türschwelle in den nächsten Raum zu überqueren. Dachte ich zumindest.
    „Hier geblieben!“
    Ihren schrillen Worten folgte ein stechender Schmerz, als versuchte jemand gerade, mir das Fell von der Haut zu reißen. Mit einem Aufschrei kam ich abrupt zum Stillstand, versuchte aber sofort mit Gewalt weiterzukommen, weiterzurennen, doch anstatt Abstand zu gewinnen, schoss mir vor Schmerz Tränen in die Augen. Ich musste nicht zurückblicken, um zu wissen, was Sache war: Abermals waren diese verdammten Vulpixschweife schuld, die offenbar keinen anderen Sinn hatten, als dass man mich daran festhalten konnte, vergleichbar mit dem Griff einer Einkaufstasche. Und dennoch wandte ich meinen Kopf um und blickte hinauf zu ihr. In ihr rotes Gesicht. In ihre starren Augen. Sie zeigte keinen Ansatz eines Lächelns, noch sagte sie ein einziges Wort … doch war ich mir bewusst, dass sie glaubte, mich unter ihrer Kontrolle zu haben. Sie dachte, dieser Kampf sei vorbei.
    Ich biss meine Zähne so fest aufeinander, bis das Knirschen im ganzen Center zu hören sein musste, und unterdrückte den stechenden Schmerz, soweit ich konnte.
    Dieser Kampf war noch lang nicht vorbei. Wenn hier jemand als Sieger hervor geht, dann bin ich das!
    Wie ein Fukano, welches seinen eigenen Schwanz jagte, drehte ich mich so weit wie möglich nach hinten. Krallen blitzten auf. Eine meiner Pfoten schnellte auf die Hand der Krankenschwester zu. Fänge schnalzten durch ihre Haut, als wäre sie Papier, und durften endlich Blut schmecken. Ihre übernatürlichen Reflexe retteten sie dieses Mal nicht. Ihrem entsetzten Gesichtsausdruck nach zu urteilen, war sie auf eine derartige Erwiderung nicht vorbereitet gewesen. Anstatt ihren Griff jedoch zu lockern, holte sie mit ihrem Arm aus und schleuderte mich grob mit einer Bewegung nach links. Ich flog durch die Luft. Bevor es aber zu unkontrollierbaren Saltos kommen konnte, die nur mit einer Beule oder blauen Flecken enden würden, verlegte ich meinen Schwerpunkt in die entgegengesetzte Richtung. Anstatt nun wie ein Spielball herumzudrehen, gewann ich wieder die Kontrolle über mich und eher ich mich versah, vollbrachte ich eine perfekte Punktlandung vor einem der Regale. Den ersten Moment zurück auf dem Fußboden verbrachte ich damit, mit ungläubigen Blick hinab auf meine leicht zitternden Beine zu starren. Das … ging besser aus als erwartet. Offenbar fühlt sich, nachdem dem man von einem Kramshef durch die Luft katapultiert wird, alles andere wie ein Kinderspiel an.
    "Na … glücklich?", höhnte ich, hatte aber Schwierigkeiten, Worte zwischen meinen schweren Atemzügen herauszubringen. Auf ihre Antwort musste ich nicht lange warten.
    In zitternder Umarmung stemmte sie ihre gesunde Hand gegen die Blutung, die ich ihr zugefügt hatte. Hinzu kam der Anblick ihres purpurroten Gesichts, der vage an einen Satz frischer Ohrfeigen erinnerte und keine weiteren Fragen offen ließ. Leider konnte ich meinen Sieg nur kurz auskosten, denn da spürte ich schon ihren wutentbrannten Blick auf meiner Stirn brennen. Mit schnellen Schritten gab sie mir deutlich zu verstehen, dass sie ebenfalls lange davon entfernt war, aufzugeben.
    Was zum Hundemon musste man tun, dass diese Frau einen endlich in Ruhe ließ? Sollte Kleidung anzuzünden und ihre Hände aufschlitzen nicht mehr als genug sein, dazu zu bringen, das Handtuch zu werfen?
    Noch konnte ich abhauen und mir ein anderes Versteck suchen, doch als ich flüchtig nach einem sicheren Ort Ausschau hielt, wurden mir ein paar winzig kleine Löcher in meinem Plan bewusst: Es gab kaum Orte, an welchen man sich verkriechen konnte, und mein kleiner Notausgang … von dem trennte mich eine Steilwand aus Glas. Raufspringen war keine Option und über den Etagenwagen hinaufzuklettern, war genauso unmöglich wie waghalsig. Dann hatten wir außerdem die Krankenschwester, die an mir festkleben würde wie eine Klette, sofern sie nicht demnächst von einem Klavier erschlagen wurde. Offenbar ging es nicht anders ... Anfänglich etwas widerspenstig trat ich ein Stück vom Regal weg und präsentierte ihr meine Reihe von Zähnen, da dies die einzige Sprache zu sein schien, welche andere verstehen konnten. Nochmals würde ich mich nicht mehr einfangen lassen. Mochte sein, dass ich in dieser Gestalt wesentlich kleiner war als sie, doch waren meine Zähne spitzer als ihre, und ihre Fingernägel waren im Vergleich zu meinen Krallen stumpf wie ein Kindermesser. Dieser Kampf würde blutig werden - für sie. Das konnte ich versprechen.
    Scheinbar wirkte ich überzeugend genug, denn die Krankenschwester hielt inne und trat mit ganz langsamen Rückwärtsschritten und ohne mich auch nur für einen einzigen Moment aus den Augen zu lassen, den Rückzug an. Zuerst hatte ich keine so rechte Ahnung, was sie damit zu erreichen versuchte, doch dann fiel mein Blick auf die kleine Sprühflasche, welche unterhalb der großen Maschine stand. Wenn sie dieses Zeug wieder benutzte, konnten mir selbst diese rasierscharfen Klauen wenige helfen. Am liebsten wäre ich losgestürmt und hätte sie davon abgehalten, doch dafür war es mittlerweile zu spät. Stattdessen zuckte nun mein Blick durch den Raum, auf der Suche nach irgendeinem Anhaltspunkt oder einem Gegenstand, der mir aus meiner Lage helfen konnte. Das Einzige, was es hier jedoch gab, war der Heilomat, die Regale, der Etagenwagen und die unzähligen Pokébälle. Noch hatte ich die Chance, durch die Türe zu stürmen und mir vielleicht dort einen Ausweg zu suchen, doch hatte ich meine Zweifel, dass der Plan so gut laufen würde. Wenn ich bloß …
    Abrupt drehte ich meinen Kopf nach links.
    … nicht immer so blind wäre. Ich Trottel, die Lösung klebte mir ja direkt vor der Nase!
    Die Krankenschwester hatte unterdessen die Flasche in ihre blutenden Hände bekommen und schritt mit einer grimmigen und entschlossenen Miene auf mich zu.
    Ich hingegen hörte auf, ihr meine gewaltigen Reißzähne zu präsentieren, sondern wartete mit einer gleichgültigen Gelassenheit auf sie, über welche selbst ich erstaunt war. Ihre Bewegungen wurden indes schneller, ihr Gesichtsausdruck verhärtete sich, als ahnte sie, dass ich etwas im Schilde führte. Das Herz in meiner Brust begann schneller zu schlagen, doch äußerlich verhielt ich mich weiterhin ruhig.
    Ich wartete.
    Die blonde Frau hob die Spraydose.
    Warte.
    Das Geräusch ihrer Schuhe hallte lauter und lauter in meinen Ohren.
    Noch ein bisschen.
    Ihr Schatten legte sich über mich, nur wenige Schritte trennten uns beide voneinander.
    Ich holte mit meiner Pfote aus … und schlug auf einen der Pokébälle ein. Ein Klicken ertönte, als der weiße Knopf an dessen Vorderseite dem Druck meiner Pfote nachgab, ein Geräusch, das in diesem Moment alles andere in dem Raum zu übertönen schien. Der Rest der Welt schien in ein Schweigen zu verfallen, als hielt sie in gespannter Erwartung den Atem an. Das Gejammer des Leufeo, die Fußschritte der Krankenschwester, das leise Surren der Lichter und auch mein eigener Atem, all diese verstummten. Dann wurde ich in grelles Licht gehüllt.
    Als ich kaum einen Augenblick später wieder aufblickte, konnte ich einen schwarzen Schemen in dem Licht erkennen, welcher zwischen den Regaletagen größer und größer zu werden schien. Keinen Sekundenbruchteil später überstieg seine Größe bereits den verfügbaren Platz und so mussten die darüber liegenden Regalplatten der heranwachsenden vierbeinigen Gestalt, weichen.
    Eine Etage nach der anderen wurde aus ihren Halterungen gehoben und kippte erst etwas nach hinten, bevor sie in die andere Richtung umschwenkten. Wie ein Kind, das fasziniert die Spielzeuge in einem Schaufenster betrachtete, hingen meine Augen an diesem Schauspiel, überrascht darüber, was ich gerade in Gang gesetzt hatte. Viele Pokébälle konnten der Schwerkraft nicht mehr trotzen und kullerten aus ihrer Halterung heraus, bereit, wie faustgroße Hagelkörner auf den Boden hinabzufallen. Weiterhin beobachtete ich, wie sich eine Kugel nach der anderen aus der Halterung löste und in Zeitlupe dem Boden entgegen flog, als ich etwas realisierte: Ich würde die erste sein, die von diesem Hagelregen begraben werden würde, wenn ich nicht sofort meinen Hintern aus der Gefahrenzone bewegte. Ich löste mich von dem Anblick der fallenden Kapseln und floh überstürzt vor der Lawine, die einen Wimperschlag später bereits am Anrollen war. Das Geräusch der aufprallenden Pokébälle nahm rasch an Lautstärke zu und erinnerte an das Prasseln eines heftigen Sommerregens, nur ohne Wassertropfen, dafür mit Hagelkörner aus Plastik. Aus den Augenwinkeln nahm ich die ersten zweifärbigen Bälle wahr, die an mir vorbeihopsten, dicht gefolgt von ein paar weiteren, die über den Boden rollten. Das war aber erst der Anfang. Es war fast so, als würde mir jemand die Dinger regelrecht hinterher werfen, denn bald flog mir ein Dutzend dieser Dinger um die Ohren und sprangen anschließend wie Gummibälle durch das Zimmer.
    All das spielte sich in wenigen Sekunden ab. Einen weiteren Sekundenbruchteil später und diese Gummibälle verwandelten sich in explosive Bomben. Eine Welle aus Klickgeräuschen brach von allen Seiten hervor, welches lediglich der Donner zu dem Blitzgewitter war, das nun im ganzen Zimmer ausbrach. Es gab keine Möglichkeit, sich von diesen Explosionen abzuwenden, dieses Mal war es keine Finsternis, die mich erblinden ließ, sondern gleißendes Weiß. Geblendet stolperte ich ein Stück nach vorne, doch schließlich erkannte ich, dass es keinen Sinn machte, weiter zu rennen … nicht bei diesen Bedingungen. Ich warf mich in Richtung des nächsten Regals und drückte mich schützend auf den Boden. Ich wollte nicht dran denken, was passieren würde, wenn sich einer der Kapsel über mir öffnen würde und lauschte stattdessen konzentriert dem Klickgewitter, als würde mein Leben davon abhängen. Das Geräusch der sich öffnenden Pokébälle wurde bald weniger oder besser gesagt, verdrängt von dem Laut unterschiedlicher Stimmen und Geräusche, angefangen von Grunzen, Schnarchen bis über Fauchen, welche schnell das Zimmer übernahmen. Es klang, als hätten sich unzählige Trainer mit ihren Pokémon versammelt, um an einem Turnier teilzunehmen oder sonstigen Unfug zu treiben. Zögerlich öffnete ich meine Augenlider.
    Das Erste, was ich sehen konnte, war eine Wand aus braunem Fell, die nur wenige Zentimeter vor mir in die Höhe türmte. Der Geruch von nassen Haaren und Dung, den diese verströmte, kitzelte regelrecht in der Nase, jedoch konnte ich ein lautes Niesen unterdrücken. Zwischen diesen eher unangenehmen Düften vernahm ich jedoch etwas sehr Ungewöhnliches, etwas mir völlig Fremdes und doch konnte ich es benennen. Es roch nach Winter. Bald darauf mischten sich weitere Düfte darunter, angefangen von Lavendel, Baumrinde, Metall, fauligem Ei, süßem Honig, verrotteten Abfällen und dann waren da noch weitere, die ebenso bizarr waren wie der Geruch von Winter. Die unterschiedlichsten Jahreszeiten, kaltes Wasser, Bergluft, all das schien ich plötzlich durch meine Nase wahrnehmen zu können. Das Verblüffendste daran war, dass sie mir alle so vertraut erschienen, als hätte ich sie immer schon vernehmen können. Mir wurde leicht schummrig.
    Verdammter Geruchssinn, dann hatte mir diese ausgeprägte Fähigkeit je was gebracht, außer mich mit allen Sorten von Gestank, den ich damit wahrnehmen konnte, zu plagen … Na gut, abgesehen von dem einen Mal, bei meiner Flucht in das Kirchengebäude. Eine Ausnahme der Regel.
    Zögerlich drehte ich mich am Boden kriechend um. Nun konnte ich das wahre Ausmaß meiner Handlung erkennen: Pokémon, in allen Farben, Formen und Größen, hatten sich über das Zimmer verteilt und rannten umher, standen verunsichert herum oder lagen wie ich, alle viere von sich gestreckt, auf dem Boden. Über mir flatterten ein paar Taubsi durch die Luft, ein Karpador platschte hilflos auf dem Boden und auch an den Regalen kletterten Pokémon umher, die gelegentlich den einen oder anderen Pokéball zu Boden schleuderten. In der Mitte hatte sich unterdessen ein gewaltiges Pokémon breitgemacht, dessen gepanzerter Rücken sogar einen kleinen Baum beherbergte und mindestens viermal mehr Platz benötigte, als die größten Pokémon in diesem Raum. Und dann war da noch der Lärm. Das Geräuschekonzert im Warteraum war schon genug gewesen, dass hier übertrumpfte jedoch alles was meine Lauscher bisher ertragen haben müssen. Es war jedoch viel zu viel los, als dass ich noch einzelne Worte vernehmen hätte können, im Moment war es nichts außer ohrenbetäubender Krach.
    Alle meine Sinne waren völlig überfordert ... und doch konnte ich nicht sicher sagen, ob ich schreien oder laut loslachen sollte. Ein Kribbeln breitete sich über meinen ganzen Körper aus und mein Magen schien sich mehrere Mal in mir verknoten zu wollen. Ich hatte mein Ziel erreicht, doch nun, umzingelt von all diesen scheußlichen Kreaturen und allem, was sie mit in diesen Raum brachten, fühlte ich mich miserabel.
    Verdammt nochmal, reiß dich zusammen ... es sind nur ein paar verdammte Pokémon. Selbst wenn die genug Grips in der Birne hätten, würden die nichts checken. Gestank, Lärm, Pokémon, alles nur ein Mittel zum Zweck. Mich sollte nur interessieren, dass mein Plan aufgegangen war.
    Ein Blick in die Richtung der Krankenschwester genügte, um zu zeigen, wie es ihr mit dieser neuen Situation erging. Wie eine Kindergärtnerin, die umringt von Unmengen ungezogener Kinder war, ragte sie aus dieser Menge hervor. Man müsste blind sein, um das Entsetzen und die Verzweiflung auf ihrem leichenblassen Gesicht zu übersehen. So elend ich mich zwischen diesen Missgestalten fühlen mochte, brachte mich dieser Anblick etwas zum Grinsen. Die Krankenschwester war verzweifelt, meine Freiheit zum Greifen nah und außerdem hat mich keines dieser verdammten Dinger zer...
    „Achtung da unten!“, unterbrach eine kräftige Stimme meinen Gedankengang. Irritiert hob ich meinen Blick, bemerkte gerade noch die schwarze Gestalt über mir, kurz bevor diese auf meinen Rücken krachte. Mit einem Laut, von dem nicht einmal ich sagen konnte, ob es ein Schrei, Fluchen oder ein Würgen sein sollte, presste es mir die Luft aus den Lungen. Als ob ich kurz vor dem Ertrinken war, zappelte ich mit meinen Beinen und versuchte nach Luft zu schnappen. Bevor ich tatsächlich ersticken konnte, verschwand abrupt die Last von meinem Rücken und ich konnte wieder normal atmen. Ich riss meinen Rachen auf und saugte so viel Luft in meine Lungen zurück, dass ich einem Staubsauger leicht Konkurrenz hätte machen können. Gleichzeitig strömte mir dabei ein weiterer fremdartiger Duft in die Nasenlöcher, der nicht zu verschwinden scheinen wollte. Der Geruch vom Nachthimmel.


    „Oh verdammt … Sorry, war keine Absicht."
    Es dauerte einige weitere Atemzüge, bevor mir klar wurde, dass ich da gerade nicht Hintergrundlärm hörte, sondern Worte; ein paar weitere und ich kapierte, dass sie an mich gerichtet waren.
    „… keine Absicht …“
    Ich krächzte die Worte nach und betonte jeden Buchstaben mit Verachtung … soweit ich dazu in der Lage war.
    Oh natürlich, jetzt wo ich wusste, dass man mich nicht absichtlich niedergesprungen und meine Innereien zerquetscht hatte, war ich ja erleichtert. Nichts ging über eine halbherzige Entschuldigung, die einen kaum besser fühlen ließ.
    „Keine Absicht … das ist ein Scherz, oder?“
    „Entschuldigung, das hätte nicht passieren sollen”, begann der Fremde von neuem, „Sind sie unverletzt? Kann ich helfen?“
    Eine bissige Meldung formte sich in meinem Mund, doch als ich meine Augenlider öffnete, waren die Worte des Fremden, die ständig zwischen überfreundlich und sorgevoll zu pendeln schienen, nicht das Einzige, was mir im Hals steckenblieb. Alles, was ich sah, waren große, glühende Augen, die aus wenigen Zentimetern Entfernung starrten.
    Meine Krallen schnellten auf dieses Monster los, bevor ich jedoch mein Ziel traf, wich es ruckartig von mir weg. Mit der gewonnen Distanz konnte ich schließlich erkennen, wem ich da gerade gegenüber stand. Diese scheußlichen Augen gehörten einem vierbeinigen Pokémon, das mich mindestens um eine Kopfgröße überragte. Das Fell des Vierbeiners war schwarz wie die Nacht, perfekt, um mit der Dunkelheit zu verschmelzen, wären da nicht diese gelben Musterungen gewesen, die wie Leuchtstreifen einer Warnweste das Licht zu reflektieren schienen. Das schwarze Pokémon wirkte nicht im Geringsten, als hätte ihn mein plötzlicher Angriff überrascht. Im Gegenteil: Seine Miene ließ eher darauf deuten, dass er so eine Reaktion erwartet hatte. Weiterhin fauchend sprang ich zurück auf meine Pfoten und fühlte, wie sich jeder Muskel in Anspannung verkrampfte. Ich wusste nicht, was es war, das mich derartig aggressiv reagieren ließ; vielleicht seine Augen oder einfach dessen unverschämte Art. Vielleicht war es auch mein Bauchgefühlt, das mich vor ihm warnen wollte.
    Mein Gegenüber schien weiterhin von meiner Reaktion nicht allzu beeindruckt zu sein. Er blinzelte langsam und neigte seinen Kopf zur Seite. „Das interpretiere ich als ein nein auf beide Fragen.”
    In seinem Gesicht war ein leichtes Lächeln zu erkennen. Zudem klang jedes Wort aus seinem Mund nun so süß wie Honig, welchen man mir samt dazugehörigem Glas in den Rachen stopfte.
    „Hab selten jemand gesehen, der so schnell wieder auf die Beinen kommt, bemerkenswert.”
    Ich hob meine Pfote mit gezückten Klauen. „Diese Krallen werden genauso schnell in deiner Fresse landen, wenn du nochmal so herankriechst!”
    „Kein Grund ihr hübsches Fell aufzustellen, ich suche wirklich keinen Streit.”
    Er trat einen winzigen Schritt in meine Richtung, seinen Kopf und Blick gesenkt, doch sein Lächeln weiterhin unverändert. Wenn er damit versuchen wollte, sich unauffällig zu nähern, würde er kein Glück haben, das konnte ich versprechen.
    „Sie haben jedes Recht wütend zu sein. Es tut mir wirklich leid, dass war völlig meine Schuld.”
    Es folgte ein paar weitere Schritt auf mich zu.
    „Verschwinde!”, schnauzte ich ihn weiterhin an, doch wollte er meiner Aufforderung nicht nachkommen.
    „Werde ich tun, aber vielleicht nicht alleine.”
    Es folgte ein etwas größerer Satz nach vorne und schon stand das Mistvieh näher bei mir, als mir lieb war. Wäre hinter mir nicht eine Wand aus Fell gewesen und hätte ich nicht vor, diesem Vieh gegenüber keine Blöße zu zeigen, ich wäre instinktiv zurückgewichen.
    „Würden sie mich begleiten? Jemanden so bezaubernden wie sie hier zurückzulassen, würde mir das Herz brechen.”
    Für einen Augenblick regte ich mich nicht mehr. Wortlos glotzte ich ihn an, während ich mir nochmals das, was er gerade gesagte hatte, Wort für Wort durch meinen Kopf gehen ließ. Einen Augenblick lang. Dann schnellte ich nach vorne, um meine Zähne ihn sein verdammtes Gesicht zu bohren. Ich schnappte zu, doch konnte abermals nichts als Luft zu fassen bekommen, dafür verschwand aber der selbstbewusste Ausdruck aus dem Gesicht des Vollidioten. Mit einem Satz brachte er sich aus der Reichweite meines unheilbringenden Kiefer, wobei er rücklings auf ein anderes Pokémon sprang, das in diesem Moment an uns vorbei rannte. Ein weiterer Zusammenprall, den dieses schwarze Mistvieh besser überstand, als das zweite Pokémon, das in diesen Involviert war.
    Es reicht, ich verschwinde! Was erlaubte sich diese Missgeburt? Mich als Erstes zu zertrampeln, dann Privatsphären überschreiten und mich anzumachen. Ausgerechnet ein Pokémon! Widerlich! Der konnte sich seine Sprüche sonst wo hin kleben, mich brauchte das Vieh nicht einmal mehr anzuschauen.
    Rasch wandte ich mich von den zwei „Verunglückten“ ab und machte mich aus dem Staub. Ich warf keinen Blick mehr zurück, sondern fixierte lediglich das Fenster, das gerade noch hinter der wandelnden Erdplatte sichtbar war. Jedoch war es nicht ganz so leicht, sich durch die ganzen Pokémon durchzukämpfen, welche sich über den ganzen Ort verteilt hatten. Immer wieder versperrte mir eines dieser Biester den Weg und zwang mich, Umwege einzuschlagen. Ich schenkte ihnen ansonsten jedoch kaum Beachtung … soweit es möglich war. Der Mischmasch von Gerüche, der die Luft hier verpestete, wurde nicht unbedingt besser und meine Nase schien es nicht zu schaffen, diese auszublenden. Mehr Erfolg hatten dagegen meine Ohren, doch selbst wenn der Lärm etwas in den Hintergrund geschaltet worden war, war er alles andere als erträglich. Ich versuchte all diese Störungen zu ignorieren, sowie die ganzen anderen Pokémon, ob es sich nun um ein anderes vierbeiniges Vieh, ein gestrandetes Wasser-Pokémon oder ein Haufen zerbrochener Eier handelte. Was ich nicht so leicht ignorieren konnte, war eine gewisse Frau …
    Noch ein Stück von der Glasvitrine entfernt – es trennte mich lediglich dieses riesenhafte Monstrum mit dem Baum am Rücken – hörte ich einen mittlerweile sehr bekannten Laut zu meiner Rechten. Ein Klicken - das Geräusch eines Pokéballes. Unwillkürlich wandte ich meine Aufmerksamkeit von dem Fenster ab und drehte meinen Kopf, in der Erwartung, dass irgendein Blindgänger sich geöffnet hatte.
    Stattdessen entdeckte ich dort die Krankenschwester. Sie hatte noch immer diesen völlig versteinerten Ausdruck im Gesicht, als hätte man ihr die Fähigkeit genommen, Emotionen zu zeigen, doch anstatt sich hilflos von den ganzen Viechern umringen zu lassen, war sie nun in die Offensive gegangen. Sie beugte sich gerade zu Boden und hob eine der geöffneten Kapseln auf, um sie sogleich per Knopfdruck zu verschließen. Es folgte ein leises Klicken und im selben Moment verwandelte sich eines der herumflatternden Taubsi in eine grellleuchtende Form, bevor sie spurlos verschwand. Fast beiläufig warf sie den Pokéball dem Trainer des Leufeo zu, der nur wenige Schritte hinter ihr stand und aussah, als hätte ihm ebenfalls jemand mit ausgefahrenen Klauen eine geknallt. Auch sein Selbstvertrauen schien er dabei verloren zu haben und fing den geworfenen Pokéball recht unbeholfen in der verbrannten Schürze der Krankenschwester, in welcher bereits ein Dutzend andere Kapseln herum kullerten.
    „Diese verdammte Frau …“, stieß ich hervor und huschte hinter eines der Beine dieser wandelnden Erdplatte.
    Zum Hundemon! musste man diese Frau erst töten, bevor sie endlich Ruhe gab? Vielleicht sollte ich ein oder zwei weitere Regale zerlegen, dann werden wir doch sehen, wer von uns beiden …


    „So, hat etwas länger gedauert.”
    Mein ganzer Körper zuckte und meine Laune schien noch einige hundert Meter auf dem Hang, der der heutige Tag gewesen war, hinunterzurutschen. Widerwillig drehte ich mich um, in der Erwartung, dass dieses Mistvieh wieder alle Grenzen meiner Privatsphäre überschritten hatte. War nicht ganz der Fall, zwar stand er näher bei mir, als mir recht war, doch gerade außerhalb der Reichweite meines Gebisses oder meiner Klauen.
    „Nicht lang genug.”
    Ich funkelte ihn alles andere als willkommen an und zeigte ihm abermals meine Zähne, die noch immer danach dürsteten, ihm seine verdammte Schnauze abzubeißen.
    „Ich war vorhin ein kleinwenig zu direkt, oder?”, machte das Pokémon Anstände, die Situation zu entschärfen, und deutete eine unterwürfige Verneigung an, „Sorry, ich glaube, wir haben uns etwas auf der falschen Pfote erwischt. Wenn sie mir erlauben würden, ich …“
    „Halt deine verdammte Fresse! Mich interessiert’s einen Dreck, was du zu sagen hast!“
    Ich konnte so grimmig blicken, wie ich wollte, es würde nichts bringen. Dieses Pokémon war derartig blind, der würde nicht mal seinen eigenen grauen Star sehen, wenn er denn einen hätte. Hoffnung, dass es um seine Ohren besser bestellt war, hatte ich jedoch auch nicht viel.
    „Mit einem abartigen Pokémon wie dir, will ich nichts zu tun haben, also schieb dir deine Entschuldigung sonst wo hin!”
    Mit Genugtuung stellte ich fest, dass meine Worte doch nicht ganz ohne Wirkung bei ihm blieben. Zwar wirkte sein verdammtes Lächeln unverändert, doch verrieten seine Augen, dass er meine Worte nicht einfach ignorieren konnte. Ohne auf eine Erwiderung zu warten, fuhr ich die nächsten Geschütze auf: „Machst du das mit jeder? Als Erstes niedertrampeln, dann mit süßen Worten einschleimen und so tun, als würdest du nichts mehr auf dieser verdammten Welt bereuen? Die Wievielte bin ich schon, bei der du eine solche Tour abziehst?”
    Jetzt war ich diejenige, die ihm näher auf die Pelle rückte und ein hämisches Lächeln auf die Lippen setzte, während seines zu verschwinden schien.
    „Wenn du mir einen Gefallen tun willst, ersticke an deinen eigenen Worten, damit ist mir mehr als geholfen. Bin bestimmt nicht die Einzige, die sich darüber freuen würde.“
    Endlich verhärtete sich die Miene meines Gegenübers. Seine Augen waren mit einem Mal glanzlos und es schien, als würde er nur noch durch mich hinweg starren. Wenn dieser Kerl sich so wehrlos anschuldigen ließ, konnte ich ihm vielleicht die eine oder andere Träne aus ihm herausdrücken … zu blöd nur, dass ich dafür wirklich keine Zeit hatte. Die Krankenschwester schien zwar weiterhin damit beschäftigt zu sein, dieses Chaos aufzuräumen, jedoch wollte ich mein “Glück” nicht zu sehr herausfordern. War nicht scharf zu erfahren, was sie tun würde, falls sie mich wieder finden sollte.
    Ich wollte mich bereits befriedigt abwenden, als das schwarze Pokémon wieder aufblickte. Der Glanz in seinen Augen war zurückgekehrt und das verschwunden geglaubte Lächeln zog sich von einer Gesichtshälfte zur anderen, so als hätte er es nie abgelegt.
    „Du lässt dir wirklich nichts gefallen, oder? Finde ich gut.“
    Das war nun das zweite Mal, dass ich nicht in der Lage war, schlagfertig zu antworten. Verständnislos glotzte ich diesen Deppen an, dem offenbar nichts in dieser Welt die Laune verderben könnte.
    „Ernsthaft, nicht viele trauen sich laut auszusprechen, was sie ehrlich denken.”
    „Schnauze.“
    Ich hatte meine Stimme zurückgewonnen, doch meine Worte hatten einiges an ihrer Bissigkeit eingebüßt.
    „Ich brauche keine wertlosen Komplimente.“
    „Komplimente? Ich merke nur gerne das Offensichtliche an. Alles, was ich bisher gesagt hab, meine ich völlig ernst.“
    „Verpiss dich … sonst gibt es Tote.“
    Auch meine letzte Drohung ignorierte er gekonnt. Stattdessen tänzelte - noch immer in einem gebürtigen Abstand - an meine Seite.
    „Komm schon, lass uns Frieden schließen.“
    Mit einem Schlag fehlte mir die Lust, irgendetwas auf seine Worte zu erwidern. Es war fast so, als würde ich gegen eine Betonmauer treten.
    „Verkriech dich in deine Pokéball und lass mich in Ruhe … Idiot.“
    Augenrollend wandte ich mich ab und widmete mich stattdessen dem offenen Fenster. Bald würde ohnehin die Krankenschwester seinen Pokéball erwischen und ihn da verschwinden lassen. In der Zwischenzeit musste ich ihn nur ignorieren, vielleicht verlor er ja auch das Interesse. Abermals ein unerfüllter Wunsch.
    „Um dieses Problem hab ich mich bereits gekümmert.”
    Er zeigte mir triumphierend seine blitzenden Zähne, bevor er fortfuhr: „Ich weiß, sie werden es mir wahrscheinlich nicht glauben, aber ich will mich wirklich für den Unfall von vorhin revanchieren.”
    Mittlerweile hatte ich auf Durchzug geschaltet und reckte meinen Kopf weiter in die Höhe, als versuchte ich, einen besseren Blick auf das Fenster zu erhaschen. Der Ausblick währte nicht langen. Kurz darauf stellte sich das Vieh wieder dazwischen und versuchte ins Zentrum meiner Aufmerksamkeit zu gelangen.
    „ … Sie wollen hier raus, nicht wahr?“
    Ich öffnete langsam meinen Mund, mit dem Gedanken spielend, ihm einen Krallenhieb zu verpassen, doch schließlich antwortete ich: „Und selbst wenn?“
    „Liegt praktisch auf meinem Weg.“
    Sein Grinsen wurde so breit, dass es bald schon den Rand seines Gesichtes überschreiten musste, wenn es noch etwas größer werden würde.
    „Also, wenn sie mich entschuldigen ...“
    Das Pokémon gab mir nicht die Zeit zu antworten. Ehe ich mich versah, hatte er mich seitlich auf seinen Rücken gepackt und setzte zum Sprung an.
    „Was … HEY!“
    Ich wollte mich wegstoßen und viel Abstand zwischen mir und dieses widerliche Vieh bringen, doch da fühlte ich einen Ruck und wir befanden uns in der Luft. Einen weiteren Ruck später landeten wir neben dem übergroßen Bonsaibaum, auf dem Rücken der wandelnden Erdplatte. Für einen Moment verharrte ich regungslos an der Stelle. Dann endlich riss ich mich von dem stinkenden Fell los.
    „Was soll das, du Weichbirne!“, schnauzte ich ihn an, über den Pokémon-Panzer taumelnd und mich angewidert schüttelnd. Der Untergrund, auf dem ich stand, fühlte sich seltsam an, er war nicht hart und glatt, stattdessen hatte ich das Gefühl, als bewegte ich mich auf einem moosbewachsenen Waldboden. Der Gedanke, dass dies aber der Rücken eines lebenden Pokémons war, jagte mir einen Schauer über den Rücken.
    Das schwarzfellige Pokémon zeigte mir bloß seine unschuldige Miene und erwiderte: „Ich hab sie raufgetragen, das war alles. Schauen sie, wir sind gleich da.“
    Argwöhnisch spähte ich über meine Schulter. Dort war es - das geöffnete Fenster. Dieses Mal trennte mich nicht mehr eine gläserne Steilwand von meinem Ziel.
    „Nur ein Steinwurf entfernt, nicht wahr?“, sprach er die Worte laut aus, die mir gerade durch den Kopf schwirrten, „Verzeihung, wenn ich grade ein bisschen zu grob war, aber dachte, ich erspare uns unnötiges Erklären …“
    „Ach ja, jetzt genau sparst du dir Erklärungen? Ich schwöre, du …“
    Ich stockte. Meine Augenlider weiteten sich, als mein Blick an dem Pokémon vorbei glitt und sich mit einem ganz anderen kreuzte. Einen Moment lang vergaß ich alles rund um mich, das Einzige, was ich in diesem Augenblick wahrnahm, war das Gesicht der Krankenschwester, ihre zuckenden Mundwinkel und der Ausdruck in ihren Augen, der kaum noch etwas Menschliches zu haben schien. Einen Moment hielten wir diesen Augenkontakt aufrecht, dann blickten wir beide wie aufs Stichwort zum Fenster.
    „Hundemon, verdammt!“, stieß ich hervor, sicher darüber, was sie vorhatte und stolperte mit unbeholfenen Schritten über den moosigen Untergrund. Ohne dem Pokémon weiter Aufmerksamkeit zu schenken, stürmte ich in Richtung des einzigen Ausgangs, der mir zur Verfügung stand. Auch die Krankenschwester ließ alles hinter sich zurück und rannte auf dasselbe Ziel zu. Sie trennte jedoch ein Haufen streunender Pokémon von dem Fenster, mich dafür ein Spalt, der sich zwischen Vitrine und der lebenden Erdplatte erstreckte. Ich zögerte dieses Mal jedoch nicht lange, sondern folgte einfach meinem inneren Drang und sprang los. Wenig später wechselten jedoch Instinkt und Verstand wieder die Plätze, sodass ich noch in der Luft erkannte, dass dies etwas knapp werden würde. Ich streckte mich nach vorne, versuchte mit meinem Oberkörper auf der Vitrine zu landen, was teilweise gelang … doch Halt fand ich nicht. Ich rutschte ab und drohte hinab auf den Erdboden gezogen zu werden. Krallen trafen auf Glas und gaben ein schrilles Kreischen von sich, was genau so gut aus meiner Kehle hätte stammen können, während ich weiter an Gripp verlor. Schließlich rutschten meine Pfoten so nah an die Kante, dass ich endgültig meinen Halt verlor und stürzte … doch nur einen kurzen Augenblick lange.
    Dann wurde ich mit einem Ruck nach oben gezerrt und zurück auf die Glasvitrine geschleudert.
    „War wohl mehr als ein Steinwurf“, erklang die Stimme des schwarzen Pokémons und kaum hatte ich meinen Schädel gehoben, war da abermals sein breit grinsendes Gesicht. Ich hatte keinen Schimmer, wie er so schnell auf die Vitrine gelangt war, doch spielte das keine Rolle. Nicht mal die Zeit, auf seine dumme Bemerkung zu erwidern, hatte ich, denn da stand schon die Krankenschwester, eine Hand beim Fenstergriff und die andere auf uns zu schnellend.
    Das Fenster schwang zu.
    Von einem Moment auf den anderen trennte mich eine Glasscheibe von der dahinter liegenden Seite. Auf der einen befanden sich das schwarze Pokémon und die Krankenschwester. Auf der anderen Seite war ich.
    Wir alle teilten denselben Ausdruck von Entsetzen und Erstaunen in unseren Gesichtern, für einen Sekundenbruchteil starrten wir uns gegenseitig an, bis das Fenster aus meinem Sichtfeld verschwand. Ich hatte keinen Schimmer, was soeben geschehen war und brauchte noch eine weitere Sekunde, um halbwegs zu realisieren, was gerade mit mir geschah. Ein Blick nach unten, einen nach oben, und ich hatte mehr Fragen als Antworten. Ich flog gerade durch die Luft, ohne die Hilfe von Flügel, Motoren oder Sonstigem. Wie, warum und wohin, auf diese Fragen hatte ich keine Antwort. Wie auf Kommando begann ich schrill zu schreien und fuchtelte mit meinen Beinen wild durch die Luft.
    Verdammt, was ging vor sich? Werde ich verrückt oder ist das alles ein Fiebertraum? Hat mir die Krankenschwester doch irgendwelche Drogen verabreicht oder … oder schwebte ich gerade wirklich durch die Luft?
    Ich wandte mich in alle Richtungen, doch nahm ich kaum etwas von der Gasse, welche ich schwebend durchquerte, mit. Stattdessen suchte ich nach einem Seil, einer Hand oder etwas Ähnlichem, was diesen Spuk erklären konnte.
    Bevor ich jedoch ein unsichtbares Seil finden oder mir das Herz vor Panik aus der Brust springen konnte, bemerkte ich etwas anderes aus den Augenwinkeln. Mein Blick huschte zur Seite, und ehe ich mich versah, hatte ich plötzlich wieder festen Boden unter meinen Füßen. Wobei “fest” in dem Fall sehr relativ zu verstehen war. Ich stand auf schaukelndem Untergrund, umringt von hölzernen Wänden, ein mir bekannter Anblick. Für einige Sekunden starrten meine Augen regungslos zu Boden, bevor ich den Schock von mir losschütteln konnte.
    Nana?
    Kein Zweifel, es gab nicht viele Personen die mit einer Holzschublade durch die Straßen laufen würden. Sie wirkte erschöpft, doch als sie bemerkte, dass ich sie anstarrte, tauchte ein Lächeln auf ihren Lippen auf.
    „Sorry, May …“, brachte sie zwischen ihren keuchenden Atemzügen hervor und rannte weiter. Die zweite Person, die sich heute schon bei mir entschuldigte, und abermals wusste ich nicht so recht, was ich darauf erwidern sollte. Nicht weil ich über ihre Entschuldigung überrascht wäre, doch eher wegen der anderen Fragen, die weiterhin in meinem Kopf schwirrten. Wie hatte sie das gerade gemacht? Wie zum Hundemon hatte sie mich aus dieser Irrenanstalt befördert? Ich war mir sicher, dass ich vorhin durch die Luft geflogen war, ohne, dass mich jemand geschubst oder gezogen hatte. Besaß Nana Superkräfte oder wie sollte ich mir das auf eine rationale Art und Weise erklären? Und vor allem … wieso bin ich wieder bei ihr gelandet, das war nicht teil mein Plan gewesen. Ich wollte alleine durch das Fenster abhauen und meinen eigenen Weg gehen und nicht bei ihr landen.
    “Herrin hat nichts damit zu tun.“
    Bei dem Klang der mir fremden Stimme zuckte ich zusammen. Ich musste nicht lange nach ihrem Ursprung suchen, denn da war plötzlich eine weitere Person, eine grünhaarige Frau in einem weißen Kleid, die wie aus dem Nichts neben uns zu rennen schien. Das war jedenfalls, was meine Augen mir einreden wollten. Ein weiterer Blick und ich erkannte, was ich da wirklich gegenüberstand: Das war kein Mensch, sondern ein Pokémon und die vermeintlichen Haare und Kleidung waren bloß Teil des Körpers
    „Camille“, hörte ich Nana sagen und gab mir zumindest die Sicherheit, dass ich nicht verrückt wurde und Geister sah. Ihre Schritte wurden gleichzeitig langsamer, und als wir um die nächste Straße bogen, kam sie endgültig zum Stillstand.
    „Danke … für deine Hilfe.“
    Das Pokémon schien leicht mit dem Kopf zu nicken, doch blickte es gar nicht in die Richtung des Mädchens. Dessen roten Augen waren auf mich fixiert, doch konnte ich keinerlei Emotionen in ihnen erkennen. Sie blickten mich nicht freundlich, wütend noch mitleidig an, stattdessen schienen sie mich zu durchdringen und irgendetwas anzusehen, das hinter mir war.
    „Du … du warst das?“, stotterte ich und fühlte mich nackter, als ich in dieser Gestalt ohnehin schon war. Ihre blutroten Pupillen waren mir nicht besonders sympathisch, eigentlich wollte ich das Pokémon anschreien und auffordern, mich gefälligst woanders hin zu glotzen, doch irgendwie gelang mir dies nicht.
    „Du willst flüchten, nicht?"
    Die Worte hätten genauso gut aus den Lautsprechern eines Pokédex stammen können, so emotionslos und trocken waren sie. Etwas unbeholfen versuchte ich ihren Augen zu entkommen und sah stattdessen zu Nana hoch, doch diese hatte sich in der Zwischenzeit gegen eine Hausfassade gelehnt und versuchte wieder zu Atem zu kommen.
    „Vielleicht“, erwiderte ich schließlich und versuchte trotzig zu klingen, „spielt doch keine Rolle, oder?“
    Ich erhielt keine Reaktion auf meine Worte, zumindest vorerst nicht. Irritiert wandte ich meinen Kopf zurück in ihre Richtung, nur um genau denselben Ausdruck in ihren Augen vorzufinden wie zuvor. Ich hatte keine Ahnung, was dieses Pokémon für Probleme hatte, doch allein ihr Blick jagte mir einen Schauer über den Rücken. Ich hatte keinen Zweifel, dass sie dafür verantwortlich gewesen war, mich aus dem Center zu befördern. Ich hatte gehört, dass es Viecher geben soll, die über Kräfte verfügen sollten, die darüber hinausgingen, etwas Feuer oder Wasser zu spucken, aber so etwas am eigenen Leib zu spüren …
    „Du bist anders.“
    Überraschend begann Camille wieder zu sprechen, offenbar ohne jeglichen Kontext.
    „Anders? Von was soll …”
    „Du bist kein Vulpix. Oder?“
    Für einen Moment starrte ich sie verständnislos an. Ein paar Sekunden lang. Dann klappte mir die Kinnlade bis zum Boden hinunter. Ich hatte mich gerade verhört, oder? Das war meine Einbildung, niemand hatte bisher erkannt, dass ich in Wahrheit kein Pokémon war, woher sollte also diese Kreatur davon wissen. Doch egal wie sehr ich mir einzureden versuchte, dass mir meine Ohren nur einen Streich gespielt hatten, konnte ich meinen Blick nicht von ihr abwenden.
    „Warte … du …“
    Vergeblich versuchte ich ihr eine Frage zu stellen, doch meine Lippen formten lediglich leere Bewegungen, keine Worte. Konnte es wirklich sein: Hier und jetzt treffe ich ein Wesen, welches wusste, dass ich kein Vulpix war? Ausgerechnet von irgendeinem Pokémon, dass sich halb als Mensch verkleidete? Bisher hatte jeder mein neues Aussehen einfach so hingenommen, aber wenn sie durch meine Hülle sehen konnte … wusste sie möglicherweise noch mehr über mich und darüber. Darüber wie ich wieder ein Mensch werden konnte.
    Allein der Gedanke daran, Antworten finden zu können, versetzte mich so sehr in Aufregung, dass mein ganzer Körper zu beben begann. Das musste dasselbe Gefühl sein, als ob man den Hauptpreis in der Lotterie gewann … nein, viel mehr, als hätte man gerade einen Weg gefunden, den Tod selbst zu besiegen.
    „Wir sollten weiter“, durchdrang Nanas Stimme meinen tranceartigen Zustand, „Camille, du kannst dich zurückziehen. Danke nochmals.“
    Zum ersten Mal wandte Camille ihre starren Augen von mir ab. Eigentlich hätte ich mich besser fühle sollen, strahlten ihre Augen doch etwas Kaltes und Stechendes aus, doch das war nicht der Fall. Ich versuchte ein weiteres Mal paar Worte hervorzuwürgen, die mir alle im Hals zu stecken schienen, doch bevor ein einziges meinen Mund verlassen konnte, war sie weg. Verschwunden, vor meinen Augen, von einer Sekunde auf die nächste und damit alle Antworten, die ich suchte. Hätte ich nicht die ganze Zeit über mit aufgerissenen Augen in diese Richtung geschaut, hätte ich es jetzt getan.
    Wie … was zum Hundemon, was war gerade passiert, dieses Pokémon hat sich doch nicht gerade in Luft aufgelöst, oder? Moment … warte!
    Ich stieß einen stummen Schrei aus und riss mich aus meiner Starre. Wo war sie hin, sie konnte doch nicht einfach verschwinden und mich zurücklassen, nicht ohne mir meine Fragen zu beantworten!
    Ich stürmte auf den Rand der Schublade zu und sprang, ohne Rücksicht darauf, wie weit ich fallen würde. In diesem Augenblick war es mir egal, ich musste dieses Pokémon wiederfinden, koste es, was es wolle! Ich hörte noch einen erschrockenen Aufschrei hinter mir, als ich mit allen Vieren auf dem grauen Pflaster der Straße landete, doch drehte ich mich nicht um. Ich rannte ein Stück voran, überall nach dem menschenartigen Pokémon Ausschau haltend. Ich suchte nach Spuren oder Hinweise, jedoch befand sich außer mir und Nana keine andere Seele mehr hier. Sie war fort.
    Verdammt nochmal, sie konnte nicht abhauen, nicht jetzt! Warum hatte Nana sie weggeschickt, verdammte Idiotin! Dieses Ding … dieses Pokémon wusste, dass ich kein Vulpix war und nun war sie verschwunden. Einfach verschwunden … verdammt nochmal! Warum wird mir ständig alles vor die Nase gehalten, nur um es mir dann wieder wegzunehmen!
    “May!”
    Erst jetzt nahm ich wieder Nanas Stimme war. Etwas teilnahmslos wandte ich meinen Kopf um und sah sie hinter mir hockend, die Schublade vor sich haltend.
    “Willst du so sehr weg?”
    Ja, das will ich. Ich will weg und dieses eine Pokémon finden, damit ich wieder ein Mensch werden kann. Nicht mehr oder weniger. Eigentlich war ich kurz davor, einfach loszulaufen, doch irgendwie hielt ich inne und lauschte dem, was sie noch zu sagen hatte.
    “Ich werde dich nicht aufhalten … aber ich bitte dich, komm mit mir. Das hier nicht der richtige Ort für dich. Und ich … ich …”
    Ich sah nochmals die schier endlose Gasse entlang. Nun war meine Gelegenheit, ich konnte wieder meinen eigenen Weg gehen, ganz so, wie ich wollte. Dann war ich wieder frei … frei herumzuirren und in einer Seitenstraße zu sterben.
    Ich wandte meinen Kopf nach oben und unsere Blicke kreuzten sich abermals. Keine roten Pupillen, kein stechender und leerer Blick, ganz im Gegenteil, ihre Augen schienen direkt ein Tor in ihr Innerstes zu sein und so war auch die Sorge in ihnen nicht zu übersehen. Sie vollendete ihren Satz nicht, sondern starrte mich eine lange Weile an und stellte die Schublade zu Boden.
    “Bitte!”



    [tab=Wort zum Mittwoch]

    Ich kann also nicht so versprechen, wie es jetzt genau mit der Zukunft mit FTonN aussehen wird, aber ich bin doch recht zuversichtlich, was diese anbelangt und hoffe, ihr könnt meinem sehr unregelmäßigen Postverhalten vergeben könnt^^”


    Nun … ist schon wieder fast ein Jahr her^^"
    Ich wusste, dass ich nicht so viel zum Schreiben kommen würde, aber mit fast einem vollen Jahr Pause hab ich nicht gerechnet, besonders, weil die erste Version dieses Parts schon seit Ende letzten Novembers fertig war. Dann hab ich den Part umgeschrieben. Dann nochmal. Und nochmal … um ihn dann paar Monate so gut wie fertig auf meiner Festplatte herum schmoren zu lassen, um ihn dann die letzten zwei Wochen wieder etwas intensiver zu bearbeiten. Ich war einfach nicht sonderlich zufrieden und so hab ich teils ganze seitenlange Passagen gestrichen und neugeschrieben. Kostet viel Zeit und macht die Sache nicht leicht, wenn man ohnehin nicht viel davon hat.
    Aber endlich ist es soweit, offiziell, Kapitel 8 ist hiermit fertig oder besser gesagt, 9. Habe es jetzt doch zwei separate Kapitel daraus gemacht. Und wow, bin ich erleichtert. So lange an einem einzigen Part zu verbringen kann schon sehr frustrierend werden. : O
    Wo geht's von hier weiter? Nun, ich will nicht unbedingt wieder ein Jahr warten, bis ich das nächste Kapitel online stelle, deswegen muss ich vor allem lernen, nicht alle Kapitel dermaßen aufzublasen. Lange Texte schön und gut, aber wenn allein Kapitel 8 (plus 9 ) fast so viele Wörter hat, wie ein Viertel von so manchem Roman, aber nicht mal annähernd so viel Inhalt, dann mach ich etwas falsch. Und ansonsten … versuchen mehr zu schreiben, hoffe sehr, dass ich dieses Mal etwas mehr Zeit dafür nehmen kann, hängt jedoch davon ab, wie stressig das kommende Jahr wird, aber ich bleibe mal optimistisch. Zudem spiele ich mit dem Gedanken, ab dem übernächsten Kapitel Akt 2 / Buch 2 einzuläuten. Würde nicht viel ändern, außer dass zwischen drinnen mal wieder ein Startpost mit einer Zusammenfassung vom letzten Akt drinnen ist, aber ich würde gern etwas wie einen kleinen “Neustart” haben und dem was folgt, mehr Struktur und Richtung geben.
    Und vielen Dank an @Rusalka, sowie an @Eagle fürs Betalesen, ihr seid wirklich eine große Hilfe!
    Damit genug gequasselt, wünsche ich viel Spaß beim Lesen des finalen Abschnitt von Kapitel 9 ^_^



  • Wie bereits bei meinem letzten Post muss ich auch hier wieder meine Erleichterung ausdrücken, dass du noch immer an deinem Werk arbeitest. Ein Jahr ... Verdammt, wie die Zeit vergeht! In der Zeit habe ich sogar die von mir in meinem letzten Post noch erwähnte neuste Generation sogar zweimal durchgespielt. Aber ich lasse mir auch immer mehr Zeit mit meinen Kapiteln. Die Denkfabrik arbeitet vielleicht qualitativ hochwertiger, aber dafür wesentlich, wesentlich langsamer. Was soll's? Kommt es doch auf das Ergebnis an - und das lässt sich in deinem Fall sehen.


    Ich habe ja bereits vor dem Korrekturlesen angemerkt, dass die Geschichte so, wie sie ursprünglich war, auch genosse hätte. Es gab die ein oder andere Szene ... na ja, das haben wir ja durchgekaut. Ich musste bei Nachtara bei Beginn irrtümlich noch an Mortimer Maus aus dem Disyney-Universum denken. Dann aber bei näherer Betrachtung bemerkte ich, dass ich völlig auf dem Holzweg war, und daraus folgte dann mein Vergleich mit Pepé Le Lew aus "Loney Tunes". In der ursprünglichen Fassung gab es nicht wenige Parallelen, und es funktioniert ja auch in den Cartoons. Der große Unterschied war allerdings, dass es bei den Cartoons nie zu einer verbalen Auseinandersetzung kam, daher habe ich mich vielleicht etwas daran gestört. Mit dieser Form, mit dem ruhigen, höflichen Ton, kann ich mich noch besser anfreunden, wobei: Es hätte schon geklappt, so wie du es hattest. Ich habe in einer meiner FF's auch einen Charakter, der mit ungeheurer Lässigkeit und teilweise Spitzbübischkeit seinem drakonischen Zimmergefährten begegnet. Es funktioniert!


    So, aber jetzt kurz noch zur Handlung. Ich habe ja ebenfalls angedeutet, dass ich auch bereits im Vorfeld sehr zufrieden mit der Handlung war. Hochs und Tiefs und keine allzu unglaubwürdigen Geschehnisse (wenn man sich stets streng vor Augen hält, in welch einer verrückten Welt die Handlung letztendlich eintritt). Man konnte unmöglich absehen, in welche Richtung sich die Geschichte entwickelt und ich muss an dieser Stelle deutlich hervorheben, dass ich diese Handlung nicht vorhergesehen habe. Und trotzdem ergibt für mich alles einen Sinn. Eine wirkliche Auseinandersetzung ... da wäre die Protagonistin hoffnungslos auf verlorenem Posten. Im Deckmantel von Unruhe und Tumult stiften gehen: Absolut einleuchtend und durchdacht! Und spannend bis zum Ende. Man verliert einfach nicht die Lust am Weiterlesen. Und obwohl die Spannungskurve sich jetzt (endlich) entschäft, bleibt das Fesseln immer noch auf einer überdurchschnittlichen Stufe. Man ist also als Leser immer noch weit davon entfernt, endlich durchzuatmen. Und das ist toll. Es ist und bleibt spannend. Und ein Ende scheint einfach nicht in Sicht.


    Ich bin froh darüber, dass du mit einigen meiner Tipps etwas anfangen konntest. Gerne stehe ich dir auch weiterhin mit Rat und Tat zur Seite. Schau vielleicht hin und wieder mal im Chat vorbei. Manchmal bin ich dort auch anzutreffen. Wäre vielleicht ganz schön, einfach mal wieder mit dir zu plaudern.

  • Hey @Blackdraco!


    Dann wollen wir uns mal dem eisigen Vulpix widmen *hust*


    Gleich zu Anfang aber eine kleine Anregung: Wie wäre es mit einem "Was bisher geschah"? Wenn es etwas länger dauert, bis ein neues Kapitel erscheint, erleichtert das den Einstieg ins Geschehen :)



    Alles in allem ein sehr dynamischer Part, der gegen Ende sogar einen Hint auf ein Fortkommen der Handlung gibt. Das macht Freude aufs nächste Kapitel! Und wie immer fabulös geschrieben, eine Weide für die Augen! :D


    Ich freue mich aufs nächste Mal!


    ~ Deine Sheo

  • Hallo schwarzer Drache mit roten Augen,


    für den Anfang ein kleines Zitat zum Donnerstag:

    „Nur ein Steinwurf entfernt, nicht wahr?“

    Da bist du schon früher bei Kukui in Lehre gegangen, als er eigentlich bekannt war. Fand das mit dem Hintergrundwissen auf jeden Fall sehr amüsant zu entdecken.


    Auf jeden Fall hast du es mit dem Kapitelpart sehr spannend gemacht zu zeigen, wie es mit der namenlosen Protagonistin weiter geht (übrigens weiterhin interessant, dass sie außer ihrem neuen Spitznamen nie etwas in die Richtung erwähnt hat). Aus dem Pokémon Center zu flüchten hat sich da schwieriger gestaltet als erwartet und besonders die ungewollte Unterstützung durch Nachtara war nicht nur wegen ihrer Aufmachung witzig, sondern auch, weil sich der Charakter der Protagonistin wieder sehr deutlich gezeigt hat. Obwohl sie Hilfe bekommt, lehnt sie sie trotzdem ab. Mittlerweile ziemlich typisch. Am Ende, als sie Guardevoir gegenüber steht, ist es ja sehr ähnlich, nur dass sich da die Wogen schneller glätten und du einen mehr als gemeinen Cliffhanger machst. Da bleibt nun also nur noch zu hoffen, dass entweder noch weitere Pokémon darauf aufmerksam werden, dass sie ja eigentlich ein Mensch ist oder dass sie Guardevoir bald wieder begegnen kann, um mit ihr zu reden. Wer weiß, ob sich unter den Pokémon nicht die ein oder andere Geschichte verbreitet hat, was das anbelangt.


    Oh, und ich hoffe darauf, dass Nachtara irgendwann wieder einmal vorkommt. Ich mochte seine Ausdrucksweise und er hat sich sehr beliebt gemacht, würde ich sagen.


    Wir lesen uns!