Die Auserwählte- Hassliebe

  • Die Auserwählte-
    Hassliebe


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    Du glaubst an das Gute in den Menschen?
    Denkst, dass man nur das sein kann, wozu man sich selbst ernennt?
    Was ist, wenn ich Dir sage, dass auch das Schicksal Menschen verändern kann?
    Dass bestimmte Ereignisse jemanden zu drastischen Maßnahmen greifen lassen?
    Es ist die Wahrheit. Wenn Du sie ertragen kannst.
    Nun gut, überzeuge Dich selbst, aber ich habe Dich gewarnt…


    Vorwort
    Ich begrüße euch recht herzlich bei dem zweiten Band der Reihe „Die Auserwählte“. Der erste Band „Vampirkrieg“ fand schon recht großen Anklang, deshalb bin ich mehr als zuversichtlich, dass auch die Fortsetzung gut angenommen wird. Viele meiner alten Leser bleiben mir weiterhin treu, natürlich hoffe ich aber auch auf weitere, neue Leser.
    Es heißt also: Ein neues Abenteuer, alte und neue Freunde, unerbittliche Feinde und seltsame Ereignisse nehmen ihren Lauf, doch wird sich alles zum Guten wenden? Schaut selbst nach, welchen Weg Jasmin einschlagen wird und ob Vitisco bereit ist, einen Neuanfang zu wagen.


    Jasmin ist mir in der vielen Zeit sehr ans Herz gewachsen, manchmal meine ich, dass sie schon immer bei mir war und ein fester Bestandteil meines Handelns und Fühlens ist. Sie und auch all die anderen Charaktere tragen ein Stück meiner Persönlichkeit in sich.


    Entstehung und Inspiration
    Die Entstehung war, wie bereits beim ersten Teil, schon fest verankert. Ich weiß, wie ich vorzugehen gedenke und auch, wie sich die Geschichte von Kapitel zu Kapitel langsam entfalten wird. Durch !Spunky!, meine Beta-Leserin, werde ich viele Fehler hoffentlich vermeiden können und durch die tatkräftige Unterstützung meiner Freundin Jana werde ich keine längere Schreibblockade erleiden.
    Der zweite Band war schon grob geplant, als der Erste noch umgesetzt wurde. Insofern kann ich eine genaue Inspirationsquelle nicht angeben, aber ich denke, es sind dieselben wie im ersten Band. Musik, Freunde und verschiedene Bücher- die alte Liste eben. Ich schreibe nun weitaus präziser, ausgeglichener und meine Kapitel haben ihre alte Länge behalten. Doch eingeschränkt bin ich nicht; die Ideen sind da und auch die Worte fließen schon.
    „Hassliebe“ wird jedoch, im Gegensatz zum ersten Teil, einige grausame Wendungen nehmen und deshalb warne ich vor: Mein Schreibstil hat sich verändert, ist ausgereifter und ich werde nun etwas brutaler werden. Im Gegensatz zu „Vampirkrieg“ werden viele Personen sterben, gute wie böse.


    Widmung und Danksagung
    Jana, deren Freundschaft und Zuneigung mich jeden Tag aufs Neue bestärkt. Du gibst mir Kraft, Liebe und Zuversicht wie kaum Leute zuvor. Meine Muse, Inspiration durch ein Telefonat und Beraterin in allen Lebenslagen<3. Ich habe dich lieb.
    Monja, großartigste Schwester der Welt und wunderbare Vorleserin. Niemals werde ich zögern, wenn nur du bei mir bist. Ich liebe dich über alles, Schwesterherz.
    Meinen Eltern, die mich unterstützen und mir das Gefühl geben, etwas zu leisten mit dieser Geschichte. Auch sie sind gespannt, wie Jasmin ihren Weg finden wird.
    Für alle meine Leser von „Vampirkrieg“, die mich unterstützen, so gut sie können. Viele von Euch sind wieder dabei und darüber freue ich mich. Denn ohne Eure zum Teil harte Kritik hätte ich es nie soweit geschafft.
    Abo, die das Artwork erschuf, und mich auch bei den weiteren Bänden unterstützen wird. Ich bin froh darüber, eine so wunderbare Zeichnerin gefunden zu haben und bin mehr als stolz darüber, wie treffend deine Zeichnungen die Atmosphäre aufgreifen.
    Mum…ich wünschte, du könntest diesen Teil meines Lebens miterleben. Du bist vielleicht fort, aber in mir lebst du jede Stunde, jeden Tag weiter und ich weiß, dass wir uns eines Tages wiedersehen werden. Ich hoffe, du bist glücklich, wo auch immer du sein magst.


    Was geschah im ersten Band?
    Die sechzehnjährige Elfe Jasmin wird damit konfrontiert, die Erwählte einer gesamten Welt zu sein und zieht aus, um den Krieg zwischen Vampiren und Elfen zu beenden. Sie schart sieben Gefährten um sich, darunter Prinz Vitisco, in den sie sich auf ihrer gefährlichen Reise durch Alisma verliebt.
    Nach einem kaltblütigen Hinterhalt im Wald weist Vitisco sie ab und schickt sie alleine zurück in die moderne Welt, wo Jasmin völlig verzweifelt und auf sich allein gestellt auf Nachricht aus der fremden Welt wartet. Doch wie lange noch?


    Für genauere Informationen empfiehlt es sich, „Vampirkrieg“ zu lesen. Unbedingt nötig ist es aber dennoch nicht, da alles erklärt wird.


    Inhalt(Kurzer Klappentext)
    Zwei Jahre sind vergangen, seit Vitisco Jasmin allein zurückließ in ihrer Welt. Das Mädchen hat sich verändert, doch die Hoffnung auf Nachricht aus Alisma schwindet nicht. Als tatsächlich Alice und Victoria zu ihr zurückkehren, wird ihre Besorgnis größer: Schlimme Ereignisse haben Alisma heimgesucht und Jasmin muss ihre Aufgabe als Auserwählte wiederaufnehmen- und somit den Kampf gegen das Böse…
    Im zweiten Teil dreht sich der Hauptteil um die schwierige Beziehung zwischen Jasmin und Vitisco, aber auch um die Vernichtung Victors. Es wird brutaler, düsterer und dunkler zugehen als im vorherigen Band. Aber ebenso wird es Liebe, Glück und Humor geben, die alles wieder ein wenig auflockern.


    Die Welt Alisma
    Alisma ist eine Fantasy-Welt, welche parallel zu unserer Eigen existiert. Sie ähnelt unserem Mittelalter und beherbergt die fantastischen Wesen, die ihr euch vorstellen könnt. Vampire, Elfen, Zwerge und viele weitere. Sie alle leben in fünf verschiedenen Ländern und um euch die Übersicht zu erleichtern, werde ich hier einmal die einzelnen Länder samt kurzen Informationen einfügen.




    -Land des Schnees(Lisinir)
    Im Mittelpunkt dieses Landes befindet sich die Burg Darktim, in welcher der Vampirfürst Victor Roderic seinen Stützpunkt besitzt. Das gesamte Gebiet ist mit hohem Schnee überzogen und es ist bitterkalt. Eine Grenze schirmt es von den anderen Ländern ab und bisher ist, außer dem Kreis der Sieben, von dort niemand lebend zurückgekehrt.


    -Land der Wälder(Arwinor)
    Wie der Name bereits verrät, wirkt es von oben betrachtet wie ein einziger, riesiger Wald; eine kleine Ortschaft im Süden beherbergte früher Menschen, doch diese sind schon seit vielen Jahren fort. Ein Fluss, der Gajzir, führt von Norden nach Westen und im Osten des Landes erstreckt sich das Gebirge der Täler, in dessen Nähe angeblich die verborgene Stadt der Zwerge liegen soll. Doch laut vieler Gerüchte sollen dort auch weitere, bisher kaum gesehene Wesen leben.


    -Land des Mondes(Karafey)
    „Karafey“ bedeutet in der Sprache der Nymphen „von der Göttin berührtes Land“. Es ist fruchtbar, idyllisch und wirkt friedlich. Es gibt nur ein einziges Gebiet, welches bewohnt ist: Die Nymphenstadt Kalan. Der Fluss Sallam fließt dort hindurch und jeder, der ins Land der Menschen will, muss durch dieses Gebiet, da es genau zentral liegt.


    -Land des Königs(Gazul)
    Die Menschen leben dort unter der Aufsicht ihres Königs, welcher der Linie der ersten Herrscher Alismas entspringt. Das Schloss Irzar liegt im Süden des Landes und dort tagt zur Zeit des Blutmondes der Rat der Länder, welcher zu Beginn des Krieges ins Leben gerufen worden war. Der Gazulfluss fließt direkt am Schloss vorbei, doch nur ein einziger Wald, der Lichterwald im Westen, liegt direkt im Gebiet.


    -Land des Lichts(Esima)
    Das relativ friedfertige Volk der Elfen lebt dort unter den schützenden Händen ihres Fürsten. Zu Ausbruch des Krieges erschufen sie einen Schutzwall durch ihre mächtige Magie, den Fremde nur in Begleitung eines Elfen überschreiten können. Das Land gleicht einer riesigen Ebene, wo nur kniehohes Graß wächst und ab und an kleine Laubwälder. Die Hauptstadt von Esima ist Sarissla, wo auch der Elfenfürst lebt.


    Die Bewohner Alismas
    Die Wesen der Welt leben meist in ganz bestimmten Gebieten; nur wenige von ihnen ziehen umher oder lassen sich in einem ihnen fremden Gebiet nieder. Die Bewohner haben meist Feindschaften untereinander, allem voran die Elfen und die Vampire. So entstand auch vor achtzehn Jahren der grausame Krieg beider Völker, welcher doch schon längst die gesamte Welt in ihren blutigen Klauen hält.
    Die verschiedenen Bewohner unterscheiden sich nicht nur im Aussehen, sondern auch ihrer Stellung anderer Wesen und der Auserwählten gegenüber.


    -Vampire
    Vampire sind, anders als in den Überlieferungen und Geschichten der modernen Welt, nicht immer lichtscheu; viele von ihnen wagen sich in die Sonne und beziehen, soweit sie darauf vorbereitet sind, keinerlei Verbrennungen. Doch sie trinken Blut anderer Lebewesen und sichern somit ihr Überleben. Vom Äußeren gleichen sie in allen Facetten den Menschen, doch ihrer sämtliche Organe sind funktionsuntüchtig. Sie sind tot und man wird zu einen der Ihren, indem ein Vampir sein Opfer beißt.
    Ihre Meinungen zu der Auserwählten gehen auseinander, viele von ihnen stehen zu ihrem Fürsten Victor und somit sind sie seiner Meinung, dass die Auserwählte sterben muss, da sie ihnen ihren rechtmäßigen Anspruch auf Alisma verwehrt.
    Doch eine kleine Gruppe von Vampiren, welche an der Grenze von Lisinir und Karafey leben, stehen zu Jasmin und dem Kreis der Sieben und unterstützen sie: Der „Mond-Clan“.


    -Darker
    Sie schauen auf den ersten Blick wie Kobolden aus, doch gleichen sie eher Katzen und laufen auf vier Beinen. Die Färbung ihres Felles erstreckt sich über ein schmutziges Braun bis hin zu rostrot und sie dienen dem Vampirfürst Victor Roderic. Ihre Sprache klingt wie die Zischlaute einer Schlange und ist im Groben doch der ihrer Vorfahren, der Kobolde, recht ähnlich. Darker sind grausam und foltern ihre Opfer lange Zeit, bis sie sie schließlich töten. Sie ernähren sich von Aas.
    Ebenso wie die (meisten) Vampire hassen sie die Auserwählte.


    -Zwerge
    Zwerge sind recht wortkarge und grimmige Zeitgenossen, was wohl allem voran davon herrührt, dass Zwerge in den meisten Fällen sehr misstrauisch gegenüber den anderen Wesen Alismas sind. Nach den Elfen sind sie die wohl ältesten Geschöpfe Alismas und dennoch haben sie sich bisher aus dem Krieg zwischen Vampiren und Elfen herausgehalten. Das Volk der Zwerge lebt nahe des Gebirges der Täler, wurde jedoch bisher noch nie entdeckt. Nur ein Zwerg kennt den genauen Standpunkt der Stadt, doch eher sterben sie als eines ihrer bestgehüteten Geheimnisse zu verraten.
    Sie stehen der Prophezeiung und somit der Auserwählten recht gleichgültig gegenüber, da sie der Krieg bisher nicht betroffen hat. Was jedoch geschieht, wenn Victor sich auch ihrem Gebiet bemächtigen will, bleibt unschlüssig.


    -Dunkelelfen
    Über das Volk der Dunkelelfen ist nicht viel bekannt; sie leben einzeln zusammen und stammen wohl über entfernte Ecken mit den Elfen von Esima ab. Ihre magischen Kräfte sind mächtig, vielleicht sogar mächtiger als der der Elfen, doch es sind keine Begegnungen zwischen Elfen und Dunkelelfen bekannt. Wanderer, die sich bei Einbruch der Dunkelheit und zur Zeit des Vollmondes, in den Nachtwald in Arwinor gewagt haben, kamen meist völlig verwirrt zurück, starben bald darauf oder tauchten niemals wieder auf. Dunkelelfen sind hinterhältig, raffiniert und wenn es zu ihrem eigenen Vorteil ist, schlagen sich die unparteiischen Wesen durchaus auf die für sie bessere Seite.
    Wie sie zu der Prophezeiung stehen, ist unklar.



    -Nymphen
    Wunderschöne, immer weibliche und friedfertige Wesen, die sich als wohl alleiniges der Völker noch an die alten Legenden und Regeln Alismas erinnern. Sie verehren die Göttin Markei, welche als Mutter allen Lebens bekannt ist. Im Gegensatz zu Elfen und Menschen hegen sie keine Vorurteile gegenüber anderen Völkern und vermeiden Kämpfe, es sei denn, ihnen bleibt keine andere Wahl. Nymphen sind eng mit dem Element Wasser verbunden und viele von ihnen machen sich dieses Element zu Nutzen.
    Die Nymphen erkennen die Auserwählte als eine Dienerin Markeis an, deshalb sehen sie den Ausgang des Krieges bald kommen. Sie zweifeln die Prophezeiung nicht an.


    -Menschen
    Menschen wie die der modernen Welt. Sie sind kriegerisch, versuchen aber dennoch mit allen Völkern den Frieden in Alisma zu erhalten. Zwar misstrauen sie den Elfen sowie den Vampiren, doch bis vor achtzehn Jahren waren sie nicht gezwungen, einem der Völker die Hand zu reichen und dieses zu unterstützen. Das Volk der Menschen lebt eigenständig, doch seit dem Tod ihres Königs Jack beraten sie über ein direktes Einmischen in den Krieg.
    Die Menschen sehen in Jasmin ihre Erlöserin, denn seit dem Ausbruch des Krieges leiden sie und der Vampirfürst will nun Gazul zu seinem Gebiet erklären; nur die Auserwählte kann sein Vorhaben verhindern, sagt das Volk von Gazul.


    -Elfen
    Ein Volk der Schönheit und des Wissens; sie sind das älteste Volk Alismas und sehr unabhängig. Sie hassen die Vampire und fühlen sich allen anderen Völkern überlegen, da niemand so perfekt ist wie sie. Sie waren es, die die Beziehung zwischen zwei unterschiedlichen Wesen Alismas verboten hatten und diese gilt auch heute noch.
    Seit dem Tod Valars sind sie Sklaven des Vampirfürsten und ihr Land hat sich in die Hölle verwandelt.
    Nun hoffen die Elfen auf die Hilfe der Auserwählten, doch sie verlieren den Mut, da diese seit zwei Jahren als verschwunden gilt.



    Anmerkungen
    „Hassliebe“ beinhaltet einige Szenen, welche blutig oder auch zum Teil grausam sind. Es wird Blut fließen und es werden auch Personen sterben; zwar werde ich nicht bis ins Detail gehen, doch wer so etwas nicht verkraften kann oder Probleme damit hat, sollte diese Stellen überspringen.
    Auch dieses Mal werde ich keine Charaktervorstellung machen, da ich nicht gewillt bin, euch genaustens vorzuschreiben, wie die Personen sind. Jeder Leser sieht sie ein wenig anders, jeder hat eigene Vorstellungen von ihrem Handeln und Fühlen und ein Steckbrief verleitet nur allzu gerne zum „Charakter-aus-dem-Schatten-holen“, wie ich es nenne.
    Meine Kapitel sind meist recht lang und ausführlich, deshalb bitte ich euch, es mir nachzusehen, wenn ich nicht jede Woche ein Kapitel poste. Auch ich bin nur ein Mensch und somit ist es mir erlaubt, Fehler zumachen und auch ich besitze ein RL. Ich gebe mir die größte Mühe, die Kapitel schnell zu beenden, doch kann es schon etwas länger dauern.


    Copyright ©
    Dieses liegt wie beim ersten Teil und den Folgebänden komplett bei mir, da ich mir Charaktere, Welten und Storyline selbst ausgedacht habe. Ich bitte darum, nichts zu kopieren. Das Bild, welches ihr zu Anfang der Story seht, ist von einer Freundin gemacht worden und deshalb muss um Erlaubnis gebeten werden, wenn ihr es für private Zwecke nutzen wollt.


    Kapitelübersicht (Verlinkt)
    Prolog
    1. Kapitel- Zwei lange Jahre
    2. Kapitel- Scherbenmeer
    3. Kapitel- Mylady ist zurück
    4. Kapitel- Lügen
    5. Kapitel - Verdammt
    6. Kapitel - Blind vom Licht der Kerzen
    7. Kapitel - Illusionen
    8. Kapitel - Verrat aus den eignen Reihen


    Benachrichtigung(Möglich per GB und PN)
    Victoria Line(PN)
    !Spunky!(GB)
    Knight_Venus(GB)
    Akaboshi(PN)
    Alice Cartier(PN)
    Black Cat (GB)






    Prolog


    Die Sonne senkte sich herab, tauchte die blutbefleckte Erde in sanftes Licht. Doch es konnte nicht verstecken, was so grausam offen zu sehen war. Den Tod kann man nicht verschönern, schon gar nicht, wenn er für jedermann sichtbar ist.
    Jasmin kniete neben ihr im Staub, vergrub ihr Gesicht schluchzend in Vitiscos Wams und wollte nicht wahrhaben, was doch so offensichtlich war. Die Tränen waren nicht aufzuhalten, flossen unaufhaltsam ihre Wangen hinab. Doch auch Vitisco weinte, stumm zwar, aber trotzdem nicht unübersehbar, doch es war ihm vermutlich nicht wichtig. Sie alle weinten, bedauernd den schrecklichen Verlust. Der Krieg hatte ein weiteres Opfer verlangt und hatte es auch bekommen- aber warum sie? Warum nicht jemand anderen, Victor oder Leiza zum Beispiel? Warum ausgerechnet sie?
    Sie alle hörten die Soldaten in weiter Ferne nach ihnen rufen, doch keiner von den Sieben antwortete ihnen, wozu auch? Nein…nicht sieben. Sechs, sie waren nun nur noch sechs. Eine war fort- für immer.
    Jasmin hob den Kopf, blickte Vitisco an, der ihren hoffnungslosen Blick erwiderte. Er küsste sie, doch auch das konnte den quälenden Schmerz nicht lindern. Früher, ja früher hätte er es vielleicht geschafft. Doch früher war früher, Vergangenheit, nicht die Gegenwart.
    Sie machte sich von ihm los und strich ihrer Freundin zärtlich das schmutzige Haar aus der Stirn. Blutdurchtränkt war es, obwohl die Wunde nicht groß war. Vermutlich war es gar nicht ihr Blut, sondern das von anderen Toten.
    Ihre Tränen tropften auf die bleichen Wangen, hinterließen Spuren auf dem engelsgleichen Gesicht.
    „Warum? Warum du?!“ Sie schrie den Schmerz und die Verzweiflung hinaus in die kühle Abendluft und ein paar Raben flogen kreischend davon.
    Schwarze, gefiederte Totesboten.
    „Victor hätte sterben sollen, anstatt deiner! Warum hat man dich verlangt?“
    Sie hob den Kopf und blickte zornig in den Himmel; es erschien Jasmin, als mache sich die Natur lustig über ihre Lage. Eine Freundin war tot, es sollte gewittern und stürmen.
    „Du hast die Falsche zu dir geholt!“, schrie sie so laut, dass weit von ihnen entfernt überraschte Rufe erklangen, doch es interessierte sie nicht. Nichts war mehr von Bedeutung.
    „Hörst du mich, Markei? Du hast der Falschen das Leben genommen! Und du willst eine Göttin sein?!“
    Dann fiel sie auf die Knie, legte ihren Kopf auf die Brust der Toten und horchte auf den nicht vorhandenen Herzschlag, so als ob sie insgeheim hoffe, dass ihre Freundin wieder zurückkommen würde, zurück aus dem Reich des Todes; sie wieder mit ihrem Lachen begrüßen würde, welches wie ein Glockenspiel im Wind klang. Dabei war ihnen allen klar, dass dies Unmöglich war- für immer vorbei.
    Sie würden dieses besondere Lachen nie wieder hören.
    Die Siebte im Kreis war fort, und zwar für immer.


    LG, Soul

    Ab heut
    nur noch die wichtigen Dinge
    Ab heut
    nur noch die wichtigen Dinge
    Ab heut
    nur noch die wichtigen Dinge
    Ab heut
    nur noch leichtes Gepäck

    23 Mal editiert, zuletzt von Cassia () aus folgendem Grund: Neues Kapitel

  • Hey, Soul,
    ich kann es nicht fassen, dass ich die erste bin die dir schreibt, aber was solls. Fehler habe ich keinen einzigen gefunden und du hast auch nichts falsch geschrieben. Also ist dir die Einleitung und der Prolog gelungen. ;D Ich konnte mich förmlich in Jasmins Lage versetzten, als ich den Prolog gelesen habe. Jetzt frage ich mich nur, wer gestorben ist? Es gibt eigentlich keine große Auswahl, aber ich stelle jetzt keine Vermutungen an. Dass wirst du alles noch schreiben und ich bin auch schon gespannt auf den ersten Teil. Diesmal werde ich versuchen, mehr Kommis zu schreiben als beim letzten Mal. Man hört sich noch. :D

  • Hallo^^


    ja, dann versuche ich mich mal an einem Kommentar. Ich möchte erstmal nur den Startpost bewerten. Ich habe den ersten Teil nämlich nicht gelesen und versuche mich daher jetzt in deine Geschichte einzufinden. Also erstmal zum Titel. Die Auserwählte- hassliebe. Klingt ganz gut, vor allem dann, wenn man schonmal Erfahrungen zum Thema Hassliebe gemacht hat. Allerdings (und sei darüber bitte nicht traurig) war der Startpost für mich, als ich draufgeklickt habe, nicht interessant. Das blaue hat mich nicht angelockt. Ich wollte wegklicken, habe mich dann aber aufgerafft. Der Inhalt des Textes, der dort oben steht, ist zwar schön, aber optisch ist er nichts. Du hast den Startpost im Editor verfasst, oder? Ich empfehle dir den Quellcode, denn dort kannst du die Lücken in diesem ''Anlocktext'' wegmachen (mit Lücken meine ich diese freie zeile, wie sie auch nach dem ''Hallo^^'' von mir ist) und eventuell ein Bild darüber stellen. Alles freiwillig, wäre nur ein Tipp meinerseits. Und vielleicht würde ich eine andere Schriftart verwenden, als die Standart- bisaBoard-Schrift, die ich grade nehme. Georgia, Arial, Times new Roman und Comic Sans MS sind alle ganz schön. Und vielleicht eine andere farbe als blau. Das heißt natürlich nicht, dass ich möchte, dass du alles Blaue wegmachst, sondern, weil ich mitgekriegt habe, dass deine FS eine mysteriöse FS zu sein scheint, daher empfehle ich ein helles grau oder ein normales grau, vielleicht auch ein dunkles rot oder schwarz. Naja, mehr möchte ich erstmal nicht sagen, der Kommi dürfte auch so lang genug sein :D


    LG

  • Hallo meine liebe Soul x3. Da du so schnell das zweite Band rausgebracht hast ,ist es an der Zeit sofort mit meinem Kommentar zu beginnen. Ich bin richtig stolz auf dich ,dass du es schon so weit gebracht hast und wenn du es überhaupt schaffst ,dein erstes Buch zu toppen ,wäre das mehr als eine schlichte Glazleistung.Man sieht wirklich wie viel Zeit und Herz du in deine Geschichte invenstierst und dabei möchte ich dich unterstützen. Sogar das ich diesmal mit dabie bin und das von Anfang an! Dieses mal hoffe ich dir weiterheflend zu können ,anstatt immer nur dich zu Loben ,was aber bestimmt mehrmals passiern wird ,bis mir kein Wort mehr einfällt ,womit ich dir schmeicheln kann.


    Startpost~
    Oh an diesem habe ich aber wirklich etwas Kritik zu verteilen. Aber fangen wir doch einfach mal mit dem positiven an..
    Sehr schön das du die einzelnen Rubriken aufgeteilt und auch getrennt hast. Auch das du etwas über die Welt und was im ersten Band geschah ,hast du erwähnt ,was sehr gute und wichtige Information ist ,für alle deine neuen Leser.
    Was mir nciht so geffält ist ,die Farbe.Klar zu grell ist sie nicht ,doch sie geffält mir einfach nicht wirklich.Die Farbe die du in deinem letzten Band verwendet hast ,war wirklich viel schöner und hat auch mehr zu dem Thema der Story gepasst. Auch diese viel zu breiten trennzeilen sehen nicht gut aus. Fang doch lieber im Quellcode an und später kannst du es im Editor noch ausschmücken ,so mache ich es jedenfalls um diese zu breiten Trennzeilen zu vermeiden.Denn bestimmt hat jeder mit diesem Problem zu kämpfen.
    Schade auch das du diesmal keine schönen Header hast wie beim letzten Mal ,den netterweise jemand für dich erstellt hat. Wirklich bemerkenswert ,war dies. Aber zu jedem Band gibt es doch bestimmt ein anderes und etwas ähnlicheres Bild ,oder? Wenn sie aber keine Zeit findet ,kannst du auch eins aus dem Internet kopieren und den jeweiligen Küntler nennen. Schließlich um das Copyright gesetz zu schützen. Sonst hast du wirklich wunderschöne Informationen geschrieben^^.


    Prolog~
    Wie auch in deinme Prolog von deinem ersten Band ,spielt es auch in der Zukunft ab und wird warscheinlich in eins deiner letzten Kapitel seinen rechtmässigen Platz finden. Ich finde es wirklich wunderbar schmerzhaft .Damit will ich aber nicht sagen das mir Jasmin nciht Leid tut. Sie tut mir sehr wohl Leid. Doch ich finde du kannst so wunderbar Gefühle beschreiben und sie zum richtigen Zeitpunkt ,den richtigen Charakter zuordnen. Zu Anfangs war ich verwirrend ,wo sich das gerade abspielt und wieso sie mit Vitisco war ,doch ich bemerkte sofort das es in der Zukuft sein wird. Eine clevere Idee von dir ,im übrigen.
    Hach ,mir fällt wirklich nichst ein was ich dir sagen könnte..ob Lob oder vllt. Verbesserungsvorschläge. Du bist einfach eine gute Autorinn<<3. Und ja ich weiß das ich mich ständig wieder holle ,doch was soll ich sonst noch sagen?
    Die Stelle wo sie schmerzhaft schreit und die Raben wegfliegen und du sie noch als Totesboten beschreibst ,passte wirklich perfekt .Denn ich ahbe selber in Bücher und auch in Film ,gelesen und gesehen ,dass Menschen ,die den Verlust einer Person nicht ertragen und in den Himmel schreien. Aber nicht den Himmel ,sonder einen Gott oder bei dir der Fall eine Göttin.
    So wie ich denke ,ist das Alice, um die Jasmin und Vitisco trauern. Habe ich recht?



    Schlussätze~
    Wow ,als wenn du noch jetzt den Startpost verbesserst ,wirst du damit rechnen müssen viele neue Leser anzutreffen. Den der Startpost ist wie so schön gesagt ,dass Aushängeschild eine Fs ,damit viele Leser angelockt werden ,wie Bienen ,wenn sie einen süßen Geruch in die Nase kriegen x3.
    Lg Venus~

  • Liebe Soul
    So, schneller als erwartet ist es soweit
    . Natürlich werden dir deine Leser treu bleiben, da kann ich getrost für alle sprechen. ich freue mich riesig, Teil deiner Bücherreihe zu sein und finds toll von dir, dass du so ehrgeizig bist. Bleib weiterhin so stark und vorallem: Schreib weiterhin so toll!


    Startpost
    Zuerst die Arbeit, dann das Vergnügen, nicht? Mit meiner Meckerei stosse ich ja mehr auf wütende Menschen als auf Dank, dennoch werde ich immer ehrlich sein und es bleiben. Ich denke, das ist in deinem Sinn! Es gefällt mir nach wie vor nicht, wenn du Worte / Sätze unterstreichst. Es ist deine Sache, ganz klar, da mische ich mich nicht ein. Aber Feedback bedeutet Rückmeldung, und meine Meldung bleibt sich treu. Es gefällt mir nicht, ich finde es eher unansehnlich, aber nun gut, es ist dein Geschmack, und dir muss es am besten gefallen. Für Hassliebe, was ja die Überschrift ist, würde ich dir ein grösser und auffäliger gestaltetes Artwork empfehlen, frag doch mal jemand, der sowas kann. Eine Art Schriftzug (wie bei meiner FS), damit es auch wirklich ins Auge sticht. Ungeübte FS Leser sehen meist nicht sofort, was ein Titel ist und welches nicht. Sowohl der Spruch als auch die Farbe die dann folgen gefallen mir sehr bzw finde ich das blau schön. Allerdings stört mich, und das betrifft den ganzen Startpost, dass er so "auseinandergezogen" ist. Kommt das vom formatieren? Schreibst du alles hier im BB Editor oder fügst du den Text ein? Wenn du ihn einfügst, dann nur im Quellcode, sonst passiert nämlich genau das. Oder ist das am Ende sogar Absicht? Dann lass dir sanft gesagt sein, auch das wirkt eher weniger positiv. Mich verlierst du nicht, ich lese deine FS zu hundert Prozent, aber neue Leser sollten doch gleich angezogen werden, nicht? Dann versuch, den Startpost nicht gezwungen "lang" wirken zu lassen. Entschuldige die Formulierung, du verstehst sicher, wie ich das meine. So wirkt er, als wolltest du ihn imposanter wirken lassen. (was sicher nicht deine Absicht war, das weiss ich).
    Ganz furchtbar stolz bin ich aber auf dich, weil du sogar noch kurz erleuterst, was im Band zuvor geschah. Super! Hättest du das vergessen, hätte ich es kritisiert. Auch deine anderen Untertitel gefallen mir, und Fehler entdecke ich bei dir immer seltener, man muss sie bereits eifrig suchen. Allerdings hätte ich, bei deiner Beschreibung von Alismas Bewohnern mehr Text erwartet. Das ist eine sehr aufwendige Sache, es zahlt sich aber aus, glaub mir. Wie wärs mit nem tab Menu? Bei dem du dann zu jedem den du erwähnenswert findest, was Kurzes schreiben würdest? Das würde deinen Startpost gleich total aufwerten und käme noch professioneller rüber. Ansonsten, kann ich nur vermerken, dass ich ein grosser Fan von Headern bin, und es schade finde, dass du keinen hast, wenigstens am Anfang. Aber, wie auch schon erwähnt, es ist deine FS Süsse, und deshalb lass ich das Gemecker jetzt.


    Inhalt

    Oh nein, es ist also jemand von den Seelengefährten tot? Ich fürchte schon, dass ich weiss wer. (Alice, oder?)
    Beschrieben hast du diesmal tadellos, besonders Jasmins Trauer kam ganz gewaltig gut rüber, da muss ich, bei allem restlichen Gemeckere, einfach mein Lob aussprechen. Du hast das ganz wunderbar umgesetzt, ich bin begeistert. Ich bin kritisch, deshalb hättest du im Gegenzug die anderen nicht ausser Acht lassen dürfen, auch sie hätten noch mehr einbezogen werden sollen. Aber ich versteh den Wink schon - dann hätten wir gemerkt, wer tot ist. Auch die Umgebung kam etwas kurz, vielleicht hättest du an der ein oder anderen Stelle noch mehr in die Tiefe gehen dürfen, aber für den Prologist das trotzdem ganz okay. Handlung enthält er auch genug, finde ich. Aber ich frage mich nun, was in den zwei Jahren geschehen ist, wer nun Alisma so zugerichtet hat, und welche sechs noch da sind. Was aus ihnen wird, wie du diese spannende FS weiterstrikst und was du für uns bereit hältst. Gibt es einen neuen Feind? Bisher hielt ich Victor für den Bösen, aber da scheint noch viel mehr im Argen zu sein. Ich bin, nebenbei bemerkt, ein Fan deines neuen Buch Titels. Eine wunderpare Spaltung, die alles und nichts verrät, alles offen lässt und doch nicht alles erlaubt, wenn du verstehst wie ich meine. Einfach ein toller Titel!



    Fazit


    Mein Fazit fällt positiv aus, noch ist ja nicht viel da, aber bisher machst mich ganz nervös, weil ich weiterlesen will. Wenn ich deine Beta bin, heisst das, du wirst mir deine Kapitel ab jetzt vorher schicken? Da müssen wir noch reden, damit wir auch dasselbe meinen. ich für meinen Teil bin einverstanden!
    Bis bald, Süsse

  • Hey alle zusammen!
    Erstmal wünsche ich euch frohe Weihnachten und hoffe, ihr verbringt schöne Feiertage^^ Ich selbst bin ausnahmelos zufrieden, habe tolle Geschenke bekommen und erhole mich richtig. Schreiben ist momentan eher nebensächlich, da ja auch ich mal eine Pause brauch. Aber vermutlich werde ich gleich weiterschreiben, denn so ganz ohne komme ich auch nicht aus<3
    Dank Spunky ist das erste Kapitel fertig und sogar *trommelwirbel* sogar fehlerfrei(Hoffe ich wenigstens). Leider ist es nicht lang, eher so zum "Reinführen", und ich hoffe, ihr werdet Jasmin noch erkennen^^
    Kommis<3
    Sweet-pokemon : Mann, du wieder da? Erstaunlich! Danke für dein Feedback, sogar die Erste. Ja, ich habe auch lange am Startpost gesessen, leider noch nicht genug *-* Aber trotzdem danke.
    @Swordfighter of darkness: Ein Neuer, cool! Ich war mir nicht im KLaren, dass euch der Titel ja recht gut gefällt, bin sehr überrascht(vor allem, wenn man den Titel dreimal geändert hat^^) und auch dir muss ich Recht geben: Der Startpost ist nicht perfekt, und ich muss ihn auch jetzt noch verändern. Doch natürlich wird das sobald wie möglich geschehen. Ich hoffe, du kommst nochmal wieder^^
    @Knight_Venus: Da ist ja mein Fan<3 Hab dich vermisst, weißt du das? Startpost überspringe ich jetzt mal, ja? Danke für den Prolog, aber: Warum glaubt ihr alle, es sei Alice?! Was ist mit Vicky oder Dyara? Stehen die gar nicht zur Auswahl? Ich würde gerne mal wissen, warum ihr Alice im Visir habt. Vielleicht ist sie es ja auch, aber ich sag nichts^^Dein Abschlusssatz erinnert mich an "Vampirkrieg" da war auch so ein bildhafter Ausdruck xD Danke, Süße.
    @Spunky: Lynn, danke dir, Beta! Deine Kritik ist immer ernst und hilft mir unheimlich weiter; auch diesmal überlasse ich den SP(Startpost) dem Nichts und widme mich deiner restlichen Kritik! Ihr mögt den Prolog, ich bin beruhigt*puh* Ich kann nur sagen, es ist eine Menge geschehen, aber das müsst ihr selbst rausfinden^^


    Hier das erste Kapitel und somit beginnt ein neues Abenteuer!



    1. Kapitel
    Zwei lange Jahre


    „Verlorene Erinnerungen, zerbrochene Träume, unerfüllte Sehnsüchte- sie nehmen uns oft die Kraft zum Weitermachen. Doch manchmal verändern sie uns- zu Kämpfern.“


    Ein kalter Windhauch strich der zartgliedrigen Frau durch das ohnehin schon verwuschelte Haar, fuhr jaulend in ihre Kleidung und kündigte einen starken Temperatursturz an. Sie fröstelte, strich sich mit den behandschuhten Händen über die Arme und beschleunigte ihren Schritt. Es war nicht leicht, in dem knöcheltiefen Schnee einigermaßen voranzukommen, doch sie stapfte tapfer weiter. Ihr war eiskalt, sie sehnte sich nach kuscheliger Wärme und einem heißen Kakao, um sich auch von innen heraus zu wärmen.
    Der Winter dauerte dieses Jahr lange. Ungewöhnlich, war es doch voriges Jahr weitgehend warm gewesen für den Januar. Normalerweise machte Kälte der Frau nichts aus; sie zog sie sogar den heißen Sommermonaten vor, doch jetzt hatte sie langsam genug von Schnee und Eisregen, Glätte und Schneestürmen.
    Jasmin gähnte. Sie wollte nur noch in ihr warmes Bett. Morgen hatte sie wieder vor dem Verlagsgebäude zu stehen, pünktlich um acht Uhr, wie jeden Wochentag. Das Geld für Lebensmittel, Kleidung und andere wichtige Dinge verdienen, um nicht irgendwann unter der Brücke zu landen.
    Dabei wollte sie an manchen Tagen nichts außer im Bett zu bleiben, sich die Decke über den Kopf ziehen und so verharren, für Stunden oder Tage. Weinend und trauernd in der schützenden Dunkelheit sich selbst bemitleiden. Doch dafür hatte sie sich nicht durchgekämpft, mit Zähnen und Klauen ihr Herz gegen weitere Verletzungen verteidigt.
    War sich selbst treu geblieben, selbst, wenn sie das Leben verabscheute.
    Jasmin hatte sich verändert; von Außen kaum sichtbar und doch- es schien, als lägen zwischen der verletzlichen Schülerin und der stolzen Frau mehr als nur zwei Jahre, sondern Welten. Dabei waren es auf den Tag genau zwei Jahre, als sich ihr Leben rabiat verändert hatte. Noch heute waren die Erinnerung an Alisma, Victoria und Alice so greifbar, als seinen sie nie vergangen und als hätten sie nicht an Bedeutung verloren.
    Sie seufzte leise und zog sich den Kragen ihres Mantels ins Gesicht, um sich vor dem beißenden Wind zu schützen. Der Schnee knirschte unter den Schritten ihrer fellgefütterten Stiefel. Während sie so völlig in Gedanken versunken durch die stille Stadt ging, fiel ihr mit einem Mal ein, dass es nur noch eine Woche bis Weihnachten war.
    Weihnachten…sie musste hart schlucken.
    Letztes Jahr hatte sie das Fest allein verbracht, da sie den Gedanken mit ihren Eltern zu feiern nicht ertragen konnte und sonst keinerlei Leute kannte, mit denen sie hätte feiern können. Und selbst wenn es welche gegeben hätte, sie wäre trotzdem lieber alleine gewesen.
    Vielleicht ging es all den Leuten so, die ihr Leben noch einmal neu hatten anfangen müssen, weil sie es verlernt hatten zu leben.
    Damals, vor den besagten zwei Jahren, hatte Jasmin erfahren, dass sie in Wirklichkeit eine Elfe war und aus der Welt Alisma kam, eine Parallelewelt zu der modernen Wirklichkeit. Als hilfloses Baby hatte man sie fortgebracht, da sie die Auserwählte war, diejenige, die als Einzige den Krieg zwischen Vampiren und Elfen beenden konnte. Ihre Freundinnen Alice und Victoria hatten sich als jahrhundertealte Vampire herausgestellt und mit Hilfe von ihnen und dem Prinzen Vitisco hatte sie sich aufgemacht, um ihre vorherbestimmte Aufgabe zu erfüllen.
    Doch nach einem hinterhältigen Überfall des Vampirfürsten Victor Roderic hatte Vitisco sie zurückgeschickt, zurück in ihre eigene Welt und es hatte dem Mädchen das Herz gebrochen. Denn dieses hatte sie dem Prinzen geschenkt, doch er hatte sie zurückgewiesen.
    „Wie lange Wunden doch brauchen, um zu vernarben…“, wisperte sie in die fallenden Schneeflocken und wieder verspürte sie das vertraute Zusammenziehen ihres Herzens. Selbst jetzt schmerzte die Erinnerung an die vergangenen Tage, obwohl sie doch keineswegs nur von Glück gesäumt gewesen waren.
    Doch Alisma war ihre Heimat, der Ort, wo plötzlich alles einen Sinn ergeben hatte und wo sie ihre erste große Liebe gefunden und doch wieder verloren hatte.
    Jasmin hatte die ersten Monate nur schemenhaft in Erinnerung; alles erschien ihr wie in dichten Nebel gehüllt. Nur die Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit war ihr ins Gedächtnis gebrannt wie ein Tattoo auf die Haut. Sie hatte ihre Lebenslust verloren, sie hatte knapp ein Jahr gebraucht, sie erneut zu entfachen und selbst heute noch gab es Tage, an welchen sie glaubte, niemals mehr glücklich zu sein.
    Ihre Freunde fehlten ihr wie am ersten Tag. Alice und Victoria, die doch eigentlich ihr ganzes bisheriges Leben an Jasmins Seite verbracht hatten, waren fort und es fiel der jungen Frau schwer, sich an die Stille und Einsamkeit, welche sie hinterlassen hatten, zu gewöhnen.
    Doch noch schwieriger war es, Vitisco aus ihrem Gedächtnis zu streichen. Sie hatte ihn zu weit vorgelassen, hatte es zugelassen, dass er sich in ihr Herz schlich und sie, naiv wie sie war, hatte sich in ihn verliebt. Und dann hatte er sie abgewiesen, obwohl er sie angeblich ja liebte!
    Heute wusste sie, dass er gelogen hatte. Es machte den Schmerz erträglicher.
    Das Klingeln ihres Handys riss sie aus ihren Gedanken. Hastig, bevor der Anrufer auflegte, zog sie es aus der Hosentasche und nahm das Gespräch an.
    „Hallo?“
    „Hallo, Schätzchen.“ Die Stimme ihrer Mutter klang aufgesetzt fröhlich und bevor Jasmin etwas sagen konnte, redete sie schon weiter. Als hätte sie Angst, dass ihre Tochter sie erneut wegdrücken würde, wie sie es bei jeder günstigen Gelegenheit getan hatte.
    „Ich wollte dich fragen, ob du nicht Lust hättest, die Feiertage mit uns zu verbringen. Im heimischen Schoß der Familie eben.“
    Sie lachte, während Jasmin eine Hand zur Faust ballte und ihren aufkommenden Zorn unterdrückte. Am liebsten hätte sie aufgelegt, nur um ihrer Mutter einen Schock zu versetzen. Doch sie beherrschte sich, wenn auch durchaus widerwillig.
    „Nein, will ich nicht. Du weißt, dieses Gespräch haben wir jedes Jahr aufs Neue und meine Antwort bleibt immer dieselbe.“, erwiderte sie kühl und am anderen Ende herrschte betretenes Schweigen. Es dauerte ein paar Sekunden, bis sich die Stimme wieder meldete.
    „Aber…du kannst doch nicht ewig…trauern. Es wird Zeit, dass du wieder zurück in dein altes Leben findest, Liebling.“
    „Ich trauere nicht und werde ich auch nie!“, zischte sie zornig, denn ihre Mutter hatte nun einen wunden Punkt getroffen. Sie konnte beinah spüren, wie Mrs. Blake am anderen Ende betreten zusammenzuckte angesichts ihrer Härte. Sie atmete tief ein, bevor sie erneut die Stimme erhob.
    „Bitte, ich wiederhole es zum gefühlt zehnten Mal: Mein altes Leben existiert nicht mehr; es ist Geschichte! Ich bin nun ein neuer Mensch, habe ein neues Leben und du müsstest eigentlich froh sein, dass ich einen Neuanfang gewagt habe.“
    „Natürlich Schatz, aber-“
    „Kein Aber, Lilly!“ Sie nannte ihre Mutter seit ihrer Rückkehr nur noch beim Vornamen; sie kam ihr vor wie eine Fremde.
    „Mir geht es gut, dass versichere ich dir. Aber ich muss auf eigenen Beinen stehen, meine Kraft zurückgewinnen und weitermachen wie bisher.“
    „Du hast nicht mit der Vergangenheit abgeschlossen.“
    Es war eine Feststellung, keine Frage.
    Jasmin verfluchte sich selbst für ihre leicht zitternde Stimme. Mittlerweile merkte sie gar nicht mehr, wohin sie lief und stieß mit einem jungen Mann zusammen, der plötzlich mitten auf dem Bürgersteig aufgetaucht war. Aber vermutlich hatte sie ihn in all ihrer Wut gar nicht bemerkt; ebenso gut hätte auch eine Bombe direkt vor ihren Füßen hochgehen können. Sie murmelte eine Entschuldigung und ging rasch weiter; der Wind wurde stärker ebenso der Schneefall.
    „Lilly!“, unternahm sie einen weiteren Versuch, die Besorgnis ihrer Mutter im Wind zu zerstreuen. „Ich lebe nun in der Gegenwart, nicht in der Vergangenheit und ich bin glücklich. Es geht wieder bergauf; ich finde mich wieder im Leben zurecht!“
    Wie gut du doch lügen kannst, flüsterte die gemeine Stimme in ihrem Kopf, doch Jasmin drängte sie ruppig beiseite.
    „Was ist mit den Albträumen?“, hakte Lilly nach.
    „So gut wie vorbei“, flunkerte die Frau, doch Mütter besaßen vermutlichen einen sechsten Sinn im Bezug auf ihre Kinder.
    „Sicher?“
    „Naja, beinah.“, räumte sie zerknirscht ein. „Aber sie sind nicht mehr so schlimm und kommen auch weniger häufig vor.“
    „Nun gut…“ Mrs. Black klang beruhigt und Jasmin jubelte innerlich schon auf, doch dann kam genau die Frage, die sie am meisten befürchtete.
    „Hast du etwas von Vitisco gehört?“
    Ihr Magen zog sich krampfhaft zusammen. Natürlich wusste ihre Mutter über ihr Abenteuer in Alisma Bescheid und somit auch über Vitisco, Prinz von Gazul. Und so schnell konnte man ihr nichts vormachen.
    „Nein…hab ich nicht.“, flüstere sie und dann meinte sie schnell: „Ich bin jetzt vor dem Supermarkt, muss noch einkaufen. Ich ruf dich morgen nochmal an, ja? Tschüss!“
    Damit legte sie erleichtert auf und schaltete auch direkt das Handy aus, um ihrer Mutter nicht die Chance für einen weiteren Anruf zu geben. Dann begab sie sich an die zu erledigenden Einkäufe, um nicht an das Unvermeidliche denken zu müssen.


    Es war stockdunkel und zehn Uhr vorbei, als sie wieder auf dem Heimweg war, beladen mit einer knallroten Einkaufstüte. Das Schneien hatte für unbestimmte Zeit aufgehört und sie beeilte sich, um nicht in den nächsten Schneefall zukommen. Es war immer noch kalt, ihr Atem trieb in kleinen Wolken vor ihr her und sie fror erbärmlich trotz ihrer warmen Kleidung. Sie wollte nur noch eins und zwar in ihre beheizte Wohnung.
    Als sie schon ihre beleuchtete Haustür erkennen konnte und einen Schritt zulegte, blieb sie plötzlich wie angefroren auf dem Gehweg stehen.
    Ein junger Mann, gekleidet mit dunklen Jeans, braunen Stiefeln und einem schwarzen Mantel mit aufgesetzter Kapuze stand im Hauseingang und blickte sich scheinbar suchend um; genau konnte sie sein Gesicht nicht erkennen, da die Kapuze Schatten auf seine Haut warf.
    Sie starrte ihn an und für einen aberwitzigen Moment jubilierte ihr Herz, weil es glaubte die Person sei die sehnsüchtig Erwartete.
    Vitisco!
    Doch dann, als sie näher trat, fiel ihr ein, dass Vitisco ohne die Kette niemals hätte zurückkommen können. Die Nymphenkette fühlte sich kühl auf ihrer Haut an, doch sie steckte unter ihrem Pullover und war somit nicht sichtbar.
    Der Mann hob den Kopf, doch die Schatten wichen nicht. Jasmin schluckte und straffte dann entschlossen die Schultern.
    „Guten Tag“, grüßte sie den Fremden höflich, doch er antwortete ihr nicht. Er starrte sie einfach weiterhin unverwandt an, zumindest glaubte sie dies; genaues konnte sie nicht sagen.
    Sie taste sich behutsam vor, denn sie war neugierig, wer der Mann war und was er hier wollte, zu nachtschlafender Zeit.
    „Wohnen Sie hier in der Gegend?“, fragte sie und wusste doch schon, dass dem nicht so war. In dieser Siedlung wohnte gerade mal eine Handvoll Leute und diese kannten sich untereinander. Der Mann schüttelte, wie zu erwarten, den Kopf.
    „Suchen oder warten Sie auf jemanden?“, tastete sie sich weiter und diesmal, nach einem kurzen Zögern, nickte der junge Mann bedächtig. Jasmin lächelte angesichts dieses Fortschrittes und betrieb weiter ihr Verhör.
    „Kann ich Ihnen behilflich sein? Ich kenne die Leute hier und könnte Ihnen vermutlich sagen, wo die betreffende Person wohnt“, bot sie ihm freundlich an, doch diesmal schüttelte er energisch den Kopf und hob sogar in einer abwehrenden Geste die Hände. Jasmin runzelte die Stirn.
    „Ok…“, meinte sie langsam, doch bevor sie noch weiterfragen konnte, war der Mann aus dem Lichtschein der Haustürbeleuchtung getreten und ging die Straße hinunter. Er wandte sich kein einziges Mal zu ihr um.
    „Hey!“, rief sie ihm verblüfft nach. „Warten Sie doch einen Augenblick!“
    Doch der Fremde würdigte sie keines Blickes und war auch bald darauf in dem einsetzenden Schneefall verschwunden. Als sei er jediglich ein Produkt ihrer Fantasie.
    Kopfschüttelnd stand sie noch eine ganze Weile in der kalten Nacht und schaute in die Richtung, in welche der Fremde verschwunden war, bis sie schließlich mit den Schultern zuckte und ihre Haustür aufschloss. Sie trat ein und schloss sie leise hinter sich, in Gedanken immer noch bei der merkwürdigen Begegnung.


    LG, Soul

    Ab heut
    nur noch die wichtigen Dinge
    Ab heut
    nur noch die wichtigen Dinge
    Ab heut
    nur noch die wichtigen Dinge
    Ab heut
    nur noch leichtes Gepäck

    2 Mal editiert, zuletzt von Soul&Crystal ()

  • Hallo, Soul,
    das war mal wieder ein gutes Kapitel von dir und ich hoffe, alle stimmen mir dazu.
    Kommen wir zu deinen Fehlern: ich habe nur einen gefunden.

    Zitat

    Der Schnee knirschte unter den Schritten ihrer fellgefütterten Stiefel.


    Das Wort wird groß geschrieben, aber wahrscheinlich war es bloß ein Flüchtigkeitsfehler. Sonst habe ich keine weitere Fehler gefunden.


    Am besten hat mir die Stelle gefallen, wo Jasmin mit ihrer "Mutter" redet und diese versucht, sie wieder zu überreden sie zu besuchen. :love: Wo wohnt Jasmin jetzt? Noch in derselben Stadt wie im ersten Teil oder in einer neuen? Vielleicht könntest du uns ein Bild von Jasmin zeigen? Damit wir wissen, wie sie aussieht. Das wäre doch super. Muss aber auch nicht sein, nur wenn du ein Bild hast, wie Jasmin ungefähr aussieht. :pika:

  • Erstmal @ Sweet Pokémon: Der Fehler den du gefunden hast ist keiner...Stiefel ist das Nomen, fellgefüttert wird klein geschrieben. Fell an sich wäre gross, aber so wie es da steht ist es richtig, also Souls Version. Und bitte, gestalte deine Kommis in Zukunft noch ausführlicher, das grenzt wirklich an Spam! Du kannst noch mehr zum Inhalt sagen und zum Schreibstil. Du kannst Soul mehr helfen wenn du ihr Tipps gibst, wie sie mehr beschreiben kann, welchen Teil du dir noch nicht so gut bildlich vorstellen konntest usw. Und wenn du Fehler findest bei denen du offensichtlich selbst nicht sicher bist, sieh in einem Duden oder im Internet nach.



    So, kommen wir zu dir, liebe Soul. Ich hoffe ja, dass du in mir nun nicht nur deine Beta siehst, sondern auch der Fan, der ich bin. Auch hoffe ich, dass ich meinen Job gut mache, und bitte bloss nicht denken, dass nun alles perfekt ist. Meine Version ist ein Vorschlag und keine Garantie auf ein Perfektes Kapitel. *hust*Du schreibst unglaublich schnell, habe ich das schnmal erwähnt? Wow. Ich freue mich, weil ich das nächste Kapitel ja sicher bald schon wieder "vorlesen" darf.


    Inhalt
    Eine veränderte, junge Frau, die ihr einsames Leben nun versucht zu meistern, eine Mutter, die nicht genügend Mitgefühl aufbringt und deren Beziehung zur Tochter zu kippen droht und ein Fremder, der im Abendlicht auftaucht und unheimliche Spannung verbreitet. Dein Kapitel behinalet diesmal viel Spannung, viele Fragen, die ungeklärt sind und ich finde, dir ist Jasmins enorme Veränderung sehr deutlich gelungen. Sie ist sehr erwachsen, ernst, selbstbestimmt und etwas in sich gekehrt geworden. Das hat mir gefallen, denn das wolltest du sicher auch erreichen. Ihre Mutter bzw das Gespräch zwischen ihnen hätte noch mehr Inhalt und ehr Tiefe haben dürfen. Auch hätte es mir gefallen zu erfahren, wie Jasmins Mutter damals reagiert hatte, als sie erfuhr, was ihrer Tochter passiert ist. Aber vielleicht kommt das ja alles noch.Wer dieser Fremde wohl ist? ich dachte erst auch, dass es Vitisco ist. Und wegen der Toten im letzten Teil: Ich dachte zuerst einfach an Alice, keine Ahnung warum, aber ihr Name fiel mir als erstes auf. Vielleicht liegen wir ja auch alle falsch, du wirst es uns bald mitteilen. Aber ich weiss jetzt schon, dass du viel Zeit wirst invesieren müssen, denn egal wer es ist, es wird viel "Text" brauchen um überhaupt rüber zu bringen, wie schmerzvoll so etwas ist. Schliesslich ist ein Freund gestorben und ich bin sicher, sie würden um jeden trauern, der so gehen muss.


    Stil und Grammatik

    Dein Stil hat sich, seit ich deine Fanstory lese, sehr gesteigert. Zwar gibt es noch immer Dinge, die man ausbessern kann, aber ich glaube, man lernt sowieso nie ganz aus! Du beschreibst die Umgebung und die Gefühle deiner Charas eindringlicher als früher und gehst mehr auf Details ein. Leider kommt es vor, dass du eine Person mit ins Geschehen einbeziehst, und sie nicht richtig einführst. Jasmins Mutter zum Beispiel, natürlich kennen deine Leser sie bereits, aber vielleicht hättest du noch einmal das ein oder andere Detail über ihr Aussehen erwähnen können, und das Gespräch vielelicht noch einen Tick länger gestalten dürfen. Warum? Das gibt auch ihrem Charakter mehr Tiefe, denn auch wenn sie nur im Hintergrund spielt, ist es wichtig, alle Personen mit dem selben Licht zu vestrahlen. Wie in einem Theaterstück zum Beispiel. Auch der Fremde am Schluss; ich bin sicher, er wird noch eine Rolle spielen und auch wenn er noch mysteriös bleiben soll, muss sein erster Auftritt dennoch eindrücklich sein. Dafür war er etwas zu kurz, aber bereits gut. Du schreibst flüssiger als auch schon und hattest diesmal praktisch keine Fehler! Leider, zu meinem Pech, entdecke ich auch fast keine stilistischen Fehler mehr und du benutzt auch fast nicht mehr umgangssprachliche Wörter. Entweder hat dir die viele Kritik und die Tipps was gebracht, oder du bist einfach sonst so gut geworden. Wie gesagt, das einzige und auch schwierigste am Schreiben, was ich dir noch mit auf den Weg geben kann: Es ist ein schwieriger Balanceakt wann eine Beschreibung wichtig ist und wann nicht. Die Umgebung ist wichtig, genauso aber die Gefühle und so weiter. In diesem Kapitel ist dir dieses Unterfangen aber gelungen, mal sehen, ob du es auch weiterhin gut umsetzen kannst.


    Fehler

    Wie gesagt: Ich habe keinen mehr gefunden, und wenn ich ihn übersehen habe, war's kein schwerwiegender. Du hast dich wirklich gebessert, und es ärgert mich, dass ich dir diesmal keine grossartigen Tipps und auch keine wirkliche Kritik geben kann. Ich habe nichts wirkliches an deinem kapitel auszusetzen, das war wirklich saubere Arbeit. Bau nächstes Mal doch einen Fehler für mich ein, dait ich Arbeit habe, ja? *hust* Nein, Scherz, mach weiter so und bleib so gut!


    Bis bald, Soul - Senpai <3

  • Soul<<3 Enschuldige vielmals ,dass ich nciht viel früher einen Kommi oder besser sofort einen geschrieben habe.Ich hatte viel zu tun ,doch jetzt ahbe ich zum Glück Zeit gefunden.
    Um ehrlich zu sein ,hatte ich am anfang auch gedacht es sei Vicky ,wegen das mit Leiza ,da sie selber zur "bösen" Seite angehört. Doch Alice trifft es eher zu ,da sie für Jasmin wie eine Mutter ist ,sie am anfang aufgezogen hat und zugleich eine gute Freundin<3.Hach mir wid wieder warm ums Herz ,wenn ich daran denke ,was sie alles für Jasmin getan hat. Doch auch Vicky ,die Jasmin verschohnt hat ,hat ihrer Freundschaft ,sicherlich zu ihr auch nicht vergessen. Hach wenn ich zurückdenke ,was alles pasiert ist..alles hat sich fest in mein Gehirn "festgesetz" und das muss doch schon was heißen ,bei meinem errinerungsvermögen xD. Das mit dem Startpost ist okay ,dass du es später machen willst ,du hast ihn ja schonmal verbessert und jetzt sieht er ja besser aus^^. Du hast warscheinlich zurzeit ,nicht viel Zeit ,aber ich bin geduuldig und warte einfach. Jetzt fällt mir auf ,dass ich wieder zu lange rede Oo''.


    Zwei lange Jahre~
    Der Titel ist zwar etwas "durchschauber" ,doch ein recht guter ,und er verrät zwar schon einiges ,doch nicht zu viel.*Schnief* Das war so traurig..Die Gefühle hast du wieder einma perfekt beschrieben auch den Ort und passt .Ich selbst habe mich noch errinert , dass sie vor zwei jahren 16 war und jetzt 18 sein musste. Was wohl alles mir ihr passiert ist..Ihr Leben schein hart und trostlos zu sein ,kein Lichtblick ,kein Retter ...Ich selber habe mich gefühlt ,als sei ich Jasmin selbst ,wie sie sich um ihr Leben bemitleidete und wie abgehärtet sie geworden ist. Warschenlich würde ich auch so werden ,nach so einem schrecklichen Erlebnis in ihrer Vergangenheit. Wie sie ihrer Mutter gegenüber ist ,passte auch zusammen ,obwohl ich selber etwas geschockt über ihr jetztiges Verhalten war und bin. Mir scheint es so ,als ob sie ihrer innere Elfe vergessen hat und sich nur durch ihr menschliches verbissenes Leben durchbeißt.
    Sie hat wohl ihre Hoffnung aufgegeben..Besonders ihrer innere Stimme ,die sie darauf hinweist ,dass sie nciht Lügen soll..wunderbar. Ach am liebsten würde ich jetzt jasmin umarmen und sagen ,dass sie nciht so denken soll ;_;.
    Der Fremde ,denn sie begegnet ist ,denke ich ,dass es Vitisco war oder jemand anders ; Alice. Victoria?. Auf jeden Fall fand ich diese Idee nicht schlecht ,sondern wirklich gut. Auch wenn ich etwas mehr beschreibung gehofft habe ,z.B das Gesicht und die Kleidung .
    Was mir aufgefallen ist ,dass du den Nachnamen von Lilly bzw. die Mutter von Jasmin ,verändert hast : Mrs. Blake ,Mrs Black. Darüber war ich verwirrt und wenn ich nich gewusst hätte ,dass die mit ihrer Mutter spricht. hätte ich auch denken können es sei jemand anderes.



    Schlussätze~
    Och nö ein viel zu kurzer Kommi Q_Q''. Bitte nicht böse sein ,ich kann dir kaum noch lobe sagen ,doch ich will dir immer einen Kommi schreiben! Ich liebe deine Geschichte ,deine Kapitel ,deine Sätze ,deine Wörter...Wenn ich dein Buch iwan sehe ,ich werde es sofort kaufen . Sofort!!! Und ich beendte es jetzt wohl besser ,weil ich sonst wieder durchdrehe.....
    Lg Venus

  • I`m back in town!(OK, das war irgendwie Standardspruch...O o)
    Bevor ich hier irgendeinen Kram labere, gehe ich auf Kommis ein. Ist übrigens ungewöhnlich, dass man direkt so drei Kommis bekommt, wo man zu Anfang der "Karriere" nicht mal einen bekam. Muss mich daran gewöhnen, aber es fällt mir nicht schwer<3 Eure Kommis helfen mir richtig beim Schreiben, ihr inspiriert mich! Tja, jetzt seid ihr alle Musen<3


    Sweet-pokemon : Ähm, danke! Aber Lynn hat Recht- dein "Fehler" ist keiner! Da sie es schon erklärt hat, muss ich es ja nicht nochmal durchkauen^^ Ansonsten kann ich dir leider kein Bild von Jasmin zeigen; sie ist eine Person, die mir recht ähnlich ist, aber im Aussehen gleicht sie mir nun doch nicht<3 Von allen anderen Personen könnte ich Bilder zeigen, weil es da "lebendige Vorlagen" gibt xD Und ja, Jasmin lebt noch in derselben Stadt.


    Lynn : Ein Fan? OK, ich fühle mich geschmeichelt<3 Du machst deine Sache toll, ich bin nur sprachlos. Manche Fehler sind mir gar nicht aufgefallen, also...*grins* Ich bin wirklich froh, dass mir Jasmins radikale Veränderung so gut gelungen ist und auch deutlich wurde. Denn sie ist nicht mehr wie früher, dass werdet ihr jetzt in fast allen Kapiteln bemerken. Genauso wie wir alle uns verändern, geschieht dies auch mit Romanfiguren. Nicht immer zum Positiven.
    Wegen dem Prolog: Es wird mir nicht schwerfallen, da ich Erfahrung mit soetwas habe und mich so gut reinfinden kann. Ansonsten danke für dein langes Kommi, Lynn<3


    @Knight_Venus: Du wieder da! Tja, du hast den Startpost gesehen und mich ja auch beraten bei den Farben xD Muss dir ja gefallen. Die Beschreibung ist extra ausgefallen, weil ihr sonst vielleicht geahnt hättet, um wen es sich handelte. Das wollte ich vermeiden^^ Ansonsten sage ich nicht mehr viel, weil man bei dir nie viel sagen kann, Süße<3


    Ich komme nun zum zweiten Kapitel, dass euch vermutlich etwas verwirren wird. Es war unglaublich schwer, es zu schreiben (vielleicht, weil Jasmin ein wenig gestreikt hat) und auch der Inhalt wird Fragen aufwerfen. Ich verspreche euch, so schnell als möglich das dritte Kapitel reinzustellen.




    2. Kapitel


    Scherbenmeer


    Hat nicht jeder Person schon einmal einen Menschen verloren, welcher ein Teil von ihm war? Weiß nicht ein jeder von uns, was es heißt, nur noch Erinnerungen zu besitzen?“


    Jasmin rannte durch die hell erleuchtete Nacht, rannte in voller Hast vor der Wahrheit und dem damit verbundenen Grauen davon. Ihre schwarzen Haare wehten hinter ihrer schlanken Gestalt, die nur schemenhaft erkennbar war. Ihr Atem ging stoßweise, doch obwohl sie nur stehen bleiben wollte, lief sie eilig weiter und verharrte nicht; selbst, als sie kurz strauchelte, hielt sie ihr Gleichgewicht und behielt das Tempo bei.
    Schwarze Angst keimte in ihr auf, als sie die Schreie der Soldaten und das Klirren der aufeinander treffenden Schwerter hörte.
    Sie verausgabte sich noch einmal bis zum Schluss, doch die reglos am Boden liegende Gestalt ließ sie innehalten. Sie ging näher, vorsichtig und mit klopfenden Herzen, doch für jeden Schritt, den sie nach vorne trat, entfernte sich die stille Erscheinung ebenfalls mehrere Schritte von dem Mädchen. Jasmin versuchte die Gestalt zuzuordnen, doch je angestrengter sie versuchte etwas zu erkennen, desto mehr verschwamm die Gestalt vor ihren bald tränenden Augen.
    Aber der Verlust sagte ihr, dass dort jemand lag, den sie liebte oder kannte.
    Und erst jetzt wurde ihr klar, dass sie eine Leiche anstarrte- ein toter Körper ohne schlagendes Herz.
    Jasmin schrie, ihr Entsetzen bahnte sich ihren Weg durch ihre Kehle und nahm hörbare Laute an.
    Und dann war dort, wo vorher die sternenübersäte Nacht gewesen war, nur noch bodenlose Schwärze, in der sie sich verlor wie noch nie.


    Nein!“
    Mit tränenüberströmtem Gesicht richtete Jasmin sich im Bett auf, mühsam nach Luft schnappend und mit eiskalten Füßen, was daher rührte, dass sie ihre Bettdecke während des Traumes fortgestrampelt hatte. Sie wimmerte, panisch tastete sie nach der Nachttischlampe auf dem Boden und erst, als das beruhigende Licht die Dunkelheit vertrieb, griff sie nach ihrer Decke und wickelte sich in den weichen Stoff. Die Knie dicht an den Oberkörper angezogen, wie ein Embryo im Körper seiner Mutter.
    Voller Angst verharrte sie in ihrem Schlafzimmer, blickte mit geweiteten Augen auf die kahlen Wände und wartete…ja, auf was? Das ein fürchterliches Ungeheuer in den Raum stürmte, sich brüllend über sie beugte und sie mit triefendem Maul anknurrte?
    Als kleines Kind hatte sie so etwas geglaubt, hatte ihre Mutter, bevor sie schlafen ging gebeten, das kleine Licht im Flur anzuschalten und sie ließ auch ihre Tür einen Spalt breit offen. Wenn das kleine Mädchen dann doch mitten in der Nacht weinend und sich fürchtend zu ihrer Mutter unter die Bettdecke gekrochen kam, hatte diese ihr zärtlich übers Haar gestrichen und ihr eine lustige Geschichte erzählt, um das ängstliche Mädchen zum Lachen zubringen. Es hatte jedes Mal funktioniert.
    Nun jedoch war aus dem kleinen Mädchen eine achtzehn-jährige Frau geworden, die sich vor der kommenden Nacht und den damit verbundenen Ungeheuern und Albträumen fürchtete, obwohl sie doch wusste, dass es keine schrecklichen Ungeheuer gab.
    Und nun gab es keine fürsorgliche Mutter mehr, bei welcher sie Schutz suchen konnte.
    Wer hat Angst vorm schwarzen Mann?
    Jasmin wusste, dass sie jetzt nicht mehr würde einschlafen können und beschloss deshalb, einfach ein paar Stunden früher aufzustehen. Als sie sich aus ihrem Bett erhob und zum Fenster sah, war die Dunkelheit ein wenig schwächer geworden und weiße, glitzernde Eiskristalle klebten an dem Glas. Sie wischte behutsam mit einem Finger über den Holzrahmen, der sich angenehm kühl unter ihrer Haut anfühlte und versuchte, die aufsteigenden Tränen runterzuschlucken.
    Die Nachwehen des Albtraumes, an welche sie sich eigentlich schon gewöhnt haben sollte. Aber „eigentlich“ ist so ein schönes Wort, das alles und nichts meinen kann.
    Die junge Frau ging in die Küche und gerade, als sie sich auf einen Küchenstuhl fallenlassen wollte, bemerkte sie das beständige und nervtötende Piepen ihres Anrufbeantworters, der dazu unentwegt blinkte. Doch Jasmin ließ das Ding links liegen und zog den Stecker, um es vom Strom zu nehmen. Das Piepen und Blinken hörte umgehend auf, da der Akku des Elektrogerätes beschädigt war und nicht mehr als eine Minute außerhalb der Steckdose hielt.
    Sie betätigte die kleine, teure Kaffeemaschine, ein Geschenk einer Arbeitskollegin und das Gerät begann mit einem leisen Gluckern seine Arbeit, um bald darauf den Geruch von starken, aromatischen Kaffee zu verströmen.
    Genau das Richtige nach schlaflosen Stunden.
    Doch als sie sich eine große Tasse eingeschüttet hatte, überschwemmte sie eine Welle der Erinnerung an die allererste Begegnung mit Vitisco; sie waren bei Alice gewesen, hatten ebenfalls Kaffee getrunken und Jasmin spürte Verzweiflung in sich aufsteigen und ihre Hände begannen zu zittern.
    Sie sank zu Boden, der Becher fiel klirrend zu Boden und tausend Scherben verteilten sich auf den terrakottafarbenen Küchenkacheln.
    Sie alle spiegelten das verletzliche Gesicht einer jungen Frau, die schon mit achtzehn Jahren alles verloren hatte, was sie sich mühsam erkämpft hatte und nun abgestürzt war von ihren Träumen. Ihr war nichts geblieben als Erinnerungen, welche sich anfühlten wie einzelne Dolchstöße.
    Das dunkelbraune Getränk ergoss sich auf den Fußboden, bildete kleine Pfützen wie an einem Regentag und tausendfach blickte Jasmin in ein Gesicht, welches ihr fremd geworden war in all den Monaten und Tagen der Einsamkeit.
    „Genauso fühle ich mich…“, wisperte sie mutlos und heiße Tränen flossen ihre Wangen hinunter, fielen lautlos auf das zerbrochene Glas und das herzzerreißende Bild verschwamm für einige Augenblicke.
    „Hilflos, leer und ohne jegliche Hoffnung auf Hilfe. Ich habe es verlernt, ich zu sein.
    Verrate mir, Vitisco!“, schrie sie plötzlich, weinend und mit erstickter Stimme.
    „Sag mir, ist es das, was du erreichen wolltest? Dass ich mich selbst verliere, während du mich sterben lässt? Es ist dir gelungen!“
    Alles war verloren- ihr Leben, ihr Herz, ihre Freude…und was wohl am Wichtigsten war: Sie selbst.
    Jasmin stand inmitten eines Scherbenmeers.


    Jasmin wusste nicht zu sagen, wie lange sie dort auf dem kühlen und mit Scherben übersäten Fußboden hockte und weinte. Stunden vielleicht oder auch nur Minuten, denn Zeit hatte in diesem Moment völliger Einsamkeit ihre Bedeutung verloren.
    Ein jeder erlebt in seinem Leben einen solchen Moment, erreicht diesen Zustand von Mutlosigkeit und manchmal ergreift er von einem Besitz, sodass man nicht mehr zwischen Realität und Halluzination unterscheiden konnte.
    Doch im Gegensatz zu den meisten Menschen konnte Jasmin sich nicht mehr befreien aus diesem Teufelskreis aus Einsamkeit und Vergangenheit. Hilflos musste sie erleben, was es bedeutete, wenn einem nichts mehr geblieben war und man nichts mehr ertragen konnte.
    Mit einem Mal lag etwas in der abgestandenen Wohnungsluft; ein leichtes Flimmern wie an besonders heißen Sommertagen. Jasmins Nackenhaare richten sich auf und eine Gänsehaut breitete sich auf ihrer Haut aus, die nicht mit Kälte zusammenhing. Irgendetwas stand bevor, etwas Seltsames und Merkwürdiges.
    Dann- ein lauter Knall, zwei schemenhafte Gestalten fielen zu Boden und landeten inmitten der Scherben und des verschütteten und Jasmin schrie entsetzt auf, während sie gleichzeitig zu dem Regal mit den Tellern und Schüsseln hinüberrobbte. Langsam, ohne eine überflüssige Bewegung ergriff sie die erstbeste Schüssel und stand vorsichtig auf, das Porzellangefäß hoch über dem Kopf erhoben.
    So stand sie da, bis sie die zwei Gestalten, welche auf ihrem Küchenfußboden hockten oder eher lagen, erkannte. Das Porzellan fiel mit einem Krachen ebenfalls auf die Fliesen und nun gab es keinen freien Quadratmeter mehr, welcher nicht mit Scherben übersät war.
    Die beiden Mädchen husteten, allem voran die Rothaarige, deren Locken wie ein Wischmopp von ihrem Kopf abstanden und mit Kaffee verschmiert waren. Ihr gesamtes Gesicht, welches zuvor wie Elfenbein geschimmert hatte, war mit kleinen Schrammen bedeckt und dickflüssiges, weißliches Blut lief aus den kleinen Wunden. Vampirblut. Sie versuchte vergeblich, das andere Mädchen von sich herunterzuschubsen, was leider nicht gelang, da sie mit ihrem gesamten Körper auf dem rothaarigen Mädchen lag.
    „Verflixt, Alice, geh sofort von mir runter!“, stöhnte sie und unternahm einen weiteren Versuch, das niederdrückende Gewicht loszuwerden. Doch Alice dachte gar nicht daran, auf Victoria zu hören: Wie gelähmt schüttelte sie einmal kurz den Kopf und stöhnte ebenfalls auf.
    Victoria reagierte daraufhin mit einem leisen und genervten Knurren und rollte sich kurz auf den Rücken, was zur Folge hatte, dass Alice zu Boden fiel und wie erschlagen liegen blieb. Victoria lag da und schloss erschöpft die Augen.
    „Du weißt nicht zufällig, wo wir gelandet sind, oder Alice?“, fragte sie, völlig am Ende mit ihrer Kraft und Alice richtete sich auf, wobei ihr Nacken bedrohlich knackte. Sie drehte den Kopf in alle Richtungen und massierte sich den schmerzenden Nacken.
    Beide schienen Jasmin noch nicht entdeckt zu haben, doch diese stand da wie zur Salzsäule erstarrt und rührte sich keinen Millimeter.
    „Was weiß ich, wo wir genau sind!“, murrte sie missmutig und ignorierte den Seitenblick von ihrer Freundin gepaart mit einem abfälligen Schnauben. „Ich hoffe nur, dass wir Jasmin bald finden, weil ich nämlich umkomme vor Hunger und-“
    Jetzt fiel ihr Blick auf die bewegungslose Person, die Alice anstarrte wie ein Kaninchen die Schlange. Auch Victoria sah Jasmin an, ihre Augen leuchteten auf, doch bevor sie etwas sagen konnte, kam ihr Alice zuvor.
    Jasmin!“, schrie sie mit schriller Stimme und warf sich auf ihre Freundin, die völlig verblüfft schien. Alice umarmte das Mädchen, Freudentränen liefen über ihre schmutzigen Wangen und sie schluchzte.
    „Oh Gott, oh Gott…ich dachte- ich glaubte, wir würden dich nie wiedersehen! Verdammt, zuerst glaubten Vicky und ich, dass du umgezogen bist oder so etwas Ähnliches. Wir hatten uns schon alle möglichen Pläne zurecht gelegt, um deinen Aufenthaltsort herauszufinden!“
    Alice plapperte weiter, bis sie auf einmal merkte, dass Jasmin verkrampft und steif in ihren Armen lag und als das Mädchen sie von sich hielt und prüfend musterte, stellte sie erschrocken fest, dass Jasmin weinte. Sie zitterte, ihre Tränen liefen unaufhaltsam und Alice sah, dass sie völlig verstört war.
    „Jasmin, bei Markei, was ist los? Geht es dir gut?“, hakte sie vorsichtig nach, doch Jasmin stieß sie mit einem Mal heftig von sich, sodass die Vampirin beinah gegen Victoria gestolpert wäre, die auch aufgestanden war. Diese fing sie auf. Beide Mädchen starrten auf ihre Freundin, die inmitten der Scherben stand. Sie blutete an der Ferse, vermutlich hatte sie sich an einer der Porzellanscherben geschnitten.
    „Warum kommt ihr erst jetzt?“, schrie Jasmin zornig und ihre Augen blitzten, doch wenn man genauer hinschaute, konnte man die Verzweiflung auf ihrem Gesicht deutlich lesen wie in einem aufgeschlagenen Buch.
    „All die Jahre- ich habe nie etwas von euch gehört oder von den anderen Gefährten! Warum nicht? Habt ihr mich vergessen und euch erst jetzt, nach zwei Jahren, wieder an die Auserwählte erinnert? Musstet ihr so lange Zeit warten, bis ihr euch melden konntet?“
    Ihre Stimme klang bitter. Jasmin wischte sich die Tränen aus dem Gesicht, während Victoria sie anstarrte. Sie brachte kein Wort heraus.
    „Soll…heißt das…er hat dir kein Wort gesagt?“, brach es schließlich aus Alice heraus. Victoria war zu verblüfft, um etwas hinzuzufügen.
    „Er?“, wiederholte Jasmin misstrauisch. „Falls ihr damit jemanden meint, der mir eine Nachricht hätte bringen sollen…nein, ich habe seit zwei Jahren nichts mehr von Alisma oder einen von euch gehört.“
    Jetzt war es Victoria, die wütend wurde und sie knurrte. Alice schüttelte fassungslos den Kopf, als könne sie die Worte nicht glauben.
    „Ich wusste es!“, brüllte Victoria und ballte die Hände zu Fäusten.
    „Es war todsicher, dass er es nicht getan hat. Schließlich gibt es ja Wichtigeres, als Jasmin die Beunruhigung zu nehmen und ihr mitzuteilen, dass es allen gut geht und wir bald kommen, um sie zurückzubringen. Manchmal- ach, was rede ich, immer kommt ihm etwas dazwischen wie jedes Mal! Aber Alice, diesmal kommt er nicht davon, dass schwöre ich! Jetzt werde ich ihm einmal den Kopf waschen, damit er endlich einmal begreift, dass er Pflichten zu erfüllen hat!“
    „Aber“, Alice war völlig vor den Kopf gestoßen. „aber warum hat er es nicht getan? Schließlich hatten wir ihn alle darum gebeten!“
    „Weil er ein dummköpfiger, machomäßiger Idiot ist, deshalb!“, brüllte das Mädchen zornentbrannt.
    „Weil er mit seiner kleinen Freundin beschäftig ist, die ihm ständig hinterher dackelt! Etwas anderes tut er doch gar nicht mehr, mal abgesehen von seinen Versuchen, Victor irgendwie Einhalt zu gebieten. Als ob der sich von ihm alleine aufhalten lässt!“
    Sie schnaubte, als sei die Tatsache, dem Vampirfürst mit Selbstsicherheit gegenüber zutreten der reine Selbstmordversuch. Alice hielt sicherheitshalber den Mund, um Victorias Wut nicht noch weiter anzustacheln und trat behutsam auf Jasmin zu, die der gesamten Unterhaltung stumm und verwirrt gelauscht hatte. Sie weinte immer noch, aber langsam versiegten die Tränen und sie ließ es sogar zu, dass ihre Freundin ihr eine Hand auf die Schulter legte.
    „Jasmin, es tut mir unendlich Leid…“, wisperte Alice und sah dem Mädchen in die Augen. Sie erkannte den Schmerz, die Hoffnungslosigkeit und den Glauben, niemals mehr ihre Heimat zu sehen; die Emotionen, die ihr beinah alle Kraftreserven genommen hatten.
    „Victoria und ich konnten dir damals nicht nach, weil das Tor zwischen den Welten versperrt war; wir haben alles versucht, jedoch vergebens. Wir wären schon viel früher hier gewesen, aber seit zwei Jahren kam niemand mehr durch das Tor und wir mussten abwarten. Dadurch konnten wir dir auch keine Nachricht schicken und…“
    Sie verstummte abrupt, als habe sie bereits zu viel erzählt, doch Jasmin sah sie an.
    „Was? Was war noch?“, fragte sie leise und Alice schüttelte zögernd den Kopf.
    „Dass kann ich dir-“, fing sie an, doch Victoria fuhr ihr grob über den Mund.
    „Erzähle es ihr ruhig!“, forderte sie das Mädchen auf. „Sie hat ein Recht darauf, es zu erfahren.“
    Alice seufzte, doch dann sagte sie leise und zögernd: “Vitisco hatte uns verboten, dir irgendwie Bescheid zugeben. Wir haben anfangs auf ihn gehört, doch als er sich weiterhin weigerte, uns seine Gründe zu nennen, haben wir beschlossen, deine Rettung selbst in die Hand zu nehmen.“
    „Und nun sind wir hier“, fügte Victoria betont fröhlich hinzu.
    Jasmin sagte nichts, blickte nur zum Fenster hinaus und fuhr mit den Fingern über das kühle und leicht beschlagene Glas. Niemand sah, wie ihre Gedanken in Aufruhr waren und das ihre Seele seltsam schmerzte. Doch die Wunden, die die Zeit des Alleinseins gerissen hatten, fühlten sich nicht mehr so quälend an wie zu Beginn.
    Draußen wurde es hell, die Sonne ging im Osten auf. Sanfte Sonnenstrahlen vertrieben die finstere Nacht und der Tag begann mit einem Hoffnungsschimmer, etwas, womit Jasmin nicht mehr gerechnet hatte. Bald würde das geschäftige Treiben auf den Straßen der Stadt wieder einsetzten und die Leute würden vielleicht die letzten Weihnachtseinkäufe tätigen, um nicht einen Tag vor dem Fest noch einmal loszumüssen. Auch Jasmin war dieses Jahr spät dran, aber wen sollte sie auch beschenken? Ihre Eltern vielleicht? Das Fest würde nichts besonderes sein, höchstens ein Zeitpunkt, an welchem ihr ihre Freunde umso mehr fehlten. Es war schwer zu glauben, dass nun alles ein Ende haben sollte.
    „Vitisco weiß also nichts hiervon?“
    „Gott bewahre, natürlich nicht!“, entgegnete Alice händeringend und mit entsetzter Stimme.
    „Er wird uns in der Luft zerreißen, sobald er davon erfährt. Vermutlich wird er uns eigenhändig aus dem Schloss jagen.“
    „Er wird uns umbringen, Alice“, verbesserte Victoria mit trockenem Ton ihre Freundin und fegte mit dem Fuß ein paar Scherben beiseite. Mit gerunzelter Stirn betrachtete sie die blitzblanke Küche, bei der gerade mal der Fußboden aussah, als hätte eine Bombe eingeschlagen. Ungewöhnlich, Jasmin war nie der ordentlichste Mensch gewesen.
    „Aber das tut nichts zur Sache. Er müsste inzwischen wissen, dass man sich nur die Zähne an uns ausbeißt, wenn man versucht, uns an die Leine zu nehmen. Deshalb kann er Theater machen soviel er will- Alice und ich nehmen dich mit zurück. Lucian, Feanon, Dyara und Morr machen sich auch schon schreckliche Sorgen um dich und Lucian hat uns angedroht, dass er uns Victor persönlich auf den Hals hetzt, wenn wir ohne dich zurückkommen.“
    „Und diese Drohung reicht aus“, grinste Alice. Sie beide sahen zu Jasmin, mit einem Mal unsicher. Alice rieb nervös ihre Hände aneinander.
    „Wenn du überhaupt noch zurück willst, versteht sich!“, setzte sie eilig an ihre Worte dran und wartete gespannt auf die Antwort.
    Jasmin stand weiterhin mit dem Gesicht zum Fenster, sie spiegelte sich in dem Glas. Ihr Tonfall klang gleichgültig, aber man hörte dennoch ein wenig von ihren Schmerzen heraus.
    „Ich müsste einige Dinge noch erledigen, aber bei genaurem Nachdenken sind sie recht unwichtig. Und es würde mich durchaus interessieren, warum Vitisco euch Verbote setzt, zumal er mich doch angeblich beschützen wollte.“
    Alice und Victoria hielten unwillkürlich die Luft an. Nie hatte Vitisco ihnen gegenüber erwähnt, was damals vor zwei Jahren auf der Lichtung geschehen war, doch es musste etwas sein, was sowohl Jasmin als auch Vitisco deutlich beeinflusst hatte. Oft hatten sie sich gefragt, was genau vorgefallen war, doch der Prinz hatte sich in tiefes Schweigen gehüllt. Überhaupt hatte auch er sich in den zwei Jahren deutlich verändert. Und der Kreis wusste nicht, ob es ihm gefiel.
    Sollte Jasmin nun etwa erzählen, mit welchen Gründen Vitisco sie zurückschickte in die moderne Welt?
    „Doch wie wollte er meine Sicherheit gewährleisten, wenn er sich doch nie von meinem Wohlergehen überzeugte? Man hätte mich umbringen können und es wäre ihm wohl nie aufgefallen.
    Aber es ist unwichtig. Ich komme mit euch, mich hält hier nichts mehr.“
    Nun drehte sie sich zu ihren Freundinnen um und sah ihnen lange Zeit stumm in die Augen, bis sie schließlich fragte: „Was verschweigt ihr mir?“
    Die Frage lag schwer im Raum, Alice stotterte bei ihrer Antwort.
    „Was…was m-einst du damit? Wir verschweigen dir nichts, glaub mir.“
    Auch Victoria zuckte mit den Schultern, doch sie sah durchaus verlegen aus. Jasmin hob eine Augenbraue.
    „Nun gut, behaltet euer kleines Geheimnis für euch.“
    Alice wechselte schnell das Thema, um weiteren Fragen vorsorglich aus dem Weg zu gehen.
    „Wir haben ein Kleid für dich mitgebracht, da das Alte bestimmt nicht mehr passt.“
    Jasmin sagte nichts, klärte Alice nicht auf, dass sie das Kleid längst weggeworfen hatte, vor ungefähr anderthalb Jahren bereits. Sie hatte den Anblick des vertrauten Stoffes nicht länger ertragen können, wie alles, was sie an Alisma erinnert hatte.
    Alice streifte sich die Tasche vom Rücken, welche Jasmin erst jetzt bemerkte und knotete die Schnüre auf, die die Tasche zusammenhielten. Sie war grasgrün, wie die Blätter an den Bäumen im Frühling und war relativ groß; es passten bestimmte zwei Schwerter hinein. Das schwarzhaarige Mädchen zog ein dunkelblaues Kleid daraus hervor, hielt es hoch und sah Jasmin mit zur Seite geneigtem Kopf an.
    „Na?“, meinte sie lächelnd.
    Das Gewand war wunderschön. Es war lang, wenn das Mädchen es trug, würde es bestimmt ihre Füße bedecken und ein Stück würde noch über den Boden schleifen; auch die Ärmel waren recht lang und mit Rosen bestickt, dessen Farbe etwas heller waren als die des Kleides. Ein schmaler, verspielt aussehender Gürtel war in Höhe der Taille befestigt und über dem Dekolleté lag ein ebenfalls mit schwarzen Rosen besticktes Tuch, welches wunderschön mit der Farbe von Jasmins Haaren harmonierte.
    Jasmin strich behutsam über den Stoff; er fühlte sich geschmeidig und unglaublich weich unter ihrer Haut an.
    „Dyara hat es für dich hergestellt.“, sagte Victoria. „Sie wollte, dass du etwas Atemberaubendes trägst, wenn du…zurück in deine Heimat kehrst.“
    Jasmin wusste, dass Victoria ihren Satz eigentlich anders hatte enden lassen wollen und ihn erst in allerletzter Sekunde abgewandelt hatte. Das Gefühl, dass ihr ihre Freundinnen etwas verheimlichten, wurde stärker und sie war sich nun sicher, dass sich nicht getäuscht hatte. Sie würde es erfahren, früher oder später.
    Sie griff nach dem Kleid, legte es sich über den Arm und ging in Richtung Badezimmer. Ohne ein weiteres Wort schloss sie Tür hinter sich und man hörte, wie der Schlüssel im Schloss herumgedreht wurde.


    Alice seufzte.
    „Gott, so schwer hatte ich mir die ganze Aktion eigentlich nicht vorgestellt.“
    Sie versuchte, nicht auf die verstreuten Scherben zu treten, was ihr nicht sonderlich gut gelang und so wurde jeder ihrer Schritte zum Wohnzimmer von einem Splittern und Knirschen begleitet. Victoria ging hinter ihr und so war ihr Weg frei, als auch sie sich erschöpft auf das weiße Sofa fallen ließ, direkt neben ihre Freundin.
    „Vermutlich wird sie auftauen, wenn sie erstmal wieder in Alisma ist.“
    „Dass glaubst auch nur du, Alice.“
    Während Victoria sprach, zupfte sie ein paar Splitter aus Glas von ihrer Kleidung, die sie sich extra für diese Mission besorgt hatten. Eigentlich hatten Dyara und Feanon sie geschaffen, da sie am Geschicktesten von allen waren und nur bei genauem Hinsehen konnte man feststellen, dass die Stoffe, aus denen die Kleidung gemacht war, nicht der der modernen Welt entsprach. Feanon und Dyara hatten ganze Arbeit geleistet.
    „Sobald sie auf Vitisco trifft, den Idioten und…seine Freundin, wird es ein Gemetzel geben oder ein Tränenmeer. Ich tippe eher auf ein Gemetzel, so wie Jasmin gerade drauf ist. Vermutlich werden einige sehr schmutzige Sätze und Wörter umherfliegen, bis Jasmin wutentbrannt davon rauschen und sich den perfekten Mord überlegen wird. Ich werde ihr Gift empfehlen.“
    Alice schnaubte, musste aber auch schmunzeln.
    „Gute Idee. Ich helfe ihr.“
    Dann besann sie sich wieder auf ihr Gespräch und wurde wieder schlagartig ernst.
    „Vielleicht hätten wir ihr es sagen sollen“, meinte sie leise und sah traurig in Richtung Badezimmertür, hinter der man Wasser rauschen hörte.
    „Es wird ihr das Herz brechen und Liebeskummer hatte sie all die Jahre lang wohl genug. Es tut mir weh, sie so zusehen und ich fühle mich schuldig.“
    „Ich weiß, Alice.“, tröstete Victoria ihre langjährige Freundin.
    „Ich fühle mich auch so elend; du weißt, wenn ich es könnte, würde ich es ihr sagen. Aber du weißt auch, wie sie reagieren würde. Sie würde sich weigern mit uns zurückzugehen und Alismas letzte Hoffnung würde damit zugrunde gehen. Wir können nicht das Wohl einer einzigen Person über das von Millionen von Lebewesen stellen, selbst, wenn es sich bei dieser Person um unsere beste Freundin handelt.“
    Victoria lächelte traurig und nahm Alice in den Arm, um sie zu beruhigen. Und vielleicht auch, um zu spüren, dass sie nicht alleine war.
    Sie hasste Vitisco für das, was er Jasmin angetan hatte und was er ihr vermutlich wieder antun würde. Victoria wünschte, sie könnte daran glauben, dass er Jasmin nicht noch einmal verletzten würde, doch sie konnte diesen Gedanken nicht zu Ende denken. Er war zu abwegig. Doch wenn Vitisco Jasmin erneut Schmerzen zufügen sollte, würde sie nicht tatenlos zusehen wie damals, als sie ebenfalls von seinen Plänen gewusst hatte. Damals hatte sie nicht glauben wollen, dass er seiner Seelengefährtin so etwas antun würde, doch diesmal wusste sie es besser.
    Oh ja, sie hasste Vitisco; mehr, als sie es vor zwei Jahren noch getan hatte.

    Ab heut
    nur noch die wichtigen Dinge
    Ab heut
    nur noch die wichtigen Dinge
    Ab heut
    nur noch die wichtigen Dinge
    Ab heut
    nur noch leichtes Gepäck

  • Wow, Soul, du bist anscheinend gerade sehr kreativ. Ich versuche, dir den Kommentar zu geben, den du verdienst (liegt an mir, nicht an dir)
    Du weisst ja, zur Zeit bin ich recht gestresst und so. Aber ich nehme mir jetzt trotzdem ne halbe Stunde Zeit, das muss einfach sein, schliesslich kannst du ja nichts für meinen Zeitmangel ^^


    Inhalt
    So, Aice und Victoria kommen also, um Jasmin, die Auserwählte zurückzuholen. Wurde auch Zeit! Aber ich kapier noch immer nicht, wer denn nun tot ist und weshalb Vitisco Jasmin was angetan haben soll. Er liebt sie doch? Was also hat er getan? Und was verschweigt er ihr?
    Ich finde, die Handlung geht eigentlich gut voran, aber du lässt viele Fragen offen. auch versinkst du sehr in Jasmins Charakter, und da solltest du zusehen, dass du dabei nicht den Handlungsstrang aus den Augen verlierst. ich weiss, Charaktere können wir Kinder werden, das kennen sicher alle die schreiben. Aber Jasmin ist nunmal nicht die einzige Hauptperson/wichtige Person und auch sollte es eher um die Handlung als um sie gehen. Ich bin aber beeindruckt, wie sehr sie sich verändert hat. Sie scheint ja nun eine ziemlich ernste und erwachsene junge Frau zu sein - ganz im Gegenteil zum Anfang! Hast auch du dich vielleicht verändert? Ich denke schon ^^ Die Figuren wachsen schliesslich mit. Aber nun interessiert mich dann doch, wie sie nun nach Alisma kommen. Ich dachte, sie können nicht zu Jasmin und sie nicht zurück? Wie also kann diese Begegnung sein? ich hoffe, dass ich diejenige bin, die etwas verpasst hat, denn sonst wäre diese Idee unlogisch.
    Alice und Victoria haben sich aber anscheinend nicht verändert.Gut, sie sind viel älter und keine Menschen, aber auch bei ihnen hätte ein Reifeprozess nicht geschadet. Aber nun gut, du fängst ja erst an, und ich meckere schon. Mal sehen, ob da nicht doch noch was kommt. Vorallem interessiert mich, was nun in Alisma geschehen ist, in der Zwischenzeit? Wie ist eigentlich die Zeit dort, läuft sie gleich wie die unserer Welt oder ist es langsamer/schneller? ISt Aliesma eine Welt wie man sie sich vorstellt, dass man nach drei Jahren heim kommt und nichts hat sich verändert? Ist anscheinend nicht so, sonst wäre ja jetzt auch in Alisma viel mehr Zeit vergangen. Spannend finde ich solche Ideen aber trotzdem und darüber faseln könnte ich lange x3
    Du hast das Kapitel gekürtzt, oder? Kommt ein teil im nächsten oder wie machst du das (oder irre ich mich 0.ô). Zum Titel hab ich noch ne Frage: Kennst du das Lied "Scherbenmeer", welches ich vergöttere, oder ist das Zufall?Ein wundervoller Titel, sehr poetisch und sagt viel aus, verrät aber nichts. Er gefällt mir, ich bin begeistert.
    Ich bin übrigens aufgesprungen vor Freude, weil du das erste Mal blau verwendet hast für den titel. So sieht es imo viel schöner aus, behalt das doch bei <3


    Kritik und Fragen

    Irgendwie bin ich verwirrt. Ich weiss nicht, gehts auch anderen so? Ist nicht eine der Gefährten gestorben, und wir alle tippten auf Alice? Entweder lagen wir falsch, oder dein neuestes Kapitel spielt in der Zeit bevor diese Person starb und wir hatten doch recht. Ach was solls, ich werds noch erfahren denk ich. Bei dir gibt es mittlerweile nicht mehr viel, das ich kritisieren kann. Deine Kapitel sind mittlerweile recht lang, ich mag das aber. Etwas stört mich manchmal noch und das sind die wenigen Zeilenumbrüche und Absätze. Zwar hast du, nach dem ich es beta gelesen habe, einige eingefügt, aber darüber müssen wir evtl noch reden. Du machst wirklich wenig Fehler, als ich damals anfing zu lesen hatte ich viel mehr Arbeit bei dir. Du hast dich gesteigert, ob nun durch Hilfe oder weil du einfach Talent hast - egal, du hast es! Was du noch beachten musst sind Kommas und selten, wie gesagt, Zeitformen und Fallfehler. Wahrscheinlich passiert dir der Zeitformen Fehler wenn du etwas erzählst was früher passierte. Ist Spekulation, aber beim Durchlesen meiner früheren (grottenschlechten) Wekre ist mir aufgefallen, dass mir das genau dann passierte. Aber wenn du willst können wir auch wenn ich dein Kapitel gelesen habe, noch darüber reden bevor es on kommt. Ausser ich hab wirklich gerade gar keine Zeit, aber wenn wir beide mal on sind, können wir gern schreiben, vielelicht hast du ja Fragen und ich Tipps. Wenn nicht, auch okay. Learning bei Doing!


    Stil
    Das Einzige was dir noch ab und zu misslingt ist das Aufbauen von Spannung. Nicht, dass du mich falsch verstehst - Spannung ist da, aber sie kommt sehr plötzlich, sie baut sich nicht auf. Augenblicklich, mitten im Text weiss man: Jetzt passiert etwas. Am besten bereitest du das langsam vor und streust schon vorher Details. Die Szene in der Nacht, als Jasmin austand, die war gut, da dachte ich erst, jemand kommt und tötet sie (JA, ich seh zuviel Krimis ich bin ja still). Sonst ist deine Art, deine Handschrift, sehr individuell geworden, sehr flüssig. Noch immer kannst du ausbauen, und deinen Stil noch eigener machen, damit man auf 10Km Entfernung sieht - das war von Soul. (Ein Buch,und zwar deines, das im Regal zum Verkauf steht zum Beispiel^^) Aber das kommt noch, so wie du dich bis jetzt gesteigert hast, habe ich da keine Zweifel, du hast viel Talent. Nutze es ruhig noch mehr!


    Ich bin gespannt, wann das nächste kommt und verzeih, wenn ich beim Korrigieren nicht so blitzschnell bin wie sonst. Hab gerade ziemlich viel zu tun, du weisst~
    bis bald <3

  • Soul, Soul!
    Endlich ist das zweite Kapi da!^^ Tja so schnell ist es wenn du Kommis bekommst. Aber ich glaube eher weniger das ich dich Inspiere oO''.Naja ich freue mich, dass du dich freust Kommikemmontare geben kannst<3.Sry das ich nciht sofort gestern damit angefangen habe, aber meine Faulheit und auch das Lernen hat seine Zeit gedauert (naja eher die faulheit...).Sweet-Pokemon scheint ja ein Fan von dir geworden zu sein^^.Bestimmt möchte sie eine Benachrichtigung Enschuldige das ich jetzt etwas für dich rede, aber du schreibst ihr ja immer Kommis<3. Apropo Kommis, das wird schon ,du musst dich halt in den Kommis einüben, bei mir war es am Anfang schlimmer^^''.Aber nun fange ich lieber mit dem Kommi an, sonst nimmst das hier den ganzen Post ein ;3.


    Scherbenmeer~
    Schöner Titel<3. Klingt zumal poetisch und ist wirklich spannedn ,macht besonders lust es zu lesen und ich habe nciht einmal die geringeste vorahung was mich erwarten könnte^^. Auch den kleinen Spruch finde ich passend und liest sich einfach wunderbar flüssig. Mir gefallen ja solche kreativen Titel^^.
    Nun zum Kern meines Kommis; nämlich den Inhalt.
    Zuerst einmal ahbe ich mich wirklich anfangs gewundert, ob dies ein Flashback ist oder sein sollte.Aber falls hättest du es sicherlich hingeschrieben. Erst später laß ich, dass es sich um einen Traum handelte. Diese Person die sie sah..Ich denke es war Alice oder Vicky, bei Vitisco bin ich mir nicht sehr sicher, zwar würde das besser passen,aber in deiner Geschichte ist alles möglich, da sie solche emotionalen Momente beinhaltet.Schnell wurde ich fündig, was den Titel betrffit, dass sie ihrer Tasse fielenließ. Ich finde diese Stelle wirklich toll, weilich mit ihr mitfühlen kann, denn man kann sich in deine Charas so richtig einleben. All ihr Leid, ihrer Freude ,ihrer Tauer, kann man wirklich nachempfinde, auch wenn du es von der allgemein-Form schreibst. Doch ich fand die Stelle ging mir einfach ..zu schnell. Du hast natürlich wie immer einen wunderbaren Schreibst usw. ,doch du bewegst dich so sher vom Fleck ,die Handlungen rasen förmlich so schnell an mir vorbei, dass sich die Stelle einfach zu kurz in meinem Kopf abspielt und wieder verschwindet. Ich hätte echt niemals erwartet ,dass Alice und Vicky so schnell zurückämmen um sie aus ihrem eledn zu befreien. Doch ich bin mir100% sicher ,dass Jasmin's wiedersehen, mit Vitisco ,nciht sehr schön enden wird. Weil er ja jetzt wohl Leiza, die im Epilog vorkam, seine Freundin ist und ihr das Herz rbechen wird. Was wohl der Grund ist, dass Vitisco es verboten hat, sie zu benachrichtigen? Ich bin wirklich gespannt wie es weitergeht.


    Schlussätze~
    Ich hatte mal wieder zu wenig Kritk, tut mir furchtbar leid. Meine einziger Rat wäre, du solltest die Szenen ersteinmal etwas ergänzen, anstat sie so schnell vorbefliegen zu lassen. Auch das Jasmin nciht genauer nach der Freundin von Vitisco gefragt hat, fand ich etwas sonderbar und auch das sie nicht mehrer fragen nacheinander gefragt hast und statdesssen es einfach gelassen hat, finde ich merkwürdig, denn ich dachte und denke jetzt immer noch, sie sei sehr stur und ehrgeizig. Aber ich finde es sehr gut ,dass du jeden deiner Charas etwas individuelles gibst, Alice ist sehr emotional und Vicky sehr ,wie soll ich das jetzt formulieren..ähm hitzköpfig?^^ Du weißt ich bewundere deinen Schreibytsl, denn du machst alles immer so lebending, doch nimm es dir zu herzen das du die szenen nciht immer so schnell wechselst, weil zum Schluss habe ich erst garnicht kapiert, dass Alice und Vicky alleine reden .Erst beim zweiten mal lesen.
    Lg Venus~

  • Huhu *wink*
    Nein, ich stelle kein neues Kapitel rein, Entwarnung<3 Aber da ich jetzt immer solch wunderbaren, ausführlichen Kommis kriege und ich denen nie mit ein paar Zeilen gerecht werden kann, werde ich nun die Kommis und Kapitel trennen, soweit es mir möglich ist. Schließlich wollt ihr ja auch Feedback haben, nee?


    Lynn
    Mensch, du bist immer die Erste, die kommentiert. Und mach dir keine Sorgen wegen Zeitmangel- sonst gib das Kommi später, ich werde deshalb nicht direkt von einer Brücke springen :achtung: Deshalb also, mach, wie du es schaffst.
    Niemand ist tot- jedenfalls im Moment noch nicht<3 Der Prolog spielt wie im ersten Band in der Zukunft und der Anfang war ein Traum, Lynn. Um dich vorzuwarnen: Meine Prologe spielen immer in der Zukunft. Und was Vitisco Jasmin angetan hat oder noch antun wird...da sage ich jetzt nichts, um euch die Spannung zu nehmen. Lass ich Fragen offen? War meine Absicht, sorry. Ihr müsst einfach versteh, dass dieser Band eigentlich einer der Wichtigsten ist. Es werden viele Dinge gewandelt, vieles wird gelüftet und es gibt Opfer(Jetzt drück ich mich seltsam aus- weißt mich in die Klapse xD).
    Nein, ich liebe Jasmin sehr, es wird mir schwerfallen, sie nach Vollendung der Bücher zurückzulassen, aber ihr versteht das sicher; bei jedem meiner Charaktere wird es hart, vor allem bei einem, ihn umzubringen...aber der Handlungsweg wird deshalb nicht vergessen. Verspreche ich euch. Aber momentan muss Jasmin verstanden werden, weil ich sonst richtig lange Kapitel hinterher schreiben muss, weil ich sonst nicht alles hinbekomme.
    ...ja. Auch ich habe mich verändert, ebenso wie Jasmin. Denn auch ich habe einen Menschen verloren, der mir am Herzen lag und bei dem ich dachte, ohne diesen Menschen schaffe ich nichts mehr. Nur deshalb kann ich mich so gut in Jasmins Lage versetzten; denn auch ich wurde ungefähr so wie mein Hauptchakra. Lynn, du weißt vermutlich, wovon ich rede. Ich kann mit Freude behaupten, dass ich mit diesem Menschen abgeschlossen habe.
    In Alisma ist eine Menge geschehen, aber nichts Gutes. Und du hast recht, die Zeit verläuft anders- jedenfalls zu Beginn. Was bei uns ein Monat ist, sind bei ihnen schon fast drei. Aber ihr werdet schon sehen...*geheimnisvoll tu*
    Ähm- du kennst Christina Stürmers Scherbenmeer?! Oh, ja, genau von diesem Lied habe ich mich inspierieren lassen<3 Ich liebe es auch (Christina Stürmer allgemein) und es passte so wundervoll! Die Titel sind übrigens bisher alle sehr schön geworden, auch die der nächsten Kapitel. Und dieses Blau fand ich auch schön, und ja, ich behalte es bei<3
    Nein, es ist so: Der Prolog spielt in der Zukunft und wird in eines der letzten Kapitel eingebaut. Ob Alice stirb oder Dyara oder Vicky- ich verrate es nicht.
    Mein Gott, ich werde ganz rot! :blush: So viel Lob von dir, eine begnadete Schreiberin (Dass ist Lynn wirklich, schaut euch nur Seelenjäger an...Schleichwerbung<3) tut mir wirklich gut. Und ich weiß, wo meine Fehler liegen und ich glaube, es ist Talent und Kritikfähigkeit! Und ich nehme deine Hilfe überaus gerne in Anspruch, bei den Beschreibungen z.B. Und die Absätze werden besser, versprochen.
    Ja, die Spannung...ich hasse es. Ich versuche mein bestes und werde deinen Tipp beherzigen, Lynn. Wegen dem Stil- ich weiß selbst, dass ich noch nicht ganz meinen eigenen gefunden habe. Man erkennt ihn, aber er muss noch besser werden. Danke für dein Lob und deine Hilfe, die ich bald nutzen werde<3


    @Knight_Venus
    Doch, du inspirierst mich! Ihr alle tut das. Wegen Sweet: Ich hab sie schon benachrichtigt, denn ich freue mich über Kommis, auch, wenn sie kurz sind^^ Mal sehen, ob sie noch was sagt...*zwinker* Und ich muss auch lernen, obwohl ich Ferien habe *maul*
    Der Titel gefällt mir auch, ich verrate dir, der nächste lautet "Zeitstillstand". Der ist aber aus keinem Lied^^
    Es war ein Traum, Süße! Wenn ich dir jetzt sage, wer die/der Tote war, ist mein bestes Geheimniss wutsch<3 Deshalb tue ich es nicht und deshalb gab es auch keine genauen Beschreibungen. Träume sind eh sehr wage, nicht?
    Ich war zu schnell...mhm...OK. Ist mir selbst gar nicht aufgefallen, weil ich viel zu schnell beim Drüberlesen bin. Aber danke, dass du es ansprichst; ich werde in Zukunft darauf achten. Es ist schwer, nicht zu schnell aber auch nicht zu langsam zu sein- man muss den Mittelweg finden.
    Oh, du ahnst es! Verdammt, ich bin doch zu weit gegangen...*muffel* Weißt du, wie lange ich daran gekaut habe, Vitiscos "Freundin" überhaupt zu erwähnen? NEIN, Knight hat mich durchschaut!
    Spaß beiseite, es stimmt...fast. Es ist ein bisschen anders und im nächsten Kapitel werdet ihr mich bestimmt verfluchen, aber nur so mag ich Geschichten. Sonst wäre es wiederrum zu langweilig<3
    Nein, deine Kritik ist gut, man merkt es. Du verteilst Kritik und Lob gerecht. Mit den Fragen war auch so eine Sache, aber vermutlich hätte das gesamte Kapitel eine andere Struktur annehmen müssen. Soll ich umschreiben? *zwinker*
    Nee, danke für dein postives und hilfreiches Feedback.


    Ich hoffe, wir schreiben uns bald wieder! Das dritte Kapitel wird etwas brauchen, weil ich überlegen muss, wie ich vorgehe. Aber ich bin am Wochende bei Vicky, und da werden wir das mal ausdiskuttieren<3
    LG, Soul

    Ab heut
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    Ab heut
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    nur noch die wichtigen Dinge
    Ab heut
    nur noch leichtes Gepäck

  • So, ohne lange Vorrede komme ich zum dritten Kapitel, welches wieder einen tollen Titel trägt. Diesmal wieder ein Lied, diesmal aber Musical, genauer "Drei Musketiere".


    3. Kapitel
    Mylady ist zurück


    „Manche Augenblicke erlauben einem nicht, nachzudenken oder abzuwägen. Man handelt instinktiv, lässt sich von seinen Gefühlen leiten und beeinflussen.“


    Die Luft hing voller beißendem Rauch, der in den Kehlen schmerzte und das Atmen erschwerte. Wie der Platz eines noch nicht weit zurückliegenden Kampfes lag die Umgebung vor dem Mädchen, leer und ohne die üblichen Geräusche, die hier noch vor zwei Jahren erklungen waren. Kein Kinderlachen, keine fröhliche Musik war zu vernehmen.
    Eine Geisterstadt, eine tote Stadt…mehr nicht.
    Ein Ort, an welchem die Zeit stillstand und nicht weiterfloss wie gewohnt.
    Victorias Schritte knirschten, unter ihren Füßen lag grober Sand und kleine Splitter, welche vermutlich von dem Gestein in der Nähe der Baracken stammten. Ihr langer dunkelroter Mantel wehte in dem leichten Wind, der hier tagaus- tagein mit der gleichen Beständigkeit wehte wie an der Küste. Er trieb den Rauch in ihre Richtung und so unterließ das Mädchen das Luftholen. Sie musste nicht atmen, um bei Bewusstsein zu bleiben- einer der wenigen Vorteile des Vampirseins.
    Sie führte Alice und Jasmin, die hinter ihrer hohen Gestalt gingen, in Richtung der Gruben. Von weitem waren nun Geräusch zu hören, doch sie klangen nicht wie die gewöhnlichen. Klirren von Waffen, herrisches Brüllen aus rauen Kehlen und immer wieder das laute Aufeinandertreffen von Metal auf Metal. Victoria wusste, um was es sich dabei handelte.
    Doch sie wandte sich nicht zu ihren Begleiterinnen um, selbst dann nicht, als ein erstickter Aufschrei in ihrem Rücken ertönte. Sie ahnte, dass Jasmin vermutlich gestrauchelt war und dennoch behielt sie ihr Tempo bei, große Schritte, mit denen sie sich ihrem Ziel näherte.
    Alice hatte sie kurzerhand hierher teleportiert, obwohl sie sich anfangs gegen Victorias Ziel gesträubt hatte. Doch schließlich hatte sie den Sinn und Zweck von diesem Umweg anerkannt und hatte seufzend genickt, als Victoria ihr den Zielort genannt hatte.
    Ihre Gabe war nützlich- jedenfalls solange, wie das Tor zwischen den Welten nicht erneut verschlossen wurde und sie niemand aufhielt.
    Jasmin hatten die Beiden nicht eingeweiht; sie wussten, das Mädchen hätte sich standhaft gegen das Ziel geweigert, erst recht, wenn Victoria ihr erzählt hätte, warum ausgerechnet Alice und sie diesen Ort ausgewählt hatten.
    Die kleine Gruppe kam an einem Platz an, der sich über eine Meile oder vielleicht auch zwei erstreckte. Überall waren Gruben ausgehoben, tief und ebenfalls sehr groß in ihrem Umfang; hohe Gestalten standen an den Rändern und sahen hinab. In ihren Händen hielten sie etwas, was entfernt an Stöcke oder Seile erinnerte, doch als der Rauch sich lichtete, sah man Schwerter, so lang wie ein Unterarm und Peitschen, dessen Enden auf dem felsigen Untergrund lagen.
    Victoria duckte sich hinter einer Gruppe von großen Felsen und bedeutete den Mädchen, es ihr gleichzutun.
    Alice kaute auf ihrer Unterlippe und spielte mit dem Saum ihrer dunkelvioletten Kapuze; Jasmin starrte mit zusammengekniffen Augen auf das Bild, welches sich ihr bot.
    „Was ist das hier, Vicky?“, fragte sie leise. „Warum sind wir hier?“
    Victoria ließ die Gestalten an den Gruben nicht aus den Augen, während sie sich ihre Kapuze tiefer ins Gesicht zog. Sie alle trugen eine, zur Sicherheit. Wenn man sie erkannte, würde ihr letztes Stündlein geschlagen haben.
    „Kommt dir die Gegend bekannt vor?“, stellte sie eine Gegenfrage, ohne auf die von Jasmin einzugehen.
    Die Elfe sah sich aufmerksam um, drehte ihren Kopf mal in die eine, mal in die entgegengesetzte Richtung und speicherte alles ab, um es später erneut aufrufen zu können.
    Diese Landschaft kam ihr vage bekannt vor, sie glich der einer Vulkaninsel. Felsiger Untergrund und eine unangenehme Kälte, dazu der schwerwiegende Rauch. Alles wirkte trostlos, wie, als gäbe es hier an diesem Ort keine Form von Leben. Hätte sie die Gestalten, die dort standen, nicht direkt vor der Nase gehabt, sie hätte auf eine unbewohnte Insel getippt.
    Sie schüttelte ungeduldig den Kopf.
    Victoria beobachtete weiterhin ihre Umgebung, konnte das Kopfschütteln also nicht sehen und Jasmin sagte schnell: „Nein.“
    „Du wirst es uns nicht glauben“, sagte Alice traurig. „aber dies hier ist Esima. Oder besser gesagt: Das, was davon übrig geblieben ist.“
    Was?“, rutschte es dem Mädchen heraus und fuhr sich mit einer Hand durch die Haare, wobei ihr fast die Kapuze heruntergerutscht wäre. Eilig griff sie nach dem Stoff und zog ihn sich wieder ins Gesicht.
    „Doch…“, meinte Alice und rückte dichter zu Victoria auf, die dies mit einem schrägen Seitenblick quittierte.
    „Es stimmt leider; als wir es zum ersten Mal sahen, konnten wir es auch nicht fassen.“
    „Das…das kann nicht sein!“, wisperte Jasmin mit belegter Stimme und blickte fassungslos auf das Bild, welches sich vor ihren Augen darbot. Alle Veränderung wich aus ihrer Miene, ihre hilflosen Gesten wie mit einer Hand über das Gesicht streichen drückten aus, dass sie mit allem gerechnet hatte.
    Nur nicht mit Trostlosigkeit.
    Alle Bäume, welches es noch vor zwei Jahren in Hülle und Fülle gegeben hatte, waren einer toten kahlen Landschaft gewichen; die wundersamen Behausungen der Elfen waren zerstört worden. Stattdessen hatte man windschiefe, baufällige Hütten auf den unebnen Untergrund gesetzt. Der Wald, in welchem das Volk der ältesten Wesen Alismas gelebt hatte, war gefällt, in Grund und Boden gestampft worden.
    Doch wo waren die Bewohner dieses Ortes? Geflohen, verschleppt, getötet?
    „Was ist mit den Elfen?“, presste Jasmin heraus.
    Victoria deutete stumm nach vorne, Jasmin blickte über den Rand des Felsens und musste hart schlucken.
    Aus einer der Gruben schleppte sich eine Gestalt. Mit müden, unsicheren Schritten stolperte sie auf die am Rand stehende Gestalt zu und fiel vor deren Füßen erschöpft auf die Knie. Ihre Stimme war kaum zu hören, war nicht mehr als ein Wispern der Bäume im Wind. Jasmin spitzte die Ohren und lauschte angestrengt und mit wachsendem Entsetzen.
    „Bitte…wir…meine Familie…zu erschöpft zum…Arbeiten…“, stammelte sie, versuchte sich wieder aufzurichten, doch die Gestalt stieß sie zu Boden.
    „Das ist eine Wache“, erklärte Alice leise.
    Die Wache lachte, es klang hämisch.
    „Euer Pech!“, entgegnete sie abfällig und trat die am Boden liegende Person mit dem Fuß, sodass diese aufschrie, als der Stiefel sie schmerzhaft in die Seite traf.
    „Ihr seid zum Arbeiten hier, nicht zum Ausruhen! Geh gefälligst zurück an deine Arbeit, du nichtsnutzige Biest!“
    Erneut trat die Wache zu, es handelte sich vermutlich um einen Mann, der tiefen Stimme nach zuurteilen und das Wesen zu seinen Füßen begann zu weinen. Es war ein bitterliches herzzerreißendes Weinen und endlich erkannte Jasmin, dass es eine junge Elfe war.
    Ihre Haare waren dunkelblond; ehemals waren sie vielleicht von einem glänzenden Goldblond gewesen, doch nun waren sie verfilzt und struppig.
    Selbst aus der Entfernung weniger Schritte sah Jasmin die Schrammen auf ihren Gliedern und die blauen Flecken in ihrem Gesicht. Das reine Elend.
    Warum ließ man es zu? Warum griffen Victoria oder Alice nicht ein, anstatt wie festgewachsen dazusitzen und bloß hinüberstarrten?
    Jasmin begriff, dass sie es nicht mitansehen konnte, wie der Kerl die junge Elfe zum Spaße halber quälte und wollte eingreifen. Sie hatte sich schon in die Hocke erhoben, als Alice sie grob am Arm packte.
    „Was tust du da?“, flüsterte sie fassungslos und zerrte die Auserwählte zurück in die sichere Deckung des Felsens. Dort packte ihre Gefährtin sie an den Schultern, drehte das widerspenstige Mädchen bei den Schultern zu sich um und hielt sie fest, als sie versuchte, sich aus Alices Griff zu winden.
    „Du kannst nicht einfach da hinstürmen!“, knurrte Alice ungewohnt wütend, was Jasmin jedoch nicht im Geringsten beeindruckte.
    Plötzlich und unerwartet von ihren Freundinnen schlug Jasmin mit der Faust in Alices Seite, die aufstöhnte und obwohl Victoria blitzschnell herumwirbelte, um Jasmin festzuhalten, konnte sie sie nicht packen. Flink und geschmeidig wie ein Aal wich sie Victoria aus, stürmte hinter dem Felsen hervor und wollte zu der am Boden liegenden Elfe.
    Aber Victoria war nicht außer Gefecht gesetzt wie Alice.
    Mit einem Satz sprang sie aus ihrer Sitzhaltung hoch, hechtete zu der Elfe und warf sie unter sich zu Boden. Jasmin wollte protestieren, doch Victoria verschloss ihr mit der freien Hand schnell den Mund.
    „Sei still!“, zischte sie wie eine zornige Wespe und obwohl sie damit gerechnet hatte, Jasmin würde widersprechen, war das Mädchen still. Erleichtert blickte die Vampirin zu der Wache.
    Diese war kaum zwanzig Schritte entfernt, doch sie drehte sich nicht um; er war immer noch mit seinem Opfer beschäftigt, welches er nun an den Haaren packte und in Richtung der Baracken schleifte. Die Elfe schrie, in ihren Augen stiegen Tränen auf und doch konnte sie sich nicht wehren.
    Gerade wollte Victoria sich entspannen, da spürte sie über sich einen leichten Luftzug und wollte schon Luft holen, um zu schreien, doch eine Hand legte sich mit einem Mal über ihre Lippen. Die Finger fühlten sich unangenehm auf ihrer Haut an.
    Panik stieg in Victoria auf. Waren sie entdeckt worden?
    War ihr beherzter Eingriff nicht schnell genug gewesen; war sie zu laut gewesen oder hatte hinter ihr noch eine weitere Wache gestanden, welche sie zuvor nicht bemerkt hatte?
    „Sei still. Ich bin`s“, wisperte jemand in ihr empfindsames Ohr und Victoria erkannte die sanfte, liebevolle Stimme wie keine andere.
    Ihre Anspannung verflog und die Finger lösten sich von ihren Lippen, obwohl sie sie dort noch geraume Zeit länger geduldet hätte. Sie spürte erst jetzt, wo sie genauer darauf achtete, die Wärme und das Blut, welches unter der Haut wie ein stetiger Strom in Bewegung war.
    Das Mädchen richtete sich vorsichtig auf, immer darauf bedacht, nicht mehr Lärm als nötig zu verursachen.
    Feanon, mit einem Lächeln auf den Lippen, hockte vor ihr und griff nach ihrer Hand. Jeder andere Lebende wäre von der ausgehenden Kälte zurückgeschreckt, doch ihn schien sie nicht zu stören.
    „Kommt“, flüsterte er und nickte zu Alice, die hinter dem Felsen saß und völlig panisch schien.
    Victoria zog Jasmin hoch auf ihre Beine und folgten dem Elfen zurück in die schützende Deckung ihres Verstecks. Alice seufzte erleichtert auf, als Jasmin sich auf den Boden neben sie setzte.
    „Ich dachte schon für einen grässlichen Moment, jetzt würde man euch entdecken! Der Wachposten muss verstopfte Ohren haben- anders ist es nicht erklärbar!“
    „Vielleicht ist es auch kein Vampir?“, gab Victoria zu bedenken, doch Feanon widersprach ihr.
    „Doch, es ist einer. Er trägt Victors Wappen auf seinem Umhang.“
    Victoria hatte es auch nicht anders vermutet, denn es wäre Leichtsinn von Victor gewesen, hätte er einen normal Sterblichen die Wachaufgabe seiner Sklaven übermittelt. Obwohl niemand mehr damit rechnete, dass die Menschen einen Angriff wagen würden. Nicht in ihrer derzeitigen Situation.
    Feanon blickte auf Jasmin, die verbissen zu den Baracken starrte, die im aufziehenden Nebel kaum zu erkennen waren. Ihm fiel auf, dass ihr Gesichtsausdruck nicht mehr dem von früher glich. Er spürte, dass sie sich verändert hatte.
    Alice lenkte ihn ab, bevor er noch weitere Vermutungen aufstellen konnte.
    „Warum bist du hier?“
    „Weil Vitisco beinahe das halbe Schloss auf die Suche nach euch geschickt hat- vor allem, als er eure Kleider in deinem Zimmer fand, Vicky. Dazu kam noch, dass er einen Zettel fand, auf dem eure genauen Vermutungen standen zu Jasmins Aufenthaltsort. Er musste jediglich eins und eins zusammen zählen.“
    Victoria fluchte.
    „Alice, ich dachte, du hast alle Beweise vernichtet?“
    „Habe ich ja auch!“, verteidigte sich das Mädchen. „Aber an den Zettel habe ich nicht gedacht. Außerdem wolltest du den doch mitnehmen, oder?“
    „Ja, aber ich glaubte, du hast ihn schon verbrannt!“
    „Hört auf damit!“, unterbrach Feanon die Freundinnen, bei denen eine heftige Diskussion bevorstand, wer den Zettel hatte offen liegengelassen.
    „Es nützt nichts, jetzt darüber zu streiten. Wir müssen so schnell wie möglich ins Schloss, weil Vitisco schon im Dreieck wegen euch springt. Dyara kann ihn zwar einige Zeit hinhalten, aber nicht mehr lange…“
    Er stand auf und Victoria tat es ihm gleich, ebenso Alice. Nur Jasmin blieb weiterhin sitzen und ließ die baufälligen Hütten nicht aus den Augen.
    „Warum tut niemand etwas?“, wisperte sie verzweifelt. Feanon fuhr ihr tröstend über die Haare, die die Kapuze freilegte.
    Er wusste nichts Besseres zu erwidern als: “Jetzt, wo du wieder da bist, wird sich alles zum Positiven wenden.“
    Victoria griff sanft, aber beherzt nach ihrer Hand und zog sie zu sich hoch.
    „Warum tut Vitisco nichts?“, verlangte die junge Elfe zu wissen. Die drei Gefährten blickten sich beschämt an.
    „Weiß er hiervon nichts?“, hakte Jasmin nach, doch es dauerte einige Sekunden, bis ihr Alice antwortete. Sie klang zögernd und unsicher.
    „Doch, aber…du wirst es selbst erleben, befürchte ich…“
    Damit zog Victoria sie hinter sich her, bis sie im aufkommenden Nebel nicht mehr zu entdecken waren. Erst, als das Brüllen der Vampirwachen nicht mehr zu ihnen drang, teleportierte Alice die kleine Gruppe.


    Lucian lief von einem Ende des Raumes zum anderen und wieder zurück. Dabei machte er ein Gesicht, als stünde der Weltuntergang kurz bevor. Was noch nicht einmal allzu abwegig war.
    In weiter Ferne hörte man aufgebrachte Rufe, hektische Schritte erklangen und verstummten wieder. Das gesamte Schlosspersonal stand in Aufruhr, weil der König einen Befehl erteilt hatte, der überall für Gesprächsstoff sorgte.
    Findet Alice und Victoria!
    Wenn sich die beiden Mädchen denn so einfach finden lassen würden.
    Seit gestern Abend waren sie schon fort, ein ganzer Tag und bisher noch kein Lebenszeichen. Doch es verwunderte Lucian nicht- Alice und Victoria ließen sich nur finden, wenn sie es ebenfalls wollten. Ansonsten war es, als würde man nach einer Nadel im Heuhaufen fahnden.
    Dyara war mit Vitisco beschäftigt, der ihnen schwere Vorwürfe machte. Zu Recht, waren sie es doch gewesen, die sich geweigert hatten, ihm das Ziel der Vampire zu nennen.
    Morr war draußen vor dem Schlossgelände, Feanon war gestern, kurz nach dem Aufbruch von Victoria und Alice, nach Esima aufgebrochen. Sie mussten alle Möglichkeiten, wo die Mädchen die Auserwählte hinbrachten, in Frage ziehen, um vorbereitet zu sein.
    Die verzierte Holztür öffnete sich und Dyara, gekleidet in das dunkelblaue Gewand der Nymphen, schlüpfte herein. Leise schloss sie die Tür hinter sich.
    Lucian trat zu ihr, während sich die Nymphe erschöpft auf einen der herumstehenden Stühle sinken ließ und aufseufzte.
    „Herrgott!“, meinte sie müde.
    „Vitisco macht einen Aufstand, als stünde ein Angriff Victors persönlich bevor. Überall sind seine Männer, selbst vor der Grenze zu Lisinir stehen sie Wache. Er ist völlig von der Rolle.
    Und Leiza macht alles nur noch schlimmer!“
    „Was macht das Püppchen denn nun schon wieder?“, knurrte Lucian, der nun langsam gereizt wirkte, wie immer, wenn der Name Leiza fiel. „Püppchen“ war der Spitzname, den die Gefährten für Leiza erfunden hatten. Mit ihrer schneeweißen Haut, den großen brauen Augen und nachtschwarzen Haaren sah sie tatsächlich aus wie eine übergroße Kinderpuppe.
    Dyara winkte ab.
    „Sie gibt gute Ratschläge, wie sie es nennt. Dabei versetzt sie Vitisco nur noch mehr in Aufregung. Ich hoffe nur, dass sich die beiden Mädchen beeilen.“
    Lucian nickte.
    Das hoffte er nun schon seit Stunden, aber jeder von ihnen wusste, dass die beiden länger brauchen könnten als geplant. Woher sollten sie wissen, wo genau sich die Elfe jetzt, nach zwei Jahren in ihrer Welt und drei in Alisma, aufhielt?
    Oft fragte sich der Halbvampir, was sie jetzt wohl machte, wo sie lebte und ob sie sich sehr verändert hatte. Und ob sie sich zu manchen Zeiten an Alisma und ihre Freunde erinnerte.
    Ja, obwohl Lucian es sich niemals hatte eingestehen wollen, fehlte ihm das lebenslustige, neugierige Mädchen. Er hatte sie in der kurzen Zeit, in der sie Seite an Seite gekämpft hatten, lieb gewonnen und ohne ihre Hilfe würde er noch heute angekettet wie ein Wachhund in Victors Turmverlies vor sich hin modern.
    Auch den anderen fehlte sie, dass wusste er. Umso mehr freuten sich alle darauf, dass sie bald wieder zu ihnen stoßen würde.
    Alle- außer Vitisco.
    Plötzlich erklangen draußen auf dem Gang schnelle Schritte, die direkt auf ihre Tür zusteuerten. Lucian drehte sich mit finsterem Gesicht zur Eingangstür. Diese ging mit einem Ruck auf und Morr stand im Rahmen, keuchend, als wäre er die Stufen zum Schloss im Eiltempo gerannt.
    Dyara sprang auf, Angst und Besorgnis im Gesicht.
    „Bei Markei, Morr! Was ist geschehen?“
    Morr keuchte, stütze die behandschuhten Hände in die Knie. Es dauerte einige Augenblicke, bis er endlich einen Satz über seine Lippen brachte. Doch diese waren umso bedeutender.
    „Jasmin…sie ist zurück!“
    Dyara und Lucian blickten sich kurz in die Augen, dann stürmten sie beide gleichzeitig auf den erschöpften Zwerg zu.
    „Wo ist sie?“
    „Wie geht es ihr?“
    Sie redeten durcheinander, völlig aufgelöst und mit freudestrahlenden Gesichtern, doch beide verstummten, als Morr beruhigend die Hand ob und tief Luft holte.
    „Sie befindet sich auf dem Weg zum Thronsaal, sie und die beiden Mädchen kamen mir entgegen, als ich draußen Wache hielt. Alice trug mir auf, euch umgehend zum Thronsaal zu führen.“
    Die drei Gefährten stürmten mit großen Schritten auf den Gang hinaus, wo ihnen ein kleiner, schwitzender Wachsoldat entgegenkam und vor ihnen zum Stehen kam. Auch er schien höchst aufgeregt, doch als er den Mund öffnete, gab Lucian ihn mit einer ungeduldigen Geste zu verstehen, schleunigst zu verschwinden.
    „Wir wissen bereits, dass unsere Gefährtinnen zurückgekehrt sind.“, sagte er und der Soldat verbeugte sich und lief weiter, ebenso eilig wie zuvor.
    Lucian und die anderen schritten eilig durch die leeren Gänge, nur vereinzelte hörte man aus den Dienstbotentrakten aufgeregte Stimmen, doch diese verstummten, als die Gefährten in einen hell beleuchteten Gang abbogen. Die Wände waren mit kostbaren Wandbehängen geschmückt, auf denen Schlachtszenen dargestellt waren oder erfolgreiche Jagden vergangener Zeitalter. Auf dem Boden lag ein dicker, weicher Samtteppich, der ihre harten Schritte dämpfte und bis zu einer hohen Doppeltür führte, die jetzt geschlossen war. Davor standen zwei Wachposten, bewaffnet mit Schwert und Lanze, die sie nun schweigend vor der Tür kreuzten.
    „Ihr könnt hier nicht durch!“, bellte der eine und der Zweite nickte entschlossen.
    „Der König hat verboten, dass irgendjemand nach Beginn der Ratsversammlung eingelassen wird!“
    Dyara schnaubte abfällig.
    „Wer, glaubt ihr, sollte uns, den inneren Kreis, davon abhalten, diese Tür zu durchschreiten? Bestimmt nicht Vitisco.“
    „Von mir aus kann Markei selbst diese Tür bewachen“, knurrte Morr und legte eine Hand auf den Griff seiner mächtigen Streitaxt, die fast größer war als der Zwerg selbst. „wir werden uns zur Not durch Blut hierdurch kämpfen!“
    Die Wachen sahen sich unsicher an. Es war allgemein bekannt, dass der innere Kreis nicht mit Worten spaßte; wenn sie in den Thronsaal wollten, dann würden sie auch hineingelangen. Ob mit oder ohne die Erlaubnis der Wachen. Würde dies jedoch ihrem König zu Ohren kommen, würde es Konsequenzen haben. König Vitisco war momentan schon von vorneherein sehr schlechter Laune und würde seine Wut gegenüber von so wenig Einsatz mit Freuden an seinen Wachposten auslassen.
    Die Entscheidung wurde ihnen abgenommen.
    Eilige, schnelle Schritte erklangen und die Versammelten drehten sich um.
    Eine junge Frau mit hüftlangen, pechschwarzem Haar kam auf sie zugeeilt, begleitet wurde sie von den Vampiren und dem Elfenprinzen von Esima. Ihr dunkelblaues Kleid raschelte leise, während sie sich mit einer Anmut bewegte, die alle Betrachter unwillkürlich in ihren Bann zog und als das Wesen vor der Tür zum Thronsaal Halt machte, verbeugten sich die Wachen voller Demut.
    „Ich verlange, dass man mich umgehend zum König vorlässt“, befahl Jasmin mit herrischer Stimme. Eine der Wachen schüttelte benommen den Kopf, immer noch betäubt vom Verführungszauber der Elfe.
    „Ich bedaure, Mylady“, entgegnete dieser und verbeugte sich zur Sicherheit ein weiteres Mal. „König Vitisco hat ausdrücklich gesagt, dass wir niemanden hineinlassen sollen. Es tut-“
    „Es ist unwichtig, was für Befehle er euch erteilt hat!“, widersprach die Elfe und schnaubte. Lucian, Dyara und Morr konnten nur staunen, wie selbstsicher sie die Wachen anfuhr, als sei sie die Königin persönlich. Es war nichts mehr zu sehen von dem unsicheren, naiven Mädchen von noch drei Jahren.
    „Wenn ich zum König will, dann werde ich auch zu ihm gehen; ob es ihm beliebt oder nicht, ist mir gleichgültig. Und jetzt tretet zur Seite!“
    Doch die Wachen zögerten. Nun verlor Victoria die Geduld und trat einige Schritte vor, bis sie direkt vor den Männern stand. Sie richtete sich auf, und obwohl sie nicht viel größer war als die Wachen, schien sie sie zu überragen.
    „Wenn ihr nicht sofort den Befehl ausführt, werdet ihr Ärger bekommen. Ihr habt hier die Auserwählte persönlich vor euch und es gleicht einem Staatsverbrechen, ihr nicht zu gehorchen. Also räumt umgehenden diese Tür!“
    Es kam keine Antwort, die Männer traten bloß mit offenen Mündern einige Schritte zur Seite und machten den Weg frei. Victoria nickte zufrieden.
    Jasmin trat zu der hohen Doppeltür und stieß sie mit einem Ruck auf.


    In der zuvor von Gesprächen erfüllten Halle kehrte plötzliche Stille ein. Die Stimmen verstummten abrupt, das Stühleschieben hörte auf und alle Augenpaare richteten sich auf die junge, machtvolle Frau, die hocherhoben im Türrahmen stand und ihren Blick umherschweifen ließ.
    Es war eine prachtvolle Halle, nicht zu vergleichen mit den anderen Räumen des Schlosses und herrschaftlich in all seiner Schönheit. Der Boden war aus Marmor, ebenso die glänzenden Wände und in der Mitte der Halle stand ein Tisch. Er erstreckte sich beinah von einem Ende des Raumes zum anderen, um ihn herum waren Stühle drapiert, in strahlendem Weiß. Es waren zwanzig an der Zahl und auf jedem von ihnen saßen die Mitglieder des Rates.
    Jasmin erblickte überwiegend Männer, junge sowie alte, mit klugen, blitzenden Augen oder wallenden Bärten. Doch es waren auch Frauen vertreten, zwar weitaus weniger als das männliche Geschlecht, doch es gab sie.
    Aber es handelte sich ausschließlich um Menschen. So sehr die Frau auch suchend umherblickte, sie sah keine anderen anwesenden Völker.
    Schließlich blieb ihr Blick an einer Person hängen, die ihr beim Eintreten zuerst nicht weiter aufgefallen war. Ein junger Mann mit schulterlangem braunem Haar und wachen Augen stand auf. Sie hatte ihn nicht bemerkt, weil sein Stuhl am Ende des Tisches stand und somit nicht auf Anhieb erkennbar. Er lächelte nicht, zeigte keinerlei Gefühlsregung, als er ihren Blick erwiderte.
    In Jasmin stieg eine Welle des Hasses hoch, überlagerte alles andere und unwillkürlich ballte sie die Hände zu Fäusten. Doch gleichzeitig war da ein Gefühl des Glücks, als sie ihn erkannte, ihm endlich wieder in die Augen sah.
    „Vitisco.“
    Ohne es überhaupt zu bemerken, kam ihr der Name über die Lippen und lag schon im Raum, ehe sie es zurücknehmen konnte. Ein allgemeines Raunen erklang, doch einer der Räte erhob sich und brachte mit einer Handbewegung die Versammelten zum Schweigen.
    Es war ein kräftiger, durchtrainierter Mann mit kurz geschorenem Haar in einem kastanienbraun. Seine herben Gesichtszüge wirkten wie eingemeißelt und er war der Elfe auf Anhieb unsympathisch. Er trug eine dunkelrote Uniform mit vielen Abzeichen und Orden; ein Mann des Militärs, erkannte Jasmin.
    „Wer seid Ihr?“, verlangte er mit herrischer Stimme zu wissen.
    „Und was wollt Ihr, was nicht warten kann? Wir befinden uns in einer wichtigen Versammlung, wie Ihr vermutlich kaum übersehen könnt!“
    Die Gefährten traten hinter Jasmin in die Halle, Victoria ging voran und lächelte ihr verschmitztes Lächeln, was bedeutete, dass sie schadenfreudig war.
    „Ich grüße Euch, General Verra. Und ja, wir sehen deutlich, um was für eine wichtige Ratsversammlung es sich handelt. Vermutlich eine, in der Ihr endlich klären werdet, wie Ihr weiter vorzugehen gedenkt.“
    Lucian an Jasmins Seite lächelte spöttisch und Verras Augen verengten sich. Doch auf Victorias Worte antwortete nicht er, sondern ein alter Mann, der nun die Stimme erhob. Er stand nicht auf von seinem Platz, doch dies brauchte er auch nicht- alle Räte verstummten augenblicklich.
    „Victoria, Alice“, sagte er mit einem unergründlichen Lächeln und die beiden Angesprochenen knieten nieder, voller Demut und Jasmin war erstaunt. Noch nie hatte sie gesehen, dass sich ihre beiden Freundinnen so respektvoll einer Person gegenüber verhielten.
    Der Mann nickte und deutete ihnen, sich wieder zu erheben.
    „Dann ist eure Mission also erfolgreich verlaufen?“
    „Gewiss, mein Herr. Dies ist die Auserwählte Jasmin Blake.“
    Nun richteten sich erneut aller Augen auf die junge Frau, die selbstsicher alle Blicke erwiderte. Aus den Augenwinkeln bemerkte sie, dass Vitisco kurz das Gesicht verzog.
    Der alte Mann erhob sich mühsam aus seinem Stuhl, und mit Dyaras Hilfe, die ihn stützte, stand er bald vor der Elfe und sah sie lange an. Unwillkürlich wusste sie, dass diesem Mann zu trauen war und er ihr wohlgesonnen war.
    „Ihr seid also Jasmin, die junge Frau aus der anderen Welt…“, murmelte er und lächelte. Sein Rücken war gebeugt vom Alter unermesslicher Jahre und doch wirkte er dennoch mächtig. Dann wandte er sich zu Vitisco, der weiterhin an derselben Stelle stand wie zuvor. Die Stimme des Mannes klang vorwurfsvoll, als er nun zu dem König sprach.
    „Warum wolltest du sie dem Rat verschweigen, Vitisco? Die letzte Hoffnung dieser Welt, ein Licht in all der Dunkelheit und du gibst keinerlei Auskunft über ihren Aufenthaltsort?“
    „Ich hatte meine Gründe, Jachari“, entgegnete er jediglich, doch Jasmin spürte Wut in sich aufsteigen. Sie trat ein paar Schritte auf ihn zu.
    „Du hast ihnen nie erzählt, weshalb ich verschwand aus Alisma?“, fragte sie zornig.
    „Warum nicht die Wahrheit? Schämst du dich deswegen? Hast du endlich verstanden, dass deine Tat ein Fehler war, in jeder Hinsicht? All die Jahre und kein Lebenszeichen von dir!“
    „Es ist gleichgültig, weshalb…“
    „Nein, ist es nicht!“, unterbrach ihn Jasmin.
    „Für mich jedenfalls nicht und selbst, wenn du jetzt König bist: Über mich hast du keinerlei Macht. Ich unterstehe, wenn überhaupt, nur dem wahren Herrscher Esimas. So beantworte mir meine Fragen!“
    Doch Vitisco antwortete nicht, sah ihr nur völlig gefühllos ins Gesicht. Jasmin kam er fremd vor. Das war nicht Vitisco, wie sie ihn von damals kannte- dies war ein völlig neuer Mensch.
    Wer war er?
    Plötzlich, während sie noch versunken war in dem Anblick seines Gesichtes, das so viele Erinnerungen heraufbeschwor, erklangen hinter Vitisco Schritte. Jasmin blickte über seine Schulter und sah eine Frau, vielleicht zwanzig Jahre alt, auf den König zugehen. Ihr bodenlanges Kleid raschelte und leuchtete in einem tiefen Rot, das in starken Kontrast zu ihrem nachtschwarzen Haaren stand. Sie war zierlich, nicht viel größer als die Elfe und menschlich.
    Mit einem Lächeln, welches wie das einer Puppe glich, trat sie hinter Vitisco und schlang ihm die Arme um die Brust. Jasmin spürte Eiseskälte in ihren Gliedern. Die Frau sah sie neugierig an, während Vitisco eine Hand hob und über ihre blasse Haut strich.
    „Wer ist das, Liebster?“, wollte die Frau wissen und das Wort ließ Jasmin aufkeuchen; es war, als zersplittere etwas tief in ihr und Jasmin befürchtete, dass es sich um ihr Herz handelte. Dieses hatte sie in mühevoller Arbeit erst vor Monaten wieder zusammengeflickt.
    Vitisco lächelte und diesmal war das Lächeln voller Wärme, doch sie galt nicht länger Jasmin, sondern dieser Frau, die Jasmin schon jetzt mehr hasste als irgendeinen Menschen zuvor.
    „Wer…ist das?“, stieß sie hervor, wusste die Antwort doch schon, bevor er sie ihr mitteilte.
    „Dies ist meine Verlobte Leiza.“

    Ab heut
    nur noch die wichtigen Dinge
    Ab heut
    nur noch die wichtigen Dinge
    Ab heut
    nur noch die wichtigen Dinge
    Ab heut
    nur noch leichtes Gepäck

  • Chapter III
    So, du warst fleissig, dann will ich nicht hinterherhinken. Weil du jemand bist der wirklich fast fehlerfrei schreibt habe ich mir wirklich viel Zeit für dein Kapitel genommen, und nun folgt der Feinschliff.


    Inhalt
    Die Wache ist nach dem dritten Mal dann eine etwas vage Beschreibung, auch wenn es nur ein Nebencharakter ist, solltest du trotzdem auch ihn beschreiben, denn es sind diese Details die stören, weil sie nicht bildlich greifbar sind. Die Stelle mit den Gestalten in der Grube konnte ich mir ebenfalls schlecht vorstellen, weshalb ich dich bitten würde, die noch mal genauer zu überarbeiten. Auch weiss ich nicht ob es nur mir so geht, aber auch Lucian hast du sehr wenig beschrieben, das würde ich noch nachholen.
    Dass die Auserwählte nun wieder in Alisma ist finde ich gut, schliesslich muss die Welt ja von jemandem gerettet werden. Allerdings wüsste ich gern, wie sie dahin kommen, irgendwie interessieren mich solche Tore und ich fände es spannend zu lesen wie du sie dir vorstellst.
    Dass Jasmin sich sehr verändert hat ist unübersehbar, jedoch wirkt sie jetzt beinahe kühl. Aber mutig wird sie auch sein müssen, wenn sie ihre Mission erfüllen will, daher ist es sicher gut, dass sie ein dickeres Fell bekommen hat.
    Der Titel des Kapitels gefällt mir jetzt weniger, eine Mischung aus Englisch und Deutsch ist weniger meins. Auch weiss man sofort worum es sich drehen wird und es ist auch etwas allgemein. Entschuldige die Kritik, aber ich will dir helfen deine Fehler zu finden, denn du bist bereits gut, da muss ich genauer hinsehen. Und hier ist mir der Titel wirklich zu einfach, etwas mehr Pepp hätte nicht geschadet.
    Ich bin schockiert das Vitisco eine Verlobte hat! Dieser Betrüger, wie kann er nur? Die arme Jasmin, was muss dein Chara nur erleiden. Ich bin gespannt wies weiter geht!


    Fehler und Verbesserungen
    Korrigiert habe ich dir den (langen!) Text ja bereits und habe eigentlich meines Wissens nach auch nichts mehr entdeckt (Wer Fehler findet, her damit ^^) Aber da du schliesslich immer besser werden und auch in den Profi Bereich willst, habe ich mir erlaubt deinem aktuellen Kapitel einen Feinschliff zu verpassen. Ich habe mir Dinge rausgepickt die ich ändern würde und ich hoffe, du bist mir deshalb nicht böse.


    -Die Luft hing voller beißendem Rauch, der in den Kehlen schmerzte und das Atmen erschwerte. Wie der Platz eines noch nicht weit zurückliegenden Kampfes lag die Umgebung vor dem Mädchen, leer und ohne die üblichen Geräusche, die hier noch vor zwei Jahren erklungen waren. Kein Kinderlachen, keine fröhliche Musik war zu vernehmen.
    Dafür dass du damit die Szene bzw das Kapitel beginnst ist die Beschreibung sehr kurz. Zwar gut beschrieben, aber etwas knapp.


    Eine Geisterstadt, eine tote Stadt…mehr nicht.Ort? Gegend?


    -Er trieb den Rauch in ihre Richtung und so unterließ das Mädchen das Luftholen. Sie musste nicht atmen, um bei Bewusstsein zu bleiben- einer der wenigen Vorteile des Vampirseins.
    Welche Vorteile hat das Vampirsein denn noch? Ich als Nicht-Vampir Fan weiss das nicht so genau.


    -Doch sie wandte sich nicht zu ihren Begleiterinnen um, selbst dann nicht, als ein erstickter Aufschrei in ihrem Rücken ertönte.
    Ich weiss das man das so formulieren könnte, dennoch würde ich dieses Wort streichen, denn es klingt beim Lesen einfach komisch nach. "Hinter ihr" ginge schliesslich auch.


    -Überall waren Gruben ausgehoben, tief und ebenfalls sehr groß in ihrem Umfang; hohe Gestalten standen an den Rändern und sahen hinab. In ihren Händen hielten sie etwas, was entfernt an Stöcke oder Seile erinnerte, doch als der Rauch sich lichtete, sah man Schwerter, so lang wie ein Unterarm und Peitschen, dessen Enden auf dem felsigen Untergrund lagen.
    Ich denke, hier ist die Beschreibung viel zu schnell abgehandelt. Da fehlt deutlich der Feinschliff, mein ersten Durchlesen wusste ich nicht mal genau, ob die Gestalten nun echt sind oder nicht, denn dafür ist "Gestalt" irgendwie das falsche Wort, das klingt nach Mensch für mich. Ausser es sind Menschen und ich habe es vollkommen falsch interpretiert, wie du siehst, musst du da sehr auf die Wortwahl achten und solche Stellen, die nur deiner Fantasie entspringen (Wenn auch ich weiss woher du die Idee hast^^) genauer beschreiben für deine Leser.


    -Erneut trat die Wache zu, es handelte sich vermutlich um einen Mann, der tiefen Stimme nach zuurteilen
    Schreibt man meines Wissens nach auseinander.


    -Aber Victoria war nicht außer Gefecht gesetzt(so) wie Alice.
    Hier fehlt einfach imo ein Wort, der Satz klingt sonst sehr abgehackt.


    -„Doch, es ist einer. Er trägt Victors Wappen auf seinem Umhang.“
    Ob ich die einzige bin weiss ich nicht, aber ich weiss nicht mehr, wie dieses Wappen aussieht. Deshalb wäre eine (erneute) Beschreibung hier wirklich nicht verkehrt gewesen, schliesslich scheint es für die Geschichte ja wichtig zu sein, also sollte auch jeder gleich wissen, welches Bild du dabei im Kopf hast.


    -„Sie befindet sich auf dem Weg zum Thronsaal, sie und die beiden Mädchen kamen mir entgegen, als ich draußen Wache hielt. Alice trug mir auf, euch umgehend zum Thronsaal zu führen.“
    Den schönen Tronsaal hätte ich gerne deutlicher vor Augen.


    -Jasmin blickte über seine Schulter und sah eine Frau, vielleicht zwanzig Jahre alt, auf den König zugehen
    Zu Umgangssprachlich, besser weg damit.^^


    LG

  • Hallihallöchen :-3. Enschuldige für meinen versäteten Kommentar, und da ich dir jetzt nicht eine langweilige Enschuldigung auftischen will- obwohl ich eine parat habe, fange ich ohne große Umschweife an.


    Mylady ist zurück
    Hat ja etwas länger gedauert, da du noch andere Projekte am Start hattest, aber bei deinem mega- langem Kapitelm kann man sehen wie viel Zeit und Mühe du invenstierst. Das ist bisher dein längstes Kapitel, habe es aber verschlungen wie mein Mittagessen.Wunderbarer Anfang muss ich sagen, du hast es genauso beschrieben, dass sich deine Leser eine Vulkanähnliche Insel vorstellen können. Auch die kleinen Nebensätzen mit den du deine Sätze ausgeschmückt hast sind sehr passend und lesen sich flüssig, wie auch dein Schreibstyl ist. Mir lief es wirklich kalt den Rücken herunter, als du diese Dunkelelfen, mit ihen scharfen Schwerten und die langen Peitschen beschrieben hast (wo ich jetzt denke das es Duneklefen waren, meine zweite Variante wären jetzt Vampire die Esima bewachen). Die Elfe die an so schrecklich gequällt wurde tat mir wirklich Leid bzw. tut es mir immer noch und gute andeutung dass dieser das Wappen von Victor trägt. Manche lassen ebenfalls diese wichtige Information eben weg, was ich über dich nicht sagen kann. Das Jasmin so aggresiv auf ihre Freundin Alice reagiert habe ich wirklich nicht geahnt, aber sie hat sich eben in den zwei Jahren verändert und ist eben verhärtet- was auch kein Wunder ist was sie alles durchstehen musste und ist sehr beachtlich.Was ich aber etwas irritierden fand, war diese Versteck bzw. dieser Fels hinter dem sie sich versteckt haben um nicht von der Wache gesehen zu werden, denn ich fand es etwas merkwürdig, dass du geschrieben hast "keine zwanzig Meter war er entfert", oder so. Bei sowas solltest du acht geben, weil so etwas viele Fragen aufwirft und sich das schlecht vorstellen kann. Wirklich professionel von dir das beste zum Schluss zu lassen und nicht sofort auf Vitisco eingreifen, sondern diese Szene (auf die ich sehnsüchtig gelesen habe). Du hast meiner Meinung nach dich mit diesem Kapitel wirklich als Profi katapultiert- ganz ehrlich. Du hast gewartet, nicht überstürsts sondern mit einem kühlen Kopf geschrieben. Nachgedacht und volle Leistung gebracht. Ich bin wirklich hin und weg und die Gefühle, dieser unendliche Hass auf Leiza, die Jasmin hatte, war beschrieben, als sei's du an ihrer Stelle. Ich habe wirklich mitgefiebert in dieser Situation. Du hast jeden einzelnen Charakter wirklich ein besonders Merkmal gegeben, so dass man sie nicht vergessen hatt.
    Ich kann nichts mehr bei diesem atemberaubenden Kapitel sagen! Ich bin hin- und weg!* vor dir auf die Knie Fall und dich anbete, als sei's du eine Göttin*
    Bin wirklich gespannt wie es weitergeht, du verstehst es die spannenden Stellen zum Schluss zu erwähnenl.

    Hab dich super Lieb

  • Nach langer Zeit und Stunden harten Bangens habe ich es endlich mal geschafft, hier wieder aufzukreuzen. Ich werde versuchen, wieder öfter on zu kommen, garabntieren kann ich es aber nicht.
    Dafür aber, dass ich nun Schreibtechnisch gesehen richtig reinhauen werde. Endlich ist wieder etwas geschehen, worauf ich schon nicht mehr zu hoffen wagte. Eine alte, in die Brüche gegangene Freundschaft ist wieder da und hoffentlich hält sie...
    So, komme ich mal zu den Kommis.


    Lauriel
    Danke erstmal und du nimmst dir sogar Zeit für den Feinschliff *staun* Ich wünschte, ich könnte den direkt durchführen...OK, nähre Beschreibungen *notier* Das fällt mir manchmal schwer, da ich bei Lucian glaubte, man müsse ihn eig. kennen. Deshalb hab ich die Beschreibung eingespart. Und das mit den Gruben...OK, nochmal überarbeitet...irgendwann...*kaum Zeit hab*
    Oh, mit den Zeittoren. Naja, Alice hat die Fähigkeit, Zeittore oder auch Weltentore zu öffnen und sie zu benutzen. Ebenso wie Vitiscos Kette, verstehst du? Oder wie in Narnia, nur, dass es halt kein Wandschrank ist xD
    Der Titel wird erstmal bleiben, mal schauen, ob mir nicht noch was Besseres einfällt. Und mit der Verlobten könnt ihr euch noch auf eine Menge Überraschungen freuen<3
    Zum Feinschliff: Das verbessere ich ein andermal, da ich momentan kaum Zeit finde, überhaupt weiterzuschreiben. Jetzt am Wochende hab ich einen Schreibworkshop, da ist eine Agentin, die sich mit Verlagen auskennt. Der will ich Vampirkrieg mal zeigen, deshalb heißt momentan: Überarbeiten, überarbeiten und nochmal überarbeiten...Sorry. Aber ich denk dran und danke für deine Mühe^^


    @Arisa(Ab jetzt)
    Mir egal, wann du deinen Senf abgibst- hauptsache, du sagst was^^
    Ja, ich dachte zuerst: "Na, so lang ist das ja nicht...Was, neun Seiten?!" Fällt mir immer erst hinterher auf, wenn ich durch bin und keine Lust hab zu kürzen xD Danke, meine Beschreibungen verbessern sich langsam. Und es sind keine Dunkelelfen, sondern Vampire.
    Das mit dieser Versteckszene war auch schwer, weil du dich reindenken musst. Da geht oftmals was schief. Und dieser Zorn auf Alice hatte auch private Gründe, die jetzt zum Glück Geschichte sind...*zum Glück*
    Ich dachte, ihr wolltet mich nach diesem Kapitel in Stücke schneiden...aber du hattest es ja eh schon geahnt. Und danke..
    Ich weiß nicht was ich sagen soll außer: Steh wieder auf! xD Wenn ich im Profibereich bin, dannkannst du mich meinetwegen anbeten. Aber erst dann<3


    LG, Cassia

    Ab heut
    nur noch die wichtigen Dinge
    Ab heut
    nur noch die wichtigen Dinge
    Ab heut
    nur noch die wichtigen Dinge
    Ab heut
    nur noch leichtes Gepäck

  • So, hallo zusammen!
    Natürlich hats eine Weile gedauert, aber ich habe es doch noch hinbekommen. Das vierte Kapitel- es verwundert mich ja richtig, wie gut ich voran komme. Ohne lange Vorrede kommt es hier.


    4. Kapitel
    Lügen


    „Hast du schon einmal einem Menschen in die Augen geblickt, der dich im Stich gelassen hat? Wenn ja, dann weißt du, dass Hass und Sehnsucht sich in diesem Augenblick die Hände reichen.“


    Meine Verlobte…
    Es war, als stürze das gesamte Raumzeitverhältnis in sich zusammen. Als würden sich die Bewegungen um Jasmin herum verlangsam und dann schließlich einfrieren.
    Ihr Herz zersplitterte, während tief in ihrer Kehle ein Feuer des Zornes, des Unverständnisses brannte und es darauf anlegte, sich seinen Weg durch ihre Stimmbänder zu bahnen. Noch konnte sie es zurückhalten, doch nicht mehr lange.
    Vitisco sah ihr ungerührt in die Augen. Keine Regung war in seinem sonst so sanften Gesicht zu finden oder gar zu erahnen, obwohl sie doch unermüdlich danach suchte. Seine braunen Augen- leer, egoistisch.
    Leiza wiederum blickte einfach nur neugierig und völlig ahnungslos Jasmin ins Gesicht, als sei dieses Schauspiel für sie jediglich eines von vielen. Ihre schwarzen Haare glänzten im Schein der untergehenden Abendsonne als das Schwarz, wie die Götter es einst erschaffen haben mussten, wie die Farbe selbst. Ihr Antlitz spiegelte sich dutzende Male in den Fenstern des Saals, während Jasmin wie ein Schatten neben ihrer Schönheit wirkte.
    Sie ist schöner als ich, schoss es Jasmin durch den Kopf und es stimmte sie unfassbar traurig.
    Tränen stiegen in ihr auf, doch sie hielt sie eisern zurück. Ohne den Blick von dem Paar abzuwenden, stolperte sie einige Schritte zurück. Sie spürte am Rande, wie sich kühle Arme um sie legten und dann die beruhigend auf sie einredende Stimme von Dyara.
    „Komm, alles ist gut…du bist in Sicherheit…“
    Nichts ist gut, wollte sie schreiend und um sich tretend erwidern. Mein Leben, meine letzte Hoffnung wurde soeben durch zwei Worte zunichte gemacht!
    Doch ihr fehlte die Kraft, um eine Reaktion hervorzurufen. Die Leere war zu intensiv, um sich mit etwas anderem zu befassen.
    Sie bemerkte ganz am Rande, wie sich das Gemurmel erneut anhob, dann jedoch wieder absackte, weil Jachari bedeutungsvoll die Hand hob. Er sah dem verzweifelten Mädchen in die Augen, während Dyara sie in die Arme nahm. Die Elfe sträubte sich zunächst, doch dann ließ sie es geschehen.
    „Wir sind da, Jasmin. Niemand lässt dich alleine“, flüsterte Dyara in einem fort.
    Doch Jasmin konnte nichts entgegnen, erst, als Leiza plötzlich verwirrt von Vitisco zurücktrat und selbstverständlich nach seiner Hand griff, wurde ihr das ganze Ausmaß ihres Schmerzes bewusst.
    „Wer ist diese Frau, Liebster?“, meinte sie mit einem irritierten Blick zu Jasmin und diese wurde wütend, unglaublich wütend. Sie wollte verletzten, zerschlagen wollte sie dieses Bild des Glücks und sich nicht länger in die Ecke drängen lassen wie ein verängstigtes Tier.
    Grob befreite sie sich aus Dyaras Armen.
    „Ich bin die Auserwählte Jasmin Blake und falls dir dieser Name nichts sagt, so frage einmal deinen Verlobten“, fauchte sie wie eine Katze, während Leiza zusammenzuckte und Vitisco ein paar Schritte auf die Elfe zutrat. Seine Miene war weiterhin gleichgültig, was Jasmins Zorn nur noch weiter entfachte.
    „Belass es dabei, mir mit deinen Worten zu schaden“, versuchte er, sie von Leiza abzulenken, doch Jasmin stieß ihn heftig zurück.
    „Komm mir nicht zu nahe!
    „Was für einen Streit willst du hier ausfechten, Jasmin?“
    „Den, welchen du vor drei Jahren begonnnen und durch deine Gleichgültigkeit mir gegenüber nur weiter geschürt hast. Weißt du überhaupt, was ich für Schmerzen durchstehen musste und die Angst, einem meiner Freunde könnte etwas zugestoßen sein? Und dich interessiert es nicht einen Funken, ob ich hätte sterben können…“
    „Du warst in Sicherheit“, unterbrach er sie ruhig. Diese Ruhe brachte sie in Rage.
    „Ich war nicht in Sicherheit!“, brüllte sie ihm ins Gesicht. Dyara wollte sie erneut ergreifen und fortziehen, doch Victoria hielt sie mit erhobener Hand davon ab. Ihr war klar, dass Jasmin nun einige Dinge erfahren musste und vielleicht war es besser, sie durch Vitiscos Worte zu begreifen.
    Vitisco war nun verwirrt, man merkte es ihm deutlich an.
    „Aber in deiner Welt hätte dir nichts geschehen können. Kein Victor, keine mordlustige Vampire und seltsame Wesen…“
    „Stimmt, dass waren ja deine Befürchtungen“, gab sie ironisch zurück.
    „Aber weißt du, was mir wirklich zusetzte? Dass ich mir nicht klar darüber sein konnte, ob du deine Worte damals, kurz vor meinem Verschwinden, nicht einfach erfunden hast. Sag mir, Vitisco: War es die Wahrheit? Warum dann dieses Ignorieren?“
    „Ich hatte nie behauptet, dass unsere Beziehung über Freundschaft hinausgeht!“
    „Doch, genau das hast du mir gesagt, Vitisco! Dass du mich liebst!“
    Niemand sagte etwas. Vitisco stand da, wie vom Blitz getroffen und zum ersten Mal waren in seinen Augen Gefühle zu lesen: Ungläubigkeit, Sehnsucht, Angst…Es war eine Vielfältigkeit.
    Doch dann sprach Leiza und sie klang ungläubig, geradezu verletzt, als hätte Vitisco sie betrogen.
    „Ist das wahr, Vitisco?“
    Vitisco fuhr zu ihr herum und griff nach ihrem Gesicht, doch Leiza wich zurück, als hätte er sie geschlagen und blickte ihn fassungslos an. Vitisco straffte die Schultern, dann sagte er ruhig und so deutlich, dass alle Anwesenden es hören mussten.
    „Nein, Leiza. Ich habe Jasmin nie gesagt, dass ich sie liebe.“
    Ein Schrei.
    Jasmin starrte Vitisco an und nun begannen Tränen über ihr bleiches Gesicht zu laufen, tropften auf ihre zitternden Hände und sie sah aus, als würde sie jeden Augenblick zusammenbrechen. Vitisco ignorierte sie, blickte nur Leiza an.
    „Es stimmt, dass Jasmin mich geliebt hat und mich vermutlich immer noch liebt. Aber dies beruht nicht auf Gegenseitigkeit! Von Anfang an habe ich ihr zu verstehen gegeben, dass ich nicht dasselbe empfinde. Für mich war sie immer die Auserwählte, diejenige, die es zu beschützen galt. Leiza, du weißt, wie viel du mir bedeutest.“
    Nun ließ die Frau es zu, dass er ihr zartes Gesicht in seine Hände nahm und behutsam darüber strich. Liebevoll zog er sie zu sich heran, beachtete nicht, dass sie nicht alleine im Raum waren und flüsterte zärtlich: „Leiza, du weißt sehr gut, dass ich mich in dem Moment in dich verliebte, als ich dich erblickte. Und nichts wird sich ändern an meinen Gefühlen, sei dir darüber im Klaren. Ich liebe dich…“
    Er küsste sie und schlang seine Arme um ihre schmale Taille, während Jasmin wusste, dass alles verloren war. Als sich das Paar voneinander löste, drehte sie sich auf dem Absatz um und rannte schluchzend aus dem Raum und noch nicht einmal Alice, die versuchte, sie davon abzuhalten, konnte sie zurückhalten.
    Ihre stolpernden Schritte waren noch lange Zeit zu vernehmen.


    Victoria zitterte vor unterdrücktem Zorn.
    Ihre beste Freundin hatte soeben ihr Herz an einen Idioten verloren, der sich nichts daraus machte, dass er ihr es aus der Brust gerissen und in der Luft zerfetzt hatte. Statt ihr nachzulaufen, hielt er seine Leiza in den Armen und lächelte stolz. Er ekelte sie an.
    Alice stürmte auf den König zu, doch drei Wachen, die durch Jasmins Schrei eilig in den Saal gestürmt waren, packten sie gewaltsam und hielten sie fest, doch Alice verbog ihnen ihre Arme und stieß sie fast lässig von sich. Hatten die Menschen vergessen, über was für eine gottähnliche Kraft Vampire verfügten?
    „Du Schwein!“, schrie sie und nur Lucian konnte sie davon abhalten, Vitisco den Hals umzudrehen. Aber sie fluchte, über den Schmerz, der nun nicht länger nur Jasmin betraf. Durch sein Verhalten hatte er dem gesamten Kreis der Sieben gezeigt, wie weit seine Freundschaft ging.
    „Sie liebt dich, begreifst du das nicht!? Du machst sie öffentlich nieder, nur damit du vor deinen Generälen und deiner Verlobten besser dastehst! Und uns erklärst du, du hättest nur das Beste für sie gewollt!“
    Nun begann auch sie zu schluchzen, Lucian zog sie an seine Brust und redete beruhigend auf sie ein. Alice war sensibel, wenn es um ihren jahrelangen Schützling Jasmin ging. Sie war wie eine Tochter für sie gewesen, was wohl nicht zuletzt daran lag, dass sie Jasmin schon seit achtzehn Jahre kannte und dabei gewesen war, als sie heranwuchs. Alice fühlte sich wie ihre Mutter, hatte sie einmal Victoria verraten.
    Doch auch Victoria spürte denselben Schmerz, denn sie ahnte, wie Jasmin sich nun fühlen musste. Wie es war, wenn das eigene Wort nichts mehr zählte und man sich selbst anzweifelte.
    Aber sie hatte Feanon an ihrer Seite, der ihr immer wieder half, aufzustehen. Und Jasmin hatte Alice und sie an ihrer Seite sowie die anderen Gefährten. Diese würden ihr helfen, weiterzumachen.
    Victoria ging ruhigen Schrittes zu Vitisco, der ihr gelassen ins Gesicht blickte. Im ersten Moment schien es, als würde Victoria ihn jediglich anlächeln, doch dann verwandelte sich ihre gespielte Ruhe in Abscheu.
    „Das ist dafür, wie du deine Freunde behandelst!“, zischte sie und schlug ihm mit der flachen Hand ins Gesicht und Leiza schrie erschrocken auf.
    Das Mädchen holte erneut aus und schlug ein weiteres Mal zu.
    „Und dass dafür, wie du Jasmin das Herz gebrochen hast!“
    In Vitiscos Miene stand pure Überraschung, obwohl der Schlag vermutlich doch recht wehgetan haben musste. Aber er starrte nur Victoria an, eine Hand an die rote Wange gelegt, während Leiza Victoria hasserfüllt anfunkelte. Diese erwiderte den Blick mit einem bösartigen Lächeln.
    „Wie konntest du nur, du…du…“, stammelte Leiza zornerfüllt, während die Vampirin jediglich zuckersüß auflachte.
    „Du Monster? Du Hure? Oder doch lieber Verräterin?“, schlug sie gelassen vor und machte Leiza damit nur noch wütender, was Victoria aber nicht interessierte. Sie drehte sich um und die Gefährten folgten ihr. An der Tür wandte sich Victoria noch einmal kurz um.
    „Ich habe nicht so fest zugeschlagen, wie ich eigentlich gekonnt hätte. Aber ich wollte sein hübsches Gesicht nicht verunstalten, dir zuliebe, Leiza.“
    Und mit diesen spöttischen Worten verließ sie den Ratssaal und ließ einen verdutzten Vitisco, einen erschrockenen Rat und eine wutschäumende Leiza zurück.


    Als Victoria und die anderen Gefährten den Saal verließen, eilte eine Wache auf sie zu und berichtete, dass sich die Auserwählte in das ihr zur Verfügung gestellte Zimmer zurückgezogen habe und niemanden hereinließe.
    Victoria jedoch wusste, dass Jasmin sich nicht für ewig in diesem Zimmer einsperren könne. So strebte sie mit großen Schritten das Zimmer an, als sie jedoch davor Halt machte und Dyara anklopfte, vernahm man zunächst nur Stille.
    Dyara versuchte es erneut, diesmal lauter und energischer. Doch als sich immer noch keine Reaktion einstellte, stieß Victoria einen lauten Fluch aus und schlug mit der Faust gegen die Tür, die unter dem kräftigen Schlag erzitterte.
    „Jasmin!“, brüllte sie so ohrenbetäubend, dass Lucian, Alice und Morr regelrecht zusammenzuckten. „Lass uns auf der Stelle rein oder ich verarbeite diese Tür zu Sägespänen!“
    Endlich waren hinter der Tür Geräusche zu vernehmen, das Rascheln von Kleidern und das Knarren eines Bettes. Jasmins erstickte Stimme war kaum lauter als das Piepsen eines kleinen Vogels, doch Victoria verstand sie trotzdem.
    „Lasst mich in Ruhe…Verschwindet!“
    „Nein, dass werden wir gewisslich nicht tun. Entschuldigt, Mylady, aber ich unterstehe nicht eurem Befehl“, erwiderte Victoria spöttisch und Feanon legte ihr sanft eine Hand auf die Schulter. Sie drehte sich zu ihm um.
    „Du bist wütend, aber richte deine Unzufriedenheit nicht gegen Jasmin; sie kann nichts für Vitiscos eitles Verhalten. Lass mich bitte mit ihr sprechen.“
    Ohne eine Antwort abzuwarten, schob der Elf Victoria sanft, aber entschlossen zur Seite und sprach nun selbst mit Jasmin, die wieder still war.
    „Jasmin, bitte…lass uns rein. Wir wollen dir helfen, aber das können wir nur, wenn du uns auch ein wenig entgegenkommst. Ich verstehe ja, wie verletzt du momentan bist, aber in sich selbst zurückziehen nützt nichts. Glaub mir, denn ich weiß, wovon ich spreche.“
    Für eine Weile geschah nichts und die Gefährten glaubten schon, sie habe sich einfach taub gestellt, da ging mit einem mal langsam und schrittweise die Tür auf und ein verweintes, kindlich in seinem Schmerz wirkendes Gesicht kam zum Vorschein.
    Jasmin schniefte, dann trat sie ein paar Schritte zurück und setzte sich aufs Bett. Die Gefährten traten ein und während alle an der Tür stehen blieben, nahm Alice ihre Freundin fest in den Arm. Im ersten Moment verhielt sich die Elfe abweisend, doch dann sackte sie in sich zusammen wie eine Marionette, der man die Fäden durchtrennt hatte. Weinend drückte sie sich an Alice.
    Das schwarzhaarige Mädchen strich ihr liebevoll über den Rücken, während sie bedrückt schwieg. Auch Victoria fühlte sich schuldig an dem Elend ihrer Freundin.
    „Jasmin…“, begann Alice vorsichtig und wartete, bis das Weinen verstummte. Dann sprach sie weiter, schuldbewusst und beschämt.
    „Wir- die Gefährten- wir haben gewusst, dass Vitisco verlobt ist. Aber wir konnten es dir nicht sagen, nicht in deinem Zustand! Ich dachte, dass, wenn man dir ein bisschen Zeit lassen würde, du dann besser verstehen würdest und vielleicht hätte es dich dann auch nicht so sehr verletzt.“
    „Du dachtest, ich würde darüber hinwegkommen?“, fragte Jasmin und verzog ihre Lippen zu einem traurigen Lächeln. Man sah ihr an, dass sie begriffen hatte, dass sie sich mit der Situation abfinden musste. Aber sie zu akzeptieren, dafür würde sie noch einige Zeit brauchen.
    Entschlossen löste sie sich aus Alices Griff, setzte sich auf und blickte jeden von ihnen der Reihe nach in die Augen. Jeder von den Gefährten wandte daraufhin den Blick ab und blickte, schuldbewusst die einen, betroffen die anderen, zu Boden.
    „Ich bin nicht wütend darüber.“, meinte Jasmin ruhig.
    „Aber ich bitte euch, mich nun für einige Zeit alleine zulassen. Ich möchte in Ruhe nachdenken.“
    Niemand widersprach ihr und sie verließen kommentarlos den Raum. Die Elfe blieb allein zurück, und als der Schmerz erneut aufflammte, bereute sie es, ihre einzigen Freunde fortgeschickt zu haben.


    Den ganzen Tag über blieb Jasmin in ihrem Gemach, verweigerte das Essen und verließ den Raum auch nicht auf die eindringlichen Bitten von Dyara oder Alice. Sogar die Männer klopften zaghaft an ihre Tür, doch selbst auf deren hilflose Entschuldigungen reagierte sie nicht. Einzig Victoria ließ ihre langjährige Freundin in Frieden, denn sie wusste, dass Jasmin erst einmal alleine mit dem Schmerz fertig werden musste. Zwar tat es auch ihr weh, ihre Freundin so erschüttert zusehen, doch sie blieb entfernt von dem Rückzugsort.
    Vitisco kam nicht. Aber dies hatte auch niemand erwartet, wenn auch Jasmin insgeheim genau darauf gehofft hatte.
    Erst, als die Sonne schon lange untergegangen war und das helle Licht des Mondes das Schloss in silbrigen Glanz tauchte, ging ihre Tür auf und die Elfe trat heraus. Ihre Augen waren gerötet vom vielen Weinen, doch ansonst machte sie einen selbstbewussten Eindruck und Victoria dankte den Göttern für die Kämpfernatur ihrer Freundin. Entschlossen wandte sie ihre Schritte zum Thronsaal, denn sie ahnte im Unterbewusstsein, dass der Rat dort immer noch tagte und sie war sich im Klaren darüber, nun für die Zukunft ihrer Heimat Alisma einstehen zu müssen.
    Vitisco hatte ihr vieles genommen, doch die Hoffnung auf eine bessere, friedlichere Zukunft blieb bestehen.
    Als sie die hohen Flügeltüren zum Saal öffnete, erstarrte sie im Türrahmen.
    Eine Gestalt, hoch und mit schwarzen, kurzen Haaren und mit einem langen dunklen Mantel bekleidet, stand mitten im Raum und auf dem Umhang prangte ein Wappen. Es zeigte eine Schlange in Nachtschwarz auf einem blutroten Hintergrund. Die gezeigten Zähne des Reptils leuchteten blendend weiß wie frischgefallener Schnee.
    „Grüß dich, Auserwählte“, sagte Victor Roderic mit einem bösartigen Lächeln.


    LG, Cassia

    Ab heut
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    Ab heut
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    Ab heut
    nur noch die wichtigen Dinge
    Ab heut
    nur noch leichtes Gepäck

  • Neues Kapitel! Meine Göttin Cassia, endlich nachdem du mich wirklich auf die Folter gespannt hast, kommt die Forsetzung! Enschudlige für meine Verspätung- mal wieder.
    Ich wollte mir das Kapitel in Ruhe durchlesen und hatte dabei die Zeit vergessen, weil ich es so oft gelesen habe!
    Es war unglaublich! Mir gefallen besonders die selbst erfunden Sprüche vor einem Kapitel, die du schreibst. Sie sind tiefsinnig und zeigen, welche Gefühle in eine besondere Rolle spielen. Du schreibst zwar nciht von der Ich-Form, wo man meist die Gefühle einer Person besser zur Geltung bringen kann, jedoch kannst du es auch in der allgmein-Form, was meiner Meinung nach schwieriger ist. Du weißt wie sehr ich deinen Schreibstyl mag- ach was-Liebe! Ich habe mitgefiebert. Ich fühle mich langsam wie Jasmin. An ihrer Stelle...mit ihren Gefühlen, Emotionen. Ich spührte förmlich die Wut gemischt mit der unendlichen Trauer, dass Vitisco so ein...(schreibe jetzt lieber nicht das Wort, welches mir auf der Zunge liegt). Wie kann er nur so eine wunderbare Frau, wie Jasmin eine ist, gegen diese Marionette Leiza, die ihn nur manipuliert, ersetzten? Ich begreife es einfach nciht, aber dahinter steckt sicherlich mehr als nur Liebe...Was mir besonders an diesem Kapitel aufgefallen ist, dass du wirklich mehr auf Leiza geachtet hast. Du hast sie so sehr ins Licht des Geschehens gerückt, dass die anderen Charas erblassten. Besonders Jasmin, die so etwas wie eifersucht auf ihre 'Gegnerin' hat. Victoria ist wirklich schlagfertig, war mir auch iwie klar das sie so etwas macht. Nicht umsonst ist sie mein Lieblingscharakter aus deiner Geschichte. Sie hat eben diesen aggresiven Charaktere und noch dazu einen Beschützer-Instinkt, und ich mag solche wirklich sehr.^^Sie können zugleich deine Freunde oder deine Feinde sein. Kaum zu glauben das sie mal zu Victor gehörte. Aber solche haben eben den Nachteil, weil sie eben diese leichtgläubigkeit haben. Jedenfalls denke ich das. Das Kapitel war aber nicht so gut wie der Vorgänger muss ich gestehen. Du hast deutlich mit den Beschreibungen nachgelassen, zwar hast du kurz einige genant bzw. sie mit anderen Sätzen verbunden. Jedoch hast du merklich nachgelassen. Die einzige Stelle die mir nicht so sehr gefallen hat, war als du geschrieben hast das sie den Rest des Tages (bis zum Abend..) sich in dem Zimmer eingesperrt hat. Mir gefallen generell solche Stellen nicht, wo man es nur kurz beschreibt, aber nun ja es ist Geschmacksache. Der letzte Teil war aber etwas verwirrend. Natürlich wieder spannend, damit man sich auf das nächste Kapitel freut. Wie hat sich Victor Zugang in dem Saal verschafft? Doch ich glaube das wird im nächsten Kapi ess aufgeklärt wird. Dann habe ich noch etwas kleines gefunden...

    Liebe Grüsse, Arisa

  • Ich schaffe es auch noch, keine Sorge ^^"
    Hallo Cassia, hier kommt mein Feedback.


    Inhalt
    Dieses Kapitel ist sehr traurig und aufschlussreich zugleich. Du bekommst das Gespräch zwischen Jasmin und Vitisco sehr lebhaft und glaubhaft hin, ich mag es, wie du beide Seiten veranschaulichst, also wie du beide Seiten zeigst, nicht nur Jasmins. Von Leiza hätte ich etwas mehr Wut oder Wiederstand gegen Vitisco erwartet, so a la Solidarität gegen ihn, du weisst wie ich meine. Aber schliesslich wird sie wohl sowas wie eine Rivalin werden, und auf diese Fights bin ich mal gespannt, wer wem zuerst die Augen auskratzt und so weiter. Wirklich viel an Handlung bzw an Story geschieht hier zwar nicht, aber du schaffst es trotzdem, voranzukommen und es spannend zu halten, das heisst, die Spannung reisst nicht, auch wenn die Bombe bereits am Anfang platzt. Ich finde es richtig niedlich wie sich Alice und Victoria um Jasmin kümmern, auch das bekommst du sehr gut hin. Allerdings verwundert es mich schon, wie kalt Vitisco ist. Er kommt mir vor, als hätte er eine Gehirnwäsche erlebt, kann das sein? Ich weiss ja nicht, sollte ich recht haben, sag nichts dazu ja? Ich spoilere mich sonst ja selbst. Und wenn es nicht so ist, es kann ja nicht sein, dass er sich nur verstellt hat? Das wäre wirklich eine kranke Glanzleistung von ihm...Leiza ist mir noch zu unbekannt und etwas "glatt", ich will gern mehr von diesem Chara erfahren, sollte sie also nochmal erscheinen, gib ihr doch einen kleinen Soloauftritt, damit wir sie noch besser kennen lernen =)


    Stil
    Manchmal frage ich mich, woran wir noch arbeiten können. Schliesslich ist der Stil auch Sache des Autors und auch immer Geschmackssache, weshalb ich mich weigere dir da reinzureden. Ich kann dir Tipps geben oder meine Sichtweise darlegen, aber ich will nicht, dass du gross was änderst, denn dein Stil ist bereits sehr gut. Das was man noch ändern kann sind eben Dinge wie, auf etwas mehr noch eingehen (beim letzten Kap habe ich dir ja ein paar Dinge aufgezeigt) und auf die kleinen Flüchtigkeitsfehler achten, die mannchmal passieren. Beschreiben tust du zwar weniger als andere, aber du hast trotzdem deine eigene, etwas verträumte Art, wie du zum Beispiel Farben beschreibst, und ganz ehrlich, ich mag es.
    F
    ehler

    Wie immer, schliesslich lese ich ja beta *hust* und auch sonst, du weisst, deine Rechtschreibung ist klasse.

    Ihre schwarzen Haare glänzten im Schein der untergehenden Abendsonne als das Schwarz, wie die Götter es einst erschaffen haben mussten, wie die Farbe selbst.

    Ich weiss, es ist eine Erklärung, aber das Wort kommt zweimal vor, und deshalb ist es zitiert.

    Sie ist schöner als ich, schoss es Jasmin durch den Kopf und es stimmte sie unfassbar traurig.

    Gedanken würde ich kursiv machen, sonst verwirrt das beim Lesen imo.

    „Stimmt, dass waren ja deine Befürchtungen“, gab sie ironisch zurück.

    „Und dass dafür, wie du Jasmin das Herz gebrochen hast!“

    Zweimal nur ein S.


    Lg