Die Auserwählte- Hassliebe

  • :patsch: Hallo zusammen und frohe Ostern...nachträglich<3
    Nach langer Zeit des Abwesens endlich wieder im BB. Sorry, aber PC-Verbot ist echt schlimm...
    Dafür kann ich jetzt endlich mal die Kommis beantworten.





    Neues Kapitel! Meine Göttin Cassia, endlich nachdem du mich wirklich auf die Folter gespannt hast, kommt die Forsetzung! Enschudlige für meine Verspätung- mal wieder.Ähm...*hust,hust* Ich sag ja nichts...
    Ich wollte mir das Kapitel in Ruhe durchlesen und hatte dabei die Zeit vergessen, weil ich es so oft gelesen habe!Cool! Dann gefällst dir ja, nee<3
    Es war unglaublich! Mir gefallen besonders die selbst erfunden Sprüche vor einem Kapitel, die du schreibst. Sie sind tiefsinnig und zeigen, welche Gefühle in eine besondere Rolle spielen.Danke. Es dauert auch immer, bis ich den passenden Spruch gefunden habe. Es nimmt Zeit, deshalb freu ich mich, dass sie Beachtung finden^^ WEnn dir übrigens mal ein guter einfällt, teil ihn mir ruhig mit. Du schreibst zwar nciht von der Ich-Form, wo man meist die Gefühle einer Person besser zur Geltung bringen kann, jedoch kannst du es auch in der allgmein-Form, was meiner Meinung nach schwieriger ist.Ich find das nie schwer- bin ich jetzt abnormal? Hoffentlich nicht<3 Du weißt wie sehr ich deinen Schreibstyl mag- ach was-Liebe! Ich habe mitgefiebert. Ich fühle mich langsam wie Jasmin.Anmerkung der Autorin: Ich auch!!! Deshalb fällt mir das Schreiben auch manchmal echt schwer... An ihrer Stelle...mit ihren Gefühlen, Emotionen. Ich spührte förmlich die Wut gemischt mit der unendlichen Trauer, dass Vitisco so ein...(schreibe jetzt lieber nicht das Wort, welches mir auf der Zunge liegt).Wahren wir die Etikette, Arisa. Obwohl- welches Wort wolltest du gerade sagen? *grins* Wie kann er nur so eine wunderbare Frau, wie Jasmin eine ist, gegen diese Marionette Leiza, die ihn nur manipuliert, ersetzten? Ich begreife es einfach nciht, aber dahinter steckt sicherlich mehr als nur Liebe...Warum durchschaut ihr mich?! Das ist ja abartig<3 Demnächst wisst ihr alles im Voraus...Was mir besonders an diesem Kapitel aufgefallen ist, dass du wirklich mehr auf Leiza geachtet hast. Du hast sie so sehr ins Licht des Geschehens gerückt, dass die anderen Charas erblassten. Besonders Jasmin, die so etwas wie eifersucht auf ihre 'Gegnerin' hat.Das war Absicht. Und das ist keine Eifersucht- das ist Hass. Victoria ist wirklich schlagfertig, war mir auch iwie klar das sie so etwas macht. Nicht umsonst ist sie mein Lieblingscharakter aus deiner Geschichte. Sie hat eben diesen aggresiven Charaktere und noch dazu einen Beschützer-Instinkt, und ich mag solche wirklich sehr.^^Vicky, Vicky! Ich liebe sie auch, so sehr^^ Im RL und in der Story. Und ich find`s toll, dass ihr sie alle so mögt.Sie können zugleich deine Freunde oder deine Feinde sein. Kaum zu glauben das sie mal zu Victor gehörte. Aber solche haben eben den Nachteil, weil sie eben diese leichtgläubigkeit haben. Jedenfalls denke ich das.Ich sag nichts mehr, du durchschaust mich und die Story! Das Kapitel war aber nicht so gut wie der Vorgänger muss ich gestehen. Du hast deutlich mit den Beschreibungen nachgelassen, zwar hast du kurz einige genant bzw. sie mit anderen Sätzen verbunden. Jedoch hast du merklich nachgelassen. Die einzige Stelle die mir nicht so sehr gefallen hat, war als du geschrieben hast das sie den Rest des Tages (bis zum Abend..) sich in dem Zimmer eingesperrt hat. Mir gefallen generell solche Stellen nicht, wo man es nur kurz beschreibt, aber nun ja es ist Geschmacksache. Der letzte Teil war aber etwas verwirrend.OK, ich sag doch was=) Beschreibungen, ich hasse sie manchmal. Natürlich wieder spannend, damit man sich auf das nächste Kapitel freut. Wie hat sich Victor Zugang in dem Saal verschafft? Doch ich glaube das wird im nächsten Kapi ess aufgeklärt wird. Dann habe ich noch etwas kleines gefunden...Ich verrat jetzt nichts mehr. Danke, Süße! Ich meld mich bald mal wieder, ja? Küsschen^^

    Liebe Grüsse, Arisa



    So...Was noch...? Ja! Sorry, zu verplant!
    Das nächste Kapitel kommt in zwei Teilen, es besitzt siebzehn Seiten! Tja, bedankt euch bei meinem kranken Hirn und Victoria im RL. Dank einer bescheuerten und geilen Idee kommt die Story ins Rollen. Ob euch die Richtung gefällt...naja^^
    Übrigens, für die unter euch, die sich gerne mit meiner Story beschäftigen: Schaut euch einmal dieses Video an.
    Der Kerl heißt Mate Kamares, ist Musicalsänger(Elisabeth, Tanz der Vampire) und ich bin vernarrt in ihn! Also nicht so, sondern eher...kumpelhaft! (Gott, kling ich dämlich :patsch: ) Auf jeden Fall, dass Lied heißt "Unstillbare Gier" und stammt eigentlich aus "Tanz der Vampire". Dieser Kerl wird(anders natürlich" eine relativ große Rolle in der Story einnehmen, er kommt schon im nächsten Kapitel.
    Was ich will: Was, vermutet ihr, wird er tun, sagen, sein usw.? Ich bin ja mal gespannt<3


    LG, Cass

    Ab heut
    nur noch die wichtigen Dinge
    Ab heut
    nur noch die wichtigen Dinge
    Ab heut
    nur noch die wichtigen Dinge
    Ab heut
    nur noch leichtes Gepäck

    2 Mal editiert, zuletzt von Cassia ()

  • So ein neuerlicher Versuch ein Kommi zu schreiben, ohne dass es gelöscht wird.
    Zu erst einmal muss ich ansprechen, dass ich hier eine deutige Veränderung zum ersten Band feststelle. Und ich bitte dich mich für folgende Sätze nicht zu hauen! ;(  
    Dein Schreibstil ist mit dir gewachsen, ihr seid jetzt beide mehr erwachsen geworden. Die bedrückende Stimmung begreift vom Leser jetzt besser Besitz, als es an einigen Stellen im ersten band noch der Fall war.
    Kleinere Fehlerchen haben deine anderen Leser schon gut herausgepickt und ich halte es für sowas von unlogisch, selbige noch mal aufzulisten.
    Auch muss ich vermerken das du die Autorin dieses Werkes bist. Nicht ich. Du hast hier mal sowieso die besten Ideen von uns beiden, ich schleife sie nur ein bisschen zurecht.
    Trotzdem danke ich dir für all dies Lob. :danke:
    Einen neuen Charakter lässt du erahnen und wie ich dich kenne wird damit eine gewaltige Umwälzung des Systems kommen. Also wenn du schon so "kumpelhaft" vernarrt in diesen Musicalsänger (Mate Kamaras) bist, dann werden wir noch einiges (gutes wie vielleicht nicht so gutes) von ihm hören.
    Auf jeden Fall bleibt es spannend, denn du scheinst die Gabe zu besitzen, am Ende eines Kapitels nicht zu viel übers nächste zu verraten und erhältst somit die Spannung bis zum wiederum nächsten Kapitel.


    Deine, dir als Inspiration, Ideenmitentwicklerin und Freundin treu ergebende Victoria :sekt:

  • Nach langer Zeit... endlich wieder da!
    Es lag daran, dass es eines der schwersten Kapitel war und Lynn leider nicht mehr Beta machen kann; erstmal in ganz großes Dankeschön, dass du es für mich getan hast. Für die harte Arbeit und Ähnliches.
    Aber nun ist das Kapitel mit Fehlern bestickt, dann könnt ihr noch ein wenig an mir rummosern xD



    5. Kapitel
    Verdammt


    „Manchmal muss man loslassen, um feststellen zu können, dass etwas Neues beginnt.“


    Victoria hatte sich auf den Balkon begeben.
    Je länger sie sich in den engen Gängen des Schlosses aufhalten musste, desto schwerer fiel es ihr, sich ruhig zu verhalten. Die ganzen Sitzungen des Rates, bei denen heftig diskutiert wurde und doch nichts Vernünftiges herauskam, ermüdeten sie. Warum ließ man nicht Taten statt Worten sprechen?
    Die Welt, wie sie Victoria von klein auf kannte, ging langsam unter. Wenn Vitisco glaubte, diesen Verfall allein durch gut gesetzte Worte aufhalten zu können - seine Meinung. Victoria jedoch wollte andere Wege gehen, aber niemand ließ sie.
    Zweifel nagten an ihr.
    Ihre Entscheidung, vor drei Jahren, sich Jasmin anzuschließen, erschien ihr nach wie vor richtig. Doch andere Dinge ließen sie verzweifeln.
    Feanon.
    Sie spürte seine Anwesenheit, bevor sie noch seine leisen Schritte oder das gleichmäßige Schlagen seines Herzens hörte. Deshalb drehte sie sich nicht um, als er aus den Schatten der Nacht trat. Das blasse Mondlicht malte Zeichen, die für Sterbliche nicht zu entziffern waren, auf seine Haut.
    „Ich muss mit dir reden.“
    Sie lächelte traurig. Wie lange schon hatte sie geahnt, dass dieser Moment kommen würde. Gehofft, gebangt und zu allen ihr bekannten Göttern gebetet, dass es sich ändern würde. Nun jedoch, wo sie Zeit gehabt hatte, diese Situation noch einmal zu überdenken, war sie fast erleichtert.
    Sie strich über das kühle Geländer. „Müssen wir dies denn noch? Ist nicht schon lange alles gesagt worden, was von Bedeutung war?“
    „War überhaupt etwas von Bedeutung, Vic?“
    Sie musste unwillkürlich schlucken. „Bitte, nenn mich nicht so.“
    „Weil jetzt Wut in dir herrscht?“
    „Weil es Vergangenheit ist und unsere Wege sich trennen. Ich bin nicht länger du.“
    Er trat nicht neben sie; Victoria war froh darüber. Es machte dies einfacher.
    Sie betrachtete die hellen Sterne über ihrem Kopf. „Was ist schiefgelaufen, was glaubst du?“
    „Vielleicht haben wir beide uns etwas eingebildet, was niemals vorhanden war. Unsere Liebe, die doch nie über Freundschaft und die Sehnsucht nach Zärtlichkeit hinausging. Und vielleicht auch, weil wir zu verschieden sind.“
    „Hör auf, uns beide zu belügen, Feanon!“, knurrte sie plötzlich. „Ich bin schuld am Tod deines Vaters, du unterstellst es mir ja. Ich bin ein Vampir, verdammt zu ewiger Dunkelheit. Wir sind verschieden, doch war uns diese Bedingung nicht von Anfang an klar? Nein, ich verrate es dir: Unsere Liebe war nie Liebe.“
    Nun trat er doch auf sie zu, doch sie wich zurück, bis sie die steinerne Wand im Rücken spürte. Sie begann zu zittern.
    „Das damals hat vielleicht alles besiegelt, aber schon davor war klar, wie es enden würde. Wir wussten es beide.“
    Feanon antwortete ihr nicht, blickte ihr nicht einmal mehr in die Augen.
    „Können Gefühle so lügen?“, meinte er leise, eher zu sich selbst. Doch er erhielt keine Antwort, denn die kannte er schon längst. Sanfter Wind fuhr den beiden durch die Haare und wirbelte dann weiter.
    „Bitte, Feanon…hör auf. Ich bin müde und kann nicht viel länger dieses Gespräch mit dir führen.“
    „Du hasst mich.“
    Der Elf sprach die Worte aus, ohne eine Emotion in der Tonlage. Beinah gleichgültig. Victoria wusste nicht zu sagen, was sie mehr schockte: Die Aussage an sich oder die nicht vorhandenen Gefühle dahinter. Sie starrte ihn an.
    „Ich hasse dich nicht, Feanon. Ich – “
    „Doch. Weil ich dir nicht länger das geben kann, was du benötigst. Und weil ich dich belogen habe.“
    „Darum geht es nicht! Außerdem hast du nicht mich, sondern hauptsächlich Dyara angelogen.“ Jetzt wurde sie lauter, denn sie fühlte sich mehr und mehr in die Enge getrieben wie ein Tier.
    „Lass Dyara aus dem Spiel, Victoria.“
    Auch Feanons Stimme nahm einen gefährlichen Unterton an, auch, wenn sie weiterhin gelassen blieb. Doch das Mädchen wusste, dass, wenn Feanon zornig wurde, es nicht an seiner Stimme erkennbar war. Sondern an seinen Augen, die, genau in diesem Moment, enger wurden. Aber sie interessierte sich nicht länger daran. Mit der Rücksicht war es ein für alle Mal vorbei.
    „Du liebst sie, nicht wahr? Mehr, als du mich jemals geliebt hast. Ja, es wäre besser, wenn ich dich hassen könnte…“
    Knall! Feanons Hand fuhr neben ihrem Gesicht, nur wenige Zentimeter entfernt, gegen die Wand und blieb dort. Er stützte sich mit ihr ab und brachte sein Gesicht ganz nah an das ihre. Als sie seinen warmen Atem auf der Haut spürte, wurde ihr schlecht. Er funkelte sie zornig an.
    „Vielleicht könnte ich dich weiterhin lieben“, sagte er langsam und betonte jedes einzelne Wort. „wenn du mich nicht für mein Leben gezeichnet hättest. Denn das Mal auf meiner Haut wird mich immer daran erinnern, wohin mich diese aufopfernde Liebe gebracht hat. Sag mir: Was hättest du getan, wenn ich in deinen Armen gestorben wäre?“
    „Du wusstest, wozu ich fähig bin!“, schrie sie. Jetzt kamen die verdammten Tränen doch. Sie tropften auf ihre blasse Haut und auf den Boden. Das wievielte Mal war das jetzt, dass sie weinte, wegen ihm? Sie hatte aufgehört zu zählen.
    „Ja, dass wusste ich. Aber es ist Geschichte.“
    Mit diesen Worten stieß er sich von der Wand ab, drehte sich ohne ein weiteres Wort um und verschwand im Inneren der Burg. Victoria blieb allein zurück.
    Sie schmeckte immer noch sein Blut. Köstlich, bitter und süß zugleich. Und die Erinnerung an den kalten, verschneiten Märztag vor einem Jahr kehrte erneut zu ihr zurück.


    Der Schnee lag immer noch, obwohl die Tage langsam wärmer wurden. Schneeglöckchen, die Köpfe so weiß wie der Untergrund, auf welchem sie standen, hatten sich trotzdem ihren Weg gebahnt. Die Sonnenstrahlen fielen auf das endlose Weiß, ließen es glitzern wie Diamanten. Ein Schneehase hoppelte eilig davon, als Victoria ihn, trotz seiner geschickten Tarnung, entdeckte. Sie hörte ihren Magen knurren und so setzte sie dem Tier nach, bevor es außerhalb ihrer Reichweite gelangen konnte. Ihr Atem tanzte in kleinen Wölkchen vor ihrem Mund, doch sie fror nicht. Vampire spürten weder Kälte noch Wärme, weder Schnee noch Sonne.
    Der Hase war schnell, was Victoria jedoch nur noch mehr Spaß machte. Sie liebte es, wenn ihre Beute noch eine Weile lang verzweifelt nach einem Ausweg suchte, um ihr doch noch zu entkommen. Aber es war stets vergebens, denn Victoria besaß nicht umsonst mehrere Jahrzehnte Jagderfahrungen.
    Als das Tier einen engen Haken schlug und die Richtung wechselte, reichte es dem Mädchen. Der Schnee stob hinter ihr auf, als Victoria einen Satz nach vorne tat, das Tier im Genick packte und ihm, ohne langes Abwarten, den Hals umdrehte. Das Zappeln des kleinen Tieres erstarb augenblicklich. Mit einem zufriedenen Grunzen schlug sie ihre Zähne in den leblosen Körper und begann gierig zu trinken.
    Nachdem selbst der kleinste Blutstropfen aus dem Körper genommen worden war, vergrub Victoria den Kadaver des Tieres und erhob sich. Genüsslich streckte sie sich. Sie bewunderte zum wiederholten Male die raubtierhafte Eleganz und Beweglichkeit ihres Körpers. Es verblüffte sie bei jeder Jagd aufs Neue – sie war der perfekte Jäger.
    Doch sie hatte immer noch Hunger; ein kleiner Hase war vielleicht eine gute Zwischenmahlzeit, aber wirklich satt wurde man davon nicht. Sie brauchte etwas größeres, einen Bären zum Beispiel. Während sie noch überlegte, vernahmen ihre feinen Ohren ein leises Geräusch hinter ihr.
    Sie knurrte, ging in die Hocke und sprang dann in das Gebüsch, aus der sie das Geräusch ortete.
    Ein Schrei.
    Victoria landete auf etwas Weichem, doch sie versuchte gar nicht erst, herauszufinden, worum es sich handelte. Dass es etwas Lebendiges war, konnte sie riechen und sie fühlte den verängstigten Herzschlag. Wie der eines kleinen Vogels. Ein einziger Gedanke beherrschte sie und ließ all ihre menschlichen Gefühle im Nichts verschwinden.
    Beute.
    Ihr Instinkt übernahm die Kontrolle. Mit gebleckten Zähnen packte sie ihr Opfer im Nacken und zog es grob zu sich heran. Mit der Zunge leckte sie beinah spielerisch über die Haut, schmeckte tausend Dinge und spürte unter ihren Fingern den Puls ihrer Beute. Ein leises Wimmern, ihr Name. Geflüstert wie im Tode.
    „Victoria…“
    Es war belanglos; was zählte, war der Rausch des Blutes unter dieser Haut. Und sie grub mit einem Lachen ihre Zähne in das weiche Fleisch. Dass etwas unter ihr schrie, registrierte sie kaum. Als Victoria das Blut schmeckte, stöhnte sie behaglich auf. Es schmeckte köstlich, wie ein besonders guter Jahrgang von Wein, wie Wasser für jemanden, der tagelang durch die Wüste geirrt war…Es gab keinen Vergleich.
    „Victoria!“
    Ein schriller Schrei, gefolgt von hastigen Schritten. Als der Vampir den Geruch eines Artgenossen wahrnahm, knurrte er drohend, jedoch ohne aufzuhören mit dem Trinken. Doch dann wurde sie gepackt und fortgezerrt von der Köstlichkeit. Victoria brüllte wie ein Stier, schlug wie wahnsinnig um sich. Aber ein harter Schlag mitten in den Nacken ließ ihr Gebrüll verstummen. Sie ging benommen zu Boden und es dauerte einige Sekunden, bis sich der Nebel in ihrem Kopf verzog.
    Das Erste, was sie registrierte, war Alice. Sie stand einige Schritte von ihr entfernt, mit tränenüberströmtem Gesicht und schluchzte. Lucian hielt Victoria fest, dass bemerkte sie, als sie vorsichtig den Kopf drehte.
    „Wie konntest du nur“, wiederholte Alice immer wieder aufs Neue. Victoria begriff nicht, was ihre Freundin so verstörte. Sie hatte doch nur gejagt und anschließend ihre rechtmäßige Beute ausgesaugt! Alice tat oft genug dasselbe.
    Sie fluchte und versuchte, sich aus Lucians Griff zu befreien. Doch dieser ließ nicht los.
    „Verdammt, was ist denn bloß los?“, fragte sie zornig. „Warum haltet ihr mich fest? Und halt endlich die Klappe!“ Barsch fuhr sie Alice an, die immer noch weinte und zitterte.
    Morr schlug Victoria ins Gesicht.
    „Komm zur Besinnung, Mädchen!“, fuhr er sie an.
    „Victoria – du hast einen von uns attackiert!“, brüllte Lucian. Und erst jetzt betrachtete sich Victoria ihr Opfer genauer. Ihr Atem stockte.
    Blutüberströmt lag Feanon im Schnee, sein Gesicht verzerrt vor Schmerz. Seine schmale Hand war auf eine Wunde an seinem Hals gedrückt, das Blut lief über seine bleiche Haut, unter der man die blauen Äderchen sehen konnte. Er hatte die Augen geschlossen.
    Doch als Victoria ihn anstarrte, die vollen Lippen benetzt mit seinem Blut, öffnete er seine moosgrünen Augen und blickte ihr geradewegs ins Gesicht. Und es war dieser Ausdruck in seinen Augen, der sie zerstörte.
    Liebe. Bedienungslose, aufrichtige Liebe und die Enttäuschung darüber, dass seine Liebe nichts hatte retten können. Dass das Böse schließlich doch noch triumphieret hatte.
    Dyara kniete neben dem Elf. Angst und Entsetzten spiegelte sich auf ihrer Miene und sie wandte sich zu Lucian um, der Victoria losgelassen hatte. Diese zitterte am ganzen Körper.
    „Er muss behandelt werden“, sagte Dyara tonlos. „Sofort.“
    Morr und Lucian reagierten umgehend, hoben den mittlerweile bewusstlosen Feanon vorsichtig hoch und verschwanden mit ihm zwischen den verschneiten Bäumen. Dyara folgte.
    Alice weinte immer noch, als sie eine Hand nach Victoria ausstreckte. Sie blickte sie mit demselben Ausdruck an wie all die Jahre zuvor – als Victoria für sie nur die beste Freundin gewesen war.
    „Komm“, wisperte sie. Doch das rothaarige Mädchen trat einige Schritte zurück, musste dabei jedoch aufpassen, nicht zu stolpern. Die Tränen brannten hinter ihren Augen, doch sie ließ sie nicht hinaus. Noch nicht. Sie schüttelte wild den Kopf und versuchte, etwas zu sagen. Aber kein einziges Wort kam über ihre Lippen.
    Alice sah sie nicht an, als sie wortlos ging. Sie hinterließ ihre Fußabdrücke im Schnee, die Victoria anstarrte, als erwarte sie sich durch diesen Anblick eine Lösung. Und als die Tränen flossen, wurde ihr nicht leichter ums Herz wie sonst.
    Immer noch schmeckte sie sein Blut; als habe es sich mit dem ihren vermischt.


    Victoria klopfte an Feanons Kammer, aber eine weibliche Stimme antwortete ihr. Sie klang erschöpft. Das Mädchen öffnete und Dyara blickte auf, die Hand ruhte weiterhin auf Feanons Wange.
    Victoria war wie paralysiert. Sie starrte den leblosen Elf an, und Dyara sprang eilig auf, als habe Victoria sie bei etwas Verbotenem ertappt. Sie winkte sie nach draußen und auf dem Gang lehnte sich die Nymphe wie erschlagen gegen die Tür.
    „Was willst du?“, fragte sie ohne Umschweife und Victoria zuckte angesichts ihrer zornigen Stimme zusammen. Ihr Mut sank.
    „Ich…wollte…nach ihm sehen“, stotterte sie.
    „Wie, denkst du, geht es ihm nach deinem Angriff? Er hat eine Menge Blut verloren, da du dich ja nicht wie ein zivilisierter Mensch benehmen kannst!“
    „Ich wollte ihn nicht verletzen“, entgegnete Victoria lahm, doch Dyara machte eine abfällige Geste.
    „Es geht nicht darum, was du wolltest oder nicht; es ist geschehen. Du hättest es wissen müssen, Mädchen.“ Sie blickte ihr in die Augen, unterdrückte nur mühsam ihre Wut.
    „Du bist anders als wir alle; Alice kann sich unter Kontrolle halten. Warum also du nicht? Feanon hat dich geliebt und wie dankst du es ihm? Indem du ihn fast tötest! Denn das hättest du, wenn wir nicht eingegriffen hätten.
    Du bist und bleibst ein Vampir, eine Bestie, die man nicht versiegeln kann. Es wäre wahrlich besser, wenn du begreifen würdest, wo du wirklich hingehörst!“
    Die Worte zerschnitten Victorias Herz. Voller Qual drehte sie sich abrupt um und rannte davon. Fort von Dyaras Hass und Feanon, der sie aufgegeben hatte.
    Feanon hat dich geliebt …
    Es war eingetreten, was sie immer befürchtet hatte: Er liebte sie nicht mehr. Er ließ zu, dass sie abstürzte in einen Abgrund voller Dunkelheit. Sie fand keinen Weg zurück ins Licht. Hatte auch Markei sie aufgegeben? War in ihr nur das Monster, jederzeit bereit, wieder hervorzubrechen, um sich wieder ihren Körper zu unterwerfen?
    Nackte Angst machte sich in ihr breit – Angst vor dem, was in Zukunft sein würde.

    Victoria wollte sterben. Jetzt, sofort, auf der Stelle. Sie sah kein Licht mehr am Ende des Tunnels. Und nun hatte sie noch das Letzte verloren, ihren Halt in diesen Zeiten.
    Vielleicht verdiente sie keine Liebe; vielleicht sollte sie aufhören, zu versuchen, wie alle anderen sein zu wollen.
    Während sie zu weinen anfing, bemerkte sie die Gestalt, die sich ihr behutsam näherte, nicht. Erst, als sich eine kühle Hand auf ihre Wange legte, hob sie den Kopf. Ihre verweinten Augen trafen auf dunkelblaue Augen, die liebevoll auf sie gerichtet waren. Dunkelblondes Haar fiel ihr wie ein sanfter Wind ins Gesicht.
    „Hallo, kleine Wildkatze“, flüsterte der Fremde und Victoria warf sich ihm schluchzend in die Arme. Dabei murmelte sie immer wieder seinen Namen.
    „Mirot…“


    LG, Cass (Lasst mich bitte noch am Leben!)

    Ab heut
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    Ab heut
    nur noch leichtes Gepäck

  • Endlich nach so langer Wartezeit, kommt ein neues Kapi bei Hassliebe raus! Aber ich möchte dich nciht hetzen. Besser du lässt dir Zeit mit deinen Kapitel, so merkt man wie hart du dafür arbeitest. Außerdem schreibst du gleichzeitg an drei Fanfictions, also ist das sehr bemerkenswert wie sehr du dich reinhängst. Ich wünschte ich wäre auch so fleißig wie du.:3


    Verdammt
    Der Titel klingt ein bisschen zu schlicht für meinen Geschmack. Aber wei weiß hinter was sich für eine Geschichte abspielt? Wie gesagt du kannst gut damit umgehen, spannende Fragen zu stellen in deinen Geschichten.
    Was mir sofort aufgefallen war ist, das du diesmal Victoria sehr beschreibst. Du gehst ins Detail und diesmal hat auch ein anderer Charakter sozusagen den Vortritt was sehr gut ist. Aber auf der einen Seite Schade, das ich nichts über Jasmin erfahre. Aber du weißt wie du die Charaktere abwechseln kannst. Ja spann mich ruhig noch weiter auf die Folter.Victoria ist auf der einen Seite total tuff und stark, doch tief im inneren sehnt sie sich nach Liebe. Du hast eine neue Seite von ihr preisegegben, was auch gut ist. Du stellst ihre Schwächen da-ich meine stell dir vor wenn Charaktere keine Schwäche hätten. Dann wäre alles langweilig, oder? Dann würde man seine Charaktere "perfekt" darstellen und das würde den Lesepsaß verderben. Es ist traurigm, alles. Was mich aber wundert ist, das du Victorias "Opfer" gar nicht beschrieben hast, als sie ihn angriff. Auch wenn sie ihn vielleicht nicht richtig wahrnahm durch ihren Blutdurst, finde ich hättest du auch beschreiben können, wenn er Beispielweise etwas grünes trug, das die die Farge grün noch in Errinerung hat. Oder so etwas. Jezt weiß ich was du mit dem Titel Verdammt meinst. Und zwar das Victoria dazu verdammt ist, ein Vampir zu sein, der Blut will. Zwar wird sie nie altern, aber dies ist eine Falle. Aber was ich mich wirklich frage ist, wie kann er sie lieben? Ich meine, wie kann sie die Mörderin seines Vater nur lieben? Aber das zeigt das Liebe wirklich alles überwinden kann, selbst so etwas furchtbar trauriges. Die Stelle wo due Knall geschrieben hast, fand ich wirklich passen.^^ Ich bin zwar kein Fan von solchen Lauten, die man schreibt, liebe mag ich ech wenn man sie beschreibt (ein lauter knall...) anstatt das Wort selbst. Aber das fand ich einfach so passend, dehalb musste ich es einfach erwähnen!<3
    Sonst muss ich sagen mal wieder ein makelloses Kapitel, bis auf das beschreiben der Charaktere (das Aussehen). Das ist mir sehr wichtig, weil ich mir gerne ein Bild von Leuten machen will. Es war sehr traurig und ich kann sehr gut mir ihr mitfühlen, obwhol ich selber jetzt nicht wirklich so etwas selbst erlebt habe, nur ich kann es mir gut vorstellen. Außerdem ist Victoria doch mein Lieblingschara von deiner Story.


    Wegen den Fehlern. Ich werde es lassen und dir keine ausfindig machen, da ich zum einen es überhaupt nicht kann und zum anderen mir keine besonderen oder besser gesagt gar keine aufgefallen sind, aber vielleicht habe ich nicht richtig aufgepasst.
    Wie dem auch sei freue ich mich auf jeden Fall auf die Fortsetzung!


    //Edit: Armer Hase! x(
    Lg, Arisa.♥

  • Die Auserwählte - Hassliebe




    Hallo, Cassia.


    Kaum zu glauben, vor einigen Wochen hatte ich noch gar nichts von dir gelesen. Ich dachte zwar, dass du vermutlich ganz gut bist, hätte aber nicht gedacht, dass du in so schneller Zeit zu einem meiner Lieblingsautoren hier mutierst. Jetzt lese ich schon dein zweites Werk und bin wieder frisch verliebt in deinen Stil. Gleich zu Anfang, ich brauche unbedingt eine Benachrichtigung per Gästebuch und werde dich nach diesem Post hier für den Profibereich vorschlagen, nach fünf Kapiteln geht das ja und das muss einfach sein! Hoffe, du schaffst es dorthin, aber ich bin zuversichtlich.
    Das Frontbild sieht schon sehr schön aus, es ist praktisch, so begabte Freunde zu haben. Es hat so einen traurigen und doch wütenden, entschlossenen Ausdruck, also sehr passend zu Jasmin... Achso, ich schreibe bewusst in Blutrot, dachte, es harmoniert so mit deiner Geschichte. Der blaue Startpost ist sehr schön, gefällt mir gut. Ich liebe blau. Der Frontspruch ist anders, als andere - länger, düsterer, härter. Nicht nur ein ach-so-treffender Spruch, sondern schon ein kleiner Text zum Einstieg, gefällt mir. Teil eins deiner Geschichte habe ich nie komplett gelesen, aber das macht nichts. Ich gleiche das damit aus, dass ich hier umso loyaler dabei bleibe. Elfen gegen Vampire ist auf jeden Fall originell, Menschen oder Werwölfe wären jetzt nicht so toll gewesen... Traurige Romanzen sind auch mein Fall, davon gibt es wohl so einige hier, wie es scheint. Hat es einen Grund, dass das Land des Schnees zweimal im Startpost enthalten ist? Vermutlich ein Versehen, oder? Die Welt klingt sehr schön, da würde ich gerne einmal wohnen, oder in den Urlaub gehen. Die Wesen sind mir auch sympathisch, besonders die Nymphen, auch wenn ich die immer als zweigesichtige Biester in Erinnerung hatte. Der Elfentext ist dir besonders gelungen. Bei der Benachrichtigungsliste fehlt wie gesagt mein Name. Möchtest du einen zweiten Startpost haben? Ich bastele dir einen. Dann wäre es nicht so viel Text auf einmal, man fühlt sich als Leser ein wenig erschlagen. Einfach bescheid sagen.


    Kommen wir zum Prolog. Den Tod kann man nicht verschönern, hach, das ist wieder so ein hübscher Spruch, sowas liegt dir ja total. Deine Beschreibungen sind wie gewohnt gut, du überrascht mich immer wieder aufs Neue positiv. Ich bin dein Fan. Auch wegen der schwarzen, gefiederten Todesboten... Raben liebe ich so sehr, die kommen in meinen Geschichten irgendwie auch ständig vor. Sonne und Tod sind keine tolle Kombination, aber ich finde es gut, dass es nicht immer theatralisch und passend regnet und stürmt, auch wenn sich Jasmin das wünscht. Wer wohl gestorben ist? Kenne die Charaktere von damals ja nicht, aber das macht nichts, es war auch so sehr traurig. Du bringst einem die Charaktere sehr schnell näher. Gleich zu Beginn sehr melancholisch...
    Kapitel eins, Zwei lange Jahre, war ein guter Beginn. Ich kann mich wunderbar in Jasmin hineinversetzen, wieso genau, weiß ich nicht. Sie ist mir nah. Die Länge ist gut. Die ganze Szenerie mochte ich: Winter, Vergangenheit, die einen nicht loslässt, zwei Jahre sind vergangen... Wo wohl ihre Freundinnen sind? Rechtschreibung und Grammatik sind durchweg gut und das Ende hatte einen netten Ausklang. Sehr entspannend.
    Kapitel zwei, Scherbenmeer, hat ja einen endschönen Namen. Hach. Die Länge war hier wieder super. Deine Frontsprüche bei den Kapiteln gefallen mir sehr... Du kleiner Poet! Der Albtraum am Anfang hatte auch etwas, sehr gut herübergebracht. Ich bin immer wieder erstaunt, wie du dich entwickelt hast. Jasmin tut mir so leid. Alice und Victoria liebe ich, solche Freundinnen hätte ich auch gerne! Wobei, wenn ich so darüber nachdenke, meine beiden besten Freundinnen ähneln den beiden ein wenig. Erklärt wohl auch, wieso ich sie so sehr mag. Deine Dialoge wirken sehr lebendig und zeigen gut auf, wie die Charaktere sind. Schön, dass sich die Freundinnen endlich wiedersehen und ja, das kam gut herüber. Ich konnte mir die Charaktere gut vorstellen und das Kleid hätte ich auch gerne! Wenn auch eher in rot, blau ist nicht meine Farbe (es steht mir einfach überhaupt nicht).
    Kapitel drei, Mylady ist zurück, hatte bisher den besten Namen. Die Länge war diesmal echt perfekt. Feanon mag ich sehr, ist mir direkt schon ein wenig ans Herz gewachsen. Das mit dem Zettel ist irgendwie typisch gewesen, fand ich witzig... Immer diese Missverständnisse unter Freunden... Deine Charaktere sind so toll, besonders der alte Mann da, vor dem Vicky und Alice so respektvoll sind. x3 Der war lieb. Vitisco und Leiza hasse ich dafür wie die Pest, brr.
    Kommen wir zu Kapitel vier, Lügen. Hier ist es angenehm, dass es ein wenig kürzer ist, nach 3 1/2 Kapiteln tut das gut. Mein Herz, ehrlich, das Ende von Kapitel drei beschäftigt mich immer noch, obwohl ich schon zwischendurch weg war und jetzt erst zum Weiterschreiben komme. Habe erst einmal meine Katze geflauscht, das beruhigt. Muha. Victorias Auftritt war ja göttlich! Ich liebe sie sehr. Genauso wie Alice, wie bereits gesagt. Ist es Zufall, dass es einen Victor und eine Victoria gibt? Sind ja schon sehr ähnliche Namen. Bin gespannt, ob sich da noch was entwickelt.
    Fünftes Kapitel, verdammt, Name trifft meine Meinung sehr! Ist nämlich schade, dass ich schon durch bin. Wirklich. Aber das Gute ist, jetzt bin ich up to date! Ich schlage dich dann jetzt gleich für den Profibereich vor, aber erst noch ein paar Anmerkungen... (Und wehe, jemand ist schneller als ich +.+). Es gibt hier viele schlechte Romanzen (erinnert mich an Lady Gaga, haha), das tut mir leid für die Charaktere! Ist aber umso realistischer wohl. Feanon und Vicky, schade dass es so gelaufen ist. Ich verstehe, wieso er sie nicht mehr lieben kann und sie fürchtet. Aber ich verstehe auch Vic, die als Vampir eben keine wirkliche Kontrolle über ihre Instinkte hat... Ja, wie es eben manchmal so läuft... Mirot, wer ist das? Ob da was geht bei den Beiden? Schönes Ende jedenfalls, und wieso sollten wir dich nicht am Leben lassen?


    Bis bald dann, freue mich schon sehr. <3


    Die andere Kitty.
    PS: Glückwunsch, es hat geklappt *.*

  • Chapter V- Verdammt


    Huhu Cassia.
    Ja, ich lebe noch und jaa endlich kommt mein Feedback, entschuldige, dass du warten musstest. Aber ich halte meine Versprechen und hier ist der Beweis. Viel Spass ^^


    Deinem Zitat stimme ich voll und ganz zu. Ich mag diese kleinen Zitate, die du postest, bevor das Kapitel kommt. Allerdings habe ich dir auch schon mal gesagt, dass ich es nicht so schön finde, dass du die Kapitel unterstreichst. Das wirkt nicht so schön, wie es sein könnte- aber auch schon mal gesagt, das ist deine Sache.
    Dass ich nicht mehr beta lese tut mir, um es noch zu erwähnen, leid, aber ich sehe auch nicht viel Grund, warum du mich noch brauchst. Ich habe unter anderem beschlossen, dass du gut genug bist. Weißt du das eigentlich? Ich lese immer so gebannt mit und du beweist hier wieder einmal, dass du keine Hilfe mehr brauchst. Du bist keine Schülerin mehr, die der Lehrerin lauscht. Du bist selbst zur Lehrerin geworden und was du da schreibst fasziniert einfach. Vergiss das bloß nicht.
    Das Gespräch zwischen Victoria und Feanon ist dir fantastisch gelungen- du gehörst hierher, wirklich. Hier kommen Emotionen wirklich rüber und ich kann dir keine Tipps geben, wie du es besser machen könntest. Vielleicht versuchst du einfach, bei einem (wichtigen) Gespräch beide Seiten zu zeigen- klar, Victoria ist eher Hauptperson als Feanon, aber vielleicht ein,zwei seiner Gedanken, das wäre natürlich auch toll gewesen. Andererseits spricht er vieles aus, was viel von ihm zeigt. So kann man es auch machen.


    Ist der kursiv gedruckte Text ein Flashback oder ein Traum? Das wird auf den ersten Blick zwar nicht ganz klar, ist aber auch hier super geschrieben. Armer Hase, das ist wirklich unangenehm zu lesen, aber im positiven Sinn. Es ist nämlich überraschend gut beschrieben. Ich hoffe, du hast das selber noch nie Gemacht (/Ironie).
    Interessant, dass du dich mehr auf Victoria konzentrierst. Man sieht sie ganz anders als vorher und irgendwie beginne ich, sie sehr zu mögen. Nun rücken alle anderen mehr in den Hintergrund und solche „Kameraschwenker“ finde ich in Storys immer sehr interessant. Zeigt, wie viel du kannst und wie viel Fantasie du hast. Mach weiter so!

    Zitat von von dir

    Es lag daran, dass es eines der schwersten Kapitel war und Lynn leider nicht mehr Beta machen kann; erstmal in ganz großes Dankeschön, dass du es für mich getan hast. Für die harte Arbeit und Ähnliches.

    Es war mir eine Ehre, und das meine ich ganz ehrlich. Du sagtest, du willst das vielleicht veröffentlichen? Falls du das schaffst, gib mir bitte Bescheid, ich muss es haben x3 Du erinnerst mich daran, dass du eine der ersten Autorinnen warst, für die ich überhaupt beta gelesen habe und an meine Anfänge im FF Bereich. Bevor ich jetzt hier sentimental werde: ich habe dir sehr gerne geholfen und falls du mal einen Rat brauchst (was ich stark bezweifle) oder du jemanden brauchst, der doch dringend beta liest, frag mich, wenn ich Zeit habe, dann helfe ich dir schon weiter ;3

    LG, Cass (Lasst mich bitte noch am Leben!)

    Wo ist deine Angst, Cassia? Dein Kapitel ist fantastisch. Ich finde wenige bis keine Fehler, was entweder daran liegt, dass ich viel zu fasziniert und gebannt bin, oder, dass du einfach zu gut bist. Wen wunderts? Du bist im Profi Bereich und das zu Recht. Freu dich, geniess es und mach bitte schnell weiter. Der nächste Kommi kommt schneller x3


    Lg, Lynn~

  • Hey!
    Lange ist`s her, dass ich mich hier hab blicken lassen. Ich war erstmal in Schockstarre angesichts Kittys wunderbatren Kommi, dann dass ich im Profibereich bin und dann, als dieser Schock endlich nachließ, kam Lynn und ich erlitt wieder einen, der mich bis gestern Abend ergriff. Jetzt bin ich wieder voller Tatendrang und muss euch sagen, dass ich die Kommis morgen oder vielleicht auch heute noch beantworten werde. Es sind einfach zu ausführliche und es würde mir weh tun, sie mal schnell zu beantworten. Das mach ich lieber ausführlich!
    Ein neues Kapitel, nach langer Zeit... und das Erste, dass im Profibereich erscheint. Ein tolles Gefühl, übrigens. Danke nochmal an euch alle, dass ihr mich so sehr unterstützt!


    6. Kapitel
    Blind vom Licht der Kerzen


    „Schönheit blendet uns, so dass wir blind sind für die Wahrheit. Denn jede Schönheit ist vergänglich. Und was schließlich übrig bleibt, ist die Lüge hinter dem Wunderbaren. “


    „Es ist lange her…viel Zeit ist seit unserem letzten Zusammentreffen vergangen.“
    Victors Stimme trug weit, er musste sie nicht unnötig erheben, um Aufmerksamkeit zu bekommen. Diese erlangte er unweigerlich, wenn er sich in einem Raum befand und selbst, wenn er doch der Feind war, konnte man ihn bewundern. Seine Machtausstrahlung war unübertrefflich. Seit dem letzten Treffen mit Jasmin hatte er sich nicht verändert. Das weißliche Haar kurz und die schwarzen Augen wie Löcher in einem Gesicht, dass leichenblass war. Sogar die raue Stimme war geblieben.
    Die Gefährten betrachteten den Vampirfürsten wie ein Kaninchen die Schlange, obwohl sich auf einigen Gesichtern auch Hass und Zorn widerspiegelte. Allem voran Lucian, der die Hände zu Fäusten geballt hatte und nur von Alice zurückgehalten wurde. Der Rat selbst glänzte durch Abwesenheit, die Stühle waren leer.
    Jasmin trat vor, aufrecht und unerschütterlich. „Ich hatte gehofft, dass du nicht mehr hier bist, wenn ich wiederkehre.“
    „Ich bin zäher als du denkst“, lachte der Fürst. „Und meine Machtübernahme übersteigt das Vorstellungsvermögen aller noch freien Völker. Doch warum bist du erst jetzt zurückgekehrt, Auserwählte?“
    Jasmin entgegnete nichts, denn sie sah mit Unbehagen den schwarzen Dolch an Victors schlichten Gürtel. Vielleicht eine unscheinbare Waffe, doch genauso gefährlich wie jede andere. Frisches Blut tropfte von der hervorlugenden Klinge, fiel zu Boden. Erst, als sie sich von diesem Anblick losreißen konnte, antwortete das Mädchen.
    „Weil ich erst erahnen musste, wofür ich eigentlich kämpfe. Und erst jetzt habe ich eine Antwort erhalten.“
    Victor blickte ihr stumm ins Gesicht, während sich Strahlen des Mondlichtes in ihrem Haar einfingen und silberne Linien wie feinster Silberdraht aufleuchteten. Victors Gesicht hingegen glich in dem bleichen Licht einem Totenschädel.
    Er wandte sich stumm von Jasmin ab. Erst jetzt bemerkte die die Gefährten, darunter auch Vitisco. Er sah müde aus.
    Der König und der Fürst bedachten sich mit Blicken und mit einer schwungvollen Bewegung warf Victor seinen Umhang zurück, bevor er sich zu einem Fenster wandte. Scherben lagen am Boden, alle bespritzt mit rubinrotem Blut. Der Tote, er trug die Rüstung einer Wache, lag mit aufgeschlitzter Kehle inmitten des zerbrochenen Glases. Seine Augen starrten mit einem Ausdruck von Erstaunen zur Mamordecke. Victor schenkte ihm keinen weiteren Blick, als er zum Fenster trat.
    „Du weißt, dass die Zeit abläuft, Vitisco. Nicht mehr lange und diese Welt wird untergehen in einem Meer von vergossenem Blut, bespickt mit Schreien der Qual. Rette dein Volk, solange du noch die Möglichkeit dazu besitzt.“
    Vitisco rieb sich erschöpft übers Gesicht. „Soll das deine Kriegserklärung sein?“
    „Endgültig. Es sei denn, du akzeptierst meine Forderung.“
    „Um auch die letzte Hoffnung aufzugeben, die Alisma noch beschützt vor dir? Nein, verlange nicht das Unmögliche. Lieber sterbe ich!“ Er schrie die Worte Victor ins Gesicht, dessen Miene einer furchterregenden Fratze glich.
    Jasmin war erstaunt.
    Wie Vitisco dastand, aufrecht und ohne das Anzeichen von Schwäche, erinnerte er sie wieder an den Mann von früher. Der kämpfte für seine Ideale, der sein Volk führte in eine Zeit des Friedens. Seine Augen leuchteten auf wie Edelsteine, ein Licht in der dunkelsten der Nächte.
    Dies war der Mann, in welchen sie sich auf ihrer langen Reise verliebt hatte.
    Victor warf ihm nur einen abschätzigen Blick zu.
    „Dann renn dem Untergang entgegen.“
    Mit diesen Worten sprang er aus dem Fenster, vor welchem er sich aufgebaut hatte und das Letzte, was man von ihm hörte, war sein hämisches Lachen. Es würde Jasmin noch in vielen Albträumen begegnen.
    Dann war er verschwunden.


    Eine Zeit lang, nachdem auch das Echo von Victors Lachen verklungen war, herrschte angespanntes Schweigen. Lucian hatte sich soweit wieder beruhigt, wenn sein Gesicht auch noch leicht von Wut überschattet wurde. Alice griff nach seiner Hand und küsste sie sacht; er rang sich ein Lächeln ab.
    Morr, auf seine Streitaxt gestützt, die doppelt so groß wie der Zwerg selbst war, spuckte aus. „Schöne Bescherung“, knurrte er. Dyara nickte, dann ging sie zu dem Toten und verschloss seine Augen. Neben ihm kniend, begann sie ein leises Gebet zu sprechen. Jasmin verstand kein Wort, was vermutlich daran lag, dass die Nymphe in ihrer Sprache betete. Keiner sagte ein Wort, bis ihre leisen Worte verklangen und die Stille sich ausbreitete.
    Plötzlich, noch während die Trauer und die Mutlosigkeit mit den Händen greifbar waren, stürmte Leiza in den Saal. Sie war in ein dunkelrotes Samtkleid gekleidet, die schwarzen Haare zu einer kunstvollen Hochsteckfrisur frisiert. Ihre Schönheit blendete die Elfe erneut, doch diesmal schenkte ihr die junge Verlobte keinerlei Beachtung. Sie rannte auf Vitisco zu, der sie in seine Arme schloss. Der verzweifelt wirkende Mann war wieder der strahlende Märchenprinz.
    „Liebster!“, rief Leiza aus. „Wie sehe ich aus?“ Vitisco lachte sein sanftes Lachen, dass Jasmin schon so oft gehört hatte. Es schmerzte, dass dies nun einer anderen galt. „Wie eine Prinzessin, Hübsche.“
    „Also angemessen für den Ball heut Abend?“ Bei diesen Worten horchte Jasmin auf. Hatte sie gerade das Wort Ball vernommen? Verblüfft starrte sie Vitisco an. „Ein Ball?“, wiederholte sie ungläubig und endlich schenkte Leiza ihr Beachtung. Sie lächelte der Frau zu.
    „Der Ball, den Vitisco anlässlich unserer Verlobungsfeier angesetzt hat. Er findet heute Abend zur neunten Stunde statt.“ Sie wandte sich zu den Gefährten um, die das Gespräch stumm verfolgt hatten. „Ich hoffe doch, dass ich mit Eurer Anwesenheit rechnen darf?“
    Vitisco stand wie eine Statue da, er blickte starr zu Boden. Niemand sprach ihn an; man tat so, als sei nichts vorgefallen. Alice, Lucian, Morr und selbst Dyara nickten zögernd, sahen Jasmin jedoch nicht ins Gesicht.
    Jasmin war fassungslos. Das war nicht der Kreis, der diese Ungerechtigkeit stumm hinnahm wie ein geprügelter Hund sich duckte. Das war eine Gruppe von willenlosen Puppen.
    „Was ist nur geschehen“, flüsterte sie in die Dunkelheit. „Wieso werden in solchen Zeiten Bälle gefeiert, statt sich um diese Not dort draußen zu kümmern?“ Sie hatte mit allem gerechnet: Mit einer Krisensitzung, einem Plan von Vitisco, einer Anordnung – mit irgendetwas. Stattdessen feierte man rauschende Feste, kümmerte sich nicht um die Not und sterbenden Menschen jenseits der Burgmauern. Es war schockierend.
    Sie konnte das nicht länger hinnehmen; sie trat zu Vitisco. Der blickte sie nicht an, doch Alice war sofort neben ihr. Sie hielt sie am Ärmel ihres Kleides fest, doch Jasmin riss sich los.
    „Hast du einmal dein Schloss verlassen, König? Hast du die Grausamkeit gesehen, der die Elfen ausgeliefert sind? Und hast du dir irgendetwas überlegt, um diese Not zu beseitigen?“ Sie war zornig. Ihr schien, dass Vitisco sich nicht um das Leid kümmerte – von Leiza einmal gar nicht gesprochen. „Warum, bei allen Göttern, tust du dann so, als wäre es gleichgültig?“
    „Sie sind ja selbst schuld an ihrem Elend“, entgegnete Leiza arrogant, was Jasmin fassungslos nach Luft schnappen ließ. Ihr fiel keine passende Antwort ein. Leiza lächelte ihr von oben herab zu, während sie Vitisco mit einer Hand über die Wange strich. „Wenn sie einmal versuchen würden, etwas zu ändern, dann würden wir ihnen helfen. Aber da sie anscheinend selbst dieses Leben ausgewählt haben…“ Sie zuckte mit den Schultern.
    Jasmin blickte Vitisco an. Am liebsten hätte sie geweint, doch sie hatte sich geschworen, nicht mehr zu weinen. Sie würde ab jetzt die Faust ballen und widersprechen. Sie wollte nicht mehr alles ertragen. Also blickte sie ihm erhobenen Hauptes ins Gesicht. Er wirkte so kalt…
    „Ihr seid wohlhabend, denn ihr seid in dieses Leben hineingeboren worden. Euch steht die Welt offen, Vitisco. Diesen Menschen dort draußen jedoch bietet sich keine andere Möglichkeit, als zu sterben oder weiterhin in Armut zu leben. Ich habe es selbst gesehen: Victor unterjocht sie!“ Sie sprach die nächsten Worte gefasst und mit harter Stimme. „Wenn du ihnen nicht hilfst, dann tut es niemand.“
    Vitisco sah ihr emotionslos ins Gesicht. Er glich wieder dem gefühlskalten Herrscher, der in Jasmin nur eine lästige Plage sah und keine Gefährtin. Geschweige denn seine Seelengefährtin. Seine einzige Reaktion auf ihre Worte war ein leichtes Kopfschütteln. Dann wandte er sich ab. „Wenn dich meine Art zu regieren empört, dann geh wieder. Zurück in deine Welt. Dich bat niemand um Hilfe.“
    Mit diesen Worten verließ er den Thronsaal. Leiza warf dem Kreis noch einen überheblichen Blick zu, dann rauschte auch sie davon.


    Draußen begann es dunkel zu werden. Von weitem drang fröhliches Gelächter zu ihr herüber, aber Leiza beachtete es nicht. Sie würde noch früh genug auf dem Fest erscheinen. Man würde ihr noch früh genug Honig ums Maul schmieren.
    Mit zierlichen Schritten ging sie zu ihrem Fenster, der Stoff ihres Kleides raschelte verheißungsvoll. Während sie draußen das rege Treiben vor dem Schlosstor beobachtete und dem Schimpfen der Kutscher lauschte, die ihre Herrschaften so nah wie möglich ans Haupttor bringen wollten, dachte sie nach. Das Fensterglas beschlug unter ihrem Atem.
    All dieser Trubel, diese Unbeschwertheit – alles nur wegen ihr, der Verlobten des Königs von Gazul. Man schmeichelte ihr, beäugte sie voller Neid und pries ihre Schönheit und Eleganz. Das ging nun schon seit einem Jahr so.
    Sie hatte befürchtet, dass bei der Ankunft dieser Elfe alles schwieriger werden würde, aber sie hatte sich getäuscht: Das Spiel lief weiterhin nach ihren Regeln. Die Elfe hatte nichts zusagen, weder im Palast noch bei dem König. Sie hatte alle in ihren Bann gezogen.
    Leiza lachte leise. Eigentlich war es so absehbar gewesen; der Kleinen musste doch bewusst gewesen sein, dass, wenn sie ihren Vitisco so lange unbeaufsichtig ließ, dass er dann kein Freiwild mehr sein würde. Leiza bemerkte selbst jetzt, wo der König in festen Händen war, die gierigen Blicke der jungen Damen, die ihn umgarnten.
    Leiza musste zugeben: Vitisco sah wirklich aus wie die Sünde selbst. Er war einer der hübschesten Männer des Landes. Und es war ihr, einem „gewöhnlichen“ Mädchen, tatsächlich gelungen, ihn von sich zu überzeugen. Dass sie die beste Partie war. Und gleichzeitig hatte sie damit Macht.
    Sie verließ das Fenster und ging zu ihrer Kommode. Sie war von edlem Holz, mit verspielten Verzierungen und lächelnd öffnete sie die Schmuckschatulle. Es verwunderte zum Glück niemanden, dass sich der König und seine Verlobte kein Gemach teilten. Sie benötigte ihre Privatsspähre. Außerdem bezweifelte sie, dass sie Vitisco auch noch nachts kontrollieren musste. Er hatte schon jetzt kapituliert.
    Sie lachte vergnügt; er wusste, dass Wehren nichts nützte.
    Es klopfte leicht an ihrer Tür. Als sich die Tür öffnete, stand dort eine ihrer Hofdamen. Es war die Blonde mit den Kulleraugen; Leiza vergaß andauernd ihren Namen, der so gewöhnlich war. Das Mädchen knickste höflich, betrachtete sie jedoch neugierig. Leiza wusste, dass ihr eigenes Kleid so viel kostbarer war als das des Mädchens; es stellte sie zufrieden.
    „Mylady, der König erwartet Euch“, meinte das Mädchen höflich. Leiza nickte ihr gönnerhaft zu, während sie sich eine silberne, mit Rubinen verzierte Kette umlegte. Eitel betrachtete sie ihr eigenes Bild im Spiegel, der über der Kommode hing. „Sag, wie sehe ich aus?“, verlangte sie zu wissen. Die Hofdame knickste eilig und meinte mit schmeichelnder Stimme: „Mylady, Ihr seht wie immer bezaubernd aus. Dazu benötigt Ihr keinen teuren Schmuck.“
    Leiza lachte affektiert auf, dann drehte sie sich zur Tür. Mit einer herrischen Handbewegung scheuchte sie das Mädchen hinaus, ganz die selbstverliebte Königsgemahlin. Als sich die Tür leise schloss, musste sie ein lautes Lachen unterdrücken. Wie dumm sie doch alle waren! Hatten sie denn nichts begriffen, waren sie tatsächlich so naiv? Vitisco erfüllte ihr einen Wunsch nach dem anderen; es war nur noch eine Frage der Zeit, bis er ihr auch das Herrschaftsrecht abtrat. Wenn es soweit war, würde sie die Tore für ihren Meister öffnen.
    Das einzige Problem war der Kreis. Vor allem diese Victoria… sie war nicht so naiv wie alle anderen; manchmal glaubte Leiza zu sehen, dass die Vampirin sie misstrauisch beäugte. Sie brachte ihr keine Hochachtung entgegen, nicht einmal Respekt. Nein, sie war nicht blind. Aber Leiza hatte einen Plan. Das Einzige, was sie brauchte, war Geduld. Sie würde auf den passenden Moment warten, dann würde sie blitzschnell zuschlagen; diese Victoria würde nicht einmal bemerken, wie ihr geschah.
    Um Jasmin machte sie sich keinerlei Sorgen. Ihr Kummer über Vitisco ließ sie unvorsichtig und leichtgläubig werden; sie war ein leichtes Spiel. Und schließlich waren sie alle blind vom Licht der Kerzen, die seit Leizas Ankunft brannten. Die glanzvollen Bälle, die amüsanten Feste, die durch ihre Anwesenheit noch viel mehr Charme bekamen. Es war schon beinah langweilig, seine Ziele so einfach zu erreichen.

    Ab heut
    nur noch die wichtigen Dinge
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    nur noch die wichtigen Dinge
    Ab heut
    nur noch die wichtigen Dinge
    Ab heut
    nur noch leichtes Gepäck

  • Geblendet vom Licht der Kerzen


    Cassia, du weißt nicht wie sehr ich mich freue wieder von Hassliebe lesen zu dürfen! Im ernst, von allen deinen Geschichten ist diese meine liebste! Ich freue mich immer riesig auf jedes Kapitel und habe dieses auch sofort, als ich die Benachrichtigung las, verschlungen! Aber wie so oft von mir erwähnt, höre ich jetzt auf mit meinem öden gelaber und komme zum Inhalt.


    Inhalt
    Also von Inhalt her was es wieder einmal fantastisch! Du hast alles so schön, so hautnah erzählt, die Gefühle wieder einmal perfekt wiedergegeben und keinen Charakter zu kurz kommen lassen. Dieses mal hast du ja Leiza den Vortritt gegeben und gezeigt, wer sie wirklich ist. Wurde auch mal Zeit, dass sie ihr wahres Gesicht zeigt. Mich hat alles sehr mitgerissen, wo ich dich auch wirklich loben muss, denn du erschaffst so eine gute Atmosphäre, die man so real auf der Haut spüren kann und ich fühle mit Jasmin mit. Besonders das ihre „Freunde“ sie so sehr im Stich lassen (so sehe ich es jedenfalls so und ist auch nur meine persönliche Meinung)…Auch wie egoistisch doch Vitisco geworden ist, so als ob er und der junge Mann vor zwei Jahren, zwei völlig verschiedene Personen sind und nicht ein und die selbe. Mich interessiert es aber was sie das angestellt hat, dass er sich ihr völlig hingibt…durch Magie vielleicht oder die bloßen Verführungskünste, die eine Frau hat? Jedenfalls war ich schon wirklich gespannt wie es mit Victor weitergeht, was mich aber zu Beginn etwas verwundert hat ist, dass die anderen plötzlich auch da waren, weil davor (wenn ich mich noch recht erinnere, ist ja lange her) dass sie nicht da waren, sondern nur Jasmin ihn nur zu Gesicht bekommen hat. Aber wie dem auch sei (hat sich ja auch geregelt, als du von Jasmins Seite geschrieben hast, sie hätte sie erst jetzt bemerkt). Was ich aber noch unbedingt erwähnen muss, ist das mir die Beschreibung von de Kommode in Leiza’s Gemach sehr gefallen hat, nur schade fand ich es das du das Zimmer an sich nicht beschrieben hast. Den Titel fand ich im Übrigen sehr schön, eben poetisch wie es man von dir gewohnt ist. <3



    Was ich aber noch zum Schluss erwähnen möchte ist das du langsam die Handlung etwas „hervorheben“ solltest. Es ist schön wie du alles beschreibst, aber bei jedem Kapitel kommen viele Aspekte der Vergangenheit heraus, jedenfalls ist es mir aufgefallen und natürlich passen sie wie ein Puzzleteil in das Geschehen hinein aber ich möchte auch langsam dass das Geschehen wieder die Oberhand gewinnt. Ich hoffe das du es nicht böse nimmst, aber mal so doch ehrlich sein, oder? Wie dem auch sei, möchte ich mehr lesen! Ich dürste nach dieser Geschichte! ^^
    ~deine Arisa

  • Jetzt hab ich diese Kommis endlich mal beantwortet! Hoffe, ich habe es zu eurer Zufriedenheit gemacht!


    Arisa
    Manchmal wünschte ich, ich wäre nicht so fleißig – dass schafft Probleme. Aber ich liebe es einfach, zu schreiben! Der Titel ist schlicht, aber er passt. Eingefallen ist er mir, als meine Freundin (Nicht Vicky!) beim Lesen des Kapitels meinte: „Victoria ist verdammt zu ewigen Leben, das eher Fluch ist als Segen. Sie wird nie die Wahrheit verschleiern können.“ Ich musste hart schlucken, als sie das sagte. Deshalb habe ich das Kapitel so genannt. (Übrigens hängt dieser poetische Satz jetzt bei den anderen an meinem PC-Bildschirm^^)
    Abwechslung ist wichtig; außerdem erhöht das ja die Spannung, nee? Und wir alle lieben Victoria; außerdem wird sie eine wichtige und recht traurige Rolle in diesem Teil übernehmen. Neben Jasmin ist sie die zweitwichtigste Person, obwohl sie für mich schon lange kein Nebencharakter ist…
    Diese Szene habe ich absichtlich nicht genau beschrieben, denn ich hatte die Befürchtung, ihr würdet dann sofort wissen, wen sie da anfällt. Und ein Vampir nimmt im Blutrausch auch kaum etwas wahr.
    Zitat Arisa: „Jezt weiß ich was du mit dem Titel Verdammt meinst. Und zwar das Victoria dazu verdammt ist, ein Vampir zu sein, der Blut will. Zwar wird sie nie altern, aber dies ist eine Falle.“ Ganz genau; dass ist die Hauptaussage dieses Kapitels. Sie wird ihr Leben nie wirklich verändern können.
    Liebe… wie Feanon und Victoria richtig begriffen haben, ist diese Liebe zum Scheitern verurteilt. Von Anfang an. Sie sind zu verschieden und ich denke, dass keiner von beiden sich bewusst gewesen war, was jemanden zu lieben bedeutet.
    Oh, danke=) Fandest du es passend? Normalerweise hätte ich es nämlich auch beschrieben, aber irgendwie tippten meine Finger eher diesen Knall.
    Makellos… weißt du, mal nebenbei, wie ich mir früher immer gewünscht habe, dass jemand das mal zu mir sagt? Und jetzt, wo es wirklich so ist, fühlt es sich toll an. Weil es allein mein Verdienst ist. Und auch der eure, der der Leser.


    Black Cat
    Und du schon wieder<3 Ich freue mich, wieder einen treuen Fan gewonnen zu haben; mich verwundert jetzt nichts mehr, um ehrlich zu sein.
    Oh, meine Freundin saß da, so meinte sie, etwa eine Woche dran. Danach musste sie alles nochmal bearbeiten, was jedoch, fluchend zwar, auch gelang xD Es stellt Jasmin dar.
    Alle lieben Blau, und es passt auch zu der Story. Ich mag dein Blutrot aber auch^^
    Ich denke, ich bin auch weitaus härter und düsterer geworden. Früher, beim ersten Teil, war ich noch recht… kindlich. Ich habe mich sehr verändert – wie meine Charaktere, wie Jasmin.
    Elfen gegen Vampire gab es noch nie, was mich ziemlich verwundert. Ist zu Beginn vielleicht etwas gewöhnungsbedürftig, aber dann ist es genial. Ich musste mich auch erstmal dran gewöhnen^^
    Uppps! Nee, eigentlich nicht… das mit dem zweiten Startpost wäre toll, aber lass dir Zeit, bist ja momentan ziemlich im Stress.
    Oh, danke vielmals, manchmal habe ich solche poetischen Momente(mein, sie entstehen nicht im Drogen-, Alkohol- oder Zigarttenrausch<3) und die kommen immer beim Schreiben. Der Prolog hat auch einige Zeit gedauert, bis er wirklich fertig war. Das mit dem Wetter war Absicht, es ist ja immer dasselbe: Regen, Drama, Tragödie… *gähn*
    Jasmin ist, denke ich, ein Charakter, mit dem sich viele identifizieren können; sie ähnelt mir leider auch xD Was das Schreiben zwar vereinfacht, aber – naja.
    Scherbenmeer – man höre Musik, dann kommt man oftmals auch auf wunderbare Titel. „Endschöner Titel“; Kitty, du hast ein neues Wort erfunden! Oh, deine Freundinnen ähneln den beiden? Reich mir die Hand – bei mir auch! Die beiden sind die realen Abbilder von Alice und Victoria, abgesehen vom Aussehen. Ich liebe sie über alles; dank den beiden entdeckte ich auch das Schreiben. Sie haben schon Angst vor mir, weil ich sie durchschaue=)
    Ich finde es klasse, dass dir der Titel des dritten Kapitels so gefällt! Alle anderen meinen nämlich, ich sollte mir einen anderen einfallen lassen. Aber ich mag den Titel doch… *schnüff* Ja, Feanon. Ein toller Kerl, pardon, Elf^^ Das mit dem Zettel, da musste ich so an ein Rollenspiel denken, dass ich mal mit den beiden gemacht hatte. Da kam genau diese Situation; die hätten bestimmt eine Stunde darüber diskutiert, wer denn jetzt Schuld hatte, wenn ich nicht dazwischen gegangen wäre. Ah, ich weiß wen du meinst (Ich kann seinen Namen nur leider nicht aus dem Kopf heraus schreiben, sorry!). Oh, du hasst Vitisco? Na, dass kann ja noch lustig werden…
    Ich flausch auch zwischendurch immer meine Katze oder auch beide xD Hab ja viel Auswahl bei fünf. Victoria wollte das; ich konnte sie nicht davon abhalten (OK, vielleicht weil ich es auch zu göttlich fand… übernehmen meine Charaktere ein Eigenleben gepaart mit meiner Persönlichkeit?)! Das ist Zufall, sorgt aber regelmäßig für Verwirrung. Ich mag einfach Namen, die mit V beginnen. Vitisco, Victor, Victoria… wenn ich irgendwann mal einen neuen Roman schreibe, nenn ich die weibliche Protoganisten Valerie.
    Viele Romanzen, alle nicht immer mit guten Ende, genau. Es ist wirklich realistischer, im echten Leben ist auch nicht alles perfekt, vor allem nicht die Liebe. Es tat mir auch sehr Leid, habe auch beim Schreiben sehr geweint. Ich empfinde mit meinen Charakteren. Wie es eben so läuft. Mirot und Victoria? Lass dich doch einfach überraschen, schließlich kennst du ihn noch gar nicht^^ Mit dem am Leben lassen: Alle mochten Victorias und Feanons Beziehung total gerne, deshalb hatte ich die Befürchtung, dass ich einen Kopf kürzer bin wenn ich diese Trennung durchziehe. Aber dass ist glücklicherweise nicht der Fall.
    Danke und ich hoffe, dir gefällt das nächste Kapitel auch^^


    Lauriel
    Oh, du meine wunderbare Mentorin! Es freut mich, dass du doch noch einmal kommentierst. Ich hatte schon Angst, dich irgendwie vergrault zu haben.
    Als ich dein Kommi das erste Mal durchlas, war ich sehr berührt. Du hast die richtigen Worte gefunden, und dein Lob, dass weißt du, bedeutet mir sehr viel. Denn ich weiß, dass du immer ehrlich bist; wenn du also sagst, dass ich nun zu gut bin, um noch länger eine Schülerin zu sein, dann stimmt das. Aber auch nur dank deiner Hilfe.
    Ich fand das Gespräch auch sehr emotional, geballt mit Gefühlen und Sehnsüchten, die doch nie in Erfüllung gehen werden. Doch ich habe mich absichtlich nur auf Victoria konzentriert; Feanon muss man kaum beleuchten, da er einfach viel offener ist. Man versteht sofort was er fühlt, wenn er spricht.
    Das war ein Flashback, bei einem Traum hätte ich dies erläutert. Und ich hatte es in der Zeile davor auch gesagt, dass sie sich erinnert usw. Ich und Hasen jagen?! Bitte, ich krieg schon Gewissensbisse, wenn ich Wild esse, geschweige denn, dass ich so ein niedliches Ding selbst umbringen könnte. Aber ich hab mir einfach eine Wildkatze oder einen Wolf auf der Jagd vorgestellt.
    Wie bereits gesagt, Vicky nimmt eine sehr große Rolle an. Mehr als im ersten Band. Außerdem ist ja nicht Jasmin allein das Hauptthema; durch diese „Kamaraschwenker“ will ich auf die vielen verschiedenen Handlungsstränge aufmerksam machen. Sie alle werden am Schluss zusammen fließen. Und es macht mir gleichzeitig Spaß, immer wieder zu zeigen, dass jeder Charakter im Prinzip eine Fassade hat. Man sollte auch unter diese Fassade sehen.
    Mir war es eine Ehre, von dir zu lernen, Lynn. Ich könnte mir keine bessere Mentorin vorstellen und wünschte, ich könnte es dir ein wenig besser danken. Du hast mir viel beigebracht. Und wenn dieses Buch es schafft, veröffentlicht zu werden, dann schickst du mir bitte dein Exemplar und ich signiere es dann. Mit den Worten: „Für Lynn, die beste, fantasievollste und strengste Mentorin, die eine Schülerin je haben konnte.“ Es ist schön, dass du mir das sagst… *heul* Vielleicht werde ich darauf zurückkommen, Lynn. Wenn, dann bestimmt bei den Beschreibungen^^ Danke nochmal – für Alles.


    Ich kann mich nicht oft genug bedanken, wie wunderbar ich es finde, dass ihr mir alle so toll helft. Denn ohne eure Kommis wüsste ich nicht, wo ich jetzt stünde. Bestimmt nicht dort, wo ich jetzt stehe!
    LG

    Ab heut
    nur noch die wichtigen Dinge
    Ab heut
    nur noch die wichtigen Dinge
    Ab heut
    nur noch die wichtigen Dinge
    Ab heut
    nur noch leichtes Gepäck

  • Nach einer diesmal nicht ganz so langen Zeit poste ich hier mal wieder ein Kapitel. Aber zuvor werde ich mein Kommi mal beantworten.


    Arisa
    Ja, ich habe mich endlich wieder dazu durchgerungen, hier öfter was zu posten. Sie ist auch meine beste Geschichte, ich liebe sie über alles. Danke, ich musste Leiza mal in den Vordergrund stellen, damit ein paar Kleinigkeiten klar werden. Außerdem hattet ihr euch das ja gewünscht^-^ Meine Freundin fand es unfassbar, wie der innere Kreis vor der Verlobten gekuscht haben. Oh, wie du das mit Vitisco formulierst, genauso denke ich auch und auch Jasmin! Im nächsten Kapitel erhälst du eine Antwort darauf, wie sie das anstellt. Nein, die anderen waren auch da, hatte ich sogar geschrieben^^ Die Kommode fand ich so schön, deshalb eine genaue Beschreibung, aber wieder habe ich nicht alles erwischt *grummel* Danke!
    Du hast Recht. Nur, ich sage es einmal, die Haupthandlung liegt momentan auf Leiza. Sie ist, wie ihr später merken werdet, eine wichtige Rolle, die ab jetzt in jedem Teil vorkommt. Victor wird jetzt eine zeitlang ruhn. Aber es wird noch spannend, versprochen!



    So, wieder zu dem Kapitel, "Illusionen". Es ist sehr lang, aber ich glaube, dass tut mal ganz gut. Beim Schreiben des Kapitels habe ich mich komplett abgeschaltet, war Vitisco oder Jasmin oder wer anders, nur nicht die Autorin. Es sind viele Szenen drin, von denen ich glaube, sie sind gelungen. Eines meiner besten Kapitel. Der neue Charakter taucht auf, Mirot; er wird euch gefallen! Und dann ist da noch Vitisco, der anscheinend anders ist als bisher gedacht.... Ich wünsche euch viel Spaß!



    7. Kapitel
    Illusionen


    „Die Menschen leben Illusionen, sie wollen an Wunder glauben. Denn der Mensch hofft, wenn er nicht begreifen will, dass er das Falsche tut.“


    Das Gelächter und die Musik drangen sogar bis zu Jasmins Gemach, doch sie drehte sich nur auf die andere Seite. Am liebsten hätte sie sich auch noch die Decke über den Kopf gestülpt, nur um diese übelkeiterregende Heiterkeit nicht mehr ertragen zu müssen. Aber der Stoff war nicht dick genug. Sie nahm sich vor, morgen früh einen Bediensteten damit zu beauftragen, ein neues Zimmer für sie zu finden. Ganz weit weg von den abendlichen Festigkeiten, die ja anscheinend öfters stattfanden. Damit sie nicht in Versuchung geraten könnte, dort ein Massaker zu veranstalten.
    Jasmin verabscheute Leiza. Zu Beginn hatte sie nur Wut und Neid empfunden, doch daraus war jetzt tief sitzender Hass geworden. Ihr affektiertes Lachen, dieses zerbrechliche Gesicht und dann noch diese überheblichen Posen. Was glaubte sie; dass ihr die ganze Welt gehörte oder zumindest ganz Gazul? Sie war so selbstverliebt… ein wenig erinnerte Jasmin sie sie an die französische Königin Marie Antoinette. Die war genauso arrogant, verschwenderisch und vergnügungssüchtig gewesen. Ein wunderbarer Vergleich, und die Elfe hoffte inständig, dass man auch Leiza zu geraumer Zeit köpfen würde, wie die französische Monarchin.
    Aber Jasmin war auch nicht das Leuchten in Vitiscos Gesicht entgangen, das ihn immer in Gegenwart seiner Verlobten ergriff. Auch nicht sein fröhliches Lachen. Und obwohl sie alles daran tat, um es zu ignorieren, schmerzte ihr Herz angesichts des Bewusstseins, dass sie nicht die Richtige war. Sie war nur das hübsche Anhängsel, die naive Elfe, die zufälligerweise die Auserwählte war. Aber stand ihr denn nicht auch ein wenig Respekt zu?
    „Arschloch“, murmelte sie grimmig. Ein lauter Geigenklang unterbrach sie in ihrem Selbstmitleid und sie schrie zornig auf. Das genügte; wutentbrannt sprang sie vom Bett. Sie rannte zu der Truhe, in der man ihr die wunderschönsten Kleider zurechtgelegt hatte und begann darin zu wühlen. Dabei fluchte sie lauthals vor sich hin.
    Gerade, als sie ein hellgrünes Samtkleid mit Ärmeln, die aus glänzender Seide bestanden und hübsch verziert waren, hervorzog, kam Alice zur Tür hereingestürmt. Ihr Gesicht war zu einer Fratze verzogen. Sie trug ein auffallend kurzes Kleid, das aus einem seltsam glänzenden Stoff gemacht schien. Am Dekolleté glitzerten dunkelblaue Edelsteine und bissen sich mit dem sonnenblumengelb, in dessen Farbe das Kleid leuchtete. Alice sah aus, als wäre sie in einen Farbeimer gefallen.
    „Da bist-“, sie stockte, als sie Jasmins zornentbranntes Gesicht erblickte. Dann grinste sie gemein. Schnell half sie der Elfe beim Anziehen des Kleides. „Ich wollte dich gerade holen; Leiza zieht eine gewaltige Show ab und Victoria ist kurz davor, ihr und Vitisco den Kopf abzureißen. Und ich wäre ihr nur allzu gern behilflich“, fügte sie grimmig hinzu. „Aber wenn du nicht bald kommst, hat Vicky ein Problem.“
    Jasmin, die kaum atmen konnte, so eng hatte Alice das Kleid geschnürt, sah sie verwirrt an. „Wovon sprichst du?“ Während Alice drei verschiedene Ketten ausprobierte und die dazu passenden Ohrringe suchte, kaute sie auf ihrer Unterlippe herum. Sie kramte erneut in der Schatulle.
    „Naja, Vicky hat da jemanden mitgebracht“, meinte sie etwas zögerlich, verstummte dann jedoch. Jasmin zog eine Augenbraue hoch und Alice wand sich unter ihrem Blick. Man sah ihr an, wie unbehaglich ihr war.
    „Alice“, meinte Jasmin bedrohlich und die Vampirin hob abwehrend die Hände. „Gut, in Ordnung. Ein alter Freund von Victoria ist unerwartet aufgetaucht, von dem keiner geahnt hat, dass er überhaupt auf unserer Seite ist. Jetzt steht er auf jeden Fall mitten im Thronsaal und weigert sich standhaft zu gehen, ohne mit der Auserwählten gesprochen zu haben.“
    „Wer ist er denn?“, fragte Jasmin, doch Alice gab ihr keine Antwort. Man sah ihr deutlich an, wie unwohl sie sich fühlte. Triumphierend hielt sie eine mehrreihige Perlenkette hoch, an der ein kleines schwarzes Kreuz baumelte. Sie hängte sie Jasmin um, dann nahm sie diese an der Hand und zog sie aus dem Zimmer. Das Mädchen hatte gerade noch Zeit, in ihre Stiefel zu schlüpfen.


    Im Thronsaal war die Hölle los. Überall standen Leute herum, in festlichen Gewändern und die Damen trugen zum Teil tief ausgeschnittene Kleider. Die Herren hingegen waren eher leger; die meisten trugen eine Hose in einer eher tristen Farbe und eine Tunika. Trotzdem sahen sie noch gut aus.
    Erst nach einigen Minuten fiel Jasmin, die im Eingang stand, die unangenehme Stille auf. Niemand lachte, redete oder murmelte. Selbst das Orchester, welches seitlich auf Stühlen saß und ihre Instrumente noch griffbereit in den Händen hielt, beteiligte sich an dem Schweigen. Es war gespenstisch. Hunderte von Kerzen brannten in dem Saal, der geschmückt war mit weißen und roten Rosenblättern auf dem Boden und Kletterrosen an den Wänden. Es schien Jasmin etwas merkwürdig; warum, bei allen Göttern, verstreute man Rosenblätter auf der Tanzfläche? Spätestens, wenn der Ball etwa eine Stunde gegangen war, sah es wie ein platt getrampeltes Blumenbeet aus. Die Kerzen hingegen fand sie wirklich schön. Das Licht, welches sie verströmten, war weitaus angenehmer als das blendende Licht der Lampen in ihrer Welt.
    Sie folgte den Blicken der Gäste. In der Mitte des Saales standen zwei Personen – eine davon war Victoria, die immer noch dasselbe dunkelrote Kleid trug wie bei ihrem letzten Treffen. Ihr Gesichtsausdruck schwankte zwischen Ärger und Besorgnis. Neben ihr stand ein großer, gutaussehender Mann, der ihre Hand hielt. Er war blond, wie Feanon, doch sein Haar ging ihm nur bis zur Schulter und war unten leicht gelockt. Seine Haut war leicht gebräunt. Er stand ganz lässig da, doch Jasmin spürte seine Anspannung, obwohl er grinste.
    Bei ihrer Verwunderung über den Fremden bemerkte sie gar nicht, wie neben ihr Dyara, Morr und Lucian erschienen. Alice küsste den Halbvampir kurz auf den Mund, dann wandte sie sich zu Dyara. „Und? Ist er immer noch so stur?“
    „Sprichst du von Vitisco oder Mirot?“, entgegnete diese und Alice deutete mit einem Nicken zu dem blonden Fremden, der sich jetzt zu ihnen umwandte. Anscheinend war er ein Vampir oder ein Elf, aber die Elfe tippte eher auf ersteres. Sie entdeckte keine spitzen Ohren oder diese Schönheit des Volkes. Zwar war der Fremde, den Dyara Mirot nannte, nicht hässlich, doch ihm fehlte diese natürliche Eleganz, die Feanon besaß. Er faszinierte sie unweigerlich.
    Plötzlich tauchten Leiza und Vitisco aus der Menge auf. Leiza trug das rote Kleid, Vitisco eine dunkelgrüne Tunika und seine Hose. Dem Anschein nach diskutieren sie angeregt miteinander. Leizas Gesicht verzog sich, und Jasmin musste bei diesem Anblick lächeln.
    „Mirot!“ Der Angesprochene wandte sich zu dem König um, der einige Schritte Abstand hielt. Jasmin fragte sich, warum. Mirot verbeugte sich, aber es wirkte eher spöttisch als respektvoll. Dabei schwang sein schwarzer Umhang mit nach vorne.
    „Eure Hoheit“, erwiderte Mirot mit spöttischem Unterton. Irgendwie hatte Jasmin das Gefühl, dass er sich als etwas Besseres sah als Vitisco. Früher hätte sie das entrüstet, jetzt jedoch hob es nur ihre Schadenfreude.
    Vitisco hingegen schien nicht angetan von dem Besucher. Auch Leiza rümpfte bei dem Anblick von Mirot nur die Nase. Vermutlich sieht er ihr nicht gut genug aus, dachte Jasmin und lachte leise auf. Alice und Dyara sahen sie verwirrt an, doch die Elfe winkte ab.
    „Was willst du, Mirot?“ Vitisco kam ohne Umschweife zur Sache. „Suchst du nach deinem Herrn? Der ist leider nicht bei uns.“
    „Diesmal muss ich Euch enttäuschen, Hoheit. Ich bin jediglich wegen einer alten Freundin hier“, verkündete der Vampir lächelnd und küsste spielerisch Victorias Hand. Ein aufgebrachtes Gemurmel ging durch die Menge. Auch Jasmin war mehr als erstaunt, vor allem, als sie Victorias verlegende Miene sah. Wer war dieser Mirot? Und weshalb bezeichnete er Victoria als eine alte Freundin; woher kannte sie den Mann?
    „Dann werdet Ihr uns wohl nicht länger mit Eurer Anwesenheit beglücken?“ Jetzt ergriff Leiza das Wort. Man hörte heraus, dass sie keines ihrer Worte ernst meinte. Auch Mirot schien dies begriffen zu haben, aber er ignorierte es und schenkte Leiza sein strahlendes Lächeln.
    „Oh, Madame, es tut mir überaus Leid, Euch mitteilen zu müssen, dass ich länger verweilen werde. Ich wurde vor wenigen Stunden aus meiner bisherigen Unterkunft geworfen, bin also sozusagen obdachlos. Es wäre eine Tat der Barmherzigkeit, wenn Ihr… Verzeiht, aber wie lautete noch gleich euer Name?“ Er schenkte ihr ein verlegendes Lächeln, doch als Leiza sich kurz von ihm abwandte, um Vitisco einen zornigen Blick zu zuwerfen, grinste er. Jasmin fand seinen Auftritt einfach nur göttlich.
    „Wollte der mit mir reden?“, flüsterte sie Alice zu. Die bejahte und Jasmin rieb sich innerlich schon die Hände vor Vergnügen; dass versprach eine Menge Spaß. Sie würde den passenden Moment abwarten, dann erst würde sie eingreifen. Bisher schien Mirot alles unter Kontrolle zuhaben.
    Jetzt sprach Vitisco. Er streckte seinen Rücken durch und nahm eine stolze Haltung ein, während Leiza hinter ihm hektisch mit ihrem weißen Spitzenfächer wedelte. „Der Name meiner Verlobten lautet Leiza von Margetanien.“
    Jetzt war Mirot es, der eine Weile schwieg. Als er wieder das Wort ergriff, klang er ein wenig schockiert. „Eure Verlobte? Mit Verlaub, Eure Hoheit – ist das Eurer Ernst? Ich meine, Ihr könntet wahrlich eine Bessere haben als diese. Außerdem kam mir zu Ohren, dass Eure Angebetete über ein wenig mehr Intelligenz verfügen sollte…“
    „Ich verbitte mir diese Beleidigungen!“, rief Leiza aus, was unter den Gefährten nur noch mehr Gelächter hervorrief. Vor allem Alice konnte sich kaum noch halten vor Lachen; sie weinte schon. Auch Jasmin kicherte, jedoch verhaltener als ihre Freundin. Sie bemerkte aus den Augenwinkeln, wie Victoria ihren Freundinnen einen warnenden Blick zuwarf, den Alice jedoch gelassen auswich.
    Mirot schien ehrlich betroffen, Vitisco hingegen war viel zu perplex, um reagieren zu können. Das nutzte Victoria aus und winkte Jasmin hektisch zu. Anscheinend war ihr Mirots Vorführung mehr als unangenehm. Jasmin tat ihrer Freundin den Gefallen, wenn auch überaus widerwillig. Sie hätte nur allzu gerne mitbekommen, was Mirot wohl noch an passenden Bemerkungen aus dem Ärmel schütteln konnte.
    Mit langsamen Schritten hielt sie auf die beiden zu, während der Rest des Kreises ihr folgte. Sie spürte die Blicke der Gäste, was ihr jedoch keineswegs unangenehm war. Ganz im Gegenteil, sie genoss es, im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit zu stehen. Als sie bei dem Königspaar und ihrer Freundin angekommen war, lächelte sie Mirot freundlich zu. Vitisco und Leiza überging sie.
    „Ich grüße Euch, Mirot“, sagte sie und Mirot sah ihr in die Augen. Sie waren grün, wie frisches Gras. Dennoch ähnelten sie in keiner Weise der Augenfarbe von Vitisco; seine waren eine Nuance dunkler. „Ich hörte, Ihr wolltet mit mir sprechen?“
    „Gewiss, Mylady.“ Mit einer eleganten Handbewegung verbeugte er sich vor ihr und küsste ihre Hand. Victoria nickte ihr unmerklich zu. Jasmin blickte Vitisco ruhig ins Gesicht, während sie Leizas zornerfüllte Blicke einfach ignorierte.
    „Was ist das Problem, Vitisco?“ Vitisco schnaubte. „Dieser Mann ist ein Vampir; und zwar nicht irgendeiner. Er gehört zu Victors engsten Vertrauten.“
    „Gehörte“, korrigierte ihn Mirot ruhig, doch man spürte die Anspannung, die ihn plötzlich ergriff. „Ich gehörte zu Victors engsten Vertrauten. Bis vor… na… etwa drei Stunden vielleicht.“ Er wandte sich wieder zu Jasmin.
    „Verzeiht, Mylady, meine Unhöflichkeit. Mein Name lautet Mirot, ich war der oberste General von Victor Roderic – bis ich mich mit ihm entzweite aufgrund einer Meinungsverschiedenheit.“ Victoria räusperte sich vernehmlich und Mirot blickte sie erstaunt an. „Ja, Liebes, was möchtest du sagen?“
    Victoria konnte nicht anders, sie musste lachen. „Mirot hat mich seit meines Vampirdaseins unterrichtet, in Allgemeinbildung sowie im Kampf“, erzählte sie Jasmin. „Er war mein bester und vermutlich einziger Freund damals. Er tauchte hier auf und bat mich, ihn hier unterzubringen. Außerdem wollte er unbedingt mit dir reden; ich konnte ihn nicht davon abhalten, hier alles ins Chaos zu stürzen.“
    Jasmin musste ebenfalls lachen. „Ins Chaos stürzen, so, so. Ihr werdet mir immer sympathischer, General.“
    „Mirot, Mylady. Ich bin nicht länger ein General und Ihr müsst mir keinerlei Ehrerbietung entgegenbringen. Euer Edelmut angesichts eines ehemaligen Feindes ist schon zu gütig.“
    „Mirot, gut… Ihr sagtet, Ihr bittet um eine Unterkunft? Warum unbedingt hier, falls Ihr mir diese Frage gestattet?“
    „Gewiss, Mylady. Als ich vor verschlossenen Türen stand, mit nichts als meinen Kleidern am Leib und meinen persönlichen Gegenständen, fiel mir Victoria ein. Durch Victor hatte ich erfahren, wo ich sie finden würde und ich hegte die Hoffnung, mich ihr anzuschließen.“
    Jetzt runzelte die Elfe die Stirn. „Anschließen? Darf ich fragen, was Ihr damit meint?“
    Mirot wirkte ein wenig nervös, doch Victoria stupste ihn in die Seite. „Jetzt mach schon, Mirot!“ Mirot holte tief Luft, bevor er antwortete. „Weil ich mich gerne Eurem Kreis anschließen würde, Mylady. Eure Heldentaten verbreiten sich im ganzen Land und auch ich kam nicht ohnehin, sie mit Faszination zu verfolgen. Victors Ziele sind nicht länger die meinen, außerdem…“ Er zögerte kurz, dann sprach er etwas leiser. „Außerdem hat auch Victoria die richtige Seite gewählt und mir erscheint es falsch, die eigene Freundin zu bekämpfen.“
    Ein entsetzter Aufschrei. Alle wandten sich zu Leiza um, die hörbar nach Luft schnappte. Sie wedelte sich hektisch mit dem Fächer Luft zu und klammerte sich hilfesuchend an Vitisco. Der war blass geworden. Doch dann straffte er sich.
    „Das ist inakzeptabel!“, rief er und deutete mit einem Finger auf Mirot. „Wer versichert uns, dass du uns nicht nach Strich und Faden belügst? Nein, mein Lieber“, er schüttelte den Kopf, „du kannst schnurstracks zum Tor hinausmarschieren. Wo kämen wir denn dahin, wenn jeder dahergelaufene Vampir sich dem Kreis anschließen könne?“ Damit wollte er schon gehen, doch Jasmins bedrohlicher Ausruf „Warte“ ließ ihn innehalten.
    Alle drehten sich wieder zu der Auserwählten um. Die stand wie ein Fels in der Brandung dar, ignorierte die murmelnden Gäste und trat ein paar Schritte auf den König zu. Ein Diener wollte ihr in den Weg treten, doch sie funkelte ihn wütend an. Er ergriff schnell den Rückzug. Sie baute sich vor Vitisco auf, so dass ihre Nasenspitze sein Gesicht beinah berührte.
    „Jetzt hör mir mal gut zu, du neunmalkluger König. Erstens ist es nicht deine Entscheidung, wer in meinen Kreis aufgenommen wird und wer nicht. Zweitens hat er seine Gründe mehr als ehrlich erläutert und ich bezweifle, dass er lügt. Lucian“, sie rief den Halbvampir zu sich, der neben ihr erschien und auf ihren Befehl wartete. „Hast du gespürt, ob er lügt?“
    „Er hat die Wahrheit gesagt, Jasmin. Ich habe es deutlich gespürt.“
    Triumphierend warf sie den Kopf zurück und sprach dann weiter. „Du hörst, er spricht die Wahrheit. Warum also sollte ich ihm seinen Wunsch abschlagen?“
    „Er ist der General von Victor!“, protestierte Vitisco, obwohl er genau wusste, dass er nichts mehr zu sagen hatte. Und tatsächlich unterbrach ihn Jasmin wieder.
    „Blödsinn, Vitisco. Er hat die Seiten gewechselt und er ist schließlich nicht der Erste, oder?“ Sie warf einen Blick auf Victoria. „Die Menschen entscheiden sich öfters um, dass ist ihre Natur. Willst du etwa dagegen vorgehen?“
    „Er ist kein Mensch, verflucht!“
    „Nein, er ist ein Vampir! Na und? Heißt das etwa, ich solle ihm mit weniger Respekt und Verständnis entgegen treten als den Elfen, Nymphen, Zwergen oder Elfen? Verlang nicht solch einen Unsinn von mir. Und widersprich mir nicht andauernd, bei Markei! Es ist allein meine Entscheidung, wem ich den Beitritt genehmige oder verweigere, ebenso die Gründe für diese Entscheidungen. Mirot wird dem Kreis beitreten, wenn er es möchte. Das ist mein letztes Wort!“
    Damit wandte sie sich ab und schritt zum Ausgang. Doch Vitisco beging einen folgenschweren Fehler, den er später noch zutiefst bedauern würde. Gerade, als Jasmin den Thronsaal verlassen hatte und schon aufatmen wollte, kam ihr Vitisco mit zornigem Gesicht hinterher. Ausnahmsweise war er nicht in Begleitung von Leiza. Dafür folgte ihm der Kreis, inklusive Mirot. Aus einem der unzähligen Flure tauchte unerwartet Feanon auf, der den alten Jachari mit sich führte.
    Jasmin blieb stehen und wollte Vitisco gerade wütend anfahren, sie nun endlich in Ruhe zulassen, da ergriff dieser ihre Hand. Völlig erschrocken und fassungslos zugleich starrte sie ihm ins Gesicht. Auf seinen Zügen lag eine gewisse Verzweiflung…
    „Jasmin, ich bitte dich, versuch mich zu verstehen“, bat er sie, doch Jasmin entriss ihm ihre Hand. Ihr Herz klopfte wild, doch die Wut war viel stärker als jedes andere Gefühl.
    „Ich versuche seit drei Jahren, dich zu verstehen, aber es gelingt mir nicht“, fuhr sie ihn grob an, so dass er einige Schritte zurückwich. „Und du versuchst doch ebenfalls nicht, meine Beweggründe nachzuvollziehen, oder? Es ist mir egal, Vitisco. Mach, was du willst; heirate diese selbstverliebte Gans, nur lass mich in Ruhe. Misch dich nicht in meine Angelegenheiten.“
    „Aber du bist zurückgekommen! Warum?“
    „Warum, warum? Bestimmt nicht, weil mir deine Gesellschaft fehlte; weil ich meine Welt retten will und weil mir meine Freunde fehlten.“ Mit diesen Worten wollte sie kehrtmachen, doch Vitiscos mit einem Mal so liebevolle Stimme ließ sie innehalten.
    „Du hast mir gefehlt, Jasmin. Sehr sogar…“ Diese Worte waren ausschlaggebend. Voller Zorn holte sie aus und schlug ihm ins Gesicht. Es gab einen lauten Klatscher, bei dem alle zusammen zuckten. Vitisco zuckte zurück; seine linke Wange leuchtete rot. Voller Entsetzen starrte er Jasmin an, die nur mühsam die Tränen zurückhalten konnte.
    „Spar dir deine wohlklingenden Worte, König“, fauchte sie und rauschte davon. Alle bis auf Feanon und Lucian folgten ihr.


    „Das hast du wunderbar hinbekommen, falls ich dass mal so sagen darf“, meinte Lucian spöttisch. Feanon blickte mit undurchdringlicher Miene Victoria hinterher, doch dann wandte er sich zu dem jungen König um. Der setzte sich, vollkommen manierlos, mitten auf den teuren Teppich. Er vergrub müde sein Gesicht in den aufgestützten Händen.
    „Warum nur bist du so dermaßen taktlos“, fuhr Lucian fort. Ihm fielen Feanons hektische Gesten, den Mund zuhalten, nicht ansatzweise auf. „Dir muss doch klar sein, dass Jasmin gerade nicht gut auf dich zusprechen ist. Und du sagst auch noch, wie sehr sie dir gefehlt hat! Dämlicher ging es nicht, oder was? Ich-“
    „Lucian!“, unterbrach ihn Feanon grob und Lucian blickte den Elf etwas verwirrt an. „Was denn? Habe ich nicht Recht?“ Feanon seufzte nur und deutete mit einem vielsagenden Kopfnicken auf den zusammengekauerten Vitisco. Er schien den Tränen nahe und er bebte.
    „Vitisco?“, fragte Feanon vorsichtig. Der König hob endlich den Kopf und die Jungs waren verblüfft. Auf seinen Wangen zeichneten sich Tränen ab; Vitisco, der starke, unerschütterliche Vitisco weinte. Pure Verzweiflung stand in seinem Gesicht, er lachte, aber es klang, als füge er sich in sein Schicksal. Aus dem Saal drang das fröhliche Gelächter der Gäste. Es war eine Situation, die eigentlich zum Lachen gewesen wäre – wäre sie nicht so derartig niederschmetternd gewesen.
    „Ich liebe Jasmin, verflucht!“ Vitiscos Stimme drohte zu kippen, doch er bemühte sich um Festigkeit. Es gelang ihm nicht sonderlich gut. „Ich habe sie seit unserer ersten Begegnung geliebt; nie habe ich ein schöneres, klügeres und zauberhafteres Mädchen gesehen. Und was ich gerade gesagt habe, meine ich ernst: Sie hat mir so sehr gefehlt.“
    „Aber… warum…“, Lucian schien vollständig verwirrt. „Warum hast du es ihr denn nicht gesagt? Und was ist mit Leiza?“ Vitisco gab ein ersticktes Lachen von sich. Feanon reichte ihm ein Stofftaschentuch, welches er dankbar entgegen nahm. Er schnäuzte sich, bevor er antwortete.
    „Leiza? Ich liebe sie nicht, sie ist nur irgendeine von den reichen Frauen. Es gibt sie zu tausenden. Aber immer, wenn ich in ihrer Nähe bin… ich weiß nicht, wie ich es ausdrücken soll!“
    „Rede doch einfach mal so, wie dir der Schnabel gewachsen ist“, entgegnete Lucian nur und erntete einen strengen Blick von Feanon. Der nickte Vitisco aufmunternd zu.
    „Ich habe das Gefühl, sie manipuliert mich. Wenn ich mit ihr in einem Raum bin, dann empfinde ich nur noch Kälte. Dann spüre ich, wie sie mich unter ihre Kontrolle bringt; es ist, als würde man mich fesseln! Wenn ich dann etwas sagen will, lässt sie es entweder nicht zu oder verändert es. Zu ihrem Vorteil!“ Er schluckte. „Ich wollte Jasmin bei unserem ersten Treffen im Ratssaal sagen, wie glücklich ich bin, dass sie zurückgekehrt ist. Ich wollte ihr sagen, dass ich jede Nacht wach liege und mich nach ihr sehne. Aber Leiza lässt es nicht zu!“
    Eine weitere Träne rann über seine Wange. Feanon kniete sich neben ihn und strich ihm tröstend über die Schulter. Er spürte die Verzweiflung und Mutlosigkeit des Königs, wusste jedoch nicht, wie er helfen konnte. Es war eine Situation, aus der es keinen Ausweg gab.
    „Hast du schon versucht, dich dagegen zu wehren?“, fragte Feanon leise, doch Vitisco lächelte nur traurig. „Natürlich; es nützt nichts. Wie sie es auch macht, die Kontrolle ist endgültig. Ich wünschte nur, ich hätte ein paar Minuten, um Jasmin zu erklären, dass ich es nicht so meine.“
    Er seufzte, dann erhob er sich müde und winkte ab, als Feanon ihm anbot, ihm zu helfen. Er wirkte unglaublich erschöpft. Immer noch mit Tränen in den Augen ging er langsam wie ein Schlafwandel zu seinem Gemach.


    Feanon und Lucian hingegen betraten den parkähnlichen Garten hinter dem Schloss. Es war Nacht, eine sternklare Nacht und die Kälte kroch dem Elf zwischen die Kleidung. Fröstelnd rieb er seine Arme. Lucian fror nicht; Vampire empfanden keinerlei Kälte oder Wärme.
    Nachdenklich und in tiefes Schweigen versunken spazierten sie zwischen den angelegten Blumenbeeten durch, hatten jedoch keinen Blick übrig für die exotischen Pflanzen oder prachtvollen Zierbäume. Selbst den Springbrunnen, auf dessen Sockel eine Abbildung der Göttin Markei stand, beachteten sie nicht. Sie waren in Gedanken immer noch bei Vitisco.
    „Hat er die Wahrheit gesagt?“ Feanon klang gelassen, aber seine angespannte Körperhaltung sagte etwas anders. Lucian nickte. „Er hat kein einziges Mal gelogen. Und dass hat man auch so gemerkt; solche Verzweiflung kann man nicht vortäuschen.“
    „Ich weiß“, seufzte der Elf und blickte zum Himmel. Dann lächelte er traurig. „Er tut mir Leid. Aber ich weiß nicht, wie man ihm helfen kann…“
    „Diese Leiza ist mächtig, Feanon. Mächtiger als wir alle – ich meine, welches Wesen schafft es schon, vollkommene Kontrolle über einen Menschen auszuüben? Ich wüsste nicht, was sie ist.“
    „Vielleicht ist sie nicht einmal ein Mensch, Lucian“, meinte der Elf, trat gegen einen Stein und fluchte leise, als er sich den Fuß stieß. „Vielleicht ist sie ein magisches Wesen.“
    Lucian runzelte die Stirn. „Eine Elfe?“ Feanon schüttelte den Kopf. „Ein Vampir?“, riet der Halbvampir weiter, doch Feanon lachte auf. „Einen Vampir hätten wir längst durchschaut.“
    „Aber was dann? Die anderen Völker besitzen nicht die Fähigkeiten, geschweige denn die Kraft, so einen Zauber über mehrere Monate lang zu erhalten!“
    Sie schwiegen. Das Wasser des Brunnens plätscherte leise und ihre Füße wirbelten das Laub am Boden auf. Unvermittelt blieb Feanon stehen; in seinen Augen stand blankes Entsetzen. Lucian bemerkte es zuerst nicht, doch dann blieb auch er stehen. „Was ist?“, fragte er verwirrt. Feanon sah ihm ernst in die Augen und senkte die Stimme.
    „Lucian… was ist, wenn Leiza eine Dunkelelfe ist? Das würde einiges erklären“, fügte er eilig hinzu, als Lucian ungläubig sein Gesicht verzog. Er wollte schon widersprechen, doch Feanon fiel ihm ins Wort. „Denk nur ein paar Minuten darüber nach.“
    „Es wäre möglich“, entgegnete sein Freund dann leise. Nun sah auch er beunruhigt aus und drehte sich zu Feanon. „Aber leben sie nicht sehr zurückgezogen? Und was für einen Grund hätte eine Dunkelelfe, sich in Angelegenheiten zu mischen, die sie nicht einmal betreffen?“
    „Ich weiß es nicht, Lucian“, gab der Elf zu, doch seine anfängliche Ruhe kehrte nicht zurück. Nein, dass er keine Antwort hatte, machte alles nur noch schlimmer. Und ihn beschäftigte noch eine weitere Frage. Auch Lucian schien sie zu belasten.
    „Sagen wir es Jasmin? Sollen wir ihr die Wahrheit erzählen?“ Feanon zögerte, doch dann schüttelte er langsam den Kopf. Es fiel ihm schwer, diese Entscheidung zu treffen, aber es war nötig.
    „Sie würde sich furchtbar aufregen und sie würde es nicht verstehen; vermutlich würde sie sofort irgendeinen Plan aushecken, um Vitisco zu helfen. Es ist besser, wir behalten es erst einmal für uns.“
    „Also sollten es auch die anderen nicht erfahren?“ Feanon nickte, dann betrachteten die beiden Männer den Sternenhimmel. In ihnen hatten sich Angst und Unruhe erhoben, die es ihnen nicht einfach machen würden, es niemanden zu erzählen. Es war ein Geheimnis, dessen Enthüllung alles oder nichts bedeuten könnte.

    Ab heut
    nur noch die wichtigen Dinge
    Ab heut
    nur noch die wichtigen Dinge
    Ab heut
    nur noch die wichtigen Dinge
    Ab heut
    nur noch leichtes Gepäck

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  • Erst einmal; Ein dickes Sorry das ich zurzeit weniger on kommen konnte bzw. dieser Kommi später kommt, als er eigentlich sollte. Aber ja, was macht man, wenn der Laptop, mitten im lesen den Geist aufgibt? Kommen wir aber jetzt zum Inhaltlichen. :3


    Inhalt


    Weißt du die Stelle, wo Vitisco seiner Verzweiflung preisgibt und besonders das er nun doch zugibt, er vermisse Jasmin, erinnert mich ein bisschen an "Gegen das Sommerlicht" - vielleicht einmal davon gehört? Jedenfalls wie Feanon und Lucian mit ihm sprechen, erinnert mich stark an eine Stelle, wo selber der König, in meinem erwähnten Buch, sozusagen zwei Berater hat und diese mit ihm auch sprechen, wie enge Freunde meine ich damit. :3 Der eine etwas härter als der andere sanfter ... Ich muss sagen das ich dieses Kaitel, bisher als bestes fand. Im ernst, es ist schön, natürlich wie immer. Aber dieses ... hat etwas sehr besonderes. Etwas ... unbeschreibliches. Tut mir Leid für diese etwas karge Beschreibung, aber du weißt ja, wie kann man einer so wunderbaren Autorin wie dir, Kritik geben? Jedenfalls lasse ich mal meine Bewunderung, sonst schweife ich ja vom Thema ab. Und du hattest Recht - Mirot ist mir sympatisch, nur muss ich gestehen, ein gesundes Misstrauen gegenüber ihm zu haben (schließlich war er doch mal auf der anderen Seite), denke ich ist nicht verkehrt. ^^'' Aber ich finde Vitisco und vorallem Leiza haben es ja verdient. *g* Jasmin hat auch mal richtig gehandelt. So mag ich sie, nicht die verletzliche, die alles über sich ergehen lässt, sondern die kämpferische! Die Vermutung Leiza sei eine Dunkelelfe, hat mich schon etwas nachdenklich gemacht. Ich persönlich habe gedacht, sie sei einfach eine schlichte Hexe, jedoch wäre dann der Zauber, der ja lange wirken muss und das über Monate. Und neulich habe ich mich ein bisschen über Dunkelelfen informiert, und dort wurde gesagt, die meisten seien weiblich, weshlab es gut möglich wäre, das sie eine ist. Aber ich lasse mich überraschen. ^^ Doch ich denke das Leiza das sich nicht so einfach über sich ergehen lässt. Zu dem Punkt, warum sie sich in andere Gelegenheiten einmische - eine Frage welche ich mir selber immer wieder gestellt habe - erinnere ich mich noch an den Epilog deines ersten Bandes. Es handelte ja von einem Gespräch, in der Leiza aufgetragen wurde, Vitisco zu manipulieren. Ist ja schon länger her, weshalb mein Gedächtnis ab diesen Punkt aussetzt. Trotzdem ist es ja ein wichtiger Kernpunkt deiner Geschichte, weshalb sie es tut.



    Enschuldige für den kurzen Kommentar, aber du weißt ja. v.v Wieder einmal lässt du deine Leser offene Fragen, was natürlich gut ist. Schließlich muss man sich auf etwas im nächsten Kapitel freuen. Vielleicht werden dort ja ein paar Fragen beantwortet?
    Jedenfalls noch liebe Grüße!
    ~Arisa

  • Oh.Mein.Gott.
    Als ich hier reinkam, war ich erstmal geschockt - ich dachte schon, die falsche Seite erwischt zu haben. Aber jetzt, wo ich das Desing mal etwas näher beschaut habe, gefällt es mir doch recht gut. Gewöhnungssache^^
    Und ich bin wieder krank! Naja, viel Zeit zum Schreiben:D Mal schauen, was ich diesmal schaff. Hier erstmal mein Kommi für Arisa und dann das neuste Kapitel, etwas härter.


    Arisa
    Hey, kein Problem, mein PC hängt sich auch gern mal auf. Scheint ein generelles Problem zu sein. Gegen das Sommerlicht kenne ich, auch die Folgebände; sehr schöne Bücher. Eine der besten in dem Genre Elfen. Stimmt, wo du es ansprichst, habe ich mich anscheinend davon inspirieren lassen^^ Unbeschreiblich, danke; alle sagen es. Ich habe sehr mit Vitisco mitgefühlt. Jasmin ist kämpferisch, aber auch gefühlvoll - es ist die Mischung. Wie bei Victoria. Mirot <3 Ja, ich liebe diesen Charakter jetzt schon. Aber hab keine Angst vor ihm. Dunkelelfen... du hast auf den Seiten rechachiert, wo ich war xD Genau, der Epilog... mehr verrat ich nicht.


    Jetzt werde ich mal schauen, wie weit euer Vertrauen geht... ob ihr wirklich immer zu denen haltet, wie ihr sagt. In diesem Fall zu Victoria. Hier mal ein Lied, dass wunderbar passt und ich beim Schreiben dieses Kapitels gehört habe. Unsterblich (Luxuslärm)


    8. Kapitel
    Verrat aus den eigenen Reihen


    „Du stehst für deine Freunde ein, ganz gleich, was man ihnen vorwirft. Du kannst einfach nicht glauben, dass sie zu schrecklichen Taten fähig sind. Doch ist das die Wahrheit oder nur eine gut getarnte Lüge?“


    Als die Sonne am nächsten Morgen aufging und die Bediensteten hastig durch die sonnenbeschienen Gänge eilten, war die Elfe schon wach. Aufrecht und den Rücken gegen die Brüstung gelehnt, stand die Auserwählte auf dem Südbalkon des Schlosses. Unter ihr zeichneten sich die farbenfrohen Blumenbeete der königlichen Witwe ab; Feanon hatte ihr erzählt, dass diese angelegt worden waren, um die Trauer der Königin zu lindern. Nun sah man sie angeblich an manchen Tagen durch den parkähnlichen Garten spazieren, so als ob sie nicht so recht wüsste, wohin sie der Weg führen würde.
    Ein eisiger Wind fuhr Jasmin durchs Haar und wehte ein paar bunte Blätter von den Bäumen. Es wurde Herbst, obwohl man ihn bis zu diesem Zeitpunkt kaum bemerkt hatte. In den Zweigen eines nahen Strauches zwitscherte ein Rotkehlchen, das nach Käfern pickte. Es war ein friedliches Bild. Aber dieser Frieden täuschte.
    Jasmin wünschte, sie könne bis nach Esima sehen. Das Land, indem ihr Volk unterjocht worden war von einem grausamen Tyrann. Indem Armut und Elend herrschte – wo Leben nur hieß zugrunde zu gehen. Sie sah vor ihrem Auge deutlich das Bild, welches sich vor drei Tagen dort eingebrannt hatte. Irgendetwas musste sie unternehmen. Nur was konnte sie ausrichten, hier, wo ihr niemand Gehör schenken wollte?
    Seit ihrem Ankommen dachte sie über einer Möglichkeit nach, endlich etwas zu erreichen. Sie hatte verschiedene Pläne durchdacht, doch keiner von ihnen war bei genauerem Nachdenken optimal gewesen. Nun hatte sie lediglich eine einzige Möglichkeit. Doch die würde man nicht annehmen, aber ihr blieb keine andere Wahl. Um ehrlich zu sein, wollte Jasmin diesen Plan erst dann ausgeführt, wenn sie nicht anders mehr handeln könnte. Und nun war dieser Moment gekommen.
    Mit einem leisen Seufzen strich sie sich über ihr dunkelblaues Kleid. Es war dasselbe, welches sie auch bei ihrer Ankunft in Gazul getragen hatte. Um ihren Hals hing die silberne Kette mit dem Tropfen, die ihr Vitisco vor drei Jahren geschenkt hatte. Drei Jahre nur, dabei kam es ihr vor wie eine Ewigkeit…
    Jasmin wollte diesen Ort noch nicht verlassen. Sie ahnte, dass, sobald sie den Ratsaal betreten würde, sie für längere Zeit keine Ruhe mehr haben würde. Wie lange schon hatte sie es entbehrt, einmal völlig für sich sein zu können, ohne einen Gedanken an das, was vor ihr lag? Die Wahrheit war: Das letzte Mal war, bevor sie Vitisco verletzt auf der Waldlichtung in der modernen Welt gefunden hatte.
    Aber sie wollte sich bewegen. Also entschloss sie sich für den Garten. Sie verließ ihr Gemach, schlich lautlos die Gänge entlang und schlüpfte dann ungesehen hinaus ins Freie. Aber sie rannte los, blieb erst stehen, als sie sich sicher war, nun völlig allein zu sein. Tief einatmend zog sie die frische Luft ein und roch den süßlichen Duft unzähliger Blüten; überall summten Bienen und sogar kleine, bunte Vögel mit bläulichen Schnäbeln, die sie entfernt an Kolibris erinnerten. Mit einem hellen Trillern flogen sie pfeilschnell um sie herum. Es brachte die Elfe zum Lachen und es klang seltsam, dies wieder aus ihrem Mund zu hören. Es war lange her, seit sie das letzte Mal so laut und unverstellt gelacht hatte.
    Mit Gemächlichkeit schritt sie über die angelegten Steinwege, deren Ränder geschmückt waren mit den unterschiedlichsten Blumen. Manche davon kannte sie, wie die Rosen und Tulpen, aber da gab es auch welche, die außergewöhnlich waren: Kniehohe Pflanzen, deren Blüten eisblau im Sonnenlicht schimmerten und einen intensiven Duft verströmten, der das Mädchen entfernt an Pfefferminz erinnerte. Oder die nachtschwarze Blume, die einzeln für sich allein stand und deren Blüte noch fest geschlossen war. Tautropfen schimmerten wie kleine Diamanten auf dem dunklen Hintergrund, ein verheißungsvolles Bild.
    Jasmin ging in die Knie und streckte einen Finger nach der Blume aus; fast erwartete sie, sie würde unter ihren Fingern zu Staub zerfallen, doch tatsächlich spürte sie die sonderbar glatte Fläche unter ihren Fingern. Sacht strich sie über die Blütenknospe. Urplötzlich öffnete sich die Blüte, langsam, fast zögerlich und präsentierte das Innere. Ein feiner, weißer Blütenstaub blieb an Jasmins Fingern haften, als sie ihn berührte. Ein Lächeln glitt auf die Züge der Elfe.
    „Sie heißt Barillas“, sagte eine Stimme. Jasmin erhob sich hastig, als eine fein gekleidete Frau auf sie zukam, mit einem geflochtenen Korb unter dem Arm. Darin befanden sich duftende Kräuter; Jasmin erkannte Rosmarin und Fenchel. Die Frau hatte ihre dunkelbraunen Haare zu einem Zopf geflochten, wie ihn Bauerntöchter trugen und es zeichneten sich einige ergraute Strähnen darin ab. Ihre Augen waren honigfarben, blickten Jasmin warm und freundlich ins Gesicht und die sanften, jedoch leicht verhärteten Gesichtszüge zeigten eine geduldige, jedoch vom Leben enttäuschte Frau.
    Ihr schwarzes, mit Gold verziertes Kleid raschelte leise, als sie auf Jasmin zukam. Die brauchte einige Augenblicke, bis sie erkannte, an wen sie diese Frau erinnerte. Sie bemerkte die Ähnlichkeit zwischen Vitisco und seiner Mutter erst bei genauerem Hinsehen, doch als sie es begriff, kniete sie demütig nieder.
    „Steh auf, mein Kind.“ Die Stimme Malissas klang sanft, jedoch auch unleugbar traurig. Jasmin hob den Kopf, unsicher, ob die Königin es tatsächlich ernst meinte. Doch die winkte ihr, also erhob sich Jasmin, hielt jedoch den Kopf gesenkt.
    „Meine Königin“, grüßte sie, doch Malissa überschritt die Meter, die sie noch von der Elfe trennte und legte zwei Finger unter Jasmins Kinn. Sacht hob sie ihren Kopf, bis sie sich in die Augen blickten.
    „Ich mag es lieber, wenn ich meinem Gegenüber ins Gesicht blicken kann.“ Ein Lächeln glitt über ihr Gesicht, doch war es ebenso schnell wieder verschwunden. „Ich bin nicht länger die Königin; und in keinem Fall die deine, Auserwählte.“
    „Wovon redet Ihr, Majestät?“ Malissa seufzte, dann nickte sie zu den Sandwegen. „Lass uns einen Spaziergang machen, während ich dir alles erzähle.“ Erst zögerte Jasmin, doch dann folgte sie der Königin.
    Eine Zeit lang schritten sie schweigend zwischen den angelegten Beeten entlang. Die Vögel sangen unbekümmert ihre Lieder, die die Menschen jedoch niemals würden verstehen können. Malissa blieb unter einem ausladenden Baum stehen und setzte sich auf die darunter liegende Holzband. Das Holz splitterte schon an einigen Stellen, vermutlich stand sie schon etwas länger hier, mit den Beinen im Gras. Jasmin blieb stehen, zögerte jedoch sichtlich, als die Königin auf den Platz neben sich klopfte. An ihrer Hand blitzte ein Silbering auf.
    „Setz dich zu mir, Auserwählte“, forderte sie Jasmin auf und lächelte angesichts Jasmins Zögerns. „Ich beiße nicht, mein Wort darauf.“ Da endlich folgte die Elfe und ließ sich, wenn auch äußerst darauf bedacht, sich elegant zu bewegen, auf dem freien Platz nieder. Die Bank war feucht vom morgendlichen Tau, der sich darauf festgesetzt hatte. Ein Schauer durchfuhr sie, aber sie unterdrückte weitere.
    Die Königin sprach kein Wort. Was Jasmin nicht wusste, war, dass sie darauf wartete, dass Jasmin selbst das Wort ergriff. Als sie die verlegenen Seitenblicke des Mädchens spürte, lächelte sie leicht und strich mit den Fingern über das Holz. Es fühlte sich kühl an unter ihrer Haut. Geduldig wartete sie.
    „Warum, Majestät, habt Ihr mich hierher geführt?“, sprach Jasmin schließlich, da sie das Schweigen nicht länger aushielt. Malissa wandte sich nun zu ihr, um ihr während des Sprechens ins Gesicht blicken zu können. Ihre Miene ließ nicht erkennen, ob ihr das, was sie sah, gefiel.
    „Vitisco hat viel über dich erzählt“, meinte sie unerwartet. Bei dem Klang des Namens zuckte Jasmin sichtbar zusammen. Es entging der Königin nicht, doch sie überging es höflich. „Als er wieder von seiner Mission zurückkehrte, waren wir zuerst erstaunt, warum er dich nicht mitgebracht hatte. Aber er erzählte es uns nie.“ Für einen Augenblick stockte sie. Ein Schmetterling kam auf sie zugeflogen, seine Flügel flatterten unruhig. Er war helllila. Malissa beobachtete ihn, bis er wieder verschwunden war. Erst dann sprach sie weiter.
    „Was er uns dafür erzählte, war umso erstaunlicher. Von einer völlig fremden Welt, von gutmütigen Vampiren und Gefahren, bei denen seine Zuhörer anfingen zu zittern. Und von dir erzählte er, Auserwählte.“ Sie lächelte der Elfe zu. „Möchtest du wissen, was für Worte er verwendete?“
    „Ja“, erwiderte Jasmin leise. Eigentlich hatte sie sich geschworen, Vitisco aus ihrem Herzen zu verbannen, aber sie musste wissen, was er nach ihrem letzten schicksalhaften Treffen vor drei Jahren erzählt hatte. Vielleicht würde sie ihn dann besser verstehen.
    Malissa blickte ihr ins Gesicht, beinah so, als suche sie nach etwas.
    „Er sprach von einem Mädchen mit dem Gesicht einer Göttin. Sie sei zauberhaft und wunderschön, gutmütig und ehrlich in allem, was sie tue. Gefährlich wie das tosende Meer und anziehend wie die Sterne am Himmel; man wolle sie verstehen, ja, mehr als das. Man wolle sie lieben.“ Während Malissa redete, war Jasmin sprachlos. Solch wunderschöne Worte hatte Vitisco für sie gefunden? Der Vitisco, der sie betrachtete wie eine Plage? Doch aus diesen Worten hörte sie den Mann heraus, der sie zärtlich geküsst und umarmt hatte.
    „Sie besitze Mut, der sie oftmals in Gefahren brachte. Doch obwohl sie so zerbrechlich wirkte, wolle sie niemals beschützt werden. Aber mein Sohn sprach davon, später, als wir alleine waren, dass er sie auch anders kenne. Dass sie ebenso verletzlich sei wie stark, dass sie sich nach Zärtlichkeit sehne und nach Liebe.“
    „Das hat er gesagt?“ Jasmin konnte es kaum glauben. Doch Malissa nickte. „In jedem seiner Worte schwang die Liebe zu diesem Mädchen mit, nachdem er sich sehnt. Manchmal nachts, wenn ich schlaflos durch die Gänge des Schlosses streife, höre ich aus seinem Gemach unterdrücktes Schluchzen.“ Sie blickte die Elfe an, die ausdruckslos einen Punkt am blauen Himmel fixierte. Nur, um der Königin nicht ins Gesicht blicken zu müssen.
    Plötzlich spürte sie die Hand der Königin, die sanft nach ihrer griff. Jasmin sah auf und ihre grünen Augen trafen auf die honigfarbenen der verwitweten Königin. „Er liebt dich, weißt du das?“, fragte sie leise. Nun konnte Jasmin nicht mehr an sich halten – sie begann zu weinen. Die Tränen flossen wie Gebirgsbäche aus ihr heraus, es war das verzweifelte Weinen einer Frau, die nicht mehr weiterwusste. Die langsam, aber sicher kapitulierte. Dennoch hatte sie es lange verweigert, sich so verletzlich zu geben, durch die Befürchtung, dann nichts zu erreichen. Dass man ihr erneut wehtun würde.
    Malissa öffnete den Mund, doch Jasmin schluchzte: „Nein, sprechen Sie nicht weiter! Ich will es nicht hören!“ Doch die Königin redete unnachgiebig weiter, taub gegenüber den Bitten.
    „Er hat es niemals ausgesprochen, nicht mir gegenüber und auch nicht seinen Schwestern. Aber wenn er von dir spricht, ist sein Gesicht so offen und er lächelt. Ich erkenne, woran er in jeder Minute denkt, wenn er glaubt, niemand sähe es. Und ich sehe dasselbe in deinen Augen, wenn du ihn ansiehst. Aber ich erkenne auch den Schmerz.“ Sie drückte Jasmins Hand. „Sag mir“, flüsterte sie. „Was ist zwischen euch geschehen?“
    „Er will mich nicht… er hat mich… abgewiesen…“ Jasmin stotterte, sie konnte nicht anders. Immer noch strömten die Tränen ungehindert aus ihr heraus, als hätten sie nur auf diesen Moment gewartet. Aber es beruhigte sie, tat ihr gut, sich endlich einmal komplett fallen lassen zu können. Ohne über die Konsequenzen nachdenken zu müssen.
    Malissa runzelte die Stirn. „Warum?“ Ein Wort nur, doch es ließ die junge Frau aufschluchzen. „Wegen Leiza, seiner Verlobten“, murmelte sie. „Er hat mir vor allen Leuten gesagt, dass er nichts für mich empfinde.“
    „Dann hat er gelogen; ich kenne meinen einzigen Sohn und weiß, wann er von einer Frau nicht mehr loskommt“, erwiderte Malissa ruhig und drückte sanft die Hand, die sie festhielt. „Und Leiza wird niemals meinen Platz einnehmen.“ Jetzt schaute Jasmin doch auf. Sie wischte sich mit dem Handrücken die Tränen fort.
    „Wovon sprecht Ihr, Majestät?“
    „Leiza tauchte vor zwei Jahren hier auf und gab sich als eine gewisse Prinzessin Leiza Jarina von Margetanien aus. Ich weiß nicht, wie sie es schaffte, doch Vitisco fraß ihr bald darauf schon fast aus der Hand. Und nach einem Jahr kam dann der Antrag…“ Sie schloss kurz die Augen. „Ich kann nicht sagen, warum ich dieser Frau nicht traue – vielleicht, weil sie immer so seltsame Entscheidungen trifft. Ist dir aufgefallen, Auserwählte, dass Vitisco sich nicht um sein Volk kümmert?“ Jasmin nickte. „Nun, zu Anfang hat er es getan; einmal im Monat stattete er jedem einzelnen Dorf in Gazul einen Besuch ab, um sich den Problemen dort anzunehmen. Sein Volk liebt Vitisco. Er war immer ein gerechter und liebevoller Herrscher, selbst, als der Kummer über den Tod meines Mannes uns alle übermannte. Doch seit diese Leiza hier ist, interessiert ihn der Krieg und die Armut seines eigenen Volkes nicht mehr.“
    „Habt Ihr ihn darauf hingewiesen?“
    „Gewiss, mehrmals sogar. Doch er wurde ungewöhnlich barsch und schrie mich an, dass mich seine Art zu regieren nichts angehe. Er sei nun der König über Gazul; er würde mir seine Entscheidungen nicht erläutern, wenn es nicht unbedingt Not tue.“
    Jasmin bemerkte den traurigen Tonfall in der sonst so ruhigen Stimme. Diese Ruhe und Gelassenheit waren auch ein Merkmal Vitiscos, oder waren es vielmehr gewesen. Was war aus dem Prinzen geworden, den sie kennengelernt hatte, zu Beginn ihrer Reise? Jasmin war sich sicher, dass an Vitiscos drastischer Veränderung Leiza Schuld hatte – sie war sich hundertprozentig sicher. Malissa seufzte. „Ich erkenne meinen eigenen Sohn nicht mehr wieder.“
    Und dann, in genau dieser Minute, traf die Elfe eine Entscheidung. „Ich werde mich der Sache annehmen.“ Ihre Stimme klang sicher. Die Königin blickte sie erstaunt an, als habe sie nicht genau verstanden.
    „Ich werde dafür sorgen, dass Vitisco wieder zu sich selbst zurückfindet“, wiederholte sie. „Auch ich denke, dass Leiza ihn manipuliert oder doch wenigstens etwas damit zutun hat.“
    „Bist du dir sicher?“, hakte Malissa nach. „Vielleicht täuschen wir uns ja?“
    Doch Jasmin wusste instinktiv, dass Leiza ihre Finger im Spiel hatte. Sie allein war daran schuld, dass Vitisco – ihr Vitisco – nicht mehr der alte war. Und sie würde dafür sorgen, dass diese Verräterin aus der Stadt gejagt werden würde. Sie nickte, dann erhob sie sich.
    Doch kurz bevor sie schon außer Reichweite war, wandte sie sich ein letztes Mal zu der Königin um. Die blieb sitzen. „Ich danke Euch, Majestät. Ihr habt mir endlich die Augen geöffnet; selbst, wenn Vitisco mich wahrhaftig nicht liebt, so ist es dennoch meine Pflicht, ihn klarzumachen, wer er ist. Es ist das Mindeste, was ich tun kann.“
    Und mit diesen Worten verschwand sie, beschleunigte ihre Schritte, um noch rechtzeitig die Ratsversammlung zu erreichen.
    Die Königin hingegen lächelte, als sie der schmalen Gestalt hinterher blickte. Sie hielt ihr Gesicht in die ersten warmen Sonnenstrahlen des Jahres und wusste, dass der Winter nun vorbei war. Der Frühling hielt Einzug, bald würden die Blumen das magische Licht ihrer Magier nicht länger benötigen. Malissa liebte ihre Blumen, sie waren das Einzige, was sie in ihrer Trauer trösten konnte.
    Malissa hatte Jasmin nicht verraten, dass sie nur mit ihr geredet hatte, damit sie endlich ihr Schicksal in die Hand nahm. Sie liebte Vitisco und Vitisco liebte sie. Das Einzige, was zwischen den beiden stand, war Leiza. Malissa wusste, dass Leiza nicht die war, für die sie sich ausgab, nur leider hatte sie nicht die nötigen Beweise, um es öffentlich zu machen. Ihre letzte Hoffnung war die Elfe und ihre Liebe zu dem zukünftigen König.


    „Wir können nicht länger die Grenzen halten, Eure Hoheit!“ General Verras Stimme polterte durch den Raum, als ginge es um sein Leben, gehört zu werden. Was ja auch gar nicht so abwegig war, schließlich war die derzeitige Lage mehr als ernst.
    Gerade eben war ein Bote erschienen, der Neuigkeiten von der Grenze bei Karafey, dem Land der Nymphen, brachte. Es waren keine guten: Victors Vampire rückten immer weiter vor und die Soldaten hatten zurückweichen müssen, da sie starke Verluste erlitten hatten. Viele Tote und noch mehr Verletzte, sowie einige Männer, die gebissen worden waren und damit ihr Todesurteil unterschrieben hatten. Sie waren infiziert gewesen, es wäre einem Selbstmord gleichgewesen, sie nicht umgehend zu töten.
    Der Rat schwieg; niemand stimmte dem General zu oder wagte Einspruch zu erheben. Denn allen war klar, dass man die Grenzen nicht mehr lange würde halten können. Nicht ohne eine Taktik, die ihnen endlich eine Möglichkeit zurückzuschlagen zusprach. Doch alle blickten zu dem König von Gazul. Der jedoch schwieg, starrte stattdessen auf seine Hände und hob auch nicht den Kopf, als Verra erneut das Wort ergriff.
    „Hoheit, es ist aussichtslos, diesen Angriff abzuwehren oder gar zurückzuschlagen – das einzige, was noch in unserer Möglichkeit liegt, ist der Rückzug.“ Bei diesen Worten sah Vitisco endlich auf. „Wir können uns nicht zurückziehen“, entgegnete er gelassen. „Das käme einer Kapitulation gleich, General Verra.“
    „Aber Majestät“, widersprach Verra, doch Vitisco schnitt ihm das Wort ab.
    „Mein letztes Wort, Verra!“ Augenblicklich schloss der Mann seinen Mund und setzte sich, wenn auch mit beleidigter Miene, wieder auf seinen Platz. Ein hörbares Tuscheln machte sich im Saal breit, was Victoria knurren ließ. Es war ein leises Knurren, doch umgehend verstummten die Stimmen und alle blickten zu der Vampirin. In manchen Mienen stand Ehrfurcht, jedoch auch ein Funke Widerwille angesichts der Tatsache, dass es der ehemaligen Thronerbin von Lisinir erlaubt worden war, an allen Sitzungen teilzunehmen.
    Doch auch der Rest des Kreises war zugegen. Alice, Lucian, Feanon, Morr und Dyara beobachteten das Geschehen mit neutralen Mienen, in denen man nicht ablesen konnte, was sie dachten oder fühlten. Aber man merkte, dass sie Verras Vorschlag zum Rückzug ebenfalls nicht billigten. Doch sie wussten ebenso wie Vitisco und alle anderen Räte in dem Saal, dass sie eine Taktik benötigen. Eine, die ihnen einen Angriff ermöglichte.
    Mirot, der neben Victoria saß, stieß ihr unauffällig unter dem Tisch in die Seite, damit sie aufhörte zu knurren. Im Gegensatz zu der weitaus jüngeren Vampirin wusste er, dass sie hier nur zugelassen waren, weil sie zum Kreis der Gefährten gehörten. Denn Jasmin hatte ihm, nach ihrem Gespräch mit Vitisco, ihre offizielle Erlaubnis zum Beitreten gegeben. Er war glücklich, denn nun hatte er auch den letzten Rest Vergangenheit hinter sich gelassen. Und, er warf einen kurzen Seitenblick auf Victoria, er konnte nun in ihrer Nähe bleiben.
    Vitisco seufzte, dann erhob er wieder seine Stimme. „Gibt es weitere Vorschläge?“
    „Gewiss.“ Die Türen zum Saal öffneten sich und herein trat Leiza, gekleidet in ein schlichtes weißes Kleid, das in der Taille geschnürt worden war. Trotz dieses weniger prunkvollen Gewandes wirkte sie überirdisch schön, wie sie mit kleinen Schritten und einem betörenden Lächeln auf Vitisco zuhielt. Sie beugte sich vor und hauchte ihm einen Kuss auf die Lippen, bevor sie sich zum Rat umwandte. Die Mehrzahl erwiderte ihr Lächeln, doch einige, darunter der Kreis und der alte Jachari, sahen sie nur an.
    Einige Sekunden lang wirkte die Frau verwirrt, doch sie fing sich schnell wieder. Während sie sprach, wandte sie sich zu allen um. Aber es wirkte dennoch, als spräche sie allein mit ihrem Verlobten.
    Victoria hingegen hatte plötzlich nur noch Augen für den König, der beim Eintreten seiner Verlobten ein gänzlich anderes Gesicht erhielt. Seine zu Beginn noch so offene Miene war plötzlich kühl und das Mädchen hatte das Gefühl, dass er jedem auf die Finger schlagen würde, der versuchte, darin zu lesen.
    „Ich sage es zum letzten Mal: Kapituliert vor Victor Roderic. Nur so könnt ihr hoffen, dass er euch verschont!“ Obwohl es auch ihr Land war, sprach sie nur von „euch“ und „ihr“. Das ließ Victoria stutzen und diese Aufforderung ließ sie scharf die Luft einziehen. Wie konnte Leiza so etwas sagen? Diese Möglichkeit war nie, niemals in Betracht gezogen worden, weder von dem Rat, noch von Vitisco selber; warum also sollten sie es nun tun?
    Doch zu ihrer Fassungslosigkeit begann ein zustimmendes Murmeln unter den Männern; Victoria bemerkte, wie viele nachdenklich nicken. Ohne lange nachzudenken, erhob sie sich. Mirot starrte sie erschrocken an. „Victoria, bei der Göttin, was tust du?“, zischte er und versuchte, sie wieder zum Hinsetzten zu bewegen, doch sie beachtete ihn nicht.
    Anklagend deutete sie mit der Hand auf Leiza, die ihr einen bösen Blick zuwarf. „Das ist keine Option!“, entgegnete sie. „Nie werden wir Victor gewinnen lassen; dass ist völliger Wahnsinn!“
    „Und was sonst schlägst du vor?“, zischte Leiza und warf in einer arroganten Geste ihr Haar zurück. Ihre selbstgefällige Haltung ließ Victorias Wut brodeln, doch noch hielt sie sich zurück. Sie erwiderte ernst: „Dass wir ihn endlich angreifen und zurückschlagen, anstatt dass wir uns wie Kaninchen vor ihm verstecken.“
    Ein fassungsloser Aufschrei ging durch die Reihen, viele entsetzte Blicke trafen die Vampirin, doch die blieb gelassen. Ihre Aufmerksamkeit galt Leiza, die sie fixierte. Ihre Hand strich durch Vitiscos Haar, der mit keiner Wimper zuckte.
    „Ach, tatsächlich?“ Leizas Höhnen war kalt wie Eis. „Und wer, glaubst du, wird mit dir in diesen Krieg ziehen? Denn wie eine Kriegserklärung gegen den Fürsten wird es wirken, bist du dir darüber im Klaren?“ Sie sprach wieder zum Rat. „Ihr alle wisst, dass ihr keine andere Wahl habt. Entweder ihr seid weiterhin so verrückt und geht elendig zugrunde oder ihr beugt euch der Kraft von Lisinir. Seht es ein: Ihr werdet niemals gewinnen.“
    „Wir werden nicht aufgeben, nicht, bevor wir alles Mögliche versucht haben! Lieber geh ich zugrunde“, fauchte Victoria. Mirots Hand krallte sich in ihren Ärmel, doch sie schüttelte ihn ab wie ein lästiges Insekt. Sie wollte nicht zurückgehalten werden. Diese verräterische Hure wollte Krieg? Nun gut, denn konnte sie haben.
    Leiza hingegen schüttelte traurig den Kopf, wie einem uneinsichtigen Kind gegenüber. Ihre Art brachte das rothaarige Mädchen zur Weißglut.
    „Ach, Victoria. Du müsstest doch am Besten wissen, dass Victors Macht die von Gazul bei weitem übersteigt. Oder“, mit einem Mal wurde ihr sonst so sanfter Blick bohrend. „oder willst du uns etwas hinhalten? Was bezweckst du mit deinem Verhalten; beschützt du uns oder verfolgst du etwa deinen eigenen, raffinierten Plan?“
    Ein Raunen ging durch den Saal. Victoria war zu baff, um zu reagieren. Mirot und die Gefährten hingegen verstanden schnell. Es war Feanon, der nun das Wort ergriff. Seine sonst so ruhige Stimme klang zornig, wenn er seine Wut auch unterdrückte.
    „Beschuldigt Ihr Victoria, eine Gefährtin des Kreises, etwa des Verrats?“ Angespannt warteten alle ab, während Leiza triumphierend lächelte. Eine Weile ließ sie sie noch zappeln, dann antwortete sie mit einem lauten „Ja“.
    Bevor noch irgendwer dazu kam, eine Reaktion zu zeigen, donnerte eine aufgebrachte Stimme: „Und ich bezichtige Euch des Verrats, Leiza!“ Alle wandten sich erschrocken zu der Tür, an der Jasmin stand. Ihr Gesicht war verdunkelt wie bei einem Gewitter, ihr rabenschwarzes Kleid raschelte, als sie in den Raum trat und weitersprach. Sie nahm niemanden anderen wahr außer Leiza, die sie entgeistert anstarrte. Jasmin hingegen hob den Zeigefinger, deutete damit auf die Prinzessin.
    „Ich bezichtige Euch, Prinzessin Leiza Jarina von Margetanien, des Verrats an Gazul.“ Leiza schnappte aufgebracht nach Luft und griff instinktiv nach Vitiscos Hand, als würde er ihr beistehen. Doch der hatte bei Jasmins Auftauchen plötzlich wieder einen anderen Gesichtsausdruck; tiefer Schmerz spiegelte sich in seinen Augen. Leiza begriff, dass sie sich nun nicht auf ihn verlassen konnte und griff selbst an.
    „Lächerlich“, schnappte sie. „Ich habe Beweise, um Victoria des Verrats zu beschuldigen!“ Und mit diesen Worten griff sie sich in den Ausschnitt und warf einen dicken Packen Briefe auf den Tisch, genau vor Jasmin. Die trat, wenn auch überaus widerwillig, näher und besah sich das „Beweismaterial“. Die Briefumschläge waren lavendelfarben, zusammen geschnürt mit einem dunkelblauen Samtband. Einer der Briefe zeigte das Wappen von Lisinir - die Schlange in Nachtschwarz auf einem blutroten Hintergrund. Jasmin schnappte nach Luft. Diese Briefe stammten von Victor, dem Fürsten selbst.
    Behutsam griff sie einen davon und faltete ihn auseinander. Ihre Augen glitten über die Zeilen, wurden dabei immer größer und füllten sich mit Fassungslosigkeit, dann, nach einer gefühlten Ewigkeit, ließ sie ihn wieder sinken. Ihr Blick glitt zu Mirot und den anderen, die sie ängstlich betrachteten.
    „Es… diese Briefe…“, sie stockte und versuchte, ihre Stimme nicht brechen zu lassen. „Die Briefe sind an Victoria adressiert. Victor lobt sie darin für ihre wundervolle Rolle als Doppelagentin und dass sie uns weiterhin im Glauben lassen soll, dass sie zu den Guten gehört.“
    Alle Blicke glitten zu Victoria, die noch leichenblasser geworden war, wenn dass überhaupt möglich war. Sie zitterte. „Nein…“, flüsterte sie. „Nein… das… unmöglich…“
    „Nun, es ist die Wahrheit!“ Leizas Stimme klang zufrieden wie die eines fetten Katers. Sie sah nur zu gut de Zorn auf den Gesichtern des Rates und die tiefe Ungläubigkeit auf denen der Gefährten. Selbst Jasmin schien zutiefst verletzt. „Diese Briefe waren versteckt in ihrem Gemach aufgefunden worden. In jedem von ihnen wird von Victorias Rolle berichtet und ihrer Belohnung, die sie bei Vollendung ihres Auftrags erhalten wird: Den Thron von Lisinir, als die Königin an Victors Seite.“ Sie warf Jasmin einen mitleidigen Blick zu.
    Die zitterte weiterhin am ganzen Körper; sie war kurz vorm Weinen. „Das kann nicht sein“, wisperte sie. Ihre jahrelange Freundin, mit der sie so vieles durchgestanden hatte; mit der sie ihre Reise bewältigt hatte und die immer für sie dagewesen war? Victoria, eine Verräterin, Spionin Victors? Doch die Briefe sprachen von einer anderen Victoria: Einer verräterischen, heuchelnden Victoria, die sie schon einmal kennengelernt hatte. Und dieser Gedanke, an die dunkle Victoria, machte dies noch glaubwürdiger. Denn es wäre nicht ihr erster Verrat.
    Victoria schien das Begreifen in den Augen ihrer Freundin zu sehen; sie schrie auf. „Nein, Jasmin, ich habe diese Briefe nie gesehen oder gelesen!“ Ihre Stimme klang schrill, doch Jasmin schüttelte nur den Kopf. Ihr Herz verweigerte sich gegen diese Behauptung, doch ihr Verstand akzeptierte es bereits. Das Schlimmste jedoch war die flüsternde Stimme in ihr. Ich habe es dir schon früher gesagt; du kennst die echte Victoria nicht.
    „Es ist deine Schrift, wenn ich mich nicht täusche“, entgegnete Leiza ruhig und Jasmin nickte. Es war Victorias nach links geneigte Schrift.
    Einer der Räte erhob sich. Victoria begann zu weinen, sie wirkte völlig verzweifelt. War das nur gespielt? Jasmin wusste es nicht zu sagen. Ihr Blick glitt zu den anderen. Alice schüttelte immer wieder den Kopf, sie weigerte sich gegen den Gedanken. Doch die anderen schienen, ebenso wie Jasmin, langsam zu begreifen. Nur Mirot funkelte Leiza zornentbrannt an, doch noch hielt er sich unter Kontrolle.
    „König, Ihr wisst, was auf Hochverrat steht“, kam der Rat umgehend auf den Punkt und ein entsetztes Keuchen entwich Jasmin. „Die Strafe ist der Tod.“
    Die Räte nickten zustimmend, auch Leiza nickte und blickte Vitisco an. Der jedoch schien sie nicht zu beachten; zum Erstaunen aller ruhte sein Blick auf Jasmin. Die sah ihn ebenfalls an, denn der Hass auf ihn war verflogen – stattdessen sehnte sie sich nach seiner sanften Stimme, die ihr versprach, dass alles wieder gut werden würde. Wie früher als kleines Mädchen wollte sie die Augen schließen, alles vergessen und, wenn sie die Augen wieder öffnete, dass dann alles wieder vorbei war. Aber sie war klein kleines Kind mehr.
    Atemlos warte sie auf Vitiscos Antwort, ebenso wie alle anderen. Sein Blick war weiterhin auf sie gerichtet, er schien sie zu fragen, was er nun tun solle. Bitte nicht der Tod, flehte sie stumm. Bitte nicht der Tod.
    Vitisco blickte sie noch einige Minuten lang an, dann öffnete er den Mund. Dabei wandte er nicht seinen Blick ab. „Unter den Umständen, dass Victoria einige Zeit der Auserwählten diente, wird sie von der eigentlichen Strafe, dem Tod, entsprochen. Stattdessen wird sie verbannt. Sollte sie jemals wieder das Schloss betreten, so wird sie umgehend getötet.“
    Ein Aufatmen ging durch Jasmin. Tränen der Erleichterung und des Schmerzes flossen ihre Wangen hinab, doch sie wandte nicht den Blick von Vitisco. „Danke“, wisperte sie und, als hätte er sie gehört, lächelte er. Und dieses Mal galt es allein ihr.
    Mirot sprang auf und polternd fiel sein Stuhl zu Boden. „Sie ist unschuldig!“, brüllte er, traf jedoch auf taube Ohren, niemand schenkte ihm Beachtung. Victoria weinte, doch ihre Schultern strafften sich. Sie verließ, ohne ein weiteres Wort, den Saal. Blicke folgten ihr. Als die Tür sich hinter hier geschlossen hatte, wagte Mirot einen erneuten Versuch.
    „Ihr könnt sie nicht allein dort rausschicken!“, widersprach er hitzig. „Ihr könnte etwas zustoßen; überall laufen Victors Soldaten herum!“
    „Die werden ihre geringste Sorge sein“, entgegnete Leiza lächelnd. Damit verließ auch sie den Saal, doch Mirot hinderte sie daran. Ohne dass jemand hätte eingreifen können, war er neben ihr, packte sie an der Kehle und drückte sie an die Wand. Sie keuchte, wehrte sich gegen seinen Griff, doch Mirot war zu stark. Einer der Räte rief nach der Wache, doch bevor diese überhaupt den Saal hatten betreten können, ließ der Vampir die Frau schon wieder los. Schwer atmend glitt sie zu Boden.
    „Ich schwöre dir“, knurrte Mirot bedrohlich. „Wenn du etwas damit zu tun hast, dann wird dich nichts mehr retten können – nicht mal dein Verlobter.“ Und mit diesen letzten Worten verschwand auch er aus dem Saal. Jasmin vermutete, dass er Victoria folgen würde, um ihr beizustehen.
    Vitisco erhob sich und wandte sich an die Wache, die geplättete Mirot hinterher starrte. „Bringt sie in ihr Gemach“, befahl er mit leiser Stimme und erst, als die Wachen mit Leiza den Saal verließen, sprach er zum Rat. „Die Sitzung wird bis auf übermorgen verschoben. Meine Herren“, und mit diesen Worten wollte er sich schon abwenden.
    „Warum erst übermorgen?“, rief Verra und Vitisco sah ihn ruhig an.
    „Weil sich der Kreis von dieser Nachricht erst einmal erholen muss.“ Jasmin sah ihn an. Sie wusste, dass er sie meinte, denn er musste bemerkt haben, wie hart sie Victorias Verrat getroffen haben musste.
    Ein letzter geraunter Abschiedsgruß von den Räten und noch ehe sich Jasmin versah, war sie zurückgeblieben mit Vitisco. Doch statt sich ihr zu zuwenden, drehte er sich um. Jasmins Stimme ließ ihn innehalten.
    „Ich hol dich da raus, Vitisco“, flüsterte sie. „Versprochen. Ich werde dir helfen.“
    Zwar sah sie sein warmes Lächeln nicht, als er ging, doch sie spürte es. Wie Sonnenstrahlen auf der Haut.


    Mirot schaffte es, Victoria einzuholen. Gerade, als sie mit gepackten Taschen aus der Tür ihres Gemachs heraustrat, kam er auf sie zu. Sie bemerkte ihn nicht, zu beschäftigt war sie mit ihren Tränen. „Victoria“, wisperte er und sie wirbelte herum. Als sie Mirot erkannte, konnte sie ein Aufschluchzen nicht verhindern. Sofort war der Vampir bei ihr, doch sie wehrte ihn ab. Erneut versuchte er es, doch sie schubste ihn grob von sich.
    „Nein, Mirot. Lass mich allein.“
    „Du wirst dort draußen in großer Gefahr schweben.“ Er griff nach ihrer Hand, was sie nicht abwehrte. Sanft streichelte er ihre Alabasterhaut. „Jetzt, wo du nicht länger unter dem Schutz der Auserwählten stehst.“
    Sie schluchzte. Es fiel ihr schwer, sich ihm nicht an den Hals zuwerfen. Es tat ihr gut, zusehen, dass nicht alle an ihr zweifelten. Doch trotzdem ließ sie ihn nicht gänzlich an sich heran.
    „Nein. Ich muss das alleine ertragen – es ist meine Strafe.“ Mit diesen Worten wollte sie ihre Sachen packen und verschwinden, doch Mirot ließ es nicht zu. Er hielt sie bei den Schultern, zwang sie, ihm zu zuhören.
    „Ich will dich nicht allein lassen“, sagte er, doch obwohl sein Angebot so verführerisch klang, ließ sie sich nicht darauf ein. Bestimmt machte sie sich von ihm los. Ein letzter Blick und sie verschwand, verließ ihn. Doch ihr Weinen war hörbar; es schnitt tiefe Narben in Mirots Herz. Selbst Jahre später noch bereute er es, sie alleine ihrem Schicksal überlassen zu haben. Und dass es ihm nicht gelungen war, ihr ihren Schmerz zu nehmen.

    Ab heut
    nur noch die wichtigen Dinge
    Ab heut
    nur noch die wichtigen Dinge
    Ab heut
    nur noch die wichtigen Dinge
    Ab heut
    nur noch leichtes Gepäck

  • So meine Liebe, du bist fleißig an deiner Story dran, was mir sehr freut! Endlich darf ich wieder etwas von Hassliebe lesen. Ich musste schmunzeln als ich las, das du auf der gleichen Seite rechachiert hast wie ich und dazu noch das du "Gegen das Sommerlicht", auch gelesen hast und der gleichen Meinung wie ich, das dieses Buch einer der besten der Elfen - Bücher ist. ^_^ Im Übrigen lese ich zurzeit den dritten Band von Elfenseele, empfehle ihn dir und ich denke du wirst den Charakter Rowan bzw. Red lieben! Da bin ich mir sicher. Aber bevor ich mich verplappere, fange ich mal an. ^^


    Verrat aus den eigenen Reihen
    Ich hoffe das ich nicht schon wieder so kritisch bin, wie sonst so bei deinen Titeln, aber auch dieser hier ist sehr durchschauber muss ich gestehen... Zwar hört er sich schön an, in meinen Ohren, aber wähle am besten verschlüsselte, welche auf dem ersten Blick nicht so offensichtlich wirken. Einfach aus diesem Grund, den du sicher gut kennst, dass man sonst zu viel Informationen hat, was in einem Kapitel passiert.
    Ein schöner Anfang, besonders diese Gedanken zu Beginn haben es mir sehr angetan. Normalerweise legst du mehr Wert auf die Handlungen und das Geschehnis, aber diesmal war es einfach wundervoll mal ein paar Gedankengänge zu lesen. Was ich nur schade fand, war das sie nicht an Mirot dachte. Dabei denke ich hat sie doch etwas erreicht, das dieser doch bei ihnen nun leben dürfte, wenn ich mich nicht irre. Das Gespräch zwischen der Königin und Jasmin war wirklich ... real? Ein besseres Wort fiel mir nicht ein. Du hast es so glaubwürdig dargestellt, das man meinen könnte, man sei in diesem Gespräch dabei gewesen. Den einzigen Makel den ich daran entdecke, war das ihre Trauer sich plötzlich zu Entschlossenheit verwandelte. Ich kenne es manchmal selber von mir, das wenn ich weine, und mich jemand tröstet oder mir Hoffnung schenkt, ich wieder versuche stark zu sein. Meine Tränen wieder wegzuwischen und nicht mehr, das erbämliche Bild eines Mädchens abgebe, welche fertig mit allem ist. Aber trotzdem fände ich es schon, wenn du eine kleine Beschreibung der Tränen noch einmal mit einfliessen lassen könntest, damit es nicht so aussieht, als sei Jasmin wahrhaftig eine Schauspielerin und dies wären keine Tränen gewesen, und sie somit daraus schnell befreien konnte.
    Die Sitzung hast du ebenfalls sehr realistisch dargestellt, auch diesmal wie Vitisco, Jasmin gegenüber war, fand ich ehrlich gesagt süß... Auch wenn ich sehr geschockt war, was Leiza da gesagt hat. Und dann diese sogenannten Beweise... Ich denke sie hat auf jeden Fall die Finger im Spiel. Sie hat sicherlich die Befürchtung, das Victoria in ihren Sachen reinpfuscht und deshalb versucht sie mit allen Mitteln, sie vom Hof zu verbannen. Bei Jasmin ist ja der Fall, das sie wenig dagegen ausrichten kann, jedenfalls kann ich mich noch erinnern, wie Leiza diesen Gedanken hegte; sie hatte zu Anfangs diese Befürchtung, das Vitiscos Liebe zu Jasmin, über ihre Kontrolle, siegen wird. Doch sie täuschte sich, und zu Beginn war er ja (oder besser gesagt, ist es zum Teil immer noch) ihr Schoßhündchen.
    Meine einzige Sorge ist nur, ob Victoria nun wirklich eine Verräterin war. Damals in den ersten Kapiteln, hat sie nur vorgetäuscht sie sei Jasmins Freundin, weshalb ich denke, das möglicherweise etwas dran ist... Aber Victoria ist mein Lieblingscharakter und ich kann und will es nicht glauben!



    Anmerkungen
    - Was Jasmin nicht wusste, war, dass sie darauf wartete, dass Jasmin selbst das Wort ergriff.
    Schon wieder ein kleiner Schöhnheitsfelher, was? ;3 Vielleicht "Elfe" oder "junge Frau", wäre eine bessere Abwechslung
    - Doch zu ihrer Fassungslosigkeit begann ein zustimmendes Murmeln unter den Männern; Victoria bemerkte, wie viele nachdenklich nickten
    Zeitformfehler, die man passieren können.^^
    - Sie sah nur zu gut den Zorn auf den Gesichtern des Rates und die tiefe Ungläubigkeit auf denen der Gefährten.


    So Süße, damit bin ich am Ende angelangt... Ich muss sagen ich finde es schade das sonst keiner hier kommentiert. Die Meinung von einer Person nur zu hören, ist sicherlich langweilig. ^^'' Wünsche dir ab noch ein schönes Wochenende!


    ~Arisa


  • Huhu, Cassia ^__^
    Omg Hektik, ich hinke ja so hinterher, entschuldige '__'
    Aber nun hole ich mal flott alles auf und hoffe, es gefällt dir und du kannst mit meinem Senf was anfangen! ;'D


    Kapitel 6- Blind vom Licht der Kerzen


    Bezieht sich das auf Vitisco, der Titel? Hm…mag ich. So schön poetisch.
    Ist das Schöhnheitszitat etwa wieder mal von dir? Das gefällt mir am besten von allen bisher, Cass. Ganz im Ernst, das hast du ziemlich treffend gesagt. Du beginnst wie immer gleich dort, wo du auch aufgehört hast, was ich bei dir auch immer schätze. Ich bin nämlich eine Weile nicht mehr hier vorbeigeflattert und hätte doch glatt vergessen, wo wir stehen geblieben sind.Womit du eine Machtposition noch mehr zum Ausdruck bringen könntest, ist die Stimme. Diese hat anscheinend, wie du schon sagtest, unglaubliche Kraft, jedoch hättest du, um es noch mehr hervorzuheben, auch noch anfügen können, wie diese klingt. Ich weiss, uns erscheint so etwas wie ein dummes Detail, jedoch, achte mal drauf, wenn du zum Beispiel streitest, wenn dein gegenüber eine kräftige und tiefe Stimme hat, wie viel Eindruck dies machen kann. Und so etwas zu erwähnen gibt dem ganzen dann den letzten Schliff. Dass die da einen Ball feiern wollen, in dieser Situation, verstehe ich nun wirklich auch nicht. Hat diese Tussi Vitisco vielleicht irgendwie, die erinnert mich an eine Schlange, hypnotisiert oder so? Wovon ich noch nicht ganz hypnotisiert bin sind deine Dialoge. Das ist das allereinzige, was du noch ausbauen kannst. Ob du da Tipps möchtest oder nicht überlass ich dir, ich denke, auch hier sind es die kleinen Dinge. Zwischendurch knisternde Stille, warten, abbeissen eines Apfels und somit die Zuhörer anspannen. Oder aber längere Textzeilen, im richtigen Leben bestehen unsere Gespräche mit anderen ja auch nicht aus jeweils nur einem Satz und dann redet wieder der andere. Damit will ich nicht sagen, dass deine Dialoge nicht gut sind- versteh das jetzt um Himmels willen nicht falsch, sie sind nur ausbaufähig, was soviel heisst wie, sie sind bereits super, aber wenn du dich weite steigern möchtest, würde ich dort ansetzen c: denn das bringt Leben in die Bude! xD
    Omg, sry, aber ich mag den Namen Leiza total! Ich find den super, tut mir leid, denn sie scheint ja keine angenehme Zeitgenossin zu sein. Du beschreibst sie so, wie sie mich an irgendjemanden erinnert, aber frag mich nicht wen. Sie scheint tatsächlich die Fadenzieherin zu sein, hat sie sich wohl eingeschlängelt, aber was hat sie vor? Will sie alles und jeden kontrollieren oder zerstören? Du fädelst das ja geschickt ein und wenn ich dran denke, dass es genau ein Jahr her ist, vermutlich fast auf den Tag genau, dass ich deine FF zu lesen begann, ich hätte am Beginn der Reise niemals gedacht, wohin sie führt. Du bist begnadet dabei und es wird immer besser *,*



    Kapitel 7- Illusionen


    Jay, ich will Jasmin sehen, wie sie ein Massaker veranstaltet >D Aber gut, es wäre sicherlich falsch, sie soll sich lieber ausruhen und dann ums Wichtige kümmern. Aber wieso feiern die jeden Abend, wenns doch so eine triste Zeit ist? Das verhärtet ja meinen Verdacht einer bösen Intrige. Aber du wirst schon einen guten Grund haben- ich liebe deine Andeutungen! Und Nun, tatsächlich, an Marie Antoinette erinnert Leiza wirklich. Nur, geköpft ist etwas derb, das muss schrecklich sein, nicht? Wobei, das merkt man vermutlich nicht mal. Aber so einen grausamen Tod verdient doch irgendwie auch keiner…wobei, das ist ein anderes Thema. Warum ist die eigentlich so schön und zerbrechlich? Soll das zeigen, dass sie nur aussen perfekt und manipulativ ist und innen tot? Oder kommt da noch mehr? Fordere meine Fantasie ruhig heraus. Ein enges Kleid an einer Vampirin? Klasse, das musste ja kommen. Stell ich mir witzig vor^^“


    Mirot gefällt mir. Ist er Victorias Lover oder sowas? Wie er Vitisco hochnimmt bzw höhnisch wird, das mag ich und hast du auch gut beschrieben. Auch hier könntest du mal mehr auf den Klang jener Stimmen eingehen- bei den Rosenblättern fehlte mir der Duft, den man hätte wahrnehmen müssen, wenn man den Saal betritt, sowas einfügen geht ja aber dann schnell, wenn man drauf achtet. Obdachlos ist jedoch ein Wort, welches mir auffiel, es passt nicht ganz in diese alte, geschliffene Sprache, wenn du verstehst was ich meine. Nicht, dass das wegmuss, fiel mir nur gerade auf. „Ohne Heimat“ oder „Ohne ein warmes Bett“ entspräche eher diesem hochgestochenen Gefasel, nicht? ^^“ Was mich wundert und was ich dich frage- ab wann werden es zu viele Personen? Kannst du das alles noch händeln, kannst du jeden einzelnen genug hervorheben? Wenn ja, meinen Respekt. Mittlerweile haben sich so viele Leute angesammelt und immer mal wieder wechselt der Kamerawinkel, von einem zum anderen- was die Spannung hebt, aber, wenn du keine Monsterkapitel willst, auch weniger Spielraum für Charaktertiefe gibt. Schwierige Entscheidung =/
    Ha, ich wusste es, er liebt diese Tussi gar nicht. Aber der Gefühlsausbruch, so plötzlich? Nun gut, wenigstens scheint er bei klarem Verstand zu sein…hoffe ich mal. Eine Dunkelelfe? Oh mein Gott, ich liebe dich, so wird’s spannend, ich mag es, wie sich das entwicklt, srsly *,*




    Kapitel 8- Verrat aus den eigenen Reihen


    Nun, dieser Titel ist ungünstiger, er verrät doch schon viel.
    Wie du hier beginnst- das Bild, welches zu in die Luft zeichnest- herrlich. Nur an deiner Möglichkeitsform müssen wir möglicherweise noch arbeiten. Könne und könnte und wünschte zu können sind drei Dinge und da oben am Anfang steht ein Satz, den ich jetzt nicht zitiere, ich will da nicht kleinlich sein, ich hätts nur anders formuliert, aber gut, wenn ich Zeit hätte und beta lesen könnte (hast du jemand Neues?) dann hätte ich dir das dann gesagt. Ist ja nur was Kleines. Sich selbst lachen zu hören ist seltsam, oder? Probiers mal aus xD
    Eine dunkle Blume, die ganz alleine da steht? Das hat doch sicher was mit Leiza zu tun! Wetten, siespiegelt wieder, dass sich das Dunkle den Weg durch alles, auch den Garten bahnt? Okay entschuldige, falls es mal wieder mit mir durchgeht, aber das würde grad so herrlich passen denn du inspirierst mich immer so sehr und du wirfst immer so viele Fragen auf, dass ich mich eben an jeden Strohhalm klammere, you know.


    Dass die Königin bzw Malissa ihr von den Worten von Vittisco erzählt finde ich spannend, zumal ich mich an diesen Chara weniger erinnere. Wann trat sie das letzte Mal auf? Wie du siehst, alle kann ich mir gar nicht merken. Wie du das beschreibst ist aber super und auch irgendwie niedlich. Hier kann ich dir nicht mal was ankreiden, ich werde noch arbeitslos hier! Was etwas in den Hintergrund rückt ist ihr Aussehen. Ich weiss, sie wurde beschrieben, aber aus irgend einem Grund kann ich sie mir noch nicht so recht vorstellen. Dass Leiza eine Art Schlangenzuge aus Herr der Ringe, nur in schön und weiblich ist, kann ich mir gut vorstellen. Anstatt des Königs Berater zu sein, wird sie eben seine Frau, auch so kann sie ihn steuern wohin sie ihn haben will. Das ist historisch, das gab es und wird es vermutlich immer geben. Es sind die falschen Berater, Freunde, whutever. Gefährliche Sache, aber womit hat sie ihn denn in der Hand, wenn er sie nicht liebt? Ich hoffe, da kommt eine Begründung, sonst wärs ja unlogisch. Ich finds, was man im Abschluss des Kapitels sieht, immer wieder seltsam, wenn Leute so offensichtlich manipulieren wie Leiza. Sie ist ein seltsamer Charakter, denn jemand, der anscheinend so falsch ist, dem muss man das doch anmerken? Sie muss doch allen unwohl sein, warum merkt das denn keiner? Bzw, wenn alle es merken, wieso verjagt man sie nicht?



    ~Liebe Grüsse,
    Lynn