Random-Collab



  • FF- Special: Random-Collab


    Aufgabe | Vote | Ergebnis



    Insgesamt 11 Abgaben zählte man in dem Vote des 2. Fanfiction-Specials; eine interessanter als die Andere. und was noch faszinierender ist, ist die Tatsache, dass nicht nur 11 User hinter diesen Texten stecken, sondern 22. Der Collab scheint gut angekommen zu sein \o/.
    Im Folgenden findet ihr noch einmal die 4 Geschichten, die im Vote am besten abgeschnitten haben.


    4.Platz



    „Grisu, komm endlich! Da vorne ist der Ausgang, wir müssen nur hin laufen.“


    The Unova Times – Ausgabe des 13. Aprils (Zweiter Absatz):
    […] Als die beiden Pokémon am vergangenen Dienstag gemeinsam wanderten und sich in das Wüstenresort, südwestlich von Rayono City, verirrten, verhielt sich die wetterbedingte Lage anfangs recht harmlos und entspannt. Ein Wanderer berichtete, sogar einen der windstillen und entspannten Tage im Wüstenresort erlebt zu haben. Laut seiner Aussage herrschte bis kurz vor drei Uhr kein einziger bedrohlicher Sturm. [...]


    „Wie konnte das eigentlich passieren? Vom Sand gepackt und nun mitten in einer Wüste.“
    Panisch drehte sich Maggie, das Vegimak, um seine eigene Achse und sah sich nach Zivilisation oder zumindest ein paar anderen Pokémon um. Nichts. Die klare Stille und ein Meer aus Sand waren seine einzigen Sinneswahrnehmungen.
    „Es tut mir wirklich leid“, gestand Grisu leise und streichelte Maggie mit seinem weiß-grauem Flügel über den Rücken. Sein Freund lächelte ihn an und nickte daraufhin: „Ist schon okay, wir finden hier sicher wieder raus. Lass uns erstmal ein paar Schritte gehen...“


    The Unova Times – Ausgabe des 13. Aprils (Vierter Absatz):
    […]Bei einer Pressekonferenz am darauffolgenden Donnerstag verkündete M. Vegimak die ersten Details zum Alten Palast aus dem Wüstenresort. Sie hätten einen Fund von höchster geschichtlicher Bedeutung entdeckt, der einen Durchbruch in der Erforschung zur Entstehung der Einall-Region bringen soll. Der Öffentlichkeit wurden bisher keine genauen Details genannt. […]


    Nach einem kurzen Marsch von wenigen Minuten durch den heißen Sand, legte sich Grisu erschöpft zu Boden und hechelte außer Puste: „Es ist so unglaublich heiß... Meine Flügel brennen, ich kann nicht Fliegen – selbst wenn ich es versuche.“
    Traurig blickte Maggie zu seinem Freund und blieb neben ihm stehen. „Komm schon, mein Freund. So weit kann uns der Sand nicht gezogen haben, wir werden sicherlich bald wieder zu Hause sein!“, erklärte er, doch Maggie konnte es sich selbst kaum vorstellen.

    Nicht weniger müde und erschöpft hielt Vegimak sich nun die Hand über die Augen und sah sich noch einmal genau um. „Irgendwo muss doch etwas sein... Nur Sand.“, flüsterte er leise und spähte weiter nach Norden.
    „Nanu?“
    Maggie versuchte seine Augen weiter zu öffnen und etwas aus der Ferne näher zu sehen – es war ein kleiner dunkelbrauner Punkt inmitten von dem gelben Meer aus Sand.

    „Grisu, steh auf, da vorne! Gleich haben wir es geschafft – nun halt schon durch... bitte!“

    Vorsichtig schlich Maggie mit Grisu zu dem braunen Fleck, während ihr Herz immer schneller schlug. „Vielleicht ist das ja ein anderes Pokemon, welches uns hier rausholen kann.“, hustete Grisu mit rauer Stimme. Das Vegimak zuckte jedoch nur mit den Schultern und schaute immer noch gespannt auf den braunen Fleck, der sich langsam Anfing zu bewegen.
    Als sie nur noch wenige Schritte davon entfernt waren, erkannten die beiden Pokemon, dass es ein Rotomurf war, welches begeistert im Boden buddelte.
    Glücklich schauten sich Maggi und Grisu an, da sie endlich jemanden gefunden hatten, der ihnen aus dieser sandigen Hölle, rausholen könnte und sie zögerten nicht lange und sprachen das Pokemon an.
    Erschrocken drehte sich dieses um und sprang ein paar Meter nach hinten und landete in kampfbereiter Stellung.
    „Hey, hey, warte mal kurz. Wir wollen dir nichts böses.“, stotterte Grisu schnell. Das Rotomurf schaute die beiden skeptisch an, entspannte sich dann aber schließlich und fragte aber immer noch mit einem skeptischen Unterton: „Was macht ihr beiden denn hier, so ganz alleine?“
    Maggie räusperte sich kurz, um den Sand aus den Lungen zu bekommen und erzählte dem braunen Pokemon die Geschichte der Abenteurer.
    „Ach so ist das.“, meinte das Rotomurf nachdenklich und nickte ein paar Mal.
    „Könntest du uns eventuell helfen, hier raus zu kommen?“, fragte Grisu und ging ein paar Schritte, auf das Maulwurfartige Pokemon zu. Nachdem Grisu das gefragt hatte, schaute das Rotomurf die beiden Pokemon nachdenklich an. Erst war sich Maggie nicht sicher, ob man ihm trauen konnte und hielt deshalb Grisu ein wenig zurück.
    Nach einer Weile aber, wirkte das fremde Pokemon wieder anwesend und antwortete: „Na klar, kann ich euch helfen, doch nur unter einer Bedingung. Ihr müsst mir bei etwas sehr wichtigem helfen.“
    Maggie und Grisu schauten sich fragend an und überlegten, um was es sich handeln würde.
    „Ich bräuchte eure Hilfe, um zu einem geheimen Raum zu gelangen. Doch wie ich es auch drehe und wende, ich komme nicht hinter das Rätsel, welches die Aufschriften auf der Wand verbergen. Also, wenn ihr mir helft, werde ich euch hier locker raus bringen können.“ Nachdem sie zugestimmt hatten, folgten die beiden, ihrem 3 Mitglied, als Maggie, Grisu kurz zurückhielt und fragte: „Können wir ihm wirklich trauen? Ich habe irgendwie ein ungutes Gefühl bei der ganzen Sache hier.“ Grisu spürte, wie sein Freund langsam anfing zu zittern und legte beruhigend seinen Flügel um ihn und antwortete: „Aber Maggie, beruhig dich. Ich denke, etwas anders bleibt uns gar nicht übrig, oder nicht?“
    Das Vegimak schaute den kleinen Vogel lächelnd an und nickte, als die beiden wieder Anschluss an dem Rotomurf suchten.

    Eine Weile später, blieb der kleine Maulwurf plötzlich stehen und die beiden Freunde rannten fast in ihn hinein. Sie schauten beide an ihn vorbei, als sie fast vor staunen vergaßen zu atmen.
    „Das ist die Wand, wobei ich eure Hilfe brauche. Ich war schön öfters hier, doch ich habe es nie geschafft egal, was ich probiert habe.“, erläuterte das braune Pokemon.
    Grisu, Maggie und das Rotomurf betrachteten schweigsam die Aufschrift auf der Wand.
    „Was ist wohl damit gemeint?“, wunderte sich Grisu und kratzte sich verwirrt am Kopf.
    „Das ist doch keine klare Aufforderung!“, beschwerte sich Rotomurf hingegen und schlug mit seinen Krallen heftig gegen die Wand, um vielleicht auch ohne eine Lösung auf das Rätsel in die hintere Kammer zu kommen.
    „Oder doch?“, vollendete Maggie seinen Satz und sah sich die einzelnen Buchstaben genau an.
    Sein Freund, Grisu, warf Rotomurf einen wütenden Blick zu und piekte ihn von hinten an: „Hör auf damit! Du machst sonst alles kaputt!“
    Maggie hingegen betrachtete nun die verkratzte Stelle und strich vorsichtig mit seiner Hand darüber. „Seht doch mal, da ist ein Muster in der Wand, es war wohl verdeckt durch Sand... und da ist noch eines!“

    The Unova Times – Ausgabe des 13. Aprils (Fünfter Absatz):
    […] Insgesamt sollen es sogar drei Muster gewesen sein, die die drei Pokémon fanden. Laut dem Rotomurf handelte es sich um undefinierbare Zeichen, die wohl eine ältere Schrift darstellen sollten. […] Nach dem kompletten Säubern der Wand versuchten die drei, gleichzeitig jeweils ein Symbol zu berühren. Als dies aber erfolglos blieb, probierten sie es damit, die Symbole mit Attacken des eigenen Typs anzugreifen. […]


    „Seht mal, es fängt an zu Leuchten!“, sagte Maggie staunend und seine Augen begannen zu funkeln.
    „Ist das spannend!“, schnaufte Grisu begeistert und trat langsam näher zur Wand hin.
    „Was wohl gleich passieren wird?“, fragte sich Rotomurf und hielt sich etwas zurückhaltend hinter dem mutigen Grisu.

    The Unova Times – Ausgabe des 13. Aprils (Achter Absatz):
    […] Laut Aussage von Rotomurf näherte sich das Dusselgurr immer näher der Wand und berührte diese schließlich mit seinem Flügel. Bei der Berührung schien das Vogel-Pokémon eine Art Schlag zu verspüren, der eine gewaltige Masse an Energie freisetzte und durch den ganzen Körper von Grisu floss. […]
    Bei der Übertragung der Energie stürzte ein Stück Sandstein aus der Decke über der geheimnisvollen Wand, welches schließlich auf Grisu landete und Körperteile von diesem quetschte. [...]


    „Grisu, wieso willst du mich hier hängen lassen? Grisu, steh auf!“
    Schluchzend trat Maggie von ihrem Freund dahin und Tränen perlten ihm über seine kleinen Wangen.
    „Grisu, warte hier, ich hole Hilfe.“
    Doch das Dusselgurr regte sich nicht, noch sprach es eine einzige Silbe.

    The Unova Times – Ausgabe des 13. Aprils (Letzter Absatz):
    […] Das Vegimak und das Rotomurf kamen mit einem Schrecken und ein paar Wunden mit dem Leben davon.

    von Kitsune & Riako



    4.Platz



    Rythm of Life
    Kühler Herbstwind zerrte an meinen Kleidern, als ich meinen Heimweg nach Avenitia antrat. Bei jedem Schritt wippte der Hut über meinen luftigen blonden Haaren auf und ab, die Strähnen fielen knapp auf meine Schulter. Es war verlockend, noch einmal durch die Läden zu schlenzen und den verführerischen Duft der zahlreichen angebotenen Leckereien einzuatmen, doch ich verscheuchte den Gedanken daran mit einer lebhaften Erinnerung an den nächsten Besuch meiner Waage. Tief in Gedanken versunken trottete ich die Gassen entlang, die ich schon lange auswendig kannte. Kleinere und größere Häuser, die meisten davon freundlich eingerichtet, modern und in knalligen Farben, zogen an mir vorbei, und in der Ferne vernahm ich bereits die Rufe der ersten, nachtaktiven Pokémon.
    Diese Welt... wie war sie mir vertraut geworden in den letzten Monaten! Ich wusste nicht, ob ich mit mir und meinem Leben zufrieden sein konnte, so völlig sinnlos, ziellos, wie es im Moment war. Ich war glücklich, ganz klar, auf eine einfache Art und Weise, ohne jeden Verstand. Sich einfach gehen zu lassen und jedem Kampf, jedem Konflikt aus dem Weg zu gehen, hatte schon etwas. So wurde ich nicht stärker, aber auch nicht verletzt.
    Die Laternen wurden entzündet, und schon tauchten sie die wie ausgestorben daliegende Stadt in einen goldenen Schimmer. Kalt schauten die Sterne aus den Wolken hervor.
    Ich hatte schon allzu viel Zeit verloren, wenn ich meine duftenden Einkäufe noch sicher nach Hause bringen wollte. Wenn ich ankäme, war das Brot hoffentlich noch warm, trotz des schneidenden Windes, der mir um die Knöchel wehte.
    Langsam entfernte sich die Stadt, sie wurde immer kleiner mit jedem Schritt den ich in Richtung meiner Heimat machte. Der Wind hob kleine Sandkörnchen auf und ließ sie durch die Luft tanzen, ich kniff meine Augen leicht zu. Der Mond verlieh alles einen silbernen Glanz, zusammen mit dem leisen Rauschen des Windes war die Umgebung um mich herum unheimlich.
    Meine Fußstapfen hallten in meine Ohren, unterbrachen meinen Gedankengang. Jeder meiner Freunde hatte seine eigene Stärke gefunden, alle sind über sich hinausgestiegen, außer mich, das Mädchen welches nichts konnte.
    Plötzlich drang ein ängstliches Gekreisch in meinem Trommelfeld. Langsam drehte ich mich um und blickte durch das grüne Gebüsch auf eine kleine Wiese. Überall ragten die prächtigsten Blumen aus dem saftigen Boden, alles sah aus wie ein wunderschönes Idyll, außer zwei Individuen die die Stille der Nacht zerstörten.
    Eine riesige Katze starrte auf seine Beute herab, das kleine Pokémon quietschte ängstlich und blickte in die hungrigen Augen des Kleopardas. Eine Angst übermannte mich, meine Beine fühlten sich wie Pudding an.
    Ohne nachzudenken stürzte ich mich in der Richtung des Kampfes. Innerlich fluchte ich mich selbst an, warum hatte ich meine Pokémon zuhause gelassen? Sie konnten dem Nagelotz helfen nicht als Nachspeise für ein viel größeres Wesen zu enden. Das Kleoparda knurrte mich an, Wut glitzerte in seine Augen, aber ich griff nur schnell nach dem erschrockenen Pokémon.
    Der süße Duft der vielen Blumen beruhigte meine angespannten Muskel, als ich durch den Wald rannte, die Äste zerrten an meine Kleider, jedes Mal schoss einen Schmerz durch meinen Körper. Die Wesen der Nacht krochen aus ihre Häuser um zu sehen woher die vielen Geräusche herkamen, wonach sie sich wieder in ihre dunklen Verstecken zurück zogen.
    Meine Armen fühlten sich warm und feucht an, aber ich nahm mir nicht die Mühe nach unten zu schauen, um herauszufinden das eine warme rötliche Flüssigkeit über mich strömte. Mein Magen drehte sich um, eine Übelkeit stieg mir zum Hals.
    „Halte durch,“ ermahnte ich das kleine Erdmännchen, welches krankhaft hyperventiliere. Angst schimmerte in seine große Augen, er sah den Tod langsam auf ihn hinzu kriechen. Mit diesem Tempo würde ich erst in einer halben Stunde in Avenitia ankommen, das kleine Pokémon wäre bestimmt an seine Verwundungen gestorben.
    Schnell legte ich das kleine Wesen in dem saftig grünen Gras, ich presste auf die Wunde. Er kreischte vor Angst, schnell versuchte er sich aus meinem Halt zu befreien, aber ich gab ihm keine Chance. Das Blut spritzte aus seinem Bauch, wo ihn das katzenartige Pokémon getroffen hatte.
    Mein Hut wurde von meinem Kopf gewippt, schnell nahm ich ihm und legte ihn wie ein Verband um seinen Mittel, langsam entstand ein rötlicher Fleck auf die grüne Seide. Meine Mutter würde einen Herzimpfakt bekommen wenn sie mich so sah, aber trotzdem drückte ich immer noch auf die Verletzungen. Niemals, niemals würde ich zusehen das ein Wesen, ob Pokémon ob Mensch, vor meinen Augen starb. Gedanken wehten wie ein Sturm durch meinen Kopf, jedes Gefühl verschwand aus meinem Körper. Das wilde Nagelotz bewog nicht mehr, nur seine Brust ging hoch und runter, in einem gleichen Takt. Ich hob den kleinen Körper vorsichtig auf und presste ihn gegen mich an, wie ein Stofftier hielt ich ihn fest, bevor ich mich langsam in Richtung meiner Heimat machte.
    Die kleinen Lichter, die aus den vielen Häuser Avenitias leuchteten. Ich hatte den Beutel mit frisch duftenden Brot verloren, die Läden in Gavine wären zu wenn ich schnell zurück rannte um neues zu kaufen. Ich atmete tief ein, die sanfte Luft, gefüllt von dem Duft der vielen Blumen, füllte meine Lunge. Meine Muskeln beruhigten sich, ich musste meinen kleinen Freund retten.
    Ich fühlte Augen auf mich gerichtet, die Blicke der Bewohner fühlten sich wie Dolche an auf meiner durchbluteten Haut. Ekel war deutlich lesbar auf ihrem Gesicht, ich gab niemand Beachtung. Bell, das sonst immer so brave Mädchen, rannte mit einem halbtoten Pokémon durch die Innenstadt. Am Ende der Straße ragte das Labor von Professor Esche hervor, ein Kloß bildete sich in meinem Hals. Jemand hatte mich von dem Fenster gesehen haben, denn sofort als ich das große Gebäude betrat, stürmte die erschrockene Professorin auf mich zu. „Bell!“ Einen heißeren Schrei verließ ihren Hals, schnell entnahm sie mir das Nagelotz und eilte mit ihm in einem anderen Raum.
    Eberhard kam auf mich zu gerannt, Angst war auf seinem Gesicht geschrieben. Ich schüttelte kurz mein Kopf, ich war nicht in der Stimmung zu reden, meine Gedanken gingen nur nach dem Blick von dem kleinen Pokémon aus. Sie war mir so bekannt...
    Die Zeit war unwichtig, jedoch nachdem ich aufblickte, hatten sich die Zeiger schon Stunden verlegt. Schritten hallten am Ende des Flures, mein Herz beruhigte sich endlich, das kleine Nagelotz starrte die Welt um sich herum neugierig an. Professor Esche und ihr Vater lächelten, vor Freude ließ ich ein leises Gekreische los.
    „Er ist schwach, aber er hat es überlebt. Du hast ihm richtig behandelt,“ lächelte sie.
    Meine Kleider hingen zerfetzt an meinem Körper, meine Haare vermischten sich mit Ästen von unterschiedlichen Bäume, aber trotzdem war ich stolz, da ich zum ersten Mal etwas geschafft hatte, etwas worin ich gut war.

    von ♥ Appeline ♥ & Leandy



    3.Platz



    Bücherlabyrinth
    Anissas Finger strichen behutsam über den Einband ihres Tagebuchs, das sie gerade eben erst wiedergefunden hatte. Neugierig schlug sie es an einer Stelle in der Mitte auf. An vielen Stellen war der Text, gestaltet als Geschichten über sie selbst, kaum lesbar, da die Tinte verwischt war. Das konnte die Geisttrainerin jedoch nicht abhalten und sie begann, den dort beginnenden Eintrag zu lesen.

    Bücher, überall Bücher! Für einen Moment fühlte Anissa sich wie im Paradies. Dann erinnerte sie das Klacken einer Tür hinter ihrem Rücken daran, wo sie war: In der Pokémon Liga! Eines ihrer Mitglieder war in den wohlverdienten Ruhestand getreten, sodass die junge Trainerin sich für den Posten beworben hatte und jetzt geprüft wurde. Sie hatte nur diese einzige Chance!
    „Finde den Weg in die Mitte des Saals“, hatte Lauro ihr aufgetragen. Sie hatte es zuerst für einfach gehalten, jetzt allerdings sah sie die Schwierigkeit. Alle Regale waren so angeordnet worden, dass sie den direkten Weg versperrten. Es war ein Labyrinth, eine undurchschaubare Sammlung an Wissen. Außerdem verdunkelte sich der Raum in diesen Augenblicken, bis man kaum mehr etwas zu sehen vermochte.
    Voller Tatendrang lief Anissa los.

    Es kam ihr vor wie Stunden, die sie nun schon durch das dunkle Labyrinth lief, ohne auch nur eine Ahnung zu haben, wo sie sich genau befand. Sie hatte das Gefühl, dass das Licht im Gebäude immer weniger wurde, inzwischen konnte sie nicht mal mehr die Buchrücken lesen. Das einzige, woran sie sich ein bisschen orientieren konnte, waren die Bücheregale um sie herum. Die meisten Leute meinten, dass es für eine Geistpokémontrainerin kein Problem sein würde, aber normalerweise ließ sie sich von ihrem Skelebra die Umgebung erleuchten.

    Sie seufzte und blieb einen Moment sehen. Eine Sackgasse, schon wieder. Niedergeschlagen schloss sie die Augen. Das brachte doch alles nichts, der ganze Irrgarten schien keinen Ausweg zu haben. Noch nicht einmal eine Skizze von dem Gebiet konnte sie in ihrem Kopf anfertigen, da sie nicht einmal die Wände erkennen konnte. Sie setzte sich einen Moment auf den Boden und dachte noch einmal genau nach, was sie jetzt tun könnte.

    Kopf hoch Anissa, in Geschichten gibt es doch auch immer einen Ausweg. Du musst einfach weiter machen, dann schaffst du die Prüfung auch. Und ein Mitglied der Top 4 zu werden hast du dir doch schon immer gewünscht. Irgendwie wirst du den Ausgang schon finden, das kann nicht ewig so weiter gehen. So groß ist das Gebäude der Top 4 gar nicht.

    Entschlossen öffnete sie die Augen wieder und ging weiter voran. Plötzlich stieß etwas gegen ihren Fuß, was sie aus dem Gleichgewicht brachte und sie fiel hin. Ein weiterer Gegenstand traf ihren Rücken, danach ihren Arm. Hilflos tastete sie in der Gegend herum, um herauszufinden, was es war. Ihre Hände glitten über den Einband eines Buches, das direkt neben ihr lag. War es aus einem der Regale neben ihr gefallen? Sie hob den Blick und sah noch eins, umhüllt von einer violetten Aura, auf sie zufliegen. Kopflos rannte sie durch die die Gänge, um ihm zu entkommen.

    Die Attacke der Bücher hatte Anissa verunsichert. Immerhin wurde es langsam etwas heller, sodass ihr im dämmerungsähnlichen Licht die Rose auf dem Boden auffiel. Nie hatte Anissa eine solche tintenschwarze Blume gesehen. Ihr runder Kopf wies in den einen der finsteren Wege hinein, die der Trainerin zur Auswahl standen.
    Wollte ihr die Liga etwa bei der Lösung der Mission helfen? Nach kurzem misstrauischen Überlegen beschloss Anissa, dem Hinweis trotz der Hoffnung nicht zu folgen. Wahrscheinlich war es eine Falle oder einfach eine Sackgasse.
    Also betrat sie entschlossen den mittleren Gang. Schon bald fiel ihr das Knarzen des Holzes um sich herum auf. Beieinanderstehende Bücher schlugen dumpf zusammen, als sich die hohen schweren Regale zu bewegen begannen. Am Anfang wusste das Mädchen überhaupt nicht, woher die bedrohlichen Geräusche kamen – bis es nicht mehr zu übersehen war, dass der Weg enger und enger wurde.
    Ohne noch nachzudenken, sprintete sie los. Ein Meter Platz war schon nicht mehr viel, und es wurde immer noch weniger. Sie wollte nicht erfahren, wie es sich anfühlte, von den Wänden zusammengepresst zu werden. Weit entfernt meinte sie, den Umriss einer Tür ausmachen zu können. Doch als sie ihm schon sehr nahe gekommen war, schwang vor ihr auf einmal ein gigantisches Regal herum und versperrte nicht nur die Sicht, sondern auch den Weg.
    Frustriert blieb Anissa stehen, um sich etwas zu entspannen. Erleichtert merkte sie, dass auch die Bücherwände wieder zur Ruhe gekommen waren. Vor ihr tat sich wieder eine Abzweigung mit zwei Möglichkeiten auf. Moment, war da nicht...
    Die Trainerin schaute noch einmal auf den Boden, um sich zu vergewissern. Sie hatte sich nicht versehen: Dort lag eine weitere schwarze Rose.

    Sie hob sie auf und drehte sie ein wenig in der Hand. War die von eben etwa doch nicht nur ein Zufall, sondern wirklich ein Zeichen, vielleicht sogar eine kleine Hilfestellung gewesen? Nachdenklich betrachtete sie die Blume. Obwohl sie den Ausdruck „schwarz wie die Nacht“ für ziemlich abgegriffen hielt, konnte sie diese nicht anders beschreiben. Sie war wunderschön geformt und… Moment mal! Sie konnte sie ganz klar erkennen! Erst jetzt bemerkte sie, dass die Dunkelheit um sie herum weniger geworden war.

    Mit etwas mehr Hoffnung auf ein glückliches Ende suchte sie weiter nach einem Ausgang. Doch ihre alte Gewohnheit trieb sie wieder zu den Büchern und so blieb sie kurz stehe um einige der Einbände zu lesen. Die meisten handelten von Pokémon, dazwischen immer wieder welche über Okkultismus und Kampfsportarten. Eines der Größten aber handelte von der Rosenzucht. Etwa schon wieder ein Wegweiser? Hatte die Top 4 langsam Mitleid mit ihr bekommen und beschlossen, sie mit ziemlich eindeutigen Hinweisen aus dem Labyrinth frei zu lassen? Hatte sie in deren Augen versagt?

    Egal. Erst einmal rausfinden, dann konnte sie immer noch über die Pläne der Liga nachdenken. Nach weiteren Rosen Ausschau haltend setzte sie ihren Weg fort. Mit der Zeit wurden es immer weniger, doch davon ließ sie sich nicht beirren.

    Das Ziel konnte jetzt nicht mehr so fern sein! Trotzdem gab sie auf jedes Detail in ihrer nun großzügig erhellten Umgebung Acht.
    Was sie nicht sehen konnte war das lose Brett im Holz. Als sie auf es trat, sackte es knarrend einige Zentimeter hinab. Augenblicklich blieb die Trainerin stehen – ein Mechanismus vielleicht? Erneut erfasste sie Unruhe. Nervös strich sie sich das violette Haar zurecht, wobei ihr etwas auffiel: Ihre Hand war von einem fliederfarbenen Schimmer umgeben, der sich über ihren gesamten Körper erstreckte.
    Während sie noch darüber nachgrübelte, ob sie schon einmal etwas über dieses Phänomen gelesen hatte, wurde sie in die Luft gehoben. Es fühlte sich fast wie Fallen an, nur mit umgekehrt gerichteter Schwerkraft. Knapp unter der Decke ließ die Kraft nach, mit rasendem Herzen hing Anissa nun mehrere Meter über dem Boden.
    Konzentriere dich, sagte sie sich, doch die telekinetische Macht hatte kein Erbarmen und schleuderte sie einem Regal entgegen. Blind von ihren tränenden Augen schnappte sie nach einem dicken Band, der ihr gerade in die Finger kam. Als sie, sich stets um ihre eigene Achse drehend, den Gang hinunter gewirbelt wurde, entglitt es ihr wieder. Grausam verknickt landete es unter ihr. Dennoch gab Anissa nicht auf; bei der nächsten Gelegenheit griff sie sich wieder ein Buch, diesmal darauf bedacht, es fester zu halten. Irgendwo musste doch irgendeine Schwachstelle sein!
    Da! In einer Ecke sah sie etwas lauern. Trotz der Schatten erkannte sie es als Morbitesse. Entschlossen schleuderte sie ihm das Buch entgegen, worauf das Gestirnpokémon nicht vorbereitet gewesen war – das Lexikon schlug es K.O., womit auch die Telekinese aufgehoben war.
    Die Geisttrainerin fiel einen Meter tief, schaffte es jedoch, sich abzurollen. Einige Sekunden blieb sie liegen, dann setzte sie erleichtert den Weg fort.

    Sie hatte es kaum mehr geglaubt und auch ihren bereits schmerzenden Füßen nicht zugetraut, aber am Ende fand sie schließlich eine große Tür.

    „Sieh an, du hast unsere Aufgabe tatsächlich gemeistert, Hut ab“, rief Lauro, kaum dass sie das Labyrinth verlassen hatte. Erleichtert blickte sie in die Runde. Kattlea saß gelangweilt auf ihrem Stuhl, Eugen sah beleidigt aus, dass sie nicht unterwegs von Bücherregalen zerquetscht worden war und Astor blickte sie forschend an.

    „Dann würde ich sagen, spricht nichts mehr dagegen, dass du ein neues Mitglied wirst“ Der Satz, auf den Anissa während der Prüfung die ganze Zeit gewartet hatte, löste eine Welle von Begeisterung in ihr aus. Sie hatte es tatsächlich geschafft.


    Anissa klappte das Tagebuch wieder zu. Der neue Trainer, der sich endlich die letzten Stufe zu ihr hochgekämpft hatte, stand nun vor ihr. Zeit , sich kampfbereit zu machen und die alten Geschichten wieder wegzulegen.

    „Das hast du also damals über mich gedacht“ Sie fuhr zusammen, als sie Astor vor sich sah. „Ich dachte wirklich, dass du eine bessere Erklärung für die verschwundene Dunkelheit und die schwarzen Rosen hast“ Er lächelte, als ich ihn lediglich verdutz anstarrte.

    von Raichu-chan & Rael



    2.Platz



    Do you know the meaning of being alone...?
    Licht durchflutete den prunkvollen Saal, ein heiliges, warmes Licht, welches nur einer einzigen Quelle entspringen konnte. Ein animalischer Schrei ertönte am Himmel und dann glitt der Drache, gewandet in einem schneeweißen Fell, sacht zu Boden. Nathaniel hätte sich niemals vorstellen können, dass eine solch imposante Kreatur derart sanft landete. Er legte den Kopf in den Nacken, um sie zu betrachten – als Mensch, im Gegensatz zu ihr klein und unbedeutend, reichte er nur bis zu ihrem Schenkel. Reshiram mutete ihm wie ein Engel mit eisblauen Augen an. Er spürte den Windstoß ihrer Flügelschläge und dann war der Raum mit rot-orangen Feuerwerk erfüllt, als die Fackel, die Reshirams Schweif darstellte, erleuchtete.
    Und plötzlich erzitterte er, sah in unwirklicher Ferne Blacks Gesicht und las in ihm, dass es falsch war, was er tat. Neben ihm befand sich ein dunkler Drache, mindestens ebenso imposant und wirkte mit seiner bulligen Statur wie sein Leibwächter.
    Seine Ziele, was sollte aus ihnen werden? Seine? Die hatten nie existiert, er war immer nur die Marionette seines Vaters gewesen.
    In Blacks Augen konnte man erkennen, wie alles in ihm der Verzweiflung wich und er für einen Moment noch versuchte er sich in Nathaniels Richtung zu drehen, etwas zu sagen, aber Reshiram strahlte etwas seltsam Warmes von sich aus und zog ihn in ihren Bann. Er versuchte sich gleichzeitig auf Nathaniel und Reshiram zu konzentrieren, doch dies gelang ihm nicht. Er rutschte unsanft auf mehreren Steinen, die durch all die Jahre mit Moos belagert wurden, aus und landete mit einem dumpfen Geräusch auf dem harten Boden.
    Nathaniel versuchte ein Kichern zu unterdrücken, aber es gelang ihm nicht. In dieser bizarr gefährlichen Situation, die das Schicksal der gesamten Welt zu verändern mochte, ließ er sich von diesem irrwitzigen Bild des Blacks, dessen haselnussbraune Augen vor Erstaunen groß wurden, dessen Wangen einen leichten Rotschimmer aufwiesen, dessen Kapuze der blauen Weste ihm über das wirre, braune Haar gerutscht war und der wehleidig stöhnte, mitreißen. Dieser Junge brachte ihn zum Lachen, mehr als alle Videospiele, denen er sich aus einer unendlichen Einsamkeit heraus gewidmet hatte, mehr als seine Pokemon, die er über alles liebte, und alles Andere auf der Welt. Black verlieh ihm das Gefühl der Leichtigkeit und der Geborgenheit, dass alles halb so schlimm war, wie es erschien. Und deswegen schätzte er seine Nähe.
    G-Cis schnaubte entrüstet. „Ich mag verloren haben. Eine Witzfigur wie du… wie konnte solch Gesindel es so weit bringen?“, schrie jener dem Jungen, welcher in den letzten Monaten zum erklärten Feindbild geworden war, entgegen. „Aber mein Sohn.“ Ein höhnisches Grinsen legte sich auf den lippenlosen Mund. „Ja, der wird mich stolz machen.“ In seinen Augen spiegelte sich der blanke Wahnsinn wider. Seine Stimme glich der eines Betrunken – nur hatte sein Vater zu tief ins Glas geblickt, als es mit Ansehen und Macht gefüllt war.
    Nathaniel war sich dessen schon immer bewusst gewesen, hatte ihn aber bis zu diesem Augenblick verdrängt hatte und plötzlich kroch in ihm die Angst hoch. Was, wenn er genauso geworden wäre…?
    „Ich bin keine Witzfigur!“, entgegnete Black empört und wusste selbst nicht, ob dies der Wahrheit entsprach. Schließlich hatte er sich in diesen ehrwürdigen Hallen vor den ebenso ehrwürdigen Drachen blamiert. „Und Ihr Sohn ist nicht Ihr Sklave! Und Ihr Sohn ist Ihr Fleisch und Blut, nicht Ihr Experiment.“ Hoffnungsvoll wandte er sich an den Angesprochenen.
    „Ich…“ In seinem Inneren tobte ein Sturm, der einem peitschenden Meer glich. „werde dich nicht stolz machen, Vater“, wisperte er kaum hörbar, aber da es in der großen Halle still geworden war, hörte man jedes Wort.
    „Dein Name birgt Ruhm, er ist dem eines Königs würdig, Nathaniel, vergiss das nie“, hatte er ihm sein Vater stets gesagt. Wie jeder andere Prinz litt er an großer Einsamkeit. Pokemon waren treue Gefährten, aber Menschen benötigten die Gesellschaft andere Menschen, Gleichaltriger, mussten Freundschaften schließen und sich schlussendlich… ja, auch verlieben. Niemand wusste, wie es war er zu sein. Während der Raum still wurde und sogar Reshiram ein wenig geschockt ihre großen, blauen Augen aufriss versuchte Black sich mühsam wieder in eine halbwegs normale Pose zu begeben, denn er lag noch immer rücklinks wie ein verunglückter Käfer auf dem Boden.
    Er versuchte zu begreifen was in seinem Gegenüber vorging. Auch wenn er immer so tat als verstehe er ihn, hatte Nathaniel ihn nie in sein Herz sehen lassen. Das war das erste Mal, dass er Nathaniels wahre Gefühle vernehmen durfte und trotz der Situation gefiel es ihm. Er war einfach nur glücklich und vergaß alles um sich herum, Reshiram, G-Cis, Zekrom, den Ort und die Stille. Er sah nur noch Nathaniel vor sich und gleichzeitig fürchtete er, jeder könnte sein wild pochendes Herz hören.
    C-Gis Gesichtsausdruck entglitt. „Mein Lebenswerk ist dahin“, murmelte er apathisch, mit jedem Mal lauter, als er die Worte seines Sohnes realisiert hatte. „Mein … Experiment, es hat versagt. Alles ist dahin, mein Lebenswerk. Dahin!“ Das letzte Wort klang wie das Jaulen eines getretenen Yorkleffs. Selbst unter seinem imposanten, königlichen Umhang wirkte er nur mehr wie ein alter, gebrochener Mann. „Du bist schuld! Und du hast ihn aufgehetzt gegen den eigenen Vater und ihm…“ Er spuckte die Worte aus, als seien sie giftig. „den Kopf verdreht, als seist du ein Weib, du...“
    Einen Augenblick lang befürchtete Black, dass sich der Alte auf ihn stürzen würde und wich einen Schritt zurück. Tatsächlich kam C-Gis ihm näher, doch diesmal brüllte Zekrom laut auf und drohte sich zu erheben. „Das… Das ist nicht meine Schuld!“, rief Black G-Cis aus schierer Verzweiflung zu. „Nate weiß selbst, was er tut und was er will.“ Er war erleichtert, dass das Pokemon auf seiner Seite war und ihn beschützen wollte, und suchte Nathaniels Blick. Dieser erwiderte aus seinen tiefen, schwarzen Iriden und Black meinte, eine Träne in seinem Augenwinkel erhascht zu haben.
    Auch wenn Nathaniel nie überzeugt gewesen war von den Ideen und Vorstellungen seines Vaters, so war er ja immer noch sein Sohn. Es musste schwierig für ihn sein, sich in diesem Moment endlich gegen ihn zu stellen, doch es befreite ihn sicherlich auch, endlich die Wahrheit zu sagen, sich nicht mehr verstellen zu müssen. Auf jeden Fall lächelte Nathaniel ihn an. Sein Antlitz war voller Freude und Dankbarkeit. Plötzlich spürte Black ein Kribbeln in seinem Bauch und eine wohltuende Wärme breitete sich in seinem ganzen Körper aus. Ein Strahlen erhellte sein Gesicht und er sah Nathaniel weiterhin an. Es gab nur noch ihn und sein Gegenüber. So wenig er doch von diesem Jungen wusste, so viel wollte er noch von ihm erfahren, mit ihm erleben. Seine Füße trugen ihn vorwärts, ohne dass er es bemerkte, oder kontrollieren mochte. Er durchquerte die Halle, auf den Jungen, der eigentlich sein Konkurrent gewesen war, zu und wurde dabei immer schneller, bis er vor ihm stehen blieb.
    Nathaniel, meldete sich eine scheinbar Jahrtausende alte, weise Frauenstimme zu Wort. Reshiram senkte den Kopf und blies ihm ihren warmen Atem ins Gesicht. Instinktiv umarmte er ihren Hals. Meine Anwesenheit wird hier nicht mehr benötigt.
    „Nein.“ Gegenüber diesem Engel wusste er nicht mehr zu sagen und verspürte Nervosität. „Wohin fliegst du jetzt?“
    Wohin du willst. Die Drachendame legte den Kopf schief und versuchte in seinem erstaunten Gesicht zu lesen. Ja, richtig. Komm mit mir, weit weg von allem, was war. Ich will dir die Welt zeigen, so wie sie wirklich ist.
    Nathaniel prägte sich Blacks Bild ein, alle Erinnerungen an ihn und plötzlich erklang in seinen Ohren wieder die fröhliche Musik des Riesenrades, dessen Fahrt ihn verändert hatte. Folgsam kletterte er über Reshirams Schwinge auf ihren Rücken.
    „Wir sehen uns wieder“, versprach er.
    „Wann, Nate?“
    Nathaniel beugte sich kurz hinab und hauchte einen unschuldigen Kuss auf seinen Mund. Sein langes, grünes Haar bedeckte sein Gesicht. Black erstarrte, berührte seine Lippen und lächelte verlegen. Vielleicht war es nötig gewesen, um ihnen beide zu bestätigen, welche Bande zwischen ihnen bestanden.
    Bald, wandte sich Reshiram an ihn und er schreckte kurz zurück, als die fremde, warme Stimme in seinem Kopf lag. Ich bringe ihn dir bald wieder, keine Sorge. Er glaubte in den Worten eine verschmitzte Botschaft zu hören. Dann wurde sie wieder ernst. Du bist ein guter Mensch, Black. Arceus segne dich.
    Sodann breitete der Drache die majestätischen Schwingen aus und richtete sich wie ein Pfeil dem Himmel entgegen. Ihre schlagenden Flügel erzeugten einen Wirbel und ein Getöse, der die Menschen erfasste und beinahe von den Füßen riss und auch Zekrom folgte ihrem Beispiel. Inmitten von peitschenden Windböen sah Black dem Jungen nach. Hier war ihr lächerlicher Krieg, der von beiden Jungen nicht gewollt gewesen war, zu Ende. Stattdessen war es C-Gis, dessen alte, müde Knochen alle Kraft dafür aufbrachten den legendären Drachen hinterherzulaufen und er bettelte sie an, sie mögen bleiben.
    Black legte den Kopf in den Nacken und beobachtete Reshiram, welche nur mehr als Punkt am Himmel zu erkennen war. Langsam begann er zu verstehen. So fühlte sich also Einsamkeit an? Aber sie würde vergehen, das wusste er.

    von Chocolate & Bastet



    1.Platz



    Die Liebenden- wenn Schwarz und Weiß miteinander vermischen -
    Sie mochte den Rosengarten, hatte ihn schon immer geliebt, ihn niemals vergessen. Jedes mal wenn sie hier her kam – meist mit dem Wunsch nach zwei vereinten Herzen -, erschlich sie das Gefühl von Freiheit und Sehnsucht. Langsam stieg der Geruch der wundervollen Blumen, die in den verschiedensten Farben erstrahlten – ganz insgeheim schielte sie immer zu den Violetten hinüber -, in ihre Nase, welcher ihre Sinne zu beglücken schien.
    Nun stand sie da. Ihr braunes, langes – zu einem unkomplizierten Zopf gebundenes – Haar wehte im Wind, der von Osten zu kommen schien. Jedes Mal, wenn der Sog ihre warmes, herzliches Gesicht streifte, spürte sie, wie sich ihre Haare auf und ab bewegten, ganz so, als würden sie miteinander tanzen, was freilich nicht möglich war, sie besaßen schließlich kein Eigenleben. Ihre azurblauen Augen waren nun in die weite Ferne gerichtet, beachteten die Blumenbeete schon lange nicht mehr, blickten an den hübschen Kirschbäumen vorbei, welche durch den zarten Windhauch rosarote Blätter verloren, die umher schwirrten und sich ein neues zu Hause am Boden suchten; ganz langsam wurden sie durch den Aufwind nach oben gewirbelt, zelebrierten in der Luft, was sicherlich ein schöner Anblick gewesen wäre, doch Touko – so hieß das Mädchen – hatte nur Platz für einen einzigen Gedanken im Kopf. Sie wusste, dass der Zeitpunkt irgendwann kommen würde, nur wann? Wie lange würde sie auf ihn warten müssen? Unzählige Stunden, unverhoffte Tage? Oder vielleicht unerträgliche Monate, die sie niemals überleben würde? Es schien ungewiss und das lies sie im wahrsten Sinne verzweifeln. Wie in einer Schwerelosigkeit, die Zeit und Raum aufzuheben schien, schloss das Mädchen ihre Augen und lies vergangene Zeiten auflodern, ehemalige Tage, die sie sich tief in ihrem Herzen zurück wünschte, mehr als alles bisher Dagewesene.
    Wie sie ihn, Touya, das erste Mal getroffen hatte, als sich ihre Blicke zum ersten Mal kreuzten – und sich nie wieder trennen wollten. Es war einer dieser zauberhaften Momente gewesen, in denen man alles um sich herum vergaß und sich nur noch einem Gedanken hingab. Seine gefühlvollen braunen Augen hatten sie gleich von Anfang an verzaubert, sie strahlten Hoffnung aus, eine Tugend, die sie mehr als alles andere schätzte, den Blick abzuwenden war damals unmöglich gewesen, ein magischer Bann, der sich nicht lösen ließ. Er hatte sie angelächelt. Seine Gesichtszüge waren dabei freundlich und herzlich gewesen, glichen denen eines Engels, und man merkte, dass das Lachen ehrlich und gutherzig gemeint war, das Gefühl von Sicherheit vermitteln sollte, voller Vorfreude auf die zukünftigen Ereignisse, die sie noch erleben würden, Tage, die sie gemeinsam verbringen würden, Geschichten, die einst ihre Kinder zu hören bekämen. Sie hingegen war nur dagestanden, konnte keinen einzigen Teil ihres Körper bewegen, geschweige sprechen, was sie verzweifelt versucht hatte, ihr jedoch verwehrt geblieben war. Sie hatte ihn nur angestarrt und war von seiner Anmut begeistert. Plötzlich hatte ihr Herz einen kleinen Hüpfer gemacht, war ruckartig schneller und lauter geschlagen, als jemals zuvor. Er hatte einen langsamen Schritt auf sie zugemacht. Erst war es nur einer gewesen, dann waren es schon zwei – ihn hatte die Gier getrieben -, schließlich drei. Dann war er vor ihr gestanden, verständnisvoll lächelnd – sie liebte seine Grübchen jetzt schon -, leicht ratlos schauend, die schwarzen Pupillen hatten sich ins Endlose geweitet. Er war ein Stückchen größer als sie gewesen, mit gehobenen Kopf hatte sie zu ihm nach oben gesehen, sie hatte sein ungekämmtes braunes Haar gerochen, der Duft von Vanille war zur ihr hinunter geweht und sie hatte sich zusammenreißen müssen, nicht in Ekstase zu fallen. Ihre Augen hatten angefangen zu glänzen und sie wollte nur noch ihre Lippen gegen die seinen drücken, jegliche Hemmungen hinter sich lassen und endlich das Leben genießen, das Gefühl von Lust spüren, die Lust, nach dem Sinn des Lebens zu streben. Ehe sie weitergedacht hatte, sie nur einen weiteren Gedanken hätte fassen können, war es passiert, so unerwartet geschehen, das es alles Vorstellbare überboten hatte. Er hatte seine Lippen gegen ihren Mund gepresst, leidenschaftlich, lustvoll und romantisch, hatte niemals mehr von ihr ablassen wollen. Seine Lippen waren zart, warm, überhaupt nicht rau gewesen, wovor sie etwas Angst gehabt hatte – und Touko hatte es genossen, getrieben von der inneren Leidenschaft hatte sie ihn mit beiden Armen umschlungen, mit dem Ziel in den verträumen Augen, ihn niemals mehr loszulassen. Das Gefühl, als sich ihre Lippen zum ersten Mal berührten, war unbeschreiblich gewesen, es war wie, als hätte man sich komplett fallengelassen, alle Gedanken und Emotionen um sich herum vergessen, seinen Geist befreit. Später hatte seine vibrierende Zunge ihren geschlossenen Mund durchdrungen, hatte ihr Inneres abgetastet, hatte nach absoluter Hingabe gesucht – und sie wurde gefunden. Touko hatte jede Regung in sich aufgesogen, nicht war ihr lieber gewesen, als ihrem Gegenüber alles zu ermöglichen. Seine großen Hände hatten sie sicher festgehalten, hätten ihren Körper hoffentlich für immer berührt.
    Die Erinnerung verblasste urplötzlich, wie, wenn sich der Mond vor die Sonne schieben würde, leise und gnadenlos, und Touko öffnete ihre zu Glas erstarrten Augen, blickte wieder auf den kunterbunten Rosengarten, konnte erkennen, wie sich eine Gruppe Lilminips durchs Gras schlängelte. Die vergangenen Momente hatten sie zum Zittern gebracht, einzelne Schweißperlen fielen von ihren apfelroten Wangen herunter. Sie dachte nach. War es vielleicht wirklich nicht mehr als eine schöne Erinnerung? Ein Moment, den sie zwar niemals vergessen, aber trotzdem nicht mehr wiederkehren würde? Sie dachte nach. Er hatte ihr versprochen, sich mit ihr zu treffen ... hier. Sie hoffte, dass er kommen würde. Zu gern wollte sie ihm noch einmal durchs Haar streicheln, es fühlen, es riechen. Ihm ein letztes Mal küssen, ein Kuss, an den er sich für immer erinnern würde. Ihm eine zärtliche Umarmung schenken, welche sein Herz zum Glühen brächte. Langsam und völlig emotionslos ließ sie sich zu Boden sinken, schlug mit ihren Knien zuerst auf dem sandigen Boden auf - kleine Steinchen verankerten sich in ihrer weichen Haut, fügten ihr Wunden ihr zu -, vergrub ihr Gesicht in ihren zartgeformten Händen. Sie fing an zu weinen, weinte, wie sie es noch nie getan hatte und nie mehr tun würde. Tränen vermischten sich mit Schweiß und rannen nun ihr Gesicht herunter, trafen sich am Kinn und berührten den Boden - ehe sie sich auflösen konnten -, welcher die salzige Feuchtigkeit sofort aufsog, gierig und völlig scharmlos. Eine Hand berührte ihre rechte Schulter. Mit dem Schluchzen konnte sie freilich nicht aufhören, doch das Weinen stoppte schlagartig. Langsam hob sie ihren Kopf und sah nach oben, hinauf zu der Person, die neben ihr stand. Sie musste die linke Hand über ihren Kopf halten, denn die Sonne, im Zenit stehend, blendete sie und verbarg das Gesicht des Fremden. Sie erkannte sofort die wuscheligen braunen Haare, die leicht kantigen Gesichtszüge, die haselnussbraunen Augen, das etwas übermütige Lächeln, das sie sofort verzauberte. Doch war er es wirklich? Konnte es Touya sein? Ihr Geliebter, ihr Mann fürs Leben? Nun streckte er seinen Arm nach ihr aus. Zögernd griff sie nach seiner Hand und ließ sich nach oben ziehen, ihre Knie spielten dabei nur bedingt und wackelig mit. Mit einem Schwung befand sie sich in seinen muskolösen Armen, fühlte, wie sein Herz in unregelmäßigen Abständen schlug. Sie sahen sich gegenseitig an. Er grinste nun, Touko war noch immer etwas geschockt, konnte nicht fassen, was mit ihr binnen weniger Sekunden passiert war. War sie glücklich? Ja, das war sie - mehr und mehr - und völlig liebestrunken - schmiegte sie sich an seine Brust.
    „Ich bin froh, dass du gekommen bist. Nie wieder werde ich dich gehen lassen“, flüsterte sie langsam in sein wohlgeformtes Ohr, die Stimme zitternd, dennoch gefüllt mit Leidenschaft. Irgendwo konnte man einige Matrifols zirrpen hören; hatten auch sie ihre große Liebe gefunden? „Ich hatte auch nie wieder vor dich zu verlassen. Bis ans Ende unserer Tage werde ich bei dir bleiben ...“ Mit sanfter Stimme hatte er ihre Wünsche bestätigt.
    Und während sie da so standen, völlig allein und unbeobachtet, dem Wind im Wege stehend, den Kischblütenblättern ihren weiteren Flug verwehrten, lösten sich die letzten Tränen von Toukos Gesicht und verloren sich glitzernd in der endlosen Weite des schimmernden Horizontes. Es war wie beim ersten Mal ... als sie sich im Rosengarten trafen. Deswegen liebte sie ihn so.

    von Light & Eevee láng



    Gesamttabelle






    Gewinne



    Natürlich soll es jetzt auch die versprochenen Gewinne geben ;D
    Die beiden User auf dem ersten Platz dürfen sich entweder beide den selben Titel aussuchen, oder einen, der zu dem Anderen passt. Immerhin wurde der Gewinnertext von beiden zusammen erstellt. Der Titel hält 3 Monate an.
    Für den zweiten und dritten Platz gibt es Avatare, welche sich natürlich wieder ergänzen. Ich hoffe euch gefallen sie:

    zweiter Platz:



    dritter Platz:




    Zum Schluss bedanke ich mich noch einmal bei allen Teilnehmern und auch Votern für euer Interesse. Bis zum nächsten Special!

  • Auf Grund von Sympathievotes wird der Beitrag von Chocolate und Bastet disqualifiziert. Somit rücken dann alle Texte ab einschließlich Platz 3 einen Platz nach oben. Herzlichen Glückwunsch (lol)
    Die User, die nun auf den Plätzen 2 bis 4 sind, also Raichu-chan & Rael, Riako & Kitsune, ♥Appeline♥ & Leandy, können sich mit ihren Collab-Partnern beraten und sich die Pokemon, die auf ihren Partneravataren sein sollen, wünschen. Bastet kann sich bei mir ebenfalls melden und einen Avatar anfordern, wenn sie denn will. Als kleine Wiedergutmachung
    Trotzdem noch einmal danke an alle Teilnehmer ;)

  • Wtf? O.o
    Das ist es bedauerlich. :/


    Nunja, damit sidn ich & Partner wenigstens auf Platz 6 und ich kann dabei auch gleich mal die anderen beglückwünschen. Glückwunsch @all. ^^


    LG Rexy

    Pokémon Y WonderWedlocke-Challenge: Feelinara&Tentacha ; Sichlor&Camaub ; Tangela&Garados


    Fire Emblem Heroes ID: 7375759395 - Added mich! :D

  • Ich schließe mich meinem Partner (der über mir gepostet hat, wie praktisch :P ) an und beglückwünsche alle, die gewonnen haben.
    Bin auch froh, dass so viele mitgemacht haben^^


    Das mit den Sympathievotes ist natürlich wieder was Anderes und trübt das Ganze auch, aber ich hoffe, dass das ein Einzelfall bleibt. Umso mehr ist es natürlich schade um die Arbeit, die Bastet und Choco in ihren Text gesteckt haben.


    Trotzdem war's ein interessanter und lustiger Wettbewerb - jederzeit wieder :)  
    MfG,
    Gummistiefel

  • Huhu c:


    Von mir gibt es auch nochmal an alle ein Glückwunsch ♥, ich muss sagen, dass alle eigentlich einen Preis hätten bekommen sollen, denn jede Story hatte was ganz eigenes. Also, ich fand wirklich alle gut ;3 Meh, nächstes Mal werde ich vlt auch mitmachen, wer weiß- neues Spiel, neues Glück, für alle.
    ~<3

    ________________ஜ۩۞۩ஜ________________

    »Be the chaos you want to see in the world.«

    - Mollymauk