Spieltopic - Revolution!

  • Die Chimäre schien ängstlich und musterte Lanaia wohl, nachdem sie sich ein paar Tränen weggewischt hatte. Es schien als versuchte sie sich zu erinnern ob sie Lanaia bereits gesehen hatte? Lanaia legte den Kopf leicht schief, sagte aber nichts. Dann glitt ihr Blick in ihren... Natürlich ihre dämlichen Vogelaugen. Nun schien es als ob die Chimäre überlegte was sie wohl am besten sagen sollte...
    "Es... Geht schon" war die zögerliche Antwort. Dann fuhr sie mit fast vorwurfsvollem Blick auf ihren Unterarm fort: "Die Frage ist vielleicht eher: Kann ich Ihnen vielleicht helfen?" Lanaia blinzelte ein paar mal... "Ähm nein nicht wirklich... Ich hab eine Salbe auf die Wunde geschmiert, das sollte reichen." Sie seufzte und deutete auf den Eingang: "Gehörst du auch zu Gitta? Wir sollten reingehen, der Anführer ist mit den Überlebenden dort drin und es sieht nicht ganz so hässlich aus wie hier draussen. Ich bin übrigens Lanaia."


    OT: Sorry für den kurzen Post und das du so lange warten musstest Feunard, ich habe bald Lehrabschlussprüfung und bin in letzter Zeit viel am lernen :S

  • Während Doug zusammengesunken an einer Wand lehnte, dachte er über seine Zukunft nach. Er war dem Massaker entgangen, aber... wie ging es jetzt weiter? Er könnte sich ja wieder selbstständig machen; oder vielleicht suchte irgendeine andere Rebellentruppe gerade Mitglieder. Fest stand, dass es für ihn nicht zu Ende war. Aber wie sah es für die anderen aus?


    Er sah auf, als der Mann im Kapuzenmantel auftauchte; er hatte ihn hier bisher noch nicht gesehen, aber das war nichts besonderes. Von der Hälfte der Revolutionäre kannte er noch nicht einmal die Namen; vermutlich war er auch irgendein Typ, der das ganze hier unbeschadet überstanden hatte, auf welchem Weg auch immer. Der Boss hingegen schien ziemlich überrascht, ihn zu sehen - und Raven misstraute ihm offensichtlich.


    Die Person verschwand mit Hisoka in dessen Büro - und kam kurze Zeit später wieder, mit dem Angebot, Gitta aus diesen kümmerlichen Resten wiederauferstehen zu lassen. Douglas war sich nicht wirklich sicher, was er davon halten sollte - sie waren höchstens zehn Leute, aber sie konnten jederzeit mehr werden. Wenn er jetzt annahm, war er hinterher vielleicht ein Gründungsmitglied von Gitta. Er war sich nicht ganz sicher, hoffte aber doch, dass da irgendwo besondere Privilegien lagen. Und abgesehen davon - ganz alleine lassen konnte er sie nicht. Das war nicht heroisch.


    Langsam stand er auf und schlurfte zu dem Boss und dem Fremden. "Der Idee hat leider einige Haken, viz., wir sind nur zehn Leute. Aber, hey, es ist besser als nichts. Ich bin wieder dabei."


    :ot: : Dieser Post ist pathetisch, aber er ist ein Post. Raven - ich glaube, da steht ein Keks aus.

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  • Minerva machte sich absolut keine Gedanken über die Zukunft, sie hatte eigendlich schon ihren Sinn gefunden. Auch wenn sie sich nicht Gitta anschloss würde sie Setos jagen. Ob das nicht einfacher ginge mit Gesellschaft? Sicherlich! Außerdem hatte sie noch einen anderen Grund zu bleiben. Dieser Grund hieß Liebe und zeigte in Richtung Raven.
    Der unheimliche Mann im Kapuzenmantel machte ihr irgendwie Angst, dennoch schritt sie in die kleine Gruppe vor. Vielleicht 10 Mann wenn es gereicht hat. Insgesamt wäre die Aktion der Wiedergründung komplett nutzlos gewesen. Aber da die anderen auch nichts Besseres zu tun hatte, hat es wohl nicht gestört. Außerdem konnte sie so Raven, ihrem Liebsten am Nächsten sein. Etwas Ungewöhnliches war schon an ihm fand Minerva. Zu dem misstraute Raven dem Kapuzenheini so dass sich die Rothaarige auch missmutig stellen musste. Keiner im Lager kannte seinen Namen was, doch recht seltsam war. Vermutlich vertrauten sie ihm auch nur wegen seiner Worte.
    Minerva hackte sich nach einiger Zeit einfach bei Raven ein und verkündete:“ Ich geh hin wo mich die Liebe trägt!“ War ja viel einfacher alles auf ihn abzuschieben.


    :ot: Obwohl mein Farbenproblem sich mit einem neuen Bowser erledigt hat, hab ich trotzdem noch eine wahnsinnige Schreibblockade. Das ist das beste was ich bisher zusammen kriegen konnte. Ich schiebe mal die Verantwortung auf raven ab, damit ich euch nicht irgendwie aufhalte.

  • "Mein Name ist Innocentia", antwortete die Chimäre leise, "aber falls du kein Anhänger von langen Namen bist, kannst du mich selbstverständlich auch anders nennen."
    Ihre innere Stimme seufzte tief. Ihr wurde schon viel leichter ums Herz - Vielleicht, weil ihr die Person, Lanaia, nun ein winziges Stück vertrauter war. Vielleicht war es auch einfach die Tatsache, dass sie abgelenkt wurde. Immerhin, neben ihr lag eine Leiche. Und dies war eine Szene, die sich nicht umbedingt jeden Tag ereignete.
    "Ich... Bin ebenfalls ein Mitglied von Gitta, nur ...", begann Innocentia, dessen Blick zum Eingang wanderte. Wir sollten reingehen... Verdammt, diese Tatsache hatte sie komplett vergessen. Sie musste ja noch in diesen... Kerker hinein. Eng. Dunkel. Gefährlich. Natürlich, dort drin könnte es durchaus schöner aussehen als hier draussen, keine Frage, aber...
    Ich will da nicht rein!, flehte sie innerlich, dabei wissend, dass es ihr kein bisschen helfen würde.
    Sie musste, so oder so. Erstens wollte sie ja aus dem Widerstand austreten, und dazu braucht sie den Anführer von Gitta. Zweitens bringt es nichts, hier draussen den Wachen zuzusehen, wie sie ... Liegen bleiben. Und drittens - Wenigstens wäre sie nicht ganz alleine, wenn sie jetzt und nicht Stunden später sich endlich zusammenreissen würde. Und es sieht dort drin vielleicht wirklich besser aus als hier. Ein stück entschlossener schüttelte sie leicht den Kopf. "L-lass und reingehen", meinte sie trocken, während sie sich mit ihren leichenblassen Fingern eine Strähne aus dem Gesicht wischte.

  • Die Chimäre schien Lanaia ziemlich verwirrt, oder aufgewühlt war wohl das passendere Wort. Irgendwie passte sie nicht zu einer Rebellengruppe, sie schien viel zu schüchtern und zurückhaltend und die Tatsache, dass sie wohl der Anblick nochmehr verstörte als Lanaia selbst schien das ganze zu bestätigen. Doch für Lanaia war das Leben als Rebell ebenfalls nichts, doch es gab kein Zurück.
    "L-lass und reingehen" - "Du hast recht... Schöner Name übrigens, es wäre schade ihn durch einen Kosenamen zu ersetzten." Lanaia versuchte zu lächeln doch das was zustande kam, war mehr schlecht als recht. Sie war einfach zu fertig. Sie beschloss vorraus zu gehen und versuchte einfach nicht auf den Boden zu achten. "Die anderen befinden sich da hinten, ich möchte einen Moment allein sein." sprach die junge Assassinin als das Zimmer des Anführers in Sicht kam. Dann bog sie in den Gang neben ihr ab und machte sich auf in ihr und Ravens Zimmer, das noch halbwegs intakt war. Tränen rannen bereits wieder als sie sich ans Kopfende ihres Bettes setzte und dort die Beine anzog... Sie begann wieder leise zu schluchzen, sie vermisste ihren Vater und Grossvater... Aber sie wollte bleiben und helfen... Langsam fielen ihr die Augen zu und sie döste in dieser ungemütlichen Position ein, geplagt von Alpträumen, von riesigen Schwarzen Pantherchimären, wahnsinnig lachenden Mädchen und sehr, sehr vielen Leichen.


    OT: Wieder nur ein kurzer Post, hab grad Prüfungsstress... Wenns weitergeht oder jemand mit Lanaia reden möchte, bitte wecken. Danke :)

  • Letztlich stimmten alle zu dem großen Unbekannten zu folgen.
    Als die toten Körper zum Teil beerdigt und zum Teil verbrannt worden waren, war es Zeit sich von diesem Ort zu verabschieden. Die Rückkehr war ungewiss, aber Raven blickte nach vorn.


    Unter der Führung des Kapuzenträgers verließen Raven, Doug, Lanaia, Curo, Minerva, Rea, Innocentia und Hisoka die Tunnel. Nach einem Marsch von gut einer Stunde erreichten sie eines der westlichen Fischerdörfer. Raven kam nicht gleich auf den Namen, aber das war auch nicht so wichtig. Der Mann führte sie zu einem Haus, das etwas abseits von den anderen lag.
    Als er die Tür hinter dem Letzten schloss, nahm er seine Kapuze ab.
    „Mein Name ist Solas Antegro.“, eröffnete er unvermittelt, und Raven fuhr zu ihm herum.
    Die Überraschung stand allen ins Gesicht geschrieben, bis auf Hisoka. Er musste es bereits gewusst haben.
    „Tut mir Leid, dass ich euch das erst jetzt sage. Aber ich wollte verhindern, dass ihr allein meinetwegen hierher kommt.“
    Er deutete auf einige Stühle im größten Raum des Hauses, und nach und nach nahmen alle Platz, die Platz nehmen wollten. Solas nahm auf einem großen Sessel Platz, von welchem er aus alle im Blick hatte.
    „Gitta scheint besiegt. Dennoch lebt in euch der Wille weiter Setos zu stürzen. Nur das zählt. Und ich will auch keine alten Geschichten über mein Scheitern ausgraben, oder sonst irgendwas. Ich will mich auf das Wichtigste beschränken. Das, was damals wirklich geschehen ist, ist von äußerster Wichtigkeit.“
    Ein tiefes Seufzen, welches die Spannung nur erhöhte.
    „Vor 54 Jahren scheiterten meine…Freunde und ich dabei Setos zu töten. Aber es war nicht so, wie euch alle immer erzählt haben. Arian hat uns nicht verraten. Sein Vater übernahm seinen Körper, um länger zu leben. Keinen anderen Zweck hatte er für seinen eigenen Sohn erdacht, und die Fülle seiner Magie steigerte sich dadurch nur. Überwältigt von seiner neuen Macht scheiterten wir, einige überlebten, und das nur, weil ein Teil der Güte und der Freundschaft Arian’s in seinem Körper fortlebte. Deeran – so lautet der Vorname des Tyrannen – lebt in Arian’s Körper fort. Und das ist etwas, was ihn zu einem schier unbezwingbaren Gegner macht. Seine Ideologie, sein Denken bestimmt ganz Kinsula. Und deswegen müsst ihr ein Zeichen setzen. Ein Zeichen, dass Univa befreien wird und auf die anderen Inseln übergreifen wird.“
    Solas erhob sich und ging einige Schritte durch den Raum.
    „Für’s Erste… ruht euch aus und bereitet euch vor. Wenn die Zeit reif ist, werde ich euch Bescheid geben. Hier in Fegror seid ihr sicher. Ihr könnt euch frei bewegen und hier in diesem Haus unterkommen.“
    Zwei Wochen später hatte der Winter Einzug gehalten auf Univa. Die Winde waren eisig, in vielen Gegenden lag bereits Schnee. Für Raven waren diese zwei Wochen entsetzlich gewesen. Einfach herumzusitzen und abzuwarten missfiel ihm. Daher hatte er trainiert, größtenteils verborgen vor seinen Kameraden. So gut es ging hatte er sich vor Gesprächen und Konfrontationen geschützt.
    Jetzt jedoch hatte Solas ihn gefunden. Mit ernster Miene schritt er an Raven heran.
    „Raven, wir müssen in mein Haus. Die Anderen sind auch schon da, es ist so weit.“

    Eilig sprang Raven auf und folgte dem alten Mann.


    „Hisoka befindet sich ganz in der Nähe von Kephalos. Dort beobachtet er die Truppenbewegungen der Imperialisten. Ihre Stärke hat sich in den letzen Tagen drastisch gesenkt. Kephalos ist quasi ungeschützt, wie schon vor zwei Wochen. Ich habe einen Plan, einen simplen Plan:
    Dringt in das Ratsgebäude von Kephalos ein und nehmt die vier Ratsmitglieder fest. Es sind Marionetten Setos‘, die es zu beseitigen gilt. Wenn ihr das geschafft habt, steht einem freien Univa nichts im Wege. Ihr müsst auf dem Ratsgebäude die imperiale Flagge von Kinsula verbrennen, denn das ist das Zeichen für diejenigen der Stadt, die klaren Kopfes sind und Setos als ihren Feind ansehen. Sie werden das Übrige tun, und unter der Führung eines neuen Rates werden sich die Bürger gegen die wenigen Soldaten auflehnen, die dann noch zu Setos stehen. Einige von den Soldaten folgen ohnehin nur seinem Befehl, nicht seiner Ideologie.“

    Der Plan erschien plausibel und logisch. Er gefiel Raven, aber die Konsequenzen waren fraglich.
    „Und was dann? Was machen wir dann?“
    Solas huschte ein lächeln über die Lippen.
    „Wenn das erledigt ist, steht für euch eine Überfahrt nach Sekaru bereit. Dort werdet ihr auf einen alten Freund von mir treffen. Dieser wird euch alles Weitere erklären.“
    Während noch einige kleine Details geklärt wurden, nahm Raven seine Sachen und machte sich bereit für die Reise.
    „Bereit für die Jagd?!“, fragte er nur seine Kollegen, wurde dann nachdenklich und sprach aus, womit er sich die letzten zwei Wochen ebenfalls beschäftigt hatte:. „Ich… würde gerne jemand anderem von euch das Kommando über diese kleine Gruppe geben. Der Grund sollte klar sein. Als Anführer habe ich versagt und euch in Gefahr gebracht. Es sollte uns jemand Fähigeres führen. Wenn niemand Einwände dagegen hat, so wählt untereinander denjenigen, den ihr für den Vertrauenswürdigsten und Geeignetsten haltet.“
    Raven lehnte sich an die Wand und wartete, mit leicht gesenktem Kopf, ihr Urteil ab. Seiner Meinung nach hatte er sein Recht an der Entscheidung mitzuwirken, verwirkt.

    OT: Ich habe mich für einen kleinen Timeskip entschieden, um die Handlungen mal wieder zusammenzuziehen. In allen möglichen Flashbacks dürft ihr euch gerne mit vergangenen Ereignissen beschäftigen. Des Weiteren ist es euch selbstverständlich gestattet während der Wochen Fragen an Solas über alles Mögliche zu stellen. Diese bitte mir per PN schicken, dann beantworte ich die aus der Sicht Solas', sodass ihr das einbauen könnt.
    Wer möchte, darf ebenfalls eine weitere Technik in diesen zwei Wochen lernen, in Rücksprache mit mir. Dies gilt nicht für Feunard, da du ja erst kürzlich eingestiegen bist.
    Dann hoffe ich einfach mal, dass dieser Handlungsschritt euch mal wieder zum Posten bewegt, er schafft ja viel kreatives Potenzial.

  • Zusammen mit dem Fremden verließen sie das Hauptquartier - das heißt, sie machten einen Zwischenstopp, um die Leichen zu verbrennen. Doug hielt einige Momente vor dem Feuer inne und bekundete seine Trauer dadurch, dass er den Kopf senkte und eine Hand an die Brust hob - er war sich nicht ganz sicher, ob das eine allgemein akzeptierte Geste war, aber er benutzte sie einfach mal.


    In einem Fischerdorf machten sie schließlich Halt - hier stellte sich der Mann als Solas Antegro vor, und das schien sehr viele Leute ziemlich zu überraschen. Doug sagte vor allem der Name Solas Antegro nichts - schließlich war er ja erst seit gut einem Jahr Revolutionär, und bisher hatte er kaum Zeit gefunden, die großartigen Taten seiner Vorväter nachzuschlagen. Offensichtlich waren auch sie damals gescheitert - gab es irgendetwas, was den Setos-Clan aufhalten konnte? Irgendetwas?


    Dann folgte die Geschichtsstunde, zusammen mit dem riesigen Plot Twist - plötzlich war Arian gar nicht mehr der eigentliche Big Boss. Deeran Setos, erster Tyrann von Mediru seit wer weiß wie vielen Jahren, war anscheinend in seinen Körper eingedrungen und nutzte diesen jetzt als Wirt. Ein parasitärer Vater also..., überlegte Doug. Keine Ahnung, wie man so etwas wieder loswurde. Sollen wir den Wirt jetzt malträtieren, bis der Parasit auszieht? Die Idee hörte sich fürs Erste gut an. Vielleicht gab es bessere, aber...


    Die nächste Zeit hatten sie erst einmal Ferien. Die Erinnerung an die Verstorbenen hing noch düster in der Luft, aber es war freie Zeit, und die wollte Douglas nicht einfach wegschmeißen. In den nächsten Tagen war er Angeln, ging öfters Essen - und trainierte hinter Antegros Haus seine Techniken. Was auch immer jetzt kommen würde, es würde die volle Kapazität von Captain Plasmius erfordern. Besonders eine Idee ließ ihn nicht zur Ruhe kommen, also beschloss er, sie bei ihrem nächsten Einsatz auszuprobieren. Wann auch immer er kommen möge.


    Wann auch immer war ziemlich genau zwei Wochen später. Es wirkte genau so simpel wie der letzte Auftrag - eindringen, Leute festnehmen, Flagge verbrennen, abhauen. Und dieses Mal gab es noch nicht einmal eine Menge Leute in der unbewachten Basis, also konnte eine wiederholte Katastrophe ausgeschlossen werden. Rathe fiel ihm bei diesem Thema zwar ein, aber es musste nicht jedes Mal jemand sterben, wenn sie ausgingen. Sie hatten sich verändert. Waren ernsthafter geworden. Und auch ein wenig stärker.


    Schlussendlich wurde noch die Wahl eines neuen Kommandoträgers eingeschoben. Dougs Meinung nach ging Raven viel zu hart mit sich selbst ins Gericht - es war ja nicht so, als hätte er etwas tun können - aber wenn er nicht mehr wollte, seine Entscheidung. "Ich bin für Lanaia," schlug er vor. "Ihr würde ich die Leitung noch am ehesten anvertrauen. Ich meine, sie hat sie von uns allen noch am besten beisammen."


    Off Topic: Was für ein schrecklicher kleiner Post. Aber hey, ich bin noch im Team.

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  • Minerva erreicht zugleich mit ihren Kameraden das Fischerdörfchen, wo das Haus oder besser Anwesen des Unbekannten stand. Kaum waren sie eingetreten sahen sie sogleich, dass Jener Gründer von Gitta vor ihnen stand. Minerva verschlug es fast die Sprache. Sie klammerte sich an Ravens Arm, weil einer solchen Berühmtheit hätte, sie eigentlich nicht begegnen wollen. Solas Antegro, berühmter Führer der ersten Revolutionsgruppe und verratener Freund des Setos Sohnes Arian. Dass er überhaupt am Leben war, grenzte an Wunder jenseits der Vorstellungskraft. Er war einer der Helden aus den verbotenen Kindermärchen gewesen die Minerva immer so fasziniert hatte. Danach ein wahnsinniger Umschwung, der die Geschichte vor Minervas Augen platzt liest. Sie wurde komplett still, da sie es einfach nicht ganz verstand. Ihr Blick wurde trüb, hatte sie doch bisher nur von Ideen des Ereignisses gelebt, so na dran zu sein, wäre ihr nie in den Sinn gekommen.
    Dann gab es einen kleinen Zeitsprung. Zwei Wochen hatte die überlebende Gruppe Zeit sich zu sammeln, die Tode zu verdauen und wieder frisch zu werden. Minerva machte die meiste Zeit verschiedene Hausarbeiten, beobachtete Raven beim Training oder machte ihm sein Essen. Sie selbst hatte keinerlei Gedanken an ein Training verschwendet. Klar wollte sie stark sein wie möglich, aber die ganze Arbeit die in dem Haus zu erledigen war, lies ihr einfach keine Ruhe. Der Rotschopf tüchtigte sich jedoch ein wenig in ihrer Magie, da sie doch etwas nützlich sein wollte für ihre Gefährten.
    Als die Zeit des Aufbrechens gekommen war, stellte Raven sich plötzlich an den Pranger. Er habe sie enttäuscht alle in Gefahr gebracht, sagte er. Minerva war höchst bestürzt über diese Angelegenheit, und nahm ihren Liebsten gleich in die Arme. Während er an ihrer Brust fast erstickte sagte sie gelassen: „Also ich für meinen Teil, werde meinem Liebsten bis in alle Ewigkeit folgen. Wenn es jedoch dein Wunsch ist, ist es mir egal, wer den Posten übernimmt. Wir kämpfen doch eh alle für das Gleiche!“


    OffTopic: Ich bin wie immer dabei, natürlich wenn auch immer mit einer gewissen Zeit XD

  • Lanaia hatte kaum bemerkt wie oder wer sie geweckt hatte. Wie in Trance folgte sie den Anderen, wohnte der Beisetzung der Toten bei und marschierte etwas abseits hinter den Anderen her, zu einem Fischerdorf wie sich später für sie heraustellen würde. Als die Tür hinter ihr als letzte zuschlug erhob der Kapuzenträger, der diese nun abnahm, die Stimme: „Mein Name ist Solas Antegro.“ und dieser Satz beförderte sie endlich zurück ins Jenseits. Mit leicht ungläubigem Blick und einem schiefen Lächeln starrte sie den alten Mann an. Das ist Grossvaters alter Mitstreiter? dachte sie erstaunt.
    „Tut mir Leid, dass ich euch das erst jetzt sage. Aber ich wollte verhindern, dass ihr allein meinetwegen hierher kommt.“ Lanaia hob die Augenbraue, das Lächeln verschwand. Der alte führte sie durch das Haus in den grössten Raum und bot ihnen Stühle zum setzten an. Lanaia lehnte sich neben der Tür, im Schatten, an die Wand und beobachtete die anderen.
    „Gitta scheint besiegt. Dennoch lebt in euch der Wille weiter Setos zu stürzen. Nur das zählt. Und ich will auch keine alten Geschichten über mein Scheitern ausgraben, oder sonst irgendwas. Ich will mich auf das Wichtigste beschränken. Das, was damals wirklich geschehen ist, ist von äußerster Wichtigkeit.“ Ich weiss bereits was passiert ist. dachte Lanaia abermals. Sie mochte den Alten aus irgendeinem Grund nicht. Dieser seufzte.



    „Vor 54 Jahren scheiterten meine…Freunde und ich dabei Setos zu töten. Aber es war nicht so, wie euch alle immer erzählt haben. Arian hat uns nicht verraten. Sein Vater übernahm seinen Körper, um länger zu leben. Keinen anderen Zweck hatte er für seinen eigenen Sohn erdacht, und die Fülle seiner Magie steigerte sich dadurch nur. Überwältigt von seiner neuen Macht scheiterten wir, einige überlebten, und das nur, weilein Teil der Güte und der Freundschaft Arian’s in seinem Körper fortlebte. Deeran – so lautet der Vorname des Tyrannen – lebt in Arian’sKörper fort. Und das ist etwas, was ihn zu einem schier unbezwingbaren Gegner macht. Seine Ideologie, sein Denken bestimmt ganz Kinsula. Und deswegen müsst ihr ein Zeichen setzen. Ein Zeichen, dass Univa befreien wird und auf die anderen Inseln übergreifen wird.“ Das hatte Ihr ihr Grossvater verschwiegen, sie dachte, dass Arian lediglich die Seiten gewechselt hatte. Solas erhob sich und ging einige Schritte durch den Raum.
    „Für’s Erste… ruht euch aus und bereitet euch vor. Wenn die Zeitreif ist, werde ich euch Bescheid geben. Hier in Fegror seid ihr sicher. Ihr könnt euch frei bewegen und hier in diesem Haus unterkommen.“


    In den letzten zwei Wochen hatte sich Lanaia hauptsächlich damit beschäftigt, das erlebte zu verarbeiten. Sie hatte kaum gegessen, meist auf Bäumen oder dem Hausdach in der Kälte des Winters geschlafen und die anderen beobachtet. Gesprochen hatte sie mit garniemandem, wollte sie auch nicht... Oder doch? Und wennschon es hatte sie niemand gesehn oder hatte sie zumindest nicht angesprochen. Es war nicht nur schlecht, die Kälte härtete sie umso mehr ab, auch wenn sie sich die kühlen Temperaturen bereits gewohnt war. Zudem schaffte sie es ihre Gedanken und Gefühle wieder zu ordnen. Ebenfalls trainierte sie heimlich Nachts im Wald um ihre Magie und Nahkampfkünste zu steigern. Schlussendlich wurde sie an einem Morgen von Solas ausgegraben. Sie war an einem Baum eingeschlafen und wohl ein wenig eingeschneit worden: "Lass mich in Ruhe ich erfrier schon nicht, hab genug Kleidung an und bin die Kälte gewohnt." giftete sie den Alten an. Sie hasste es unsanft geweckt zu werden. Anscheinend hatte er alle gerufen denn die meisten waren bereits versammelt und als er mit Raven als letztes ins Haus gekommen war begann er zu sprechen. Lanaia hatte sich wieder an die Wand gestellt und beobachtete die Anderen.


    „Hisoka befindet sich ganz in der Nähe von Kephalos. Dort beobachtet er die Truppenbewegungen der Imperialisten. Ihre Stärke hat sich in den letzen Tagen drastisch gesenkt. Kephalos ist quasi ungeschützt, wie schon vor zwei Wochen. Ich habe einen Plan, einen simplen Plan:
    Dringt in das Ratsgebäude von Kephalos ein und nehmt die vier Ratsmitglieder fest. Es sind Marionetten Setos‘, die es zu beseitigen gilt. Wenn ihr das geschafft habt, steht einem freien Univa nichts im Wege. Ihr müsst auf dem Ratsgebäude die imperiale Flagge von Kinsula verbrennen, denn das ist das Zeichen für diejenigen der Stadt, die klaren Kopfes sind und Setos als ihren Feind ansehen. Sie werden das Übrige tun, und unter der Führung eines neuen Rates werden sich die Bürger gegen die wenigen Soldaten auflehnen, die dann noch zu Setos stehen. Einige von den Soldaten folgen ohnehin nur seinem Befehl, nicht seiner Ideologie.“

    Lanaia zog die Augenbrauen hoch und ihr nun doch ziemlich abgemagerte Körper erzitterte als sie sich an den Kampf mit den vier Supersoldaten von Setos erinnerte.
    „Und was dann? Was machen wir dann?“ erwiderte Raven und ein Lächeln huschte über Solas Gesicht.
    „Wenn das erledigt ist, steht für euch eine Überfahrt nach Sekaru bereit. Dort werdet ihr auf einen alten Freund von mir treffen. Dieser wird euch alles Weitere erklären.“
    Lanaia wurde hellhörig, konnte es sein...


    Nachdenklich überprüfte Lanaia den Inhalt ihres Reisebeutels und den Zustand ihrer Klingen als sich Raven an die Gruppe wandte: „Bereit für die Jagd?!" er wirkte nachdenklich. "Ich… würde gerne jemand anderem von euch das Kommando über diese kleine Gruppe geben. Der Grund sollte klar sein. Als Anführer habe ich versagt und euch in Gefahr gebracht. Es sollte uns jemand Fähigeres führen. Wenn niemand Einwände dagegen hat, so wählt untereinander denjenigen, den ihr für den Vertrauenswürdigsten und Geeignetsten haltet.“ Anschliessend lehnte sich der Schwarzhaarige an die Wand und senkte den Kopf.
    Doug meldete sich als Erstes zu Wort: "Ich bin für Lanaia, Ihr würde ich die Leitung noch am ehesten anvertrauen. Ich meine, sie hat sie von uns allen noch am besten beisammen." Lanaia hob die Augenbraue und wollte grade etwas sagen als Ravens Klette sich zu Wort meldete und ihn wohl mit ihrer üppigen Brust versuchte zu ersticken: „Also ich für meinen Teil, werde meinem Liebsten bis in alle Ewigkeit folgen. Wenn es jedoch dein Wunsch ist, ist es mir egal, wer den Posten übernimmt. Wir kämpfen doch eh alle für das Gleiche!“
    "Nein... Ich möchte den Posten nicht übernehmen. Jeder der hier noch klar bei Verstand ist merkt, dass ich dafür nicht qualifiziert bin. Erstens zähle ich erst 17 Winter und zweitens bin ich eine Assassinin, eine Einzelkämpferin. Ich habe noch nie eine Gruppe angeführt und habe es eigentlich auch nicht vor. Das endet nur in einer Katastrophe... sie sah missmutig und etwas unbeholfen zu Boden, krallte sich an ihrem linken Arm fest und versuchte Raven in die Augen zu sehen, sobald er wieder aus der Brust von Minerva auftauchen würde: "Meiner Meinung nach hast du nichts falsch gemacht und ich würde dir weiterhin folgen..." sie wollte noch etwas anhängen, schwieg dann aber und warf ihm lediglich noch einen unsicheren Blick zu und richtete diesen dann starr zu Boden und lehnte schlussendlich wieder an die Wand zurück.


    OT: Wiedermal was längeres. Hoffe man kann es lesen, ich find den Post schlecht. Aber was besseres bring ich nicht zustande.

  • "Du hast recht... Schöner Name übrigens, es wäre schade ihn durch einen Kosenamen zu ersetzten." Etwas verkrampft versuchte Lanaia, zu lächeln, wobei sie fast eine geuälte Grimasse dabei schnitt. Gerne hätte Innocentia nochmals gefragt, ob wirklich alles in Ordnung seie, hielt jedoch den Mund, als die Falkenäugige sich dem Tunnel zuwandte und vorraus ging. Zögernd folgte die Chimäre ihr. Langsam, als würde da drin ein Drache auf die beiden warten, lief Innocentia Lanaia nach, während sie die dunklen Wände mit ihren Augen nervös abtasteten. Unsicher nuschelte sie in den Jackentaschen ihres Mantels herum. Wie sie es jedes Mal hasste, hier hineinzulaufen und zu hoffen, dass nichts passieren wird ...
    Nach scheinbar endlosen (gefühlten) Stunden hielt Lanaia plötzlich an und drehte sich zu Innocentia um, welche völlig erschrocken fast in sie hineinlief und ein erschrockenes ''Kya!'' von sich gab, ehe sie stehen blieb und sich endlich zusammenreissen konnte, um ihr zuzuhören. "Die anderen befinden sich da hinten, ich möchte einen Moment allein sein", meinte sie und verschwand in einem anderen Gang. Und schon war die leicht zitternde Chimäre wieder alleine. Alleine in diesen elenden Gängen und Stollen ...
    Ängstlich blickte sie um sich - ihr Herz raste in einem Tempo, bei dem die Chimäre nicht mehr mithalten konnte - nuschelte weiter mit zitternden Händen in ihren Manteltaschen herum, um sich irgendwie abzulenken und überlegte, was sie nun tun sollte. Vielleicht findet sie ja 'dort hinten' den Anführer und kann kündigen. Raus aus dem Widerstand. Oder auch: Raus aus diesem Stollen - Weg von der Gefahr - Weg von Revolutionären und dessen Fressfeiden - Weg von der Hoffnung, etwas Gutes tun zu können. Erschrocken hielt Innocentia mit dem Nuscheln inne - Was hatte sie gerade gedacht? Weg von der Hoffnung, etwas Gutes tun zu können? Nunja - Es stimmt eigentlich - Sie war hier beigetreten, weil sie... Genau, sie wollte der Herrschaft von Satos ein Ende setzen. Weil sie diesen Menschen einen Gefallen tun wollte, ihnen helfen wollte... Den Menschen, von denen sie immer wieder träumte.
    Was ist aus diesem Land geworden?
    Ich kann nicht wirklich glauben, dass Satos wirklich weiss, was er tut.
    Diese Diktatur gleicht einer Folter.
    Wann wird dieses Land wieder frei sein...

    Sie wollte... Diesen Satos stoppen, weil andere wegen ihm leiden, ja. Darum ist sie Gitta beigetreten - Sie wollte helfen. Doch was hatte sie seid ihrem Beitritt denn grosses getan? Sie hatte einige Aufträge erfüllt, hatte vermisste Leute gesucht und kleinere, etwas harmlosere andere Dinge getan, um möglichst lange weit weg vom Stollen zu sein. Ansonsten hatte sie kaum irgendetwaswirklich hilfreiches getan. Ehrlichgesagt - Sie hatte überhaupt nichts getan, um Satos zu stürzen. Sie war bisher nutzlos.
    Nutzlos - Dieses Wort klingt so... Schrecklich, auf eine ganz eigene Art. Ihre Angst vor dem engen, dunklen Stollen dämmte ein wenig - Stattdessen machte sich eien unangenehme Frustration breit. Verdammt, sie war eine Revolutionärin, weil sie etwas ändern wollte, nicht, um sich zu verkrümeln, kaum ist der Widerstand beendet!
    Noch immer mit zitternden Händen löste sie sich aus ihrer Starre und ging in die Richtung, welche Lania ihr angegeben hatte. Sie wird hier nicht austreten, ehe sie endlich nützlich war. Sie würde diesen Herr Sky finden und fragen, was nun geschehen sollte.
    "Ich weiß, dass eure Hoffnung schwindet" - Erschrocken trat Innocentia einen schritt zurück, als sie diesen Satz hörte, ehe sie bemerkte, dass sie die anderen - lebenden, tatsächlich lebenden! - Revolutionäre fand. Der Satz sprach ein Mann aus, welcher ihr vorher noch nie aufgefallen war - Er vermummte sein Gesicht in eine Kapuze und wirkte auf eine seltsame Art und Weise einfach nur... Unheimlich. "Ich weiß aber auch, dass ihr die Zukunft von Gitta seid. Jedenfalls... Würde ich eure Hoffnung gerne wieder entflammen. Jedoch kann ich nur die unter euch gebrauchen, die fest in ihren Innersten wissen, dass die Zeit Setos' enden muss - für immer. Ich kann euch keine Garantie geben, dass Setos gestürzt wird, doch ich kann euch einen Weg zeigen", sprach er in einem ruhigen Tonfall. Nervös lauschte die Eulenchimäre in die Totenstille und erblickte schliesslich auch Hisoka Sky, welcher in der Nähe des Fremden stand, zusammen mit einigen weiteren Personen - sie waren ihr allesamt unbekannt - und leider auch Leichen. Ein kalter Schauder lief über Innocentias Rücken.
    "Ich frage euch also: Wer von euch ist bereit mir zu vertrauen und sein Leben vollkommen in den Widerstand gegen Setos zu legen?", fragte er dann heroisch.
    Und der erste, der antwortete, war promt der Anführer: "Ich werde dir folgen, das habe ich dir schon eben zugesichert. Gitta darf nicht untergehen."
    Nach und nach meldeten sich auch weitere Mitglieder - Manche sagten ab, andere wollten dem Unbekannten folgen. Völlig entgeistert hörte Innocentia zu - Dem Fremden vertrauen? Nie im Leben würde sie einem Fremden blindlings vertrauen - Und diesem Fremden wohl zu allerletzt. Dennoch merkte sie, wie sie unwillkürlich zustimmend nickte und sich wieder auf den Weg machte, diesmal in die Richtung ihres Zimmers. Darin sollte noch das wenige Hab und Gut liegen, welches sie besitzt. Sie würde es sicher brauchen.
    Unter der Führung des Kapuzenträgers verliess sie - zusammen mit sieben anderen Mitgliedern, darunter auch Hisoka - den Schacht und damit auch das Hauptquartier von Gitta. Es kam ihr vor, als würde sie eine alte Last hinter sich lassen, dafür aber eine neue auf sich zu nehmen. Sie traute dem Unbekannten noch immer nicht, sie folgte ihm einzig, weil es ihr Anführer ebenso tat und sie Satos stürzen wollte. Sobald dies geschehen ist, und dies schwor sie sich, würde sie das alles endlich hinter sich lassen und sich auf die Suche nach all den Leuten machen, welche sie dazu verleitet hatten, gegen diese Diktatur anzukämpfen. Andererseits hatte sie keinen blassen Schimmer, wann Satos aus ihrer Welt verschwunden ist - Sie konnte nicht einmal mit Gewissheit sagen, ob sie den Sturz des Herrschers miterleben wird...


    Nach etwa einer Stunde erreichte die Gruppe ein kleineres Fischerdorf im Westen von Univa, und noch ein wenig später ein Haus, welches eher abseits des ganzen lag (und nach Innocentias Angaben devinitiv zu klein war). Alle traten hinein - Innocentia mit zitternden Händen und einem etwas gequälten Gesichtsausdruck als letzte - bevor der Unbekannte schliesslich die Tür schloss, seine Kapuze vom Gesicht nahm und unvermittelt eröffnete: "Mein Name ist Solas Antegro."
    Den Gesichtern der anderen zufolge, war dies ein Grund, um überrascht zu sein. Einzig Hisoka behielt seine Miene.
    "Tut mir Leid, dass ich euch das erst jetzt sage. Aber ich wollte verhindern, dass ihr allein meinetwegen hierher kommt." Mit diesen Worten deutete er auf einige Stühle, welche in einem grösseren Raum standen. Innocentia setzte sich auf den nächstbesten, verschränkte die Arme und grub ihre Nägel in den weissen Stoff ihres Mantels. Sobald sie konnte, würde sie dieses Haus wieder verlassen - Zwar war der Raum gar nicht so klein und eng, wie sie erwartet hatte, aber es war ihr denoch nicht ganz geheuer.
    "Gitta scheint besiegt. Dennoch lebt in euch der Wille weiter Setos zu stürzen. Nur das zählt. Und ich will auch keine alten Geschichten über mein Scheitern ausgraben, oder sonst irgendwas. Ich will mich auf das Wichtigste beschränken. Das, was damals wirklich geschehen ist, ist von äußerster Wichtigkeit."
    Es folgte ein tiefer Seufzer.
    "Vor 54 Jahren scheiterten meine... Freunde und ich dabei, Setos zu töten. Aber es war nicht so, wie euch alle immer erzählt haben. Arian hat uns nicht verraten. Sein Vater übernahm seinen Körper, um länger zu leben. Keinen anderen Zweck hatte er für seinen eigenen Sohn erdacht, und die Fülle seiner Magie steigerte sich dadurch nur. Überwältigt von seiner neuen Macht scheiterten wir, einige überlebten, und das nur, weil ein Teil der Güte und der Freundschaft Arian’s in seinem Körper fortlebte. Deeran – so lautet der Vorname des Tyrannen – lebt in Arian’s Körper fort. Und das ist etwas, was ihn zu einem schier unbezwingbaren Gegner macht. Seine Ideologie, sein Denken bestimmt ganz Kinsula. Und deswegen müsst ihr ein Zeichen setzen. Ein Zeichen, dass Univa befreien wird und auf die anderen Inseln übergreifen wird."
    Gespannt hörte die Chimäre zu, während sie über die ganze Geschichte nachdachte - Satos nutzte seinen Sohn einzig, um länger zu leben? Innerlich seufzte auch sie tief - Ein Grund mehr, einen solchen Menschen vom Thron zu stossen. Währenddessen erhob sich Solas und ging ein paar Schritte durch den Raum.
    "Für’s Erste... Ruht euch aus und bereitet euch vor. Wenn die Zeit reif ist, werde ich euch Bescheid geben. Hier in Fegror seid ihr sicher. Ihr könnt euch frei bewegen und hier in diesem Haus unterkommen."
    Die nächsten zwei Wochen verbrachte Innocentia die meiste Zeit irgendwo draussen - Wo, war ihr egal. Die ganze Zeit in diesem Haus zu vebringen kam für sie absolut nicht in Frage, lieber spazierte sie einfach durch die winterliche Landschaft ausserhalb des Gebäudes, dessen Tore für sie immer offen standen. Die beissende Kälte des Windes machte ihr nichts aus, der Schnee lenkte sie ab und beruhigte sie zugleich. Die meiste Zeit verbrachte sie damit, nochmals alles durchzudenken. Ihre Handlung kam ihr mit jedem Tag nutzloser vor, nichts geschah während dieser 14 Tage und die Chimäre kam immer öfter auf den Gedanken, das ganze schon früher aufzugeben und die ganze Geschichte zu vergessen. Denoch verwarf sie die Idee immer wieder - Irgendetwas wird sich schon tun. Irgendetwas, ganz bestimmt.
    Besagtes 'Irgendwas' trat nach besagten zwei Wochen an, direkt, als Innocentia das Haus verlassen wollte. Sie hatte mit der Zeit eine Routin entwickelt - Sie kam jedes Mal zum Frühstücken in den Essraum, ging danach - oftmals immer zur gleichen Zeit - nach draussen, kaufte sich im Dorf irgendwo etwas zu Mittag, blieb ein wenig am Hafen und kam zum Abendessen zurück zum Gebäude. Dass sie nicht zur gewohnten Zeit nach draussen konnte, nervte sie innerlich ein Stück und machte sie nervös. Sie war nie sehr lange in diesem aus geblieben - Und je länger sie hier verweilen musste, desto enger kamen ihr die Räume und desto dunkler die Ecken dieses Gebäudes vor.
    Nachdem alle sich an einem Punkt versammelt hatten, folgte bereits der erste Auftrag nach der Auflösung Gitta's. "Hisoka befindet sich ganz in der Nähe von Kephalos. Dort beobachtet er die Truppenbewegungen der Imperialisten. Ihre Stärke hat sich in den letzen Tagen drastisch gesenkt. Kephalos ist quasi ungeschützt, wie schon vor zwei Wochen. Ich habe einen Plan, einen simplen Plan:
    Dringt in das Ratsgebäude von Kephalos ein und nehmt die vier Ratsmitglieder fest. Es sind Marionetten Setos‘, die es zu beseitigen gilt. Wenn ihr das geschafft habt, steht einem freien Univa nichts im Wege. Ihr müsst auf dem Ratsgebäude die imperiale Flagge von Kinsula verbrennen, denn das ist das Zeichen für diejenigen der Stadt, die klaren Kopfes sind und Setos als ihren Feind ansehen. Sie werden das Übrige tun, und unter der Führung eines neuen Rates werden sich die Bürger gegen die wenigen Soldaten auflehnen, die dann noch zu Setos stehen. Einige von den Soldaten folgen ohnehin nur seinem Befehl, nicht seiner Ideologie."

    Dem Auftrag hörte Innocentia allerdings nur mit einem halben Ohr mit. Der Gedanke, die ganze Zeit schon hier drin rumzustehen, der Gedanke, in diesem Raum stehen bleiben zu müssen, machte die nervös, weshalb sie die ganze Zeit bloss auf die Gelegenheit abwartete, sich aus dem Staub machen zu können, um endlich an die frische Luft zu können.
    "Bereit für die Jagd?!", meinte nun Raven, der Schwarzhaarige mit dem dunklen Schwert an seiner Seite, welcher Innocentia vor allem durch seine düstere Art aufgefallen war. Woher sie seinen Namen aufgeschnappt hatte, wusste sie selbst nicht mehr. Wahrscheinlich hatte sie wieder einmal den restlichen Revolutionären zugehört, während sie über irgendetwas sprachen, und dann kamen sie auf Raven. "Ich... würde gerne jemand anderem von euch das Kommando über diese kleine Gruppe geben. Der Grund sollte klar sein. Als Anführer habe ich versagt und euch in Gefahr gebracht. Es sollte uns jemand Fähigeres führen. Wenn niemand Einwände dagegen hat, so wählt untereinander denjenigen, den ihr für den Vertrauenswürdigsten und Geeignetsten haltet." Anschliessend lehnte sich der Schwarzhaarige an die Wand und senkte den Kopf.
    Der erste, der auf die Bitte hörte, war ein etwas kleinerer, gebräunter Mann, dessen Namen der Chimäre unbekannt war. "Ich bin für Lanaia, Ihr würde ich die Leitung noch am ehesten anvertrauen. Ich meine, sie hat sie von uns allen noch am besten beisammen." Lanaia hob nur die eine Augenbraue und wollte antworte, als jemand anders sich meldete: "Also, ich für meinen Teil, werde meinem Liebsten bis in alle Ewigkeit folgen. Wenn es jedoch dein Wunsch ist, ist es mir egal, wer den Posten übernimmt. Wir kämpfen doch eh alle für das Gleiche!" Mit diesen, äusserst gelassenen, Worten nahm sie ihn sogleich in ihre Arme und sah fast so aus, als versuche sie ihn mit ihren - sehr, ähm, üppigen - Brüsten zu ersticken. Auch ihr Name war Innocentia unbekannt, wobei - Wollte sie das wirklich wissen?
    "Nein... Ich möchte den Posten nicht übernehmen. Jeder der hier noch klar bei Verstand ist merkt, dass ich dafür nicht qualifiziert bin. Erstens zähle ich erst 17 Winter und zweitens bin ich eine Assassinin, eine Einzelkämpferin. Ich habe noch nie eine Gruppe angeführt und habe es eigentlich auch nicht vor. Das endet nur in einer Katastrophe..." Missmutig sah sie zu Boden und krallte sich an ihrem linken Arm fest. Ihr Versuch, Raven in die Augen zu sehen, schlug dank dessen 'Verehrerin' ziemlich fehl, denoch sprach sie weiter: "Meiner Meinung nach hast du nichts falsch gemacht und ich würde dir weiterhin folgen..." Mit einem unsicheren Blick lehnte sie sich dann wieder an die Wand. An eine stinknormale Wand. Aber, Augenblick... Innocentias Blick tastete sich an der Wand entlang, bis sie einige Meter weiter ein Fenster entdeckte. Ein stinknormales Fenster.
    Ein Fenster!
    Mit schnellen Schritten trat sie darauf zu, öffnete es mit schnellen Handgriffen und lehnte sich daraus heraus wie ein Seekranker auf einem schwankenden Schiff.
    Ein Fenster! Ein offenes Fenster! Licht, Luft, Sonnenschein!
    Schon ein seltsames Gefühl. Eigentlich stand sie in einem dunklen, fremden, unangenehm fühlenden Raum, aber kaum streckt sie den Kopf aus dem Fenster, ist die Platzangst fast verflogen... Den Trick musste man sich merken. Der Kopf ist plötzlich viel klarer... Alle Nervösität weg. Da kann man doch schon viel besser nachdenken. Was hatte Raven nochmals gefragt? Achja, weil er vesagt hatte, sollten die anderen einen neuen Anführer aussuchen... Er hat versagt? Davon hatte die die Eulenchimäre gar nichts mitbekommen. Vermutlich war sie da wiedermal irgendwo, bei einem einfachen Auftrag, während dies passierte. Sie konnte schlecht jemanden vorschlagen - Sie kannte hier praktisch niemanden. Lanaia kannte sie ein wenig, ein paar wenige konnte sie mit dem Namen kennzeichnen... Aber charakterlich - geschwiege denn, wie er eine Gruppe führen würde - kannte sie hier wirklich niemanden. Fasst man es kurz: Innocentia hatte hier nichts mitzureden. Nachdenklich betrachtete die Chimäre die Winterlandschaft, die sich vor ihren Augen präsentierte. Bisher sieht es so aus, als hält die Mehrheit zu Raven. Und Innocentia? Sie wusste nicht, ob sie ihm vertrauen konnte oder nicht; sie kannte ihn immerhin kaum. Trotzdem lehnte sie sich wieder ein wenig zurück, dass sie wenigstens aufrecht stand, atmete tief ein und strich sich nervös eine Haarsträhne aus dem Gesicht. Die Situation erinnerte sie an ein Zitat. "Unsere Fehlschläge...", begann sie zögernd, ihren Blick immernoch auf die Schneelandschaft ruhend, "... Sind oft erfolgreicher als unsere Erfolge." Unsicher atmete die Chimäre aus. Sie hatte den Satz nur gemurmelt und bezweifelte, dass jemand sie gehört hatte. Und wenn doch, dann würde die Person wohl nur den Kopf schütteln - Irgendwie war die Bedeutung... Die Bedeutung klang falsch, ja. Innocentia seufzte. Vielleicht sollte sie schonmal ihre Sachen packen als sinnloses Zeug reden ...


    Wie versprochen, ein Post. Er ist verdammt lang, und ich bin nicht wirklich begeistert von ihm, aber e sist ein Post, dass dürfne wir nciht vergessen! ^_^
    "Unsere Fehlschläge sind oft erfolgreicher als unsere Erfolge." Das Zitat stammt von Henry Ford, nicht von mir oder Innocentia.

  • Der Reihe nach lauschte Raven den Anmerkungen der Beteiligten, und nur bei Minerva rollte er kurz mit den Augen.
    "Also dann... werde ich notgedrungen meiner Aufgabe weiter nachgehen, aber ich würde vorschlagen, dass Lanaia mich dabei unterstützt. Was hältst du davon?", meinte er und stellte die Frage letztlich an die weibliche Assassinin.
    Lanaia blickte ein wenig unsicher zu Boden und dann wieder zu Raven:"Bist du sicher das ich das kann? Wenn du wirklich sicher bist sage ich zu..." es gefiel ihr nicht wirklich, aber wenn sie ihm so helfen konnte.
    Raven nickte, und damit war die Sache beschlossen.
    Auch Solas schien mit dem Ausgang dieser Situation zufrieden zu sein, und daher hieß es nun dem Plan zu folgen. Was bedeutete, dass das Reiseziel wieder einmal Kephalos hieß.


    Der Schwarzhaarige entriss sich dieses Mal von seiner rothaarigen Quasi-Freundin - Was hatten die beiden eigentlich für eine Beziehung? - und bildete mit Lanaia die Spitze der kleinen Gruppe.
    Selbst, wenn da eine gewisse Person eifersüchtig sein mochte.
    Douglas, Minerva, Curo und Innocentia folgten also, was aus ihnen eine Gruppe aus sechs Personen machte.
    "Nun, was schlägst du vor, wie sollen wir in das Ratsgebäude eindringen? Es ist ein gut gesicherter Bau, hohe Mauern, aber letztlich kein Militärgebäude, sondern eine Demonstration von Macht."
    Lanaia folgte ein wenig hinter Raven schweigend und dachte nach. War das wirklich so klug? Seine Frage verwirrte sie ein wenig doch sie fing sich:
    "Nun ich persönlich würde über die Dächer kommen, aber das wird nicht jedem möglich sein, also schlage ich vor, das wir uns aufteilen. Jeder soll aber in Reichweite eines Anderen sein, also Blickkontakt muss möglich sein um, wenn nötig, denjenigen zu unterstützen. Als Treffpunkt schlage ich das Haupttor vor, außer es gäbe einen Hintereingang. Ein oder zwei Leute müssen über die Mauer und die Tür von innen öffnen..." Es war schwierig für sie für eine Gruppe zu planen, doch das war ihr das logischste was ihr einfiel.
    "Ein Hintereingang... ", überlegte Raven und ließ seine Erinnerungen spielen. Da war doch so etwas gewesen wie ein Noteingang für die wichtigsten Politiker, wenn das Gebäude attackiert wurde. Möglicherweise war das die Lösung.
    "Nun, es gibt einen Fluchtweg, an der rechten Seite des Gebäudes. Dieser führt aber direkt in das Militärbezirk, dort, wo wir kürzlich wegen der Kaserne waren. Wenn ich recht drüber nachdenke müssten wir diesen Ausgang doch ohnehin schließen, damit keiner vond en Ratsmitgliedern fliehen kann, oder?"
    Raven blickte sich kurz um.
    "Was hältst du davon: Drei von uns warten am Haupttor, die anderen drei nutzen den Notausgang und verriegeln diesen, danach öffnen sie den anderen. Der Haupteingang sollte für unsere Flucht frei sein, denn dort kommen wir am Schnellsten aus der Stadt. Der Weg zur Kaserne wäre in diesem Moment sicher falsch."
    Lanaia überlegte kurz. Das Haupttor? "Nein, das Haupttor ist zu offen... Obwohl naja wir sind eine zu große Gruppe um wirklich unentdeckt eindringen zu können... Klingt wohl nach einem Plan."
    Raven nickte. Vielleicht ergab sich für die Flucht eine andere Alternative, die geeigneter war, aber fürs Erste klang das brauchbar.
    "Wen teilen wir wo ein. Sollen wir beide zusammen bleiben oder uns aufteilen? In letzterem Fall denke ich, dass du geeigneter wärst die Gruppe anzuführen, die durch den Fluchtweg eindringt - unbemerkt."
    Raven sah, dass Kephalos in Sicht kam. Es war also Zeit die letzten Dinge endgültig zu klären.
    Lanaia dachte nach. Innocentia konnte wahrscheinlich fliegen, doch wie sie vorhin gesehen hatte, kam sie nicht wirklich mit engen Räumen klar also fiel sie weg. Curo war wendig und schnell und sie traute ihm sowas zu, und als letztes wohl Doug. Denn Minerva würde sie sicherlich nicht von "ihrem" Raven losbekommen. "Nun wenn Curo und Doug einverstanden wären, würde ich sie gerne mitnehmen. Innocentia hat wohl mühen mit engeren Gängen und durch die müssten wir wohl kriechen befürchte ich." sie trat ein wenig näher an Raven:"Deine "Freundin" bringe ich eh nicht von dir weg." ergänzte sie grinsend.
    Raven legte ein schmerzhaftes Lächeln auf.
    "Das war ja klar. Aber du hast Recht, das scheint die beste Möglichkeit zu sein."
    Ein paar Minuten liefen sie also noch, bis sie am Stadteingang ankamen.
    "Der Plan sieht folgendermaßen aus:", eröffnete Raven. "Curo und Douglas gehen mit Lanaia, um einen Notausgang als Eingang zu nutzen - möglichst unbemerkt. Derweil werden Minerva, Innocentia und ich den Haupteingang sichern und warten, bis die andere Gruppe uns dort öffnet. Wer keine Fragen mehr hat, macht sich auf den Weg."

    OT: Gemeinsamer Handlungsschritt von uns beiden. Nach zwei Monaten Pause. Wird wieder Zeit für Aktivität :D

  • Die Diskussionsrunde übertrug die Leitung nun zu gleichen Teilen an Raven und Lanaia, welche sofort mit der Planung des Überfalls begannen. Zwei Teams, eines für den Haupteingang, eines für den Hintereingang, jeweils geleitet von einem der beiden Anführer. Alles in allem ein vernünftiger Plan, den sie da auf dem Weg ausarbeiteten, und Doug sah keinen Anlass, sie da irgendwo zu korrigieren. Auch wenn der Plan ein bisschen sehr vorsichtig war - nach den Geschehnissen der letzten Tage war es doch klar, dass sie immerhin etwas an ihrer vorherigen Planführung ändern mussten.


    Schließlich kamen sie vor dem Stadttor an und teilten dort ihre Gruppen auf. Doug als Mitglied des Teams Hintereingang war wieder mit den gleichen Leuten wie bei ihrem letzten Auftrag unterwegs, wobei er sich nicht sicher war, ob das eine gute Sache war oder nicht. Auf dem Weg durch die Stadt fragte er auf jeden Fall "Wie genau kommen wir jetzt zum Hintereingang? Übers Dach, wie letztes Mal?"

    No time to search the world around
    'Cause you know where I'll be found
    When I come around
    When I come around, yeah

  • Es wurde noch etwas geredet, dann stand die Sache fest: Raven blieb an der Spitze, Lanaia wird ihn jedoch bei seiner Sache unterstützen. Nichts hielt die kleine Gruppe mehr zurück: Nun hiess es, sich nach Kephalos aufzumachen.


    Die Reise schien nichts spezielles. Die beiden Anführer bildeten die Spitze und besprachen ihren Plan, der Rest zottelte ihnen nach, so wie damals, auf dem Weg zu diesem Fischersdörfchen. Die Landschaft sah noch immer winterlich und kühl aus, nichts wies auf irgendeine Gefahr oder dergleichen hin. Trotzdem war Innocentia die ganze Sache unwohl. Der Plan gefiel ihr nicht wirklich. Die Sorge schwebte wie ein dichter Nebel um sie herum, jeder, der in ihrer Nähe stand, musste ihre Unsicherheit unwillkürlich wahrnehmen. Die Chimäre konnte die Gefahr dieses Plans schon von weitem riechen. Und die Gewalt. Die wird wohl oder übel auftauchen. Die Soldaten werden sie so empfangen, wie die Rebellen sich willkommen fühlen. Das konnte doch einfach nicht gut ausgehen. Innocentia, jetzt wird es ernst! Jetzt kannst du nicht mehr davonlaufen!, schrie ihre Seele immer und immer wieder, doch das Gefühl eines leeren Körpers mit schalldichten Wänden kehrte zur Schnee-Eule zurück. Die aufmunternden Worte prallten bloss zurück. Die Angst, die pure Angst vor dem, was kommen würde, blieb dennoch.
    In Kephalos angekommen, erklärte Raven sogleich den simplen, zu Innocentias Freude jedoch auch eher vorsichtigen Plan.
    "Curo und Douglas gehen mit Lanaia, um einen Notausgang als Eingang zu nutzen - möglichst unbemerkt. Derweil werden Minerva, Innocentia und ich den Haupteingang sichern und warten, bis die andere Gruppe uns dort öffnet. Wer keine Fragen mehr hat, macht sich auf den Weg."
    Haupteingang? Kurz stellte Innocentia sich ihn vor. Dass war ein Ort, wo x Leute durchgehen konnten. Bestimmt war er auch gut zu sehen. Sie könnten jederzeit entdeckt werden. Was, wenn man sie fragen würde, was sie hier sollen? Was, wenn man sie verscheuchen würde, notfalls auch mit Gewalt? Frustriert, gleichzeitig aber auch wütend, schüttelte sie ihren Kopf und warf das haselnussbraune Haar durch die Luft.
    Nun reiss dich, verdammt noch mal, endlich zusammen! Du bist eine Rebellin! Du wirst helfen!, rief sie sich selbst zu. Diesmal hallten sie jedoch nicht wirkungslos zurück. Der Nebel um sie herum lichtete sich etwas.
    Komme was wolle, sie hatte, wie sagte man... Eine Mission. Jetzt gilt's. Wenn sie wollte, dass dieser Typ, wie hiess er nochmals... Setos fiel, dann musste sie da durch. Etwas wie Tatendrang floss plötzlich durch ihre Adern. Sie würde nicht, wie bisher, einfach gar nichts machne, diesmal würde sie, wenigstens ein bisschen, mithelfen.
    Kurz sah sie zu sich herunter, zupfte an ihrem Kapuzencape herum, damit ihre Flügel so gut wie möglich verdeckt blieben, rückte ihr Haar so zurecht, dass niemandem ihre Ohren auffallen könnten, dann machte sie sich, wie geheissen, auf den Weg zum Haupteingang. Sie behielt ein sehr langsames Schrittempo, damit jeder sie überholen konnte, wenn er wollte.
    Die Gefahr stank förmlich, aber diesmal musste es sein.