Bioshock

  • Bioshock



    Release: 2007
    Publisher: 2k Games
    Genre: First-Person Shooter / Horror
    Rated M for Mature
    (USK: keine Jugendfreigabe)


    „Welcome to Rapture“


    “Amazing“ – IGN
    “Absolutely amazing atmosphere and visual design“ – gamespot.com
    “Ganz großes Kino” – gameswelt.de


    Bioshock war, ohne zu übertreiben, das Spiel 2007 und eines der besten Games des letzten Jahrzehnts. Seit seinem Erscheinen vor 5 Jahren gab es so gut wie keinen neuen Shooter, der sich story-, gameplay- und präsentationstechnisch mit Bioshock gleichsetzen kann, weswegen es auch nicht überrascht, dass Bioshock durchwegs Bestwertungen von allen wichtigen Reviewseiten erhalten hat.
    2K Games hat mit diesem Spiel, das sich als „spiritueller“ Nachfolger von System Shock 1 & 2 versteht, ein Werk geschaffen, welches wohl noch für lange Zeit regelmäßig Topplätze in allen Popularitätsrankings absahnen wird.


    „Mmm, I’m ready for dream time, Mr.B“


    Die Story von Bioshock startet ungewohnt heftig – das Flugzeug des Protagonisten stürzt 1960 über dem offenen Atlantik ab und der Spieler ist gezwungen, sich an einen Leuchtturm mitten im Meer zu retten. Von dort aus erreicht er mit Hilfe einer automatisch gesteuerten Tauchkugel die Stadt „Rapture“, eine utopische Metropole tief unter der Wasseroberfläche, die von ihrem Schöpfer Andrew Ryan gebaut wurde, um den Regeln und der Kontrolle der restlichen Welt zu entgehen.
    Schnell stellt sich heraus, dass irgendetwas in der Unterwasserstadt mächtig schief gelaufen ist. Fast augenblicklich nach der Ankunft des namenlosen Hauptcharakters versucht eine grotesk entstellte Frau - ein sogenannter Splicer - in die Tauchkugel einzudringen, was ihr glücklicherweise nicht gelingt. Von da an erfüllt man nach Anweisung von Atlas, einem mysteriösen Mann, der nur über Funk zum Spieler spricht, Aufgaben und versucht, den Ursachen für den Niedergang von Rapture auf den Grund zu gehen.


    Obwohl das Ganze sehr explosiv losgeht, konzentriert sich die Story im Verlauf des Spiels deutlich mehr auf das Erzeugen von Spannung durch Ungewissheit, unheimliche Atmosphäre und Twists als durch regelmäßige Actioneinlagen. Der Spieler wird vergleichsweise lange im Unwissen über die genauen Motive der Figuren und seine eigene Rolle in der Geschichte von Rapture gelassen. Das führt jedoch keineswegs dazu, dass die Story lückenhaft oder lahm daherkommt. Die Storydialoge klären sehr gut auf und in jedem Level können zahlreiche Audiologs gefunden werden, in denen unterschiedliche Personen über die Zeit des Niedergangs und davor berichten, wodurch man die Handlung schlussendlich sehr gut nachvollziehen kann. Auch kleinere, eher nebensächlich erscheinende Dinge werden auf diese Weise gut erklärt. Diese Audiologs müssen zwar nicht eingesammelt werden, es ist aber als ein Muss anzusehen, wenn man das Spiel wirklich genießen will.


    Neben dem Handlungsverlauf und der Erzählweise sind es vor allem die Hauptfiguren, die der Story Tiefe verleihen. Die Charaktere verfügen alle über sehr unterschiedliche Persönlichkeitszüge und, obwohl man den meisten nie oder nur sehr kurz begegnet, wirken sie äußerst lebendig. Das tolle Voiceacting (auch in der deutschen Version) trägt seinen Teil dazu bei.
    Als kleines Beispiel hierfür Andrew Ryan, der zwar der Antagonist ist, aber überhaupt nicht dem üblichen bösen Gegner entspricht. Einerseits erscheint er größenwahnsinnig und von seinen utopischen Idealen so besessen, dass er bereit ist für deren Verwirklichung über Leichen zu gehen, andererseits sind seine Gründe durchaus verständlich und seine Reden wirken logisch und ehrlich.


    Fazit: Alles in Allem ist die Story in jedem Punkt überdurchschnittlich und überzeugt u.a. auch durch häufige philosophische Aspekte.


    „Plasmids changed everything. They destroyed our bodies, our minds; we couldn’t handle it.“


    Bioshocks Gameplay ist im Grunde eine Mischung aus Shooter und RPG.


    Dem Spieler stehen ein Schraubschlüssel als Nahkampfwaffe und 6 Schusswaffen (die natürlich alle an die zeitlichen Gegebenheiten angepasst wurden) zur Verfügung. Diese Waffen können wiederum an den „Alle Macht dem Volke“-Stationen geupgradet werden und verwenden jeweils drei unterschiedliche Arten von Munition, deren Effekt variiert. Durch das übliche Geballere kann man sich so, wenn man will, der zahlreichen Gegner entledigen. Soweit zum Shooter-Aspekt.


    Der deutlich wichtigere und interessantere Gameplayteil des Games kommt durch die Substanz „Adam“ zustande. Adam ist eine Droge, die es ermöglicht, die Gene einer Person zu verändern und ihr durch einspritzen von Plasmiden und Gentonika übermenschliche Fähigkeiten zu verleihen. Die unangenehme Nebenwirkung besteht darin, dass der Körper bei längerer Benutzung Mutationen ausbildet und der Verstand dem Wahnsinn verfällt – die Ursache für die Entstehung der adamsüchtigen Splicer.
    Der Spieler muss sich das Mittel besorgen um davon an Automaten, den „Gatherer’s Gardens“, Plasmide und Tonika zu kaufen, die ihn mit unterschiedlichen Kräften ausstatten. Während die Plasmide, wie z.B. die Telekinese, auf Kommando vom Spieler benutzt werden können, bewirken die Gentonika passive Veränderungen, wie z.B. erhöhte Widerstandskraft. Die Auswahl ist auf beiden Seiten groß genug, um den Wiederspielwert von Bioshock merklich anzuheben.
    Dummerweise ist die Beschaffung von Adam nicht ganz einfach. Um an die wertvolle Droge zu kommen, muss der Spieler Little Sisters, kleine Mädchen mit implantierten Schnecken, retten (gibt weniger Adam, dafür moralisch richtig) oder ausbeuten (gibt mehr Adam, aber die Little Sister stirbt). Neben der moralischen Schwierigkeit kommt hinzu, dass diese Mädchen von Big Daddys, dem inoffiziellen Markenzeichen von Bioshock, beschützt werden. Die Big Daddys stellen eine Art Mini-Bosskampf dar und sind bei weitem die schwierigsten normalen Gegner im Spiel.
    Die restlichen Feinde - mit Ausnahme der Bosskämpfe - sind leider kaum der Rede wert, da sich ihre Artenvielfalt auf 5 beschränkt und ihre KI eher mittelmäßig ausfällt, was die häufigen Kämpfe sehr einfach werden lässt, obwohl die Lebenspunkte der Gegner im Verlauf des Spiels zunehmen.


    Weitere erwähnenswerte Punkte sind die Möglichkeit Kameras und Security-Bots per Minispiel zu hacken, Gegner zu fotografieren um ihre Schwächen zu analysieren, Plasmide und Waffen in taktischen Kombinationen zu benutzen usw.


    Was Bugs angeht kommt Bioshock gut weg. Auf der Konsole kann es nach langer Spielzeit dazu kommen, dass das Spiel immer wieder mal ruckelt. Auf dem PC kann es mit der ungepatchten Version zu Soundproblemen kommen, aber ansonsten läuft die Software fehlerlos.


    Fazit: Das Gameplay lässt sich insgesamt wirklich sehen und besticht durch Abwechslung und eigene Ideen. Nur die etwas dumme KI ist ein kleiner letdown.


    „I can see the angels, dancing in the sky!“


    Die Grafik ist in Würde gealtert und Bioshock auch nach 5 Jahren noch ein Augenschmaus. Rapture, das komplett im Art-Deko-Stil der 50-er Jahre eingerichtet ist, überschwemmt den Spieler mit seiner Farbenprächtigkeit und seinem detailverliebten Leveldesign und braucht sich auch heute nicht vor anderen Games zu verstecken.


    Die einzelnen Gebiete im Spiel sind alle nach einem bestimmten Thema gestaltet, das erste Level z.B. ist ein Krankenhaus und dementsprechend mit verschiedenen Behandlungsräumen und vielen Werbeplakaten für Plasmide ausgestattet. Später im Spiel kommt man in einen Bereich, der als Erholungspark für die Einwohner gedacht war und ein bisschen an den Central Park in New York erinnert. Durch geschicktes Verwenden von Lichteffekten wird die düstere Stimmung in allen Bereichen aufrechterhalten.
    Generell sind die Level eher eng und erwecken zusammen mit dem Wissen, dass man sich tief unter der Meeresoberfläche befindet, ein klaustrophobisches Gefühl, was der bedrückten Atmosphäre weiter zugutekommt.
    Ganz besonders ins Auge stechen jedoch die großartigen Wassereffekte. Ganz egal ob es Wasser ist, welches durch ein Leck hineinströmt, eine Pfütze, ein kleiner Bach irgendwo im Level, oder der Ausblick ins Meer durch eines der vielen Fenster, das Design des Wassers ist den Entwicklern wirklich perfekt gelungen. Überhaupt lädt die Gestaltung dazu ein, ab und zu einfach stehen zu bleiben und die Umgebung zu betrachten.


    Im Bezug auf den Soundtrack verfährt Bioshock nach dem Prinzip „weniger ist mehr“. Das Spiel verzichtet auf durchgehende Musikstücke, stattdessen hört man an manchen Stellen ein Grammophon, welches nicht ausgestellt wurde, Splicer, die wirres Zeug murmeln oder wie wild in der Gegend herumschreien, Rohre die quitschen, das Rauschen von Wasser, welches durch ein Leck hereinfließt, die roboterartigen Stimmen der Verkaufsautomaten, das Singen der Little Sisters oder das Surren von Überwachungskameras.
    Genau diese Geräuscharmut ergänzt die graphische Darstellung perfekt und verstärkt das unheimliche Gefühl, welches den Spieler fast durchgehend beschleicht.


    Fazit: Die Präsentation des Spiels ist schlicht und ergreifend hervorragend und sucht ihresgleichen.


  • Erstmal gutes Review :)
    Leider wurde/werde ich mit der Bioshock Serie irgendwie nicht richtig warm,obwohl ich es eigentlich gerne würde. Hoffe das ändert sich mit dem 3. Teil,der mich vom Setting wirklich anspricht.

    Augen mit tiefen Rändern vom miesen Weed der Händler
    Weil das einzige, was gleich bleibt, ist, dass sich nie was ändert
    Wieder schlendern an den Läden vorbei
    Verschwende deine Jugend, alles dreht sich im Kreis

  • BioShock - das Spiel, das mich wieder zum Computerspielen allgemein gebracht hat <3
    Ehrlich: Ich habe es mir vor einigen Monaten gekauft, weil mein Mitbewohner es mir empfohlen hatte, und war regelrecht begeistert, obwohl ich vorher nie Egoshooter gespielt hatte. Es hat mir Spaß gemacht, die Atmosphäre war toll und die Story funktioniert einfach. Ich habe es sehr genossen, Rapture zu erforschen und mehr über die Geschichte herauszufinden. Sehr toll gemacht.
    Ein wenig Schade finde ich, dass selbst im Hard-Mode nach einer Weile das Spiel zu einfach ist, da man einfach mit den richtigen Waffen und Plasmiden so lächerlich viel Schaden macht, dass sämtliche normalen Gegner und selbst Big Daddys oftmals nicht dazu kommen, dem Etwas entgegen zu setzen.
    Aber generell ein unglaublich tolles und vor allem atmosphärisches Spiel.


    Und Little Sisters sind einfach nur... <3 So niedlich.