Ich kann mal aufzählen, was ich letztes Jahr an Alkohol getrunken hab. Ein paar Gläser Bourbon, also jetzt wirklich nicht viele, die Flasche ist so etwa halb leer und ich hab sie schon 2024 aufgemacht, vielleicht so 'ne halbe Flasche Rosé und ein Bier. Für jemanden, der Alkohol jetzt nicht abgeneigt ist nicht viel, würde ich behaupten.
Demnach dürfte mich die hier in den Raum geworfene Verdopplung der Alkoholpreise doch gar nicht so groß stören, oder? Oh doch. Und wie. Für den erwähnten Whisky hätte ich dann nämlich 40 Euro bezahlen dürfen, statt der 20 für die ich ihn gekauft habe. Und da war der noch im Angebot, Normalpreis wären dementsprechend 25 bzw. 50 Euro. So üppig hab ich's nämlich nicht, als dass ich einfach mal so 20 Euro verschenken kann. Klar, 20 Euro sind jetzt nicht soo viel, aber ich kann die halt auch einfach besser investieren.
Nicht besser wird's wenn ich daran denke, dass ich Alkohol auch sehr gerne für's kochen benutze. Anlässlich Weihnachten hab ich mir 'ne Flasche Portwein (9,99) gegönnt, wohlgemerkt wirklich ausschließlich zum kochen, und die Hälfte vom Inhalt ist dann halt am ersten Weihnachtsfeiertag in 'ner Sauce gelandet. Auch hier, die 10 Euro, die ich hätte mehr ausgeben müssen, wäre Alkohol doppelt so teuer, mögen nicht viel erscheinen, aber ich könnte davon z.B. eins meiner Magic-Decks aufrüsten (ich brauch' noch zwei Fallen Shinobi für mein Ninja-Deck und 'n zusätzliches Dark Ritual würde sich auch gut drin machen, vorausgesetzt ich würde ein günstiges Angebot finden, womit die 10 Euro dann schon weg wären). Und ich habe bewusst hemmungslos überteuerte Pappe als Beispiel gewählt, denn selbst für die gebe ich wesentlich lieber Geld aus, als für 'ne mehr als fragwürdige Maßnahme um Alkohlkonsum einzudämmen.
Denn wer wirklich alkoholabhängig ist, der wird auch bei doppelt so hohen Preisen Mittel und Wege finden seiner Sucht nachzugehen. Sei es, dass er an anderer Stelle spart, in die Beschaffungskriminalität abrutscht oder zu billigerem oder gleich schwarzgebranntem Fusel wechselt.