Creepy Pasta Topic - Mit Voting zu euren TOP 10 Geschichten

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  • Hallöchen erstmal,


    Zu Strangeled Red:
    Tut mir leid, dass ich diese CP wieder hervorhole aber ich verstehe nicht ganz:
    Wieso will Steven seine Miki erdrosseln? Ich meine er hat sie doch so gern gehabt,
    dann ist sie gestorben und er hat getrauert. Danach erdrosselt er sie?

  • Hydra :


    Steven wollte seine Miki nicht erdrosseln, und er hat es auch nicht getan. Als er mit Mike tauschte, gab es eine Fehlfunktion, und Miki starb bei dem Tausch. Der Verlust hat dann Steven später wahnsinnig gemacht und ihn dazu getrieben, einen Handel mit Missingno. einzugehen. Später beschloss er dann, sich und Mike deswegen umzubringen. Glaube ich zumindest.


    Yrs sincerely
    Tungsten.

    No time to search the world around
    'Cause you know where I'll be found
    When I come around
    When I come around, yeah

  • Perfect




    [tabmenu]


    [tab=X]


    [tab=Story Info]
    Felino wollte einfach nur perfekt sein...
    Altersfreigabe ab 14.


    [tab=Übersetzte Version von Sterling]
    Perfect
    (Perfekt)


    Ich blinzelte mit den Augen und versuchte zu lesen, was mir der Bildschirm mitteilen wollte. All diese vermischten Farben waren so verwirrend und ich hatte bis jetzt kaum gelernt, wie man diese merkwürdigen Zeilen richtig las. Ich konzentrierte mich und probierte, mich an die Buchstaben, die ich in der Schule gelernt hatte, zu erinnern und daran, wie man sie betonte. "W... Waaaa... Watle?", murmelte ich, ohne wirklich zu verstehen, was das Wort bedeutete, oder ob ich es richtig gemacht hatte. "Wie kann man denn Mark mit Watle verwechseln?" Mein großer Bruder schnappte sich den DS aus meinen Händen. Offensichtlich hatte ich das Wort nicht richtig kapiert.


    "Warum schaust du dir überhaupt meinen Trainerpass an?"
    Ich öffnete meinen Mund, ohne wirklich über eine Antwort nachgedacht zu haben, ich wollte auch nur schlau dastehen, doch er kam mir sowieso zuvor. "Wie auch immer." Er fingerte an dem DS herum und drückte Knöpfe in einem mysteriösen Muster, bei der ich mir nicht vorstellen konnte, es jemals zu perfektionieren. Nach einer Minute gab er ihn mir zurück. Eifrig ergriff ich das Spiel. Der Charakter stand wieder einmal in der Mitte des Erdweges, bereit, um zu kämpfen. Ich war erleichtert, weil ich nicht genau wusste, wie man aus diesem "Trainerpass" herauskam, wie mein Bruder es getan hatte.


    "Geh bloß sicher, dass du nichts kaputtmachst, Dummkopf." Ich schnappte schockiert nach Luft. Er hatte das D-Wort gesagt. "Das darfst du nicht sa–" "Mommy und Daddy sind nicht hier, sie können mich auf dem ganzen Weg zum Supermarkt nicht hören. Ich kann alles sagen, was ich will." Er verspottete mich, ehe er sein Spiel auf dem DSi wieder aufnahm. Ich machte wegen seines unverbesserlichen Benehmens ein finsteres Gesicht und richtete dann stattdessen meine Aufmerksamkeit wieder auf mein Spiel, oder, um genauer zu sein, auf seines. Ich durfte bis jetzt noch kein eigenes Videospiel haben, weil ich kaum lesen konnte.


    Ich schob alle anderen Gedanken beiseite und begann, in dem Grasfeld, das mir am nächsten war, herumzulaufen. Ich begann darüber nachzudenken, dass dieses "HeartGold"-Spiel so viel Spaß machte, auch wenn ich nicht verstand, was alle sagten. Gerade, als ich überlegte, wie ich meine Eltern überreden konnte, mir mein eigenes Spiel zu kaufen, blitzte der Bildschirm auf und ein Kampf begann.


    Das Pokémon, das auf der anderen Seite des Schirms auftauchte, sah unglaublich süß aus, außerdem war es pink, meine Lieblingsfarbe. Es funkelte und mir entwich ein Quieken. "Ich habe ein Fellini gefunden!" Mein Bruder seufzte und schüttelte seinen Kopf auf eine Art, die "Was soll ich nur mit dir machen?" zu sagen schien, und sprach dann: "Du Blödmann, es heißt Felino, nicht Fellini." "Ja, ja", schnappte ich und kehrte mit schimmernden Augen zum Kampfgeschehen zurück.


    Ich hatte ein hässliches Rattending unter meiner Kontrolle, das die Zahl 10 hatte. Das pinkfarbene Felino hatte die Zahl 6. Ich wählte das Wort, das mit "K" begann, weil ich zwar wusste, dass mich das angreifen lassen würde, aber nicht, wie man es aussprach. Alles klar, ich werde eine nicht sehr starke Attacke benutzen, um es schwach zu machen... Ich fühlte mich stolz, weil ich wenigstens ein kleines bisschen wusste, wie man das Spiel bediente. Ich klickte auf "Kratzer", da ich dachte, dass das nicht stark wäre, und ich es tatsächlich lesen konnte.


    "Ratti setzt Kratzer ein!" Es attackierte das pinkfarbene Felino. "Volltreffer!" Ich wusste nicht, was dieser Begriff bedeutete, aber ich keuchte, als die Leiste des Felinos bei Rot war. Ich wusste, dass das bedeutete, dass es dabei war, zu sterben. Es griff die Ratte mit Aquaknarre an, was ihr nicht sonderlich wehtat. Ich berührte die Taschen-Option und besah mir die Auswahl, ehe ich das Bild mit dem roten und weißen Ball fand. Ich wählte ihn und warf ihn auf das Felino.


    Wackel, wackel, wackel... Vor lauter Erwartung lief Schweiß meine Stirn hinunter. Klick! Ich sprang vor Freude auf, als ich sah, dass ich erfolgreich mein pinkfarbenes Felino gefangen hatte. Ich begann, meine Füße zu bewegen und mit den Armen zu wackeln und führte für mich allein einen kleinen Tanz auf, den ich erfand, während ich weitermachte. Ich hörte nur auf, als ich den DS fallenließ und fing ihn im letzten Moment auf, bevor er auf den Boden prallte. "Hey, pass auf! Ich sagte, du sollst vorsichtig sein damit. Mann, du bist manchmal so blöde", nörgelte mein Bruder. "Okay, tut mir leid. Ich bin nur so glücklich, weil ich ein pinkes Fellini gefangen habe", entgegnete ich. "Es heißt Felino, Dummk– Warte, ein Pinkfarbenes? Die müssen blau sein, nicht pink! Gib mir das." Er streckte sich aus und entriss mir das Spiel wieder einmal, bevor ich reagieren konnte.


    Seine Augen wurden groß, als er das Spiel anstarrte. "Woah, du hast echt ein Schillerndes gefangen!" "Ja, es hat gefunkelt, als ich es gefunden habe... Ich will es Shelly nennen!" Letzteres brüllte ich zu ihm, obwohl er mich deutlich genug hören konnte. "Shelly? Das ist ein dämlicher Name, aber weil du es gefangen hast, ich schätze, nur dieses eine Mal... Außerdem kann ich ihn später ändern..." Er drückte noch mehr Knöpfe, und im Nu hatte ich das Spiel zurück.


    Ich grinste manisch, als ich die pinkfarbene Kreatur hinter dem Trainer stehen sah. Ich drückte auf A und redete mit ihr. Ein Herz ploppte über ihrem Kopf auf, und einige Worte erschienen. "Woah! Shelly hat dich plötzlich umarmt!" Ich verstand nur das Wort "umarmt", aber allein das ließ mich in einen Kicheranfall ausbrechen. "Sie ist so süß!", sagte ich laut zu mir selbst. "Wer? Oh, dieses Felino? Es ist ein Junge, weißt du", informierte mich mein Bruder, ohne von seinem Spiel aufzusehen.


    Auf der Stelle fror ich ein, mein Kichern erstarb rasch. "Es ist ein... Junge?" Mein Bruder nickte zur Antwort mechanisch, immer noch auf sein Spiel konzentriert. Ich sah wieder zu dem Felino und starrte es einen Moment lang bloß stumpfsinnig an. "...Iiiihhh! Das ist so eklig! Es ist ein Junge und es ist pink!" Mein Bruder schien mich einfach zu ignorieren. Ich klickte die grüne Schaltfläche mit dem Ball an und tauschte die Ratte anstelle von Shelly auf den ersten Platz.


    Ich war ausgesprochen enttäuscht, und mein Herz sank zusammen. Shelly war so niedlich, aber ich wollte es nicht, wenn es ein Junge war. Ich lief zurück in die Wiese und versuchte, ein anderes zu finden, das ich fangen konnte und das dieses Mal hoffentlich ein Mädchen sein würde. Der Bildschirm blitzte und ich kam wieder in einen Kampf. Nun erschien ein anderes Felino, doch es war nicht pink und funkelnd, sondern blau und violett. Hmm... Das hier sieht aus wie ein Junge... Also ist es wahrscheinlich einer! Meine Logik schien zu jener Zeit absolut fehlerfrei, also entschied ich mich dazu, dieses hier ebenfalls zu fangen.


    Ich ließ die hässliche Ratte wieder Kratzer einsetzen, was ihm nicht so sehr schmerzte wie das letzte Mal. Das Felino griff mit Rutenschlag an, was überhaupt nichts anrichtete, außer die Ratte eine andere Farbe annehmen zu lassen. Danach ging ich sofort zur Tasche und bewarf es mit einer weiteren roten und weißen Kugel. Wackel, wackel, wackel... Klick! Diesmal sprang oder tanzte ich nicht vor Freude, da der Sieg nicht mehr so glorreich war. Trotzdem freute ich mich ein bisschen.


    Ich händigte den DS meinem großen Bruder aus, der seinen DSi unwillig ablegte und ihn entgegennahm. "Ich habe noch ein Felino gefangen", ließ ich ihn wissen, "und sein Name ist, ähh..." Ich hatte noch nicht wirklich darüber nachgedacht, wie ich ihn nennen wollte. Mein Bruder unterbrach jedoch all meine Konzentrationsversuche. "Es ist ein Mädchen, kein Junge." Es dauerte einen Moment, bis mich die Worte erreichten, und als sie es taten, begann ich, vor Wut zu kochen. "Was?! Aber es sieht aus wie ein Junge! Es muss ein Junge sein!!" Mein Bruder drückte einige Knöpfe auf dem DS, ohne sich meiner offensichtlichen Unzufriedenheit bewusst zu sein. "Hier, ich habe es Shelly genannt, nur für dich. Nun nerv mich nicht noch einmal", teilte er mir streng mit, als er mir das Spiel zurückgab. Widerwillig nahm ich es.


    Die neue Shelly stand hinter dem Trainer und hüpfte glücklich herum. Ich sprach sie an und ein Herz erschien über ihrem Kopf, gemeinsam mit den gleichen Worten wie zuvor bei dem anderen Shelly. "Bäh, ich mag die Ratte lieber als dieses Ding." Ich tauschte die Ratte gegen die neue Shelly aus, glücklich, die zwei Dinger aus meinem Blickfeld zu haben.


    "Ein wildes Shelly erscheint!" Ein Pokémon, das ganz bestimmt nicht normal war, tauchte auf der anderen Seite des Bildschirms auf. Es sah aus, als hätte jemand unterschiedliche Körperteile eines normalen und eines pinkfarbenen Felinos auseinandergerissen und sie mithilfe von Hautsträngen zusammengestückelt. Die Hälfte seines Kopfes schillerte, die andere war normal. Stücke seines eigenen Fleisches waren darumgeschlungen, um ihn zusammenzuhalten. Das gleiche galt für seinen Torso, seine Füße und seinen Schweif. Nicht zu erwähnen, dass es blutig war.


    "Schau! Wir sind alles, was du dir gewünscht hast!" Die Buchstaben waren in Blau und Pink, was es schwer machte, sie zu lesen. Das war aber egal, weil ich den Satz nicht verstand. Und das spielte sogar insofern noch weniger eine Rolle, dass ich zu beschäftigt damit war, wegen dem, was ich sah, in Panik zu geraten. Meine Finger zitterten und mein Kopf fing an zu schwitzen. Nach einem Moment reiner Panik erinnerte ich mich an den "Flucht"-Knopf und dass er mich aus einem Kampf fliehen lassen würde. Ich presste diese Schaltfläche, als ob mein Leben davon abhinge, und verbog dabei beinahe den Touchscreen. "Du liebst uns immer noch nicht...?" Ich raste durch den Text, ohne einen zweiten Blick darauf zu verschwenden.


    Es ging zurück zum Charakter in der Oberwelt, der mit der Ratte auf der Grasfläche stand. Ich atmete schwer, während das Bild von diesem Felino immer noch frisch in meinen Gedanken war. Mein Atem ließ den Bildschirm beschlagen, also wischte ich ihn automatisch ab. Ich konnte mich nicht konzentrieren, und alle meine Gedanken bestanden aus unkontrollierter Angst. Der DS fing an, aus meinen Händen zu gleiten, aber ich packte schnell fest zu.


    Ich beschloss, eine der Techniken zu verwenden, die ich mir für Notfälle wie diesen aufgespart hatte. Ich schloss meine Augen, verzog mein Gesicht und verbannte alles, was gerade passiert war, aus meinem Kopf. Unverzüglich dachte ich an niedliche Sachen wie Kätzchen, und Welpen, und dass ich eines Tages meinen eigenen Hund haben würde, und dass ich damit herumrennen würde, und an das Essen von Eiscreme, wie süß sie war und wie schnell sie mich an einem heißen Sommertag abkühlte; dass der Sommer schon vor der Tür stand, und wie viel ich schwimmen können würde... Nach ein paar Minuten von Gedanken wie diesen fühlte ich mich ein wenig besser. Vielleicht fühlte ich mich sogar gut genug, um die Augen wieder zu öffnen und das Spiel anzusehen. Ich öffnete vorsichtig mein Augenlid, auf der Hut davor, was ich sehen könnte.


    Das Felino aus dem vorhergehenden Kampf stand vor dem Charakter und hüpfte fröhlich. Hinter ihm lag die hässliche Ratte, ein blutiges, zerfetztes Durcheinander. Ihr Kopf war abgerissen und ihr Fell purpurrot und verfilzt. Sie zuckte und wand sich ein bisschen, konnte aber nicht aufstehen. Mein Herz begann wieder zu schlagen und mein Atem fuhr fort. Ich sprach das Felino an. "Schau! Wir haben diese hässliche Ratte für dich getötet!" Der Text war immer noch in Pink und Blau. Das einzige Wort, das wirklich zu meinem Verstand durchdrang, war "getötet", und dieses Wort machte mir Angst.


    Ich starrte bloß ausdruckslos den Bildschirm an, während Furcht durch meine Haut kroch. "... Du magst es nicht? Wir machen es besser!" Ich versuchte nicht einmal, diesen Satz zu verstehen, weil es mir sowieso nicht möglich gewesen wäre. Noch nie erlebte Erleichterung durchspülte mich, als das Bild schwarz wurde. Ich seufzte und wischte mir den Schweiß von der Stirn. Mein Herz blieb kurz stehen, als der Bildschirm des DS wieder zum Leben erwachte, weil ich gedacht hatte, er wäre ausgegangen.


    Ich erforschte den Bildschirm und entdeckte zunächst nichts Merkwürdiges, außer dem Zombie-Felino, das neben dem Charakter stand. Es sprang auf und ab und ein glückliches Symbol ploppte über seinem Kopf auf. Es ging in das Gras hinein, und der Charakter folgte ihm auf dem Fuß. Sie liefen einige Sekunden lang in Kreisen herum, ehe noch mehr Worte erschienen. "Wir haben alle Pokémon getötet! Keine nervigen Kämpfe mehr!" Da war dieses Wort wieder, "getötet". Ich bemerkte einige scharlachrote Flecken, und in einer Ecke befand sich ein Rattfratz. Versteckt im Gras, bewegungslos.


    Das Felino hüpfte einen Moment lang fröhlich herum und hielt dann an. "... Immer noch? Wir können es besser machen!" Das Bild wurde wieder schwarz, ging aber wieder an, bevor ich richtig reagieren konnte. Das Felino begann, davonzulaufen, und der Charakter folgte ihm. Nach ein paar Schritten trafen sie auf einen grünen Hut mit einem dunkelroten Fleck, der auf der Erde lag.


    Die beiden liefen weiter auf dem staubigen Weg und fanden noch mehr Hüte, Schuhe und sogar ein oder zwei menschliche Glieder. Schließlich erreichten sie die Grenzen von Viola City. "Auch keine Trainer mehr!" Es rannte in die Stadt und mein Charakter begleitete es. In der Stadt gab es einige Blutspritzer auf den Mauern und Gebäuden. Das Felino und der Charakter liefen in das orangefarbene Gebäude, der Ort, in dem man seine Pokémon heilen konnte. Das kümmerte mich wenig, da ich immer noch vor Grauen entsetzt davon war, was ich alles sah.


    Darin war niemand, nicht einmal die pinkfarbene Krankenschwester. Natürlich konnte man hier noch mehr Scharlachrot zur Atmosphäre hinzuzählen. "Kein Warten mehr, um deine Pokémon zu heilen... Du brauchst eigentlich gar keine Pokémon mehr!" Ich überprüfte die Pokémon des Charakters, natürlich waren sie alle weg. Ich verließ das Menü, und das Felino sprang heiter neben dem Trainer auf und ab, vielleicht ein bisschen zu enthusiastisch.


    Es rannte aus dem Gebäude hinaus, der Charakter hinterher. Sie liefen durch die Stadt zu dem blauen Laden, wo man Items kaufen konnte. Innendrin waren Regale und Gegenstände übereinandergeworfen. Wie durch einen ultimativen Glücksfall war der Typ, mit dem man sprach, um Items zu kaufen, noch am Leben. Durch ein Schubsen des Felinos wurde ich dazu aufgefordert, es zu tun. Zögernd bewegte ich den Charakter hinüber, um mit ihm zu reden, da mir mehr Sorgen machte, was passieren würde, falls ich es nicht tat.


    Er begrüßte mich nicht und führte mich stattdessen direkt zur Item-Auswahl. Alle waren umsonst. Ich wählte keines aus, weil nicht wirklich in der Stimmung für Shopping war. Ich verließ die Auswahl und das Felino begann wieder herumzuhüpfen. "Gratis-Items! Du brauchst kein Geld mehr!" Es rannte in Kreisen herum und flog dann praktisch zur Tür hinaus. Bevor sich der Charakter bewegen konnte, verblasste der Bildschirm ins Schwarze. Es dauerte einige Minuten, ehe er wieder anging.


    Als er es tat, stand der Charakter immer noch in dem Laden. Das Felino lief wieder hinein, sprang auf und ab und rannte wieder hinaus, diesmal mit dem Charakter im Schlepptau. Das komplette Chaos herrschte. Verschiedene Häuser und Wahrzeichen aus allen möglichen Gebieten des Spiels befanden sich zusammen in dieser einen Stadt. Überall waren sich beißende Farben und verglitchte Quadrate. Vermischte und zusammengeschweißte Materialien machten es schwer, eine Oberfläche von der anderen zu unterscheiden.


    "Alles befindet sich an einem Ort! Es ist nicht mehr nötig, herumzulaufen!" Das Felino rannte kreisförmig um den Charakter herum, stoppte dann abrupt, während ein Ausrufezeichen über seinem Kopf erschien. Das Bild wurde wieder einmal schwarz, kam aber umso schneller zurück. Dieses Mal war dort nur noch Dunkelheit, der Charakter und das Felino waren die einzigen sichtbaren Dinge.


    "Hier ist nichts! Du musst dir um gar nichts mehr Sorgen machen!" Es sprang auf und ab, mit einem glücklichen Symbol. "Perfekt!" Es rannte um den Charakter herum, drehte sich, hüpfte. Meine Hände zitterten und der DS tat es auch. Meine Gedanken begannen langsam, sich wieder zu verbinden, und ich war in der Lage, mich deutlicher zu konzentrieren. Endlich schaffte es mein Gehirn, alles zu verarbeiten, was gerade passierte. Im selben Moment rollte eine warme Träne über meine Wange und ich fing an zu schniefen.


    Das Felino beendete seinen fröhlichen kleinen Tanz und drehte sich zum Charakter um. "... Du liebst uns immer noch nicht?" Ich kümmerte mich nicht darum, was es sagte, da noch mehr Tränen mein Gesicht hinunterzulaufen begannen. Einige Momente später weinte ich hemmungslos. Kurzerhand wurde mir der DS entrissen. Mein großer Bruder sah auf mich hinab mit einem sorgenvollen Gesichtsausdruck. "Was ist passiert? Warum zur Hölle weinst du?" Ich versuchte zu antworten, doch meine Worte kamen bloß als Schluchzer heraus.


    Er grunzte und wandte seine Aufmerksamkeit seinem DS zu, demjenigen, mit dem ich gespielt hatte. Er drückte auf den Power-Knopf, da er offensichtlich ausgegangen war. Er hantierte ein paar Minuten lang damit herum und schaltete ihn dann, mit einem Achselzucken, wieder aus. "Ich weiß nicht, was du getan hast, aber du hörst besser damit auf, alles vollzuheulen, bevor Mom und Dad nach Hause kommen. Ich will nicht für etwas, das ich nicht getan habe, Ärger bekommen." Er ging zurück zu seinem DSi und ließ mich, ein schluchzendes Häufchen Elend, allein auf dem Boden.


    Nach einer Weile konnte ich die Kontrolle über mich selbst größtenteils zurückgewinnen. Ich schniefte immer noch ein bisschen, fühlte mich aber alles in allem besser. Schließlich kehrten unsere Eltern vom Supermarkt zurück. Ich denke nicht, dass ich mich in meinem ganzen Leben jemals so gefreut hatte, sie zu sehen. Ich rannte zu ihnen hinüber und gab ihnen eine dicke Umarmung. "Woah, hätte nicht gedacht, dass du so begeistert wärst, uns zu sehen!" Mein Dad lachte. "Hey, wir haben dir etwas mitgebracht", neckte mich meine Mom.


    Meine Ohren spitzten sich augenblicklich. Ich brauchte etwas, um mich aufzuheitern, nach dem, was gerade passiert war. "Du sagst schon seit einer Weile, dass du ein eigenes Videospiel haben möchtest, also..." Mein Dad fiel ein. "Wir haben dir das hier gekauft!" Meine Mom langte in die Tüte vom Supermarkt. Ich sprang auf und ab und konnte es kaum erwarten zu sehen, welches Geschenk ich bekommen würde. Dramatisch zog sie etwas, was auch immer es war, heraus, und es war...


    Pokémon HeartGold.


    Ich schrie meine Lungen hinaus und floh aus der Küche. Ich rannte in mein Zimmer und knallte die Tür zu, was zur Folge hatte, dass ein Bild im Flur hinunterfiel und zerbrach. Meine Eltern starrten mir komplett fassungslos hinterher. "Na, das lief ja gut...", murmelte mein Vater. "Vielleicht war sie so aufgeregt, dass sie damit nicht fertigwurde...?", bot meine Mutter schwach an.


    ---


    Im Wohnzimmer brach ich in einen Lachanfall aus, nachdem ich die ganze Szene beobachtet hatte. "Ha, sieht aus wie ein Extraspiel für mich." Ich sprach zu niemand Besonderem außer mir selbst. Ich streckte mich nach meinem eigenen DS aus und fühlte mich ein bisschen dankbar, dass meine Schwester ihr "HeartGold" anscheinend nicht wollte, da sie dafür meinen DS benötigt hätte und ich nicht wollte, dass sie ihn kaputtmachte. Ich begann, mein eigenes "HeartGold" zu spielen, um gründlich zu untersuchen, ob sie nichts durcheinandergebracht hatte.


    Nachdem es aufgestartet war, hüpfte ein pinkfarbenes Felino verspielt hinter meinem Pokémon-Trainer. "Oh, dieses Shelly-Dings, ich werde mich später damit herumschlagen...", brummte ich zu mir selbst. Ich tauschte Shelly Nummer eins gegen mein Rattikarl, doch als es zurück zur Oberwelt ging, stand Shelly Nummer zwei hinter meinem Trainer. Ein bisschen verwirrt und sehr irritiert wechselte ich Shelly Nummer zwei und mein Rattikarl aus. Dieses Mal funktionierte es endlich.


    Ich fing an, die Route hinunterzulaufen, doch eine Textbox hielt mich mittendrin auf. "Shelly ist weggerannt! Shelly ist weggerannt!" "Hey, was soll das?!" Ich überprüfte meine Pokémon, beide Shellys fehlten. Ich seufzte frustriert, verließ das Menü und fuhr fort, die Straße hinabzugehen. Aus Versehen betrat ich ein Feld von Hohem Gras und der Bildschirm blitzte auf.


    Ein Kampf begann.


    Übersetzt von Sterling


    Quelle: Creepy Pasta Wikia


    [tab=Bilder]
    http://images3.wikia.nocookie.…kemonfromhell-d3iz86x.png
    Die zwei Shelly's


    [tab=Eigene Meinung]
    Eins hab ich nicht kapiert...der Hauptcharakter kann kaum lesen, aber wieso weiß er am Ende dann alles, was Shelly gesagt hat? Hääh?


    [/tabmenu]

    Seht euch doch mal im Creepy Pasta Topic um. Bitte beachtet auch die dort aufgelistete FAQ!
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    3DS-Freundescode: 1118-1467-2423 (bitte PN mit Code, wenn ihr mich addet).

  • Zu Perfect


    WTF?!
    Was soll das? Zuerst kann sie nicht lesen, dann erinnert sie sich aber an jeden Wortlaut oder wie? Auch ist das irgendwie... ich weiß nicht... Klischee? Nein... mir fehlt dazu ein Wort... aber mir gefällt diese Creepy Pasta nicht! Bietet NULL Neues, hat wiedermal so eine komische Zombiekreatur intus und ach, was weiß ich...


    Danke aber fürs Übersetzen!

  • Perfect
    Hmm, was soll ich dazu sagen?
    Ich finde, das mit dem Zombie-Pokemon ist schon zu klischeehaft, davon haben wir genug Storys... Aber das das Felino alles „einfacher “ machen will, finde ich irgendwie interessant :D


    Rapidash
    Ich weiß jetzt nicht wirklich was du meinst, aber ich denke, du meinst die letzten beiden Abschnitte oder? Also in den letzten Abschnitten redet ja der Bruder. Sorry, falls du was andres meist :'D


    LG Lamunka~

    It's how you hide your cards It's how you dress your scars And let them breathe free
    Life, fantastic... Life, so tragic... Life, fantastic...

  • Curse



    Heute gibt es zur Abwechslung mal wieder eine originelle Pasta. Langes Ding, deswegen hab ich für die Übersetzung ein paar Tage gebraucht. Zum Glück ist heute Rosenmontag und da habe ich frei (arbeite in Mainz) und konnte sie fertig machen. Viel Spaß damit.


    [tabmenu]


    [tab=X]


    [tab=Story Info]
    Wir alle kennen die Attacke Fluch, nicht? Aber wie funktioniert sie eigentlich?
    Altersfreigabe ab 12.


    [tab=Übersetzte Version von Hikari17]
    Curse
    (Fluch)


    Wind rauschte duch Kari's Haar, während sie sie den Nacken ihres Dragoran's umschlang. Ihr Magen flatterte vor Aufregung, als sie auf das Plateau hinabstiegen. Hier war es: Die Indigo-Liga in Johto. Nach einer langen, anstrengenden Reise voller knappen Siege, beschämender Niederlagen und nachdem sie irgendwann alle acht Johto-Arenaorden durch Blut, Tränen und Schweiß errungen hatte, war sie endlich hier. Mit Dragoran an ihrer Seite könnte sie niemand davon abhalten, dieses Jahr als der neue Champion gekrönt zu werden.


    „Bist du müde?“, rief sie ihrem Partner zu. Das Pokémon grinste und antwortete mit einem unerwarteten Sturzflug und sie kicherte, auch wenn ihr Magen einen Ruck durchlief auf Grund der unerwarteten Bewegung. „Dachte ich mir. Ich dachte mir, wir sollten einen Trainer für einen Übungskampf finden, nur um zu sehen, wo wir verglichen mit anderen Leuten stehen. Was meinst du?“


    „Ich bin dabei.“, antwortete der Drache und machte einen weiteren Schwung nach unten. Er war voller Energie wegen des Gedanken an einen Kampf. Kari lächelte für sich selbst. Sie hatte schon herausgefunden, dass sie ein Trainer hätte sein müssen, selbst wenn sie nicht daran interessiert gewesen wäre. Er konnte es nie ausstehen, bloß ein Haustier zu sein.


    Dragoran wandelte seinen Flug in ein gekonntes, niedriges, faules Schweben über dem Boden ab und Kari starrte die Trainer an. Sie versuchte, einen geeigneten Gegner zu finden. Sie ignorierte diejenigen, die bloß miteinander quatschen. Wenn sie den ganzen Weg hierherkamen, bloß um miteinander zu reden anstatt ihre Zeit zum Training zu nutzen waren sie wahrscheinlich nur gewöhnliche Trainer und somit in der schwächeren Hälfte. Ein paar kämpften gegeneinander, aber wenn sie neben einem Kampf landen und zusehen würde, bis er vorbei war, würde es aussehen, als würde sie versuchen, deren Kampfstil und Strategie für das Turnier auszuspähen. Ein paar andere diskutierten Strategien mit ihren Pokémon oder übten alleine Attacken und diese waren es, die sie jetzt beobachte.


    „Dieser Kerl.“, sagte sie endlich. „Blond, auf zehn Uhr. Mit dem Scherox. Lass uns rausfinden, ob er gut ist.“


    Ihr Pokémon nickte und näherte sich dem Trainer, den sie kenntlich gemacht hatte. Er landete eine sichere Distanz weit weg, viele Leute erschreckten sich, wenn sie zu nah landeten. Das Scherox des Jungen war dabei, meisterhaft einen Felsen mit seinen metallenen Klauen in Stücke zu zu zerlegen und schenkte ihnen keine Aufmerksamkeit, während sein Trainer ihm ein wenig unhörbaren Rat gab.


    Kari schlitterte von dem Rücken des Dragoran. Der Trainer drehte sich um und sah sie an, als sie auf ihn zuliefen.


    „Hey.“, rief sie und hob eine Hand zum Gruß. „Ich bin gerade hier angekommen und möchte rausfinden, wie gut ich bin. Wie wärs mit einem schnellen Eins-gegen-Eins? Dein stärkstes gegen mein stärkstes?“ Sie zeigte mit dem Daumen über ihre Schulter, um ihr Pokémon kenntlich zu machen, während sie schnell ihren Gegner in Augenschein nahm. Er war eher klein, dünn und blass und sah kränklich aus, aber seine hellblauen Augen blitzten mit demselben Selbstvertrauen, das sie in seiner Haltung gesehen hatte, die sie dazu gebracht hatte, ihn herauszufordern. Sein Scherox sah desinteressiert auf, als der Junge seinen Kopf ein wenig schief stellte.


    „Ein Dragoran?“, fragte er. „Beeindruckt. Wo hast du es her?“


    Kari grinste. „Mein Großvater ist einer der Ältesten in der Drachenhöhle in Ebenholz City. Er gab ihn mir als Dratini, als ich noch ein Kind war. Also was hast du, was zu ihm passt? Scherox?“


    Der Junge fingerte einen Pokéball aus seinem Gürtel, während er das Käfer-Pokémon anstarrte. „Oh nein.“, antwortete er. „Scherox ist nicht mein stärkstes. Darum brauchte es Training.“ Er wandte seinen Blick wieder ihr zu und lächelte. „Okay, du bist dran. Eins gegen eins.“


    Dragoran trat vor Kari, nickte ihr schnell zu und grinste, bevor er sich umdrehte um seinem Gegner entgegenzutreten. Der andere Trainer löste den Ball, den er aus seinem Gürtel gefingert hatte, drehte ihn ein paarmal in seiner Handfläche und rief dann: „Los, Relaxo!“


    Kari hob die Augenbrauen, als der Pokéball, den er warf, einen riesigen Klecks von weißem Licht freisetzte. Sie nahm an, dass der Junge ziemlich gut war. Nicht viele Leute hatten ein Relaxo und außerdem passte er einfach nicht zu so einem schmalen, dürren Trainer. Aber auch wenn es unerwartet war, für Dragoran war es kein Problem. Er blieb groß und standhaft als das Licht die Form von Relaxo's enormen, runden Bauch und zwei stoppeligen Füßen annahm. Kari hatte keine Zweifel, dass er gewinnen könnte.


    „Okay, Dragoran, lass uns diesen Kampf mit einem Bodyguard beginnen.“, sagte sie und studierte das Gesicht des anderen Trainers, als sie den Befehl gab. Er wirkte immer noch ruhig, zuversichtlich und selbstbewusst. Sie fragte sich, wie lange das anhalten würde.


    „Relaxo, Fluch!“


    Dragoran hob vom Boden ab und formte eine durchscheinende, weiße, schützende Sphäre um sich, während er das andere Pokémon sorgfältig beobachte. Kari konnte den Kopf des Relaxo nicht sehen, aber sie konnte seine schwere, tiefe Stimme murmeln hören, als würde es schlafen. Fluch – war das nicht die Attacke, die Jens' Geist-Pokémon benutzt hatten? Sie schauderte, als sie sich erinnerte. Dratini war in ihren beiden Herausforderungen von den entsetzlichen, unsichtbaren Schemen niedergestreckt worden, die die Geist-Pokémon mit der Opferung ihren eigenen Stärke erstellt hatten. Sie konnte in seinen Augen sehen, dass er das selbe annahm, aber er schauderte und zitterte nicht wie damals – tatsächlich, ein kurzer Blick und ein schnelles Nicken bewiesen, dass er keinerlei Effekte spürte. Sehr wahrscheinlich hatte der Bodyguard es abgeblockt.


    „Dragoran, Wutanfall.“, sagte sie behutsam und beobachte den Jungen. Er sah nicht wie jemand aus, dessen Attacke gerade fehlgeschlagen war. Pokerface? Oder übersah sie etwas?


    „Nochmal Fluch.“, befahl der Trainer und Kari sah scharf auf Dragoran – alarmiert – als sein Körper mit blauen Flammen umgeben wurde. Sie übersah auf jeden Fall etwas. Dieser Kerl war nicht dumm genug, um eine Attacke nochmals zu versuchen, die gerade fehlgeschlagen war.


    „Warte, Dragoran.“, begann sie, obwohl sie wusste, dass er sie an diesem Punkt nicht mehr hören oder verstehen konnte. Sein Gesicht verzerrte sich in fabrizierte Wut und dann tauchte er schwungvoll auf das Relaxo zu und rammte seinen Körper in seinen gigantischen Bauch, der ihn wie ein Trampolin zurückspringen ließ. Das Relaxo fuhr damit fort zu murmeln, als hätte es die Attacke gar nicht bemerkt.


    Dragoran zeigte immer noch keine Anzeichen, von der Fluch-Attacke verletzt worden zu sein. Sobald er die Kontrolle über seinen Flug zurück hatte, stürzte er in einer präziseren Art und Weise herunter und zielte mit der Attacke auf Relaxo's Kopf. Diesesmal gab es eine Reaktion. Ein irritiertes Grunzen, als der Drache traf, aber mehr nicht. Als das Dragoran zurückflog, gab der Trainer einen weiteren Befehl:


    „Ein weiterer Fluch!“


    Dragoran wurde immer noch nicht davon beeinflusst, wie es aussah. Dann musste es Relaxo selbst beeinflussen, auf den einen oder anderen Weg, da der Junge damit fortfuhr, es zu benutzen. Und wenn es so mächtige Attacken so leicht abschüttelte, schien es klar zu sein, dass es seine Verteidigungs-Fähigkeiten verstärkte. Sie war verwirrt davon, wie diese Attacke das jetzt tun konnte und etwas ganz anderes, wenn Jens sie benutzte, aber es gab eine Schlussfolgerung, die sie daraus ziehen konnte. Es war das Beste Attacken zu benutzen, die das umgehen konnten.


    „Dragoran.“, rief sie, als ihr Pokémon das letzte Mal in Relaxo krachte und die Drachenflammen um seinen Körper verschwanden. „Benutz eine Drachenwut!“


    Er brauchte einen Moment, um sich nach dem Wutanfall zu orientierten, aber der Bodyguard wehrte erfolgreich die schlimmsten Folgen ab. Als Relaxo das dritte mal damit begann zu murmeln, holte Dragoran tief Luft und spie es als einen blau-grünen Feuerball aus, der den Körper des Normal-Typs für ein paar angespannten Sekunden einhüllte. Kari hörte das Relaxo vor Schmerz aufstöhnen und grinste triumphierend, als sie den Jungen ansah. War er waghalsig genug, mit einer Konterstrategie aufzufahren?


    „Relaxo, Bodyslam.“


    Nichts passiert für ein paar Sekunden. Kari ergriff die Gelegenheit und rief: „Noch eine Drachenwut!“


    Als Dragoran seine vorige Attacke vorbereitete, griffen Relaxo's Arme auf beiden Seiten seines Körpers langsam nach unten und auf wundersame Weise schaffte Relaxo es, sich in eine sitzende Position zu manövrieren. Dies erlaubte Kari sein ausdrucksloses Gesicht zu sehen, einen kurzen Moment bevor es mit einer zweiten Runde von Drachenfeuer getroffen wurde. Es grunzte nochmals, aber in einer distanzierten Art, als würde es den Schmerz kaum bemerken. Dann lehnte es sich vor, brachte irgendwie seine Beine unter sich und stand auf, unregelmäßig schwankend.


    Eine Idee ploppte in ihrem Kopf auf und sie konnte sich die Gelegenheit, dies zu versuchen, nicht entgehenlassen. „Dragoran, hau es mit einem Turbotempo um!“, rief sie schnell und ihr Pokémon wurde zu einem dunkel gefärbten Klecks, als er direkt auf Relaxo's Körper zuhielt-


    Er ließ einen überraschten Schmerzenslaut ertönen, als er gegen den nicht mehr weichen Bauch des Relaxo krachte, das sich überhaupt nicht rührte. Dann ließ sich das Relaxo nach vorne fallen und begrub Dragoran unter seinem Gewicht. Er konnte nur kurz winseln, bevor er bewegungslos liegenblieb.


    Kari starrte es entsetzt an. Sie war so verblüfft, dass sie eine Sekunde brauchte, um den Pokéball herauszuholen und ihn unter Relaxo's massivem Körper herauszuholen. Dieses Ding konnte Dragoran nicht einfach in einem elenden Zug erledigt haben. Sie sah schlaff zu dem anderen Trainer, der verschmitzt lächelte, während er sein eigenes Pokémon zurückrief.


    „Guter Kampf.“, sagte er und sie konnte den Gedanken nicht abschütteln, dass er sie subtil verspottete.


    „Diese Attacke. Fluch.“ Kari sah weg und zwinkerte rasch um die Tränen zurückzuhalten, die gefährlich nahe daran waren, sich in ihren Augen zu formen. „Wie funktioniert sie?“


    „Sie opfert Initiative um Angriff und Verteidigung zu erhöhen.“, antwortete der Junge. „Sie ist ziemlich cool. Ich hab eine TM übrig, wenn du magst.“


    Kari sah ihn an. Er lächelte und auch wenn ihre elenden Verlierer-Instinkte immer noch glauben wollten, dass er ein wertloser Idiot war, schien er wirklich helfen zu wollen.


    „Ich glaube, dein Dragoran könnte sie gut benutzen.“, fuhr er fort. „Es kennt Turbotempo, stimmts? Also wenn es mal schnell zuschlagen muss, kann es das immer noch. Und Dragoran können gut mit physischen Attacken umgehen.“


    Kari nickte langsam. Auch wenn sie schnelle Pokémon mochte und normalerweise nicht darüber nachdenken würde, Initiative zu opfern, hatte er Recht. Dragoran konnte immer noch als erster zuschlagen mit der einzigartigen Attacke, die der Älteste ihm beigebracht hatte. Das Beste dabei, niemand würde es erwarten, da Dragoran normalerweise nicht Turbotempo kannten. Es wäre genau das Richtige, um ihr Team auf Gleichstand zu bringen, wirklich, nachdem sie schockiert herausgefunden hatte, dass die Trainer hier stärker waren als sie dachte.


    „Nun, ich möchte nicht diejenige sein, die deine letzte TM nimmt.“, sagte sie, da sie nicht verzweifelt oder gierig aussehen wollte.


    „Nein wirklich, du kannst sie haben.“, sagte der Junge und lief schnell zu einem grünen Rücksack, der an einen nahen Felsen gelehnt war. Er durchwühlte ihn ein paar Sekunden, bevor er eine CD herauszog und zu ihr herübereilte, um sie ihr mit einem Lächeln zu präsentieren.


    Sie nahm sie. Beide, die Hülle und die CD waren leer, was seltsam für eine TM war. Allerdings hatte sie nie vorher von dieser TM gehört, also war es vielleicht bloß eine Art Beta-Version. „Danke.“, sagte sie. „Vielen Dank.“


    „Ich freue mich, dass ich helfen konnte.“, antwortete der Junge, bevor er sich umdrehte und zurück zu seinem Scherox lief, das immer noch neben den Felsen wartete.


    „Hey, warte.“, rief Kari und er stoppte und drehte sich zu ihr um. Sie wollte eigentlich fragen, woher er die TM bekommen hatte, aber dann entschied sie sich um, bevor die Worte ihren Mund erreichen konnte. „Ich erinner mich dran, dass Jens diese Attacke benutzt hat, aber damals funktionierte sie total anders. Warum ist das denn so?“


    „Oh, sie funktioniert anders bei Geist-Typen.“, antwortete der Junge.


    „Kari sah ihn entgeistert an. „Warum?“


    Der Trainer zuckte mit den Achseln, während er sich seinem Käfer-Pokémon zuwandte. „Keine Ahnung.“


    ______________________


    Kari wälzte sich zum x-ten Mal in ihrem Pokémon-Center-Bett herum. Die Erinnerung an Jens' fürchterlich starke, geisterhafte Pokémon und ihre gruseligen Attacken von dem heutigen katastrophalen Fehlschlag eines Kampfes waren noch in ihrem Kopf und hielten sie wach.


    „Ich frage mich, ob Geist-Pokémon die einzigen sind, die Fluch benutzen können.“, grübelte sie laut nach einer langen Weile.


    „Wahrscheinlich“, murmelte Dratini, der auf dem Boden aufgerollt war und die Augen geschlossen hatte. „Flüche auf den Gegner legen? Das ist eine ziemliche Geister-Sache. Ich weiß nicht, ob andere Pokémon so etwas tun können.“


    „Ich nehm's an.“ Kari machte eine Pause. „Aber was ist mit dem Teil, wo Gesundheit für Kraft geopfert wird? Jens hat es so ausgedrückt, als wäre genau das die Kraft, um es zu tun. Könnte man die Kraft dann nicht für etwas anderes nutzen, als den Gegner zu verfluchen?“


    „Geh schlafen.“, sagte Dratini erschöpft. „Wirst du je aufhören, über diese Attacke nachzudenken? Du überanalysierst es bloß, weil du einen Kampf verloren hast. Es ist nicht das Ende der Welt.“


    Kari seufzte. „Ich nehm an, nein. Tut mir leid. Gute Nacht, Dratini.


    „Nacht, Kari.“


    ______


    „Es tut mir leid.“, sagte Kari und streichelte Dragoran's Schnauze, als die Krankenschwester sie allein im Erholungsraum ließ. „Bist du okay?“


    „Jepp.“, antworte er schwer nach einer Sekunde Pause. „Nur müde und schwindlig. Ein wenig Schlaf und mir wird es gut gehen.“


    „Es ist diese Attacke, Fluch, ich weiß es.“, sagte sie. „Du bist danach immer etwas müde und erschöpft. Ich hätte es wissen sollen, dass es nicht weise war, sie zu oft in einem einzigen Kampf zu verwenden. Es tut mir leid.“


    „Es ist nicht dein Fehler.“


    „Nein wirklich. Ich hätte dich sie nie benutzen lassen dürfen. Du hast gesagt, dass du sie nicht wirklich mochtest, nachdem wir sie zum ersten mal ausprobiert hatten. Ich hätte auf dich hören sollen. Sie ist schlecht für dich, auch wenn sie dich aufpowert. Von jetzt an werden wir Fluch nicht mehr benutzen. Okay?“


    Dragoran lächelte und sie konnte sehen, dass er erleichtert war. „Danke.“, murmelte er.


    „Es tut mir leid, Dragoran. Wirklich. Du brauchst nicht irgendeine gruselige Stärkungs-Attacke, um stark zu sein. Wir werden trainieren und wir gewinnen dieses Ding ohne sie. Und ich finde diesen Jungen, der sie mir gegeben hat und sag ihm, dass er ebenfalls aufhören soll, sie zu nutzen.“ Sie holte tief Luft. „Ich liebe dich, Dragoran.“, sagte sie ruhig. „Ich möchte nicht mit einer Attacke gewinnen, die dich krank macht.“


    Das Pokémon liebkoste sie und schloss seine Augen. „Ich weiß.“, flüsterte er. „Es ist der Fehler von niemanden. Wir wussten bloß nicht, dass es so schlimm werden konnte. Das ist alles.“


    _____________


    Kari rannte in ihrem Zimmer herum, immer noch aufgeregt wegen der vorherigen Niederlage. „Also die Geister opfern ihre eigene Gesundheit um dieses Fluch-Ding zu benutzen und dann kriegst du einen Fluch ab, in dem unsichtbare Schemen dich angreifen?“


    Dratini nickte müde. Wahrscheinlich war er verärgert darüber, dass er sofort ausgefragt wurde, nachdem er aus dem Pokémon-Center entlassen wurde.


    „Wie funktioniert das? Jens' kleine Rede hat angedeutet, dass sie sich selbst verletzen um die Kraft zu sammeln, die sie brauchen, aber wie kriegen sie Kraft dadurch, dass sie sich verletzen? Ich hab noch nie davon gehört, dass Pokémon das schonmal getan hätten.“


    „Keine Ahnung.“, antwortete Dratini. „Aber es ist bloß eine Attacke. Wir können damit umgehen. Hör auf dich zu sorgen und lass es uns herausfinden.“


    „Na schön.“, Kari atmete tief durch. „Okay. Du hast recht. Es ist egal, wie sie funktioniert. Wir finden einfach einen Weg gegen Jens und dann müssen wir uns hoffentlich nie wieder wegen dieser blöden Attacke sorgen.“


    ________


    Kari fand den Jungen, der ihr die TM gegeben hatte, nie. Sie hatte ihm seit diesen Tag nicht mehr gesehen und niemand, den sie fragte, kannten seinen Namen oder wohin er gegangen war. Sie nahm an – oder hoffte -, dass er die unschönen Nebenwirkungen der Attacke bemerkt hatte und gegangen war, um sich um Relaxo zu kümmern.


    In der Zwischenzeit wurde Dragoran gesünder. Er brauchte mehrere Tage, um seine Motivation zurückzugewinnen, aber es passierte irgendwann. Innerhalb einer Woche war er wieder zu seinem alten, fröhlichen und energetischen Selbst zurückgekehrt.


    „Was war überhaupt mit dieser Attacke los?“, sagte Kari während einer Trainings-Session. „Ich meine, was murmelst du da vor dich hin, wenn du sie benutzt? Pokémon-Schimpfworte?“


    „Ich hab nicht wirklich eine Ahnung.“, antwortete Dragoran grübelnd. „Es ist bloß ein Teil der Attacke. Ich bin mir nicht sehr bewusst darüber, was es exakt ausmacht. Es ist wie beim Fliegen - es
    ist nicht so, als denk ich darüber nach, nur welche Muskeln ich einsetze.“


    „Häh. Sind alle TMs so?“


    „Mehr oder weniger.“ Dragoran atmete tief ein und traf einen nahen Felsen mit einem Feuerball. „Ich nehm an, ich könnte sie verwenden und versuchen diesmal auf die Worte zu achten.“


    „Auf keinen Fall. Wir werden diese Attacke nie wieder verwenden, weißt du noch?“


    Dragoran neigte seinen Kopf in Gedanken, während er mit der Pfote ausholte und den versengten Felsen mit einem zielgenauen Schlag in Stücke schlug. „Nun, in einem Notfall...“


    „Worüber redest du? Notfall oder nicht, ich werde dich keine Attacke benutzen lassen, die dich nachhaltig schädigt. Wenn das bedeutet, dass wir aus dem Turnier fliegen, soll es so sein.“


    „Du vergisst eine Sache.“, sagte Dragoran und sah in ihre Augen. „Ich möchte auch gewinnen. Es ist nicht so schlimm. Ich würde glücklich im Pokémon-Center liegen und zweimal so lang gegen die Decke starren, wenn das bedeutet, dass wir Champions sind. Natürlich lieber nicht, wenn wir ohne sie gewinnen können, aber wenn sie uns retten würde? Zögere nicht, sie zu nutzen. Ich werde sie ausführen.“


    „Ich nehm's an.“, sagte Kari, nicht sicher darüber, ob sie komplett überzeugt war. Sie straffte sich selbst und atmete tief durch. „Wahrscheinlich kommt es gar nicht dazu. Wir sind bis jetzt großartig gewesen. Ich glaube, der Relaxo-Junge muss weit über allen anderen gestanden haben. Ich bezweifle, dass wir sie brauchen.“


    Dragoran zuckte mit den Achseln und das Gespräch drehte sich um Kari's vorige Kämpfe und wie blöd das eine Kind gewesen war, Bisaflor gegen Magmar auszusenden.


    ___________


    „Guter Kampf.“, sagte Jens, als er sein Gengar zurückrief. Sein hämisches Lachen echote schaurigerweise noch für eine Sekunde durch den Raum, nachdem es verschwunden war.


    Kari nickte schlaff, sprachlos und hatte immer noch Magmar's Pokéball mit ihre Hand umklammert.


    „Geist-Pokémon haben viele Möglichkeiten, Gegner auf die eine oder andere Weise zu verfluchen oder sie im Kampf zu verkrüppeln oder zu schädigen.“, sagte Jens. „Die Attacke, die wir Fluch nennen ist eine besonders nützliche und vielseitige Möglichkeit, auch wenn durch das Sammeln der Energie ihr Nutzen einen Preis hat. Du bist nicht der erste Trainer, der versagt hat, das vorherzusehen.“


    Das einzige Wort dieser Rede, das in diesem Moment wirklich in Kari hängen blieb, war „versagt“. Sie hatte zuvor nie gegen einen Arenaleiter verloren. Sie waren vorhersehbare Typ-Spezialisten mit hoch-leveligen Pokemon, was die Schwächen aber auch nicht kompensierte - oder? War es nicht das, was sie immer sagte? Und nun hatte sie irgendwie gegen einen verloren.


    Sie sah weg, sagte Jens ein halbherziges Auf-Wiedersehen-und-ich-komme-wieder und rannte zum Pokémon-Center, ihr Gesicht glühte. Das nächste Mal würde sie gewinnen.


    __________


    Das war es. Endlich war sie hier im Hauptstadion, vor tausenden von Zuschauern und starrte ihren Gegner auf dem Kampffeld nieder, als die Statusbildschirme sein Simsala auskreuzten. Dragoran stand auf dem Boden auf Kari's Seite. Angeschlagen von der Psychokinese-Attacke, die ihn in die Wand gestoßen hatte, aber zufrieden und aufmerksam. Er war bereit, es mit dem letzten Hindernis aufzunehmen, das zwischen ihnen und der Meisterschaft stand.


    Dieses Hindernis war ein Despotar.


    Kari wusste, dass ein Fehler sie jetzt zerquetschen würde – Despotar hatte den Typ-Vorteil und Dragoran war bereits verletzt. Aber sie wusste, sie konnte darauf vertrauen, dass er sein Bestes gab, egal was passierte. Sie konnten dieses Ding zusammen gewinnen, genau wie all die vorigen Kämpfe. Genau wie im Halbfinale, als Dragoran sogar ganz allein ein Keifel ausgeschaltet hatte.


    „Despotar, Steinhagel!“


    „Wuchtschlag, Dragoran!“


    Das Despotar ließ ein tiefes, rumpelndes Brüllen ertönen, als Dragoran hochflog und auf es zuraste. Riesige Felsbrocken stiegen vom Boden um Despotar herum auf, während der Drache sich mit geballter Pfote annäherte und dann, als Dragoran's Faust schwang, ruckte der Kopf des Dinosauriers zur Seite und der Schlag verfehlte. Kari wusste, dass einem Wuchtschlag leicht auszuweichen war, aber als die Felsen in Dragoran's Körper krachten und ihn unter sich begruben, biss sie sich mit einem stechenden Gefühl der Schuld auf die Lippen. Dieses Risiko einzugehen war es nicht wert gewesen. Es war eine dumme Aktion ihrerseits gewesen, gerade jetzt, wo dumme Aktionen sie die Meisterschaft kosten konnten, die sie beide begehrten. Sie konnte nicht wieder so versagen.


    „Dragoran, Wutanfall!“


    „Despotar, Kreideschrei!“


    Kreideschrei. Das würde seine Verteidigungsfähigkeiten verkrüppeln. Sie konnte das nicht passieren lassen, wenn er außer Kontrolle war. „Warte!“, rief Kari bevor Dragoran die Chance hatte, seine Attacke vorzubereiten. Er sah sich schnell um, während Despotar seinen Mund öffnete und einen entsetzlichen, schrillen Ton ausstieß. Kari sah, wie Dragoran zusammenzuckte, als er ihn hörte.


    „Benutze Fluch.“, sagte sie nach einem Moment des Zögerns.


    Dragoran schloss seine Augen und begann unhörbar zu murmeln und Kari konnte sehen, wie der aufgestaute Druck in seinem Körper sich entspannte. War es bloß ein Effekt der Attacke? Oder war er tatsächlich erleichtert, dass sie sie befohlen hatte?


    „Steinhagel!“, rief der andere Trainer und Despotar brüllte und sandte ein Bombardement aus Felsen in Richtung von Dragoran.


    „Nochmal.“, sagte Kari und erschauderte, als Dragoran unter den Felsen begraben wurde, aber dann stieg er wieder auf. Langsam, aber ohne Schwierigkeiten und fuhr mit dem Murmeln fort.


    Es gab eine Pause und es traf Kari wie ein Blitz, dass der andere Trainer wahrscheinlich dasselbe über Fluch fühlte wie sie, als sie mit dem Relaxo-Jungen gekämpft hatte. Er war wahrscheinlich verwirrt und nicht sicher, was sie tat. Und das bedeutete, dass sie seine Verwirrung ausnutzen konnte, um die Strategie des Relaxo-Jungen zu kopieren.


    „Noch ein Steinhagel.“, kam endlich als Befehl, ein kleiner Zweifel lag in seinem Tonfall.


    Kari's Herz pumpte wie verrückt, als sie sah, wie Dragoran wieder seine Augen öffnete. „Noch ein Fluch! Gib alles!“


    Steine begruben den Drachen mal wieder unter sich, aber er stieg aus dem Schutt empor mit einer benommenen Gleichgültigkeit und begann seinen Singsang, ein wenig lauter als zuvor. Und auch wenn es keinen Unterschied für das Publikum und den anderen Trainer machte, erlaubte es Kari endlich, die Worte zu hören.


    Dunkler, setze deinen Fluch auf mich Entziehe meine Seele Stehle mein Lebensblut Akzeptiere mein endgültiges Geschenk


    Zuerst starrte sie bloß verständnislos, in ihrem Kopf ein Durcheinander. „Dragoran“, sagte sie ungläubig. „Dragoran, stopp!“, rief sie, lauter, als alles in ihren Gedanken sich wieder zusammensetze, aber das Pokémon hörte sie nicht und fuhr damit fort,einfach in einer niedrigen, heiseren Stimme zu murmeln:


    Gib mir Macht Gib mir Kraft Ich gebe dir meine Seele


    „Despotar, noch ein Steinhagel!“, rief der andere Trainer, der die Sache nicht wahrnahm. Kari sah ihn wild an, als erwartete sie, dass er diese Sache irgendwie stoppen würde.


    Gib mir Glorie Gib mir Ruhm Ich gebe dir mich


    Dragoran sah auf, als sein Gegner begann, Felsen vom Boden aufsteigen zu lassen. Für einen Moment fixierte Kari seinen Rücken, ihre Augen geweitet, als erwartete sie, dass er sich in Luft auflöste, aber er verschwand nicht. Er stand emotionslos da und schüttelte den Steinhagel ab, ohne überhaupt einmal zu zucken.


    „W-Wuchtschlag.“, schaffte sie zu sagen, während sie für sich selbst wiederholte, dass es okay sei, dass er nur ein wenig Schlaf brauchte und es würde ihm gut gehen und dass es das diesmal wert gewesen war, wenn sie die Liga gewannen – oder?


    Er brauchte ein paar Sekunden zum Reagieren. Der andere Trainer nutzte die Gelegenheit, um einen weiteren Steinhagel zu befehlen. Dann, langsam, stieg Dragoran auf, flog in Richtung des Despotar – ein paar Felsen schlugen ihm ins Gesicht, aber er schien sie kaum zu bemerken – und rammte seine Faust in den Bauch des Dinosauriers. Der Einschlag warf ihn nach hinten, ließ ihn in die Wand krachen, als er vor Schmerzen brüllte.


    „Turbotempo!“, rief Kari schnell und Dragoran tackelte das Despotar mit extremer Geschwindigkeit, als es versuchte, sich aufzurichten. Sein Trainer starrte sein Pokémon mit offenem Mund an, als ein weiterer Versuch fehlschlug und als die Zuschauer bemerkt hatten, dass der Kampf eine Entscheidung gefunden hatte, explodierte die Menge in Applaus.


    Dragoran stand still in der Arena und zwinkerte Kari stumpf an.


    ______


    „Dratini, sei bereit.“, sagte Kari selbstbewusst, als sie dem Leiter der Teak-City-Arena gegenüberstanden. Ganz im Gegenteil zu der Vorstellung, die sie von Geist-Spezialisten hatte, war Jens ein gut aussehender, jungen Mann mit einer angemessenen Hautfarbe und heublonden Haaren, die von einem lila Stirnband zurückgehalten wurden. Sie konnte wirklich nichts anders als daran zu denken, dass er nicht besonders stark aussah.


    „Geist-Pokémon sind bloß Seelen, die eine physische Form angenommen haben.“, begann der Arenaleiter, als Dratini in die Arene schlitterte, aufmerksam wie immer, sein Schwanz zitterte vor Erwartung. Sie sind schelmisch und humorvoll, da gute Laune die Seele anreichert und für sie bedeutet das, dass auch der Körper angereichert wird. Unsere Seelen sind fragil und könnten sich niemals vollständig erholen, wenn sie beschädigt werden, aber ihre können leicht heilen. Sie müssen es, da sie sonst sterben würden.“ Er pausierte einen Moment. „Und darum faszinieren sie mich.“


    „Erspar uns die Rede.“, antwortete Kari. „Wir sind hier für einen Orden, nicht für eine Lektion.“


    „Na schön.“, sagte Jens ausgeglichen, während er einen Pokéball von seinem Gürtel entfernte. „Nebulak, los! Benutze Fluch!“


    _____


    „Es ist immer noch dasselbe. Er spricht nicht, reagiert nicht viel und isst, was man vor ihm hinstellt.“ Die Krankenschwester zögerte. „Was in aller Welt ist mit ihm geschehen?“, fragte sie leise.


    „Ich weiß es nicht.“, sagte Kari. „Bitte lass mich ihn sehen.“


    Die Krankenschwester verbeugte sich und führte sie über einen langen Korridor in den privaten Raum, für den Kari bezahlt hatte, um Dragoran dort unterzubringen, nachdem sie das Preisgeld erhalten hatte. Sie winkte die Krankenschwester nach draußen und schloss die Tür, was sie mit mit dem großen Drachen allein ließ, der bäuchlings auf dem weichen Bett in der Mitte des Raums lag.


    „Dragoran?“, flüsterte sie. Es gab keine Antwort. Die Augen des Pokémon starrten leer geradeaus. Nach einem Moment der Stille zog sie einen Stuhl heran und setzte sich neben ihn. Sie streckte ihre Hände nach seinem Nacken aus und streichelte ihn sanft.


    „Wir haben es geschafft, weißt du. Wir sind die Champions.“ Sie machte eine Pause und beobachte seine Augen sorgfältig, ob sie eine Reaktion zeigten, aber wieder gab es keine. Kari seufzte und zog ihre Hand zurück. Sie starrte ihren Partner eine ganze Weile an.


    „Es ist ziemlich spaßig, der Champion zu sein.“, sagte sie leise. „Sie haben mir Zugang zum Silberberg ermöglicht, wo nur Champions hingehen können. Ich hab andere starke Trainer von anderen Regionen dort getroffen. Und ich werde von Kindern auf der Straße erkannt und um Autogramme gebeten.“ Sie machte nochmals eine Pause. „Sie fragen mich, was du tust und wollen dich sehen und ich muss sie anlügen und ihnen sagen, dass es dir gut geht und du bloß die Aufmerksamkeit nicht magst. Aber ich weiß, du würdest sie lieben.“


    Kari betrachtete das Pokémon ein paar schmerzvolle Sekunden laut, Tränen brannten in ihren Augen. „Wieso wirst du nicht gesund?“, fragte sie bitter und ballte ihre Faust. „Du bist vorher immer gesund geworden. Ich dachte, du würdest – du hast mir gesagt, du würdest gesund werden. Aber nun sind es zwei Wochen und du reagierst immer noch nicht oder...“


    Ihre Stimme brach plötzlich in ein hysterisches Schniefen zusammen und irgendwo in ihr blitzte eine lächerliche Hoffnung für ein märchenartiges Ende auf, in der ihre Tränen ihn heilen würden und er würde aufstehen und sie trösten und alles wäre wieder normal. Aber sie sah ihn wieder an und seine Augen blieben abgestumpft und leblos, leer von dem Funken, der ihn einst zu dem gemacht hatte, was er war.


    „Bitte, sieh mich an.“, wisperte sie sinnloserweise und ihr Herz sprang, als sein Kopf sich bewegte, aber sank wieder, als sein Gesicht sich ihr mit dem selbem leeren Ausdruck zuwandte. Er war wie eine gigantische Marionette, die von ihren Kommandos geführt wurde. Sie erschauderte wegen der beunruhigenden Leere in seinen Augen und sagte ihm in einer zittrigen Stimme, dass er wieder wegschauen sollte.


    „Du reagierst immer noch auf Kommandos.“, dachte sie laut, als der Kopf sich wieder der Wand zuwandte. „Du hast nur keinen Willen oder keine Persönlichkeit oder...“


    Es gab eine lange Stille. Kari sah weg und griff fest nach den Armstützen ihres Stuhls, als könnte sie alles wieder in Ordnung bringen, wenn sie nur fest genug zudrückte. Sie wusste, tief in ihr drin, dass Dragoran niemals zurückkommen würde.


    Aber sie konnte nicht nach Hause gehen und ihrem Großvater sagen, dass sie ihn eine Attacke nutzen ließ, die Stücke seine Seele abkratzte, nur um die Meisterschaft zu gewinnen. Zu sagen, dass er wollte, dass sie sie benutzte, war eine leere Entschuldigung. Zu sagen, dass er gestorben war, wäre eine offensichtliche Lüge gewesen, da es keine Beerdigung und keinen Körper gab – außerdem würden sie wissen wollen, warum. Und der Gedanke daran, ihn einschläfern zu lassen, auch wenn sie wusste, dass er nicht mehr wirklich er selbst war, verschaffte ihr Übelkeit.


    Der Gedanke kroch ihr entgegen, langsam, dass wenn er immer noch Befehle befolgte, er noch kämpfen könnte. Sie könnte ihm vielleicht ein paar Sätze beibringen, ihrer Familie sagen, dass er nicht länger außerhalb seines Pokéballs leben wollte und weiter herumreisen, so dass sie niemals lang genug daheim wären, dass jemanden ein Verdacht kommen könnte.


    Dragoran war vorher schon stark gewesen. Fluch machte ihn unverwundbar. Sie könnte die Ligen der Welt erobern und niemand würde es je wissen. Vielleicht könnte sie es als eine Art Anerkennung der Erinnerung an den Drachen betrachten, der es einst so geliebt hatte, zu kämpfen und zu konkurrieren.


    Kari sah lange auf Dragoran's Pokéball und zitterte wegen dem, was sie gleich tun würde, bevor sie aufstand, immer noch nicht in der Lage, ihm ins Gesicht zu sehen.


    „Okay, Dragoran.“, sagte sie und wischte sich die Augen mit dem Ärmel ab. „Wir gehen.“


    _______


    Notiz des Autoren: Falls es euch verwirrt hat, die Szenen mit der Pokémon Liga sind in chronologischer Reihenfolge, aber die Rückblicke mit Jens sind in umgekehrter chronologischer Reihenfolge.


    Übersetzt von Hikari17


    Quelle: Creepy Pasta Wikia


    [tab=Bilder]
    http://i46.tinypic.com/2ezjjtf.jpg
    Fanart von Legendäre Wächterin


    [tab=Eigene Meinung]
    Als ich die Pasta das erste Mal öffnete, erwartete ich eine Geschichte über Geist-Pokémon. Aber ich wurde überrascht. Die Geschichte behandelt Fluch, wenn andere Pokémon sie einsetzen. Ich finde sie ist verdammt gut geschrieben und lässt einen richtig mitfühlen.


    [/tabmenu]

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    Einmal editiert, zuletzt von Hikari17 ()

  • Ich fange bei Mount Silver an:
    Ich persönlich fand sie schön. Wie Red einen Kältetod erleidet und man seinen Geist erlösen muss... leider etwas durcheinander bei den beschreibungen der regelungen die sich entwickelt haben. hat eich nicht schon immer die Macht gehabt, trainer dorthin zu schicken? das hat er bei red auch gemacht, stand ja da. der rest war aber gut. übersetzung gelungen und flüssig :thumbup:


    jetzt Ewigendorf:


    Sie war lang, aber richtig gut geschrieben. nicht langatmig und nicht abgehackt mit einem runden ende. ich konnte mir alles bildlich vorstellen, die reaktionen des protagonisten waren nicht übertrieben (von wegen laut losschreien etc.) und auch sonst kam ich hervorragend damit klar.
    die theorie über den krieg reshiram gegen zekrom und den hintergrund der geschichte einalls fand ich gut eingebracht. nur die jahreszahlen irritieren mich etwas. ich rechne da wohl ziemlich stark in aktuellen zeiteinheiten. der krieg um einall ist für mich schon mehrere tausend jahre her und nicht nur ein paar hundert. das ist aber auch der einzige makel.
    übersetzungsfehler: Ich sah niemanden jemanden auf meinem Weg nach draußen.


    Perfect:


    Ein Abklatsch von "Love me" vermischt mit der Unlogik, kein Wort lesen zu können aber trotzdem jede einzelheit zu erkennen und vor allem ganze sätze zu zitieren.
    das schlimmste daran war, dass das ganze in der ich-perspektive geschrieben war. ein mädchen das nicht lesen kann schreibt einen grammatisch vollkommen korrekten Text über das erlebte inklusive Zitate? nicht glaubwürdig. das einzig gute: alles auslöschen um es dem trainer recht zu machen. ich glaub das hatten wir noch nicht. aber das wars auch schon.
    bei der übersetzung habt ihr aber keine fehler gemacht.


    Curse:


    Interessante Idee, wie Fluch bei anderen pokemon funktioniert, aber die umsetzung traf meinen geschmack nicht wirklich. es spielte in der pokemonwelt an sich, der char hatte einen namen und wenn ich das richtig gesehen habe, konnten die pokemon sprechen. leider hat das dem den gar ausgemacht. sprechende pokemon lassen das zu sehr in fantasy abgleiten und die rückblicke zum kampf mit jens fand ich überflüssig, auch wenn die aussagen interessant waren. klar, fluch tut geistern nichts weil sie sich einfach regenerieren können, aber andere pokemon leiden da extrem drunter. den punkt fand ich gut. als CP würde das bei mir irgendwie nicht so recht durchgehen, es klingt wie der anfang einer FF im bereich "Reise"...
    bei der übersetzung sind mir fehler aufgefallen, unter anderem solche: "Nach einer langen, anstrengenden Reise voller knappen Siege"
    heißt das nicht "voller knapper Siege"? ich glaub da gabs dann noch Rechtschreibfehler, aber an der zahl nur insgesamt 4 bis 5 fehler im ganzen text.

  • Hi Leute


    Heuten sag ich wieder mal was zu den creepypastas.
    Mount Silver :ahhhhh jetzt weiß wieso rot tagein tagaus auf den Silberberg steht(hab mich das schon immer gefragt) 7,5 von 10 poins
    Perfect :die Pasta is so schlecht das ist blöder unrealismus mit keinem Gruselfaktor keine Spannung points 0,0 von 10 points
    Habt ihr schon das Video the Pokémon hoarder gesehen (die Armen Pokémon viele tot ein dünnes relaxo ) Schau eichs mal an und ja lavandia Musik ist da ach drIn.


    MfG


    Euer Minemon :cookie: :(

  • @ Kairi


    Oh hoppla, da hab ich nicht ordentlich Probe gelesen. Kannst du mir per PN die Fehler nochmal zeigen? Dann besser ich sie aus.


    Ich glaube übrigens, das Dragoran konnte gar nicht wirklich reden, Kari hat nur verstanden, was es sagen wollte. Das hätte der Autor noch ein wenig kenntlicher machen können, find ich.


    Sie gehört übrigens zu den Creepypasta, da sie ursprünglich auf fyeahpokémoncreepypasta gefunden wurde, nicht auf Deviant Art. Ich fand auch, dass das Thema zu einer CP passt. Die müssen ja nicht alle im Spiel geschrieben sein.

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  • Curse:
    In der Tat die beste und fantasievollste Creepy Pasta seit Langem. Die vielen Zeitsprünge waren zu Anfang etwas verwirrend, fügten sich gegen Ende aber glücklicherweise zu einem sinnergebenden Ganzen. Ich finde aber, dass sich eine Geschichte aus sich selbst erklären sollte und ein abschließender Kommentar des Autors ist eher störend. Eine recht ungewöhnliche Perspektive und Erzählweise — Merkwürdig zwar, dass Dragoran sprechen kann, aber interessant. Das Ende hätte nicht besser sein können, wie es sich für das Genre gehört. Super!


    Hikari
    Mir ist soeben aufgefallen, dass du in deinen Übersetzungen einen Fehler sehr häufig wiederholst, und zwar das Apostrophieren von Eigennamen. (Ein Beispiel: "Dragoran stand auf Kari's Seite.") Vor das Genitiv-S eines Namens gehört nunmal einfach kein Apostroph, hier ist ein sehr lehrreicher Artikel darüber. Es tut mir leid, ich hab immer so ein schlechtes Gewissen, wenn ich andere Leute korrigieren muss. ^^'


    Oh, und ich möchte mich natürlich entschuldigen, wenn ich euer aller Geschmäcker mit meiner Übersetzung von "Perfect" auf ewig verdorben habe. Es sind darin wirklich viele Logikfehler, was ich erst jetzt bemerkt habe. Na ja, ich mag die Geschichte trotzdem. :)

  • Curse:


    Fantastisch, wenn auch traurig...
    Dass das Dragoran sprechen konnte fand ich zwar jetzt nicht so berauschend, aber man kann es wirklich so sehen, dass die Trainerin ihr Poki eben so gut kannte, dass sie quasi seine Gedanken lesen konnte. Jedenfalls.... ich verstehe den Schluss nicht... lässt sie nun Dragoran einschläfern oder geht sie weiter auf Reise oder wie?

  • Curse:
    Jedenfalls.... ich verstehe den Schluss nicht... lässt sie nun Dragoran einschläfern oder geht sie weiter auf Reise oder wie?


    Sie geht weiter mit ihm auf Reisen und tut so, als wäre alles mit ihm in Ordnung. In dem Fall wäre es vielleicht besser gewesen, das Pokémon zu erlösen, da es ja nicht mehr wirklich lebte..Dragoran ist sozusagen am Ende nur noch eine leere Hülle gewesen.

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  • Hey Leute
    Ich sag mal was zu Curse :
    Beste cp seit langem (das arme dragoran wir werden immer an dich denken! )R.I.P dragoran .
    Nun habe ich eine frage:
    Ich weiß zwar das das hier ein Forum zu Pokémon ist aber könnte man hier auch im creepypasta Topic nicht nur pokemon pastas sondern auch zum beispiel herobrine oder „Legende des enderman" Posten?
    Das wäre cool weil ich hab nie Lust zum german cp wiki zu gehen weil ich das nicht so mag
    Ansonsten hab ich ne neue cp gefunden die gut ist.sie heisst Pokémon blood Edition dann noch lavender town disaster und lavender town Syndrome.
    Noch einen schönen Tag


    MfG


    Euer Minemon P.S lavender town disaster hat nix mit lavender Syndrome zu tun...ist viel besser als das 8-)

  • Hikari17
    Achsuuu, danke für die Aufklärung! Aber ich hätte es auf jeden Fall erlöst, ich meine, das ist doch kein Leben, auch wenn man es eh nicht mitbekommt... v.v'



    @Minemon:
    Denke kaum, dass hier auch andere Pastas veröffentlicht werden,denn dieser Thread behandelt (bis jetzt) nur Pokémon-CPs und ich nehme an, dass das auch so bleibt, zudem ist das hier auch die PKMN-Disskusionsecke, klar ein Moderator/Administrator könnte den Thread leicht verschieben, aber ich denke du weißt worauf ich hinaus möchte :0

  • @ Minemom


    Tut mir leid, hier sind nur Poképasten erlaubt. Die anderen Pasten gibt es auf GCP. Auch wenn du es nicht magst, dort hinzugehen, da kann ich nur sagen: Pech gehabt! Die Seite bietet dir, was du willst, also wieso fern bleiben? Alice frisst keine kleinen Kinder, auch wenn man es glauben könnte.


    Kannst du bitte bei Wunschpasten die Links mit dazu angeben? Das macht es um einiges einfacher, die Arbeit an die Übersetzer zu verteilen. Vielen Dank.

    Seht euch doch mal im Creepy Pasta Topic um. Bitte beachtet auch die dort aufgelistete FAQ!
    Lust auf Let's Play? Guckt doch mal auf meinen Kanal
    3DS-Freundescode: 1118-1467-2423 (bitte PN mit Code, wenn ihr mich addet).

  • So lange ist es her und es ist auch schon sehr spät.


    Erst mal zu Perfect.
    Ich fand die CP eigentlich ganz gut, wenn man den Logik Fehler von dem Kind vergisst. Sie verhielt sich wie ein Typisches Mädchen in ihrem Alter und das, dass Shiny Felino ein Junge ist kann man auch nicht ohne Cheaten beeinflussen, ebenso umgekehrt, aber sie hätte ja ein Männliches Felino in blau noch fangen können. Wie dem auch sei, mir gefiel die Pasta, sie war es auf jeden Fall wert, gelesen zu werden.


    Nun zu Curse.
    Eine nette und sehr ausführliche Geschichte, mir gefiel sie sehr gut.
    Eine sehr interessante Ansichtsweise wie Fluch wirken kann. Ich kann mir schon gut vorstellen warum Pkmn wie Relaxo, Flegmon, Lahmus, Bumelz etc. Fluch erlernen können, die haben vor Langer weile und Faulheit eh nicht viel vom Leben ^^"
    Mir kam es so vor, als würden die Geister wieder Kraft durch die Pkmn bekommen, die Lebendig sind und Fluch einsetzen, aber das hat sich erübrigt als Jens noch hinzufügte, das sie sehr Humorvoll sind und damit ihre Seele wieder stärken können, das ein Gesunder und Lebendiger Geist/Verstand nicht hin bekommt, es ist wie Frust, wenn man einfach nur reagiert um schlimmeres zu vermeiden, einfach nur noch funktioniert.
    :achtung: Dragoran würde sich hervorragend in der Arme als Soldat machen :achtung:


    Phinweel Village
    Auch wenn ich die 5. Gen nicht kenne, war es einer der schönsten Geschichte überhaupt und mich mit der 5. Gen zu beeindrucken, da gehört schon etwas dazu ^^
    Sehr schön gemacht, irgendwie gefallen mir die Geschichten wo es um Natur und Wälder geht ^^
    Das Pkmn wurde auch sehr schön beschrieben, einfach fantastisch. Also von mir bekommt die Geschichte volle Punktzahl :D

  • So, ich geb auch mal meinen Senf dazu? ;D


    Perfect
    Ich fand die CP nicht so gut. Das Mädchen kann noch nicht richtig lesen und erinnert sich an jeden Satz? O_o
    Verhalten hat sie sich für das angegebene Alter normal, aber wie gesagt: Extremer Logik-Fehler.
    Dazu kommt noch, dass es wieder so ein zusammengestückeltes Zombey Zombie-Ding gab >__>.
    Alles in allem fand ich die CP eher einfallslos.


    Curse
    Curse ist eine der besten CP´s, die ich hier gelesen habe. Es ist ein sehr interessanter Gedanke, dass Fluch so wirken könnte.
    Das Ende fand ich recht überraschend, da man die Entscheidung von Dragorans Trainerin nicht wirklich erwartet hat. Gestört hat mich, dass Dragoran irgendwie reden konnte >__>. Man hätte es schon so schildern können, dass die Trainerin ihr Pokemon einfach versteht.
    Tombery: XD Da geb ich dir Recht XD.


    So, das wars erstmal von mir^^

  • Sou, ich bin nun auch endlich dazu gekommen, Curse zu lesen.


    Also, ich fande die CP eigentlich ganz gut, ich wäre aber auch der Meinung gewesen, das Dragoran einschläfern zu lassen, weil was nützt es denn, wenn das Mädchen noch so viele Siege erringt und das Pokemon im Prinzip davon nichts wirklich mitbekommt. Hmm, aber irgendwie hat die Geschichte auf mich nicht wirklich gruselig gewirkt, sondern eher etwas traurig....
    Aber wie gesagt, gruselig fande ich sie nicht wirklich. Trotzdem danke fürs Übersetzen, es ist dennoch eine tolle CP!
    Ich würde sagen: 7 von 10 Punkten/Sternen hat sie verdient ;D

    It's how you hide your cards It's how you dress your scars And let them breathe free
    Life, fantastic... Life, so tragic... Life, fantastic...

  • Jessica



    [tabmenu]


    [tab=X]


    [tab=Story Info]
    Eine herzergreifende Geschichte über einen Jungen und sein Pikachu.
    Altersfreigabe ab 12.


    [tab=Übersetzte Version von Hikari17]
    Jessica


    Ich liebe Pokémon. Ich habe es immer geliebt und werde es immer lieben. Nicht nur das Spiel...auch die Charaktere.


    Als ich ungefähr sechs Jahre alt war, kaufte mir mein Papa meine allererste Spielekonsole: einen gelben Gameboy Color mit einer Version von Pokémon Gelb. Ich war überglücklich. Ich war ein Hardcore-Pokémon-Fan gewesen, seit ich angefangen hatte die TV-Serie mit meinem Bruder und ein paar Freunden anzusehen. Ab und zu würde ich versuchen, ein Pokémon nachzustellen. Da ich noch jung und naiv war, wusste ich nicht, dass es bloß eine Serie und ein Spiel für Kinder waren.


    Mein Bruder war genauso ein Fan wie ich und er hatte einen eigenen farblosen Gameboy (den transparenten, wo man die ganze verrückte Technik sehen konnte) und eine Version von Pokémon Blau. Ich hätte Rot bekommen sollen, aber sie waren ausverkauft. Mein Bruder und ich begannen mit dem Spielen im Auto zum Haus unserer Großmutter und wir beide waren sofort total begeistert. Ich verliebte mich sofort in Pikachu und mein naiver Verstand – auf Grund meines jungen Alters - ließ ihm mich einen komischen Namen geben. Da ich an ein Mädchen dachte, das vor kurzem umgezogen war (eine sehr enge Freundin von uns), nannte ich mein Pikachu „Jessica“, um sie zu ehren. Ich gelangte nach Mamoria City und ich hatte bereits ein Smettbo und ein Taubsi, genau wie Ash in der Serie. Ich musste das Spiel dann ausschalten und bettelte meinen Papa an, mir neue Batterien zu kaufen, damit ich weiterspielen konnte. Man konnte sicher sein, dass ich von Pokémon begeistert war.


    Mit der Zeit wurde mein Team stärker. Es veränderte sich, erweiterte sich und ich ersetzte Smettbo und Tauboga mit einem Sandamer und GORORO; einem Dragoran, das mein Bruder mir herübergetauscht hatte. Zusätzlich zu den Beiden fügte ich meinem Team auch Glumanda, Schiggy und Bisasam hinzu, die man in dem Spiel bekommen konnte. Wie auch immer, ein Pokémon änderte sich niemals während des Spiels.


    Jessica.


    Sie blieb das ganze Spiel über in meinem Team. Es war mir egal, dass sie ein wenig schwächer war als die anderen Pokémon, da sie nicht entwickelt war. Sie hatte einen speziellen Platz in meinem Herzen. Egal wie oft mein Bruder versuchte mich zu überzeugen, sie in ein Raichu zu entwickeln (was in meinem Spiel unmöglich war), indem ich sie ihm tauschte und er es tun würde, ich ließ ihn nie. Ich mochte Jessica wie sie war und trainierte sie mit meinen anderen Pokémon. Ich mochte das süße „Pika!“, wenn sie in einen Kampf geschickt wurde und die kleinen Animationen, wenn ich sie ansprach.


    Tatsächlich war sie das erste Pokémon in meinem Team, das Level 100 erreichte. Mein erstes Pokémon überhaupt, das das Maximallevel erreichte. Das erste Pokémon überhaupt, das ich bekommen hatte. Mein Papa versuchte mir zu sagen, dass ich zu abhängig von dem Spiel war, aber ich sah das anders. Ich betrachtete Jessica als mehr als bloß Pixel und Bytes in einem Videospiel. Ich betrachtete sie als eine enge Freundin und eine Kameradin. Als jemand der mich aufheitern würde. Wenn ich traurig war würde sich mich mit ihrem „Pika Pika!“ immer dann, wenn ich in ihrer Nähe den A-Knopf drückte, aufmuntern.


    Eigentlich...begann ich Jessica wie einen Freund zu lieben, so komisch es auch klingt.


    Schon bald kamen Pokémon Gold und Silber heraus. Ich tauschte mein Gelb-Team auf meine Pokémon-Silber-Edition und trainierte stattdessen dieses, ich schaffte es sogar, sie alle auf Level 100 zu bringen. Jessica blieb an der Spitze meines Teams zusammen mit meinem Gelb-Team und meinem neuen Pokémon-Silber-Team.


    Ich erinnerte mich daran, die Johto-Staffel des Anime gesehen zu haben und Ash sagte, dass er all seine Pokémon schätzte und sie wie seine Familie behandelte. Ich schätzte meine Pokémon auf dieselbe Art und Jessica fühlte sich wie die kleine Schwester an, die ich nie hatte.


    Mein Bruder hatte die Tendenz, sein Spiel einfach neu zu starten, wenn ihm langweilig war. Ich holte mir sogar Pokémon Rot und versuchte, mich ihm anzupassen. Wir hatten sogar Rennen gegeneinander. Ab und zu kämpften wir gegeneinander und er gewann oft, aber er konnte es nie mit meinem Pokémon-Gelb-Team aufnehmen. Eines Tages allerdings kam einer unserer jüngeren Freunde zu Besuch und er hatte – ohne dass ich es bemerkte – mit meinem Spiel rumgespielt. Er löschte es nicht, aber er entwickelte Jessica versehentlich in ein Raichu (da sie auf meiner neuen Kristall-Edition war, konnte sie sich nicht weigern wie in Gelb). Ich war herbe enttäuscht und ein wenig traurig, dass ein Teil meiner Vergangenheit gestorben war. Um ein paar nostalgische Momente aufleben zu lassen, tauschte ich mein Team zurück auf meine gelbe Edition und kämpfte gegen ein paar Pokémon, um ihnen meine Liebe zu zeigen. Auch wenn Jessica mir nicht mehr folgte, behandelte ich sie immer noch wie das Pikachu, das sie einst gewesen war. Ich sprach sogar mit meinem Spiel und ein oder zweimal dachte ich, dass sie mir antwortete. Wenn ich glücklich war, war der Ruf des Raichu normal und kräftig und wenn ich traurig war, wurde er langsamer und klang ein wenig traurig. Ich könnte es mir auch einfach nur eingebildet haben, aber egal.


    Als Pokémon Rubin und Saphir herausgekommen, war ich zutiefst bestürzt, dass ich meine Generation 1 und 2 Pokémon nicht zu ihnen herübertauschen konnte. Ich war unglaublich traurig und legte endlich mein Pokémon Gelb weg, um eine Version von Pokémon Rubin zu erstehen. Ich begann mit dem Spielen und war sofort von dem Spiel gefangen. Ich machte ein neues Team, aber immer mal wieder spielte ich meine alten Spiele. Jessica ließ mich immer wieder zu Gelb zurückkehren und ihr Pikachu-Sprite auf der Vorderseite machte mich immer glücklich, wenn ich ihn sah.


    Unglücklicherweise wurde mein Leben außerhalb der Videospiele schlechter. Meine Mutter wurde krank und starb langsam an Krebs. Die Ärzte taten alles, was in ihrer Macht stand und kämpften um ihr Leben, aber jeder wusste, dass ihr Ende kommen würde...außer mir. Ich war so naiv, dass ich nicht einmal die Hälfte von dem verstand, was vor sich ging. Sicher wusste ich, dass Mama krank war...aber dann passierte das Unvermeidliche und es traf mich endlich wie ein Schlag ins Gesicht.


    Ich schloss mich selbst aus der Realität aus, spielte Spiele und zwang jeden dazu, mich allein zu lassen. Meine Gedanken waren so fehlgeleitet und weit hergeholt. Mein Verstand war verdreht und ich war unglaublich schlecht in meinen Spielen, sogar wenn ich versuchte, sie bloß als Absicherung zu benutzen. Rubin machte keinen Spaß mehr und die meisten meiner anderen Spiele waren bloß Müll. Super Smash Brothers Meele unterhielt mich für eine Weile, aber bald wurde auch das öde. Das einzige Ding, das noch übrig war, war Gelb.


    Irgendwie, als Absicherung, funktionieren Jessica und Gelb tatsächlich. Sie schien mich immer aufzuheitern, sogar als Raichu, und ihr energischer Kampfruf ließ mich voranschreiten. Ich lernte online ein Mädchen kennen und verliebte mich in sie. Sie half mir durch mehrere schwere Zeiten und war ebenso ein großer Pokémon-Fan. Bald darauf legte ich mir Perl zu und begann es zu spielen. Ich bekam Hinweise und Tipps von meiner Freundin (die ich hier „S“ nennen werde, um ihre Identität zu schützen) und machte ein neues Team. Bald darauf kaufte ich Pokémon Battle Revolution und kämpfte darin ab und zu gegen sie.


    Alles geriet wieder in seine normalen Bahnen, bis zu diesem schicksalhaften Ereignis. Ein Ereignis, das – ohne dass ich es wusste- eine ganze Kettenreaktion auslösen würde.



    Ich war unglaublich wütend von der Schule heimgekommen. Die Leute in der Schule hatten mich gemobbt und ein Freund hatte sich gegen mich gewandt und mich ernsthaft verärgert. In einer blinden Wut stürmte ich in meinen Raum und begann damit, Dinge umherzuwerfen. Meine Tasche, Bücher, Unterhosen – alles, was nicht sicher war. Irgendwann beruhigte ich mich und begann damit aufzuräumen. Ich entfernte Dinge von einem Haufen, den ich gemacht hatte, indem ich schwere Dinge geworfen hatte und hörte ein merkwürdiges krackendes und knackendes Geräusch. Ich räumte alles weg und fand etwas, bei dessen Anblick sich mein Ärger in Luft auflöste.


    Dort, zerstört auf dem Boden unter dem Haufen, war ein gelbes Modul für den Gameboy Color. Ich hatte nur ein gelbes Gameboy Color Spiel und das war das Spiel, mit dem ich angefangen hatte.


    ….Gelb.


    Ich weinte. Ich glaube, ich weinte für eine ganze Weile. Ich hielt einfach nur die zerschmetterten Stücke meines Spiels an meine Brust. Keine nostalgischen Kämpfe mit den TOP4 mehr, keine Kämpfe mehr gegen meinen Rivalen...


    ...Keine Jessica mehr. Das Pikachu-zu-Raichu, das ich erst wie eine gute Freundin geliebt hatte und das für mich fast wie eine Schwester war.


    Ich fühlte mich miserabel und schuldig, allerdings hatte ich immer noch andere Pokémon-Spiele. Ich hatte Perl mit einem erstaunlichen Team drauf und bald würde ich mir Platin zulegen. Würde ich wirklich ein Pokémon-Spiel vermissen, das inzwischen ungefähr sechs oder sieben Jahre alt war?


    Ich wünschte, ich hätte besser aufgepasst...Ich war viel zu blind und naiv.


    Ich begann damit, öfters Perl zu spielen. Ich forderte S und meine Freunde zu Kämpfen heraus. Ich wechselte die Schule und legte mir Platin zu, aber meine Depression kam zurück und verfolgte mich. Auch mein Bruder litt an einer Depression vom Tod unserer Mutter und für keinen von uns ging es aufwärts. Nun ja, ich war recht stabil dank S, die nun meine feste Freundin geworden war, aber meinem Bruder ging es schlechter. Mein Bruder ging nicht mal mehr zur Schule. Er hatte sein Interesse an Pokémon verloren und kümmerte sich um andere Marken, aber ich blieb loyal. Ich bin immer noch, an genau diesem Tag, der Nummer-1-Pokémon-Fan in meiner Schule.


    Wie auch immer, wann auch immer ich meine Pokémon-Spiele spielte, lungerte etwas in den Tiefen meines Verstandes herum...etwas, was ich vergessen hatte. Etwas, wo ich nicht wirklich mit dem Finger draufzeigen konnte...was auch immer es war, dieses Gefühl bekam ich immer, wenn ich ein Mitglied der Chu-Familie im Anime oder in den Spielen sah. Es war...merkwürdig...


    ...Und ein wenig unheimlich.


    Eineinhalb Jahre später (etwa sechs Monate vor dem heutigen Tag), schlug eine weitere Tragödie ein. Mein Bruder, der langsam immer mehr in seiner Depression verschwand, starb plötzlich in seiner Wohnung. Niemand sagte mir etwas darüber, wie es passierte, aber es war genug. Meine Depression kam zurück wie ein Sturm und schlug mich nieder.


    Ein paar Tage später war ich bereit dazu, wieder zur Schule zu gehen. Ich durchwühlte alte Sachen, die mich an meinen Bruder erinnern würden. Ich grub in einer Box und fand ein kaputtes Objekt. Ich zog es heraus und war überrascht, dass es mein altes Pokémon-Gelb-Modul war. Es fehlte ein großes Stück von der Vorderseite und eine Menge der Muttern und Schrauben innendrin waren lose und auf dem Boden der Box verteilt. Ich nahm alles auf und versuchte das fehlende Teil der Vorderseite zu finden, aber ohne Erfolg. Endlich gab ich auf und legte das Modul zurück in die Box, die ich wegstellte. Als ich dies tat, blitzte ein Name in meinen Gedanken auf, der mich anhalten ließ.


    „Jessica....“


    ….Wo hatte ich diesen Namen schon mal gehört? Ich konnte mich nicht erinnern. Ich stopfte die Box zurück unter meinen Computertisch und ging zur Schule.


    Die Dinge liefen nicht besonders gut. Nach dem Tod meines Bruders wurde ich geisteskrank. Bald schon hörte ich Stimmen in meinem Kopf und wurde mit „Multipler Persönlichkeitsstörung“ diagnostiziert. Pokémon HeartGold, mein erst kürzlich erworbenes Spiel, sowie S und meine beiden Freunde (für euch P und R) waren die einzigen Dinge, die mich bei Verstand hielten. Schon bald schlug P vor, dass ich mir eins der neuen Pokémon-Spiele zulegen sollte, Pokémon Schwarz oder Weiß. Ich entschied mich für Schwarz, da ich das Aussehen des weißen Drachen Reshiram mochte. Er sagte, dass er sich Weiß zulegen würde und wir würden uns ein Rennen liefern, wer das Spiel als Erstes durchspielen könnte, so wie ich und mein Bruder das getan hatten.


    Bald kam das Spiel an und wir spielten es sofort. Innerhalb von drei Tagen hatte ich bereits sieben Orden und ein volles Team. Meine Liebe zu Pokémon würde niemals sterben und P ließ ich mit vier Orden im Staub zurück.


    Endlich schaffte ich das Spiel und kam zur Transfer-Maschine. Ich lieh mir Ps DS aus und sah mir ein paar Pokémon an, die ich von meiner HeartGold herüberholen könnte. Ich wollte Lightning (mein Zebritz) und Wildfire (mein Grillchita) ersetzen, da sie viel zu schwach waren. Beim Durchsehen bemerkte ich ein Pikachu, das ich vom Goldenen Wald des Pokéwalker erhalten hatte. Es war weiblich, hatte ein mäßiges Wesen und kannte Surfer, Volttackle und zwei andere Attacken, an die ich mich nicht erinnern kann.


    Perfekt.


    Es war eine Tradition von mir, meine Pokémon immer einen Spitznamen zu geben. Das half mir, ihnen Charakterzüge zu geben und ich hatte das so lange getan, wie ich mich erinnern kann. Meine HeartGold-Datei lud sich und ich brachte das Pikachu zum Namenbewerter. Pikachu wirkte wie das Einzige, das es wirklich wert war, in meinem Team zu sein. Ich hatte mich bereits entschieden, Grillchita durch ein anderes Einall-Pokémon zu ersetzen. Als ich losging, um ihr einen Spitznamen zu geben, hatte ich eine Diskussion mit den anderen beiden Stimmen in meinem Kopf, wie wir sie nennen sollten. Während wir uns unterhielten, tippte ich abwesend mit dem Stylus auf den Bildschirm, ohne dass ich es bemerkte.


    Als ich mich aus dem Gespräch mit meinen beiden anderen Gegenübern herauslösen konnte, merkte ich, dass ich auf „Eingabe“ gedrückt hatte. Ich rollte mit den Augen und sah mir den dummen Namen an, den ich wahrscheinlich eingegeben hatte.


    „Herzlichen Glückwunsch! Von nun an heißt dieses Pokémon Jessica!“


    „...Jessica...“, Meine Augen weiteten sich, da ich den Namen von irgendwoher kannte. Von wo wusste ich nicht, aber er schien zu passen.


    Von da an lief alles reibungslos. Wir entschieden uns den Namen zu behalten und sandten Jessica zu meiner Schwarzen Edition und spielten dieses komisches Fangspielchen. Ich brauchte zwei Versuche, aber endlich war mein Pokémon auf meiner Schwarzen Edition. Jessica wurde an den Anfang meines Teams gestellt und ich begann mit dem Training. Die Dinge liefen wie geplant. Das Glücksei und das Erfahrungspunkte-Powerup, das ich von meinem C-Gear benutze, funktionierten großartig. Ich änderte ihren Attackenpool ein wenig, das er mehr spezialorientiert sei (da sie ein mäßiges Wesen hatte) und fuhr mit dem Training fort.


    Die Dinge wurden merkwürdig, nachdem sie etwa 30 Minuten in dem Spiel gewesen war.


    Ich hatte damit begonnen, Jessica ohne einen Erfahrungspunkte-Boost zu trainieren und sie war gerade Level 50 geworden. Auf Level 50 wollte ich sie in ein Raichu entwickeln. Ich drückte zweimal A, um die Statusmeldungen loszuwerden und ein drittes Mal, um die Siegesnachricht loszuwerden.


    Wie auch immer, anstatt dass der Bildschirm wieder normal wurde, blieb er für ein paar Sekunden schwarz. Da ich dachte, dass mein Spiel abgestürzt wäre, drückte ich den A-Knopf ein oder zweimal. Eine schwarze Textbox erschien auf dem Bildschirm, als würde ich ein Item bekommen, aber der Text war sehr langsam und was er anzeigte, ließ mich die Stirn runzeln.


    „...erinnerst du dich an mich...?“


    Ich blinzelte. Ich hatte keine Ahnung, was das gerade gewesen war. Die Textbox verschwand und der Bildschirm wurde wieder normal. Ich nahm an, dass es bloß ein merkwürdiger Glitch für ein Ereignis war. Vielleicht ein Witz, den sie gemacht hatten, da Pikachu mein Haupt-Pokémon in den ersten Spielen gewesen war. Ich kicherte ein wenig auf Grund des möglichen Gags, öffnete meinen Rucksack und nahm einen Donnerstein, den ich Jessica gab. Wie auch immer, anstatt das das Menü durch den Bildschirm ersetzt wurde, der zeigte, wie Jessica sich entwickelt, erschien eine Textbox. Diesmal erschien der Text mit normaler Geschwindigkeit.


    „Jessica weigert sich, den Stein anzunehmen!“


    „...Weigert sich?“ Ich war verwirrt. Ein Pokémon hatte das niemals bei mir getan...außer einem. Vielleicht war es wieder ein Gag wegen des alten Pokémon-Spiels. Ich seufzte und schloss den Beutel. Ich begann ein wenig mehr herumzulaufen und trainierte weiter. Jessica stieg ein paar Level auf, bis sie Level 60 war und ich probierte es nochmal mit dem Donnerstein. Wieder weigerte Jessica sich, aber als ich dieses Mal den Beutel schloss, erschien eine weitere Nachricht. Eine schwarze Textbox, langsame Schrift wie zuvor.


    „...Es wird nicht funktionieren...erinnerst du dich jetzt an mich...?“


    Das begann mich ein wenig zu gruseln. Ich speicherte mein Spiel und überprüfte dann Jessicas Statuswerte.


    Auf dem Status-Bildschirm wirkten ihre Statuswerte normal. Level 60, mäßiges Wesen, sie hielt ein Glücks-Ei, weiblich...aber etwas war anders. Ich brauchte ein paar Sekunden, bis ich bemerkte, was es war. Die Pokémon-Sprites bewegten sich in der Regel auf dem Status-Bildschirm, aber der von Jessica bewegte sich nicht. Das Pikachu saß da, starrte aufmerksam auf den Bildschirm und sie sah nicht fröhlich aus, wie all die anderen Pikachu.


    Tatsächlich...sah sie...ärgerlich aus. Ihr Kopf war ein wenig geneigt und ihre Augen verengt, ihre Backen versprühten ab und an Funken. Sie war nicht so gewesen, als ich sie das erste Mal bekommen hatte. Ich war besorgt, dass es der Pokérus oder irgendeine Äquivalenz sein konnte und brachte sie ins Pokémon-Center um herauszufinden, ob die „Pokérus-Nachricht“ angezeigt wurde. Als ich mit Schwester Joy sprach, heilte sie meine Pokémon und sagte dann etwas anderes, aber was sie sagte, hatte ich nicht erwartet.


    „Oh je...es scheint, als sei dein Jessica nicht gerade zufrieden mit dir. Hast du etwas getan, um es zu verärgern? Du solltest dich besser um eine Pokémon kümmern.“


    Ich las den Text immer und immer wieder und versuchte zu verstehen, was ich falsch gemacht hatte. War das alles ein Nebeneffekt eines Glitches, der mit Pikachu's und Donnersteinen verstrickt war?


    Alarmglocken ertönten in meinem Kopf. Meine anderen beiden Stimmen schrien, dass ich vorsichtig sein soll, aber ich wollte Jessica auf ein höheres Level bringen, damit ich gegen den Champion und meinen Freund antreten konnte, also begann ich wieder mit dem Training. Nachdem sie Level 65 erreicht hatte, überprüfte ich ihren Sprite. Jessicas Sprite war wieder normal, aber etwas war anders. Obwohl der Pikachu-Sprite normalerweise hüpfte, tat Jessica das nicht und sie schien mich anzusehen. Ihre Augen sahen fest in meine. Ihre detailreichen braunen Augen war mit Gefühlen gefüllt, von denen ich nicht wusste, dass man sie in einem Spiel sehen konnte: Hass, Ärger, Groll, Leid...das waren keine glücklichen Augen. Als ich ihren Bericht schloss, blitze eine weitere Nachricht auf.


    „...Du bist ein Lügner...ein grausamer, herzloser Mörder...“


    „M-mörder..?!“ Ich starrte den Bildschirm an. Nun WUSSTE ich, dass hier etwas nicht in Ordnung war. Ich schnappte mir schnell meinen DS und eilte die Stufen meiner Schule hoch, um P und R zu finden, die sich in der Lounge im oberen Stockwerk aufhielten. Ich zeigte ihnen das Spiel, aber sobald ich den DS umdrehte, um ihn ihnen zu zeigen, ersetzte sich die Nachricht mit Jessicas Bericht. Ich sagte ihnen, dass sie mir zuhören sollten und flehte sie an, dass sie verstehen sollten, aber die beiden redeten über etwas anderes und dachten wohl, ich wäre bloß verrückt und dumm geworden. Ich resignierte und dachte auch, dass das möglich wäre und ging die Treppen wieder runter, um mit meinem Training fortzufahren.


    Sobald ich meinen DS wieder geöffnet hatte, waren auf dem unteren Bildschirm Wörter in einer etwas größeren Textbox. Diese Wörter waren besorgniserregend, da sie immer noch in der schwarzen Textbox standen...aber die Wörter selbst waren blutrot und hatten eine andere Schriftart, sie waren blockartig und scharf, ganz anders als die heutigen runden Buchstaben.


    „Du hast mich in der Nähe behalten. Wir waren die besten Freunde. Dann hast du mich kaputt gemacht – mich ermordet – und mich dann ausrangiert. Ich werde niemals sterben. Ich bin zu sehr in deinem Herzen verankert.“


    Jessicas Sprite erschien wieder auf dem Bildschirm, aber er sah wieder anders aus. Anstatt ein fröhliches, hüpfendes Pikachu zu sein, waren ihre Arme gefaltet und ihre Ohren hingen schlaff nach unten. Ihre Augen waren verengt und ihr Körper hatte sich so gedreht, dass sie direkt den Bildschirm ansah. Da verstand ich es wirklich. Sie sprach gar nicht mit dem Charakter.


    Sie sprach mit mir.


    „..J-Jessica...“, flüsterte ich und starrte sie still an. Der Pikachu-Sprite nickte verärgert und sein Mund begann sich lautlos zu bewegen, während Wörter in derselben blutroten, digitalen Schrift auf dem Bildschirm erschienen.


    „Ich dachte, ich wäre dir wichtig. Ich dachte, ich wäre dir wirklich wichtig. War ich nicht etwas Besonderes für dich, Cameron? War ich nicht deine beste Freundin?“


    Eine Ja/Nein-Option erschien. Ich zögerte. Langsam begannen Erinnerungen meinen Kopf zu treffen, während die anderen beiden Stimmen in meinem Kopf still blieben. Sie waren wahrscheinlich so geschockt wie ich es gewesen war. Mit zitternden Fingern wählte ich „Ja“. Jessica nickte auf dem Bildschirm, bevor ihr Schwanz zuckte und ihr Mund begann, sich wieder zu bewegen.


    „Ja. Wir waren Partner, du und ich. Wir haben Team Rocket gemeinsam geschlagen. Wir eroberten zusammen Kanto und Johto und sogar Rot...Ich dachte, ich wäre dir wichtig, aber ich lag falsch. Du hast dich von deiner Wut übermannen lassen und zerbrachst mich wie einen Zweig. Du hast mich zerstört, genau wie mein Herz. Du hast mich ermordet. Du bist ein Mörder, Cameron.“


    „N-nein!“, schrie ich, ich merkte gar nicht, dass ich laut sprach. „Jessica, es tut mir leid! Es tut mir wirklich leid!“ Ich fühlte, wie Tränen mein Gesicht herunterrannen. „Du siehst das ganz falsch!“


    Vom Bildschirm kam nur Stille, bevor ich endlich „...Pika“ aus den Lautsprechen hören konnte. Ich sah auf den Bildschirm, um zu bemerken, dass sie mir den Rücken zugekehrt und begonnen hatte, wegzulaufen. Ich schüttelte meinen Kopf und drückte wie wahnsinnig auf den A-Knopf, um zu versuchen etwas zu ändern, aber alles was ich bekam, war ein Wisch ihres blitzförmigen Schwanzes, als sie verblasste. Der Bildschirm wurde wieder normal und Black (der Charakter) stand einem Pikachu-Sprite am Ende einiger Treppen gegenüber. Ich nahm an, dass es Jessica war und der kleine Pikachu-Block sah Black an, bevor eine weitere Textbox erschien.


    „Auf der Spitze des Himmelsturms.... Ich warte auf dich.“


    Dann blitzte der Bildschirm auf und wurde wieder normal. Da war allerdings alles falsch. Die Musik hatte aufgehört und Black schien sich ein wenig langsamer als normal zu bewegen. Als ich meine Team-Pokémon überprüfte, bemerkte ich als erstes, dass Jessica nicht länger in meinem Team war. Der erste Platz wurde von meinem Starter Wish, einem Admurai, ersetzt. Ich bemerkte ein paar andere Dinge. Ihre Rufe waren unhörbar und ihre Sprites waren eingefroren. Die Sprites selber waren auch bloß einfarbig gehalten: Gelb, Rot, Blau oder was-auch-immer, außerdem waren sie in großen, blockigen Pixel gehalten... genau wie...


    ...genau wie Pokémon-Gelb-Sprites. Alles traf mich plötzlich: Jessica, mein altes Team, die Nostalgie...und endlich begriff ich, was mit der Karte passierte.


    Ohne ein weiteres Wort zu verlieren – weder im Spiel noch im echten Leben – benutzte ich mein treues Symvolara (Hynode) und flog nach Panaero City, um nach Norden zum Himmelsturm aufzubrechen. Die Musik wollte immer noch nicht spielen, aber ich quälte mich viel zu sehr, um das wichtig zu finden. Die beiden Stimmen in meinem Kopf versuchten mir zu versichern, dass das alles eine Art Albtraum war, aber ich wusste, dass es wirklich passierte. Es war alles so real...und meine Kehle war unglaublich trocken. Meine Tränen rannen immer noch mein Gesicht herunter, als ich den Turm betrat. Den Turm der verblichenen Pokémon.


    Pokémon-Turm....


    Sobald ich eingetreten war, veränderte sich die Atmosphäre. Der Raum war dunkler als sonst und es war niemand dort. Dort war eine einsame Stille, aber ganz schwach spielte Musik. Ich begann die Spiral-Treppen aufzusteigen und die Musik wurde mit jedem Stockwerk lauter. Jedes Stockwerk sah so aus, wie es sollte, aber viel dunkler und es gab weder Trainer noch wilde Pokémon. Die Grabsteine waren schwarz angemalt und auf der letzten Treppe sah ich „CAMERON BENUTZT RASEREI! JESSICA STARB!“ in roten, großen Blockbuchstaben auf der Treppe. Ein Buchstabe bei jedem zweiten Schritt.


    Endlich erreichte ich die Spitze und – zu meiner Überraschung – fand ich jeden dort vor: All die Trainer aus dem Turm, die Arenaleiter, die TOP4, Bell, Cheren, N, Lauro...sie waren alle dort und sahen auf die Haupttreppe zu der Glocke von dem Turm. Als ich mich ihnen annäherte, stoppten die Leute mich. Was sie sagten, schockierte mich noch mehr und ließ meine Kehle noch trockener werden sowie frische Tränen in meinen Augen erscheinen.


    „Bell: Cameron...wie konntest du so was tun...?“


    „Cheren: Du...Ich hab zu dir aufgesehen...Wie konntest du mich so verraten...?“


    „Lauro: Das...das kann nicht vergeben werden...aber vielleicht, wird sie...“


    „N: Du sagtest, dass du möchtest, dass Pokémon und Menschen in Frieden leben können...warum hast du dann...?“


    Als ich die letzten paar Stufen heraufstieg, folgten mir Bell, Cheren, N und Lauro, und blockten den Weg zurück. Dort – vor der Glocke - war unzweifelhaft...ein Raichu-Sprite. Das Raichu läutete die Glocke. Der Ton klang schaurig zusammen mit der Musik, die ich nun als den 8-Bit-Theme von Lavandia aus Pokémon-Gelb erkannte.


    Die Musik stoppte plötzlich und eine weitere Textbox erschien. Schwarz, mit weißer Schrift.


    „...Du bist gekommen, Cameron.“


    „...Ich bin...“, flüsterte ich dem Bildschirm ruhig zu und starrte ihn schniefend an. Der Raichu-Sprite drehte sich um und machte ein paar Schritte auf Black zu. Er stoppte bloß ein oder zwei Schritte vor ihm.


    „Weißt du, warum ich wollte, dass du hierherkommst?“


    Eine Ja/Nein-Box erschien. Mit zitternden Daumen drückte ich auf „Ja“ und das Raichu schüttelte als Antwort seinen Kopf.


    „Nein, du weißt es nicht. Lüg nicht. Ich hab dich hergerufen...damit du sehen kannst, was du mir angetan hast.“ Der Sprite machte den endgültigen Schritt auf Black zu und der Bildschirm verzerrte sich. Ein größerer Sprite ersetzte fast den ganzen Bildschirm, wie es manchmal geschah, wenn N sprach. Mir wurde fast schlecht wegen dem Anblick, der sich mir bot.


    Es war ein Raichu, aber kein Raichu, das ich je gesehen hatte. Die Ohren der Kreatur waren flach an seinen Schädel gedrückt. Ein riesiger Riss von einem Ohr zum anderen überzog die Stirn. Blutbeflecktes Fell konnte über sein ganzes Gesicht hinweg ausgemacht werden, es zog sich an seinen leidvollen Augen und zerkratzten Wangen vorbei. Seine Arme hingen schlaff an den Seiten und sein Schwanz war schlaff über seine Schulter gelegt. Dem Blitz am Ende fehlte ein großes Stück. Um den Mund des Raichu war getrocknetes Blut und einiges davon tropfte immer noch von seinem Mundwinkel herab, aber es war der Hauptteil des Raichu, der mich grausig entsetzte.


    Genau dort wo die Brust war, sowie der Abdomen und der Bauch des Raichu, war eine klaffende Wunde. Innendrin konnte man Verdauungsorgane sehen, Knochen und geknackte Rippen. Massenhaft Blut tropfte aus ihr heraus, bedeckte das weiße Bauchfell und färbte es rot. Ich sah sein Herz und mit einem übelkeitserregenden Ruck in meinem Magen, sah ich, wie es schwach in seinem zerschmetterten Rippenkorb schlug.


    Panisch drückte ich immer wieder A um zu versuchen, das Bild vom Bildschirm wegzubekommen. Stattdessen erschien eine Textbox, die Buchstaben digital und rot, wie das Blut, das aus dem Raichu kam.


    „Was ist los, Cameron? Kannst du nicht fassen, was du mir angetan hast? Deine dir am Nahestehendsten, diejenige, die du so gnadenlos ermordet hast?“


    „ES TUT MIR LEID!“ schrie ich plötzlich und starrte das Gesicht des Raichu an. „ES TUT MIR LEID!“. Ich kauerte mich vor dem Bildschirm zusammen und schluchzte. „J-Jessica, es war ein Unfall! Ich wollte dir nicht wehtun! Ich wollte dir GAR NICHTS antun! Du bist immer noch mein Pokémon! Du bist immer noch meine Freundin! Nichts davon sollte dir zustoßen, Jess! H-hasse mich nicht, es war alles ein dummer, dummer Unfall!“


    Ich weinte locker ein paar Minuten, bevor ich endlich den Bildschirm ansah. Jessica war fort und der Oberwelt-Raichu-Sprite stand einfach nur dort und sah Black an. Für einen Moment wurde nichts gesagt und ich starrte bloß den Bildschirm an. Endlich erschien eine Textbox.


    „...War es tatsächlich ein Unfall?“


    Eine Ja/Nein-Box erschien. Ich drückte Ja und es gab eine weitere Pause. Der Raichu-Sprite drehte sich um und lief zurück zu der Glocke, bevor eine weitere Textbox erschien.


    „...Bereust du, was du getan hast?“


    Eine weitere Ja/Nein-Box. Fanatisch drückte ich auf A, während weitere Tränen sich den Weg mein Gesicht herunterbahnten. Es gab eine weitere Pause, bevor Jessica sich endlich umdrehte und Black anstarrte.


    „Jessica...glaubt dir.“


    Ich spürte eine Welle der Erleichterung über mich hinwegrollen, als ich sah, wie der Raichu-Sprite zurück zu Black lief. Der Bildschirm blitzte wieder mit dem grauenhaften Raichu-Sprite auf, aber dieses Mal waren seine leidvollen Augen mit sanften ersetzt und es hatte ein kleines, schwaches Lächeln in seinem Gesicht.


    „Liebst du mich immer noch?“


    Es gab keine „Ja/Nein“-Box, aber stattdessen wollte das Spiel wissen, ob ich „Aufnehmen“ oder mein „Mikrofon überprüfen“ möchte. Ich wusste, dass mein DS-Mikrofon in Ordnung war, also wählte ich Aufnehmen und holte tief Luft.


    „...J-Jessica... Es tut mir so leid, was ich dir angetan habe... Ich wünschte, ich konnte zurückdrehen, was ich dir angetan habe. Ich hätte es niemals vergessen dürfen. Du bist nicht einfach nur ein Haufen Pixel und Daten, du bist ein Wesen, so wie ich. Es tut mir wirklich leid, ich verspreche dir, ich tue es nie wieder. Ich passe besser auf...Ich werde...Ich werde nie wieder ein Pokémon-Spiel neu starten! Nie wieder! Alles was ich will...“ Ich atmete sanft ein und ließ endlich die letzten Wörter nach draußen: „.ist, dass du mir meine Dummheit vergibst. Ich liebe dich noch immer, Jessica.“


    Der Bildschirm von Jessica auf dem Bildschirm nickte und verblasste. Die Oberwelt erschien und Jessica erschien wieder als Raichu-Sprite. Dieses Mal allerdings drehte sich Black im Kreis und ein kleiner Pokéball flog von seiner Hand. Ein Blitz aus weißem Licht umhüllte Jessica und der Ball schloss sich. Als Black nach vorne ging, um ihn aufzuheben, erschien eine neue Textbox.


    „Danke dir, Cameron...du erinnerst dich wirklich.“


    Ich lächelte den Bildschirm an und als ich das tat, liefen Cheren, Bell, N und Lauro zu Black und umkreisten ihn. Der Bildschirm verblasste und Black erschien vor der Glocke. Er läutete die Glocke und die übliche Nachricht erschien. Statt der normalen Szene, sah man Black von der Glocke weglaufen und der Bildschirm blieb auf ihr drauf. Als er verblasste, sah ich ein paar Geister-Silhouetten; ein Glurak...ein Turtok...ein Bisaflor...ein Sandamer...und ein Dragoran.


    Mein komplettes altes Gelb-Team...wurde im Himmelsturm zur Ruhe gebettet. Sie würden niemals zurückkehren...aber niemals vergessen werden.


    Der Bildschirm wurde schwarz und ich kehrte zurück nach Panaero City. Eine Nachricht erschien die aussagte, dass das Spiel gespeichert worden war. Ich überprüfte meine Pokémon und sah Jessica an sechster Stelle. Ich öffnete ihren Bericht und eine große Welle Nostalgie und Trost begrüßte mich und meine beiden anderen Stimmen, als wir auf den Bildschirm sahen.


    Wir wurden von einem Level-100-Raichu begrüßt. Mäßiges Wesen, weiblich mit dem Spitznamen „Jessica“ und der OT war „CAM“, was mein Pokémon-Gelb-Charaktername war. Ich sah mir ihre Attacken-Sektion an und sah, dass ihre Statuswerte genau dieselben wie in Gelb waren und auch ihr Attackenset genau dasselbe wie ihres in Gelb war: Donnerblitz, Doppelteam, Überroller und Surfer.
    Ich lächelte breit. Sie hatte mir vergeben und sich entschieden, sich mir mal wieder anzuschließen.


    Als ich B drückte, um den Bericht zu verlassen, ploppte eine finale Nachricht auf. Das große Raichu-Bild erschien wieder, aber dieses Mal ohne Schnitte oder zu sehende innere Organe. Was gezeigt wurde, war das lächelnde Gesicht eines gesunden Raichu, das den Bildschirm anstrahlte. Eine Textbox ploppte auf, als der Mund des Raichu sich zu bewegen begann, als würde es die Worte sagen.


    „Danke dir, Cameron, dass du mich zurückgenommen hast...oh, und übrigens...“ Der Bildschirm veränderte sich kurz. Das Bild hatte nun eine Pfote oben und ich sah etwas in der Pfote, weswegen ich die Augen weit aufriss. Es war egal, wie sehr jemand es beweisen würde, das war kein Scherz oder Hack.


    In ihrer Pfote...war das letzte, fehlende Stück meines Pokémon-Gelb-Spiels.


    „Ich werde dich auch niemals wirklich vergessen.“


    -/-/-/-/


    Ich hoffe, ihr habt das gelesen und realisiert, dass es für uns nur ein Spiel zu sein scheint. Aber Jessica hat mir beigebracht, dass wenn man ein Spiel zu sehr liebt, es ein Teil von dir wird. So sehr, dass du es nicht zurücklassen kannst


    Ich hab seit damals niemals wieder ein Pokémon-Spiel neu gestartet oder kaputt gemacht. Ich passe auf all meine Spiele auf. Ich möchte nie wieder jemanden so verärgern wie Jessica. Ich bin so froh, dass sie mir vergeben hat und mich liebt.


    Wenn sie das nicht getan hätte...hätte es viel schlimmer enden können.


    Übersetzt von Hikari17


    Quelle: Creepy Pasta Wikia


    [tab=Bilder]
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    Bitte Mitteilung geben, wenn das Bild zu heftig ist, dann lösche ich es raus.
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    [tab=Eigene Meinung]
    Wow! Diese Pasta war richtig gut. Sie hatte genau das richtige Maß an Grusel, dass die Story brauchte, der Lavandia Theme war perfekt eingesetzt und die Story lässt einen so richtig mitfühlen.


    [/tabmenu]

    Seht euch doch mal im Creepy Pasta Topic um. Bitte beachtet auch die dort aufgelistete FAQ!
    Lust auf Let's Play? Guckt doch mal auf meinen Kanal
    3DS-Freundescode: 1118-1467-2423 (bitte PN mit Code, wenn ihr mich addet).

    4 Mal editiert, zuletzt von Hikari17 ()

  • Eigentlich lese ich die CPs hier nur und äußere mich hier nicht darüber. Es reicht mir vollkommen, die Kritiken der anderen durchzulesen und mir meine eigene Meinung dazu zu bilden, aber die letzte CP, 'Jessica', hat mich einfach berührt...
    Es ist eine wundervolle CP. Ein schöner Schreibstil und bis auf eine kleine Sache ziemlich logisch. Am Anfang dachte "Ohje, schon wieder eine solche 'Hab dich vermisst' Creepy Pasta mit ein paar zerfleischten Pokémon und am Ende ein Toter Hauptdarsteller", aber nein, sie war wundervoll! Eigentlich mag ich die Geschichten am liebsten, welche sogar tatsächlich passieren können (also welche, die einfach nur im Spiel sind, und nicht so wie als das urplötzlich der richtige Name vorkommt und ähnliches), dies hier war aber ein guter Mix. Während die Depressionen, die den Hauptdarsteller quälen, eher sachlich beschrieben werden, aber dennoch zu Mitleid anregen, sind die Gefühle beim Spiel ausführlich und gut geschildert, was die CP interessant und giút lesbar macht. Auch hat es mir "gefallen", dass das Spiel zerstört und nicht, wie in den meisten anderen Geschichten, "vergessen" wird. Außerdem fand ich es wundervoll, nach einer Weile richtig mitfiebern zu können 'Lass es nicht schlecht ausgehen', 'klick nicht nein, du liebst sie, WIR lieben sie *schnief', wie zumindest ich es getan habe. Es ist so schön, auch einmal eine gut ausgehende CP zu lesen. Der letzte Satz hört sich mir wie ein "Anstupser" von wegen "Mach es doch nochmal spannend/mach ein schlechtes Ende mit einer Warnung", doch das stört nicht weiter, da man ein viel zu gutes Gefühl nach dem lesen hat.


    Auch wenn es im Herzen wehtut, ist mir doch ein negativer Punkt aufgefallen. Wenn er in der Schule ist, müssten dann nicht irgendwem seine Gefühlsausbrüche auffallen? Und das Wort 'Mobbing', was an einer Stelle verwendet wird, er wird gemobbt? Das steht aber nicht unter dem, was ihn bedrückt, dabei deprimiert soetwas doch noch zusätzlich?
    Rechtschreibfehler habe ich jetzt keine Lust, nocheinmal rauszusuchen, aber am Ende des drittletzten Absatzes fehlt ein Punkt ;D.



    Liebe Grüße, Mew ;3