Gedichte von Alaska.

  • http://i.imgur.com/qDNyZsu.jpg

    Ursprungsbild: http://colder-than-alasca.tumb…-love-me-now-what-is-life
    Edit: Alaska.
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    [tab=Willkommen♥]
    Hallo, zuerst danke fürs anklicken :).


    Ich bin Naomi und ich bin 16 Jahre alt, ich kann sagen, dass meine Weltansicht anders ist als die von vielen anderen in meinem Alter. Ich war schon immer die trauriger gesinnte Person und Vergänglichkeit und Trauer sind Themen mit denen ich mich gerne befasse, ob in Gedichten, Zeichnungen, Liedern oder Büchern. Ich habe so viele Seiten an mir, dass ich aber gar nicht festlegen kann was genau ich bin und was genau ich denke. Ich weiß nicht wer ist bin oder wer ich jemals war, ich bin niemand besonderes, doch ich bin da und man sagt alles hat seinen Grund. Ich bin ein Mysterium was noch nicht weiß wo es ist und wo es hin will.


    Warum ich Gedichte schreibe? Ich schreibe Gedicht, weil ich es befreiend finde, ich versinke in eine andere Dimension und vlt hört es sich blöd an, aber ich denke nicht mal nach wenn ich dichte, ich schreibe einfach aus der Hand heraus. Die meisten Gedichte von mir schreibe ich nachts wenn ich im Bett liege und nicht schlafen kann, weil ich wieder an irgendetwas denken muss, ich hole mein Gedichte-Buch und schreibe mir alles von der Seele. Viele meiner Gedichte veröffentliche ich nicht, weil ich den Inhalt zu traurig finde und man sie falsch interpretieren könnte. Andere wiederum nicht, weil sie grottenschlecht sind.


    Deutsch ist mein absolutes Lieblingsfach mit Englisch, Sozialkunde und Kunst in der Schule, und meine Kunstgeschichte (Haupt-Wahlpflichtfach) und BK (Nebenfach) Lehrerin meinte schon tausende Male zu mir, dass meine Interpretations und Ausdrucksweise sehr philosophisch ausgeprägt sind und ich großes Verständnis aufweise, ebenfalls ermutigte meine Deutschlehrerin mich weiter meine Ansichtsweisen auszuleben und lobte meine Hingabe zur Lyrik und Interpretation. Gerade die Epoche des Barocks memento mori hat mich zu tiefst angesprochen. Naja so viel zu mir.
    Ich bin nicht die beste Dichterin, aber ich möchte große Werke vollbringen, ich weiß dass mir dazu noch viel fehlt, aber mir fehlt es nicht an Begeisterung! :love:


    Ich hoffe sie gefallen euch und hoffe auf Feedback.
    Lg Alaska. ♥

    [tab=Zerfallen]
    Sie kämpfte im Leben, sie sah das Glück,
    sie sah die Trauer, Trauer die sie erstickt.
    Sie fühlte den Schmerz, der sie zerreißt.
    Und das Gewissen, das sie beißt.
    Dunkelheit überwog' das Licht,
    kein wunder, dass sie zerbricht.
    Hilflos ohne Ziel, sah ich zu wie sie zerfiel.
    [tab=Kein Sieg im Sicht]
    Kennst du das, dieses Gefühl niemals von dem Menschen geliebt zu werden den du liebst, den du brauchst?
    Ein Gefühl der Leere bevor du in die Schattenwelt tauchst.
    Unantastbar ist er, so weit weg und bald schon fort,
    unerreichbar an einem fernen Ort.
    Soll er doch nur in meine Arme, nur zu mir.
    Dann gibt es auf ewig nur ein "Wir".
    Liebe so schwer, so arg- einfach zu stark.
    Geheule zu groß bis es dann vorbei ist,
    nicht lange und wir sehen zu wie der Schmerz uns frisst.
    Wunderschönen Augen hast du, benebeln meinen Verstand, rauben mir die Ruh'.
    Mein eiskaltes Herz beginnt zu tauen,
    doch kann man dir trauen?
    Riskieren heißt Verlieren,
    sind zum Gewinnen geboren,
    haben von Anfang an verloren.


    (naomi-rachel, 15:28h)
    [tab=In Trümmern der Welt]
    Ich fühle mich so kalt,
    mir fehlt der Halt.
    Will endlich fort,
    die Welt, ein grausamer Ort.
    Hoffnung da wo keine Zukunft ist.
    Meine Seele die mich langsam zerfrisst.
    Ich bin am Ende,
    schneeweiße Hände.
    An diesem grauen Tag.
    Traurig, dass ich nicht aus der Gesellschaft rag'.


    (naomi-rachel, 02:04)
    [tab=Ode des Zerbrechens]
    Vergessen unsere Träume, denn wir leben zu hart.
    Ohne Vorstellung, ohne Plan, zeitlich in der Gegenwart.
    Wir rennen immer schneller,
    Das Licht wird heller,
    vergessen unsere Freunde und den Spaß.
    war gewöhnt dieses Gefühl von Sarg,
    das Kind was immer auf Betonböden lag,
    am Ende vom Tag, sind es zwei Wörter die ich sag:
    Lebe wohl, oder auf Wiedersehen.
    Beides heißt es ist Zeit zu gehen.
    Siehst du es?
    Zeiger ging Stück für Stück weiter,bis zum endlosen drehen.
    Mir wird blind vor Auge, kann nichts mehr sehen.
    Das Leben ist eine unendliche Leiter,
    bis die auseinander bricht,
    genauso wie Mein Herz.
    Meine Seele sucht das Licht,
    es bleibt dennoch der ewige Schmerz.
    [tab=Vollendung]
    Vollendetes Leben, helfen Menschen, verteilen Glück,
    leben den Augenblick, zielsicher, starken Willens, wir streben.
    Öffne die Augen mein Kind,
    nur du läufst durch das Leben blind.
    Merkst die Gefahren nicht,
    Aus dem Schatten mit dir, ab ins Licht.
    Vertraust du mir, und du wirst sehen.
    Wirst du am Ende auf der Spitze stehen.
    Und wenn du in die Menge schaust,
    versprich mir eins,
    du wirst sehen die Welt ist grau.
    Strahle glücklich, bevor du dich umdrehst und weinst.
    (naomi-rachel, 23:04)
    [tab=Blick ins Herz]
    Sprachlos, entsetzt vom Leben,
    wollten immer schon streben,
    auf einen golden Pfad voller Glück.
    Doch leben wir im Augenblick.
    Hoffnungslos, unsicher, kalt.
    Rennen ziellos durch den Wald,
    Faszination Erde, Natur, sie ist atemberaubend.
    Stell dir vor wir wären Taub und Blind,
    wie der Rest der Gesellschaft, herzlos, bitter.
    Doch sind wir gefühlvolle Ritter.
    Zahlen mit Liebe, anstatt Geld.
    Wollten schon immer sein, wie der im Kinderbuches Held.


    (naomi-rachel, 00:48h)
    [tab=Ersticktes Glück]
    Ewig traurig, allein,
    möchte nur frei sein.
    Durch die Lüfte segeln,
    ohne Ziel, ohne Regeln.
    Mit den eisernem Schwert,
    und einem steinhartem Herz,
    über meinen Schatten springen,
    gefühlsvolle Lieder singen,
    eiskalte Fassette,
    spiel du nur ab die kleine Kassette,
    mit Erinnerungen und Träumen,
    zerstört in engen Räumen,
    verlorenes Ich,
    träume vom ewigem Nichts.
    Will zurück auf die Plattform, wunderschöner Blick.
    Die Nesseln um meinem Hals werden zu dick.
    Ersticke an meinen unausgesprochenen Worten,
    bin endlich da, an den von euch erträumten Orten.


    (naomi-rachel, 22:11h)
    [/tabmenu]


  • Hallo ^^


    eine Schande, dass du so lange kommentarlos bleiben musstest, zumal dein Gedicht eine Geschichte erzählt, mit der sich wohl viele identifizieren können. Aber dazu später. Wenn du deinen Starterpost etwas hübscher gestalten möchtest, kannst du dich bezüglich der Quellcodes in diesem Thema erkundigen: Benutzung von Quellcodes. Du kannst aber auch jederzeit einen Moderator oder jemanden aus dem Fanfiction-Komitee anschreiben, der dir dann hilft ^^ Falls du nämlich vorhast mit Gedichten weiter zu machen, wäre ein einladender Starterpost natürlich nicht schlecht.


    Aber kommen wir zum wichtigsten, nämlich deinem Gedicht:


    Sie kämpfte im Leben, sie sah das Glück,
    sie sah die Trauer, Trauer die sie erstickt.
    Sie fühlte den Schmerz, der sie zerreißt.
    Und das Gewissen, das sie beißt.
    Dunkelheit überwog' das Licht,
    kein wunder, dass sie zerbricht.
    Hilflos ohne Ziel,
    sah ich zu wie sie zerfiehl.


    Gehen wir erstmal kurz auf die Grammatik&Rechtschreibung ein: Gerne übergeht man diese oft bei Gedichten, wobei es natürlich auch absichtlich sein kann, um irgend etwas auszudrücken. Hier allerdings sind es wohl Flüchtigkeitsfehler. Im zweiten Vers "Trauer, die sie erstickt", Vers Nummer sechs Wunder groß schreiben und im letzten Vers "zerfiel", also ohne das H.
    Die äußere Form ist schön simpel gehalten. Wir haben eine einzige Strophe, die eine ganze Geschichte erzählt. Das Gedicht baut sich aus drei Paarreimen und zwei Waisen am Anfang auf, was es recht flüssig beim Lesen macht. Sehr schön ist, dass die reimenden Wörter nicht erzwungen klingen, sondern wunderbar in den Kontext passen und Sinn ergeben. Das ist nicht immer so einfach hinzukriegen. Durch das Reimschema wird natürlich auch jedes Verspaar nochmal verbunden, sieht man ja auch inhaltlich, dass die Verse jeweils zusammen passen und bestimmte Aspekte ansprechen. Aber zum Inhalt dann später.
    Der Einsatz von Stilmitteln ist hier eher gering, aber doch gut gemacht. Viele Parallelismen sind im Gedicht anzutreffen, gerade am Anfang sehr auffällig "Sie kämpfte/ sie sah/ sie sah", aber dann auch im Laufe des Gedichtes "sie erstickt/ sie zerreißt/ sie beißt/ sie zerbricht/ sie zerfiel". Am Anfang dient das Stilmittel wohl noch dazu, die Aufzählung zu verdeutlichen. Später hat es eine fast schon einhämmernde Wirkung, da es am Ende des jeweiligen Verses steht und immer betont, was geschieht. Im zweiten Vers kommt außerdem eine Wiederholung des Wortes Trauer vor, gepaart mit einem Chiasmus. Ich denke hier vor allem für den Lesefluss und die Betonung des Wortes "Trauer" eingesetzt. Ansonsten noch eine schöne Metapher mit zwei Gegensätzen "Licht-Dunkelheit", die natürlich hier nachvollziehbar umschreibt, dass die negativen Dinge überwogen. Bevor ich aber näher auf die Interpretation eingehe, kurz etwas zur Wortwahl: Die Wörter sind definitiv eher negativ gehalten, also Verben und Nomen, die meist etwas schlechtes ausdrücken. Nur Licht und Glück fallen aus dem Schema heraus, wobei Licht in der Antithese steht und das Glück gleich im nächsten Vers deutlich durch den Einsatz von "Trauer" wieder in den Schatten gerückt wird. Gerade aber die Verben sind ziemlich negativ und die meisten verbinde ich persönlich mit Schmerzen ("ersticken, zerreißen, beißen, zerbrechen, zerfallen"). Schöne Wortwahl, die eine große Wirkung hat.
    Nun aber zur Interpretation: Eingeleitet wird das Gedicht zwar nicht positiv, aber durchaus noch "offen". Man weiß also nicht, wie es endet, da der angedeutete Kampf ja auch siegreich sein kann, zumal erwähnt wird, dass sie das Glück sieht. Doch gleich im zweiten Vers haben wir den Wendepunkt, der durch die Stilmittel nochmal deutlich wird. Insgesamt sind die ersten beiden Verse vom Reimschema her Waisen und unterscheiden sich vom Rest. Finde ich für die Einleitung gut gelungen, da es uns so gesehen erstmal die nötigen Informationen liefert, bevor "ihr Schicksal seinen Gang nimmt". Danach kommt ein Paarreim, der ihre Schmerzen umschreibt und woher diese kommen, gefolgt von einem Paarreim, der die Situation von außen beschreibt. Der letzte Paarreim verbindet zwei Verse beenden dann das ganze. Das Gedicht spricht durch die Wortwahl sehr stark die Emotionen des Lesers an, weckt düstere Assoziationen, wodurch natürlich die richtige Wirkung erreicht wird. Es erzählt von einer hoffnungslosen Situation, die sich in ihrer Hoffnungslosigkeit mit jedem Satz steigert bis es eskaliert. Für mich spricht das Gedicht von Depressionen und im Härtefall sogar vom Suizid. Diese "sie" scheint trotz Kämpfe bzw. Versuche, nicht mehr aus ihrem Loch rauszukommen. Gut finde ich, dass ihr Leben nicht komplett negativ dargestellt wird, sondern (wie es auch realistisch ist) Glück und Licht durchaus vorkommen, nur halt nicht ausreichen. Was für mich aber das "schönste" am Gedicht ist, ist das Ende. Hier kommt plötzlich das Lyrische Ich ins Spiel und übernimmt so gesehen die Hauptrolle. Man vergisst nur zu gerne, dass es nicht nur dem Betroffenen schlecht geht, sondern auch den Menschen um diesen herum. Die Menschen, die zusehen müssen und nicht helfen können. Sich am Ende die Schuld geben und womöglich selber anfangen in ein Loch zu fallen. Man darf echt niemals beide Seiten vergessen. Schön also, dass du so kurz, aber einprägend, die andere Seite mit einbringst. Insgesamt natürlich sehr traurig, vor allem wenn man bedenkt, dass ein Gedicht oft auf Erfahrung beruht. Diese Hilflosigkeit ist eine Erfahrung, die ich keinem wünsche.


    Du hast deine Aussage sehr schön rübergebracht, vor allem durch die Wortwahl. Das Gedicht liest sich außerdem auch flüssig und an der äußeren Form gibt es nicht viel zu bemängeln. Gut wäre es natürlich, wenn du auf die Grammatik und Rechtschreibung acht gibst, da es doch ärgerlich ist, wenn solche Kleinigkeit den Eindruck trüben. Dieses Gedicht ist auch sehr einfach gehalten, was nicht negativ ist. Trotzdem würde ich dir raten, dich mal an etwas "kryptisches" zu wagen, also an ein Gedicht, dessen Aussage nicht ganz so schnell rauszulesen ist. Spiel mit mehr Metaphern und anderen Stilmitteln und lass den Leser ruhig mal länger grübeln. Auf jeden Fall hast du Potential und drückst Emotionen super aus.



    .: Cassandra :.

  • @pathetic.


    Die Gedichte erinnern mich sehr schmerzlich an meine Freundin, die sehr oft in unglaublich ähnlicher Form die selben Themen aufgegriffen hat. Ich vermisse sie natürlich, wodurch du leider das große Pech oder auch Glück hast bei meiner Beurteilung einen sehr melancholischen, verklärten Blick zu wecken.
    Daher ersteinmal Danke, dass du dich so öffnest - ich denke die Gedichte lassen tief blicken und das ist keine Selbstverständlichkeit.


    Ich versuch trotzdem mal eine behutsame "Kritik" ( im eigentlichen Wortsinn ja nichts schlechtes :) )


    Du hast noch ein Faible für klassische Paar-Reime, wie man sie wirklich sehr oft findet.
    Wonne
    Sonne
    Maus
    Haus
    ...
    Ich weiß nicht, ob sich das auswächst oder es einfach so ist. Versteh mich bitte nicht falsch, daran ist nichts verwerfliches oder schlechtes. Sie sind unglaublich rein und klar, man muss sich beim lesen auch nicht wirklich anstrengen und kann sich daher auch voll auf den Inhalt konzentrieren.
    Trotzdem bin ich jetzt schon gespannt, wie du mit ähnlichen Themen umgehst, wenn du dich irgendwann vielleicht doch mal davon löst. Es eröffnen sich sehr wahrscheinlich noch viel mehr Möglichkeiten wenn du es wagst dieses Schema zu verlassen. Es ist woh schwieriger, aber die Möglichkeiten die eigenen Worte durch Stil und Lyrik zu untermauern sind dann noch größer. Andererseits verlieren die Gedichte dann unter Umständen das schlichte und ehrliche, was deine Texte jetzt schon irgendwie ausmacht.


    Es fällt mir schwer dein Alter zu schätzen, aber ich würde vermuten, dass du noch in der Findungsphase in deinem Leben bist. Wahrscheinlich auch noch "jung", wodurch der doch sehr gesellschaftskritische und düster-verklärte Hauch in deinen Gedichten noch beachtlicher wird. Das ist ziemlich große Klasse und würde jeden Philosophie-Lehrer wahrscheinlich sehr freuen. Da ich selber noch ein junger Hüpfer bin kann ich viele Ängste und Sorgen gut nachfühlen. Orientierungslosigkeit und das Gefühl nirgendwo "reinzupassen" sind Leitmotive unserer Generation - und das obwohl wir ein Leben im Überfluss führen, was unsere Ziellosigkeit aber vielleicht noch verstärkt.


    In jedem Fall kann ich dir deine Angst nehmen: Es ist nicht schlecht. Könnte es zwar sowieso nicht, aber ich habe alle Gedichte sehr gern gelesen. Also müssen wir natürlich auch Danke sagen!
    Dankeschön und weiter so. Hoffentlich lesen wir bald noch mehr von dir.

    Also laufe ich so schnell ich kann bis an's Ende der Welt
    Denn ich hab' Angst, dass du was Dummes sagst, das mir nicht gefällt

  • Huhu @Alaska.
    Nachdem du zwar schon ein bisschen Feedback von meinen Vorpostern bekommen hast, aber immer noch ein bisschen mehr geht - vor allem, da du ja schon ein paar Werke angesammelt hast - lasse ich dir an dieser Stelle einen kleinen Kommentar da, vor allem, weil ich schon länger mal etwas von dir lesen wollte, da du da angesprochen hattest, ein Buch zu schreiben. Und ein paar "Kleinigkeiten" eines Autors spiegeln sich in jedem seiner Werke wieder, ob nun lyrisch oder episch.


    Beginnen wir vielleicht mal kurz mit deinem Startpost, einer Kleinigkeit, die ich vor den eigentlichen Werken immer gerne beleuchte. Ein Startpost für deine Gedichte, Kurzgeschichten (je nachdem, was du noch schreiben möchtest) ist sicherlich keine Pflicht, und man kann auch fantastisch schreiben, ohne dass man einen hat. Allerdings bietet der Startpost zwei Elemente, die man nicht ganz so leicht gewähren kann, wenn man nacheinander seine Werke auflistet.
    1.) Informationen - über dich, deine Inspiration etc, denn gerade das können Kommentatoren und Leser berücksichtigen, aber auch erste Erwartungen können dadurch entstehen, die deine Leser zusätzlich positiv beeinflussen können. Wenn sie wissen, warum du "traurige" Werke schreibst, können sie sich viel besser in dich hineinversetzen und auch nachfühlen, warum du so schreibst, werden neugierig auf folgende Werke und dich als Dichter. Und das wäre doch eigentlich optimal, nicht wahr?
    2.) Übersicht - ich verstehe dein System und finde mich auch zurecht, das geht sicherlich vielen so, aber bedenke, dass es ein bisschen unübersichtlich wird, wenn du eines Tages 20, 30, gar 50 Werke in deinen ersten Post packst. Dann findet sich vielleicht der ein oder andere Leser nicht mehr zurecht oder verliert gar die Lust daran, in deinem Thema zu streunen, auch, wenn wirkliche Perlen dabei sind. Deswegen würde ich dir zu zwei "Methoden" raten.
    ___a.) Packe deine Werke in einen Spoiler, am besten jedes einzeln, zusätzlich kannst du den Titel des Gedichtes, falls vorhanden, sogar als Spoilerbezeichnung verwenden, wie das genau geht, findest du in diesem Topic. Natürlich kannst du dich aber auch an User wenden, die ihr Ordnungssystem so angelegt haben, wie sie das handhaben, wenn du nett fragst, bekommst du auch mindestens genauso nette Antworten zurück!
    ___b.) Poste jedes Update seperat, sprich - du hast zwei neue Gedichte? Dann klicke auf "Antworten" und füge die beiden ein, so kann der Leser auch sehen, wie aktuell sie sind. Versuche hierbei jedoch nicht zu sehr zu pushen, sondern nutze die "Editierfunktion". Welcher Updaterhythmus dir liegt, findest du ganz schnell selbst heraus.
    Allem in allem hast du aber noch eine gute Übersicht! :3
    Fangen wir doch mal bei diesem Werk an:

    Kein Sieg in Sicht


    Kennst du das, dieses Gefühl niemals von den (dem) Menschen geliebt zu werden den du liebst, den du brauchst?
    Ein Gefühl der Leere, bevor du in die Schattenwelt tauchst.
    Untastbar (unantastbar) ist er, so weit weg und bald schon fort,
    unerreichbar an einen (einem) fernen Ort.
    Soll er doch nur in meine Arme, nur zu mir.
    Dann gibt es auf ewig nur ein "Wir".
    Liebe so schwer, so arg
    - einfach zu stark.
    Geheule zu groß, bis es dann vorbei ist,
    nicht lange und wir sehen zu, wie der Schmerz uns frisst.
    Wunderschönen Augen hast du,
    vernebeln (benebeln) meinen Verstand, rauben mir die Ruh'.
    Mein eiskaltes Herz beginnt zu tauen,
    doch kann man dir trauen?
    Riskieren heißt verlieren (Verlieren),
    sind zum Gewinnen geboren,
    haben von Anfang an verloren.


    Gehen wir zuerst einmal kurz auf die Grammatik und Rechtschreibung ein, die bei dir im Großen und Ganzen schon stimmt, jedoch verwechselst du manchmal Dativ (Wem?) und Akkusativ (Wen?), wobei das ein Fehler ist, der sehr, sehr vielen Menschen unterläuft. Beim Gedichtelesen stören sie auch eigentlich nicht wirklich, da man sich hier viel eher auf das Szenario, die Einflüsse, als peinlich genau auf jedes Wort. Solltest du dennoch das Gefühl haben, dass du diese Fehler häufig machst, immerhin kennst du dich am besten, kannst du dir einen User (oder auch eine außerbblerische Person!) suchen, der kurz über deine Rechtschreibung sieht, irgendwann hast du den Dreh dann selbst raus. Ich habe diesen Fehler lange Zeit mit "das" und "dass" gemacht, bis ich irgendwann genau verstanden habe (anhand von Korrekturen), wie es richtig funktioniert, vielleicht empfindest du das ja als richtige Methode für dich? ^-^
    Die äußere Form deines Gedichtes, sprich, in welchem Schema es verfasst wurde, gefällt mir sehr gut, auch wenn die ersten Verse relativ lang sind, an sich stört das überhaupt nicht, im Gegenteil, ich finde, dass diese abnehmende Länge deinem Gedicht nochmal eine besondere Note verpasst. Auch, das hat Cassandra bereits angesprochen, schaffst du es, die Reime in Einklang zu bringen, sie klingen harmonisch, passend und nicht gezwungen. Vielleicht kennst du das, aber es gibt manche Reime, die zwar "stimmen", aber absolut nicht zueinander im Kontext passen. Dir gelingt es sehr, dieses Problem zu vermeiden, toll! Allerdings ist mir eine Kleinigkeit aufgefallen, die sich in manchen deiner Gedichte wiederspiegelt - du verwendest gerne einfache Reimschemen. Bitte versteh das nicht falsch, Gedichte sind persönlich, vielseitig und man kann sie demnach auch ganz schwer nach gewissen Maßstäben beurteilen, aber ich finde, dass du das Zeug hast, auch mal über den Tellerrand der ewigen Paarreime zu blicken. Mit Reimwaisen, also Versen, die keinen Reimpartner haben, hast du schon einen guten Schritt gewagt, aber versuch dich doch auch einmal an "exotischen" Dingen, wie einem umarmenden Reim, einem Kreuzreim etc. Im Bisaboard *klick* findest du einige Anregungen zu Reimschemen, die du dir vielleicht mal ansehen solltest. Denn für eine gute Basis hast du bereits gesorgt, jetzt solltest du dich langsam ans Experimentieren und Ausbauen wagen!
    Danach zu meinem persönlichen Lieblingsteil - der Wortwahl und ihrer Wirkung. Dein Gedicht hat mich gleich zu Beginn fesseln können da du im ersten Vers den klugen Zug gewagt hast, und eine "direkte Ansprache" geschrieben hast, durch dieses "Kennst du das" als Anfang deines Werkes fühlt sich der Leser direkt angesprochen und wird "hellhörig", möchte sehen, worüber du ihn fragst und warum du ihn überhaupt fragst. Du erhältst diese Verbindung aufrecht, weil du deine Frage, dieses Gefühl, genauer beschreibst, und der Leser merkt, um welches Thema es geht, ein Thema, mit dem sich viele Menschen identifizieren können - der Liebe und den Problemen, Ängsten, die sie mit sich bringt. Und obwohl ich eigentlich eine glückliche Beziehung habe, kann ich mich sehr, sehr gut mit deinem Gedicht verbinden, es hat mich berührt und spiegelt die Ängste wieder, die ich in meiner Verliebtheitsphase hatte. Besonders die schöne Wendung, die du ab "Wunderschöne Augen hast du" und den drei Versen danach einbaust, macht das Gedicht vielseitig und nicht "eintönig" traurig. Deine kurzen, beinahe schon "in Trauer erstickten" Verse gegen Ende und Mitte des Gedichtes verdeutlichen die Stimmung und die Gefühle des Lyrischen-Ichs (also des Gedichterzählers) mehr. Es wäre ja auch ziemlich langweilig, wenn man schnell zu Boden fällt in deinem Gedicht - du fängst den Leser im Sturz, ehe du ihn wieder loslässt und er fällt. Das hat mir sehr gut gefallen und vor allem die letzten drei Verse ab "Riskieren heißt Verlieren" berühren, auch wenn sie eher negativ und nahezu melancholisch sind. Sie geben dem Leser etwas zum Nachdenken auf seinem Weg mit, die Ansicht des Lyrischen-Ichs, sein Wesen, die "Zusammenfassung" deines Gedichtes. Dieses kleine "etwas" ist dir sehr gut gelungen, und wenn ich an dein Gedicht denke, blieben besonders diese drei Zeilen sehr in meinem Kopf hängen. Die Stimmung deines Gedichtes ist zweifelsohne negativ, traurig, allerdings schilderst du, wie bereits erwähnt, auch einen schönen Moment und lässt das Gedicht mit einer nachdenklichen Stimmung ausklingen. Sehr schön geschrieben!
    Zuletzt zur Interpretation und meinem persönlichen Fazit, gerade ersteres ist wichtig, damit du abschätzen kannst, ob deine Botschaft beim Leser auch wirklich so ankommt, wie du es möchtest.
    Für mich beschreibt das Lyrische-Ich (das Geschlecht ist nicht klar, nicht einmal angedeutet, das macht es übrigens nochmals "flexibeler") die Liebe zu einem Menschen, den er, seiner Ansicht nach, zu sehr liebt, denn im Endeffekt ist es keine glückliche Liebe, sondern eine einseitige, in der das Ich auch keinen wirklichen Halt finden kann, was für mich "doch kann man dir trauen?" ausdrückt. Das Lyrische Ich weiß nicht, ob diese Liebe je eine Zukunft haben wird, ob die Gefühle des Geliebten erwidert werden. Man spürt das gebrochene Herz, die Hoffnungslosigkeit des Erzählers sehr, das ist dir gelungen, vor allem durch deine Wortwahl!
    Fazit: Mir hat dein Gedicht sehr gefallen und gerade die besagten Zeilen wollen mir einfach nicht aus dem Kopf (hat etwas von einem Casper-Song, haha), sie beschäftigen und ich habe das dumpfe Gefühl, dass du mich vielleicht zu etwas inspiriert hast mal abwarten.
    Es war eine Freude, deine Werke - auch, wenn ich nur ein einziges kommentiert habe - zu lesen und ich freue mich darauf, dich bei deinen Fortschritten begleiten zu dürfen.
    Solltest du noch Fragen, Wünsche, Anregungen haben, darfst du jederzeit auf mich zukommen! ^___^



    Felii