Sternenhimmel [Update 09.08.18]

  • Taumeln




    Ich weiß, du willst mich doch auch!
    Willst bloß nicht gesteh'n!
    Sehnsucht spricht aus deinem Tun!


    Du willst mich doch auch!
    Ich kann's sehn.
    Eis nur Wärm' verdeckt.


    Willst du mich?
    Nichts ...
    Bist so fern ...


    Ich und ...
    ... du ...
    ... niemals ...?

  • Ein kleines Feedback zu deinem neuesten Werk "Taumeln" (:


    Ich finde die Gedichtform selbst sehr ansprechend! 7-5-7, 5-3-5, 3-1-3, 2-1-2 von den Silben her, das ist vor allem optisch sehr schön (hierbei gut, dass du den Text auch mittig zentriert hast) und liest sich sehr interessant!
    Reime sind jetzt nicht wirklich vorhanden, außer in den je zweiten Versen der ersten beiden Strophen (gewollt oder nicht?) und das finde ich auch gut so, ich denke gezwungene Reime funktionieren bei dieser Form nicht besonders.


    Am schönsten neben der eigentlichen Darstellung gefällt mir eigentlich der Inhalt (und die Verbindung der beiden Elemente). Das lyrische Ich geht hier von selbstsicher und überzeugt zu von Zurückweisung verletzt und ganz klein; und die Form des Gedichtes folgt - wunderschön!
    In diesem Sinne passt auch der Titel seht gut, wenn das sichere lyrische Ich gefühlsmäßig ins Taumeln gerät.


    Wirkliche Kritik habe ich an dieser Stelle eigentlich gar nicht, es ist ein süßes kleines Gedicht, das zeigt, wie kraftvoll das Spiel von Form in Verbindung mit Inhalt sein kann!


    Freue mich schon auf dein nächstes Werk!

  • Hallo Jumin aka Sheo! (:


    Ich hab mich jetzt einfach dazu entschlossen dir einen Kommentar zu schreiben und deshalb musst du nun mit meinem mehr oder weniger hilfreichen Geschwafel vorlieb nehmen. Vielleicht sorge ich zumindest für eine kleine Überraschung.


    Hab mir jetzt mal den Text „Mit gebrochenen Flügeln“ herausgepickt und obwohl ich ihn schon mal gelesen hab, möchte ich hier jetzt noch mal „in depth“ darauf eingehen.



    Okay, du sagst, du hast keine Ahnung was das ist und eigentlich liegt es dir auch gar nicht, aber meine Güte, dafür ist es richtig, richtig gut geworden. Natürlich erkenn ich auch paar negative Dinge hier, aber nachdem du in den Zitaten noch ein paar „Livereactions“ von mir hast, kommen jetzt noch ein paar besser formulierte Gedanken.
    Interessanterweise konnte ich mich mit der Hauptperson eigentlich ganz gut identifizieren, da hab ich eine Menge Parallelen zu meinen Empfindungen aus der Vergangenheit ziehen können. Aber ich vermute, dass das Gefühl der Verliebtheit jeder in ähnlicher Form irgendwann schon mal erlebt hat und hier kommt eben noch die Komponente der Ablehnung dazu. Liebeskummer ist einfach schmerzhaft, da kann man gar nichts machen. Du hast das auch deshalb so gut umgesetzt, weil du dich gar nicht erst mit der Umgebung oder sonst wie aufgehalten hast. Das hier war rein fixiert auf die Hauptperson und ihre Gefühle und ich kann dich nur loben, es ist großartig geworden! Vielleicht ein bissl ungeschliffen an der ein oder anderen Stelle, aber nachdem ich selbst mit diesem Format keine Erfahrung habe, kann ich da auch nicht wirklich viel verbessern. Mal ganz davon abgesehen, dass deine Umsetzung in jedem Fall sehr gut war — vor allem, wenn es wirklich das erste Mal überhaupt war, dass du so was geschrieben hast. Aber es ist gut, wenn man mal „alles herauslässt“ und einfach drauflos schreibt. Therapeutisch immer eine gute Sache, ich sprech da aus Erfahrung. ;)  
    Aber zurück zur Story: wir haben also Sie und Ihn — keine Namen, kein großes Geplänkel von wegen Aussehen und so. Ist in dem Fall auch sehr gut, weil klar, kann man sich jetzt über sein Aussehen auslassen oder über ihres, aber das war hier ja auch nicht wichtig. Und hat im Grunde auch die Identifikation des Lesers mit der Hauptperson erleichtert. Du hast auch noch an einer sehr guten Stelle begonnen: mitten im emotionalen Zusammenbruch der Hauptperson. Da passte der kleine Rückblick natürlich sehr gut, um dem Leser die nötigen Hintergrundinfos zu geben, um die Situation am Anfang auch zu verstehen.
    Leider kann man da nicht viel rauslesen zu der Vergangenheit von den beiden. Scheinbar gab es mal eine Verbindung, eine Freundschaft mindestens, aber mehr erfährt man auch nicht. Waren sie mal zusammen? Oder hat er sie gleich abgelehnt? Das alles ist nicht klar, Fakt ist aber, dass sie in immer noch liebt. So was lässt sich aber auch nicht von heut auf morgen abstellen und du hast hier auch sehr treffen beschrieben, wie schnell da Wunden einfach aufreissen können. Ich hab das für mich persönlich immer mit Mauern verglichen, die ich gebaut hatte, um diesen einen Typen draußen zu halten, aber er ist einfach durchgelaufen! (Gut, vielleicht war mein 12jähriges Ich auch nicht so wirklich dahinter.)
    Dass du hier komplett ohne wörtliche Rede arbeitest ist so eine weitere Sache, die das hier noch intensiver macht. Obwohl die männliche Hauptperson damit schon ziemlich gruselig ist, ich mein, sich einfach so nähern? An einem dunklen Ort? Freakin! Ein paar mehr Manieren wären echt nicht schlecht gewesen, das war nicht besonders gentlemanlike. Obwohl natürlich der „mysteriös Schweigende“ durchaus ein passendes Storyelement hier ist, weil der Leser rein die subjektiven Eindrücke der Hauptperson mitbekommt. Man kann sich kein eigenes Bild von dem „Er“ bilden, weil „Sie“ die Linse ist, durch die der Leser die Welt sieht. Obwohl Linse ist hier wohl etwas falsch ausgedrückt, du beschreibst ja mehr ihr Inneres.
    Die ganze Szene „Er geht auf Sie zu und stellt ungefragt Körperkontakt her“ ist … bissl abgegriffen, glaub ich. Vermutlich liegt das aber daran, dass das wohl so eine kollektive weibliche Fantasie ist — yes, I had that one, too —, die deshalb auch oft genug verwendet wird. Wahlweise spricht er noch, in vielen Fällen ist der männliche Part stumm. Das ist hier aber kein direkter Kritikpunkt, da du ohne Planung herangegangen bist. Die ganze Sache kam ja eher „über dich“, soweit ich das verstanden habe.
    Nichtsdestotrotz hast du das hier durchweg sehr intensiv beschrieben, was mich sehr beeindruckt hat. Ist dir wirklich gelungen das aus der Perspektive der Hauptperson darzustellen. Der Kuss am Ende war übrigens 1A — weil sehr dezent beschrieben. Im Grunde ist es auch wahnsinnig schwer einen Kuss zu beschreiben, deshalb Hut ab von mir an der Stelle. Aber trotz Kuss arbeitet der Kopf der Hauptperson weiter, weil manche Sachen lassen sich halt nicht verdrängen.
    Ich weiß auch nicht, wie ich mir vorstellen soll, wie das bei den Beiden weitergeht. Nachdem man seine Beweggründe nicht kennt, ist es etwas schwer sich hier vorzustellen, dass alles gut wird. Obwohl man natürlich schon die Hoffnung hat, dass er doch gemerkt hat, dass er sie mag oder schon immer mochte und seine vorherige Ablehnung — die es wohl gegeben hat — irgendwelche Gründe hatte. (Soll’s geben, würd ich nicht ausschließen.) Aber der Text endet mit einem schönen Moment und ich finde, dieser Moment ist dir auch gelungen. Du hast sehr emotional aufgeladen auf dieses Ende hingearbeitet und das ist dann auch der beste Abschluss. Hat mir sehr gefallen. (:  
    Vielleicht solltest du der Textform eine Chance geben, auch wenn die Beschreibung von Gefühlen sehr anspruchsvoll ist — finde jedenfalls ich — so hast du hier durchaus gezeigt, dass du es kannst.


    Bin gespannt, was als nächstes kommt.
    Bis dahin: fröhliches Schreiben!


    (Ich freu mich übrigens immer über Feedback bei GiF — falls du Lust auf ein „Gegenkommi“ haben solltest. (: )

  • vTut mir Leid, dass ihr relativ lange warten musstet, aber ich wollte ursprünglich mit einem neuen Beitrag antworten^^"



    Cyn
  • The magic dragon


    Once upon a time, there was a gentle witch living in a dark forest. But she had a big problem: her boyfriend was an Afro-Carribean nudist. She herself didn't have a problem with this, but her friends, the other witches, did. They all had well-dressed partners to accompany them to the big “Witches and Wizards Dancing Night” this evening.
    So (because she was afraid of the reactions of her friends and the feeling of peer pressure) the witch went up the highest mountains to the darkest cave she had ever heard of – pulling her friend after her.
    There she called out the name of the old, magic dragon who lived there and which isn’t understandable for common mortals.
    When the dragon stepped out, the witch was surprised: She had expected to meet a giant, mighty creature with more power than the whole witch-body would ever call its own. But there, right in front of her, stood a pink, tiny dragon, barely reaching her knees, dressed in a pink dress used for dancing ballet.
    “Who called out for me?”, the little dragon croaked out.
    The witch was shocked, but answered: “I...it was me!” And continued: “Please, dragon all mighty...ah...and pink! Could you dress my friend here so that I can go to the witch ball without shame?”
    The little creature closed its eyes seriously and clapped its clumsy paws together.
    Suddenly a big cloud of pink dust covered them all so that the witch couldn’t see anything and had to cough.
    When the dust disapeared, the tiny dragon was away and she stood in the great ball room where all the other witches were looking at her.
    The witch smiled, proud that everything seemed to have worked out well – until the crowd suddenly began to laugh out so loud that the witche's ears began to hurt.
    She noticed that the others pointed in her direction, so she slowly turned around; her friend had clothes on, just like she had wished – but not what she had imagined.
    He wore a sweet, pink ballet dress ornate with roses and lace...


    What you should learn from this story: Be careful wishing things from an all-mighty, tiny, pink dragon!


  • Der Geist der Jagd




    „Es wird kommen die Zeit der Weißen Kälte und des Weißen Lichts, die Zeit des Wahnsinns und die Zeit der Verachtung, Tedd Deireádh, die Zeit des Endes. Die Welt wird in Frost ersterben, und wird mitsamt einer neuen Sonne wiedergeboren werden. Aus dem Älteren Blute heraus wird sie wiedergeboren, aus dem Hen Ichaer, dem ausgesäten Samenkorn, das nicht keimen wird, sondern in Flammen ausbrechen.“
    - „Das Erbe der Elfen“ von Andrzej Sapkowski




    eise rieselte der Schnee in zarten Flocken zwischen den kahlen Bäumen hindurch, die ihre skelettierten Finger in stummer Verzweiflung einem schlammgrauen Himmel entgegenreckten - stumme Vorboten dessen, was dem Rest dieser Welt noch bevorstand.
    Ein einsamer, vermummter Elf lenkte sein schnaubendes Ross zwischen den dunklen Baumriesen hindurch, die einmal von stolzen, smaragdenen Kronen geschmückt gewesen waren. Vorsichtig darauf bedacht, an keiner der unter der trügerisch ruhigen Schneedecke verborgenen Wurzeln hängen zu bleiben, ritt er immer tiefer in diese unwirtliche Gegend hinein.
    Am Fuße eines weiß gepuderten Hanges brachte der Reiter das schwere Schlachtross zum Stehen, um sich zu orientieren. Es war lange her, dass er jenen Ort aufgesucht hatte, der das Ziel seiner Reise markierte. Und vieles hatte sich seitdem verändert. Den verhüllenden, schwarzen Mantel schlang er enger um die Schultern, während Myriaden feiner Eiskristalle unnachgiebig auf die Welt niederrieselten.
    Und immer durchdringendere Kälte mit sich brachten.
    Den schneidenden Atem des Todes.
    Mit seinen eisgrauen Augen verfolgte der Elf die Reise einzelner Flocken auf ihrem taumelnden Sinkflug der Erde entgegen. Sie erinnerten ihn zunehmend an … Asche … zerfaserte Überreste, die vom Winde verweht ins Vergessen getragen wurden ...
    Eredin schüttelte unwirsch den Kopf, um jene ablenkenden Gedanken aus seinem Kopf zu verbannen. Er musste sich auf sein Ziel konzentrieren. Schließlich fand er den Orientierungspunkt, nach dem er Ausschau gehalten hatte, schnalzte kurz mit der Zunge und mit einem kräftigen Tritt in die Flanken seines Rappen setzte er seinen Weg fort.
    Das Land des Erlenvolkes, über das Eredin herrschte, war von reicher Vegetation gezeichnet: Goldene Felder rauschten neben üppigen Wäldern unter sanften Brisen, während funkelnde Wasser sich wie Lebensadern durch das fruchtbare Reich zogen. Doch eine alte Prophezeiung schien nun ihrer Erfüllung zuzustreben: Das kühle Leichentuch der Weißen Kälte begann bereits, sich auf die Welt hinabzusenken und den Untergang ihrer Welt einzuläuten. Eisiger Frost breitete sich bereits an den Rändern des Reiches aus und würde unaufhaltsam weiterkriechen. Nichts mehr übrig lassen. Und alles unter Massen kalten Schnees begraben.
    Doch Eredin würde nichts unversucht lassen, das zu verhindern. Aus diesem Grund hatte er sich von seinen königlichen Pflichten davongestohlen und den langen Weg in diese Landschaft des beginnenden ewigen Winters angetreten.
    Aus der Hauptstadt Tir ná Lia zu entkommen hatte sich dabei als nicht ganz so einfach herausgestellt. Trotz dieser schweren Zeiten gab es auch geradezu surreal erscheinende tägliche Geschäfte, die seine Aufmerksamkeit mit vehementem Nachdruck forderten. Er hatte noch nie einen Gegner gescheut und niemandem sein stolzes Haupt geneigt, doch vor den Massen an Bürokratie, die sein Herrscheramt mit sich brachte, graute ihm jedes Mal aufs Neue, insbesondere, wenn es in seinen Augen deutlich Wichtigeres zu tun gab. Leider war sein Stellvertreter Ge'els auf lästige Weise unnachgiebig und nötigte ihn beharrlich, sich selbst um diverse verwaltungstechnische Aufgaben zu kümmern. Angesichts der viel dringlicheren Probleme seines Volkes erschien ihm dieses Insistieren vollkommen absurd, doch der Vizekönig beharrte darauf, dass die Säulen eines Tempels auch dann nicht zusammenfallen dürften, wenn der Sturm vorübergezogen sein würde – oder etwas in der Art. Eredin neigte dazu, den verschnörkelten Ausführungen seiner bürokratischen Stütze nur ein Mindestmaß an Beachtung zu schenken. Seinen royalen Verpflichtungen zu entkommen war nichts desto trotz eine Aufgabe, die nicht immer einfach zu bewältigen war.
    Doch auf die loyalen Reiter seiner Elitekavallerie, die man in den Ländern der Menschen als Schrecken erregende „Wilde Jagd“ kannte, konnte er sich verlassen. Da sie auch einen Großteil der Stadtverteidigung übernahmen, hatten sie seinen heimlichen Ausflug gedeckt, ohne Fragen zu stellen.


    Leise knackte der gefrostete Schnee, wenn die schweren Hufe des Reittieres seine zarte Kruste durchbrachen. Eredin hatte einmal von menschlichen Sklaven gehört, dass die dh'oinelen die Massen an weißem Tod bisweilen johlend und quietschend begrüßten, ihn zu ihrem Vergnügen nahmen und Dinge mit ihm anstellten, die für den Elfen schwer verständlich waren. Verächtlich kräuselten sich die Ränder seiner fein geschwungenen Lippen.
    „Verabscheuungswürdiges Gesindel“, stieß er angewidert hervor.
    Zu dumm, dass ein Mensch eine der wenigen Optionen war, die er hatte, um sein Volk vor der drohenden Katastrophe zu retten, die diese Welt langsam aber stetig in einem eisigen Grab zu ersticken drohte. Und dieser spezielle Mensch war verdammt widerspenstig.
    Knurrend mahlte er mit den Zähnen, stetig darüber grübelnd, welche Schritte er als nächste unternehmen müsste, sollte sein jetziger Plan scheitern. Dann würde er neue Ränke ersinnen müssen, um die junge Frau mit dem aschblonden Haar in seine Gewalt zu bringen. Ziraels Macht könnte, in seinen Händen, entweder die Bedrohung beenden oder helfen, die Welt der Menschen für sich zu beanspruchen. Beides waren Optionen, mit denen Eredin gut würde leben können.
    Doch die Verfolgung des Mädchens hatte sich schwieriger gestaltet als anfangs angenommen. Seit Jahren setzte der Anführer der Wilden Jagd dieser kleinen Hexe nun schon nach, an die die legendären Kräfte des sagenumwobenen Älteren Blutes in seinen Augen absolut verschwendet waren.
    Außer natürlich …
    Eine andere Möglichkeit gibt es noch“, flüsterte er vor sich hin, während Wolken gefrorenen Atems sich wie träge dahinschwebende Geister vor seinem Gesicht sammelten. Eredins Gedanken wanderten weit in die Vergangenheit zurück, in eine Zeit, als er noch nicht die feingeschmiedete Krone seines Volkes getragen hatte. In der er mit seinen Reitern andere Gegenden unsicher gemacht hatte.
    So viel Jagd, so viel Ruhm …
    Unwillkürlich hatte sich der Anflug eines grimmigen Lächelns auf seine Lippen gestohlen. Gern dachte er an die Zeiten zurück, als er fern der Heimat die exotischsten Feinde bekämpft und hart errungene Trophäen erbeutet hatte. Kein Reichtum der Welt, kein wärmender Körper einer Frau konnte die tiefe Befriedigung einer erfolgreichen Hatz aus jenen Tagen ersetzen. Geschweige denn die Kräfte und Fähigkeiten, die er und die seinen in der Fremde zur gefürchteten Reiterhorde hatten heranwachsen lassen, als die sie dieser Tage Angst und Schrecken säten, wo immer man sie erblickte. Und vielleicht war diese Vergangenheit der Schlüssel zu ihrer Zukunft. Wenn seine Mission erfolgreich war, würden sie die Kräfte des Menschenmädchens nicht brauchen, um ihre Heimat zu retten.


    Nach einer halben Ewigkeit, während der die Kälte immer tiefer in das Fleisch von Pferd und Reiter geschnitten hatte, erreichte Eredin die ersten fein geschnitzten Markierungen. An verschiedenen Stämmen durch das langsam unwegsamer werdende Dickicht angebracht wiesen die uralten Zeichen den Pfad zu einem heiligen Ort, den das Erlenvolk allerdings längst vergessen hatte. Als er seine behandschuhte Hand ausstreckte, um die geritzten Linien zu berühren, durchlief ihn ein vertrautes Schaudern, dass er schon lange nicht mehr verspürt hatte. Tief sog der König die schneidende Luft in seine Lungen, bevor er entschlossen von seinem Pferd sprang. Locker schlang er die Zügel um einen nahen Aststumpf und bahnte sich den weiteren Weg zu Fuß durch immer dichter zusammenstehende, tote Baumriesen und lebloses Unterholz.
    Die Kälte fuhr ihm immer schonungsloser durch die Glieder, doch er setzte unbeirrt seinen Weg ins Herz des einst stolzen Waldes fort, schlug sich mit der singenden Schneide seiner Klinge den Weg frei, falls nötig.
    Irgendwann veränderte sich die Flora um ihn herum. Scheue Flecken Grüns lugten zwischen den Sträuchern hervor und die Vegetation nahm zu, dem unerbittlichen Schnee trotzend. Langsam wich selbst die weiße Masse zurück und kaum noch Licht drang durch die eng verflochtenen Zweige, die hier wieder mit üppigem, saftigem Blattwerk geschmückt waren – und das, obwohl er das beginnende Revier der weißen Kälte nicht verlassen hatte. Mit ein paar geübten Fingerzeigen seiner freien Hand erschuf Eredin eine bläulich schimmernde Kugel, die seinen weiteren Weg vor ihm zeichnete und mit wabernden Lichtschwaden gespenstische Schatten aus der Dunkelheit schälte. Allmählich schien auch die allgemein vorherrschende Kälte einer milderen Brise zu weichen, als erreiche er eine magische Oase inmitten einer blendenden Eiswüste. Doch diese erstaunlichen Anomalien überraschten den Elf wenig. Er hatte sogar fest damit gerechnet.
    An den letzten Markierungen angekommen hielt er einen Moment inne, bevor er die übrigen Zweige behutsam zur Seite schob, die das Ziel seiner Reise verbargen.
    Das alte Pantheon der frühen Erlenelfen war bereits Jahrhunderte vor der Geburt des amtierenden Königs zugunsten einer naturnaheren Religion, die die Elemente als divine Mächte verehrte, gewichen. Einst rege besuchte Kultorte wie die geweihte Lichtung, die sich Eredin nun offenbarte, verschwanden im Nebel der Bedeutungslosigkeit und des Vergessens. Die alten Götter waren nur noch blasse Erinnerung für die wenigsten, alter Aberglaube für die meisten.
    Eredin wusste es besser.
    Langsam näherte er sich dem überwucherten Altar, der vom Licht seiner Leuchtkugel erhellt geheimnisvoll bläulich glühte. Gespenstisch wirkende Schatten zitternden über den grob gehauenen Sockel aus uraltem Fels, der inmitten der isolierten Schneise ruhte. Ein Hirschschädel, den ein mächtiges Geweih mit einer seltsamen Krone aus wucherndem Efeu zierte, thronte auf einem Sockel aus unbekanntem, glänzenden Gestein direkt hinter der Kultstätte. Fast schien er Eredin anzustarren wie einen Eindringling, der die Würde dieses Ortes entweihte.
    Die Luft hier war, angesichts ihrer Beschaffenheit in anderen Teilen des Waldes, geradezu grotesk mild und trug den Duft warmer Kräuter mit sich. Gierig sog der Elf den so angenehmen Lebensodem ein, bevor er sich anschickte, das zu tun, weshalb er eigentlich gekommen war.
    Eredin Bréacc Glass, Vernichter der Welten, Bringer des Todes, der unbeugsame, stolze Eroberer neigte wie in Zeitlupe sein Haupt und sank langsam auf die Knie. Um dem einzigen Wesen Respekt zu zollen, das er als ihm ebenbürtig erachtete. Das einzige Wesen, dem er so etwas wie Ehrfurcht entgegenbrachte – und der einzigen Person, der er sich je untergeordnet hatte. Seinem einstigen Herrn, mit dem er Seite an Seite durch die Jagdgründe geprescht war, die wilden Horden seiner Reiter dicht hinter ihm, das Heulen der Hunde und die verzweifelten Schreien seiner Beute in den Ohren.
    „Mein Herr“, begann er mit leiser Stimme, „ich rufe Euch in meinem Namen und dem Namen meines Volkes an: Gewährt uns erneut Eure Gunst! Helft uns, unsere Feinde zu schlagen, unser Volk zu angestammter Größe zu führen und die ewige Kälte aus unserem Land zu vertreiben!“
    Obwohl er angestrengt lauschte antwortete ihm nur das sanfte Flüstern des Windes in den Zweigen und das pochende Rauschen des eigenen Blutes in seinen gespitzten Ohren auf sein Gebet. Nichts schien sich zu rühren.
    Doch so einfach würde er nicht aufgeben.
    Mit noch immer gesenktem Haupt suchte Eredin nach den richtigen Worten, die seinen einstigen Schutzherrn vielleicht überzeugen konnten, sich ihm zu offenbaren. Er setzte gerade zu einem erneuten Versuch an, als er plötzlich den kalten Stahl einer Speerspitze an seiner Kehle spürte. Mühsam schluckte er ohne aufzublicken, doch er verlor seine Fassung nicht. Dennoch stahl sich ein sanftes, aber tödliches Lächeln auf seine Züge und stiller Triumph mischte sich in die dunkle Klangfarbe seiner Stimme, als er den Namen seines Gegenübers wisperte.
    „Fürst Hircine. Ihr seid gekommen.“


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  • Hallo Jumin,


    Ich muss sagen ich bin überhaupt kein Fan von solchem Fantasy-Zeugs, aber ich habe mich einfach trotzdem mal auf deine Kurzgeschichte eingelassen, weil mir dein Schreibstil sehr gefallen hat. Du umschreibst richtig gut und verwendest sehr schöne Wörter, sodass sich dein Text allgemein sehr gut liest. Das passt auch alles irgendwie zum Inhalt, dieses Fantasy-Genre zusammen mit dem fast schon pathetischen Schreibstil. Ich weiß zwar nicht, ob ich das auch so gut finden würde, wenn du bspw. eine Reallife-Kurzgeschichte schreiben würdest, aber hier passt es auf jeden Fall auch super. Eine Kleinigkeit habe ich gefunden; nämlich folgende Wiederholung:

    Mit seinen eisgrauen Augen verfolgte der Elf den Flug einzelner Flocken auf ihrem taumelnden Sinkflug der Erde entgegen.

    Ich denke du weißt schon was ich meine; die Dopplung von Flug liest sich nicht so schön. Ansonsten wirklich stilistisch klasse, da bin ich wirklich beeindruckt!


    Inhaltlich weiß ich allerdings nicht so recht, wie ich die Kurzgeschichte einordnen soll. Zum Einen liegt das mit Sicherheit an fehlendem Vorwissen und allgemein fehlendem Wissen zur Thematik, aber zum anderen liegt das auch daran, dass deine Kurzgeschichte, wenn ich das richtig sehe, einen wohl ziemlich ins Geschehen wirft. Will meinen: Es gibt eine ziemlich lange Vor- bzw. Hintergrundgeschichte, aber deine Kurzgeschichte beginnt erst spät nach dieser, sodass es relativ schwer ist, sich da reinzuversetzen. Die Szenen die du beschrieben hast, hast du sehr nachvollziehbar geschildert (außer die Beschreibung dieser blauen "Lichtkugel"; die habe ich irgendwie nicht ganz verstanden), allerdings war das alles so viel Information auf einmal und so viel Denkarbeit, die man während dem Lesen verrichten musste, dass es mir zu Beginn relativ schwer fiel mich in die Geschichte einzufühlen. Gegen Ende wurde das dann auch etwas besser, dort hat dann auch die wirklich sehr malerische Umschreibung ihr Übriges getan, allerdings weiß ich nicht so recht, ob so eine Art von Kurzgeschichte "funktioniert". Damit möchte ich sagen, dass du eine Lösung dafür finden musst, wie du Vorinformationen einbaust. Wobei man natürlich auch sagen kann, dass jemand der die Vorgeschichte kennt solche Probleme nicht hat. Wenn dem so ist, das kann ich nicht beurteilen, dann sollte das was ich sage eigentlich relativiert sein; dennoch bleibt es dann aber dabei, dass das viele Ausholen, wie z.B. das Beschreiben des Stellvertreters und seinen politischen Aufgaben und Charaktereigenschaften, den Leser, v.a. zu Beginn, relativ distanziert vom Hauptcharakter und eine schnelle emotionale Bindung irgendwie schwerer fällt.


    Was für mich übrig bleibt ist dein wirklich toller Stil. Ich hoffe auf jeden Fall, dass ich bald mehr von dir lesen kann und es tut mir Leid, dass ich zu der Kurzgeschichte nicht so viel sagen konnte, wie vielleicht sonst. Aber ich dachte mir, du freust dich bestimmt trotzdem über einen kleinen Kommi. (:


    Liebe Grüße!

  • Hallo Jumin!


    Da bin ich wieder, weil ich mich an deinem neuen Text festgelesen hab und deshalb unbedingt dazu einen Kommi schreiben möchte. :D


    Der Geist der Jagd


    Wow, das war genial. Ich kenn mich zwar mit den Fandoms nicht aus, aber das hab ich hier auch nicht gebraucht. Mir hat zwar kein Name etwas gesagt, aber nachdem du eine ganz bestimmte Szene beschrieben hast und auch ein paar Hintergründe geliefert hast, hab ich das auch nicht gebraucht.
    Genial war es vor allem aufgrund deiner Beschreibungen, die mir einfach wahnsinnig gefallen haben. Du hast die Atmosphäre so lebendig dargestellt, dass ich einfach sofort am Ort des Geschehens war, neben diesem Elf, den ich im Laufe des Textes immer weniger leiden konnte. Ich meine, Elfen sind ja im Grunde ein sehr interessantes Fantasy-Volk. Sie werden von jedem Autoren zwar bissl anders dargestellt, aber jedes Mal doch als Gegensatz zu den Menschen — in irgendeiner Form. Ich kenn mich jetzt nicht so sehr mit ihnen aus, aber ich fand’s interessant, dass dein Protagonist wohl eher der gewaltbereiten Sorte angehörte. Als plünderndes Gesindel hätte ich die Elfen jetzt nicht eingeschätzt, andererseits kann so eine Entwicklung vermutlich jedes Volk nehmen, wenn sie sich von etwas in irgendeiner Form bedroht fühlen. Und man hat deutlich gemerkt, dass Eredin von Menschen im Allgemeinen nicht besonders angetan war.
    Aber zurück zu deinem Text. Du schneidest viele Dinge an, verpackst diese aber so gut, dass mich die Wissenslücken, die ich unweigerlich hab, überhaupt nicht stören diesen Text zu genießen. Es beginnt ja schon am Anfang, wo du eine herrlich düstere Atmosphäre in der kalten Winterlandschaft zeichnest. Das Bild des einsamen Reiters bietet sich hier an, dass dieser noch dazu ein Elf ist, macht es noch interessanter. Ein bisschen zu passiv war mir das Pferd an der Stelle. Man muss zwar sagen, dass diese selten Geräusche von sich geben und einem bekannten Reiter wohl auch keine Probleme bereiten, aber ich denke trotzdem, dass da die ein oder andere Reaktion gut gepasst hätte. Es muss sich ja nicht direkt widersetzen oder ähnliches.
    Ich hab mich ja gefragt, woher diese Bedrohung wohl kommen mag, die das Land von Eredin an seinen Rändern bereits erfasst hat. Wie kann es plötzlich kalt werden? Ich mein, klar, in Fantasy ist alles möglich, aber trotzdem hab ich mich das gefragt. xD
    Der König ist jedenfalls gewillt etwas dagegen zu unternehmen und ich fand es aufschlussreich ein bissl Einblick in die königlichen Geschäfte zu bekommen, als du beschrieben hast, wie sehr Eredin das „Regieren“ eigentlich nicht taugt. Oder besser gesagt, die bürokratischen Belange der Regierung. Stell ich mir aber auch sehr langweilig vor — gehört aber wohl einfach dazu. Interessant war auch, dass es einen Vizekönig gibt, normalerweise sind Monarchen ja Alleinherrscher. Da hätt ich gleich gern mehr darüber erfahren, wie das Regierungssystem bei den Elfen hier funktioniert.
    Winter scheint jedenfalls so gar nichts für Eredin zu sein, wenn er das Verhalten der Menschen für derartig abstoßend hält. Ich meine, wenn man nicht weiß was Schneeballschlachten und Schneemänner sind, dann ist das natürlich so eine Sache, aber ewiger Frühling/Sommer sollte einem naturnahen Volk wie den Elfen doch auch suspekt vorkommen. Oder nicht? Oh, ich hab so viele Fragen!
    Jedenfalls scheint eine junge Frau die Lösung für sein Problem zu sein. Welche Mächte und Kräfte da genau am Werk sind, kann ich natürlich nicht ganz nachvollziehen, aber das hat mich hier auch nicht gestört, es war klar, dass Eredin unzufrieden darüber ist, wie die Sache gerade läuft. Deshalb ist er ja auch hier in diesem verschneiten Wald, um eine andere Möglichkeit auszuprobieren. Da hab ich irgendwie schon geahnt, dass es mit irgendwelchen dunklen Mächten zu tun haben muss. Ich mein, nicht, dass die Sache mit der jungen Frau nicht doch irgendwie „dunkel“ wäre. So hab ich jedenfalls den Eindruck gehabt.
    Herrlich waren deine Beschreibungen auch, als Eredin von der Schneelandschaft in den üppigen Wald gekommen ist. Andererseits waren deine Beschreibungen allgemein durchgehend hier immer sehr schön passend, der ganze Schreibstil dieses Textes hat mich richtig angesprochen.
    Das Ende fand ich sehr überraschend, auch wenn ich es nicht ganz verstehe. Nachdem du dieses Pantheon beschrieben hast, dachte ich mir jetzt: okay, welche Macht aus alter Zeit wird jetzt hier auftreten? Aufgetreten ist dann zwar jemand, aber in welchem Zusammenhang er mit alten Mächten steht, kann ich jetzt nicht sagen. Das macht im Grunde auch nichts, man hat gemerkt, dass es für Eredin eine sehr wichtige Angelegenheit war und, dass er der aufgetauchten Person auch sehr viel Respekt entgegenbringt. Immerhin hast du ihn als sehr stolz dargestellt und dass er sich dann tatsächlich vor einem anderen Wesen verbeugt, ja, das war schon eine wichtige Sache. Ich hab ja ein ganz mieses Gefühl bei diesem Fürst Hircine. Wenn er denjenigen der ihn — auf welche Art auch immer — gerufen hat, mit der Speerspitze an der Kehle begrüßt, dann ist das definitiv ein ganz mieser Typ. Jedenfalls hab ich so den Eindruck bekommen. Endet auf jeden Fall sehr, sehr spannend und da möcht ich eigentlich gleich wissen wie’s weitergeht. :D Toller Text in jeglicher Hinsicht, war sehr spannend zu lesen!


    Man liest sich wieder!

  • Hey Nini,


    Wenn ich schon mal Ferien habe dann kann ich ja auch den ein oder anderen Kommentar dalassen, oder? Weil ich schon lange nichts mehr von dir gelesen habe (Texte) bin ich jetzt als erstes bei dir stehen geblieben und weil du weisst, wie sehr ich die Englische Sprache liebe, werde ich mich jetzt deinem Werk „The magic Dragon“ widmen. Da ich diese Sprache aber genauso wenig studiert habe wie du werde ich mich jetzt nicht an detailreicher Korrektur versuchen, sondern rauspicken, wenn ich etwas Offensichtliches sehe. Und mich dahingehend mehr dem Inhalt widmen, wenn dir das recht ist!


    The Magic Dragon
    Also erstmal muss ich sagen, dass ich vom Titel her etwas völlig anderes erwartet habe. Du hast mich aber überrascht mit einer lustigen Geschichte, die du ja anscheinend schon relativ früh verfasst hast. Die Moral der Geschichte hat was, ich würde kleinen pinken Drachen auch nicht trauen ;-D Schade hast du da nicht noch mehr rausgeholt. Auf Englisch zu schreiben ist natürlich nicht leicht – musstest du viele Wörter nachschlagen? - aber vielleicht hättest du hier und da noch mehr beschreiben können, was da um die Hexe herum vor sich geht. Wenn auch du das bereits sehr gut gemacht hast, besonders gefiel mir hier dein flüssiger Schreibstil, den du nicht nur im Deutschen hast, sondern auch im Englischen beibehältst. Klar hast du sicher das ein oder andere angepasst aber ich wette, der Text war in seiner Originalform schon sehr gut. Ich lese bei dir einfach immer kreative Texte, mit versteckten Aussagen, die mir zusagen.
    Was mir auffällt ist, dass du zwar teilweise die richtige Satzstrucktur wählst, aber dennoch ist stellenweise noch zu merken, dass du etwas so übersetzt, wie man es im Deutschen sagt/sagen kann. Das kannst du leider nicht immer machen, denn oft sind Deutsche Ausdrücke einfach unbekannt im Englischen Sprachraum. Abgesehen davon fand ich den Text sehr süss und würde gerne mehr Englisches von dir lesen!



    Verbesserungen/Anregungen:
    Im Englischen werden alle Wörter des vom Grundwortschatz her klein geschrieben. Es gibt allerdings einige Fälle, in denen diese Regel nicht zutrifft. Zum Beispiel am Satzanfang, bei Einzelbuchstaben, Eigennamen, bei Überschriften oder Buchtiteln. Anders als im Deutschen geht es dabei nicht um Nomen oder nicht-Nomen. Darauf hast du soweit geachtet, allerdings nicht immer auf die richtige Zeitform. Man muss aber sagen, dass die Zeitformen im britischen Englisch nicht gleich sind wie im amerikanischen...verwirrend, oder? Ebenso komplex kann die Kommasetzung sein. Sie unterliegt nicht den gleichen Regeln wie im Deutschen. Oft werden Kommas daher einfach gemacht, wenn es Leserfreundlich ist. z.B hier hätte ich aus dem Gefühl heraus eines gesetzt:


    -Once upon a time, there was a gentle witch (Komma) living in a dark forest.


    An manchen Stellen war ich nicht sicher, was du damit sagen willst. Wie z.B hier:
    -She had expected to meet a giant, mighty creature with more power than the whole witch-body would ever call its own.


    Nun zu ein paar Fehlern.

    • When the dust disapeared,
    • the tiny dragon was away and she stood in the great ball room where all the other witches were looking at her. (Willst du damit sagen, dass der Drache weg war? Das klingt nämlich so sehr wörtlich aus dem Deutschen übersetzt und das kannst du meiner Meinung nach so nicht schreiben. „The Dragon had vanished“ wäre eine Alternative, oder?)

    Ich freue mich, wieder mal was von dir zu lesen!

  • Zunächst einmal Entschuldigung, dass meine Antwort teilweise so lange auf sich warten ließ, aber ich bin momentan etwas eingespannt - vielen, lieben Dank auf jeden Fall für eure Kommentare, ich habe mich wahnsinnig gefreut und sie mit Genuss gelesen!





    Noch einmal ganz herzliches Dankeschön an alle und hoffentlich bis bald!

  • Hallo @Sheogorath,


    Da ich mir vorgenommen habe, generell einfach einmal ein paar Runden Feedback zu verschiedenen Kurzgeschichten zu hinterlassen, habe ich mir einfach mal gedacht, dich zu meinem "ersten Opfer" zu machen. :P Nicht zuletzt, weil ich gesehen habe, dass deine letzte Story eine Hexer-Fanfic ist und es einfach viel zu wenig Fanfictions in dem Fandom gibt (vor allem solche, die keine Self-Inserts sind).


    Ich liebe die Hexer-Bücher einfach und auch die Spiele, durch die ich auch erst die Bücher entdeckt habe, wie ich offen zugeben muss. Elder Scrolls dagegen ist zugegebener Maßen so eine Sache: Ich habe alle Spiele der Reihe gespielt, aber halt allesamt nur einmal und mit dem Lore habe ich mich nie großartig beschäftigt (einmal ganz davon abgesehen, dass ich das letzte Mal vor vier Jahren in die Spielreihe reingeschaut habe, um damals die ersten beiden Teile zu zocken - bezahlt für ein Praktikum, weil das Leben als Informatiker toll ist). Entsprechend: Ich nehme einfach mal an, dass das am Ende ein Elder Scrolls Charakter ist? *derp* :P


    Da der Elder Scroll Anteil ja aber entsprechend nur einen kleinen Teil der Geschichte ausmacht, hatte ich keine Probleme die Geschichte zu verstehen und fand sie sehr schön :3 Ich finde es vor allem interessant, mehr von Eredin als Elfen und besser gesagt König der Elfen zu lesen, da auf diesen Teil weder die Bücher, noch die Spiele wirklich ausgiebig eingehen.


    Er ist zwar weit entfernt von meinem liebsten Elfen - da gibt es andere in der Welt - aber dennoch weiß ich die Darstellung des Charakters hier zu schätzen.


    Ich wäre übrigens durchaus interessiert, an einer längeren Crossover-Story zwischen den beiden Fandoms, selbst wenn ich zum Elder Scroll Anteil halt wenig sagen kann. Haha. ^^"



    Davon abgesehen wollte ich noch ein wenig auf das stilistische eingehen, wenn du erlaubst ;)


    Zuerst einmal: Der Text ließ sich sehr flüssig lesen und war alles in allem auch sehr angenehm geschrieben. Entsprechend sie das folgende nicht als gravierende Kritik, sondern nur als eine Aufzählung von Stellen, die mir ins Auge gefallen sind. ;)


    Als erstes ist mir allgemein an ein paar Stellen eine Sache aufgefallen, die ich in deutschen Texten immer wieder sehe. Die Schuld gebe ich übereifrigen Deutschlehrern und der Tatsache, dass es sich daher irgendwie sehr in Schreiber-Communities festgesetzt hat: Du scheinst an ein paar Stellen sehr darauf bedacht, die Sätze unterschiedlich zu beginnen. Sprich: Nicht immer mit dem Subjekt zu beginnen, sondern mit Adverben, temporalen Verbindungen und dergleichen. Das ist an sich auch eine feine Sache, aber mir sind ein paar Sätze aufgefallen, die dadurch sehr umständlich klangen. Allen voran dieser Satz, den ich tatsächlich zwei Mal lesen musste, ehe ich ihn durchblickt habe:

    Den verhüllenden, schwarzen Mantel schlang er enger um die Schultern, während Myriaden feiner Eiskristalle unnachgiebig auf die Welt niederrieselten.

    Hauptsächlich hat mich der Satz glaube ich stutzen lassen, da es in der deutschen Sprache doch eher unüblich ist, den Satz mit dem Objekt zu beginnen. Klar, grammatikalisch geht es, aber es liest sich halt sehr umständlich.


    Was mir darüber hinaus stilistisch aufgefallen ist, war die große Anzahl an Adjektiven und Adverben. Beides ist an sich nicht so schlimm, doch in einigen Sätzen nahmen sie doch überhand. Ich gebe zu, hier spielt es sicher mit rein, dass ich seit einer Weile auch in der englischen Autorencommunity vermehrt aktiv bin und im englischen gerade Adverben sehr verschrien sind. :P Entsprechend bin ich, was das angeht, ein wenig empfindlicher geworden.


    Ich gebe offen zu, ich habe da gerade kein Beispiel, da ich den Text heute Nachmittag auf dem Handy gelesen habe und mir diese Anmerkungen nur händisch herausgeschrieben habe. Für die Sache habe ich aber irgendwie keine Stelle mir aufgeschrieben. Verzeih das also.



    An dieser Stelle kommen wir dann ins stilistische Erbsenzähler-Territorium, wenn ich rufe: "Da ist ein 'Nämlich' und es ist im Erzähltext! Neeeeeeein! :eeeek: " Ähm, ja, das hängt bei mir noch aus Schulzeiten fest: "Nämlich" ist ein grausiges Füllwort und wirkt im Erzähltext irgendwie deplatziert, wenn es nicht gerade ein Ich-Erzähler ist, zu dem es passt. Es ist mir wirklich sofort ins Auge gefallen und hat mich ein wenig rausgeworfen.


    Davon abgesehen habe ich noch vier kleine Stellen rausgeschrieben, die mir ins Auge gefallen sind. Nicht wirklich stilistischer Natur, nur Dinge, die mir aufgefallen sind.

    Weißen Kälte

    Persönlicher Geschmack und ich weiß aus dem Kopf auch nicht, wie die deutsche Version der Bücher das gemacht hat, aber ich hätte den Begriff als Eigenname durch Anführungszeichen oder Kursive Schrift hervorgehoben. Da ich die Bücher zuletzt auf Englisch gelesen habe, habe ich hier nämlich über die Großschreibung von "Weißen" gestutzt, ehe mir eingefallen ist, dass es ja ein Eigenname - wenn man so will - halt eine feste Bezeichnung in der Welt ist und damit natürlich groß geschrieben würde. Entsprechend hätte ich es kursiv gemacht.



    Eisiger Frost breitete sich bereits an den Rändern des Reiches aus und kroch unaufhaltsam weiter – bis nichts mehr übrig sein würde, erstarrt unter Massen kalten Schnees.

    Zwei Sachen habe ich mir bei dem Satz notiert. Zum einen der Gedankenstrich selbst, den ich hier doch sehr komisch finde - und das von mir, jemand der Gedankenstriche liebt und überall benutzt. Ich verstehe, warum du hier einen Gedankenstrich setzt: Um eine Lesepause zu erzwingen. Allerdings kam ich nicht umher mir zu denken, dass ein normales Komma besser gewirkt. Also so meiner Meinung nach.


    Etwas anderes ist die Zeitform. Auch hier, technisch gesehen kann man es so machen, mich hat der Satz dennoch ein wenig stutzen lassen. Sorry. >____<


    Ich hätte es glaube ich so geschrieben:


    Eisiger Frost breitete sich bereits an den Rändern des Reiches aus und würde unaufhaltsam weiter kriechen, bis nichts mehr übrig blieb, alles erstarrt unter den Massen des kalten Schnees.


    Aber wie gesagt, nur meine Gedanken. Vielleicht bin ich auch komisch @.@



    Da sie auch einen Großteil der Stadtverteidigung übernahmen, hatten sie ihn heimlich aus der Stadt reiten lassen, ohne Fragen zu stellen.

    Hier nur eine Kleinigkeit: Von der Satzstellung ist es nicht ganz klar, wer heimlich war. Hatten sie es heimlich zugelassen oder ist er heimlich geritten? Es macht natürlich aus dem Kontext heraus nur Sinn, dass er heimlich war, allerdings ist es halt komisch gestellt. Ähm, ja. ^^"


    Und dann noch eine andere kleine Sache, die nichts mit Formulierungen, sondern mit Formatierung zu tun hatte.


    Hier hätten ein paar mehr Zeilenumbrüche aufgrund von Personenwechsel reingemusst.


    „Verabscheuungswürdiges Gesindel“, stieß er angewidert hervor. [Zeilenumbruch, da von der konkreten Handlung zu allgemeiner Erzähung.]
    Zu dumm, dass ein Mensch eine der wenigen Optionen war, die er hatte, um sein Volk vor der drohenden Katastrophe zu retten, die diese Welt langsam aber stetig in einem eisigen Grab zu ersticken drohte. Und dieser spezielle Mensch war verdammt widerspenstig. [Allgemeine Erzählung zu konreter Handlung]
    Knurrend mahlte er mit den Zähnen, stetig darüber grübelnd, welche Schritte er als nächste unternehmen müsste, sollte sein jetziger Plan scheitern. Dann würde er neue Ränke ersinnen müssen, um die junge Frau mit dem aschblonden Haar in seine Gewalt zu bringen. Ziraels Macht könnte, in seinen Händen, entweder die Bedrohung beenden oder helfen, die Welt der Menschen für sich zu beanspruchen. Beides waren Optionen, mit denen Eredin gut würde leben können. [Nicht zwingend, aber ich würde hier auch noch einen Zeilenumbruch setzen, für den Erzählbruch von der Aufzählung zu konkreten Gedanken.]
    Doch die Verfolgung des Mädchens hatte sich schwieriger gestaltet als anfangs angenommen. Seit Jahren setzte der Anführer der Wilden Jagd dieser kleinen Hexe nun schon nach, an die die legendären Kräfte des sagenumwobenen Älteren Blutes in seinen Augen absolut verschwendet waren.


    Aber wie gesagt, das ist alles nur Kleinkram, der mir aufgefallen ist und bei dem ich mir dachte, dass ich es einmal Anmerke. Und sei es nur um schön konstruktiv zu wirken :P

    Ähm, ja.


    Ich glaube das war's dann auch von mir. Hehe. Mehr fällt mir jetzt nicht mehr ein! Alaiya out!

  • HaHA, endlich mal wieder ein Re-Kommi, zu dem ich mir gleich einen anderen Ava aufgesetzt habe *grins*



    Hat mich riesig gefreut, deinen Kommentar zu sehen! ^///^
    Man liest sich ganz bestimmt wieder!


    Bis zum nächsten Mal!


    ~ Sheo

  • Idus




    „Und auf Geheiß des gottgeliebten Königs der Makedonen zogen die Reihen der schlachtenden Männer weiter gen Osten, zermalten Reich um Reich und Heer um Heer unter den schweren Hufen ihrer wohlgezüchteten Rosse. Mit dem Segen der Götter marschierte das mächtige Heer, hin zu den fremden Landen am Ende der Welt, die die fremdesten der barbaroi bewohnen, wo Donphares mit kleinen Ohren ihren Herren zum Kriege dienen wie den Puniern von einst ...“
    Ein zaghaftes Klopfen riss den Bann, den die leidenschaftlichen Schilderungen vergangener Ruhmestaten gewoben hatten. Caius Iulius Caesar blickte stirnrunzelnd von seiner Lektüre auf und rief den ungebetenen Störenfried herein. Es war ein junger, gallischer Sklave, der respektvoll vor der Tür gewartet hatte. Seiner angespannten Haltung nach zu Urteilen musste es etwas Dringliches ein, das ihn dazu veranlasst hatte, die Ruhe seines Herrn zu brechen. Mit einer raschen Handbewegung bedeutete der vor wenigen Wochen zum dictator auf Lebenszeit ernannte Caesar ihm, zu sprechen. Die wenige Zeit, die ihm vor der nächsten Senatssitzung noch blieb, würde er nicht mit Floskeln und Nebensächlichkeiten verschwenden. Umso mehr blieb dem sich hastig und ehrfürchtig verneigenden Knaben zu wünschen, dass die Störung in der Tat gerechtfertigt war.
    „Herr, dein Frau mich schickt, dringend, bitte kommen!“, stammelte er in gebrochenem Griechisch. Caesar sog tief die Luft ein und rieb sich die Nasenwurzel. „Calpurnia“, murmelte er und lehnte sich langsam in seinem fein gearbeiteten Korbsessel zurück. Seine verehrte Gemahlin hatte sich schon am frühen Morgen an ihn gewand und darum gefleht, er möge den Tag daheim verbringen und sich nicht hinaus begeben. Ein Traum hatte die junge Frau, die ansonsten eine sehr gefasste Person war, derart verstört, dass sie sich für ein Weib ihres Ranges unpassend erregt hatte. Er schrieb es seiner allseits bekannten Mildtätigkeit zu, dass er sie dennoch angehört hatte: Ein nachtschwarzes Gallopus war mit rauchender Mähne und donnernden Hufen durch die Straßen der ewigen Stadt gejagt, den Sonnenwagen des Solgalelios gespenstische Schatten aus der Finsternis des Nachtmahres zerrend, deren Formen aber jedes Mal verwischt waren, wenn Calpurnia versucht hatte, sie genauer auszumachen. Ohne Zweifel ein schlechtes Omen, hatte sie Caesar zu bewegen versucht, doch er hatte dem wenig Beachtung geschenkt und wie üblich seinen Besuch empfangen und seine Geschäfte besorgt.
    „Wonach verlangt meiner lieben Frau Gemahlin denn?“, fragte er schließlich, rollte die bereits stark belesene Rolle über das Leben und Wirken des Alexander von Makedonien aber bereits zusammen. Eher Epos als Geschichtswerk, doch nach Empfinden des Iuliers fing es die Größe und Vision des Eroberers perfekt ein. Und inspirierte mit nicht zu unterschätzender Kraft. Vielleicht sollte er nach der Zerschlagung des Partherreiches einen Feldzug gegen die Indusbewohner anstreben ...
    Der Sklave, an dessen Namen Caesar sich nicht erinnern konnte, schilderte unterdessen, dass die werte Calpurnia den geachteten Herrn Spurrina bestellt habe und darum bitte, dass sie dem Herrn ihre Aufwartung machen dürften. Der ambitionierte Staatsmann strich sich mit einem unterdrückten Seufzen die nur noch spärlich vorhandenen Haare von hinten über den Kopf, erhob sich allerdings langsam von seiner mit glänzenden Bronzebeschlägen verzierten Sitzgelegenheit, die wie die Klauen eines stolzen Pyroleos geformt waren. „Na schön, ich werde sie im Atrium empfangen. Ach, und eines noch“, fügte Caesar hinzu, während der bereits zum Gehen gewandte Sklave abrupt inne hielt und sich seinem Herrn mit gesenktem Blick zuwandte. Dieser drückte beinahe väterlich dessen Schulter und sprach: „Wenn du die Nachricht überbracht hast, sprichst du in der Kammer des Artemidoros vor. Wir müssen dringend an deinen sprachlichen Fertigkeiten arbeiten - dein Griechisch klingt wie das Wiehern eines verletzten Pampuli.“


    * * *


    Nachdenklich stand Caesar am Fuße des Pompeiustheaters, das sein einstiger Verbündeter und später bitterer Rivale gestiftet hatte. Von irgendwo drang das dunkle, tiefe Bellen eines Hundustor an seine Ohren und das brennende Auge der Himmel streifte seine Haut mit angenehm warmen Wimpernschlägen, während eine milde Brise mit sanften Fingern über das Feld des Kriegsgottes Giratinas strich. Eigentlich ein guter, verheißungsvoller Tag.
    Eigentlich.
    Den langatmigen Ausschweifungen seines Senatskollegen Caius Trebonius, der in ungewöhnlicher Plauderlaune schien und von einem Thema zum nächsten sprang wie ein Haspiror auf der Wiese, konnte er nur mühsam folgen. Eine innere Unruhe, die sich den ganzen Tag hindurch aufgebaut hatte, kribbelte störend in seinem Nacken - und gleichzeitig schalt er sich einen Narren, dass ihn diverse kleine Merkwürdigkeiten so zu bewegen vermochten.
    Unauffällig drehte er den kleinen Fetzen Pergament in Händen, der ihm vor wenigen Augenblicken von seinem Hauslehrer mit verschwörerischem Blick und warnenden Worten in die Hand gedrückt worden war. Ein weiteres Mosaiksteinchen, dass sich zu einem immer konfuseren Bild zu fügen begann. Auch, wenn der alte Grieche dabei um Heiterkeit bemüht gewesen war, hatten sein ernster Blick und die Heimlichkeit der Übergabe Caesars Gemüt nicht beruhigen können.
    Ärger stieg in seinem Inneren auf wie glühende Lava in einem brodelnden Vulkan. Erst die an Hysterie grenzende Befindlichkeit seiner Frau, nun das seltsame Verhalten des Artemidoros - ganz zu schweigen von diesem furchtbar dramatischen Auguren, der mit seiner überzogenen Vogelschau vermutlich den Gipfel des Tages darstellte.


    Spurrina hatte unter den bangen Blicken Calpurnias und den skeptischen Augen Caesars Hände und Blick gen Himmel erhoben und auf göttliche Zeichen gewartet, die das Schicksal der Sterblichen bisweilen durch den Zug gefiederter Himmelsbewohner kundtun sollten. Aud dem Verhalten der beständig gurrenden Taubses und Dusselgurrae oder dem langsamen Flug eines elegant in der Höhe dahinsegelnden Staravia konnte der Herrscher Roms selbst wenig Schicksalhaftes herauslesen, doch für den älteren Mann hatte die Vogelbeschau einen tieferen Einblick in die geheimnisvollen Spinnereien der Moiren Selfer, Vespritus und Tobutosa gewähren können. Als ein schleimiger Klecks frisch ausgeschiedenen Vogelkots im Becken in der Mitte des nach oben offenen Atriums aufklatschte, schrie der greise Wahrsager auf und übermittelte dem dictatori eine deutliche Warnung: „Carve Idus Martias!“, „Hüte dich vor den Iden des März!“
    Damit nicht genug hatte sein treues und ansonsten folgsames Absolis Pollux verrückt gespielt. Der gut trainierte Rüde mit dem streng zurückgekämmten, marmorweißen Fell hatte sich in der Tunika seines Herrn verbissen gehabt, als dieser sich trotz angeblich diviner Warnzeichen auf den Weg zur Senatssitzung hatte machen wollen. All dies wäre so Manchem Grund genug gewesen, zu den Göttern zu beten, dass diese Omen ohne Schaden an ihm vorüberziehen mögen. Doch nur aufgrund fehlgeleiteter Träume und ungebührlicher Tiere die Staatsgeschäfte lahmlegen?
    Caesar schnaubte und setzte sich in Bewegung, den irritiert dreinblickenden Trebonius wortlos stehen lassend. Es wäre ja noch schöner, ließe er als gestandener Soldat und mächtigster Mann in Rom sich als abergläubischer Feigling verspotten, weil er sich wie ein hysterisches Weib im Hause verstecken würde!
    Entschlossen schritt er voran, bereit, seine Vision eines goldenen Zeitalters unter dem Banner des Habita weiter voranzutreiben. Als er den Senatssaal betrat, verstummte das einem Biborschwarm gleiche Gemurmel der bereits versammelten Senatoren. Unter dem Rascheln der würdevollen Roben der Anwesenden strebte Caesar erhobenen Hauptes durch den Raum. Als er an der Statue des Pompeius emporblickte, die er auf halbem Weg passierte, einem bunten Ebenbild seines verstorbenen Konkurrenten, schlich sich der Anflug eines Lächelns auf seine schmalen, streng geformten Lippen. ,Vor meinem Glanz wird dein Ruhm im Wandel der Ewigkeit verblassen', dachte er und schritt unbeirrt durch die Mengen der abgeordneten Aristrokraten auf den ihm zustehenden Ehrenplatz zu. ,Künftige Generationen werden mich als würdigen Nachfolger des großen Alexander feiern. Heute wird ein weiterer Tag auf meinem Weg zu unsterblichen Ruhm sein!'


    Es waren die Iden des Martii im ersten Konsulat des Marcus Antonius und dem fünften des Caius Iulius Caesar.




  • Der Daedrawettstreit


    - Teil 1: Ein Wahngott in Nöten -






    Donnernd krachten die beiden Kugeln aus gebündelter Energie zusammen und spritzten Funken aus kirschblütenfarbenem und gewitterblauem Licht in alle Richtungen. Während sie in einem nicht enden wollenden Tanz immer wieder zusammenstießen, prallten etliche Meter unter ihnen gleich aussehende Monster in tödlichem Kampf aufeinander. Immer und immer wieder, niemand wollte den anderen einen fußbreit Boden gewinnen lassen. Ein gewaltiger, tosender Sturm wirbelte wie ein Tod verheißendes Schreckensgeheul um die vernichtende Szene.


    Das Bild verschwamm. Langsam schälten sich neue Umrisse aus dem nebligen Dunst. Ein Schloss … nein, eine alte Burg, eine halb verfallene Ruine, deren skelettierte Überreste bedrohlich aus ihrem rauen Grab zwischen bewaldeten Hügeln ragten. Einige Nadelbäume des umgebenden Forstes waren ob der heftigen magischen Angriffe, die beständig rund um das bröckelnde Gemäuer tobten, wie achtlos hingeworfene Streichhölzer über den Boden verteilt. Blendend heller Frost riss hier und da gleißende Wunden in das dunkle Fleisch der Erde, während eine übermächtig scheinende Armee die wenigen Verteidiger zurückzudrängen begann. Feuer regnete vom Himmel, das Schreien der Sterbenden war von dem der gestürzten Rosse kaum zu unterscheiden.


    Noch ein Bildwechsel. Wildes, leuchtendes Zucken aus roten und grünen Blitzen, die sich die verfeindeten Armeen aus metallenen Waffen entgegenschossen, dazu das Zischen bunter, feuriger Schwerter-


    Ein gedehntes, lautes Gähnen zerriss auch dieses Bild und mit einem leisen Zischen zog sich die Visionskugel in sich zusammen. Ein kurzes 'Plopp' ließ den Zauber, der einen Blick in andere Welten gestattete, vollends verschwinden, und sein Beschwörer warf mit einem langgezogenen Stöhnen den Kopf in den Nacken.
    Frustriert ließ dieser erhabene Fürst die Arme auf die Lehnen seines kurios geformten Throns klatschen. Das würdevolle Möbelstück besaß die Form eines übermannshohen Oktopus, dessen versteinerte Tentakel sich zu Sitzfläche, Stuhlbeinen und undefinierbarem Gewusel kräuselten, während übergroße Fledermausflügel den Rahmen der speziellen Sitzgelegenheit bildeten. So speziell, wie ihr Besitzer selbst es war. Und er war in einer tödlichen Stimmung, die für jeden Sterblichen in seinem Wirkkreis nur Verderben und Verdammnis bringen konnte, sollte er ihm jetzt über den Weg laufen.
    „Haaaaskill“, rief Sheogorath, der Gott des Wahnsinns, in kläglichem Tonfall, dass einem Unwissenden Bange um ihn geworden wäre.
    Dem angesprochenen Kammerherrn des chaotischsten der daedrischen Prinzen jedoch schwante nichts Gutes. Er blickte von der Inventarliste der Käsesammlung seines Herrn auf (die er zum sechsundsechzigsten Mal in dieser Woche zu einem neuen Arrangement ordnen sollte) und fragte vorsichtig: „Ja ... mein Herr? Was wünscht ihr...?“
    Sheogorath schob die Unterlippe vor wie ein Kind, dessen Lieblingsspielzeug gerade kaputt gegangen war, nur schwach und kraftlos in seinem furchterregenden Thron hängend. Er stieß einen tiefen, langgezogenen, erbarmungswürdigen Seufzer aus, bevor er seinem besorgten Diener mitteilte, was ihm so schwer auf seine zahlreichen Gemüter schlug.
    Haskill wappnete sich für das Schlimmste.
    „Haskill, mein alter Freund“, begann er - dem Kammerherrn stellten sich die Nackenhaare auf.
    „Mir ist ... ich bin so ...“ Haskill hielt den Atem an und hoffte, dass seine Befürchtungen nicht wahr sein mögen.
    “Schrecklich ... laaaaaaaangweiliiiiiig“, stieß der Herr der Schauderinseln schließlich gedehnt hervor.
    Haskill schluckte. Natürlich. Warum sollte er auch einmal Unrecht haben?
    „Vielleicht möchte der Herr sich an seiner neuen Mammutkäseskulptur ergötzen? Sie stinkt auch nur halb so schlimm wie befürchtet“, unternahm er einen zaghaften Versuch, seinen Gebieter auf andere Gedanken zu bringen. Andernfalls würde er wieder einmal mit einem verrückten Plan um die Ecke kommen, unter dem etliche zu leiden haben würden.
    Allen voran vermutlich sein unglücklicher Diener.
    „Ich hab's!“, rief Sheogorath plötzlich und sprang auf, die Faust triumphierend in die Handfläche schlagend. „Haskill, trommel die anderen zusammen!“
    „Die ... anderen, Herr...?“
    „Die anderen Daedraprinzen natürlich, du Cheddarhirn“, erwiderte dieser und rollte mit den Augen. „Bestich' sie, erpress' sie, gib ihnen eine Überdosis Mondzucker oder entführ' sie, mir egal. Aber ich habe einen genialen Einfall, der einfach allen schmecken wird “ - hier kicherte er vergnügt auf - „und der für Spaß und Spannung in ihren eintönigen Existenzen sorgen wird! Natürlich werde ich dabei den meisten Spaß haben!“
    Haskill seufzte resignierend. Wenn sein Herr sich einmal etwas in den Kopf gesetzt hatte, war es besser, ihm nicht zu widersprechen. „An welche Art Unternehmung hätte Euer Gnaden denn gedacht ...?“
    „Einen Wettstreit an den sich alle noch lange erinnern werden! Wo Können, Kreativität, Geschick und Disziplin ausreichend auf die Probe gestellt werden! Ein Kampf auf Leben und Untot, um Ruhm und Ehre, für Roquefort und Gouda, mit Schreien der Lust und Verzweiflung- oh Haskill, wir müssen unbedingt ein paar Luftschlangen für die Dekoration besorgen. Aber nicht zu viel Luft, sonst platzen sie und hinterlassen furchtbare Flecken ...“
    „Herr ...?“
    „Oh, natürlich.“ Der Wahngott räusperte sich und grinste verschwörerisch. „Wir werden ... ein Kochduell veranstalten!“
    Es ist der bescheidenen Chronistin nicht möglich, Haskills Gesichtsausdruck mit dem begrenzten Wortschatz der Sterblichen angemessen zu beschreiben.


    Der Kammerherr des Fürsten von Kreativität und Wahnsinn hatte schließlich das Unmögliche vollbracht: Nach und nach hatte er jeden der anderen 15 Götter Oblivions davon überzeugen (oder dazu zwingen) können, sich dem neusten Einfall seines Herrn hinzugeben. Mancher dürstete nach Rache für einen von Sheogoraths früheren Streichen, mancher (eigentlich trifft das nur auf den Pestilenzgott zu) wollte seinen eigenen Wert unter den Fürsten steigern und andere konnten durch Bestechung unterschiedlichster Art für die Sache gewonnen werden. Die Prinzen Mehrunes Dagon und Molag Bal, deren Sphären Zerstörung und Versklavung waren, musste der erbarmungswürdige Haskill mit einem finsteren Geheimnis erpressen, das Gerüchten zufolge ein paar Kelche Wein zu viel, Nocturnals Spitzenhöschen und eine pinkfarbene Peitsche beinhalten soll.


    Haskill hatte die Vorbereitung und Planung also erfolgreich abgeschlossen (das Sheogorath zu überlassen wäre in etwa, als gäbe man einem Skeever den Auftrag, Schmetterlinge zu fangen) und eines wunderhübschen Tages versammelten sich alle daedrischen Fürsten mit gemischter Begeisterung auf dem Marktplatz von Neu Sheoth, um den „ULTIMATIVEN ENTSCHEIDUNGSKAMPF“ (so stand es auf dem mit bunten Blümchen verzierten Begrüßungsbanner) auszutragen.




  • Freudenbällchen



    So herrlich sind sie, rund und zart, fruchtig und weich. Melonen gibt es in allen Formen und Größen, ein jeder ergreift gern ihre perfekten Rundungen und leckt ihr saftiges Fleisch. Sie sind so angenehm im Mund, so köstlich und erfrischend zugleich! Manche sind leidenschaftlich rot, andere besitzen eine fast gelbliche Färbung, doch stets erfreuen sie Männlein wie Weiblein mit süßem Genuss. Kaum ein Mensch kann widerstehen, diese lustvollen Kugeln zu packen und aufzusaugen.
    Hast du auch schon einmal eine feste, wohlgeformte Melone probiert? Oder sind dir knackige, dicke Karotten lieber, die du mit deinen Zähnen zärtlich beknabbern kannst?




  • Bergpanorama





    Ungewöhnliche Gebirgszüge sind es, die wir erforschten. An einem Ort der Welt, wo niemand sie vermutet hätte.Hänge so steil wie ein abstürzender Vogel, gewachsen so hoch, dass wir die Gipfel nicht zu berühren wagten und das höchste Massiv der Erde winzig dagegen schien. Umgeben von einem Meer erstarrten Wassers. Faszination wich kindlichem Staunen, als wir Überreste fanden, die gar nicht sein durften. Eine Sensation? Oh ja. Eine große Sensation. Hätte ich gewusst, was an diesem verfluchten Ort, dieser wunderschönen Hölle, in diesem verdammten Paradies verborgen lauerte - ich hätte mich von ihren Wipfeln gestürzt. Von diesen Bergen des Wahnsinns.




  • Hallo Sheo!


    Du warst mit deinen Updates hier ganz schön fleißig, sorry, dass ich so lang nichts gesagt hab. (Ich sollte meine Kommiliste langsam etwas flexibler gestalten …) Anyway, ich kümmere mich jetzt um Teil 1 des Daedrawettstreits, weil ich da schon einiges gutes gelesen hab. ;)


    Der Daedrawettstreit
    Mir gefällt der Anfang hier mit der sehr ausführlichen Beschreibung der beiden Kämpfe, einmal der zwei Wesen und dann der Schlacht bei der alten Burg. Wenn du hier schon was lustiges eingebaut hast, ist es mir jedenfalls nicht so aufgefallen, obwohl man die sehr detaillierten Beschreibungen vielleicht als „overdone“ ansehen könnte und gerade das amüsant sein soll? (Dafür mag ich aber deine Beschreibungen zu sehr, um das so zu sehen!)
    Das erste Mal hab ich an einen eher lustigen Inhalt bei dem Text gedacht, mit dem Plopp. Vielleicht, weil ich solche Lautworte von dir nicht kenne und deshalb dachte ich mir: Oh, Sheo schreibt so was, das muss anders als sonst sein! Die Beschreibung des Oktopusthrons hat mir gefallen — sehr ungewöhnliches Design, aber hoffentlich bequemer als der Thron aus GoT. Versteh ja nicht, warum sich alle um den streiten, der Stuhl schaut total unbequem aus, lol.
    Und dann ging’s los mit den lustigen Sachen. Sheogorath, der nach seinem Diener ruft, der … die Käsesammlung neu arrangiert?! Srsly?! Ich kenn mich ja in dem Fandom nicht aus, aber lol, ausgerechnet Käse, damit hatte ich wirklich nicht gerechnet. Sheogorath benimmt sich dann wirklich wie ein kleines, verwöhntes Kind und ich kann Haskill gut verstehen, das kann ja nur anstrengend sein! Kinder, die nichts mit sich anzufangen wissen, sind wirklich furchtbar, ich meine, wir gehen uns ja schon selbst auf die Nerven, wenn wir nicht wissen, was wir tun sollen und uns langweilen. Hier hast du das aber schön überspitzt dargestellt. Cheddarhirn! Haha, das war richtig lustig!
    Und dann enthüllt Sheogorath seinen dunklen Plan, ein wirklich formidabler Wettstreit! Ein … Kochduell?! Okay, hätte ich jetzt nicht erwartet, aber gut, die hohe Kochkunst ist auch eine Kunst und nicht umsonst spricht man von Küchenschlachten, also … scheinbar doch passend.
    Auch sehr lustig fand ich, wie Haskill manche der unfreiwilligen Teilnehmer erpressen musste und dabei ein paar delikate Details der Chronistin zugespielt wurden. Alles in allem nimmt sich der Text je weiter er voranschreitet immer weniger ernst und ob man sich nun in dem Fandom auskennt oder nicht, ist eigentlich wurscht, weil du das so gut dargestellt hast, dass selbst mir als Noob klar wird: so soll das nicht sein. Aber ich find’s super, bin schon gespannt wie das Kochduell ablaufen wird. Sheogorath wird sich bestimmt an einem Käsefondue versuchen. Oder wer weiß, vielleicht wird er ja damit bestochen?! Spannend bleibt es auf jeden Fall. :D

  • Heyho, @Cyndaquil!
    Vielen lieben Dank für deinen Kommentar, den ich gleich mal beantworten will!


    Danke erstmal, dass du meine Beschreibungen magst :3
    Das Witzige am Anfang ist eher die Tatsache, dass die Szenen sehr dramatische Augenblicke darstellen - und Sheo trotzdem langweilen. Btw handelt es sich bei den Szenen um Momente aus bestimmten Fandoms, aus anderen Welten, die Sheo sich da ansieht :3


    Ja, das Plopp sollte humoristisch wirken und ich freue mich, dass das angekommen ist!
    Ja, der Iron Throne ist mehr als unbequem, irgendjemand (ich glaube Robert Baratheon) sagt das an einer Stelle auch mal. Anyway, das Design ist eine Anspielung auf Cthulhu ;3
    Oh, es gibt in Bezug auf Sheo ständig Anspielungen auf Käse. Er liebt ihn. Ab-daedrisch. Und eine Käsesammlung würde gut in seinen undurchschaubaren Lebenswandel passen xD
    Sich langweilende Kleinkinder sind wirklich ... anspruchsvoll. Und dann stell dir das mal bei Göttern vor!
    Ich habe ein Kochduell als Austragungsform gewählt, weil ich das herrlich absurd fand. Es hätte auch etwas Sportliches sein können, aber das wäre dann schon wieder viel zu nachvollziehbar gewesen :) Aber ich bin schon argwöhnisch gespannt darauf, was die da alles fabrizieren werden ...
    Danke, dass dir das so gut gefallen hat! Ich bin gespannt, ob das bei den zukünftigen Folgeteilen auch noch witzig bleiben wird! :)


    Liebe Grüße,


    ~ Deine Sheo!

  • Eifersucht





    Heiß, kalt, atemlos
    Wild rasende Gedanken
    Magst du mich wirklich?


    Sanfte Berührung
    Wellen der Geborgenheit
    Du willst bei mir sein!


    Hoffnung im Herzen
    Gallopieren in der Brust
    Zweisam im Geiste!


    Zusammen wachsen
    Ein gemeinsames Leben
    Mein Traum, fast schon wahr!


    Möbel stehen falsch
    Kleinigkeiten stören sehr
    Sind wir hier verkehrt?


    Großer Jubeltag
    Verbannt des Alltags Sorgen
    Woher kam der Streit?


    Seliges Lächeln
    Verlieren in der Nähe
    Halte dich ganz fest!


    Lange bist du fort
    Zweifel, warten immerzu
    Warum länger weg?


    Versuchst Beruhigung
    Eilig besorgtes Geschenk
    Meinst du es denn ernst?


    Habe dich geseh'n.
    Heimliche Zärtlichkeiten.
    Schock und kalt - und Schmerz




  • Hallo Sheo. (:


    Du bist ja schon bissl verrückt, oder? Nicht genug, dass du nur hundert Wörter für ein Drabble benutzen darfst, du schreibst es auch noch in Haiku! Respekt, ich bin schon froh, wenn ich ein normales Gedicht-Drabble hinbekomme. ;)


    Eifersucht
    Ach ja, die Eifersucht. Irgendwie ist es ein komplexes Gefühl und irgendwie ist es ganz simple Angst davor, jemanden zu verlieren. Zusammen mit vermindertem Selbstwertgefühl, weil man sich für austauschbar hält. Also eine sehr interessante Titelvorgabe, die mich selbst gereizt hat, aber ich konnte einfach meine Gedanken nicht so gut in Worte fassen wie du.
    Ich find’s schön, wie du das Gedicht quasi mit dem ersten Kennenlernen aufbaust — jedenfalls hab ich das so verstanden. Das Lyrische Ich hat erst Zweifel, die sich in der zweiten Strophe aber verflüchtigen. Das Paar kommt sich näher und ich find’s schön, wie du die Zweisamkeit hier simpel, aber genau mit den richtigen Worten skizziert hast. Zweisam im Geiste find ich hier besonders schön, weil reine physische Anziehung meist nicht lang hält. Es muss einen schon mehr mit einem anderen Menschen verbinden und das hast du hier schön angedeutet.
    Bei der Strophe, wo die Möbel falsch stehen und es plötzlich zu Reibungen kommt, war ich mir nicht sicher, ob die Auseinandersetzung vom Lyrischen Ich gestartet wird oder von dem Partner. Die Frage ist jedenfalls vom Lyrischen Ich und sät wieder Zweifel — ja, damit startet die Eifersucht.
    Den großen Jubeltag hab ich mal als Hochzeit gesehen, es kann aber auch ein anderes Ereignis sein, vielleicht ja der erste Jahrestag des Paares? Jedenfalls sind hier die Zweifel wieder weg und auch die nächste Strophe ist so schön! Wenige Worte und doch genau richtig um Zärtlichkeit auszudrücken, find ich toll.
    Erneut kommen die Zweifel, als der Partner länger wegbleibt. Zwar versucht er sich an Beschwichtigung, aber es fällt ja auf, ob ein Geschenk gekauft wurde, weil man jemandem eine Freude machen will oder weil man ihn lediglich beruhigen möchte. Deshalb fragt sich das Lyrische Ich auch, ob derjenige es ernst meint. Die Frage ist die letzte dieses Drabbles und die Auflösung kommt im letzten Haiku. Der Betrug des Partners kommt raus und hier find ich gerade die letzte Zeile sehr aussagekräftig. Der Vertrauensbruch ist hier absolut passend dargestellt.


    Ist dir sehr gelungen und gefällt mir auch sehr. (: Freu mich schon drauf, mehr Drabble und Haiku von dir zu lesen.