Rechtsextremismus

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  • @Shorino
    Jein, von meiner Familie kann ich dir erzählen, dass tatsächlich niemand etwas gewusst hatte. Zumindest niemand, der mir heute davon berichten könnte. Meine Oma war ca 12 und ihr wurde in der Schule erzählt, dass der Klassenkamerad geflohen sei. Vll. haben es sich einige Leute auch als Selbstschutz eingeredet, weil eine gesunde, mitfühlende Psyche so viel Leid nicht erträgt.

    Vielleicht haben "die Leute" es sich auch erst später eingeredet, weil es auf einmal kein Zeichen von Stil mehr war.

    @Shorino
    Ich denk halt immernoch, dass es mit etlichen Kindern nicht so leicht ist da durchzukommen. Steht es da wirklich als oberste Priorität die acht Kinder aufzuklären oder sie zu erhalten? ^^"

    Naja, ich denke nicht, dass du auf Dauer damit durchkommst, einen Haufen Kinder als Ausrede in die Schusslinie zu schieben.
    Außerdem: Wenn man 8 Kinder ernährt, warum dann nicht auch noch den verfolgten jüdischen Nachbarn?

  • Auch wenn die Frage nicht an mich gerichtet war: Was oberste Priorität ist, muss wohl jeder für sich selbst entscheiden. Die meisten Menschen haben aber nicht aus irgendwelchen Ängsten oder Prioritäten nicht aufgeklärt. Sie befanden es schlichtweg für gut oder zu allermindest für nicht schlimm. Daher sind Angst vor eigener Verfolgung, mangelnde Mittel oder Nichtwissen alles nur Ausreden wenn die Wahrheit in Wirklichkeit ist, dass es den Leuten mehrheitlich einfach scheißegal war, was mit Juden, Homosexuellen, Kommunisten, Sozialisten, Behinderten, Sintis, Roma und sonstigen Verfolgten passierte.

  • Außerdem: Wenn man 8 Kinder ernährt, warum dann nicht auch noch den verfolgten jüdischen Nachbarn?

    Für 8 Kinder bekommst du einen Orden, für den verfolgten jüdischen Nachbarn kann von Benachteiligung bis gratis Zugfahrt nach Buchenwald alles drin sein. Ich kann verstehen, dass die meisten sich untergeordnet haben... aber ich denke ich bin nicht in der Lage irgendwen zu veurteilen. Wenn die Leute damals mit ihrem Gewissen leben konnten...



    Zumindest niemand, der mir heute davon berichten könnte.

    Das wird dann wahrscheinlich der Punkt sein. Man spricht halt nicht gern darüber, weil die Leute irgendwann gemerkt haben, dass es wohl doch nicht so toll war was man selbst oder die Eltern damals gemacht haben.
    Von meinem einen Ur-Opa weiß ich auch, dass er bei der Wehrmacht war (okay war halt Pflicht), und was die Wehrmacht in Russland so alles gemacht hat.


    Im übrigens musste man seine Kinder damals auch nicht aufklären, was solche Dinge angeht, sowas wurde damals im Unterricht propagiert, vlt. etwas verharmlost und am allerwichtigsten, es wurde erklärt warum es angeblich nötig und gut war die ganzen Leute ins KZ zu schicken. Wir hatten damals in Geschichte so wunderschöne Ausschnitte aus alten Schulbüchern. Die NS-Regierung hat sich halt sehr bemüht den Nachwuchs linientreu zu halten. Das ging auch teilweise so weit, dass Kinder ihre eigenen Eltern denunziert haben.

  • Ich bezweifle ja nicht, dass viel Mut dazu gehört, sich einen solchen Regime zu widersetzen. Aber ich bin eben entschieden der Ansicht, dass es trotzdem feige ist, das nicht zu tun, das nicht getan zu haben.

    Ich weiss nicht, ob sowas mutig ist, wenn man weiss, dass dieser Widerstand im schlimmsten Fall zur Folge hat, dass nicht nur du selbst dein Leben verlierst, sondern auch deine Familie, Kinder... Und klar ehrt es dich, dass du sogar bereit bist zu spenden, das ist immerhin mehr als die meisten machen, aber das ist halt trotzdem eine ziemlich entspannte Form der Hilfe und wohl kaum mit der damaligen Situation vergleichbar.

  • Dieses elendige Thema wird echt immer wieder hochgeschaukelt...
    Natürlich ist Rechtsextremismus ein großes Problem und sollte nicht verharmlost werden, aber die ständige Schwarz-Weiß-Malerei in allen Medien und die Übersensibilität bei einigen Menschen regt mich wirklich auf. Wieso sind zum Beispiel rechte Extreme schlimmer als linke Extreme? Selbst wenn gegenteiliges behauptet wird und eine scheinbare Objektivität in der Berichterstattung der großen Medien gegeben ist, ist es doch eine Tatsache, dass die Taten der Linksextremen Szene in Deutschland im Vergleich zu den Taten der Rechten extrem verharmlost werden. Linksextreme schmeißen mit Steinen, zünden Autos an, verprügeln Demonstranten und Polizisten und so weiter, aber ein paar frustrierte Protestwähler sind eine Gefahr für Deutschland? Das ganze Thema ist wirklich echt lächerlich. Das witzige ist ja, dass gerade die CDU/CSU schon einige rechte Züge hat, aber trotzdem Nazis aufs Schärfste verurteilt. Wer solche Heuchler unterstützt, soll sich später nicht beschweren, wenn Deutschland wieder der Welt den Krieg erklärt. Aber beschweren sollten sich die meisten sowieso nicht. Entschuldigt ruhig den Mangel an Zivilcourage bei euren Großeltern mit Angst und Unterdrückung, und dass es doch so unmöglich war, sich all dem zu widersetzen. Aber wenn ihr das tut, sagt nicht im gleichen Atemzug, wie ungefährlich die Nazis doch sind. Meine Großeltern haben, obwohl sie nicht auf der Seite der Verfolgten standen, eine ganze Menge gegen den Nationalsozialismus getan. Ich weiß, dass die wenigsten Menschen gegen Ende des Krieges Hitler noch unterstützen wollten, aber die großen Massen haben aus Angst weiter gemacht und damit Millionen Menschen in den Tod geschickt. Aber gleichzeitig muss man auch sagen, dass dies nun Vorbei ist und gerade aus dieser Angst haben die Deutschen denke ich eine Menge gelernt. Aber nicht nur die richtigen Sachen, wie man immer wieder sieht. Deutschland ist mittlerweile viel zu übersensibilisiert. Sollen wir demnächst in Watte eingepackt werden? Ich glaube, dass die Rechten ihr Fett weg bekommen haben und Deutschland endlich anfangen sollte, das alles hinter sich zu lassen. Mit dieser ewigen Trauer hilft man niemandem und bietet nur einen Nährboden für politische und religiöse Gewalt. Deutschland ist schon lange kein Nazi-Land mehr und das ist auch gut so. Ich persönlich habe wenig Lust darauf die Fehler anderer Menschen auszubaden, an denen weder ich, noch meine Vorfahren beteiligt waren. Man sollte sich lieber um richtige Probleme kümmern, als um ein paar Rentner die in der Vergangenheit hängen geblieben sind und ein paar dumme Arbeitslose, die Dampf ablassen wollen. Das sind nunmal die meisten Neonazis. Deutschland ist meiner Meinung nach ein komplett anderes Land als es 1945 war. Und Deutschland hat auch ganz andere Probleme als damals.

  • as werde ich nicht, weil ich ein erbärmlich schlechter Soldat wäre (hallo, Asthma). Jedoch habe ich mir vor ein paar Tagen überlegt, dass ich Geld an eine Organisation spenden werde, die davon Waffen für die kurdischen Kämpfer kauft. Muss aber halt erst eine vertrauenswürdige Organisation finden (und das vorzugsweise erst nachdem der Stress wegen Graecum nächste Woche vorbei ist), damit mein Geld nicht bei Baschar Al-Assad landet und in Giftgas investiert wird.

    Willkommen im Teufelskreis.
    Waffen erzeugen Gewalt, Gewalt erzeugt Gegengewalt und Gegengewalt erzeugt wiederum Gewalt.
    Ich finde, an sollte sich nicht da unten einmischen.
    Krieg bringt nun mal Tod und Verderben.
    Wenn du moch mehr Waffen kaufst für die da unten, heizt du den Krieg da unten ein.


    Die ISIS haben ihre Waffen ursprünglich von den Amis bekommen. Du kannst nicht sagen, wofür was die Kurden die Waffen verwenden werden.
    Damals waren sie noch zersplittert



    Sei dir darüber klar, dass der Krieg kein Kinderspielplatz ist.
    Es flogen Organe, Körperteile und so umher, weggesprengt von den Waffen der Armeen. Das ist kein Zuckerschlecken.
    Jede Familie hat gehofft, dass ihr Sohn/Bruder und so aus dem Krieg wiederkommen.
    Es war grausam. Du würdest auch trauern, wenn dein Bruder im Krieg sterben würde.
    Krieg fördert nurmal Opfer.
    Es gibt Leid auf jede Seite, egal wo und warum?
    Du hast kein Recht den Leid andere zu vergleichen, denn du weißst ja nicht wie sehr die Oma von Bastet an ihre Brüder hing.
    Zu dama1ligen Zeit waren Brüder Vorbilder und Bezugspersonen zugleich-


    Die Juden waren nicht die einzigen, die leiden müstten, auch, wenn der Leid krasser war.

  • Oha ^^


    Ok. Wir sollten uns vor Augen halten, dass Forderungen wie "Nie wieder Krieg" zuerst recht nett klingen mögen. Konsequenter ist aber, um beim Beispiel Deutschland zu bleiben: "Nie wieder Auschwitz". Oder, ein wenig allgemeiner formuliert: "Nie wieder Völkermord".
    Nun frage ich dich: Wodurch wurden die Menschen befreit, die in Auschwitz und anderen KZ gefangen gehalten wurden? Durch fromme Gebete? Dadurch, dass die Amerikaner gesagt haben: "Ja gut, Waffen heizen ja immer alles noch mehr an, und Krieg ist eh böse". Oder waren es nicht in Wahrheit die Amerikaner, Briten, Russen und Franzosen, die mit der MP in der Hand nach Deutschland gekommen sind und solange Nazis getötet haben, bis sie die Verfolgten befreien konnten?
    Ich möchte dich gerne sehen, wie du einem Holocaustüberlebenden ins Gesicht sagst: "Ich finde nicht, dass man sie hätte befreien sollen, weil sie nur durch bewaffnete Amerikaner und Russen befreit wurden und Krieg ganz doll böse ist." Kleiner Tipp: Er wird dir wahrscheinlich nicht zustimmen.


    "Kein Krieg" klingt fromm, ist aber albern. Wie soll man den IS stoppen, wenn nicht mit Waffengewalt? Mit frommen Gebeten? Mit gutem Willem? Mit "Aufklärungskampagnen"? Sag das mal den Yesiden, den Kurden und den anderen Völkern, die der IS auszulöschen versucht. In einer perfekten Welt würde es allein deshalb keinen Krieg geben, weil es keine Gründe gäbe, Krieg zu führen.
    Nicht jeder Krieg ist Unrecht. Aber Krieg kann als letztes Mittel eingesetzt werden, um Unrecht zu verhindern.
    Ich weiß, dass es beinahe ausschließlich kurdische Streitkräfte waren, die militärische Erfolge gegen den IS erzielt haben. Die reguläre irakische Armee ist es, deren Soldaten wegen absurd niedriger Moral desertieren oder fliehen und amerikanische Waffen den Dschihadisten in den Rachen werfen. Nicht die Kurden.



    Ich habe nirgendwo gesagt, dass "die Juden" die einzigen gewesen wären, die gelitten haben. Ich sage auch nicht, dass Bastet eine ... wäre. Ich kritisiere aber ganz entschieden, dass er anscheinend zu der Sorte Menschen gehört, die die Vorstellung von den Nazialiens haben, die 1933 auf einmal auf die Erde kamen und die armen verzweifelten Deutschen unterdrückt haben.
    Dass Menschen, auch SS-Mitglieder, ihren Familienmitgliedern viel bedeuten können, bestreite ich nicht. Das macht die SS-Mitglieder aber nicht besser und das Wegsehen der Familienmitglieder auch nicht. Dazu zwei interessanter Artikel über die Tochter von Heinrich Himmler:
    http://www.google.de/url?sa=t&…bv.93990622,d.bGg&cad=rja
    http://www.google.de/url?sa=t&…bv.93990622,d.bGg&cad=rja
    Lustigstes Zitat von ihr: „Heute wird mein Vater als der größte Massenmörder aller Zeiten gehasst. Ich sehe es als meine Lebensaufgabe an, der Welt meinen Vater in einem anderen, wahren Licht dazustellen.“

    Einmal editiert, zuletzt von Gucky () aus folgendem Grund: Teile gelöscht, die sich auf in einem vorherigen Post gelöschten Inhalt beziehen.

  • Dieses elendige Thema wird echt immer wieder hochgeschaukelt...
    Natürlich ist Rechtsextremismus ein großes Problem und sollte nicht verharmlost werden, aber die ständige Schwarz-Weiß-Malerei in allen Medien und die Übersensibilität bei einigen Menschen regt mich wirklich auf. Wieso sind zum Beispiel rechte Extreme schlimmer als linke Extreme? Selbst wenn gegenteiliges behauptet wird und eine scheinbare Objektivität in der Berichterstattung der großen Medien gegeben ist, ist es doch eine Tatsache, dass die Taten der Linksextremen Szene in Deutschland im Vergleich zu den Taten der Rechten extrem verharmlost werden. Linksextreme schmeißen mit Steinen, zünden Autos an, verprügeln Demonstranten und Polizisten und so weiter, aber ein paar frustrierte Protestwähler sind eine Gefahr für Deutschland? Das ganze Thema ist wirklich echt lächerlich. Das witzige ist ja, dass gerade die CDU/CSU schon einige rechte Züge hat, aber trotzdem Nazis aufs Schärfste verurteilt. Wer solche Heuchler unterstützt, soll sich später nicht beschweren, wenn Deutschland wieder der Welt den Krieg erklärt. Aber beschweren sollten sich die meisten sowieso nicht. Entschuldigt ruhig den Mangel an Zivilcourage bei euren Großeltern mit Angst und Unterdrückung, und dass es doch so unmöglich war, sich all dem zu widersetzen. Aber wenn ihr das tut, sagt nicht im gleichen Atemzug, wie ungefährlich die Nazis doch sind. Meine Großeltern haben, obwohl sie nicht auf der Seite der Verfolgten standen, eine ganze Menge gegen den Nationalsozialismus getan. Ich weiß, dass die wenigsten Menschen gegen Ende des Krieges Hitler noch unterstützen wollten, aber die großen Massen haben aus Angst weiter gemacht und damit Millionen Menschen in den Tod geschickt. Aber gleichzeitig muss man auch sagen, dass dies nun Vorbei ist und gerade aus dieser Angst haben die Deutschen denke ich eine Menge gelernt. Aber nicht nur die richtigen Sachen, wie man immer wieder sieht. Deutschland ist mittlerweile viel zu übersensibilisiert. Sollen wir demnächst in Watte eingepackt werden? Ich glaube, dass die Rechten ihr Fett weg bekommen haben und Deutschland endlich anfangen sollte, das alles hinter sich zu lassen. Mit dieser ewigen Trauer hilft man niemandem und bietet nur einen Nährboden für politische und religiöse Gewalt. Deutschland ist schon lange kein Nazi-Land mehr und das ist auch gut so. Ich persönlich habe wenig Lust darauf die Fehler anderer Menschen auszubaden, an denen weder ich, noch meine Vorfahren beteiligt waren. Man sollte sich lieber um richtige Probleme kümmern, als um ein paar Rentner die in der Vergangenheit hängen geblieben sind und ein paar dumme Arbeitslose, die Dampf ablassen wollen. Das sind nunmal die meisten Neonazis. Deutschland ist meiner Meinung nach ein komplett anderes Land als es 1945 war. Und Deutschland hat auch ganz andere Probleme als damals.

    Ich sehe überhaupt nicht, dass Linksextreme verharmlost werden. Ganz im Gegenteil. Im Verfassungsschutzbericht von 2012 bekommt die Band "Feine Sahne Fischfilet" (antideutsches Spektrum) mehr Platz geschenkt als der NSU. Die ganze Geschichte des Verfassungsschutzes und des BND sind eine Geschichte von Ex-Nazis, die in der Geheimpolizei der BRD ihre Karriere fortgesetzt haben.
    Vergleiche doch mal die Fahndung nach der RAF mit der nach dem NSU. Das erste Fahndungsplakat, das ich zum NSU gesehen habe, hing in München, nachdem Mundlos und Böhnhardt tot waren. Gutes Timing.
    Wenn du dich mit dem Prozess zum NSU beschäftigst, merkst du, dass unsere staatlichen Organe daran interessiert waren, Naziterroristen zu schützen. Und mit sehr viel Geld zu bezahlen.
    Die Geschichte des Verfassungsschutzes ist exemplarisch für die Tatsache, dass Nazis bis heute große Macht ausüben. Z.B. wusste der Verfassungsschutz schon vor den Anschlägen bei der Olympiade 1972 von Plänen, dass israelische Sportler umgebracht werden sollten und gab diese Infos nicht weiter. Rechtsextreme V-Männer, die in Morden verwickelt waren, bekamen vom Verfassungsschutz Unsummen an Geldern und rechtliche Immunität.


    Außerdem muss man sagen, dass es heutzutage deutlich weniger Gewalttaten von Linksextremen gibt als von Rechtsextremen. Außerdem macht schon die Zielsetzung von Linksextremen einen Unterschied: Sie sind eher religiöse Utopisten, die für die Verwirklichung ihres Traums der Meinung sind den Staat abschaffen zu müssen, damit Gerechtigkeit herrscht. Rechtsextreme hingegen sind der Meinung, dass bestimmte Attribute am Menschen dafür sorgen, dass das Individuum weniger Rechte hat, bishin nicht mal das Recht zu leben.


    Wer der Meinung ist, dass endlich mal Schluss sein sollte mit der Vergangenheit, der setzt voraus, dass die Vergangenheit a) keinen EInfluss mehr hat b) aufgearbeitet wurde und c) dass sie uns angeblich immer wieder aufgedrückt würde.
    Alle drei Dinge sind eindeutig nicht der Fall. Deutschland ist im Gegensatz zu anderen europäischen Ländern gut aus dem 2. Weltkrieg hervorgegangen. Sie hatten auch deutlich weniger zivile Opfer zu beklagen als bspw. Polen und die SU. Die Industrie wurde nur zu 25% zerstört und damit auf das starke Vorkriegsniveau gedrückt. Die Täter wurden unter den absoluten Spitzen kaum bestraft. Nein, im Gegenteil, man half ihnen noch zu entkommen.
    Im Wirtschaftswunder waren auf einmal diejenigen, die vor 45 noch Massen in den Tod deportierten selbstbewusste Hausfrauen und Geschäftsmänner, die nun motorisiert durch unser schönes Land fuhren und den Reichtum des Kapitalismus genossen. Holocaust? War da was?
    Bei den Auschwitz-Prozessen 10 Jahre später war die Mehrheit der Deutschen bereits dafür, einen Schlussstrich zu ziehen. Noch bevor die Täter des Lagers, in dem über eine Millionen Menschen umgebracht wurden, zur Rechenschaft gezogen worden sind. weitere 10 Jahre später springt eine wahnsinnige linksextreme Welle durch Deutschland, die in ihrem Antisemitismus direkt an das 3. Reich anschließt. Ulrike Meinhof, die behauptet, der Holocaust sei im Kern der Wunsch nach Kommunismus, weil die Befreiung vom Geldjudentum gewesen. Schon die RAF behauptete, die Menschen hätten von dem ganzen Schrecken nichts gewusst.
    Trauriger Höhepunkt der ganzen Satire: An einem 9. November legt die linksextreme Organisation Tupa Maros Westberlin eine Bombe in ein jüdisches Gemeindezentrum, in dem man der Reichspogromnacht gedenken wollte. Der Beschaffer dieser Bombe arbeitete übrigens wahrscheinlich für den Verfassungsschutz.
    Während in Deutschland also wieder Juden gejagt werden mit staatlicher Unterstützung kämpft am anderen Ende der Welt der neue israelische Staat um sein Überleben. Mehrmals wird er in mächtigen Allianzen angegriffen, die in direkter Tradition zum 3. Reich stehen und bei denen Werke wie Mein Kampf und Die Protokolle Der Weisen Von Zion hoch im Kurs stehen, die zum Teil schon in den 30ern und 40ern mit Deutschland an der Vernichtung der Juden arbeiteten.
    Während Israel kurz vor seiner Vernichtung stand, pfelgte Deutschland beste Beziehungen zu denen, die genau diese Vernichtung planten. Die arabischen Länder sehen bis heute in Deutschland einen zuverlässigen und starken Partner. Auch ein Grund, warum Deutschland so daran interessiert ist, die Sanktionen gegen den Iran aufzuheben.


    Und heute? In Deutschland werden antisemitische Verschwörungstheorien wieder richtig salonfähig. In Berlin rennen Menschen auf die Straße und brüllen "Hamas Hamas Juden ins Gas!" und die Polizei schreitet nicht ein. In NRW leugnet man auf einer Veranstaltung der Linkspartei fröhlich den Holocaust, im Europaparlament schmieden Linke, Grüne und Rechte eine Allianz, um Israel zu boykottieren, in der EU-Kommission sitzt ein Herr, der in seinem Heimatland Ungarn ein Buch, in dem Juden als "wurzelloses Rattenvolk" beschrieben werden", als Pflichtlektüre einstufen ließ.
    Währenddessen bauen Wahnsinnige im Iran Langstreckenraketen und basteln unterirdisch an Uran und Plutonium und die Welt tut nichts dagegen. Die Chefunterhändlerin für die USA, die Irans nukleare Bewaffnung verhindern soll, sollte das gleiche schon in den 90ern mit Nordkorea machen. Und heute ist Nordkorea eine Atommacht.
    Die Verfassung des Iran besagt, dass man den Staat Iran benutzen wolle, um die Ankunft des Großen Mahdi, des 12. Imam, vorzubereiten, mit dem das Ende der Welt eingeleitet werde. Dafür müsse man Israel in einem Nuklearschlag vernichten. Der Ayatollah selbst sagt, dass Iran bereit ist, für dieses Ziel selbst unterzugehen.
    Wir haben es also mit einem komplett wahnsinnigen, apokalyptischen Staat zu tun, der sich rühmt bereits in 4 Hauptstädten die Macht zu haben: Damaskus, Beirut, Sana'a und Teheran. Und die westlichen Staaten tun nichts dagegen. Nein, Deutschand und seine fünf Freunde bauen auch noch Sanktionen ab und ebnen auf lange Sicht den Weg zur Bombe.


    Derweil schreibt ein Ex-SS-Angehöriger und Literaturnobelpreisträger in Deutschland ein Gedicht, in dem er behauptet, dass Israel mit seinen Drohungen gegenüber dem Iran den Weltfrieden gefährde und am Ende einen Weltkrieg herausbeschwören werde, durch den auch er selbst, Günter Grass, verrecken wird.
    Die deutsche Presse (SZ und Spiegel) applaudieren dem wirren Greis. Jakob Augstein (Hauptanteilseigner des Spiegel) betont, dass es gerade gut ist, dass diese Worte aus Deutschland kommen. Und dass Israel Deutschland in einem Zangengriff halte, aus dem es sich nicht befreien könne.
    Die SZ greift zu subtiler Variante und stellt Israel in einer bildlichen Darstellung als gefräßiges Monster dar, das von Deutschland essen serviert bekommt.
    Astreine Nazimanier wie damals im Stürmer. Deutschland hat wirklich viel gelernt. Und jetzt ist es an der Zeit, dass Deutschland aus seiner ideellen Ruine erwacht und wieder geeint zusammensteht. Denn wenn Deutschland ernst macht, können wir es mit der ganzen Welt aufnehmen. Das Land der Dichter und Denker, das christliche Abendand, das Land von Goethe und Schiller. Hach, wir haben allen Grund stolz zu sein. Das nehmen uns die Juden nicht weg.

  • Ich weiß, dass die wenigsten Menschen gegen Ende des Krieges Hitler noch unterstützen wollten, aber die großen Massen haben aus Angst weiter gemacht[...]


    Was du zu wissen meinst ist einfach schlichtweg falsch. Woran machst du dieses wissen denn fest? Am Ende des Krieges als die Alliierten eingerückt sind hatten die Menschen natürlich Angst, Angst vor Tod, Vergewaltigungen, Plünderungen und all den weiteren Dingen, die oft mit Krieg und dem Einmarsch fremder Soldaten einhergehen. Jedoch sorgte diese Angst bei der Mehrheit keineswegs, dass die meisten Menschen Hitler nicht mehr unterstützen wollten. Im Gegenteil, diese Erfahrungen sorgten natürlich dafür, dass man den Feind noch mehr dämonisieren konnte. Wie es in diesem Thread mehrmals gesagt wurde, standen die Mehrheit der Deutschen selbst nach dem Krieg noch lange zu Hitler. Selbst heute wo es nicht mehr sehr oppurtun ist zu Hitler zu stehen höre ich oft Sätze wie "Es war ja nicht alles schlecht" bzw. "Mein Vater sagt, dass ja nicht alles schlecht war" oder "Das mit war nicht in Ordnung, aber der Rest..." und diese Sätze fallen auch immer von Leuten, de nicht nur nicht alles schlecht sondern alles gut fanden, es sich aber nicht zu sagen trauen.

  • Was du zu wissen meinst ist einfach schlichtweg falsch. Woran machst du dieses wissen denn fest? Am Ende des Krieges als die Alliierten eingerückt sind hatten die Menschen natürlich Angst, Angst vor Tod, Vergewaltigungen, Plünderungen und all den weiteren Dingen, die oft mit Krieg und dem Einmarsch fremder Soldaten einhergehen. Jedoch sorgte diese Angst bei der Mehrheit keineswegs, dass die meisten Menschen Hitler nicht mehr unterstützen wollten. Im Gegenteil, diese Erfahrungen sorgten natürlich dafür, dass man den Feind noch mehr dämonisieren konnte. Wie es in diesem Thread mehrmals gesagt wurde, standen die Mehrheit der Deutschen selbst nach dem Krieg noch lange zu Hitler.

    Zumal am Kriegsende nochmal enorm viele Alliierte umgebracht wurden. Die Kampfmoral war ungebrochen. Wie Joseph Goebbels sagte: "Der Mongolensturm muss sich an den Mauern Berlins brechen." Eine solche Propaganda wirkt nur bei einem Volk, das bereit ist, so einen Bullshit zu schlucken.

  • Was du zu wissen meinst ist einfach schlichtweg falsch. Woran machst du dieses wissen denn fest? Am Ende des Krieges als die Alliierten eingerückt sind hatten die Menschen natürlich Angst, Angst vor Tod, Vergewaltigungen, Plünderungen und all den weiteren Dingen, die oft mit Krieg und dem Einmarsch fremder Soldaten einhergehen. Jedoch sorgte diese Angst bei der Mehrheit keineswegs, dass die meisten Menschen Hitler nicht mehr unterstützen wollten. Im Gegenteil, diese Erfahrungen sorgten natürlich dafür, dass man den Feind noch mehr dämonisieren konnte. Wie es in diesem Thread mehrmals gesagt wurde, standen die Mehrheit der Deutschen selbst nach dem Krieg noch lange zu Hitler.

    Sehr richtig. Es hat auch erstaunlich hohe Selbstmordraten gegen Ende des Krieges gegeben unter der deutschen Zivilbevölkerung, weil die Deutschen es nicht ertragen konnten, dass ihr geliebter (!) Führer sich erschossen hatte. Gibt es auch ein interessantes Buch zu (ich vermute, dass es interessant ist, ich habs noch nicht gelesen): http://www.google.de/url?sa=t&…gxg&bvm=bv.93990622,d.bGg

  • Was du zu wissen meinst ist einfach schlichtweg falsch. Woran machst du dieses wissen denn fest? Am Ende des Krieges als die Alliierten eingerückt sind hatten die Menschen natürlich Angst, Angst vor Tod, Vergewaltigungen, Plünderungen und all den weiteren Dingen, die oft mit Krieg und dem Einmarsch fremder Soldaten einhergehen. Jedoch sorgte diese Angst bei der Mehrheit keineswegs, dass die meisten Menschen Hitler nicht mehr unterstützen wollten. Im Gegenteil, diese Erfahrungen sorgten natürlich dafür, dass man den Feind noch mehr dämonisieren konnte. Wie es in diesem Thread mehrmals gesagt wurde, standen die Mehrheit der Deutschen selbst nach dem Krieg noch lange zu Hitler.

    Gut, es kann vielleicht sein, dass das nicht auf ganz Deutschland zutrifft, aber die meisten Personen mit denen ich gesprochen habe, die das ganze Persönlich miterlebt haben, berichteten es mir genau so. Und das sind mehr als eine Hand voll Menschen gewesen, die damals sogar ganz verstreut in Deutschland mit dem Nazi-Regime zutun hatten. Viele Menschen, auch unter den Nazis, wollten fliehen und hatten nur viel zu viel Angst, aufzufliegen. Die Konsequenz war der Tod. Flüchtige zu unterstützen hat auch den Tod bedeutet, weshalb viele das nur zögerlich oder gar nicht getan haben, was aber nicht heißen muss, dass keine Sympathien da waren. Hitler hatte, so wie ich es momentan einschätze, Deutschland nicht besonders sicher in der Hand, auch vor den ersten großen Niederlagen. Vielleicht liege ich damit aber auch falsch - ich habe meine Informationen größtenteils aus erster Hand und nicht aus irgendwelchen Geschichtsbüchern. Jeder kann behaupten, er habe nur aus Angst so gehandelt. Natürlich kann man das als Entschuldigung benutzen. Auf mich wirkten diese Aussagen aber absolut ehrlich.

  • An einem 9. November legt die linksextreme Organisation Tupa Maros Westberlin eine Bombe in ein jüdisches Gemeindezentrum, in dem man der Reichspogromnacht gedenken wollte.

    Sehr unschön diese Aktion, war aber tatsächlich die einzige direkt antijüdische Aktion der linksextremen 68er Gruppen. Erwähnenswert wäre auch, dass ja einer der Gründe für die ganzen linksextremen Gewltaten, bzw. eher für die Studentenbewegeungen, aus denen sich dann die Linksextremen rekrutierten, eben die bereits erwähnte mangelnde Aufklärung und Verarbeitung der NS-Zeit durch die Kriegsgeneration war. Die Nachkriegskinder wollten jetzt wissen was Sache war und sich vor allem nicht von einem Altnazi regieren lassen.
    Das schöne bei der RAF ist ja, dass man bis heute nicht weiß ob ihre Taten überhaupt politisch motiviert waren, oder ob sie einfach nur nen Knall hatten. Da du aber einige ihrer antijüdischen Aussagen angesprochen hast, könnte man noch erwähnen, dass die RAF auch immer wieder mit der PLO kooperiert hat.



    Sehr richtig. Es hat auch erstaunlich hohe Selbstmordraten gegen Ende des Krieges gegeben unter der deutschen Zivilbevölkerung, weil die Deutschen es nicht ertragen konnten, dass ihr geliebter (!) Führer sich erschossen hatte.

    Man merkt, dass wir mit Japan verbündtet waren^^ Lieber Tod als Zugeben der eigenen Fehler. Oder sie wollten den Russen noch irgendwie entkommen, die ja ähnlich mit der deutschen Zivilbevölkerung umgegangen ist, wie die Wehrmacht mit der Russischen. Es sind nicht ohne Grund die meisten Flüchtlinge über die Elbe gegangen. Was sich natürlich auch nochmal super als Propaganda gebrauchen ließ. Ansonsten bin ich grade nicht mal sicher, ob sich Hitlers Selbstmord überhaupt so schnell verbreitet hat, vor allem, da Berlin im Belagerungszustand war...
    Und wenn es stimmt, dass sich die Deutschen umgebracht haben, weil sie so an Hitler hingen, hätte man ihnen mal besser sagen sollen, dass Hitler gegen Kriegsende der Meinung war, dass das deutsche Volk es verdient hat sterben, weil sie die Russen nicht besiegen konnten... schon seltsam.


    Linksextreme schmeißen mit Steinen, zünden Autos an, verprügeln Demonstranten und Polizisten und so weiter, aber ein paar frustrierte Protestwähler sind eine Gefahr für Deutschland?

    Wie ging der schöne Spruch doch gleich: "Linksextreme zünden Autos an, Rechtsextreme Ausländer. Also sind Linksextreme schlimmer denn es könnte mein Auto sein. Ausländer besitze ich keine."
    Ich gebe gerne zu, dass Linksextreme auf Demos gerne mal provozieren, aber Rechtsextreme verprügeln genau so gerne Demonstranten und Journalisten, zünden Autos an und schmeißen mit Steinen (oder Böllern, oder toten Tieren). Und ganz ehrlich, wer Protest-wählt, gerade sowas wie die AfD oder NPD, nur um es "denen da oben" mal so richtig zu zeigen, der hat wohl die Demokratie nicht richtig verstanden.

  • Gut, es kann vielleicht sein, dass das nicht auf ganz Deutschland zutrifft, aber die meisten Personen mit denen ich gesprochen habe, die das ganze Persönlich miterlebt haben, berichteten es mir genau so. Und das sind mehr als eine Hand voll Menschen gewesen, die damals sogar ganz verstreut in Deutschland mit dem Nazi-Regime zutun hatten. Viele Menschen, auch unter den Nazis, wollten fliehen und hatten nur viel zu viel Angst, aufzufliegen. Die Konsequenz war der Tod. Flüchtige zu unterstützen hat auch den Tod bedeutet, weshalb viele das nur zögerlich oder gar nicht getan haben, was aber nicht heißen muss, dass keine Sympathien da waren. Hitler hatte, so wie ich es momentan einschätze, Deutschland nicht besonders sicher in der Hand, auch vor den ersten großen Niederlagen. Vielleicht liege ich damit aber auch falsch - ich habe meine Informationen größtenteils aus erster Hand und nicht aus irgendwelchen Geschichtsbüchern. Jeder kann behaupten, er habe nur aus Angst so gehandelt. Natürlich kann man das als Entschuldigung benutzen. Auf mich wirkten diese Aussagen aber absolut ehrlich.

    Als ich einen Job hatte, bei dem ich in der Innenstadt Leute befragen musste, haben mir unheimlich viele Menschen ihre komplette Lebensgeschichte erzählt. Meistens waren das alte Menschen.
    Beinahe 90% erzählten vom 3. Reich und davon beinahe 100% meinten, nichts davon gewusst zu haben. Das alles wirkt sehr ehrlich. Natürlich. Wenn man es sich selbst sein ganzes Leben lang einredet, dass man nichts tun konnte, glaubt man es irgendwann selbst.
    Auch beinahe 100% der alten Menschen vertraten dann im Umkehrschluss aber auch antisemitische Standpunkte oder eine deutsche Opferideologie. Viele waren der Meinung, den Holocaust haben die Juden auch irgendwie mitverschuldet (oft wird dabei auf den heutigen Nahen Osten verwiesen), andere meinten, Deutschland habe es am schlimmsten getroffen, und weil Deutschland Kriegsverlierer war, werde es bis heute ausgebeutet und mit Flüchtlingen überschüttet.
    Fazit: Den Holocaust gab's nicht und die Juden im Pakt mit den "Nazialiens" (Danke, @Taubiola) haben ihn verübt.
    Viel interessanter wäre es doch, wenn du mal mit Verfolgten des Regimes redest. Was haben diese Menschen für Erfahrungen gemacht? Wie wirkten die Deutschen auf sie?
    Und auch sehr interessant: Die Menschen, die Deutschland unter den Nazis verlassen haben. Sehr interessant: Thomas Mann, Hannah Ahrendt und Alfred Döblin. Was sagen sie über die Deutschen und ihre Begeisterung für Hitler und die Partei? Und wie beurteilen sie die Mentalität in Deutschland nach dem Krieg?
    Auch sehr lesenswert sind die Eindrücke von Alliierten, besonders auch Journalisten, die davon erzählen, dass die Deutschen sich keiner Schuld bewusst waren. Man war eher irritiert, dass die Welt einen hasste. Und die Russen wurden ohnehin weiter als die Untermenschen angesehen.


    Die Stunde Null ist ein Mythos. Sehr schnell nach dem Krieg entstanden. Solange wir den Lügen glauben, die die Nazis quasi als letzte offizielle Amtshandlung hinterlassen haben, können wir nicht aufarbeiten.


    Und @Zyanat: Dass die Tupa Maros die einzige war, ist falsch. Ganz im Gegenteil, das belegst du doch selbst mit dem RAF-Beispiel.
    Israel galt den 68ern zum größten Teil als "Brückenkopf des Imperialismus" im Nahen Osten. Symbol für die 1. Welt, die der armen 3. Welt brutal einheizt.
    Die Entführung der Air France-Maschine mit der Sortierung nach Juden und Nicht-Juden. Die Entführung der "Landshut". Die Ausbildungscamps im Jemen. Die Solidarisierung mit der palästinensischen Sache.
    Der Antisemitismus war großen Teilen der 68er Bewegung eingeschrieben. Ohne ihn ist das gar nicht zu erklären.


    Und was den Wehrmacht-Russen-Vergleich angeht: Wehrmachtslüge. Vergleich mal bitte die Todeszahlen.
    Und dazu, ohne wirkliche Verbrechen entschuldigen zu wollen. Wenn über 20 Mio in deiner Heimat umkommen, du nach Deutschland kommst und Vernichtungslager befreist, wo Tausende und Millionen durch den Kamin gegangen sind und dann behandeln dich die Deutschen auch noch wie Untermenschen, da platzt dir, denke ich, irgendwann auch der Kragen.
    13 Mio ermordete sowjetische Soldaten. 27 Mio Tote insgesamt. Der Vergleich ist eine Frechheit, sorry.


    Hitlers Tod wurde von der Presse verbreitet. Bis zum letzten Atemzug habe der Führer an der Heimatfront gekämpft und er sei den Heldentod in Berlin gestorben.

  • Wenn ein Flugzeug abstürzt, in dem ich oder jemand, den ich kenne, sitze, ist mir in dem Moment auch gleichgültig, ob das ein Kleinflugzeug mit zwei weiteren Personen oder eine Boeing mit 300 Passagieren ist.
    Was ich sagen will: Todeszahlen sollte man nicht gegeneinander ausspielen. :huh:

  • Vergleich mal bitte die Todeszahlen.

    Habe ich denn behauptet, dass die Rote Armee genau so viele Leute umgebracht hat wie die Werhmacht, oder sogar mehr? Nein. Klar sind 2 Mio. tote und 12 Mio. vertriebene Deutsche weniger als 20 Mio tote Sowjetbürger. Aber es gab nunmal auch Krigesverbrechen auf Alliierter Seite, bei denen die Alliierten eben genau das taten, was die Deutschen auch gemacht haben, wenn auch in kleinerem Ausmaß. Ich halte den Vergleich durchaus für angebracht. Vor allem da Vergleiche nicht nur aus Gemeinsamkeiten bestehen, sonder auch aus Unterschieden. Das sollte eigentlich klar sein, aber ich erinnere gern nochmal dran.
    Und für mich ist "Die Deutschen haben das selbe doch mit uns gemacht" genau so eine dumme Ausrede wie die "Nazialiens, die alle guten Deutschen unterdrückt haben". Sowas ist Kindergartenlogik.

  • Du hast geschrieben, die Rote Armee sei ähnlich mit der Bevölkerung umgegangen wie die Wehrmacht. Das erweckt halt den falschen Eindruck.
    Und natürlich kann man Tote rechnen. Das Wie und Warum entscheidet natürlich auch, das macht das Wieviele aber nicht unnütz. Zumindest sollte man das Wieviel nicht deshalb ausschließen, weil es Schuld relativiert.


    Übrigens nicht 20 sondern 27 Mio. tote Sowjetbürger.


    Warum es Kindergartenlogik ist, dass man angepisst ist, wenn man gesehen und gespürt hat, was die Deutschen in Europa angerichtet haben, verstehe ich nicht.

  • Warum es Kindergartenlogik ist, dass man angepisst ist, wenn man gesehen und gespürt hat, was die Deutschen in Europa angerichtet haben, verstehe ich nicht.

    Es ist nicht Kindergartenlogik, wenn man angepisst ist, das ist verständlich. Ich meinte eher wenn sich an der Zivilbevölkerung vergriffen wird, weil der Feind das ja auch bei einem selbst gemacht hat. Das sowas trotzdem in so ziemlich jedem Krieg passiert (wenn auch nicht in den selben Ausmaßen wie damals) sei jetzt mal dahingestellt. Außerdem ist "ähnlich" auch nicht das Selbe wie "genau so" aber das ist jetzt wahrscheinlich Haarspalterei...
    Ansonsten findet man ja verschiedene Opferzahlen dazu, je nachdem wen man fragt... manche sprechen wohl auch von 37 Mio.

  • @Zyanat
    An meiner Schule hab ich auch eine Serbin und eine Albanerin erlebt, die sich fast wegen ihrer Nationalität an die Gurgel gegangen wären. Oder türkische Kurden, die nicht mit Türken sprechen. Verständlich, dass man iwo tief in seinem National/Familienverständnis verletzt ist und ev. noch Verluste in der Familie betrauert werden, aber man wurde nicht von DIESER Person, die selbst nur ein anderer Teenager ist, verletzt.

  • Weil es hier ja mal bereits eine Diskussion über Volker Pispers gab und weil ich nichts lieber tue, als euch mit Schuldkult auf die Nerven zu gehen, würde ich gerne den Beginn dieses Videos von Volker Pispers problematisieren.
    Der Kabarettist meint zum Einstieg, es werde Zeit über den Kapitalismus zu sprechen. (Lacher) Er behauptet, wir würden in kapitalistischen Gesellschaften nicht vom Kapitalismus sprechen, sondern von der freien oder sozialen Marktwirtschaft. Er vergleicht das damit, dass man einen Mörder nicht Mörder, sondern "Um-die-Ecke-Bringer" nennt. Als Hauptproblem macht Pispers das Zinssystem aus. Über eine Betrachtung des Steuerrechts in Bezug auf durch Geld verdientes Geld kommt er zu dem Schluss, dass das Zinssystem automatisch die Reichen reicher und die Armen ärmer macht. Das erarbeitete (!) Geld werde nämlich höher versteuert als das durch Geld erwirtschaftete.
    Weil das die Menschen schon immer gewusst hätten, hätte es in allen Weltreligionen, so Pispers, ein Zinsverbot gegeben. Die Muslime, erwähnt er, hätten es bis heute, die Christen hatten es einmal. Aber "es kam der Tag, an dem Christen zu Katholiken wurden", setzt Pispers fort.


    Zunächst einmal möchte ich einen kleinen Faktencheck vornehmen, bevor ich im fulminanten Finale dazu anhebe, mich zu erdreisten, diese Sätze, nun ja, in einhellige, rechtsextreme Kreise der 30er und 40er einzuordnen.
    Die erste Behauptung, dass wir über Kapitalismus nicht sprechen würden, ist vielleicht Pispers Eindruck, meiner ist es nicht. In der Süddeutschen Zeitung findet derzeit eine Serie zum Kapitalismus statt, es gibt etliche Wissenschaftler und Journalisten, die sich damit beschäftigen, linke und rechte Demos in Deutschland geben ihm die Schuld für so ziemlich alles, was anfällt. Ich finde, besonders in letzterem Zusammenhang, wird der Begriff inflationär und ungenau gebraucht.
    Doch genau das tut auch Volker Pispers: Denn wenn er meint, wir würden statt vom Kapitalismus von freier und sozialer Marktwirtschaft reden, so setzt er diese Begriffe gleich. Freie Marktwirtschaft und Kapitalismus sind jedoch nicht dasselbe. Ohne das genauer erklären zu wollen, man sieht das z.B. am Staatskapitalismus Chinas. Dort gibt es zwar Kapitalismus, jedoch keinen freien Markt. Soziale Marktwirtschaft ist dann wiederum etwas anderes als freie Marktwirtschaft und hat deshalb kaum noch was mit Pispers' Modell zu tun.
    Der Vergleich mit dem Mörder ist dann sicherlich nicht zufällig. Er will den Kapitalismus als etwas brandmarken, als ein furchtbares System, dass de facto Menschen "um die Ecke bringt".
    Von diesem kühnen Vergleich geht Pispers zur Kritik am Zinssystem über. Das Zinssystem mache Arme ärmer und Reiche reicher. Dass es (bei günstiger Anlage) Reiche reicher macht, ist unumstritten. Dass es jedoch Arme ärmer macht, dafür gibt es keine Evidenz. Steht nämlich das Wirtschaftswachstum über der Kapitalrendite, so können beide "Gruppen", nämlich Reiche wie Arme, am Wachstum teilhaben und durch Zinsen Gewinne machen. Dafür gibt es etliche Beispiele aus der Weltgeschichte, z.B. die Entwicklung in den USA bis in die 70er. Das ist einfachster Wirtschaftsunterricht, den Pispers beim Besuch der 9. Klasse wohl verschlafen hat.
    Dass Pispers dann darauf eingeht, dass erarbeitetes Geld zu 44% weggenommen wird und erwirtschaftetes weniger stark, ist kein Zufall. Dass auch Arbeit im nicht-handwerklichen Sinne Arbeit sein kann, dürfte kaum bestritten sein. Er tut jedoch so, als würden ehrliche Arbeiter geprellt werden, während faule Anleger Unmengen an Kohle machen, ohne den Finger zu rühren, und dabei kaum besteuert werden. Dies erklärt er mit der, wie gesagt, falsch angelegten Zinskritik.
    Am Ende, und hier wird es düster, zieht Pispers einen Vergleich in die Geschichte. Es hätte, so meint Pispers, in "allen Weltreligionen" ein Zinsverbot gegeben. Er kommt auf genau zwei zu sprechen, nämlich Islam und Christentum. In islamischen Banken gibt es tatsächlich keine Zinsen, jedoch muss eine Geldanlage natürlich rentabel sein. Deshalb gibt es ein Ersatzsystem, in dem man von der Bank gekaufte Waren teurer weiterverkauft, was am Ende einer simplen Umgehung dieses Rechtes entspricht.
    Christen unterlagen lange Zeit einem Zinsverbot, das sie aus dem Alten Testament ableiteten. Dieses wurde 1215 erlassen von Papst Innozenz III. Insofern ist es auch schlichtweg falsch, es darauf zu schieben, dass Christen Katholiken wurden. Das übliche Katholikenbashing sorgt dafür, dass Pispers alles Negative am Christentum auf die doofe katholische Kirche bezieht. Das Zinsverbot jedoch ist ein Gesetz das die katholische Kirche auf dem Höhepunkt ihrer Macht durchsetzte. Das Zinsverbot, und hier ist Pispers doppelt ungenau, wurde zuerst in den reformierten Gebieten aufgehoben, besonders in den von Calvin reformierten, der sich für ein wirtschaftliches Leben aussprach.
    Die letzte Religion, die das Zinsverbot ebenso kennt, wird von Pispers nicht erwähnt, nämlich das Judentum. Auch diese leiten es aus der Tora ab. Da aber die christliche Gesetzgebung nicht auf Juden angewandt werden konnte, konnten weniger gläubige Juden Zinsgeschäfte betreiben.


    Und genau hier ist mein Problem: Pispers macht folgende Gedankenschritte, die rückwärts verfolgt erst zu einer fatalen Schlussfolgerung werden. Über Kapitalismus wird nicht gesprochen, obwohl es sich um eine mörderische Ideologie handelt. Er zieht den Arbeitenden das Geld aus der Tasche, während nichtstuende Geldschieber den Mehrwert abzwacken. Alle Weltreligionen hätten das erkannt, nur eine offensichtlich nicht.
    Das Judentum wurde durch das Mittelalter hindurch heftig damit konfrontiert. Man sah die Juden als Wucherer an, die nicht arbeiteten, trotzdem jedoch Geld machten, das sie den ehrlich Arbeitenden quasi stahlen durch ihr Zinsgeschäft. Das Zinssystem wird als das Übel erkannt, die Christen und Muslime hätten das erkannt.


    Ich hoffe, ich bin jetzt nicht wieder derjenige, der als einziger große Probleme mit dieser Darstellung hat. Wer den Kapitalismus fälschlicherweise als etwas begreift, in dem faule Banker den ehrlichen Arbeiten das Geld klauen, der sollte nicht nur noch einmal die Schule besuchen, sondern schießt als Linker auch ganz schnell mal rechts wieder raus. Und genau das tut Volker Pispers.
    In seinem (sicherlich sozialistischen) Wunsch, den Kapitalismus als die Wurzel alles Bösen anzusehen, bedient er sich uralter Klischees. Es ist kein Zufall, dass bekannte rechtsextreme Verschwörungstheoretiker wie Andreas Popp oder Jürgen Elsässer ebenso gerne und oft eine Zinskritik vornehmen, die (wie auch bei Pispers) eine starke antiamerikanische Note gewinnen. Denn die Wall Street ist ja in den USA. Volker Pispers bezeichnet sich selbst als Antiamerikanisten und "den durchschnittlichen Amerikaner" als naiv.
    Deshalb muss man sich auch nicht wundern, dass YouTube-Kanäle, die Videos von Russia Today oder Fanatikern, die den Dritten Weltkrieg durch die USA prophezeien, auch Volker Pispers' Reden hochladen. Pispers muss sich klar sein, in welche Kerbe er damit schlägt. Ich will ihm aber keinen allzu guten Willen unterstellen. Pispers ist ein typisches Beispiel dafür, wie sich mithilfe von Verschwörungsdenken und uralten Vorurteile ein Sozialist zu einem Rechtspopulisten wandeln kann.


    Wer will, darf das anfechten.


    EDIT: Man könnte behaupten, wie das so oft getan wird, Pispers sei Satire. Das würde ich nicht verneinen. Satire bedeutet für mich, mithilfe von Humor auf gesellschaftliche Missstände hinzuweisen und sie anzuprangern. Gute Satire bedeutet für mich, das mithilfe von weitergehenden oder gut recherchierten Fakten und einem liberalen Menschenbild zu tun. Schlechte Satire ist es, sich über gesellschaftliche Phänomene lustig zu machen, indem man sie gezielt falsch darstellt, sodass sie lächerlich werden. Auch ist es nicht gerade anspruchsvoll, seinen Zuhörern mit der Botschaft regelrecht ins Gesicht zu springen. Denn genau das ist Pispers' Art. Er hält eine Lehrstunde. Seine Botschaft ist klar und deutlich, sein Programm läuft immer gleich ab. Es wird belehrt, kritisiert und dann am Ende mit einem komischen Vergleich lächerlich gemacht. Streng genommen ist also nur letzter Teil Satire. Beim Rest darf ich Pispers also ernst nehmen. Das heitere Publikum ist jedoch immer sofort belustigt, wenn Pispers nur "Angela Merkel", "Amerika" oder "Kapitalismus" sagt. Deswegen gibt es zwischendurch immer ein paar Lacher, selbst wenn gar kein Witz gemacht wurde, wie z.B. nach dem ersten Satz im verlinkten Video. Bei manchen Dingen wissen die Zuschauer nicht ganz, wie sie reagieren sollen, denn manchmal wird Pispers zu eindeutig und extrem, so z.B. beim Mördervergleich. Dann warten die Zuhörer, bis Pispers wieder einen klamaukigen Knaller bringt. Zu diesem Zeitpunkt hat seine Rede aber bereits schärfere Züge angenommen, die vom Publikum jedoch offenbar nicht wahrgenommen werden.