Vote der Woche #164 (14.09.-21.09.2014) - Sind Pokémon oder andere Videospiele ein E-Sport?

  • Sind Pokémon oder andere Videospiele ein E-Sport? 182

    1. Pokémon ist definitiv auch ein E-Sport! (82) 45%
    2. Pokémon ist kein E-Sport, andere Videospiele jedoch schon. (18) 10%
    3. Nur PC-Spiele sind für mich E-Sport und keine Videospiele. (3) 2%
    4. E-Sport ist völliger Unfug. Nur körperlicher Sport ist Sport. (79) 43%

    Viele Jahrhunderte wurde der Begriff Sport vor allem durch sehr klassische und körperliche Sportarten geprägt. Spätestens zur Jahrtausendwende begann sich jedoch eine neue Sportart zu etablieren, die generell als E-Sport bezeichnet wird. Die bekanntesten Vertreter dürften hier die PC-Spiele StarCraft, CounterStrike und FIFA sein, aktueller sind hingegen wohl League of Legends, DOTA2 oder HearthStone. Grundsätzlich kann aus jedem PC- oder Videospiel ein E-Sport werden, wenn es wettbewerbstauglich gespielt werden kann. Neben den aktuell dominierenden PC-Spielen sind die bei Videospielen u.a. Pokémon sowie Beat em Ups (darunter auch die Super Smash Serie).


    Wie anspruchsvoll der sportliche Wettkampf in Pokémon ist, ist für Außenstehende meist schwer nachzuvollziehen. So muss für ein Team aus nur sechs Pokémon eine Auswahl aus über 700 Pokémon getroffen werden. Dabei bleibt es jedoch nicht, es gilt die knapp 20 verschiedenen Pokémontypen zu beachten und dann für jedes Team-Pokémon die richtige Wahl für die maximal vier erlaubten Attacken zu treffen. Profispieler belassen es jedoch nicht bei all diesen Fakten, sondern trainieren ihre Team-Pokémon mühsam über Stunden um sicherzustellen, dass die EV richtig verteilt sind und geben ihm dann noch ein Item zu tragen, welches zum Sieg beitragen kann. Letztlich gilt es noch die Strategien der anderen Teilnehmer zu beachten und das Team darauf abzustimmen. Der letzte Schritt dauert oftmals Monate, da hierzu eine dauerhafte Beobachtung der Szene gehört. Erschwert wird all dies durch Neuerscheinungen, die bisherige Strategien komplett durcheinanderwirbeln, wenn z.B. ein neuer Pokémontyp, eine neue Attacke oder neue Pokémon erscheinen.


    Es scheint nun offensichtlich, dass Pokémon auch als E-Sport gelten muss, denn abgesehen davon, dass die Leistung nicht körperlich, sondern überwiegend geistig erfolgt, ist es mindestens so anspruchsvoll wie jede Sportart. Nun ja, so ganz offensichtlich ist dies nicht wirklich, da seit Jahren darüber gestritten wird, ob E-Sport als Sport gilt. So sagte der ESPN-Senderchef John Skipper in einem Interview mit der GameStar, dass E-Sport kein Sport, sondern "nur" ein Wettbewerb ist. Eine etwas kuriose Aussage, da ESPN3 erst kurz zuvor das mit 10 Millionen Dollar dotierte E-Sport Großereignis "The International 2014" des MOBA-Spieles DOTA2 ausstrahlte.


    Was denken die Fans? Ist Pokémon ein Kinderspiel oder schon auch als richtiger E-Sport spielbar? Ärgert es euch vielleicht, wenn Nichtspieler behaupten, dass Videospiele für Kinder sind und nur "richtiger Sport" vernünftig ist? Oder findet ihr die Diskussion um Sport und E-Sport generell albern? Sagt eure Meinung und nennt die Spiele, die ihr als E-Sport am liebsten verfolgt oder die für euch E-Sport sind!
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  • Also für mich ist das alles Unsinn. Durch E-Sport machen wir uns und unseren Körper kaputt. Zudem wird die reale Welt immer unwichtiger. Ich persönlich ziehe ein Treffen mit meinem Freunden jedem Videospiel und Computerspiel vor.

  • Ich denke schon, dass Pokemon ein E-Sport ist. Ganz sicher kann man sich über diesen Begriff jedoch streiten. Mit Sport verbindet man als erstes natürlich körperliche Aktivitäten und das ist auch gut so. Dementsprechend ist es sicher nicht falsch, solchen E-Sport als Wettbewerb zu betiteln. Ich persönlich empfinde aber nicht so, dass der Begriff E-Sport "richtigen" Sport in den Dreck ziehen würde. Alles Digitale wird nun einmal immer wichtiger und es würde mich nicht wundern, wenn Weltmeisterschaften irgendwelcher Videospiele in nicht allzu ferner Zukunft nicht auch auf den großen Sendern im Fernsehen ausgestrahlt werden würden. Auch an dieser Stelle kann man sich darüber streiten, ob dies nicht eine besorgniserregende Entwicklung sein könnte. Ich persönlich würde mir nur dann wirklich Sorgen machen, wenn der E-Sport klassischen Sport zu verdrängen beginnen würde.


    Ein Videospiel, dass auf Wettbewerbsebene gespielt werden kann, das nicht ausschließlich auf Glück sondern auch auf Können basiert und für das man auch trainieren muss, um es wirklich zu beherrschen, hat für mich die Grundlagen, um ein E-Sport werden zu können. Pokemon ist daher für mich ein solcher. Ich vergleiche es immer ganz gerne mit einer Art Schachspiel, in dem allerdings auch das Glück auf der Seite des Spielers liegen muss. Auch in Pokemon ist es nötig, mehrere mögliche Züge voraus zu denken und seine "Figuren" möglichst geschickt zu spielen. Und man muss sicher auch jede Menge trainieren um gut genug zu werden, an einem Profi Turnier teilnehmen zu können.

  • Nein, definitiv nicht.
    Ich habe persönlich nichts gegen unsportliche Menschen, aber wenn die Leute anfangen sich vor die Konsole zu schmeißen und nach stündigem Marathon meinen, dass man sie als richtige Sportler bezeichnen kann, frage ich mich ernsthaft, was aus unserer Gesellschaft geworden ist.
    Ich meine zocken schön und gut, aber das hat alles nichts mehr mit dem Begriff Sport im ursprünglichen Sinne zu tun.
    E-Sports ist mMn einfach eine Schönredung für Videospielsucht und wird daher auch nicht von mir toleriert.


    Und kann man Pokémon überhaupt dazu zählen? Jein...
    Auf der einen Seite ist Pokémon ein Spiel, welches im CP wirklich viel Können erfordert, (ist im Startpost schön erklärt) und damit von den vielen Glücksspielen leicht abtrennbar.
    Andererseits gibt es jedoch viele Faktoren, die das monatelange Studieren des Metas binnen kürzester Zeit zerschlagen können. Vor allem bei den VGC ist dann ein gegnerischer Volltreffer oder die zweimal daneben gehende Hydropumpe etwas, was den Kampf blöderweise schnell durch Glück/Pech entscheidet.
    Daher ist Pokémon nicht mit den Spielen gleichzustellen, die absolut das Können abverlangen, aber dennoch in einem ähnlichen Rahmen.

  • Ranku bringt's auf den Punkt! Ich bin da ganz seiner Meinung. Mich interessiert aber auch noch, was ihr zu Schach etc. Meint. Meiner Meinung nach hat das auch nichts mit Sport zutun. Zum Sport muss man sich bewegen und das Denken ist nur zum Planen der Bewegung und nicht der eigentliche Sport!

  • Ich verstehe, wenn man Videospiele nicht mit Sport gleichsetzen möchte. Aber wenn man wirklich nur nach körperlicher Anstrengung gehen würde, müsste man sich auch überlegen, in wie weit denn so etwas wie Billard oder Dart Sportarten sind. Die sind natürlich auch körperlich, aber dennoch körperlich wohl weniger anstrengend als Fußball. Müsste man also eine Art 2-Klassen Sport einführen? Das finde ich persönlich nicht.
    Billiard und Dart sind für mich, genau wie Schach, definitiv Sport. Auch intensives Denken ist sehr anstrengend. Das hat nicht nur Auswirkungen auf den Geist, sondern auch auf den Körper.

  • Die Sache ist die das es für den Begriff Sport keine festgelegte Definition gibt d.h. das hierbei schon mal kein Widerspruch
    vorliegt wenn man bestimmte Aspekte des Spiels (z.B. sich im Wettkampf miteinander zu messen) in diese Kategorie steckt.

    Ich denke der Grund warum es einigen hier so schwer fällt Pokémon(oder auch E-Sports als Ganzes) als eine
    sportliche Betätigung ansehen zu können ist der das es für viele gegen das eigene Bild was sie sich selbst
    von dem Begriff gemacht haben verstößt was natürlich dann am Ende in Ablehnung resultiert.

  • Also für mich ist das alles Unsinn. Durch E-Sport machen wir uns und unseren Körper kaputt. Zudem wird die reale Welt immer unwichtiger. Ich persönlich ziehe ein Treffen mit meinem Freunden jedem Videospiel und Computerspiel vor.


    Verstehe ich nicht. Nur weil ich gerne Spiele, heißt es ja nicht, dass ich nicht mehr aus dem Haus gehe und dick und rund auf dem Sofa gammel und kein Sozialleben habe. Spielen ist ein Hobby, wie viele andere auch. Ich kann auch gerne zeichnen und lesen und mache damit ja auch nichts kaputt. Viel Zeit in etwas zu investieren heißt doch nicht, dass man süchtig o.Ä. ist.


    Nein, definitiv nicht.
    Ich habe persönlich nichts gegen unsportliche Menschen, aber wenn die Leute anfangen sich vor die Konsole zu schmeißen und nach stündigem Marathon meinen, dass man sie als richtige Sportler bezeichnen kann, frage ich mich ernsthaft, was aus unserer Gesellschaft geworden ist.
    Ich meine zocken schön und gut, aber das hat alles nichts mehr mit dem Begriff Sport im ursprünglichen Sinne zu tun.
    E-Sports ist mMn einfach eine Schönredung für Videospielsucht und wird daher auch nicht von mir toleriert.


    Hier das selbe. Zu zocken sagt doch mal so gar nichts über die eigene körperliche Verfassung aus. Ein ehemaliger Klassenkamerad ist bei der Bundeswehr, spielt nebenbei Fußball UND zockt typische E-Sport titel.
    Genauso heißt es E-Sport und nicht Sport an sich. Ist doch total klar, dass dich die Betätigungen eben auf das E, also alles Elektronische beziehen.
    Ich fühle mich da auch echt angegriffen, ich war mal ne Weile in den Weiten der ESL aktiv und habe trotzdem Studium und Job. Ich bin wegen meines Hobbies doch nicht süchtig!


    Zum Thema selbst: Pokemon auch sich ist für mich kein E-Sport. Das competive Spiel aber schon.
    E-Sport ist für mich eine Art fairer Wettkampf gegen andere Menschen, wo man seine Fähigkeiten unter Beweis stellen muss. Und das ist eben die parallele zum echten Sport!
    Daher sind Wettkämpfe für mich immer ein Sport. Denn Sport hat auch nichts ausschließlich was mit körperlichen Aktivitäten zu tun. Es gibt nicht umsonst Begriffe wie etwa Denksport! Das Gehirn zu trainieren, es zu benutzen und Strategien zu entwickeln ist auf eine Weise auch sehr anstrengend und fordert die vollste Aufmerksamkeit. Und das ist im E-Sport genauso gegeben wie beim Schach! Daher sind Pokemonmeisterschaften und co. natürlich ein E-Sport.

  • Ich würde sagen Pokemon ist ein E-Sport, da man tatsächlich genau überlegen muss, wie man sein Team aufbaut und bis zu welcher Arena wieviel trainiert usw.
    Außerdem würde ich nicht behaupten, dass E-Sport kein Sport ist, da z. B. Schach auch als Sport angesehen wird, obwohl man sich dabei nicht gerade viel bewegt.
    Deswegen würde ich Pokemon zu den Denksportarten wie Schach zählen und vielleicht zu den "Daumensportarten" :D

  • Also meiner Meinung nach ist Pokemon ein E-Sport, da man ähnlich wie beim Schach (was ja als Sportart gilt)
    die Taktik des Gegners voraussehen muss. Meiner Meinung nach zählt Pokemon definitiv zu den E-Sportarten, bzw. auch zu den Denksportarten.


    Was den Vergleich zwischen Sport und E-Sport angeht: E-Sport ist kein richtiger Sport. Allerdings denke ich, man sollte das Gemeckere lassen,
    da z.B. Denksport auch nichts mit Sport zu tun hat. Außerdem sollte man den E-Sport nicht verurteilen, weil er nichts mit Bewegung zu tun hat,
    da es keinerlei konkrete Definition zu dem Begriff Sport gibt.

    "Was denkt ihr, wann stirbt ein Mensch? Wenn er von einer Kugel getroffen wird? Nein. Wenn er am Herzen leidet? Oder eine andere schlimme Krankheit hat? Nein. Wenn er eine Suppe isst, die aus einem giftigen Pilz gekocht wurde? Nein. Man stirbt, wenn man vergessen wird!" ~ Doc Bader

  • Meiner Meinung nach kann Pokémon nicht als E-Sport gezählt werden, da es bei Sport darauf ankommt, wie groß die eigenen Fähigkeiten sind, die man ja auch trainieren kann (auch im E-Sport). Pokémonn hat dabei noch zuviel mit Glück zu tun (Volltreffer, Genauigkeit) und hat zu wenige Einflussmöglichkeiten durch Training (DV, ...). Außerdem denke ich nicht, dass E-Sport mit Sport gleichgesetzt werden sollte, da sich das generell zu sehr unterscheidet.

  • Meiner Meinung nach kann Pokémon nicht als E-Sport gezählt werden, da es bei Sport darauf ankommt, wie groß die eigenen Fähigkeiten sind, die man ja auch trainieren kann (auch im E-Sport). Pokémonn hat dabei noch zuviel mit Glück zu tun

    Im Skispringen können die Ergebnisse auch durch so etwas wie Rückenwind beeinflusst werden, wenn Glück hierbei ein entscheidender
    Faktor wäre um zu bestimmen ob etwas nun als Sport zählt oder nicht müssten hier einige Sportarten wieder gestrichen werden.

  • Für mich ist weder Schach noch ein Videogame ein Sport. Sportler trainieren teilweise sehr hart, das kann man wohl nicht mit einem Videospiel vergleichen, nur weil ich da meinen Kopf benutze. Um zu den olympischen Spielen zu kommen, müssen sie Sportler körperlich betätigen.
    Man versucht nur das Gamimg plötzlich schön zu reden, da es viele immer noch als Blödsinn ansehen. Es daher mit Sport zu vergleichen ist lächerlich, gilt auch für Sachen ala Wii Fitt und Co.


    Sport macht man in einer Gruppe, Videospiele alleine oder online, auf jeden Fall ist da keine Anstrengung von Nöten.

  • Ich finde, dass man unter dem Begriff E-Sport alle Videospiele zusammenfassen kann, bei denen es vorrangig um Strategie geht und bei denen man seine Fähigkeiten trainieren muss, um erfolgreich zu sein, also würde ich auch Pokémon dazu zählen, obwohl natürlich auch Glück eine große Rolle spielen kann.
    Ich finde E-Sport nicht generell schlecht, aber man sollte wegen ihnen nicht echte Bewegung und soziale Kontakte vernachlässigen. Ich hätte aber auch nichts gegen eine größere Medienpräsenz von E-Sportarten, das würde sicher dafür sorgen, dass es eher akzeptiert wird.

  • Ich finde überhaupt den Begriff von e-Sports unsinnig. Auch wenn andere hier schon protestiert haben: Videospiele sollten nicht zu ernst genommen werden.
    So würde ich es auch einem Kind beibringen, nach spätestens eineinhalb oder zwei Stunden wird die Konsole abgedreht, auch wenn getobt und geschrien wird, später sind sie einem dankbar, dass man sie auf den Spielplatz "zwingt".
    Ich selbst bin auch nie einen ganzen Nachmittag drangesessen und hab nicht dauernd was Neues bekommen oder ein großes Regal voll.


    Schon gar nicht sollten e-Sports als "Berufung" angesehen werden.
    Freunde haben mir schon "Profizocker" gezeigt, die sich damit ihr Geld verdienen. Heute findet er das noch cool, wenn er vierzig ist wird er sich denken: "Scheiße, was hab ich mir dabei nur gedacht? Ich hab in meinem Leben nichts beruflich gemacht außer ein paar Pixel durch die Gegend zu schieben." Außerdem ist jedes Videospiel nur ein Trend. Einer wird früher, der andere wird später von einem anderen Trend ersetzt. Auch Pokemon wird es irgendwann nicht mehr geben, genauso wie Mario oder andere populäre Games, die auch von einem großen Teil der Gesellschaft gemocht werden.
    Wenn der Trend irgendwann abflaut - und das passiert mit jedem irgendwann -, dann hat man nichts mehr von seinem e-Sport. Schach, zeichnen oder andere Tätigkeiten sind kein Trend, der wieder vergeht, das ist ein großer Unterschied.


    An sich mag ja fast jeder Mensch Videospiele und fast jeder, den ich kenne, besitzt zumindest Mario, die Sims usw., macht sich aber nicht allzu viel draus.
    Ab und zu als Spaß ist nicht verkehrt, wenn Personen allerdings stundenlang Eier brüten, um unter Hunderten ein Gutes zu erwischen, frag ich mich, ob da nicht mehr "Zwang" dahintersteht, zu dem man sich selbst treibt. An sich finde ich Videospiele gut, die strategisches Geschick fordern, aber es wird einfach übertrieben, wenn dann noch ein Besseres und noch ein Besseres gezüchtet werden muss.


    Mein Problem ist, dass jede Sportart, die professionell ausgeübt wird, mehrere Stunden Training am Tag erfordert, wenn man etwas darin erreichen will. Was bei Fußball, Skispringen und co. ehrgeizig und ein Job ist, der obendrein den Körper stärkt, von Verletzungen abgesehen, ist bei e-Sports an sich ungesund für Haltung und Augen. Genauso wie viele Leute schon einen "Handynacken" haben und als ich auch vom Handy Nackenschmerzen hatte, hab ich es etwas eingeschränkt und achte mehr auf die Haltung.

  • Unter Sport versteh ich nichtproduktive Tätigkeiten mit (vollem) Körpereinsatz, und nicht notwendigerweise kompetitiv. Da gehört Schach nicht dazu, das kannste übertrieben gesagt sogar im Wachkoma spielen. Ehrlich gesagt haben sogar viele Videospiele mehr körperlichen Anspruch als Schach, aber trotzdem ist der so minimalistisch, der hört spätestens am Oberarm auf...


    Und damit ist dann letztendlich auch klar: Pokémon ist genauso wie Schach, League of Legends oder was auch immer ein kompetitives Spiel. So bevorzuge ich es zu nennen, aber das mit "Sport" zu vergleichen, dafür lacht dich halt jeder in seinem lokalen Sportverein aus, haha.

  • Ich denke das größte Problem an E-Sport ist das er, anders als die meisten anderen Sportarten, immer mit einer gewissen ungesunden Belastung des Körpers einhergeht. Das tun andere Sportarten zwar auch, wenn man es übertreibt (dann meiner Meinung nach vermutlich sogar schlimmer), aber vermutlich bekommt man eher Kopfschmerzen nach zwei Stunden Videospielen, als nach einer Partie Tennis.
    Dennoch verstehe ich nicht, warum Sport nur = Muskelkater (ihr wisst, was ich meine) sein soll. Ich persönlich war nach einer schwierigen Klausur immer sehr viel geschaffter, als nach einer Stunde Taek-Won Do oder 40 Minuten Joggen am Stück. Daher denke ich auch, dass eine Partie Schach u.U. anstrengender sein kann, als z.B. eine Stunde Schwimmen, ein Fußballspiel o.Ä.
    Das in erster Linie körperliche Anstrengung von Nöten ist für Sport, ist auch Quatsch. Natürlich ist für Tennis ein starker Arm wichtig. Aber die Findung der richtigen Haltung, die unbewusste Berechnung der Flugbahn des Balles, das mit dem Training immer flüssigere Zusammenspiel von Beinen und Armen, das kommt alles vom Kopf und nicht von den Muskeln. Die reagieren nur auf die Befehle, die vor allen Dingen während des Trainings geschult werden.



    Schon gar nicht sollten e-Sports als "Berufung" angesehen werden.
    Freunde haben mir schon "Profizocker" gezeigt, die sich damit ihr Geld verdienen. Heute findet er das noch cool, wenn er vierzig ist wird er sich denken: "Scheiße, was hab ich mir dabei nur gedacht? Ich hab in meinem Leben nichts beruflich gemacht außer ein paar Pixel durch die Gegend zu schieben."


    Ich glaube, dass Problem kann jeder bekommen. Ein Kassierer kann nach 20 Jahren im Job genauso sagen: "Ich habe mein Leben lang nix anderes gemacht, als Waren über die Kasse gezogen." Ein Profifußballer könnte sagen: "Jetzt bin ich zwar erfolgreich, aber eigentlich wollte ich immer Architekt werden und habe nun nie etwas anderes gemacht, als wie ein Hund einem Ball nach zu rennen."
    Da kommt es glaube ich immer darauf an, wie sehr man sich in seinem Job wohlfühlt und wie stark die Midlife Crisis zuschlägt.



    Derzeit ist es aber, soweit ich informiert bin, sowieso nicht möglich eine E-Sportart auch auf "kleiner Ebene" zu spielen. Es gibt eigentlich nur die Profis und das typische Onlinespielen eines 0815 Spielers und das würde ich nun wirklich nicht als Sport bezeichnen. Das macht es nicht einfacher, den Begriff als richtig zu empfinden. Ich glaube, zur Zeit kann man das alles wirklich noch eher als Wettbewerbe oder kompetetive Spiele bezeichnen. Dennoch wird es möglicherweise in der Zukunft so kommen, dass sich irgendein Videospiel so weit festigt, dass es vielleicht doch als Sportart anerkannt wird. Inzwischen sind Videospiele ein Teil der Gesellschaft und ich fürchte, es ist wahrscheinlicher das traditionelle Spiele wie Schach aussterben, als das Videospiele für alle Ewigkeit lediglich als Spiele gehandhabt werden. Diese Grenze ist sowieso schon überschritten. Wer in der Weltmeisterschaft im League of Legends gewinnt, bekommt eine halbe Million Dollar. Das zeigt wohl deutlich, dass diesem Spiel (von welchen Organisatoren und Sponsoren auch immer) ein hoher Stellenwert zugeschrieben wird.


    EDIT: Ich glaube, so versteht man besser, wie ich das meine. Ich denke, es gibt unterschiedliche Arten von Sport, aber Sport ist es dennoch. Es gibt Sport-Sport (sprich, alles was die meisten dazu zählen: Fußball, Schwimmen, Tennis usw.). Dann gibt es Denksport (Schach und sowas). In diesem Zusammenhang hätte E-Sport (also digitaler Sport), als "moderner" Sport tatsächlich eine Daseinsberechtigung.
    Es gibt Pop, Rap, Rock, Heavy Metal... Ist trotzdem alles Musik, oder nicht?

  • E-Sport hört sich halt gut an. Aber ich sehs auch so, dass solche Dinge kein Sport (wie er allgemeinhin verstanden wird) sind und diese Bezeichnung somit auch nicht verdienen. Man kann Wettbewerbe veranstalten, sich mit anderen messen, irgendwelche Rekorde aufstellen, aber trotzdem ist das halt kein Sport, genauso, wie schon angesprochen, Schach kein Sport ist bzw. "Denksport" im allgemeinen. Auch schöne Sportarten sind z.B.: Schiesssport und Angelsport. :rolleyes:
    Aber wenn man den Begriff E-Sport denn unbedingt verwenden möchte, dann zählt Pokémon natürlich auch dazu. :pika: