Nymphengesang

  • Blitzgewitter
    geschrieben am 13.07.16


    „Ava, wach auf!“
    Mit einem kaum überhörbaren Knurren vergrub ich mein Gesicht noch tiefer im Kissen, das mir wesentlich mehr Wohltat schenkte, als es diese glockenklare und unfassbar lästige Stimme tat, die mich jeden Morgen aufs Neue nervte. Sollte sie sich doch selbst mal Frühstück machen.
    „Du bist wirklich herzlos, Liebes“, antwortete Aphrodite trocken, woraufhin ich nur kurz schnaubte. Wenn sie sich noch länger in meinen Gedanken herumtreiben sollte, dann könnte das länger dauern.
    Ich musste sie nicht sehen, um zu wissen, dass sie in diesem Moment ein übertrieben freundliches Lächeln aufgesetzt hatte.
    „Oh, du bist ein Schatz, Ava! Lass dir ruhig Zeit beim Aufstehen“, trällerte sie und verschwand sogleich aus meinem Zimmer. Ich seufzte laut. Als Liebesgöttin mochte sie zwar alle Menschen um sie herum betören, aber wie sie so ein sprunghaftes Gemüt haben konnte, war mir bis heute schleierhaft.
    Ich streckte mich einmal ausgiebig durch, bevor ich die Bettdecke zur Seite schob und aufstehen wollte. Immerhin wollte ich ja auch noch etwas von meinem Tag haben und musste auch meiner Mission weiterhin nachgehen. Die Wette durfte ich einfach nicht verlieren!
    Jedoch kam es erst gar nicht so weit. Just als ich aufstehen wollte, flog ich auch schon spektakulär und händeringend mit einer doppelten Schraube zu Boden und wusste nicht, wie mir geschah. Mit schmerzendem Kinn hob ich mich mit meinen Händen etwas hoch und versuchte erneut aufzustehen, allerdings ebenfalls ohne Erfolg und ich sah mich bald wieder auf dem Boden der Tatsachen.
    Mein Gleichgewichtssinn spielte heute Morgen nicht mit. Ob Aphrodite etwas damit zu tun hatte? Wäre ja nicht das erste Mal, dass sie mir irgendeinen Fluch oder etwas Ähnliches anhängen wollte, aber dass sie es wirklich tat, wunderte mich. Der Tag nahm ja schon mal keinen guten Anfang.
    Gerade als ich mich wieder etwas konzentrierte und zu meinen Händen sah, merkte ich, wo genau das Problem lag. Reflexartig sah ich auch meinen restlichen Körper an, was meine Augen weiten ließ. Ich wusste auch nicht, wie lange ich geschrien haben könnte, bis Aphrodite erneut in meiner Tür aufgetaucht war.
    Meine Hände waren keine mehr. Und auch mein Körper war ein deutlich anderer, als ich ihn in Erinnerung hatte. Überall befand sich anstatt der Alabasterhaut, die mir Aphrodite verliehen hatte, blaues und schwarzes Fell!
    „Gefällt es dir, Ava-Schätzchen?“, flötete die Liebesgöttin und schien schon zu tanzen beginnen zu wollen.
    „Was. Hast. Du. Getan?!“, brüllte ich lauter, als mir lieb war. Zu allem Überfluss hörte sich mein Brüllen auch nicht besonders menschlich an, sondern animalisch. Wie von einem Löwen, wenn ich es nicht besser wüsste. Angesichts der Situation fühlte ich mich auch wie ein Löwe, der gerade auf seine Beute lauerte und zuschlagen wollte.
    Aphrodite spitzte die Lippen und schien beleidigt zu sein. „Da mache ich dir einmal ein Geschenk und du freust dich nicht darüber? Schäm dich, Ava. Dafür bekommst du demnächst keine Maniküre.“
    „Als ob ich das in dieser Gestalt nötig hätte, du ...“ Ich hielt mich zurück, da mir kein passender Fluch für dieses Ekel von griechischer Göttin einfiel. Selbst Hekate hatte mit ihrem Humor sicher mehr Geschmack als die Frau, die da so ausgelassen vor mir stand!
    Mit einem Mal hielt sie jedoch in ihrer Bewegung inne und zuckte zusammen, was mir nicht entging.
    „Denk nie wieder an diesen Namen, hörst du?“, zischte sie sogleich und sah mich ernst an.
    Ich stutzte. Keine Ahnung, was sie von mir wollte. Meine Gedanken gehörten immer noch mir, also wenn ich gern an Hekate dachte, dachte ich eben gern an Hekate. Obwohl - konnte man das überhaupt als Leistung betrachten, gern an Hekate zu denken?
    Aphrodite knirschte nun aufgewühlt mit den Zähnen. Von meiner Seite konnte ich gern weitermachen, aber womöglich war es besser, es nun dabei zu belassen. Meine Rache hatte ich damit schon erreicht.
    „Gut, dass du das einsiehst, Ava.“ Und bleib endlich aus meinen Gedanken draußen, du Stück! „Wie auch immer. Komm mal her und sieh dich im Spiegel an.“
    Widerwillig versuchte ich erneut, mich aufzurichten. Meine Hände wankten schon beim leisesten Versuch, das Gleichgewicht zu halten und auch die Haltung, die ich einnehmen wollte, war weitaus unangenehmer, als ich sie normalerweise gewohnt war. Scheinbar konnte ich es vorerst vergessen, überhaupt auf zwei Beinen stehen zu wollen; das ließ mein aktueller Körperbau nicht zu.
    Ich seufzte schließlich hörbar und versuchte die Taktik auf vier Beinen. Auch wenn das schon wesentlich besser lief, hatte ich Probleme, mich zu halten, was nicht zuletzt an dem wild peitschenden Schweif lag, bei dem ich erst jetzt durch das Torkeln bemerkte, dass ich ihn besaß. In dem Fall war ich aber auch ganz glücklich darüber, denn er half mir, mich besser halten zu können.
    Mir war nicht ganz bewusst wie, aber ich hatte es schließlich geschafft, zu Aphrodite aufzuschließen und mich selbst im Spiegel zu betrachten. Was ich sah, verschlug mir noch mehr die Sprache, als es das schon beim Anblick des vielen Felles getan hatte.
    Ich sah in meine eigenen, mittlerweile stechend gelben Augen, welche mir den Anblick auf mein katzenartiges Äußeres ermöglichten. Eine große schwarze Mähne und weiteres blaues Fell auf meinem Rücken zeigten mir, dass ich mit meiner Einschätzung als Löwe wohl gar nicht so schlecht geraten hatte. Vielleicht war es auch etwas anderes, denn es sah schon sehr anders aus als das, was ich sonst so gewohnt war. Außerdem zierte meinen Schweif, wie ich nun bemerkte, ein gelber Stern. Ob das etwas zu bedeuten hatte?
    „Wieso hast du das gemacht?“, schnauzte ich Aphrodite noch mal an, die sich davon jedoch nicht beirren ließ.
    „Wie gesagt, ich wollte dir eine Freude machen und da du so hart für deine Mission kämpfst, wollte ich dir auch einmal etwas Gutes tun.“
    „Ja, genau, indem du mich zur Katze machst und mich überhaupt davon abhältst, etwas für meine Mission zu tun!“
    Ich nahm eine niedrige Haltung ein und fauchte entsprechend auf. Im nächsten Moment zuckten bereits kleine Blitze durch den Raum, die Aphrodite einen spitzen Schrei entlockten und mich auch zurückweichen ließen. Woher kam plötzlich diese Spannung in der Luft?
    „Pass doch auf, was du tust!“, herrschte mich die Liebesgöttin an und ich sah an mir herab. Das Fell war durch die vorhergehende Anspannung noch aufgestellt und tatsächlich spürte ich die Kraft. Die Blitze. Die Elektrizität, die meinen Körper durchflutete, mich aber nicht schmerzte oder gar betäubte.
    Was zur Hölle sollte das?!
    „Kühl dich mal ab, Ava-Schätzchen“, meinte Aphrodite nun wieder gelassener, was mich so weit provozierte, ihr gern noch einmal einen Blitz entgegen zu schleudern. „Du hast große Macht und du solltest sie beherrschen lernen.“
    Beherrschen. Okay.
    Ich äußerte meine Antwort, indem ich explosionsartig los spurtete und meinen Körper gegen den ihren warf. Aphrodite blieb durch die Wucht gar keine Wahl als nachzugeben und schmerzerfüllt zu jammern, als sie mit dem Hinterkopf an die Wand stieß. Mir gab es Zeit, mich wieder zu sammeln und zu merken, wie überaus schnell ich mich an diesen Löwen-Körper gewöhnt hatte. Womöglich war es auch nur die Wut, die mich gerade antrieb und zu Höchstleistungen anspornte.
    Mein Gegenüber hatte sich in der Zwischenzeit wieder gefangen und aus dem Nichts einen Kugel beschworen. Wollte sie mich jetzt damit bewerfen?
    „Wie recht du doch hast, Ava“, sagte Aphrodite und lachte dann. „Du wirst dich nicht widersetzen können, wenn er dich berührt.“
    Interessiert blickte ich auf, während die Liebesgöttin ohne große Anstrengung die Kugel auf mich warf. Im Flug fiel mir auf, dass diese auf der einen Hälfte Rot und auf der anderen weiß war. Ob das irgendein magisches Artefakt aus alter Zeit sein konnte? Oder wollte sie mich mal wieder nur verarschen? Das wäre auch nicht das erste Mal.
    Da ich nicht viel von ihrem Schabernack hielt, ließ ich es über mich ergehen und von der Kugel am Kopf treffen. Ein fataler Fehler, wie sich herausstellen sollte, denn unweigerlich, nachdem sie zu Boden gefallen war, öffnete sich die Kugel und ein immenser Sog drohte mich praktisch von meinem aktuellen Standort fortzuwehen. Ich wusste nicht, wie mir geschah. Plötzlich fühlte ich mich absolut hilflos und schrie mir die Seele aus dem Leib. Adrenalin schoss durch meinen in Panik versetzten Körper und mehrere Blitze stoben zur Seite.
    Schließlich wurde mir schwarz vor Augen.
    Im nächsten Moment sah ich mit blinzelnden Augen zur Decke des Raumes. Meine Arme waren zur Seite ausgestreckt, während ich noch verschwitzt im Bett lag und realisierte, was Sache war.
    Ich begutachtete meine linke Hand, die ich zur Faust ballte und auch wie meine aussah. Nun, wie die meines wiedererweckten Ichs natürlich. Erleichterte atmete ich auf und ließ die Ruhe für den Moment Einzug halten.
    „Ava-Schätzchen, kommt du mal kurz?“, rief daraufhin die gewohnte glockenhelle und nervige Stimme durch das Haus. Ich drehte mich zum Trotz zur Seite und lächelte.
    Heute nicht; zumindest noch nicht, wenn sie mich schon bis in meine Träume verfolgte und dort auch das Leben zur Hölle machte. Vielleicht sollte ich einmal Zeus fragen, ob er mir beibringt, Blitze zu werfen.
    Das wäre doch echt cool.



  • Es war mir eine Freude, diese kleine Geschichte von Ava und Aphrodite zu lesen :D Der Charakter der Aphrodite ist irgendwie ganz amüsant, weil sie auf mich so unglaublich aufgedreht und künstlich wirkt. Während des Lesen konnte ich mir auf jeden Fall sehr gut vorstellen, wie sie so reagiert und was sie eventuell für Mimiken hat. Zwischenzeitlich hatte ich sogar Mitleid mit ihr, als sie gegen die Wand schlug und Schmerzen hatte. Als sie dann aber diese Kugel auf Ava warf, war es das mit dem Mitleid auch schon wieder.
    Ava hingegen kommt mir fast schon etwas... joa, „verschlafen“ vor. Grimmig würde ich nicht sagen, aber es geht so in die Richtung. Wobei es verständlich wäre, wenn solche Erlebnisse mit Aphrodite auf der Tagesordnung stehen. Jedenfalls waren die Reaktionen von Ava ganz cool, fast schon gleichgültig nach dem Motto: „Ohje, die Olle macht schon wieder Mist. Lasse ich es mal über mich ergehen“, was ja auch in etwa der Textstelle entspricht, als ihn die rot-weiße Kugel trifft.
    Die Auflösung, dass das Ganze ein Traum war, kam echt stumpf und hat mich überrascht. Einfach, weil ich nicht damit gerechnet hatte. Umso komischer, dass es außerhalb der Traumwelt trotzdem diese Aphrodite mit dieser schrillen Stimme gibt.


    Es war mir eine Freude! :)

  • Clone Wars - Mewtu täuscht User mit seinem Geburtsdatum
    geschrieben am 27.07.16


    Geburtstage gelten in der Regel für eine große Ansammlung von Glückwünschen. Ob nun nah oder fern, jeder möchte dem Glücklichen alles Gute und viel Gesundheit wünschen.
    Diese Angewohnheit hat sich in den letzten Tagen ein Mewtu zu Nutze gemacht, um seine Bekannten zu verwirren und seinen wahren Geburtstagstermin zu verschleiern. Experten nahmen bisher an, dass es im Februar zur Welt kam, während nun Berichte aufkamen, dass es eher Ende Juli der Fall wäre. Darüber hinaus habe besagtes Mewtu laut Zeugenberichten sämtliche Ausflüchte der Forensoftware ausgenutzt, um dieses Datum noch einmal um zwei Tage nach vorne zu verlagern und so die doppelte Menge an Glückwünschen zu erhalten, die ihm sonst zugestanden hätten.
    Forscher sind sich nun uneins, was es damit auf sich haben könnte. Möglicherweise sei dieses Mewtu einfach besonders intelligent und wisse mit Programmiersprachen umzugehen. Andere stellen jedoch die These in den Raum, dass es sich um mehrere Mewtus handeln könnte, die unabhängig voneinander handeln.
    „Ich dachte immer, dass es solche Zufälle nur bei Star Wars gäbe“, meinte ein begeisterter Forscher, der sich sichtlich die Hände rieb. „Andererseits haben wir nun unsere eigenen Klonkriege. Wir wissen nur nicht, wie es dazu kam.“
    Sobald mehr zu diesem Fall bekannt wird, werden wir natürlich zeitnah darüber berichten.



  • Gartenkriege
    geschrieben am 25.06.16


    Ich hetzte über die Straße. Gerade in diesem Moment flog eine erbsengroße Kugel knapp an meinem Kopf vorbei und traf einen halb ausgerissenen Baum hinter mir. Im Grunde konnte mir egal sein, wo sie aufprallte; ich musste nur vorwärts kommen!
    Zwischen meinem Gegner und mir befanden sich nur wenige Meter. Ein Kampf auf offener Straße, den mein Feind wieder eröffnete. Reflexartig wich ich nach links aus und bemerkte mit einem Schulterblick, dass meinem Freund der Kopf vom Körper fiel und sein Leib in das frisch gemähte Gras sank. Anstatt nach ihm zu rufen, setzte ich einfach meinen Weg fort und war glücklich über diese Fügung. Immerhin quälte ihn so seine ständige Migräne nicht mehr.
    Mit einem gequälten Lachen legte ich nun mein Maschinengewehr an und traf mein Gegenüber mit einer Salve an seinem wunden Punkt, sodass er zu Boden glitt. Keine zwei Momente später entschloss sich bereits eine tapfere Sonnenblume, ihrem verwundeten Kollegen zu helfen und ihn wieder unter die Lebenden zu holen. Erneut versuchte ich zu schießen, nur um zu bemerken, dass mein Magazin leer war.
    Verdammt. Mit einem anständigen Gehirn wäre mir das nicht passiert.
    Während ich nachlud, hatte sich ein weiterer meiner Freunde, ein Football-Spieler, zu uns gesellt und ließ seiner Zerstörungswut freien Lauf. Mit Dauerfeuer bearbeitete er die feindliche Heilerin und die am Boden liegende grüne Erbsenkanone und jodelte derweil einen unverständlichen Kauderwelsch. Nicht einmal ich mit meinem begrenzten Wissen konnte ihn verstehen und das sollte schon was heißen!
    Grund zur Freude blieb allerdings wenig, denn unmittelbar nach seiner vollendeten Tat und einem weiteren Jubelschrei schlich sich von hinten ein Schnapper an, welcher sein violettes Maul weit aufriss und sich meinen Kumpel als Ganzes einverleibte. Genüsslich kaute er nun auf diesem herum, schluckte ihn daraufhin und rülpste zufrieden. Was für ein Biest!
    Ich befand mich in Kauerstellung und wartete schon darauf, dass sich der Schnapper nun auf mich stürzen würde. Doch ohne mich eines Blickes zu würdigen, bewegte sich die fleischfressende Pflanze einige Schritte weiter und bohrte sich danach in den Erdboden, um sich nun unterirdisch fortzubewegen. Gedankenlos lief ich nach vorn und rückte dabei meinen Helm zurecht. Nicht auszudenken, was gewesen wäre, wäre ich schon vorhin gedankenlos losgelaufen.
    Ich bahnte mir nun meinen Weg über die Straße und zum nächsten Garten; voll bewaffnet und mit dem Bewusstsein, das Schlachtfeld einzunehmen. Wofür hatte ich schon vergessen, aber das sollte ja nicht weiter von Belang sein. Wann hatte Krieg schon je Sinn gemacht?
    Auf meinem Weg begegnete mir eine weitere gefallene Sonnenblume, die sich noch an ihr letztes bisschen Leben klammerte. Ich legte erneut mein Gewehr an und überraschte mit einigen viel zu gut platzierten Schüssen eine Erbsenkanone, die ihrerseits nur Augen für einen unserer Wissenschaftler gehabt hatte. Der wurde zwar vernichtend geschlagen, doch folgte ihm die feindliche Artillerie mit einem nicht definierbaren Schrei hinterher.
    Ich grinste verschmitzt. Die erste gute Tat an diesem langen Tag.
    Hinter einer Deckung verschnaufte ich kurz, ehe ich sah, dass das Magazin schon wieder leer war. Wer war eigentlich dieser Konstrukteur, der permanent zu wenig Schuss in so ein Magazin presste? Die konnten doch nicht erwarten, dass wir auf dem Schlachtfeld so schnell schalteten und nachluden, oder?
    In meiner Deckung sah ich um die Ecke. Ein bemerkenswert versteifter Kaktus stand mit hoch erhobenen Händen auf dem nächstbesten Dach und zielte von dort mit hochsicherer Präzision auf weitere meiner Freunde. Einer nach dem anderen fiel dem Scharfschützen und seinen spitzen Nadeln zum Opfer. Schließlich befand er die Situation für sicher, dass er sich selbst vom Dach begab und nach dem Rechten sah.
    Mutig wagte ich mich aus meinem Versteck und stellte diesem gefährlichen Feind nach. Meiner Voreiligkeit zu schulden hatte ich jedoch eine weitere Sonnenblume nicht gesehen, die ihrerseits erholende Sonnenstrahlen zu dem Kaktus schickte. Beide hatten mich noch nicht gesehen, allerdings bedankte sich dieser nun mit einem merkwürdigen Gurgeln bei der Heilerin.
    Ich beschloss sofort, mir einen anderen Weg zu suchen. Gar nicht auszumalen, was gewesen wäre, wenn ich noch früher gedankenlos losgelaufen wäre.
    Es dauerte auch gar nicht lange, bis ich einen weiteren Football-Spieler entdeckte, der mit röhrendem Gelächter über das Schlachtfeld marschierte und ein Massaker anrichtete. Erbsenkanonen, ja sogar Schnapper waren unter seinen Opfern, die sich vor dem Kugelhagel seiner Minigun gar nicht retten konnten. Auch ein Kaktus war darunter; vielleicht sogar derselbe, den ich vorhin gesehen hatte, aber die sahen doch alle gleich aus.
    Mit einem merkwürdigen Grunzen gab er mir zu verstehen, dass ich ihm folgen sollte, was ich schlussendlich auch tat. Recht weit kamen wir allerdings nicht, da er mit einem unbedachten Schritt in einer Rankenfalle landete. Diese wickelte sich um sein Bein, reckte sich in die Höhe und ließ meinen Kumpel nun unbeholfen und hilflos hängen.
    Ich wollte ihm schon zu Hilfe eilen, als sich plötzlich mit einem lauten Grummeln und Rumoren ein Schnapper aus der Erde bohrte und den Football-Spieler mit einem Haps verschlang. Nach getaner Arbeit zog er seines Weges und suchte sich bereits sein nächstes Opfer, um ihm aufzulauern.
    Ohne darüber nachzudenken folgte ich ihm und schoss wie wild auf ihn ein, sodass er sich nun doch interessiert zu mir umdrehte und die Ursache für die Schmerzen herausfinden wollte. Während ich mein Gewehr nachlud, bemerkte ich erst, dass der Schnapper gar keine Augen hatte; zumindest keine sichtbaren. Warum machte ich mir eigentlich um so etwas in dieser Situation Gedanken?
    Ein paar wenige Schüsse reichten im Nachhinein aber, um ihn zu Boden zu strecken, sodass ich meinen unbeständigen Lauf über einige kleine Hügel fortsetzen konnte. Ein Blick zu meiner Linken verriet mir, dass sich eine Erbsenkanone zum Schießen bereit gemacht hatte und eine Sonnenblume ihre Wurzeln eingrub, um mehr Standfestigkeit zu bekommen.
    Reflexartig warf ich mich auf den Boden, nur um knapp einer Salve an erbsengroßen Geschossen und einem gebündelten Laser aus Sonnenlicht zu entgehen, der wiederum einen Soldaten niederstreckte und ihm den Garaus machte. Sein Tod war jedoch schnell vergessen, als sich den beiden Feinden von hinten einige weitere Soldaten annäherten und sie beschäftigen. Das gab mir die Zeit, mich wieder aufzurichten, meine Waffe zu nehmen und mich selbst wieder ins Getümmel zu stürzen.
    Mit Dauerfeuer schritt ich auf die eingewurzelte Sonnenblume zu, die ihrerseits nicht viel durch den Kugelhagel entgegen zu setzen hatte und leblos zu Boden sank. Ein orangefarbener Kaktus kam seinen Mitpflanzen zu Hilfe und unterstützte sie mit gewissenhaften und präzisen Schüssen. Auch einer unserer Wissenschaftler konterte mit den Laserstrahlen seiner Pistole, während er für Heilung sorgte, doch sollte mich dies nicht mehr kümmern.
    Unvorsichtig, wie ich nun geworden war, hatte ich eine Rankenfalle nicht gesehen und wurde flugs an einem Bein hochgehoben. Wie wild zappelte ich, um mich zu befreien, jedoch war alles vergeblich. Besonders angesichts der roten Chilibohnen-Bombe, die mir eine der Erbsenkanonen entgegen warf.
    Ich wusste, dass dies mein Ende sein würde. Mit starrem Blick sah ich auf die Bohne, welche ihrerseits wie verrückt lachte und mir nur noch wenige Sekunden gab.
    Wie kam es überhaupt so weit? Warum taten wir das? War hier vielleicht doch eine höhere Macht im Spiel oder warum bekämpften wir uns bis auf den letzten Garten in dieser Welt?
    Keine dieser Fragen war für mich von Belang. Mit meinem letzten Atemzug schrie ich meine letzten Worte in die Welt.
    „Gehiiiiiiiirne!“


  • Noch einen letzten Kommentar hinterlassen, bevor ich mich für das Wochenende zurückziehe. Und Gartenkriege hat mir schon gefallen, als ich die Woche mal in den letzten Wettbewerbsabgaben gestöbert habe, deswegen dachte ich mir, trifft sich das doch ganz gut.


    Gartenkriege


    Eine wirklich süße kleine Geschichte, vor allem wenn man so ein bisschen mit Plants vs Zombies vertraut ist (ich konnte zumindest mit den meisten Pflanzen aus der Geschichte etwas anfangen, bis auf den Kaktus, von dem hatte ich noch nichts gehört). Eine schöne Idee, die Schlachten einmal aus der Perspektive der Gegnerseite zu zeigen. Dabei gefällt mir vor allem, dass du nicht versucht hast, das ganze seriös aufzuziehen, sondern die fröhliche, kindgerechte Atmosphäre des Spiels beibehalten hast, es hat wirklich Spaß gemacht, das ganze zu lesen.
    Vor allem den Protagonisten-Zombie kann man schnell ins Herz schließen, immerhin denkt er immer vor allem an seine Freunde und Mitstreiter:

    Zitat

    Anstatt nach ihm zu rufen, setzte ich einfach meinen Weg fort und war glücklich über diese Fügung. Immerhin quälte ihn so seine ständige Migräne nicht mehr.

    Ich finde auch die Art drollig, wie der Zombie die ganze Welt sieht, er ist ja regelrecht beeindruckt von den verschiedenen Pflanzen, die ihm im Weg stehen:

    Zitat

    Genüsslich kaute er nun auf diesem herum, schluckte ihn daraufhin und rülpste zufrieden. Was für ein Biest!

    Auch die zombie-typische Dummheit des Protagonisten ist ziemlich niedlich dargestellt und er scheint sich ja tatsächlich dessen bewusst zu sein:

    Zitat

    Nicht einmal ich mit meinem begrenzten Wissen konnte ihn verstehen und das sollte schon was heißen!

    Zitat

    Die konnten doch nicht erwarten, dass wir auf dem Schlachtfeld so schnell schalteten und nachluden, oder?

    Zitat

    Wofür hatte ich schon vergessen, aber das sollte ja nicht weiter von Belang sein. Wann hatte Krieg schon je Sinn gemacht?

    Und dabei noch eine kleine Kritik am Konzept Krieg selbst verbaut :D


    Ich finde man kann sehr gut die Umsetzung von Spiel in Geschichte nachvollziehen: Die sich wiederholenden Abläufe der scheinbar endlosen Kämpfe, die Unmengen an heranströmenden Zombies und das plötzliche Auftauchen weiterer Pflanzen. Wirklich sehr schön gemacht das ganze.
    Und dann natürlich nicht nur das Ende der Geschichte, sondern auch das Ende von unserem Zombie-Freund, der trotz ein paar letzten tief philosophischen Fragen über seine eigene Existenz, nur noch "Gehiiiiiiirne" von sich geben kann. Ein tragischer Tod eines der letzten Helden unserer Zeit (na gut, jetzt übertreibe ich vielleicht ein bisschen ;D)


    Ich kann beruhigt sagen, wenn ich zur Zeit des Wettbewerbs schon wieder aktiv gewesen wäre, hättest du für diesen Text von mir auf jeden Fall Punkte bekommen, so freue ich mich einfach, dass ich trotzdem noch die Chance bekommen habe, dir einen Kommentar zu hinterlassen.
    Habe das Lesen sehr genossen :)

  • News-Chaos - News-Schreiber verirrte sich, während er eine News schrieb!
    geschrieben am 30.08.2016


    Die Gamescom ist nach langen Strapazen vorbei und nachdem dort ein neues Pokémon aus den im November erscheinenden Editionen Pokémon Sonne und Pokémon Mond präsentiert wurde, jubelten die Fans in den sozialen Netzwerken voller Freude auf. Doch wie sich herausstellte, hatten nicht alle Fans einen Grund zu jauchzen, denn eine bekannte Pokémon-Website veröffentlichte die Meldung dazu erst einige Stunden später. Viele User wussten nicht, woran es lag und warteten daher mehrere Stunden vor ihrem Bildschirm, um endlich die aufploppende Nachricht lesen zu können.
    „Die Nachricht dazu wurde gegen 17 Uhr herum über Twitter verteilt“, meinte ein besorgter User. „Ich dachte mir, dass eine deutsche Meldung, noch dazu zu einem deutsch veröffentlichten Namen, doch nicht so lange dauern könnte. Aber erst zwei Stunden später kam dann die Erlösung und ich konnte meine Augen endlich wo anders hinrichten als auf meinen Bildschirm.“
    Der betreffende News-Schreiber entschuldigte sich im Nachhinein für die Verzögerungen. Auf seinem Weg, den Namen und das Bild des neuen Pokémons zu veröffentlichen, hatte er sich mehrere Male in den Weiten des Internets verirrt und fand dann aufgrund der wirr angelegten Wege auf den anderen Webseiten nicht mehr zurück.


  • Hallöchen Rusalka!


    Nachdem du letztens etwas bei mir kommentiert hast, bin ich dir noch was schuldig.
    Und da ich mich bei deiner letzten Geschichte sofort angesprochen fühlte, nehme ich mir doch gleich diese vor! ;)  
    Vor allen voran muss ich hervorheben, dass ich es schön finde, dass es ein aktuelle Ereignis/Thema ist und dann auch noch auf der Realität basiert.
    Das verdeutlicht den Grundgedanken des Textes so gut, sodass ihn der Großteil verstehen kann.
    Was man hätte ändern können, wäre, dass man die Zahlen umschreibt.
    In meinen Augen beißen die sich mit den Text und lenken zu viel ab.
    Hier hätte man beispielsweise "Gamescom 2016" komplett weglassen und das "17 Uhr" umschreiben können.
    Apropos, die korrekte Schreibweise ist tatsächlich "gamescom" - aber das ist nicht so schlimm und fällt kaum jemanden auf! :D  
    Ansonsten ist der Text wirklich schön geschrieben und eindeutig lesenswert, wenn man sich mit dem Thema gerne auseinandersetzt. :)

  • Hallo Flauschi <3


    Ich find deinen Newseintrag zu dem Mewtu und seinem Geburstag total cool xD
    gäbe es eine Pokemon Zeitung soltle genau sowas drin sein. In deinem Artikel kommt Mewtu total
    nekisch rüber und du unterstreichst seine Persönlichkeit damit total besonders wenn man an das
    Genesect Film Mewtu denkt oder das von diesem Pokemon Origins.
    <3 gefällt mir total gut

  • Wahre Schönheit kommt von innen
    geschrieben am 17.09.2016


    AUSSEN - SEE DER KÜHNHEIT - TAG


    SILVIA wartet nahe des Sees der Kühnheit auf ihre Freundin. Silvia ist eine junge Frau mit brünetten Haaren und einer Brille.


    Silvia betrachtet die Oberfläche des Sees, als LEA zu ihr läuft. Lea hat lange rote Haare und Ohrringe.


    LEA
    (keuchend)
    Sorry, dass du warten musstest. Mich hat ein Bojelin aufgehalten.


    SILVIA
    Dann hättest du ihm halt gesagt, dass du es eilig hast!


    LEA
    Hätte ich echt machen müssen. Vielleicht wäre sogar eine Antwort gekommen?


    SILVIA
    Wohl kaum.


    LEA
    Genau, weil du das auch so gut weißt.


    SILVIA
    Ich war immerhin pünktlich hier!


    LEA
    Zeig mir lieber mal, woraus du so ein Geheimnis machst. Sagtest ja etwas von einer Geheimwaffe im nächsten Wettbewerb.


    SILVIA
    (lächelnd)
    Natürlich!


    Silvia nimmt einen Pokéball aus ihrer Tasche und wirft ihn in die Luft.


    SILVIA
    Komm raus, Kanani!


    Im See materialisiert sich KANANI; ein Barschwa.


    LEA
    Oh Gott, was ist das denn?!


    SILVIA
    Kanani, hab ich doch gesagt. Ich hab sie vor einiger Zeit gefangen und …


    LEA
    Das meinte ich nicht! Willst du mir ernsthaft sagen, dass dieser Fisch deine Geheimwaffe ist?


    SILVIA
    Ja.


    LEA
    Ich glaub’s nicht! Deswegen holst du mich von Weideburg bis hierher? Das hat sich ja gar nicht gelohnt!


    SILVIA
    Du hast Kanani ja noch nicht in Aktion gesehen!


    LEA
    (ruhig)
    Möchte ich das überhaupt?


    SILVIA
    Sag mir doch bitte mal, warum du so reagiert hast.


    LEA
    Okay. Ich dachte mir einfach, da du schon so ein Geheimnis draus machst, dass es etwas wirklich Besonderes, etwas Seltenes ist. Etwas, das man nicht sofort erwartet und beeindruckend ist. Verstehst du? Und dann sehe ich da nur diesen Fisch, der noch dazu auf den ersten Blick so hässlich ist. Das hat mich einfach enttäuscht.


    SILVIA
    (lächelnd)
    Das kann ich gut verstehen. Tatsächlich kannst du mir aber vertrauen, wenn ich dir sage, dass Kanani einiges drauf hat. Du bist also nicht umsonst hierher gekommen.


    LEA
    Na, dann zeig mir doch einfach mal, was sie so kann. Solange du sie nicht im Schönheitswettbewerb antreten lässt, passt ja alles.


    SILVIA
    So ein Zufall aber auch. Genau das hatte ich nämlich vor.


    LEA
    Was?!


    SILVIA
    Kanani, zeig uns einen kleinen Regenschauer!


    Kanani springt aus dem Wasser und schüttelt sich durch. Die Wassertropfen glänzen und ein mystischer weißer Nebel umgibt Kanani.


    SILVIA
    Cool! Und nun Aquawelle!


    Kanani sammelt im Maul Energie und formt diese zu einer Kugel. Diese balanciert Kanani zuerst und spuckt sie in die Luft, wo sie in glitzernde Teilchen zerspringt.


    LEA
    (erstaunt)
    Nicht im Ernst!


    SILVIA
    Na, was sagst du jetzt?


    LEA
    (nuschelnd)
    Gut, ich hab mich wohl getäuscht.


    SILVIA
    Das wollte ich hören! Kanani freut sich auch drüber, dass sie dich überzeugen konnte.


    LEA
    Immerhin etwas. Mich hat besonders die Darstellung der Aquawelle überrascht, weil ich so etwas nicht erwartet habe. Wirklich beeindruckend.


    SILVIA
    Und schon hat sie dich überrascht! Genau das wolltest du doch vorhin auch, nicht wahr?


    LEA
    Ja, schon, aber …


    SILVIA
    Weißt du, Anmut und Eleganz sind richtig subjektiv. Von bestimmten Pokémon erwartet man diese Werte auch gar nicht, weil sie äußerlich nicht so wirken, als würden sie davon Gebrauch machen. Aber genau das ist der springende Punkt: Wahre Schönheit kommt von innen, von der eigenen Einstellung und dem Willen, etwas bewegen zu wollen und das überrascht den Zuseher, auch wenn er vorher noch einen ganz anderen Eindruck hatte.


    LEA
    Ach komm, willst du mir jetzt eine Moral aufdrücken?


    SILVIA
    (entrüstet)
    Eigentlich hatte ich das schon vor, aber wenn du nicht willst, dann spar ich mir eben die Predigt.


    LEA
    (grinsend)
    Tu bitte, was du nicht lassen kannst! Hast du also wirklich vor, Kanani beim Schönheitswettbewerb antreten zu lassen?


    SILVIA
    Klar. Ich bin fest davon überzeugt, dass sie alle beeindrucken wird. Du warst ja auch schon die perfekte Vorzeigeperson dafür.


    LEA
    Ha ha, sehr witzig.


    SILVIA
    Ist doch so. Aber lass uns jetzt gehen. Wenn du schon mal da bist, kannst du auch gleich den Arenakampf in Schleiede machen.


    LEA
    Stimmt. Ach, da fällt mir ein: Weißt du eigentlich, ob sich Kanani noch entwickeln kann? Ich will mir irgendwie nicht vorstellen, dass sie nur eine Stufe hat.


    SILVIA
    Nein, aber mir ist das auch völlig egal. Ich glaube an sie und ich mag sie so, wie sie ist. Das ist für mich das Wichtigste.


    LEA
    Du bist eben noch nie nach dem Aussehen gegangen.


    SILVIA
    Sonst hätte ich mich ja auch nie mit dir angefreundet.


    LEA
    Das hab ich gehört!


  • Wahre Schönheit kommt von innen
    Kagayaku: Ob es in dieser >Geschichte um mich geht? ... Moment ... seit wann schreibst du eine Geschichte über mich? ò.o Ich hoffe, du zeichnest ein gutes Bild von mir~ ^_^


    SILVIA wartet nahe des Sees der Kühnheit auf ihre Freundin. Silvia ist eine junge Frau mit brünetten Haaren und einer Brille.
    Min: xDDDDDDDDDD Wow sorry, ich musste echt lachen. x'D Die sieht aus wie ... meine beste Freundin Satsuki. Ihre Namen beginnen sogar beide mit S ... Sazzyyyyyyy .... q_q


    SILVIA
    Dann hättest du ihm halt gesagt, dass du es eilig hast!
    LEA
    Hätte ich echt machen müssen. Vielleicht wäre sogar eine Antwort gekommen?
    SILVIA
    Wohl kaum.
    LEA
    Genau, weil du das auch so gut weißt.
    SILVIA
    Ich war immerhin pünktlich hier!
    Min: Oh, also solche Gespräche gibt es zwischen mir und Sazzy auch, nur, dass ich komplett anders aussehe als diese Lea. o.o Eher meine Rivalin sieht so aus!
    Sazzy: Die du einmal getroffen hast!
    Min: Das reicht aus! >:


    LEA
    Das meinte ich nicht! Willst du mir ernsthaft sagen, dass dieser Fisch deine Geheimwaffe ist?
    Kagayaku: Also das kann ich auch nicht glauben. (: Barschwa ist Barschwa und Milotic ... oh come on, das ist in so einem Wettbewerb sicher nichts Außergewöhnliches mehr. Und ob sie die Entwicklung genau dann timen kann?



    LEA
    Okay. Ich dachte mir einfach, da du schon so ein Geheimnis draus machst, dass es etwas wirklich Besonderes, etwas Seltenes ist. Etwas, das man nicht sofort erwartet und beeindruckend ist. Verstehst du? Und dann sehe ich da nur diesen Fisch, der noch dazu auf den ersten Blick so hässlich ist. Das hat mich einfach enttäuscht.
    SILVIA
    (lächelnd)
    Das kann ich gut verstehen. Tatsächlich kannst du mir aber vertrauen, wenn ich dir sage, dass Kanani einiges drauf hat. Du bist also nicht umsonst hierher gekommen.
    LEA
    Na, dann zeig mir doch einfach mal, was sie so kann. Solange du sie nicht im Schönheitswettbewerb antreten lässt, passt ja alles.
    Kagayaku: Wieso denkt sie nicht so weit, dass es ein Milotic werden kann? Das ist echt durchschaubar. xD
    Sheila: Nicht jeder ist so schlau wie du.
    Kagayaku: WAR DAS SARKASMUS? <_> Und selbst wenn, ist er komplett falsch angewandt!
    Sheila: *Ohren zuck* ^^


    SILVIA
    Kanani, zeig uns einen kleinen Regenschauer!
    Kanani springt aus dem Wasser und schüttelt sich durch. Die Wassertropfen glänzen und ein mystischer weißer Nebel umgibt Kanani.
    SILVIA
    Cool! Und nun Aquawelle!
    Kanani sammelt im Maul Energie und formt diese zu einer Kugel. Diese balanciert Kanani zuerst und spuckt sie in die Luft, wo sie in glitzernde Teilchen zerspringt.
    Kagayaku: Cool.
    Sheila: Sarkasmus?
    Kagayaku: Was sonst? *lädt ihren goldenen Strahl* RYAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAA!
    Sheila: o_o
    Kagayaku: SOWAS beeindruckt mich.
    Sheila: Miep. o.o Weder Kanani noch ich können da wohl mithalten.


    LEA
    (nuschelnd)
    Gut, ich hab mich wohl getäuscht.
    Kagayaku: Die ist ja leicht zu beeindrucken.
    Sheila: Vielleicht bist du einfach nur arschig?
    Kagayaku: Liegt daran, dass mich um 22:30 einer genervt hat und etwas von mir wollte. Nein, nichts Körperliches.
    Sheila: Geld?
    Kagayaku: Zeit. Also ja, Geld.
    Sheila: Hmmm ...
    Kagayaku: Ob ich Samstags um 10 Zeit hätte. SAMSTAGS UM 10! Das ist mitten in der Nacht!
    Sheila: Eigentlich niiiicht?
    Kagayaku: Ach was weißt du denn schon? Du müsstest wissen, dass ich zwischen 4 und 12 klinisch tot bin.
    Sheila: Geh früher schlafen?
    Kagayaku: *lädt ihren goldenen Strahl* Genau, ich richte meinen GANZEN LEBENSZYKLUS nach anderen Leuten!
    Sheila: Ka-Kagy ist gut! ^^" Das war nur ein Vorschlag.
    Kagayaku: Darin warst du noch nie gut.



    SILVIA
    Das wollte ich hören! Kanani freut sich auch drüber, dass sie dich überzeugen konnte.
    Kagayaku: Yadayadayada ...
    Sheila: Sei mal nicht so fies, immerhin lesen die Leute unsere Geschichte ... und sie lieben dich! Wenn du so weitermachst, nicht mehr. -.-
    Kagayaku: Also soll ich lügen. :3
    Sheila: <_< Ich finde Kanani klasse!
    Kagayaku: Ja, genau so.
    Sheila: -_________- Manchmal hasse ich dich ... ich finde Kanani wirklich klasse! :D Was es alles kann, obwohl es nur ein Barschwa ist!


    LEA
    Immerhin etwas. Mich hat besonders die Darstellung der Aquawelle überrascht, weil ich so etwas nicht erwartet habe. Wirklich beeindruckend.
    SILVIA
    Und schon hat sie dich überrascht! Genau das wolltest du doch vorhin auch, nicht wahr?
    LEA
    Ja, schon, aber …
    Kagayaku: Überrascht? Bei Flammenwurf wäre ich überrascht! ô.o Jeder, der ein bisschen Ahnung hat, weiß ...
    Sheila: RUHE JETZT! >.< Du zerstörst alle magischen Momente! Natürlich kann Barschwa Aquawelle erlernen, aber bei Flammenwurf hättest du dich über die Unlogik aufgeregt, alte Schwarzseherin. >:
    Marie: Schwarzseherin. I see what you did there. ( ͡° ͜ʖ ͡°)
    Kagayaku: ...
    Sheila: *seufz* Gut gemacht, Marie.
    Marie: DU hast das doch gesagt!
    Sheila: *Donnerschock* Klappe!
    Kagayaku: Und ich bin die Aggressive ... ಠ_ಠ



    SILVIA
    Weißt du, Anmut und Eleganz sind richtig subjektiv. Von bestimmten Pokémon erwartet man diese Werte auch gar nicht, weil sie äußerlich nicht so wirken, als würden sie davon Gebrauch machen. Aber genau das ist der springende Punkt: Wahre Schönheit kommt von innen, von der eigenen Einstellung und dem Willen, etwas bewegen zu wollen und das überrascht den Zuseher, auch wenn er vorher noch einen ganz anderen Eindruck hatte.
    LEA
    Ach komm, willst du mir jetzt eine Moral aufdrücken?
    SILVIA
    (entrüstet)
    Eigentlich hatte ich das schon vor, aber wenn du nicht willst, dann spar ich mir eben die Predigt.
    Min: Boa, buddhistische Moralpredigt, das ist ja so typisch Sazzy-chan! ò.ó
    Satsuki: :)
    Kagayaku: ...
    Sheila: Was? ô.o
    Kagayaku: ich bin auch innerlich schön ... äh ... oder?
    Sheila: Das fragst du mich?
    Kagayaku: Tja, ich benehme mich oft genug ein bisschen sassy ... und Andere behandle ich ein bisschen vom hohen Ross herab. ^^"
    Min: Sassy ist gut, sassy ist sazzy! 8D Aber Barschwa und Milotic werden ja für solche Vergleiche gerne genommen.


    LEA
    Stimmt. Ach, da fällt mir ein: Weißt du eigentlich, ob sich Kanani noch entwickeln kann? Ich will mir irgendwie nicht vorstellen, dass sie nur eine Stufe hat.
    Kagayaku: ಠ_ಠ Raus. Sogar unsere zehnjährige Dumpfbacke aus Kanto weiß mehr über Pokémon.
    Yomi: Tja, das würde viele Stellen des Gesprächs erklären, über die du sich so gewundert hast. :3 Aber nicht jeder ist eben ein Professor für Pokémon. Selbst Professor Eich kannte anfangs nur 151!



    LEA
    Du bist eben noch nie nach dem Aussehen gegangen.
    SILVIA
    Sonst hätte ich mich ja auch nie mit dir angefreundet.
    LEA
    Das hab ich gehört!
    Min: xD Höhö das sag ich auch jedem! :'D
    Satsuki: Außer mir ne ...
    Min: Das wäre ja auch unglaubwürdig. :x
    Sheila: Ich mochte die Geschichte. Sie hat eine schöne Moral! Und ganz ehrlich, Kagy-Schätzchen kann hübsch sein, wie sie will, wenn sie so bitchy wie nach unserem ersten Treffen gewesen wäre ... no way, ich hätte sie sowas von gehasst! ö.ö
    Kagayaku: ^_^ Nya~ ò.ó Aber es wäre doch auch langweilig, wenn ich nicht so salty wäre.
    Sheila: Ganz sicher nicht. .____. Dafür haben wir Sezzulein.
    Setsuna: "Sezzulein"? <_< Das schlag dir mal ganz schnell aus Kopf ... aber zugegeben, ich mochte die Geschichte auch. (:

  • Sternensucher
    geschrieben am 15.10.16


    Ich leuchtete mit meiner Taschenlampe den dunklen Weg aus. Die Wolken verdeckten an diesem frühen Herbstabend einen Großteil des Himmels, sodass wenig Licht bis zur Erde durchdrang.
    „Wir suchen also einen Stern, sagst du?“, fragte ich meine Begleitung neben mir. Ein junges Mädchen mit blonden Haaren und einem schneeweißen Kleid sah mich mit ausdrucksloser Miene an, während ich es an der Hand hielt.
    „Nicht einen Stern“, meinte dieses daraufhin. „Wir suchen meinen Stern. Ich muss ihn finden.“
    „Und wo genau ist der Unterschied?“ Ich schüttelte den Kopf über die Korrektur, wusste aber, dass ich wohl keine Antwort bekommen würde. Das Mädchen war schweigsam und hatte bisher nur sehr wenig über sich oder die jetzige Aufgabe erzählt.
    Interessanterweise kannte ich dieses Mädchen auch erst seit etwa zwei Stunden. Ich war gerade auf dem Weg nach Hause und nahm dabei wie üblich eine Abkürzung durch den großen Park. Meine Wohnung lag eine kurze Strecke abseits davon. Recht weit kam ich jedoch nicht, da sah ich bereits dieses Mädchen, wie es auf dem Weg kniete und versuchte, seine Tränen zu trocknen. Als es mich sah, hörte es kurz auf, stand auf und umklammerte mich im nächsten Moment schon mit beiden Armen. Mir war das zu dem Zeitpunkt sichtlich unangenehm und fragte, warum es denn weinte. Als Antwort folgten nur ein ersticktes Schluchzen und die nicht so klare Aussage, dass es seinen Stern suche.
    Und hier war ich nun. Mittlerweile war es noch dunkler geworden und unser Weg führte bereits an den Rand des Dorfes, wo wir nun einen Landweg entlang gingen. Mit einem kurzen Blick zur Seite merkte ich, wie das Gras im kühlen Wind raschelte.
    Ich seufzte. Warum musste ich mir das eigentlich antun?
    Das Mädchen sah mich unterdessen weiter an und legte den Kopf schief. Ob es etwas wollte?
    „Sag mal, wo sind eigentlich deine Eltern?“, fragte ich das Mädchen, woraufhin es den Kopf schüttelte.
    „Ich habe keine Eltern“, antwortete es mir mit unschuldiger Miene, sehr zu meiner Verwunderung.
    „Also lebst du allein?“
    „Nein. Ich bin nie allein.“
    „Wie meinst du das?“
    „So, wie ich es meine.“
    Genervt presste ich die Lippen aufeinander, unterdrückte eine dumme Bemerkung und beließ es dabei. Wenn das Mädchen nichts über sich erzählen wollte, dann sollte es wohl so sein.
    Wir gingen einige weitere Schritte, bis mir zum ersten Mal bewusst wurde, dass unsere Suche keinen Erfolg haben würde. Schließlich wusste ich nicht einmal, was eigentlich dieser Stern sein sollte. War es ein echter oder etwas, bei dem sich das Mädchen nur einbildete, dass es ein Stern war? Darüber hinaus hatte sie auch keine Richtung gesagt, während ich bisher den Weg angeführt hatte und … irgendwohin gegangen war.
    Ich fluchte leise und warf meinen Kopf in den Nacken. Dass mir solche Dinge aber auch immer in den schlechtesten Momenten einfielen!
    Das Mädchen schickte sich an, mit einem Fingerzeig den Weg durch die angrenzende Wiese fortzusetzen. Zum ersten Mal heute, dass es ohne mein Zutun etwas tat, worüber ich sogar recht erleichtert war. Die nachfolgende Stille beunruhigte mich aber trotzdem und ließ mich schaudern. Ohne groß darüber nachzudenken setzte ich da an, wo wir vorher aufgehört hatten.
    „Falls es dich interessiert: Ich lebe allein. Stört mich persönlich aber auch nicht, weil ich von meinen Eltern unabhängig werden wollte. Mein einziges Problem ist nur, dass ich keine gute Arbeit finde und bisher immer nur Nebenjobs gemacht habe, um über die Runden zu kommen.“
    Für einige Momente hörte ich nur unsere Schritte durch das Gras sowie den Wind, der mich leicht frösteln ließ. Daraufhin ergriff das Mädchen wieder das Wort.
    „Also suchst du auch nach deinem Stern?“
    Irritiert wusste ich nicht sofort eine Antwort darauf. War dieser Stern also gar nicht wörtlich zu nehmen, sondern nur eine Umschreibung für eine Sache, die man selbst suchte? Wenn ich so darüber nachdachte, machte das auch keinen wirklichen Sinn. Was sollte ein Mädchen wie es schon suchen? Seinen Plüschteddy vielleicht?
    „Wenn du das so sagen möchtest: Ja. Bisher war mein Privatleben nicht unbedingt vom Glück verfolgt. Mal Pech hier, mal ein Versagen da. Mein Wunsch ist, einfach etwas Glück zu haben bei dem, was ich mache.“
    Das Rascheln des Grases drang wieder an meine Ohren. Mittlerweile leuchtete ich die Umgebung eher lustlos aus, da selten ein Objekt im Weg stand. Mit einem kurzen Blick zum Himmel wurde mir auch bewusst, dass der Vollmond bereits am Himmel stand und die Wolken zum größten Teil abgezogen waren. Na, zum Glück war meine Aufmerksamkeitsspanne entsprechend groß, dass mir das so früh auffiel.
    Ich sah zu dem Mädchen, das sich weiterhin an meine Hand klammerte. Da es nicht antwortete, konnte ich wohl davon ausgehen, dass es nicht weiter relevant war, wie es mir ging. Ich rollte mit den Augen.
    „Weißt du, wo du deinen Stern findest?“ Überrascht über die plötzliche Reaktion blickte ich sie an und grübelte.
    „Nein, nicht wirklich“, antwortete ich. „Ich meine, Glück kann man sich nicht kaufen. Aber mich freut es, anderen zu helfen, wo ich kann; so wie dir jetzt. Allein das erfüllt mich mit Zufriedenheit. Nur manchmal wünsche ich mir schon etwas mehr. Etwas Unerwartetes. Ein Wunder sozusagen.“
    „Also deinen Stern?“
    Ich seufzte laut. „Ja, meinen Stern.“
    Dieses Mädchen war mir suspekt. Was hatte es nur immer mit diesem Stern? Ich kam nicht um den Gedanken umhin, dass es mir einen Streich spielen wollte. Aber auf der anderen Seite war es so ernst bei der Sache, dass jeder Zweifel fehl am Platz war. Worauf wollte es mit seinen Fragen hinaus?
    Plötzlich erstrahlte inmitten der Wiese ein Licht. Es war recht deutlich zu sehen, sodass wir uns zielstrebig darauf zubewegen konnten. Als wir schließlich angekommen waren, traute ich meinen Augen nicht.
    Vor uns befand sich doch tatsächlich ein leuchtender Stern. Einer mit fünf Zacken, so wie er oft in Geschichten beschrieben wurde, jedoch mit viel runderen Übergängen. Daran konnte man sich definitiv nicht verletzen.
    Das Mädchen ließ meine Hand los und ging langsam auf diesen Stern zu. Neben ihm ließ es sich auf die Knie fallen und berührte ihn sanft. Daraufhin sah es mich wieder an.
    „Danke, dass du mir geholfen hast, meinen Stern zu finden.“
    Nun war ich wirklich perplex. Also war es wirklich wortwörtlich ein Stern, den wir gesucht hatten?
    Das Mädchen schüttelte den Kopf. „Ja und Nein. Mein Wunsch war es, ihn wiederzufinden und damit hat sich dieser Wunsch auch erfüllt. Es hatte nichts mit ihm selbst zu tun.“
    Gerade als ich einen Schritt auf es zugehen wollte, sah ich, wie sich der Stern langsam in den Himmel erhob. Das Mädchen hielt sich an ihm mühelos fest, während das schneeweiße Kleid im Wind wehte, und es machte nicht den Anschein, dass diese Tat für es anstrengend wäre.
    „Auch dein Wunsch soll sich erfüllen, John“, sagte es mit seiner klaren Stimme. „Du bist sehr aufopferungsvoll und bietest Hilfe an, die nicht selbstverständlich ist. Besonders nicht in deiner Position. Lass mich daher bitte dein Stern sein.“
    Sprachlos blickte ich dem steigenden Stern nach, der sich immer weiter von meiner Position entfernte. Für einen kurzen Augenblick glaubte ich, ein Lächeln auf dem Gesicht des Mädchens gesehen zu haben. Bevor ich mich versah, war es aber auch schon außer Sichtweite und ließ mich zurück. Allein.
    Ich senkte den Kopf und lachte. Niemals hätte ich nach dieser Begegnung und der kurzen Reise so einen Ausgang erwartet. Und obwohl ich mich etwas durcheinander fühlte, war ich zufrieden mit dem Ergebnis.
    Schlussendlich hatten wir beide unseren Stern gefunden.


  • Mir hat Sternensucher wirklich gut gefallen
    die Konversationen waren gut knapp und verständlich geschrieben
    das Mädchen tat mir irgendwie leid aber es war einfach ne schöne Umschreibung.
    Trozdem hab ich immer bischen Q_Q wenn jemand keine Eltern hat.
    Ich hab mir diese Wiese/dieses Feld bildlich vorstellen können und diese Ruhe
    die du beschreibst z.B. mit den Schritten durch das Gras
    find die Geschichte wirklich schön angenehm zu lesen und da kommen mir echt ein paar
    Ideen für ein Fanart *:*

  • Huhu!
    Interessanter Thread, du machst ja total viele unterschiedliche Sachen. Zum Inhaltsverzeichnis nur eine Sache: Es heißt doch "Dramen", und nicht "Dramas", oder irre ich mich da? 8o


    Zu "Sternensucher":
    Mh, Herbstabend, die können verflucht schön sein. Eine Frage, die sich mir allerdings im Verlauf der Geschichte stellte: Warum hat der Protagonist eine Taschenlampe dabei? Also ich wäre da aufgeschmissen gewesen. ^^
    Die Rückblende zum Auffinden des Mädchens hätte ich ins Plusquamperfekt gesetzt, so war ich ganz kurz verwirrt, weil die Zeitebenen nicht klar voneinander getrennt waren. Das Plusquamperfekt mag zwar beim Schreiben recht sperrig erscheinen, zum Lesen ist es aber absolut tragbar, insbesondere, da es ja nur ein kurzer Absatz ist.


    "Recht weit kam ich jedoch nicht, da sah ich bereits dieses Mädchen, wie es weinend auf dem Weg kniete und versuchte, seine Tränen zu trocknen."
    Hier hätte ich das "weinend" vielleicht eher weggelassen, da durch das Wegwischen der Tränen ja schon klar wird, dass es weint, und das Ganze so etwas redundant ist.


    "Als es mich sah, hörte es kurz auf, stand auf und umklammerte mich im nächsten Moment schon mit beiden Armen."
    Ah, das ist ein schöner Satz. Klingt total süß, und ich konnte es mir gleich bildlich vorstellen.


    "Mittlerweile war es noch dunkler geworden und unser Weg führte bereits an den Rand des Dorfes, wo wir nun einen Landweg entlang gingen. Mit einem kurzen Blick zur Seite merkte ich, wie das Gras im kühlen Wind raschelte."
    Vielleicht bin ich da ein wenig überempfindlich, aber ich störe mich ein wenig am zweiten Satz. Auf mich wirkt es so, als wäre das ein Satz, der noch im Nachhinein dazu geschrieben wurde, um ein wenig Atmosphäre reinzubekommen. Das hätte man meiner Meinung nach insgesamt beiläufiger einflechten müssen.


    "Ohne groß darüber nachzudenken setzte ich da an, wo wir vorher aufgehört hatten.
    „Falls es dich interessiert: Ich lebe allein. Stört mich persönlich aber auch nicht, weil ich von meinen Eltern unabhängig werden wollte. Mein einziges Problem ist nur, dass ich keine gute Arbeit finde und bisher immer nur Nebenjobs gemacht habe, um über die Runden zu kommen.“"
    Zwei Dinge, die mich hier stören: Zum einen hätte ich den Absatz weggelassen, denn der Sprechakt schließt ja unmittelbar an den vorigen Satz an.
    Zum anderen empfand ich diese Äußerung des Protagonisten nicht wirklich als direktes Anknüpfen an das vorige Gespräch, weshalb mein Blick nochmal nach oben abgeschweift war, um den vorigen Dialog durchzulesen. Denn zuvor hatte der Protagonist ja das Mädchen gefragt, ob wo seine Eltern seien - da war es in gewisser Weise schon ein Themenwechsel, unvermittelt über die eigenen Eltern zu sprechen.
    Beide Punkte in Kombination sorgten dafür, dass ich kurz dachte, das Mädchen habe diese Aussage gemacht. Hat mich also ein bisschen rausgebracht. ^^



    Abgesehen von den genannten negativen Punkten aber eine sehr schöne Geschichte. Alleine die perfekte Rechtschreibung und gute Formatierung ist dem Lesegenuss förderlich. xD Auch finde ich, dass die Atmosphäre sehr schön umgesetzt wird (abgesehen von den einen Punkt, den ich angesprochen hatte). Allerdings muss ich zugeben, das Ende habe ich wohl nicht ganz verstanden. Also was mit dem Stern vom John gemeint war ... ^^

  • So wie du bist
    geschrieben am 09.10.16


    „Komm mit, Flamiau! Sehen wir uns hier im Ort um!“
    Auf die Aussage des kleinen Jungen folgte ein fröhliches Miauen einer schwarz-roten Katze, die sich wohl ebenfalls auf das bevorstehende Abenteuer freute. Schüchtern sah ich aus meinem Versteck hinter einer Pappschachtel hervor und verfolgte die zwei mit meinem Blick, bis sie außer Sichtweite waren.
    Ich seufzte und ließ den Kopf hängen. Was musste ich tun, um meine Angst zu überwinden? Ich wollte doch nur gemocht werden und schaffte es selbst nicht, über meinen Schatten zu springen. Es war einfach viel zu schwer zu sagen „Hier bin ich!“.
    Nur unwesentlich später hüpfte auch schon ein Pikachu in mein Blickfeld. Die hohen Häuser spendeten hier in der Seitengasse Schatten, den Pikachu wohl nutzte, um sich etwas von den Sonnenstrahlen zu erholen und sich abzukühlen. Langsam tappte es zur Hauswand hin und rollte sich ein, die Ohren aber weiterhin gespitzt.
    Ich wunderte mich darüber, ein Pikachu hier draußen zu finden. Durch vorbeiziehende Trainer hatte ich erfahren, dass sie normalerweise im Wald lebten und nicht in der Stadt. Ob sich dieses einfach verirrt hatte? Oder gehörte es zu jemandem?
    Ruckartig schnellte Pikachus Kopf in die Höhe. Die Ohren zuckten; es lauschte. Der blitzartige Schweif peitschte einige Male hin und her.
    „Schau mal, was für ein niedliches Pikachu!“, rief daraufhin eine hohe Stimme und ich vernahm Schritte. Schnell huschte ich in die Schatten, sehr zu meinem eigenen Ärgernis. Dabei wollte ich doch gesehen werden!
    Wie ich feststellen musste, war ich auch gar nicht das Ziel des Menschen-Mädchens, das sich nun zu Pikachu gesellte. Hinter ihr stand noch ein weiteres Mädchen; vermutlich ihre Freundin.
    „Meinst du, es lässt sich streicheln?“, fragte diese und erhielt daraufhin nur ein Schulterzucken.
    „Keine Ahnung, aber man kann es ja probieren.“
    Prompt streckte es seine Hand aus, während Pikachu weiterhin das Geschehen beobachtet. Als die Finger des Mädchens in die Nähe der Ohren kamen, zuckte Pikachu kurz mit diesen, stellte sie jedoch wieder auf. Schließlich ließ das Mädchen die Hand komplett auf den Kopf nieder und kraulte es. Pikachu schien das sehr zu genießen, schloss vergnügt die Augen und quietschte einige Male. Ich sah dabei ebenfalls ein paar Funken von seinen roten Backen abspringen, jedoch war das wohl nur seiner entspannten Haltung zu verdanken.
    „Ist das putzig!“, meinte darauf die Freundin.
    „Total! Ich kann mir nichts Niedlicheres vorstellen als ein Pikachu. Mich wundert ja gar nicht, dass es auch hier in Alola so beliebt ist.“
    Die Freundin verdrehte die Augen, als sie sich zum Weitergehen aufmachten. „Ne, ein bisschen weniger wäre schon besser, aber ich kann’s verstehen.“
    Pikachu sah den beiden schließlich hinterher und wollte sich nun ebenfalls wieder auf den Weg machen. Kurz fiel sein Blick zurück in meine Richtung, was mich dazu veranlasste, wieder mein sicheres Versteck aufzusuchen. Hoffentlich hatte es mich nicht gesehen!
    Nach wenigen bangen Sekunden atmete ich erleichtert auf. Scheinbar doch nicht, wie ich dachte. Aber es stimmte mich wieder traurig.
    Was konnte ich tun, um mich zu zeigen? Es war erst vor einiger Zeit, dass ich mich einem vorbeilaufenden Trainer stellte, der mich aber beim ersten Blick ablehnte und schnell weiter ging. Die Niedergeschlagenheit erreichte damit nur ihren Höhepunkt. Andere Pokémon wollten mich auch nicht so akzeptieren, wie ich bin.
    Und da erinnerte ich mich wieder an dieses Pikachu. Die Menschen waren ohne Scheu auf es zugegangen, wollten sich mit ihm beschäftigen. Sie sagten, es sei … niedlich.
    Mit einem Mal kam mir eine Idee. Das war es! Damit konnte ich vielleicht etwas erreichen!
    Ich schöpfte neuen Mut und freute mich regelrecht darauf, diese Idee umzusetzen. Vielleicht brachte sie mich endlich einen Schritt weiter.


    Ich wusste nicht, wie viel Zeit vergangen war, bis ich mein Ergebnis betrachten konnte. Es war nicht leicht, alles Nötige aufzutreiben, aber ich besah das kleine Stofflaken vor mir, auf das ich einige Muster gemalt hatte. Schwarze Augen, schwarze Ohrenspitzen, einen angedeuteten Mund und zwei rote Backen. Ich war glücklich über das Ergebnis. Es war vielleicht nicht perfekt, aber so wollte ich mich gerne unter die anderen mischen.
    Ich schlüpfte schließlich unter das Laken, in das ich noch zwei kleine Löcher machte, um hindurch sehen zu können. Erst jetzt merkte ich, wie schwierig es eigentlich war, den Kopf dieses Lakens zu halten, konnte mich damit jedoch recht bald arrangieren. Schließlich nahm ich noch das kleine blitzartige Holzstückchen, das ich mir ebenfalls zurechtgelegt hatte und hielt dieses nach hinten wie einen Schweif. Fertig war das Kostüm!
    Schlussendlich verließ ich mein Versteck, traute mich auf den Gehsteig neben der Straße. Das Sonnenlicht war wirklich stark heute, aber durch das Laken sollte es mich nicht stören. Etwas unbeholfen bewegte ich mich vorwärts, vorwiegend, weil ich den Kopf im Gleichgewicht und das Holzstückchen halten musste. Ich hoffte nur, dass es nicht auffallen würde.
    „Schau mal, was ist das?“
    Erschrocken drehte ich mich um und versuchte die Stimme ausfindig zu machen. Schnellen Schrittes lief ein Mensch an mir vorbei. Als ich mich nach ihm umsah, bemerkte ich, wie sich der Junge einem Wuffels näherte, das sich wohl gerade in die andere Richtung aufmachen wollte. Hatte er mich gar nicht gesehen?
    Mit einem Rundumblick sah ich ein Mädchen, das mich nun argwöhnisch beäugte. Es kniete sich hin und streckte den Kopf, um mich genauer zu betrachten. Nervös wartete ich darauf, was es wohl machen würde.
    „Hey, Max.“
    „Ja?“ Die Stimme von vorhin meldete sich erneut und kam auf uns zu; scheinbar handelte es sich dabei tatsächlich um den Jungen von zuvor.
    „Das ist doch kein Pikachu, oder?“, fragte sie und deutete dabei mit dem Finger auf mich.
    Max reagierte ebenfalls skeptisch und versuchte daraufhin, das Laken anzuheben, sehr zu meinem Missfallen. Instinktiv holte ich mit meiner Hand aus und schlug seine daraufhin weg, was ihn zurückzucken ließ. Erst jetzt bemerkte ich meinen Fehler und schaute erschrocken und flehentlich hoch.
    „Hilfe, wieso greift mich das an? Und was war diese schwarze Hand eben?“ Max schien mehr als perplex zu sein, was das Mädchen auf den Plan rief.
    „Lass uns verschwinden, das ist ja total gefährlich!“
    Mit hörbar schnellen Schritten liefen die beiden den Gehsteig entlang und ich blieb allein zurück. Verlassen und am Boden zerstört.
    Ich wusste, dass ich nicht gesehen werden wollte. Deswegen hatte ich doch auch erst das Kostüm, damit ich mich ohne Angst zeigen konnte! Aber war ich so anders, selbst mit dieser Verkleidung? War ich nicht … niedlich, so wie es bei Pikachu der Fall war?
    Lustlos trottete ich zurück. Ich wurde wieder enttäuscht und ich fühlte mich einfach nicht imstande, etwas dagegen zu tun. Vermutlich würde ich immer abgelehnt werden, egal was ich machte.
    Gerade als ich bei meinem Versteck angekommen war, bemerkte ich jedoch einen Eindringling. Obwohl, er war mir gar nicht so unbekannt, wie ich zuerst dachte, denn ich hatte ihn schon mal gesehen.
    Ein Pikachu. Oder besser gesagt das Pikachu von neulich, das ich beobachtet hatte. Es beäugte mich neugierig mit einem Lächeln und legte seinen Kopf schief. Was es wohl wollte?
    „Hallo. Ich kenne dich doch, oder?“, fragte dieses schließlich und ich fühlte mich ertappt. Hatte es mich neulich doch gesehen?
    „V-vielleicht, aber i-ich will nicht drüber reden“, antwortete ich gleichgültig und ließ wieder meinen Kopf hängen. Pikachu wunderte sich über mein Verhalten und ging auf mich zu.
    „Was ist los? Und warum hast du überhaupt dieses komische Kostüm? Damit sieht man dich doch gar nicht!“
    „Es ist nicht komisch!“, rief ich erbost, hielt mich im nächsten Moment aber wieder zurück, um nicht auch noch Pikachu zu verschrecken. Es schien sich davon aber nicht stören zu lassen. „Es ist nur … ich wollte gern gesehen werden, gemocht werden. J-jedes Mal, wenn ich jemandem über den Weg lief, hat er sich über mich lustig gemacht oder ist schnell abgezogen. Wie erst vor wenigen Tagen und jetzt auch.“
    „Das hab ich mitbekommen“, meinte Pikachu daraufhin nachdenklich. „Nicht besonders nett von den beiden, aber du hast sie ja auch nicht auf dich zukommen lassen, um ihnen eine Chance zu geben.“
    Die Worte trafen mich hart, aber ich ließ es über mich ergehen. Vermutlich verdiente ich das alles auch und ich sah erneut zu Boden. ich wollte wirklich nicht mehr als wieder alleine sein.
    „Das erklärt aber noch immer nicht dieses Kostüm“, fing Pikachu wieder an.
    „Ja, a-also … ich hab dich neulich gesehen. Wie diese Menschen auf dich zugekommen sind und dich streichelten. I-ich war neidisch darauf, dass sie dir so ganz ohne Furcht entgegen gekommen sind und dich sogar als niedlich angesehen haben.“ Ich setzte kurz ab, um tief Luft zu holen und die Tränen zurückzuhalten. „Dabei wollte ich auch gerne beachtet werden, ungeachtet meines Aussehens! Und da habe ich beschlossen, mir dieses Kostüm anzulegen. Weil jeder Pikachu zu mögen scheint. Ich war so glücklich über diese Idee, aber jetzt scheint das genaue Gegenteil passiert zu sein.“
    Ich traute mich gar nicht, in Pikachus Augen zu sehen. Einen kurzen Blick riskierte ich jedoch und bemerkte, wie es mich mit großen Augen ansah und dabei wohl kaum glauben mochte, was ich erzählte. Warum wunderte ich mich auch darüber? Es konnte doch gar nicht nachvollziehen, wie ich mich fühlen musste.
    Mit einem Mal ging Pikachu auf mich zu und berührte mich an der Seite. Ich sah zu ihm auf. Ein Lächeln strahlte mir entgegen.
    „Mach dir nichts draus“, meinte Pikachu nur. „Wenn dich diese Menschen nicht so akzeptieren, wie du bist, dann sind sie es auch nicht wert, dass du ihnen Beachtung schenkst. Du solltest dich nicht verbiegen, um anderen zu gefallen, sondern so sein, wie du möchtest, denn das ist schließlich dein Leben und nicht das der anderen.“
    Pikachu kam mit seinem Gesicht immer näher und rubbelte schließlich mit seiner Wange gegen meine. Ein paar kleine Blitze zuckten aus den Backentäschchen, wie auch schon neulich.
    „Und ich mag dich so, wie du bist.“
    Ich konnte mich nicht mehr zurückhalten und ließ meinen Tränen freien Lauf. All die versteckten Emotionen, die sich in mir angestaut hatten, konnten endlich von mir abfallen und ich lehnte mich an Pikachu an. Ich vergrub mich in seinen Armen und weinte immer weiter. Dass ich das je einmal zu hören bekommen würde, dass mich jemand mag; ich hätte es nie erwartet!
    „Es ist okay“, beruhigte mich Pikachu. „Lass alles raus, dann fühlst du dich gleich besser.“


    Es verging eine gefühlt unendlich lange Zeit, bevor ich mich aus dieser Umarmung wieder lösen konnte. Selbst jetzt fühlte ich mich noch matt, aber sichtlich erleichtert. Ich sah Pikachu an und lächelte ihm entgegen, bis mir einfiel, dass es das nur über die Augenlöcher sehen konnte.
    „Scheint so, als ginge es dir besser“, meinte dieses nur und schien meine Haltung bemerkt zu haben.
    „J-ja, stimmt“, gab ich unter Anstrengung zu. Ich konnte mich noch nicht so sehr auf die Worte konzentrieren, hatte dazu jedoch auch nicht viel Gelegenheit. Pikachu winkte mich nämlich zu sich.
    „Komm, ich will dir die Stadt zeigen!“
    Ich zögerte erst noch. Es würde bedeuten, dass ich mich aus meinem Versteck trauen müsste.
    „A-aber bin ich auch keine Belastung für dich? Du bist viel agiler als ich.“
    „Das macht doch nichts“, sagte Pikachu und schüttelte nur den Kopf. „Es ist viel schöner, gemeinsam umherzureisen und die Welt zu sehen. Und außerdem habe ich dich eingeladen, also bin ich damit mehr als einverstanden.“
    Einige Sekunden vergingen, bis ich die Worte aufgenommen hatte. Dann nickte ich, sehr zu Pikachus Freude und wir gingen los.
    In einem kurzen Moment hatte ich noch überlegt, das Kostüm einfach abzulegen. Pikachu meinte, ich solle so sein, wie ich bin. Aber wenn ich recht überlegte, dann gefiel es mir so. Ich konnte mich aus den Schatten bewegen und die Welt entdecken. Pikachu akzeptierte mich so, wie ich war und ich wusste:
    Ich hatte einen Freund gefunden.


  • Min: Yo yo yo! Team Mins Art zu grüßen, ist nicht zu grüßen! ;D Eine Alola-Geschichte, Mann, da bin ich ja Feuer und Flamme dafür!


    Ich seufzte und ließ den Kopf hängen. Was musste ich tun, um meine Angst zu überwinden? Ich wollte doch nur gemocht werden und schaffte es selbst nicht, über meinen Schatten zu springen. Es war einfach viel zu schwer zu sagen „Hier bin ich!“.
    Min: Lilly, bist dus, Gal? ... ): Ich mag dich ... du bist eine süße Person, glaub an dich! ^^


    Wie ich feststellen musste, war ich auch gar nicht das Ziel des Menschen-Mädchens, das sich nun zu Pikachu gesellte. Hinter ihr stand noch ein weiteres Mädchen; vermutlich ihre Freundin.
    Min: Ach er/sie ist ein Pokemon also. Das hat mich überrascht, ich dachte erst, es ging um ein Kind aus Lili'i!


    Scheinbar doch nicht, wie ich dachte. Aber es stimmte mich wieder traurig.
    Was konnte ich tun, um mich zu zeigen? Es war erst vor einiger Zeit, dass ich mich einem vorbeilaufenden Trainer stellte, der mich aber beim ersten Blick ablehnte und schnell weiter ging.
    Min: Oh je, wie traurig. ): Es scheint wohl ein Pokémon zu sein, das nicht so beliebt war. In den Medien ist ja Einiges auf Robball niedergeprasselt ... ob es das ist? Gut, die Nase ist vielleicht etwas ... clownhaft ... xD ... aber die Endentwicklung ist fabulous. Und auch die zweite ist echt hübsch. <3


    Schwarze Augen, schwarze Ohrenspitzen, einen angedeuteten Mund und zwei rote Backen. Ich war glücklich über das Ergebnis. Es war vielleicht nicht perfekt, aber so wollte ich mich gerne unter die anderen mischen.
    Min: Ooooooooooh es ist Mimigma! >.< Na klar! Es versteckt sich auch immer ... aber es hat ein süßes Gesicht, ich verstehe diese Abneigung gar nicht. ^^ Andererseits erklärt das Verstecken, wieso es sich ein Kostüm anfertigt, yo, man!
    Satsuki: Zu viel "^^" und dann setzt du ein völlig unpassendes "yo man" dran. Nur weil du wieder so edgy wie sonst auch wirken willst. ^^ Vergiss es, Gladio ist der Edgelord!
    Min: û.ú G-Cis ist der Godfather der Edgelords!


    Max reagierte ebenfalls skeptisch und versuchte daraufhin, das Laken anzuheben, sehr zu meinem Missfallen. Instinktiv holte ich mit meiner Hand aus und schlug seine daraufhin weg, was ihn zurückzucken ließ. Erst jetzt bemerkte ich meinen Fehler und schaut erschrocken und flehentlich hoch.
    Kagayaku: Das ist so, als wenn ich mein zweites Maul ausfahren lasse. Das erschreckt jeden! Aber kleine Kinder suchen dann meist verängstigt das Weite. ^^


    Mit hörbar schnellen Schritten liefen die beiden den Gehsteig entlang und ich blieb allein zurück. Verlassen und am Boden zerstört.
    Ich wusste, dass ich nicht gesehen werden wollte. Deswegen hatte ich doch auch erst das Kostüm, damit ich mich ohne Angst zeigen konnte!
    Aber war ich so anders, selbst mit dieser Verkleidung? War ich nicht … niedlich, so wie es bei Pikachu der Fall war?
    Yomi: Na ja, die Gehirne von Humanoiden sind sehr weit entwickelt, sodass ihnen eine Verkleidung dieses Grades auffällt. ): Das ist schwer zu verhindern.
    Kagayaku: Echt? o.o Und wieso erkennt Ash Team Rocket, die er 300-mal gesehen hat, in der schäbigsten Verkleidung nicht wieder?
    Yomi: Dann muss seine Intelligenz auf einem Level unterhalb dem dieser Kinder liegen. Zum Glück ist er ja erst 10. o.o
    Kagayaku: 10? Aber Pokémon gibt es doch viel länger!
    Yomi: Bonjour GameFreak ... :3


    „Das hab ich mitbekommen“, meinte Pikachu daraufhin nachdenklich. „Nicht besonders nett von den beiden, aber du hast sie ja auch nicht auf dich zukommen lassen, um ihnen eine Chance zu geben.“
    Kagayaku: Also das kann ja nur ein Nacker sagen. xD Die wollten dem Mimigma die Decke abnehmen, die es sich extra gebastelt hat, damit man etwas nicht sieht. Das ist so, als würden die mir das Oberteil oder den Rock ausziehen wollen, ich hätte denen mehr als nur einen gepfeffert. û.ú Keine Angst, Mimigma, Kagy ist deiner Meinung. :3


    „Mach dir nichts draus“, meinte Pikachu nur. „Wenn dich diese Menschen nicht so akzeptieren, wie du bist, dann sind sie es auch nicht wert, dass du ihnen Beachtung schenkst. Du solltest dich nicht verbiegen, um anderen zu gefallen, sondern so sein, wie du möchtest, denn das ist schließlich dein Leben und nicht das der anderen.“
    Satsuki: Ja, das ist doch eine schöne Botschaft. ^^ Aber sie gilt nicht immer. Manche Menschen sind vom Wesen her so furchtbar und unausstehlich ... die kann man einfach nicht so akzeptieren. u.u


    „Komm, ich will dir die Stadt zeigen!“
    Ich zögerte erst noch. Es würde bedeuten, dass ich mich aus meinem Versteck trauen müsste.
    „A-aber bin ich auch keine Belastung für dich? Du bist viel agiler als ich.“
    Kagayaku: Haha, was für eine Argumentation! xD Das ist so, als wenn man seinen zum Ausflug Opa einlädt und der dann denkt "ich bin ja zu langsam, die Person, die nur deswegen in die Stadt geht, UM sie MIR zu zeigen, mag mein Tempo nicht" Aber ... ò.o ... es kann ja nichts dafür, dass es nicht so agil ist. Wobei ... es ist ein Geist und damit mehr als schnell genug, um ehrlich zu sein.
    Min: Uiii ein schönes Ende. :3 Aber man sieht, dass es vor den Spielen entstanden ist, sonst wären vermutlich noch mehr alola-typische Elemente enthalten statt den bisher bekannten Sachen wie nur die Pokémon. Vielleicht bekommt die Geschichte ja einen Nachfolger, wäre cool! ^^

  • Windspiel
    geschrieben am 30.10.16


    Ich hustete und hielt mir dabei die flache Hand vor den Mund. Nach wenigen Sekunden zog ich demonstrativ die Nase hoch, was außer mir allerdings niemand hören konnte und zog die Decke höher.
    Keine Ahnung, wie spät es war, aber gefühlt lag ich schon Stunden so elend im Bett. Dabei war es noch Vormittag und die Sonne schien unentwegt in mein Zimmer. Immerhin nicht genau aufs Bett, damit ich nicht geblendet wurde. Allerdings verschwamm durch das Fieber meine Sicht, sodass ich mich nicht klar auf einen Punkt an der Decke konzentrieren konnte.
    Die rechte Hand wanderte langsam zur Stirn und ich seufzte. Schlussendlich richtete ich mich auf und lehnte mich links an die Wand, um nicht sofort wieder umzukippen.
    Natürlich war das einer jener Tage, an denen ich allein Zuhause war. Meine Eltern waren arbeiten, meine kleinere Schwester in der Schule inmitten von Hauholi. Ich durfte das Bett hüten und meine Krankheit auskurieren, sehr zu meinem Leidwesen.
    Ich stand schließlich auf und schlurfte unbeholfen drei Räume weiter in die Küche. Mein Ziel war der Wasserkocher, der, wie ich herausfinden durfte, kurioserweise randvoll mit Wasser war. Ob den wohl schon jemand vorbereitet hatte?
    Nicht weiter darüber nachdenkend schaltete ich ihn ein und suchte im nächsten Schrank nach einer Tasse und einem Teebeutel. Mama liebte es ja, die unterschiedlichsten Sorten mit nach Hause zu bringen und sie ihren Liebsten unterzujubeln. Da waren Geschmacksrichtungen wie Amrena-Sinel, Pirsif-Nanab und auch Tamot-Tronzi dabei. Wie man letzteres tatsächlich trinken konnte, ohne dass die Mundhöhle bleibende Schäden davon trug, entzog sich meinem Verständnis.
    Am Ende entschied ich mich für den Klassiker: Minze. Ich hatte ja mal gehört, dass Flamiau verrückt nach diesem Duft sein sollen. Tatsächlich war ich es auch.
    In der Zwischenzeit hatte das Wasser bereits zu blubbern begonnen. Behände leerte ich es in die Tasse und reichte sowohl den Teebeutel als auch zwei Stück Zucker hinterher. Mit meinem nun köchelnden Gebräu verzog ich mich wieder in mein Zimmer, stellte es dort auf den kleinen Tisch neben meinem Bett ab und öffnete Fenster und Vorhänge. Etwas Zugluft und Licht taten immer gut, das wusste auch ich.
    Nach getaner Arbeit setzte ich mich an die Bettkante, nahm die Tasse in beide Hände und bekam natürlich genau jetzt wieder einen Hustenanfall. Zu meinem Glück hatte ich nichts verschüttet, aber meine Verrenkungen, um dieses Kunststück zu vollbringen, wollte ich nicht noch einmal sehen. Ich seufzte und hob die Tasse an.
    Ein kleiner Schluck. Wohlige Wärme breitete sich in meinem Rachen und schließlich in meinen ganzen Körper aus. Ein weiterer Schluck. Tatsächlich wurde mir erst jetzt bewusst, wie kühl es im Zimmer war. So viel also zu den Gerüchten, in Alola könnte man sich nicht vor der Hitze retten.
    Mit meiner mehr oder weniger neu gewonnen Kraft legte ich mich wieder hin und zog die Decke über meinen Kopf. Zwar war das gerade nicht gemütlich, aber mir war danach.
    Nach einiger Zeit des Schniefens vernahm ich ein feines Läuten. Das Windspiel in der Nähe des Fensters, wie mir schnell bewusst wurde. Ich ignorierte es auch genau so schnell wieder. Vielleicht konnte ich ja noch etwas Schlaf finden.
    Es dauerte nicht lange und das Windspiel wurde zunehmend lauter. Es hörte auch gar nicht mehr auf zu läuten, was ebenfalls an meinen Nerven nagte. Schließlich schob ich die Decke beiseite und erhaschte so einen Blick auf den Unruhestifter. Tatsächlich war es gar nicht das Werk des Windes, sondern von etwas anderem, das gerade wie wild um das Windspiel umher wuselte.
    „Na toll“, maulte ich unmotiviert und setzte mich auf. Ein Pokémon hatte mir gerade noch gefehlt. Zum Glück war es keines der Peppeck, die sonst immer auf magische Weise ihren Weg in mein Zimmer fanden. Die hätte ich schon am Umriss erkannt. Der kleine Geselle hier wirkte eher wie einer der Drachen aus der Hoenn-Region, nur viel kleiner und bunter als in allen Erzählungen, die ich bisher gelesen hatte.
    Ich rieb mir die Augen. In der Zwischenzeit schien das Windspiel nicht mehr interessant zu sein und stattdessen zischte das Pokémon an der Decke entlang. Dank meinem zurzeit nicht funktionierenden Orientierungssinn konnte ich die Bewegungen nicht vollständig verfolgen. Ich nahm aber deutlich wahr, wie es unentwegt mit seiner klaren Stimme undefinierbare Laute ausstieß. Dass es dann irgendwann mal in der Luft stehen blieb und sich einrollte, erleichterte es mir merklich zu erkennen, worum es sich handelte.
    „Was zum“, entfuhr mir unwillkürlich, als ich die bunten Blüten sah. Noch nie hatte sich ein Curelei zu mir verirrt. Dabei waren sie nicht nur harmlos, sondern auch für ihre Heilfähigkeiten in der ganzen Region bekannt.
    Entgeistert blickte ich Curelei an; es starrte mich hingegen mit einem immerwährenden Lächeln an, während es das andere Ende des Kranzes hielt. Es faszinierte mich schon, wie es sich damit überhaupt so schnell bewegen konnte. Im Stillstand wirkte es nicht sehr agil.
    Noch bevor ich etwas sagen konnte, ließ Curelei das Ende los und setzte sich wieder in Bewegung. Dieses Mal mit mir als Ziel, wie ich feststellen musste. Ich wollte schon protestieren, als es geschickt auswich und innerhalb von Sekunden seinen Blumenkranz um meinen Hals gelegt hatte. Das Ende nahm es wieder in seine kleinen Hände.
    Und da saß ich nun. Perplex und mit einem Blumenkranz um meinen Hals. Auf der einen Seite war der Anblick sicher amüsant, aber auf der anderen wusste ich nicht recht, was ich jetzt mit dem Kleinen machen sollte.
    Ich sah zu Curelei hinunter. Als sich unsere Blicke kreuzten, kniff es die Augen fest zusammen, während es noch immer lächelte.
    „Sag nur, dir gefällt das auch noch, mir auf die Pelle zu rücken“, sagte ich entrüstet. Wie erwartet bekam ich einen hellen, glockenklaren Laut als Antwort, der anhand der Motivation wohl ein Ja darstellen sollte. Ich schmunzelte.
    „Wenn das so ist, muss ich wohl damit leben.“ Ein erneuter freudiger Laut ertönte aus Cureleis Mund und ich nahm ein wohliges Aroma wahr. Verschiedenste Düfte wirkten auf mich ein und ließen mich entspannen und meine schlechte Laune im Nu verfliegen. Ein seltsames Gefühl, wo ich eben noch alleine sein wollte; und doch fühlte ich mich nun so viel besser!
    Ich lachte, musste aber sogleich wieder husten. Behutsam legte ich dann einen Finger an Cureleis Kopf, was ihm wohl sichtlich gefiel. Das anschließende Lächeln erwiderte ich und ich wusste, dass mir die neue Bekanntschaft sicher genug Ablenkung für den Tag geben würde.


  • Ich hustete und hielt mir dabei die flache Hand vor den Mund. Nach wenigen Sekunden zog ich demonstrativ die Nase hoch, was außer mir allerdings niemand hören konnte und zog die Decke höher.
    Kagayaku: Ew. Erkältung. Ich hasse sowas ... von kalten Orten fernzubleiben ist eben nicht pussyhaft, sondern intelligent. Und Fieber auch noch, ja großartig! ò.ó *schweifpeitsch*

    Natürlich war das einer jener Tage, an denen ich allein Zuhause war. Meine Eltern waren arbeiten, meine kleinere Schwester in der Schule inmitten von Hauholi. Ich durfte das Bett hüten und meine Krankheit auskurieren, sehr zu meinem Leidwesen.
    Kagayaku: Wie kann man sich in einer Gegend, wo es das ganze Jahr über warm ist, nur erkälten? ): Das kann ja nur ein fieser Grippevirus dann sein, wenn Fieber schon dabei ist.
    Min: Ich mag alleine zuhause sein. ^.^ Keiner kontrolliert, keiner nervt~ ... oh und keine Schule! xP Aber ob mir eine Grippe das wert wäre ... schwierig. o.o"


    Da waren Geschmacksrichtungen wie Amrena-Sinel, Pirsif-Nanab und auch Tamot-Tronzi dabei. Wie man letzteres tatsächlich trinken konnte, ohne dass die Mundhöhle bleibende Schäden davon trug, entzog sich meinem Verständnis.
    Am Ende entschied ich mich für den Klassiker: Minze.
    Kagayaku: Wie langweilig.
    Sheila: Wie British. >: Minztee ist nicht langweilig. ):
    Kagayaku: Im Vergleich zu den anderen Sorten sowas schon~ ... und gegen die Krankheit hätte ich Ingwer empfohlen. ^.^


    Behände leerte ich es in die Tasse und reichte sowohl den Teebeutel als auch zwei Stück Zucker hinterher.
    Touka: Tee und Zucker. Ok. o.o
    Sheila: Du solltest mal Tee mit Milch sehen, du kleines japanisches Geisha-Schätzchen! :P In Europa ist Tee mit Zucker völlig normal, hängt auch mit den Teesorten selbst zusammen. ^^
    Touka: Sehen ist vielleicht nicht so schlimm, aber trinken ...? ^^"


    Etwas Zugluft und Licht taten immer gut, das wusste auch ich.
    Fei: Aber es gibt auf Alola keinen Bahnhof. :o
    Min: Halts Maul, das war nicht lustig. >:
    Fei: HÄ WAS? D=
    Satsuki: Min, kurz vor Weihnachten wirst du wieder ein unwiderstehlicher Grinch ... <_< Solange du nicht noch zu Trump mutierst ...


    Kagayaku: Wer ist der Protagonist eigentlich? Man weiß ja gar nichts, weder Namen, noch Geschlecht ... so macht ihr es Professor Eich auch nicht einfach.


    Der kleine Geselle hier wirkte eher wie einer der Drachen aus der Hoenn-Region, nur viel kleiner und bunter als in allen Erzählungen, die ich bisher gelesen hatte.
    Kagayaku: Oh, ein Mega-Brutalanda, das seine Beute mit seinen Flügeln horizontal aufschlitzen kann? Na Gott sei Dank ist es kein PEPPECK! >:


    Ich wollte schon protestieren, als es geschickt auswich und innerhalb von Sekunden seinen gesamten Körper um meinen Hals gelegt hatte. Das Ende nahm es wieder in seine kleinen Hände.
    Min: Der will wohl unbedingt Grippekeime ins Gesicht gehustet bekommen. ._."
    Satsuki: Naja, die Pokémon haben ein anderes Verständnis von Medizin. Die wissen nicht, was sich unter dem Mikroskop befindet.
    Min: Einem Kranken nicht zu nahe an den Mund zu kommen weiß aber eigentlich jeder~ x.x


    „Wenn das so ist, muss ich wohl damit leben.“ Ein erneuter freudiger Laut ertönte aus Cureleis Mund und ich nahm ein merkwürdiges Aroma wahr.
    Min: Mundgeruch xDDDDDDDD Also ich hätte bei der Formulierung "angenehm", "duftend" oder "wohlig" gewählt, weil ... ja jeder denkt bei "merkwürdig" eben an Mundgeruch. ò.o Aber süß, wie das Pokémon gestreichelt wird. Ich frage mich, wie deine Alola-Geschichten nach Spieleveröffentlichung aussehen ... da kannst du ja so viel mehr Spezifisches reinbringen ... :c

  • Hallu! ^.^


    Erstmal: Gratz zum Profi-Bereich!
    Ich nehm das dann auch mal als Anlass hier wieder mal einen Kommi dazulassen. War ohnehin schon viel zu lange überfällig, aber ich denk, ich hab meinen inneren Schweinehund endlich im Griff.
    Gut, ich hab im Grunde keine wirkliche Ahnung, wo ich anfangen soll, ich hab hier einiges verpasst, aber ich pick mir einfach mal bissl was raus. Here goes … something!


    Wachträumereien
    Gedichte sind jetzt nicht meine Stärke, aber ich wollte das hier trotzdem ein wenig kommentieren, besonders, nachdem ich beim ersten Lesen damals nicht so viel gesagt hab. Fang ich klassisch beim Titel an.
    Wachträumereien hat einen schönen Klang und ich hab damit mehreres assoziiert. Zum einen hätte ich es jetzt als Synonym für Tagträumen gesehen, aber durch das „wach“ klingt das hier bewusster. Wenn man wach ist, nimmt man alles um sich herum auf einmal wahr, aber Träumereien sind ja eher etwas, was einen von der Außenwelt ein bisschen abschirmt. Man ist versunken in einer eigenen Welt, zu der sonst niemand Zugang hat. Also eine Art Widerspruch in diesem Wort. Andererseits hab ich bei dem Titel eher das Gefühl, dass es um bewusstes Träumen geht. Man ist wach, ja und nimmt auch die Realität wahr, aber gleichzeitig „sieht“ man mehr als andere. Jedenfalls macht mich der Titel sehr neugierig auf das Gedicht und mal sehen, ob sich der Titel noch erklärt. (:


    Ich lebe wach. Ich träume wach.
    Verfalle nicht dem Smog.
    —> Ha! Da war ich ja nicht mal so falsch. Das Lyrische Ich sagt schon in der ersten Zeile etwas über sich aus, was den Titel erklärt. Jemand der bewusst im Hier und Jetzt lebt — weil „wach“ —, gleichzeitig aber auch bewusst träumt. Natürlich frag ich mich gleich, was mit dem Smog gemeint ist. Unter Smog versteh ich erstmal die Luftverschmutzung, die es häufig in Städten gibt. Dieser Dunst, der wie eine Glocke über der Stadt hängt und den Himmel verdunkeln kann. Zustände wie in Peking hab ich zwar in den vergangenen Jahren des Pendelns nach München nicht erlebt, aber eines ist klar, auf dem Land ist die Luft definitiv besser. (Und Güllegeruch am Morgen ist immer noch besser, als der Geruch von heißem Teer bei Straßenbauarbeiten, just sayin’.)


    Ich sehe mich um.
    Rund um mich nur Falschträumer.
    Keine Chance, dem Smog zu entkommen.
    Niemand sieht das Leben, die Natur.
    Bilder halten sie im Jetzt.
    Sie sprechen mit sich selbst.
    Gebannte Blicke in das helle Licht.
    Der Smog hat sie eingenebelt.
    —> Diese Strophe klingt für mich nach Gesellschaftskritik. Anfangs hab ich mich noch gefragt, was du mit Smog meinst, aber die vorletzte Zeile lässt mich unweigerlich an all die Menschen denken, die ich täglich über ihr Smartphone gebeugt in den Öffis sehe. Es ist wie eine Seuche! Wenn man noch jemanden ein Buch oder Zeitung lesen sieht, ist das schon ein Highlight, die meisten sitzen aber mit dem Smartphone da. (Und die Generation U18 beschwert sich dann morgens um 7 Uhr über schlechtes mobiles Internet, lol.) Dem Gegenüber hast du in der vierten Zeile die Natur gestellt. Natur vs. Internet, RL vs. VL. Das ist ein unscheinbarer Kampf, den viele vermutlich gar nicht wahrnehmen.
    Sehr gut gefielen mir hier die kurzen Sätze wie „Bilder halten sie im Jetzt.“ und „Sie sprechen mit sich selbst.“ Es ist wirklich so, dass viele sich scheinbar nicht mehr zu beschäftigen wissen und deshalb ständig von irgendwelchen Bildern — vor allem bewegten — unterhalten werden müssen. Beunruhigende Entwicklung, wie ich finde. Ganz wusste ich jetzt nicht, was du mit den Selbstgesprächen gemeint hast. Ich hab da an die ganzen Leute denken müssen, die mit Kopfhörern beim Gehen telefonieren. Da kann man auf den ersten Blick wirklich denken, dass sie mit sich selbst sprechen. Auch möglich, dass du hier auf eine weitere Sache eingehst: dass viele Menschen die Stille nicht mehr aushalten. Im Grunde also, brauchen viele heutzutage ständige Stimulation, entweder in dem sie etwas sehen oder indem sie etwas hören. Und nach der letzten Zeile in dieser Strophe, versteh ich auch genau, was du mit „Smog“ meinst: digitaler Smog.


    Ich steige aus, sehe meine Freundin.
    Auch sie ist noch normal.
    Wir lachen und reden,
    lassen uns nicht verführen.
    —> Die erste Zeile ist im ersten Moment etwas verwirrend, weil das Lyrische Ich im Gedicht nirgendwo eingestiegen ist. Nachdem ich aber das Bild von jemandem an einem belebten Ort oder einem Verkehrsmittel hatte, ist mir das beim ersten Lesen gar nicht so aufgefallen. Andererseits sagt man ja „aussteigen“ auch, wenn man sich bewusst aus einer Sache heraushält, oder? Ist das Jugendsprache oder Slang, ich weiß es gar nicht.
    Das Lyrische Ich sieht darauf ein bekanntes Gesicht: seine Freundin. Schwer zu sagen, ob es sich dabei um eine Freundschaft oder eine Beziehung handelt, so rein von der Wortwahl her, aber das macht ja im Grunde nichts. Es ist interessant, wie das Lyrische Ich die Normalität an sich selbst misst. Erinnert mich an die Epoche der Romantik, da gab es auch eine recht deutliche Abgrenzung zwischen den „anderen“ und dem „ich“. Gerade im Hinblick auf die Falschträumer aus der Strophe zuvor wird hier bewusst eine kleine Gegenbewegung gebildet. Gleichzeitig ist da natürlich gleich ein Zusammengehörigkeitsgefühl zwischen den Beiden. Dass sie sich nicht verführen lassen von dem digitalen Smog sondern sich aufeinander konzentrieren ist jedenfalls ein schönes Bild. Ich glaub, die beiden haben den Smog auch gar nicht nötig, wenn sie einander haben.


    Wir bleiben wach. Wir träumen wach.
    Leben in der Realität.
    —> Hier am Schluss noch einmal eine Bestätigung von zweiterlei Dingen, denn mit dieser letzten Strophe schließt du an die erste an. In der ersten Strophe war es noch Singular: „Ich lebe wach. Ich träume wach.“, weil das Lyrische Ich auf sich allein gestellt war. Es war umgeben von Menschen, die nicht so sind, wie es selbst. Jetzt sind sie zu zweit und der Ausdruck „Wir bleiben wach.“ macht für mich deutlich, dass die beiden auch weiterhin Wachträumer sein werden. Gemeinsam. Das ist das erste. Das zweite ist, dass es nach einer starken Verbundenheit hier klingt. Nach Überzeugung, nicht nur, weiterhin in der Realität zu leben und die Dinge um einen herum aktiv wahrzunehmen, sondern auch danach, es gemeinsam zu tun. Außerdem bietet die Realität eine Menge, wenn man mit offenen Augen durch die Welt geht. Seit sieben Jahren arbeite ich in München und pendel in die Landeshauptstadt. Und wenn man nicht auf sein Smartphone schaut, merkt man einiges. Die grellen Turnschuhe eines weiteren Fahrgastes, die Tatsache, dass gerade jemand mit einem Sonnenblumenluftballon eingestiegen ist (kein Scherz, hab ich wirklich mal gesehen.) oder auch die winzige dunkle Maus, die zwischen den Gleisen der U-Bahn hin und her huscht. Am Hauptbahnhof auf sein Smartphone zu schauen ist sowieso richtig gefährlich, denn es gibt tieffliegende Tauben im Untergrund, wo die S-Bahn fährt.


    So, bevor ich jetzt zusammenfassend noch was sage — obwohl ich ohnehin schon so viel geredet hab — noch kurz ein paar Zeilen zur Form dieses Gedichts. Du hast dich hier für ein reimloses Gedicht entschieden und ich finde, das passt zur Thematik auch am Besten. Die kurzen Sätze, die du für die Zeilen verwendest hast, skizzieren die ganze Situation. Es sind kurze Gedankengänge und Beobachtungen des Lyrischen Ichs, die du damit ausdrückst. Es ist eine skizzierte Szene, die wie schnelle Schnitte in einem Film wirken — oder aber wie Augenblicke. Jeder Punkt war ein Lidschlag — so kam es mir vor. Das du in den letzten zwei Zeilen des Gedichts, die ersten zwei am Anfang noch einmal bissl aufgegriffen hast hat die Szene gut abgeschlossen.
    Mir hat die subtile Gesellschaftskritik an der Stelle auch sehr gut gefallen und auch, wenn du den Vergleich vielleicht ein bissl übertrieben findest, ich musste unwillkürlich an Michael Ende denken. Und hierbei gerade an Momo. Noch nie so gut verpackte Kritik an der Gesellschaft gelesen und hab mich doch nie belehrt gefühlt. Stattdessen wird einem einfach sachlich vor Augen geführt, wie die Gesellschaft ist. Und das braucht man manchmal, um zu erkennen, das man das Verhalten selbst schon an den Tag legt.
    Beschäftigung mit Smartphone und Social Media hat seine Zeit und seinen Platz in unserem Leben. Aber wenn es zum Smog wird, zu einer Dunstglocke, die uns von der Realität, von der Natur um uns herum abgrenzt, wird es einfach zu viel. Das hab ich hier mitgenommen.
    Wenn öfter so was dabei herauskommt, wenn du in München bist musst du definitiv öfter vorbeikommen. ;)


    So, nachdem ich mich an etwas gemacht hab, was ich nicht so gut kommentieren kann, zum Schluss noch etwas, bei dem ich etwas mehr Erfahrung habe.


    So wie du bist


    Es ist eine herrliche kleine Geschichte, die viele verschiedene Dinge anspricht. Dass du Mimigma als Protagonisten gewählt hast gefällt mir sehr, es bietet sich bei dem Thema einfach an. (:
    Du hast Mimigma als schüchternes Wesen charakterisiert, das gern gemocht werden möchte, aber durch ein paar negative Erfahrungen sehr große Hemmungen hat. Was ich nachvollziehen kann, man begibt sich ja nicht gern in Situationen, von denen man aus früheren Erfahrungen weiß, dass sie schmerzhaft enden. Als es aber dann Pikachu beobachtet und seinen Umgang mit den Menschen, war Mimigma natürlich gleich ganz fasziniert. Und ihm kam eine richtig kreative Idee: es verkleidet sich wie Pikachu, um seine Angst zu überwinden und auf seine Umgebung anders zu wirken. Gesagt getan, obwohl ich mir sicher bin, dass es für Mimigma nicht ganz einfach war, sich dieses Kostüm zu machen. Ich hab mich so für den kleinen Kerl gefreut, als er es angezogen hat! Wie Mimigma selbst, meint man, ja, jetzt kann ja eigentlich nichts mehr schiefgehen.
    Aber natürlich kommt es anders. Im Grunde kann ich der Geistfee keinen Vorwurf machen, ich würde auch nicht wollen, dass jemand bei der ersten Begegnung an meinen Klamotten herumzieht und gerade das Kostüm war ja Mimigmas Sicherheit. Deshalb war es nur verständlich, dass es sich gegen die Hand des Jungen gewehrt hat. Aber das brachte die Geistfee leider zurück in ihre ursprüngliche Position der allgemeinen Ablehnung anderer. Verständlicherweise kämpften da in Mimigma mehrere Gefühle. Auf der einen Seite hatte es eine Bedrohung wahrgenommen und sich entsprechend verhalten, auf der anderen Seite, hat ihn die Ablehnung natürlich hart getroffen. Und anstatt es auf sein Verhalten zurückzuführen, führte Mimigma es auf sein Aussehen zurück. Mal ganz davon abgesehen, dass es zwei dahergelaufene Kinder als Allgemeinheit angesehen hat und klar, wenn die zwei es nicht annehmen, dann wird es niemand tun.
    Was mir an dieser Geschichte besonders gefallen hat, ist, dass es einen positiven Gegenpol gibt, der Mimigma aus seiner Starre heraushilft. Das ist hier Pikachu, welches keinen Problem mit dem Umgang anderer hat und noch dazu sehr beliebt ist. Nicht umsonst, hat Mimigma sein Kostüm Pikachu nachempfunden. Was man bei der Geistfee auch merkt — gerade im Umgang mit der Elektromaus — ist, dass es sich anfangs noch „zurückhält“ um Pikachu nicht auch noch zu verschrecken. Soweit ist Mimigma mit der Selbstverleugnung schon gekommen, dass es sich für seine eigenen Gefühle schämt!
    Pikachu gefällt mir hier mit seiner ehrlichen Art richtig gut. Es hat frei heraus gesagt, was es denkt und hat, so denke ich, gerade aufgrund seiner Ehrlichkeit auch Mimigma am besten wieder aufrichten können. Klar, ehrliche Worte können schon wehtun, aber dafür weiß man bei einer ehrlichen Person auch gleich, dass sie sich nicht hinter schönen Worten versteckt. Und das Komplimente auch so gemeint sind, wie sie gesagt werden. Pikachu sagt da auch etwas sehr wahres: dass es im Grunde nichts bringt sich für andere zu verbiegen. Ich spinne den Gedanken noch ein wenig weiter und sage: wenn man sich für andere verbiegt, damit sie einen akzeptieren, entgehen einem im schlimmsten Fall die Personen, die einen so annehmen, wie man ist. Und ich würde sagen, dass die Freundschaft letzterer wertvoller ist. Es ist so schön zu sehen, wie Pikachu sich in dieser letzten Szene als wahrer Freund zeigt und es muss Mimigma auch sehr gut getan haben, sich mal auszuweinen. Das hat der Geistfee sicherlich gut getan.
    Am Ende merkt man dann wieder diese Zweifel, als Mimigma fragt, ob es nicht eine Belastung für Pikachu ist. Aber die Blitzmaus winkt das natürlich gleich ab und macht seinem neuen Freund damit Mut. Die beiden haben auf der Reise bestimmt einiges an Spaß und ich freu mich so für Mimigma! (:
    Das Thema Freundschaft wird nicht besonders häufig umgesetzt und deshalb freu ich mich über jeden Text, der sich damit beschäftigt. Hier hast du dich aber auch mit den Themen Ausgrenzung und Andersartigkeit beschäftigt und wie sich das auswirken kann. Dabei hat mir besonders gefallen, dass Mimigma sehr viele Schritte allein gegangen ist, man hat gemerkt, es wollte nicht nur in einer Ecke sitzen und in Selbstmitleid versinken. Das war schön aktiv! Aber natürlich waren manche Stolpersteine zu groß, um sich danach wieder aufzurichten, als wäre nichts gewesen. Hier kam Pikachu gerade richtig, der Mimigmas Denkweise gerade gerückt hat. Denn ich hab schon gemerkt, dass die Geistfee einen Tunnelblick bekommen hat. Ich denke, dass sich viele mit Mimigma identifizieren können, ich selbst auch. Ich hab zu Schulzeiten versucht der Ablehnung zu entgehen, in dem ich einfach so wenig wie möglich gezeigt hab, wer ich bin. Man schweigt dann einfach über die Sachen die einen interessieren, man redet nicht viel darüber, was man in seiner Freizeit so macht und schon haben die anderen nichts, womit sie einen verletzen können. Kann man machen, ist aber im Grunde nicht besonders schön und auch nicht empfehlenswert.
    Das war eine sehr schöne Umsetzung von dir und wenn ich Mimigma nicht bereits so mögen würde, wäre jetzt der Punkt, wo ich mich auf jeden Fall näher mit ihm beschäftigen würde. Ach, nach dieser Geschichte hab ich gleich ein ganz warmes Gefühl, das ist einfach schön.


    Freu mich wie immer auf mehr! (:
    <3

  • Da schlendert man bei Nacht nach einem gemütlichen ersten Weihnachtstag durch die Straßen des Fanfiction Bereichs und bleibt wie vor einem schön beleuchteten Schaufenster an diesem Topic stehen. Zwar erleuchtet ein Topic die Wege nicht so sehr, wie es ein Schaufenster tun mag, dafür hat es seine eigene Art, meine Neugier zu wecken. Ein lieblich klingender Titel und eine interessant wirkende Kurzgeschichte zum Beispiel.
    Ich bin für gewöhnlich eher der stille Leser, da mir das Kommentieren (leider) eher schwerfällt, beim Lesen von „Windspiel“ kamen die Worte aber von selbst und als ich dann noch bemerkt habe, wer es verfasst hat, wollte ich umso mehr ein paar nette Worte dalassen.
    Ich hoffe du verzeihst mir die Unbeholfenheit :) .



    Ich hustete und hielt mir dabei die flache Hand vor den Mund. Nach wenigen Sekunden zog ich demonstrativ die Nase hoch, was außer mir allerdings niemand hören konnte und zog die Decke höher.
    Keine Ahnung, wie spät es war, aber gefühlt lag ich schon Stunden so elend im Bett. Dabei war es noch Vormittag und die Sonne schien unentwegt in mein Zimmer. Immerhin nicht genau aufs Bett, sodass ich nicht geblendet wurde. Allerdings verschwamm durch das Fieber meine Sicht, sodass ich mich nicht klar auf einen Punkt an der Decke konzentrieren konnte.


    Ich liebe diesen Einstieg.
    Ich denke, jeder Leser hat eine seine eigene individuelle Art die Worte einer Geschichte in seinem Kopf zu verarbeiten. Ich gehöre der Sorte Menschen an, die am Anfang einer Geschichte ein leeres Blatt Papier oder eine Kinoleinwand im Kopf haben, die mit jedem Wort, dass ich lese ein bisschen mehr gefüllt wird. Und gleichzeitig fängt mit Fortschreiten der Erzählung auch die eigene Interpretation und Vorahnung an, den gelesenen Worten vorauszueilen und ein eigenes Bild oder einen eigenen Film von dem anzufertigen, was man denkt, zusehen zu kriegen.
    Warum ich den Einstieg so toll finde, liegt daran, wie oft besagtes Bild umgemalt wurde. In meinem Kopf sah das ungefähr so aus: husten und die flache Hand vor dem Mund? Das tue ich immer im Winter, wenn ich in der Kälte meinen Atem sehen kann. Das lyrische Ich muss draußen stehen, es muss Winter sein.
    „Zog die Decke höher“
    Wie als hätte ein Regisseur ein Schnitt gesetzt veränderte sich die komplette Szenerie, aus draußen wird ein Zimmer, aus Kälte wird eine Erkältung? Oder ist es einfach nur Schlafenszeit?
    „Dabei war es noch Vormittag“ Cut! Bringt die Sonne hervor, es ist doch eine Erkältung!
    „Allerdings verschwamm durch das Fieber meine Sicht“ Oh, es ist doch ernster. Da war mal wieder jemand zu voreilig.
    Naja, so oder so ähnlich sah mein Verarbeitungsprozess aus. Das viele „Gewechsel“ von Bildern lässt mich die folgenden Worte neugieriger aufsaugen, bestimmt teilweise meine Lesegeschwindigkeit und gibt dem Text eine wunderbare Dynamik.


    Meine Eltern waren arbeiten, meine kleinere Schwester in der Schule inmitten von Hauholi. Ich durfte das Bett hüten und meine Krankheit auskurieren, sehr zu meinem Leidwesen.

    Hauholi? Uh, ist das eine Pokemongeschichte?



    Ich stand schließlich auf und schlurfte unbeholfen drei Räume weiter in die Küche. Mein Ziel war der Wasserkocher, der, wie ich herausfinden durfte, kurioserweise randvoll mit Wasser war. Ob den wohl schon jemand vorbereitet hatte?
    Nicht weiter darüber nachdenkend schaltete ich ihn ein und suchte im nächsten Schrank nach einer Tasse und einem Teebeutel. Mama liebte es ja, die unterschiedlichsten Sorten mit nach Hause zu bringen und sie ihren Liebsten unterzujubeln. Da waren Geschmacksrichtungen wie Amrena-Sinel, Pirsif-Nanab und auch Tamot-Tronzi dabei. Wie man letzteres tatsächlich trinken konnte, ohne dass die Mundhöhle bleibende Schäden davon trug, entzog sich meinem Verständnis.
    Am Ende entschied ich mich für den Klassiker: Minze. Ich hatte ja mal gehört, dass Flamiau verrückt nach diesem Duft sein sollen. Tatsächlich war ich es auch.

    Jap, die Geschichte spielt in Alola. Ich weiß gar nicht, warum mich das überrascht. Wir sind hier immerhin in einem Pokemonforum. Anyway, „Amrena-Sinel, Pirsif-Nanab und auch Tamot-Tronzi“. Herrlich, wie du Elemente aus Pokemon mit dem reellen Alltag verbindest und dem Gewohnten somit einen neuen Anstrich verleihst. Die Natürlichkeit mit der das gemacht wurde in Verbindung mit lebhaften Beschreibung der „exquisiten“ Teemischung, macht das Werk nicht nur deutlich amüsanter, es macht das lyrische Ich (ebenso wie dessen Mutter) irgendwo ein Stück weit sympathischer.





    Etwas Zugluft und Licht taten immer gut, das wusste auch ich.


    Ich weiß nicht, wie das hierzulande wahrgenommen wird, offenbar eher positiv, aber dort, wo ich herkomme, bringt Zugluft nur eins: den Tod.
    Wer auch immer sich freiwillig der Zugluft aussetzte oder, um Gottes Willen, mit nassen Haaren vor die Tür ging musste einfach lebensmüde sein. Und aus irgendeinem Grund schienen die Eltern, Großeltern oder sogar die Nachbarn, mit denen man kaum redete, diese selbe, ominöse Person zu kennen, die tatsächlich an Zugluft gestorben war. Wenn man auch nur eine Sekunde zu lang zwischen einem offenen Fenster und Tür stand, bekam man gleich „ubice te promaja!!!“ zu hören.
    Ich musste deswegen beim dem Satz irgendwie schmunzeln.


    Zu meinem Glück hatte ich nichts verschüttet, aber meine Verrenkungen, um dieses Kunststück zu vollbringen, wollte ich nicht noch einmal sehen.

    Ich erkenne mich ein bisschen im lyrischen Ich wieder.


    „Na toll“, maulte ich unmotiviert und setzte mich auf. Ein Pokémon hatte mir gerade noch gefehlt. Zum Glück war es keines der Peppeck, die sonst immer auf magische Weise ihren Weg in mein Zimmer fanden. Die hätte ich schon am Umriss erkannt. Der kleine Geselle hier wirkte eher wie einer der Drachen aus der Hoenn-Region, nur viel kleiner und bunter als in allen Erzählungen, die ich bisher gelesen hatte.

    Mir gefällt das Bild von einem Curelei zusammen mit einem Windspiel irgendwie sehr, das hat was Harmonisches.
    Wenn ich nicht so furchtbar unbegabt wäre, was Zeichnen und Malen angeht, würde ich jetzt ein wunderschönes Fanart von einem Curelei und Palimpalim malen.
    Ich mag es ja, wie eine Kunstform zur einer Anderen inspiriert!



    Entgeistert blickte ich Curelei an; es starrte mich hingegen mit einem immerwährenden Lächeln an, während es das andere Ende des Kranzes hielt.

    Zurück zur Stilistik: Schöner Kontrast hier.
    Wer auf Entgeisterung (ist das ein Wort? Ich glaube schon) mit einem Lächeln antwortet, wirkt doch gleich noch viel freundlicher als ohne hin schon.


    Es faszinierte mich schon, wie es sich damit überhaupt so schnell bewegen konnte. Im Stillstand wirkte es nicht sehr agil.

    Dabei hat es sogar eine 100 Base Initiative.
    Ich weiß nicht, in wie weit du dir Alola in der Geschichte ausgelegt hast, richtet man sich nach den Spielen, kommt mir aber plötzlich die Frage auf, wie sich ein Curelei aus dem Schattendschungel nach Mele-Mele verirrt hat?


    Auf der einen Seite war der Anblick sicher amüsant, aber auf der anderen wusste ich nicht recht, was ich jetzt mit dem Kleinen machen sollte.

    Amüsant zu lesen ist es auf jeden Fall.


    „Sag nur, dir gefällt das auch noch, mir auf die Pelle zu rücken“, sagte ich entrüstet. Wie erwartet bekam ich einen hellen, glockenklaren Laut als Antwort, der anhand der Motivation wohl ein Ja darstellen sollte. Ich schmunzelte.

    Ich auch.



    Curelei benutzt Aromakur, Statusveränderungen von Lyrischen Ich wurden geheilt.
    Genug der Scherze.
    Hach ja, das war wirklich eine schöne feels-good Geschichte, im wahrsten Sinne des Wortes, immerhin wurde ein Leiden gelindert.
    Es fällt mir schwer, wie schon einmal erwähnt, die Werke von Autoren hilfreich zu kommentieren, ohne daraus eine ganze Analyse zu machen, wie man es mal in der Schule gelernt hat. Irgendwie schaffe ich es nicht, das was mir im Kopf vorgeht gescheit rüberzubringen. Deswegen versuche ich einfach mal, die Worte so aufzuschreiben, wie sie aufploppen.
    Auf jeden Fall habe ich diese Kurzgeschichte sehr genossen. Du hast wirklich angenehm und mit einer guten Prise Humor geschrieben, dementsprechend war auch das Lesevergnügen. Dem lyrischen Ich auf so wenig Worte den Grad an Sympathie zu geben, den es hatte, war eine Leistung, die gewürdigt werden soll.
    Alles in allem war das eine wirklich nette und stilistisch wohl verfasste, die, wie ich selbst bestätigen kann, um diese Zeit auch sehr gut als Gute-Nacht-Geschichte funktionieren würde. Lust auf mehr hat sich allemal geweckt, daher werde ich mich hier wohl öfter mal umsehen und beim nächsten Kommentar bestimmt ein paar vorhergegangene Werke miteinbeziehen.
    Bis dahin!

  • Fest der Erinnerung
    geschrieben am 31.12.16


    „Und nun zu den weiteren Nachrichten: Die Arktos-Fraktion scheint, entgegen aller Erwartungen, langsam auf dünnem Eis zu gleiten, wohingegen die Zapdos-Fraktion blitzschnell auf der Überholspur liegt. Dementsprechend …“
    Gelangweilt stützte ich mich mit einem Arm beim Fenster ab und sah nach draußen. Der Bus fuhr heute mal wieder extra langsam und der Nachrichtensprecher kam auch nicht mehr aus seinen unlustigen Pointen heraus. Wer weiß, wer ihm die beim Sender vorgesetzt hatte. War locker irgendein komisches Washakwil.
    Einen kurzen Blick riskierte ich in die Tüte in meiner linken Hand. Eine Mütze für einen Freund befand sich darin und ich war schon sehr gespannt darauf, was er dazu sagen würde. Neben mir hatte es sich indes Geckarbor gemütlich gemacht, die wohl Lust und Laune hatte, mit mir einen Plausch anzufangen. Da ich ohnehin nichts Besseres zu tun hatte, ließ ich mich gerne darauf ein. Es mischte sich sogar Psiaugon eine Reihe hinter uns ein, der viel von seinem Urlaub in Japan zu erzählen hatte. Immerhin wurde uns so nicht langweilig
    Nach einigen Minuten des Redens und Ignorierens eines viel zu spät gespielten Weihnachtsliedes befand ich mich auch schon am Ziel. Ich stand auf und ging mit kleinen Schritten in Richtung der geöffneten Tür. Draußen erwartete mich sanfter Schneefall und das Wissen, dass dieser Tag wohl doch noch etwas Gutes für sich haben könnte.
    Die Bushaltestelle befand sich nur unweit von der Festhalle entfernt, zu der ich mich gerade aufmachen wollte. Auf dem Weg begegneten mir allerlei Pokémon, die schon herzhaft miteinander gefeiert hatten oder auch zur Veranstaltung unterwegs waren. Mewtu unterhielt sich mit Giratina über die neuesten Erkenntnisse im Sci-Fi-Bereich, Caesurio verteilte gemeinsam mit Reshiram Kekse mit einer merkwürdig bunten Creme und Enton und Woingenau sangen Lieder über die verschiedensten Pokémon. Die letzte Strophe klang textlich so, als würde es um Mimigma gehen. Jedem anderen würde wohl ein Schauer über den Rücken laufen, aber ich finde die kleinen Feen eigentlich echt niedlich.
    Im Gebäude hatten es sich Igelavar, Flamiau und Sen-Long bereits gemütlich gemacht und diskutierten über neue Spiele. Wie ich aufschnappen konnte, wurden wohl neue Informationen veröffentlicht, die es nun zu besprechen galt.
    Plötzlich erinnerte ich mich, dass ich ja Kramurx noch schreiben wollte! Ich nahm mein Smartphone zur Hand und tippte eben eine Nachricht, die für sie und Endivie bestimmt war. Zumindest meinte letztere noch vor ein paar Tagen, dass sie verabredet wären. Und insgeheim fragte ich mich auch, wie Kramurx mit einem Handy tippen konnte.
    Schließlich stieß ich bis zur großen Halle vor und der Anblick der Einrichtung ließ mich staunen. Verschiedenste Farben mischten sich zu einem kräftigen Ganzen und mir entging dabei auch nicht, dass zu einem großen Teil Lila überwiegte. Das konnte doch kein Zufall sein. In einer eher stillen Ecke entdeckte ich Sheinux und Zurrokex, zu denen ich wortlos schlich. Keiner von beiden hatte mich bemerkt und mit einem Schultertippen erschrak ich Zurrokex, welche einen Luftsprung machte. Ich lachte laut und Sheinux wurde dadurch auch auf mich aufmerksam.
    „He, Flunkifer, wie … sag mal, was hast du da bitte an?!“
    Irritiert sah ich an mir herunter. „Das hab ich heute beim Einkaufen entdeckt. So eine schicke Mantidea-Jacke findet man auch nicht überall.“ Wie auf Befehl drehte ich mich einmal herum und schwang dabei nicht nur den Kiefer, sondern auch die hinten von der Jacke abstehenden Blütenblätter mit. Sheinux seufzte nur.
    „Na, wenn’s dir Spaß macht. Ich hab Zurro zumindest schon davon abgehalten, alles kaputt zu machen.“
    „Wohl eher, ich hab dich davon abgehalten, deinen Kopf durchzusetzen“, meinte Zurrokex mürrisch und Sheinux setzte schon zum Konter an, als ich dazwischen funkte.
    „Sagt mal, wer ist eigentlich für die Farben verantwortlich?“
    Beide nickten mit dem Kopf in Richtung der Decke, wo gerade Tukanon mit einem großen Pinsel bewaffnet die Wände und die Dekoration bemalte. Sie flog von einer Seite zur anderen und trug die Farbe gekonnt und mit viel Detailarbeit auf. Man mochte gar nicht glauben, dass das gerade wirklich live passierte.
    „So eine Malwut hat sie auch selten“, sagte ich daraufhin und erhielt zweistimmige Zustimmung von Zurrokex und Sheinux.
    „Ja, aber umso besser, dass sie gerne malt. Und dabei hatte sie noch gesagt, sie habe dieses Jahr hauptsächlich Geschenke gemalt“, sinnierte Sheinux.
    Zurrokex hingegen wurde von einem Driftlon umarmt und hinfort getragen. Ich glaubte sogar kurz „Meins“ zu hören und ich lachte.
    „Da fällt mir ein, ich hab was für dich!“ Freudig nahm ich aus der Tüte eine Mütze heraus und setzte sie Sheinux auf. Perplex sah er mich an und begann zu suchen, wohl nach einem Spiegel.
    „Was mach ich damit? Was ist das überhaupt?“, rief er mehrere Male, bis er sich schließlich selbst bewundern konnte. Und er blieb dabei überraschend ruhig, wie mir erst nach wenigen Momenten auffiel. Normalerweise hatte Sheinux immer einen Spruch auf Lager.
    „Die sieht ja gar nicht schlecht aus“, meinte er daraufhin und drehte sich einmal rundherum.
    „Freut mich“, antwortete ich und trat an seine Seite. „Wolwerock bietet überhaupt in der Nachtform ein paar echt coole Merchandise-Artikel und ich dachte mir, das gefällt dir.“
    „Danke. Aber dein Aufzug sieht noch immer schräg aus.“
    Ich verzog die Mundwinkel und wollte schon zum Angriff ausholen, aber ich beließ es dann dabei. Sheinux erinnerte sich daran, Zurrokex wieder zu suchen und mit ihr etwas zu besprechen und ich verabschiedete mich für den Moment von ihm. Eigentlich hatte ich kein wirkliches Ziel vor mir, aber mein Versuch, mich unter die anderen zu mischen, endete damit Blitza zu treffen.
    „Hey Flunkifer, hast du zufällig gerade Zeit? Mir fällt ein Wort nicht ein und ich muss aber noch diese Rede vorbereiten.“
    Ich lachte. Es war wohl das typische Problem von Autoren, dass einem dieses eine spezielle Wort nicht einfallen wollte, das man gerade benötigte. Wir beide redeten sonst aber oft eher unbewusst aneinander vorbei.
    „Eine ganze Rede gleich? Wo brauchst du denn Hilfe?“, erkundigte ich mich und wurde gleich mit einem Blatt Papier konfrontiert, wo bereits ein paar Lösungsansätze standen. Zugegeben hatte ich nicht die vollste Aufmerksamkeit und so dauerte es einige Zeit, bis wir auf eine geeignete Formulierung kamen und zufrieden damit waren. Blitza bedankte sich und ich versank nun selbst in Gedanken, als ich all den anderen Pokémon dabei zu sah, die schon eifrig am Werk waren.
    Das Jahr war mal wieder echt voll gepackt mit allen möglichen Erlebnissen. Neue Leute, die ich kennenlernen durfte. Tolle Ereignisse, bei denen sich jeder ins Zeug legte, um das Bestmögliche herauszuholen. Natürlich waren wie alle immer mittendrin und das fasziniert mich bis heute wieder aufs Neue. Es ist nicht selbstverständlich, so sehr für eine Sache gemeinsam zu arbeiten und deswegen bin ich allen dankbar. Dankbar dafür, diesen Fleiß jeden Tag aufs Neue sehen zu dürfen und mit ihnen gemeinsam an dieser Sache zu arbeiten.
    Ich lächelte und schloss die Augen. Kurz darauf lief ich weiter und rief nach Flamara, welche mir soeben entgegen lief und ihre neue Zeichnung präsentierte. Und so nahm der Abend seinen Lauf.