Schneeflocken und Morgentau

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    Quelle


    Vorwort
    -bis auf weiteres entfernt-


    Widmung
    Ich widme sämtliche Schriftstücke in dieser Sammlung, die nicht eine eigene Widmung haben, dem Leben und dem Tod, dem Universum und dem Anderen. Der Freiheit und den Fesseln, den Drachen und den Menschen, den Freigeistern, Querdenkern, Regelsetzern und den Langweilern, den ewigen Fragen der Welt und der Unendlichkeit sowie der Endlichkeit. Ich widme es allem und jedem, was dieses Leben interessant und langweilig macht.



    Für die FF-Challenge:

  • Aloha Snow,
    ich dachte mir, dass ich mir mal dein Topic vornehme, da du noch kein Feedback erhalten hast. Ich hoffe einfach mal, dass du dich darüber freust und ich dir auch weiterhelfen kann. Da du ja noch keinen Startpost gemacht hast (das mit dem Handy kann ich sehr gut nachvollziehen, haha, hätte da wohl auch keinen SP gemacht mit, lol), werde ich nur deinen Inneren Monolog kommentieren. o/


    Innerer Monolog eines Schneemanns
    Ungeachtet der FF-Challenge finde ich den Titel total interessant, weil man sich darunter zunächst nichts Konkretes vorstellen kann. Ich mein, sonderlich oft liest man ja auch keine Werke, die sich mit einem inneren Monolog eines Schneemanns beschäftigen, haha. Finde es übrigens richtig cool, dass du bei der Challenge mitmachst - sind ja unter anderem nicht gerade die leichtesten oder eben gewöhnlichsten Themen, die dort existieren. An sich ist der Werkname natürlich nur eine Tatsachenbeschreibung und nicht wirklich ein Name - finde ich etwas schade, da man sicherlich auch einen Titel hätte vergeben können, der zu irgendwas Bezug nimmt, was im Werk selbst passiert. Ist natürlich kein Muss, aber ich hab das eigentlich immer recht gern - natürlich Geschmackssache.
    Ja, ich kann zunächst eigentlich nur sagen, dass ich den inneren Monolog unglaublich interessant finde. Zumindest so, wie du ihn beschrieben hast. Teilweise fehlen mir auch die Worte, es ... eh, verständlich zu beschreiben, was ich meine. Du nimmst auf jeden Fall sehr viel Bezug auf Dinge, die in der Realität wichtig sind. Stichwort Monarchie, Demokratie und Anarchie (sowieso eine richtig geniale Idee, srysly. Ich bin positiv überrascht, dass es tatsächlich Menschen gibt, die solche Themen in ihre Werke mit einfließen lassen. Das du dafür auch die Hände verwendest, ist passender als die Faust aufs Auge - immerhin sind es ja die Hänge, die Aktionen ausführen.)!
    Generell ist es sehr interessant, dass du die einzelnen Körperteile personifizierst, sodass sie eine ganz andere Wirkung auf den Leser erzielen. Sie stehen alle für sich allein (mal ausgenommen der Schneeflocken, sie sind sehr viele Bestandteile) und haben eine eigene Aufgabe. Aber so richtig wissen, was eigentlich los ist, tut niemand. Außer die Nase - der Erzähler. Mich wundert es irgendwie das du nie Nase gewählt hast; anhand des Textes hätte man glatt ein Herz anstelle dessen erwarten können, wenngleich ein Schneemann natürlich kein Mensch ist und dementsprechend auch kein Herz bestizt; aber die Bedeutung hätte hier sicherlich auch sehr interessant werden können. Aber egal, darum geht es ja aktuell nicht, haha.
    Was ich bei deinem Werk sehr schwierig finde... ist irgendwie die Gesamtaussage in Verbindung mit der Nase zu bringen. Aber gleichzeitig mag ich diese Tiefe, hu. Nase im Sinne von "den richtigen Riecher haben"? Weil spontan fällt mir kein Grund ein, was an der Nase so anders ist als beispielsweise den Armen. Okay, zugegeben: die Nase und die Arme sind eigentlich die einzigen Bestandteile des Schneemannes, die menschlich wirken und dementsprechend beim Lesen eigentlich dafür sorgen, dass man sie am ehesten mit menschlichen Eigenschaften in Verbindung stellt - ich zumindest. Das der Hut, die Knöpfe, der Schal und die Schneeflocken nicht unbedingt dazu gehören, liegt wohl daran, dass sie an und für sich "leblose" Dinge sind. So richtig beschreiben können, was ich meine... kann ich in dem Fall nicht, lol. Ich hoffe einfach mal, dass du ungefähr weißt, was ich versuche zu sagen, haha.
    Was auch noch sehr für sich spricht ist der Anfang des Werkes. Man denkt hier nämlich nicht sofort an einen einzelnen Bestandteil des Schneemanns, sondern das dieser für sich selbst spricht. Im Grunde genommen sind ja die Schneeflocken, die Nase und Co. alle ein Gesamtes - aber davon geht man nicht aus als Leser zu Beginn. Man denkt einfach, dass der Schneemann nur der Schneemann ist. Und das finde ich richtig toll an diesem Werk. Ehrlich, super gemacht!
    Schreibtechnisch kann ich dir eigentlich gar nicht mal so viel mit auf den Weg geben. Im Grunde besitzt nämlich jeder seinen eigenen Stil und da mag ich nur sehr ungern reinreden. Er entwickelt sich gewissermaßen von allein und das macht ihn tbh für mich aus. Dein Stil ist aber sehr angenehm zu lesen, so viel steht fest! Rechtschreib- oder Grammatikfehler sind mir im Übrigen keine aufgefallen, kann aber auch an der aktuellen Uhrzeit liegen (halb Eins). ^^


    Alles in allem finde ich den Inneren Monolog eines Schneemanns also echt super zum Lesen und Nachdenken. Ich hoffe, du wirst in Zukunft noch weitere solcher Werke schreiben! Bis dahin wünsche ich dir einfach mal alles Gute beim Schreiben und viel Erfolg, haha. Man liest sich!


    ~ Liz

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    »Be the chaos you want to see in the world.«

    - Mollymauk



  • Hallöchen again. c:

    Joa, du hattest recht - eines deiner neuen Werke hat mich wieder begeistert, weswegen ich dir erneut einen Kommentar schreibe. Übrigens neige ich dazu, mir mehr Gedanken zu machen, als der Autor womöglich selbst (um mal aufs Rekommi zu verweisen). ^^ Aber hey, das zeigt eigentlich nur, dass du ein guter Schreiber bist. Jedenfalls hoffe ich einfach mal, dass du dich erneut über einen kleinen Kommi freust ja, ich hab es mir angewohnt, dass so schreiben, haha. ♥ ~


    Schrei
    Ich mag den Titel sehr. Man kann ihn einfach wunderbar interepretieren, da ja ein Schrei mehrere Funktionen hat. Und wenn man das Werk an sich noch nicht gelesen hat, weiß man auch zunächst nicht, auf was es sich genau bezieht. Ein Schrei der Freude? Der Verzweiflung? Weil man jemanden warnen möchte? Weil man sich vor etwas erschreckt? Weil man vor Schmerzen schreit? All das ist möglich, haha. Aber wenn ich so daran denke, was in deinem Startpost steht (was Themen anbelangt) werde ich das Gefühl nicht los, als wenn hier keine freudigen Schreie mit gemeint sind. Wobei an sich ja "schreien" eigentlich nie einen positiven Kontext hat, egal wie man es nun auslegen möchte. Lediglich die Gründe sind verschieden. Aber nun gut, ich rede zu viel drum herum, haha. Ich mag Einworttitel und diesen demnach auch. Einfach, weil man nicht zu viel verraten bekommt.
    Tjah, sie mal einer an. Ich hatte mit meinem Bauchgefühl doch recht. Schreien im Sinne von Aufmerksamkeit suchend und vor Verzweiflung. Ein überaus interessantes Thema, was du mit diesem Werk ansprichst. Einer der Hauptgründe, warum ich es nun aber sofort kommentieren wollte, ist eigentlich die Tatsache, dass du ein sehr interessantes "Motiv" gewählt hast. Es sieht aus wie eine Sanduhr und dadurch wird deutlich, dass einem die Zeit abläuft. Dass die Person, um die es dort geht, irgendwann vor Verzweiflung oder Unsichtbarkeit (lol, wie das klingt) stirbt. Oder aber es bezieht sich darauf, dass dieses Problem zeitlos ist, hm. Beide Sachen sagen mir eigentlich zu und ich muss gestehen, dass ich hier im BB noch kein Werk gesehen habe, dass auch durch sein Aussehen überzeugt und zum eigentlichen Text passt. Wie bist du auf diese Idee gekommen?
    Generell sagt mir dieses Werk wie gesagt sehr zu. Manchmal fühle ich mich auch wie eine Fledermaus - dass man mich erst wahrnimmt, wenn ich schreie, wenn ich auf mich gewaltsam aufmerksam mache. Und irgendwie ist es auch traurig, nicht wahr? Man sagt zwar, dass man seinen eigenen Weg gehen und keine anderen kopieren soll, aber allein auf dieser Welt sein, ohne jemanden zu haben... ich weiß nicht. Dieses Thema stimmt mich sehr nachdenklich, wenn ich ehrlich bin. Ich danke dir für das Werk, haha. Schreibe mehr solcher Texte, die einen auf einer so interessante Basis zum Nachdenken anregen. Stilistisch kann man hierzu auch nicht wirklich etwas sagen, da es sehr eigen ist und man durch die vielen Zeilenumbrüche auch nicht wirklich sagen kann, ob da nun ein Fehler drin ist oder nicht. Immerhin ist es ein ganz anderer Lesefluss, als wenn es ein normaler Text wäre und da spielen - meines Erachtens - auch keine Komma oder dergleichen eine sonderlich große Rolle.


    Nun denn, dann verbleibe ich mit freundlichen Grüßen!
    ~ Liz

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    - Mollymauk


  • Salut! (:


    Ich hatte eigentlich schon vor ein paar Tagen angefangen, hier zu kommentieren, aber da kam dann etwas überraschend doch noch etwas anderes dazwischen. Kommentieren möchte ich jetzt mit etwas Verzögerung aber natürlich trotzdem. Das erste "ich" habe ich einfach mal fett dargestellt, weil ich mich auf dein Werk "Egozentrik" beziehen möchte, wobei mich hier auch diverse andere Werke angesprochen haben.


    "Egozentrik" - ein Titel, der dem Gedicht eine relativ deutliche Richtung vorgibt. Ohne das Gedicht wirklich zu lesen, sieht man schon anhand der fett angezeigten Pronomen, dass sich hier alles um das lyrische Ich selbst dreht. Selbst den Titel reißt es sozusagen an sich, indem es einen neutraleren Titel wie "Veränderung" oder "Wunsch" nicht zulässt. Insofern ein schöner und vor allem sehr treffender Titel. Und da ich die Formatierung jetzt bereits angesprochen habe, möchte ich dazu gleich erwähnen, dass ich den Einsatz sehr geschickt finde. Die "Egozentrik" wird dadurch noch einmal hervorgestellt.
    Inhaltlich befasst sich das Gedicht mit der Idee, dass das lyrische Ich sich die Frage nach einer möglichen Veränderung stellt. Hierbei könnte das lyrische Ich alles mögliche verändern, ohne Einschränkungen, wobei es nur eine Sache sein dürfte. Auch hier dreht sich wieder alles um das lyrische Ich selbst, da es alleine die Macht hätte, die ganze Welt zu verändern. Ohne zunächst zu schreiben, was es verändern würde, folgen in der zweiten, dritten und in den ersten Versen der vierten Strophe die Auswirkungen, die durch die Veränderung entstehen würde. Auch diese Auswirkungen beziehen sich lediglich auf das lyrische Ich selbst. Insgesamt lässt sich wohl sagen, dass es sich sein eigenes Leben durch diese Veränderung besser vorstellen würde, da es beispielsweise "mehr Freunde" hätte oder ihm eine "strahlende Zukunft" bevorstehen würde.
    Die letzte Strophe möchte ich noch etwas genauer betrachten, da diese eindeutig am meisten zu analysieren bietet:


    Dieses Gedicht wäre ganz anders,
    denn ich wäre nicht so egoistisch,
    wenn ich eine Sache ändern könnte,
    dann wäre das wahrscheinlich ich.


    Dass das Gedicht in dieser Form so nicht existieren würde, ist die letzte Schlussfolgerung, welche sich auch direkt auf andere Personen auswirken würde. Andere Menschen hätten nicht die Möglichkeit, das Geschriebene zu lesen und so einen Einblick in die momentanen Gedanken des lyrischen Ichs zu erhalten. Der zweite Vers hingegen zeigt die persönlichen Folgen für das lyrische Ich auf. Es wäre schlichtweg nicht so "egoistisch", hier würde also die eigentliche Veränderung liegen. Von der Form hätte ich an dieser Stelle eventuell einen Punkt gesetzt, weil hier ein Unterschied zu den vorigen Strophen auftaucht. Der folgende dritte Vers nimmt nämlich die Idee aus der ersten Strophe auf und könnte gemeinsam mit dem vierten Vers auch alleine für sich stehen. Ein Punkt am Ende des zweiten Verses hätte so eher aufgezeigt, dass nun die Auflösung folgt. Auf der anderen Seite könnte man natürlich auch argumentieren, dass diese Veränderung vermutlich nicht stattfinden wird, da das lyrische Ich durchgehend den Konjunktiv verwendet. Diese Monotonie zeigt sich dementsprechend auch in der Struktur. Ich persönlich hätte einen Punkt zur Abgrenzung trotzdem befürwortet. Übrigens wäre es sicherlich auch möglich gewesen die Monotonie durch Verwendung mehrerer Anaphern (Bsp.: Ich würde...) zu unterstützen, aber wie bereits gesagt, gefällt mir die Umsetzung mit den Formatierungen auch sehr gut, wenngleich sich das dann doch eher auf den Titel bezieht.
    Das letzte "ich" hingegen wird nicht fett dargestellt und könnte auch als Indiz angesehen werden, dass sich das lyrische Ich doch ändern kann. Aufgrund der Sprache denke ich allerdings doch eher, dass es die Stärke des Wunsches unterstreichen soll. Das lyrische Ich wünscht sich die Veränderung und ist auch bereit für eine Veränderung. Dennoch ist das "ich" noch das letzte Wort, es endet also trotzdem mit einer gewissen Egozentrik.


    Insgesamt ist es ein sehr interessantes Werk über das ich doch auch ein wenig nachdenken musste/konnte, auch wenn es in deinem Rekommi anders angekündigt war. Wenn ich mir dazu noch "Schrei" ansehe, muss ich doch sagen, dass du sehr überraschende, aber durchaus treffende Strukturen verwendest. Weiter so! Deshalb liest man sich mit Sicherheit noch das ein oder andere Mal. (:


    Au revoir! (:
    Flocon

  • ahem.


  • Hallo Snow,


    ich mag das Gedicht, weil es einen direkt motiviert, etwas zu machen und es genau diese Situation in Frage stellt. Oft bleibt es da ja bei einem simplen "Ja, irgendwann mal" oder "Ich wünschte", aber ohne etwas zu tun, wird sich mit der Zeit auch nichts verändern. Auf die Weise kannst du schon in den ersten zwei Strophen ein Motiv festlegen, das sich bis zum Schluss hält und auch genauen Aufschluss darüber gibst, worauf du hinaus möchest. "Weiter" wird dadurch ein ingetraler Bestandteil und bildet eine passende Kombination zum Titel, der die Veränderung ja bereits anspricht.
    Großteils lässt sich der Text auch gut und flüssig runterlesen. Lediglich bei der vorletzten Strophe fallen unter anderem mit unwichtig und desillusioniert doch ein paar Wörter auf, die jetzt nicht so gut zum Rest passen. Ich könnte es lediglich damit begründen, dass der Träumer quasi aus seiner perfekten Welt aufgewacht ist und bemerkt, dass nicht alles so schön geordnet ist und die eher negativ behafteten Adjektive auffallen.


    Ich freu mich schon, mehr von dir zu sehen. Wir lesen uns!

  • Hi. :3


    Ich bin "zufällig" hier. Zufällig bedeutet in diesem Falle, dass ich nicht mit der Absicht herkam, zu kommentieren, ich kam jetzt erst dazu, dein neuestes Werk zu lesen und fand den Mittelteil so toll, dass ich dir das einfach sagen muss. Aber der Reihe nach.


    Da ich neu hier bin, mach ich das, was ich immer als erstes mache, ich lasse ein paar Worte zum Startpost da. Dein Header ist schon ziemlich groß, hat aber ein geiles Bild, das wunderbar zu deinem Titel passt. Wenn du es ein kleines bisschen skalieren könntest, wäre es perfekt. Viel mehr lässt sich aber auch nicht sagen, nachdem du dein Vorwort entfernt hast. (Wieso eigentlich? das wirkt so irgendwie ein bisschen seltsam, vielleicht wäre es dann besser, wenn du auch die Überschrift, also einfach alles komplett entfernst.) Zwei Kleinigkeiten aber noch: Wieso ist da ein Punkt in der Aufzählung deiner Widmung? Der wirkt irgendwie fehl am Platz. Den könnte man bestimmt auch irgendwie interpretieren, aber ich weiß nicht, ob das Sinn hat. Und als zweites würde ich raten, auch die beiden Werke 2 & 3, welche in einem Post sind, in zwei Zeilen aufzulisten. Fänd ich persönlich schöner.


    Nun also zu deinem Kreisel. Wie gesagt, ich hab das Werk eben zum ersten Mal gelesen, ich hatte also noch nicht großartig Zeit, mir Gedanken darüber zu machen. Erstmal also Formalia, weil ich noch keine Idee zum Inhalt habe, mir aber ja vielleicht noch eine kommt (ziemlich viele nochs x3). Also, was mit als erstes auffällt, ist der Anfang und das Ende, weil es "ohne anfang" und "ohne ende" heißt. (Kleiner Inhaltseinschub: Ich glaube, es ist alles klein geschrieben, um diese Enendlichkeit, diese einheitliche Drehbewegung eines Kreisels zu symbolisieren.) Ein Kreis hat halt weder Anfang noch Ende. Dann beginnst du mit einem einfachen Trochäus, danach kommt die Stelle, die mich zu diesem Kommentar verführt hat, auch wenn ich sie mir noch etwas schöngelesen hatte: "ein ganzes / aus ganz vielen kleinen / einzelheiten / zu vereinen". Was hatte ich mir daran schöngelesen? Ich hatte "einzelteilen" statt "einzelheiten" gelesen, weil das l weicher ist als das t und es somit fast einen dritten Reim schafft. Wenn ich jetzt so darüber nachdenke, erinnert mich das an Bibi Blocksberg (Ene mene Eisentüre, Moleküle werdet Schnüre), das tut aber nichts zur Sache, weil es einfach eine tolle, mitreißende Rhythmik ist. Diesen ziehst du die nächsten zwei Verse noch weiter. Man könnte auch sagen, noch etwas mehr, aber "veränderung" hat einfach ein kleines Problem: Es endet betont. Durch diese geschlossene Endung, geht der Fluss ein bisschen verloren. Er war am Anfang auch nicht da, aber das war nicht schlimm, weil das eher einleitend wirkte, man war halt vorher noch nicht in diesem Rhythmus. "wiederholung" bringt mich dann leider völlig raus. Man möchte es nicht auf der letzten Silbe betonen, was für den Reim aber nötig ist. Und im Rhythmus muss man auch noch das "-der-" betonen, was gegen den natürlichen Sprachgebrauch wirkt. Ab dieser Stelle wird dein Gedicht eher chaotisch. "neu gebaut ganz kaputt" steht zwar in einer Zeile, fühlt sich aber mehr wie zwei Zeilen an als zuvor "ein ganzes / aus ganz vielen kleinen", weil hier betont auf betont trifft (-baut ganz) und das will mein Kopf irgendwie nicht in einer Zeile vereinen. Dann kommt noch einmal ein kleiner Reim und (!) wieder der tolle Rhythmus, den ich an "sinnlos" so mochte. Aber er endet nicht. Er bricht nach der Hälfte ab. Ich hab kurzzeitig überlegt, es zu kritisieren, aber es ist im Grunde genial. Es unterstützt nämlich so fantastisch, was es aussagt - nämlich dass dies nicht das Ende ist. Und wie gesagt, das ist genial. Also außer "wiederholung" habe ich nichts auszusetzen. Es mag zwar etwas chaotisch sein (oder wirken ich bin jetzt nicht so stark in der Interpretation, dass ich da mehr erkennen würde), aber wer weiß um den Sinn, vielleicht liegt es ja nur an mir. Vielleicht wackelt der Kreisel ja; wenn er sich beständig drehen würde, hätte mir dieser "Flussrhythmus", wie ich ihn mal nenne, also vierhebiger Trochäus mit weiblicher Endung besser gefallen. Aber wer weiß.
    Man merkt, ich kommentiere wegen des Lesefluss', inhaltlich scheint es etwas in die Richtung deiner Widmung zu gehen: Wir drehen uns, alles ..... Lass es mich anders ausdrücken, weil ich es eh gerade nicht aus dem Kopf kriege: Wir sind eins und das Leben ein ewiger Kreis. Um ehrlich zu sein, weiß ich aber trotzdem nicht genau, was mit "keine größe / ist zu groß" gemeint ist. Vielleicht, dass wir immer weiter nach Besserem streben? Es sei zu erwähnen, dass es etwas schade ist, dass du mit "kalt" und "vergessen" mit zwei recht negativ besetzten Adjektiven endest. Und das "ignoriert" war auch schon nicht so positiv. Als gingst du vom Positiven am Anfang ins Negative über. Ja, das könnte tatsächlich sein. Das würde aber bedeuten, obwohl du eine Unendlichkeit andeutest, hättest du vom Ende zum erneuten Anfang einen Schnitt im Übergang, weil es vom Negativen sofort wieder ins Positive geht, ohne den fließenden Übergang innerhalb des Gedichts (und wir haben schon wieder einen Fluss - an der gleichen Stelle! Zufall? Ich glaube kaum).


    So, ich schätze das war's dann auch schon von mir. Wie gesagt, das war ein absoluter Spontankommentar und ist deshalb auch (gerade inhaltlich) nicht ganz so ausführlich. Aber darum ging es mir ja gerade auch nicht unbedingt. Auf jeden Fall aber hast du hier ein (weiteres) schönes Werk geschaffen und ich freue mich auf noxg mehr!
    ~ ShiralyaSeelentau


    P.S. Ich hoffe, du verzeihst die wenigen Absätze und kannst es trotzdem lesen.