Epis emotionale Ebene erzählter Errungenschaften

  • Hier nun(auf Wunsch einiger aus dem chat^^) ein spontaner Auswurf meiner Denkfabrik. Es dient primär der Belustigung.


    Licht ohne Liebe


    verbogen, belogen zum hassen erzogen,
    sein leben im dunkeln ganz abseits vom licht.
    die Qual in der Seele,
    die Schmerzen der Kehle
    berauben ihn all seiner Sicht.
    Gefangen, verhangen mit dunklen Gedanken,
    erkennt er die liebe noch nicht.


    ein geschundenes herz,
    voll Sehnsucht und schmerz
    verzehrt sich nach wärme und leben.
    innig umarmt, in sich selber versunken,
    vermag sie ihm keiner zu geben.


    im Zwiespalt steht der zarte Geist,
    es ist Zweifel und furcht, was alles zerreißt.
    ein heller schein steht über dem Meer,
    in Sehnsucht schaut er ihm hinterher.


    Es fließt sein herz, seine Gedanken dahin
    ach könnt er doch gleich diesem schein,
    so frei und so hell über allem erhaben
    auf ewig in Liebe verbunden sein.

  • Zu Ehren des Frühlings (auf dass er sich nicht mehr lange bitten lässt)


    Des Nachts strahlt Mondschein hell und klar
    auf grünende Auen wunderbar.
    Der erste Sonnenstrahl liebkoset Seele, Aug und Sinn.
    In seiner Wonne schmilzt der letzte Schnee dahin.


    Kälte und Leere weichen zurück
    das Herz genährt mit Hoffung, Freude und Glück.
    Im Antlitz der Tage wird uns gewahr,
    das Leben erwacht ganz wunderbar.


    Aus der lähmenden Kälte Starre befreit,
    sind Mensch und Tier erneut bereit,
    dem Frühling ein Willkommen zu singen
    und den Winter mit Eifer nieder zu ringen.


    Doch nicht nur am Tage, auch bei Nacht
    wird der Bote des Lebens mit Freude bedacht
    Die Nachtigallen musizieren, Dachs und Igel applaudieren
    der neuen Zeit mit aller Kraft
    auf das sie Frohsinn uns verschafft.



    Ich hoffe es gefällt dem Einen oder Anderen ;)

  • Die Silben. Man sollte eigentlich immer so schreiben, dass die Silben gleich sind, damit sich das runder liest.
    Da ich es doof finde, zu jeder Zeile jetzt etwas zu sagen, sag ichs einfach mal so: Du hast den Frühling sehr gut beschrieben. Mir gefallen deine Beschreibungen ("Ein Willkommen zu singen") z.B.
    Davon findet man viele und auch wenn ich jetzt persönlich einige anders geschrieben hätte, ist das im Großen und Gnazen genau das, was man von einem Gedicht zu diesem Thema erwarten würde. 10/10
    Kritik habe ich dennoch:
    "Die Nachtigallen musizieren, Dachs und Igel applaudieren".
    Lass das, sollen das Zwei Verse sein, quasi das der Absatz dann heißt:


    Doch nicht nur am Tage, auch bei Nacht -9
    wird der Bote des Lebens mit Freude bedacht - 12
    Die Nachtigallen musizieren -9
    Dachs und Igel applaudieren - 8
    der neuen Zeit mit aller Kraft-8
    auf das sie Frohsinn uns verschafft. -8


    Das liest sich einfach besser, als erst mittellange Sätze, dann ein großer und dann ein kurzer. Ansonsten finde ich aber auch den Reim an sich (Mu-si-zier-en -> Appl-au-dier-en) endgeil.





    Dein Stil ist cool, ich mag Unterhaltungs-Gedichte. Du bist auf einem sehr hohen Niveau, was man auch lesen kann, und ich freue mich auf Weiteres von dir.


    MfG
    Catlas

  • So, hier noch eins für unterwegs :P



    Symphonie der Sehnsucht


    An einem Ort ganz ohne Wärme, fernab aller Menschlichkeit
    irrt eine zarte, junge Seele und fristet ihre Einsamkeit
    Sie weiß nicht aus, sie weiß nicht ein,
    achtlos lässt man sie allein.


    Tage und Jahre sieht sie ziehen,
    der Fluss der Zeiten strömt dahin.
    Kann ihrem Schicksaal nicht entfliehen,
    kein Ausweg kommt ihr in den Sinn.


    Was ihr Herz wie nichts begehrt,
    wonach es sehnsuchtsvoll sich ganz verzehrt
    eines andren Menschen Wärme finden
    und auf ewig sich an sie zu binden.


    So träumt sie in die dunkle leere, ohne liebe, ohne licht.
    Dunkelrote Sehnsuchtstränen rinnen über ihr Gesicht.
    Und als in finstersten Momenten,
    als sie ihr Dasein wollt beenden,
    da legte sich in ihre, eine blütenweiße Hand
    und hielt sie fest, ließ sich nicht los,
    bis diese sich mit ihr verband.


    Die Körper lagen eng umschlungen
    Die Blicke hatten sich durchdrungen.
    Zwei Augenpaare, blau und braun,
    die hoffnungsvoll einander schauen.


    ,,So lange irrte ich umher und dich zu finden war so schwer.’’
    ,,Mein Herz, es hat dich auserkoren, nun hätt ich beinah dich verloren.’’
    Die zarten Lippen suchten, was sie zuvor nicht kannten,
    als sie ganz sacht und vorsichtig zueinander fanden.

  • Eine Nacht im März


    Ein Strom aus Silber, hell und klar
    In weichen Wogen liegt er dar.
    der Mond scheint auf den See hernieder
    das Wasser gibt sein Antlitz wieder.


    Die kühle Nacht trägt Frost heran,
    der hier und dort sich dann und wann
    auf erstem Grün danieder legt
    mit feinem Glanz es zart umhegt.


    Am Himmel ziehen unbemerkt zwei Raben ihre Kreise
    nur ab und an und tönt fernes krähen und zeugt von ihrer Reise.
    Zum Waldesrand da regt sich sacht
    Ein scheues Reh und schaut bedacht,
    nach des Märzen ersten Gaben
    um sich daran zu erlaben.


    Im Dickicht hinterm Pflaumenhain,
    erschallt ein helles Lied
    eine Amsel singt ihr Stelldichein
    es schallt hinaus ins Ried.

  • Guten Abend @epimonandes


    Nach langer Abwesenheit im FF-Bereich mag ich mal wieder kommentieren. Dabei ist mir dein letztes Werk "Eine Nacht im März" vornehmen und es versuchen zu kommentieren. Gedichte sind nicht so meine Stärke ^^


    An sich muss ich sagen, dass deine Schreibweise sehr angenehm ist, was sich für die Thematik, die du dir für dein Gedicht ausgesucht hast, schön passt und es gut zur Geltung bringt. Du schreibst durchgehend in einem gleichbleibend gutem Niveau, wobei du auch ein wenig experimentierst und den Aufbau änderst. Dies führt zur Abwechslung und man fühlt sich überrascht.


    Du nimmst für dein Gedicht kein einheitliches Schema, manche Sätze sind kürzer oder länger als andere und auch die Anzahl der Sätze an sich ändert sich von vier auf sechs. Es ist nicht schlecht, denn dadurch liest es sich eben unterschiedlicher, mir ist aber aufgefallen, dass man dadurch ein wenig ins Straucheln gerät und leider ein wenig den Faden verliert. Man muss sich schnell anpassen, damit man flüssig weiterlesen kann. Dies gelingt eigentlich ganz gut, könnte aber besser sein.


    Von der Thematik selbst bin ich sehr angetan und du umschreibst diese wirklich schön und durchdacht. Man kann sich ein klares Bild von der Umgebung und den Tieren machen und hat zeitgleich das Gefühl direkt dabei zu sein. Am schönsten dabei fand ich die erste und zweite Strophe, die sehr harmonisch wirken und die Umgebung schön dargestellt haben.

    "Wie beim Kartenspiel kommt es auch im wirklichen Leben darauf an,
    das Beste aus dem zu machen, was einem gegeben wurde,
    anstatt sich über ein ungünstiges Blatt zu beschweren und mit dem Schicksal zu hadern."


    [Astor, Pokémon - Schwarze Edition]

    Nur noch sporadisch im BisaBoard.

  • Sonnenuntergang im Mai


    Mit dunklem rot verschmilzt das Blau
    Die Sonne zeigt ihr letztes Handeln.
    Sie stellt ihr Schlafgewand zur Schau
    und will zur Nacht sich endlich wandeln.


    Ein lauer Wind streicht durch die Wiesen,
    sacht legt Halm um Halm sich nieder.
    Das grüne Meer beginnt zu fließen,
    der Jadeschleier regt sich wieder.


    Inmitten der endlos grünen Weiten,
    da reckt sich ein alter Baum empor.
    Er zeugt von längst vergessnen Zeiten,
    als der Wald sich an Axt und Feuer verlor.


    Auf dem Land liegt tiefer Frieden,
    Die Luft ist süß vom Fliederduft.
    Der Geist von Wohlgefühl beschieden,
    treibt wohin die Seele ruft. (unreiner Reim i know….aber wayne :P  )

  • Huhu, @epimonandes!


    Sonnenuntergang im Mai gefällt mir gut :) Die Reime passen überall (abgesehen jetzt vom letzten, aber mit viel Fantasie liest man das einfach als „rufft“, haha) und du hältst dich konsequent an das von dir ausgewählte Reimschema. Das Metrum passt meiner Meinung nach ebenfalls, wobei in der 3. Strophe im 4. Vers anstatt „Feuer“ sowas wie „Flamm(e)“ besser gewesen wäre (eben die abgekürzte Version, um noch mal eine Silbe herauszunehmen).


    Thematisch finde ich das Gedicht besonders schön. Der Mai ist oftmals eine Jahreszeit, in der der Sommer näher kommt und bereits ein angenehmes Wetter vorherrscht. Über einen Sonnenuntergang zu schreiben, erweckt natürlich wunderbare Frühlingsgefühle. Die richtige Atmosphäre schaffst du entsprechend, indem du „zarte“ Verben wie „streichen“ nutzt und auf Adjektive wie „lau“ oder „sacht“ baust.


    Sehr schön, war mir eine Freude zu lesen! :)

  • Vielen Dank für deinen Kommentar. :D


    In letzter schreib ich viele solcher Unterhaltungsgedichte, der Sommer inspiriert einen irgendwie dazu, man muss manchmal nur aus dem Fenster schauen, das Ambiente auffangen und schon kommt die Inspiration.
    Das mit den Flammen anstelle des Feuers hätte tatsächlich besser gepasst, irgendwie bin ich zum dem Zeitpunkt nicht drauf gekommen :D  
    Solche Sachen entstehen bei mir immer relativ spontan, meist aus ner Emotion heraus. Vielleicht sollte ich mal ein geplanteres Stück Lyrik erzeugen haha.

  • Dies widme ich meinem Kumpel Dark Arkani


    Dunkle Hunde, dunkle wunden

    Wie oft ist dir das Leben über,
    kannst schwerlich nur die last ertragen.
    Zum schatten zieht es dich hinüber
    Von ferne ruft es zum Verzagen.


    Weine, schreie, bete, flehe
    Keiner glaubst du hört dein Flehen.
    Nur langsam seh ich und verstehe,
    so kanns für dich nicht weiter gehen.


    Sei tapfer junge Seele, halte stand,
    ich will dir meine Hände reichen.
    Wo ich dich dort im Dunkeln fand,
    setzt meine Freundschaft dir ein Zeichen.


    Nicht länger sollst du einsam weilen,
    lass der Welten Leid durch zwei uns teilen.
    Ich werde fortan für sich streiten,
    zusammen durch die schweren Zeiten.

  • Eine Reise ohne Wiederkehr


    Von Fern zieht jäh ein Sturm heran,
    die Sonne sinkt in letztem Trauern.
    Im Zwielicht zeigt sie dann und wann,
    in blutgen Tränen ihr Bedauern.


    Dunkel scheint der Abend, leer.
    Schatten tanzen hin und her.
    Eine einsame Seel zieht durch Raum,
    hat kein Gesicht, hat keinen Traum.


    Sieh geht den letzten aller Gänge,
    verlässt die Welt, die sie geschunden.
    Erst im Abschied wird sie frei,
    gelöst vom Leid, das sie gebunden.(hier stünde theoretisch noch ein ''hat''...naja dichterische Freiheit und so.^^)


    Rotes Wasser, rote Wogen,
    die Meere sind mit Blut durchzogen.
    ein stummes Schiff treibt auf den Wellen,
    will bald an Einsamkeit zerschellen.


    Der Körper liegt vom Geist verlassen,
    der Lebenssaft entrinnt den Venen.
    Das hübsche Antlitz sollt verblassen.
    Was bleibt, das ist Ihr stilles Sehnen.




    Jo...inspiriert wurde dieses gedicht durch einen yt-link von meinem
    kumpel dark arkani:

  • Ayy, Kommentarlaune, let's go!


    Ich widme mich hier deinem neuesten Beitrag (wobei neu auch wieder relativ ist, das liegt hier schon eine ganze Weile rum und staubt ein, im FF-Bereich muss dringend aktiver kommentiert werden!):


    Eine Reise ohne Wiederkehr

    Die erste Strophe gefällt mir sehr gut. Du ziehst den Jambus so ziemlich fehlerlos durch und das ganze bekommt durch die Abwechslung von männlichen und weiblichen Kadenzen einen schönen Klang, auch die Reime gefallen mir sehr gut. Technisch also schon mal ein guter Einstieg in das Gedicht. Auch inhaltlich kann ich an dieser Stelle noch gar nicht meckern, du bekommst einen schönen Einstieg hin und setzt mit einer tollen Wortwahl schon einmal die eher düstere und melancholische Szenerie.


    Kommen wir zur zweiten Strophe, die leider nicht so technisch glänzen kann, wie die erste. Zunächst fällt auf, dass du vom Jambus in den Trochäus wechselst. Das ist an sich gar nicht schlimm und funktioniert für die ersten zwei Verse in dieser Strophe wunderbar. Im Gegensatz zum eher schwerfälligen Jambus der ersten Strophe, mit dem du die gedrückte Stimmung eingeleitet hast, bietet ein Trochäus vor allem in Verbindung mit dem Vers "Schatten tanzen hin und her" einen netten Gegensatz.
    Im dritten Vers verlierst du mich dann allerdings, weil auf einmal wieder recht holprig in den Jambus zurückwechselt und dabei gerät man beim Lesen ins Stocken. Abgesehen davon wirkt der Vers durch die Verkürzung des Wortes "einsame" und das Auslassen eines Artikels vor "Raum" ein bisschen gezwungen in die Form gepresst. Vom Inhalt her bin ich auch in der zweiten Szene überzeugt, immerhin wird hier eine Seele als eine Art Protagonist eingeführt, aber das hätte man in meinen Augen technisch noch schöner lösen können.


    Alright, weiter zu Strophe drei. Zunächst die Frage: Warum setzt du hier auf einmal für eine Strophe die Reime aus?
    Ansonsten verhält es sich ähnlich wie schon in der zweiten Strophe. Zwei wunderschöne einleitende Verse - ich bin besonders begeistert vom zweiten Vers - dann aber gefolgt von einem Wechsel des Versmaßes, das einen wieder aus dem schönen Flow bringt. Zwar nicht ganz so schlimm wie in der zweiten Strophe, immerhin kann man den dritten Vers noch relativ "ungestört" lesen, der letzte Vers bricht dann aber wieder komplett aus dem Rahmen, weil er einfach mal drei Silben länger als sein Vorgänger ist und in sich auch keine wirkliche Rhythmik aufweist. Ich würde vorschlagen diesen Vers von der Länge her an seinen Vorgänger anzugleichen, dann entfällt jede Beschwerde für diese Strophe!


    Stophe vier ist dann wieder wieder kritikfrei (bis darauf, dass du Blut klein geschrieben hast, aber so kleinkariert bin ich nicht :D). Mir gefällt die Symbolik eines von Blut durchzogenen Ozeans und einem "stummen" Schiff, das auf diesem dahintreibt. Großes Lob an die Formulierung "will bald an Einsamkeit zerschellen", das kommt noch einmal wesentlich kraftvoller, als hättest du "wird bald an Einsamkeit zerschellen" geschrieben.


    Und im gleichen Stil geht es dann auch in der letzten Strophe zu Ende, die liest sich sehr schön und flüssig und bringt inhaltlich die letzte Reise der Seele zu einem runden Abschluss, hier keinerlei Beschwerden, ganz toll gemacht!


    Alles in allem ein wirklich sehr gelungenes Gedicht, die kleinen technischen Fehler, die ich angemerkt habe, lassen sich ja ohne weiteres relativ einfach ausbessern. Vor allem inhaltlich und was die Formulierungen angeht hast du es auf jeden Fall sehr drauf, das Gedicht passt vor allem auch noch gut zu dem verlinkten Lied. Du hättest sogar den Titel des Songs für den Titel des Gedichtes übernehmen können, ich finde auch das hätte wunderbar gepasst.


    Mach weiter so!

  • Hallo Nexy,


    zunächst einmal ein recht herzliches Dankeschön für deinen Kommentar zu meinem Gedicht. Ich habe mir deine Kritikpunkte genau anschaut und habe festgestellt, dass sie alle absolut gerechtfertigt sind.^^
    Wie in einem anderen Post bereits erwähnt, entstehen meine Sachen meist sehr spontan aus einer bestimmten Situation heraus und meistens sehr spät. Ich habe das Gedicht noch einmal überarbeitet und hoffe, dass es jetzt weniger krüppelig daher kommt. :D

  • Wut



    Feuerbrünste steigen, woll'n Geist und Fleisch verschlingen.
    Nichts und niemand könnte, dich zur Ruhe bringen.
    Ein Fluss aus reiner Finsternis brennt sich Wege, macht sich Bahn.
    Vergessen ist dein wahres Ich, verloren tief im finstren Wahn.


    Wenn sie dich ergriffen hat, dann will sie den Verstand vernichten
    und mit grenzenloser Unvernunft dich an ihr zu Grunde richten.
    Mit Arglist dringt sie in dich ein, schleicht schlangengleich dir in Geist,
    du kannst dich nicht dagegen wehren, auch wenn du es besser weißt.


    Sucht sie dich wiederkehrend heim, dann bist du bald verloren,
    denn aus ihrem Feuer wird, nach kurzer Zeit schon Hass geboren.
    So wie du diesem dich ergibst, vergisst du, was es heißt zu lieben.
    Unaufhaltsam wirst du dann in die Hoffnungslosigkeit getrieben.


    Wenn das Feuer nach dir greift, sieh zu, dass du dich nicht verlierst.
    Erforsche tief in deiner Seele, mit welcher Nahrung du sie schürst.
    Nur wenn du den Dorn erkennst, der dir die Vernunft genommen,
    hast du eine echte Chance dem Verdammnisreigen zu entkommen.


    best Regards


    Epi^^

  • Schneeflocke



    Dreck, überall Dreck, Schlamm und zerfetzte Leiber. Mit leerem Blick schaue ich den Himmel. Es pisst jetzt schon fast zwei Wochen ohne Pause. Das war der zweite Pfiff an diesem Morgen. Wir sind los gerannt, haben geschossen, haben gestochen, haben getötet. Das stolze Ergebnis sind 100 Meter Bodengewinn und 50 Tote aus unserer Kompanie.
    Ich liege in meinem Granattrichter und warte auf den nächsten Pfiff, laut Plan soll es heute noch zwei mal passieren.
    Ich kann mein Füße vor Kälte kaum noch spüren und dieses perverse Jucken überall macht mich fast verrückt... verdammte Läuse. Mein Geist ist leer. Ich habe vergessen, wie sich Wärme anfühlt, weil ich keine mehr spüre, ich habe vergessen wie sich Leben anfühlt, weil mich keines mehr umgibt. Rasch prüfe ich das Magazin meiner M98 und kann mir ein ironisches Grinsen nicht verkneifen: ''genauso leer, wie du Hannah''. Ein Griff in die Manteltasche, gefolgt vom beinahe schon mechanischen Verrichten der Lade-Routine: Verschluss auf, Ladestreifen rein, Kugeln ins Magazin drücken, durchladen. Da, ein kalter Punkt landet auf meinem Gesicht, dann noch einer und noch einer. Verdutzt schaue ich auf, ''Schneeflocken'' entfährt es mir leise. Wie eine Springflut überkommt es mich urplötzlich, ich denke an die vielen zauberhaften Winter in meiner Heimat, wie wir als Kinder im Schnee herum tollten und auf dem Teich hinterm Wald unbeholfen zu tanzen versuchten. Ich glaube in einem jener Winter haben wir uns ineinander verliebt. Ein scharfer Pfiff aus der Trillerpfeife zerschneidet meine Gedanken, ich rolle mich herum und laufe los. Ein Schneeflocke landet auf meiner Nasenspitze, dann beißt mich etwas in den Hals - noch einmal ausatmen - Dunkelheit. Mach dir keine Sorgen Hannah, bald bin ich wieder bei dir.



    Mal kein Gedicht, ich wollte mich mal an etwas anderem versuchen. Es ist nicht sonderlich gut, aber
    man muss ja irgendwann mal anfangen^^



    best Regards



    Epi

  • Hey Epi, lang lang ist es her, dass ich mich hier das letzte Mal habe blicken lassen!
    Daher jetzt ein nächtlicher Kommentar zu "Schneeflocke"!


    Zunächst ein paar Dinge, die man formal hätte schöner machen können:


    Jetzt du dem angenehmeren Teil, du hast nämlich ein paar wirklich schöne Formulierungen verwendet!


    Es pisst jetzt schon fast zwei Wochen ohne Pause.

    Diese Stelle verbinde ich der Sprache wegen schon fast reflexartig mit dem eines verbitterten, wettergegerbten Soldaten, der den Krieg und alles was da mitkommt satt hat. Schon faszinierend, was so eine einzige kleine Formulierung alles ausrichten kann.

    Wie eine Springflut überkommt es mich urplötzlich

    Die Metapher mit der Springflut gefällt mir sehr gut, bringt genau das Bild, dass du in dem Moment erzeugen willst!

    Ein Schneeflocke landet auf meiner Nasenspitze, dann beißt mich etwas in den Hals

    Hier überzeugt mich vor allem der letzte Satzteil. Ich hab zwar schon öfter die Formulierung "beißen" für eine Schusswunde (davon gehe ich einfach mal aus) gehört, werde dem aber nie müde. Sehr schön, dass du das so aufgegriffen hast.


    Habe mich sehr gefreut, als ich gesehen habe, dass du dich mal an etwas Prosa versuchst (obwohl du jetzt vielleicht das Topic umbenennen müsstest :p)! Und für deinen ersten Versuch in die Richtung ist das schon wirklich viel gutes dabei. Ich sehe spontan, dass es dir liegt, Charaktere auf wenig Raum schon gut zu definieren. Ich habe das Gefühl, deinen Protagonisten schon nach diesem relativ kurzen Textteil einigermaßen zu kennen, seine Motivation, seine Situation und seinen Hintergrund zumindest erahnen zu können. Für das nächste (vielleicht sogar etwas längere) Prosa-Werk wünsche ich mir aber noch mehr Umgebungsdetails und vielleicht auch das Eingehen auf andere Sinne. Der Gestank von Leichen und Schießpulver, das allseits präsente gequälte Stöhnen von Verwundeten, den eigenen panischen Atem, sowas alles, was dem Ganzen noch vielmehr Atmosphäre verleiht!


    Dennoch, für deinen ersten Versuch: Hut ab und weiter so!


    Bis bald!

  • Hi Nexy,


    erstmal wieder vielen Dank für dein äußerst hilfreiche Kritik. Ja es war einfach erstmal nur ein hilfloser Versuch ne kleine Story-Line irgendwie zu manifestieren. Die ganzen technischen Sachen muss ich noch üben, kein Zweifel. An manchen Stellen fand ich die Punkte aber ganz passend, um bestimmte Pausen zu schaffen. Ich glaube nur, diese vielen Punkte sind falsch, bei Pausen dieser Art werden nur 3 Punkte gesetzt. Es soll auch so bissl das Ambiente unterstützen: der Typ liegt in nem kalten Loch, er ist durchgefroren, das Denken fällt ihm schwer. Ich hab postum gleich mal einige Änderungen vorgenommen. Auch die ganzen Details hätten wahrlich noch reichlicher sein können. Ich hab mich noch nie groß an Prosa versucht und bis vor paar Monaten auch noch nicht an Lyrik, haha. Ich wollte einfach mal testen, ob ich sowas überhaupt kann. Daher brauche ich noch viel Hilfe von Leuten, die da mehr Erfahrung haben. Also nochmal vielen, vielen Dank für den Kommentar. *verneig*

  • Eine Mär vergangener Winter


    Kühle Morgenluft, ich atme sie tief ein und nehme die Gerüche in mich auf: der Geruch von frischem Schnee, von feuchtem Laub, von Moos und - ein erwartungsvolles Grinsen huscht über mein Gesicht - von frischem Wildschweinkot.
    Ich bin bereits den ganzen morgen auf der Pirsch, schleiche rasch und zielsicher durch das kühle Unterholz. Lautlos muss ich sein, lautlos und immer wachsam, so hat es mich mein Vater gelehrt. Ich muss diesmal Erfolg haben, sonst bedeutet das Hunger für meinen Stamm, für meine Familie. Rasch überprüfe ich noch einmal meinen Bogen, wenn ich auf die Beute treffe, muss es schnell gehen und ich darf keine Fehler machen. Mein Blick schweift über den Waldboden und ich entdecke die Quelle des markanten Geruchs: ein frischer Haufen Hinterlassenschaften. Rasch mustere ich den Fund: ''Nicht älter als 10 Minuten'' murmele ich leise. Ich beginne zu frösteln, ziehe die einfachen Fellmäntel dichter an meine Brust. Ich habe nicht mehr viel Zeit, sonst kühle ich zu sehr aus. ''Der kalte Gott holt die Unbedachten'', sagte mir meine Mutter immer, als ich noch klein war. Wer in der Schneezeit zu lange weg vom Feuer bleibt, kann schnell selbst die Beute werden und der kalte Gott nimmt jedes Opfer. Aber ich bin ein Jäger, der Beste meines Stammes, die Ahnen werden mich heute nicht sehen. Ich pirsche mich zügig voran, bis ich nicht weit von mir eine kleine Lichtung sehe. Augenblicklich erstarre ich zu Stein und meine Augen verengen sich zu Schlitzen. Ein Eber wühlt nur 20 Füße vor mir In der Erde herum. Ich lecke meine Oberlippe und hebe den Kopf: der Wind kommt aus der Richtung der Beute. Rasch wandert ein Pfeil auf die Sehne und ich lege an. Mein Geist wird eins mit der Luft, wird eins mit dem Pfeil - ein letztes Mal ausatmen - , dann gebe ich die Sehne frei und Schicke ihn auf die Reise. Er findet sein Ziel und trifft das Tier dicht hinter dem Ohr. Der Eber bäumt sich auf, schleudert sich hin und her, er weiß noch nicht, wo ich bin. Ich schicke einen zweiten und einen dritten Pfeil, laut quickend tobt die Beute und schließlich beginnt sie zu wanken. Jetzt heißt es Eile zu zeigen. Mit dem nach vorn gesteckten Speer stürme ich an das Tier heran und ramme ihm die Spitze in den Leib. Noch ein wenig zappelt der Körper, dann gibt er schließlich die Seele frei. Rasch knie ich mich hin und vollziehe das Ritual: ''Ich danke dir für dein Opfer, durch das Leben, dass du gabst, können ich und mein Stamm weiter leben. Du verdienst Ehre durch deine Vorfahren, gehe heim und finde Ruhe.'' Während ich die Worte spreche, schneide ich mit meinem Feuersteindolch rasch das Herz aus der Brust des Tieres und begrabe es an der Stelle, wo der Leib zu Boden fiel. Ich binde seine Beine Zusammen und will mich auf den Rückweg machen. Plötzlich ein Knacken im Unterholz, es wird rasch lauter und scheint von mehreren Seiten zu kommen. Leise Stimmen sind zu vernehmen. Von meinem Stamm kann es niemand sein, denn ich bin heute alleine im Bergwald. ''Der Flussstamm'' flüstere ich. Es gibt zwei Stämme die um den Berg herum Leben, den See-Stamm aus dem Tal auf der südlichen Bergseite, das ist meine Familie und den Flussstamm unterhalb des großes Bergflusses auf der nördlichen Seite. Die Beiden Stämme sind schon lange verfeindet. Wenn sie mich entdecken, werden sich mich töten und mir meine Beute nehmen. Ich muss rasch aufbrechen. ''Nschsss'' entfährt es mir, als ein Pfeil direkt vor mir in den Boden fährt. Zu Spät!


    ...Fortsetzung folgt(evtl. ;) )


    Ja, ich habe mich hier noch mal an einer etwas ungewöhnlichen Storry versucht. Konstruktive Kritik von erfahrenen Schreibern ist höchst willkommen. Prosa ist gänzlich neu für mich und ich bin noch sehr wackelig und unbeholfen. Vielleicht mache ich von dieser Geschichte hier eine Fortsetzung, falls sich jemand dafür interessiert, wie es unserem jungen Jäger weiter ergeht.


    Viel Spaß beim Lesen wünscht euch Epi

  • Hallo Epi,


    zuerst mal: Eine Fortsetzung zu der Jäger-Geschichte würde ich sehr begrüßen. Nicht nur weil es auf einen Cliffhanger endet, sondern weil du auch eine solide Basis geschaffen hast, mit der du arbeiten kannst. Natureindrücke sowie das Wissen, dass jederzeit etwas passieren kann, wechseln sich mit Stammes-Traditionen und schlussendlich auch mit einer unvorhergesehenen Auseinandersetzung ab. Besonders das Ritual, mit dem der Erzähler für die Gaben dankt, hat mir gut gefallen, weil er dadurch Persönlichkeit bekommt. Er jagt nicht einfach nur um seinetwillen, sondern hält sich dabei auch an die Regeln, die ihm auferlegt wurden; vorrangig der Natur dankbar zu sein. Daraus lässt sich noch viel machen, besonders wenn du wieder zum Stamm zurückkehren solltest, aber die weitere Entwicklung liegt dann bei dir.
    Auf jeden Fall würde ich dir empfehlen, dass du Zeilenumbrüche machst. Die Geschichte lässt sich so zwar flüssig lesen, aber in einem Block wirkt es recht unstrukturiert und insbesondere bei wörtlichen Reden bietet sich eine neue Zeile immer an. Bei neuen Szenen ebenfalls. Die Wortwahl ist durchgängig gut gewählt für das, was du machen wolltest, da dein Fokus mehr auf der erzeugten Atmosphäre lag. Dabei gehst du auch recht detailreich auf die Jagd ein, was du gerne so beibehalten kannst.


    Wir lesen uns!

  • Huhu! Ich habe mich mal durch deinen Thread gelesen. :D  
    Was die Gedichte angeht, schließe ich mich Nexys Kritik an. Der Rythmus ist eigentlich ganz gut, aber zwischendurch kommen immer wieder diese Passagen, in denen plötzlich alles drunter und drüber geht, was mich dann ein wenig rausbringt.
    Wenn man etwa die ersten beiden Verse deines ersten Gedichtes in diesem Thread ("Licht ohne Liebe") nimmt (die betonten Silben habe ich mal zur Verdeutlichung groß geschrieben:
    "verBOgen, beLOgen zum HAssen erZOgen,

    sein LEben im DUnkeln ganz ABseits vom LICHT."

    Das ist einwandfrei, der Vers beginnt mit einer unbetonten Silbe, und kommt ein Daktylus (also betont - unbetont - unbetont). Und das ziehst du so in der ganzen ersten Strophe durch, womit der Rythmus einheitlich ist, und es sich gut runterlesen lässt.


    In der zweiten Strophe variiert dann der Versanfang sehr stark. Der erste Vers beginnt mit zwei unbetonten Silben, der zweite und dritte mit einer unbetonten, der vierte mit einer betonten, und der fünfte wieder mit einer unbetonten.


    In der dritten Strophe wird das alles noch schlimmer, da wechselt der Rythmus sogar noch mitten im Vers:
    "im ZWIEspalt STEHT der ZARte GEIST,

    es ist ZWEIfel und FURCHT, was ALles zerREISST.

    ein HELler SCHEIN steht Über dem MEER,

    in SEHNsucht SCHAUT er ihm HINterHER."
    Es beginnt also mit einem Jambus, wechselt im zweiten Vers dann zu einem Anapäst, der dritte beginnt im Jambus und endet im Anapäst, im dritten sind Jambus und Anapäst wild vermischt.



    Ähnlich ist es oft bei deinen Gedichten, und natürlich: mit einem plötzlichen Bruch im Rythmus kann man auch etwas ausdrücken wollen. Vielleicht tu ich dir von daher auch Unrecht, aber ich kann kein System dahinter erkennen, und da du ja nach deiner Aussage die Gedichte quasi recht schnell runterschreibst, unterstelle ich dir einfach mal, dass du dir da keine großen Gedanken bei machst.
    Das wäre also ein Punkt, an dem du ansetzen könntest: Dir mehr Zeit mit dem Rythmus nehmen, da innerhalb eines Gedichtes möglichst einheitlich bleiben, und einen Rythmuswechsel nur noch bewusst einzusetzen.


    Es ist nämlich schade, dass du im Rythmus so wild bist, thematisch gefallen mir die Gedichte gut. Und gerade in "Die Symphonie der Sehnsucht" waren die die letzten beiden Verse der Hammer (wenn auch der Rythmus mich hier bei genauerem Hinsehen ein wenig gestört hat).


    Die Reime sind ingesamt wirklich nicht schlecht gewählt, "Eine Nacht im März" tut sich da mit dem Reim auf "Ried" besonders hervor - das Wort habe ich noch gerade so in meinem passiven Wortschatz, von daher wäre ich da nie drauf gekommen. xD


    In Punkto Metaphern und sprachliche Bilder blieb bei mir der Jadeschleier aus "Sonnenuntergang im Mai" am deutlichsten hängen. Eine schöne, kreative Metapher - und gerade das macht ja eine wirklich gute Metapher aus: Das sie nicht ausgelutscht ist. ^^


    Was die Anzahl der Silben in den Versen angeht, was Catlas ja angesprochen hatte, finde ich, dass du dich schon deutlich verbessert hast. Aber ein bisschen mehr geht da noch - im Idealfall hat man da absolut keine Abweichungen in den sich aufeinander reimenden Versen (außer, man will einen bestimmten Effekt damit erzielen).


    Dann könntest du insgesamt noch mehr auf Orthographie und Grammatik achten. Da lässt die Groß- und Kleinschreibung zu Teilen doch schon stark zu wünschen übrig. :P



    Ich hoffe, das kam jetzt insgesamt nicht zu negativ rüber, aber ich wollte dir eine Rückmeldung geben, die dir vielleicht dabei hilft, deine Gedichte noch besser zu machen. Vielleicht ist es auch einfach meine negative Art, wegen der es mir leichter fällt, etwas zu kritisieren, als etwas zu loben. xD Gefallen tun mir die Gedichte nämlich auf jeden Fall.