Das Wut- und Trauertopic

  • Ich bins mal wieder... ja, ich hatte erst geschrieben, aber ich muss mich einfach ausheulen.


    In den letzten Tagen und auch Wochen lief es so gut. Mein Freund und ich hatten dieses Jahr schon einige schlimme Streite, aber heute ist es mal wieder komplett eskaliert. Und ich sitze hier gerade heulend in der Stube vorm PC... kann nicht wirklich ins Schlafzimmer weil ich noch verletzt von ihm bin und bin gleichzeitig traurig weil ich heute eigentlich früher schlafen wollte, bzw. eigentlich hatte ich vor jetzt schon zu schlafen, aber das spielt jetzt auch keine Rolle mehr.


    Er hatte sich heute sehr oft daneben benommen und ich weiß auch nicht woran es lag, aber irgendwie hatte er null Mitgefühl gehabt, geschweige denn irgendwie bemerkt, dass er mich mit seinen Verhalten verletzt hat. Noch blöder ist, dass es eh schon Schlafenszeit für ihn ist und da ist Reden immer schwer. Eigentlich wollte ich vorhin nur, dass er sich entschuldigt (wir hatten heute zwei Streite hinteinander) und da ist das Ganze eskaliert. Er hat nicht richtig zugehört und sich richtig aufgeregt. Und jetzt sitze ich hier, heul mir die Augen aus und weiß nicht wirklich wohin. :crying:


    Vor allem ist gerade sein Schwiegervater auch nicht erreichbar. Keine Ahnung warum. Weder über Festnetz noch Handy. Eigentlich rede ich sonst immer mit ihm wenn mir mal was auf der Seele liegt, aber jetzt bin ich irgendwie ganz alleine. :verysad: Und das macht mich grade furchtbar traurig.



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    NEUER STAND:


    Hab mich wieder mit ihm vertragen. Alles ist so weit wieder gut.

    Sind wohl einfach die Emotionen etwas übergekocht.


    Und sorry, dass ich den Thread so zugespamt habe. Manchmal passierts mir einfach, dass ich mir das alles von der Seele schreiben muss. :blush:

  • Man oh man, dass ich hier mal wieder was poste.


    Ich ärgere mich derzeit sehr über meinen Vater. Kurze Vorgeschichte: Er ist Ende 50, hat seit letztem Jahr große Durchblutungsprobleme und hat dieses Jahr deshalb einen sogenannten Bypass in den Unterschenkel bekommen, da ihn sonst der Fuß abgestorben wäre. Sein Fuß war vor der OP schon sehr blau... Die OP hat er seit einigen Monaten hinter sich, hatte aber seitdem immer wieder Komplikationen mit dem Bein, da er neben den Durchblutungsstörungen noch ernährungsbedingt Gicht hat und Arthrose, also einen Gelenkverschleiß. Quasi drei Probleme in einem Bein und drei verschiedene Schmerzarten, die sich abwechseln oder zusammen auftreten. Er war seit der ursprünglichen OP dann auch wieder 3x im Krankenhaus, da er wie gesagt immer wieder Komplikationen hatte, große Schmerzen, Schwellungen und und und... In den letzten Wochen hat er sich auch gesundheitlich für seine Verhältnisse recht anständig verhalten. Er hat deutlich weniger geraucht, hat deutlich weniger Fleisch gegessen und hat auch Krücken bzw. den Rollstuhl benutzt.


    Jetzt ist er seit einer Woche wieder aus dem Krankenhaus und war am Freitag als ich nach Hause kam, schon gut betrunken mit ein paar Freunden. Da hab ich mich schon mal stark geärgert, da er kurz nach seinem Krankenhausaufenthalt wieder mit dem verflixten Bier anfangen muss, was man natürlich allein schon wegen den Medikamenten nicht machen soll. Als ich ihn auch das letzte mal im Krankenhaus besucht hatte, zeigte er sich ,,relativ'' einsichtig und meinte, dass er jetzt wohl wirklich mit dem Rauchen aufhören sollte und weniger trinken wird. (Er hatte in der Vergangenheit schon gefühlte acht Versuche das Rauchen sowie Trinken aufzuhören) Er weiß, dass er durch sein jahrelanges exzessives Rauchen (ca. 1 Schachtel alle 1-2 Tage) diese Durchblutungsstörungen, also das Raucherbein entwickelt hatte. Neben den ganzen Bieren am Freitag hat er dann auch wieder gut geraucht und ich hab ihn auch das ganze Wochenende immer wieder beim Rauchen erwischt. Ich hab ihn dann am Freitag auch ziemlich zusammengeschissen, weil ich es ignorant finde, sofort nach dem Krankenhausaufenthalt wieder mit dem Gift anzufangen. Ich verbiete ihm kein Fleisch, keine Zigaretten, keinen Alkohol aber muss das unmittelbar nach dem Krankenhaus sein? Gerade dann, wenn man meint er müsste nach all den Aufenthalten irgendwie etwas gescheiter geworden sein?! Er sollte erstmal etwas langsamer machen und dann die Dinge in Maßen genießen oder ablegen. Er ist allerdings leider recht einsam, wenn ich nicht gerade im Haus bin, da er single ist und auch krankheitsbedingt die Frührente erreichen möchte, was heißt, dass er nicht arbeitet. Dass er dann aus Langeweile und Einsamkeit raucht und trinkt, kann ich dann irgendwo etwas nachvollziehen aber ich kann nicht 24/7 bei ihm sein, über all seine Sorgen mit ihm sprechen und wie gesagt, bin ich sehr darüber enttäuscht, dass er einfach nicht einsichtig wird! Jetzt kommen ständig Sprüche wie ,,Ich will mein Leben genießen!'' ,,Dann sollen sie mir doch das Bein abhacken, wenn ich nicht mehr rauchen und trinken kann, ist das kein Leben für mich!'' ,,Sag mir nicht wie ich zu leben habe!''


    Mich regt das wirklich immens auf, da er zum Teil Lebenseinstellungen an den Tag bringt, bei denen ich mir denke, dass er nie wieder eine feste Frau haben möchte. Dann soll ich ihm natürlich helfen, wenn er mal nen Tag hat, an dem er nicht laufen kann und dann fahre ich z.B. zum Einkaufen etc. Ich habe keine Lust in 10 oder 20 Jahren meinen Vater pflegen zu müssen, nur weil er sich so gehen lässt und so fahrlässig jetzt mit so mit seiner Gesundheit umgeht. Es funktioniert einfach keine einfache Wunderpille, sondern vielmehr die Lebensweise aber das wird er scheinbar nie kapieren. Ich versuche ihm das schon seit einer halben Ewigkeit zu erklären aber ich bin ja kein Gott in Weiß und mein Wort scheint bei ihm immer weniger Gewicht zu haben. Das kotzt mich zurzeit wirklich an.

  • thomasRPG


    Ist 'ne scheiß Situation, kann ich nachvollziehen.

    Aber es stimmt, misch dich da nicht ein. Lerne damit umzugehen. Schwiegervater sieht die Situation ähnlich, mehrere Stends, Bluthochdruck, Diabetes... Bis zum ersten Infarkt war da nix zu machen. Dann hat er immerhin das rauchen aufgehört.

    Mein Mann hat ähnlich reagiert wie du, mittlerweile lässt er ihn einfach machen. Seitdem gibt's hier mehr oder minder immer wieder Streit um andere Dinge, denn die Ernährung etc wird sich wohl nie mehr ändern, und da ist einfach die Konsequenz, dass wir nicht mehr bei ihm essen, und er auch nicht mehr zu uns kommt. Schließlich (und das hört man dann über Dritte aus der Familie :tired:) ist das ja Blödsinn, dass es fleischfrei und vorallem frisch zubereitetes Gemüse gibt. (Schmeckt nicht, und die Arbeit ist ja völlig abnormal, gibt ja alles im Glas!)

    Vermutlich fühlt er sich einsam, und gibt dem, was er tut eh keinen Sinn mehr. Irgendwann ist die Situation so eingefahren, dass man beten, betteln, reden, schimpfen, schreien und fluchen kann wie man möchte, es wird sich nicht ändern. Schulterzucken, Augen zu und durch. Mein Mann distanziert sich von seinem Vater und dessen verhalten, und es tut ihm gut. Seine Einstellung: er redet und sowieso nur rein (mich macht er dauernd schlecht, ich hab ihm immerhin seinen Sohn weggenommen, lol) und sämtliche Tipps, Hilfen und Vorschläge werden sowieso abgelehnt. Also leben lassen und nicht mehr damit befassen, vergebene Liebesmüh, und zermürbend.


    Ich weiß, es sagt sich leichter daher, als es ist, aber wichtig ist, dass du die Dinge in deinem Leben besser angehst.

  • Ich würde nicht sagen, dass man sich da nicht einmischen sollte. Wenn du sagst, er sei einsam und man "Ja, mir doch wurst" signalisieren würde, dann bestätigt man ihn darin, dass das selbstzerstörische Verhalten jedem egal sei. Aber wenn er nach dem hundersten Mal nicht hört... ich weiß nicht, man kann es sowieso nur immer wieder wiederholen, aber aufhören muss er schon selbst.

  • Hey, danke für die beiden Antworten. :)


    Vielleicht noch so kurz als Nachtrag zum Thema Einmischen... Ich mag ihn zwar immer wieder kritisieren, doch das Ding ist (hat glaub ich mal Eminem gesagt), dass , ,,wenn ich ihn ignorieren würde, das schlimmer wäre als ihn zu kritisieren. Täte ich das nicht, wäre er mir egal.'' Und es gibt nichts Schlimmeres als Gleichgültigkeit aber die werd ich nie haben.

  • Ich weiss ja nicht, ob es seit neustens Mode ist nach der Trennung von Freund sich an den nächsten zu werfen um ihn zu fragen, ob er sich treffen möchte. Jetzt wurde ich gefragt.

    Ehrlich gesagt bin ich die falsche Person um eventuelle Trauerarbeit zu leisten. Ich glaube nicht, dass dies ihr Primärziel ist. Ich weiss es nicht, ob das so üblich ist.

    Ehrlich gesagt halte ich mich für die falsche Person ihr helfen zu können, ausserdem habe ich das dumpfe Gefühl dass sie mehr will. Ich möchte mich nicht binden. Ich hab besagte Person vor mehr als 12 Jahren zuletzt gesehen, das glaube ich jedenfalls.


    Ich bin aber unsicher wie ich mich verhalten soll

    Tipps?


    Evtl ist das hier das falsche Thema

  • Ich weiss ja nicht, ob es seit neustens Mode ist nach der Trennung von Freund sich an den nächsten zu werfen um ihn zu fragen, ob er sich treffen möchte. Jetzt wurde ich gefragt.

    Das ist keine Modeerscheinung, sondern von dem, was ich im Umkreis von Freunden und Bekannten erlebt habe, so ziemlich alltäglich, dass es schon nicht mehr befremdlich wirkt. Es gibt genügend Paare, die sich trennen und von denen einer sich faktisch schon direkt in einer neuen Beziehung befindet bzw. diese bereits aussondiert, um etwas Festes zu haben. Mein Bruder ist da keine Ausnahme. Wenn er sich von seiner Freundin oder seine Freundin sich von ihm getrennt hatte, brauchte er praktisch wieder jemanden an seiner Seite, damit er sich nicht einsam fühlt.

    Um ehrlich zu sein, höre doch auf deine innere Stimme, die sagt dir meist schon, was zu tun ist. Wenn du das Gefühl hast, dich von ihr bedrängt zu fühlen oder gar ohnehin nicht den Wunsch verspürst, die binden zu wollen, so solltest du ihr dies sagen. Du kannst ihr mitteilen, dass sie mit ein wenig Geduld bestimmt einen neuen Partner findet ohne sich dir dabei an den Hals zu werfen. Wenn du keine Beziehung willst, sage das direkt, später ist es sonst ein wenig zu spät dafür. Vor allem tut es einer zwischenmenschlichen Beziehung nicht gut, wenn diese nicht auf Ehrlichket aufgebaut ist.

    "Wie beim Kartenspiel kommt es auch im wirklichen Leben darauf an,
    das Beste aus dem zu machen, was einem gegeben wurde,
    anstatt sich über ein ungünstiges Blatt zu beschweren und mit dem Schicksal zu hadern."


    [Astor, Pokémon - Schwarze Edition]

    Nur noch sporadisch im BisaBoard.

  • Das mag stimmen, aber ich würde jetzt auf "hey, magst du dich mal wieder treffen? :)" vielleicht nicht direkt mit "ne ich will keine Beziehung und mit etwas Geduld findest du doch sicher jemand anderen" antworten. Zumindest für mich klingt der Ursprungspost eher so, dass man nach dem Ende einer Beziehung Halt in anderen sozialen Kontakten finden will und die Formulierungen, die WIndmond gewählt hat, klingen jetzt auch nciht unbedingt so, als ob die Person "mehr" wollen würde, zumindest nicht auf Anhieb.

  • Das mag stimmen, aber ich würde jetzt auf "hey, magst du dich mal wieder treffen? :)" vielleicht nicht direkt mit "ne ich will keine Beziehung und mit etwas Geduld findest du doch sicher jemand anderen" antworten. Zumindest für mich klingt der Ursprungspost eher so, dass man nach dem Ende einer Beziehung Halt in anderen sozialen Kontakten finden will und die Formulierungen, die WIndmond gewählt hat, klingen jetzt auch nciht unbedingt so, als ob die Person "mehr" wollen würde, zumindest nicht auf Anhieb.

    Ich finde es klingt schon so.

    Ehrlich gesagt halte ich mich für die falsche Person ihr helfen zu können, ausserdem habe ich das dumpfe Gefühl dass sie mehr will.


    Ich denke, der Freundschaft wegen solltest du ihr klarmachen, dass sie sich gerne ausheulen kann, und ihr gleichzeitig ganz klar sagen, dass du keine passende Ausflucht bist, und da nicht mehr sein kann und wird. Anspielungen ihrerseits ignorieren oder überspielen. Entweder, sie hofft auf dein offenes Ohr als Freund, oder wird sich schnell ein neues "Opfer" suchen um die Trauer zu überwinden.


    Wenn sie jetzt

    nach dem Ende einer Beziehung Halt in anderen sozialen Kontakten finden will

    würde ich auch behaupten, ist es je nachdem wie wichtig die Freundschaft ist, eine gute Möglichkeit ihr etwas Gutes zu tun und die Freundschaft wieder aufleben zu lassen. Denn häufig baut man während einer langen Beziehung den selben Freundeskreis auf, der dann manchmal komplett mit wegbricht, wenn die Beziehung endet.