Das Wut- und Trauertopic

  • Smugmog

    Ich spreche hier wohl aus Erfahrung, wenn ich sage. Tu es einfach. Du kommst nicht drum herum und mit jedem Tag den du wartest wird es dir schwerer und schwerer fallen. Es gibt keinen "richtigen Zeitpunkt" oder irgendwas in der Art.

    Auch wenn du versuchst es zu verheimlichen, deine Eltern sind nicht auf den Kopf gefallen. Irgendwann kommt es raus, die Hormone verändern dich schließlich auch.

    Und ganz ehrlich noch, bereite dich drauf vor, dass deine Eltern und Großeltern es vielleicht zuerst nicht packen. Ich wurde auch beleidigt. (Ich bin ja vom Teufel bessessen hat mein eigener Vater gesagt.) Aber jetzt haben sie sich dran gewöhnt und korrigieren sich sogar, wenn sie falsche Pronomen oder so benutzen.

    Manchmal hilft im Leben nur Augen zu und durch! Im übrigen wenn du Support zum Trans brauchst oder jemanden zum reden für Hilfe, oder so weiter ist, kannst du mich gerne anschreiben!

  • Smugmog

    Wenn die Gewissheit erstmal steht, dann kann der Weg vor einem natürlich sehr steinig wirken. Plötzlich sind da all diese Dinge und Menschen, die du mit einbeziehen musst, weil sie nun mal Teil deines Lebens sind. Deswegen hier einfach der Tipp: Versuche nicht alle Probleme sofort und gleichzeitig zu lösen. Schau erstmal, welche Schritte für dich am Anfang relevant sind (die genannten Termine beim Psychologen und eventuell beim Arzt), überlege, welche Personen dich bei diesen ersten Schritten begleiten sollen. Eventuell muss das jetzt nicht die ganze Familie erfahren, sondern erst langsam zu einem späteren Zeitpunkt. Schau dich in Foren um, wo Menschen, die ähnliches durchgemacht haben, dir von ihren Erfahrungen berichten können (vielleicht schreibt dich hier sogar wer an). Nur stelle an dich selber nicht gleich die Erwartung, dass du das alles so schnell und so komplett wie möglich erledigen musst. Manche Dinge lösen sich vielleicht sogar von selbst, während du im Prozess bist, für manche Situationen erhältst du Unterstützung, mit der du jetzt noch nicht rechnest (z. B. kann schon ein andres Familienmitglied den Großvater etwas sanfter an das Thema heranführen und abtasten, wie er reagiert).

  • z. B. kann schon ein andres Familienmitglied den Großvater etwas sanfter an das Thema heranführen und abtasten, wie er reagiert

    So etwas läuft meistens nicht gut. Muss ich tatsächlich sagen. Wenn man jetzt zum Beispiel erstmal den Großvater fragen würde, was er denn von Trans hält, würde er (zumindest entnehme ich dem Text das er eher konservativ ist), vermutlich seine Leier raushauen, von wegen, dass er sowas nicht mag. Menschen beschäftigen sich meistens eher mit irgendwelchen Themen, wenn sie damit konfrontiert werden und merken, das sind auch nur ganz normale Menschen. Vielleicht sogar Menschen die sie Jahrelang gemocht und unterstützt haben.

    Natürlich sollte man bei seinem Opa, Aufgrund dessen vielleicht etwas vorsichtiger sein, aber diese extrem sanften Wege, machen die Sache meist nur schlimmer. Je nachdem wie alt dein Opa ist, könnte ich mir aber auch vorstellen, dass du es ihm nicht mehr sagen brauchst. Ich habe schon von einigen gehört, dass sie diesen Weg für ihre Großeltern wählen um sie nicht zu belasten, weil sie ohnehin nicht mehr lange zu leben haben (so komisch das auch klingt). Aber da kenne ich deine Situation nicht und noch weniger kann ich das nachvollziehen, weil ich nie Omas oder Opas hatte.

    Ich kann da nur sagen, am Ende war mein Vater sogar zum Beispiel enttäuscht. Ich war schon voll geoutet, überall. Ich war glaube damals ganz kurz vor den Hormonen, als er es erfahren hatte und er war tatsächlich die letzte Person. Ich glaube ganz ehrlich, dass er mehr enttäuscht darüber war, als über alles andere.

  • Namine

    Du hast recht natürlich, man sollte sein eigenes Glück nicht von anderen beeinflussen lassen, schließlich ist es letzten Endes das eigene Leben mit dem man glücklich sein sollte, alles andere ist ja Unsinn. Nur ist es halt leichter gesagt als getan :/


    Happily

    Das ist sehr lieb :)

    Gut das deine Eltern dich akzeptieren jetzt. Ich habe es schon meinen Freunden gesagt und deren positive Reaktionen bestärken mich, nur bei Familie ist es halt ein bisschen was anderes. Ich hatten auch schon den Gedanken, dass sie es vielleicht garnicht wissen müssen, hab mich dann aber sehr schlecht gefühlt, dass ich überhaupt so denke, als würde ich ihren Tod herbeisehnen um es ihnen nicht sagen zu müssen. Sie sind noch nicht so alt und ziemlich lebendig, werden also nicht drum rum kommen, es zu erfahren. Augen zu und durch ist wohl wirklich die beste Methode.


    Cassandra

    So hab ich es vor, eins nach dem anderen. Es wird keine leichte Reise, aber wenigstens unterstützen meine Freunde mich.

  • Smugmog

    Darf ich dich mal fragen, wie du optisch auf andere wirkst? Wenn du dir Gedanken darum machst, dass alle überrascht, vllt. sogar schockiert reagieren, weil du von einen auf den anderen Tag deine Kleidung und dein Äußeres wechselst, dann solltest du es erstmal langsamer angehen, Schritt für Schritt, dass es sich erst nach und nach bemerkbar macht. Vor allem wenn du sagst, dass es deinen Großvater überanstrengen könnte.

    Ich möchte nur noch einmal kurz erwähnen, dass dieses "in der heutigen Zeit" nicht so leicht zu sagen ist, denn ältere Menschen haben damit noch größere Probleme als jüngere, da es bei ihnen eben nicht Gang und Gäbe war, wenn sich jemand dafür entschieden hat, sich dem anderen Geschlecht anzupassen.

    Aber sieh es mal positiv, du hast es schon geschafft, es deinen Freunden zu erzählen und diese stehen nach wie vor hinter dir. Der nächste Schritt wäre vielleicht der, dass du es erstmal nur einem Familienmitglied erzählst, vielleicht auch in Begleitung einer deiner Freunde.

    Wichtig ist auf jeden Fall, dass du das tust, womit du dich wohlfühlst, denn wenn du es dein ganzes Leben nur für dich behälst, weil du Angst davor hast, ausgestoßen zu werden (wobei du ja sagst, dass es deine Eltern eigentlich verstehen müssten), wirst du immer mit etwas leben müssen, das dich nicht glücklich macht.

  • Nachtgestalt

    Ich war immer schon sehr jungenhaft. Ich habe kurze Haare und trage nicht gerne Frauenkleidung, meine Garderobe ist ziemlich geschlechtsneutral. Allerdings hab ich mich bis jetzt nicht getraut, zu richtiger Männermode zu greifen, da will ich erstmal mit der „Umwandlung“ beginnen. Das ich nicht mädchenhaft bin ist also kein Geheimnis, nur hält meine Familie mich halt für ein Tomboy und denkt wahrscheinlich nicht, dass ich trans sein könnte. Ich hatte auch sind Phase, wo ich Kleider getragen und mich weiblich geschminkt habe in der Hoffnung, ich würde mein Frausein dadurch akzeptieren können (Spoiler: konnte ich nicht). Sicher werden sie das auch als Gegenargument aufbringen...


    Ja das stimmt, Senioren sind auf solche Themen nicht so leicht anzusprechen. Und wie gesagt, Russland und so... da sind solche Meinungen noch extremer :/

  • Wenn sie dann darüber enttäuscht sein sollten, dann ist das in erster Linie nicht dein Problem, sondern das deiner Großeltern.

    This. Wenn man für jemanden etwas tut, sollte man keine Gegenleistung erwarten. Ich meine, außer natürlich normale Dankbarkeit und Freundlichkeit. Ansonsten tut man das eher für sich, als für den anderen.


    Und ich hab meiner Oma zB gar nichts erzählt, weil sie ohnehin nicht viel davon versteht oder so allgemein.

    Ich mache es, wenn,generell so, dass ich anderen von Vorhinein klar mache, dass ihre Meinung nichts ändert, bis dazu, dass ich sie für mich unwichtig finde.

  • Echt geil, wirklich. Da wartet man in so einer RPG-Gilde seit gut zwei Wochen auf einen Post von der Postpartnerin. Grade war ich dann mal schauen wann sie das letzte Mal gepostet hat und dann steht da Rolle nicht mehr vorhanden :) Geil. Es ist ja so schwer zu sagen, dass man keinen Bock mehr hat oder wenigstens eine Nachricht zu hinterlassen, dass man sich aus der Gilde abmeldet.

  • Ich hab momentan irgendwie die reinste ,,summer time sadness''. Ich weiß leider auch nicht genau was los ist, denn trotz viel Sonne, Freizeit mit Freunden und allerlei Aktivitäten fühle ich mich (wenn ich einsam Zuhause bin) sehr leer. Ich bin gerade erst vom Schwimmbad nach Hause gekommen und bin seit der Autofahrt schon deutlich getrübter als vorher und seit ich Zuhause bin, ist es auch nicht besser geworden. Das Gefühl der Langeweile und der Einsamkeit fühlt sich für mich so stark an wie noch nie. Ich hatte das auch letzten Winter schon mal und das auch in diesem Thread etwas beschrieben aber es kommt auch irgendwie in abgeschwächter Form im Sommer vor. Ich weiß ja, dass diese Gefühle mir nur sagen wollen, dass ich Gesellschaft brauche und Leute zum Reden und genau diese richtigen Freunde haben auch oft Zeit für mich. Dennoch halt ichs mittlerweile keine 5 Stunden alleine Zuhause aus, kann mich aber auch nicht motivieren alleine nach draußen zu gehen oder so. Ich gehe schon noch ins Fitnessstudio aber das ist für einfach ein wöchentliches Ritual nach der Arbeit.

    Ich habe einfach das große Gefühl, dass ich das einsam sein und das ,,chillen'' nicht mehr wertschätze, denn ständig frag ich mich ,,Was hilft dir das?'' und ,,Das ist doch Zeitverschwendung.''


    Ich habe mittlerweile drei Theorien warum ich mich so fühle. 1. Ich arbeite als Gesundheits- und Krankenpfleger und bin es gewohnt zu jeder Tageszeit viele Menschen um mich zu haben und das tut mir auch gut. Wenn ich aber frei habe, (besonders unter der Woche, wenn meine Freunde in der Arbeit sind) bin ich ganz für mich alleine und dort beginnt dann das Gefühl der Langeweile und Einsamkeit.

    2. Ich bin mittlerweile sehr auf Nachhaltigkeit getrimmt. Heißt: Alles, was ich mache, muss mich längerfristig weiterbringen. Das tut ja ,,Chillen'' auch indirekt, weil man dort seine Reserven wieder auffüllt aber dennoch denk ich mir eben die oben genannten Fragen. Vielleicht ist das der innere Kampf, weil ich in faulenzen, zocken und TV schauen keinen längerfristig guten Sinn mehr sehe.

    3. Ich mag es gar nicht ausschreiben aber ich habe manchmal das Gefühl, dass das schon Richtung depressive Verstimmung geht. Ich bin körperlich gesund, geh in meine Arbeit und treff mich mit Freunden aber warum sind mir dann diese eigentlich lächerlichen Tiefs so schlimm wie noch nie? Ich habe auch so große Angst wie noch nie vor dem nächsten Winter. Ich fühle mich etwas wie ne Pflagnze und ich fand den letzten Winter sehr heftig, gerade auch wegen der Schichtarbeit und anderen Faktoren. Neben dem Gefühl der Langeweile und der Einsamkeit, gibt es natürlich auch große, andere Dinge, die das alles mitbeeinflussen. Die Beziehung zu meinem Vater ist nicht perfekt und wir leben in der selben Wohnung, ich bin derzeit im Prüfungsstress und natürlich geht mit dem Gefühl der Einsamkeit auch das Bedürfnis einher, sein Leben und sein Glück mit einer anderen Person zu teilen. Meine letzte Beziehung ist schließlich auch schon 4 Jahre her.

  • Ich hab momentan irgendwie die reinste ,,summer time sadness''. Ich weiß leider auch nicht genau was los ist, denn trotz viel Sonne, Freizeit mit Freunden und allerlei Aktivitäten fühle ich mich (wenn ich einsam Zuhause bin) sehr leer. Ich bin gerade erst vom Schwimmbad nach Hause gekommen und bin seit der Autofahrt schon deutlich getrübter als vorher und seit ich Zuhause bin, ist es auch nicht besser geworden. Das Gefühl der Langeweile und der Einsamkeit fühlt sich für mich so stark an wie noch nie. Ich hatte das auch letzten Winter schon mal und das auch in diesem Thread etwas beschrieben aber es kommt auch irgendwie in abgeschwächter Form im Sommer vor. Ich weiß ja, dass diese Gefühle mir nur sagen wollen, dass ich Gesellschaft brauche und Leute zum Reden und genau diese richtigen Freunde haben auch oft Zeit für mich. Dennoch halt ichs mittlerweile keine 5 Stunden alleine Zuhause aus, kann mich aber auch nicht motivieren alleine nach draußen zu gehen oder so. Ich gehe schon noch ins Fitnessstudio aber das ist für einfach ein wöchentliches Ritual nach der Arbeit.

    Ich habe einfach das große Gefühl, dass ich das einsam sein und das ,,chillen'' nicht mehr wertschätze, denn ständig frag ich mich ,,Was hilft dir das?'' und ,,Das ist doch Zeitverschwendung.''

    Ich möchte hier keine unnötige Panik schieben, aber für mich klingt das stark nach den Anzeichen einer Depression.

    Wenn möglich, solltest du vielleicht dich mal mit einem Therapeuten in Verbindung setzen.
    Ich weiß, das klingt jetzt ziemlich extrem, aber ich hab auf die harte Tour gelernt, dass man Probleme nicht in sich hineinfressen sollte

  • thomasRPG Hast du schon probiert deinen Alltag mehr zu füllen? Du hast bereits geschrieben, dass du dich teilweise nicht dazu motivieren kannst alleine nach draußen zu gehen, daher weiß ich nicht, ob das jetzt allgemein für alle Aktivitäten gilt oder tatsächlich nur, um nach draußen zu gehen.

    Jedenfalls kann es vielleicht helfen, wenn du probierst deine Langeweile zu verplanen und deinen Alltag wie einen Studenplan strukturierst. Dann hast du weniger ungewisse Zeit und immer etwas zu tun, sei es Kochen, Sport, Film gucken, Freunde treffen, Computer spielen und dergleichen. Wenn du dann auf eine Beschäftigung keine Lust hast, kannst du lieber chillen oder zu einer anderen Aktivität übergehen, statt nur herum zu hocken und sich Gedanken zu machen.


    Nur wenn man deprimierten Phasen hat, hat man nicht automatisch Depressionen. Daher sollte hier keiner Hobby-Doktor spielen und irgendwelche Diagnosen präsentieren.

    Du wirst von uns allen womöglich am besten wissen, wann du dir Hilfe suchen solltest und wann du diese brauchst.

  • Seit gestern habe ich Zahnschmerzen. Wobei, es ist nicht direkt der Zahn sondern mehr im Kiefer. Auf Druck tut auch nichts weh, es ist mehr ein Ziehen auf Höhe der Wurzel. Heute morgen war es kurz weg, nun ist es wieder da.

    Ja ... die Konsequenz wäre wohl, zum Zahnarzt zu gehen. Problem ist, ich habe panische Angst davor. Wirklich Angst. Gestern Abend hatte ich bei dem Gedanken schon Schweißausbrüche, jetzt wo ich das hier tippe bekomme ich Herzrasen und mir wird schlecht, vor allem der Gedanke "Wurzelbehandlung" schwebt in meinem Kopf herum und macht es nicht besser. Absolut gar nicht.

    Es ist noch erträglich, wie gesagt zieht es nur, aber das ist jetzt Tag 2 und so langsam stirbt die Hoffnung dass das von alleine weggeht. Vor allem kann es ja noch schlimmer werden - oder aber es geht doch wieder von alleine weg ...


    Ich weiß dabei kann mir hier keiner helfen, ich musste das nur mal niederschreiben. ;_; Noch hadere ich sehr mit mir, aber Mittwoch haben die sowieso alle zu.

  • Vynn Damit bist du nicht allein. Es gibt viele die Angst davor haben zum Zahnarzt zu gehen, das ist bekannt und das wissen auch Zahnärzte. Du wirst wohl nicht darüber hinwegkommen dorthin zu gehen und dich behandeln zu lassen. Das ist notwendig und danach wird es dir wieder besser gehen.

    Wenn du dort anrufst und einen Termin machst, solltest du direkt sagen, dass du Angst hast und das gleiche wiederholen, wenn du dann dort bist. Dann können die Angestellten sich darauf einstellen und es dir so angenehm wie möglich machen. Da gibt es viele Möglichkeiten und du bist damit nicht allein.

  • Hey Vynn , Leidensgenosse hier.

    Ich habe ebenfalls eine regelrechte Phobie vorm Zahnarzt. Ist jedes mal sehr, sehr unangenehm, aber was will man machen, man muss ja trotzdem hin. Mindestens einmal im Jahr überwinde ich mich.


    Mir hilft dabei vor allem der Zahnarzt, bei dem ich aktuell bin, der ist wirklich kein Vergleich zu meinen vorherigen. Der weiß, dass mir das sehr schwer fällt und geht sehr behutsam mit mir um. Er betäubt lieber etwas mehr als zu wenig und reagiert auf jede meiner Bewegungen, fragt direkt ob alles okay ist. Außerdem bietet er noch eine schmerzfreie Lachgasbehandlung an. Die hab ich bisher zwar nie gebraucht, aber es beruhigt mich zu wissen, dass ich drauf zurückkommen könnte, wenn es mal nötig wird.

    Vielleicht schaust du mal, was für Zahnärzte es in deiner Umgebung gibt, eventuell erwähnen ja sogar welche auf ihrer Homepage den Umgang mit Angstpatienten. Allein das wäre für mich schon beruhigend, ein früherer Zahnarzt hatte beispielsweise gar kein Verständnis für meine Angst und hat sich sogar geweigert mich für kleinere Behandlungen zu betäuben, was das Ganze eher noch schlimmer gemacht hat. Aber wie gesagt, jetzt bei dem neuen ist das alles wirklich eine andere Welt und auch wenn ich das jetzt natürlich immer noch nicht gerne tue - ich tu's wenigstens. Ich wünsche dir gute Besserung! Das wird schon.

  • Vynn , oh je, da kann ich dich nur zu gut verstehen. Ich hab mich aufgrund meiner extremen Angst vor Zahnärzten Jahrelang mit kaputten Weisheitszähnen herumgequält, bis die Schmerzen irgendwann so schlimm waren, dass ich mehrere Nächte hintereinander nicht mehr schlafen konnte und stundenlang im Zimmer auf und ab gelaufen bin. Ich hatte das Glück, dass die Zahnärztin, zu der ich dann in meiner Not doch gegangen bin zwar auf Angstpatienten spezialisiert ist, mir aufgrund meiner wirklich extremen Panik und Nervosität eher dazu riet, einen Kieferchirurgen aufzusuchen und das ganze dort dann unter Vollnarkose "in einem Rutsch" machen zu lassen. Allein bei dem Wort Kieferchirurg hab ich Herzrasen und Schweißausbrüche bekommen und wäre ich am liebsten tausend Tode gestorben, das kannst du mir glauben.

    Aber als ich dann aber dort war, war alles überhaupt nicht schlimm. Man war dort wirklich sehr freundlich und verständnisvoll. Am Ende konnte das ganze sogar ohne Vollnarkose in zwei Sitzungen gemacht werden. Ich bekam vor der eigentlichen Betäubungsspritze ein Beruhigungsmittel und habe so auch ohne Vollnarkose absolut nichts gemerkt und war komplett schmerzfrei. Beim zweiten Termin hatte ich dann sogar schon deutlich weniger Angst.


    Vielleicht gibt es in deiner Nähe ja auch einen Zahnarzt oder einen Kieferchirurgen, der sich auf Angstpatienten spezialisiert hat? Ich wünsche dir auf alle Fälle gute Besserung!

  • Wurzelbehandlung

    Als jemand, der das schon hinter sich hat, kann ich bestätigen, dass es bei den richtigen Ärzten nicht mal ansatzweise wehtut. Es war in 10 Minuten vorbei und ich habe nichts bis auf einen schmerzfreien Druck gespürt. Ich habe Glück mit meinem Zahnarzt, da dieser gerne jede Kleinigkeit betäubt und das würde ich dir auch raten. Geh zu einem Arzt, der sich nicht scheut dir eine lokale Betäubung zu geben oder dich mit Lachgas zu behandeln. Als jemand, der wegen einer Phobie jahrelang nicht beim Zahnarzt war, kann ich dir nur raten: Bitte geh hin. Such dir einen Zahnarzt in deiner Nähe raus, bei dem man als Angstpatient eine beruhigende "Sonderbehandlung" gibt. Mir hat mein Zahnarzt damals die ganze Angst genommen, weil er neben dem gut zureden und der Betäubung auch eine Überwindungskraft ausgestrahlt hat, obwohl ich mich vor der Wurzelbehandlung drücken wollte.

  • Vynn Joa, als ich mein letztes Loch im Zahn reparieren lassen musste, musste ich meiner Zahnärztin am Schluss auch gestehen, dass ich eigentlich auch schlafen hätte können, wenn man nicht dauernd darauf achten müsste den Mund offen zu halten :biggrin:


    Und das musste ich ihr nicht sagen, weil ich so verdammt hart im Nehmen bin, sondern weil sie ihre Arbeit einfach spitze gemacht hat!

    Zu der würde ich ohne zu zögern wieder gehen, nur habe ich keine Lust mehr auf Karies, weil die Füllung nervt mich :ugly: (Man muss sich zuerst daran gewöhnen, dass der Zahn nun sehr glatt ist, statt kantig. Schwer zu beschreiben, wenn man es nicht kennt)


    Selbst Weisheitszähne ausreissen habe ich nicht gespürt. Ein Zahn wurde sogar zerstückelt und bröckchenweise herausgenommen :yeah: - Ich hoffe dir gefällt meine Erzählung, dann mache ich weiter - Das einzige was komisch war ist, wenn sie den Zahn nicht herausbringen. Dann kam ein anderer Zahnarzt (Mann) und die Zahnärztin wechselte ihren Platz um meinen Kopf fest zu halten, damit der andere Zahnarzt nun mit ganzer Kraft am Zahn reissen kann. Da dachte ich, sie reissen mir den ganzen Kiefer raus :blush: das kann man aber nicht wirklich einschätzen, wie viel Kraft da eingesetzt wird, da man ja örtlich betäubt ist. Aber es hat sich jedenfalls so angefühlt, als werden sie meinen Kiefer brechen, ohne dass ich es merke LoooooL.


    Am Ende war aber alles gut. Ich hatte null Schmerzen (nix gespürt) und mein Kiefer war auch noch an seinem Platz :assi:


    Ich hoffe ich konnte dir damit helfen.

  • hallo leute ich hab ja vor ner zeit über mein papa geschrieben ich glaube ich halte es nicht mehr aus meine freunde in der schule machen sich darüber schon lustig. Ich habe versucht zum therapeuten zu gehen aber es funktioniert nicht. Ich weiss nicht was ich tuhen soll.

  • hallo leute ich hab ja vor ner zeit über mein papa geschrieben ich glaube ich halte es nicht mehr aus meine freunde in der schule machen sich darüber schon lustig. Ich habe versucht zum therapeuten zu gehen aber es funktioniert nicht. Ich weiss nicht was ich tuhen soll.

    Das sollteste etwas weiter erleutern, warst du beim Therapeuten oder hast du einfach keinen Termin bekommen?

    Je nachdem würde ich mal etwas aggressiver bei der Krankenkasse nachhaken bzgl. Hilfe.


    Wenn ich das richtig gelesen habe, ist dein Vater an Krebs gestorben, erstmal mein Beileid dazu, gerade wenn man sich mit der Person gut verstanden hat, ist das etwas was einen lange nachgeht oder im schlimmsten Fall zerfrisst.

    Hast du denn mit deinen Lehrern geredet, weil du was von "man erwartet Leistung von dir" gelesen habe?, ich weiß nicht wie deine Lehrer drauf sind unser Vertrauenslehrer den wir damals an der Schule hatten, hätte sich für dich aufjedenfall eingesetzt.

    Man kann nicht von einem 15(?) jährigen erwarten, dass der das so einfach mal beiseite legt und ganz normal weiter macht (auch wenn es vllt. das gesündeste wäre), war bei meinem Opa 2004 auch nicht anders, ich hatte fast 10 Jahre noch damit zu kämpfen, bis mich das nicht mehr so fertig gemacht hat.

    Inwiefern machen sich deine Klassenkameraden lustig über dich, weil du traurig bist und durch die Belastung nicht deiner Leistung nachkommst oder, weil dein Vater gestorben ist?

    Auch hier würde ich zu den Lehrern gehen und das ansprechen.


    Wie sieht es mit deiner Mutter aus, kannst du dich vllt. mit der zusammensetzen und Ihr geht dann beide den gemeinsamen Schritt, bzgl. Therapie, Gespräch beim Schulleiter/in bzgl. deiner Gesundheit, etc.?

  • Vielen lieben Dank für eure aufmunternden (oder so *hust*) Worte. Ich habe mir jetzt einen Arzt rausgesucht der extra Angstpatienten behandelt, und noch einen als Ersatz weil Urlaubszeit und rufe morgen früh direkt da an. So oder so. Ist jetzt zum Glück nicht so dass ich ewig nicht mehr da war, zwei Jahre "nur", nur Schmerzen hatte ich halt noch nie von jetzt auf gleich. Leider haben mir meine Eltern nicht die beste Zahnstruktur mit auf den Weg gegeben und es wurde schon häufiger mal gebohrt. Weisheitszähne habe ich glücklicherweise mit Vollnarkose alle vier entfernt bekommen weil zu nah am Nerv, wenigstens da muss ich keine Sorge mehr haben.


    Ja, von nix kommt nix, mal sehen wie die mich da aufnehmen. So einen pseudo Angstarzt hatte ich schon mal und dann hat die Helferin mich ausgelacht als ich während der Wartezeit der Betäubung heulend auf dem Stuhl saß. ._.