Was ist (für euch) Romantik?

  • Ich habe eine Weile überlegt, ob ich dies nun im „Krieg der Pärchen“ Topic posten soll oder etwas neues aufmachen soll. Wie ihr seht habe ich mich für die zweite Möglichkeit entschieden, da es doch ein bisschen in eine andere Richtung geht, als das „Krieg der Pärchen“ Thema. Immerhin geht es hier weniger um die Frage, inwieweit Liebe eine Rolle spielt und inwieweit etwaige Sachen wie Alter und Kultur dafür einbezogen werden, sondern inwieweit Romantik in eure Geschichten spielt – und wie diese Romantik dann aussieht.


    Denn Liebe bedeutet nicht automatisch Romantik und anders herum lässt sich fraglos dasselbe behaupten.


    Wie definiert sich denn also Romantik? Nun, darum soll es unter anderem gehen.


    Ursprünglich bezieht sich Romantik auf eine stilistische Epoche. Aka die Epoche von Goethe und Konsorten. Ein Literaturstudent wird euch sicher ein bisschen was zu den Themen Landflucht, Sehnsucht nach Idylle, Abwendung von der Antike und den Antiken Stilistika und auch was von wegen Frühromantik, Spätromantik usw. erzählen. Ein paar werden damit sicher auch im Abitur gequält worden sein.


    Natürlich will ich hier aber nicht über die stilistische Epoche reden. ;)


    Stattdessen will ich über das „Genre“ reden, das wir im modernen Sprachgebrauch als „Romantik“ oder „Romanze“ bezeichnen. Wikipedia sagt dazu:


    Im allgemeinen Sprachgebrauch bezeichnen die Wörter Romantik und romantisch heute meist einen sentimentalen Zustand des Gefühlsreichtums, vielleicht auch der Sehnsucht. Typisch sind Wortverbindungen wie „romantische Stunden“ oder „romantisches Weinlokal“. Für eine „romantische Affäre“ hat sich das Wort Romanze eingebürgert, das ursprünglich die Literaturgattung Romanze bezeichnete. Auch in diesem Wort spiegelt sich der Werdegang der romantischen Idee von der historischen Epoche bis in die heutige Welt.


    Aber was ist für euch Romantik? Ist Romantik für euch etwas, das klar mit Liebe zu tun hat oder kann es auch etwas anderes sein? Sentimentalität? Idylle?


    Aber, Alaiya, hör ich euch sagen: Wäre dieses Topic nicht besser im "Unterhaltungsmedien"-Forum aufgehoben?


    Ähm, wenn es hierbei bleiben würde, dann ja. Aber ich möchte auch noch andere Themen ansprechen, die mit Romantik und dem, wie ihr es ein Geschichten einbaut zu tun haben. Dazu sei gesagt: Hier werde ich rein von der Romantik im Rahmen von Sexualität, Liebe und Beziehung reden - ich dachte nur die Einführung wäre eine Interessante Sache, um drüber nachzudenken.


    Und zwar möchte ich hier verschiedene Aspekte ansprechen.


    *räusper*



    1. Paar-Konstilationen


    Wenn man sich Filme und Serien anschaut, dann findet man bestimmte Konstilationen von Charakteren, die ganz offenbar in verschiedenen Genre bevorzugt als besonders "romantisch" gesehen werden. Ein Klassiker hier ist das noch recht unbedarfte, recht unschuldige Mädchen (bzw. junge Frau) und der Antiheld/Rogue, der sie beschützt und ihr hilft Selbstbewusstsein zu gewinnen. Ebenso werden mysteriöse Charaktere oft als besonders romantisch empfunden - wohl nicht zuletzt dadurch, dass diese recht deutlich eine Verwundbarkeit zeigen, wenn sie eine metaphorische oder wortwörtliche Maske fallen lassen.


    Gibt es bestimmte Charakterkonstilationen, die ihr besonders romantisch findet, bzw. die ihr - wenn ihr denn Romanzen schreibt - selbst oft verwendet?


    Ändert sich etwas an euren Vorzügen mit den Geschlechtern der Charaktere?


    Und gibt es bestimmte Konstilationen, die ihr gar nicht mögt und nie schreiben werdet?



    2. Kleine und große Gesten


    Ebenso üblich in literarischer Romantik sind "große" Gesten. Sei es, dass ein Charakter viel Geld für den Geliebten ausgibt, irgendeine große Sache baut, organisiert oder dergleichen, einen dramatischen Heiratsantrag macht oder eben auch regelmäßig sein Leben, seine Karriere oder was auch immer riskiert, um den Geliebten zu retten.


    Dagegen gibt es kleine Gesten. Kleine Geschenke und Aufmerksamkeiten. Zuhören. Die Schulter hinhalten. Eine Umarmung. Ein Kuss.


    Findet ihr so etwas - die großen oder die kleinen Gesten - romantisch? In wie weit baut ihr so etwas in eure Geschichten ein?



    3. Consent is sexy romantic


    Und dann noch eine andere Sache die ich ansprechen wollte. Consent, aka "Einverständnis". Denn ein weiteres Klischee - das mit den Gesten zusammenhängt - sind "gestohlene Küsse". Gerade im Anime/Manga Bereich sollten den meisten ein paar Szenen einfallen. Sei es Sindbad, der Jeanne in KKJ einfach küsst. Sei es Mamoru, der eine schlafende Usagi (noch bevor sie zusammen sind) küsst. Sei es ein Mädel, dass unseren Satoshi einfach küsst und dann davon rennt. Küsse, ohne Beziehung, bei denen ein Charakter kein Einverständnis gegeben hat und einfach einen Kuss aufgedrückt bekommt, sind im A/M Bereich sehr üblich und werden sehr oft als romantische Geste dargestellt.


    Mehr noch: Sobald wir uns in die an etwas ältere Leute gewandten Manga wenden, speziell auch Fujoshi-Manga, haben wir auch sexuellere Szenen die oft so ablaufen: "Nein. Nein. Lass das. Fass mich nicht da an. Nein. NEIN! Ja. Das ist gut. Mach weiter. Ich liebe dich." Egal ob Yosei, Seinen, Yaoi, Hentai... Ich glaube jeder, der ein wenig in den Sachen auch nur für jugendliche gelesen hat, wird da Szenen kennen. Auch hier: Es wird als romantisch dargestellt.


    Und in Filmen ist es auch nicht anders. Ich hatte letztens ein nettes Video darüber gesehen, wie Harrison Fords Charaktere sich regelmäßig ihren Love Interests aufdrängen, dies dann aber als romantisch dargestellt wird. Das hat sich seit damals nicht wirklich verändert.


    Jetzt könnte ich anfangen über sexuelle Belästigung und Vergewaltigung zu reden, aber ich glaube/hoffe ihr wisst alle, was ich sagen will.


    Findet ihr so etwas romantisch? Findet ihr, da es Fiktion ist, kann man über solche Implikationen hinweg sehen?


    Habt ihr solche Szenen selbst schon geschrieben? Wie viel ausdrückliches Einverständnis gibt es bei euch in romantischen oder auch sexuellen Szenen?




    So, das war's dann auch erst einmal für den Startpost.


    Bin mal gespannt auf die Antworten.

  • Hey :3


    Da ich gerade in der Literatur sehr gerne Romantik zwischen den Zeilen finde (anders gesagt: das Hauptgenre soll ein anderes sein, aber ich liebe es, wenn sich nebenbei etwas entwickelt. Darf auch lediglich bei Nebencharakteren sein und nur ab und an angedeutet werden) und allgemein selber ein Romantiker bin, möchte ich gerne auf die Fragen eingehen.

    Gibt es
    bestimmte Charakterkonstilationen, die ihr besonders romantisch findet, bzw. die ihr - wenn ihr denn Romanzen schreibt - selbst oft verwendet?

    Ja, ich mag es, wenn ein Partner, der selbstständige Mensch ist, der entweder nicht auf der Suche nach Liebe ist oder vielleicht sogar dieser bewusst aus dem Weg geht. Kein Einzelgänger, wirklich nur ein Mensch, der sehr gut auf eigenen Beinen stehen kann. Auch nicht verbittert, sondern vielleicht nur aus alltäglichen Gründen nicht an Romantik interessiert oder jemand, der es aktuell nicht vermisst, jemanden neben sich zu haben. Der andere Partner jemand, der sehr neugierig ist, sich schnell für andere Menschen begeistert. Offen für jede Erfahrung, also auch für romantische Gedanken, selbst wenn diese unrealistisch sind. Aber auch hier, nicht unbedingt zu verträumt oder ein hoffnungsloser Fall, sondern einfach jemand, der sich bewusst ist, dass man in vielen Menschen einen Seelenverwandten finden kann. Vielleicht kann man sich auch einiges schon denken, denn ein bisschen Klischee steckt in dieser Konstellation durchaus. Wer jetzt initiiert, das ist eigentlich meist eher spontan entschieden. Da gibt es für mich keine Vorliebe, da es einfach von der Geschichte selber abhängt. Es wird gemacht, was sich richtig anfühlt.


    Ändert sich etwas an euren Vorzügen mit den Geschlechtern der Charaktere?

    Ehrlich gesagt, bin ich ein totaler Versager, was geschlechtliche Unterschiede angeht. Selbst da, wo es biologisch und gesellschaftlich authentisch ist und nichts mit Stereotypen zu tun hat, weiß ich nicht, was ich tun soll, lol. Ich habe auch meistens keine Ahnung, welches Geschlecht meine Protagonisten haben. Einzige Story, wo das jemals klar war, war meine uralte Geschichte (hier nie veröffentlicht) zu meinem fiktiven Alter-Ego Cassidy (Cassidy entstand sogar vor dem Namen Cassandra!), weil ich halt weiblich bin und mich auch so identifiziere. Hier und da gab es love interests, meistens männlich, da das zu meiner damaligen Situation und Gedankenwelt passte. Aber eigentlich beliebig austauschbar, weil kein Mensch wirklich erkennen könnte, welches Geschlecht die haben. Oder alle sind weiblich. Ein Leser meinte mal, dass meine Protagonisten, bei denen ich kein Geschlecht erwähne, in seinem Kopf immer weiblich sind. Denke also, dass ich womöglich dazu tendiere, meine Verhaltensweisen und Gedanken zu stark auf die Figuren zu projizieren.

    Und gibt es bestimmte Konstilationen, die ihr gar nicht mögt und nie schreiben werdet?

    Mobbing-Pärchen. Nichts gegen Neckereien, aber sowas wie Wolfgirl and Black Prince oder Junjou Romantica finde ich absolut furchtbar. Mich reizt es zwar, solche Serien hin und wieder mal anzuschauen, aber sobald ich sowas selber schreibe, kriege ich eine Blockade. Da kann einfach nicht die Art von Romantik entstehen, die ich haben will. Erregung, Neugierde, Adrenalin - ja. Aber nicht Vertrauen und Hingabe und die sind mir sehr wichtig. Ich mag auch voneinander abhängige Pärchen nicht sonderlich. Einen Partner durch den anderen zu definieren, zerstört für mich auch die Romanze. Ich brauche den Hintergedanken, dass beide Menschen theoretisch ihr Leben auch ohne einander führen könnten und es wissen, aber sich dennoch entscheiden, miteinander zu sein. Das ist Romantik pur. ich mein, ein Mensch entscheidet sich bei dir zu sein, weil du du bist. Das ist so wow >///<

    Findet ihr so etwas - die großen oder die kleinen Gesten - romantisch? In wie weit baut ihr so etwas in eure Geschichten ein?

    Kleine; nichts gegen große. Die können auch schön sein. Aber ich liebe die kleinen, subtilen Gesten. Ich krieg auch immer Herzklopfen, wenn in einem Anime, einer heimlich etwas Gutes für den anderen tut und sich einfach still daran erfreut, dass er/sie den liebsten Menschen glücklich machen konnte. Also mehr Gesten, die sich um den anderen "kümmern".

    Findet ihr so etwas romantisch? Findet ihr, da es Fiktion ist, kann man über solche Implikationen hinweg sehen?


    Habt ihr solche Szenen selbst schon geschrieben? Wie viel ausdrückliches Einverständnis gibt es bei euch in romantischen oder auch sexuellen Szenen?

    Kann mich nicht daran erinnern, jemals eine Kuss/Sexszene zwischen einem Nicht-Pärchen in meine Geschichte eingebaut zu haben. Manche Notizen/Ideen/Gedanken, die das behandeln, haben entweder tatsächlich eine verbale Aussage/Frage diesbezüglich drin oder zumindest dieses Zögern/Innehalten und Abwarten und Interpretieren von Blicken. Manchmal mag ich einfach keine Worte, aber arbeite gerne mit Berührungen mit Händen oder im Gesicht. Oder, was ich auch mag: Zwar ergreift der eine Partner die Initiative, hält aber eben inne oder zögert vor dem eigentlichen Kuss und der andere Partner macht den nächsten Schritt (auf ihn/sie zu). Ich finde die verbale Einverständnis aber sehr süß/romantisch. Das zieht die elektrisierte Situation etwas mehr in die Länge, imo. Kann außerdem eine sehr süße und etwas verletzliche Seite am Protagonisten offenbaren.

  • Ich krieg auch immer Herzklopfen, wenn in einem Anime, einer heimlich etwas Gutes für den anderen tut und sich einfach still daran erfreut, dass er/sie den liebsten Menschen glücklich machen konnte. Also mehr Gesten, die sich um den anderen "kümmern".

    Das finde ich persönlich auch immer wichtig zu betonen, dass selbst kleine Gesten (und wenn sie im ersten Moment noch so unscheinbar sind) für ein besseres Miteinander sorgen, ganz egal ob es da nun um eine romantische Beziehung geht oder nicht. Die großen Gesten werden ja gerne mal aufgebauscht und sind am Ende vielleicht auch überwältigend, aber das kommt ja nicht so oft vor. Die kleinen Gesten sind in der Regel wirklich etwas von vergleichweise wenig Aufwand, womit man dem anderen auch eine Freude machen kann.


    Die Definition von Romantik ist für mich in erster Linie eine Frage des Kontexts. Eine Beziehung zwischen zwei Charakteren kann romantisch sein, wie auch eine Szene unter einem Baum beim Picknick; eben etwas Schönes und Ruhiges. Meist verbinde ich damit aber die Beziehung und rein von der Geschlechterwahl ist es mir relativ egal, wer sich da nun gefunden hat. Es zählt der Gedanke, zusammen zu sein und sich zu verstehen und das kennt beinahe keine Grenzen. In meinen Geschichten habe ich solche Beziehungen bisher aber fast immer nur angedeutet, um die Interpretation dem Leser zu überlassen. Ich find's nämlich spannend, anhand der Dialoge und der Beschreibung der Szenen zu erkennen, ob da nun mehr dahintersteckt oder nicht, weil Liebe und Romantik auch etwas Subtiles sein sollten. Das kommt alles schleichend und genauso finde ich, sollte das dem Leser übermittelt werden, anstatt einfach den Fakt ins Gesicht zu knallen, dass die beiden verliebt sind. Man zeigt das ja nicht in jeder Szene, sondern eher in besinnlichen Momenten.


    Im Sinne der Romantik würde ich nie über ein Pärchen schreiben, das einfach nicht zueinander passt. Also Charaktere, bei der einer den anderen nur ärgert und eigentlich nichts von ihm will. Auf Dauer ist das einfach nur ermüdend und man weiß halt auch nicht, wie da je etwas entstehen könnte. Entweder harmonieren die Charaktere von Anfang an oder sie tun es nicht.

  • Romantik ist immer ein Thema, das mich in Geschichten beschäftigt und mehr oder weniger einen wichtigen Teil für mich ausmacht. Selbst wenn es „nur“ am Rande behandelt wird, so kann einfach enorm viel mithilfe von Liebe und der Romantik verändert oder beeinflusst werden beim Leser, deshalb freue ich mich meistens durchaus, wenn die Liebe ihren Weg auf die unterschiedlichsten sowie verrücktesten Wege in eine Story schaffen. Für mich persönlich gehört Romantik irgendwie immer in meine Geschichten, wenn ich mich mal an einem längeren Projekt versuche zumindest, in irgendeiner Form dazu. Ich beschäftige mich gerne damit, selbst wenn es „kitschig“ wird, und sehe in Anime und Büchern sehr gerne die unterschiedlichsten Ansätze. Sollte dazu sagen, dass ich „Klischee“ einfach nicht leiden kann als Ausdruck, auch wenn ich ihn selbst manchmal verwenden muss, weil er so negativ behaftet ist und vieles vielleicht häufig verwendet wird oder ähnlich ist, es dadurch aber nicht zwangsläufig weniger schön sein kann. Einfach darauf einlassen hilft oftmals schon!


    Aber was ist für euch Romantik? Ist Romantik für euch etwas, das klar mit Liebe zu tun hat oder kann es auch etwas anderes sein? Sentimentalität? Idylle?

    Für mich ist Romantik einfach wandelbar und beschäftigt sich mit Liebe und Zuneigung, wobei es nicht immer die Facette der Liebe mit sich tragen muss, aber in den meisten Fällen besteht für mich da eine Verbindung. Sei es Liebe in Bezug auf einen Menschen oder Gegenstand, Liebe für die Veränderung oder etwas Ähnliches. Da steht der romantische Gedanke gleich mit darin, zumindest fühlt es sich für mich so an. Romantik kann so vieles sein und das ist es auch für mich, nämlich wandelbar und in etlichen Formen kann es auftreten, selbst wenn diese Formen noch so subtil und winzig wirken, so kann es sich in derartigen Formen manifestieren, dass eine Umarmung bereits ein gigantischer Schritt innerhalb eines Werkes sein kann, obwohl es für viele so natürlich und alltäglich wirkt, kann es für manche ein inniges Zeichen der Romantik und Zuneigung sein. Trotzdem muss nicht jede Art von Liebe romantisch sein, bekanntlich hat die Liebe unterschiedliche Facetten.


    Gibt es bestimmte Charakterkonstilationen, die ihr besonders romantisch findet, bzw. die ihr - wenn ihr denn Romanzen schreibt - selbst oft verwendet?

    Ich bin bei den Konstellationen gar nicht so anspruchsvoll oder Ähnliches, da bin ich offen und es stört mich gar nicht, irgendwelche Stereotypen zu nutzen oder zu sehen. Ich finde eigentlich immer interessant, wenn die weibliche Person mental oder allgemein stärker ist, oder aber auch verführerische/geheimnisvolle Charaktere allgemein, die dann entsprechend ihren Partner finden. Ich mag es sowieso mehr, wenn der männliche Charakter verträumt, ruhiger ist und eher selten, wenn er ein Rebell ist (es sei denn, es ist wirklich gut gemacht). Nicht, dass der männliche Part verweichlicht oder in gewisser Weise ständig abhängig von anderen ist oder nichts alleine hinbekommt, sondern einfach ein Charakter, der manchmal auch Hilfe braucht und verträumt, fröhlicher Natur ist. Irgendwie fallen mir gerade nicht die typischen Paare ein, leider. Von Mauerblümchen bis hin zur Rebellin bin ich da offen, woraufhin der männliche Charakter eher für mich dann der liebliche Part ist und ich wohl zur Rebellin tendieren würde als Partnerin. Erinnert mich gerade an die („freundschaftliche“) Beziehung zwischen Rock und Revy aus Black Lagoon, auch wenn ich den Anime noch nicht gesehen habe, haha. Aber allgemein habe ich sonst keine Präferenzen in meinen Werken, weil ich das spontan entscheide und dann die Story für mich die Charaktere zusammenführt oder eben nicht, hu. Ich weiß jetzt schon, dass mir im Nachhinein wieder Aspekte einfallen werden, aber natürlich komme ich jetzt nicht drauf…x)


    Ändert sich etwas an euren Vorzügen mit den Geschlechtern der Charaktere?

    Auf die Frage kann ich gar nicht so genau eingehen, möglicherweise unterbewusst, haha. Bin bei dem Punkt sicherlich sehr schlecht, hu.


    Und gibt es bestimmte Konstilationen, die ihr gar nicht mögt und nie schreiben werdet?

    Ich hasse es, wenn der (meist männliche) Partner eine „Macho-Rolle“ einnimmt und seinen Partner ausnutzt, betrügt, runterzieht oder ähnliche negative Positionen einnimmt, statt ihr/ihm etwas Gutes zu tun. Spaß und Kleinigkeiten sind eine Sache, aber wenn es dann um die Frage von Polygamie oder Ähnlichem geht, dann bin ich da wohl zu altmodisch angehaucht, lol. Für mich sollte der Partner kein permanentes Problem oder negativen Part im Leben seines Gegenübers einnehmen, sondern eben im Zeichen der Liebe handeln, deshalb stehe ich auf diese gezwungenen oder Frustbeziehungen so gar nicht, die so manche Charaktere, meist Erwachsene, in Film und Fernsehen einnehmen. Ich möchte sowas persönlich gar nicht in meinen Werken einbringen, vor allem nicht bei Protagonisten. Bin dem gegenüber sehr abgeneigt.


    Findet ihr so etwas - die großen oder die kleinen Gesten - romantisch? In wie weit baut ihr so etwas in eure Geschichten ein?

    Die Frage/Thematik fand ich gleich am sympathischsten in deinem Topic hier, haha. Hat mich sozusagen angezogen. Für mich sind die kleinen sowie großen Gesten definitiv beide extrem wichtig, wobei meistens viele kleine Gesten irgendwann zu einer großen, vielleicht der größten, Geste in einem Werk zusammenlaufen. Die großen Gesten sollten extrem vorsichtig und selten eingebaut werden, während die kleinen Gesten mit Bedacht und bestmöglichen Timing eingebaut werden sollten. Alles von Charakteren und Story natürlich abhängig, aber manche Charaktere können mit einer kleinen Gesten bereits eine große Veränderung bewirken, die die betroffene Person verändert, bestärkt oder vergleichbares. Nicht das beste Beispiel, aber es fällt mir jetzt gerade ein, nämlich in der Serie Scrubs damals. Ein Schulterklopfen oder „gut gemacht“ von Dr. Cox konnte bereits weitaus mehr bedeuten, als es den Anschein hat. Diese kleinen Gesten hatten eine Bedeutung, die für Außenstehende relativ unbedeutend erschienen, aber wenn man die Story eben verfolgte, durchaus mehr Inhalt trugen. Deswegen favorisiere ich immer mehr die kleinen Gesten, die mehr Tiefe und Spannung beinhalten. Wenn ein Charakter sich an eine Kleinigkeit erinnert, die für alle unbedeutend erscheint und schnell vergessen ist, dann kann die betroffene Person diese simple Erinnerung als eine schöne Geste wahrnehmen. Besonders schwerdurchschaubare, düstere Charaktere bedienen sich der unscheinbaren Gesten, die auf einer Ebene so viel aussagen können. Ich versuche zukünftig, die kleinen Gesten in meine Werke einzubauen und so wenig große Gesten wie möglich zu verwenden. Auch wenn es, meiner Meinung nach, schwerer ist, die kleinen Gesten einzubauen. Sie müssen genau passen, damit die Wirkung sich voll entfesseln kann. Sie müssen angemessen sein, fast schon alltäglich, simpel wirken. Genau auf die Charaktere eingestimmt und wenn das gelingt, dann entfesselt die Geste seine volle Wirkung und trägt dazu bei, die Beziehung zu vertiefen sowie zu verstärken. Bedarf gewisser Übung und Überlegung, aber die kleinen Gesten lohnen sich und deshalb favorisiere ich sie definitiv immer mehr, auch wenn die großen Gesten ebenfalls dazugehören. Speziell sind hier wohl auch die Gesten, die andere gar nicht mitkriegt, nämlich die, wie Cassandra schon erwähnte, an denen sich die Person heimlich erfreut, dass sie die betroffene Person glücklich machen konnte.


    Findet ihr so etwas romantisch? Findet ihr, da es Fiktion ist, kann man über solche Implikationen hinweg sehen?


    Habt ihr solche Szenen selbst schon geschrieben? Wie viel ausdrückliches Einverständnis gibt es bei euch in romantischen oder auch sexuellen Szenen?

    In Anime/Manga und allgemein Fiktion finde ich die Implikationen meist süß und akzeptabel, weil es eben grundsätzlich als süß und angenehm letztendlich eingesetzt wird, sodass es diese negativen Aspekte nicht groß zulassen. Natürlich sollte man da, vor allem in einer Gesellschaft wie unserer, heutzutage durchaus vorsichtig sein, wenn man solche Sachen einbringt, hu. Dennoch kann man bei Küssen sowieso drüber hinwegsehen, wenn es nicht zu zufällig und merkwürdig wird. In gewisser Weise kann es romantisch werden und manche Charaktere benötigen die Spontanität, um auszubrechen, um etwas in der Beziehung zueinander zu verändern. Gibt sicherlich Szenen, wo ich diese Implikationen unterstütze, bei so manchen Charakteren gefühlt allerdings nicht, kommt wohl auch auf die Sympathie bezüglich des Charakters an, haha. Bei sexuellen Inhalten wäre ich persönlich immer vorsichtig, da ist die Grenze höher und auch wenn es an sich romantisch gemacht ist, wäre sowas für mich nicht so wirklich was. Die Berührung und dann der Umschwung von Abneigung zu Vergnügen daran ist zwar ganz süß gemacht teilweise, aber ich bin da kein Fan von. Je nachdem natürlich, hu. Ich habe da selbst nicht dran gedacht, aber das, was Cassandra geschrieben hat, dem würde ich auch zustimmen. Die Initiative ergreifen, aber der schnelle Umschwung zur Unsicherheit, weil er/sie auf das Einverständnis wartet, was sich nicht immer in Form von Worten, sondern Berührungen, Lächeln und Ähnlichem zeigt. Schwiegen kann Bände sprechen. Diese zärtliche Zustimmung im hitzigen Moment, das kann auf jeden Fall pure Romantik erzeugen, auch wenn ich der Verführung nicht abgeneigt bin, würde ich aus romantischer Sicht die stille, in einem Schwächemoment erzeugten Unsicherheit, Zustimmung bevorzugen. Der Kuss auf jeden Fall interessant, bei sexuellen Akten, wenn es intimer wird, da bin eher abgeneigt. Ich selbst habe diesbezüglich noch nichts geschrieben, weiß aber auch nicht, ob ich zukünftig in der Richtung etwas schreiben möchte/würde. Komplett abgeneigt bin ich definitiv nicht und würde wohl zu einer romantischen Variante tendieren.


    Das waren dann auch schon meine verwirrten Gedanken. Ich habe sicherlich einiges vergessen, leider, aber hoffentlich nichts Wichtiges zumindest, haha. Aus dem Topic habe ich interessante Gedanken mitgenommen und mir auch Gedanken selbst machen können, deshalb vielen Dank für das Topic und eines meiner liebsten Themen. ^-^

  • Aber was ist für euch Romantik? Ist Romantik für euch etwas, das klar mit Liebe zu tun hat oder kann es auch etwas anderes sein? Sentimentalität? Idylle?


    Es ist schwierig zu definieren, was Romantik ist, aber ich weiß, dass ich kleine und subtilere Gesten viel berührender finde als Große. Es kommt natürlich immer auf die Situation an, aber große Gesten können schnell kitschig werden, was in Maße auch nicht schlimm ist. Manchmal sind Paare halt ein wenig kitschig miteinander, aber der Grat ist eben schmal.


    Ich könnte leichter beschreiben was Kitsch ist: Total überzogene Gesten und Worte, die den Leser davon überzeugen sollen, dass die beiden ein (meistens dramatisches) großartiges Liebespaar sind, aber nichts außer der Kitsch bei mir ankommt, weil sich beide nicht so anfühlen. Zu große Worte sind meistens eh cringey, lieber man lässt subtilere Taten sprechen.



    Gibt es bestimmte Charakterkonstellationen, die ihr besonders romantisch findet, bzw. die ihr - wenn ihr denn Romanzen schreibt - selbst oft verwendet?


    Zu allererst, was mir am wichtigsten sind, sind Partner auf Augenhöhe. Also schonmal keinerlei Art von Machtgefälle und etwas Missbräuchlichem.
    Mir ist wichtig, dass eine tiefe Freundschaft beide verbindet und eben auch an erster Stelle steht, noch vor romantischen und sexuellen Gefühlen und viel Vertrauen und ein Verständnis (also nicht im Sinn von Nachsicht, sondern wissen, wie der andere ist) füreinander herrscht. Ich denke, dann bekommt man auch nicht zu viel Kitsch ab, weil halt nicht zu viel Süßholz geraspelt wird und sich die beiden wahrscheinlich auch aufziehen, sich kabeln werden, streiten und einfach insgesamt einander gegenüber natürlicher verhalten werden, als ein Paar, das viel mehr auf romantischer Anziehung basiert als auf alles andere. Das Ganze setzt eben auch voraus, dass sie sich bereits länger kennen und es sich langsamer entwickelt, noch bevor romantische Gefühle dazukommen oder schon da waren und beide zusammenkommen.
    Ich hab in vielen Fällen auch eine Schwäche für childhood friends. x3 Nicht in allen, aber oft schon. Allerdings hab ich es lustigerweise noch nicht geschrieben lol. Die Konstellation kam einfach bisher nicht zu Stande, weil ich für die Charas bisher andere Pläne hatte.


    Ansonsten mag ich schon Charakterkonstelleation mit widersprechenden und vollkommen unterschiedlichen Eigenschaften. Die haben einfach mehr Feuer und ergänzen sich einander besser, als Paare, die einander zu ähnlich sind. Außerdem können sie sich gegenseitig ausbremsen oder anstacheln, je nachdem. XD


    Ansonsten ist das eher eine Eigenschaft, die ich am meisten an vielen Charakteren schätze: Loyalität bzw. auch eine Bereitschaft sich aufzuopfern und nicht immer nur an sich zu denken, was eigentlich mit Vertrauen Hand in Hand geht, einfach jemand anderen über sich zu stellen, weil ich nicht denke, dass Egoisten überhaupt fähig sind ernsthaft zu lieben. Ich meine verlieben mit Schmetterlingen im Bauch ja, aber sobald es ernst oder nur etwas schwieriger wird, denken sie wieder an sich.
    Was ich hingegen wieder vollkommen verständlich und in Ordnung finde ist, wenn ein Charakter in der Form egoistisch ist, dass er zuerst an sich UND an die engsten Menschen um ihn herum denkt. Das ist irgendwo auch Egoismus, aber eine viel sympathischere Form.
    Okay, DAS könnte man jetzt als große Geste einordnen, aber ich denke, dass man das auch unkitschig hinbekommt.



    Ändert sich etwas an euren Vorzügen mit den Geschlechtern der Charaktere?


    Ja, ich mag unheimlich gern Boys Love, wie die meisten hier schon wahrscheinlich mitbekommen haben. XD Natürlich bin ich auch Het und Girls Love nicht abgeneigt, aber naja... ich weiß gar nicht, wie ich das erklären soll. Boys Love hat eine spezielle Schönheit? :heart:
    Allerdings nur unter gewissen Umständen und natürlich bin ich auch nicht mit allen Paaren einverstanden. Bin da eigentlich sehr picky.



    Und gibt es bestimmte Konstilationen, die ihr gar nicht mögt und nie schreiben werdet?


    Absolut missbräuchliche Beziehungen: Was @Cassandra bei Junjou Romantica als "Mobbingbeziehung" beschreibt empfind ich eher schon als Missbrauch, weil der Anime halt typisch in Uke- und Seme-Klischees verfällt und nicht auf Augenhöhe sind, daher einer mehr Einfluss und Kontrolle in der Beziehung hat als der andere.


    Ich will nichtmal sagen, dass Beziehungen zu 100 % "gesund" sein müssen. Jeder Mensch hat dutzende Schwächen und Eigenheiten und wenn man jemandem nahekommt, addieren sich diese eben und man steht automatisch vor einigen Problemen, auch solchen, die vll. ein wenig fragwürdig für andere sind, aber für die beiden gut funktionieren und sie gern damit leben.
    Ich werd bei sowas erst empfindlich, wenn es sich in ein arges Extrem entwickelt. Normalere Level von Eifersucht sind zB. normal, aber ein Kontrollwahn ist dann ein rotes Tuch.


    Deshalb will ich nichtmal sagen, dass ich mehr oder weniger ein bisschen Abhängigkeiten abgeneigt bin, solang beide noch einzelne Persönlichkeiten sind.
    Es kommt halt auf die Welt an, in der es spielt. Wenn man in einer shitty world lebt (warte, TvTropes nennt es Crapsack World, seh ich grad), oder nur die persönlichen Umstände der beiden dementsprechend scheiße sind, was machst du in deinem Leben sonst noch so Wichtiges, als jemanden oder eine handvoll Personen zu beschützen, die du liebst / dir wichtig sind? Es hängt wirklich von den äußeren Lebensumständen ab, wie ich sowas wahrnehme. Obwohl es mir auch da wichtig ist, dass sie sich einander noch widersprechen und sich wegen Meinungsverschiedenheiten streiten und halt nicht "eine Person" werden.
    Und eine ganz kleine Spur Irrsinn gehört vll. einfach auch zur Verliebtheit dazu.


    Auch das Gegenteil, ZU kitschige Paare, geht mir am Nerv. Das sind die Autoren, die ganz pingelig drauf schauen, dass die Beziehung beider Charaktere ja vollkommen gesund rüberkommt und diese immer nur sweettalk betreiben, sich nie streiten, nichtmal necken und absolut langweilige Diabetes sind. ^^" Schön, dass sie gut füreinander sind (was ich so nichtmal sagen will, wenn man nie herausgefordert wird) aber ihr seid Schlaftabletten. XD Das wirkt dann so... steril? Nie Zankerein, nie Eifersucht, nie ein "was hast du da gemacht, Idiot!?", nie ein Verhalten, das einen ein klein wenig schlucken lässt und immer nur eine vorbildliche Beziehung. Paare, die immer alles richtig machen, sind eben wie Charaktere an sich auch, die ständig vorbildlich sind und alles richtig machen...
    Daher schreib und mag ich eigentlich auch weniger Paare, die sich einander zu ähnlich sind.
    Ich glaub, ich empfind Paare dann als zu kitschig, wenn sie nie Späße miteinander treiben und locker miteinander sind, auch nur vertraute (nicht überdramatisierte) Gespräche führen, aber Drama drum machen endlich zusammen zu sein zu können / dürfen / whatever. Da denk ich mir: Wieso wolltet ihr so dringend zusammen sein? Ihr werdet eh noch vor dem nächsten Silvester wie ein altes Paar, das sich nichts mehr zu sagen hat. XDD


    Und natürlich Instalove. Gibt kaum was Schlimmeres. Es ist nichts romantisch daran so zu tun, als könnte man nach fünf Minuten nicht mehr ohneeinander leben, ohne den anderen zu kennen. Das ist eher albern und ich bin froh, dass der Trope langsam am Aussterben ist. Mehr als ein "Hey, der / die ist süß, ich könnt dich mögen", ist im ersten Moment einfach nicht drinnen.



    Findet ihr so etwas - die großen oder die kleinen Gesten - romantisch? In wie weit baut ihr so etwas in eure Geschichten ein?


    Wie schon gesagt, die Subtileren und Kleineren, weil sie ehrlicher und echter wirken. Zu viel und manche großen Gesten können schon fast peinlich werden, wenn sie total überzogen sind.
    Außerdem denk ich, dass sich Liebe vor allem durch Taten und dem Gesamtbild, das man von beiden gewinnt, beweist.



    Findet ihr so etwas romantisch? Findet ihr, da es Fiktion ist, kann man über solche Implikationen hinweg sehen?
    Habt ihr solche Szenen selbst schon geschrieben? Wie viel ausdrückliches Einverständnis gibt es bei euch in romantischen oder auch sexuellen Szenen?


    Unpopular opinion: teilweise, bei kleinen Dingen schon. Ich finde es wirklich nicht schlimm, wenn jemand ohne Gerede drum herum geküsst wird. Vor allem, wenn man als Leser bereits seit etlichen Kapiteln merkt, dass von beiden Seiten Gefühlen da oder sie einander zumindest nicht abgeneigt sind, können "Überraschungsküsse" süß sein. Alles davor totzureden oder in einer langsamen Szene klarzumachen und diese Überraschungsmomente vollkommen zu streichen, finde ich langweilig.


    Der niedlichste oder die niedlichsten solche Momente waren beide Küsse zwischen Shion und Nezumi aus No. 6. Wenn das nicht so plötzlich gekommen wäre, wäre einiges in beiden Momenten verloren gegangen.
    Da ich sowieso fast nur Paare mag, bei denen beide auf Augenhöhe sind, geh ich stark davon aus, dass der andere den Schneid hat etwas zu sagen, wenn ihm etwas nicht passt und das dementsprechend durchsetzen kann. Dann ist's zwar schon geschehen, aber so eine Kleinigkeit traumatisiert Leute nunmal auch nicht. ^^"



    Bei den beiden zB. hab ich auch aus diesem Grund kein Problem gehabt, dass sie sich bei ihren Meinungsverschiedenheiten mehr oder minder prügeln, zumindest hatte das Ganze mehr Feuer. XD Auseinandersetzungen dürfen in speziellen Fällen auch (leicht) physisch sein, wenn ich nicht das Gefühl habe, dass einer vor dem anderen Angst hat oder ihm unterlegen ist. Ich mein jetzt nichts, was ernsthafte Verletzungen verursacht, sondern ein Beispiel wie oben beschrieben und eben sanftere Dinge wie jemanden etwas grober an der Hand und Schultern nehmen oder so.
    In einer Geschichte selbst wirkt es dann eben doch ein Stückchen anders als in der Realität und ich denke, gerade mit Boys Love kann man das leichter machen... aber auch bei heterosexuellen und wenn ich Girls Love sehe, habe ich bis zu einem gewissen Grat kein Problem mit Kleinigkeiten. Da kommt es eben nur drauf an.
    Wenn du von einem Charakter allerdings den Eindruck eines (psychisch und physisch) zerbrechlichen Püppchens bekommst, dann schon.
    Also insgesamt hängt viel von den beiden Persönlichkeiten und ihrer Beziehung zueinander ab.


    Bei Intimerem bin ich allerdings schon happig und kaum etwas kann eine Beziehung so schnell und arg verderben, wie etwas sexuell Aufgezwungenes. Auch deshalb, weil der andere dann schon ganz bewusst mitbekommt, was sein Crush / Partner will oder nicht. Bei einem kurzen Überraschungskuss muss er eben die erste Reaktion abwarten, aber bei diesen Fast-Rape-Szenen *hust* Junjou Romantica* sieht er die Reaktion schon sehr deutlich und entscheidet sich diese zu ignorieren. Es gibt keine größeren Arschlöcher und wenn derjenige behauptet, er würde den anderen lieben, kann ich es selbstverständlich nicht mehr glauben.


    Zitat von musicmelon

    In Anime/Manga und allgemein Fiktion finde ich die Implikationen meist süß und akzeptabel, weil es eben grundsätzlich als süß und angenehm letztendlich eingesetzt wird, sodass es diese negativen Aspekte nicht groß zulassen. Natürlich sollte man da, vor allem in einer Gesellschaft wie unserer, heutzutage durchaus vorsichtig sein, wenn man solche Sachen einbringt, hu.

    ^ This. Allerdings werd ich jetzt nicht vorsichtiger werden bei dem, was ich schreibe. Ich schreib, was sich für mich richtig anfühlt.


    Zum Beispiel fand es jemand nicht in Ordnung wie mein erster Kuss abläuft, aber ich muss zu meiner Verteidigung sagen, dass er von den beiden bisher noch nicht mehr gelesen hatte, als die Szene und ich ihm kein Vorwissen gegeben habe. Die läuft so ab, dass Sinan im Eck seines Bettes sitzt, also an die Wand gelehnt (& einen gebrochenen Arm hat, was denjenigen, der die Szene gelesen auch gestört hat) und für seine Verhältnisse sehr nervös und etwas unsicher ist, weil sich Chris ihm nach einem vetrauteren Gespräch nähert. Allerdings find ich wichtig, was der Leser hoffentlich davor von beiden erfährt, also dass sie sich seit einem halben Jahr oder mehr da kennen, sich Sinan wirklich zu helfen wüsste und auch nicht auf den Mund gefallen ist, Chris total gutmütig und liebevoll. Zudem ist es nicht wirklich ein Überraschungkuss, da er ihm langsam näherkommt.
    Aus dem Kontext herausgerissen fand der eine, der die Szene gelesen hat, es wohl aber als aufdringlich.
    Also: Charakter- und Beziehungskontext ist alles. XD
    Der zweite Kuss kommt plötzlicher, auf einem Kampffeld, nachdem sie einen gefährlichen Kampf überstanden haben und er geht diesmal von Sinan aus. Da rauscht noch das Adrenalin durch ihn und er tut eben das, was ihm als Erstes in den Sinn kommt.


    Ich meine, je länger sie sich kennen, desto weniger Skrupel haben sie sich auf bei Streiterein zB. etwas herumzustoßen etc... und wie gesagt, mit Boys Love kann man das etwas besser machen.


    Bei Vincent und Jenny ist es schwieriger zu sagen, da sie zu Beginn seit einem Jahr zusammen sind, aber ich hab meinen Headcanon, dass es ein Überraschungskuss war, als er auf Aria, seinem riesigen Adlertiergeist, aufgestiegen ist, sie Aria zurückgehalten, ihn am Kragen seines Pullis nochmal runtergezogen und geküsst hat, weil... ¯\_(ツ)_/¯ ?
    Es ist ihr gerade eingefalle und sie dachte, es wäre romantisch und witzig ihn so zu irritieren?
    Nachher macht sie sich drüber lustig und trollt ihn später immer wieder, weil Aria und er etwas tollpatschig und irritiert abheben. :D Da waren sie aber auch schon länger befreundet.


    Fragen wie "Darf ich dich küssen?" oder langsam näherzukommen können auch süß sein, das ist aber etwas interessanter.


    Zitat von Cassandra

    Das ist Romantik pur. ich mein, ein Mensch entscheidet sich bei dir zu sein, weil du du bist. Das ist so wow >///<

    Awww! :heart:

  • Dann antworte ich auch einmal selbst :)


    »Aber was ist für euch Romantik?«


    Ich würde sagen, ich sehe Romantik prinzipiell erst einmal als etwas, das mit positiven Gefühlen eines Charakters für etwas oder jemanden in seiner Umgebung zu tun hat. Meistens jemand, den der Charakter liebt, aber auch tiefe Freundschaft oder eine tiefe Verbundenheit (auch zu einem Ort) kann etwas romantisches haben. Dennoch würde ich, wenn ich das Wort "Romantik" höre, immer als allererstes an etwas im Rahmen einer Beziehung denken. Dahingehend prägt halt die Sprache ja auch. Immerhin unterscheiden wir ja im sprachgebrauch auch ziwschen romantischer und platonischer Liebe - wobei wir mit romantischer Liebe eben die "wir haben eine Beziehung" Liebe meinen.



    »Gibt es bestimmte Charakterkonstilationen, die ihr besonders romantisch findet, bzw. die ihr - wenn ihr denn Romanzen schreibt - selbst oft verwendet?«


    Nun, ich habe einen faible für Charakterkonstellationen, in denen ein Charakter Schwierigkeiten hat, sich die Gefühle einzugestehen, z.B. weil der Charakter eigentlich keine Beziehung will oder sich recht erfolgreich eingeredet hat, dass er/sie niemals mit so etwas glücklich werden könnte, während der Partner ihn/sie dann langsam auftaut. Dafür habe ich in der ein oder anderen Variante eigentlich schon immer einen Faible gehabt. :P Bonuspunkte, wenn der Charakter mit den Schwierigkeiten weiblich ist. Ich mag es sorum bei weitem lieber, als wenn das Mädel den Kerl auftaut.


    Ich bin außerdem ein Fan von Beziehungen, die sich aus Freundschaft heraus ergeben. Das hat so etwas natürliches und erlaubt es außerdem, dass die Charaktere wirklich miteinander reden können und einander wirklich kennen lernen.



    »Ändert sich etwas an euren Vorzügen mit den Geschlechtern der Charaktere?«


    Nicht wirklich. Ich habe genau so einen Faible für solche Beziehungen, wenn die beiden Charaktere weiblich sind und ein Mädel das andere auftaut :D Ist für mich genau so valide, als wenn ein Kerl derjenige ist, der es schafft ihr Herz zu öffnen. Mit zwei Mädels finde ich es auf jeden Fall fluffiger, aber es hat ebenso etwas mit einem Kerl, der ein Mädel auftaut.



    »Und gibt es bestimmte Konstilationen, die ihr gar nicht mögt und nie schreiben werdet?«


    Ich finde (mittlerweile) Paare, wo es einen enormen Unterschied in der Macht innerhalb der Beziehung gibt. Das bedeutet nicht zwangsweise, dass ich etwas gegen Beziehungen habe, wo die Macht außerhalb sehr unterschiedlich ist (aka wenn einer Superkräfte/Magie hat, der andere nicht o.ä.), aber wenn innerhalb der Beziehung ein Machtungleichgewicht herrscht, finde ich es schlimm. Mit so einem Machtunterschied meine ich diverse Sachen: Der eine Charakter hat Einfluss über den anderen (Lehrer/Schüler, Boss/Angestellter, aber auch bspw. durch Erpressung oder weil ein Charakter bspw. magisch an den anderen gebunden ist) oder Charakterlich ist es zu ein großer Unterschied dahingehend, dass der eine Charakter immer nickt und duckt, wenn der andere etwas möchte, nicht aus dem Wunsch, es zu tun, sondern weil ihm Selbstbewusstsein fehlt. Das muss in dem Fall der andere Charakter nicht mal ausnutzen, aber wenn es eben die Grundlage ist...


    Übrigens finde ich auch Paare unmöglich, wo ein enormer Unterschied in Intelligenz und Interessen besteht. In beiden Fällen effektiv aus demselben Grund: Es fehlt den Paaren etwas, worüber sie reden können, und damit - in meinen Augen - eine Grundlage für eine Beziehung.



    »Findet ihr so etwas - die großen oder die kleinen Gesten - romantisch? In wie weit baut ihr so etwas in eure Geschichten ein?«


    Ich bin auch definitiv eher bei den kleinen Gesten - soweit schon, dass mich große Gesten oftmals eher aufregen. Vielleicht liegt das aber auch daran, dass große Gesten oftmals in den Medien, die ich Konsume, nach hinten losgehen xD" Das könnte jedenfalls sein.


    Aber generell, ich finde kleine Gesten viel schöner. Halt kleine Aufmerksamkeiten, ein wenig miteinander verbrachte Zeit, wenn einer dem am Gesicht abliest, was er gerade braucht (und sei es eine Runde Ganger verprügeln...) *hüstel* Ja, finde ich einfach... Romantischer.



    »Findet ihr so etwas romantisch? Findet ihr, da es Fiktion ist, kann man über solche Implikationen hinweg sehen?«


    Nein, ich finde so etwas nicht (oder zumindest nicht mehr) romantisch und ich kann auch nicht darüber hinweg sehen, nur weil es Fiktion ist. Für mich ist das schon der erste Schritt in Richtung "Rape Culture" und ich fand es ehrlich gesagt sehr erschreckend, als mir bewusst wurde, wie nahe diverse Romantikszenen, die ich immer mochte, an Vergewaltigung dran sind. Das gilt besonders im Manga-Bereich, wo ich früher recht viel Erotik gelesen habe - Erotik, die beinahe immer damit anfängt, dass der immer deutlich dominantere Charakter sich dem anderen Charakter aufdrängt, bis der es am Ende auch will. Sowohl in Yaoi- als auch im bekannten Smut-Bereich (hallo, Mayu Shinyu) ist diese Darstellung sehr prävalent.


    Während ich IRL persönlich nicht einmal etwas gegen ungefragte Küsse habe (solange die Mundhygienge stimmt), bzw. eher der Meinung bin, dass dies nicht so dramatisch ist, finde ich aber auch so etwas in Geschichten nicht okay. Vor allem, da ich weiß, dass ich doch eher die Ausnahme mit meiner Einstellung bzgl. solchen Dingen bin und es viele Leute gibt, die so etwas ekelig finden. Entsprechend finde ich es nicht okay, in dem Bereich diesen "Nein heißt Ja" Mythos verbreitet.


    Vor allem finde ich das nicht süß, niedlich oder gar romantisch.



    »Habt ihr solche Szenen selbst schon geschrieben? Wie viel ausdrückliches Einverständnis gibt es bei euch in romantischen oder auch sexuellen Szenen?«


    Früher, als ich als Teenager noch sehr davon beeinflusst war, was ich so in Manga gelesen habe, gab es bei mir mehrfach Szenen, die in dem Stil abliefen. Ich erinnere da nicht zuletzt an die erste "Sexszene" (die alles in allem sehr Lime war), die ich je geschrieben habe, die im besten Mangastil abläuft: Die beiden Charaktere haben einen an sich zärtlichen Moment, sie küssen sich und dann beginnt er sich ihr sexuell aufzudrängen, wobei sie erst einwilligt, dann aber die Einwilligung zurückzieht, was ihn aber nicht davon abhält, weiter zu machen. Und wie es dann natürlich sie ist, mag sie es am Ende dennoch. >.<


    Es sei dazu gesagt, dass die meisten anderen Geschichten, die ich dann geschrieben habe, im Bereich Romantik/Erotik sehr zahm waren. Die Charaktere waren damals (wir reden hier über Geschichten die ich 2008 und früher geschrieben habe) noch ziemlich flach und die Romanzen, die ich damals so verfasst habe, finde ich aus heutiger Sicht relativ flach, aber meistens war es dahingehend halt doch sehr harmlos. Einzig in den ganzen ersten Drafts der Dämonen-Trilogie gab halt das Problem immer wieder - allerdings war diese Geschichte auch die, bei der mir das erste Mal wirklich bewusst geworden ist, dass dieses Problem existiert, da mir irgendwann bewusst wurde, dass die Beziehung, in der der Hauptcharakter am Ende landet, aufgrund der Vorgeschichte von ihr und dem Partner nicht so funktionieren kann und der Hauptcharakter sich darauf nicht einlassen würde so wie er sich ihr später in den alten Drafts aufgedrängt hat. Daher habe ich diesen Aspekt und damit auch einen zentralen Aspekt des männlichen Hauptcharakters geändert, der effektiv von jemanden, der sich anderen immer aufgedrängt hat, zu jemanden geworden ist, der - zumindest bei Leuten, die er gern hat - lieber drei Mal nachfragt und sich danach immer noch fragt, ob das "Ja" auch gemeint ist oder man ihn nur nicht verletzen will. Und eigentlich passt es so auch besser zu seiner Vorgeschichte.


    Danach habe ich bei den Romanzen selten wirklich drüber nachgedacht, aber am Ende läuft es eben immer auf explizietes Einverständnis hinaus. Zwar ist dieses nicht immer expliziet ausgesprochen (Joanne und Joachim sind eins von diesen Paaren, die sehr viel wortlos kommunizieren, gerade da Joanne so ein Prototyp der Marke "Kann nicht über Gefühle sprechen" ist.



    Ich finde eigentlich immer interessant, wenn die weibliche Person mental oder allgemein stärker ist, oder aber auch verführerische/geheimnisvolle Charaktere allgemein, die dann entsprechend ihren Partner finden. Ich mag es sowieso mehr, wenn der männliche Charakter verträumt, ruhiger ist und eher selten, wenn er ein Rebell ist (es sei denn, es ist wirklich gut gemacht).

    lol
    Du würdest Joanne und Joachim leben. Sie, die stille, vermeintlich gefühlslose Söldnerin, die in so ziemlich jeder Situation die Beherrschung behällt. Er, der liebe, idealistische Arzt, der durch seine Situation gezwungen wurde, ebenfalls im nicht ganz legalen Bereich einen Job zu suchen.

  • Zitat von Alaiya

    Ich mag es sorum bei weitem lieber, als wenn das Mädel den Kerl auftaut.

    Bei mir ist ehrlich genau umgekehrt, also der Klassiker. XD
    Ich mag introvertiere und etwas abweisende männliche Charaktere eigentlich gerne, die da Probleme haben aufzutauen. Bei einem weiblichen Charakter... keine Ahnung, vll kommt da bei vielen in mir "die eigene Zicke" durch und ich kann sie deshalb oft nicht ausstehen, kA. ^^"


    Oder diese erinnern mich an meine erste Mary Sue. *husthust* Es tut mir leid @Rajani, ich weiß du mochtest und magst sie, aber zurückblickend find ich Amaya echt... ^^"
    Sie war "badass" um badass zu sein und cool um cool zu sein. :ohno:
    Und Ken hätte ein interessanter Charakter sein können, wenn er mal öfter ein Rückgrat und Eier gehabt hätte und ich ihn nicht wie ein Mädchen der Marke Shoujo oder einfach nur als Uke, was dasselbe ist,-geschrieben hätte ... und Tama war einfach flach. Ohje das waren Zeiten... und sowohl die Romanze von Ken und Amaya und von Ken und Tama war flach. Die haben nur rumgeschmalzt und das ohne Substanz und das mehr als wenig als schlechtes Love Triangle. :totumfall: Aber ein bisexueller Hauptchara, dafür muss ich mein jüngeres Ich schon loben. XD


    Im Nachhinein, wenn ich es aus heutigen Augen betrachte: Amaya war oft eine Ziege (auch zu ihm) und hat ihn nicht wirklich verdient.
    Btw, da fällt mir ein, dass ich das auch wichtig finde, dass man nicht nur das Gefühl bekommt, dass sie auf Augenhöhe sind und keiner Macht über den anderen hat, sondern auch dieses "sie sind beide tolle Personen und verdienen sich". Dazu muss ich eben zuerst beide mögen. XD


    Mir kommt daher irgendwie vor, als wäre Chris mein neuer Versuch es nochmal mit dem selben "Charaktertyp" besser zu versuchen und ihm Rückgrat und Eier zu geben und als männliches Wesen zu schreiben. XD und ich versuch im Auge zu behalten, dass sich Sinan manchmal (diesmal absichtlich, bei Amaya sollte das oft nur cool sein lol) idiotisch und vll. etwas arschig verhält, aber trotzdem viel positive Interaktion zwischen ihnen da ist und er auch mal versucht umgekehrt ihn zu verstehen und halt insgesamt jemanden wie Chris wirklich verdient. ^^ ... und Chris mehr für sich selbst einsteht und ihn zurechtweist, wenn ihm was nicht passt.


    Zitat von Alaiya

    Die Charaktere waren damals (wir reden hier über Geschichten die ich 2008 und früher geschrieben habe) noch ziemlich flach und die Romanzen, die ich damals so verfasst habe, finde ich aus heutiger Sicht relativ flach, aber meistens war es dahingehend halt doch sehr harmlos

    Das kenn ich. ^^"


    Aber ich bin meisterhaft darin geworden bei Sexszenen und gleichzeitig alles und nichts zu beschreiben, weil mir ein zu intimer Einblick unangenehm ist und eher vagere Andeutungen und Beschreibungen etwas... würdevoller(?) und romantischer sind. XD


    Zitat von Alaiya

    Daher habe ich diesen Aspekt und damit auch einen zentralen Aspekt des männlichen Hauptcharakters geändert, der effektiv von jemanden, der sich anderen immer aufgedrängt hat, zu jemanden geworden ist, der - zumindest bei Leuten, die er gern hat - lieber drei Mal nachfragt und sich danach immer noch fragt, ob das "Ja" auch gemeint ist oder man ihn nur nicht verletzen will. Und eigentlich passt es so auch besser zu seiner Vorgeschichte.

    Ich weiß nicht, wie genau die Umsetzung aussieht, aber ich glaub, es könnte (mich) unter Umständen nerven, wenn man will, dass da naja etwas passiert, weil die Luft knistert xD und dann fragt er noch dreimal oder öfter nach. ^^"
    Kommt auf die Gesamtatmosphäre der Szene an, ob es eher eine ähm... Zuckersexszene ist, die dem Leser zeigen soll wie nah sie sich sind oder ob es halt mehr knistert. Beides hat seine Reize, auch wenn ich Ersteres klar bevorzuge. Nur bei Letzterem könnte es eben stören, wenn er die Atmosphäre damit ruiniert. Kommt drauf an wer liest.

  • Bei einem weiblichen Charakter... keine Ahnung, vll kommt da bei vielen in mir "die eigene Zicke" durch und ich kann sie deshalb oft nicht ausstehen, kA. ^^"

    Also ich sehe doch einen recht großen Unterschied zwischen "Zicke" und eben einem sehr kühlen Charakter. Wenn ich von einem kühlen weiblichen Charakter spreche, dann spreche ich halt eher von jemanden wie meiner Joanne, die eben sehr kühl ist, allerdings nicht wirklich Leute verbal angreift, da sie dafür viel zu professionell als Söldnerin ist (und de facto ihr ganzer Bekanntenkreis bis uaf einen Kindheitsfreund auch Leute sind, die im selben Bereich tätig sind). Sie ist halt nur sehr kühl und furchtbar schlecht darin Beziehungen zu anderen Menschen aufzubauen - vorrangig weil sie sich lange genug eingeredet hat, dass es eine Schwäche ist, Leute zu haben, die man mag. Aber einmal abgesehen von eventuell einem Teamkollegen (der Unfälle magisch anzieht, sich nie an Pläne halten kann und bei weitem mehr Glück als Verstand hat), der ein paar Mal fiese Bemerkungen (von ihr und allen anderen auch) über sich ergehen lassen muss. :P


    Derweil würde ich zum Beispiel auch nicht sagen, dass unser lieber Joachim "keine Eier" hat - er ist nur alles in allem Pazifist. Immerhin ist er Arzt. Er will Leute retten, nicht verletzen oder gar töten. Er ist außerdem aufmerksam genug, um zu sehen, dass Joanne vereinsamt und bietet ihr daher (und weil beide am Ende doch sehr ähnliche Weltansichten haben) seine Freundschaft an. Es ergibt sich dann nur, dass sich aus der Freundschaft am Ende weit mehr entwickelt - etwas, dass sie sich zuerst absolut gar nicht eingestehen will, da sie wirklich Angst davor hat. Da es zu dem Zeitpunkt auch ein massives Kopfgeld für sie gibt, vielleicht auch nicht verwunderlich. ^^"


    Aber ich meine, hey, der gute Joachim hat definitiv Eier - sonst wäre er in so manche Situationen nicht bereitwillig mit reingelaufen. Er ist nur gleichzeitig auch ein relativer Softie. :P


    Aber ich bin meisterhaft darin geworden bei Sexszenen und gleichzeitig alles und nichts zu beschreiben, weil mir ein zu intimer Einblick unangenehm ist und eher vagere Andeutungen und Beschreibungen etwas... würdevoller(?) und romantischer sind. XD

    Ich erinnere mich dahingehend immer noch an den Kommentar, den meine Deutschlehrerin damals unter die Sexszene in meinem damaligen Vampirroman geschrieben hat: "Das geht auch ausführlicher."
    Ja, meine Deutschlehrerin hat damals meine Geschichten (inklusive Sexszenen) Korrektur gelesen/war meine Betaleserin. :P Der Kommentar ist aber dennoch bis heute... lol
    Ich stimme ihr heute dahingehend durchaus zu. Allerdings neige ich normal dennoch (wenn es keine explizieten Geschichten sind, die auf die Sexszenen abzielen, aka Erotikgeschichten) dazu normaler Weise das ganze Lime mit "Fade to Black" zu gestalten, da ich es den Charakteren gegenüber respektvoller empfinde.