Wie andere auf eure Bilder reagieren

  • Kennt ihr das, ihr malt ein Bild mit richtig viel Leidenschaft und seid richtig krass dabei und lädt es dann hoch, doch es bekommt nicht die Aufmerksamkeit, die ihr euch vorgestellt habt? Oder andersrum, ihr malt nur ein Doodle und stellt es online und auf einmal mögen es alle?

    Habt ihr auch oft das Gefühl, dass die anderen Menschen eure Bilder aus einer ganz anderen Perspektive betrachten?

    Habt ihr manchmal das Gefühl, dass den anderen Menschen (bsd normale Menschen, die "keine Ahnung" von Kunst haben) eure Bilder regelrecht egal sind? Dass sie sich bei euren Bildern einfach garnix denken.

    Kennt ihr das, wenn andere Leute sehr oberflächlich auf eure Bilder reagieren? Sie erkennen nicht die Linien, die sauber und sorgfältig gezogen wurden, um eine bestimmte Struktur darzustellen und sehen nur das, was abgebildet ist und reagieren dann dementsprechend darauf.

    Oberflächliche Menschen, die denken, dass Kunst nur Acrylgemälde und Stillleben ist und sonst nix Anderes.


    Was denkt ihr zu diesen Fragen, die ich mich schon länger stelle? Kennt ihr eigene Beispiele?

    Und um das Thema noch ein Stück auszuweiten: Wie reagieren denn sonst so die Leute in eurem Umfeld auf eure Bilder? Eher positiv oder gibt es sogar ein paar Situationen, wo sie doch negativ darauf reagiert haben. Wie reagieren andere Familienmitglieder darauf?

    Ich hab ja schon öfters erwähnt, dass ich einige meiner Bilder auch privat hochlade und ich bekomme manchmal Rückmeldung von meinen Freunden, aber so generell hab ich das Gefühl, dass diese Leute recht oberflächlich auf meine Bilder reagieren, wenn überhaupt.

    Meine Familie hatte kein Problem damit, dass ich viel male und mir wurde auch öfters gesagt, dass ich sehr gut zeichnen kann, aber es gab auch Zeiten, wo meine Eltern sehr negativ auf meine Bilder reagiert haben. Ich hab öfters gesagt bekommen, ich solle mit dem Zeichnen aufhören, weil es mir nichts bringt und dass ich viel zeit damit vergeude oder ich solle zumindest Geld damit verdienen.


    Freu mich auf eure Beiträge. Ich würde gerne andere Meinungen dazu hören!

  • Meine eigene Erfahrung mit meinen eigenen Bildern besteht darin, dass meistens keine oder nur sehr wenig Rückmeldungen dazu kommen. Ich bin bereits an den Punkt angekommen, wo es mir schon egal ist, ob sich jemand dazu äußert oder nicht, weil ich einfach nichts mehr erwarte. An einem Bild stundenlang zu arbeiten, kenne ich nur zu gut. Oftmals sind es Wochen, teilweise sogar Monate, besonders bei großen Leinwandbildern mit Acryl. Aber das ist ein Aufwand, den die wenigsten nachvollziehen können, weil sie logischerweise einfach keine Vorstellung davon haben.

    Von Freunden, die bei mir sind, gibt's dann hier und da natürlich Lob. Aber das ist dann meistens auch schon alles.

    Von meiner Familie erwarte ich gar nichts mehr. Weder haben die besonders viel Interesse an meiner Schreiberei und meinen Büchern noch an meiner Kunst, obwohl ich seit ich klein bin zeichne und auch schon jetzt fast 20 Jahre schreibe. Es gibt mal hier und da ein bisschen mehr Interesse. Bspw. zu dem großen Leinwandbild, was in meiner Küche hängt und was mich mehrere Monate Zeit gekostet hat. Da war meine Mutter tatsächlich sehr begeistert darüber, aber das war's dann auch schon. Ein wirkliches Nachfragen gibt's nicht. Wenn ich nicht selbst ankomme und was erzähle, spielt es auch keine Rolle. Meinem Bruder brauche ich überhaupt nichts erzählen, der will mir immer nur die Ohren voll labern, aber Interesse an meinen Dingen besitzt er überhaupt nicht.


    Ich mach mir mittlerweile nichts mehr draus. Was sollte ich auch daran ändern? Ich suche mir dann lieber die Leute, über die ich darüber reden kann, wobei bei mir die Schreiberei ein sehr viel wichtigerer Teil im Leben ist als meine Bilder. Mit meinen Bildern bin ich prinzipiell nie so wirklich zufrieden, von daher ist das auch etwas für mich, wo ich nicht bewusst Geld damit machen will. Viel lieber will ich meine Bücher veröffentlichen und für meine Schreiberei bekannt werden. Weil ich Mediengestalterin als Beruf gelernt habe, ist es für mich ein Klacks meine Bücher zu schreiben, zu gestalten, zu layouten und es ist auch praktisch, dass ich ein bisschen zeichnen kann, so dass ich auch Bildmaterial verwenden kann fürs Cover oder für Innenseiten, so dass ich nicht auf Fremdmaterial angewiesen bin und alles komplett von mir benutzen kann.


    Um wirklich viel Aufmerksamkeit für Bilder zu bekommen, muss man richtig krass zeichnen können. Das ist mir in den letzten Jahren so aufgefallen. Meistens punktet man sogar mehr mit Fanarts als mit Eigenkreationen. Das habe ich so festgestellt. Wenn ich Fanarts male und sie auf diversen Seiten hochlade, habe ich eher mal Favoriten oder Kommentare dafür bekommen, als wenn es wirklich etwas ganz Eigenes ist.

    Die Leute sind schneller mit dem zu begeistern, was sie kennen. Viele suchen auch eher nach solchen Sachen und sammeln ja auch Bilder zu ihrer Lieblingsserie/Buch/Film/whatever.

  • Ich habe da tatsächlich eher andere Erfahrungen gemacht. Zu meinen Bildern bekomme ich relativ viel Feedback, egal ob es jetzt nur kurze "das ist doch schön"-Kommentare sind oder richtiges Feedback wie hier im BB. Oder vielleicht auch nur Likes.

    Das kann allerdings sehr gut daran liegen, dass ich viel Fanart zeichne und wie Alexia das auch schon bemerkt hat, ist mir auch aufgefallen, dass man dafür viel mehr Ansehen erntet.

    Anyway, teilweise machen Leute sogar Werbung für mich und ich verdiene tatsächlich auch manchmal Geld durch meine Kunst, selbst wenn ich sie persönlich gar nicht so berauschend finde. Im Gegensatz zu anderen anscheinend.

    Generell ist es bei mir eher umgekehrt: Ich gehe mit der Einstellung einher, meine Bilder verdienen gar nicht so viel Aufmerksamkeit, andere zeichnen viel besser und bekommen weniger Aufmerksamkeit. Andere Leute dagegen, die jetzt mit Kunst nicht so viel am Hut haben, aber auch einige, die viel damit zutun haben, lobpreisen meine Bilder teilweise bis in den Himmel und ich bin total verwirrt, weil ich das Lob kaum annehmen kann. (Wobei das mittlerweile durchaus besser geht als vor einigen Jahren.)

    In meiner Familie interessiert sich nur meine Mutter für meine Bilder, was aber auch daran liegt, dass ich vorwiegend mit ihr Kontakt habe und daher eher ihr mein Gekritzel zeige als den anderen. Sie findet die Bilder immer richtig toll, aber so ist meine Mutter einfach. Sie findet vieles toll was ich mache, weil sie eben meine Mutter ist. xD


    Joa, ansonsten, keine Ahnung. Ich kann verstehen, dass sich viele Künstler unverstanden fühlen und ich denke, das ist auch oft so. Als Künstler denkt man oft mehr über das Leben nach und stellt teils viel zu viele Fragen. Da kann es einen auf jeden Fall irritieren, wenn man nur Feedback einer Art bekommt oder gar keins. Man hat halt ganz viel in seine Zeichnung gesteckt und möchte auch viel zurückbekommen. Ein wenig eine kindliche Ader, die da in uns steckt. Kinder möchten auch gerne viel Rückmeldung von Respektpersonen erhalten, vorzugsweise positive. Ich denke, dieses Verhalten behalten wir auch als Erwachsene, gerade als Künstler. Wir Menschen leben halt von Kommunikation und wenn es daran mangelt, fühlen wir uns nicht gut.

  • Genau zu diesem Thema habe ich mal einen interessanten Blogeintrag gelesen. Hier geht es darum, woran es liegen kann, dass die Zuschauer und Follower bei Doodles und Skizzen oft mehr Resonanz zeigen als bei aufwändig gestalteten Werken. Der Autor (oder die Autorin) versucht, auf die Vorzüge von Doodles und Skizzen aufmerksam zu machen und dabei gleichzeitig Tipps für das erstellen von fertigen Werken zu geben. Das heißt jetzt natürlich nciht, dassd as auf jeden zutrifft und so ein Vademecum für alle ist aber ich fand es ganz hilfreich und hier ist vieleicht auch jemand unter den Usern, der was damit anfangen kann.


    Hier


    Jetzt ist das leider alles auf englisch geschrieben aber ich geb mal kurz nen kleinen Umriss des Inhalts.


    - Der Skizze kann man einfacher folgen, bei einem fertigen Werk sind sehr viele Details, in denen sich der Betrachter möglicherweise verliert (ich denke mal das is dann so wie bei den Transformers Filmen von Michael Bay, die sind so voller Action und da fliegen die Blechteile nur so rum, dass das Gehirn irgendwann müde wird und abschaltet und nurnoch das Spektakel auf sich einwirken lässt)


    - Die Skizze hat nen höheren Kontrast als das fertige Werk. So Schwarz auf Weiss ist einfacher zu erkennen (Kontrastverstärkung und rezeptive Felder in der Netzhaut und so. Na? Wer hat im Biounterricht aufgepasst?). Bei fertigen Bildern sollte man darauf achten, nicht zu wenig Kontraste reinzubringen um die Farben besser hervorzuheben.


    - Das Doodle ist eifnach zu verstehen, das fertige Werk ist vieldeutiger. Gerade so Posen sind in nem Doodle leichter zu erkennen, während sie beim fertigen Werk von Schattierung oder Effekten etwas untergehen. Viele Doodles sind ja auch nur so kleine Witze udn Ideen während man sich bei einem fertigen Werk echt viel über die Wirkung und so überlegt hat. Jetzt muss ja nicht jedes Werk witzig sein aber vielleicht auch nicht zu komplex in seiner tieferen Bedeutung. Der Autor vergleicht das mit den ersten Seiten im Buch, die sollten den leser zuerst mal fesseln und nciht gleich überfordern.


    - Das Doodle ist flüssig und ausdrucksstark, das fertige Werk wirkt steif. Da kann man wohl auf Posendesign gucken also ne starke Line of Action, ne gut erkennbare Siluhette und so, die man bei nem Doodle wohl eher hinbekommt als bei fertigen Bildern.


    -Viele Doodles, wenig fertige Werke. Weil man ein Doodle so schnell ma hinskizzieren kann, läd man auch mehr davon hoch, so kommt es ganz automatisch, dass die Leute auch mehr auf die Doodles reagieren.


    - Die Rezipienten sind mit dem Konzept einer Skizze besser vertraut als mit aufwändigen Werken. Jeder kann ne kleine Telefonskizze oder ein Strichmännchen malen aber nicht alle haben ein Verständnis für Lichteffekte und Farbenlehre. Von daher ist es auch verständlich, dass sich mehr Leute über Skizzen austauschen können als über aufwändige Werke.


    - Weil Doodles vergleichsweise einfach zu machen sind, probiert man neue Ideen vielleicht ertmal als Sketch aus, wobei man bei fertigen, aufwändigen Werken eher bei dem bleibt was man kennt. Bei mir ist das z.B. so, dass ich dann lieber Tiere und DInosaurier als aufwändige Werke male aber nicht jeder ist daran interessiert und findet vielleicht meine Skizzen interessanter.


    Im Grunde sagt der Autor auch, dass es frustrierend ist, wenn man sich soviel Mühe für ein aufwändiges Werk gibt und keiner ist so recht daran interessiert. Aber vielleicht kann man von seinen eigenen Doodles lernen und das bei der Erstellung weiterer aufwändiger Werke nutzen.

    “Above all, video games are meant to just be one thing: Fun for everyone.”-Satoru Iwata

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    Einmal editiert, zuletzt von toki999 ()

  • Ich hab öfters gesagt bekommen, ich solle mit dem Zeichnen aufhören, weil es mir nichts bringt und dass ich viel zeit damit vergeude oder ich solle zumindest Geld damit verdienen.

    Wie kann man denn nur so etwas mieses sagen? Das ist doch eine Leidenschaft. Nicht jeder möchte es zu seinem Beruf machen.

    Ich kenne auch jemand, der sein Hobby auch zum Beruf machen soll, aber er möchte es nicht, er sagt, es ist meine größte Leidenschaft und soll es auch bleiben, er liebt seinen Beruf und möchte diesen nicht für sein Hobby aufgeben.

    Er bekommt es auch ständig zu hören und sogar Angebote, aber er bleibt hart.


    Mein Papa war auf einem Musikgymnasium, er ging dann ab, da er dachte, es sei cool, Geld zu verdienen. Alle sind aus den Wolken gefallen, da ja so klar war, Papa wird Berufsmusiker und kein Bäcker.

    Er brach trotzdem die Schule ab, lernte Bäcker, dann merkte er, ist doch nicht so cool, nachts aufzustehen. Also machte er eine Ausbildung im Einzelhandel. Nach ein paar Jahren dort, hat er doch sich unentschieden, Musik studiert und ist jetzt Berufsmusiker.

    Am Ende wurde er doch, was alle wollten.


    Ich bin immer der Meinung und so habe ich es auch gelernt, egal was andere sagen, am Ende muss es dir selbst gefallen, was du machst. Jeder sollte zu seinen Bildern stehen, ganz egal, was andere dazu meinen. Ich zeichne in erster Linie für mich und nicht für andere oder damit es anderen gefällt. ich muss mit meinen Zeichnungen zufrieden sein, sonst keiner.

  • Tatsächlich ist das ein Thema, über das ich auch viel nachdenke.


    Ich bin inzwischen nur noch so semi-aktiv auf Instagram unterwegs, weshalb ich natürlich keine wirkliche Followerschaft und wenig Interaktion durch Leute habe, die ich nicht iRL kenne, und ansonsten poste ich meinen Kram eigentlich nur noch auf Telegram, da ich dort in einigen Zeichner-Gruppen bin, in denen man hin und wieder sogar ganz sinnvolle Kritik bekommt, sich aber sonst auch über allen möglichen kunstbezogenen Kram austauschen kann.

    Ich schildere jetzt einfach mal stichpunktartig meine Erfahrungen aus Instagram und Telegram separat, und ziehe danach ein paar Schlüsse daraus.


    Instagram:

    a) Fanart kommt immer besser an.

    b) Skizzen gehören in die Story, oder hinter ein fertiges Bild in so Mehrbilder-Posts

    c) Zeug, auf das ich stolz bin, weil es vielleicht ausnahmsweise mal technischen Anspruch hat, bekommt weniger Aufmerksamkeit, als ein 2h Speedpaint.

    d) Die Account-Insights zu analysieren und nach ihnen zu posten ist signifikant.

    e) Kommentare beschränken sich auf Lobeshymnen, aber damit ist bei schnelllebigem Social Media wie Instagram zu rechnen.


    Telegram:
    a) Feedback ist tageszeitabhängig.

    b) Viele Leute tippen am Handy, weshalb Sätze teils eher kurz und bündig gehalten werden - das kann manchmal harsch wirken.

    c) In aktiven Zeiten der Gruppen bekommt man manchmal auch gar kein Feedback ab, weil gerade bereits fünf andere Gespräche parallel am Laufen sind.

    d) Persönliche Abneigungen bestimmen viel stärker den Ton, in dem reagiert wird.


    Was entnehmen wir nun daraus? Nun, wer sein Ego pushen will, spammt Fanart auf Instagram und wird damit relativ sicher, relativ erfolgreich. Dafür muss man auch gar nicht einmal so viel können. So gerne ich eine große Followerschaft auf Instagram hätte, da sich das einfach ab einer bestimmten Größe auch als Referenz in Bewerbungen (zumindest in dem Berufsbereich, in den ich gehe) nutzen kann, sehe ich nicht ein, mich so zu verkaufen. Nur das zu machen, was andere sehen wollen, immer auf die neusten Trends aufzuspringen, das bin einfach nicht ich. So kommt es leider auch, dass ich in Phasen, in denen mein Kopf und ich uns gar nicht mal so sehr grün sind, sehr viel mehr Wert auf das Feedback lege, dass ich beispielsweise auf Instagram bekomme, da ich phasenweise einfach Bestätigung benötige. Kommt dann kein zufriedenstellendes Feedback, ist es einfach in eine Spirale abzurutschen - Bilder werden noch seltener gepostet, man geht mit weniger Elan ans Zeichnen und dementsprechend halbherziger sind die Ergebnisse (und gerade das sind meiner Erfahrung nach auch Laien in der Lage zu identifizieren), desto weniger Feedback bekommt man und desto frustrierter wird man.


    Daraus kann man schlussfolgern, dass es nicht nur die Reaktionen anderer auf die eigenen Bilder sind, die auf das Gesamtgefühl Thema Kunst/Feedback einen Effekt haben, sondern auch man selber und wie man mit den Reaktionen und dem Feedback umzugehen vermag. Hat man gerade einen schlechten Tag, nimmt man negatives Feedback auch gleich viel persönlicher ("man" entspricht natürlich "ich", aber ich denke, dass es nicht mir so geht), als wenn's einem gerade so richtig gut ist und man quasi in Euphorie baden gegangen ist.


    Ich weiß nicht, ob diese Ausführungen Sinn ergeben, tho.

  • Zitat von ikonic

    Habt ihr manchmal das Gefühl, dass den anderen Menschen (bsd normale Menschen, die "keine Ahnung" von Kunst haben) eure Bilder regelrecht egal sind? Dass sie sich bei euren Bildern einfach garnix denken.

    Also um so zu beginnen: jeder hat insofern Ahnung von Kunst, dass er für sich weiß, wie er zu dem Gesehenen steht.

    Alles andere, was man als Ahnung bezeichnen könnte, ist Talent und Technik.


    Zitat von ikonic

    Kennt ihr das, wenn andere Leute sehr oberflächlich auf eure Bilder reagieren? Sie erkennen nicht die Linien, die sauber und sorgfältig gezogen wurden, um eine bestimmte Struktur darzustellen und sehen nur das, was abgebildet ist und reagieren dann dementsprechend darauf.

    Oberflächliche Menschen, die denken, dass Kunst nur Acrylgemälde und Stillleben ist und sonst nix Anderes.

    Das hat damit nichts zu tun. Wenn ich durch Tumblr scrolle und zehn Fanarts sehe, springen mir eben ein oder zwei davon besonders ins Auge, auch wenn alle zehn einen guten und sauberen Stil haben. Verschiedene Leute werden von verschiedenen Dingen angesprochen und das äußert sich darin, worauf dein Auge den Fokus legt.


    Da viele Betrachter eben auch kein vertiefendes Wissen über die Zeichentechniken haben, so wie ich auch nicht, wissen sie nicht, wie sie ein Werk kommentieren sollen. Daher bezeichnet man Bilder eben einfach als "das ist schön geworden", weil man weiß, dass einem der Gesamteindruck gefällt, aber nicht, wie man das ausdrücken soll. Mir fallen kaum mehr als zwei Sätze zu einem Bild ein und jeden Weiteren muss ich mir aus den Fingern saugen, was sich dann auch genauso liest. Meistens läuft es auf "mir gefallen dein Stil und Farben" hinaus und ich bin schon froh, wenn sich auf dem Bild zwei oder mehr Personen befinden, diese bei einer Tätigkeit sind oder co., weil ich dann dazu noch ein, zwei Sätze sagen kann. Anders als bei Portraits und co.


    Selbst, wenn ich Mangareviews schreibe, fallen mir nur wenige Sätze zum Zeichenstil ein, selbst wenn ich ihn unglaublich schön finde und der Zeichenstil ist auch wirklich verdammt wichtig für mich, da sich ein Manga von einem Roman eben vor allem durch die Kunst zu zeichnen unterscheidet. Ich speicher mir schöne Mangapanels online auch tatsächliche ab oder blätter in Buchform am Ende noch zu ein, zwei Bilder, die mich beeindruckt haben, zurück. Aber ich sag dann: "der Stil sieht wirklich unglaublich gut aus!" Dann sag ich noch was zum Lesefluss oder dass ich es sehr schön detailliert finde und besonders die Mimiken mag oder sowas, aber einen wirklich tollen Kommentar kann ich nicht dazu abgeben. xD


    Es gibt viele Leute, die weder mit Kunst noch Fiktion etwas anfangen können und die sind nicht deshalb "oberflächlich", weil sie andere Interessen haben. Es interessiert sie einfach nicht und das ist vollkommen in Ordnung.

    Da verlangt man etwas, aka viel zu viel von seinen Mitmenschen, wenn sie sich plötzlich für etwas interessieren sollen, mit dem sie so gar nichts am Hut haben.

    Das wäre so, als würde ein Automechaniker zu mir kommen, mir sein in der Freizeit gepimptes Auto zeigen und ich soll plötzlich eine detailliertere Antwort als "ja, sieht ganz gut aus (denke ich... ? Ist mir wurst, Hauptsache es fährt?)" geben können. Ohne Tiefenwissen kann ich nun nichts anderes sagen und eher friert die Hölle ein, als dass ich mich für Autos interessiere.

    Mein Umfeld hat auch Hobbys, die mich nicht interessieren und umgekehrt, aber wir hören uns halt zu, und für tiefere Diskussionen sucht man sich andere Leute für dieses Hobby oder Thema.


    Auch wenn das Internet zu einigen Teilen nicht unbedingt die beste Errungenschaft der Menschheit ist, für solche Privatinteressen ist es perfekt. Der Nachteil des Internets ist eben, dass man wieder mit Reizen überflutet wird und etliche Werke von Künstlern pro Tag sieht. Dadurch gehen leider Einzelne unter.


    - eine "finde ich schön, mach weiter so"-Person. :biggrin:


    Und ich hab mich sogar selbst immer ein wenig geärgert, wenn meine Mom "das ist gut geschrieben" meinte und ich: "und das ist alles!? Handlung, Charaktere...?" - "Ja, die sind gut." - " ...Kay. :confused:" Und du siehst diesen Personen, dass sie denken: was will die noch von mir? Wie soll ich das ausdrücken? Hilft mir einer!? xD

  • Habt ihr auch oft das Gefühl, dass die anderen Menschen eure Bilder aus einer ganz anderen Perspektive betrachten?

    Ja. Aber irgendwie erst, seitdem du, ikonic , mir in meinem ja noch recht neuen Topic hier gesagt hast, dass meine Bilder nicht so wirklich etwas ausdrücken. Und ich seitdem die ganze Zeit über versuche, für mich selbst herauszufinden, ob ich damit überhaupt etwas ausdrücken möchte oder wenn meine Bilder doch irgendetwas ausdrücken, was dies sein könnte/sollte :unsure: :D

    Aber ansonsten denke ich, zumindest, wenn ich meine Bilder bei Twitter hochlade, wo mir eigentlich nur zeichenunerfahrene Leute folgen, dass es genau das ist, was du auch im Startpost schreibst. Zeichnung, sieht ganz gut aus, like ich mal. Punkt. Ansonsten halt nichts ^^"




    Kennt ihr das, ihr malt ein Bild mit richtig viel Leidenschaft und seid richtig krass dabei und lädt es dann hoch, doch es bekommt nicht die Aufmerksamkeit, die ihr euch vorgestellt habt? Oder andersrum, ihr malt nur ein Doodle und stellt es online und auf einmal mögen es alle?

    Kenne ich von Twitter tatsächlich beides,wobei Letzteres halt mehr mit dem einhergeht, was ich bei der vorigen Frage schon geschrieben habe, nämlich, dass die Leute sich einfach nicht so sehr damit auseinander gesetzt haben und darin einfach oberflächlich etwas sehen, was nicht ganz sooo falsch aussieht.

    Andersherum... ja. Gut, man muss dazu sagen, abgesehen von meinem Topic hier und eben dem zwei Dutzend Leuten auf Twitter zeige ich meine Bilder auch nicht so vielen Leuten, als dass man sich davon viel Aufmerksamkeit erhoffen könnte. Trotzdem, und das kann keiner abstreiten, gibt es dem eigenen Ego schon einen Push, wenn man positive Reaktionen für seine Bilder bekommt xD Und wenn mir dann was meiner Meinung nach richtig Gutes gelungen ist und das einfach nur schweigend zur Kenntnis genommen wird, wenn überhaupt, dann... naja. Ist schon ein unschönes Gefühl, ja, aber da ich es gewohnt bin, mich alleine für Sachen zu begeistern, ist das für mich inzwischen auch nur noch halb so schlimm :grin:



    Was ich hingegen schlimm finde, ist, wenn darin doch recht unerfahrene Leute einem dann einreden wollen, man könne damit groß Karriere machen und das sicherlich zu seinem Beruf, und dann einfach so übertrieben auf ihrer Überzeugung beharren. Diese Reaktion finde ich eigentlich fast noch schlimmer als gar keine x=

  • Namine Mit Ausdrücken meinte ich nicht irgendwie so Gefühle ausdrücken oder Ähnliches ^^

    Aber bei deinen Bildern hab ich nicht an Vieles gedacht, als ich diese gesehen habe, man sieht irgendwie nicht viel drauf, sie erscheinen noch etwas leer ^^ Meine Wortwahl war vllt etwas unglücklich, aber ich hab sehr wahrscheinlich deine Bilder aus einer anderen Perspektive betrachtet, als du ^^

    Als ich jemandem nach meinem Bild gefragt hatte, wusste er auch nicht, was er dazu sagen soll und dann meinte er so "ja, eine Sache wollte ich dich fragen. Wolltest du irgendwas mit dem Bild ausdrücken?" Und dann hab ich auch angefangen tagelang über diesen Satz nachzudenken xD Ich will ja mit meinen Bildern auch nie wirklich was ausdrücken bzw. nur dass ich den Charakter zB richtig cool finde oder zB eine bestimmte Idee in meinem Kopf hatte und diese umgesetzt habe, wie ich es beim Pokedex Projekt mache (also so Szenen selber umsetzen)

    Aber so Emotionen ausdrücken wollte ich selber nie machen. Wenn man Sachen abzeichnet (was ich ja auch tue, aber ich zeichne grad öfters so Menschen ab) ist es ja auch manchmal das Ziel, genau die Emotion die das Bild übermittelt einzufangen und manchmal findet man ein Gesicht genau deswegen so interessant und zeichnet es ^^


    Will eigt. auch noch auf andere eingehen, die mich zitiert haben, aber muss mir dafür irgendwann noch die Zeit nehmen ^^

  • Zitat von Namine

    Was ich hingegen schlimm finde, ist, wenn darin doch recht unerfahrene Leute einem dann einreden wollen, man könne damit groß Karriere machen und das sicherlich zu seinem Beruf, und dann einfach so übertrieben auf ihrer Überzeugung beharren. Diese Reaktion finde ich eigentlich fast noch schlimmer als gar keine x=

    "Schreibst du das fertig, gehst zu einem großen Verlag, und voila, nehmen die dich sofort!" - ja lol, ist klar.


    Zitat von ikonic

    Als ich jemandem nach meinem Bild gefragt hatte, wusste er auch nicht, was er dazu sagen soll und dann meinte er so "ja, eine Sache wollte ich dich fragen. Wolltest du irgendwas mit dem Bild ausdrücken?" Und dann hab ich auch angefangen tagelang über diesen Satz nachzudenken xD Ich will ja mit meinen Bildern auch nie wirklich was ausdrücken bzw. nur dass ich den Charakter zB richtig cool finde oder zB eine bestimmte Idee in meinem Kopf hatte und diese umgesetzt habe, wie ich es beim Pokedex Projekt mache (also so Szenen selber umsetzen)

    Aber so Emotionen ausdrücken wollte ich selber nie machen. Wenn man Sachen abzeichnet (was ich ja auch tue, aber ich zeichne grad öfters so Menschen ab) ist es ja auch manchmal das Ziel, genau die Emotion die das Bild übermittelt einzufangen und manchmal findet man ein Gesicht genau deswegen so interessant und zeichnet es ^^

    Den Charakter mal so zu zeichnen ist auch viel einfacher als ihn in eine (literally) ausdrucksstarke Pose zu setzen. Ich hab schon Ideen für diverse Fanarts im Kopf, aber die sehen daweil auch nur dort gut aus, solange sie da bleiben, weil sie für mich so komplex umzusetzen sind. :biggrin: Bis auf eine, die ginge so halbwegs, aber ich warte damit und hab mir mal alle notiert lol.

    Also, demnach will ich schon etwas Gewisses über einen Charakter ausdrücken, aber je mehr in ein Bild hineinsoll, desto komplexer und einfach technisch komplizierter wird es.

    Und da ich so viele geniale Fanarts kenne und es sich natürlich immer um Charaktere handelt, die ich sehr mag, will ich da selbst nichts Halbes auf Papier bringen.

  • Servus und guten Morgen,

    ich bin der Typ Mensch der vor Kunst stehen kann und nicht merkt das es Kunst ist bzw. kann auch gerne mal der Spruch kommen "Ist das Kunst oder kann das weg?" Zum Punkt Familie hat kein Interesse an deiner Leidenschaft ist leider sehr traurig. Dafür sollte Familie da sein, einen zu unterstützen und Begeisterung zu teilen. Gegenfrage ist wenn man selber die Erwartungen hat von seiner Familie wirklich Interessiert unterstützt zu werden, weiß ich denn was meine Familienmitglieder für Hobbys und Begeisterung haben und unterstütze Sie so wie ich das erwarte oder weiß ich auch nichts über diese Dinge? Wie in einem gewissen Film erwähnt sind wir alle Individuen und jeder hat ein anderes Interessengebiet. Ich persönlich bewundere manche Künstler von dem was Sie zeichnen und bei manchen denke ich mir meinen Spruch oben äh ja kann weg. Das liegt aber nicht daran das ich nicht weiß das es viel Zeit gekostet hat sondern weil es einfach nicht mein Geschmack ist. Ich liebe Wälder und Berge meine einzige Kunst in der Wohnung ist ein aufgehängtes Bild von einem Grünen Wald das beruhigt mich. Manche Farben in Bildern passen Super zusammen finde ich schön aber das reicht auch schon.


    Wenn ich einen Künstler Persönlich kennen würde bin ich mir auch nicht sicher ob ich jemals eine Bewertung geben würde schließlich ist es immer der Sinn und Geschmack des Künstlers und nicht meiner und wenn man sowieso keine Ahnung von Kunst hat werde ich auch nichts sagen. Darum ist es richtig sich auch in anderen Kreisen aufzuhalten Interessengruppen Kunst weil diese Leute mehr Ahnung von Kunst und auch Interesse daran haben.


    Mein Fazit an der Stelle ist, macht weiter so, wenn eure Leidenschaft die Kunst ist lasst euch nicht unterkriegen. Wenn man nen Job hat und Unmengen Geld verdient ist man bei den Meisten der Held aber man selber daran zerbricht weil es keinen Spaß hat was bringt einem dann das ganze Geld? Man lebt nur einmal macht das was euch Spaß macht nicht das was Andere meinen.


    So ich wollte keinem zu nahe treten und auch niemanden Beleidigen. Einfach nur die Meinung eines nicht Künstlers.