Meine Idee, deine Idee

  • Hallo und herzlich willkommen zu Meine Idee, deine Idee,

    kennst du das auch: seit Längerem schwirrt eine brillante Idee in deinem Kopf herum, doch aus irgendwelchen Gründen kommst du nie dazu, sie in den richtigen Wörtern zu verpacken. Damit ist jetzt Schluss, denn mit Meine Idee, deine Idee ist es nicht mehr allein deine, sondern unsere gemeinsame Aufgabe, deine Idee endlich aufs Papier zu bringen! Angelehnt an das traditionelle Fanwork-Wichteln setzen wir auch hierbei auf ein Gemeinsam, indem ihr eurem Gegenüber eine große Last abnehmt und ihn oder sie ggf. dazu animiert, der genannten Idee selbst nachzugehen.


    A B L A U F
    Wenn ihr Interesse habt, an Meine Idee, deine Idee teilzunehmen, verfasst in diesem Thema eine Antwort gemeinsam mit eurer Idee. Nach der Anmeldedeadline, welche bis einschließlich Sonntag, den 12. Mai, gehen wird, wird jedem Teilnehmenden ein Beitrag zufällig zugelost. Im Anschluss soll dann Der- oder Diejenige ein eigenständiges literarisches Werk auf Grundlage der ihm oder ihr zugelosten Idee erstellen. Sobald ihr eure Abgabe fertiggestellt habt, sendet ihr diese bis einschließlich Freitag, den 31. Mai, direkt in dieses Thema. Zudem möchten wir an diesem Punkt, falls ihr die Aktion erst im Nachhinein entdeckt haben solltet, auf unsere Ideen-Adoption hinweisen, in der ihr jederzeit eure Ideen mit anderen Autorinnen und Autoren teilen könnt!

    R E G E L N

    • Die Anmeldung erfolgt durch eine einfache Antwort in diesem Thema, in der ihr bitte eine eurer Ideen beifügt.
    • Inwieweit ihr eure Idee konkretisiert, indem ihr beispielsweise Textgattung oder konkrete Charakter- oder Ortsvorstellungen vorgebt, bleibt euch überlassen. Achtet jedoch darauf, dass ihr demjenigen, der letztendlich aus eurer Idee ein eigenes Werk erstellt, nicht unnötigerweise in seiner kreativen Freiheit einschränkt als auch darauf, dass eure Idee innerhalb einer maximalen Wortanzahl von fünftausend Wörtern umsetzbar ist!


    Solltet ihr noch Fragen bezüglich dieser Fanfiktion-Aktion haben, könnt ihr euch gerne an mich wenden.
    Dedenne

  • Ich melde mich mal direkt an hier:


    Meine Idee:

    Der Protagonist sitzt nachts auf einer Wiese und sieht in den Sternenhimmel, während er sich Gedanken über die Zukunft macht.

    (Ich hoffe das reicht so als idee, wenn nicht ändere ichs aber gern noch ab ^^)

  • Ich hatte letztens einen Gedanken zu Death Note:

    Was, wenn L die ganze Zeit über selbst eines gehabt hätte und die Ermittlungen gegen Kira dies nur vertuschen sollten?

    (Hätte bestimmt ein besseres Ende ergeben als dieses hingerotzte.)

    Gladiantri..107626-81915eb0.png..Reshiram (schillernd)

    „In dir fließt mein Blut, Kind. In dir lodert meine Flamme. Dennoch sei gewarnt, denn du bist nicht Reshiram. Meine Bestimmung ist es, eine Welt der Wirklichkeit zu schaffen. Deine Aufgabe soll eine andere sein, dein Weg von dir selbst gewählt.“

  • Pokémon-Kurzgeschichte:

    In einem Pokémon-Dorf leben ein Bisasam und ein Glumanda, die sich seit ihrer Kindheit kennen und sich irgendwann ineinander verliebt haben. Allerdings sind die Pflanzen-Pokémon dagegen, dass Bisasam mit einem "Fremden" zusammen ist, und dieses beugt sich deren Willen. Als Glumanda Bisasam aber vor einem bösen Angreifer rettet, indem es dabei Solarstrahl erlernt, sehen die Pflanzen-Pokémon es als "würdig" genug an und sie dürfen zusammenkommen.

  • Also meine Idee wäre: (Geschlechter Variabel.)

    Ein schüchterner Schüler/in, wird von einer Gruppe fies fertig gemacht und gemobbt. Deren Anführer ist der Gründer des Basketballteams und ist berüchtigt schwächere zu mobben.

    Doch als der Basketballer sieht wie seine Gruppe zu sehr übertreibt, merkt er das das ein Fehler war und versucht es irgendwie wieder gut zu machen. Da dieser sich in den/die Schüler/in zu verlieben beginnt.

  • Da ja alle im Detektiv Pikachu-Fieber sind: Ich hätte gerne einen kleinen Pichu-Sidekick dazu (gerne auch mit einem "Notice me, Senpai!"-Komplex^^). Allerdings will ich auch keinen zwingen, sich ans Canon zu halten, falls ihr die Materie nicht kennt.

    It is not the critic who counts, not the man who points out how the strong man stumbles, or where the doer of deeds could have done them better. The credit belongs to the one who is actually in the arena - Theodore Roosevelt


    "Life is simply unfair," thought the snail and continued down the path to cause the death of 6 billion people (ZE: ZTD)


    Are we heroes keeping peace? Or are we weapons pointed at the enemy so someone else can claim the victory? (RWBY OP2)

  • Meine Idee ist folgende: ein Vater-Tochter-Duo befindet sich auf der Flucht, da ersterer etwas getan hat. Inwieweit man das ausbaut, ist euch überlassen. Schließlich kommt es zu einem Konflikt mit dem oder den Antagonisten, bei dem dem Mädchen - in meinen Aufzeichnungen nenne ich es Rosie, welche im Alter eines älteren Kindergarten, wenn nicht jüngeren Grundschukindes ist - die Augen verbunden werden, damit es die Taten seines Vaters nicht mit ansehen muss (und das Ganze kinderfreundlich bleibt, lol). Das heisst, dass man nun das ganze Szenario aus Sicht des Kindes ohne den Sehsinn beschreiben soll.

  • Here we go!
    Zur Idee: Ein junger Mann, der in seiner Vergangenheit (also als Kind/Jugendlicher) Probleme mit Misshandlung hatte, allerdings inzwischen sein eigenes, stabiles Leben hat und so seine Vergangenheit hinter sich lassen konnte, sieht sich wieder mit dieser konfrontiert.

    Wenn man es etwas Konkreter will; der Charakter heißt Reo Nakamura und wurde von seinem Vater misshandelt (aka geschlagen und eingesperrt als Strafe oÄ), weil er nicht dessen Vorstellungen entsprach und sieht sich durch einen Traum wieder mit seiner Vergangenheit konfrontiert - inwiefern das übernommen wird lasse ich aber offen, Geschlecht des Charakters darf auch verändert werden :).

  • Last minute Idee, damit ich noch mitmachen kann, hab irgendwie doch jetzt voll bock.


    weil ich bisschen Lust hätte dazu ne Umsetzung zu sehen: Person X baut einen Unfall, trifft dabei auf Person Y und sucht diese seitdem. Ob sie sich finden oder was passiert, ist dem Schreiber überlassen. Warum sie sie sucht ebenfalls.

  • Ich hatte mal eine Idee, eine Superheldenparodie zu schreiben. Diese würde dann natürlich Helden beinhalten, deren Kräfte und Fähigkeiten irgendwie absurd und/oder nur sehr eingeschränkt nützlich sind. Der Clou wäre dann idealerweise, Wege zu finden, wie die damit trotzdem irgendetwas bewirken können, selbst wenn sie schwach erscheinen. Als erste Ideen für derartige "Helden" hatte ich nur zwei: Der erste wäre jemand, der einst ein militanter Nichtraucher war, dann aber feststellte, dass er in der Lage war, Zigarettenasche zu manipulieren. Also hat er das Rauchen angefangen, um sozusagen "Munition" zu haben. Natürlich hasst er sich aber jeden Tag dafür. Die zweite Idee war ein Cyborg, bei dem aber nur der linke kleine Finger durch eine kybernetische Prothese ersetzt worden war - diese ist aber sehr leistungsfähig und wenn er etwa jemandem mit voller Wucht gegen das Ohr schnipsen würde, wäre es absolut tödlich. Wie die Heldennamen der beiden gewesen wäre, weiß ich nicht, wobei ich bei dem ersten an "Der Nichtraucher" gedacht hätte, weil das die Situation noch absurder machen würde.

    Aber ja, das müsste natürlich in der Genauigkeit niemand übernehmen. Der Grundgedanke wäre einfach, absurde bzw. scheinbar wenig nützliche Fähigkeiten rauszusuchen und damit eine Superheldenparodie zu schreiben, ob dann meine Ansätze aufgegriffen werden oder nicht, sollte dann eigentlich egal sein.

  • leroi.

    Hat das Label Anmeldung entfernt
  • Allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern wurde soeben via Privater Konversation mitgeteilt, welche Idee ihnen zugelost worden ist, d.h. dieses Thema steht euch ab sofort offen, um eure fertiggestellten Werke zu veröffentlichen!

  • Ja hi. Ich hab die wundervoll cute Idee von Raichu-chan zugelost bekommen und versucht, eine kleine Scene in Drama-Form über die beiden zu verfassen. Ich hoffe du magst es <3


  • Zitat

    Raichu-chan: leroi.  danke für genau die Idee, die ich nicht wollte :P

    Mabus: Schau dir den Anime Charlotte an - und bitteschön! (:

    Raichu-chan: Das habe ich - und war größtenteils gelangweilt XD Aber ja, ich weiß, warum du das meinst ;)


    Du siehst, schieb alle Schuld auf Mabus ;) Es sei denn, du magst es irgendwie, dann bin ich dafür verantwortlich XD



    Schon von klein auf wusste Fate, dass sie eines Tages Großes vollbringen würde - nur wusste sie beim besten Willen nicht, wie sie das anstellen sollte. Sie war zu gewöhnlich, um außergewöhnlich zu sein, aber andererseits auch nicht der Inbegriff eines Cardboard-Cutouts-Klischee-Statisten. Ihre ganze Schulzeit hatte niemand versucht, ihr das Leben zur Hölle zu machen, und auch gegen keine ihrer wirklich guten Freundinnen hegte sie einen lebenslangen Groll, weil sie ihr ein (metaphorisches) Messer in den Rücken hatte stechen wollten - denn niemand hatte ihr gegenüber je etwas Gefährlicheres erhoben als das Besteck zum Schneiden des Essens.

    Ihre Familie war das typische Vorzeigemodell mit glücklich verheirateten Eltern, einem fürsorglichen Bruder und allen vier Großeltern, die sich alle bester Gesundheit erfreuten. Im Haushalt herrschte eine Harmonie, die jedes Ende eines Barbie-Filmes verblassen ließ, und Fates einziger Widerwillen bestand darin, den Spinat auf ihrem Teller zu lassen - woraufhin ihre Mutter fast in Tränen ausbrach, aus Angst, ihrem Kind schmeckte ihr Essen nicht. Überflüssig zu sagen, dass Fate natürlich trotzdem aufaß, denn der ungeschickte Versuch einer Rebellion schmeckte in Wahrheit gar nicht schlecht.

    Sie hatte auch nie Pech in der Liebe gehabt und war mit allen früheren Beziehungen freundschaftlich auseinander gegangen. Natürlich hatte niemand von ihnen ihre Unschuld beschmutzt, denn es gehörte zu den ungeschriebenen Regeln, dass die Protagonistin gefälligst eine, in Sachen Liebe und Verführung, unbeholfene Jungfrau zu sein hatte.

    In aller Kürze hätte ihr Leben nicht perfekter ablaufen können, und nichts, was sie tat, schien etwas daran ändern zu können. Also entschied Fate, ihr Schicksal in ihrem Namen selbst in die Hand zu nehmen und mit dem ultimativen Tabu zu brechen.

    Hier stand sie also, vor dem abwegigsten Café, das der Generation 30 Plus nur ein Naserümpfen entlockte und alle darunter, besonders die männlichen Exemplare, in wilde Extase inklusive Nasenbluten und gegebenenfalls Ohnmacht versetzte. Kurzum: Perfekte Voraussetzungen für ihre Zwecke.

    "Willkommen Zuhause", wurde sie von der Bedienung an der Tür begrüßt.

    Fate starrte verdutzt zurück, bis sie sich an den Zettel in ihrer Hand erinnerte und ihn geistesgegenwärtig ein Stück hob, während sie sich fragte, wie jemand so viel lächeln konnte.

    "Oh, du bist wegen der Stellenanzeige gekommen. Ich bin zufällig die Chefin dieses Cafés" - Fate nickte, natürlich war es so - "und du kannst gleich deinen Vertrag unterschreiben und anfangen zu arbeiten, wenn du magst." Fate nickte erneut. Es schien die Frau nicht zu kümmern, dass sie eine völlig Fremde war und außer dem Tischdecken Zuhause keinerlei Qualitäten hatte, die ihr bei dem Job helfen würden. Außerdem war Bedenkzeit sowieso etwas, das den Plot nur unnötig in die Länge zog. Sobald Fate den Füller in ihrer Hand spürte, hatte sie schon ihre Unterschrift unter den Vertrag gesetzt (den sie innerhalb eines Szenensprunges gelesen hatte, denn niemand wollte wirklich wissen, was in diesem Vertrag stand. Es würde nur die Szene unnötig in die Länge ziehen und vielleicht sogar das Hintertürchen verbieten, dass sich im Kleingedruckten eine Klausel verbarg, die jeden gesunden Menschenverstand dazu brachte, laut aufzuschreien. Warum also unnötig Zeit mit solchen Banalitäten wie einem Vertrag vollbringen, wenn er doch den Text nur ganz unnötig in die Länge ziehen würde, was ein guter Autor auf jeden Fall vermeiden sollte, um das Gehirn des Lesers nicht zu überfordern, wie es beispielsweise mit Informationen der Fall wäre, die nicht 3 Mal hervorgehoben und vorgekaut wurden, oder durch absurd lange Schachtelsätze, bei denen man am Ende noch einmal von vorn beginnen musste, um dein winzigen Teil an Sinn zu verstehen) und befand sich nun in der Umkleide. In ihrer Hand hielt sie ein Kleid, das einem Film für kleine Mädchen mit einem vollkommen fehlgeleiteten Verständnis für viktorianische Kleidung entstammen könnte. Es hatte so viele Rüschen, dass man sie gar nicht zählen konnte. Der Rock war doppelt so ausladend, wie sie breit war (was natürlich nicht viel war), und die Schleife an ihrem Rücken war so groß, dass Fate das Gewicht spürte. Dazu kam ein Haarreif mit Katzenohren, die perfekt zu ihren honig-gold-sonnenstrahl-blonden Haaren passten.

    Das Kleid passte selbstredend wie angegossen, als hätte ihre Chefin genau gewusst, wer durch die Tür kommen würde, und betonte natürlich ihre Rundungen an den richtigen Stellen (bei denen Fate natürlich immer mit einem leichten Schimmer Rot um die Nase verneinen würde, dass sie sie hatte. Als Protagonistin gehörte es sich nicht, sich darüber im Klaren zu sein, einzig getoppt von der Todsünde, sie bewusst zur Schau zu stellen). Natürlich hatte sie deswegen Bedenken, mit diesem Outfit vor die Leute zu ziehen, die ungefähr bis zur Türschwelle hielten, von wo aus sie mit geschwellter Brust, geradem Rücken und perfekten Haltungsnoten eines Topmodels vor die Gäste trat.

    Natürlich vergaß sie ein paar Bestellungen oder leiß tollpatschig ein paar Teller fallen, doch nach einem entschuldigenden Lächeln schien alles vergeben und vergessen. Sie bekam angemessenes Trinkgeld und keiner der Kunden verhielt sich anmaßend ihr gegenüber. Ihre Chefin war sofort mehr als zufrieden und lobte Fate, dass sie ein Naturtalent war und perfekt zu den anderen Mädchen passte.

    Und genau das war der Knackpunkt: Niemandem fiel sie auf. Sie konnte noch so zuvorkommend sein, noch so tollpatschig sein, immer wurde es von allen weggelächelt. Egal wie sehr sie sich anstrengte, sie blieb niemandem im Gedächtnis. Ständig sehnte sie sich danach, dass sie über ein Tischbein in jemandes Arme fiel oder einen Kaffee auf das teure Markenhemd verschüttete. Es war zum Verrückt werden!

    Und dann kam der große Tag. Natürlich merkte Fate davon nichts, denn für jeden Superhelden hatte DER Tag genau wie jeder andere zu sein. Natürlich konnte man hier und da etwas verstreuen wie die beinahe radioaktiv-strahlende weiße Katze oder das mutierte 6-eckige Kleeblatt, das sie zufällig unter unzähligen herauszog, aber all das durfte auf keinen Fall in ihr Gehirn vordringen und ihr irgendwie vermitteln, dass es sich wirklich um DEN Tag handelte. Denn DER Tag war etwas Besonderes, etwas Magisches. DER Tag eben.

    Als Fate durch die Tür des Cafés trat, hatte ihre Chefin nur sehnsüchtig auf sie allein gewartet. Normalerweise war die - natürlich - junge und - natürlich - attraktive Frau (die allerdings in keiner Konkurrenz zu Fate selbst stand) die Ruhe selbst, eine Führungsposition, die immer wusste, wo es langging, und ihre Mädchen durch jeden erdenklichen Sturm lotsen konnte.

    Heute schien sie allerdings bombenfest davon überzeugt zu sein, dass nur Fate sie retten konnte. "Fate, hilf mir!", rief sie und ging sogar auf die Knie, als wäre ihr Gegenüber irgendeine Heilige. Vielleicht strahlte sie auch ein bisschen, aber Fate war sich nicht sicher. Das könnte auch von der Katze kommen, die sie geknuddelt hatte. "Alle sind plötzlich krank geworden und nun müssen wir das ganz allein schaffen."

    Warum die übrigen 15 Bediensteten plötzlich ausfielen, nachdem sie sich am Vortag bester Gesundheit erfreut hatten, ob ihr das Schicksal damit etwas sagen wollte oder ob es nicht klüger war, den Laden eine zeitlang zu schließen, bevor es in einem rufschädigenden Desaster enden würde - all das ging Fate natürlich nicht durch den Kopf. Sie wusste, dass nur Fate das Schicksal zum Guten wenden konnte. Als wäre das der Moment, auf den sie immer gewartet hatte (auch wenn sie ihn natürlich keinesfalls als diesen erkannte), nickte sie und schlüpfte in ihre Dienstmädchenkleidung.

    Jeder mit einem gesunden Menschenverstand wäre bei so einer Situation rückwärts wieder aus der Tür getreten, doch weil Fate zu gutmütig war, raste sie nun zwischen den Tischen umher, die Hände voller Besteck und den Kopf voller Bestellungen - allerdings erinnerte sie sich in diesem Moment daran, dass niemand dort war, um sie zuzubereiten. Verbissen nickte sie. Dann würde sie sich opfern und diese Aufgabe übernehmen. Einen Moment später fand sie sich in der Küche wieder, eine Schürze umgebunden (die natürlich nur noch mehr ihre Taille betonte und keinesfalls irgendwas unvorteilhaft überdeckte) und starrte den Herd an, als wäre es ihr Mathebuch (natürlich war sie passabel in Mathe, aber sie musste sich dem Niveau ihrer Freundinnen anpassen, um nicht als Nerd zu gelten). Bis jetzt hatte sie noch nie ernsthaft kochen müssen!

    Sie schaute auf die Bestellzettel, die sich bereits neben dem Herd zu gefährlich hohen Türmen stapelten. Fate atmete tief durch (und brach natürlich nicht in Schweiß aus, denn dies gab nur unschöne Flecken), bevor sie eine unvorstellbare Menge an Mut aufbrachte und den ersten Zettel hob. Reisomelett stand in einer eleganten, keineswegs von Hast geprägten Handschrift darauf. Fate nickte. Das könnte machbar sein. Probehalber nahm sie den zweiten. Reisomelett. Mit einer vagen Vorahnung, die sie keinesfalls als wahrscheinlich annahm, verstreute sie die Zettel vor sich. Reisomelett. Reisomelett. Reisomelett. Sie neigte ihren Kopf immer weiter, um die schiefen Zettel zu lesen (was sie keinesfalls creepy und unnatürlich verdreht, sondern nur süß-verpeilt aussehen ließ). Sie runzelte die Stirn. Hatten die Kunden jemals etwas anderes bestellt? Gab es überhaupt etwas anderes auf der Karte eines Maid-Cafés? Fragen über Fragen, die sie trotz der Speisekarte in Reichweite nicht beantworten würde.

    Also begann Fate zu kochen. Da ihr das niemand beigebracht hatte, konnte sie nur auf ihre Erinnerung an das Gericht und ihre immense Vorstellungskraft vertrauen, während sie alles erdenklich Logische und (wortwörtlich) Naheliegende in einen Topf warf, während sie zu Jesus, Buddha, dem fliegenden Spaghetti-Monster sowie dem vielgesichtigen Gott betete (dessen Hilfe sie wohl am meisten brauchen würde, um bei Bedarf die Erinnerungen an diesen Tag "ins Jenseits zu schicken").

    Fate kam gerade so mit den Bestellungen hinterher und war sichtlich außer Atem (aber nicht so, dass sie nicht im nächsten Moment wieder so wirkte, als wäre nichts gewesen). Ein paar Strähnen hingen neben ihrem Gesicht herunter (aber nicht so, dass sie wie eine verrückte alte Hexe wirkte, sondern so, dass sie sanft ihr makelloses Gesicht umspielten).

    Mit einem erschöpften, aber glücklichen Lächeln trat sie vor die Tür - und erblickte eine Schar perfekter Jungs, die einer Teenie-Zeitung oder einem Model-Katalog entsprungen waren (und worüber die Philosophen noch immer rätselten, wie diese einmalige Abnormalität zu Stande gekommen war, und wie man denn Weihnostern gebührend feiern sollte). Selbstredend war es für Fate unmöglich, sich für einen zu entscheiden, weil sie alle auf ihre Art perfekt zu ihr passten und - Allerdings durfte niemals ihr dunkles Geheimnis auffallen: Dass ihre Omelettes den Männern aller Sinne beraubte und sie konstant anzweifeln musste, ob ihre Liebhaber wirklich Fate wollten oder nur ihre super-Kochkunst, die niemals ans Tageslicht kommen durfte!

    Perfekte Voraussetzungen für Liebes-Fünfzehnecke und unzählige Spinoffs, die es über die nächsten 50 Jahre und 4 Generationen für Fate geben würde.


    It is not the critic who counts, not the man who points out how the strong man stumbles, or where the doer of deeds could have done them better. The credit belongs to the one who is actually in the arena - Theodore Roosevelt


    "Life is simply unfair," thought the snail and continued down the path to cause the death of 6 billion people (ZE: ZTD)


    Are we heroes keeping peace? Or are we weapons pointed at the enemy so someone else can claim the victory? (RWBY OP2)

  • Ich habe die Idee von Creon bekommen. Hab beschlossen, das mit dem Sternenhimmel etwas ... nunja, freier zu interpretieren. Enjoy.

    PS: Geht morgen wählen!


  • Schwuchtel


    „Wo willst du denn hin, Schwuchtel?“, ruft Mick, als der dürre Junge mit tropfenden Haaren aus dem Klo flüchtet. „Willst du nicht noch ein bisschen Zeit mit deinem Loverboy verbringen?“ Er gibt übertriebene Knutschgeräusche von sich und klopft mir auf die Schulter.

    „Dem haben wir's gezeigt, wie?“, sage ich grinsend.

    „Jep“, antwortet Ringo. „Der wird nicht nochmal auf die Idee kommen, sich an dich ranzumachen, Alter.“

    „Hat er ja eigentlich gar nicht“, wirft Kim ein. Stimmt, eigentlich hat jemand aus dem Basketballteam zufällig herausgefunden, dass Jeremy auf mich steht, und das dann gleich in unserer WhatsApp-Gruppe geteilt. Was für ein Freak.

    Die Schulglocke ertönt. Unter kollektivem Stöhnen bereiten wir uns mental darauf vor, uns durch die nächste Unterrichtsstunde zu quälen.

    „Morgen nachm Training bereiten wir ihm noch ne kleine Überraschung, wie wärs?“, schlage ich vor. Das heitert die Stimmung wieder ein wenig auf, und wir machen uns auf den Weg zurück ins Klassenzimmer.


    Wir erwischen ihn tatsächlich, als er gerade den Platz vor der Sporthalle verlassen will. Wollte wohl wieder einmal meinen muskulösen Körper durchs Fenster zu sehen bekommen, der kleine Stalker. Er lernt es wohl nie, oder?

    „Na, wen haben wir denn da?“, begrüße ich ihn. Erschrocken dreht er sich um und weicht einige Schritte zurück. Er sagt nichts, presst seine schmalen Lippen aufeinander. Man kann in seinen Augen lesen, dass er am liebsten so schnell wie möglich verschwinden würde, doch meine Freunde versperren ihm sofort den Weg.

    „Gib Flosse“, befiehlt Ringo und reißt an Jeremys Hand. „Schau, Franky. Hat schon wieder deinen Namen mit Filzer draufgekritzelt. Mit Herzchen.“ Alle lachen. „Aber das geht doch dauernd ab, nich? Das nervt doch sicher.“

    Das Lachen verstummt, wir sehen ihn verwirrt an. „Was willstn damit sagen?“, spricht Mick die Frage aus, die wir uns alle stellen. Doch Ringo antwortet erst nicht, greift teuflisch grinsend in seine Sporttasche. Was er herauszieht, lässt mir das Blut in den Adern gefrieren.

    „Ich machs dir permanent. Musst auch nix dafür blechen.“ Er berührt Jeremys Kinn mit der Messerspitze. Der bedrohte Junge wagt nicht einmal zu zittern.

    „Spinnst du jetzt völlig?“, kreischt Kim. „Willst du ihn umbringen? Du kommst in'n Knast!“

    „Pff, als ob“, schnaubt Ringo und greift fester nach Jeremys Arm, natürlich nicht, ohne mit dem Messer vor seinem Gesicht herumzufuchteln.

    Ich weiß nicht, wie mir geschieht, in diesem Moment geht alles viel zu schnell. Ich schlage ihm in die Fresse. Dann schlage ich noch einmal zu, treffe seine Hand, die das Messer loslässt. Keine Sekunde später renne ich, schwinge mich auf mein Motorrad. Nur weg von hier. Der Heimweg erscheint mir ewig lang. Tränen laufen über mein Gesicht.


    Bis zu diesem Moment war alles nur ein harmloser Spaß, doch nun hat Ringo ihn mit einem Messer bedroht. Ein verdammtes Messer. … Wobei. Für Jeremy war es wohl alles andere als harmlos. Wie konnte es nur so weit kommen? Scheiße … wir waren so bescheuert!

    Gleich morgen gehe ich zu ihm und entschuldige mich. Das wird es nicht auf einen Schlag wiedergutmachen, aber es ist ein Anfang. Wird er mir überhaupt glauben? Und wie denken die anderen darüber? Hoffentlich geht es ihnen wie mir. Oh, ich hoffe, Kim konnte sich durchsetzen, nachdem ich davongelaufen bin. Haben sie vielleicht die Bullen gerufen? Scheiße …

    Meine Gedanken halten mich in dieser Nacht ewig wach, und wenn ich es schaffe, einzuschlafen, schrecke ich kurze Zeit später schweißgebadet hoch. Jeremys dürres Gesicht. Es lässt mir keine Ruhe. Ich sehe es ständig vor mir. „Fuck“, schießt es mir durch den Kopf. Habe ich etwa einen Steifen? Mir ist wieder zum Heulen zumute. Die Nacht verschwimmt in einem verzweifelten Tränenschleier.


    Als der Wecker piept, muss ich ihn blind ausstellen, denn meine Augen sind total verklebt. Auch als ich sie endlich freigerubbelt habe, fühlen sie sich kaum besser an, aber immerhin kann ich jetzt was sehen. Uff. Ich brauche erst mal eine kalte Dusche.

    „Aaahh!“, stöhne ich. Ich bin auf etwas Hartes getreten, als ich über meinen fast völlig von Klamotten bedeckten Fußboden geschlurft bin. Das war aber gestern noch nicht da, sowas wüsste ich doch! Ich löse das Etwas von meiner Fußsohle und halte einen zerknüllten Zettel in der Hand, aus dem ein Steinchen herauspurzelt. Ein Blick auf mein offenes Fenster verrät mir, dass jemand das Ding da reingeworfen haben muss.

    Völlig fertig entfalte ich das Stück Papier – und lasse es sofort wieder fallen. Der Text darauf ist tiefrot, verschmiert und riecht nach frischem Blut. Entgeistert starre ich den Fetzen an.

    „Franky, es tut mir leid. Ich werde dich nicht länger belästigen.“ Diese Worte stehen da geschrieben. Und man muss kein Meisterdetektiv sein, um zu wissen, von wem der Brief ist.


    Oh nein. Oh nein oh nein oh nein. Verdammt. Wann hat er das getan? Hoffentlich ist es noch nicht zu spät!


    Ich suche mir unbeholfen herumstolpernd irgendwelche Kleidungsstücke zusammen, haste nach unten, lege nicht einmal einen Zwischenstopp in der Küche ein. Ich könnte jetzt sowieso nichts essen. Meine Mutter ruft mir hinterher, doch ich ignoriere sie. Starte mein Motorrad und fahre los. Statt meinen normalen Schulweg zu nehmen, fahre ich in die übernächste Straße und hefte mich dort an den Schulbus. An jeder Haltestelle bleibe ich stehen, um ihn vielleicht zwischen all den Schülern zu erspähen. Wenn ich ihn nicht finde, scanne ich angestrengt die Umgebung ab. Schließlich erreichen wir die Schule – ohne Erfolg.

    Mir bleibt immer noch die Hoffnung, dass er in der ersten Stunde auftaucht. Mathe. Ich hasse Mathe, er hingegen ist ein Einserschüler. Die vollgestopften Schulgänge abzusuchen erscheint mir sinnlos, also gehe ich direkt in die Klasse und setze mich auf meinen Platz – der hinter Jeremy. Heute werde ich ihn nicht mit Papierkügelchen bewerfen, und morgen auch nicht. Überhaupt schwöre ich mir, ihn nie wieder in irgendeiner Form zu piesacken. Bis der Unterricht beginnt, dauert es noch eine Dreiviertelstunde, und die ganze Zeit über kann ich nicht ruhig sitzen. Doch Jeremy taucht nicht auf.

    Zehn Minuten nach dem Ertönen der Schulglocke ist die Lehrerin noch immer nicht da. Das kann nichts Gutes heißen – Miss Jones ist immer auf die Minute pünktlich. Während die anderen sich nicht viel daraus machen und munter miteinander reden, stehe ich schweigend auf und öffne die Tür einen Spalt. Ich kann erkennen, wie Miss Jones mit dem Rektor spricht. Ich versuche, durch den Lärm der Klasse hinter mir zu verstehen, was sie sagen.

    „ … geht um Jeremy“, ist das Erste, was ich höre. „Seine Mutter hat angerufen. Er ist heute Morgen verschwunden.“


    Nein.



    Also meine Idee wäre: (Geschlechter Variabel.)

    Ein schüchterner Schüler/in, wird von einer Gruppe fies fertig gemacht und gemobbt. Deren Anführer ist der Gründer des Basketballteams und ist berüchtigt schwächere zu mobben.

    Doch als der Basketballer sieht wie seine Gruppe zu sehr übertreibt, merkt er das das ein Fehler war und versucht es irgendwie wieder gut zu machen. Da dieser sich in den/die Schüler/in zu verlieben beginnt.

    Das hier hab ich gekriegt. Ich hielt es nicht für angebracht, diesem Konzept ein Happy End zu verpassen.

    Gladiantri..107626-81915eb0.png..Reshiram (schillernd)

    „In dir fließt mein Blut, Kind. In dir lodert meine Flamme. Dennoch sei gewarnt, denn du bist nicht Reshiram. Meine Bestimmung ist es, eine Welt der Wirklichkeit zu schaffen. Deine Aufgabe soll eine andere sein, dein Weg von dir selbst gewählt.“

  • Uff, genau jetzt ist mein Laptop in der Reparatur. Aber na ja, habe jetzt bei meinen Eltern das mal ins Reine geschrieben, auch wenn ich's jetzt nicht nochmal Korrektur gelesen habe. Ich hoffe mal, dass die weibliche Hauptfigur nicht älter wirkt, als Mabus es sich vorgestellt hat.

    Ansonsten möchte ich warnend darauf hinweisen, dass sich die Gewalt meines Erachtens zwar in einem für das Forum noch akzeptablen Rahmen hält, aber dennoch vorhanden ist.

    Persönlich bin ich mir übrigens auch unsicher über den Vater und hoffe einfach, dass ich ihn nicht zu sympathisch gemacht habe. Das ist mir insofern wichtig, als dass ich sein Verhalten absolut nicht rechtfertigen will, es persönlich als verwerflich empfinde und die Entscheidung seiner Tochter ganz am Ende als richtig erachte. Ich hoffe, das kommt so auch rüber, aber wenn ihr findet, dass die Implikationen hier zu problematisch sind, dann zögert bitte nicht, das hier zu löschen.

    Und das ist durchaus ernst gemeint.

  • Nortia


  • Naoko meine Schreibskills sind so eingerostet (und nicht vorhanden). Lol komische Schriftart wegen copy paste sorry :(


    Oh und ich habe keinen Titel 😐



    Ein unerwarteter Anruf seiner Mutter, zog Reo den Boden unter den Füßen weg. Wie lange hatte er schon nicht mehr mit ihr geredet? Neun Jahre? Zehn?

    „M-Mama?“, mehr fiel ihm in diesem Moment nicht ein. Er war im Supermarkt, wollte eigentlich nur schnell ein paar Dinge zu Essen einkaufen, tatsächlich hatte Reo schon überlegt sein Handy zu Hause zu lassen, weswegen er es sich dann anders überlegt hatte, wusste er nicht. Eine Vorahnung? Ein flaues unerklärliches Gefühl im Magen?

    „Reo-Schatz, ich weiß, es ist eine Ewigkeit her, dass wir uns gesprochen haben und ich hätte niemals in meinem Leben damit gerechnet, dich unter diesen Umständen einmal anrufen zu müssen.“
    Während seine Mutter weitersprach, dachte er tatsächlich darüber nach, woher sie seine Nummer haben könnte. In all der Zeit ohne Kontakt, hatte er mindestens zwei Mal eine neue Mobilnummer gehabt.

    „Reo? Sag mal hörst du mir zu? Hast du verstanden, was ich dir gerade gesagt habe? Dein Vater liegt im Krankenhaus und die Ärzte sind der Meinung, dass ihm nicht mehr sehr viel Zeit bleibt. Er kommt nicht einmal mehr aus dem Bett. Also?“, hört er seine Mutter mit zittriger Stimme fragen.
    „Also was?“, entgegnet er.


    Seine Gedanken werfen ihn in der Zeit zurück.
    „Du bist eine Enttäuschung für mich!“, brüllt sein Vater. Der Gestank von Alkohol scheint alles in dem kleinen Zimmer zu umhüllen. Ebenso den Verstand seines Vaters. Dann holt sein Papa mit einem Gürtel in der Hand aus und trifft Reo mitten auf den Rücken. Der stechende Schmerz treibt ihm erneut die Tränen in die Augen. Es ist erst der dritte Hieb, der ihn erwischt und er weiß, dass es noch lange nicht der letzte sein wird.


    „Er möchte dich wirklich gerne sehen, Liebling. Sich für alles entschuldigen. Es tut ihm wirklich leid, was er dir angetan hat. Bitte, tu mir den Gefallen und besuche ihn, wenigstens ein einziges Mal, bevor es zu spät ist, Reo. Bitte.“

    „Dass er sich entschuldigen möchte, fällt ihm aber reichlich spät ein, findest du nicht, Mutter?“, entgegnet er rhetorisch.

    Seine Aussage wird einfach übergangen: „Ich bitte dich. Komm vorbei, am besten gleich morgen. Er liegt im Asan Medical Center. Bis dann“.
    Und mit diesen Worten legt seine Mutter auf.

    Seine Mutter, die er so lange nicht gesehen hatte, weil sie damals einfach wegsah. Sie wusste genau, was sein Vater ihm angetan hatte, vom ersten Schlag an.


    Immer wenn sein Vater ihn in das kleine Arbeitszimmer zitiert hatte, welches genau neben dem Schlafzimmer seiner Eltern war, wusste Reo, dass es wieder an der Zeit war. Am Schlimmsten war es Abends, wenn der Alkoholpegel seines Vaters das Maximum erreichte.

    Begonnen hatte sein Vater immer mit dem Rücken, denn den würde in der Schule niemand sehen. Unendlich viele Hiebe mit dem Gürtel hatte Reo in seiner Jugend eingesteckt. Wenn er irgendwann zu schwach war, sich auf seinen Knien zu halten, folgten Tritte in den Bauch. Diese Qualen können niemals vergessen werden. All das hatte er der Alkoholsucht seines Vaters zu verdanken.
    Und doch kam irgendwann der Tag, an dem Reo seinem Schicksal entfliehen konnte. Er sparte sich heimlich eine kleine Menge Geld an, mit der er so weit weg wie möglich von zu Hause wegfuhr. Auch, wenn der Anfang auf der Straße alles andere als leicht gewesen war, so hatte er einen Zufluchtsort gefunden. Ein alter Rentner sprach ihn eines Tages an, bot ihm ein Dach über dem Kopf, für Hilfe im Haushalt und weitere kleine Arbeiten. Es schien eine glückliche Fügung in seinem sonst eher trostlosen Leben zu sein, dass er auf diesen Mann traf.

    So viele Gedanken flogen Reo durch den Kopf. Sollte er morgen wirklich seinen Vater besuchen? Ihn anhören, ihm vielleicht sogar vergeben? Sein Vater war damals immerhin nicht Herr seiner Sinnge gewesen. Reo war sich alles andere als sicher. Wie sollte er so eine Entscheidung fällen? Die ganze Nacht hielt ihn diese Frage wach. Erst als am Morgen langsam die Vögel ihr Gesang anstimmten, fand Reo in einen ruhigen, traumlosen Schlaf.


    Als er durch das Geräusch von prasselndem Regen an sein Fenster geweckt wurde, schien es draußen bereits wieder dunkel zu werden. Wie spät mochte es wohl sein? Ein Blick auf sein Handy verriet ihm nur, dass er keinen Akku mehr hatte.

    Ohne sich weiter über irgendetwas Gedanken zu machen, zog er sich an und fuhr in das Asan Medical Center. Nun war eine Entscheidung gefällt.


    Dort angekommen fragte Reo an der Information, in welchem Zimmer er sein Vater finden könne und nachdem er mit dem Aufzug ein paar Stockwerke nach oben fuhr, fand er sich vor dem Zimmer mit der Nummer 253 wieder. Er konnte sich nicht mehr an den Weg hierher erinnern, weil in seinem Kopf erneut tausende von Gedanken umherflogen.
    Er klopfte an und trat ein, ohne auf eine Antwort zu warten.

    Das erste was er dann erblickte, war seine Mutter, neben dem Bett sitzend mit gesenktem Kopf. Sie weinte. Reo blieb einige Sekunden wie angewurzelt stehen, dann ohne einen Gedanken im Kopf. Pure Leere.

    Dann wagte er einen genaueren Blick auf seinen Vater. Es liefen in dem Zimmer keine Maschinen, sein Vater lag allein in dem Zimmer. Er hatte die Augen geschlossen. Reo kam ein paar Schritte näher. Erst dann registrierte er, dass sein Vater nicht mehr atmete.


    Er kam… zu spät. Jetzt würde er die Stimme seines Vaters, die ihn schon so oft beschimpft hatte, nur noch in seinem Kopf hören können. Reo sagte kein Wort. Seine Mutter begrüßte ihn nicht, drehte sich nicht zu ihm um, sie schluchzte einfach nur weiter vor sich her.

    Wie man mit so einer Situation umzugehen hat, konnte einem keiner sagen. Ebensowenig wusste Reo, was er jetzt tun sollte, er wusste nur, dass er es keine Sekunde länger in dem stickigen, dunklen Zimmer aushielt.

    Er lief. Er lief die Treppen runter. Er lief aus dem Krankenhaus, ohne ein Ziel vor Augen. Er lief so weit, wie seine Füße ihn trugen.

    Als er irgendwann zum Stehen kam, sah er rechts von sich einen 24-Stunden-Laden mit Leuchtreklamen in den Fenstern.

    Reo ging hinein und kaufte sich eine Flasche Absinth.

  • leroi.

    Hat das Label Beendet hinzugefügt
  • Hi, ich bin wie immer zu spät ):. (zu meiner schlechten Verteidigung: Ich bin mitten in den Prüfungen, da vergisst man sowas leider schonmal). Aber ich habs auch noch geschafft; hier meine Story zum Setting von Woxie! (Ich hoffe dir gefällt die Umsetzung ♥)


    weil ich bisschen Lust hätte dazu ne Umsetzung zu sehen: Person X baut einen Unfall, trifft dabei auf Person Y und sucht diese seitdem. Ob sie sich finden oder was passiert, ist dem Schreiber überlassen. Warum sie sie sucht ebenfalls.


    Blutspritzer


    Blutspritzer auf der Windschutzscheibe. Der Schock saß noch tief in Naomis Brust und ihre Hände klebten verschwitzt am Lenkrad und erst als sie sie löste, um die Türe zu öffnen, merkte sie, wie sehr sie zitterten. So sehr, dass es ihr kaum gelang, den Griff zu ziehen. Die kaum beleuchtete Landstraße war still, es gab kein Geräusch, was sie noch nervöser machte. Ein Keuchen oder schnelles Atmen hätten es leichter gemacht. Hätten ihr versichert, dass dort keine Leiche auf der Straße lag. Doch so schien alles auf das Schlimmste hinzuweisen. Würde sie das zur Mörderin machen? Sie presste ihre Hände aneinander und versuchte sich mit ein paar Atemzügen zumindest etwas zu beruhigen, ehe sie um das Auto ging.

    Sie wusste nicht, was sie erwartet hatte. Vielleicht, dass sie sich verguckt hatte und dort anstatt einer Person nur eine Katze liegen würde. Oder am besten gar nix und es war nur eine Illusion gesehen; ein Schatten, der im schwachen Licht wie eine Person gewirkt hatte. Aber sie hatte einen Aufprall gespürt, hatte Sprünge in der Windschutzscheibe und dort lag eine echte Person mit echten Verletzungen umgeben von echtem Blut. Sie hatte das Gefühl, einer Panikattacke nah zu sein. Was sollte sie jetzt tun? Hätte sie im Erste-Hilfe-Kurs nur besser aufgepasst! Sie biss sich auf den Daumen, so fest, dass sie den metallenen Geschmanck von Blut im Mund hatte. Noch mehr Blut.

    „Gott, das hilft mir jetzt nicht!“, rief sie aus. Sie musste etwas tun. Jetzt.

    Und – wie als hätte irgendjemand ihr Flehen erhört – strahlte plötzlich ein helles Licht auf sie. Es kam aber nicht vom Himmel, sondern von der Seite und war auch nicht in Begleitung eines Engelschors, sondern dem Geräusch einer Fahrradkette. Und dennoch war es das Beste, was ihr hätte geschehen können. Das Fahrrad hielt sobald die Person auf dem Boden in den Lichtkegel kam, abrupt an und Naomi verschwendete keine Zeit, um den Fahrer um Hilfe zu bitten. Bei diesem handelte es sich um einen Jungen in ihrem Alter – vielleicht auch jünger, es war schwer es im schwachen Licht auszumachen – mit kurzen, ungekämmt wirkenden Haaren. Er schien die Situation noch nicht ganz begriffen zu haben, doch dafür ließ Naomi ihm auch keine Zeit: „Oh gott, bitte, du musst mir helfen! Ich hab jemanden angefahren und ich weiß nicht, oh gott oh gott…“ Sie fuhr sich mit den Fingern durch die Haare und spürte, wie sich Tränen in ihren Augenwinkeln bildeten. „Bitte hilf mir!“, flehte sie schließlich und auch wenn der Junge immer noch verstört wirkte, stieg er vom Rad. Er beugte sich dem Verletzten hin und hielt sein Ohr über sein Gesicht, mit einer Ruhe, die für Naomi unerklärlich war, dann sah er zu ihr. „Hast du ein Handy?“

    Sie nickte – unfähig zu reden – und fingerte es aus ihrer Hosentasche. „Ruf einen Krankenwagen und einen Notarzt. Schnell!“ Sie nickte wieder und wählte mit zitternden Händen die Nummer, die er ihr diktierte. Das Gespräch und das Ankommen des Notarztes und der Polizei war eine einzige, verschwommene Erinnerung. Sie konnte sich nur erinnern, wie viel und bitterlich sie geweint hatte. So sehr, dass man auch sie ins Krankenhaus brachte, um sicher zu gehen, dass sie keine Kopfverletzungen oder Ähnliches erlitten hatte.


    Als sie am nächsten morgen erwachte, saßen ihr Vater und Hideaki an ihrem Krankenbett, in ein flüsterndes Gespräch vertieft, das sie jedoch einstellten, als sie sahen, dass sie wach war. „Naomi“, stieß Hideaki als erster aus, „bitte tu so etwas nie wieder. Was glaubst du wie sehr ich mich erschreckt hab, als deine Schwester mich um drei Uhr nachts angerufen hat, weil du ihr seltsame Nachrichten geschickt hast?“

    Seltsame Nachrichten? Daran konnte sie sich nicht erinnern. Er schien ihren Blick zu bemerken, denn er zückte sein Handy um ihr Beweisfotos zu zeigen. Tatsächlich: Screenshots von einem Gespräch mit ihrer Schwester, wobei es mehr einem Monolog glich. Sie konnte verstehen, wie sie ihrer armen Schwester einen Schrecken versetzt hatte, immerhin bestanden ihre Nachrichten aus „ich habe jemanden getötet“ oder „ich bin eine mörderin“. Anhand der Zeit hatte sie die wohl aus dem Krankenhaus geschickt, höchstwahrscheinlich nachdem man ihr einen Haufen Beruhigungsmedikamente verabreicht hatte. Scheinbar dennoch nicht genug.

    Ihr Vater schien mehr Verständnis zu haben: „Es ist gut, dass du ihr geschrieben hast, sie hat sich bei uns gemeldet, sodass wir Bescheid wissen. Wobei es natürlich noch besser gewesen wäre, wenn du dich direkt bei uns gemeldet hättest.“ Er lachte. „Jedenfalls geht es der jungen Frau, die du angefahren hast gut. Es wird keine Anzeige geben; sie meinte selber, dass sie mit der dunklen Kleidung bei dem Licht kaum erkennbar war.“ Naomi nickte erleichtert. Da war sie ja gerade noch mal so davongekommen. Dann fiel ihr der Junge wieder ein.

    „Was ist mit dem Jungen?“

    Hideaki und ihr Vater tauschten verwunderte Blicke. „Welcher Junge?“, fragte ihr Vater schließlich.

    „Da war ein Junge… er hat mir geholfen. Er hat Erste Hilfe geleistet. Ich wollte mich noch bedanken.“

    Hideaki schüttelte den Kopf. „Wer auch immer er war, er ist nicht mit bis zum Krankenhaus gekommen. Zumindest haben wir ihn nicht getroffen.“ Naomi sah aus dem Fenster. Sie wusste nicht mal seinen Namen…


    Die Monate verstrichen, aus dem Sommer wurde Herbst und schließlich Winter. Der Unfall lag tief in Naomis Erinnerungen vergraben. Verdrängt.

    Hideaki umklammerte seinen Kaffee als wäre es das Einzige, was ihn am Leben hielt. War es höchstwahrscheinlich auch, denn die Frostbeule war trotz dicker Kleidung am Zittern, während Naomi selbst in den kälteren Monaten noch in Strumpfhose und Shorts herumlief. Sie schlürfte an ihrem Kakao, war aber in Gedanken komplett woanders. Zumindest, bis Hideaki sie aus diesen riss. „Das sieht nach Ärger aus“. Er hatte die Brauen zusammengezogen und als Naomi seinem Blick folgte, erkannte sie auch, warum. Eine Gruppe aus drei Jungen hatten einen anderen Jungen umzingelt. Sie waren die typischen Schlägertypen: Groß, breite Schultern, kurz rasierte Haare. Ihr Opfer war mindestens zwei Köpfe kleiner und dünn wie ein Stock im Vergleich zu ihnen.

    Naomi mischte sich eigentlich nicht in solche Angelegenheiten ein. Mit solchen Kerlen war nicht zu spaßen und manchmal musste einfach jeder für sich selber verantwortlich sein, aber als sie den Jungen in der Mitte erkannte, fiel ihr fast ihr Getränk aus der Hand. Ihr geheimnisvoller Retter! Auch wenn sein Gesicht nicht allzu gut sichtbar gewesen war, gab es keinen Zweifel: Er war es. Die braunen Augen erfüllt mit Angst. Sie stellte auch ihr Getränk zur Seite und wollte losgehen, doch da fiel bereits der erste Schlag. Hideaki neben ihr zuckte zusammen und schaute weg, aber Naomi konnte ihren Blick nicht abwenden. Sie ballte wütend ihre Fäuste zusammen uns zögerte nicht, auf die Gruppe zuzulaufen. Sie überhörte Hideakis Rufe und packte die Hand des Schlägers.

    „Hör auf“, zischte sie und starrte ihn mit dem finstersten Blick an, den sie zustande bekam. Ihr Gegenüber schien nicht besonders beeindruckt und zog seine Hand mit Leichtigkeit aus der Umklammerung. „Misch dich nicht ein, Kleine.“

    Hideaki, der inzwischen dazugestoßen war, legte ihr eine Hand auf die Schulter. „Lass gut sein“, versuchte er es, aber Naomi ignorierte ihn, holte aus und klatschte dem Kerl vor ihr eine. Seine Freunde grölten und johlten im Chor. Naomi machte sich bereits auf das Schlimmste gefasst, aber tatsächlich zuckte ihr Gegenüber nur mit den Schultern. „Ich schlage keine Mädchen.“ Und damit verschwand die Dreiergruppe ohne nochmal einen Blick zurückzuwerfen.

    Hideaki sah aus, als würde er gleich tot umfallen, so bleich wie er im Gesicht war, dennoch kniete er sich zu dem Jungen. Er hatte Nasenbluten und der Prellung nach zu urteilen wohl auch eine gebrochene Nase. Hideaki wischte ihm mit einem Taschentuch etwas Blut aus dem Gesicht, während er ihn mit der anderen Hand stützte, sodass er sich aufrichten konnte. Besorgt fragte er: „Wie geht es dir?“

    „Alles okay“, murmelte der andere. Es war sichtlich ein böser Treffer gewesen, aber scheinbar kam er noch mit einer gebrochenen Nase davon.

    „Wie heißt du?“, erkundigte Naomi sich dann.

    „Ren“, erwiderte der Fremde mit Blutspritzern im Gesicht.