Gedankenexil

Die Insel der Rüstung erwartet euch!


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  • G E D A N K E N E X I L

    - Kreative Werkstatt -


    Huhu! :)

    Nachdem meine letzte Sammlung im Archiv gelandet ist, habe ich ein wenig Zeit gebraucht, um mir ein Bild davon zu verschaffen, welchen Anspruch ich überhaupt an eine Sammlung stellen möchte oder stellen kann und wie sich eine Sammlung für mich hier überhaupt noch lohnen kann, wenn Feedback offensichtlich stark zurückgeht. Letztlich bin ich so zu der Idee einer offenen Werkstatt gekommen.

    Soll heißen, dass ich jeden Monat eine Liste mit zufälligen Themen über diverse Zufallsgeneratoren erstellen werde und diese dann in den Startpost einbaue. Über den Monat möchte ich möglichst alle Themen bearbeiten, sodass hier weniger fertige Texte, sondern vielmehr experimentelle Ansätze ausgestellt werden. Ein wenig ist das von meiner positiven Erfahrung mit dem NPM geprägt, ein wenig hat mich aber auch Creon mit ihrem NaNoWriMo-Projekt (lesenswert!) zu dieser Idee inspiriert. Ziel ist es also einfach, jeden Tag ein bisschen ins Schreiben zu kommen. :)

    Ich freue mich in diesem Thema ausdrücklich über jede Form von Feedback, egal ob es zwei Sätze sind oder ob es eine lange Analyse ist. Eventuell kann ein Kommi ja auch mit dem eigenen Umsetzen eines der Themen verbunden werden. Das muss ja nicht mal ein Text sein, vielleicht dient ein Thema ja auch als Inspiration für ein Bild oder so. Wenn das sonst jemand als Ansporn nehmen möchte und die Werke in einem eigenen Topic veröffentlicht, werde ich natürlich auch versuchen, alles zu kommentieren, unabhängig vom Bereich! :)

    Ich freue mich über jeden, der teilnimmt. Ansonsten fange ich erst ab Januar an, bis dahin das Thema bitte noch nicht schließen. Mal schauen, wie lange die Motivation hierfür dann letztendlich hält, haha. Aber schon mal allen ein produktives neues Jahr, haha. ^-^


    _______________

  • Thema: Horizont aus Aquarellfarben


    Haiku

    das auslassen von

    farbe führt zum hellsten licht;

    dein licht bloß schatten.


    Gedicht

    es schimmert das Gelb auf papier,

    den rotton erwartend. gefühle

    erwachen im nassen; verblassen.

    zu früh. die farben. berühren

    sie sich. und haben doch niemals

    kontakt.

    – die dämmerung.



    Hintergrund:

    Meine Hoffnung ist ein wenig, dass das ganze hier etwas interaktiver verläuft. Deshalb werde ich immer ein paar kurze Sätze zur Entstehung und der Idee schreiben, um Anregungen für mögliche Kommentare zu geben. Wer lieber interpretieren möchte, darf den Abschnitt also gerne ausblenden. Noch einmal ganz deutlich: ich freue mich auch über kurze Kommentare mit zwei Sätzen oder eigene Umsetzungen der Themen! :)

    Zu den Werken: Ehrlicherweise hatte ich beim Erstellen der Liste eine Wortkombination aus "Horizont" und "Pastellfarben" vorliegen. Ich habe das dann in Aquarellfarben geändert, weil ich mich da tatsächlich mal in verschiedene Techniken eingelesen hatte. In beiden Werken habe ich entsprechend eine Technik als Leitmotiv verwendet. Das Haiku und die andere Strophe sind getrennt entstanden und haben eine andere Technik als Leitmotiv, daher würde ich sie persönlich als zwei Werke ansehen. Ich denke, man kann sie aber auch gut zusammen lesen. Gedanken würden mich insbesondere zur Stimmung interessieren. ^-^


    Rekommis: -


  • Thema: Kontinuierliches Feuer


    Die Zeit.

    Die Zeit als Flammendes Feuer,

    getragen vom Winde des Raums.

    Erloschen noch nicht: doch bald schon.

    ergreift und umfasst sie die welt,

    die im begriff gewesen sein wird

    zu entstehen.


    Haiku

    hier ruht die seele.

    angst: die flammen der hölle,

    der körper nur ruß.



    Hintergrund:

    Erneut zwei getrennte Werke, die sich gegenseitig ergänzen könnten. Langsam freunde ich mich mit diesem Muster ein wenig an, haha. In diesem Fall könnte das Haiku dem ersten Gedicht eine sehr viel subjektivere Bedeutung zuweisen, was ich im Nachhinein doch ganz spannend finde. Ansonsten hatte ich mit dem Thema trotz potentieller Aktualität so meine Probleme und auf die klassische Liebesmetapher wollte ich schlicht nicht ausweichen. Insofern dann die Idee mit der Zeit und dem Tempus. Am meisten interessieren würde mich ja fast, ob darin jetzt überhaupt jemand eine Logik erkennt, oder ob ich zu abstrakt gedacht habe, haha. Über alternative Titelvorschläge würde ich mich übrigens auch freuen, ganz zufrieden bin ich damit noch nicht, mh.


    Rekommis: -


  • Okay, fine, ich bin noch zu wach, um schlafen zu gehen. Eigentlich schulde ich Silvers noch einen Kommentar, aber der ist zu lang und komplex für jetzt, deshalb ... wenn ich es jetzt nicht mache, mache ich es wohl nie.


    Hi Flocon :3

    Du hast gefragt, was man aus deinem neuesten Werk lesen kann, also sage ich es dir. Ich werde übrigens nicht selbst etwas dazu schreiben. Aber vielleicht schmeiß ich deine Liste irgendwann mal in den Zufallsgenerator, wenn mir mal wieder die Ideen fehlen^^


    Die Zeit.

    Jap, du hast recht, der Titel ist langweilig. Aber man weiß gleich, womit man es zu tun hat. Und nein, ich weiß keinen besseren. Ich kenne das Werk seit fünf Minuten und es ist kurz vor Mitternacht. Außerdem haben viele meiner Werke auch völlig unkreative Titel ...

    Die Zeit als Flammendes Feuer,

    Ich mag die Idee, Zeit als Feuer darzustellen. Es gab mal einen Vergleich der Zeit mit einem Ozean (ich glaube, er stammt aus einem ziemlich schlechten Film mit Geistern und Parallelwelten und anderen Seltsamkeiten, aus dem ich nur noch ungefähr drei Szenen weiß). Dort hieß es, Zeit sei nicht wie ein Gartenschlauch, immer kontinuierlich, sodass man nur vor und zurückreisen könne, sondern wie ein weites Meer mit vielen Möglichkeiten. Oder so ähnlich. Auch wenn das jetzt das Gegenteil ist, erinnerte mich diese Aussage irgendwie daran. Außerdem muss man sagen, wenn man länger darüber nachdenkt, dann haben Zeit und Feuer einige Gemeinsamkeiten. Sie leben nur im Jetzt. Und hinterlassen nichts. Nur Erinnerungen. Und je nachdem, wie man sie einsetzt, können sie helfen oder nicht. Hinterlassen Schönes oder Grausames. (Armes Australien ...) Also ja, der Vergleich ist schön.

    getragen vom Winde des Raums.

    Wind des Raumes. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Sowas mache ich auch gerne. Und ich lese es gerne. Bzw. viel lieber kommentiere ich es, weil ich mir dann so richtig Gedanken darüber machen kann. Also: Zeit ist, soweit ich mich erinnere, die vierte Dimension, also auf dieser Ebene (uh ... na ja, ich lasse es so) eng mit dem Raum verbunden. Vielleicht könnte man da die Parallele ziehen. Ansonsten muss ich an Palkia denken. Ich weiß, du hast keine Ahnung von Pokémon (sonst hätten meine SF-Abgaben vielleicht mehr Punkte bekommen :b), aber da sind Zeit und Raum durch Dialga und Palkia ja auch eng miteinander verknüpft. Dann könnte man das Feuer vielleicht als ihren Streit auslegen. Uh, diese beiden Zeilen und, wenn man will, auch das ganze Gedicht lassen sich ziemlich cool auf den Entstehungsmythos aus Sinnoh übertragen. Damit hättest du jetzt nicht gerechnet, was? xD

    Also, lass mich erklären: Der Gott der Pokémon Arceus erschuf zwei Eier, aus denen Dialga, der Meister der Zeit, und Palkia, der Meister des Raumes, schlüpften. Diese beiden sorgten dafür, dass die Zeit zu laufen begann und der Raum sich ausdehnte. Nachdem ihr Werk vollbracht war, zogen sie sich in ihre jeweiligen Dimensionen zurück. Im 10. Kinofilm käpften die beiden jedoch gegeneinander, weil sich ihre Welten überschnitten und sie dachten, der jeweils andere würde ihnen das Territorium streitig machen. Nur eine uralte Melodie (Oración - wunderschön übrigens) konnte ihren Streit schlichten. Was wäre aber, wenn dieser Streit schon am Anfang der Welt ausgebrochen wäre? Wenn diese beiden Gottheiten die Welt zerstört hätten, bevor sie richtig begonnen hatte, zu entstehen (siehe deine letzten Zeilen). Das ist eine wundervolle Lesart deines Gedichts. Tatsächlich würde ich sogar sagen, dass sie in sich viel stimmiger ist, als alles andere, mit dem ich sonst noch kommen könnte. "Winde des Raumes" klingt zwar irgendwie ein bisschen zu schwach für einen wirklichen Kampf, aber, sosehr ich Dialga auch liebe, vielleicht ging dieser Kampf hier auch nur von ihm aus und Palkia versucht nur, sich zu verteidigen. Aber es kämpft halt trotzdem, weshalb der Wind das Feuer trägt. Es tut nichts, um die Flammen zu stoppen.

    Ich bin jetzt ein absoluter Fan dieser Lesart und weiß gar nicht, was ich in der Nicht-Pokémon-Variante noch schreiben soll.^^"

    Erloschen noch nicht: doch bald schon.

    Okay, also die Flammen werden bald erlöschen. Entweder weil sie gelöscht werden oder weil sie alles zerstört hat. Für Letztgenanntes spricht die letzte Zeitform. Die Welt hat nicht die Chance, zu entstehen, weil sie vorher zerstört wurde. Wenn man jetzt nicht mit kämpfenden Legenden arbeiten will, kann man das auch auf aktuelle Konflikte, vielleicht sogar die Klimakrise anweden. Von der es auch langsam schwer wird, zu glauben, dass das Feuer gelöscht werden könnte ... Ich hasse es, darüber nachzudenken, dass wir eigentlich unsere Welt ziemlich verhunst haben. Also gehe ich noch auf etwas anderes ein, was mir gerade beim erneuten Lesen deines Hintergrundes aufgefallen ist: Tempus. Du schreibst vom Tempus. Dabei habe ich zwar so überhaupt keine Idee, wie ich den Raum - nein, stopp, mir fällt gerade etwas ein. Neuer Ansatz. Here we go:

    Tempi. Wir sehen sie jetzt als Feuer. Aus welchem Grund auch immer. Aber sie werden halt durch die Globalisierung verwaschen. Jede Sprache hat ihre eigenen Regeln und je mehr Sprachen man kann, desto eher nutzt man mal nur das eine oder nur das andere. Viel interessanter ist dabei aber dieser Vers. "Erloschen noch nicht: doch bald schon." Wir besitzen noch alle unsere Tempi im Deutschen. Futur I und II, Präteritum, Plusquamperfekt. All die Dinge, die kaum noch im normalen Sprachgebrauch vorkommen. In absteigender Reihenfolge. Wenn wir verstanden werden, indem wir nur temporale Adverbien oder andere Zeitangaben nutzen, um die Zukunft zu beschreiben, warum dann eine spezielle Zeitform bemühen. Man sehe sich DGS (Gebärdensprache) an, die fast komplett ohne zeitbezogene Konjunktion auskommt. Es funktioniert. Ich kann nicht sagen, inwieweit dieses Phänomen die gesamte Welt betrifft, aber so wäre dann die nächste Zeile zu lesen. Und die letzten bedeuten dann nur noch, dass dies nicht mehr möglich ist. Das jetzt noch auseinanderzuklamüsern wäre mir zu anstrengend.

    ergreift und umfasst sie die welt,

    Ich weiß, du schreibst Nomen in deinen Gedichten häufig klein, aber alle vorhergegangenen Nomen sind großgeschrieben. Man könnte das natürlich wieder als Verrohung der Sprache verstehen, weil ja viele andere Sprachen nicht wie das Deutsche zwischen Groß- und Kleinschreibung unterscheiden, allerdings funktioniert das nicht wirklich in Kombination mit dem ersten Vers, in dem das Adjektiv großgeschrieben wurde. (Darüber habe ich hinweg gesehen, weil das das Thema darstellte und deshalb wichtig war.) Wenn wir jetzt aber wieder zurückgehen zu der Überlegung, dass die Flammen alles fressen, könnte man das, wenn man wollte, so interpretieren, dass die Welt bereits dabei ist, zu verbrennen, und deshalb nicht mehr ihr großes W hat. Dass das Feuer dieses bereits verbrannt hat. Ich bin ehrlich kein Fan davon, dass dieses eine Nomen nun kleingeschrieben ist, okay, ich bin nie ein Fan davon, wenn Nomen kleingeschrieben werden, aber es ist ganz nett, eine halbwegs logische Erklärung dafür zu finden. Und diese beiden Ansätze oben passen sogar in eine. ^-^

    die im begriff gewesen sein wird

    zu entstehen.

    Nein, ich weigere mich, diese beiden Verse getrennt zu betrachten. Das zerschneidet es zu sehr. Also tatsächlich ist dieser Abschnitt einer der wichtigsten im ganzen Gedicht. Er ist immer ausschlaggebend für meine Theorien. Ich glaube, ich habe verpasst, die Zeit weiter als Zeit zu analysieren. Ich denke, da lande ich dann bei der aktuellen Zeit und unserer Lage. Na ja, sehr deprimierend halt. Ansonsten kann man natürlich sagen, hier will er zeigen, was er kann. Und bevor du das jetzt falsch verstehst: Ich liebe solche kobstruktionen. Je mehr Hilfsverben, desto interessanter (ein Problem der hilfsverblosen DGS). [Einwurf: ich musste gerade einfach die Szene aus The Big Bang Theory über Zurück in die Zukunft gucken und die ist zwar ziemlich cool, aber auf einer grammatikalischen Ebene, vermutlich aufgrund der Beschränktheit durch das Original, ziemlich unvollständig. "Hatte wird abgeschlossen sein" ist zwar noch in Ordnung, aber "Hatten nie hätten gebracht gehabt [haben] können" ohne das von mir eingefügte "haben" klingt einfach falsch (ohne genauere Analyse). Und dann arbeitet Sheldon mit "Hatten nie hätten gehabt bringen können", was strukturell nicht mehr der vorherigen Aussage entspricht und irgendwie am falschesten klingt. (Wenn die etwas so falsch klingen lassen können, darf ich falsch steigern!). Hier das YT-Video, falls es jemanden interessiert. Aber diese Zeitformen wollte ich schon immer mal analysieren, entschuldige, dass ich abschweifte.]

    Was ich eigentlich noch sagen wollte, ist, dass diese Formulierung äußerst faszinierend ist, weil wir ja eigentlich wissen, dass die Welt bereits entstanden ist, sie aber laut dieser Aussage erst kurz davor war/ist(?). Und sie ist halt von den Flammen der Zeit umfasst. Das war übrigens meine erste Lesart dieser Aussage, dass das Feuer der Zeit einfach den Lauf der Welt so durcheinander gebracht hat, dass diese Aussage korrekt ist. Also halt wirklich das Gedicht wörtlich zu verstehen, wie ich es schon mit dem zweiten Ansatz zur Kleinschreibung von "welt" getan habe. Das ist halt auch keine schlechte Überlegung. Ansonsten habe ich ja schon einiges zu den einzelnen Möglichkeiten bezüglich der verschiedenen Theorien geschrieben, weshalb ich jetzt nicht noch einmal darauf eingehen werde. Ich möchte nur noch sagen, dass ich wohl ein Komma ans Ende des vorletzten Verses gesetzt hätte. Fühlt sich für mich richtiger an, auch wenn ich keinen verpflichtenden Grund sehe. Es unterstützte (Konjunktiv) nur die Pause, die zwischen den Versen ist. Und die ist irgendwie wichtig für mich. Vielleicht, um dem Entstehen mehr Macht zu verleihen; ich weiß auch nicht genau. Es ist halt eh schon eine mächtige Aussage. Das sieht man allein deshalb, weil ich immer wieder darauf zu sprechen kam.


    Gut, also, so viel dazu. Ein faszinierendes Gedicht (faszinierende genug, um mich mitten in der Nacht zum Kommentieren zu bringen). Zum Haiku möchte ich jetzt nicht mehr so viel sagen und es eigentlich auch nicht unbedingt in Bezug auf den Rest setzen. Nur so viel: Ich musste an die Hölle denken. Ja, klar, sagst du auch, aber es passt halt so gut damit, dass die Zeit uns dann wieder einholt. Passt mit dem aktuellen Bezug, aber auch mit dem Pokémonbezug, wenn man will (und, ganz ehrlich, ich will, denn so passt es super zu meinen SF Abgaben "Der Anfang" (dieses Jahr über Arceus, Dialga, Palkia und andere) und "Dieses Illa - Jener Tag" (2015 über den Tag des jüngsten Gerichts und Giratina, den dritten im Bunde, als "Helfer" in der Hölle)). Nur zum Tempus jetzt nicht so ganz. Ich hatte ja eben, als ich vergessen hatte, wie es ging, kurz gehofft, dass in dem Haiku gar keine Verben und damit keine Zeitformen vorkommen würden, wie im ersten Satz des Gedichts, aber der erste Vers ist im Präsens, also müsste ich mir in dieser Richtung etwas anderes überlegen. Mir fällt nur auf die Schnelle nichts ein. Also lass ich das weg. Es ist ja auch schon nach eins.


    Um also deine Frage zu beantworten: Nein, ich finde es nicht zu abstrakt. Ich finde, das ist genau das richtige Maß an Abstrakt. Kann natürlich sein, dass du an etwas ganz anderes gedacht hast (bzw. beim Pokémonansatz bin ich mir ziemlich sicher, dass du an etwas anderes gedacht hast), aber es war schön zu analysieren. Ich hätte viel mehr Probleme, dein erstes Werk zu analysieren und interpretieren, weshalb ich das erst recht sein lassen werde.

    Also, ja, ein wirklich schönes Projekt hast du hier. Mal sehen, wie lange es bestehen bleiben wird. Ich bin auf jeden Fall gespannt und freue mich auf die folgenden Werke! :3

    ~Shira Seelentau

  • Hi na, ich dachte mir jetzt ich kommentier hier einmal, bevor ich mir schamlos deine Stichwortliste klaue und selbst irgendwas zusammentippe :P

    Und da Shiralya dir ja schon was zum 2. Tag dagelassen hat, sag ich jetzt etwas zum ersten ^^

    Ich finde das irgendwie mega schön. Idk wie sehr du dich mit Aquarellmalerei auskennst, so neben dem was du dazu gelesen hast. Als Person, die selbst viel mit Aquarell malt kann ich dir aber sagen, dass du das doch eigentlich ganz gut eingefangen hast, zumindest das "ideale" Aquarellmalen xD Grade dieses "Gefühle erwachen im nassen" ist halt so ein bisschen der struggle jedes Aquarellmalers, der weniger mit der Farbe an sich sondern mit dem Wasser zu kämpfen hat, in dem sich die Farbe gerne mal selbstständig macht und ihrem eigenen Kopf folgt. Auch dieses "und haben doch niemals kontakt" spielt da mit rein, weil oh Gott wird man panisch, wenn sich die verschiedenen Farbflächen doch mal berühren bevor sie nicht staubtrocken sind. Ich finde auch, dass du mit den Worten "schimmern" und "verblassen" auch noch zwei wesentliche Merkmale der Aquarellfarbe so in ihrer Optik herausgearbeitet hast, eben die Transparenz, mit der man mit viel Zeit und Geduld wahnsinnig kraftvolle und schöne Farben übereinander layern kann.

    Jetzt noch ein wieder literarisch orientierter Kommentar dazu: Ich mag es, wie du ganz ans ende die Dämmerung stellst. Das gibt dem Ganzen etwas den Kontext und einen Rahmen, in dem sich die Farbeindrücke sammeln, nämlich einen Sonnenuntergang, der eben durch seine verschiedenen Farbstufen läuft.

    Joa, irgendwann musst du mir mal verraten, wie genau du bei deinen Versen vorgehst. Es klingt so ja nämlich schon irgendwie schön und lyrisch, aber ich verstehe es noch nicht wirklich xD

  • Thema: Enthusiasmus irrational


    Im Sternenlicht

    „Siehst du den Stern dort drüben?“

    Luna richtete sich auf, versuchte der Richtung von Linos Finger mit angestrengtem Blick zu folgen. „Meinst du den da?“

    Lino lächelte, „Nein! Schau doch, der da drüben! Der so hell leuchtet!“

    Luna runzelte die Stirn. Ihre Augen fuhren über den weiten Nachthimmel. „Da! Der?“

    Lino lehnte sich zurück, schloss seine Augen und strich mit seinen Händen über das angenehm kühle Gras. „Genau der!“, murmelte er leicht verträumt, „Er ist eben explodiert, aber jetzt gerade, in diesem Moment, ist er der hellste Stern am Himmel.“

    Luna sah verwundert zu Lino hinüber, „Du meinst, er ist tot?“

    „Ja. Siehst du nicht, wie sein Licht wieder schwächer wird?“ Lino drehte sich zurück zu Luna.

    Sie nahm ein Funkeln in seinen Augen wahr, wie sie es bei ihm schon lange nicht mehr gesehen hatte. Fast verlor sie sich ein wenig darin. Dann blickte sie erschrocken zurück in Richtung des Sterns. Das Licht war erloschen. „Wieso“, fragte sie abwesend und mit leiser Stimme, „wieso schauen wir uns einen sterbenden Stern an?“

    Lino lächelte noch immer. „Ich weiß auch nicht.“ Ein kurzer Moment der Stille, bis Lino schließlich seine Arme gen Himmel streckte. „Aber bleibt er so nicht zumindest in unserer Erinnerung erhalten?“

    Wolken zogen auf, erste Tropfen fielen. Luna spürte eine ihr unerklärliche Wärme in ihrem Körper. Auch sie begann zu lächeln.



    Hintergrund:

    Kitsch. Das Thema hatte mich von Anfang an irgendwie angestrahlt, sodass mir die Idee heute relativ früh kam und der Text schon am frühen Nachmittag mehr oder weniger stand. Thematisch ist das definitiv von mehreren Artikeln inspiriert, die zuletzt über eine mögliche Supernova im Sternbild des Orion berichtet hatten. Wie schnell so etwas tatsächlich abläuft, habe ich nicht überprüft, aber ist das an dieser Stelle auch so wichtig? x) Das dürfte mein erster kreativer Fließtext mit mehr als hundert Worten seit (gefühlt?) etwa zwei bis drei Jahren sein, entsprechend werde ich wirklich alles an Kritik oder Feedback wie ein Schwamm aufsaugen. ^-^


    Rekommis:

    _______________

  • Thema: Löwe aus Stein


    Elfchen

    König.

    Geht er,

    zeigt sich Größe

    nicht in großem Stein:

    Güte.


    Dialog

    Maus. aufgeregt Hey, du! Du? Du bist doch ein Löwe, oder?

    Löwe. …

    Maus. Hey, du! Du Löwe!

    Löwe. …

    Maus. böse Antworte mir gefälligst!

    Löwe. …

    Eule. Junge Maus, das ist doch bloß das Abbild eines Löwen.

    Maus. aufgeregt Hey, du! Du Stein! Antworte mir!



    Hintergrund:

    Das war heute dann das komplette Gegenteil zu gestern. Mir kam zu dem Thema überhaupt keine Idee, sodass ich mich jetzt für dieses Elfchen entschieden habe. Wirklich zufrieden bin ich damit aber auch nicht. Löwe und König habe ich dabei einfach mal ganz frei verknüpft. Wie extrem groß meine Probleme mit der Ideenfindung zu dem Thema war, zeigt sich an dem zweiten Werk. Ich weiß auch nicht, wieso ich das jetzt veröffentliche. Es ist einfach nur schlecht, haha. Na ja, das Thema für morgen lächelt mich immerhin schon wieder etwas mehr an.


    Rekommis: -


  • Thema: Recht auf Liebe


    Haiku

    dein wunsch nach liebe

    ist in diesem lande nicht

    erlaubt, gez. das amt


    le cierge.


    die freiheit dem leben, die freiheit dem lachen,

    die freiheit der liebe, die freiheit auch dir!

    wir kümmern, so glaub mir, uns um deine sorgen,

    die freiheit der liebe, noch heute und hier!


    so folg mir, komm mit mir und lebe das leben,

    die freiheit der liebe, die freiheit auch dir!

    wir kümmern, so glaub mir, uns um deine sorgen,

    die freiheit dem leben, die strafe der gier!


    so folg mir, komm mit mir, vergiss deine träume,

    wir schenken dir liebe, noch heute und hier.

    wir kümmern, so glaub mir, uns um deine sünden,

    die sünden der liebe. die strafe der gier!


    nun schenk uns dein leben und schenk uns dein lachen,

    wir binden die ehe, so folge nur mir!

    wir kümmern, so glaub mir, uns um deine sünden,

    doch du hast die liebe, schon heute und hier.


    so frage ich dich nun vor allen anwesenden:

    willst du bei uns bleiben?



    Hintergrund:

    Uff, da ist mir eben doch tatsächlich aufgefallen, dass meine alte Sammlung einen falschen Artikel im Titel hatte. Das Gedicht sollte eigentlich in eine völlig andere Richtung gehen, die ich dafür eben dann noch schnell in dem Haiku umgesetzt habe. Nachdem ich zuletzt aber irgendwann mitten in der Nacht auf einen Film über Kreationisten gestoßen bin (den ich zugegeben nur so semi aufmerksam verfolgt habe), hat mich beim Schreiben wohl doch noch einmal der Spirit aus der vergangenen Sammlung ergriffen, haha. Evtl. verändere ich die Großbuchstaben in den nächsten Tagen nochmal, ich war mir dieses Mal nicht so sicher, ob ich irgendwas besonders hervorheben wollte. Die ganze Form in so kurzer Zeit zu planen, ist gar nicht so einfach. x) Trotzdem nehme ich gerne alles an Feedback an. :)


    Rekommis: -


  • Thema: Buffet


    Buffet der Erinnerung


    Leere Augen.

    Der Greis zittert, doch merkt er es nicht.

    Stur klebt sein Blick am Tisch.


    Darauf:

    ein Bild. ein Bild. ein Bild.

    ein Bild. ein Bild. ein Bild.

    ein Bild. ein Bild. ein Bild.

    ein Bild. ein Bild. ein Bild.

    ein Bild. ein Bild. ein Bild.


    Die kantige Stille schneidet sich in das Fleisch

    des Betrachtenden.


    „Und?“,

    der leise Versuch die Spannung zu

    lösen,

    „Erinnerst du dich?“


    Der Greis schreckt auf.

    „Das bin ja ich!“



    Hintergrund:

    Punkt eins: die Schreibweise Büfett kannte ich vorher nicht, aber sie triggert mich. Ganz besonders im Wikipedia-Artikel. wo sie wirklich konsequent durchgezogen wird. Die Idee erklärt sich hoffentlich von selbst, ansonsten ist der Titel ja auch relativ offensichtlich. Irgendwie bin ich auch noch immer davon überzeugt, dass man aus der Idee deutlich mehr rausholen könnte, aber die Zeit lief davon, also hebe ich sie mir erst einmal auf. Eigentlich wollte ich bei den Versen auch noch ein wenig mit transparenter Schrift spielen, aber das hat von der Formatierung mal wieder nicht geklappt, also hier die veränderte Form. Dafür liegt der Fokus jetzt etwas mehr auf Zeilenumbrüchen. Würde mich definitiv interessieren, wie die Umbrüche auf andere wirken, also freue ich mich mal wieder auf Kommentare (gerne auch nur kurz dazu!). ^-^

    /edit: Okay, also die Schriftfarbe würde zwar funktionieren, verschwindet aber nach einer Bearbeitung. Heute ist echt der Wurm drin, mh. Dann wird es jetzt eben eine Mischform.


    Rekommis: -


  • Ich hab noch sieben Minuten, bis mein Kurs anfängt. Nie und nimmer werde ich in der Zeit einen Kommentar schaffen. Aber ich brauch was zu tun und vielleicht hilft es mir, mich kurz zu fassen.


    Erster Punkt: Ich bin am Handy, sehe also vielleicht die Zeilenumbrüche nicht so, wie sie sein sollten. Aber ich denke, dass die Zeilen so kurz sind, dass das keinen Unterschied macht.

    Punkt Zwei: Ich ignoriere deine Zeilenumbrüche meistens. Sorry ... Aber du machst so häufig welche an Stellen, an denen ich sie nicht nachvollziehen kann, dass ich angefangen habe, darüber hinwegzulesen, auch wenn ich sowas eigentlich total schrecklich finde, weil sie ja nunmal da sind und eine Funktion erfüllen sollen.


    Gut, mein Kurs ist inzwischen zuende und ich gehe mal auf das Gedicht (hab mal in Englisch gelernt, dass Texte mit vielen Zeilenumbrüchen Gedichte seien - hab bei dem Text damals absolut nicht zugestimmt, bei deinem allerdings total) im Speziellen ein.

    Du solltest dir definitiv eine konsequentere Aufteilung deiner Texte überlegen, denn nach den ersten beiden Tagen war ich kurz davon ausgegangen, dass da zuerst ein Haiku ist (wurde durch die Silbenanzahl der ersten Zeile enttäuscht) und es nicht zu der konkreten Poesie des Bildes gehört. So als kleine Kritik am Rande.

    Wir beginnen also mit einem Satz pro Zeile. Das passt zum Inhalt, so ein bisschen wie im Moment leben. Eines nach dem anderen.

    Dann kommt ganz konkret das Bild. Ich fand es ganz lustig, dass du und Creon beide für dieses Thema etwas Konkretes genutzt habt (fand dein Bild, Creon übrigens sehr hübsch, hab mich nur ab und zu gefragt, warum einzelne Wörter kleingeschrieben waren; nur so als Einschub, wenn ich sie schon erwähne). Das Bild so zu Betonen macht hier auch durchaus Sinn, da es zum Einen die Verbindung zum Thema "Buffet" darstellt und zum Anderen der wichtige Part für das Erinnern ist. Ich hab es übrigens noch nie gesehen, dass bildliche und nicht-bildliche Poesie so zusammen verwendet wurden, ich finde das sehr interessant und es stört auch nicht das Lesen. Viel mehr unterstreicht es, wie oft der Greis es wohl schon betrachtet haben muss, was im Folgenden zur Stille und Spannung passt.

    So, inzwischen ist mein ganzer Uni-Tag rum und ich muss auf den Zug warten. Verzeih also, wenn es ein bisschen unzusammenhängend wirken könnte.

    Im folgenden sind dann also die zwei Stellen, an denen wir einen ungewöhnlichen Zeilenumbruch haben. Und zunächst spielten Punkt eins und zwei zusammen, sodass ich ihn gar nicht richtig mitbekommen hatte beim ersten Lesen. Aber du hast ja darauf hingewiesen. Also trennst du das Fleisch vom Betrachtenden. Keine Ahnung, warum. Gleiches gilt für den zweiten Umbruch, der nicht an einem Satzende geschieht. Wobei, nein, da hab ich eine Idee: Du willst Spannung aufbauen, dadurch dass du "zu" und "lösen" und damit eine fest zusammenhängende Konstruktion trennst? Ist jetzt zwar nicht mein liebster Aufbau, aber wenn das die Intention war, ist es für mich in Ordnung. - Soll das erste dann den Schnitt symbolisieren? (Dass ich in den Zug steigen konnte, bringt mich wohl auf neue Ideen.)

    Also gut, ja, man kann die Zeilenumbrüche interpretieren, auf die Idee wäre ich aber nie gekommen, hättest du nicht speziell danach gefragt. Wie gesagt, ich lese da eigentlich meistens drüber hinweg, weil sie gerade bei dir oft an so Stellen sind, wo sie für mich beim einfachen Lesen einfach nicht passen. Und ich möchte eigentlich auch nicht damit anfangen, jedes Gedicht genauestens zu interpretieren. Sechs Stunden lang ergaben die Absätze keinen Sinn, bis ich mich genauer damit befasst habe. Also nein, das möchte ich nicht jedes Mal machen.

    Dann noch eine kleine formale Sache: Zwischen "Und?" und "Erinnerst du dich?" hätte ich den Teil irgendwie nicht mit Kommas abgetrennt, weil du ja einen Kommentar abgibst und nicht sagst, wer es sagt. Vielleicht wären Gedankenstriche besser gewesen ... Aber das ist nur ein Gefühl, ich weiß gerade keine Regel, die hier Anwendung finden würde.


    Ich mag das Thema. Ich hätte es niemals mit Buffet in Verbindung gebracht, aber du hast einen schönen Text geschaffen, der die Stimmung, die in der Situation herrscht, schön einfängt. Ich finde es übrigens interessant darüber nachzudenken, dass der letzte Satz nicht unbedingt die Wahrheit sein muss. Das macht alles noch ein wenig bedrückender. Aber es gefällt mir.


    Liebe Grüße Seelentau


    P.S. Das mit dem Formatieren kenne ich. Ich hasse es, wenn ich Fehler in den Texten finde, die mit meinem Turm in einem Post sind. Es würde mich aber wirklich interessieren, was du dir an Spielereien überlegt hattest, weil ich nämlich, so wie es ist, grundsätzlich nichts auszusetzen habe.

  • Zunächst einmal: ich finde es toll, dass du wieder eine Sammlung eröffnet hast und darin dann auch zum Mitmachen einlädst. Ich würde gerne was umsetzen, aber hatte da bisher noch nicht so die ganz oder auch nur halbwegs zündende Idee zu. Speziell spricht mich ja das Thema "Recht auf Liebe" an, insofern schreibe ich da dann jetzt erst einmal einen Kommentar.


    Also zunächst einmal ist da das Haiku, das ein bisschen humoristisch angelegt zu sein scheint und mir in der Hinsicht auch gut gefällt. Gleichzeitig ist's natürlich irgendwie auch bedrückend, wenn man die Aussage der Sätze bedenkt - insgesamt wirkt es damit ein wenig bissig bzw. auch von Bitterkeit gekennzeichnet (im positiven Sinne). Es ist wie eine dieser trockenen und emotionslosen Mitteilungen, die einen von offizieller Seite erreichen und verbietet in dem Fall eben die Liebe - wie es ja teilweise in vielen Ländern auch heute noch der Fall ist (vielleicht gibt es sogar gar kein Land, das da wirklich so viel Freiheit einräumt, wie es eigentlich sein sollte, weil es irgendwo dann immer doch Beschränkungen gibt). Allgemein hat mich das irgendwie an diese Hinweise auf YouTube erinnert, die es früher gab, als die sich noch nicht mit der GEMA geeinigt hatten. Weiß nicht, ob das so beabsichtigt war, aber daran musste ich da irgendwie unwillkürlich denken.


    Dann das Gedicht danach - da hatte ich ebenfalls so einen spontanen Eindruck zu wie es wirkt - es erinnerte mich nämlich an ein Kirchenlied. Ich glaube, einige der Formulierungen findet man auch tatsächlich so oder so ähnlich in irgendeinem, wenn ich nicht irre. Habe aber jetzt kein Liederbuch da, um's nachzuprüfen. Wenn ich mir aber den Hintergrund mit dem Kreationisten so durchlese, kann es ein so falscher Eindruck ja nicht sein. Ob du da jetzt den Stil eines Kirchenlieds kopiert oder dir ein reales Werk als Vorlage genommen hast, ist aber vielleicht auch nebensächlich. Jedenfalls meine ich auch hier eher Kritik bzw. eben die Darstellung einer Religion oder eines Kultes als eher ... nun, "weniger gut" herauszulesen. Das heißt, eigentlich sieht man es ja recht offensichtlich an so Stellen wie "vergiss deine träume", "schenk uns dein leben", "schenk uns dein lachen" etc. Wobei ich es interessant finde, dass diese sehr eindeutigen Signalstellen erst später kommen und man über die erste Strophe noch sagen könnte "Joa, soweit klingt's doch ganz gut" und sich vielleicht nur zusätzlich denken "zu gut, um wahr zu sein". Zweite Strophe hat dann schon das "so folg mir" drin, dass einen dann deutlicher aufhorchen lässt, und dann geht's in den Folgestrophen eben weiter mit den dubioseren Textstellen. Insofern passt das ganz gut in der Hinsicht, dass man erst ein wenig "eingelullt" wird, bis man dann eben dazu bewegt werden soll, das, was einem wichtig ist, aufzugeben - ganz wie das in einem Kult oder einer Sekte ja meist tatsächlich anfängt. Auch der Gruppenzwang, der da gerne als Mittel eingesetzt wird, kommt in den letzten zwei Versen zum Tragen. Finde ich insgesamt also ziemlich gut gemacht, wie hier in Gedichtform so eine Indoktrination sichtbar wird.


    Also ja, schön, dich wieder hier zu sehen und hoffentlich bleibst du am Ball!

  • Thema: Qualifizierte Suppe


    Dialog

    A. Guten Abend. Was darf's bei Ihnen denn sein?

    B. Guten Abend. Ich hätte gern das Tomatengebräu.

    A. höflich. Sie meinen sicher die Tomatensuppe.

    B. Das kann ich Ihnen noch nicht sagen.

    A. irritiert. Was können Sie nicht sagen?

    B. Na, ob es sich bei dem Gebräu um eine Suppe handelt!

    A. Wieso das denn nicht?

    B. Noch habe ich dieses Gebräu ja nicht gekostet.

    A. verärgert. Und was würde unsere Suppe als Suppe qualifizieren?

    B. Na, schmecken muss sie mir!

    A. Mein guter Herr, bisher hatte noch niemand etwas an unserer Suppe auszusetzen.

    B. Solange ich nicht gekostet habe, werde ich es nicht anders bezeichnen.

    A. Nun gut. Einmal das nicht ganz so köstliche Gebräu für den Herrn.



    Hintergrund:

    Als ich die Kombination aus qualifiziert und Suppe gesehen hatte, konnte ich nicht widerstehen, es so in die Liste aufzunehmen. Ich meine, ich wollte ja explizit Themen auswählen, die zum Querdenken und Experimentieren einladen. Gestern Abend kam mir dann schon die Idee mit der Bestellsituation im Restaurant und im Nachhinein hätte ich es wohl auch besser gestern schon aufgeschrieben, denn heute war das ganze Konzept nur noch recht schwammig in meinem Kopf. Dazu wurde die Zeit jetzt auch sehr eng, daher erstmal diese Form. Das Thema halte ich mir aber auch nochmal offen. Ich befürchte langsam, dass das ein Dauer-Aufschieben wird. x3


    Rekommis:

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  • Thema: Antwort aus der Ferne


    Haiku

    Wenn sie antworten,

    schützt uns nur der Aluhut

    vor ihrer Strahlung.


    bib bib

    biep bup bup buup bib bib

    buub bup bieb biep bib bib

    bup bub buub bib bieb bib bib

    biep bieb buub buup bib bib

    buup buup bib bieb bip bib

    bib bib bib bip bib bip bib bib


    Strophe

    Sind wir bloß Antennen im Himmel ?

    Signale erwartend, doch niemals

    bereit sie zu spüren, zu deuten,

    zu wissen, dass sie längst erloschen?



    Hintergrund:

    Dass ich ausgerechnet mit diesem Thema hadern würde, hätte ich beim ersten Anblick der Liste auch nicht für möglich gehalten. Nachdem ich bei meiner Kurzrecherche dann auf ein mögliches Studium der Kommunikation mit Aliens gestoßen bin, hatte ich zwar eine grobe Idee, aber die Umsetzung wollte mir nicht so recht gelingen. Während ich mit den ersten beiden Werken noch ganz zufrieden bib bib, wollte ich mich in der Strophe formal noch ein wenig austoben und austesten, was ich zukünftig evtl. für Hervorhebungen verwenden könnte. Natürlich nicht so extrem, wie es jetzt letztendlich aussieht, aber der Prozess war trotzdem ganz spannend, die formale Gestaltung der Wörter immer wieder umzuwerfen.

    Erzählen die Werke eine Geschichte? Vielleicht.


    Rekommis: -


  • Thema: Radikal minimal


    Vom Zögern und Schweigen.

    Wagnis | drei Worte | das Universum vergeht | Stille



    Hintergrund:

    Ich setze meine Reihe der experimentellen Auslegungen fort und bin dieses Mal doch recht zufrieden damit. Die Form mit dem senkrechten Trennstrich ist mir bei meiner Kurzrecherche heute gleich zweimal begegnet, sie hat sich also quasi aufgedrängt! Um verschiedene Dinge miteinander in Verbindung zu setzen, kann ich mir so etwas als Übung für die Zukunft durchaus weiterhin vorstellen. Vielleicht lässt sich auch ein längeres Gedicht komplett in dieser Form aufbauen. Ich bin jetzt schon ein wenig motiviert auszutesten, was da alles möglich ist, haha. Für das heutige Thema bleibe ich aber bei dieser Mini-Variante. Falls jemand Anregungen in die Richtung hat, gerne her damit! :)


    Rekommis: -


  • Thema: Kein Zugang


    Haiku

    Es tut uns sehr leid,

    wir nehmen keine neuen

    Patienten mehr auf.


    Vom Auszug des Kindes

    Den Abschied gerade vollzogen,

    die Leere verblieben im Raum.

    So leise die Tränen, wenn einsam

    der Vater die Hand von der Klinke

    zum nunmehr so trostlosen Zimmer

    entfernt und der Hörer ertönt:

    „Papa, wie koche ich Nudeln?“



    Hintergrund:

    Das Haiku ist entstanden, nachdem mir der Satz beim dritten Hören irgendwie poetisch vorkam. Mit einer etwas düstereren Auslegung kann ich das Haiku auch in drei Tagen noch einmal verwenden. Für das zweite Gedicht habe ich mich heute gegen eine Kurzrecherche und für einen Kurzfilm entschieden, sodass das Thema auch ganz schnell stand. Sollte eigentlich alles recht selbsterklärend sein, daher will ich gar nicht so viel dazu sagen. Ich freue mich aber natürlich trotzdem über Feedback jeder Art dazu! :)


    Rekommis: -


  • Thema: Agenda der Katze


    Zeitungsannonce

    KATZE, 11 J., sucht Arbeit als

    Steuerberaterin. Fähigkeiten:

    Suche nach Schlupflöchern;

    instinktiver Wille, diese um

    jeden Preis zu erreichen;

    unschuldiger Blick vorhanden,

    falls durch die Situation erfordert.

    Mäuse als Bezahlung erbeten.



    Hintergrund:

    Ja, was soll ich groß sagen. Ich weiß selbst nicht so richtig, was ich da fabriziert habe, haha. Meine Recherche hat sich viel zu lange auf diverse Katzenvideos konzentriert. Über Bilder von Katzen in Schubladen bin ich schließlich beim Begriff des Schlupfloches gelandet und dann ist daraus diese Annonce geworden. Kontaktdaten gebe ich gerne weiter, haha. Ansonsten ist der Versuch, eine kurze Geschichte in der ersten Person aus der Sicht einer Katze zu schreiben, schon im Ansatz grandios gescheitert. Falls da jemand Tipps oder generell einfach Ideen zum Stil hat, würde ich die wohl auch annehmen. ^^'


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  • Thema: Discounter


    Haiku

    kaufst du bei lidl,

    sparst du netto nen penny,

    und nem aldi auch.


    Haiku

    feiertagsgeschäft:

    homo homini lupus,

    der naturzustand.



    Hintergrund:

    Ein kleines Haiku, das ein wenig mit Homonymie spielt und ein Haiku, für das ich die dunklen Erinnerungen an mein altes Nebenfach ausgegraben habe. Zu mehr hat es heute leider nicht gereicht. Feedback ist wohl eher schwer, daher nehme ich hierzu auch gerne einfach ein paar kurze Gedanken an. :)


    Rekommis: -


  • Thema: Vorhersage über den Abschied


    Und dann gingen wir.

    Im Dunkeln leuchten hell die Sterne:

    Sehnsuchtsvoll schau'n wir sie an.

    Und wissen ob der weiten Ferne,

    Dass dieses Licht doch längst im Kerne

    Wie wir schon kaum mehr leuchten kann.



    Hintergrund:

    Ich dachte mir, dass ich schon länger nicht mehr in einer etwas klassischeren Form geschrieben habe und bei dem Thema hat sich das dann ja auch irgendwie angeboten. Mehr oder weniger unbewusst habe ich mich hinsichtlich der gesamten Form mal wieder bei einem meiner go-to Gedichte bedient (Ein grünes Blatt - Storm), wenngleich ich zumindest den Auftakt im zweiten Vers aus klanglichen Gründen verändert habe. Ansonsten sind Gedanken oder Anregungen hierzu natürlich auch wieder gerne gesehen! :)


    Rekommis: -


  • Hi!

    Ich schreibe das grade am handy während ich versuche, nahrungsmittel zu mir zu nehmen, also bitte nicht böse sein wenm hier jetzt vertipper drin sind und ich groß und kleinschreibung total ignoriere.

    Ich hab dir ja schon auf die Pinnwand geschrieben, dass ich deine Texte hier echt mag, weil sie so nen philosophischen Aspekt haben und eigentlich immer ganz nette Denkanstöße sind, die zumindest ich in meinem kopf dann weiterspinne ^^

    Ich würde am liebsten zu allen Texten hier was sagen, aber ich befürchte dann werde ich niemals fertig, also sorry wenn ich manche Sachen jetzt einfach übergehe oder so, sie haben mir definitiv trotzdem gefallen!


    Dein Gedicht von Gestern fand ich besonders toll. Dass dz das Thema dahin entwickelt hast, dass wir ja wissen, dass Licht von Sternen bei uns erst verspätet ankommt und vermutlich einige schon längst erloschen sind und wir das Licht hier trotzdem noch sehen ist ein schöner Ansatzpunkt. Generell finde ich den Nachthimmel und alles was damit zu tun hat wahnsinnig poetisch, also von daher xD Ich musste es definitiv 2 mal lesen, weil ich zt n bisschen über die Verslängen und betonungen gestolpert bin und beim ersten Mal lesen unterbewusst irgendwie Worte rausgelassen habe und es dann nicht so viel sinn gemacht hat xD aber ich finde grade den letzten Vers dann wieder so weg von dem Thema Sterne und hin zu uns als Menschen sehr eindrucksvoll und auf mich wirte es dann schon recht intensiv so. Dieser existenzialistische grundton der da mitschwingt, ob wir jetzt nicht mehr leuchten weil wir nicht mehr sind zu dem Zeitpunkt wenn unser Licht den stern erreichen würde oder man das auch gesellschaftlich darauf beziehen kann, dass immer mehr Menschen durch Leistungsdruck und steigende Lebenserhaltungskosten einfach "ausbrennen" und quasi das lyrische Ich in dem Fall so ein ausgebrannter Mensch ist der seine letzte Ruhe im Nachthimmel sucht... also ja, ich fands wirklich sehr wirkungsvoll aufgebaut und geschrieben!


    Das Feiertagshaiku fand ich auch ziemlich gut. Da hast du den 3Versaufbau imo tatsächlich echt gut genutzt um auch wieder so einen gewissen "ich zeige euch die welt wie sie wirklich ist" effekt zu erzielen. Grade das letzte mit dem "Naturzustand" ist da wirklich gut gewählt und zumindest in meinem empfinden eine wirkungsvolle kritik am Umgang der Menschen untereinander wenn sie wie verrückt vor Feiertagen die Supermärkte stürmen und alles leer kaufen weil sie ja 2 tage lang nicht einkaufen gehen können und in der zeit sicher verhungern werden. Ich muss auch sagen, dass ich finde dass du mit dem Haiku definitiv bewiesen hast, dich seit den letzten NPM Haikus echt gesteigert zu haben ^^


    Achja und bitte ich will diese Katze! Die klingt mega süß, auch wenn ich sie wohl nur mit Milch bezahlen kann, aber ich pass dafür auch gut auf sie auf! :x

  • Thema: Berufsmaler


    Waldspaziergang des Künstlers

    Nächtlich das Singen der Geister,

    verfallen den Wipfeln der Nacht,

    lieblich mich leitende Meister,

    doch Wohlstand dafür nicht erdacht.



    Hintergrund:

    Ich hatte kurz überlegt, ob ich mich bei diesem Thema dem Ausbildungsberuf widmen möchte, letztlich kam mir aber keine gut umsetzbare Idee. Entsprechend bin ich zum Künstler übergegangen und habe dort dann einfach mit der idealisierten Vorstellung eines Künstlers gearbeitet, der zwar seine Träume auslebt, dafür aber mit finanziellen Problemen zu kämpfen hat. Das ist zugegeben keine wirklich originelle Idee, aber ich wollte heute noch etwas Zeit für das Schreiben eines Kommentars rausholen, also belasse ich es hierbei. Außerdem war es auch generell mehr die Leitlinie, von der ich mich beim Ausbessern im Nachhinein immer weiter entfernt habe. Feedback nehme ich also trotzdem gerne an! :)


    Rekommi:

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