Künstliche Intelligenz

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  • Ganz einfach:

    Es geht nicht darum, Wissen zu zerstören, sondern hochwertigen Text zum Training von Grammatik und Co zu haben

    Hab ja auch nicht behauptet, dass es diesen Unternehmen darum geht Wissen zu zerstören, es ging mir darum, dass Wissen, vor allem aber menschengeschaffene Kunst, Literatur, etc. als disposable angesehen wird; als Nahrung, die en masse an künstliche Intelligenz verfüttert und dann wie Müll entsorgt wird. :D

  • Haben diese Autoren ihr Einverständnis gegeben?

    Wenn man bedenkt, dass Google selbst Millionen von Büchern digitalisiert hat und der Supreme Court dies im Rahmen des "Fair Use"-Grundsatzes bestätigt hat (soweit ich weiss, ist das bereits über zehn Jahre her), nachdem die Autorenvereinigung dagegen vorgegangen war, brauchen sie unter bestimmten Voraussetzungen kein Einverständnis.

  • Es geht nicht darum, Wissen zu zerstören, sondern hochwertigen Text zum Training von Grammatik und Co zu haben

    Die Antwort ist hier zunächst, dass aber hier kulturelles Wissen zerstört wird, was auch im verlinkten Artikel angesprochen wird: Bücher sind kulturelle Objekte, sie auf diese Art zu scannen und dann zu vernichten ist ein Akt der Kulturvernichtung, ungeachtet der Intention. Und dahingehend ist das, was du hier sagst, eigentlich genau der Punkt, der das so elendig macht: Der kulturelle Kontext ist schlicht egal, die Bücher werden nicht in ihrer Einzigartigkeit und Verhaftung in der kulturellen Sphäre gewürdigt, auch ihr eigentlicher Text spielt keine Rolle, sie sind nur noch Ressourcen, wie Erz, das in einer Mine abgebaut wird. Diese Büchervernichtung ist im Grunde äquivalent zu der Praxis, alte Goldmünzen zu finden und diese dann einzuschmelzen, weil sich aus dem puren Material leichter Gewinn schlagen lässt.

    Dieses Vorgehen ist letztlich Audruck eben jener Verwertungslogik, die das gesamte Wirtschaftssystem durchzieht und hier aber in einer besonders deutlichen Form zutage tritt, die aber wahrscheinlich noch nicht einmal die schlimmste denkbare sein dürfte. Wenn ein Sam Altman etwa den Energieverbrauch seiner Modelle damit verteidigt, dass Menschen ja auch viel Energie bräuchten, dann folgt dies dem gleichen Prinzip, aber treibt es noch einmal in eine ganz andere Dimension. Egal, ob Literatur, Kunst oder der tatsächliche einzelne Mensch: Nichts davon wird mehr als ein Wert oder Zweck in sich wahrgenommen (hallo, Immanuel Kant), sondern nur noch als Ressourcen und Mittel, die lediglich dem neuen Zweck dienen sollen, und dieser ist es, eine "möglichst gute" KI zu erschaffen, eine seelenlose Maschine, die statistisch Buchstaben aneinanderreiht und Leben und Bewusstsein lediglich simuliert, diese aber niemals tatsächlich hat. In gewisser Weise ist die Büchervernichtung nur eine Miniaturversion des größeren Ziels, das zu verwirklichen dieser Zerstörungsakt helfen soll: Wie hier die Bücher zerstört und durch ein digitales Simulacrum ersetzt werden, dem jegliche besondere Eigenschaft des realen Objekts abgeht, so soll auch der Mensch ersetzt werden durch eine billige Imitation, die nichts von dem hat, was Menschsein eigentlich ausmacht.