Hallo zusammen, ich war mal wieder unterwegs!
Was soll ich überhaupt spielen?
Das ist eine sehr gute Frage, die dieses Mal so lange offen war wie noch nie vor einem Regional. Ich wollte gerne mal ein anderes Deck als Furienblitz spielen und habe mich ein wenig rumprobiert. Ein erster Kandidat war das neue Mega Tohaido, welches mit dem ebenfalls neuen Riffex aufgeladen werden und dann relativ schnell für relativ viel Schaden austeilen kann. Mein erster Versuch hatte aber versucht, auch Mega Gengar in das Deck einzubinden, was letztendlich aber für zu viel Inkonsistenz geführt hat. Leider habe ich das Deck dann zugegebenermaßen etwas vorschnell aufgegeben.
Eine weitere Idee war, Guardevoir zu spielen, immerhin ist es seit Jahren ein dominierendes Deck und Stuttgart war meine letzte Möglichkeit, es vor der Rotation zu einem Turnier dieser Größe mitzunehmen. Ich habe es dann auch mal zu Locals mitgenommen, wo es eigentlich ganz gut lief - dann kam ich aber eine Weile nicht mehr zum TCG spielen, weshalb ich von der Idee Abstand genommen habe. Guardevoir ist zwar unfassbar stark, aber auch sehr schwer zu spielen und mir hat dann die Zeit gefehlt, dem Deck gerecht zu werden.
Daher sollte es Katapuldra werden. Schuppenviech und ein Freund hatten ohnehin vor, eine gemeinsame Liste zu erstellen und mit den selben 60 Karten nach Stuttgart zu fahren. Da ich mit Katapuldra bereits Erfahrung hatte, wollte ich mich dem anschließen und habe auch einige Karten sowohl für ein klassisches Katapuldra-Deck als auch für eine ausgefallenere Variante bestellt. Ein Cup am Sonntag in der Woche vor dem Regional sollte die Generalprobe werden - und diese ging in die Hose. Ich habe zu dem Zeitpunkt ernsthaft darüber nachgedacht, ob ich überhaupt nach Stuttgart fahren soll.
Die Rettung waren allerdings ein paar Südamerikaner, die am selben Wochenende bei der Lateinamerikameisterschaft Furienblitz spielten. Um mit Decks zurechtzukommen, die zu Beginn nur Einpreiser ausspielen, haben diese nämlich mit dem Brunnenmasken Ogerpon eine Lösung für die sich verändernde Meta gefunden, was ich unfassbar interessant fand und unbedingt selber ausprobieren wollte. Ich konnte also mein altes Deck spielen, jedoch mit einer neuen Variante, wodurch es sich nicht so sehr als Notlösung angefühlt hat. Und bei den vier Locals, die wir als Vorbereitung für das Regional hatten, wurde ich jeden Tag besser mit dem Deck, sodass ich mich bereit für die Regionalmeisterschaft fühlte und auch endlich wieder Freude am Spiel hatte.
Pendeln macht Spaß*
*Wenn man nicht nur für eine Vorabregistrierung mehrere Stunden nach Stuttgart fährt, sondern den Freitag auch nutzt. Also habe ich mich mit Dunames getroffen und wir hatten einen supertollen Tag. Zunächst waren wir Kaffee trinken, dann bei Thalia (wo ich um 50 Prozent reduzierte Pokemon TCG Festtagskalender für mich und Janina404 abstauben konnte - letzterer hätte ich den Kalender eigentlich direkt Samstag mitbringen können, da sie bei der ComicCon in der Nachbarhalle war, das hatte ich jedoch nicht auf dem Schirm) und anschließend essen. Daraufhin ging es zur Anmeldung und an der Haltestelle Messe/Flughafen habe ich RoyalNonsense getroffen, mit der ich zur Messe bin.
Dann ging es wieder nach Hause und am nächsten Morgen musste ich um halb 5 aufstehen, um den ICE um halb 6 am Augsburger Hauptbahnhof zu erreichen. Hätte dieser Verspätung gehabt, hätte ich ein Problem gehabt, glücklicherweise ging jedoch alles gut! Während der Fahrt in der S Bahn konnte ich mich noch mit einigen TCGlern unterhalten und an der Zielhaltestelle habe ich nicht nur RoyalNonsense wieder getroffen, sondern auch Beno, mit dem ich regelmäßig in Augsburg spiele. In der Halle selber gab es dann ein Wiedersehen mit Schuppenviech und später habe ich noch TosTos und Impergator getroffen und zudem BowlingVGC kennengelernt, was eine angenehme Überraschung war.
Boden der Tatsachen
Den habe ich zum Glück bereits vor dem Regional erreicht, was mir einen unangenehmen Realitätscheck erspart hat. Nach meinem starken Abschneiden in Frankfurt habe ich mich zunächst an Schuppis Mindestanspruch, mindestens einen Sieg von Phase 2 entfernt zu sein, angehängt. Mir ist jedoch irgendwann beim Reflektieren aufgefallen, dass ich noch nicht annähernd an diesem Punkt angelangt bin. Meine Matchups in Frankfurt waren ausnahmslos gut und sollte ich in Stuttgart weniger Glück haben, werde ich auch kaum Chancen haben, wieder so erfolgreich zu spielen.
So kam es dann am Ende auch. Ich konnte insgesamt drei Runden gewinnen und ein Unentschieden erzielen, die Hälfte der acht Runden endeten also in Niederlagen. Zwei Niederlagen gab es gegen Guardevoir und auch wenn ich in einer der Runden durchaus hätte gewinnen können, wenn ich etwas besser gespielt hätte, ist es dennoch ein sehr schweres Matchup. Die dritte Niederlage folgte gegen Tera Box, da ich mit Kriechflügel meinen Pikachu Counter nicht dabei hatte, sodass Pikachu immer mindestens eine Attacke überleben konnte. Die vierte Niederlage erlitt ich dann gegen Olangaar. Das ist eigentlich gar kein schlechtes Matchup, ich verlasse mich hier aber vor allem darauf, dass ich früh mit dem Brunnenmasken Ogerpon Preise nehmen kann. Wenn dann jedoch beide Wasser-Energien in den Preiskarten liegen (und ich diese auch nicht mehr sehe), wird es einfach schwer. Im zweiten Spiel musste ich dann gegen die Zeit spielen, wodurch ich dann einen Fehler begangen habe, der in meiner Aufgabe resultierte.
Am Ende landete ich also bei 10 Punkten und ich glaube, ich kann insgesamt zufrieden sein. Meine Niederlagen resultierten aus schlechten Matchups, fehlenden Tech-Karten und Pech bei den Preiskarten und ich bin einfach noch nicht auf einem Niveau, auf dem ich sowas einfach kompensieren und dennoch gewinnen kann. In den anderen Runden habe ich solide gespielt, Siege geholt und auch das Unentschieden resultierte daraus, dass beide Wasser-Energien in den Preisen lagen, das ist wirklich öfter passiert als ich erwartet hätte und ich bin definitiv froh, dass ich mich bei Ogerpon und Energie für zwei und zwei entschieden habe - ansonsten wäre mir das vermutlich viel öfter passiert.
Side Events am Sonntag?
Als ob ich nach den zwei anstrengenden Tagen nochmal um 5 aufstehe, um um 6 Uhr in den ICE zu steigen und am Sonntag Side Events zu spielen. Stattdessen bin ich zuhause geblieben, habe mir die Streams der letzten Runden und dem Top Cut angeschaut und konnte mich am Ende darüber freuen, dass Nicolai Stiborg, gegen den ich in Frankfurt selber spielen durfte, die Regionalmeisterschaft gewinnen konnte. Es ist schon cool, wenn man den Turniersieger nicht nur kennt, sondern auch positiv auf die Partie zurückblickt, denn Nicolai war ein sehr angenehmer Gegner.
Es war also insgesamt wieder ein cooles Regional und auch, wenn ich dieses mal die zweite Turnierphase nicht erreichen konnte, hatte ich in meinen Runden viel Spaß. Mein coolster Gegner war definitiv Nikolas in Runde 7 (Das war die Runde, wo mir gegen Olangaar die Energien gefehlt haben), der Nicolai aus Locals in Dänemark kennt. Wir haben auch kurz über seinen guten Start geredet und am Sonntag habe ich ihn im Stream mit einem selbstgebastelten "GO STIBORG" Schild gesehen.
Aber am meisten hat mich gefreut, so viele Leute wiederzutreffen. Einerseits natürlich einige Bisaboardler, aber auch Leute aus München und Landsberg, Leute aus Schuppis Gruppe, die ich ja seit Utrecht kenne und auch zwei aus der Gruppe von Cay, der leider selber nicht anwesend war. Jetzt freue ich mich umso mehr auf das nächste Regional, welches hoffentlich Ende April in Prag sein wird. Sollte das klappen, werde ich natürlich davon berichten!
GaLiGrü
Sporenviech