Klimawandel--> Was macht ihr dagegen?

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  • Das Problem sind nicht nur die wenigen habgierigen Menschen die Profit auf Kosten von Umwelt und Menschen machen, sondern halt auch unsere Konsumgesellschaft. Manche wollen halt jedes Jahr das neue iPhone Modell, den Cheeseburger von McDonalds, das billige T-Shirt aus H&M das durch Kinderarbeit entstanden ist oder eben die Wurst zum Frühstück.


    Jegliche Ermahnung durch Klimaforscher wird damit als Eingriff in die eigene Freiheit gesehen.

  • Zu den billigen Shirts und Kosmetik nochmal aus persönlicher Sicht: Da grätscht eben stark der eigene Egoismus hinein, speziell wenn man damals von eben 800 € gelebt hat (jetzt nicht mehr, eher weniger, aber das ist eben nur für mich, damals waren es meine Mom und ich): Alle können tragen, was sie wollen, können sich dadurch selbst nach ihrer eigenen Vorstellung ausdrücken und müssen nicht "arm aussehen". Natürlich schreien einige Leute da "dafür hab ich aber kein Verständnis, dann schaut mal halt arm aus!", aber einem selbst ist es dann oft gleichgültig, was andere darüber denken. Speziell als Teenager und Anfang 20 ist es noch wichtiger, dass sich jeder zu großen Teilen selbst gestalten kann und das weniger vom Finanziellen abhängt, als wenn du nur zwischen Kik / Fetzen und Abgetragenes, das bereits hässlich und lumpig ist, und teuren Markenklamotten oder auch Fair Trade entscheiden könntest.

    Ich geh auch heute noch, wenn ich etwas möchte, dann zum H&M, New Yorker, Pimkie oä., bloß kauf ich heute weniger und tausche eben auch Sachen.

    Dasselbe gilt auch für Make-Up. Es ist für recht viele Mädchen und Frauen (und manch andere auch) nunmal sehr wichtig, aka für psychische Ausgeglichenheit und Gesundheit und so, wichtig, dass man sich Mode und auch Schminke leisten kann.

    Naja, aus meiner Sicht besitze ich gar nicht so viel Make-Up, aber für einen selbst, auch wenn es egoistisch ist, ist es wichtig, dass es ebenfalls nicht nur High End-Schminke gibt.

    Da kann man natürlich versuchen diesen Mädels von Früh an den ganzen Schmu von "sei nicht eitel" (ist ja eher wieder christlich motiviert) und "das ist dir nicht wichtig" oä. einzureden, aber in Wahrheit weißt du "I love that stuff!" :love:

    Jetzt muss man nicht hunderte verschiedene Shirts besitzen, aber eine bestimmte Variation will man dann über die Zeit hinweg doch bekommen.


    Ansonsten, wirklich back to topic: ich kaufe seltener exotisches Obst, auch wenn das echt wehtut. :( Avocados mag ich dafür ohnehin nur in Maki und mit Palmöl verwende ich nichts (glaub ich).

  • Ich mag hier einmal meckern, weil mich echt eine Sache in Bezug auf den Klimawandel nervt: Die Angst vor Atomkraft, die einfach so verflucht irrational ist - und Typen, die meinen darüber jammern zu müssen, aber selbst keine Ahnung oder Alternativen haben.


    Zur Erklärung: Ich habe gestern einen Artikel über Atomkraft geschrieben. Effektiv einfach mit der Grundlage, dass wir aktuell nicht viel verschiedene Möglichkeiten haben, wenn wir unsere Energieversorgung aufrecht erhalten UND Klimawandel stoppen wollen. Und dass Atomkraft halt aktuell rein praktisch gesehen die sicherste Art der Energiegewinnung ist mit den wenigsten Auswirkungen auf die Umwelt. Das sind alles wissenschaftliche Fakten. Und ich habe mich sowohl in Ausbildung, als auch im fachlich bezogenen Studium damit auseinander gesetzt.

    Ich kenne auch im wissenschaftlichen Raum niemanden, der das wirklich anzweifelt. Nur halt Leute, die da sitzen: "Aber es gibt sicher Möglichkeiten, wie wir Erntefaktoren und Sicherheit von Erneuerbaren verbessern können!" Und das ist natürlich etwas, dem ich zustimme und das wir machen sollten. Aber aktuell sind die Erneuerbaren halt nicht soweit und wir sind gearscht, weil wir am besten vorgestern hätten aufhören sollen, Kohle zu verbrennen, weil der Scheiß dreckig ist.


    Und Kohle ist zudem mit ABSTAND die unsicherste Art der Energiegewinnung. Kohle macht die Umwelt kaputt, tötet jedes Jahr durch direkte Folgen hunderte Menschen und macht ganze Landstriche unbewohnbar. Und all das OHNE Klimawandel zu bedenken! Kohle ist einfach scheiße!


    Aber dann kommen Leute an: "Aber diese und jene Atomkraftwerkunfälle!!!!" Und das obwohl du geschrieben hast, wieso diese weit weniger gefährlich sind, als die Leute glauben. Es ist halt so, dass: Meltdown ist scheiße, aber nicht das Ende der Welt (und für die Umgebung auch nicht wirklich schädlicher, als ein Kohlekraftwerk im Standardbetrieb - funfact) und ... nun, es passieren pro Jahrzehnt 2-4 Atomunfälle. Aber zig Unfälle, die mit Kohle zu tun haben - und bei denen im Gegensatz zu den Atomunfällen Menschen ernsthaft zu Schaden kommen!


    Aber ja, ne, hütet euch vor der Atomkraft oder so. Lasst uns lieber die Welt zugrunde richten, als dass wir uns auf eine nachweislich sichere Energiequelle als Übergangslösung einlassen, bis die Erneuerbaren und/oder Fusionsenergie soweit sind.

  • Alaiya


    Durch die Atomkatastrophe in Tschernobyl sind tausende Kilometer an Land verseucht worden. Selbst in Bayern, besonders der Bayerischer Wald hat bis heute zu hohe Konzentrationen von Isotop Cäsium-137.

    Bis heute sind viele Wildschweine und Pilze nicht verkaufbar wegen der hohen Konzentrationen.


    https://www.deutschlandfunkkul…ml?dram:article_id=447114


    Hier sieht man was alles betroffen wurde:




    Auch an der Grenze in Belgien und Frankreich stehen Atomkraftwerke. Auch wenn es dort zur Kernschmelze kommen sollte, wären wir direkt betroffen. Es gab dort schön öfters gefährliche Probleme:


    https://www.tagesschau.de/ausland/akw-belgien-103.html


    Und Deutschland sorgt sich vor mit Jod-Tabletten:


    https://www.tagesschau.de/inland/jod-tabletten-101.html


    Dazu gibt es kein sicherer Ort für den Atommüll, der mindestens für die nächsten 1000 Jahre noch strahlen wird.


    Für mich ist es einfach zu riskant und die Langzeitfolgen sind deutlich länger als bei anderen Stromproduzenten. Wir brauchen keine Atomkraftwerke, Italien hat die Atomkraftwerke auch abgeschafft. Was wir brauchen ist ein Zeitplan um die erneuerbaren Energiequellen wie Windkraft, Solarenergie und Wasserkraft stetig aufzubauen bis wir unser Strom aus 100% erneuerbaren Energiequellen beziehen.

  • Für mich ist es einfach zu riskant und die Langzeitfolgen sind deutlich länger als bei anderen Stromproduzenten. Wir brauchen keine Atomkraftwerke, Italien hat die Atomkraftwerke auch abgeschafft. Was wir brauchen ist ein Zeitplan um die erneuerbaren Energiequellen wie Windkraft, Solarenergie und Wasserkraft stetig aufzubauen bis wir unser Strom aus 100% erneuerbaren Energiequellen beziehen.

    Lies doch den Artikel, den ich verlinkt habe.


    Was du da redest ist derselbe Paranoide Unsinn, den andere auch erzählen. Noch mal: Ich bin in den Bereich ausgebildet. Ich habe durchaus Ahnung, wovon ich rede.


    Fakt 1: Wir können aktuell unseren Strombedarf nicht aus erneuerbaren Energien decken.


    Fakt 2: Wenn wir Kohlekraftwerke weiter anbehalten, geht der Planet zugrunde.


    Fakt 3: Atomenergie ist sicher. Das anzuzweifeln ist, als würde man den Klimawandel anzweifeln.


    Fakt 4: Atomenergie kann den Strombedarf decken und kann dies sogar kosteneffizienter tun, als Kohle.


    Fakt 5: Der Funfact. Kohlekraftwerke Verstrahlen die Umgebung auch. Darüber redet nur niemand. Denn auch in Kohle ist Radioaktives Material enthalten und anders als Atomkraftwerke sind Kohlekraftwerke nicht darauf ausgelegt, die Strahlung von der Umgebung abzuhalten.


    Tschernobyl war mies. Ja. Aber Tschernobyl wäre auch nicht so mies gewesen, hätte man damals korrekt gehandelt (also den für genau solche Fälle gemachten Protokollen entsprechend). Es ist das einzige Unglück auf diesem Niveau, das passiert ist. Und hätten die verantwortlichen damals richtig gehandelt anstatt zu versuchen es zu verschweigen, bis es zu spät war, wäre Tschernobyl so nicht passiert. Ein zentraler Aspekt bei Tschernobyl war nun einmal, dass nicht sofortig evakuiert wurde und nicht sofort die entsprechend fachlich ausgebildeten Rettungskräfte Informiert waren. Gerade der Mangel an Evakuierung hat halt die hohe Todeszahl ausgelöst. Und der Mangel an korrekten Rettungsmaßnahmen hat massiv dazu beigetragen, dass so viel radioaktives Material in die untere Atmosphäre gekommen ist.


    Doch wie gesagt: Tschernobyl ist damit ein tragischer Einzelfall. Bei den meisten Vorfällen kommen keine Menschen direkt zu Schaden und die Strahlung kann unter Kontrolle gehalten werden. Weil sich die Leute eben an Protokolle halten.


    Auf jeden Tod durch Atomenergie kommen mehr als 2000 Tode (!!!) durch Kohle. Selbst wenn wir nur Atom-Energie in "sicheren Ländern" vs Kohleenergie in denselben Ländern vergleichen, kommt auf jeden Tod durch Atomkraft 160 Tode in Kohle. Und selbst wenn wir das dann auf die Energien (also Tode pro TWh) runterrechnen, kommen auf jeden Atom-Tod 75 Tode in Kohle.


    Das ist genau, was ich damit meine: Es ist nicht rational. Es passieren etwa alle 2 Monate Unfälle, die mit Kohlekraftwerken oder Kohleminen zu tun haben. Und das sind nur die, von denen wir wissen.


    Die Wahl "Atom oder Erneuerbare" gibt es (aktuell noch) nicht. Die Wahl lautet aktuell "Atom oder Kohle". Und dabei sollte die Antwort deutlich "Atom" lauten. Weil es einfach die mit Abstand sicherere Quelle ist.

  • Ich habe es nun gelesen. Ist ein guter Artikel von Dir. Zum Abbau des Uranium wusste ich auch nichts. Dennoch ist zu sagen, dass der Strommix aus erneuerbaren Energien in den letzten Jahren stetig gestiegen ist:


    https://www.umweltbundesamt.de…gien-in-zahlen#textpart-1


    Wenn es so weiter geht durch bessere Photovoltaikanlagen, Windkraftanlagen usw.. dann müssten wir die 100% erreichen. Bei Solarzellen ist mir nichts bekannt, wie lange die Lebendsdauer ist. Solange gibt es Solarzellen ja auch nicht. Selbst Fenster und sogar Dachziegeln könnten zukünftig Strom produzieren. Aufjedenfall sollten wir die Windkrafträder auf dem Meer aufbauen. Dort ist es so gut wie immer windig. Einzig bei den dunklen Jahreszeiten ist es schwierig. Es wäre gut wenn es eine Speichertechnologie gibt, die den Strom auch für Monate speichern könnte.

  • Alaiya

    Ich verstehe nicht, wieso du dich bei der Rechnung nur auf irgendwelche Todeszahlen per Terrawattstunde oder so beziehst. Wie werden diese Zahlen überhaupt ausgerechnet? Katastrofenfälle inkludiert? Wohl eher nicht. Wahrscheinlich sind damit allgemeine Arbeiten in den Kraftwerken, Transport, vielleicht auch noch in den Minen mitgerechnet. Wie aussagekräftig das ist, weiß ich nicht. Es gibt auch noch andere Rechnungen, wie beispielweise hier. Dort werden die Kosten für Investitionen, Betrieb und eventuelle Umwelt- und Gesundheitsschäden (es muss schließlich nicht immer nur zum Tod von Menschen führen) berechnet. Und da sieht die Sache schon wieder ganz anders aus.


    Ein Thema, dass dein Artikel auch kurz angerissen hat, ist die Frage nach einem Endlager, auf die selbst du keine richtige Lösung aufzeigen konntest. Salzgestein ist im Gespräch, aber vielleicht ist das am Ende gar nicht sooo sicher. Bis 2015 gab es in Deutschland schon über 15.000 Tonnen Atommüll. Wenn das noch mehr werden soll und keiner genau weiß wohin damit, was dann? Das ist wohl die größte Sorge aktuell. Aber hauptsache erstmal Atomkraft, weil die Energie selbst effizient und sicher ist. Über weitreichendere Folgen, wie Umweltschäden, vielleicht vor allem durch Atommüll, kann man sich dann Gedanken machen, wenn es soweit ist, oder? Genau so haben doch Konzerne und Politiker seit den ersten Kraftwerken in Deutschland gedacht. Wie lange soll man noch so denken dürfen?

  • Katastrofenfälle inkludiert?

    Doch. Katastrophenfälle sind inkludiert. Ohne wäre die Zahl kaum noch berechenbar. Die meisten Tode in Umgang mit Atomkraft sind durch Katastrophen entstanden. ABER - und das ist ein sehr großes ABER - die wenigsten Katastrophen hatten hohe Todeszahlen. Tatsächlich ist Tschernobyl das einzige, das hohe Todeszahlen hatte. Und das war - erneut - durch das Verantwortungslose Handeln derjenigen, die die Informationen hatten. Wäre die Evakuierung so gelaufen wie vorgesehen und die Rettungsmaßnahmen protokollgemäß eingeleitet worden, wäre es nicht so katastrophal ausgegangen. Bei Fukushima gab es 2 Tote (wobei diese technisch gesehen nicht durch das Reaktorproblem, sondern durch damit verbundene Arbeiten umgekommen sind), weil dort zumindest bei den Arbeiten die Protokolle eingehalten wurden - und ja, auch weil dank dem Tsunami das betroffene Gebiet bereits evakuiert war.


    Und Tschernobyl und Fukushima sind die einzigen INES 7 Unglücke gewesen.


    Die Sache ist nun einmal diese: Wir wussten von Anfang an, dass nukleare Stoffe eine gewisse Grundgefahr haben. Deswegen wurden Atomkraftwerke auf eine Art konstruiert, die diese Grundgefahr mit berücksichtigt und es wurden Protokolle angelegt, die eben so schwere Fälle verhindern sollen. In Kraftwerken, von die Protokolle eingehalten werden, gibt es auch nie mehr als INES 1 + 2 (also Unbedenkliche) Vorfälle.


    Noch mal: Richtige Katastrophen gab es 2. Schwerere Vorfälle gesamt knapp 10. (Also INES 5 + 6) In den letzten 50 Jahren weltweit. So viele Vorfälle gibt es in 2 Jahren mit Kohle.


    Es gibt auch noch andere Rechnungen, wie beispielweise hier.

    Diese ist nur dummerweise sehr fehlleitend. Ich habe vor dem Schreiben des Artikels die Studie vom Frauenhofer, auf der es aufbaut, gelesen. Und diese ignoriert eine Sache: Subventionierungen. Atomenergie ist so teuer, weil sie in der Liste die einzige ist, die nicht massiv staatlich subventioniert ist. Und weil speziell Kohlearbeiter zu Dumpingpreisen bezahlt werden. Und weil die garantierten Umweltschäden einfach überhaupt nicht dort miteingerechnet wurden. :/


    Das ist wohl die größte Sorge aktuell. Aber hauptsache erstmal Atomkraft, weil die Energie selbst effizient und sicher ist. Über weitreichendere Folgen, wie Umweltschäden, vielleicht vor allem durch Atommüll, kann man sich dann Gedanken machen, wenn es soweit ist, oder? Genau so haben doch Konzerne und Politiker seit den ersten Kraftwerken in Deutschland gedacht. Wie lange soll man noch so denken dürfen?

    Ich muss ganz ehrlich sagen: Das Umweltschäden-Argument widert mich an. Weil Kohle IST schädlicher für die Umwelt, als Atomenergie. Auch weil die Umwelt letzten Endes mit Verstrahlung klarkommt, als mit dem enormen Raubbau, der im Rahmen von Kohleförderung passiert und ganze Lebensräume zerstört (Stichwort: Hambi). CO2 ist ebenfalls schädlicher für die Umwelt. Von Feinstaub und Giftstoffen, die bei Kohle freiwerden und nicht ganz gefiltert werden können, fange ich gar nicht mal an. (Und das Zeug ist auch strahlend ...)


    Und das ist nun einmal die Sache. Noch mal: Wir haben aktuell keine Wahl, ob wir Atomkraft oder Erneuerbare lieber mögen. Denn natürlich, bei der Wahl wäre ich für die Erneuerbaren. Das steht außer Frage. Wir haben aktuell die Wahl, ob wir Atomkraft oder Kohle besser finden. Und ja, sorry, aber als jemand, der beides aus Ausbildung und Studium kennt und sich damit beschäftigt hat: Atomkraft. Definitiv Atomkraft. Denn wenn wir die nutzen, ist der Planet in 100 Jahren noch Bewohnbar. Schlimmster Fall: Wir haben ein paar Landstriche, die wir bewusst aufgeben, weil es kein besseres Endlager gibt. Ist doof, aber ist so. Besser als eine Welt die gesamt nicht länger bewohnbar ist, während sich ein paar Superreiche zum (übrigens auch verstrahlten) Mars absetzen oder so.


    Nur weil sich die Leute schwerer tun, die direkten Folgen von Kohlekraft zu sehen, weil es sie selten selbst betrifft, heißt das nicht, dass diese nicht da oder nicht genau so schlimm oder gar schlimmer sind.


    Es ist keine geile Situation. Nein. Ich finde es auch nicht super. Es hätte verhindert werden können, hätte man früher die entsprechenden Subventionen in die Entwicklung der Erneuerbaren und der Fusionsenergie gegeben. Hat man aber nicht. Daran kann man jetzt nichts mehr ändern. Wir sitzen halt jetzt vor dem Problem: Wenn die Kohlekraftwerke solange am Netz bleiben, wie sie müssten - halt bis wir eine 100% wirklich saubere Versorgung haben - dann ist der Planet danach im Arsch. Daran gibt es nichts zu rütteln. Wir haben keine Wahl.

  • Man kann sich ja gerne ins Atomzeitalter zurückwünschen (und die Endlagerung weiter den zukünftigen Generationen überlassen), glücklicherweise gibt es zumindest in Deutschland keine ernstzunehmende Partei, die das unterstützt. Der Ausstieg steht fest, das muss man dann halt akzeptieren (selbst wenn man viel klüger als alle anderen ist).

    Gerade in einem so dicht bewohnten Land, wie es hier der Fall ist, wäre ein Supergau eine Katastrophe, die sich wohl keiner gerne vorstellen will. Man stelle sich sowas mal z.B. im Ruhrgebiet vor... Und ja, auch wenn es teilweise menschengemachte Fehler sind, Menschen werden auch zukünftig Fehler machen.

    Das Einzige, was ich momentan als zumindest halbwegs sinnvolle Zwischenlösung ansehe, sind die schon von Sirius angesprochenen Gaskraftwerke. Ist natürlich fraglich, wieviel Sinn der Austausch eines heimischen fossilen Energieträgers gegen einen fossilen Energieträger macht, bei dem wir auf andere angewiesen sind, aber irgendwas ist halt immer. Zumindest verbrennt es umweltfreundlicher.

  • Man kann sich ja gerne ins Atomzeitalter zurückwünschen (und die Endlagerung weiter den zukünftigen Generationen überlassen), glücklicherweise gibt es zumindest in Deutschland keine ernstzunehmende Partei, die das unterstützt. Der Ausstieg steht fest, das muss man dann halt akzeptieren (selbst wenn man viel klüger als alle anderen ist).

    Gerade in einem so dicht bewohnten Land, wie es hier der Fall ist, wäre ein Supergau eine Katastrophe, die sich wohl keiner gerne vorstellen will. Man stelle sich sowas mal z.B. im Ruhrgebiet vor... Und ja, auch wenn es teilweise menschengemachte Fehler sind, Menschen werden auch zukünftig Fehler machen.

    Das Einzige, was ich momentan als zumindest halbwegs sinnvolle Zwischenlösung ansehe, sind die schon von Sirius angesprochenen Gaskraftwerke. Ist natürlich fraglich, wieviel Sinn der Austausch eines heimischen fossilen Energieträgers gegen einen fossilen Energieträger macht, bei dem wir auf andere angewiesen sind, aber irgendwas ist halt immer. Zumindest verbrennt es umweltfreundlicher.

    Die meisten Gaskraftwerke laufen garnicht auf Hochtouren. Aber wir können rein theoretisch von heute auf morgen alle Kohlekraftwerke durch Gaskraftwerke ersetzen und wir würden so 70 Millionen Tonnen Co2 jährlich einsparen. Praktisch ist das natürlich komplizierter. Es hängen nunmal viele Jobs an den Braunkohlekraftwerke. Auch die brauchen Planung wie es weiter geht.


    https://www.google.com/amp/s/a…ollstaendig-ersetzen.html



    Und hier sieht man, dass es zwar ohne Atomkraftwerke und Braunkohle geht, aber wir stehen vor großen Herausforderungen.

  • Und hier sieht man, dass es zwar ohne Atomkraftwerke und Braunkohle geht, aber wir stehen vor großen Herausforderungen.

    Es stand doch afaik auch nie zur Diskussion, dass es nicht auch ohne geht, nur dass es aktuell eben noch schwer zu realisieren wird.

    Ich fand die Beiträge von Alaiya, als jemand, der die Katastrophe von Fukushima als Kind im Fernsehen miterlebt hat und auch die Stimmung in der Welt danach verarbeitet hat, eigentlich sehr beruhigend und informierend, und habe von dir noch keine wirklichen Argumente gehört, die da wirklich so in der Form dagegensprechen, wie ich es mir eigentlich gewünscht hätte. Außer "ich habe aber Angst davor!!!", und deine Meinung gerade zu ihrem aktuellsten Beitrag würde mich dann doch interessieren.

  • Danke, Feliciá . Genau darum geht es mir eigentlich: Das die Angst vor Atomkraft oder eher den möglichen Folgen jedwede Proportion zur Tatsächlichen Gefahr missen.


    Ich finde es ehrlich gesagt richtig nervig, dass so gegen Atomkraft gehetzt wird von Leuten, die sich nicht wirklich damit beschäftigt haben und vornehmlich einfach "Fukushima war schlimm!" und "Tschernobyl war noch schlimmer!" im Kopf haben - ohne wirklich zu wissen, was überhaupt bei den etwaigen Unglücken passiert ist und was die tatsächlichen Folgen waren.


    Ich verstehe durchaus, dass radioaktive Strahlung - etwas, das man nicht wahrnehmen kann und das einen dennoch töten kann - echt gruselig ist und das dieser Horror irgendwo im Hinterkopf steht. Denn ja, das ist gruselig. Aber Klimawandel finde ich persönlich weit gruseliger, da er nicht einfach einzelne Landstriche für Menschen (!) unbewohnbar macht, sondern die Welt gesamt betrifft. Und viele reden dann immer so positiv von Erdgas, aber ... Auch wenn Erdgas weniger CO2 ausstößt, als Kohle, ist es "nur" eine Reduktion von maximal 50%. Das hätte echt gut geholfen, hätten wir damit in den 90ern oder zur Jahrtausendwende angefangen, aber die sind leider schon über 20 Jahre um.


    Ihr müsst sehen, dass dieser "Kohleausstieg bestenfalls bis 2025 Weltweit und wir schaffen es vielleicht unter 2°C Klimaerwärmung zu bleiben", sehr viele "bestenfalls" und sehr viele "vielleichts" beinhaltet. Denn selbst wenn wir den Kohleausstieg oder eher den Ausstieg aus Fossilen Brennstoffen schaffen würden (was wir ohne Atomenergie wirklich nicht schaffen - bestenfalls schaffen wir es bis 2030!), ist es selbst in dem Fall noch mit nur 60%iger Wahrscheinlichkeit, dass wir drunter bleiben.


    Die Sache ist: Es ist am Atomausstieg nichts vernünftig. Der Atomausstieg ist komplett reaktionär. Angetrieben von einer Angst vor etwas, da man nicht sehen kann. Er ist genau so unvernünftig, wie den Klimawandel selbst anzuzweifeln. Denn auch hier: Diejenigen, die vom Fach sind, werden größtenteils zustimmen, dass Atomkraft sicher und eine (idealerweise vorübergehende) Lösung ist. Gestern hatte ich noch mal mit einem Freund gesprochen, der Physik mit Schwerpunkt auf Erneuerbare Energien studiert hat und in der Forschung arbeitet und auch er (und seine Kollegen) sagen dasselbe. Vor allem gibt es laut ihm einige Methoden, nicht nur für Endlager, sondern auch um den Verfall von Uranium soweit zu beschleunigen, als dass es nicht mehr wirklich gefährlich wäre. Problem: Es ist teuer und weil alle so prinzipiell "ANTI ATOMKRAFT!!!" sind, wird auch nicht das Geld in die Forschung gesteckt, die es bräuchte, um es billiger zu machen. Genau so, wie eben nicht das Geld darein gesteckt wird, neue Atomkraftwerke zu bauen, die eine noch geringere Fehleranfälligkeit (und noch mal: Aktuell sind Atomkraftwerke dahingehend weit, weit besser, als die Alternativen) hätten, als die aus den 70ern/80ern.


    Und zum Thema: "Der Horror mit unserer Bevölkerungsdichte!!" Die Bevölkerungsdichte in Japan ist 1,5 Mal die von Deutschland. 2 Tode.

    Und wenn es um Umweltfolgen geht: Wisst ihr, wo es der Natur aktuell so richtig geil geht? In der 30km Zone um Tschernobyl herum, in der kaum noch Menschen rumlaufen. Während es zwar in den ersten Jahren nach der Katastrophe Tiere mit Gesundheitsproblemen gegeben hat, haben die sich mittlerweile wunderbar angepasst und einige Naturforscher würden sogar behaupten, dass es ihnen besser geht, als vorher. Und sei es eben nur, weil da keine Menschen mehr sind. Zumindest die natürliche Diversität in der Zone ist deutlich höher als irgendwo sonst in Osteuropa.

  • Und hier sieht man, dass es zwar ohne Atomkraftwerke und Braunkohle geht, aber wir stehen vor großen Herausforderungen.

    Es stand doch afaik auch nie zur Diskussion, dass es nicht auch ohne geht, nur dass es aktuell eben noch schwer zu realisieren wird.

    Ich fand die Beiträge von Alaiya, als jemand, der die Katastrophe von Fukushima als Kind im Fernsehen miterlebt hat und auch die Stimmung in der Welt danach verarbeitet hat, eigentlich sehr beruhigend und informierend, und habe von dir noch keine wirklichen Argumente gehört, die da wirklich so in der Form dagegensprechen, wie ich es mir eigentlich gewünscht hätte. Außer "ich habe aber Angst davor!!!", und deine Meinung gerade zu ihrem aktuellsten Beitrag würde mich dann doch interessieren.

    Ich habe auf die Gefahren der Atomkraftwerke hingewiesen, wie es hier auch Gucky getan hat. Die Endlagerproblematik habe ich auch angesprochen. Atomkraftwerke sind einfach zu gefährlich. Eine Bombe auf ein Atomkraftwerk und viele hunderte Kilometer hierzulande wären unbewohnbar und gerade hier, wo es sehr dicht besiedelt ist, würde das bedeuten, dass Millionen Menschen sterben wenn man nicht rechtzeitig abhaut. Bei allen anderen primären Energieträgern hätte es im Katastrophenfall nicht so gravierende Auswirkungen.


    Letztendlich ist der Atomausstieg beschlossene Sache. Ob wir heute oder in 100 Jahren aus der Atomkraft aussteigen. Wir werden geso uns damit abfinden müssen. Oder wer denkt jetzt ernsthaft, dass die Grünen aufeinmal eine Kampagne mit "Ja, zu Atomkraft" starten? Damit es weiterhin Atomkraftwerke gäbe? Wenn es nach Fukushina zu weiteren Atomkastraophen gekommen wäre, gäbe es diese Debatte garnicht. Unser Ziel muss sein, dass man das EEG Gesetz wieder aufwertet, damit endlich die Solarkonzerne und Windräderkonzerne wieder wachsen können. Dazu sollten Bestrebungen zu Änderungen endlich angegangen werden. Wir sollten unser Potenzial voll ausschöpfen. Die Bayern sollten ihre Abstinenz zu Windräder ablegen und ja auch Berge können ein guter Ort für Windkrafträder und auch für Solarzellen sein. Oben ist es oft windig und es kann auch lange die Sonne scheinen. Windräder auf dem Meer deutlich aufbauen, aber keine Stromleitung quer nach Bayern verlegen. Das kann nicht die Lösung sein. Was wir brauchen ist eine dezentrale Energieversorgung. Also den Strom vor Ort herstellen. Ich vermisse es, dass Deutschland keine Vorreiterrolle mehr einnimmt. Aber bei einer konservativen Regierung ist es kein Wunder.

  • Danke, Feliciá . Genau darum geht es mir eigentlich: Das die Angst vor Atomkraft oder eher den möglichen Folgen jedwede Proportion zur Tatsächlichen Gefahr missen.

    Statistisch gesehen ist Fliegen die sicherste Fortbewegungsart. Trotzdem gibt es sehr viele Leute, die (möglicherweise aufgrund der vielen Unglücke) sehr große Flugangst haben.
    Sind diese Leute jetzt auch einfach "unnötig" paranoid?


    Ich stimme dir zwar zu Alaiya , dass Atomenergie besser als Kohlekraft ist...

    Aber eben nur das. Spätestens wenn die Energiewende vollzogen wurde müssen die Atomkraftwerke abgeschaltet werden. Primär aus zwei Gründen:

    1. Atomarer Abfall

    Seit mehr als einem halben Jahrhundert ein Problem und bis heute haben wir keinen Ort auf diesen Planeten gefunden, wo wir ihn für ein paar tausend Jahre wegschließen können, ohne dass er Schaden anrichtet. Die Orte, wo wir bisher unseren atomaren Abfall lagern, sind nicht dafür ausgelegt, weil die Wände nicht "dicht" sind und das Grundwasser verseucht wird. Von der Tatsache, dass selbst, wenn der Abfall nicht mehr strahlt, der Ort selbst, wo gelagert wird, noch weiterstrahlen wird, will ich gar nicht erst anfangen.

    Die Leute, die die Aufgabe gehabt hätten, ein Endlager zu finden, haben diese Aufgabe vor sich hergeschoben und gesagt: "Machen wir später"

    Und jetzt sind diese Leute größtenteils nicht mehr am Leben. Wir baden, wie schon beim Klimawandel, deren Fehler aus. Und ich fände es mehr als unverantwortlich, wenn wir deren Fehler einfach fortsetzten und das Problem "Atomarer Abfall" auf die nächste Generation abwälzen.


    2. Sicherheit

    Ja, statistisch gesehen sind Atomkraftwerke sicher und ja, Tschernobyl und Fukushima waren tragische "Einzelfälle", weil bei beiden Kraftwerken wichtige Sicherheitsstandarde nicht erfüllt wurden.

    Aber wer garantiert uns, dass das nicht überall auf der Welt der Fall ist?
    Wenn ich mir die Deutsche Bahn anschaue, welche sich kaputt sparen muss, dann krieg ich wirkliche Bedenken, ob das nicht bei Atomkraftwerken ebenfalls der Fall sein könnte. Atomkraftwerke und deren Betreiber sollen in erster Linie Gewinn für die Betreiber abwerfen. Wer garantiert uns, dass diese immer erfüllt werden und es doch nicht wegen einer Naturkatastrophe, einem Terroranschlag oder einem technischen Fehler zur einer Kernschmelze und dann zu einem GAU kommt?


    Ja, ich bin ein Außenstehender und weiß nicht viel über die Sicherheitsstandarde in Atomkraftwerken. Doch auch wenn die interne Sicherheit aufrechterhalten wird, gegen externe Einflüsse kann sich ein Atomkraftwerk nur selten schützen.
    Und das sind alles Bedenken, die die Bevölkerung zurecht hat.


    Atomkraft anstatt Kohle: Ja

    Ein zweites Atomzeitalter: Nein

  • Ich habe auf die Gefahren der Atomkraftwerke hingewiesen, wie es hier auch Gucky getan hat.

    Die ihr nur absolut übertreibt. Eure Einschätzungen der Gefahren haben nichts mit der Realität zu tun und lassen zudem aus, dass die Gefahren von Kohlekraft weit, weit größer sind. Noch Mal: Ohne auch nur Klimawandel zu bedenken.



    Eine Bombe auf ein Atomkraftwerk und viele hunderte Kilometer hierzulande wären unbewohnbar und gerade hier, wo es sehr dicht besiedelt ist, würde das bedeuten, dass Millionen Menschen sterben wenn man nicht rechtzeitig abhaut.

    Das stimmt nicht. Das absolute Worst Case Szenario bei einem Angriff wäre ein Radius von 30km, in dem man keine Menschen leben lassen wollen würde. Die wirklich gefährliche Zone wäre allerdings nur in den inneren 10km dieses Rings. Die zusätzlichen 20km sind eben Sicherheitszone.


    Bei allen anderen primären Energieträgern hätte es im Katastrophenfall nicht so gravierende Auswirkungen.

    Ähm ... Wasserwerke? Ölpipelines? Kohleminen?


    Lustiger Fakt: Unter den tödlichsten Katastrophen in Bezug auf Kraftwerken ist nur ein Atomkraftwerk (Tschernobyl) und das ist relativ am Ende der Liste.


    Die mit abstand tödlichste Katastrophe war übrigens mit einem Wasserkraftwerk. Ein Damm ist gebrochen. Über 100 000 Leute sind gestorben.


    Es folgt der Smog von London, der so gesehen nicht einmal ein Unfall war, sondern durch eine verkettung unglücklicher Umstände zustande kam, die eben die Kohlekraft deutlich tödlicher gemacht haben, als normal. 12 000 Tote.


    Dann Folgt ein Mienenunglück in China.


    Erst dann kommt Tschernobyl und das ist mit der höchsten (!) Schätzung von Toden. Und Tschernobyl war das tödlichste Unglück. Gehen wir in der Liste der nachgewiesenen Todesfälle, ist auch Tschernobyl in der Liste mit Todesfällen praktisch vernachlässigbar, weil diverse Öl- und Minen-Unfälle weit, weit mehr Tote gefordert haben.


    Und das ist nur auf Menschen bezogen. Gehen wir von der Wirkung auf die Tierwelt aus, wird es noch lächerlicher. Denn dahingehend sind Öl und Kohle beide weit, weit gefährlicher. Und das selbst wenn nichts unvorhergesehenes passiert - UND wir den Klimawandel nicht berücksichtigen.


    Diese Argumentation zeigt nur, dass du wirklich nicht über die eigentlichen Folgen von Atomkraft und Unfällen informiert bist, sondern vor einem fiktionalen Geist davonrennst. Die Argumentation ist so ein wenig wie die von Impfverweigerern. Es gibt eine Methode, auf die du sehr hohe Wahrscheinlichkeiten hast, Schaden davon zu tragen, während du dadurch auch alle anderen gefährdest (keine Impfung/Kohle statt Atomkraft). Und es gibt eine Methode, bei der eine geringe, aber bestehende Wahrscheinlichkeit besteht, dass dir was passiert, was allerdings nur dich betreffen wird (Impfung/vorrübergehende Atomkraft). Also wird sich aus Angst vor dem zweiten willendlich auf das erste eingelassen.



    Sind diese Leute jetzt auch einfach "unnötig" paranoid?

    Ja.

    Und das sage ich als jemand mit akuter Flugangst, dier jedes Mal, wenn der Flieger auf die Startbahn fährt, schweißausbrüche und Panikanfälle bekommt.

    Ausnahme sind die Leute, die ernsthaft traumatisiert sind - die haben ein Trauma. Das ist zwar auch nicht rational, aber zumindest Begründbar.


    Wenn ich mir die Deutsche Bahn anschaue, welche sich kaputt sparen muss, dann krieg ich wirkliche Bedenken, ob das nicht bei Atomkraftwerken ebenfalls der Fall sein könnte. Atomkraftwerke und deren Betreiber sollen in erster Linie Gewinn für die Betreiber abwerfen. Wer garantiert uns, dass diese immer erfüllt werden und es doch nicht wegen einer Naturkatastrophe, einem Terroranschlag oder einem technischen Fehler zur einer Kernschmelze und dann zu einem GAU kommt?

    Damit wären wir aber eben auch wieder beim Thema, dass wir irgendwie das falsche Wirtschaftssystem haben und das alles besser funktionieren würde, wäre da nicht der olle Kapitalismus. Denn wie gesagt: Es gibt sowohl sicherere Methoden, zur Endlagerung, als üblicherweise genutzt werden, als auch Methoden und nukleares Material weniger radioaktiv zu machen. Nur kosten diese, weshalb man darüber nicht spricht, weil dann könnten einen Leute ja auf diese Verantwortung festnageln und das würde weniger Gewinne bedeuten.


    Der beste Umgang mit Atomkraft wäre tatsächlich neue Kraftwerke zu bauen und zu betreiben, da die aktuellen Bautypen halt noch einmal sicherer sind, als die alten - und oft auch noch weniger Müll abwerfen. Das würde weniger Gewinne bedeuten und mehr staatliche Investitionen und ... nun, deswegen wird es halt nicht gemacht. Aber es wäre der vernünftigste Weg.


    Übrigens: Auch gegen Terroranschläge sind unsere AKWs sehr gut geschützt. :) Und mit Naturkatastrophen müssen wir hier dankbarerweise nicht rechnen (was unsere breiten tatsächlich eigentlich zu einem sehr idealen Standort machen würde).

  • Der beste Umgang mit Atomkraft wäre tatsächlich neue Kraftwerke zu bauen und zu betreiben, da die aktuellen Bautypen halt noch einmal sicherer sind, als die alten - und oft auch noch weniger Müll abwerfen. Das würde weniger Gewinne bedeuten und mehr staatliche Investitionen und ... nun, deswegen wird es halt nicht gemacht. Aber es wäre der vernünftigste Weg.

    Warum dann nicht direkt mehr in die Forschung/Bau von Fusionskraftwerke investieren?
    Weniger Gefahr, weniger radioaktiver Abfall, dreimal so viel Energie

  • Warum dann nicht direkt mehr in die Forschung/Bau von Fusionskraftwerke investieren?

    Weil wir die Zeit nicht haben.


    Noch mal: Optimalerweise hätten wir bis jetzt schon unseren CO2 Ausstoß nach unten korrigieren müssen, um unser Klimaziel zu erreichen. Der Ausstoß ist stattdessen sogar hoch gegangen, so dass wir noch weniger Zeit haben, um eine Alternative zu finden.


    Selbst wenn bei Fusionskraftwerken (etwas, woran bereits geforscht wurde, als ich aufs Gymnasium kam) jetzt alles glatt läuft und wir in optimisitisch gesehen 8 bis 10 Jahren endlich das Konzept geknackt haben, dass es zuverlässig funktionierende Fusionskraftwerke gibt ... das ist zu spät.


    Wir brauchen bis dahin eine vorrübergehende, CO2 neutrale Lösung. Und wir haben nur eine: Atomkraft.


    Und wenn jetzt Leute sagen: "Aber Sicherheit ...", dann können Fachleute halt nur antworten: "Gut, dann bauen wir neue, sicherere AKWs - und nehmen die dann in 8-10 Jahren wieder vom Netz, wenn sie durch Fusionskraftwerke ersetzt werden."

  • https://www.tagesschau.de/inla…lungen-union-spd-107.html


    Das Klimaschutzprogramm wurde beschlossen und das ist viel zu wenig. EEG Umlage soll gesenkt werden, aber der Ausbau von Ökostrom soll gefördert werden? Spritpreise für Diesel und Benzin soll teurer werden, aber die Pendlerpauschale gesenkt werden? Ist das alles nicht etwas wiedersprüchlich?


    Eine Erhöhung des Benzins oder Diesels bestraft nur die Leute, die auf das Auto, aufgrund mangelnder Mobilitätsangebote, angewiesen sind. Auch bei Gas- und Ölheizungen. Es wird dann für die Meisten alles teurer und wenn dann auf eine Elektroheizung umgebaut wird, dann steigt einfach die Miete und die Mieter müssen wieder mehr zahlen.


    Also sozialgerecht ist das Klimaschutzprogramm nicht. Kein Wort dazu, wie Elektroautos deutlich billiger werden, aber eine Millionen Ladesäulen anschaffen.

  • Spritpreise für Diesel und Benzin soll teurer werden, aber die Pendlerpauschale gesenkt werden? Ist das alles nicht etwas wiedersprüchlich?

    Naja, es gibt ländliche Gebiete wo es keine Alternative gibt (sprichst du im zweiten Absatz ja selbst auch an). Klar müssen dann Alternativen und bessere Infrastruktur her, aber im ersten Moment muss man aufpassen, dass man eben nicht auch die ländlichen Gebiete noch mehr "abhängt". Das ist die Problematik, weswegen es eine höhere Pendlerpauschale geben soll als Beispiel.

  • Wenn es für die Parteien so schwer ist sich auf konkrete Maßnahmen zu einigen, und dann am Ende nur das dabei rauskommt, dann sehe ich in der Großen Koalition keine Zukunft. Das kann man nur verspotten. Mit den paar Maßnahmen, rettet man die Welt nicht und man senkt damit auch keine Klimagase. Das ist nur eine Verschiebung von Geldern und teilweise eine viel zu geringe Verteuerung. Das Schaffen von Alternativen, wird gar nicht richtig angegangen und es wurden auch keine neuen Lösungen präsentiert. Es ist traurig, dass man so lange auf Resultate gewartet hat, und am Ende nur ein paar Stichpunkte stehen. Was soll das bringen?