Fleischesser, Vegetarier, Veganer, Frutaner

  • Na toll.. Und ich dachte die Schweiz wäre uns ganz weit voraus, was die Haltung der Tiere angeht..
    Der Link war jetzt echt ernüchternd..
    Aber wenigstens wussten auch die Schweizer selber nicht bei der Befragung, wie schlecht es ihren Rindern geht..(macht es auch irgendwie gerade nicht besser..)

  • Ich bin Allesesser. Esse sowohl Fleisch auch Gemüse und Obst. Zu den anderen Ernährungsweisen bin ich neutral gegenüber.
    Gibt es eigentlich hier auch welche, die mal Vegetarier/Veganer waren, aber wieder zum Allesesser wurden? Falls ja wäre mal interessant warum. :)

  • Meine Mom war mal ne Zeit lang Vegetarierin ( 1 Jahr plus minus ).


    War damals mit Freunden einen Schlachthof besuchen (warum auch immer ) und konnte danach kein Fleisch mehr sehen :D


    Fisch hat sie noch gegessen aber kein Fleisch. Irgendwann hat die dann aber doch wieder etwas Fleisch gegessen und mittlerweile ist es bei ihr so dass sie überwiegend vegetarisch lebt (außer Fisch) und nur ab und zu mal etwas Fleisch / Wurst isst,.

  • Ich ernähre mich inzwischen seit über 5 1/2 Jahren vegetarisch bzw. seit einem Jahr verzichte ich auch auf Ei-Produkte und zähle somit zu den Lacto-Vegetariern.


    Zu dem Vegetarismus an sich kann ich gar nicht mehr hundertprozentig sagen, weshalb ich auf Fisch und Fleisch verzichte. Allerdings mag ich Tiere sehr und sie sind mir wichtig. Weshalb einige Arten von ihnen sterben müssen, damit andere etwas auf dem Teller haben, obwohl es andere Alternativen gibt, sollte sich jeder durch den Kopf gehen lassen, mache aber auch niemanden Vorwürfe, wenn er den Vegetarismus dennoch ablehnt. Jeder muss selbst wissen, ob er auf Fleisch/Fisch verzichtet, oder nicht.
    Mir fiel es eigentlich ziemlich leicht, da ich Fleisch nicht sonderlich mochte und Fisch kann ich nicht ausstehen.


    Lacto-Vegetarisch ernähre ich mich, seit ich Dokus darüber gesehen habe, wie männliche Küken "beseitigt" das heißt getötet werden, nur weil sie keine Eier legen. Ich meide Produkte mit Ei seitdem, Spure davon lasse ich allerdings durchgehen, da diese nicht absichtlich in den Produkten mit einfließen und daher nicht direkt für das Töten von Küken verantwortlich sind.


    Veganer kann ich in gewisser Weise noch nachvollziehen, bei Frutariern/Frutaner fehlt dann aber auch mir das Verständnis.

  • @Evoli-Absol
    Wo machst du den Unterschied zwischen Eiern und Milch fest? Ich frage weils mich wirklich interessiert. Weil du sagst dass du keine Eier mehr isst weil du Videos gesehen hast wie die Küken geschreddert werden aber die selben Videos gibts ja auch über Milchkühe/Kälber. Würde mich intressiern!

  • Ich lebe seit Januar bewusster. Ich mag es nicht in irgendeine Schublade gesteckt zu werden, aber man würde mich wohl als Veganer bezeichnen.
    Warum ich zum Veganer wurde? Aus rein egoistischen Gründen: nämlich meine Gesundheit. Ich hatte ständig mit Krankheiten zu kämpfen und Vitaminmängel waren meine ständigen Begleiter (ironisch, nicht?).


    Nach dem ich einige Jahre von einem Arzt zum anderen rannte und mir keine Tabletten mehr halfen ging meine Hausärztin einmal auf meine Essgewohnheiten ein. Fleisch aus Massentierhaltung könnte dies ausgelöst haben - aber nicht nur Fleisch, auch Süßigkeiten sprach sie an. Also riet sie mir zwei Wochen auf besagte Dinge zu verzichten und es ging mir sogar besser. Nein, nicht plötzlich. Der Effekt zeigte sich wohl erst ende der ersten Woche, als ich keinen Wunsch mehr auf Mittagsschlaf verspürte. Dieser Effekt trat sonst nur nach 3 Wochen Vitamin D Kapseln auf. Mit der Zeit legten sich auch andere Symptome und ich befasste mich immer mehr mit dem Thema. Irgendwann ersetzte ich Milch durch Sojazeug und Eier ließ ich ganz weg. Mir geht es gesundheitlich so gut, wie noch nie - deshalb bleibe ich wohl auch dabei.


    Die Ausnahme mache ich aber, wenn ich bei anderen zu besuch bin. Wenn jemand extra was für mich mitgekocht hat, würde ich mich schlecht fühlen es einfach abzulehnen und das Essen schlimmstenfalls wegwerfen zu lassen.


    Hab den Beitrag über mein Handy verfasst. Sorry also für das durcheinander.

  • Der Hunger nach Fleisch ist Weltweit unerbrochen. Leider gibt es zurzeit keine Möglichkeit alle Menschen mit Fleisch zu ernähren, dafür bräuchten wir mehrere Planeten. Die Hoffnung liegt auf das Fleisch aus dem Labor.


    https://www.schweizerbauer.ch/…bald-realitaet-27775.html


    Ein sehr guter Artikel darüber. Mit Laborfleisch wäre es möglich alle Menschen mit Fleisch zu ernähren und Veganismus wäre in der Sache "Den Tieren kein Leid zufügen" überflüssig. Ich setze die Hoffnung auf das Laborfleisch. Bei uns in Nordhessen ist die Wurst Kult. Bei uns gibt es die sogenannte Ahle Worscht. Undenkbar, die Ahle Worscht nur noch in vegetarischer Form anzubieten. Der Geschmack ist einzigartig.

  • Veganismus ist schon gesund. Eine Ernährung, die vor allem auf frischem Obst und Gemüse, Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten etc. aufbaut liefert viele Vitamine, Ballaststoffe, ... Fleisch ist eben nicht so gesund wie manche Menschen glauben. Gut, es enthält viel Eiweiß. Dazu häufig viel Fett (ungesund), Antibiotika, krebserregende Substanzen (die entstehen wenn Fleisch erhitzt, vor allem gegrillt wird). Das einzige was Veganer eben nicht bekommen ist Vitamin B12. Das ist aber keine große Sache, dafür gibt es Präparate.

  • Ich frag mich wieso man nicht teilweise auf Insekten umswitcht. Für mehr als 1/3 der Weltbevölkerung ist das ja Lebensgrundlage. Und umweltfreundlicher als Rinderfarmen etc.


    Aber gut.. auch hier fügt man Tieren dann ja Leid zu. Löst ja das Problem ansich nicht.

  • @Renari: Und was hat dich gehindert, dich mit Fleisch gesund zu ernähren? Ich bezweifle stark, dass Veganismus per se wirklich gesund ist.

    Kurzum: Ich weiß es nicht genau. Aber es war am Ende vermutlich der Part mit "auf die Ernährung achten". Das Weglassen vom Fleisch hat wohl auch nicht geschadet, da man die Stoffe, die man vom Fleisch bekommen auch wo anders herkriegen kann (zb Hülsenfrüchte). Ansonsten das, was Shokoyo sagt.
    Und so lange es wirkt, werde ichs wohl beibehalten.


    Ansonsten finde ich es schade, dass man sich bei der Diskussion "nur" auf das Mitleid für die Tiere versteift. "Vegetarier finden es schade, dass Tiere getötet werden" klingt so verniedlicht harmlos. Aber was ist eigentlich mit den anderen Dingen, die wegen der Massentierhaltung entstehen? Sprich Wirtschaft, Gesundheit und Umwelt oder was tatsächlich in so einem Schlachthof passiert. Darum macht sich wohl keiner Gedanken.

  • Zitat von Shokoyo

    Das einzige was Veganer eben nicht bekommen ist Vitamin B12. Das ist aber keine große Sache, dafür gibt es Präparate.


    Wobei da auch meist für Veganer Algen-Präparate genutzt werden, die zu großen Mengen inaktive B12-Analoga beinhalten, die vom Körper also gar nicht umgewandelt werden können. Wenn man das dann noch mit Knollengemüse und fermentierten Nahrungsmitteln verbindet, kann das schon ausreichen, kontrollieren muss man das aber trotzdem regelmäßig. Aber das sollte dann ja bei bewusster veganer Ernährung nicht das Hauptproblem sein.

  • Hallo ihr Lieben, ich hatte neulich eine Situation, die nicht aus meinem Kopf verschwinden will und möchte gerne eure Meinung dazu hören.


    Als Vorgeschichte: Ich selber bin Fleischesser und im alltäglichen Leben mache ich mir wenig Gedanken um meinen Fleischkonsum, außer wenn ich speziell an das Thema denke. Ich denke mir dabei immer, dass Fleisch essen moralisch nicht vertretbar ist und habe mir diverse Male vorgenommen, vegetarischen Lebensstil zumindest zu versuchen. Ich arbeite im Moment im Gastgewerbe (konkret in einem Hotel) und es gibt jeden Tag Fleisch zum Essen, außer am Freitag, religiös begründet (von den Chefs, nicht von mir). Eine meiner Kolleginnen ist Vegetarier und wenn ich sehe, was sie jeden Tag auf den Teller bekommt, nimmt es mir die Motivation teilweise weg, es als Vegetarier selber zu versuchen. Mit eigener Küche wäre das anders, dann wäre der Vegi-Versuch nicht nur möglich, sondern verlockend, jedoch muss ich im Moment damit leben, dass ich über das, was ich jeden Tag speise, nicht entscheiden kann. Stolz drauf bin ich nicht, sehe im Moment die jedoch Alternative als schlechter an und entscheide mich für den Nutzen, als für die Moral. (Würde auch dazu gerne Meinungen hören!)


    Zu uns ist vor kurzem ein Gästepaar gekommen, das inzwischen heute Vormittag (Donnerstag) abreisen wird (und ich sie somit nicht mehr sehen werde). Sie sind (wie die allermeisten unserer Gäste) beide Fleischesser. Mir ist gleich am ersten Tag aufgefallen, dass sie (die Frau) keinen Salat vom Buffet isst, jedoch habe ich nicht sonderlich drauf geachtet. Am nächsten Tag hat sie mich gebeten, keine Gemüsesuppe serviert zu bekommen, sondern eine Kraftbrühe, was generell kein Problem ist. Als ich diese jedoch brachte, hat sie mich kurz angelächelt: "Ich bin sozusagen 'anti-Vegetarier' - ich esse kein Obst und Gemüse und so...". Neben der Tatsache, dass sie sich des Begriffes "Vegetarier" offenbar nicht klar ist (aber das ist nicht das Thema und ist auch nicht drauf einzugehen, wenn ich bitten darf), muss ich gestehen, dass ich in dem Moment entsetzt war, sowas zu hören. Nicht nur, dass sich jemand 'anti-Vegetarier' nennt, sondern auch dazu steht und sogar noch darüber lächeln kann - da musste selbst ich äußerst kritisch werden. Ich hätte sie gerne drauf angesprochen, jedoch hätte das in einer unangenehmen Diskussion geendet, in der ich wahrscheinlich ausschweifend geworden wäre und das wäre für das Image des Hotels nicht gut gewesen, weshalb ich es gelassen habe. Die Frage ist jetzt nicht, inwiefern ein solches Verhalten dieser Frau hinnehmbar ist, sondern vielmehr, ob ich objektiv gesehen in der Position stehe, dieser Frau moralisch überlegen zu sein, da ich ja selber nicht mehr als durchschnittlicher Fleischkonsument bin. Die Frage, die sich mir ständig im Kopf abspielt, ist "... aber bin ich denn auch nur einen Funken besser!?"

    'Wenn ich dich ansehe, schaue ich geradewegs in die Sonne.' ~ Patrick J. Mael, Milchgelddieb

  • Naja wenn du schon auf solchen Ebenen denkst, wird dir schon klar sein, dass du moralischer als die Frau denkst - willst doch eh nur eine Bestätigung hören :P


    Habe noch nie im Leben so eine Einstellung von Leuten gehört mit "Anti-Vegetarier" - evt hat die Frau irgendwelche Kreislaufprobleme mit Gemüse, oder wollte einfach nur provozieren.


    Naja sieh es mal so, wir haben viele Leute mit unmoralischen Einstellungen, Klimawandelleugner, Rassisten, Extreme, Fanatisten etc.

  • ob ich objektiv gesehen in der Position stehe, dieser Frau moralisch überlegen zu sein, da ich ja selber nicht mehr als durchschnittlicher Fleischkonsument bin

    Ich hätte nicht erwartet, dass ich "Tu quoque" mal so eingesetzt sehe, dass jemand sich jemand selbst damit angreift. Nicht schlecht.
    Allerdings bleibt "Tu quoque" ein Fehlschluss, die Frage ist von Anfang an falsch gestellt. Die Richtigkeit deiner These hängt nicht davon ab, ob du irgendeiner Moralvorstellung entsprichst.
    Wäre dann noch die Frage, was dir moralische Überlegenheit überhaupt bringt. Du bist ja als Vegetarier nicht automatisch ein besserer Mensch als alle Fleischesser. Deine Argumente gegen Fleischkonsum sollten auch nicht höher gewichtet werden, denn, wie ich bereits sagte, deren Richtigkeit hängt nicht davon ab, ob du ihnen entsprichst. Ein Raucher, der seinem Kind sagt, dass Rauchen gesundheitsschädlich ist, hat damit ja nicht weniger Recht, weil er raucht.

  • Grundsätzlich sage ich: Jeder soll das essen, was ihm/ihr schmeckt.


    Ich selbst habe früher auch Fleisch gegessen, lebe aber fast 3 Jahren vegetarisch, weil ich mittlerweile eine Fleischallergie habe.
    Als mein Arzt die Diagnose stellte, war ich zuerst davon ausgegangen, dass es "nur" eine Lebensmittelunverträglichkeit ist, ausgelöst von zu viel Fleischkonsum in meiner letzten Beziehung. Mein damaliger Freund ist einer der Typ Fleischesser, die täglich ein 500 Gramm-Steak ohne Beilagen und Gemüse auf dem Teller haben muss und auch dem Fastfood nicht abgeneigt ist, wenn man mal keine Lust aufs Kochen hat. Leider hatte ich mir diese Essgewohnheit über den Zeitraum der Beziehung ebenfalls angeeignet, was sich sehr negativ auf meine Gesundheit ausgewirkt hat, obwohl ich während meiner Kindheit und Teenie-Phase sehr selten Fleisch gegessen habe, weil es mir damals einfach nicht so schmeckte). Mal davon abgesehen, dass ich in dieser Zeit fast 10 kg zugelegt hatte, hatte ich auch immer wieder Magen-Darm-Beschwerden, was nicht selten in einem mehrtägigen Krankenhausaufenthalt geendet hat. Als die Beziehung dann endgültig seinerseits in die Brüche ging, habe ich (nachdem alles restpartnerliche erledigt war) mithilfe meines Arztes und seiner Frau (sie ist Ernährungsberaterin) meine Ernährung komplett umgestellt. Ich verzichte auf alle Sorten Fleisch, sowie aus ethischen und geschmacklichen Gründen auch auf Milch (in Rohform) und Eier. Zwischendurch allerdings esse ich Fisch und Meeresfrüchte. Daher würde ich mich wohl eher als "Pescetarier" bezeichnen. Allerdings finde ich die Bezeichnungen absolut albern, daher sage ich immer "Ich esse kein Fleisch", was auch meistens als Begründung ausreicht. Ich habe viele Alternativen zur Milch ausprobiert und bin mittlerweile ein Fan von Soja- und Mandelmilch. Schmeckt wirklich sehr gut, ist aber trotzdem am Anfang gewöhnungsbedürftig. Ansonsten experimentiere ich gerne mit Obst, Gemüse und Hülsenfrüchten. Außerdem esse ich gerne Käse (wobei ich allerdings darauf achte, dass dies kein tierisches Lab enthält).


    Da die Lebensmittelindustrie nun wohl auch auf den Vegetarier/Veganer-Trend-Zug aufgesprungen ist, finden immer mehr fleischfreie Produkte ihren Weg in den Einzelhandel. Kann man essen, muss man aber nicht.


    Dazu sollte vielleicht erwähnt werden, dass es einen großen Unterschied macht, ob man sich nur vegan ernährt oder auch die vegane Lebensweise führt. Viele kennen den Unterschied nicht, denn im Moment ist "Veganer sein" eine Trend-Erscheinung, was hauptsächlich auf die "Die Menschen müssen sich gesünder ernähren"-Schiene zurückzuführen ist.
    Viele bezeichnen sich als Veganer, sind es aber nicht, weil sie unbewusst weiterhin Alltagsprodukte von Tieren, mit tierischen Inhaltsstoffen versetzte oder an Tieren getesteten Produkten nutzen.


    Wenn ich Sonntags bei meinen Eltern zu essen bin, kocht meine Mutter für mich zwar extra, aber meistens so, dass es kein zu großer Aufwand wird. Meistens bringe ich ihr meine selbstgemachten Gemüseburger-Patties mit, die sie nur noch in die Pfanne hauen muss. Meine Schwägerin war auch Vegetarierin, musste aber aufgrund ihrer Neurodermitis wieder dem Fleischverzehr anfangen.


    Dadurch haben auch meine Eltern angefangen, ihren Fleischkonsum zu reduzieren und sich bewusster ernähren. Man muss nicht auf Fleisch verzichten, sondern einfach die Vielfalt nutzen und sich ausgewogener ernähren.


    Was ich allerdings peinlich finde, sind diese ganzen Diskussionen, dass Veganismus und Vegerarismus ungesund seien und das Fleischverzehr das gesündeste ist, was die Menschheit je erfunden hat. Und wenn ich dann sehe und lese, wie sich Veganer und Fleischesser in sozialen Netzwerken gegenseitig an die Gurgel gehen und immer wieder aufstacheln, dann wundert es mich in unserer Gesellschaft gar nicht mehr...

  • Die Frage ist jetzt nicht, inwiefern ein solches Verhalten dieser Frau hinnehmbar ist, sondern vielmehr, ob ich objektiv gesehen in der Position stehe, dieser Frau moralisch überlegen zu sein, da ich ja selber nicht mehr als durchschnittlicher Fleischkonsument bin. Die Frage, die sich mir ständig im Kopf abspielt, ist "... aber bin ich denn auch nur einen Funken besser!?"

    Für mich ist schon jeder, der über seine Essgewohnheiten nachdenkt ein "besserer" Mensch. Selbst wenn du dem Denken bisher noch kein Handeln folgen lassen konntest.
    Ich verstehe deine Situation. Man kann wirklich ganz extrem tolle vegetarische Gerichte kochen und das auch total abwechslungsreich, so das man überhaupt gar nichts vermisst und immer noch das Gefühl hat das Leben eines Geniessers zu führen..! Aber leider scheint das in deiner jetzigen Situation schwer möglich zu sein.. Das ist schade.
    Hast du denn nicht vielleicht die Möglichkeit deinen Fleischkonsum etwas zu dezimieren? Damit wärst du ja schon einen Schritt in die Richtung gegangen, wo du gerne hin möchtest.
    Ich hab auch schon mal aus der Not heraus so ein Beilagen-Mittagessen gegessen, wenn ich mich in Vegetarier feindlicher Umgebung befand..! :P Das geht auch. Einfach mit viel Gemüse das fehlende Fleisch aufstocken und gut ist.


  • Meine Schwägerin war auch Vegetarierin, musste aber aufgrund ihrer Neurodermitis wieder dem Fleischverzehr anfangen.

    Darf ich fragen, wo genau da die Korrelation ist? Jetzt nur aus reinem Interesse, da ich selbst auch an Neurodermitis leide und seit fast 3 Jahren Vegetarierin bin und bisher noch nie irgendwelche Beschwerden deshalb bezüglich meiner Krankheit hatte.


    Ich persönlich hab nämlich aus Gesundheits Gründen zuerst angefangen, einen vegetarischen Lebensstil zu führen, da meine Blutwerte etwas zu hoch waren und ich deswegen eben etwas in meiner Ernährung ändern musste und mir hat damals eben eine vegetarische Ernährung am meisten zugesagt. Über die Jahre kamen dann auch noch ökologische sowie (natürlich) ethische/moralische Gründe hinzu und ich könnte mir mittlerweile kaum mehr vorstellen, wieder damit anzufangen, Fleisch zu essen. Und damit hab ich auch ehrlich gesagt kein Problem, ich lasse dabei auch jeden anderen entscheiden, was er isst und was er nicht isst, ich hab kaum Freunde, die ebenfalls Vegetarier sind (ich habe allerdings eine, die vegan ist), was mir nichts ausmacht. Das hasse ich nämlich auch wirklich, wenn Vegetarier/Veganer sich tatsächlich auch noch besser vorkommen als die "anderen," nur weil sie kein Fleisch essen.


    Womit ich allerdings ein Problem habe, ist die Tatsache, dass sogar heutzutage es immer noch teilweise eine wirkliche Wundersache ist, ein Restaurant zu finden, welches mehr als 1-2 vegetarische Optionen anbietet. Für die Hauptspeise. Ich hab dabei noch Glück, denn meine Lieblingsküche ist die italienische und in solchen Restaurants kann man eigentlich immer mehrere vegetarische Pastagerichte bestellen. Aber in so ziemlich jeder anderen Küche — indisch, thailändisch, chinesisch, griechisch, deutsch etc pp — ist es mir fast unmöglich. Wenn ich mit meinem Freund durch die Stadt gehe und wir etwas essen gehen möchten, können wir fast nie in das erste Restaurant gehen, über das wir stolpern. Und bei meiner veganen Freundin ist das Problem ja noch viel schlimmer, sie kann eigentlich so gut wie gar nicht aus Essen gehen.


    Ja, vegan und vegetarisch mögen zwar voll "im Trend" sein und so weiter, aber leider ist der Trend noch deutlich nicht überall angekommen. Im Supermarkt findet man immer mehr "fleischlose" Ersatzprodukte, aber es ist trotzdem immer wieder und oft ein Schlag ins Mark wenn ich unterwegs bin und nichts finde, was ich essen kann (von Fast Food wie Pommes mal abgesehen) oder wenn ich auf einer Party/Feier/so etwas in der Art bin und niemand auch nur auf die Idee gekommen ist, dass jemand vegetarisch sein könnte und dementsprechend das Buffet "vorbereitet" hat. Und ich bin mir auch bewusst, dass es eben auch etwas mit Kultur/Tradition usw zutun hat, dass z.B. vorhin genannte "Völker" eben viel Fleisch/Fisch und so benutzen, teilweise nunmal weil eben auch nicht viel anderes "da" ist bzw. war in diesen Ländern, als diese traditionellen Gerichte entstanden sind, aber wie gesagt, es ärgert/"verletzt" mich schon oft, wenn ich nur eine Supper oder anderweitige Vorspeise bestellen kann, weil sonst nichts auf der Karte vegetarisch ist und mir das Restaurant auch auf Nachfrage nichts wirkliches anbieten kann.


    Und um nochmal das, was aktuell besprochen wird, aufzugreifen: Ich finde es auch ein asolut ignorantes Unding, sich stolz als "Anti-Vegetarier" zu bezeichnen, denn das drückt doch nur aus, wie wenig Ahnung man darüber hat, was für Folgen Fleischessen doch hat, vor allem eben auf die Umwelt (was für mich, wie schon angedeutet, so ziemlich der Hauptgrund für meinen Vegetarismus ist). Ich verurteile immer noch niemanden, der das Wissen besitzt und trotzdem Fleisch isst, denn diese Person hat sich dann wenigstens informiert (und wenn wir ganz ehrlich sind, würde es eh nichts bringen, wenn noch ein paar mehr vereinzelte Menschen aufhören, Fleisch zu essen — da benötigt es schon etwas radikaleres). Aber, wie mein Bruder es bspw. auch immer noch tut, Vegetarier/Veganer belächelnd und bemitleident anzugucken, sie partout deshalb nicht zu mögen und sich persönlich durch ihren Verzicht auf Fleisch angegriffen zu fühlen, ist echt kindisch. Und das finde ich echt nicht in Ordnung. Ich hab ehrlich gesagt noch nie in Person miterlebt, wie ein Vegetarier/Veganer einem Carnivoren gesagt hat, dass er falsch isst oder ist, während ich selbst schon von mehreren Personen wegen meiner Ernährungsweise blöd angeguckt/angemacht wurde. Und das stört mich ebenfalls (an manchen).

  • Schonmal interessante Kommentare, danke dafür!


    Naja wenn du schon auf solchen Ebenen denkst, wird dir schon klar sein, dass du moralischer als die Frau denkst - willst doch eh nur eine Bestätigung hören

    Dass ich auf solchen Ebenen denke, heißt nur, dass ich mir viele Gedanken drüber mache. Nicht mehr :/
    Und leider nein - würde ich nur Bestätigung wollen, hätte ich keinen solchen Post hier geschrieben, sondern sie mir irgendwo anders geholt :P  

    Wäre dann noch die Frage, was dir moralische Überlegenheit überhaupt bringt.

    Interessante Frage! Moralische Überlegenheit an sich ist mir nicht so wichtig, denn es gibt hier keinen Wettbewerb oder etwas in der Art, jedoch ist mir selbst wichtig, meine eigenen Moralvorstellungen zufrieden zu stellen - das führt mich dazu, meine Moral mit der anderer Leute zu vergleichen und somit bringt mir moralische Überlegenheit in einem anderen Kontext sehr wohl was: ich will mich wohl schlichtweg besser fühlen. Ich habe vor 10 Jahren auch mal kleine Frösche auf der Straße zertreten, weil die dabei ein interessantes Geräusch machten - du kannst dir vorstellen, wie hart ich im Nachhinein mit dem Kopf gegen die Wand geschlagen hab, als ich gecheckt hatte, was ich eigentlich getan hatte. :-(

    Du bist ja als Vegetarier nicht automatisch ein besserer Mensch als alle Fleischesser.

    Das nicht, denke ich ja auch nicht. Jedoch sehe ich es so, dass, wenn man die zwei Standpunkte "Fleisch essen" und "Fleisch nicht essen" miteinander vergleicht, "Fleisch nicht essen" der moralisch überlegene Standpunkt ist. Ich glaube, da würdest du mir zustimmen. Und wenn ich mich frage, ob ich überhaupt besser als die Frau bin, dann geht es mir in erster Hinsicht um den Fleischkonsum-Standpunkt an und für sich.

    Ein Raucher, der seinem Kind sagt, dass Rauchen gesundheitsschädlich ist, hat damit ja nicht weniger Recht, weil er raucht.

    Schlechter Vergleich weil Passivrauchen hier eine Rolle spielt. Ein Raucher, der seinem Kind mit Rauchen schadet und ihm sagt, dass Rauchen schädlich ist, ist ein Heuchler, und noch dazu ein ziemlich unverschämter, da spielt es keine Rolle, ob er dennoch recht hat oder nicht.

    Hast du denn nicht vielleicht die Möglichkeit deinen Fleischkonsum etwas zu dezimieren?

    Habe ich auch schonmal versucht, jedoch lief es darauf hinaus, dass ich schlicht nicht satt werde. Die Beilagen sind miserabel und für meine Person, die recht viel essen kann, unmöglich ausreichend. Ab und zu gibt es sowas wie Gemüse-Lasagne mit Beilagen, davon werde ich jedoch satt!

    Ich hätte nicht erwartet, dass ich "Tu quoque" mal so eingesetzt sehe, dass jemand sich jemand selbst damit angreift. Nicht schlecht.

    Mache ich öfter. Gesund für das eigene Ego :P

    'Wenn ich dich ansehe, schaue ich geradewegs in die Sonne.' ~ Patrick J. Mael, Milchgelddieb

  • @eMiL hI dArDaN
    "Antivegetarier", gar kein Obst und Gemüse klingt eher kindisch. :D Hat für mich nichts mit Moral zu tun, ich stell mir eher ein quengelndes Kind vor, das sein Gemüse nicht isst lol.
    Es sollte aber nicht darin enden, dass man sich fragt wer wem moralisch überlegen ist. Wenn du weniger Fleisch isst, dann tu das für dich und nicht, um dich für besser als jemand anderes zu halten.


    Zitat

    Naja wenn du schon auf solchen Ebenen denkst, wird dir schon klar sein, dass du moralischer als die Frau denkst - willst doch eh nur eine Bestätigung hören
    Dass ich auf solchen Ebenen denke, heißt nur, dass ich mir viele Gedanken drüber mache. Nicht mehr :/
    Und leider nein - würde ich nur Bestätigung wollen, hätte ich keinen solchen Post hier geschrieben, sondern sie mir irgendwo anders geholt

    Das sag ich (und alle anderen Frauen) auch immer, wenn ich frage, ob ich gut aussehe. :D "Sonst würde ich ja nicht fragen!!11"


    Zitat

    Schlechter Vergleich weil Passivrauchen hier eine Rolle spielt. Ein Raucher, der seinem Kind mit Rauchen schadetund ihm sagt, dass Rauchen schädlich ist, ist ein Heuchler, und noch dazu ein ziemlich unverschämter, da spielt es keine Rolle, ob er dennoch recht hat oder nicht.

    Auch das ist kein gutes Argument.
    Essverhalten wird erlernt und vererbt. Natürlich ist es möglich es zu ändern, man hat es aber leichter, wenn man sich daheim halbwegs vernünftig zu ernähren lernt.