Beiträge von Dartiri

    Edex


    Julian Nagelsmann ist wahrscheinlich die größte Trainerhoffnung der letzten Jahrzehnte. Ich gehe jede Wette ein, dass er in den nächsten 20 Jahren Trainer der DFB-Elf wird. Der Typ ist keine drei Jahre älter als ich und hat schon sehr viel erreicht. Allein die Tatsache, dass die Spieler Respekt vor ihm haben, obwohl sie in manchen Fällen älter sein dürften, zeigt, dass er Sachverstand und Autorität besitzt. Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass beispielsweise ein Falko Götz während seiner Zeit bei Hertha BSC überhaupt nichts zu lachen hatte und sogar vom damaligen Nationalspieler Arne Friedrich lächerlich gemacht wurde. Also hat Nagelsmann definitiv etwas, was andere Trainer nicht haben.


    Welche Vereine er bisher trainiert hat, ist in meinen Augen sekundär. Es wundert mich nicht, dass er solche Sprüche ablässt. Würde er anders denken, hätte ihn RB Leipzig eventuell nicht verpflichtet, weil er dann nicht die Philosophie dieses Vereins passen würde - oder wie man das auch sonst nennen mag. Man kann von diesem Modell ja halten, was man möchte. Ich bin auch nicht der größte Freund von RB Leipzig. Sich aber auf der einen Seite über eine provokante Aussage zu echauffieren und im gleichen Atemzug einen ganzen Verein inklusive der Verantwortlichen als "asozial" abzustempeln, ist schlechter Diskussionsstil.


    Ich habe zwischen 2002 und 2009 übrigens sehr viele Heimspiele des 1. FC Köln besucht. Etliche Vereine haben mir damals gezeigt, wie der Begriff "Tradition" manchmal fehlinterpretiert wird. Eine arrogante Aussage von Julian Nagelsmann ist mir zehnmal lieber als eine Horde grölender Dresden-Fans, die ihre Bierflaschen auf minderjährige Zuschauer werfen.

    Edex


    Es steht Dir selbstverständlich vollkommen frei, meine Sichtweise nicht zu teilen. Ich habe lediglich geschrieben, wie ich die Dinge sehe. Und ich werde sicher keinen Versuch unternehmen, Dich irgendwie überzeugen zu wollen. Im Gegenteil, ich kann verstehen, dass es Leute gibt, die mit künstlichen Konstrukten wie RB Leipzig ihre Probleme haben. Aber bei mir ist es nun einmal so, dass ich in internationalen Wettbewerben immer zu den deutschen Vereinen halte. Wie ich bereits geschrieben habe, bin ich ein neutraler Fußballfan, der keinen Verein favorisiert. Folglich gebe ich mich mit spannenden Spielen zufrieden. Nicht nur, aber vor allem aus dieser Sichtweise heraus hat mir Eintracht Frankfurt in der Saison 2018/2019 viel Freude bereitet.


    Und wenn solche Leistungen den tollen Nebeneffekt haben, dass die Bundesliga in der UEFA-Fünfjahreswertung aufsteigt und somit auch andere Vereine die Möglichkeit bekommen, internationalen Fußball zu spielen - eine Erfahrung, die in den letzten Jahren unter anderem der 1. FC Köln, Hertha BSC, der FSV Mainz, der FC Augsburg oder der SC Freiburg machen durften - warum nicht?

    Sehr schade, dass es für Eintracht Frankfurt nicht zum Finaleinzug gereicht hat. Im Elfmeterschießen auszuscheiden ist immer bitter, zumal die SGE dort zunächst geführt hat. Aber im Endeffekt ist es Frankfurt so ergangen wie dem FC Bayern im Finale Dahoam. (Aus diesem Grund konnte ich mich über den gehaltenen Elfer von César Azpilicueta nur bedingt freuen.) Am Ende hat sich die internationale Erfahrung durchgesetzt.


    Normalerweise finde ich es unproduktiv, wenn die unterlegene Mannschaft hinterher verkündet, dass sie sich nichts vorzuwerfen hat und erhobenen Hauptes nach Hause fahren kann, aber im Falle der SGE trifft es in dieser Saison auf jeden Fall zu. In der Gruppenphase hat man trotz namhafter Gegner wie Lazio Rom oder Olympique Marseille alle sechs Spiele gewonnen, anschließend konnte man Schachtar Donezk, Inter Mailand und Benfica Lissabon bezwingen. Und im Halbfinale wurde eine fußballerische Größe wie der FC Chelsea an den Rand einer Niederlage gedrängt. Wenn man den Fans vor drei Jahren erzählt hätte, was alles auf sie zukommt, hätten sie wahrscheinlich die Herren mit der Zwangsjacke gerufen. Damals stand Eintracht Frankfurt kurz vor dem Abstieg aus der Bundesliga und konnte sich nur über die Relegation retten.


    Für einen neutralen Fußballfan wie mich, der den deutschen Mannschaften in internationalen Wettbewerben gleichermaßen die Daumen drückt, war es ein Genuss, den Adlern beim Spielen zusehen zu dürfen. Im Spieljahr 2018/2019 war Eintracht Frankfurt die einzige Mannschaft, die es geschafft hat, die Bundesliga international würdig zu vertreten.

    Kennt ihr das, wenn ihr euch einem Projekt widmen wollt, einen simplen Arbeitsschritt jedoch tagelang aufschiebt? Und kennt ihr das, wenn ihr ihn doch erledigt und plötzlich so im Flow seid, dass ihr stundenlang daran arbeitet?

    Ich habe bereits einige Leute erlebt, die sich in der gleichen bzw. einer ähnlichen Situation befanden. Der Anfang ist immer am schwierigsten zu überstehen. Betroffene haben meistens eine dermaßen schlechte Laune, dass diese sich schnell auf das eigene Gemüt überträgt. Aber wie heißt es so schön? Die Zeit heilt alle Wunden. Eigentlich kann ich diesen Spruch nicht ausstehen, aber in diesem Fall trifft er zu. Das ist eine Phase, die man durchstehen muss. Du nennst es "heulen", ich nenne es "vollkommen normal".


    Als Sozialarbeiter bin ich auch in der Gesundheitsförderung aktiv. Wenn man den Leuten Tipps bezüglich ihrer Ernährung gibt, sind die Reaktionen in nahezu allen Fällen gleich. Sie sehen Sanktionen dieser Art als Bevormundung an und fühlen sich dementsprechend schlecht behandelt bzw. als Kind abgestempelt. Früher oder später gewöhnen sich jedoch die meisten daran und fangen in manchen Fällen sogar damit an, stolz von positiven Zwischenergebnissen zu berichten. Auch Dein Partner wird in absehbarer Zeit wahrscheinlich in diese Phase kommen, und zwar, wenn er einsieht, dass er etwas machen muss. Bis dahin solltest Du sein Problem zumindest vorübergehend als Problem ansehen. Wenn er auf den Gedanken kommt, nicht ernst genommen zu werden, verstärken sich die von Dir beschriebenen Verhaltensweisen.