Beiträge von Dartiri

    Ich habe bereits einige Leute erlebt, die sich in der gleichen bzw. einer ähnlichen Situation befanden. Der Anfang ist immer am schwierigsten zu überstehen. Betroffene haben meistens eine dermaßen schlechte Laune, dass diese sich schnell auf das eigene Gemüt überträgt. Aber wie heißt es so schön? Die Zeit heilt alle Wunden. Eigentlich kann ich diesen Spruch nicht ausstehen, aber in diesem Fall trifft er zu. Das ist eine Phase, die man durchstehen muss. Du nennst es "heulen", ich nenne es "vollkommen normal".


    Als Sozialarbeiter bin ich auch in der Gesundheitsförderung aktiv. Wenn man den Leuten Tipps bezüglich ihrer Ernährung gibt, sind die Reaktionen in nahezu allen Fällen gleich. Sie sehen Sanktionen dieser Art als Bevormundung an und fühlen sich dementsprechend schlecht behandelt bzw. als Kind abgestempelt. Früher oder später gewöhnen sich jedoch die meisten daran und fangen in manchen Fällen sogar damit an, stolz von positiven Zwischenergebnissen zu berichten. Auch Dein Partner wird in absehbarer Zeit wahrscheinlich in diese Phase kommen, und zwar, wenn er einsieht, dass er etwas machen muss. Bis dahin solltest Du sein Problem zumindest vorübergehend als Problem ansehen. Wenn er auf den Gedanken kommt, nicht ernst genommen zu werden, verstärken sich die von Dir beschriebenen Verhaltensweisen.

    Ich bin wahrscheinlich das beste Gegenbeispiel für die sogenannte "rheinische Frohnatur", die in Vorurteilen häufig auftaucht. Ich bin in Bonn geboren und habe mein gesamtes bisheriges Leben in der Nähe von Köln verbracht. Es ist für mich also quasi ein Ding der Unmöglichkeit, nicht mit Karneval in Berührung zu kommen. Zu meinem Glück kann ich jedoch sagen, dass ich diese Tage nur noch passiv bzw. am Rande mitkriege, und selbst das lässt sich verhindern, wenn ich an den Karnevalstagen nicht zufällig etwas erledigen muss.


    Als Kind habe ich Karneval noch halbwegs genossen. Aber schon damals hat dieses Fest nicht einmal annähernd die gleiche Faszination auf mich ausgeübt wie beispielsweise Weihnachten. Selbst im Kindergartenalter habe ich mir mit meinen Verkleidungen nie Mühe gegeben. Die Umzüge habe ich mir größtenteils angesehen, aber das lag eher daran, dass meine Eltern mit Karneval wesentlich mehr anfangen können als ich und das Fest immer mehr oder weniger exzessiv gefeiert haben. (Ein Umstand, der sich mit der Scheidung jedoch schnell erledigt hatte. Da soll nochmal jemand behaupten, es hat keine positiven Seiten, wenn die Eltern sich trennen.) Ich hingegen habe das Interesse an Karneval rekordverdächtig schnell verloren. Schon zu Schulzeiten fand ich das Fest nur noch aufgrund der freien Tage schön. Zu den Umzügen bin ich irgendwann gar nicht mehr gegangen.


    Leider lässt es sich nicht leugnen, dass Karneval für viele Leute nur eine Ausrede ist, um sich mit Alkohol abzufüllen. Das Fest an sich ist gar nicht so wichtig, es könnte sich auch um Halloween oder Weihnachten handeln - Hauptsache, der Pegel stimmt. In meiner Heimatstadt führt der große Umzug an einem Krankenhaus vorbei. Manche Leute stellen sich tatsächlich schon von vornherein vor das Krankenhaus, damit sie im schlimmsten Fall die notwendige medizinische Versorgung erhalten. Ich habe diesen Zusammenhang früher oft im Scherz hergestellt, bis ihn mir jemand auf Nachfrage bestätigt hat. Danach war ich erst einmal sprachlos. Es gibt also tatsächlich Menschen, die sich lieber vor ein Krankenhaus stellen anstatt dafür zu sorgen, dass sie es nicht nötig haben. Mir tun die Leute leid, die solche Suffköppe hinterher versorgen müssen. An den Karnevalstagen höre ich praktisch alle zehn Minuten einen Polizei- oder Krankenwagen, weil sich wieder jemand überschätzt hat oder weil es zu Handgreiflichkeiten gekommen ist, die ja auch eine Folge des Alkoholkonsums sein können. Oft sind es die gleichen Personen, die in der Ausnüchterungszelle oder im Krankenzimmer landen. Also kann man davon ausgehen, dass der Lerneffekt gleich Null ist.


    Das ist allerdings nicht der einzige Grund, warum ich Karneval meide, auch wenn ich ihn als hauptsächliches Motiv herausstellen würde. Hinzu kommen die größtenteils furchtbare und so gut wie immer identisch klingende Musik, das meistens ziemlich kalte und verregnete Wetter und die Probleme im öffentlichen Verkehr. Wenn ich an Weiberfastnacht das Pech habe, mit der Straßenbahn nach Köln fahren zu müssen, geht es ab bestimmten Haltestellen nicht mehr vorwärts. Dann braucht die Bahn für eine Station schon mal gut und gerne eine Viertelstunde. Dieses Jahr habe ich das Glück, dass die Karnevalstage in meine Semesterferien fallen, also werde ich es dieses Jahr wohl schaffen, dass das einzige, was mich an Karneval erinnert, die saisonalen Backwaren im Supermarkt sind.

    Der Perfektionist in mir kann das Anliegen von Smaarty irgendwo verstehen. Ich habe in der Vergangenheit selber einige Foren moderiert bzw. bin bei manchen noch dabei. Es kann nervig sein, wenn Themen, die eigentlich eine Menge Potential bieten, schnell in Vergessenheit geraten und entsprechend inaktiv werden. Aus diesem Grund bin ich in meinen Foren oft dazu übergegangen, Threads zu verschieben, die teilweise über Jahre nicht angeklickt wurden, um die Übersicht zu wahren. Ich sollte allerdings dazusagen, dass diese Foren nicht einmal annähernd die Größe des Bisaboards hatten.


    Mittlerweile vertrete ich jedoch die gleiche Sicht wie die Moderatoren. Das Bisaboard ist dermaßen riesig, dass es nur natürlich ist, dass manche Themen schneller in den Hintergrund geraten als andere. Nachdem ich mich hier vor etwas mehr als vier Jahren registriert hatte, habe ich mich direkt auf diverse Themen gestürzt, die mit dem Pokémon-Anime zu tun hatten. Viele davon sind in der Zwischenzeit wieder dermaßen weit hinten gelandet, dass man sich unter Umständen ein wenig länger durch den entsprechenden Bereich klicken muss, um auf den Thread zu stoßen. Ich denke jedoch nicht, dass man diesen Umstand damit begründen kann, dass die Themen uninteressant wären. Es wird eher so sein, dass viele von ihrer Existenz nichts (mehr) wissen. Es kommt vor, dass ich mir Zeit nehme, um in diversen Bereichen nach für mich interessanten Threads zu suchen. Früher oder später werde ich so gut wie immer fündig und finde ein ansprechendes Thema auf den letzten Seiten des Bereichs. Dann wäre es extrem umständlich, wenn ich vorher noch einen Moderator bitten müsste, den Thread wieder freizugeben, zumal ich bevorzugt nachts schreibe.


    Ein Beispiel: Im Thread, der Jessie behandelt, wurde seit dem 30. Januar 2015 kein Beitrag mehr verfasst. Das sind fast genau vier Jahre, also ein Zeitraum, den man durchaus als "lang" bezeichnen könnte. Nun ist Jessie aber nach wie vor noch eine Hauptfigur des Pokémon-Animes, sie kommt regelmäßig vor und fällt den Zuschauern somit auf. Soll man den Thread nun schließen, obwohl sich theoretisch schon in zehn Minuten jemand registrieren könnte, der unbedingt seine Meinung zu Jessie abgeben will? (Ich weiß, dass es hier größtenteils um andere Bereiche bzw. Themen geht, aber da der Anime-Bereich wahrscheinlich für den Großteil meiner Beiträge verantwortlich ist, habe ich ihn als Beispiel genommen.)

    Ich betone häufig, dass ich in Bezug auf Pokémon-Filme nicht allzu erfahren bin. Tatsächlich habe ich zwischen 2000 und 2018 gerade einmal vier Stück gesehen: "Pokémon - Der Film", "Pokémon 15: Kyurem gegen den Ritter der Redlichkeit", "Pokémon 17: Diancie und der Kokon der Zerstörung" und "Pokémon - Der Film: Du bist dran!". Zwei davon habe ich mir im Internet angeschaut, die beiden anderen habe ich im Kino gesehen. Ich habe mittlerweile beschlossen, mir alle Pokémon-Filme auf DVD zuzulegen. Aufgrund der Tatsache, dass Latias und Latios zu meinen absoluten Favoriten zählen, fiel meine erste Wahl schnell auf "Pokémon Heroes - Der Film".


    Die Handlung

    Zugegeben, der halbwegs erfahrene Pokémon-Fan weiß bereits, was auf ihn zukommt, wenn er sich einen Pokémon-Film anschaut: Legendäre Pokémon, die neben Ash und seinen Freunden natürlich auch zwielichtige Gestalten auf den Plan rufen, wodurch es im Laufe des Films zu einer Katastrophe kommt. Aus diesem Grund hat mich die teilweise ziemlich apokalyptische Stimmung in der zweiten Hälfte des Films auch nicht sonderlich überrascht. Deshalb habe ich mich schnell dazu veranlasst gefühlt, der wunderschönen Stadt Alto Mare einen Großteil meiner Aufmerksamkeit zu schenken. Einfach toll, wie man das beschauliche Venedig in die Welt der Pokémon transportiert hat. Und dann darf man auch noch Latios und Latias begleiten. Ich fand es richtig süß, dass Latias von Anfang an so vernarrt in Ash und Pikachu gewesen ist und dass es mit ihnen im geheimen Garten gespielt hat. Man wollte es fast trösten, als Ash und Pikachu gehen und das gemeinsame Spiel somit unterbrechen mussten.


    Die Protagonisten

    Wie für einen Pokémon-Film üblich, steht von den menschlichen Hauptfiguren nur Ash im Mittelpunkt. Misty und Rocko werden zu Nebenfiguren degradiert, die nur einmal halbwegs in den Lauf der Geschichte eingreifen. Immerhin bekommt man auf diese Art und Weise mal ein paar ihrer Pokémon zu Gesicht. Das kann man von Ash nicht behaupten: Außer Pikachu hat nur Karnimani einen kurzen Auftritt. Es ist nur natürlich, dass die legendären Pokémon in den Filmen im Vordergrund stehen, aber wenn man als Zuschauer manchmal auf den Gedanken kommen könnte, dass die Hauptfiguren keine oder nur sehr wenige Pokémon besitzen, ist das schon ein wenig schwach. Umso besser, dass man mit Bianca und ihrem Großvater Lorenzo wenigstens noch einen halbwegs positiven Punkt aufweisen kann. Beide machen einen sympathischen Eindruck, zumal Lorenzo aussieht wie eine alte Version von Super Mario. Sie wissen viel über Latios und Latias und nehmen in diesem Film folglich die Rolle jener Figuren ein, die alles über die Legende wissen und sie an Ash und seine Freunde weitergeben. Allerdings fand ich es schade, dass man über ihre Freundschaft zu Latios und vor allem Latias nicht viel erfahren hat. Gerade weil Latias sich ausgerechnet Biancas Erscheinungsbild aussucht, um eine menschliche Gestalt anzunehmen, hätte ich gerne mehr darüber erfahren. Schade, dass man diese fast schon unverschämt gute Idee ebenfalls nicht stärker genutzt hat.


    Die Antagonisten

    Wie ich bereits erwähnt habe, forciert das Auftreten von legendären Pokémon eine böse Gegenseite. In diesem Fall handelt es sich hierbei um die Schwestern Annie und Oakley. Leider hat man es, von wenigen Ausnahmen mal abgesehen, nie geschafft, die Antagonisten der Pokémon-Filme bedrohlich darzustellen. Das dürfte zu einem Großteil daran liegen, dass man weiß, wie die ganze Sache am Ende ausgeht. Und trotzdem vermisse ich bei bösen Figuren aus der Pokémon-Welt immer das letzte Quäntchen "Miststück". Auch Annie und Oakley kommen leider zu keinem Zeitpunkt über das Klischee der zwar fiesen, aber letztendlich uninteressanten und leicht trotteligen Charaktere hinaus. Man erfährt so gut wie nichts über ihre Motivation, ihre Hintergründe und ihre Absichten. Am Anfang gab es kurze Andeutungen auf Team Rocket, aber dieser Handlungsstrang verliert sich mit zunehmender Laufzeit fast vollständig. Wieder einmal hat man es versäumt, eine potentiell interessante Karte auszuspielen.


    Team Rocket

    Dass Annie und Oakley ebenfalls zu Team Rocket gehören, lässt mich direkt zum nächsten Punkt kommen. Jessie, James und Mauzi sind natürlich auch wieder mit von der Partie. Aber ihr Auftreten verläuft wieder einmal dermaßen humorlos und unwichtig, dass es kaum einen Unterschied gemacht hätte, wenn man sie aus dem Film gestrichen hätte. Ich erwarte ja gar nicht, dass die drei auf irgendeine Art und Weise in die Handlung eingreifen, aber wenn ihre Daseinsberechtigung einfach nur darin besteht, dass sie sowieso immer vorkommen, ist das mehr als schwach. Jessie, James und Mauzi werden hier mit einer Vorhersehbarkeit behandelt, dass es fast schon wehtut. (In diesem Film wird Jessie übrigens nicht von Scarlet Cavadenti, sondern von Claudia Lössl gesprochen. Aber da Claudia Lössl sich alle Mühe gibt, das Original zu imitieren, fällt dieser Umstand nicht sonderlich groß auf.)


    Fazit

    Wenn man mit den für einen Pokémon-Film typischen Erwartungen an die Sache herangeht, wird man meiner Meinung nach auf keinen Fall enttäuscht. Allerdings sollte man sich im Vorfeld nochmal ins Gedächtnis rufen, dass sich dieser Film voll und ganz auf Latios und Latias konzentriert. Wenn man mit diesen beiden Pokémon nichts anfangen kann, schaut man also auf jeden Fall den falschen Film. Ich finde die beiden jedoch unglaublich toll. Aus diesem Grund fand ich das Ende des Films, auf das ich hier nicht näher eingehen werde, vor allem für Pokémon-Verhältnisse ziemlich traurig. Trotzdem muss ich sagen, dass dieser Streifen auch in Bezug auf Pokémon nicht zu meinem Lieblingsfilm geworden ist. Dafür sind die Schwächen doch noch zu eklatant. Außerdem ist der Film ziemlich kurz, er wirkt eher wie eine in die Länge gezogene Episode. Überhaupt schreitet die Handlung ziemlich schnell fort, weshalb man sich schnell wünscht, dass die Produzenten sich hier und da mehr Zeit gelassen hätten, um die Figuren besser in Szene zu setzen. Dafür hat man in Bezug auf die Animationen alles richtig gemacht. Ach ja, und während ich diese Zeilen verfasse, habe ich den Song "Mystery Girl (Labyrinth)" im Kopf. Ein unglaublicher Ohrwurm, von dem ich jetzt schon weiß, dass er mich in den nächsten Tagen begleiten wird.