Beiträge von Ryuuji

    Insgesamt gesehen finde ich die ganzen Neuerungen super (besonders das Kokowei Design ist richtig schön geworden) Ich finde es übrigens immer wieder beeindruckend, das sowas freiwillig gemacht wird, da ja enorm viel Arbeit drin steckt o/


    Eine Kleinigkeit sagt mir allerdings nicht zu und ich weiß nicht, ob man das noch ändern kann/will. Im FF Bereich habe ich immer anhand der Aufrufe vom Thema abgeschätzt, ob Leute sich meinen Kram ansehen oder eben nicht, wenn schon Kommentare sehr selten vorkommen (was ich auch verstehen kann, da es Zeit frisst). Jetzt werden die Aufrufe allerdings ab der Zahl 1.000 nur noch abgekürzt angezeigt. Z.B. so: 1,1k. Somit kann ich nicht mehr abschätzen, ob jemand das Thema überhaupt liest (ja, das ist schon fast lächerlich, dass ich das anspreche)





    Eine Weile betrachte ich Herr Woden, bis ich mir völlig sicher bin, dass es sich nicht um einen Traum handelt.
    "Wir sollten uns erst mal zusammensetzen", beginnt Herr Woden, während er am Tisch Platz nimmt. "Ich werde euch über alles aufklären." Daraufhin schauen Konah und ich uns fragend an und setzen uns wortlos an den besagten Tisch. Nach einer kurzen Stille richtet sich Herr Woden leicht auf und schaut mich mit einem ernsten Blick an.
    "Wie fühlst du dich, mein Junge? Als ich vom Vorfall in Lindebun gehört habe, beauftragte ich sofort Shontro damit, dich und deine Begleitung sicher nach Bareksium zu bringen."
    "Was meinen Sie damit, dass Shontro von Ihnen beauftragt wurde?" Vor knapp einer Woche gab mir Shontro in Lindebun zu verstehen, dass er Herr Woden nur vom Hören her kennt.
    Mit einem schweren Schnaufen lehnt sich Herr Woden an die Lehne vom Stuhl und überlegt wieder einmal, woraufhin Konah ihren misstrauischen Blick aufsetzt. So schaute sie mich anfangs immer an, als wir uns erst kennengelernt haben.
    "Ich beginne am besten von Anfang an. Dann sollten sich die meisten Fragen von selbst beantworten." Mit einem leichten Nicken willigen wir ein.
    "Meine Kindheit verbrachte ich wie deine Mutter Elise und dein Vater Ederson in der Vorstadt von Krolsengin. Dort lernten wir uns an einem warmen Sommertag auf einer Spielwiese kennen und verbrachten von dort an fast jeden Tag miteinander. Das waren friedliche Zeiten", schwärmt Herr Woden vor sich hin. Nach einem Räuspern geht es auch schon weiter. "Auch als wir immer älter wurden, verstanden wir uns prächtig. Mit den Jahren begannen Elise und Ederson, mehr als nur Freundschaft füreinander zu empfinden. Wie Heranwachsende eben so sind, fand ich das erst sehr seltsam", unterbricht sich Herr Woden lachend. Doch dann setzt er wieder sein ernstes Gesicht auf. "Ich schweife ab. Jedenfalls kam dann der Tag, an dem ich nach Lindebun ziehen musste. Der Grund dafür war eine Organisation, die es sich zu ihren Gründungszeiten zum Ziel gesetzt hat, sich gegen die ungerechten Gesetze des Königs zur Wehr zu setzen. Darunter fielen unter anderem die hohen Abgabesteuern, die Versklavung von Menschen und die Unterdrückung der Meinung der Bevölkerung. Edle Ziele verfolgte diese Organisation, weshalb sie mit den Jahren zu einer beachtlichen Größe heranwuchs und dann tatsächlich groß genug wurde, um sich ernsthaft gegen das Königreich auflehnen zu können."
    "Inwiefern hat das mit Ihren Umzug zu tun?", wirft Konah dazwischen.
    "Als mein Vater noch lebte, war er damals ein Teil dieser Organisation. Genauer gesagt war er einer der Gründer, Lorentz Woden. Weshalb wir später fliehen mussten, hat damit zu tun, dass mein Vater sich von der Organisation immer weiter distanzierte. Die damalige Grundidee, für mehr Freiheit zu kämpfen, rutschte Stück für Stück in den Hintergrund. Das gierige Verlangen nach mehr Macht brachte die Gründer so weit, dass die besagte Organisation mit dem Königreich ein höchst seltsames Handelsabkommen schloss. Es ging nicht um alltägliche Güter. Mit gestohlenen Waren und sogar mit Menschen wurde gehandelt, als seinen sie Vieh. Die ursprüngliche Idee des heldenhaften Bundes verwandelte sich somit zu einer noch größeren Bedrohung, als es das Königreich damals war. Nachdem mein Vater Lorenz dies erfuhr, kam es zu großen Streitgesprächen, welche die Mitglieder der Organisation spaltete. Letzten Endes entfernte sich mein Vater komplett von dieser Organisation, woraufhin ihm die Leute folgten, die seine Ideale teilten und den Mut hatten, sich gegen das tyrannische System aufzulehnen. An diesem Tag sollte meine Familie hingerichtet werden. Allerdings flohen wir Hals über Kopf zusammen mit den Leuten meines Vaters, bis wir nach mehreren Tagen das weit entfernte Dorf Lindebun erblickten. In diesem Dorf gaben wir uns als Reisende aus, die von Banditen gejagt wurden und ihre Heimat verloren haben. Die Bewohner akzeptierten uns relativ schnell und von dort an lebten wir uns in Lindebun ein. Nach einer Zeit kam mein Vater dann zum Entschluss, es sich zu seiner Lebensaufgabe zu machen, die Organisation, die er einst zusammen mit den anderen ins Leben gerufen hat, in Grund und Boden zu stampfen. Somit entstand aus der ehemaligen Gruppierung, die einen Fuchs als Symbol innehat, eine neue Organisation mit dem Symbol einer Reißzahn-Eule. Als mein Vater dann vor ungefähr 10 Jahren dahinschied, wurde ich das neue Oberhaupt von den Reißzahn-Eulen."
    Ich weiß gar nicht so recht, was ich darauf antworten soll. Das hört sich alles wie ein Märchen an. Ist das wirklich wahr? Herr Woden ist doch in Lindebun der Chef eines Sägewerks und nicht der Anführer einer Organisation. Doch dann fällt mir ein, dass ich in Silgensen eine goldene Fuchsmünze fand, die vermutlich dem Riesen gehörte. Daraufhin hole ich die besagte Münze aus dem Reisebeutel und übergebe sie Herrn Woden. Dieser begutachtet daraufhin die Münze genaustens.
    "Woher hast du diese Münze? Nur Mitglieder der Fuchs-Organisation erhielten zu den Gründungszeiten eine solche Münze als Beweis ihrer Mitgliedschaft."
    Danach erzählte ich Herrn Woden, was in Silgensen passierte. Dass ich dort einen gruseligen 'Gastwirt' mit einem Holzbein traf, der augenscheinlich alles über mich wusste und dass noch in derselben Nacht ein Riese versucht hat, mich zu töten. Herr Woden überlegt daraufhin und steht vom Stuhl auf, um aus dem Fenster zu schauen.
    "Herr Woden", beginnt Konah mit einem Zögern, "In Silgensen gibt es eine Räuberbande, der ich vor wenigen Wochen noch angehörte. Diese weiß von Herrn Ederson und beauftragte mich vor meiner Flucht damit, Raiden zu töten."
    "Die Fuchs-Organisation besitzt eine unglaubliche Reichweite im Land. Du kannst davon ausgehen, dass diese Räuberbande ein Teil der Fuchs-Organisation ist. Immerhin traf Raiden dort den einbeinigen Mann Veit Devmolsen." Beim Erzählen dreht sich Herr Woden wieder zu uns und schaut verärgert. "Dieser sadistische Mann ist der Sohn von einem der Gründer. Er war schon als Kind eigenartig und liebte es, Menschen körperliche und vor allem seelische Verletzungen zuzufügen. Ich hatte nach meiner Flucht aus der Vorstadt von Krolsengin Geschichten über ihn gehört, die besagen, dass er sich bei Mordaufträgen genaustens über seine Opfer informiert, um mit diesen dann ein 'persönliches' Gespräch zu führen. Danach entscheidet Devmolsen, ob die Person es wert ist, durch seine Hand zu sterben oder ob er den Auftrag jemand anderen überlässt. Ich bin froh, dass du dort lebendig rausgekommen bist, Raiden." Dass dieser Devmolsen ein unheimlicher Mann ist, erfuhr ich am eigenen Leib. Jedoch läuft es mir eiskalt den Rücken herunter, wenn ich nur daran denke, was passiert wäre, wenn ich mich in jener Nacht nicht spontan zu einem Spaziergang entschieden hätte. Mich wundert es jedoch sehr, dass sich eine Gruppierung, die einst für das Gute kämpfte, sich in eine so abartige Bande verwandeln kann. Dass Macht alleine den Verstand so sehr vernebelt, will mir einfach nicht in den Kopf gehen. Ob es noch andere Gründe gab?
    "Als neues Oberhaupt der Reißzahn-Eulen habe ich mich dazu entschlossen, die Ziele meines Vaters fortzuführen. Allerdings werde ich das Problem mit roher Gewalt nicht lösen können. Ich muss die Mitglieder der Fuchs-Organisation und vor allem die Gründer dieser Gruppierung davon überzeugen, weshalb das alles erst entstanden ist. Um dieses Ziel zu erreichen, bin ich immer auf der Suche nach fähigen Menschen, die mich mit Leib und Seele dabei unterstützen möchten. So kam unter anderem Shontro vor 2 Jahren zu uns. Die Gründe für seine Rekrutierung kann er euch später selbst erzählen." Mit diesen Worten setzt sich Herr Woden wieder zu uns und schaut dabei angestrengt auf seine zusammengefalteten Hände. "Die erste Person, die ich für diese Organisation angeheuert habe, war Ederson. Zu der Zeit lebte er mit dir, Gorden und Elise in der Vorstadt von Krolsengin. Er arbeitete damals als Holzfäller. Als ich ihn nach Jahren wieder kontaktierte und alles erzählte, überlegte dein Vater eine ganze Weile. Letzten Endes entschied Ederson sich mir zu helfen, da er für eine bessere Zukunft kämpfen wollte, in der seine Familie nichts befürchten muss. Von dort an bekam er regelmäßig Spionageaufträge und Ähnliches von mir. Er war ein Genie. Seine Ergebnisse brachten mich schneller voran als gedacht und sein organisatorisches Talent führte dazu, dass wir gemeinsam die Organisation ausbauen konnten. Es dauerte nicht lange, bis ich mich dazu entschloss, zusammen mit deinem Vater die Organisation zu leiten. Immerhin flossen viele Ideen wie unser momentanes Informationsnetzwerk oder die Versorgung in die Gruppierung ein." Diese ganzen Erzählungen über meinen Vater verwirren mich. Ich dachte, dass ich ihn kennen würde, aber dann so etwas. Gleichzeitig freut es mich, dass ich mehr von meinem Vater erfahren kann. Jetzt ist mir auch klar, weshalb er meinen Fragen über seine Arbeit ausgewichen ist und wieso er so oft auf Reisen war. Seine ganzen Erzählungen über die verschiedenen Orte stammen also von seiner Arbeit für die Reißzahn-Eulen.
    "Herr Woden, als ich das Schwert in Silgensen abgeholt habe, hat Herr Giuseppe sich im Bezug auf meinen Vater seltsam verhalten. Er meinte, dass ich alt genug wäre, damit Sie mir mehr über meinen Vater erzählen können. Was ist damals vorgefallen? " Fragend schaue ich Herr Woden an und warte auf eine Antwort. Je mehr Zeit er sich für seine Antwort lässt, desto schneller fängt mein Herz vor Nervosität an zu klopfen.
    "Herr Giuseppe wurde damals ein wichtiger Auftrag anvertraut. In jener Nacht sollte er dem vermeintlich neuen Anführer der Fuchs-Organisation nachstellen. Diesen Auftrag erhielt Giuseppe direkt von deinem Vater. Allerdings weigerte sich Giuseppe, diesen Auftrag auszuführen. Er wollte aus der Organisation austreten und wieder ein normales Leben führen. In dieser Nacht gab es deswegen einen heftigen Streit zwischen Ederson und Giuseppe, den sein Vater Herr Berosen halb mitbekam. Es endete damit, dass Ederson sich entschied den Auftrag selbst auszuführen, weil wir nach so einer Chance schon lange gesucht haben. Da das Ganze schnell gehen musste, hatte Ederson keine Zeit, mir oder jemand anderem Bescheid zu geben, weshalb ich nur das erzählen kann, was Giuseppe mir damals mitteilte." Als ich in Silgensen war, erzählte mir Herr Berosen von einem Streit zwischen seinen Sohn und meinen Vater. Vermutlich war das jener Streit.
    "In dieser Nacht kam Ederson nicht zurück. Später erfuhren wir, dass er im angrenzenden Wald von Krolsengin mit Verletzungen übersät aufgefunden wurde."
    Eigentlich sollte mich das nicht großartig überraschen, da ich bereits weiß, dass mein Vater ermordet wurde. Trotzdem spüre ich eine unangenehme Unruhe in mir, die mich zittern lässt. Mir ist danach, einfach alles rauszulassen, das mir durch den Kopf geht, aber gleichzeitig fühle ich eine Art Blockade, die es nicht zulässt. Hätte er meinen Vater nicht rekrutiert, würde ich mit meiner Familie auch heute noch vereint leben. Dann wäre das alles hier nie geschehen.
    "Raiden, ich kann verstehen, wenn du mir die Schuld für gibst, was alles in deiner Familie passiert ist. Immerhin war ich der Mann, der deine Familie in diesen Konflikt mit eingebunden hat, weil ich alleine zu schwach bin." Mit einem reumütigen Gesichtsausdruck schaut Herr Woden mich an, während er erzählt. Ich habe ihn noch nie so verletzlich gesehen. Bisher war er immer der stets gut gelaunte Mann, der sich schützend vor jeden aufbaut, doch jetzt ist genau das Gegenteil der Fall. "Nach dem Tod von Ederson wollte ich für eure Familie da sein, da ich der Grund dafür bin, dass es erst so weit kommen konnte. Elise bat ich nach dem Vorfall nach Lindebun zu ziehen, da ich euch dort vor allem beschützen konnte. Einen Tag vor eurer Abreise wurde allerdings, die Vorstadt von Krolsengin aus unerklärlichen Gründen in Schutt und Asche gelegt. Mittlerweile nehme ich stark an, dass ich der Grund für diesen Angriff war, da meine Organisation in der Vorstadt von Krolsengin mit den Jahren wieder Fuß fasste. Es tut mir Leid, dass du alles ein weiteres Mal durchleben musst. Wäre ich zu dieser Zeit nur in Lindebun gewesen, hätte ich alles daran gesetzt, Elise und Gorden dort rauszuholen. Ich verspreche dir, dass ich dir dabei helfen werde, Gorden wohlbehalten wieder zurückzubringen. Auch wenn es das Letzte ist, was ich tun werde." Von meiner inneren Blockkade festgehalten schaffe ich es weiterhin nicht, ein Wort herauszubringen. Selbst Herr Woden sitzt stumm vor mir und schaut in Gedanken versunken in die Leere.
    "Ich habe mir das alles jetzt lang genug angehört. Halten Sie Ederson wirklich für so töricht?", provoziert Konah, Herrn Woden. "Ich bin mir sicher, dass er sich über die Risiken bewusst war. Sowohl beim Beitritt in die Organisation als auch beim Ausführen des letzen Auftrags. Weder Sie noch jemand anderes trägt die Schuld dafür, was ihm passiert ist. Er hat aus freiem Willen für sich entschieden, was richtig ist und auch so gehandelt." Von ihrer eigenen Rede aufgebracht, steht Konah vom Stuhl auf und haut mit beiden Händen auf den Tisch. "Wenn Sie sich jetzt die Schuld für seinen Tod geben, respektieren Sie nicht seinen Einsatz für die Organisation und für seine Familie!"
    Einen Moment starrt Herr Woden Konah an, ehe er sich mit einer Hand ins Gesicht fasst und den Kopf schüttelt.
    "Dass ich mich in meinem Alter von einem Kind belehren lasse, hätte ich nicht für möglich gehalten."
    Konah schafft es immer wieder aufs Neue mich zu beeindrucken. Woher nimmt sie immer wieder diese Kraft? Jedenfalls hat sie recht. Es war allein die Entscheidung meines Vater. Er hätte das Angebot jederzeit ablehnen können. Alleine der Gedanke, dass ich Herrn Woden die Schuld zuschieben wollte, ist einfach nur dumm. Er hat uns sogar nach Lindebun geholt und versucht, die Vaterrolle zu übernehmen, dabei hätte er das nie machen müssen. Nach einem kurzen Lachen löst Herr Woden seine Hand vom Gesicht und beginnt zu lächeln.
    "Du erinnerst mich an Elise. In solchen Momenten hat sie stets die richtigen Worte gefunden. Pass mir gut auf Konah auf, Raiden."
    Nach einem kurzen Zischen spricht sie auch schon weiter.
    "Woher kennen Sie überhaupt meinen Namen? Ich kann mich nicht daran erinnern, ihn genannt zu haben."
    "Das ist mein Verdienst", ertönt eine Stimme hinter uns. "Immerhin muss ich meinem Meister mitteilen, wen ich alles mitbringe." Ehe Shontro zu uns kommt, verschließt er die Tür und legt danach den Schlüssel auf den Tisch. "Ich wurde von meinen Wachposten abgelöst, weshalb ich mir die Freiheit nahm, Ihnen meinen Bericht mitzuteilen, Herr Woden." Mit einem nicken signalisiert Herr Woden sein Einverständnis.
    "Konntest du etwas über den Verbleib des Zettels herausfinden?"
    "Nicht direkt, dafür habe ich etwas Interessantes in Erfahrung gebracht. Angeblich soll seit ungefähr einem Monat fast jede Nacht ein lauter, dumpfer Schlag in Bareksium zu hören sein. Das deckt sich interessanterweise mit den Informationen, dass seit dem selben Zeitpunkt die Fuchs-Organisation sich hier teilweise aufhalten soll. Außerdem konnte Sellya wahrscheinlich die Frau ausfindig machen, nach der sie suchen." Während der Berichterstattung steht Shontro nicht wie gewöhnlich locker, sondern kerzengerade ohne seinen Blick von Herrn Woden abzuwenden. Konah schenkt derweil Shontro keine große Beachtung und wendet sich nach wenigen Sekunden von ihm ab.
    "Gib allen Mitgliedern Bescheid, was du erfahren konntest und teile ihnen mit, dass sie heute Nacht verstärkt auf dieses Geräusch achten sollen. Es ist strengstens untersagt, nach eigenem Ermessen zu handeln. Sobald das Geräusch geortet wurde, möchte ich umgehend darüber in Kenntnis gesetzt werden. Das war es."
    "Verstanden." Daraufhin verlässt Shontro den Raum mit einem Ersatzschlüssel und verriegelt die Tür hinter sich.
    "Ich nehme an, dass ihr wisst, welchen Zettel wir suchen. Ederson schrieb diesen wahrscheinlich kurz vor seinem Tod, da dieser seine Handschrift trägt. Mir war bis dahin unklar, dass dein Vater einer fast vergessenen Sprache mächtig ist. Ich habe viele Jahre damit verbracht, jemanden zu suchen, der den Zettel entziffern kann. Letzten Endes war Herr Dolpsen dieser Mann." Früher spielte ich mit meinem Vater ein ungewöhnliches Puzzlespiel. Die Teilchen hatte er selbst aus Holz geschnitzt und mit seltsamen Symbolen beschriftet. Diese Symbole sahen den Zeichen auf dem Zettel ähnlich. Allerdings konnte ich diese trotzdem nicht entziffern.
    "Ursprünglich wollte ich jemanden aus meiner Organisation mit beauftragen, den Zettel Herrn Dolpsen zu überbringen. Jedoch war ich mir zu dem Zeitpunkt sicher, dass die Fuchs-Organisation nicht über dich in Kenntnis gesetzt wurde und ich dir daher mit der kleinen Reise einen Wunsch erfüllen kann. Ich habe mich die ganze Zeit über gefragt, woher die Organisation über dich und deine Familie Bescheid weiß. Immerhin ging Ederson sehr sorgsam mit seiner Arbeit um." Herr Woden atmet einmal schwer aus und schaut dann zur Zimmerdecke hinauf. "Erinnerst du dich an die Aushilfe, die ich während deiner Reise eingestellt habe? Kuntz Hevron. Zumindest nahm ich an, dass dies sein richtiger Name sei, bis mir nach dem Vorfall in Lindebun bewusst wurde, dass es sich hierbei um einen Spion handelt." Vor 3 Jahren fand Herr Woden einen vollkommen abgemagerten Jungen im Waldstück, in dem wir immer Holz abbauen. Er ist ungefähr 2 Jahre jünger als ich und war damals mit Verletzungen übersät. Nachdem Herr Woden ihn gesund pflegte, meinte er, sich nicht daran erinnern zu können, wer ihn so schlimm zugerichtet hat. Er würde schon seit einer Ewigkeit umherreisen, da er kein Zuhause besitzt. Seitdem lässt Herr Woden Kuntz bei seiner Familie wohnen.
    "Ein Tag nach deinem Aufbruch nach Silgensen wurde ich darüber informiert, dass sich in Bareksium mit einer großen Wahrscheinlichkeit ein Stützpunkt der Fuchs-Organisation befindet. Als ich das erfuhr, traf ich noch am selben Tag die notwendigen Vorbereitungen und bin aufgebrochen. Später wurde mir berichtet, dass seit meiner Abreise Kuntz sich auffällig verhalten habe und immer wieder in der Nähe vom Sägewerk gesichtet wurde. In meinem Arbeitszimmer befand sich eine kleine Vertiefung hinter dem Bücherregal, worin sich wichtige Dokumente befanden. Kurz vor dem Angriff auf Lindebun ist Kuntz zusammen mit den Dokumenten verschwunden. Seitdem begeben sich meine Männer auf die Suche nach ihm, allerdings ohne Erfolg."
    Kuntz ist nach all den Jahren wie ein leiblicher Sohn für Herr Woden geworden, weshalb ihn das sehr mitnehmen muss. Zwar versucht Herr Woden es sich nicht anmerken zu lassen, indem er von einer gewissen Distanz heraus über Kuntz spricht. Jedoch schimmert während der Erzählung ab und zu seine Enttäuschung und Sorge durch.
    "Raiden, normalerweise wollte ich all das nie erzählen, damit du ein normales Leben führen kannst. Allerdings haben sich die Umstände so gravierend geändert, dass ich keine andere Wahl mehr habe. Mich schmerzt es dich fragen zu müssen, aber willst du wie dein Vater einst den Reißzahn-Eulen beitreten?"






    "Geschafft", spricht Shontro fast schon jubelnd. Nachdem wir den Wald ohne Probleme durchquert haben, sind wir einen steilen Hang heruntergegangen und befinden uns nun auf dem eigentlichen Weg, der nach Bareksium führt. Schon vom Dorfeingang aus ist das sagenumwobene Gasthaus deutlich zu sehen. Es ist ein großes Gebäude, überwiegend aus rotem Stein gebaut, das mehrere Stockwerke besitzt und gut besucht zu sein scheint. Um das Gasthaus herum befinden sich kleinere Wohnhäuser, die im Gegensatz zu den Gebäuden in Lindebun ziemlich stabil aussehen. Zwar sind die Straßen nicht mit so vielen Menschen gefüllt wie in Silgensen, aber wenige sind es auch nicht. Ich werde schon ganz nervös, wenn ich nur allein daran denke, dass womöglich dieser Tag von enormer Wichtigkeit sein wird. Vielleicht erfahre ich heute, wo Gorden sein kann und finde etwas über meinen Vater heraus. "Treffen wir uns vor Sonnenuntergang am Eingang des Gasthauses", beginnt Shontro, ehe er sich von der Gruppe trennt. "Bevor das Theaterstück startet, möchte ich euch noch eine Kleinigkeit zeigen." Nachdem wir uns von ihm verabschiedet haben, machen sich Konah und ich Gedanken über unser weiteres Vorgehen. Damit wir nicht ziellos in Bareksium umherirren, schlägt sie vor, die Bewohner nach Einkaufsmöglichkeiten zu fragen. Immerhin sind unsere Vorräte durch den Umweg komplett aufgebraucht. Dabei können wir auch die Menschen nach den blutroten Rittern befragen. Damit wir größere Chancen haben, wollen wir uns aufteilen und treffen uns später wieder bei einer Bank, die in der Nähe vom Gasthaus steht.
    "Raiden", spricht Konah, während sie ihren Blick über die vorbeigehenden Leute schweifen lässt. "Wie frage ich die Bewohner am besten? Hier scheinen alle sehr beschäftigt zu sein."
    "Einen Moment", spreche ich und sehe mich auch schon um. Am Gasthaus steht eine kleine Gruppe älterer Herren, die anscheinend intensiv miteinander diskutieren. Weiter rechts auf dem Gehweg laufen immer wieder mal Leute vorbei. Jedoch scheinen sie es eilig zu haben, weshalb es wahrscheinlich auch ungelegen käme, sie anzusprechen. Abseits vom Weg lehnt sich ein Mann mittleren Alters an eins der Wohnhäuser an. Ihn könnte ich wahrscheinlich ansprechen. Allerdings sieht er ziemlich gefährlich aus, weshalb ich die Idee gleich wieder verwerfe. In der Zwischenzeit bemerke ich, dass Konah mich mit einer fragenden Miene ansieht. Kurz danach nehme ich meinen Mut zusammen und gehe zum besagten Herrn. Bevor ich ankomme, löst dieser seine Haltung und verschwindet im angrenzenden Haus, ohne mich auch nur bemerkt zu haben.
    "Würde ich mir bei solchen Dingen nicht immer so viel Zeit lassen, hätte ich ihn noch erwischt", ärgere ich mich über mich selbst. Konah und ich schauen uns daraufhin mit einem Schweigen an, wodurch eine peinliche Stille entsteht.
    "Suchen wir lieber zusammen weiter", gebe ich kleinlaut von mir, ehe wir dem Gehweg folgen.
    Es dauert nicht lange, bis wir an einen kleinen Teich ankommen, der mit hohem Gras und einzelnen, roten Blumen umringt ist. Anscheinend ist dieser Platz ein kleiner Treffpunkt von Bareksium, da er mittig von den umstehenden Gebäuden liegt und Sitzmöglichkeiten bietet. Ein paar Schritte vom Teich entfernt sitzt eine ältere, bucklige Dame, die gedankenverloren in den Teich schaut. Das ist meine Chance.
    "Entschuldigung, haben Sie kurz Zeit?" Statt eine Antwort zu bekommen, schaut die alte Frau mit zusammengekniffenen Augen in meine Richtung.
    "Ich habe dir gesagt, dass du erst das Gehege putzen sollst. Husch." Die alte Dame scheint verwirrt zu sein. Am besten lassen wir sie in Ruhe. Als ich mich wieder auf den Weg machen will, stellt sich Konah direkt vor die alte Frau und spricht fast schon brüllend.
    "Hallo?"
    "Oh", kommt es von der Dame, während sie sich ein rundes Glasstück vor das linke Auge hält. "Da ist ja ein Mädchen. Wie kann ich dir helfen, mein Kind?" Anscheinend ist die Frau schwerhörig und sieht schlecht.
    "Also: Haben Sie im Laufe der letzten Woche Ritter mit einer blutroten Rüstung durch Bareksium laufen sehen?"
    "Gitter?", wiederholt die alte Dame. "Mein Sohn hat Gitter für sein Vieh."
    "Nicht Gitter. Ich rede von Rittern", berichtigt Konah und betont deutlich das letzte Wort.
    "Ich habe keine Gitter", antwortet die Schwerhörige und tätschelt ihr mit einem Lächeln auf den Kopf. "Nimm lieber diese Bonbons, mein Kind." An Konahs Gesichtsausdruck sieht man förmlich, dass sie verzweifelt. "Mein Sohn wohnt gleich dort vorne. Vielleicht kann er euch ein paar Gitter mitgeben." Statt weiterzufragen, bedanken wir uns bei der Dame und statten ihrem Sohn einen Besuch ab. Dessen Haus ist gerade mal ein paar Meter vom Teich entfernt. Es ist leicht zu erkennen, da es das einzige Gebäude in der Umgebung ist, an das ein Gehege angrenzt. Als nach dem Klopfen niemand die Tür öffnet, schauen wir uns um und gehen dabei zum Gehege. Dort ankommen, sehen wir Hühner hinter einem Zaun, die auf und ab laufen. Mitten im Gehege steht ein junger Mann, der die Hühner mit Mais füttert. Dieser erblickt uns und signalisiert mit einem Winken, dass er gleich herüberkommt.
    Nach einem Moment ist auch schon der Sohn der alten Dame bei uns.
    "Seid gegrüßt, was wollt ihr von mir?" Nach einem Räuspern beginne ich diesmal das Gespräch.
    "Ihre Mutter hat uns zu Ihnen geschickt-"
    "Ach, sei nicht so förmlich", unterbricht mich der Bauer und klopft mir auf den Rücken. "Ich bin der Hermon, aber kannst' mich auch Heri nennen."
    Von der Art des Bauern überrascht, antworte ich zögerlich: "Ich heiße Raiden. Ich wollte fragen-"
    "Freut mich, dich kennenzulernen, Raiden!", unterbricht mich Hermon abermals. Doch dann beugt er sich mit einem Zwinkern zu Konah herunter: "Was bist du denn für eine Süße?" Jedoch bekommt Hermon als Antwort einen Tritt zwischen die Beine, woraufhin dieser wehleidig zusammensinkt. Bevor ich überhaupt auf die Situation reagieren kann, packt sie mich am Arm und zerrt mich genervt hinter sich her mit dem Ziel, möglichst das Weite zu suchen. Dabei nehmen wir einen anderen Weg statt dem Ursprünglichen und kommen durch Zufall an einen kleinen Lebensmittelstand vorbei, der das Nötigste bereithält wie Brot, Kartoffel, getrocknetes Fleisch und weitere Dinge. In Silgensen und Lindebun spezialisieren sich normalerweise die Verkäufer eher auf ein Produkt mit ein paar Ergänzungen dazu, aber dieser Stand hier hält eine große Auswahl an Lebensmitteln bereit. Beim Einkauf bemerke ich, dass wir bis jetzt eine wichtige Sache außer Acht gelassen haben. Das Gold geht langsam zu neige. Wenn die Suche noch viel länger andauert, können wir uns nicht mehr vernünftig ernähren. Wasser würden wir dann theoretisch von Seen abschöpfen, aber beim Thema Nahrung sind wir ohne Shontro auf einer längeren Reise aufgeschmissen. Er wollte uns bis nach Bareksium begleiten, da er hier etwas zu erledigen hat, aber was danach geschieht, wissen wir nicht. Immerhin kann ich niemanden darum bitten, mich auf so einer Reise zu begleiten. Er hat sein eigenes Leben und seine eigenen Ziele. Bis jetzt tat Shontro so viel für uns, aber ich konnte ihm noch nichts als Gegenleistung zurückgeben. Die Suche will ich jedenfalls unter keinen Umständen aufgeben, weshalb ich lernen muss, wie Wild gejagt wird. Außerdem müssen wir mit der Zeit an Gold herankommen. Kleidungsstücke, Waffen und ähnliches lassen sich nicht so einfach selbst herstellen und wenn man das alles noch neben der Suche mitbeachten muss-
    "... Erde an Raiden. Hallo!" Konah steht derweil mit vollgepackten Armen vor mir. "Träum nicht vor dich hin und helf mir lieber beim Tragen." Daraufhin verstaue ich den Einkauf in den Reisebeutel und bezahle anschließend den Verkäufer.
    "Haben Sie vor ungefähr einer Woche eine Gruppe von Rittern in blutroter Rüstung durch Bareksium laufen sehen?"
    "Nicht dass ich wüsste. Eine solche Gruppe habe ich noch nie zuvor gesehen", antwortet der Verkäufer, während er angestrengt nachdenkt. "Fast das ganze Jahr über betreibe ich meinen Stand von morgens bis abends und unterhalte mich mit meinen Kunden, weshalb ich immer über alles gut informiert bin. Von Rittern in einer blutroten Rüstung habe ich allerdings nie gehört. Außerdem ist es vom König strengstens untersagt, dass fremde Reiche sich in unserem Land frei bewegen dürfen. Die königliche Garde besitzt zudem keine Ritter mit einer solchen Rüstung. Sind Sie sich sicher, dass Sie sich nicht versehen haben? In Zeiten des Friedens wäre es höchst seltsam, solche Entdeckungen zu machen."
    Wie kann es sein, dass eine so auffällige Gruppe unbemerkt durch Bareksium marschieren kann und das auch noch zweimal? Hätte ich nur als Kind diese Ritter gesehen, würde ich eventuell glauben, dass meine Erinnerungen mich täuschen. Jedoch bestätigte Herr Poreen mir dies kurz vor seinem Ableben, als ich während dem Vorfall in Lindebun eintraf. Wenn es stimmt, was der Verkäufer sagt, haben wir es womöglich nicht nur mit einer einfachen Gaunerbande zu tun. Aber warum sollte sich ein fremdes Königreich hier aufhalten? Auch wenn der Verkäufer glaubwürdig klingt, machen wir uns erneut auf den Weg, um mehr Informationen zu erhalten.
    Die restlichen Stunden verbrachten wir damit, in Bareksium umherzulaufen und die Bewohner über die mysteriösen Ritter zu befragen. Leider konnten wir nichts in Erfahrung bringen, das uns weiterhilft. Mich lässt die Frage einfach nicht los, wie das möglich ist. Nicht eine einzige Person konnte uns in irgendeiner Weise behilflich sein. Einen anderen Weg kann es nicht von Silgensen aus nach Bareksium geben. Mit einer solchen Rüstung, ist es zudem unmöglich, schwer passierbares Gelände zu durchqueren und vor allem haben sie neben Gorden noch weitere Geiseln bei sich. Sie können sich immerhin nicht unsichtbar machen. Vom nüchternen Ergebnis enttäuscht, setze ich mich auf eine Bank in der Nähe und fasse mir mit den Händen an den Kopf. Es war ziemlich naiv von mir, dass ich daran glaubte, in Bareksium den Aufenthaltsort meines Bruder herausfinden zu können. Für solche Kerle ist es vermutlich ein Leichtes, ihre Spuren zu verwischen. Wie soll ich jetzt noch an weitere Informationen kommen? Ich habe absolut keinen Anhaltspunkt mehr. Bareksium war meine einzige Hoffnung.
    Konah setzt sich währenddessen zu mir und gibt mir einen Klapps auf den Hinterkopf.
    "Denk bloß nicht daran, aufzugeben. Verstanden? Wir haben noch die Theatervorführung vor uns. Auch wenn das nichts werden sollte, dein Bruder hat bestimmt die Hoffnung nicht aufgegeben, dass du ihn eines Tages finden wirst." Mit einer ernsten Mine schaut sie mir dabei direkt in die Augen. "Du bist der einzige Mensch, den er noch hat, also gebe ihn nicht auf." In diesen Moment muss ich an Konahs Familie denken, die sie in Silgensen damals ausgesetzt hat. Es war für sie ziemlich hart, dass die eigene Familie sie ohne jegliche Erklärungen zurückgelassen hat.
    "Du hast recht", stimme ich ihr zu. "Ich werde Gorden nicht aufgeben, egal wie lange die Suche gehen wird. Immerhin ist er mein kleiner Bruder, auch wenn er manchmal anstrengend ist."
    Da die Sonne mittlerweile untergeht, beschließen Konah und ich, wie mit Shontro vereinbart, zum Gasthaus zu gehen. Wie nicht anders zu erwarten, steht er schon neben dem Eingang und winkt uns aus der Ferne zu sich. Rund um das Gasthaus steht eine große Menschenmenge, die von der Anzahl her mit dem Marktplatz in Silgensen vergleichbar ist. Am Tag waren die Bewohner im ganzen Dorf verteilt, aber jetzt treffen sich anscheinend alle im Gasthaus. Heute Abend findet dort die Theatervorführung statt. Mich würde es schon interessieren, wie ein Theater aussieht. Mein Vater hatte mir damals neben der Geschichte des bareksalischen Kriegers auch vom Theater erzählt. Allerdings konnte er es sich aus Zeitgründen nicht ansehen, weshalb ich absolut nichts davon weiß.
    "Ihr lasst euch aber viel Zeit", meckert Shontro, ehe er ins Gasthaus geht. "Folgt mir." Anders als die anstehenden Gäste läuft er mit uns einfach herein und nickt dabei kurz dem Gastwirt hinter dem Schalter zu, der daraufhin ungestört seine Arbeit fortführt.
    "Fragt erst gar nicht", kommt es von Shontro, bevor wir ihn überhaupt nach seinen 'Sonderrechten' fragen können.
    Anders als das Gasthaus in Silgensen ist dieses hier gigantisch. Schon von außen sieht es nicht klein aus, aber drinnen wirkt es nochmals doppelt so groß. Der Empfang ähnelt von der Größe eher einer Bar. In der Mitte steht eine große, aus Stein gemeißelte Statue, die mehrere Menschen zeigt, die sich um eine Figur sammeln. Das muss wahrscheinlich ein Abbild vom bareksalischen Krieger und seinen Gefährten sein. Rund um diese Statue befinden sich gemütliche Sitzgelegenheiten, die mit Blumen und vereinzelten Öllampen geschmückt sind. Selbst im Teppich scheinen die Geschichten von Bareksium kunstvoll verwoben zu sein. Weiter im Raum ist das Untergeschoss in mehrere Bereiche unterteilt wie ein Esszimmer, die Küche und andere Räumlichkeiten, deren Türen verschlossen sind. Das erinnert mich wiederum an den höchst merkwürdigen 'Gastwirt' mit dem Holzbein. Obwohl dieser Mann augenscheinlich alles über mich wusste, bin ich ihm in der ganzen Zeit kein weiteres Mal mehr begegnet. Selbiges gilt für den Riesen in Silgensen.
    "Da wären wir", spricht Shontro und stoppt vor einer Tür, die sich abseits vom ganzen Getümmel in einem kleinen Gang verbirgt. "Wartet bitte hier auf mich." Nachdem er den Raum betritt, schließt Shontro umgehend die Tür hinter sich. Zum Theater geht es in eine ganz andere Richtung und da keine Nummer oder Ähnliches an der Tür zu sehen ist, wird es wahrscheinlich kein Zimmer für Gäste sein. Schon nach einer kurzen Zeit öffnet Shontro wieder die Tür und bittet uns herein. Der Raum ist ziemlich klein gehalten und spärlich eingerichtet. Neben einer weiteren Tür auf der gegenüberliegenden Seite, einen Tisch, der mit zwei Stühlen auf jeder Seite und einer kleinen Blumenvase darauf verziert ist, befindet sich absolut nichts im Raum.
    "Was willst du uns hier zeigen?", beginne ich.
    "Genau genommen möchte euch jemand treffen." Verdutzt schaue ich ihn an.
    "Wieso hast du uns das nicht gleich gesagt und wer möchte uns treffen?" Augenblicklich geht Shontro aus dem Raum und schließt die Tür hinter sich ab.
    "Bis später."
    "Shontro!", rufe ich hinterher und klopfe an die Tür, "Warum schließt du uns ein? Was soll das?" Doch ehe ich weiterreden kann, öffnet sich auch schon die Tür auf der gegenüberliegenden Seite. Eine große, kräftige Gestalt betritt den Raum, dessen Gesicht mit einem Umhang verhüllt ist. Nachdem die Tür von innen verriegelt wird, zieht Konah ihr Schwert und starrt die Person grimmig an.
    "Wie ich sehe, hast du deinen Auftrag erfüllt und eine bezaubernde Begleitung auch noch gefunden. Ich bin stolz auf dich!", lacht die vermummte Person, ehe Sie die Kapuze vom Kopf zieht.
    "Herr Woden!"

    Hallo Kumagon,


    ich glaube, du brauchst mal ein ordentliches Feedback (hattest du eig nicht schon eine Galerie?)


    Am besten gehe ich auf deinen aktuellen Post ein. Wenn ich deine alten Zeichnungen mit deinen Letzten vergleiche, hast du dich ein wenig verbessert. Besonders deutlich wird es beim Bild "spüre wie die Blase platzt". Ich spüre in der Tat, dass du da mit viel Leidenschaft rangegangen bist und versucht hast, die Biene beim Platzen der Blase in den Mittelpunkt zu stellen. Der zufriedene Gesichtsausdruck ist dir auch gut gelungen, wodurch man erkennt, dass er Spaß beim Stechen hat. Ich meine mich erinnern zu können, dass es dir früher schwerer fiel, solche Posen zu zeichnen. Zwar sind da noch einige Dinge wie z.B. die Proportionen, die man verbessern kann, aber mit den richtigen Referenzen wird das mit der Zeit klappen.


    Ich habe dir mal eine relativ einfache Übung rausgesucht. Besonders beim Nachzeichnen der ersten 4 Schritte bekommst du nach einer Zeit ein Gespür für, wie die Proportionen einer Biene sein müssen. Da du anscheinend viel zeichnest, wäre es nicht verkehrt, wenn du solche Übung mit einbeziehst, damit du dich stetig verbessern kannst. Nutze deine Motivation für das Zeichnen aus.


    Was die Schattierung angeht: Beobachte einfach deine Umgebung genau. Merke dir, von wo das Licht kommt, wie es auf die Objekte fällt und versuche es nachzuzeichnen. Am einfachsten ist es, wenn du mit einer einfachen Kugel anfängst. Die Form ist mehr als nur einfach und dabei kannst du dich voll und ganz auf die Schattierung konzentrieren.



    Generell ist es nicht verkehrt, einfach mal Dinge exakt nachzuzeichnen. Dann bekommt man mit der Zeit automatisch ein Verständnis für Proportionen usw. Vllt. freust du dich dann über deine Fortschritte auch so sehr wie die Biene beim Stechen.

    Im Prinzip kam mir eine Mischung aus mehreren Vorschlägen in den Sinn: Ein User kann sich bei Moderation privat vorschlagen. Nun "muss" eine Entscheidung her, die die Moderation nicht alleine treffen kann/will/soll und es werden "random" privat andere User angeschrieben. Welche User konkret ausgewählt werden entscheidet dann die Moderation, bspw. geht es nach Aktivität im Bereich, Teilnahme an Wettis, der puren Meinung die Person seit aufgrund von XYZ qualifiziert genug etwas zu sagen usw.

    Im Fanart Bereich gibt es ein Topic, wo man sich freiwillig als Ersatzzeichner melden kann, wenn bei den Pokedex Projekten zu wenig Abgaben zustande gekommen sind. Vielleicht könnte man sich daran orientieren. Dann muss die Moderation nicht "auf die Suche gehen" und die User haben eine Möglichkeit sich für solche Dinge zu melden, wenn sie von sich aus helfen möchten.


    Flöhe werden maximal 1½ Jahre alt, aber du wirst heute 20 und bist immer noch flop fit :thinking: Da fragt man sich schon, was dein Geheimnis ist und welche Art von Flo(h) du bist, aber den werden wir evtl durch deine Freunde erfahren ö-ö



    Fil










    Nach dem gnadenlosen Training mit Shontro hatten wir noch zu Abend gegessen und sind daraufhin früher als sonst schlafen gegangen. In dieser Nacht war ich so erschöpft, dass mir keine Möglichkeit blieb, wie gewohnt, abermals mir Gedanken über die Vergangenheit zu machen. Nach dem Vorfall war das somit die erste Nacht, in der ich ohne Weiteres durchschlafen konnte. Als die Sonne uns am frühen Morgen weckte, begaben wir uns auch schon direkt in den finsteren Wald. Die Sonne strahlt hell, aber die dicht bewachsenen Baumkronen sind so sehr miteinander verflochten, dass sie wie eine Art Dach fungieren und somit das Sonnenlicht abschirmen. Das macht sich auch an den Temperaturen bemerkbar. Je weiter wir voranschreiten, desto kälter und dunkler wird es.
    Im Gegensatz zum steilen Bergpfad scheint dieser Wald jedoch kein großes Hindernis zu sein. Nur vereinzelt ragt hochgewachsenes Gestrüpp über den Waldweg. Wenn wir diesen Wald durchquert haben, müssten wir laut Shontro an einem Felsvorsprung ankommen, von dem aus man schon Bareksium sehen kann. Dann haben wir es bald geschafft.
    "Wartet einen Augenblick", beginnt Shontro, "ich muss etwas erledigen." Daraufhin entfernt sich Shontro von unserer Gruppe und verschwindet im dicht bewachsenden Wald. Was er wohl vorhat? Wie auch immer, ich sollte die Zeit nutzen. Kurz darauf begebe ich mich am Waldrand auf die Suche nach einem passenden Holzstück und nehme anschließend unter einen Baum Platz.
    "Was machst du da?"
    "Ich versuche, eine Puppe für meinen Bruder zu schnitzen. Wenn ich ihn wiedersehe, möchte ich ihm eine kleine Freude bereiten, damit er es leichter hat." Kurz darauf schnappt sich Konah ein herumliegendes Holzstück und versucht mit dem Schwert vom Schmied Giuseppe jenes zu bearbeiten. "Warte, so geht das nicht", unterbreche ich Konah und nehme ihr das Holzstück aus der Hand.
    "Hey, ich habe noch nicht einmal angefangen!"
    "Schau dir diese Holzblöcke mal genauer an. Was fällt dir auf?" Nach einem kurzen Moment deutet Konah auf eine dunkle Stelle, von der sich die Rinde ablöst. "Richtig, dein Holzstück fault hier und lässt sich daher nicht gut bearbeiten. Außerdem könnte die Stabilität der späteren Figur darunter leiden, weshalb ich dir rate, ein stabileres Stück Holz zu nehmen." Daraufhin überreiche ich Konah einen geeigneten Block zusammen mit meinem zweiten Schnitzmesser. Nach ein paar Erklärungen zur Schnitztechnik, welche Baumarten am besten dafür geeignet sind und wie sie diese erkennt, versucht Konah eine Kleinigkeit zu schnitzen. Während der Erklärung hörte sie aufmerksam zu und machte sich ohne Wenn und Aber direkt an die Arbeit. Diese Seite kenne ich gar nicht von ihr. Mich freut es jedenfalls sehr, dass sie Gefallen am Schnitzen findet, weshalb ich mir ein Lächeln nicht verkneifen kann. Immerhin kannte ich abgesehen von meinem Vater niemanden, der sich ernsthaft dafür interessiert hat.
    "Raiden, ich bin fertig!" Voller Elan präsentiert mir Konah ihre kleine Skulptur. "Wie ist es geworden?" Man erkennt, dass es ein Tier darstellen soll, aber welches genau, ist mir schleierhaft. Für ihre erste Skulptur ist das allerdings nicht ganz so wichtig, denn Konah hat technisch gesehen fast alles richtig gemacht.
    "Für deine erste Figur hätte es nicht besser laufen können. Darauf kannst du stolz sein." Mit einem ansteckenden Lächeln freut sich Konah über diese Antwort und schenkt mir daraufhin ihr geschnitztes Werk. "Möchtest du es nicht als Andenken für deine erste Skulptur behalten?"
    "Geschenke schlägt man nicht aus. Verstanden?" Ohne weiter darauf einzugehen, verstaue ich Konahs Werk in einen Beutel an meinen Gürtel. Irgendwie macht mich das glücklich, dabei war es keine große Sache. Da fällt mir ein, ich habe noch die Süßigkeiten aus Silgensen. Damals habe ich sie für Mutter und Gorden gekauft. Ich sollte mich nicht immer wieder aufs Neue herunterziehen lassen, wenn ich an Vergangenes denke. Ich lebe im Hier und Jetzt. Was geschehen ist, ist geschehen und jetzt habe ich die Möglichkeit, alles für die Zukunft zu formen. In diesem Moment fühlt es sich auch so an, als ob ich alles schaffen könnte. Die Vergangenheit ist nicht unwichtig, aber die Zukunft und die Gegenwart sind es auch nicht. Mit diesen Gedanken hole ich aus dem Reisebeutel die Süßigkeiten hervor und teile sie mir mit Konah. Bis ich Gorden gefunden habe, werden die Süßigkeiten vermutlich ungenießbar sein. Konah freut sich außerdem darüber und das ist ebenfalls nicht unwichtig.
    "Konah, ich wollte dich das schon eine ganze Weile fragen, aber ich habe nie den passenden Moment erwischt." Mit zusammengefalteten Händen schaue ich geradewegs ins dunkle Waldinnere. "Seitdem wir uns begegnet sind, hat sich dein Leben wegen mir abrupt geändert. Du kannst vermutlich nie wieder zurück nach Silgensen, deine ehemalige Bande möchte dich tot sehen und jetzt reist du mit mir und Shontro herum, um meinen Bruder zu finden." Nach einer kurzen Pause rede ich weiter und sehe dabei, wie Konah die ganze Zeit über aufmerksam zuhört. "Ich weiß gar nicht so recht, was ich dazu sagen soll, außer dass es mir leidtut, dass ich dein Leben so sehr auf den Kopf gestellt habe." Nachdem ich mich ausgesprochen habe, erhebt sich Konah vom Waldboden. Sie wendet mir den Rücken zu und steht für eine Weile stumm vor mir. Doch dann umschließt sie ihre Hände hinter ihrem Rücken und schaut in den Himmel hinauf.
    "Mach dir darüber keine Gedanken. Als ich noch in Silgensen lebte, war ich nie glücklich. Wie du bereits weißt, konnte ich dort niemanden einen Freund oder Ähnliches nennen und für den Rest meiner Tage als Diebin leben zu müssen, wollte ich auch nicht." Mit einer halben Drehung wendet sich Konah zu mir und lockert dabei ihren Handgriff. "Jetzt habe ich ein eigenes Pferd und kann so viele neue Dinge sehen." Mit einem Faustschlag in die Handfläche bekräftigt Konah Ihre Aussage. "Außerdem bin ich stark genug, um mich selbst verteidigen zu können, also keine Widerrede." Gerade fühlt es sich so an, als ob mir ein Stein vom Herzen fallen würde. Anscheinend geht es Konah besser als ich dachte. Dann ist vielleicht doch nicht alles Vergebens gewesen, was in den letzten Wochen passiert ist.
    "Auf mich kannst du dich verlassen, Konah. Wenn du mal Hilfe brauchen solltest, zöger nicht, mich zu fragen." Ehe sich Konah zügig wegdreht, murmelt sie unverständlich etwas vor sich hin.
    Mittlerweile ist Shontro schon seit einer halben Ewigkeit verschwunden. Mein erster Gedanke war, dass die Verfolger uns aufgelauert sind, aber das kann eigentlich nicht sein. Immerhin bin ich mir ziemlich sicher, dass uns keiner gefolgt ist und spätestens beim Abstieg des Bergpfades wäre mit dem Versteckspiel Schluss gewesen. Mit einer nachdenklichen Miene laufe ich im Kreis und versuche ebenfalls mögliche Gründe für Shontros Abwesenheit zu finden. Was wäre, wenn sie uns zuvorgekommen sind? Immerhin war der Tunneleingang schon freigelegt, bevor wir ihn durchquert haben. Dabei meinte Shontro, dass dieser versteckt sei. Ich wollte ihm das noch mitteilen, aber leider hatte ich nicht mehr daran gedacht. Nachdem ich Konah meine Bedenken mitgeteilt habe, stimmen wir dafür, Shontro suchen zu gehen. Für den Fall, dass ich mit meiner Vermutung richtig liege, haben wir uns so gut es nur geht auf einen Kampf vorbereitet und schreiten langsam Shontros Weg entlang. Ab und zu sind knackende Äste zu hören, einzelne Büsche wackeln und von den Bäumen fallen Blätter auf uns herab. Allein durch den Gedanken, dass die Verfolger uns entdeckt haben könnten, verwandeln sich die natürlichen Geräusche des Waldes in etwas Beängstigendes. Geräusche, die ich zuvor nicht wahrnahm, sind nun deutlich zu hören. Auch die düstere Sicht zeigt langsam ihre Wirkung. Zwar sieht man so viel, dass eine Fackel unnötig erscheint, aber trotzdem herrscht eine bedrückende Atmosphäre. Konah sieht sich derweil hastig um und achtet auf alles Mögliche. Da sie im Dunkeln Angst hat, wirkt sich das Ganze nochmals intensiver auf sie aus.
    Wenige Schritte vor uns befindet sich eine kleine Waldlichtung mit einem Durchmesser von schätzungsweise drei Metern. Inmitten dieser Lichtung sind verschiedene Gefäße aus Ton zu sehen, die geordnet aneinandergereiht stehen. Jedoch ist niemand weit und breit zu sehen. Was das wohl sein könnte? Vorsichtig versuche ich den Holzdeckel eines Gefäßes abzunehmen.
    "Finger weg!", ertönt eine kräftige Stimme, wodurch ich zusammenzucke. Aus dem Dickicht tritt Shontro hervor. In seinen Händen führt er verschiedene Beeren und andere Lebensmittel mit sich, die er im Wald aufgelesen haben muss. Mit einem Kopfschütteln nähert sich Shontro uns und setzt sich vor die Gefäße. "Habe ich euch nicht gesagt, dass ihr warten sollt?"
    "Du bist schon eine ganze Weile verschwunden", antwortet Konah plötzlich für mich. "Raiden und ich dachten schon, dass dir etwas zugestoßen ist." Nach einem kurzen Moment der Überlegung entschuldigt sich Shontro halbherzig für seine Reaktion und widmet sich weiterhin den Gefäßen. Dabei öffnet er einen dieser Krüge, aus dem ein eigenartiger Duft aufsteigt. Neugierig gehe ich wie Konah vor dem Krug in die Hocke und schaue hinein. "Passt auf, dass euch keine Haare oder Sonstiges reinfallen. Sonst war alles umsonst." Mit diesen Worten füllt Shontro behutsam den Inhalt in eine kleine Flasche ab und überreicht uns diese.
    "Was machst du hier überhaupt, Shontro?", frage ich nach. Shontro hingegen schaut erst mich und dann Konah für einen Augenblick an, eher er antwortet.
    "Eigentlich wollte ich niemandem von diesem Ort erzählen, aber wenn ihr schon hier seid ..." Nachdem Shontro die Gefäße abgefüllt hat, legt er Beeren, Kräuter und andere Lebensmittel hinein, um diese darin zu verschließen. "Seit ungefähr zwei Jahren gehe ich diesen Weg nach Bareksium regelmäßig. So gut wie niemand nutzt diesen, weshalb ich beschloss, nach und nach Gefäße mitzubringen. In diese Gefäße lege ich bestimmte Lebensmittelkombinationen und lasse sie über Wochen oder gar Monate reifen. Da in diesem Wald seltene Beeren und nützliche Kräuter wachsen, ist dieser Ort ideal dafür. Mit etwas Glück kreiere ich so neue Zutaten, die ich beim Kochen verwenden kann." Dass sich Shontro so viel Mühe für seine Lebensmittel gibt, erstaunt mich sehr. Mit Sicherheit würde er als Koch viel erreichen können.
    "Wenn du dich so sehr für das Kochen interessierst, warum hast du dann diesen Beruf nicht in Angriff genommen?" Ohne auf meine Frage einzugehen, kümmert sich Shontro weiter um die Krüge und möchte, dass wir vom abgefüllten Inhalt probieren. Die geleeartige Substanz schimmert in der Sonne golden. Es schmeckt wirklich gut, aber ich habe keine Ahnung, aus was diese Masse besteht. "Gut, dann scheint diese Mixtur nicht giftig zu sein", erwähnt Shontro, während er sich das Ergebnis in sein Notizbuch schreibt. Daraufhin spuckt Konah den Inhalt augenblicklich wieder aus.
    "Spinnst du?!"
    "Keine Sorge, euch wäre höchstens ein wenig übel geworden. Es scheint aber alles in Ordnung zu sein", antwortet Shontro kühl und wendet sich wieder seinen Gefäßen zu. Da ich von früher solche Aktionen von ihm gewohnt bin, wundert mich das nicht großartig. Trotz seiner kühlen Art erlaubt er sich manchmal Scherze dieser Art. Bevor die beiden sich aber wieder angiften, beschließe ich mit Konah, schon einmal zurückzugehen. Immerhin habe ich meinen Reisebeutel am Waldrand liegen gelassen.
    "Shontro, bevor ich es vergesse, ich wollte dir noch sagen, dass der Eingang zum Tunnel schon freilag, als wir während der Flucht dort ankamen."
    "Ich kann mir schon denken, wer das war", antwortet Shontro und verzieht dabei genervt das Gesicht. "Für uns wird das jedenfalls keine große Bedeutung haben." Daraufhin haben sich Konah und ich wieder auf den Rückweg begeben. Konah scheint von Shontros Interesse für das Kochen fasziniert zu sein. Wegen der Gaunerbande wuchs sie abgeschnitten von der Gesellschaft auf und ist daher noch unerfahren, was solche Dinge betrifft. Da wundert es mich nicht, dass sie sich für das Schnitzen und Kochen interessiert. Durch unsere kleine Gruppe macht Konah sogesehen ihre ersten Erfahrungen im Umgang mit Menschen auf freundschaftlicher Basis.
    "Ich möchte auch etwas finden, für das ich so viel Begeisterung aufbringen kann wie du und Shontro. Jetzt, wo mir mein Leben nicht mehr vorgeschrieben wird, kann ich so viele Dinge machen, die mir früher verwehrt blieben", spricht Konah nachdenklich.
    "Das wirst du mit der Zeit noch herausfinden. Konzentrieren wir uns erst mal auf das, was vor uns liegt. Auf Bareksium."