Beiträge von Narime

    Mein Partner muss nicht der beste Freund meiner Freundinnen werden. Mir reicht es vollkommen, wenn sie einander akzeptieren und nicht schlecht voneinander denken. Wenn es eben möglich ist, gemeinsam zu essen oder einen Film zu schauen, ohne dass eine komische Situation entsteht. Wenn sie sich unterhalten und gemeinsam Scherze (auf meine Kosten ^^) machen können. Wenn ich das Gefühl habe, dass er zu ihnen gehen kann, wenn es die Situation erfordert, weil keine Fremdheit zwischen ihnen herrscht. Dann bin ich vollkommen zufrieden.


    Genauso ist es auch, wenn ich mit seinen Freunden spreche. Ja, womöglich haben wir auch gemeinsame Interessen, aber die zentrale Gemeinsamkeit bleibt mein Partner. Was mir nicht grundsätzlich verbieten würde, mich mit ihnen anzufreunden, jedoch verpflichtet es mich auch nicht dazu. Während ich jedoch zu meinen eigenen FreundInnen eine emotionale Bindung habe, genauso wie zu meinem Partner, die mich über Eigenschaften, die mir nicht gefallen, hinwegsehen lassen: Die Beziehung zu den Freunden meines Partners hingegen sind eher rational begründet. Sie müssen mich nicht, ich muss sie nicht mögen, nur weil mein Partner es tut. Wenn die Chemie hingegen stimmt, wird diese Tatsache nicht im Weg stehen.


    Freundschaft kann nicht erzwungen werden und sollte es nicht. Gerade deshalb kann man sich glücklich schätzen, wenn Freunde und Partner miteinander auskommen. Bis zu einem gewissen Grad ist alles darüber hinaus natürlich auch nicht schlecht, haha. Andernfalls könnte es die Beziehung doch eher belasten.


    Gerade zu Beginn einer Beziehung kann man sich nicht erwarten, dass der Partner den selben Umgang mit den Freunden pflegen kann wie man selbst. Ich mein, wer hat das denn anders erlebt? Das erste Treffen mit jemandem, den man überhaupt nicht kennt oder auch all die Dinge einfach, die diese Person vom Partner weiß, womöglich sogar von einem selbst, obwohl man die Person selbst nur aus Erzählungen kaum kennt. Selbst wenn man sich dann nicht mehr ganz fremd ist und schon einige Zeit kennt, die Wahrscheinlichkeit und Möglichkeit mit diesen Menschen eigene freundschaftliche Erfahrungen zu sammeln ohne dass der Partner dabei ist, ist im Normalfall eher gering, sodass immer ein Ungleichgewicht bleibt. Anders als bei gemeinsamen Freunden. Aber selbst da gibt es oft Tendenzen zum einen oder zum anderen Partner (wer kennt die Folge Gilmore Girls, wo Taylor Schleifen für die Stadt verteilt, die entweder für Lorelai oder Luke stehen?).

    Ich finde, man muss eine gesunde Mitte finden. Den Partner überall dabei haben ist auf jeden Fall nicht optimal.


    Man lebt sich nicht auseinander, nur weil man als zwei Individuen in einer Beziehung lebt. Auseinanderleben erfordert Gleichgültigkeit. Tatsächlich glaube ich, dass es schlechter für die Beziehung ist, wenn man sich keine Freiräume lässt. Worüber soll man reden, wenn man immer das gleiche tut, das gleiche denkt?


    Mein Freund ist da, wenn meine besten Freundinnen zu Besuch kommen. Weil wir in der selben Wohnung wohnen und ich ihn deshalb nicht rausschmeiße. Er isst womöglich gemeinsam mit uns, aber ob er dann weiterhin den Abend mit uns verbringt, hängt stark von der Situation ab. Manches Mal schaut er mit uns einen Film, oft verzieht er sich in ein anderes Zimmer. Es sind meine besten Freundinnen und nicht seine. Genauso bin ich, als wir seinen besten Freund letztens gemeinsam getroffen haben, früher nach Hause gefahren und er hat noch übernachtet. Was soll ich dort auch außer im Weg rumsitzen? Ich hätte natürlich auch bleiben können, aber das hätte den Abend für beide anders gestaltet. Dagegen hab ich mich selbst entschieden, aus Rücksicht auf ihre lange Freundschaft.


    Auf der anderen Seite frag ich meinen Freund aber jedes Mal, wenn ich von Arbeitskolleginnen eingeladen werde, ob er da mitkommen will. Die Entscheidung lass ich ihm frei. Es sind meine Kolleginnen und nicht seine, aber die anderen nehmen auch mal ihre Partner mit, mal wieder nicht. Das hat eher einen sozialen Faktor des "sich gemeinsam sehen lassen". Dass ja keiner auf die Idee kommt, der Partner sei unsozial.


    Es gibt aber auch Dinge, da muss der Partner wenn möglich dabei sein und wird dann auch fix eingeplant. Familienangelegenheiten etwa. Das hab ich aus eigener Erfahrung gelernt, dass das Verweigern von sowas absolut schädlich ist für eine Beziehung. Aber auch im (gemeinsamen!) Freundeskreis kann es unangenehm werden, wenn einer grundlos immer wieder absagt.


    Natürlich ist es unter Umständen verletzend, wenn der Partner nur ohne einen selbst was unternimmt. Bin ich nicht vorzeigbar? Schämt er sich für mich? Mögen die mich nicht? Solche Selbstzweifel, sollten sie vorkommen, sollten einen aber weniger sich selbst, als die Beziehung hinterfragen machen. Genauso wie es falsch ist, sich dem Partner aufzudrängen, weil man sich sonst sofort zurückgestellt fühlt. Das kann mitunter genauso anstrengend sein und zu Beziehungsproblemen führen, ungeachtet der Tatsache, ob es berechtigt ist oder nicht.


    Eine Beziehung ist ein Haufen Kompromisse, da muss man abwägen, welche man eingeht und was einem zu weit geht. Aber auch der/die PartnerIn hat eigene Bedürfnisse, die oft aus Liebe zurückgestellt werden. Es wäre rücksichtslos, dies nicht zu bedenken. Es ist bestimmt nicht falsch, von Zeit zu Zeit darüber nachzudenken und offen über sowas zu reden.

    Entweder hasst ihr Deutschen eure eigene Sprache oder es ist euch einfach wichtig zu zeigen, dass ihr Englisch versteht? :mellow:

    Manche finden Englisch wohl einfach besser, womit wir wieder bei der Frage wären "Wieso mögt ihr Englisch mehr als eure Muttersprache?"

    Aber mir ist's egal, macht was ihr wollt. Wenn das so weiter geht, sprechen unsere Kinders Kinder irgendwann sowieso nur noch Englisch, weil Deutsch scheisse ist :haha:

    Ich bin weder Deutsche noch bevorzuge ich eine Sprache über eine andere, und wenn schon, dann Deutsch, weil ich das studiert hab. :upsidedown:


    Ansonsten hab ich doch geschrieben, warum ich ST/SD unglücklich finde. Mich persönlich erinnert es an die Abkürzung PTSD, insbesondere weil es Pokemon ST/SD sein soll. PTSD ist einfach geläufiger unter der Bedeutung Post traumatic stress disorder. Man hat auch versucht, Pokemon SM bzw MS (Sadomaso/Multiple Sklerose) zu umgehen und hat es SuMo/SoMo genannt.

    Aber gut, immer noch besser als Pokemon SS, was man damit ja schon zu umgehen versucht.

    habe nämlich noch keine Switch (weil die jetzige Mist ist)

    ... und trotzdem würdest du rennen und sie dir krallen, wenn sie jemand auf den Mist wirft. Unnötige Schlechtrederei wegen Dingen, die maximal Schönheitsfehler sind. Wenn sie dir das Geld bisher nicht wert war, ist das in Ordnung, aber tbh: für mich und viele andere ist die Switch die optimale Konsole. Als jemand, der keine bzw. kaum High-End Games spielt, auf die meisten Online-Funktionen verzichten kann, weil ich am liebsten für mich mit meinem eigenen pace spiele oder das Spielen nebenbei in den Alltag einbaue, bietet für mich die Switch genau das Mittelding zwischen Freizeitbeschäftigung und dem Hobby Gaming, für das ich in einem größeren Ausmaß kaum Zeit finde.

    Pokemon ST/SD

    Ist das jetzt schon eine offizielle Bezeichnung? Ich hab PTSD als direkte Assoziation dazu und ich hoffe doch, dass die Spiele nicht zu sowas führen. SW/SH ist da irgendwie neutraler, oder einfach Gen. 8...

    Schritt 1: schicke von einem Account, der in Zukunft die Gruppe verwalten soll, eine Anfrage per Mail an die erwünschten Personen (bis zu 7 weitere).

    Schritt 2: die Personen nehmen innerhalb von 24 Std die Einladung an.

    Schritt 3 (optional): bestimme weitere Gruppenadministratoren (glaube Erziehungsberechtigte heißen die). Die können glaub ich auch Einladungen verschicken.

    Schritt 4: irgendwer in der Gruppe (muss nicht der Admin sein) kauft die Familienmitgliedschaft um 35€.

    Schritt 5: profit. Am besten direkt ausmachen, wer wie viel zahlt.


    Bis auf die Abfolge 1->2->3 ist die Reihenfolge beliebig. Du kannst auch zuerst die Mitgliedschaft kaufen und dann eine Gruppe gründen.

    Falls es übrigens jemand nicht mitbekommen hat, Lidl hat Schadensbegrenzung betrieben und das Posting gelöscht:



    Ich hoffe doch sehr, dass der Verantwortliche zumindest eine eindringliche Unterweisung erhalten hat.

    Ich mochte zu der Thematik noch gerne einen Beitrag teilen, den ich im r/de Subreddit dazu gefunden habe und der meiner Meinung nach sehr schön illustriert, was es mit der notwendigen Veränderung der Wahrnehmung auf sich hat. Er bezieht sich nicht nur auf die aktuelle Debatte, sondern um den allgemeinen Standpunkt zu Sexismus in der Öffentlichkeit:

    (ungekürzter Beitrag ist verlinkt)


    Schlussendlich kann man niemandem eintrichtern, niemandem verbieten, was er witzig findet und was nicht. Manche Menschen haben einfach kein Problem damit, sich auf Kosten anderer zu amüsieren. Das soll nicht heißen, dass diese Menschen von grundauf schlecht. böse und moralisch falsch sind, aber eben ein Stück weit unreflektiert an Dinge herangehen, sofern sie nicht bewusst diese moralische Grenze überschreiten. Dennoch ist es wichtig und richtig, immer wieder über moralische Standards zu diskutieren, wenn Reibungspunkte aufkommen. Diese Diskussion sollte jedoch sachlich geführt werden und Polemik wie "mach dich doch nicht lächerlich" hilft auf keinen Fall zu einem Konsens zu kommen.


    Mein letzter Beitrag sollte lediglich aufzeigen, auf welch tiefes, polemisches Niveau sich diese Diskussion herabbegeben hat, indem ich Beiträge aus diesem Thema hier paraphrasiert habe. Ich hab nichts davon verändert oder verdreht, lediglich besonders markante Stellen hevorgehoben. Dass getroffene Hunde bellen, war auch klar und ich wollte meine Meinung nicht über die anderer erheben, weshalb ich auch bewusst nicht über meine Meinung gesprochen habe (das hab ich bereits in meinem ersten Beitrag), sondern von einem wissenschaftlichen/gesetzlichen Standpunkt aus. Und wie versprochen, werd ich auf weitere Polemik auch nicht näher eingehen.


    Entschuldige mal, aber gerade das diese Witze auf die Wirklichkeit anspielen macht sie eben aus. Das ist Schwarzer Humor. Und in solchen Fällen macht man sich eben über Dinge lustig, über die man im Normalfall nicht lacht. Ob das jetzt n Blondinenwitz ist oder sexistisch ist in dem Kontext komplett egal, dass macht diese Witze aus und ja, sie sind auch witzig. Nur eben nicht jedermanns Sache, wegen solchen Witzen aber jetzt zu meinen, die ganze Menschheit geht den Bach runter, halte ich für ziemlich übertrieben. Da fallen mir genug andere Gründe ein.

    Man sollte sich auch mal vor Augen führen, wo der Unterschied zwischen Witz und Wirklichkeit ist. Ich mache auch gerne Witze wegen meiner schwarzen Katze, von wegen "nur weil er Schwarz ist" bin ich deswegen ein Rassist? Ne bestimmt nicht. Denn ich kann, mit meinem Verstand, entscheiden, dass es in diesem Moment nicht ernst gemeint ist und noch dazu ins lächerliche gezogen wird, weil es sich um eine schwarze Katze handelt. Auch mache ich öfter Gay Witze, obwohl ich selbst schwul bin und? Jedenfalls, sich auf Kosten anderer Randgruppen lustig zu machen, ist nicht falsch. Falsch ist es erst, wenn man es ernst meint und genau da liegt das Problem der gesamten Diskussion. Und wenn du diese Art von Witzen nicht lustig findest, dann ist das eben so, nicht jeder kann alles lustig finden. Aber bitte schließe nicht von dir auf andere, die zwischen Witz und Wirklichkeit unterscheiden.

    Menschen steigern sich so sehr in dieses "Loch ist Loch" Rein und nehmen es so ernst, dass gerade dadurch der Gedanke noch mehr verpflanzt wird, würde man sich keine Gedanken darüber machen und einfach nur drüber lachen, wäre die Wirkung anders.

    Da magst du recht haben, das war irgendwie blöd ausgedrückt. Ich geb zu, ich lach auch über solche Witze. Ich fühl mich auch nicht direkt gekränkt, wenn ein solcher Witz erzählt wird. Das hat aber andere Gründe als den, dass der Witz inhaltlich angemessen ist, das ist nämlich weder Schwarzer Humor, noch Sexismus, Rassismus oder andere Formen von Diskriminierung. Dass ich trotzdem lache, liegt an unterschiedlichen Faktoren:

    1. Situation: was öffentlich aufgrund der unüberschaubaren Zahl an Empfängern und damit unkalkulierbaren unterschiedlichen Auffassungen ein No-Go sein kann (wie "Loch ist Loch"), kann privat absolut kein Problem sein, wenn:
    2. Person: sich über den Bedeutungskern im Klaren ist und in der jeweiligen Situation in der Lage ist, die Auswirkungen abzuschätzen und damit keinen Schaden anzurichten.

    Reflexion ist nicht immer eine bewusste Angelegenheit, oft ist es ein Bauchgefühl. Mit der Intuition kann man auch mal falsch liegen, "ins Fettnäpfchen treten" oder andere Personen verletzen. Deshalb schadet es nie, vor dem Reden zu denken (bitte jetzt nicht irgendwer persönlich auffassen, das ist allgemein gemeint und auf niemanden konkret).

    Beispiel: ich bin blond, aber ich kann trotzdem Blondinenwitze erzählen und über sie lachen. Wenn jedoch diese Witze in meiner Gegenwart oder generell dazu verwendet werden, mir oder anderen Blondinen bewusst seelisches Leid zuzufügen, kann mich das je nach Situation entweder ärgern oder durchaus auch wirklich verletzen. In dem Fall kommt es stark auf die Person an, die die Witze macht. Wenn ich erkennen kann, dass die Person es nicht ernst meint und anders denkt, trotzdem bewusst diese Witze macht, kann man das als rücksichtslose Kränkung verstehen.


    Grundsätzlich wäre auch ein Fauxpas wie der von Lidl so einzuordnen. Wider besseren Wissens wurde der Witz gemacht, auf Kosten bestimmter Personenkreise. Das heißt nicht unbedingt, dass diese verletzt sind, da sie nicht unbedingt eine persönliche Bindung zu demjenigen haben, der den Witz gemacht hat und daher die emotionale Komponente eher klein ausfällt. Auch wenn das von der Gegenseite gerne unterstellt wird, fühlen sich die wenigsten direkt und persönlich angegriffen. Was viel mehr aufregt, ist die Rücksichtslosigkeit, mit der so ein Witz erzählt wird. Rücksichtslos denen gegenüber, die dadurch verletzt werden könnten, rücksichtslos gegenüber den Konsequenzen, die eben auch weitaus größere Tragweite haben.


    Ganz zu Schweigen von der Empörung, dass solche Dinge ernst gemeint werden könnten. Da gehts nicht um moralische Überlegenheit oder radikale Ansichten, sondern schlichtweg darum, dass die Rechte eines jeden Menschen, egal welches Geschlechts, welcher Hautfarbe, Religion, Sexualität und politischer Gesinnung, gleichermaßen gewahrt werden sollen. Die Gesellschaft befindet sich _noch immer_ in einer Schieflage, die seit Jahrhunderten, ja seit Jahrtausenden nicht ausgeräumt werden kann und auch wenn man sich dem gegenüber machtlos fühlt, was zu ändern - muss man sich doch mit dem eigenen Gewissen vereinbaren können, ob ich darüber jetzt lachen kann oder nicht. Ich kanns nicht.

    aber es muss ja immer ein Fass aufgemacht werden. Deutschland halt

    Wo finde ich denn dieses Fass, das in Deutschland aufgemacht wurde? Der Artikel ist fast eine Woche alt und ich höre gerade zum ersten Mal davon. Aus meiner Sicht hast du gerade einen Strohmann aufgebaut, der bisher keinen gejuckt hat.

    Naja, ich seh daran auch nichts, was sexistisch sein soll. Zwischen sexuell und sexistisch gibt es halt einen Unterschied, den man begründen kann. Poppen, ficken, bumsen, nageln, pudern, schnackseln, verkehren usw. sind alles nur Begriffe für den Koitus, der keine der verkehrenden Parteien (hihi) herabwürdigt. Bei "reinhalten" wärs wieder was anderes, da es den passiven Part objektiviert. Poppen mit Popcorn zu assoziieren, das ist der pubertäre Humor, hinter dem sich die Verteidiger des "Loch ist Loch"-Spruchs zu verstecken versuchen.

    Menschen sind Individuen und sammeln daher im Laufe ihres Lebens aufgrund ihrer Persönlichkeit und Erfahrungen ihre persönlichen Meinungen an, die du nicht alle zusammen unter einem Begriff versammeln kannst. In Wirklichkeit ist dieses Mindset auch nur eine eigene Form von Schubladendenken, um sich nicht mit anderen Menschen als Persönlichkeiten auseinandersetzen und sich mal anhören zu müssen, was sie als Person denken und nicht als Teil einer Gruppe.

    Und du stehst außerhalb jeder Schublade? Ja, ich habe eine bestimmte Perspektive auf Themen, aber ich kann mit Fug und Recht behaupten, dass ich nicht nur in einer Schublade denke, sondern bereits mit vielen Ansätzen und Blickwinkeln in Kontakt gekommen bin, reflektiert habe und auch immer noch reflektiere und nicht stur eine Haltung vertrete. Einer meiner Lieblingsdichter, Hans Magnus Enzensberger, sagte einmal: Ich bin kein Baum. Ein Baum hat einen Standpunkt. Ein Mensch kann sich bewegen.

    Du hast recht, man kann dem Menschen das Denken nicht verbieten und es ist gut, wenn sich jeder individuell seine Meinung bildet. In der Theorie. In der Praxis wird durch genau so ein Verhalten ein Umdenken verhindert. Wenn man etwas lernen soll, muss man in seinem Denken erschüttert werden - sonst ist es immer wieder "more of the same". Niemand wird jemals seine Lebenswelt, seine Denkmuster hinterfragen, auf Legitimität prüfen, wenn er keinen Anlass dazu bekommt.

    Zudem sind Frauen genauso schlimm wie Männer, wie ich schon öfters gesagt habe. Es wäre einfach nur verlogen zu sagen, dass es nicht auch sehr viele Frauen gäbe, die Männer und andere Frauen sexualisieren und sich auchmal recht eklig über alle möglichen ihrer Körperteile äußern.

    Das will ich nicht und das wird niemand bestreiten. Ich kenne persönlich Frauen, die sagen "warum sollte ich Feministin sein, ich kann ja eh alles erreichen". Jo eh. Aber jede Frau wird irgendwann an den Punkt kommen, wo ihr der strukturelle Sexismus zum Verhängnis wird. Grade in männerdominierten Branchen ist es ganz oder gar nicht: entweder man gibt sich frauenfreundlich und zuvorkommend, oder es ist für Frauen nicht nur schwer, überhaupt an einen Job zu kommen, sondern müssen dann auch im Alltag mit Sexismus und Schwierigkeiten rechnen, grade wenn frau (!) Kinder hat. Du hast doch bestimmt die Aufregung um den Algorithmus vom AMS mitbekommen, wo Kinderbetreuungspflichten nur für Frauen als Malus angerechnet werden? Oder Frau sein generell schon ein Malus ist?

    Feminismus bedeutet für mich keinen Unterschied darin zu machen, ob ich Frau oder Mann oder Non-Binary gegenüberstehe

    Das nennt sich Egalitätsfeminismus und ist eine von viele Strömungen. Das, was öfter kritisiert wird, ist zum Beispiel radikaler Feminismus, der Frauen über Männer stellt. Wiederum ein anderer Feminismus ist der Differenzfeminismus, der die Geschlechterunterschiede anerkennt und Geschlechterhierarchien in der Gesellschaft bekämpft. Feminismus ist nicht ein Ding, das man schlecht reden kann. Gemeinsam haben die verschiedenen Feminismen nur, dass sie die Stellung der Frau in der patriarchalischen Gesellschaft verbessern wollen.

    Der einzig größere Unterschied besteht darin, dass manche Branche noch immer männlich dominiert sind und diese Männer dementsprechend ungenierter solche Sprüche in der Öffentlichkeit anbringen können. Obwohl ich nicht verleugnen kann, dass sowas gut und gerne auch von Frauen kommen kann, denn wie gesagt ist es einfach nur etwas kindlich und hat damit gar keine tiefere Bedeutung. Die meisten Menschen sind eben so, weil es einfach menschlich ist sich einen Teil von seinem pubertären, sexuellen Humor sein Leben lang zu bewahren.

    Die Aussagen dahinter bleiben aber gleich.

    Ich würd jetzt gerne sagen, dass ich selten sowas Dummes gelesen habe, aber das wär auch gelogen. Ich will dir selbst auch gar nicht die Schuld dafür geben, dass du die Tragweite nicht wirklich einschätzen kannst. Aber grundsätzlich kennst du das Vier Ohren-Modell von Schulz von Thun? Das ist nur ein Grund, warum etwas nicht "keine tiefere Bedeutung" haben kann. Aber gut, schauen wir uns die Sachlage genauer an:

    Warum sagt eine Person "Loch ist Loch"?

    a) sie hat keine Ahnung was es bedeutet und plappert es unreflektiert nach: der beste Fall für die Einzelperson und vielleicht auch für die Gesellschaft. Eine Redewendung, die keine Bedeutung mehr besitzt, aber noch im Sprachgebrauch ist.

    b) was aber dazu führt, dass die Redewendung eben doch eine Bedeutung hat, mit der sie noch im Sprachgebrauch verankert ist: als Witz, der in einem gewissen Kontext verwendet wird. Dieser Kontext ist, Überraschung, sexistisch. Daran führt einfach kein Weg vorbei, auch wenn die Intention nicht beleidigend ist - wie man in den Wald hineinruft und so. In dem Fall kommen einfach tief verankerte, sexistische Denkmuster unreflektiert zutage. Wär man denn auch so relaxed wenn es sich um Themen wie Kindesmissbrauch, Sklaverei und Rassismus handeln würd?


    Mir fällt somit keine Möglichkeit ein, den Spruch nicht sexistisch aufzufassen, und imo ist Sexismus genauso zu bekämpfen wie Rassismus und jegliche andere Formen von Diskriminierung. Ich denke nicht, dass man mir da widersprechen möchte? Ob Witz oder nicht, Sexismus ist nicht tolerierbar. Und wehe es fängt mir jetzt jemand von Meinungsfreiheit an zu schwafeln. Die hat auch Grenzen:


    Zitat von Allgemeine Erklärung der Menschenrechte
    Artikel 1 (Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit)
    Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Sie sind mit Vernunft und Gewissen begabt und sollen einander im Geist der Brüderlichkeit begegnen.
    Artikel 2 (Verbot der Diskriminierung)
    Jeder hat Anspruch auf die in dieser Erklärung verkündeten Rechte und Freiheiten ohne irgendeinen Unterschied, etwa nach Rasse, Hautfarbe, Geschlecht, Sprache, Religion, politischer oder sonstiger Überzeugung, nationaler oder sozialer Herkunft, Vermögen, Geburt oder sonstigem Stand.
    Des Weiteren darf kein Unterschied gemacht werden auf Grund der politischen, rechtlichen oder internationalen Stellung des Landes oder Gebiets, dem eine Person angehört, gleichgültig ob dieses unabhängig ist, unter Treuhandschaft steht, keine Selbstregierung besitzt oder sonst in seiner Souveränität eingeschränkt ist.

    Ich glaube, dazu braucht nichts weiter gesagt zu werden.

    Du könntest mich und andere auch persönlich taggen ohne um den heißen Brei drumherumzureden ^^", zumal ich persönlich keiner übergeordneten Form von Community angehöre. [...] Hier gab es außerdem keine Polemik und erst recht keine Antifeministische.

    Ist am Handy nicht so nice mit zitieren, aber ich liefer dir gern die Gegenbeweise. LOL. Wenns nicht so traurig wär, ich packs aufgrund der Menge mal lieber in einen Spoiler und meine Anmerkungen dazu sind nicht allein auf die Zitierten gemünzt:

    edit: sorry, dass es gegen Ende auch eher polemisch wurde. Aber ich kann nur noch einmal sagen: wie man in den Wald hineinruft. Aber ich denke, dass so radikale Aussagen erst dann bewusst auffallen, wenn man sie hervorhebt.

    edit 2: im Großen und Ganzen entspinnt sich die Diskussion hier eigentlich wieder nur am selben Punkt. Eine Seite findet etwas sexistisch und wird von der anderen Seite dafür lächerlich gemacht. Warum kann an dieser Stelle nicht sachlich diskutiert werden, ob etwas sexistisch ist, warum muss gleichzeitig auch die Zurechnungsfähigkeit der Gegenseite infrage gestellt werden? Unter dem Aspekt bin ich auch nicht gewillt, weiterhin zu diskutieren und werd auch nicht auf weitere Polemik diesbezüglich eingehen.