Beiträge von Aprikose

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    Finde es auf jeden Fall irgendwo nachvollziehbar, dass man die klassische Wettbewerbssaison aufgeben möchte. Das gesagt: Ursprünglich waren es gerade diese Wettbewerbe, die mein Interesse am FF-Bereich geweckt haben, und sie waren einer der Hauptgründe, warum ich solange im BB aktiv geblieben bin. Der FF-Wettbewerbsbereich war jahrelang mein Zuhause und ich habe furchtbar viele Freunde dort kennen gelernt.


    Der Grund, warum mir der Bereich so gefallen hat, war, weil man dort wie sonst kaum irgendwo mehr über das Schreiben gelernt hat. Anonyme Texte, vergleichbar durch eine gemeinsame Gattung und ein Thema, gleiche Bearbeitungszeit für jeden, mit einem polarisierenden Votesystem und Begründungspflicht sind halt perfekte Eckpfeiler für wertvolles Feedback. Man erfährt, wie die Leser denken, wie bestimmte Ideen und Konzepte aufgenommen und verstanden werden, wie der eigene Text ankommt – und man weiß, dass die Leute das nicht schreiben, weil sie einen persönlich kennen. Daneben lernt man verschiedenste Umsetzungsmöglichkeiten kennen, wenn man die anderen Abgaben liest und bewertet. Hinzu kam, dass damals die meisten Wettbewerbe im Bereich Kurzgeschichte angesiedelt waren, was letztendlich auch Sinn macht, da die meisten kommerziell vertriebenen Werke heutzutage Epik sind (von Screenwriting abgesehen), und man deswegen gerade da natürlich lernen und vergleichen will.


    (ehrlich gesagt sehe ich wirklich wenig Sinn darin, Lyrik oder Dramatik heutzutage kompetitiv zu vergleichen. Nicht, dass ich diesen Gattungen irgendetwas absprechen möchte, aber ich habe nie wirklich verstanden, warum man dafür so abnorm viele Wettbewerbe veranstalten muss. Sie sind formal und inhaltlich nicht nur deutlich schwerer untereinander zu vergleichen, sondern kosten auch noch im Schnitt viel weniger Zeit um verfasst zu werden und sind damit schon inhärent schlechte Kandidaten für Wettbewerbsthemen)


    Ich hatte während der letzten Saison immer wieder Lust, an einem Wettbewerb teilzunehmen, aber dann gab es eben immer wieder dämpfende Elemente, die dazu geführt haben, dass ich es dann doch nicht getan habe. Anonymität war nicht mehr gegeben, die Themen waren teilweise schon vorher bekannt, da sie von Userseite vorgeschlagen wurden, man konnte alte Texte einreichen, nichtmal die Hälfte der Themen waren Epik, und die mangelnde Begründungspflicht sorgt dafür, dass jemand, der meistens in den oberen Platzierungen landet, wenig mehr als Feedback bekommen wird als irgendein paar random Zahlen zwischen 8 und 10. Mal ganz davon abgesehen, dass es ohnehin kaum andere Teilnehmer gab, was jetzt auch nicht gerade positiv zur Motivation beigetragen hat.


    Natürlich denkt jeder anders über den Zweck von Wettbewerben, jeder nimmt aus anderen Gründen teil, und vermutlich denken hier wenige bis gar keine anderen Nutzer so wie ich darüber. Für mich war die Existenzberechtigung der Wettbewerbe immer die kompetitive Nische. Denn für alles andere gab es ja … alles andere. Ich mein, der FF-Bereich bestand aus viel mehr als Wettbewerben – User-FFs, Diskussionsthemen, Sammlungen, Schreibschule usw. –, und die Wettbewerbe waren eben der kompetitive Aspekt am Schreiben. Aber das wurde immer weiter aufgebrochen, und das jetzt vorgeschlagene Konzept hat mit Kompetitivität explizit und by design nichts mehr zu tun. Dh. es fällt letztendlich einfach ein Teil des FF-Bereichs ersatzlos weg.


    Aber … andererseits: Wenn halt der Bedarf an dem kompetitiven Aspekt so groß gewesen wäre, dann hätte man während der letzten Saison eben auch mehr Teilnehmer gesehen, trotz der (meiner Ansicht nach) über die letzten Saisons immer weiter degradierenden Rahmenbedingungen. Daher will ich das neue Konzept und den Wegfall der Wettbewerbe gar nicht direkt kritisieren. Dieser Post hier entstand hauptsächlich deswegen, weil ich gehighlightet wurde und ich die paar Fragen aus Thrawns Startpost beantworten wollte, um meine Perspektive ein bisschen darzulegen.

    Party?

    Jep, genau! Wobei es letztendlich doch keine »Party« wurde, sondern ein Filmabend unter Freunden. Es erfüllt die gleichen Voraussetzungen, die ich durch die Party erreichen wollte


    Was genau hat dir denn an dieser Szene Probleme bereitet?

    Es handelte sich um eine Party-Szene (bzw. jetzt eben ein Film-Abend), mit dem Freundeskreis der Protagonistin (Emma). Allerdings spielen die Gäste der Feier später in der Geschichte keine große Rolle mehr. Das beißt sich ein bisschen, da es ja ihre Freunde sind. Um die Freundschaft gut darzustellen, hätte ich die Charaktere ausführlich ausarbeiten müssen. Doch dann wiederum wären die Freunde vielleicht zu sehr in den Vordergrund der Szene gerückt, obwohl der Fokus von Emma wo anders liegen sollte (weil sie gerade wegen anderen Geschehnissen sehr abgelenkt ist). Die Charaktere sollten halt nicht wie Lifesize-Cardboard-Prints wirken, was schwierig ist, wenn ich gleich mehrere in einem Kapitel einführe, mit denen Emma schon lange befreundet ist, und sie später kaum noch auftauchen.

    Hinzu kommt, dass ich die Szene vor über einem Jahr schon einmal geschrieben hatte, doch diese alte Version konnte ich nicht mehr benutzen, da sie wegen Plotänderungen nicht mehr sinnvoll war. Und es ist das zweite Kapitel der Geschichte. Normalerweise, wenn ich Probleme mit einer Stelle habe, überspringe ich sie einfach mit einem fetten TODO, und schließe die Löcher irgendwann später. Aber hier war das nicht wirklich möglich, da die Ausführung der Szene den Ton für später setzt und ich das Gefühl hatte, dass ich sie auf jeden Fall so früh wie möglich schreiben sollte.


    Aber jetzt hab ich es (fürs erste) geschafft. Spätere Revisionen sind durchaus geplant, aber ich bin froh mit dem Grundgerüst. Sind gestern Abend insgesamt noch 2.000 Wörter geworden. War ein ganz schön deutlicher Unterschied, wie leicht das Schreiben plötzlich ging, nachdem ich die anstrengende Stelle los war. x)

    ich trag dich gleich in die Tagliste ein, wenn das okay ist?

    Ja, gerne ^-^


    Ich werde auch später für Hanyu (China), Inda (Indien), Unova (Nordamerika), Süd-Unova (Südamerika), Kalos und co. (Mitteleuropa), Alola (Hawaii und ganzer tropischer Raum) und Russa (Russland und Skandinavien) und Afrique (Afrika) einen Pokedex anlegen, allerdings nicht in dieser Größenordnung. Also nur Bilder. xD

    Hast du vor, alle Pokémon zuzuteilen, oder beschränkst du dich auf bestimmte Generationen? Klingt jedenfalls echt nach einer Menge Arbeit. Wünsche dir viel Erfolg. Wenn man erstmal solche Ausarbeitungen erledigt hat, ist es purer Luxus, mit ihnen als Referenz weiterschreiben zu können, finde ich.

    Es wirkt realistisch und sozial, imo, nicht oberflächlich. Ich hasse das, wenn angebliche "Freunde" und Leute, die sich angeblich laut Canon lieben, nach Streitigkeiten, die man beilegen könnte, auf mehrere Staffeln ausdehnen. Wie soll ich das dann glauben, wenn Leute, die man angeblich liebt, wegen Fehlern fertiggemacht werden und denen man dann gönnerhaft irgendwann mal doch verzeiht? Kommt natürlich drauf an, was genau geschehen ist, aber bei dem, was ich mich da erinnern kann, ist das sehr realistisch.

    Schau mal die Serie fertig, dann wirst du schon sehen. ^^"

    Es kommt halt auch drauf an wie nachtragend Menschen sind.

    Prinzipiell bin ich vollkommen bei dir. Mir gefällt es grundsätzlich auch lieber, wenn es so gehandhabt wird wie in der Serie mit sozialen Konflikten. Mein Problem ist eher, dass es eben in so gut wie jeder Dimension (bisher) so ist wie beschrieben. Nicht nur bei sozialen Kontakten spielen die Aktionen der Charaktere kaum eine Rolle, sondern bei quasi allem. Wären es nur die sozialen Interaktionen, die so ablaufen würden, dann hätte ich es auch eher als positiven Punkt bewertet. So war es aber halt einfach ein Beispiel dafür, dass in der Serie gefühlt nichts irgendeine bedeutsame Konsequenz hat.

    Ich mache zwar bisher nicht "offiziell" beim NaNoWriMo mit, aber ich wollte trotzdem kurz hier posten: Bin heute nach vielen privaten Setbacks zum ersten Mal seit Anfang September ein bisschen zum Schreiben gekommen. Und ich denke, das Chattreffen gestern Abend zum NaNoWriMo hat einen guten Teil dazu beigetragen, daher wollte ich es hier mal mit euch teilen. Es sind nur 600 kleine Wörter bisher, aber die waren eine sehr schwere Stelle, die zu schreiben mir seit Monaten Probleme bereitet hat. Daher bin ich schonmal froh und verhalten zuversichtlich, dass es vielleicht schon bald noch mehr Wörter werden könnten. Dann mache ich nämlich vllt doch noch verspätet beim NaNoWriMo mit x)

    Ich finde das Chosen One Trope per se gar nicht so unrealistisch - im Prinzip ist ja jeder Hauptcharakter quasi ein Chosen One, denn der Autor hat sich diesen Charakter ja ausgesucht, um aus seiner Perspektive die Geschichte zu erzählen. Mit anderen Worten: Wären die Hauptcharaktere nicht in gewisser Weise besonders, dann würde es wenig Sinn machen, ihre Geschichte zu erzählen (es sei denn, genau die Alltäglichkeit ist der Punkt der Geschichte). Oder andersherum: Es macht Sinn, dass der Hauptcharakter ein Chosen One ist, denn gäbe es von allen Menschen auf der Welt genau einen Chosen One, dann wäre es sehr wahrscheinlich, dass gerade seine oder ihre Geschichte erzählt würde.


    Problematisch wird es im Storytelling denke ich eher dann, wenn Deus Ex Machinas damit begründet werden, dass der Charakter halt der Chosen One ist. "Weiterlaufen, weiterlaufen, hier gibt es nichts zu sehen; das hat halt geklappt, weil er der Chosen One ist, fertig!"

    Dann ist aber auch nicht unbedingt der Chosen-One-Trope schuld, sondern das Problem liegt an lazy plotwriting.


    Wobei mich die Überlegung auf eine Idee gebracht hat: Ein klassischer Chosen-One-Charakter in der Geschichte aber … er ist halt nicht der Hauptcharakter. Sondern rennt immer im Hintergrund rum, macht irgendwas, rettet die Welt, während der Hauptcharakter der Geschichte anderes Zeug tut. Mir fällt spontan keine Geschichte ein, die das macht (vor allem ohne es humoristisch zu spielen), aber es wirkt auf mich gerade doch irgendwie interessant. Kennt dafür zufällig jemand Beispiele? Das einzige was mich entfernt daran erinnert ist Oyasumi Punpun mit dem Superhelden-Subplot.

    Alaiya Da du meintest, dass sich deine Ansicht etwas geändert hat: Auf welche Punkte hast du dich da bezogen? Meinst du das mit den alltäglichen Stakes? Würde mich interessieren x)


    Generell passt es aber, dass du das Thema gerade jetzt nochmal rausholst, denn ich habe über diese Thematik vor kurzem erst nachgedacht. Bin nämlich seit geraumer Zeit dabei, die Avatar-Korra-Serie zu schauen, und habe jetzt zwei Staffeln fertig. Spoiler ahead, falls es jemand noch sehen will. Jedenfalls kommt es mir so vor, als wären die Stakes in der Serie ein absoluter Witz, lol. Ich mein, in den Aang-Staffeln gab es regelmäßig echte Konsequenzen -- zB. war Appa ein paar Folgen lang weg, ganze Städte sind nach Versagen der Protagonisten in die Hände der Feuernation gefallen, Charaktere haben sich zerstritten und gehasst, usw usf … worauf ich hinaus will: Wenn etwas passiert ist, ist auch wirklich etwas passiert. Aber bei Korra? Korra versagt gefühlt in jeder zweiten Sekunde, was ich prinzipiell schonmal gut und wichtig finde, aber all die Konsequenzen werden irgendwie sofort wieder aufgehoben. Beispiel: Ende Staffel 1 verliert Korra all ihre Bändigungsfähigkeiten außer Luft. Und ich war schon voll happy, dass sie jetzt vllt eine Staffel lang nur Luft kann, was ja genau das war, was sie vorher nicht konnte, und dachte mir "was ein cooler Parallelismus das wäre", usw, und ich dachte mir man könnte daraus eine Menge Character Development ableiten. Aber stattdessen findet sie ihre Kräfte nach kA 10 Minuten wieder? Genauso mit Streits zwischen Charakteren: Wirkt halt alles total oberflächlich, weil man einander sofort verzeiht oder es vergisst.

    Und dann das Finale der zweiten Staffel: Der Geist des Chaos, der nach 10.000 Jahren wieder aufersteht, verbindet sich mit einem neuen Avatar, um ein neues Zeitalter des Bösen einzuleiten … und wütet in der Stadt rum in seiner Riesenform. Und man denkt sich: Ok, jetzt eine Staffel Kampf gegen das Chaos? Nein, ein Desu Ex Machina rettet die Welt sofort. Der Geist konnte nicht mal ne einzige Stadt vernichten. Er konnte nur eine Statue von Aang fällen … die eine Folge später sowieso wieder aufgebaut war. Uff. Das alles resultiert halt darin, dass ich die Serie und was dort passiert, kaum ernst nehmen kann. Es kommt für mich keinerlei Spannung auf, weil ich genau weiß, dass alles Schlimme, das passiert, sofort wieder rückgängig gemacht wird.


    Finde daher, dass man Stakes, zumindest Stakes allein, oft überbewertet. Die größten Stakes bringen halt nichts, wenn man der Geschichte nicht abkauft, dass sie auch umgesetzt werden könnten. Ich schaue Korra trotzdem weiter, weil mich das Worldbuilding schon noch interessiert, und ich auch einige der Charaktere mag. Was eben auch (für mich) wieder ein Indikator ist, warum man Stakes überbewertet: Selbst wenn eine Geschichte absolut keine Stakes hat, oder zumindest keine glaubhaften, kann die Serie trotzdem spannend und/oder unterhaltsam sein. Ich finde daher, dass eine Geschichte klar deklartierte Stakes gar nicht unbedingt braucht.

    Daher hab ich auch bis heute kaum Stakes in meinen eigenen Geschichten. Aber oh well, es sagt mir auch selten jemand, dass meine Geschichten spannend wären. Liegt vllt daran, huh? Ich weiß halt, dass ich bei meinem Roman im Entwicklungsprozess ganz am Ende noch Stakes hinzugefügt habe, und mich deswegen irgendwie schmutzig gefühlt hab. Weil die Szene, die ich hinzugefügt habe, zum Plot wenig beiträgt und eigentlich auch nicht relevant ist, außer, dass halt die Stakes aufgezeigt werden. Und jetzt sieht das Feedback von Leuten, die das Buch lesen, so aus: "Also [erst] ab diesem Kapitel wurde es richtig spannend, und ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen!" Uff :( Vor allem kommt das Kapitel halt erst nach der ersten Hälfte des Buchs. Rip


    Naja, um es auf den Punkt zu bringen: Ich mag Stakes, die sich real anführen. Und zwar deswegen, weil manchmal in der Geschichte wirklich etwas schief läuft, und jemand zB. ein Bein verliert, oder auch mal wirklich eine Freundschaft nachhaltig zu Bruch geht, oder so. Und man vllt mehrere Folgen oder Arcs braucht, um die negativen Auswirkungen wieder in Ordnung zu bringen. Wenn es nicht solche Stakes sind, bin ich meist nicht wirklich investiert.

    Es geht darum, dass ich es mittlerweile / dann manchmal problematisch finde, wenn Leute leichtfertig dahersagen, es gäbe auch in Story generell kein "gut und böse", und zwar, wenn eine Seite ganz klar das Opfer ist oder Verbrechen gegen jede Menschlichkeit geschehen. Das ist ein bisschen wie "Na ihr wisst schon, die Nazis haben ja nicht NUR Böses getan, oder? ODER!?"

    Einerseits stimme ich dir inhaltlich zu, und zwar dahingehend, dass man entschieden negativ Stellung nehmen muss, wenn jemand etwas Schreckliches tut, und dass man dann klare Kritik äußern sollte, und das ist natürlich auch in Geschichten so. Andererseits mag ich aber auch deinen Schluss nicht, dass es absolut böse Charaktere oder Personen gibt. Ich will darauf hinaus, dass man Verharmlosung und "Both Sides"-Rhetorik verurteilen und ablehnen kann, ohne dabei zwangsläufig an vollständig Böses zu glauben. In gewisser Weise provoziert man durch so eine Haltung ja auch die Devils Advocates. Wenn man sagt, jemand sei absolut böse, dann ist fast schon vorprogrammiert, dass irgendjemand kommt und behauptet, X ist ja nicht nur böse. Mir ist klar, dass du ja genau diese Haltung in deinem Beitrag kritisierst, aber was ich sagen will ist: Ob es das absolut Böse gibt oder nicht, ist doch unerheblich für jegliche realitätsbezogene Diskussion. Wichtiger ist, dass man die einzelnen problematischen Handlungen herausstellt und verurteilt und entsprechende Konsequenzen einleitet.


    Und der Grund, warum ich nicht an das absolut Böse glauben will, ist dass es ja nur eine mögliche Art und Weise gibt, mit dem absolut Bösen umzugehen: Es zu vernichten. Ein absolut böser Mensch müsste ohne Kompromisse sterben, da sein Leben ja einzig und allein daraus bestehen würde, Schaden zu verursachen. Entweder man duldet diesen Schaden und unterlässt damit Hilfestellung an den Opfern, oder man tötet die böse Person. Konzepte wie Einsperren oder Rehabilitation wären angesichts des absolut Bösen vollkommen sinnlos, denn sonst wäre es ja nicht absolut böse. Mit anderen Worten: Wenn ich an die Existenz vollkommen böswilliger Menschen glauben würde (und da es unmöglich ist, absolute Böswilligkeit in der Realität nachzuweisen, ist es immer eine Glaubensfrage), dann müsste ich auch prinzipiell für die Todesstrafe sein, und in so einer Welt würde ich ungern leben, und von solchen Welten will ich auch ungern schreiben. Daher bilde ich mir lieber ein, dass es eine Menge Grautöne gibt, aber kein Schwarz und kein Weiß.


    Abgesehen davon finde ich auch im Zusammenhang mit Geschichten, dass das Böse ein ziemlich schwammiger Begriff ist, und mir fällt spontan kein einziger Charakter ein, den ich überhaupt als böse bezeichnen würde. Ich mein, Voldemort würde ich zB. eher als gierig und narzisstisch und empathielos bezeichnen, und das sind natürlich Eigenschaften, die viele andere Bösewichte teilen. Die konkrete Benennung der problematischen Eigenschaften bringt denke ich sowieso mehr als ein Schirmbegriff wie "Boshaftigkeit".


    Aber selbst wenn man davon ausgeht, dass man Charaktere als böse bezeichnen kann, dann muss man denke ich auch wieder differenzieren zwischen bösen Personen und bösen Taten. Und ich persönlich würde einen Charakter dann als böse einstufen, wenn man ihm Gegenüber die Erwartungshaltung hat, dass er überwiegend böse Taten vollbringen wird. Diese Erwartungshaltung ergibt sich u.a. daraus, wie viele böse Taten er in der Vergangenheit bereits vollzogen hat. Aber wenn ein Charakter, der früher ein kaltblütiger Mörder und Kriegsherr war, von diesem Weg abgekommen ist und man von ihm nichts dergleichen mehr erwartet als Leser, ist er dann noch böse? Oder war er früher böse?


    Ein Beispiel dafür wäre Iroh aus Avatar – Der Herr der Elemente. Er war jahrzehntelang einer der führenden Kriegsgeneräle der Feuernation, hat etliche Menschenleben auf dem Gewissen, und verhält sich vor allem während der ersten Staffel in vielen Situationen zutiefst problematisch. Gleichzeitig wird er wohl kaum von vielen Zuschauern als ein böser Charakter klassifiziert werden, insbesondere gegen Ende der Serie. Nun kann man das sicher auch auf die Autoren schieben, und sagen, dass sie nicht angemessen ernsthaft mit dem Thema umgegangen bin, aber ich will eben darauf hinaus, dass ein Charakter nur dann wirklich von vielen als böse klassifiziert wird, wenn von ihm eine größere, akute Gefahr ausgeht, und zwar unabhängig davon, was der Charakter früher getan hat.


    Ich denke daher, dass rein theoretisch jeder Charakter redeemable ist, wenn man eben als Autor eine Erwartungshaltung gegenüber dem Charakter aufbaut, in deren Kontext von ihm keine Gefahr mehr ausgeht, sondern er eher positive Handlungen vollzieht. Und hier stellt sich halt auch die Frage mit der Verantwortung des Autoren, die Bastet ja auch schon angesprochen hat: Die Frage ist halt, ob, nur weil Redemption von jedem Charakter rein theoretisch möglich wäre, man sich als Autor nicht unmoralisch verhält, wenn man bestimmte Charaktere redeemt, die vorher absolut böse waren. Da gibt es eben bestimmte Verbrechen, bei denen sich eine Wiederkehr in den Kreis der Zivilisierten schwer gestaltet.

    Ansonsten ärgere ich mich tbh auch als Leser, wenn mir Autoren einfach keine detailliertere Aussehensbeschreibung in dem Kapitel, in dem Charaktere auftreten, geben wollen oder nur kurz mal Haar- und Augenfarben oä. nennen und ich kann gar nichts damit anfangen. xD Daher kommt das vielleicht. ^^"

    Wenn das etwas ist, auf das du persönlich besonderen Wert legst, dann ist es natürlich ein bisschen was anderes. Dann würde ich meine Ratschläge auch etwas anpassen. Statt zu kürzen wäre es dann vielleicht nämlich eine Überlegung wert, den Kontext der Szene zu ändern. Und zwar so, dass Julian aus irgendeinem Grund viel mehr Zeit hat, sich Jiang von Näherem anzusehen. Möglicherweise beobachtet er ihn irgendwie. Oder aber er wartet lange auf Jiang, und weiß dass Jiang kommt, und denkt dann darüber eine Weile nach, wie Jiang so war, als er ihn das letzte Mal gesehen hat, und dann kommt Jiang daher und es werden eben kurz die Änderungen aufgeführt. Oder der Dialog der zwei geht noch deutlich länger, und weitere Beschreibungen werden dann vllt. passend zu dem, was die Charaktere sagen, eingefügt. Irgendwie so etwas, ich hoffe es ist verständlich, worauf ich hinaus will. Wenn Julian aufgrund des Aufbaus der Szene mehr Zeit hat, diese ganzen Gedanken zu haben, und wenn man die Ausführungen inhaltlich gut strukturiert, dann kann denke ich auch eine detaillierte Beschreibung gut funktionieren.


    Und zu den Bildern: Die würde man natürlich nicht in den Textfluss einfügen. Ich dachte eher halt an Grafiken zu Beginn eines Kapitels o.ä. Und ja, du hast recht, das ist schon etwas, das man nicht standardmäßig tun würde - außer eben zB. dann, wenn einem das Übermitteln des Aussehens der Charaktere wichtig ist.

    Bastet zu deiner Aussehensbeschreibung

    Auch wenn du das vielleicht nicht hören möchtest … ich finde sie viel zu lang :x

    Die Beschreibung erfolgt ja aus Julians Sicht, und der bringt ihn ca. 4 Mal mit Langweiligkeit in Verbindung. Aber wenn Julian findet, dass Jiang langweilig und unauffällig aussieht, warum beschäftigt er sich dann so lange mit seinem Aussehen? Normalerweise äußert sich, dass man etwas langweilig findet, ja gerade dadurch, dass man der Sache entsprechend weniger Aufmerksamkeit widmet.

    Außerdem sieht mir die Erzählperspektive personal aus. Und nun haben wir also den Moment, in dem Jiang Julian gegenübertritt, »Hey« sagt, und ihm die Hand ausstreckt. Das sind vielleicht fünf Sekunden irl? Vielleicht zehn? Und in der Zeit denkt Julian offenbar an alte Fotoprojekte von seinem Vater, denkt daran, dass es konventionell attraktiv ist, schlank zu sein, denkt daran, dass die Kopfhörer wohl das auffälligste an Jiangs Äußeren sein müssen, und deduziert, dass sich Jiang die Haare selber schneidet und darin über die Jahre besser geworden zu sein scheint. Daneben erkennt er anhand der Körperhaltung, dass Jiang selbstbewusst und in sich gekehrt ist.

    Aber die primäre Handlung von Julian dürfte in dem Moment wohl sein, dass er sich Jiangs Augen anschaut, da er ja versucht, auszumachen, ob sie braun oder schwarz sind.

    Auf mich wirkt das insgesamt etwas überladen. Ich würde viele der Dinge einfach auf spätere Kapitel oder Szenen verschieben. Dass die Augen von Jiang Julian an seinen Vater erinnern, kann man auch später mal erwähnen, zum Beispiel wenn sie auf einer Bank sitzen im Park oder so, und dann bietet das einen guten Aufhänger, um vllt einen Dialog oder Backstory zu Julians Vater auszuführen. Auch dass Julian selbstbewusst aber in sich gekehrt ist, kann man später noch gut beschreiben, zB. wenn Julian ihn mal von der Ferne irgendwo stehen oder sitzen sieht. Das mit den selbstgeschnittenen Haaren bietet auch einen guten Ansatzpunkt für später, wo man daraus eine eigene Szene und einen eigenen Dialog machen könnte, der Jiang charakterisiert.


    Nach dem »Hey« haben wir wieder eine (kleinere) Überladung: Julian denkt über die Stimme von Jiang nach und reminisziert über die Vergangenheit, aber er denkt auch über den Spitznamen »Kleiner« nach. Ich würde vllt eher nur eins von beidem hier erwähnen und das andere auf später verschieben. Und dann wäre da auch noch die Dopplung »dass er eventuell ein wenig zurückhaltend war«, was du vorher auch schon durch »Ihn umgab etwas in sich Zurückgezogenes« charakterisiert hattest.


    Und dann eben nochmal die Dopplung, dass Jiang am Anfang der Beschreibung als langweilig aussehend charakterisiert wird, und am Ende auch nochmal. Man könnte das auch kürzer formulieren, zB: »Er sah unauffällig aus. Trug langweilige Jeans, einen grauen Pullover, und ihm hingen halbwegs stylische Kopfhöhrer um den Hals. Kaum zu glauben, dass dieser junge Mann vor fünf Jahren beinahe Champ geworden wäre.« [wenn du einen personalen Erzähler hast, kannst du auch einige Gedanken von Julian direkt einfließen lassen, wie ich es hier mal beispielhaft getan habe. Gedanken direkt einzufügen lässt den Charakter ein bisschen lebhafter erscheinen als »Julian fand, dass …« und helfen beim Charakterisieren. Heißt natürlich nicht, dass Julian genau so denken würde, das kann ich natürlich nicht beurteilen, es dient nur zur Veranschaulichung]


    Man kann das sicher auf 50-100 Wörter kürzen und alle anderen beschreibenden Elemente, die ja alle sehr gut dabei helfen, Jiang zu charakterisieren, auf später verschieben. Mich persönlich haben diese vielen Infos jedenfalls ein wenig überfordert und mir die Vorstellung etwas erschwert.

    Wenn du es sehr wichtig findest, dass die Leser so früh wie möglich wissen, wie die Charaktere genau aussehen, dann würde ich vllt eher empfehlen, wie bei Light-Novels Bilder der Charaktere in die Geschichte einzufügen. Damit könnte man auch Selbstbeschreibungen umgehen. Ich glaube halt, dass Texte vllt nicht das beste Medium sind, um Aussehensbeschreibungen detailliert und realistisch umzusetzen.

    Legosi Ich würde dir empfehlen, mit kurzen Geschichten anzufangen und dir dann Feedback von Freunden zu holen, anstatt dich gleich in ein großes Projekt zu stürzen. Falls dir eines der Themen der FF-Wettbewerbe gefällt, macht es vielleicht auch Sinn, dort an einem teilzunehmen und die Voter dann gegebenenfalls im Nachhinein nach persönlichem Feedback zu fragen. Wenn du ein paar Kurzgeschichten geschrieben hast, kannst du dich an größere Projekte machen (10-20 Seiten), und so den Umfang langfristig erhöhen.


    Es gibt sehr viele Dinge, die man beim Schreiben von Geschichten beachten kann, um besser zu werden, aber es gibt auch viele Dinge, die man persönlich vielleicht schon von Natur aus richtig macht. Ohne tatsächlich einen Text zu haben, ist es schwer zu erraten, was du vielleicht beachten solltest. Besser wirst du letztendlich nur durch langfristiges Schreiben und das Lesen von Feedback.

    Da ich hier in dem Topic zu dieser Angelegenheit erwähnt wurde:


    Ich denke, der einfachste, erste und wichtigste Schritt dabei, Vegetarier oder Veganer zu werden ist einfach, sich zu informieren. Nehmen wir mal an, man hat sich bereits so sehr informiert, dass man selbst Gründe sieht, Veganer werden zu wollen, aber man diesen Schritt eben nicht so recht gehen kann, da man den Weg nicht kennt. Ich würde empfehlen: Schaut Dokumentationen, lest vegane Blogs, schaut vegane Vlogs, lest Online-Artikel oder fragt einfach Veganer aus eurem Umfeld. Nicht um herauszufinden, wie ihr es machen sollt, sondern um herauszufinden, wie sie es machen.


    Bei vielen Dingen im veganen Lebensstil geht es eigentlich darum, Alternativen zu finden. Man erfährt zum Beispiel, dass irgendeine Verhaltensweise oder ein Produkt problematisch ist. Und dann sucht man sich eben eine weniger problematische Alternative.

    Ich habe viel über Veganismus von Freunden gelernt, wenn ich mit ihnen zusammen einkaufen gegangen bin. Man steht vor einem Regal mit Lebensmitteln, sie greifen zu einem bestimmten davon, und man fragt: "OK, warum hast du das hier genommen?"

    Oder man fragt eben: "Kennst du einen guten veganen Butterersatz?" - "Naja also wir kaufen immer die grüne Alsan" usw.


    Je mehr ihr euch mit Infos zu dem Thema umgebt, und je mehr ihr euch damit beschäftigt, desto besser. Ihr müsst nicht von Tag eins an vegan leben. Damit könntet ihr sogar einiges falsch machen. Und nur weil ihr euch über vegane Alternativen informiert, heißt das ja noch lange nicht, dass ihr das auch anwenden müsst. Das bleibt euch selbst überlassen. Daher ist die Informationssuche finde ich der beste Anfangspunkt, denn es ist total unverbindlich.


    Um mal ein paar Richtlinien zu nennen, mit denen man oft gut beraten ist:

    • Gute Basisprodukte für eine vegane Ernährung in Europa sind u.a. Brot, Linsen, Kartoffeln, Bohnen, Nudeln aus Hartweizengries oder Couscous. Reis ist in seiner Herstellung sehr umweltschädlich, also lieber vermeiden.
    • Dazu lokales und bestenfalls saisonales Obst und Gemüse. Blumenkohl, Tomaten, Karotten, Äpfel, Birnen usw. In Europa angebautes Obst und Gemüse wie Zucchini, Weintrauben, Pfirsiche, Aprikosen, Nektarinen können auch noch okay sein.
    • Hafermilch als Milchersatz
    • Vitamin B12 als Nahrungsergänzungsmittel zu sich nehmen. Auf vegane Herstellung achten, wie auch bei anderen Ergänzungsmitteln. Bitte informiert euch zusätzlich über andere wichtige Zusatzstoffe (das solltet ihr übrigens auch tun, wenn ihr euch von Fleisch ernährt).
    • Beim Einkaufen nach dem Vegan-Siegel schauen, dann muss man nicht die ewig langen Zutatenlisten durchgucken. Das Logo zu drucken ist noch nicht Pflicht, soll aber, soweit ich weiß, bald pflichtmäßig eingeführt werden. Das wird das Einkaufen leichter machen.
    • Lieber in lokalen, kleinen Läden einkaufen, als in Ketten. Generell Produkte von großen Marken eher vermeiden. Lieber selber einkaufen gehen, als bei Amazon zu bestellen.
    • Lieber lokal hergestellte Produkte einkaufen. Hinweise zum Herstellungsland finden sich oft auf den Verpackungen. Achtet vor allem darauf, dass es nicht aus weit entfernten Ländern stammt (China, Südamerika etc). Der Transport über weite Strecken ist umweltschädlich.
    • Lieber Produkte ohne Verpackung als mit Verpackung kaufen. Lieber Holz/Papier-Verpackungen wählen als Plastik-Verpackungen. Lieber Glasflaschen kaufen als Plastikflaschen, und lieber Pfand-Flaschen kaufen als Nicht-Pfand-Flaschen.
    • Auch bei Kosmetik und Kleidungsstücken sollte auf eine vegane Herstellung geachtet werden
    • Lieber Second-Hand kaufen als neu. Gilt insbesondere für Kleidung und Elektronik, aber auch Möbel etc.
    • Lieber kurze Reisen als weite Reisen, lieber öffentliche Verkehrsmittel als Auto, lieber Zug als Flugzeug etc.


    Ein umweltbewusster Lebensstil fängt nicht bei Veganismus an und hört dort auch nicht auf. Wer Veganer ist, sich aber von Reis, Avocados, Bananen und Kokosnüssen ernährt und zweimal im Jahr in den Urlaub fliegt, der hat der Umwelt und sich selbst nicht allzu viel Gutes getan.

    Ihr müsst selbst entscheiden, welche Alternativen ihr wählen wollt und welche nicht. Es gibt keinen korrekten umweltbewussten Lebensstil. Viele umweltbewusste Menschen ernähren sich zum beispiel überwiegend vegan, machen aber bestimmte Ausnahmen:

    • Manche essen trotzdem Honig. Honig von Lokalen Imkern zu kaufen, kann Bienenpopulationen unterstützen in einer Zeit, in der Bienen durch Pestizide vom Aussterben bedroht sind.
    • Manche essen trotzdem Hühnereier von manchen lokalen Bauernhöfen. Hühner legen auch unbefruchtete Eier (im Gegensatz zu anderen Vögeln), und sie legen immer Eier. Wenn ein Freund von euch Hühner als Haustiere hegt, könnt ihr für euch entscheiden, ob der Konsum dieser Eier für euch in Ordnung geht, weil er wenig umweltbelastend ist.
    • Manche essen trotzdem Fleisch von von Jägern erlegtem Wild. Der Wolf als natürlicher Feind vieler heimischer Wildsorten wurde vom Menschen vertrieben. Das resultiert darin, dass eingie Wildsorten sich ungehemmt vermehren und dadurch Schaden an Pflanzenbeständen verursachen. Das Erlegen dieses "überschüssigen" Wilds wird von vielen umweltbewussten Menschen als wenig umweltschädlich und ethisch in Ordnung betrachtet, und damit auch der Konsum des resultierenden Fleischs.

    Es gibt natürlich wiederum viele Veganer, die auch in diesen Fällen den Konsum tierischer Produkte ablehnen. Es ist eine Frage, die man für sich selbst beantworten muss - das kann man aber nur dann wirkungsvoll tun, wenn man ausgiebig in der Thematik drinsteckt und sie von allen Seiten betrachtet. Umweltbewusst zu leben bedeutet, konstant dazuzulernen. Neue Alternativen finden und ausprobieren, und auch nach Jahren noch problematische Verhaltensweisen an sich zu entdecken und nach Lösungen dafür zu suchen. Und man muss selbst entscheiden, wie viel Energie und Mühe man dafür aufbringen möchte. Abschließend:


    Geld ist Macht!


    An der Stelle möchte ich vor allem auf eine besonders wichtige Sache aufmerksam machen: Geld ist Macht. Mit jedem Cent, den ihr ausgebt, stimmt ihr darüber ab, was für eine Welt ihr wollt. Ihr würde sogar so weit gehen zu sagen, dass euer Geld die Gesellschaft viel mehr verändern kann als eure tatsächliche demokratische Stimme bei einer Wahl.


    Warum ist das so? Weil ihr mit eurem Geld eine Nachfrage schafft. Wenn ihr 100€ für vegane Produkte ausgebt, dann erzeugt ihr 100€ Nachfrage in der Welt für vegane Produkte. Wenn ihr das Geld stattdessen für tierische Produkte ausgebt, dann erzeugt ihr die Nachfrage für tierische Produkte. Wenn ihr Geld ausgebt für Fleisch aus Massentierhaltung, dann stimmt ihr dafür ab, dass Massentierhaltung weiter existiert. Wenn ihr Geld bei Amazon ausgebt, dann stimmt ihr dafür ab, dass Amazon weiter existiert. Wenn ihr Geld bei eurem lokalen Bauern oder eurem lokalen Buchladen ausgebt, dann stimmt ihr wiederum dafür ab, dass diese weiter existieren.

    Unser Konsumverhalten ist eines der stärksten Instrumente, die wir haben, um einen Einfluss auf die Welt zu nehmen. Ich finde, das ist etwas, das man immer im Hinterkopf behalten sollte, weil es dabei helfen kann zu entscheiden, was man wirklich braucht und was nicht.

    Informationen zur Enkelin der Zeit


    Ich habe ein bisschen ein schlechtes Gewissen, dass ich die Veröffentlichung von EdZ hier nicht bis zum Ende fortgeführt habe. Das hatte viele Gründe, hauptsächlich Stress irl. Als ich das Projekt dann Anfang dieses Jahres wieder aufgenommen habe, hab ich entschieden, es in eine etwas andere Richtung zu lenken, und da ich jetzt damit fertig bin, wollte ich es (abschließend) in diesem Topic noch erwähnen.


    Ich habe Die Enkelin der Zeit nämlich in einem Self-Publishing-Verlag namens BoD veröffentlicht und man kann die ganze Geschichte nun kaufen und lesen. Ich hätte sie auch eigentlich gerne kostenlos zur Verfügung gestellt, nur das hilft mir nicht dabei nicht zu verhungern, rip. Im Zuge der Veröffentlichung werde ich die ersten drei hier geposteten Kapitel (irgendwann) auf die aktuellste Version updaten und die restlichen Kapitel entfernen, da sie sonst wohl den zulässigen Umfang für Leseproben überschreiten. Wer kein Geld hat und die ersten Kapitel von EdZ damals hier mitverfolgt hat und wissen möchte wie es weitergeht, oder wer eine alte Version des Buchs für mich korrekturgelesen hat, kann sich auch gerne bei mir melden und ich schicke euch die aktuelle Version des E-Books als Geschenk.


    An dieser Stelle möchte ich insbesondere Thrawn und Liu für ihre Hilfe bei der Veröffentlichung bedanken. Neben euren zahlreichen Ratschlägen und der moralischen Unterstützung, grenzt das, was ihr geleistet habt, an ein professionelles Korrektorat bzw. Lektorat, und ich bin super froh, dass ihr für mich da wart!!


    Zur Veröffentlichung: Da man beim Self-Publishing alle Aufgaben, die eigentlich ein Verlag übernehmen würde, selber machen muss, war das insgesamt ein sehr umfangreicher Prozess. Ich habe lange Zeit daran gesessen, das Cover zu gestalten, das ihr unten sehen könnt. Daneben habe ich einige zusätzliche Kapitel geschrieben, die in früheren Versionen noch nicht vorhanden waren, um ein paar Plotpunkte deutlicher zu zeigen und besser verständlich zu machen. Ich hoffe, dass diese neuen Kapitel das Buch insgesamt verbessern. Der Buchsatz für die Print-Version war auch eine Aufgabe, von der ich vorher gar nicht wusste, dass sie existiert, und sie hat genau wie das Formatieren des E-Books in eine valide und von gängigen Publishern akzeptierte Version viel Zeit und Nerven geraubt. Ich dachte ursprünglich (sprich: im Februar), dass ich das Buch einfach noch einmal kurz überarbeiten und dann veröffentlichen würde, damit ich mit der Enkelin der Zeit endlich abschließen kann, aber Pustekuchen!

    Und schließlich brauchte ich einen Namen, den ich auf das Buch schreiben kann, da ich meinen eigenen aus diversen Gründen nicht nehmen wollte und habe ich mich für das Pseudonym A. Fishbowl entschieden. Es war eine schwere Entscheidung, aber nun, letztendlich ist es auch nur irgendein Name.


    Aber ja, jetzt ist es soweit. Ich habe im Januar 2016 angefangen, diese Geschichte zu schreiben, und jetzt ist sie, nach fast dreieinhalb Jahren, endlich ganz fertig. Dafür, dass es ursprünglich nur eine kurze Novelle von etwa 100 Seiten werden sollte, ist es ganz schön umfangreich geworden. Das Buch hat nämlich etwa 69.000 Wörter und die Print-Version ist 300 Seiten lang.


    Das Buch ist jetzt bei den meisten gängigen Online-Shops als E-Book (auch international) erhältlich. Die Print-Ausgabe ist ein Taschenbuch, das man bald in gängigen Buchläden international bestellen können sollte (sobald die Kataloge geupdatet sind). Es wird auch bei üblichen Online-Buchshops bestellbar sein. Da es sich um Print-on-Demand handelt, sollte man ein paar Tage extra einberechnen, bis es ankommt.




    E-Book: 2,99€

    bei Thalia

    bei Amazon

    bei BoD

    ... und andere. ISBN: 9783735759535


    Print: 9,99€

    bei Amazon

    bei BoD

    ... und andere. ISBN: 9783735758163



    Okay ... vielen Dank für eure Aufmerksamkeit! Ich schreibe, wie ich bereits am Anfang des Buchs erwähnt habe, bereits an einem zweiten Roman. Dieses Mal wird es Horror/Fantasy, und den dürfte ich aufgrund einiger seiner Inhalte vermutlich nichtmal im BB posten, wenn ich wollte. x)

    Momentan gibt es dort zwar nicht viel zu sehen, aber ich habe vor, auf meinem Twitter-Account zukünftige Veröffentlichungen und Informationen rauszugeben, also falls jemand interessiert ist, könnt ihr mir unter @awful_fishbowl folgen.

    Bis dann!~

    Na und? Dann hat er es halt verlauten lassen. Sagen kann man viel, wenn der Tag lang ist. Wenn man ihm nicht vertrauen kann, dass er danach handelt, ist auch das nur heiße Luft.

    Hä?

    -- Typ sagt: "Ich werde immer alternierend abstimmen, außer bei Anträgen, wo es auf einzelne Stimmen ankommt"

    -- Typ tut daraufhin genau das, jahrelang

    -- Person im Internet beschwert sich, dass man nicht darauf vertrauen kann, dass er tut was er sagt

    ... what?


    Abgesehen davon kann ich Alaiya aber verstehen, wenn sie sagt, dass die Partei sich nicht viel für LGBT-Rechte einsetzt, mir ist jedenfalls nicht besonders viel Lobby-Arbeit von ihnen zu dem Thema bekannt. Das hat, finde ich, mit dieser einen Abstimmung halt nichts zu tun, ist aber trotzdem ein guter Grund dagegen, sie zu wählen, insbesondere wenn einem das Thema wichtig ist und andere Parteien das besser vertreten.

    Ist das wirklich dein Ernst btw? Wenn du danach gehst, sind sehr, sehr viele Lebensmittel Luxusgüter.

    Na klar ist das mein Ernst. Und ja, das hast du gut erfasst, viele Lebensmittel - und auch ganz viele andere Dinge, die wir täglich benutzen - sind Luxusgüter, bzw. sollten welche sein. Vele umweltbewusste Menschen kaufen eben gezielt lokale Produkte aus lokalen Läden. Das schließt Lebensmittel mit ein.


    In der modernen Welt werden wir (Erste-Welt-)Menschen dazu verwöhnt, gar dazu erzogen, dass immer alles verfügbar sein muss, und wir alles jederzeit haben können müssen, egal wo wir sind. Obst im Winter, Obst und Gemüse aus fernen Ländern, Klamotten usw. von der ganzen Welt, das müssen wir alles jederzeit greifbar haben, und wenn nicht, dann regt man sich aber gehörig auf.


    Nun ist der Umstand, dass wir uns in diesem Zustand befinden, aber nicht (nur) aufgrund der Modernisierung der Gesellschaft gegeben. Wir können uns das eben nur leisten, weil wir ständig während der Produktionsketten alle möglichen Ressourcen mehrmals um den Globus transportieren, in Flugzeugen oder Schiffen, und damit die Umwelt massiv belasten. Dass wir hier immer alles haben können macht uns den Planeten kaputt, und jedes Mal, wenn nicht-lokale Lebensmittel oder Konsumgüter kauft, beteiligt man sich daran.


    Also ja, ich meine das ernst. Ich finde es ist absoluter Quatsch, dass wir alles jederzeit haben können müssen, egal wo auf dem Planeten wir leben. Das ist einfach nur Verwöhnung und mehr nicht.


    Übrigens: Das Hauptproblem besteht, wie ich ja nun auch schon mehrmals erwähnt habe, darin, dass wir es in dem extremen Ausmaß tun, in dem wir es tun. Wenn es nur ein paar wenige exotische Produkte in unseren Läden wären, und ihre Herkunft unter anderem durch einen angemessen höheren Preis reflektiert würde, dann wäre es eine ganz andere Geschichte.


    Btw was brauchen Städtler überhaupt was zu essen, wenn in ihrer Gegend nichts wächst. xD

    Dinge vom Land aus der Umgebung in die Stadt zu senden, halt ein par Dutzend oder Hundert Kilometer weit, ist überhaupt nicht vergleichbar damit, Sachen quer über den Globus zu schicken. Des Weiteren kam meine Aussage gegenüber Gucky zustande unter dem Aspekt, dass ich meinte, dass manche Veganer/Vegetarier es nicht moralisch verwerflich finden, tierische Produkte zu verzehren von Tieren, deren Aufzuchtbedingungen sie persönlich kennen und unterstützen würden. Meine Aussage ist daher streng im Rahmen tierischer Produkte gemeint gewesen.

    So denkt aber keineswegs jeder Vegetarier/Veganer, und ich zum Beispiel finde auch unter diesen Umständen den Verzehr problematisch, zumindest in unserer heutigen Welt. Das heißt wiederum nicht zwangsläufig, dass ich es Leuten vorwerfen würde, wenn sie das tun.

    Gut, ist halt Pech, wenn man in der Stadt wohnt...

    Ja ... ist es halt auch? Irgendwann muss man halt meiner Ansicht nach auch lernen, dass Fleisch und tierische Produkte ein Luxusgut sind. Wenn man in der Stadt wohnt, hat man keinen klaren Sternenhimmel, man kann sich nicht an einen ruhigen See mit wenigen Leuten setzen, und man hat weniger frische Luft usw.

    Dafür hat man wenn man in der Stadt wohnt andere Vorteile, zB. bessere Infrastruktur. Worauf ich hinaus will: Das Leben ist auf der Stadt anders als auf dem Dorf, und es wäre Irrsinn zu fordern dass es nicht so sein soll. Ich sehe halt überhaupt keinen Grund, warum jemand, nur weil er in der Stadt wohnt, trotzdem ein Recht auf tierische Produkte haben sollte, weil das eben Luxus ist. Man braucht es schlicht und ergreifend nicht. Vor allem nicht in den extremen Mengen, in denen es Stadtleute haben wollen.

    Edit: Gucky Um mich nochmal genauer auf deinen Satz danach zu beziehen: Ich spreche von großen Mengen, weil die durchschnittlich verzehrte Menge von Fleisch in der Gesellschaft nunmal enorm hoch ist. Und warum viele Vegetarier/Veganer komplett boykottieren anstatt den Konsum herabzustellen: Bei mir war es ursprünglich zB. einfach Simplizität. Ich wusste, dass es mir einfacher fallen würde, konsequent zu bleiben, wenn ich komplett verzichte. Wenn man vor allem aus moralischen Gründen Vegetarier ist, dann geht es einem oft darum, dass man einfach nicht will, dass irgendein Tier seinetwegen leidet, und das begründet dann den vollen Verzicht.


    Aprikose tut dasselbe, nur mit anderem Vorzeichen. Da lautet die Begründung "IN WIRKLICHKEIT findet man's ja eklig, aber man wurde daran gewöhnt."

    Naja, ich hab mich da wohl nicht deutlich genug ausgedrückt, bzw zwei verschiedene Dinge in einen Topf geworfen. Die Idee, Fleisch zu essen, würde ohne die Gewöhnung daran von vielen Leuten eklig gefunden werden. Weil Leute zB (ungekochtes) Fleisch bzw. Gedärme etc. halt von Natur aus eklig finden. Genauso wie man Insekten eklig findet und so weiter. Das heißt nicht, dass Insekten nicht lecker schmecken können, sondern dass man als Mensch standardmäßig eine Aversion gegen die Vorstellung hat, so etwas zu verspeisen. Wir müssen Fleisch zB. auch in den meisten Fällen erst kochen, bevor wir überhaupt an den Verzehr denken würden bzw. bevor wir es überhaupt gefahrlos verzehren können.

    Klar, ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich, und das sieht man ja auch an der Gesellschaft. Ärzten und Chirurgen und Rettungssanitätern usw. wird zum Beispiel im Laufe der Ausbildung die Sensibilität für solchen Ekel genommen, und manche Menschen haben ihn vielleicht auch von selbst aus nicht.


    Hinzu kommen moralische Probleme: Man würde zB. keinen Oberschenkel von verstorbenen Mitmenschen essen, selbst wenn das lecker wäre und nahrhaft. Weil eben der moralische Glaube an den Wert des Körpers eines Menschen dahintersteht, der auch in der Gesetzeslage verankert ist - eben weil es diese moralischen Grundlinien gibt. Sobald man beispielsweise nach einer Desensibilisierung gegenüber Tierfleisch ähnliche moralische Werte gegenüber Tieren erkennt, oder sobald man erkennt was für andere Probleme mit Fleischkonsum einhergehen, findet man dann eben vielleicht auch gekochte Tierkadaver eklig. Das ist dann nicht von Natur aus oder in "Wirklichkeit", wie du mich in deinem Beitrag wiedergegeben hast, sondern auf Basis dieser Moralvorstellungen. Und gerade die habe ich ja in meinem ursprünglichen Beitrag in dem Abschnitt erwähnt und auf die habe ich mich in dem Kontext auch bezogen. Du hast meinen Satz da etwas aus dem Kontext gerissen.


    Geschmack und Ekel sind da eben nicht unbedingt dasselbe. Etwas kann "objektiv" betrachtet gut schmecken aber eben trotzdem eklig sein. Nur meistens findet da bei jedem Menschen eine Wechselwirkung statt: Etwas, das man eklig findet, findet man dann eben auch nicht lecker.

    Der Geschmack ist toll und ich muss durchaus die Augen verdrehen, wenn mir quasi jeder Veganer und Vegetarier erzählt, wie ekelhaft Fleisch schmecken würde.

    Dazu kann ich aus persönlicher Erfahrung etwas sagen: Ich bin seit ca. 7 Jahren Vegetarier, und ich würde zustimmen, dass Fleisch ekelhaft ist bzw. ekelhaft schmeckt. Das war aber nicht immer so. Ich weiß noch ziemlich genau, wie schwer es mir gefallen ist, als ich damals mit Vegetarismus angefangen habe. Ich fand Fleisch super lecker. Es hat mich unglaublich viel Überwindung gekostet, nicht rückfällig zu werden, und mir wurde das Herz schwer bei dem Gedanken, dass ich ein paar Gerichte, die ich so liebte, nie wieder würde essen können.


    Aber nach spätestens 3-4 Jahren hat sich das eben geändert (wenn nicht früher, habe nicht Buch geführt). Mittlerweile wird mir wirklich übel bei dem bloßen Gedanken daran, Fleisch zu essen. Es kam auch schon vor, dass ich Fleischersatzprodukte gegessen habe, die Fleisch so ähnlich geschmeckt haben, dass mir davon schlecht wurde. Manchen Leuten helfen solche Produkte, ich selbst finde sie eher unnötig. Ich meine, im „Idealfall“ schmecken sie ganz genau wie Fleisch, und dann muss ich mit großer Mühe versuchen, mich nicht zu übergeben. Die meisten langjährigen Vegetarier und Veganer, die ich kenne, haben ähnliche Erfahrungen gemacht. Anfangs ist der Verzicht schwer, aber nach einer Weile ist für viele ein Rückfall quasi ausgeschlossen, weil man erkennt, dass man es widerlich findet. Ähnliches gilt für Milchprodukte und Eier usw. Ich esse sie zwar noch, aber mir wird davon trotzdem unwohl und ich halte es auf einem Minimum. Ich bevorzuge daher auch vegane Produkte.


    Ich denke halt einfach, dass Menschen sehr desensibilisiert sind, was den Konsum von Fleisch angeht. Wir leben in einer Welt mit grundsätzlich sehr avancierten moralischen und ethischen Vorstellungen und Richtlinien, und auch wenn viele Menschen denen nicht immer folgen, so kennt sie zumindest jeder. Ich würde sogar so weit gehen und behaupten, dass Fleischkonsum mit unseren heutigen gesellschaftlichen Werten gar nicht mehr vertretbar ist (und das würde ich auch als Grund anführen, warum Fleisch essende Menschen bei dieser Thematik so defensiv und verzweifelt werden, während vergleichbare Problematiken kaum eine Debatte auslösen).

    Der einzige Grund, warum wir noch Fleisch in diesen großen Mengen konsumieren, ist weil wir es als Gesellschaft so gewohnt sind. Aber sobald die Gewöhnung wegfällt, findet man es eben irgendwie eklig. Genauso wie die meisten Menschen im Westen den Gedanken eklig finden, Katzen oder Hunde zu essen. Die wenigsten, die das eklig finden, haben Katzen oder Hunde überhaupt probiert. Viele finden auch die Vorstellung eklig, Insekten zu essen, und das obwohl Insekten eine sehr gute Ernährungsoption für die Weltbevölkerung wären. Die wenigsten haben richtig zubereitete Insekten gegessen. Aber wenn man zB. sein Leben lang mit dem Konsum von aufbereiteten (gegebenenfalls zur Unkenntlichkeit pürierten) Insekten aufwächst, wird man es sehr wahrscheinlich auch lecker finden.


    Sind Veganern die Lebensbedingungen letzlich nicht völlig egal (also überspitzt gesagt, weil manche Haltungsbedingungen schon aus Prinzip eigentlich niemandem egal sein sollten), weil sie auch unter bestmöglichen Bedingungen auf Fleisch usw. verzichten? Ansonsten dürfte ja nichts dagegensprechen, Honig zu essen oder Eier vom Bauern, den man persönlich kennt.

    Das kommt ganz auf den Grund an, warum jemand Veganer ist. Es gibt die Haltung, dass das Ausnutzen von Tieren grundsätzlich moralisch verwerflich ist. Veganer, die aus diesen Gründen vegan leben, wollen, dass gar keine Tiere gehalten werden, egal unter welchen Umständen. Sie sind auch gegen Institutionen wie Zoos und gegen die Haltung von Haustieren.


    Aber nicht jeder Veganer lässt sich in die gleiche Schublade schieben. Manche „Veganer“ essen beispielsweise Honig, oder würden eben Milch von einer Kuh aus dem eigenen Privatbesitz zu sich nehmen. Wobei ich es eben auch kenne, dass man Dinge der „Einfachheit“ halber so macht. Zum Beispiel: Man ist Veganer, also ernährt man sich strikt vegan, auch wenn man persönlich kein Problem mit dem Konsum von Honig hätte. Im Idealfall müsste sich eben jeder Veganer bei jedem Gericht mit dessen Herkunft auseinandersetzen und anhand dessen entscheiden, ob er oder sie es isst oder nicht. Ich kenne zB. Veganer, die Honig essen, dafür aber kein Gemüse, das nicht aus Europa stammt. In beiden Fällen fällt das auf ihre persönlichen Werte zurück: Honigkonsum unterstützt Bienenbestände und ist positiv, währen Gemüse von weit weg Globalisierung unterstützt und damit den Klimawandel vorantreibt.


    Natürlich gibt es dann eben die Pedanten die sagen „Du isst Honig also bist du kein Veganer! Heuchelei!“, sowas wird man als Vegetarier und als Veganer an jeder sich bietenden Stelle zu hören bekommen. Für mich sind Veganismus und Vegetarismus halt hauptsächlich Guidelines, die es etwas einfacher machen, sich umweltbewusst zu ernähren. Die Leute, die ich kenne, die es ernst mit Umweltbewusstsein meinen, machen sich nicht so viele Gedanken darüber, wie sie sich nennen und welches Label sie haben, sondern beschäftigen sich damit, woher welche Produkte kommen, kaufen Second-Hand oder Fair-Trade Klamotten, kaufen aus lokalen Läden und nicht von Ketten, suchen sich natürliche Kosmetik-Alternativen oder Waschmittel usw. Es geht da eben oft über die bloße Ernährung hinaus und möglichst jede Tat ist durchdacht und soll mit den eigenen Werten im Einklang stehen. Und wenn mal etwas nicht gut durchdacht ist, lässt man sich darauf hinweisen, und sucht autonom nach besseren Alternativen.


    Ein einfaches „ihnen sind die Lebensbedingungen völlig egal“ zur Beschreibung von „allen Veganern“ greift da etwas zu kurz, würde ich sagen.


    Wo sich offenbar beide Seiten üblicherweise einig sind, ist, dass Flexitarier ganz böse Heuchler sind. Statt dass sich Veganer und Vegetarier darüber freuen, dass sie sich Mühe geben und Fleischesser sich freuen, dass sie undogmatisch sind, werfen beide Seiten lieber Heuchelei vor.

    Das ist ein psychologisches Phänomen, das sich „horizontale Feindseligkeit“ nennt und es wurde durch verschiedene Studien belegt. Man findet diesen Effekt hauptsächlich von der Richtung der Extremität zum zentrumsnäheren, aber nicht zentralen Standpunkt. Etwas anschaulicher: Extremfeministische Menschen sind ungehalten von weniger extremen Feministen - und ihnen gegenüber speziell feindseliger als den im Zentrum liegenden Nicht-Feministen. Das findet man auch in Ernährungsweisen. So lässt sich ein solcher Effekt eben auch bei Veganern nachweisen. Veganer sind Vegetariern gegenüber teilweise ungehaltener als gegenüber Omnivoren. Und Vegetarier finden Flexitarier unsympathischer als Omnivore.

    Der Grund dafür liegt vermutlich in der Gruppenidentitätsfindung. Man fühlt sich eher durch eine Gruppe gefährdet, die der eigenen ähnlich, aber dem Zentrum näher ist. Vom Zentrum kann man sich leicht abgrenzen, aber von der moderateren Schwestergruppe nicht. Dabei stellt sie die Notwendigkeit der eigenen Gruppe in Frage und sorgt für defensives Verhalten. Dieser Effekt ist oft nicht umkehrbar: So finden beispielsweise Vegetarier Veganer tendenziell nicht schlimm, sondern sind ihnen gegenüber positiv eingestellt (weil sie extremer sind und das allgemeine Ziel unterstützen). Das lässt sich bei ganz vielen ähnlichen politischen Thematiken aufzeigen.

    Aber: Das ist natürlich von Person zu Person unterschiedlich. Die Studien sehen so aus, dass man hunderte Leute aus solchen Gruppen befragt hat, und dann waren die „Sympathie“-Ausprägungsbalken eben in manchen Richtungen kürzer als in anderen. Bin auch nicht mehr sicher, wie stark der Effekt nun letztendlich ist. Aber es ist auf jeden Fall ein interessanter Effekt, den man im Hinterkopf behalten sollte, da er das Verhalten mancher Menschen nachvollziehbarer macht.