Beiträge von #TotallyFelix

    So wie es aussah hatte Aleena komplett richtig geraten, denn das Wuffels machte genau das, was sie wollte. Gedanklich notierte sie den Namen der Attacke schon einmal. Falls sie ihn später brauchen würde. Zusammen mit einer recht großen Zahl anderer Attacken reichte der Eiszahn wohl aus, um das zweite Menki zu vertreiben. Als es dann die Flucht ergriff, konnte Allie sich auch nicht ganz zurückhalten, und man konnte die Freude aus dem "Yes~", das ihre Lippen verließ, deutlich heraushören. Aber sie störte das nicht. Immerhin war sie nicht so eine Person, die viel Wert darauf legte, ihre Gefühle vor anderen geheim zu halten. Stattdessen ging sie in die Hocke um sowohl Fubuki als auch "ihr" Wuffels zurück zu empfangen. Beide bekamen natürlich Streicheleinheiten für den gewonnen Kampf. Währenddessen meldete sich auch Celebi wieder zu Wort. Natürlich telepathisch. Echte Geräusche machen war zu langweilig, oder so. In ihrer Sichtperipherie bemerkte die junge Frau eine Bewegung, die sich als Celebi herausstellte – damit richtete sie ihre Augen auf das fliegende Pokémon, während sie die beiden Vierbeiner mit jeweils einer Hand weiter kraulte. Sicher, sie müsste jetzt nicht Sichtkontakt halten. Aber es war ihr irgendwie lieber so.


    Nach der ersten Erklärung des legendären Pflanzenpokémon kam sie sich irgendwie vor wie in einem Videospiel. Namentlich, einem Tutorial das Zeitreisemechaniken erläuterte. Denn genau darum schien es hier zu gehen, wenn sie die Aussagen richtig deutete. Wie funktionieren Zeitreisen, und was kann man ändern – oder nicht. Gerade als ihre Gedanken zu dieser letzten Fragestellung wanderten, warf sie wieder einen Blick nach unten, zu dem Wuffels, das sich an ihre Beine gekuschelt hatte. Es war knuffig wie sonst was…am liebsten würde sie es behalten. Blieb nur die Frage ob das überhaupt möglich war. Wenn ja, war das für sie eine erledigte Sache. Sie würde den kleinen Racker mitnehmen. Während sie sich aber noch Gedanken um dieses „Problem“ machte, begann Celebi schon mit der Geschichtsstunde, der sie nur mit einem Ohr zuhören würde, würde die Stimme sich nicht direkt in ihrem Kopf manifestieren. Trotzdem widmete sie sich mehr den Pokémon vor ihr – zumindest bis die Geschichtsstunde finsterer und finsterer wurde. Gleichzeitig wurden ihre Finger langsamer, und ihr Blick wanderte vom Boden hoch zum legendären Pokemon. Mit Tränen in den Augen. Immerhin war sie ja eine sehr emotionale Person. Schlussendlich folgte dann aber doch ein leichter Trost – nach der Belehrung über die Komplikationen des Zeitreisens. Sie hatte sich schon gewundert, wann die Lektion kommen würde.


    Sicher, es war grausam, die drei unschuldigen Pokémon ihrem Schicksal zu überlassen. Auf der anderen Seite wusste sie auch genau, dass es wenig Sinn machte, darüber irgendwie zu diskutieren. Naturgesetze ließen sich eben leider nicht emotional beeinflussen… Nach kurzem Überlegen schniefte sie einmal, wischte sich mit dem Handrücken die angesammelten Tränen weg und richtete sich wieder auf – Fubuki nach wie vor zu ihren Füßen, das Wuffels im Arm haltend, welches sie weiterhin streichelte. Anfangs war ihre Stimme noch ein wenig zittrig, sie fing sich aber relativ schnell wieder: "Keines der Drei mitzunehmen wäre schlichtweg unverantwortlich… ich wär dafür, dieses hier mitzunehmen." Irgendwer musste ja auch einmal das Wort erheben. Auch wenn sie irgendwie hoffte, es würde keinen Widerspruch geben…denn auch wenn es generell schwer war, das Kleine in ihren Armen hatte sie am meisten ins Herz geschlossen. Aus nachvollziehbaren Gründen.


    OT: So, erster Claim steht.

    Den Effekt ihres Befehls bekam Rachel nicht mit. Zumindest nicht direkt. Viel zu sehr war sie mit so trivialen Dingen wie Luft bekommen beschäftig. Die zusätzliche Hilfe schien allerdings Erfolg zu haben, denn eine weitere Druckwelle blieb aus. Vorerst zumindest. Das verschaffte ihr zumindest die Möglichkeit sich halb aufzusetzen, und danach zu hyperventilieren. Schnelle Atemzüge, aber sie bekam zumindest wieder Luft. Womit sie sich auch relativ schnell wieder beruhigt hatte, obwohl ihr Rücken nach wie vor schmerzte. Aber das würde wohl noch eine Zeit so bleiben. Leider. Das erste, das sie bemerkte, noch während ihr Blick sich noch richtig fokussierte, war ein äußerst nerviges Piepsen, das irgendwo von ihrer rechten Seite stammte. Und nachdem sie wieder ihre Umgebung richtig wahrnehmen konnte, bemerkte sie einen deutlichen Mangel an Bukamon. Sie konnte ihren Partner doch nicht innerhalb von 15 Minuten nach dem Erhalt verloren haben! …oder doch? Sie schaffte es dann aber doch noch, eine leuchtende Silhouette dem Digimon zuzuordnen – ehe sich der kleine Plesiosaurier, zumindest hatte Bukamon so auf sie gewirkt, verwandelte. In eine überdimensionierte Auster. Nein, sie würde das nicht hinterfragen, an dem Tag war schon viel zu viel seltsamer Kram passiert als dass das sie jetzt noch überraschen könnte. Weitere Befehle würde sie zwar gerne geben, aber durch einen kompletten Mangel an Wissen ihrerseits gestaltete sich das leider dezent schwierig. Aber zumindest konnte sie ihrem Partner etwas moralische Unterstützung geben: "Gut gemacht! Weiter so!" Und danach bräuchte sie erst einmal eine ausführliche Erklärung.


    Bukamon, mittlerweile Shakomon, drehte sich nur kurz zu seiner Partnerin um und gab ihr eine zustimmende Geste. Ob sie die interpretieren konnte, war eine andere Sache. Eine Sache, die leider nicht wirklich selbstverständlich war. Aber darüber konnte es sich später auch noch Sorgen machen. Nach einer kurzen Einschätzung der Situation stufte es den Schraubdreher als keine gute Vorgehensweise ein. Zu viele Attacken gleichzeitig, von denen es getroffen werden konnte. Also rief es: "Druckpumpe!" und beteiligte sich mit einem starken Wasserschwall am Kampf gegen die Pawnchessmon.


    OT: Meh Post, yada yada, ich hab versprochen er kommt vorm WE, also hier ist er xD

    Hab auch meinen letzten Post ausgebessert, wo ich Poyomon statt Bukamon geschrieben hab

    In Astrids Kopf war die ganze Welt noch in Ordnung, und sie nicht in einer postapokalyptischen Stadt. Was natürlich eher daran lag, dass sie die letzten Stunden genau garnichts mitbekommen hatte. Würde sie versuchen, sich zu erinnern – was sie wegen ihren Kopfschmerzen allerdings nicht tat, weil wichtigere Dinge, würde sie genau zum Zeitpunkt eines lauten Schreis einen Filmriss vorfinden. Aber erst einmal waren andere Dinge zu erledigen als um sich um die Vergangenheit zu kümmern, die ohnehin von einem pulsierenden Schädel von ihr weggehalten wurde. Aber erst einmal musste sie aufstehen. Was sich als nicht ganz einfach herausstellte. Schlussendlich schaffte sie es aber doch, und beschwerte sich direkt über den aktuellen Zustand ihres Schädels. Dass Noé nicht einmal sie anschaute, sondern den Verursacher besagten Zustands, registrierte sie auch nicht. Dafür war sie nicht weit genug in der Welt der Lebenden. Die Antwort auf ihre Frage wirkte allerdings…nicht sonderlich real. Oder anders gesagt: So lächerlich unwahrscheinlich, dass man es nicht glauben wollte, wäre man nicht dabei gewesen. Und Astrid hätte in ihrem Zustand genau so gut irgendwo anders gewesen sein können – selbst mitbekommen hatte sie nichts. Dementsprechend musterte sie Noés Gesicht genau – sie schien aber nicht so, als würde sie sie gerade anliegen. …und war da hinten in der Skyline nicht ein Wolkenkratzer gewesen?


    Dass Noé mittlerweile in ihren Haaren rumfummelte, bekam sie auch nicht wirklich mit. Zu sehr war sie dazu auf die Unterschiede der Gebäude fokussiert. Langsam nahm sie die generelle Verwüstung der Stadt auch wahr. Oder besser gesagt, ihr Gehirn realisierte, dass der aktuelle Zustand der Stadt nicht normal war. Und woher kamen eigentlich die ganzen Statuen? Als sie das nächste mal wieder auf etwas anderes als die pure Zerstörung um sie herum achtete, war Noé plötzlich weg. Hatte sie etwas verpasst? War sie einfach weggelaufen? Und wann war Vis auf ihren Schoß gekommen? Fragen über Fragen, die sich aber auch relativ schnell erledigten, denn nach ein wenig umsehen konnte sie den Hinterkopf des Mädchens in einem Gebäude erkennen. Hatte sie ihr vorher noch etwas gesagt? Sollte sie zu ihr kommen und ihr helfen? Bei was auch immer sie da gerade machte. Das konnte die Blondine nämlich nicht wirklich herausfinden. Die Sache hatte sich aber ohnehin relativ zeitnah erledigt, und sie kam mit einem weißen…Ding zurück. Erst als sie noch näher an ihr dran war – praktisch neben ihr – erkannte Astrid das Ding als Stofffetzen. Der Aufforderung, still zu halten, folgte sie natürlich. Nicht dass sie die letzten 5 Minuten großartig etwas anderes gemacht hatte, als sich still zu halten. Die Trainerin zuckte zwar kurz zusammen, als Noé Druck auf eine äußerst schmerzende Stelle auf ihrem Kopf ausübte, hielt sonst aber brav still.


    Nachdem das andere Mädchen sich ihr gegenüber hingekniet hatte, schaute sie auf – zum ersten Mal, seit sie angefangen hatten zu reden, in das Gesicht ihrer neuen Bekannten. Und zuckte dann ahnungslos mit den Schultern. "Keine Ahnung. …vielleicht versuchen abzuhauen? Oder andere Leute finden und mit denen abhauen?" Recht viele Vorschläge hatte sie nicht. Aber auch wenn sie die Katastrophe mehr oder weniger verschlafen hatte, wollte sie nicht unbedingt hier bleiben, sollte das Ding, das dafür verantwortlich war, wieder zurückkommen. "…kannst du mir aufhelfen?"


    OT: Astrid sagt mal was nützliches. Ich glaube wir brauchen einen Krankenwagen. Bzw, ich denke es wäre mal nicht verkehrt den Rest des Grüppchens zu finden

    Dankend nahm Astrid die Bürste ihrer Trainerkollegin – auch wenn sie sich selber noch nicht wirklich als Trainerin sah – an, um das Rückenfell des Picochillas auf ihrem Schoß durchzubürsten. Mit der anderen Hand war sie nach wie vor mit dem Wiesor beschäftigt. Allerdings kam sie nicht einmal dazu, anzufangen, da richtete sich das weiß-graue Normalpokémon plötzlich kerzengerade auf und wirkte äußerst unruhig. Die Blondine dagegen war überaus überrascht – aber nicht wirklich mehr. "Ich hab sie nichtmal angefasst!", kam die Verteidigung auf Noés Vorwurf direkt von ihr. War ja nur die Wahrheit. Und auch wenn sie jetzt sonst keine großartig gesprächige Person war, Verteidigen konnte sie sich trotzdem. Wenn auch nicht immer. Ihren eigenen Partner hatte die Unruhe auch schnell erfasst, und das Karnimani kam prompt den Platz einnehmen, den die beiden Nager gerade freigemacht hatten. Astrid natürlich beugte sich direkt nach vorne, drückte das Wasser-Pokémon an sich und strich ihm beruhigend über den Rücken. Aufgrund dieser Pose flog der Kommentar ihrer Sitznachbarin prompt über ihren Kopf. Erst als sie einen lauten Schrei hörte, zuckte sie auf und drehte ihren Kopf in Richtung der Quelle des Lärms – kurz darauf spürte sie einen stechenden Schmerz auf ihrem Scheitel, und dann wurde alles schwarz. Dass sie schlaff nach vorne kippte, bekam sie garnicht mehr mit.

    Gefühlt im nächsten Moment, in Wahrheit aber einige Stunden später, am Anbruch des Tages, kamen erste Anzeichen von Bewusstsein zurück in ihren geschundenen Körper. Das Pokémon in ihren Armen nutzte diese Gelegenheit auch, um sich aus ihren Armen zu befreien – und prompt zu Noé zu laufen. Astrid hingegen gab zumindest ein Lebenszeichen von sich – eine regelrechte rhetorische Meisterleistung von ihr. Ein gequältes Stöhnen. Ihr Kopf pochte, ihr Gesicht brannte, ihr Rücken war ein einziger Fleck von Schmerz, und als ob das noch nicht genug wäre, taten auch noch alle Muskeln in ihrem Körper weh. Muskelkater. Von ihrer ungünstigen Lage. Benommen öffnete sie ihre Augen und blinzelte ein wenig. Wobei sie ausschließlich schwarz sah. Stimmt, aufstehen wäre vielleicht nicht schlecht. Mühsam stemmte sie sich hoch, und ließ sich direkt auf ihre Knie sacken. Ihr war schwindlig… und generell so richtig ungut. Einmal abgesehen von der Stadt der Schmerzen, die sie gerade besuchte. Abermals bildeten sich Tränen in ihren Augen, aber dieses Mal aus einem anderen, komplett nachvollziehbaren Grund. Und langsam blickte sie sich einmal um. Die Zerstörung vor ihren Augen kam zwar an ihrer Netzhaut an, aber nicht bis in ihr Gehirn. Erst Noé registrierte sie. Als „bekannte Person“. Sie stöhnte leise, wieder vor Schmerz, bevor sie ihren Mund öffnete, um wieder einen äußerst geistreichen Kommentar von sich zu geben: "…aua. Warum tut mein Kopf so weh?"


    OT: Eine neue rhetorische Meisterleistung von Astrid. Hoffe mal du kannst was damit anfangen Raichu-chan . Ich bin ja nicht zufrieden xD

    Nicht einmal ein Schulterzucken konnte Astrid als Reaktion auf den heldenhaften Versuch, die Stimmung aufzulockern, abgerungen werden. Aber es half. Weniger der Humor, als die Geste vorher. Auch wenn sie dann im Endeffekt abgelehnt hatte. Alleine der Versuch zählte schon viel, auch wenn man nach außen keine Änderung in ihrem Gemütszustand feststellen konnte. Und sie würde das auch nicht zugeben. Ganz sicher nicht. Dafür gab sie sich viel zu stark. Und gefühlslos. In Wahrheit war es ihr einfach nur zu peinlich. Noch mehr Emotionen waren in ihrem aktuellen Geisteszustand ohnehin nicht sonderlich nützlich. Egal welche diese waren.


    Die Hilfestellung des Wiesors, wenn auch eine eher unfreiwillige, half dagegen massiv. Auch wenn sie ihren Partner gern hatte. Es hatte doch einen anderen Effekt, ob man jetzt mit einem schuppigen Krokodil, oder einem flauschigen Nagetier kuschelte. Also nahm sie das Angebot auch gerne an, und nachdem sie eine Zeit lang zaghaft den Schweif des Wiesors gestreichelt hatte, arbeitete sie sich langsam zu seinem Körper vor. Damit sie ein bisschen mehr Substanz unter der Hand hatte. Die anderen Leute, die an ihr vorbei gingen, wurden von ihr natürlich genau so ignoriert wie umgekehrt. Es interessierte sich ohnehin niemand von denen für die Existenz des gebrochenen Mädchens auf einer Bank. Die meisten nahmen sie wohl garnicht wahr. Nicht, dass sie das irgendwie störte oder so. Astrid hatte kein Problem damit, allein zu sein. War sie ja auch die meiste Zeit. Wobei sie lieber ihre Zeit mit anderen Dingen als herumsitzen und psychischen Zusammenbrüchen verbrachte.


    Zumindest ließ das flauschige Fell unter ihrer Hand ihre Gedanken an einen weniger dunklen Ort wandern. Eine willkommene Abwechslung. Da störte sie sich auch nicht gerade daran, dass sie nichts von dem, was ihre "Gesprächspartnerin" gesagt hatte, verstanden hatte. War wahrscheinlich ohnehin nicht für sie gedacht. Um ehrlich zu sein rechnete sie auch damit, dass sie jeder Zeit wieder abhauen würde. Nicht dass sie es ihr verübelte. Wenn Astrid nicht Astrid wäre, würde sie auch nicht neben Astrid sitzen wollen. Und vielleicht fiel ihr dann ja endlich einmal ein, was genau sie auf dem Festival nun machen wollte. Einen genauen Plan hatte sie ja nicht. Zuvor informiert hatte sie sich auch nicht. Eine emotional geladene Impulsentscheidung nach dem Tod ihres Großvaters eigentlich. Nicht dass sie etwas anderes als emotionale Pulsentscheidungen machte im Moment. Aber noch dazu kam sie jetzt hier auch nicht weg. Erst als das Wort „Einall“ fiel, horchte sie auf. Und zuckte direkt ein wenig zusammen. "Huh? Sorry. War abgelenkt. Hast du mich was gefragt? Und hast du gesagt dass du aus Einall kommst?" Vorsichtig fanden ihre Finger den Weg zu den Ohren des Wiesors, hinter denen sie Joella sanft kraulte. Funktionierte ja bei felinen Pokémon. Und anderen wie Yorkleff. Vielleicht funktionierte es bei dem Nager ja auch? So oder so sah sie nun die Notwendigkeit, die Beschaffenheit des Felles des Wiesors zu kommentieren. "Das Fell ist flauschig…"


    OT: Sehr geistreiche und aufmerksame Kommentare von Astrid. Bester Gesprächspartner in Kalos.

    Astrid realisierte garnicht, dass der junge Mann, mit dem sie gerade eben noch (gezwungenermaßen) geredet hatte, schon weg war. Aber sie hatte nunmal auch gerade andere Sorgen. Sich wieder einkriegen zum Beispiel. Das war allerdings auch wieder einfacher gesagt als getan. Zumindest gab die vertraute, schuppige Haut ihr das Gefühl von Geborgenheit. Dass zumindest ein bisschen was in ihrer Welt noch in Ordnung war. Geistesabwesend in die Ferne starren half dabei auch noch. Naja, vorausgesetzt sie konnte sehen. Denn ihr Sichtfeld wurde mehr mit Tränen verschleiert, bei denen sie sich auch keine Mühe machte, sie wegzuwischen. Dennoch wurde die Menge langsam wieder weniger. Ihre Stimmungsschwankungen hatten nun einmal die Angewohnheit, so schnell wieder zu gehen wie sie gekommen waren. Wenn sie jetzt noch ein paar Minuten so weitermachen konnte…

    Es dauerte etwas, bis sie das Reiben an ihrem Arm überhaupt realisierte. Als sie dann aber kurz ihren Blick zur Seite wandte…erkannte sie nicht viel. Hauptsächlich ein braunes Etwas. Das war ihr aber offensichtlich nicht feindlich gegenüber eingestellt. Sie lächelte sogar leicht, und streckte vorsichtig eine Hand nach dem nicht identifizierten Ding aus. Eine erneute plötzliche Bewegung ließ sie aber hochblicken. Und die Tränen aus dem feuerroten Gesicht äußerst unelegant mit dem Ärmel wegwischen. Ihrer Sitznachbarin, offensichtlich die Besitzerin des Fellbüschels, in die Augen schauen konnte sie aber trotzdem nicht. Einmal kurz gemustert, dann wanderte ihr Blick zurück in Richtung Boden, mit einer Hand auf dem Kopf des kleinen Krokodils auf ihrem Schoß. "Kein Ding. Ist ja nichts passiert oder so."

    Eigentlich müsste sie sich ja schon fast bedanken. Wegen der Aufmunterung. Aber das Thema würde sie erst garnicht ansprechen. Ihr ging es gut, und sie konnte das alleine Regeln. Was zwar absolut nicht stimmte, aber sie redete sich das gerne ein. Es war einfacher, als die Wahrheit zu konfrontieren. Kuscheleinheiten mit dem Wasserpokémon reichten da schon aus. Wer brauchte da schon Professionelle? Sie sicher nicht. Astrid bedeutete ihrem Partner, von ihrem Schoß runterzugehen – ein Befehl, der auch direkt befolgt wurde – und ließ sich dann nach vorne fallen – das Kinn gestützt auf die Handflächen, die Ellbogen auf die Knie. Auf die Frage, die ihr gestellt worden war, schüttelte sie nur kurz den Kopf. Kein Interesse von ihrer Seite. Weder an Gesprächen noch an Keksen. Wobei, sogar an Gesprächen noch lieber als an Keksen. Selbst initiiert wurde dabei nur natürlich genau gar nichts.

    "Okay~ Dann mach ich mich einmal an die Arbeit.", antwortete Layla auf die Bestätigung des Professors. Von den Messbällen ließ sie dann natürlich direkt die Finger. Ein wenig Training konnte ja nicht schaden. Und das war es ja im Prinzip für sie. Training. Kurz begutachtete sie das Bändchen, dehnte es ein wenig, und beschloss dann, dass es viel zu klein war für ihre überdimensionierte Felsnatter. Darauf, dass ein Neuankömmling dazugestoßen war, nahm sie nicht einmal Rücksicht. Es war auch zweifelhaft, ob sie überhaupt bemerkt hatte, dass noch ein Kartenleger – oder was auch immer – dazugestoßen war. Sie hatte andere Prioritäten. Namentlich ihr Rettan davon zu überzeugen, das Messband anzulegen. Was sie mit viel Überzeugungsarbeit schlussendlich dann doch schaffte. Auch wenn es dem Reptil nicht so wirklich zu gefallen schien. Mit ein paar Streicheleinheiten konnte es darüber aber auch hinwegsehen. Damit machte sie sich nun auf die Suche nach wilden Pokémon. Als erstes fiel ihr Blick aber auf eine andere Trainerin. Mit einem Pokémon, das sie nicht kannte – was jetzt nicht gerade schwer war – die ein wenig verloren fragte, ob es etwas umsonst gab. Den Unterton der Frage, warum hier so viele Leute waren, konnte sie natürlich trotzdem dechiffrieren. Auch wenn sie gutgläubig war, so etwas entging ihr nicht. "Das Einzige, was es hier umsonst gibt, ist Training im Dienst der Wissenschaft. Er dort kann dir genau erklären, was er zu erforschen versucht." Bei der Aussage deutete sie vage in die Richtung des Professors, ehe sie sich wieder auf die Suche nach wilden Pokémon machte. Ihr erstes Opfer war hierbei ein einzelnes Habitak, auf das ihr Rettan sich sofort mit einem Giftblick stürzte. Natürlich erst, nachdem sie es ihm befohlen hatte.


    [color=#ff0000]OT: Hab mich mal dem unschuldigen Mädchen gewidmet xD

    Ihre Frage wurde natürlich gekonnt ignoriert. Außer von Lexa, die sich erkundigte, ob alles bei ihr in Ordnung war. Das war allerdings nicht die Antwort, die sie hören wollte. "Ja, alles gut", antwortete sie halbherzig bevor sie sich wieder den wichtigeren Dingen widmete. Rauszufinden was da vorne los war zum Beispiel. Nachdem sie aber keine Antwort bekam, und auch nicht wirklich aus konnte, wandte sie sich an den kleinen Geist, der neben ihr schwebte. Wobei, war das überhaupt ein Geist? Könnte genau so gut eine Qualle sein. Aber egal. "Kannst du mal etwas nach oben und-"


    Weiter kam sie nicht, bevor sie von einer Druckwelle erfasst und nach hinten geschleudert wurde. Und als ob das nicht schon genug war, wurde ihr Fall nicht durch den Boden, sondern durch eine äußerst schmerzhafte Holzwand gestoppt. Zuerst blieb sie auf dem Boden liegen – Tränen in den Augen und nach Luft ringend. Die Druckwelle hatte ihr schon sämtliche Luft geraubt, und der Aufprall half jetzt nicht gerade beim ruhigen atmen. Um genau zu sein, hatte sie Probleme, überhaupt Luft zu bekommen. Ihre Umgebung bekam sie auch nur Lückenhaft mit. Von einem jungen Mann – hatte sie schon mit ihm geredet? Die Stimme konnte sie nicht zuordnen – bekam sie etwas von gemeinsamer Angriff mit. Das klang gut. Ein kurzer Blick verriet ihr, dass Bukamon unverletzt weiter in der Gegend schwebte. Nur leider bekam sie gerade nicht viel mehr als ein "Mach!" heraus, zumindest solange sie mit simplem Atmen Probleme hatte. Die wurden zwar besser, waren aber nach wie vor vorhanden.


    Bukamon verstand den knappen Befehl seiner Partnerin allerdings. Auch wenn es sich Sorgen um sie machte. Aber der Einschätzung, dass die Pawnchessmon die größere Gefahr darstellten, teilte es. Daher schwebte der kleine Geist nach vorne zu dem kleinen Drachen, der bereits Angriff – und schloss sich mit den, deutlich schwächeren, "Seifenblasen!" an. Aber zumindest besser als nichts.


    Mal hoffen dass ich mich nicht noch einmal in so eine Situation spiele xD

    Da war er allerdings nicht alleine. Es gab vieles, was Astrid sich an dem Trip anders vorgestellt hatte. Ohne ein zweites Pokémon. Mit ihrem Wohnmobil. Aber vor allem, nicht alleine. Aber man konnte eben nicht immer das haben, was man haben wollte. Diese Lehre hatte sie schon lernen müssen. Äußerst schmerzhaft sogar. Und das färbte natürlich ab. Auf ihre generell unnötig aggressive und konfrontative Persönlichkeit beispielsweise. Man hätte die Antwort als ein freundliches „Ich kenne mich selber nicht aus“ formulieren können. Aber nein, sie ging natürlich direkt in die Offensive und knurrte den jungen Mann an, als ginge es darum, ihr Revier zu verteidigen. Aber natürlich schaffte sie nicht einmal das wirklich. Eine zufällige Assoziation, eine falsch ausgerichtete Gedankenkette und schon war sie wieder nahe am nervlichen Super-GAU. Eine Situation, die ihr so absolut gar nicht gefiel. Aber gut, wem gefiel es schon, plötzlich zu Heulen anzufangen. Die Frage, was an seiner Frage falsch gewesen war, könnte selbst sie nicht beantworten. Die genauen Assoziationen entstanden teilweise nicht einmal bewusst – was einen großen Teil ihrer Gefühlsschwankungen erklärte. Aber selbst wenn sie es wüsste, würde sie es sicher nicht mit dem Anderen teilen. Sie kannte ihn ja nicht einmal 5 Minuten lang! Einmal abgesehen davon dass sie im Moment sowieso nicht wirklich reden wollte.


    Dann tropfte auch schon die nächste Träne auf den Boden. Und die Nächste. Und noch eine. Mit immer kleiner werdenden Abständen verwandelten sich die einzelnen Tränen schnell in einen Strom, den sie aufgab zu stoppen. Hatte ja ohnehin keinen Sinn. Die nächste Aussage machte es aber auch nicht gerade besser. Die Feststellung machte es da auch nicht gerade besser. Aber auch nicht schlimmer. "…no shit Sherlock.", war die letzte Aussage, die sie dazu noch herausbrachte, bevor sie sich auf einer der glücklicherweise nahestehenden Bänke niederließ. Nicht dass noch ihre Knie nachgaben. Und das konnte durchaus einfach passieren, ihrer Erfahrung nach. Die Frage nach dem Taschentuch verneinte sie mit einem Kopfschütteln, ehe sie den Kopf auf ihren Händen abstützte, um nicht abzurutschen. Immer wieder war ein Schniefer von ihr zu hören. Sie schüttelte auf die Aussage hin wieder den Kopf – ohne die letzte Frage komplett zu verarbeiten. Aber die Reaktion stimmte ohnehin. Sie hatte Null plan. Von irgendwas. Aber sie wollte erst recht keine fremde Hilfe dafür bekommen. Sie konnte das alleine durchmachen. Ihrer Meinung nach zumindest. Davonlaufen konnte sie gerade ohnehin nicht, geschweige denn Aufstehen. Also blieb sie einfach sitzen. Beide Pokémon kamen zu ihr – und sie widmete sich direkt dem Kraulen von Vis‘ Kopf, während das Zapplardin weiter die Gegend erkundete. Dieses Mal eben um sie herum. Aber Vis schaffte es, sie ein wenig zu beruhigen. Genug um wieder das Wort zu ergreifen: "Die kommen von selber nach. Das kleine Schwebende ist der Grund warum ich überhaupt hier bin." Ihre Stimme war nach wie vor weinerlich wie sonst was. Aber sie wollte zumindest nicht direkt abhauen. Das war wohl ein großes Plus im Vergleich zu vorher, oder so.

    Ihre Ermutigung hatte offensichtlich gewirkt. Denn sobald sich die nächste Möglichkeit bot, hatte das Wuffels, das von ihr ermutigt worden war, den Schwanz des Menki ins Visier genommen und angegriffen. Festbeißen konnte es sich aber nicht, da wurde das Menki schon von einer anderen Attacke nach hinten geworfen – und der kleine Hund natürlich mit ihm. Aber das war schon gut genug ihrer Meinung nach. Dem Wuffels gab sie ein kurzes Lächeln, als dieses unsicher zu ihr schaute, das nächste Kommando galt aber wieder ihrem Eisfüchsen: "Fubuki, noch einmal Pulverschnee! Jetzt hast du freie Bahn!"


    Kurz wartete sie ab, bis sich der Schwall an Schnee mehr oder weniger gelegt hatte, und kommandierte dann wieder das Wuffels. Es gab zwar einige andere Trainer, die allgemeine Befehle an die drei Stein-Pokémon richteten, "ihres" war davon allerdings mehr verwirrt als sonst irgendetwas. Also musste sie wohl wieder diejenige sein, die das Pokemon zum Kämpfen animierte. "Gut gemacht Wuffels!" Nach einem kurzen Blick konnte sie bestätigen, dass auch das Richtige auf ihre Stimme reagiert hatte. Nachdem sie also jetzt seine Aufmerksamkeit hatte, kam das nächste Kommando von ihrer Seite: "Setz nochmal nach! Eiszahn!"


    Der letzte Teil klang allerdings deutlich unsicherer als der Rest. Sie war sich jetzt nicht sicher ob das der richtige Attackenname war… Das Wuffels allerdings reagierte darauf, und sprintete abermals auf das Menki zu, um es mit den Zähnen zu attackieren. Wobei sich auf dem Gebiss bereits eine dünne, für Aleena nicht sichtbare, Eisschicht bildete.


    OT: Denke mal es dürfte nix dagegen einzuwenden zu geben

    Der Tag verlief ja echt großartig. Erst einmal wurde ihr Zuhause zu einem Fall für die Schrottpresse. Aktuell befand es sich auch auf dem Weg dorthin, verkauft für ein paar zehntausend Pokédollar. Weniger als sie an passivem Einkommen machte. Dann schwebte der Grund für den ganzen Dreck auch noch fröhlich hinter ihr her, ohne zu merken, wie sehr es sie eigentlich auf die Palme trieb. Und dann stand ihr auch noch jemand im Weg und hatte den Nerv, nicht sofort ihrer ganz einfachen Forderung nachzugehen. War es wirklich so schwer einfach aus dem Weg zu gehen? Sie hatte keine Lust auf eine Konversation. Aber sie wollte trotzdem vorbei. So wie es aussah, war ihr „Opfer“ aber mehr oder weniger in eine Schockstarre verfallen, und starrte sie mehr oder weniger an. Wohin der Blick fiel war ihr egal. Sie hatte andere Probleme. Namentlich an dem jungen Mann vorbeizukommen. Und dabei wenn möglich keinen Nervenzusammenbruch zu bekommen. Um ihren Punkt zu untermauern, und um klarzumachen, dass sie ein „nein“ nicht akzeptieren würde, begann sie zu knurren, als der Typ sich nach gefühlten 10 Minuten immer noch nicht bewegt hatte. Das sorgte zumindest dafür, dass er auf sie reagierte. Nur die Antwort fiel nicht gerade so aus, wie sie es wollte. Zu viele unnötige Informationen. Und warum fragte er überhaupt sie? Alleine am Akzent müsste schon zu kennen sein, dass sie nicht von hier kam. Und auf helfen hatte sie massiv keinen Bock.


    "Keine Ahnung, mir egal. Frag wen der aussieht als würde er von hier kommen. Bewegst du dich endlich mal!?“ Ungeduldig war wohl das beste Wort, um sie im Moment zu beschreiben. Sie wollte doch einfach nur vorbei, und nicht angesprochen werden. War das wirklich zu viel verlangt? Sonst funktionierte es doch auch immer. Unbemerkt für Astrid machten sich die beiden Pokémon hinter ihr mittlerweile auf Erkundungstour. Hauptsächlich betrachteten sie die festliche Dekoration, die überall in der Stadt aufgehängt war. Erinnerte sie ein wenig an Weihnachten zu Hause… Oh verdammt. Die Blondine konnte schon spüren, wie ihr von einen Augenblick auf den anderen die Kehle regelrecht zugeschnürt wurde, und sich Druck in der Gegend ihrer Augen aufbaute. Warum musste sie sich auch immer selber triggern? Langsam, möglichst unauffällig, senkte sie ihren Blick weiter. Ihr Gegenüber hatte sie ohnehin nie angesehen, sie war nicht der Typ, der Wert auf Augenkontakt legte. Also senkte sie ihren Blick so weit, dass sie nun in den Boden vor ihren Zehen stierte, und hoffte, ihre Haare verdeckten genug, sodass man den plötzlichen Stimmungswechsel nicht mitbekam. "…Geh…einfach…" In ihrer Stimme hörte man es natürlich trotzdem. Sie klang, als hätte man jemanden mitten in einem Heulkrampf unterbrochen. Gut konnte jetzt auch nicht mehr sonderlich lange dauern, bis sie wirklich in der Situation war. In der sie erfahrungsgemäß auch nicht gerade gut laufen konnte. Mit der rechten Hand wischte sie die frischen, heißen Tränen von ihrer rechten Wange. Die der Linken tropften schon auf den Boden. Dann steckte sie ihre Hände wieder in ihre Hosentaschen, und wartete auf eine Antwort. Oder eine Bewegung. Hoffentlich eine Bewegung.


    OT: Gut gemacht, du hast sie zum weinen gebracht :P

    Das Lichtfestival. Eigentlich eine unglaublich schöne Zeit, in der die Menschen einmal ihre Sorgen vergaßen und sich die allgemeine Laune einer gestressten Bevölkerung sichtlich besserte. Nur traf das jetzt auch nicht gerade auf jede einzelne Person zu, die sich in der näheren Umgebung von Illumina City befand. Zum Beispiel eine gewisse Blondine aus Einall, die gerade in einem klapprigen Wohnmobil auf der größten Autobahn stadteinwärts stand. Ja, stand. Und genau das war das Problem an der Sache. Zum mindestens dreißigsten Mal an diesem (noch relativ jungen) Tag traf ihre geballte Faust den Lenkrad, was der fahrbare Untersatz mit einem kurzen Hupen quittierte. "For fucks sake! Kann doch nicht sein, dass man alle 5 Minuten in einen Stau fährt!" Von außen würde man das ganze Drama im Fahrzeug garnicht bemerken. Und selbst innen öffnete das Karnimani, welches im Bett im hinteren Bereich des Fahrzeugs lag, nur ein müdes Auge auf den wiederholten Auszucker seines Frauchens. Da das aber ohnehin ein häufiges Vorkommen war, entschied es, besser wieder weiterzudösen. Sie würde sich schon wieder einkriegen.


    Was Vis allerdings nicht ahnen konnte, war, dass das Schicksal da einen ganz anderen Plan hatte. Denn keine 5 Minuten später, in denen Astrid vielleicht 100 Meter nach vorne gerollt war, leuchteten nahezu zeitgleich Kühlmittel- und Ölstandwarnungen auf. Großartig. Blinker nach rechts angemacht, und wenig später stand sie auf dem Pannenstreifen, mit abgestelltem Motor, über dem sich zarte Rauchschwaden gebildet hatten. Sie versuchte nicht einmal, irgendetwas selbst zu reparieren. Ersatzöl hatte sie ohnehin keines dabei. Also lief sie jetzt in Warnweste rastlos vor dem Fahrzeug auf und ab, während sie auf den Pannendienst wartete.


    Drei Stunden später war sie dann endlich in Illumina City. Wenn auch komplett fertig – geistig und körperlich – sowie ohne fahrbaren Untersatz. Der Mechaniker hatte ihre schlimmsten Befürchtungen bestätigt. Nach mehr als 30 Jahren hatte das Teil endgültig seinen Dienst aufgegeben. Und das nicht einmal von selbst. Nein, ein Zapplardin hatte sich im warmen Motor eingenistet gehabt, und langsam durch diverse Schläuche gefressen. Natürlich hatte das durch den kleinen, nicht sehr kräftigen Mund ewig gedauert. Aber schlussendlich hatte der Stop and Go Verkehr dem alten Mädchen den Rest gegeben und mehrere Schläuche waren zugleich geplatzt. Zu reparieren war das sicher. Aber an dem Punkt war es sinnvoller, ein komplett neues Wohnmobil zu kaufen. Und als ob das nicht schon schlimm genug wäre, verfolgte sie der dreckige schwebende Elektroaal auch noch. Und das nagte so richtig an Astrids Nerven. Zumindest hatte sie sich schon um den ganzen organisatorischen Kram gekümmert. Ihre Habseligkeiten aus dem Wohnmobil gammelten jetzt in einer Mietgarage herum, und sie trottete mit einem viel zu großen Rucksack, einem viel zu gut gelauntem Zapplardin und einem neugierigen Karnimani im Schlepptau durch die riesige Stadt. Sie musste Aussehen, als wäre sie obdachlos. Gut, technisch gesehen war sie das im Moment auch. Aber nicht auf die Art und Weise. Aus den Augenwinkeln nahm sie eine Bewegung war, wie sich etwas Weißes in Richtung eines Standes mit verschiedenen Käsesorten bewegte. "Hey! Bleibst du kleines Drecksstück gefälligst hier?" Es wirkte zumindest insofern, dass sich ihr unfreiwilliger Begleiter wieder zu ihr gesellte. Aufpassen musste ja irgendwer auf das Teil. Auch wenn sie jetzt nicht gerade den freundlichsten Ton hatte. Aber den hatte sie nie, und die Blicke waren ihr ohnehin egal.


    Ein wirkliches Ziel in der Stadt hatte sie nicht. Um ehrlich zu sein wusste die Blondine nicht einmal, wo sie war oder wo genau sie gerade hinging. Nicht dass sie das großartig störte. Sie hatte keine Verpflichtungen. Mehr als genug Zeit. Und wenn es sein musste, legte sie sich eben unter eine Brücke um zu schlafen. Vielleicht holte sie dann auch ein Zwirrfinst und bereitete ihrer jämmerlichen Existenz ein Ende – es konnte also nur gut ausgehen. Stattdessen aber stand ein etwas kleinerer Typ mit Kleidung in einem ähnlichen Zustand wie die ihrige in ihrem Weg. Und zwar mitten darauf, sodass sie auf dem eher engen Gehsteig weder links, aufgrund geparkter Autos, noch rechts, dank der Gebäude am Straßenrand, an ihm vorbeikonnte. Sonst hätte sie ihn ja höchstens angerempelt, während sie weiter ging. Stattdessen öffnete sie ihren Mund und sprach ihn mit kratziger Stimme, aber einem äußerst unfreundlichen Ton an: "Hey! Kannst du deinen Arsch ungefähr 3 Schritte in irgendeine Richtung bewegen? Du stehst mehr im Weg als ein schlafendes Relaxo!"


    OT: Yaaaaaaaay, Miss miese Laune ist auch endlich angekommen. Irgendwer muss die ganze Truppe ja runterziehen.

    Weltenbummler Johnson hab mir mal die Freiheit genommen dich anzuspielen :P