Beiträge von emil HI FRESHI

    Menschen zu erziehen, mit Kompromissen zu leben, ist wohl eine der härtesten Aufgaben, die man sich vorstellen kann. Das lässt das Ego kaum zu. Wir wollen nicht nachgeben, wir hassen es, nicht zu gewinnen. Egal ob es nun um einen Wettbewerb, einen Streit und ja, eine Diskussion geht. Man selbst will immer das letzte Wort haben und dem Gegenüber gegenüber (ja...) höher stehen, weil es unter anderem ja auch ein Trieb einer jeden Spezies ist, stärker, überlegener und - in unserem Fall - auch klüger zu sein. Es ist eigentlich ein faszinierender Mechanismus, denn irgendwann trifft man jemanden, wo man sich unweigerlich mit der (oft auch unterschwelligen) Erkenntnis auseinandersetzen muss, am Ende nicht der/die Beste sein zu können. Man quetscht dann eher noch das schlechteste Argümentchen aus, das man im Repertoire hat, als dass man zugibt, im unrecht zu sein. Und oft ist man erst dann bereit, Kompromisse einzugehen.


    Wer es wirklich schafft, diesem Trieb zu widerstehen, hat sich eine Runde Applaus verdient. Ich glaube, die meisten können das nicht. Ich bin selbst nicht frei davon. Insofern halte ich auch vom Sprichwort "Der Klügere gibt nach" nicht sonderlich viel - natürlich ziehe ich mich irgendwann zurück, wenn ich sehe, dass es absolut nichts bringt, weiter zu machen, da man gegen eine Wand redet. Wenn aber offensichtlich ist, dass ich im recht liege, mein Gegenüber aber einfach stur, fällt es mir schwer, nachzugeben, weil auch das einfach ein Teil von mir ist.

    Das Auge um Auge Prinzip, tötet jemand nur andere Mörder. Sind diese Morde dann gleichzusetzen wie wenn jemand Unschuldige tötet? Falls ja, warum? Und falls nein, warum?

    "Auge um Auge" ist wohl die eine Bibelstelle, deren Bedeutung von der Menschheit wie keine zweite verdreht wurde. Bei diesem verbreiteten Sprichwort handelt es sich nämlich um eine falsche Übersetzung des 2. Buches Mose 21,23-25 wo es richtig heißt: "Ein Auge gegen etwas anstelle eines Auges." Es geht also nicht um Vergeltung, sondern darum, dass das Opfer finanziell entschädigt werden soll.

    In den letzten Tagen kam vermehrt in den schweizer Nachrichten die "Idee" auf, "mein" Bundesland, Vorarlberg, zur Schweiz hinzuzufügen. Vorarlberg gehört derzeit Österreich an, grenzt (u.a.) an Liechtenstein und den schweizer Kanton St. Gallen, und ist Österreichs einzige Präsenz am Bodensee. Wegen der Nähe zur Schweiz ist Vorarlberg mittlerweile eins der wirtschaftlich stärksten Ö. Bundesländer, dafür ist aber auch alles teurer als sonst überall in Österreich. Natürlich nicht auf Schweizer Niveau, denn irgendeinen Grund für dieses Unterfangen müssen die Schweizer ja noch haben. Das witzige dabei ist, dass es diese Idee schon vor genau 100 Jahren gab: Nach dem ersten Weltkrieg war Österreich am Boden zerstört und die Vorarlberger (ab jetzt "V.") suchten eidgenössische Hilfe. Gescheitert war es letztlich an zögerlicher Politik auf beiden Seiten des Rheins. Nun wird dieser Gedanke wiederbelebt: Umfrage nach Umfrage ist eine deutliche Mehrheit der V. für den Einzug in die Schweiz. Was dafür spricht:


    Vorarlberg hat mit dem Rest Österreichs kulturell und insbesondere Sprachlich wenig zu tun. Hier wird ein Dialekt, ähnlich dem St. Gallener, gesprochen und östlich vom Arlberg wird er nicht verstanden (siehe V. Dialekt). Mit Vorarlberg verbinden die restlichen Österreicher ein sprachliches Unverständnis. Wenn wir uns dafür Gemeinsamkeiten mit den Schweizern ansehen:

    - gemeinsame sprachliche Wurzeln

    - gemeinsame alemannische Entstehungsgeschichte

    - geographisch wesentlich dichtere Anbindung (z.B. die V. fahren 6-7 Stunden nach Wien, dafür nach Zürich weniger als 2 und nach Bern weniger als 3)

    - wirtschaftlich dichtere Anbindung über Dekaden

    - ähnliche Mentalität


    Der schweizerische "Lifestyle" bringt ebenfalls positive Aspekte mit sich, wie bspw. höhere Löhne. Allerdings gibt es natürlich nicht unwesentliche Dinge, die dagegen sprechen:

    1. Vorarlberg gehört Österreich an und somit auch der EU. Dass mit einem Austritt diverse Komplikationen auftreten, muss ich nicht breit erklären - der Wechsel von Euro auf Franken wäre da eher ein harmloser.

    2. Wegen der wirtschaftlichen Anpassung an die Schweiz werden Löhne höher, dafür aber auch steuern. Außerdem wird das Land unausweichlich teurer werden und es wird vermutlich bis an die zwei Jahrzehnte dauern, bis Vorarlberg komplett wirtschaftlich angepasst ist. Milliarden an eidgenössischen Steuergeldern werden ins Ländle fließen und weitere Milliarden an Schuldgeldern gegenüber Wien werden auch bezahlt werden müssen. Wien bringt für Vorarlberg wirtschaftliche Entlastung, was beispielsweise auch einer der Gründe ist, warum Bayern noch in Deutschland verbleibt. In diesen zwei Jahrzehnten werden in erster Linie die V. wirtschaftlich leiden, auf lange Sicht sehe ich jedoch eine wesentliche Stabilität, wenn man sich an die Schweiz lehnen würde.


    Ob dieses Unterfangen (im Moment ist es halt auch keins, höchstens eine Idee) auch erfolgreich sein wird, wage ich ehrlich gesagt zu bezweifeln. Solange Wien und die EU ein Wörtchen mitzureden haben, werden sie das Ländle nicht einfach so gehen lassen. Ich würde es jedoch auf jeden Fall vorziehen.


    Hier ein Shoutout an Schweizer und Österreicher (und alle, die damit mehr zu tun haben), die ich hier kenne. Was haltet ihr von dieser Idee? Claude  Dardan  ZaNe  Galladash  @Grizz  @Prikriven  Moxie  Narime  Panpan  Chii-chan  Chala  Hunter  Leviator  airwaves  Jiang  Jacqueline

    Was ist mit den Menschen, die bei sich zu Hause Katzen/Hunde oder andere Haustiere halten? Polizeihunde? Die werden ja laut deiner Aussage auch in irgendeiner Form nur missbraucht und ihrer Freiheit beraubt.

    Haustiere werden unter Umständen auch ihrer Freiheit beraubt, nur ist der Gesellschaftliche Konsens der, dass dies zum Wohl des Tiers geschieht. Dass oftmals Herrchen mit ihren Haustieren wie mit Dreck umgehen, muss ich dabei nicht betonen. Wie sich das mit Polizeihunden verhält, mag ich nicht sagen, da ich mich nicht sonderlich damit beschäftigt habe. Mir scheint jedoch, als wäre das Züchten auf Brutalität auch ungerecht, da das einfach nicht der Hunde Natur ist.


    Und wieso formulierst du das so, als würdest du allein bestimmen dürfen, was weniger oder mehr ungerecht ist?

    Ich bestimme nichts, das ist prinzipiell erstmal nur meine Meinung, aber hergeleitet ist sie von den etablierten ethischen Standards und aus der Frage, wie viel Würde und Freiheit dem Tier bei der jeweiligen "Abstufung" noch bleibt. Kann sein, dass das in der Art so formuliert klingt, wie es dir zu sein scheint, aber wenn ich mich in diese Lage versetze, werden mit die Antworten klar. Eine Aussage möchte ich aber korrigieren: natürlich ist es relevant, auf welche Weise man Missbrauch ausübt, ändert aber nichts daran, dass Missbrauch ungerecht ist.

    Dass Tiere über ihre Wünsche und Bedürfnisse nicht philosophieren können, heißt nicht, dass sie diese nicht haben. Und erst recht nicht, dass man sie ihnen einfach nehmen dürfen sollte. Da gibt es nichts zu romantisieren oder zu vermenschlichen: Tiere zu missbrauchen, ist ungerecht. Wie man das nun anstellt, ist nicht wirklich relevant, wobei es natürlich Abstufungen gibt - sie aus Jux und Tollerei umzubringen ist weniger gerecht, als sie für eigenes Vergnügen (Konsum) zu töten, was wiederum weniger gerecht als anderweitiges ausbeuten ist, was weniger gerecht als die Käfighaltung für das Vergnügen anderer (Zoos) ist.

    Nein, Tiere können nicht philosophieren (als ob das überhaupt eine Rolle spielen würde). Aber wir können das sehr wohl, und (das habe ich bereits mal gesagt) gerade weil wir die größte Spezies sind, sollte das vielmehr eine größere Verantwortung nach sich ziehen, anderen Lebewesen denselben Respekt zu erweisen, den wir uns von anderen auch wünschen würden und nicht etwa, über ebendiese Lebewesen nach freiem Willen verfügen zu können (bzw. dürfen).

    Ungesund sind viele Sachen unabhängig von der Menge, die man konsumiert - nur ist es so, dass die negativen Wirkungen erst mit größeren Mengen exponenziell steigen. Dazu gehören tierische Fette, Sonnenblumenöl, Würste, Streichwürste usw; fettige Fleischsorten wie Schweinefleisch, und offensichtlich auch Zigaretten, Alkohol, Haushaltszucker usw. Viele Sachen sind in Maßen (damit gemeint ist die benötigte Zufuhr für die Gesundheit des menschlichen Körpers) gesund, jedoch in Massen ungesund oder schädlich - z.B. Salz und Iod. Es ist also nicht so einfach, wie es @outlaw darzustellen versuchte.

    (Ich ignorier jetzt einfach mal den Beitrag von Edex, weil ich davor schon anfing zu schreiben und Cassandra sonst böse auf mich ist nvm haben wir auf meiner Pinnwand weitergeführt)


    Ich versuche es einfach mal mit dem Beitrag, der dazumal nicht beachtet wurde, da innerhalb kürzester Zeit das Thema gewechselt wurde:

    Yahallo Freunde! Ich habe die grösste Entdeckung seit der Erfindung der Versicherung gemacht!


    Statt euch weiter von meinem angeblich ach so hohen moralischen Ross zu bequatschen, hier was cooles: Geht zu eurer lokalen Pizzeria. Fragt nach einer Gemüsepizza ohne Käse. Tomatensauce, vllt. bissle Ajvar, dann Paprika, Mais, Spinat, Zucchini, Tomaten, Pilze (und das sag ich als jemand, der noch 5 Jahre zuvor Paprika und Spinat verabscheut hat). Dann noch Basilikumblätter und bissle Origano drauf und schon haben wir die beste Pizza überhaupt. Und sie ist noch vegan - ist das zu fassen? Kein Witz, sie wird euch begeistern!

    Meine erste Erfahrung ohne Fleisch war interessant. Als frequenter Fleischesser roch sämtliches Fleisch offensichtlich immer noch sehr, sehr (...) verlockend und das tut es teilweise heute noch, fast 3 Jahre nach meinem "Abbruch". Einige Fleischsorten jedoch - wie Streichwürste, Salamis, im Prinzip alles verarbeitete Fleisch - ekeln mich mittlerweile schon beim Geruch an (Innereien auch, aber das war schon immer so) und Kuhmilch finde ich mittlerweile auch alles andere als Schmackhaft (Hafermilch rockt!).

    Was mich damals, trotz der Anziehung zu einem saftigen Steak, vorangetrieben hat, war eine feste Überzeugung und ein halbwegs starker Wille - mehr braucht es im Prinzip nicht. Wer häufig Fleisch isst aber wegkommen möchte, sollte am besten schrittweise weniger konsumieren und dafür etwas mehr Zeit in Recherche über gesundes Obst und Gemüse reinstecken. So kann man sein Fleisch immer noch genießen und wichtige Informationen für die zukünftige Ernährung gewinnen.

    Mit der kürzlichen Entscheidung von vegetarisch auf vegan umzusteigen ist für mich auch eine Welt zusammengebrochen - wie sollte ich denn nur ohne Pizza auskommen!? Ich ging dann irgendwann in die Pizzeria mit der Entscheidung, eine stinknormale Käsepizza zu essen (ja ich weiß, Heuchler) und dann kam die Erleuchtung mit der käsefreien Gemüsepizza und es war eine absolute Gaumenfreude - beste Pizza, die ich je gegessen habe. Ich weiß nicht, ob das wirklich so ist, oder ob mein Kopf irgendwelche Psychospiele mit mir macht um mich in meinem Veganismus zu bestätigen - in jedem Fall bereue ich es nicht. Angeblich waren viele der größten Entdeckungen bloße Zufälle :saint:


    Als ersten und wichtigsten Schritt kann ich folgendes empfehlen: man sollte anfangen, Tiere nicht als Objekte anzusehen, sondern als Individuen, denn genau das sind Tiere. Sie atmen, sie leben, sie haben Gefühle, Ängste und Bedürfnisse. Und sie wollen offensichtlich nicht auf unserem Teller landen. Wer diesen simplen Umstand einräumt, ist nicht weit entfernt von einem tierfreien Konsumverhalten. Dann ist es nur eine Frage des Willens.


    Dieser Beitrag ist nicht an diejenigen gerichtet, die sich in den letzten Wochen in ihren bereits vorhanden Aversion gegen Veganer unerklärlicherweise bestätigt sahen (ihr wisst wer ihr seid).

    Ich möchte diese erneute Gelegenheit nutzen und weitere Missverständnisse aus der Welt schaffen, sowie ein paar grundsätzliche Dinge erklären.


    Der Veganismus ist und war schon immer primär eine ethische "Bewegung", hat aber auch offensichtlich gesundheitliche, ökologische und sonstige Facetten (wie z.B. Verteilungsgerechtigkeit). Somit bedeutet das, dass jemand, der vegan isst und lebt, dies natürlich nicht automatisch aus ethischen Gründen tut, aber die meisten tuen das. "Vegan" ist auch kein Synonym für gesund oder umweltfreundlich. Mein Snooker-Held bspw. (Neil Robertson) ist auf eine vegane Diät gewechselt, primär aus gesundheitlichen Gründen - er trägt immer noch nicht-vegane Kleidung (wie Schuhe, Anzugwesten) und sein Köö hat vermutlich immer noch eine Spitze auf Schweinsleder. Veganer sind genauso wenig homogen wie Fleischesser und niemand sollte im Namen aller sprechen. Hier in diesem Thread (und auch darüber hinaus) haben wir das Problem, dass oft Diskussionen über verschiedene Themen vermischt werden, denn man versucht ja schließlich, seine Argumente möglichst zu kompaktieren.


    Man kann niemals ein 100%-iger Veganer sein. Das liegt einerseits an der schieren Allgegenwart tierischer Produkte und Stoffe in sonstigen Produkten. Dass Getränke wie Säfte und Weine häufig mit Gelatine geklärt werden, die allermeisten Süßigkeiten Milch(produkte), Eier und/oder Gelatine enthalten, häufig Kleidung aus Tieren gemacht ist, Kosmetik, Müsli, Backwaren uvm. tierische Inhaltsstoffe enthalten, macht es schwierig, auf etwas nicht-veganes nicht zu stoßen. Das lässt sich umgehen, indem man regionale und Bio-Produkte kauft sowie solche, die möglichst wenig "behandelt" wurden und mittlerweile werden viele Produkte als vegan/vegetarisch gekennzeichnet, wo man auch davon ausgehen kann, dass es auch so sein wird.

    Andererseits ist nun mal die harte Realität, dass die Menschen alleine durch ihre Existenz Tiere auch unbeabsichtigt töten. Natürlich tritt man beim Laufen auf Ameisen und im Mehl wird sich vermutlich die ein oder andere Fliege eingefangen haben. Durch Schädlingsbekämpfung werden unzählige Ratten in Fabriken getötet, in denen unter anderem auch Soja für Menschen verarbeitet wird und mit Pestiziden werden Schnecken, Insekten, Spinnen und Vögel vernichtet.

    Die offizielle Definition besagt, dass der Veganismus eine Lebensweise ist, die versucht - soweit wie praktisch durchführbar - alle Formen der Ausbeutung und Grausamkeiten an leidensfähigen Tieren für Essen, Kleidung und anderen Zwecken zu vermeiden. Die Fettierungen sind der Kernpunkt dieser Definition - es geht darum, soweit wie es uns möglich ist, auf Tierprodukte zu verzichten. Wirklich vegan werden wir wohl nur leben können, wenn es keine anderen Tiere auf der Erde mehr gibt; bis dahin (lol) geht es lediglich um Schadenbegrenzung.


    Wenn Fleischesser mit Argumenten gegen den Fleischkonsum konfrontiert werden, löst das oft einen Verteidigungsmechanismus aus, aus welchem heraus Veganern vorgeworfen wird, sich auf ein moralisch hohes Ross zu stellen. Das liegt daran, dass Veganismus gegenüber Fleischkonsum laut unseren ethischen Standards höher gestellt ist. Daraus folgt aber doch nicht, dass Veganer bessere Menschen seien und es ist ein Gerücht, dass die meisten Veganer das auch glauben. Denn (wie schon mal gesagt) geht es erstens nicht um dich und mich, sondern um das Tier, das in dieser Diskussion leider kein Stimmrecht hat und zweitens schon gar nicht darum, dich und mich gegenüberzustellen und unsere Moral zu messen. Es geht darum, dass ich besser handle als mein früheres ich.


    Niemand hat hier je behauptet, Reduktion des Fleischkonsums sei nichts wert oder würde nicht hingenommen werden. Denn egal ob es nun um ethische oder Umweltschutz-Standpunkte geht, natürlich ist eine Reduktion besser als nichts, schon allein mathematisch gesehen. Aber, und das hat @Vast Vision korrekt angemerkt, ist eine totale Abstinenz immer noch besser als eine Reduktion. Soll heißen: gar kein Fleisch > ein mal Fleisch > 5 mal Fleisch > 10 mal Fleisch pro Woche (">" heißt hier "besser als"). Da ändert auch nichts daran, wenn man nun schon die Ehrlichkeit der Diskutanten in Frage stellt.


    Niemand ist perfekt. Was ist denn schon perfekt!? Auch der Veganismus wird als Lebensweise nie perfekt sein, aber das heißt doch nicht, dass man nicht zumindest versuchen soll, nach Perfektion zu streben. Von Veganern verlangt man aber oft genau das - Perfektion. Denn wenn Veganer mal einen Schluck Milch trinken oder mal Auto fahren obwohl sie aus Umweltschutz handeln, sind sie riesige Heuchler.


    Ob umweltschutztechnisch nun Veganismus oder Fahrradfahren besser ist, weiß ich nicht ganz. Ich tendiere zu ersterem, da für Tiere in der Tierhaltung ein vielfaches an Ressourcen (wie Grünfläche, "Futter" und vor allem Wasser) gebraucht wird und die Massentierhaltung alleiniger Spitzenreiter als Klimasünder ist. Ob ich aber umweltfreundlicher als z.B. Arrior - der seine Produkte regional kauft und (so weit ich mich erinnere) kein/kaum Auto fährt - handle, wage ich mir nicht anzumaßen, da dazu mehr dazugehört und ich nicht mehr über seine Klimasünden weiß und mir definitiv über einige meiner nicht klar bin. Aber ich handle auf jeden Fall umweltfreundlicher als ich es letztes Jahr oder vor 5 Jahren tat. Und so werde ich auch versuchen, weiterzumachen.

    Zur Erklärung: Bei Apple-Geräten liegt es ausschließlich an der iOS-Version (und am Speicherplatz, duh), ob man runterladen kann oder nicht. Laut Apple benötigt man für Pokémon Masters mindestens iOS 11.0, das bedeutet, dass jedes iPhone beginnend mit dem iPhone 5S (2013) mit dem Spiel "kompatibel" ist. Wie das mit Android ist, weiß ich nicht, da Android kacke ist.

    Was du als "anderes Leid" bezeichnest, ist vermeintliches Leid und basiert auf einer Fehlannahme. Das hat QueFueMejor hier bereits auf den Punkt gebracht - auf keins seiner Argumente dort bist du je eingegangen. Auch auf meinen letzten Beitrag auf deiner Pinnwand bist du nie eingegangen, wo ich nicht behauptet habe, wie du es mir unterstellst und vorwirfst, Metzger seien mir egal, sondern, dass dass sie dumm sind, wenn sie sich nicht auf den Marktverlauf einstellen und 2 und 2 zusammen zählen können. Du stellst eine absolute Theorie für relative Sachverhalte auf mit der Begründung, es ginge nur entweder/oder (Schwarz oder Weiß, um auf eine weitere Unterstellung deinerseits einzugehen). Hinter deinem Gedankengang steht (das habe ich dir bereits mal gesagt) genau so sehr eine Ideologie (was du vermutlich mit "Philosophie" gemeint hast), wie du es mir unterstellst, nur basiert deine auf Scheinargumenten und Fehlannahmen. Hättest du meine Beiträge sinnerfassend gelesen, wäre dir klar, dass es mich nicht stört, dass jemand Fleisch isst, immerhin ist es die gesellschaftliche Norm und ich selbst habe den Großteil meines Lebens mitgemacht. Was mich stört, ist, dass in solchen Diskussionen - die ich mittlerweile oft nicht führen will, da das bloße erwähnen meines Veganismus meist zu Augenrollen führt - meistens schwache oder Scheinargumente, billige Rechtfertigungen, ad hominem und dergleichen kommt. QueFueMejor und Claude haben beide gezeigt, wie man als Fleischesser auch ohne genanntes auskommt, was dein Beitrag leider nicht schafft.


    Ansonsten fangen wir an vom Thema abzudriften. Wenn du weitermachen willst, dann gerne auf meiner Pinnwand.

    Ich versuche jetzt (und scheitere vermutlich) nicht auf konkrete Punkte einzugehen, da mein letzter Beitrag eher ein breiteres Thema behandeln sollte. Stattdessen versuche ich auf den mehrmals implizierten Punkt einzugehen, was ich früher nicht geschafft hatte: Veganer seien keine besseren Menschen, weil sie vegan sind. Personen zu vergleichen und kategorisch in besser oder schlechter einzuteilen, ist weder besonders aufschlussreich, noch zielführend. Dies ist auch nicht die Absicht der meisten Veganer. Es geht um Tierleid, nicht um die eigene moralische Einordnung innerhalb der Gesellschaft. Aber es ist wohl so, dass Menschen eben gern als "gute Menschen" wahrgenommen werden wollen und deshalb auch anderen Selbstdarstellung unterstellen. Und weil manche Menschen sich durch Veganer herabgesetzt fühlen, projizieren sie, dass es Veganern um Selbsterhöhung geht. Aber wenn Veganer einfach nur etwas besseres sein wollten, wären sie ja nicht so "missionarisch" (Stichwort Religion) wie es ihnen immer wieder vorgeworfen wird. Denn wenn sie andere Menschen zum Veganismus konvertiert hätten, wären sie selbst dadurch ja nichts "besseres" mehr.

    Oft ist die Aussage wohl auch eine vorauseilende Rechtfertigung, denn man sagt damit ja auch: "Ich bin auch kein "schlechterer" Mensch." Wird das positive Selbstbild etwa dadurch bedroht, dass jemand vorlebt oder darauf hinweist, dass man gewaltfreier leben kann und dass er das auch für ethisch besser hält, wird dann oft eine falsch verstandene Gleichheit vorgeschoben, bei der man davon ausgeht, dass es keine besseren Menschen gibt. Aber es geht eben nicht darum, besser zu sein, sondern darum, besser zu handeln. Der Veganismus ist eine Handlung, die man auf verschiedene Arten belegen und teils sogar messbar ethisch bewerten kann.
    Veganismus verursacht weniger Leid als das vorsätzliche und unnötige Ausbeuten und Töten von Tieren und ist in dieser Hinsicht besser. Ein Grundprinzip menschlichen Handelns ist die Reziprozität - das Prinzip der Gegenseitigkeit: "Tu anderen nichts an, was man dir nicht antun soll." Da wir alle nicht eingesperrt, ausgebeutet und getötet werden wollen, ist auch da der Veganismus besser. Ebenso wenn man von ökologischen Gesichtspunkten ausgeht. Veganismus im direkten Vergleich als "nicht besser" zu bezeichnen, funktioniert nur, wenn man voraussetzt, dass unnötige Gewalt auch nicht schlechter als Gewaltfreiheit ist." So ein Relativismus würde aber bedeuten, dass kein Mensch besser handelt als ein anderer, dass nichts was Menschen tun, jemals als schlecht bezeichnet werden kann, und dass sich auch nie etwas verbessern kann. Es wird immer Menschen geben, die irgendwo besser handeln als man selbst. Darauf sollte man aber nicht reagieren, indem man behauptet, dass diese auch nichts besseres sind und man sollte auch auf Kritik nicht mit Gegenkritik antworten und versuchen, Fehler beim anderen zu finden. Stattdessen sollte man sich inspirieren lassen und versuchen, anderen in solch wichtigen Dingen nachzueifern.

    Ansonsten ist es interessant, dass @Nachtgestalt mir hier Pauschalisierungen vorwirft, sie selbst jedoch im gleichen Beitrag und dem danach zwei mal pauschalisiert, nämlich, jeder Fleischesser wisse, was in der Massentierhaltung abgeht (was schlicht nicht stimmt) und jeder Veganer sei arrogant und deshalb störend (und nein, du musst nicht weiter darauf eingehen). Phoenixfighter betont mehrmals, wie sehr er/sie diese Diskussion leid ist und diskutiert trotzdem darüber und das seit zwei Wochen. Und Gucky behauptet, sich nicht durch den Fleischkonsum zu definieren, fühlt sich aber dennoch dadurch getriggert und beleidigt, wenn Begriffe wie "tote Säugetiere" und "Tierleichen" fallen, die einfach faktisch richtig sind und keine Wertung vornehmen.

    Als Erklärung: Veganer triggern selbst in subtiler Form viel stärker als andere Dinge die zwar viel präsenter sind aber trotzdem kaum wahrgenommen werden. Durch ihre bloße Existenz machen sie auf unbequeme Themen aufmerksam, die man eigentlich gar nicht diskutieren will und lieber verdrängen möchte. Als Veganer weist man auf die ganzen Konsequenzen des Fleischkonsums hin: Umweltschäden, Verteilungsungerechtigkeit, Antibiotikaresistenzen und Stallkeime -und nicht zuletzt natürlich Tierleid. Dass das lästig ist, ist klar. Das hat die Realität oft so an sich. Speziell wenn man sie lieber verdrängen möchte. Veganer sind eine Bedrohung für das eigene positive Selbstbild, die eigenen Gewohnheiten, die eigenen Privilegien und das eigene Gewissen. Sie sind automatisch ein Angriff auf die eigene Lebensweise. Das stört und macht defensiv. Wir Menschen wissen eigentlich auf einer gewissen Ebene, dass vieles von dem was wir tun gar nicht so cool ist. Aber weil Fleischessen auch identitätsstiftend ist und alle anderen es auch tun, ist das einfach zu rechtfertigen und auszublenden, speziell, wenn man eine Hand voll Phrasen hat, um sich das zu bestätigen („Es war schon immer so“, „Es ist natürlich“, „Alleine kann man eh nichts ändern“, „Das machen alle so“ usw.). Außer wenn jemand ins Spiel kommt, der das nicht tut und es vorsätzlich besser macht, dann bricht diese Schwarmrechtfertigung ein Stück weit weg und man muss sich mit der unterschwelligen Erkenntnis auseinandersetzen, den eigenen moralischen Ansprüchen und dem eigenen positiven Selbstbild vielleicht nicht gerecht zu werden.

    Und das ist natürlich auch unangenehm und sorgt zusätzlich dafür, dass diese mangelernährten Nervensägen so lästig sind. Und wenn Veganer dann noch gute Argumente haben, die an der eigenen Konditionierung und an den bequemen Privilegien kratzen und unschöne Konsequenzen des Fleischkonsums aufzeigen, dann ist das anstrengend und unangenehm und Veganer als Auslöser dieser Störgefühle werden als unerwünscht empfunden.

    Menschen zu überzeugen, indem man ihnen moralische Vorwürfe macht, funktioniert wohl eher selten. Das lässt das menschliche Ego kaum zu. Und es nervt. Und viele Veganer hören sicherlich auf mit dem Thema, wenn sie merken dass sie nerven. Aber als ethisch motivierter Veganer ist das schwierig, denn als solcher ist man so eine Art personifizierter Vorwurf, weil man Handlungen ablehnt, die man als unethisch erachtet, die Fleischesser aber ausüben. Das muss man nicht mal aussprechen. Man kommuniziert das bereits durch die eigenen Lebensweise und ist dadurch quasi automatisch eine provozierende moralische Anklage wenn man die Sache ernst nimmt und konsequent ist und die eigenen Überzeugungen nicht verwässert und relativiert, um bei Nichtveganern keine Verteidigungsreflexe auszulösen.