Beiträge von éléphant

    Sterne

    Sterne?

    Uff ok. Also

    Sterne sind riesige Bälle aus Gas.

    Sie leuchten.

    Manchmal funkeln sie.

    Irgendwann werden sie noch riesiger.

    Und dann sind sie tot.

    Uff.


    Das hatte ich aus Spaß vor ein paar Tagen geschrieben, es dann aber leider nicht mehr abgeschickt. Inzwischen kommt es mir fast wie einer Musterabgabe vor, haha. Unabhängig davon sind das nach einem ersten kurzen Lesen aber wirklich schöne Abgaben, die formal recht sauber scheinen (Weil Stern? Irgendwer? Nein? rip). Insofern gucke ich am Ende mal, wonach ich genau entscheide, wofür ich Punkte vergebe. :)


    Abgabe 1 - Sternensterben

    Ein schöner Einstieg in den Wettbewerb! Das Gedicht beginnt mit einer generellen Beschreibung der weit entfernten Sterne. Schon zu Beginn wird ein enger Bezug zwischen der Vorstellung eines Sterns und dem potentiell lebenspendenen System des Sterns hergestellt. Die erste Strophe gibt insofern eine Richtung vor, die ab der zweiten Strophe konsequent für das System der Sonne umgesetzt wird. Das lyrische Ich beschreibt dabei von der Erde aus den Weg, den die Sonne nehmen wird, bis sie schließlich stirbt. Da das Leben bereits vor dem Tod der Sonne nicht mehr möglich sein wird, kommt in dem Gedicht zudem die Frage nach dem Sinn eines Sternes auf, wenn dieser kein Leben spendet. Eine große Frage, die sich in der unendlichen Weite des Weltraumes aber wohl zwangsläufig stellt. Diese düstere Grundaussage des Gedichtes tritt ab der vierten Strophe auf und wird durch Begriffe wie Einsamkeit, Schuld oder Sternenleid besonders gestützt. Insbesondere die letzte Strophe der Vers "Erst funkelt, dann dunkelt der Stern." in der letzten Strophe sticht heraus, da er zum einen mit dem bisherigen Metrum bricht und zum anderen die Stimmung mit dunklen Vokalen unterstreicht. Ich könnte mich noch viel länger an irgendwelchen Einzelheiten aufhängen, aber ich belasse es mal dabei. Ein wirklich schönes Gedicht! :)


    Abgabe 2 - 18:29 Uhr

    Die Abgabe fällt im Vergleich zu den anderen definitiv heraus, nicht nur weil sie formal recht frei gestaltet ist, sondern auch weil sie das Thema komplett anders auslegt. Wenn ich die dritte Strophe richtig interpretiere, handelt es sich bei dem lyrischen Ich um einen Reporter, der über eine Person berichtet, insofern geht es hier wohl weniger um tatsächlicher Sterne im Weltall, als vielmehr um metaphorische Sterne oder Stars. Gleichzeitig wird aber auch ein Begriff wie knall verwendet, der auch auf das Ende eines tatsächlichen Sternes hinweisen könnte. Ebenso tauchen Begriffe wie bläulich oder schatten auf, die mit dem Licht eng in Verbindung stehen. Insgesamt zeigen sich Parallelen zu echten Sternen, da auch jene wie die beschriebene Person ihr Leben mit dem "knall" nicht "verwerfen", sondern in einer anderen Form weiterexistieren. Die zweite Strophe öffnet zusätzlich die Frage nach der Schuld. Im Fall eines Reporters ergibt sich die Schuld daraus, dass er über die Person berichtet und den Fall damit beschleunigt oder vorantreibt; im Kontext eines tatsächlichen Sterns könnte man überlegen, inwiefern etwa die Menschen Einfluss auf seinen Tod nehmen werden. Ich hoffe, ich liege mit meiner Interpretation nicht völlig daneben, das schien mir gerade so schön schlüssig, haha. Insgesamt aber auch eine spannende Abgabe! :)


    Abgabe 3 - Sterne über Chapella

    Meine kurze Google-Recherche hat ergeben, dass Chapella wohl ein kleines Dorf in der Schweiz ist, insofern lässt sich die im Gedicht beschriebene klare Sicht auf den Himmel mithilfe des Titels gut erklären. Das Gedicht beschreibt damit eine Naturverbundenheit, die gerade in urbanen Regionen immer mehr verloren geht; das lyrische Ich grenzt sich etwa von Laternen ab und beschreibt stattdessen den Wald. Trotzdem kann das lyrische Ich der modernen Welt nicht entfliehen, wenn es etwa versucht, die Flugzeuge in sein naturverbundenes Weltbild einzubinden. Inhaltlich somit ein wirklich schönes Gedicht! Formal stolpere ich an der ein oder anderen Stelle. Zum einen kann ich mir die unterschiedliche Länge der Strophen nicht ganz erklären, da die Verse ansonsten einem ähnlichen Muster folgen. Zumindest in der vierten Strophe erkenne ich auch inhaltlich keinen solch starken Zusammenhang, der ein Zusammenfügen zu einer Strophe rechtfertigen könnte, aber vielleicht übersehe ich auch einfach etwas ganz Banales. Wenn ich bei der vierten Strophe bleibe, fällt auch auf, dass in dem fünften Vers der bis dahin alternierende Rhythmus bricht und auch hierfür finde ich keine wirkliche Erklärung. Das zweite "regnen sie" sorgt für ein kurzes Stocken, vielleicht soll der Leser kurz innehalten und den Moment der Natur wirklich realisieren, aber ich bin unsicher, ob das so geplant war. Ansonsten ein Lob für die malerischen Worte wie Sternenpinsel oder Tannenthrone, wenngleich der Satzbau dadurch manchmal etwas konstruiert wirkt. Insgesamt aber auch ein schönes Gedicht! :)


    Abgabe 4 - In Dunkelheit

    Jetzt habe ich so viel über den Tod eines Sterns gelesen und geschrieben, dass ich bei der Frage, wofür das lyrische Ich denn überhaupt bereit sei, dann doch etwas voreingenommen bin, haha. Die erste Strophe gibt zunächst eine grobe Richtung vor, indem das lyrische Ich sich beim Betrachten des Nachthimmels Gedanken zu der Zukunft macht. Statt diese Frage nach der Zukunft einzig auf sich selbst zu beziehen, scheint es an dieser Stelle sehr viel größer zu denken, da von einem uns die Rede ist. In der zweiten Strophe steht nicht der Nachthimmel im Vordergrund, sondern die einzelnen Sterne; ebenso löst sich das lyrische Ich von dem uns und bezieht sich nun auf sich selbst. Die dritte Strophe zeigt auf, dass das lyrische Ich selbst in die Dunkelheit schaut und sich durch das Licht der Sterne gestärkt fühlt. Durch das Hinabschauen in die Dunkelheit kam mir der Gedanke, dass es sich bei dem lyrischen Ich vielleicht um einen Nebel handeln könnte, der dabei ist, selbst zu einem Stern zu werden. Das wäre zwar sehr abstrakt gedacht, aber warum nicht so herum? :) Wahrscheinlicher ist es jedoch, dass es sich um einen Stern handelt, was das "uns" erklären würde. Der Stern könnte entsprechend bereit sein zu sterben, wenngleich die erste Strophe aufzeigt, dass er sich nicht sicher ist, was danach passieren wird. Genauso kann es sich beim lyrischen Ich aber auch um einen Menschen handeln, der auf einer Wiese liegt und die Sterne betrachtet, um eine wichtige Entscheidung zu treffen. Ich erkenne eine ähnliche Vermischung wie in der zweiten Abgabe, wenngleich ich auch hier wahrscheinlich viel zu viel hineininterpretiere, haha. Die Wiederholungen des Wortes Bereit finde ich interessant, insbesondere wenn in der zweiten Strophe zusätzlich mit der Interpunktion gespielt wird; in der ersten Strophe erschließt sich mir aber nicht ganz, warum diese Wiederholung notwendig ist. Aber insgesamt ist das auch eine schöne Abgabe! :)


    Abgabe 5 - Der Zauber der Sterne

    Herzlichen Glückwunsch zum Sieg oder so, haha. Nicht nur wurde mit dem Sonett eine schwere Form ausgewählt, die Form wurde auch gleich dreifach umgesetzt, um jeder Phase des Sterns gerecht zu werden. Dazu kommt, dass die formalen Aspekte sehr sauber umgesetzt wurden. Meine kosmischen Kenntnisse sind jetzt nicht besonders ausgeprägt, aber ich nehme mal an, dass die Infos, insbesondere im letzten Abschnitt, auch alle stimmen. Insofern tut es mir fast leid, dass ich jetzt gar nicht so sonderlich viel zu der Abgabe sagen kann, aber die Abgabe ist einfach sehr stark und spricht für sich, haha.


    Abgabe 6 - Heute fallen tausend Sterne

    Und auch zum Abschluss noch eine sehr starke Abgabe! Auch hier steht das Ende der Sterne im Zentrum; statt der Endgültigkeit oder dem Neubeginn liegt der Fokus dabei jedoch auf der Veränderung. Insbesondere die vierte Strophe macht die Grundaussage des Gedichtes wunderbar deutlich. Nichts sei verloren, es gehe lediglich in eine andere Form über. Diese Idee wird genutzt, um eine magische Atmosphäre zu erzeugen, indem mit Vorstellungen von Wünschen und Träumen gespielt wird. Das Bild der Sternschnuppe fügt sich in dieses Bild natürlich ideal ein, entsprechend gut gefällt mir auch der Titel. Ansonsten kann die Abgabe auch formal überzeugen. Das Metrum wird konsequent beibehalten und die Reime wirken sehr stimmig. Einzig mit dem Vers "Alt wird neu und schwarz aus weiß." in der drittletzten Strophe habe ich so meine Probleme, weil das "aus" in meinen Augen nicht so gut zu dem "wird" passt. Ich kann nicht so wirklich beschreiben, warum das für mich nicht passt, tut mir leid. x3 Ansonsten wie gesagt eine schöne Abgabe! :)


    Punkte

    Ich habe mich dazu entschlossen, den Abgaben 1, 5 und 6 die volle Punktzahl zu geben, da ein klarer Themenbezug sowie eine starke formale Umsetzung zu erkennen sind. Bei Abgabe 3 habe ich für die teilweise etwas konstruierten Verse und die auf den ersten Blick nicht erkennbar begründete Form der Strophen zwei Punkte abgezogen. Abgabe 2 und 4 haben eine sehr viel individuellere Form gewählt. Während Abgabe 2 diese Form als Unterstützung für eine auch eher ungewöhnliche Auslegung des Themas genutzt hat, habe ich bei Abgabe 4 ein bisschen mehr dafür abgezogen, dass sich mir die für das Gedicht scheinbar so wichtige Wiederholung des Wortes "Bereit" nicht ganz erschlossen hat. Insgesamt konnten aber alle Abgaben wirklich überzeugen, sodass ich abschließend gerne nochmal das Niveau in diesem Wettbewerb loben muss! :)


    Abschließend auch nochmal der obligatorische Hinweis, dass man den Vote ja leider nicht mehr begründen muss, insofern bitte alle voten! Es sind nur sechs Gedichte und sie sind sehr gut! Ich wünsche mir einfach mal zwölf Votes, vielleicht helfen Zielvorgaben ja etwas, haha.


    Abgabe 01: 10/10

    Abgabe 02: 09/10

    Abgabe 03: 08/10

    Abgabe 04: 07/10

    Abgabe 05: 10/10

    Abgabe 06: 10/10

    UUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFF #SCHREI


    Nächstes Stichwort: #kartoffel


    O kleiner Käfer,

    bewahre dir im Lächeln

    den süßen Nektar!


    ______________________________________________________________________________


    Unsere Werke sind leider auch nicht direkt verschmolzen, aber Hibanny und ich sind zumindest auch noch fertig geworden! :)

    uff ok. also._____________uff ok. also.___uff ok. also.

    ok. also. uff_____________ok. also. uff___ok. also. uff

    also. uff ok._____________also. uff ok._______________

    uff ok. also._____________uff ok. also.___uff ok. also.

    ok. also. uff_____________ok. also. uff___ok. also. uff

    also. uff ok. also. uff ok. also. uff ok.___also. uff ok.

    uff ok. also. uff ok. also. uff ok. also.___uff ok. also.

    ok. also. uff_____________ok. also. uff___ok. also. uff

    also. uff ok._____________also. uff ok.___also. uff ok.

    uff ok. also._____________uff ok. also.___uff ok. also.

    ok. also. uff_____________ok. also. uff___ok. also. uff

    also. uff ok._____________also. uff ok.___also. uff ok.


    Meisterwerke von Voltobal und éléphant


    Tut mir leid, dass du hier gelandet bist. Wenn du schon hier bist, nimm dir doch eine grüne Paprika!


    Wow ok.

    Huhu! Das soll nur ein ganz kurzer Beitrag werden, aber ich wollte kurz ein bisschen Lob für die letzten Entscheidungen und/oder Entwicklungen loswerden. Zunächst einmal ist mir positiv aufgefallen, dass die Übersichts-Topics jetzt endlich aktualisiert wurden und dass diese extreme Abstufung in der Hierarchie auch wieder ein wenig aufgehoben wurde. Bitte verkompliziert das mit dem nächsten Update nicht direkt wieder, sondern vereinfacht es eher weiter; Stichwort Quasi-Mod. Die Ideen zu dem Diskussionsbereich klingen ganz spannend, da bin ich einfach mal gespannt, wie das dann umgesetzt aussehen wird. Abschließend wollte ich noch kurz anmerken, dass ich von eurem neuen Newsletter-Modell, der die einzelnen Topics mehr in den Fokus rückt, absolut begeistert bin! Insofern ja, in die Richtung darf es gerne weitergehen. :)

    Zeitlos

    Doch, wann kommst Du nur?

    Heute, morgen oder nie?

    Lass mich nicht allein!


    _____________________

    Huhu! Das ist wohl vorerst mein letzter Post hier, das Topic werde ich dann wohl die Tage verschieben lassen, sobald ich herausgefunden habe, an wen ich mich da aktuell überhaupt wenden muss. Ich wollte mich nur kurz bei allen Leuten bedanken, die hier regelmäßig oder auch nur ab und zu reingeguckt haben! Die meisten Gedichte hier sind als Übung entstanden, um mich an ein neues Thema oder eine neue Form heranzutasten; entsprechend freut es mich wirklich, wenn die Gedichte dem ein oder anderen gefallen haben! :) Nahezu komplett ohne Feedback macht das für mich hier aktuell aber irgendwie keinen Sinn. Damit erreicht die Einsicht, dass der Bereich tot ist, dann wohl auch mich. Nevermind, Danke nochmal an alle, die hier mitgelesen haben und ein spezielles Danke nochmal an Creon für den einzigen Kommentar hier.

    hinter den grenzen liegt ein regenbogen

    blind.

    sind wir blind?

    irren wir?

    immerzu.

    blind.

    umher –

    wieso.

    sehen wir nicht?

    dass.

    wir scheinen

    immerzu.

    nur blind.

    sind wir blind?

    Zahlenspiel


    1 abwesende Moderatorin plus

    2 Moderatorinnen plus

    1 Moderatorin plus

    0 Übersicht plus

    1 kommissarischer Moderator, der eigentlich

    1 Komiteeler ist. Dazu

    2 Komiteeler, wobei dann ja eher

    3 oder vielleicht sogar

    4 wenn man den zählt, der eigentlich

    1 nicht gelisteter Komiteeler ist. Zusätzlich

    3 externe Quasi-Komiteeler, oder doch eher

    0 weil es ja nirgendwo steht?

    _____

    19


    _____________

    Ich wollte dieses eDeL-Topic auch kurz einmal nutzen, bevor ich hier vor lauter Aktivität keinen Platz mehr auf der ersten Seite bekomme. :3

    Funfact: Ausgerechnet im Bereichsinfo-Topic ist keine Bereichsleitung genannt. Das hat mich emotional schon ein wenig mitgenommen; wie gerne hätte ich da jetzt noch irgendwo in Schriftgröße sechs den Namen Rio entdeckt. Plus, ich zähle vier offizielle Ebenen und eine inoffizielle Ebene. Klingt vernünftig.

    Fragen zu diesem wundervollen Werk des Zynismus beantworte ich natürlich gerne! :ugly:

    Szene 143: Rückblende

    Und plötzlich ist da deine Stimme.

    Warst du damals eigentlich in mich verliebt?

    Du lachst.

    Ich mache nur Spaß.

    Eine Umarmung.

    Stille.

    Und plötzlich ist da deine Stimme.


    _____________________

    Über Kommentare oder Rückmeldungen würde ich mich generell freuen. Ich beiße nicht. :)

    der wald.


    der wald hat gebrannt. die tiere sind fort. die pflanzen sind tot.

    einzig

    ein grüner keim

    lugt aus dem ascheboden.


    Nimm meine Hand!

    Huhu, ich steige mal leise hier ein, obwohl ich die Antworten eben wirklich nur etwas besser überflogen habe. Was mich gerade wirklich stört, ist dass zwischen der anfänglichen Bitte, sich Meinungen von den Teilnehmenden der Umfrage einzuholen und möglichen Lösungen mitsamt einer pauschalisierenden Antwort, was "alle zu wollen scheinen" keine 24h liegen. Wenn ich das richtig gesehen habe, hat sich die Hälfte der verlinkten User noch gar nicht zu Wort gemeldet, deswegen von mir einfach die deutliche Bitte, das Tempo aus der Diskussion zu nehmen.

    Das zweite was mich stört, ist dass ich beim Lesen gerade das Gefühl hatte, dass Creon als aktuell einzige Moderatorin schon eine relativ feste Meinung hätte. Dazu kommt, dass das gesamte für den Bereich zuständige Team in der Umfrage für das gleiche Ergebnis gestimmt hat, sodass ich nicht wirklich weiß, inwiefern es da jetzt überhaupt noch Sinn macht, meine Meinung darzulegen. Und genau das wäre es halt - eine Meinung; ich werde hier nicht argumentieren können, warum ich vollständig anonyme Abgaben für sinnvoller halte. Genauso wenig und erfolglos wie ich bislang argumentiere konnte, dass ich Begründungspflicht für sinnvoller halte. Es ist halt eine Meinung, nichts was ich für mich groß analysiert habe. Wer meine Antworten im Feedback kennt, weiß wahrscheinlich, dass ich eher selten nur eine Meinung ohne jede Begründung poste. Aber so wie bei den Wettbewerben um Regeln gekämpft wird, resigniere ich dann doch langsam. Und es wird gefühlt immer schlimmer. Insofern ja, mein erster Gedanke war, dass ich einfach jeder Abgabe mit bekanntem Autoren die niedrigste Punktzahl geben könnte und es nicht mal begründen müsste. Einfach so aus Protest und niemand könnte es beweisen. Aber die Begründungspflicht ist ein anderes Thema und rechtfertigen muss man sich hier teilweise ja auch für begründete Votes.

    Das Folgende soll entsprechend auch nur ein ganz, ganz leiser Ansatz einer argumentativen Einordnung sein: Ich sehe grundsätzlich halt wirklich keinen Vorteil darin, die Autoren der Abgaben bekannt zu machen. Weder einheitlich mit der Abgabe und erst recht nicht inkonsequent nur bei Votenden. Dass solch eine Offenheit wahrscheinlich keine Nachteile bringen würde, ist im Umkehrschluss halt nicht automatisch ein Vorteil. Und dass es für User, die aus anderen Bereichen eine enorme Umstellung wäre, dass der Wettbewerb hier anonym ist, kann ich mir auch wirklich nicht vorstellen. Das einzige wirkliche Argument, das ich bislang gesehen habe, ist das mit den bereits veröffentlichten Werken und da komme ich wieder zu meiner Meinung; in dem Fall dass bereits veröffentliche Werke für mich persönlich nichts in einem Wettbewerb zu suchen haben, einfach weil ich die Wettbewerbe eher als Anreiz sehe, sich hinzusetzen und etwas zu schreiben, statt bloß ein Werk von vor zwei Jahren aus seinem Topic zu kramen. Kann man anders sehen und entsprechend anders handhaben. Darüber überhaupt groß zu diskutieren, ernsthaft... ich verstehe es nicht.


    Tut mir leid, dass das jetzt dermaßen unstrukturiert ist. Die ersten beiden Punkte waren mir gerade einfach wirklich wichtig, bevor hier heute Nacht noch ein gültiger Beschluss fällt, den ich nicht mittragen möchte. Vielleicht kommt in den nächsten Tagen dann nochmal eine thematisch durchdachtere Antwort von mir. Ich gehe jetzt schlafen.

    Salut!

    Du hast zwar schon zwei Kommentare zu deiner Kurzgeschichte bekommen, aber wenigstens ein bisschen Feedback wollte ich dir dazu auch noch dalassen. :)


    sie.

    Ich fasse für mich erstmal kurz den Inhalt zusammen. Der Erzähler befindet sich zunächst vor einem Grab und nimmt eine Stimme wahr, die ihm rät, mit dem Tod der entsprechenden Person abzuschließen. Wieder zuhause ist der Erzähler sichtlich geplagt und quält sich durch Erinnerungen an gemeinsame Zeiten. Es stellt sich heraus, dass es sich bei der toten Person um die verstorbene Frau des Erzählers handelt, die am Esstisch schließlich vor ihm erscheint und ihn in ihr früheres Kunstzimmer führt. Dort angekommen hilft sie ihm, ihren Tod zu verarbeiten, bevor sie sich schließlich mit einem Kuss von ihm verabschiedet.

    Gleich vorweg, wirklich zu kritisieren habe ich nichts. Vielmehr war ich von der gleichzeitig emotionalen und doch trotzdem zumindest ein bisschen apathisch wirkenden Art, die Szene zu beschreiben, wirklich angetan. Die gewählte Erzählperspektive der ersten Person trägt sicherlich ihren Teil dazu bei, sich schnell mit dem Erzähler zu identifizieren. Man spürt die Verzweiflung des Erzählers und fühlt mit ihm mit. Er schwankt zwischen dem Vergessen, dem Wunsch nach dem eigenen Tod und der generellen Hilflosigkeit. Vor allem die beschriebene Situation mit der Tasse ist mir als starke Szene im Kopf geblieben, die perfekt aufzeigt, wie geistesabwesend er seinen Alltag erlebt. Einzig, wofür genau er sich die Schuld gibt, bleibt offen. Eventuell könnte man es weglassen, wenn es in der Geschichte selbst keinem weiteren Zweck dient, aber vielleicht zeigt es auch einfach nur, wie verzerrt die Sicht des Erzählers ist und worüber er sich unnötigerweise Sorgen macht.

    Auch das gewählte Ende ist einfach schön; wenngleich vielleicht etwas kitschig. Nein wirklich, die vermittelte Botschaft gefällt mir, zumal wunderbar dargestellt wird, dass es eben einfach ein Prozess ist, mit solchen Verlusten umzugehen, und dass man dabei vielleicht auch einfach mal Hilfe braucht.

    Besonders faszinierend finde ich den Titel. Er ist unglaublich simpel und fasst trotzdem perfekt zusammen, worum es dem Erzähler geht. Sie ist alles, woran er denken will, wenn nicht gar muss, bis sie ihm schließlich sogar als Illusion erscheint. Und trotzdem geht es doch eigentlich überhaupt nicht um "sie", sondern vielmehr um ihn, der damit kämpft, eine für ihn richtige Art des Abschlusses zu finden. Der Titel kann auf diese Weise ein bisschen damit spielen, wer für den Leser im Zentrum steht; oder er regt zumindest dazu an, darüber nachzudenken. Am Ende ist es aber doch die Erinnerung an sie, die quasi buchstäblich über allem steht. Eine wundervolle Wahl! :)


    Insgesamt eine traurige, aber trotzdem wirklich schöne Geschichte, die vor allem einfach gut geschrieben ist. :)

    Au revoir!

    Vertrauen?

    Du sinkst zu Boden; sagst, ich würde lügen.

    Du ringst um Luft und fragst nach meinen Gründen.

    Du suchst nach Halt, doch lässt dich von mir trügen.

    Dein Blick ist leer; du hängst an meinen Sünden.

    Ich weiß genau, du wirst dich wieder fügen,

    Um dich an meinem Feuer zu entzünden.

    Es könnte alles doch so schnell vergehen,

    Würdest du mich als Teil von dir verstehen.