Beiträge von Hinoko

Wir sammeln alle Infos der Bonusepisode von Pokémon Karmesin und Purpur für euch!

Zu der Infoseite von „Die Mo-Mo-Manie“

    Hey, ich bins wieder.
    Was hälst du vom folgenden Angebot ?
    Du darfst dir 15 VF Pokemon aus meinem Basar aussuchen ( ca. 98% vorhanden)
    und ich bekomme 15 SKK und 5 GKK ?


    Laut deiner Rechnung würdest du dafür 12,5 Pokemon haben wollen :)

    Möchte mir die Pokemon eigentlich lieber nach und nach pro Bedarf zusammen sammeln (sprich erstmal diese sechs) :)
    Zumal gleich alle Kronkorken weggeben... dann könnte ich ja danach nichts mehr tauschen.
    Aber werde mich gerne mal für einzelne Mons bei dir umsehen und mich dann dort im Topic melden.

    1.5 Die Kraft eines Digimon





    Wenige Augenblicke zuvor waren sie noch am streiten, was sie wohl als nächstes tun sollten. Rai wollte trotz seiner Verletzung unbedingt dem Dieb des Spirits hinterher. Ash hingegen fand die Idee zu gefährlich - wie eigentlich alles, das Rai vorschlug - und wollte sich von dem Digimon fernhalten, um ein Gegengift zu finden.
    Die Entscheidung wurde ihnen abgenommen, als außerhalb der Höhle, in der sie sich ausgeruht hatten, Schritte zu hören waren. Vorsichtig lugte Tory um die Ecke und verzog skeptisch sein Gesicht. Einen Ritter hätte er am wenigsten erwartet. Als das Digimon, welches vollkommen in eine silberfarbene Rüstung gehüllt war, die Menschen erblickte und sich wieder in Bewegung setzte, schwand Torys Optimismus, dass es gutmütig sein könnte.
    „Knightmon, Level Champion“, zeigte das Digivice warnend an.


    Während ihr Gegner sein überdimensionales Schwert zückte, welches so groß war wie Ash und mindestens das Zehnfache wog, griff Rai nach der Hand seines zierlichen Begleiters und zerrte Tory tiefer in die Höhle hinein.
    Sowohl auf Knightmons Brust, als auch auf seinem großen Schild, welches es nun in die Hand nahm, die durch einen Eisenhandschuh geschützt war, glühte ein orangenfarbenes Zeichen. Während das Zeichen einem Kolibrikörper glich und von dessen 'Kopf' drei Zacken weg gingen, fanden sich diese auch unterhalb des 'Kolibrikörpers'.
    Den Sinn hinter dem Zeichen verstand Tory nicht, aber es war ihm in dem Moment auch egal. Das orangene Licht erhellte die Höhle hinter ihnen und nahm ihnen den Vorteil, ungesehen zu sein. Zwar waren sie sichtlich schneller als der Feind, doch an ein Entkommen war nicht zu denken. Zu gering war die Chance, dass dieses felsige Grab einen zweiten Ausgang hatte.
    Wie es so kommen musste, teilte sich der Gang in drei und stellte der Gruppe die Frage, welche Richtung sie einschlagen wollten. Rai wusste, Ash hätte seiner Idee zu kämpfen nie zugestimmt, weswegen er unter dem Vorwand, sich aufzuteilen - um Knightmon zu verwirren - vorschlug, in verschiedene Richtungen zu rennen.


    Selbst Rai musste zugeben, dass es reinster Wahnsinn war, sich diesem Ding entgegenstellen zu wollen, doch tat er es, um mehr über sich und die Spirits herauszufinden.


    Als Tory und Ash endlich in der Dunkelheit des linken und des mittleren Ganges verschwunden war und auch ihre Schritte nicht mehr zu hören waren, zeigte Rai sich dem Knightmon und versuchte, es in seinen Gang zu locken. Zu seiner Freude - oder auch seinem Pech - folgte der Gegner der Provokation. Trotz seiner schweren Rüstung, legte das Digimon eine hohe Geschwindigkeit an den Tag. Viel zu lange für Rais Geschmack ging die wilde Verfolgungsjagd. Er hatte längst die Orientierung verloren und hatte alle Mühe, nicht vor Sauerstoffmangel Tempo einzubüßen. Als die Decke plötzlich höher und höher wurde und er einige Stalaktiten von der Decke hängen sah, stoppte er kurz. Die Höhle war um einiges größer, als sie von außen aussah. Ein ganzes Labyrinth schien in ihr verborgen zu sein.



    "Schachmatt..." Ratlos stand der keuchende Digiritter vor einer Felswand. Er war geradewegs in eine Sackgasse gerannt; hatte die falsche Abzweigung des Labyrinths genommen. Ein kalter Schauer lief über Rais Rücken. Digitieren konnte er in seinem Zustand nicht. Nur die Ruhe bewahren, sagte er sich und zwang sich, den Kloß im Hals herunter zu würgen. So aufrecht er - nach Luft schnappend - stehen konnte, versuchte er vor Knightmon selbstsicher zu wirken.
    "Ich habe keine Angst vor dir", behauptete er, glaubte es aber selbst nicht ganz.


    "Lass Knightmon die Wand hinter dir zerstören!"


    Rai staunte nicht schlecht, als er plötzlich die Stimme eines ihm fremden Wesen durch das Digivice hörte. "Einen anderen Plan habe ich nicht, also hoffen wir, dass das eine gute Idee ist!"
    Angespannt wartete Rai bis das Digimon sein riesiges Schwert erhob und zum Schlag ausholte.
    Als dieses mächtige Eisen sich in Bewegung setzte, sprang er zur Seite.
    Hinter ihm erstrahle ein blendendes Leuchten. Knightmon wich einige Schritte zurück - fast als würde es diese Macht verletzen.


    "Ravemon ist ein Freund von mir. Es wird sich um das Knightmon kümmern."
    Rai verstand überhaupt nichts mehr. Wer war diese Stimme, wieso half sie ihm und wieso wusste sie überhaupt, wo er war? Doch das war in dem Moment egal. Hinter dem Jungen erschien ein weiteres Digimon.


    Ein schwarzer Helm mit rotem Visier legte sich schützend um den Kopf des Digimons und eine dünne, blaue Rüstung umschloss seinen Körper. Die rechte Hand bestand aus einer Rabenklaue, während die linke Hand nur ein Handschuh zierte und ein Katana hielt. Den Rücken zierten Rabenflügel. Der linke komplett in schwarz gehalten und der rechte weiß an der Flügelspitze. Das Digivice bezeichnete den Neuankömmling als „Ravemon“, rückte aber keine genaueren Informationen heraus.


    Das Digimon in Ritterrüstung zeigte sich weniger beeindruckt. Wieder erhob es sein Schwert, doch dieses mal deutete es auf den Rabenkrieger.
    "Ich nehme das Duell an." Ravemon allerdings hatte nicht vor einen Schwertkampf mit seinem Feind auszutragen. Sein Katana würde in Windeseile zerbrechen. Aber seine Wendigkeit konnte er in dieser engen Höhle auch nicht nutzen und ein Angriff von hinten kam gegen die schwere Panzerung nicht in Frage. Keine ideale Ausgangssituation also.
    "Folge dem Digimon, es wird dich aus der Höhle führen."
    Langsam aber sicher manövrierte Ravemon das Kampfgeschehen zurück durch den Gang in Richtung eines größeren Raumes. Zuvor hatten Rai die Tropfsteine, die von der Decke ragten, wenig interessiert. Aber jetzt erkannte er einen Nutzen in ihnen. Das seltsame Digimon hatte scheinbar eine ähnlich Idee.


    Geduldig wartete Ravemon bis das langsam ebenfalls erschöpfte Ritterdigimon den großen Raum betrat. Es schien wenig begeistert davon, dass Ravemon über ihm - außerhalb seiner Reichweite - flog. Knightmon zückte deswegen sein Schwert, welches es zum Leuchten brachte und schleuderte eine Welle aus Energie auf den Raben.
    In letzter Sekunde realisierte Ravemon den Fernangriff und wich zur Seite aus. Die Felssäule über ihm wurde regelrecht zerschmettert und fiel in Einzelteilen auf den dunklen Höhlenboden. So hatte er es sich nicht gedacht. Ravemon brauchte eine komplette Säule und keinen Säulenpüree.


    Den nächsten Angriff beschloss Ravemon mit seiner sich drehenden Kralle abzuwehren. Diese war sogar so schnell, dass die Energie aus Knightmons Angriff einfach an dieser zerschellte und in viele kleine Partikel geteilt wurde.
    Mit dieser 'Wirbelnden Rabenklaue' flog er anschließend auf seinen Gegner zu und fügte der Rüstung einen beachtlichen Schaden zu. Knightmon hatte keine Chance, den flinken Raben zu treffen und musste die Angriffe über sich ergehen lassen.
    Einen Trumpf hatte es aber dennoch in der Hinterhand. Ravemon bemerkte nicht, wie sich aus dem leuchtenden Zeichen auf der Brust des Ritters ein gebündelter Energiestrahl bildete. Diese Explodierte direkt vor Ravemon und schleuderte es quer durch den ganzen Raum. Auf der anderen Seite krachte es von Schmerzen geplagt gegen eine Felswand.


    Rai hatte die Zeit damit verbracht, zur anderen Seite des Raumes zu laufen. Sein Gegner hatte dies offensichtlich ebenfalls bemerkt, hatte es sich immerhin schon in Bewegung gesetzt. Knightmon hatte bereits die Hälfte des Raums durchquert. Zielsuchend marschierte es weiter auf Rai zu und beachtete seine Umgebung nicht.


    "Das ist die Chance. Energieschwert!" Mit einem kraftvollen Schlag durchdrang Ravemons Schwert auf der anderen Seite des Raumes den steinigen Boden. Dort breitete sich jetzt eine grüne Macht aus, die schließlich die Form eines Pfeils annahm und auf den Fels über Knightmon zuschoss. Fein säuberlich trennte der messerscharfe Windpfeil den Stalaktit von der Decke der Höhle. Die Schwerkraft tat den Rest und der Ritter wurde von oben durchbohrt.




    ***



    Ein Mensch, etwas jünger als Rai - komplett vertieft in Gedanken - lag auf dem roten Dach eines kleinen Spielzeughauses aus Bauklötzen. Seine Arme hatte er hinterm Kopf verschränkt. Eine rote Weste benutzte er dabei als Kopfkissen. Mit seinen schwarzen Turnschuhen stützte er sich von der Regenrinne ab, um nicht die Steigung herunter zu rutschen.
    Eigentlich war es ja sein Auftrag, ins unterirdische Labyrinth einzudringen und die neuen Digikrieger abzufangen. Er hielt es jedoch für eine bessere Idee, in der Nähe des Ausgangs zu warten - so seine Ausrede - um die anderen abzufangen, sollten sie den Ausgang zur Spielzeugstadt nehmen.


    "Könnten es wirklich Menschen sein?", murmelte er noch immer nachdenklich und zupfte sich sein orangenes T-Shirt zurecht. Langsam wurde ihm kalt, da er sich die ganze Zeit nicht bewegt hatte.
    "Vielleicht sollte ich mir die Sache genauer ansehen, statt zu faulenzen."
    Motiviert setzte sich der Junge auf, zog seine Weste wieder an und hüpfte dann vom niedrigen Dach. Unten angekommen überprüfte er die Hosentaschen seiner schwarzen Jeans. Irgendwo hier musste doch sein D-Tector gewesen sein. Als er ihn endlich gefunden hatte, öffnete er die Kartenfunktion. Das orangene Gerät erinnerte an ein Digivice, war jedoch ein wenig größer und hatte ein rotes, sechseckiges Display und ebenfalls rote Halterungen, die den Grip verbesserten. Eigentlich wollte er nach jemand Anderen suchen, doch wurde seine Aufmerksamkeit von einem fremden Punkt in Anspruch genommen.


    "Rai! Ash!"


    Nicht weit außerhalb der Stadt lief ein ziemlich aufgewühlter, zierlicher Junge vorbei. Zwar suchte er aktiv nach seinen Freunden, doch war seine Körperhaltung ziemlich passiv und zurückgezogen. Fast schon schutzlos. Entweder er hatte kein gutes Selbstbewusstsein, oder er fühlte sich alleine und verloren.
    Der Blondschopf wusste, wie es sich anfühlte, ein Digimon zu werden. Hätte dieser Junge einen Spirit gehabt, hätte er viel leichter Mut fassen können. War er also noch nicht in der Lage dazu, zu digitieren?


    Neugierig lief der größere Junge über den grünen Spielzeugteppich, der eher wie ein Rasen aussah, in die Richtung des Suchenden. Die offene Fläche außerhalb der Stadt schien endlos und ein angenehmer Wind strich an dem Digiritter vorbei. Dieser grinste über beide Ohren. Zu groß war die Vorfreude, eine neue Person in dieser Welt kennen zu lernen. Eine Person, der er keine Rechenschaft schuldig war.


    "Kann ich dir irgendwie helfen?"


    Als der fremde Junge sich erschreckte und sich panisch umdrehte, fühlte er sich schuldig. Verlegen kratzte er sich am Hinterkopf:
    "Entschuldige, ich wollte dich nicht erschrecken. Ich bin Arian, aber nenn mich Airi. Und wie heißt du? Kann ich dir irgendwie helfen?"
    Der Blondschopf fürchtete, zu direkt zu sein, erhielt zu seiner Freude aber doch eine Antwort.
    "Ich bin Tory.“, dann stockte er kurz, unsicher, ob er weiter reden sollte, „Du könntest wirklich helfen. Hast du hier vielleicht irgendwo weitere Menschen gesehen?"
    Jetzt war es an Tory einen neugierigen Blick aufzusetzen, mit dem er seine vorige Frage ergänzte:
    "Was machst du hier eigentlich alleine? Und bist du auch ein Digikrieger? Hast du schon deinen Spirit gefunden?"
    Bevor sich Airi der ganzen Fragen annehmen konnte, wurde er von Torys Magen knurren unterbrochen. Er konnte gerade noch ein Lachen unterdrücken, scheiterte aber kurz darauf, als dieser rot anlief.


    "Wenn du möchtest, lade ich dich auf einen Snack ein. Es hilft deinen Freunden sicher nicht, wenn du völlig entkräftest bei ihnen ankommst."
    Dabei wedelte der Blondschopf mit einem schwarzen Geldbeutel. Tory beobachtete diese Geste nur verwirrt, folgte aber dem ihm fremden Jungen, der in Richtung der Spielzeugstadt deutete.


    "Du bist also schon länger hier in der Digiwelt?"
    Worauf Tory diese Aussage stützte? Nun, Airi kannte sich scheinbar viel besser aus, hatte sogar Geld, welches in der Digiwelt zählte und schien nicht halb so aufgeregt oder verloren, wie Tory es war.
    Airi zögerte kurz.
    Wie viel konnte er erzählen, ohne verdächtig zu wirken? Andererseits wollte er auch nicht lügen.
    "Eine Weile."
    Tory hatte sich scheinbar mehr erhofft, denn er sah bedrückt auf sein Digivice. Jetzt tat es dem Blondschopf Leid, ihn so abgewimmelt zu haben. Dann bemerkte er etwas:


    "Dein D-Tector sieht ja ganz anders aus."


    Schulterzuckend verglich Tory beide Geräte.
    „Die von Ash und Rai sehen genauso aus wie meins. Nur in anderen Farben. Oh, und wir nennen sie Digivice.“
    Nachdenklich spekulierte Airi in Gedanken, was das zu bedeuten hätte.


    So vertieft in seine Gedanken, bemerkte er nicht einmal, dass Tory das Restaurant bereits gesehen und vor gelaufen war, weswegen Airi alleine vor dem Stadttor stand und auf seinen D-Tector starrte.



    "Du musst schnell kommen!"


    Das war wieder Tory. Fast schon panisch sprintete er in Airis Richtung. Skeptisch beobachtete er die hastigen Schritte seines Gegenübers.
    "Ich muss herausfinden, was das zu bedeuten hat..."
    Tory, der endlich bei Airi angekommen war, aber vor lauter Luft schnappen nicht reden konnte, wisperte nur ein "Bitte was?"
    Ablenken ließ er sich trotzdem nicht. Tory nahm einmal tief Luft und fing an, das Problem zu schildern:
    "Irgendein böses Digimon greift die Spielzeugstadt an! Es hat irgendetwas von Daten geredet und dass es jeden auslöscht, der nicht kooperiert."



    Für halbe Theorien war jetzt keine Zeit mehr. Airi musste sich schnell entscheiden und eine Seite wählen. Sauer blickte er in die Richtung, aus der Anzeichen von einem Kampf zu hören war. Sie wagten es, die Stadt des Ewigen Anfangs anzugreifen? Viel wusste der Blondschopf ja nicht, aber dass dies ein heiliger Ort war - der einzige Ort in der Digiwelt, an dem neue Digieier entstanden - wusste sogar er.


    "Dieses Gebiet ist tabu!"


    Tory konnte nur noch zusehen, wie Airi zum Kampf entschlossen los stürmte.
    "Ist der jetzt total durchgeknallt? Zuerst sieht er so aus, als hätte er einen Geist gesehen und dann lässt er mich hier zurück, um sich kopfüber in Gefahr zu stürzen. Also ich weiß ja nicht so recht, was ich davon halten soll."


    Als Tory endlich wieder bei Atem war, folgte er dem 'verrückten' Jungen, ließ es sich aber nicht nehmen, nebenbei die Bäume zu bewundern. Zuvor schon war ihm aufgefallen, dass Spielzeug an diesen hing. Jetzt aber hoffte er auf eine Art Waffe. Ein Zauberstab oder eine Wasserpistole. Irgendetwas, was ihn auch nützlich erscheinen ließ.

    Klingt gut :) Meldest du dich nochmal wenn die kleinen Racker bereit sind?
    (Hetz dich aber auch nicht :P )

    Mit Ultrasonne und Ultramond, die immer näher kommen, will ich die Chance nutzen und noch so viel vervollständigen wie möglich!
    Die Idee hierbei ganz einfach: Ihr gebt mir Zuchtreste von Ballmon oder DVmon und könnt dafür ein paar Items abgreiffen.
    Ansonsten bleibt nur noch ein Tauschtermin auszuhandeln, für gewöhnlich frage ich zwar 2-3 Mal nach wann ihr tauschen könnt, aber nachlaufen werde ich auch niemandem, wenn sich keiner mehr meldet.
    Genug gebrabbel, bin offen für Verhandlungen! (Für ZAs + besondere Bälle)
    Generell gilt pro VF Mon z.B 2 Kronkorken oder ein 64GP Item, oder macht ein anderes Angebot, wenn ihr mehr wollt :P



    Folgende Items biete ich pro Mon an:
    2 Silberkronkorken (Vorrat: 15)
    oder
    2 AP-Plus (Vorrat: 5)
    oder
    1 64 GP-Item nach Wahl (Vorrat: 500GP)
    oder
    AP-Top (Vorrat: 5)
    oder
    Goldkronkorken (Vorrat: 5)

    oder
    2 Herzschuppen (Vorrat: 20)
    oder
    2 Steine: Funkel-/ Oval-/ Finster-/ Leucht-/ Eis-/ Blatt-/ Mond-/ Sonnenstein (Vorrat: 5 pro Stein)



    Ich suche gerade nach:
    Yannma mit VF
    Damhirplex mit VF
    Farbeagle mit VF
    Kussilla mit VF
    Nincada mit VF
    Nasgnet mit VF



    Pokémon, die ich bekomme sollte der jeweilige Partner nicht abspringen:

    1.4 Flamme der Beharrlichkeit



    Das Treppenhaus schien komplett verlassen. Zumindest ging die Gruppe – bestehend aus Ash und Tory – davon aus. Trotz der Vermutung, hatte sich eine seltsame Maschine auf die Menschen fixiert und folgte diesen einige Minuten, ehe diese ihren Verfolger endlich bemerkten.
    „Was ist das?“, fragte der Jüngere verwundert und blickte mit großen Augen zu Ash.
    „Kann mir keinen Reim drauf machen“, enttäuschte dieser die Erwartungen, hatte im nächsten Augenblick aber bereits eine Idee, „Vielleicht kann uns das Digivice helfen, wie es auch bei Mekanorimon war.“


    >>Error. Es liegen keine Daten vor.<<


    Auch Ash schien nun ratlos und senkte seinen Scanner, bevor er dazu an setzte die Maschine zu begutachten. Trotz der lila Färbung erinnerte sie doch etwas an einen Satelliten, hatte das Wesen doch nur ein großes Auge und zwei Rotorblätter, die eher an Arme erinnerten da sie reglos herunter baumelten und nicht zum Schweben benötigt wurden.
    „Alert! Alert!“, stieß die Maschine plötzlich hervor und ehe jemand reagieren konnte,schlug ein orange-roter Laserstrahl neben ihnen ein und brach einen Teil des Geländers weg.


    „Weg hier!“, wies Ash seinen Begleiter an und zerrte diesen die Treppen hinauf, ehe er selbst innehielt um nach einem Teil des Elfenbeins zu greifen und dieses als Schlagstock zu verwenden.
    Ein Katz und Maus Spiel folgte, denn die merkwürdige Raumsonde wich jedem Hieb erfolgreich aus, nur um danach ebenfalls seinen Laser zu verfehlen.
    „So leicht gebe ich mich nicht geschlagen.“, grummelte Ash und setzte erneut zu einigen Schlägen an.
    Staunend verfolgte Tory den Schlagabtausch, für den Ash einige Kendotechniken benutzte.
    „Lauf weiter!“, rief der Ältere, als er Torys Zögern bemerkte. Schreckhaft zuckte dieser zusammen und setzte sich wieder in Bewegung.
    Ashs Gegner setzte währenddessen zu einem neuen Angriff an und drehte seine Rotorblätter um die eigene Achse, ehe es rasant auf den Schwarzhaarigen zusteuerte. Dieser blickte sich alarmiert um, konnte aber im engen Treppenhaus keine Möglichkeit finden, dem maschinellen Tornado auszuweichen.


    „Lichtschwert!“
    Noch bevor Ash sich Sorgen machen konnte, sprang eine flinke Gestalt zwischen ihn und das Digimon, um die Rotation zu stoppen und somit abzuwehren. Freudig nickte Ash seinem Retter zu, er war froh Rai – beziehungsweise Lobomon – unbeschadet zu sehen.
    „Das Kontrollzentrum ist oben.“, fing der Digiritter an.
    „Ich weiß“, kürzte Ash die Sache ab und folgte Tory, welcher bereits die Tür geöffnet hatte und hinter dieser verschwunden war.


    „Das Digimon ist ein Gizmon.“, fügte er unerwartet zuvor. An die Tür war ein Poster mit einem Diagramm angebracht, welches den Aufbau der Maschine zeigte. „Das Auge scheint die einzige Schwachstelle zu sein. Es ist nur eine Maschine.“


    Der Schlagabtausch zwischen den Digimon ging unbeirrt weiter. Zwar schien Lobomon nicht zuzuhören, doch verstand er jedes Wort von Ash genau. Allerdings war er konzentriert, wenn auch nicht konzentriert genug. Der nächste Laser erwischte ihn und er stürzte von den Geländer-losen Treppen nach unten.


    „Eine starke Maschine...“, beendete Ash seine Aussage besorgt. Unentschlossen blickte er zwischen dem Gizmon und Lobomon umher. Was konnte er schon groß ausrichten?


    „So leicht gebe ich mich nicht geschlagen.“, grummelte Rai, noch immer von Lobomons Rüstung geschützt und setzte sich auf, um sofort wieder in Kampfhaltung zu wechseln und seinen Gegner mit einer Folge aus Schwerthieben zu treffen.
    Er musste diesen Kampf beenden, bevor ihn Demidevimons Gift zu sehr auslaugen würde.
    Das viel zu schnelle Gizmon spielte zuerst auf Abstand, bereute diese Entscheidung jedoch, als eine Lichtkugel aus der Handkanone des Digiritters sein linkes Rotorblatt durchlöcherte.
    „Zwillingslaser!“, beide Lichtschwerter gezückt schnellte Lobomon los, bereit dazu seinen Feind zu durchbohren.
    Ein weiterer Laser kam ihm auf halbem Wege entgegen, dem er ohne Probleme auswich, dann aber bemerkte er Gizmon direkt vor sich. Die herabhängenden Kabel schnellten umher und umwickelten den Krieger des Lichts, um ihn mit irgendeiner Ladung zu schocken.
    Der Digiritter schrie unter Schmerzen auf.
    „Rai!“, panisch versuchte Ash die auseinanderbrechenden Treppen nach unten zu kommen, nur um auf halbem Weg den schwarzen Bildschirm des Digivices in Lobomons Hand zu bemerken. Auch der Digiritter starrte ungläubig auf sein Digivice, noch immer von den Kabeln umwickelt.
    „Gizmon hat das Digivice gehackt? Ich kann mein Lichtschwert nicht materialisieren.“


    „Gefahr eliminiert. Gefahr eliminiert. Gefangener wird weggebracht. Beförderung in Aussicht.“, mit diesen Worten begann Gizmon höher und höher in die Luft zu steigen. Wollte es etwa zum Dach der Fabrik? Oder wollte es Tory und Ash ebenfalls mitnehmen?


    „Das Digivice!“, rief Ash von unten. Tatsächlich, es hatte sich wieder eingeschaltet, also war es auch nicht kaputt.
    „Licht...“, Lobomon holte dazu aus, einen Gegenangriff zu starten, doch spürte er ein stechendes Brennen in der Schulter und zuckte zusammen. Dies wurde jetzt auch von Gizmon bemerkt und bestraft. Eine weitere Energieladung wurde durch die Kabel geschickt und der Digikrieger ließ sein Digivice unter Schmerzen fallen. Genau vor Ashs Füße.
    Verzweifelt blickte dieser dem Gizmon hinterher, schüttelte dann aber seinen Kopf. Er musste etwas unternehmen, umschloss die Elfenbeinstange fester und warf sie mit aller Kraft auf den fliegenden Satelliten. Überrascht gab dieses ein „Error“ von sich und wandte sich dann zu dem neuen Feind um, welcher den Moment dazu nutzte, von der Treppe abzuspringen und genau auf der Maschine zu landen.


    Von dem zusätzlichen Gewicht aus dem Konzept gebracht, sank Gizmon zurück zum Boden, löste den Griff um Lobomon und nahm den anderen Schwarzhaarigen ins Visier.
    „Vorsicht!“, durchdrang Torys Stimme den Moment. Aus dem Kontrollraum ertönte eine Explosion, gefolgt von einem Krächzen. „Die Spirits gehören dem Meister!“
    Ängstlich stürmte der weißhaarige Junge aus dem Zimmer.
    „Er wird die ganze Fabrik in die Luft jagen, um die Barriere zu durchbrechen!“
    Was Tory damit meinte, konnten sich die Anderen nur zusammenreimen. Waren die Spirits etwa durch einer Barriere gesichert?
    „Dieses Mal entkommst du mir nicht!“, fluchte Lobomon leise und richtete sich auf, nur um sofort die Aufmerksamkeit des Gizmon auf sich zu ziehen.
    „Nicht so voreilig!“, kommentierte Ash und verpasste dem abgewandten Digimon einen gewaltigen Schlag auf die Rübe, der es dazu veranlasste Funken von sich zu geben und unkontrollierbar zu schweben, wodurch es in die nächste Wand krachte und reglos verstummte.


    Triumphierend zeigte der Digiritter einen Daumen nach oben, was wohl soviel wie „Good Job“ heißen sollte. Dann blickte er nach oben, sein Lichtschwert bereits gezückt.
    „Willst du wirklich weiterkämpfen?“, hielt ihn Ash auf, indem er seinem Freund eine Hand auf die Schulter legte.
    „Ich komme schon klar.“, murrte Angesprochener und versuchte, nicht vor Schmerz sein Gesicht zu verziehen.


    Schon erklomm der Digiritter in der Gestalt eines zweibeinigen Wolfes das zerfallene Treppenhaus. Auf halbem Weg kam er an Tory vorbei.
    „Du schaffst das!“, zeigte dieser sich zuversichtlich.
    Als Demidevimon schließlich mit zwei Spirits in den Händen – oder in diesem Falle eher Krallen – aus der Türe kam und fast in Lobomon hinein flog, bekam es den Schreck seines Lebens.
    „Du schon wieder“, schrie es auf, erinnerte sich aber sofort an seinen letzten Treffer und nutzte dies aus. Mit einem Giftpfeil zwang es Lobomon dazu, zurück zu weichen. Den gewonnen Abstand nutzte die Fledermaus für einen Überraschungsangriff und um Geschwindigkeit aufzubauen. Mit roher Kraft rammte es seinen Flügel gegen die Schulter seines Gegners und stieß ihn die Treppe hinab.
    Tory konnte den zurück verwandelten Digiritter gerade noch auffangen, bevor er als Mensch weitere Stufen hinab gerollt wäre.
    „Er glüht regelrecht!“, stellte der jüngste der Gruppe geschockt fest und begutachtete besorgt den bewusstlosen Digiritter.
    „Dummer, dummer Junge. Er hätte nicht weiterkämpfen sollen, nachdem ihn mein Giftpfeil getroffen hat.“, erklärte Demidevimon sarkastisch, während es auf ein Loch in der Decke zusteuerte - welches Gizmons Laser im Kampf zuvor geschaffen hatte.


    „Hiergeblieben!“, mischte sich Ash von unten an. In der Hand hielt er ein Stück Schrott. Zumindest sah es so aus.
    „Willst du mich damit etwa erschießen?“, kicherte Demidevimon, musste aber zu seinem Übel feststellen, dass es damit sogar Recht hatte.
    Mit der Laserpistole, die er Gizmon abgenommen hatte, schoss der Schwarzhaarige einige Projektile in die Richtung des fliegenden Ziels.
    Zwar verfehlten alle miteinander, doch rissen sie ein weiteres Loch in die Decke. Die herabfallenden Trümmer streiften Demidevimon und die Fledermaus ließ einen der Gegenstände fallen.
    Komm zu mir, Spirit!“ rief Ash, die Pistole fallen lassend, jetzt mit seinem Digivice in der Hand. Der Drachenkopf erstrahlte und tauchte das gesamte ehemalige Treppenhaus, oder eher das Trümmerfeld in Licht.


    Die schulterlangen, schwarzen Haare des Jugendlichen färbten sich feuerrot. Ein stählerner Helm schützte die obere Hälfte seines Kopfes. Als das Licht schließlich verblasste, schritt ein zweibeiniges Reptil auf Demidevimon zu.
    Das krasse Gegenteil zu dessen lila Haut bildete die dunkelgrüne Hose, die mit einigen Ledergürteln und Stahlplatten verstärkt war. Das gleiche Metall schützte auch die Krallen und Schultern des drachenähnlichen Kriegers.


    „S- Strikedramon, der Krieger des Feuers.“, stotterte Demidevimon und schüttelte sich, um die zahlreichen Steinchen loszuwerden, die an ihm hefteten.
    Ein zweites Flattern drang von oben durch die Öffnung und auf dem Gesicht der Fledermaus zeichnete sich ein finsteres Grinsen ab.
    „Verstärkung?“, spekulierte Tory angespannt.
    „Taktischer Rückzug!“, krächzte Demidevimon jedoch nur und steuerte auf die durchlöcherte Decke zu.


    „Schön stehen bleiben!“ Strikedramon nutzte seine hinzugewonnene Beweglichkeit, um über die Trümmer der Treppe nach oben zu springen. Seine rechte Kralle umhüllt von einer Flamme, stürzte es sich auf Demidevimon.
    Geschockt starrte es in Strikedramons Richtung. Eine pechschwarze, größere Fledermaus mit zerfetzten Flügeln, blutroten Krallen, langen Beinen und einem Drachenschwanz drehte seine Runden über Demidevimons Fluchtweg.
    Genau diesem Digimon warf es den Spirit zu, bevor es von Strikedramons Hieb getroffen wurde.
    „Verschwinde von hier!“, wies das kleinere Digimon den Neuankömmling zurecht, bevor es farblos zu Boden stürzte und sich in einzelne Datenstränge auflöste.


    „Dich auch noch!“, verkündete der Digiritter darauf gefasst, die Flucht des unbekannten Digimon zu verhindern, doch Letzteres war nicht unvorbereitet. Die vier dämonischen Augen glühten nun und mit diesem höllischen Blick durchbohrte es seinen Gegner. Wie paralysiert fiel Strikedramon zurück auf den kalten Boden, unfähig dazu, sich zu bewegen. Für die Drachenfledermaus genug Zeit, zu verschwinden.
    Frustriert digitierte Ash zurück. Die Paralyse ließ nach, sowie der Feind sich weit genug von ihnen entfernte.
    „Es tut mir Leid, das Digimon ist mit deinem Spirit verschwunden.“, gab er geschlagen von sich.
    „Mein Spirit?“, versicherte sich Tory ungläubig, doch irgendwie hatte er das Gefühl, dass Ash Recht hatte.
    „Wir müssen hier weg, bevor uns die Fabrik um die Ohren fliegt.“, wurde ihm danach bewusst. Sofort eilte er zu den anderen Beiden und half Rai auf die Beine.
    „Kannst du laufen?“, erkundige er sich dabei und stützte den angeschlagenen Digiritter.
    „Wird schon irgendwie.“, gab dieser nachdenklich zurück. Er war genauso frustriert, wie Ash drein blickte.
    >> Ich muss stärker werden, wenn ich in dieser Welt etwas bewirken will. <<
    „Neemon... wo bist du?“, fügte Tory murmelnd hinzu.

    Hey Airi, ich habe riesigen Bedarf an Silberkronkorken ^^ Ich habe momentan 3 AP-Top, 2 Fähigkeitenkapseln und 14 AP-Plus übrig. Außerdem könnte ich dir ein Nincada mit Nachthieb und Käferbiss züchten, natürlich mit Wunschwesen und 5x31 DV. Meinst du, wir werden uns da einig? :)

    Würde dir für das Nincada und die 3 AP-Top dann 15 Kronorken rüberreichen, reicht dir das erstmal oder reden wir hier von einer noch höheren Menge an Kronkorken? :P
    Dann würde ich noch eine Kapsel für 5 dazu nehmen, wobei ich die momentan eher weniger brauche.
    Trotzdem schadet nie eine zu haben falls ein Shiny mit falscher Fähigkeit schlüpft!

    1.3 Die stillgelegte Fabrik



    Während sich Rai und Tory unterhielten, behielt Ash ihre Umgebung aufmerksam im Auge - Immerhin wussten sie fast nichts über ihre Umgebung und auf Neemon war nun wirklich kein Verlass. Wobei man der Fairness halber anmerken musste, dass es mit dem Spirit und dem Sandsteinpalast Recht hatte.
    Die Drei liefen jetzt fast seit einem halben Tag durch eine scheinbar endlose Graslandschaft die durch die mittlerweile fehlenden Spielzeuge nur noch trostloser wirkte.
    „Bist du sicher, dass wir auf dem richtigen Weg sind?“, versicherte sich Tory dabei immer wieder und versuchte einen Blick auf den Bildschirm von Ashs Laptop zu werfen.
    „Hier sind jedenfalls noch Gleise, also müssen wir irgendwo ankommen.“, versuchte Rai ihn jedes Mal zu beruhigen.


    Endlich kam ein riesiges Gebäude in Sicht. Das monoton-graue Gebäude, in welchem man ein Flugzeug hätte verstecken können, thronte als einzige Erhebung in dieser Einöde. Die abgedunkelten Fenster waren ohne Makel und die Tür, die mehr einem großen Tor glich, stand einen Spalt weit offen.
    „Sehen wir uns das mal genauer an.“, schlug Rai vor, konnte aber bereits den ermahnenden Blick von Ash spüren.
    „Sei vorsichtig, wir wissen nicht, was uns darin erwartet.“
    Dennoch schritt der Digiritter unbeirrt weiter. Sein Digivice hatte er griffbereit in der Hosentasche, was konnte also schon passieren?



    Die Gänge schienen ziemlich verlassen, sonst wirkte aber alles hoch modern. Staub war ebenfalls nicht aufzufinden – sofern es diesen in der Digiwelt überhaupt gab. Hier und dort waren Schalter an den Wänden, die irgendeine Produktion regulieren konnten oder sonstige unbekannte Funktionen hatten.
    Sowohl Rai als auch Tory mussten sich zurückhalten, um diese nicht aus lauter Neugier zu drücken und den Zorn von Ash auf sie zu ziehen.
    Nach mehreren Abbiegungen, standen sie erneut vor einer Art Tor. Dahinter verborgen lag eine riesige Lagerhalle. Überall standen Kisten und Regale herum.
    „Was wird hier aufbewahrt?“, fragte Tory neugierig und ging weiter hinein.
    „Pass auf! Du weißt nicht, wer oder was hier drin sein könnte!“, ermahnte ihn Ash sofort zur Vorsicht und hielt ihn an der Schulter fest.


    „Mekanorimon. Hier werden Roboter produziert.“, konnte man Rai hören, der trotz der Warnung weiter ins Lager gegangen war.
    Er stand vor einer Wand von Helmen. Auf der gegenüberliegenden Seite waren die langen Roboterarme der Mekanorimon zu finden. Auch Schwerter, Schilde und anderes Zubehör häufte sich in der überdimensionalen Halle an.
    „Die Fabrik produziert Digimon?“, vergewisserte sich Tory ungläubig.
    „Scheint so… sehen wir, was wir noch so herausfinden!“ Rai schien keine Zeit verlieren zu wollen und verließ die Lagerhalle durch eine Tür auf der anderen Seite.
    „Jetzt warte doch Mal!“, rief ihm Tory hinterher und rannte los.
    „Pssst! Sei leise.“, ermahnte ihn Ash, der ebenfalls hinter Rai her rannte.


    Sie fanden sich in einem Raum mit einem Fließband wieder, wo Köpfe auf Oberkörper gesetzt wurden. Hier und dort konnte man die Geräte erblicken, die die Produktion leiteten. Während die Rüstungen mit Lasern bearbeitet wurden, kümmerten sich Roboterarme um die Positionierung der einzelnen Teile.


    „Heißt, wenn wir die Fabrik stoppen können, werden keine neuen Mekanorimon produziert.“, stellte Rai neutral fest.
    „Bestimmt wird die Produktion von jemandem Überwacht.“, warf Ash ein.
    „Wenn wir immer nur vorsichtig sind, werden wir nie ans Ziel kommen!“
    „Wieso bist du nur plötzlich so stur? Wir sind nicht hier, um uns in Gefahr zu bringen, wir wollen nur nach den Spirits suchen damit wir möglichst lebend zu Hause ankommen!“, argumentierte Ash aufgebracht.


    „Wo ist eigentlich Neemon?“, unterbrach Tory plötzlich den Streit, suchte zuerst hinter Ash und Rai und lief anschließend besorgt zurück zur Halle.
    Die Schwarzhaarigen musterten sich einander erst sprachlos, rannten aber beide hinter dem kleinsten der Gruppe hinterher.
    „Wir sollten zusammen bleiben.“, protestierte Ash während er dabei zusah wie Rai – flink genug – den Jüngsten einholte und ihn davon überzeugte, stehen zu bleiben.
    „Aber wir müssen Neemon finden!“, drängelte Tory nur.
    Er wusste selbst, wie gefährlich es werden könnte, doch fühlte er sich für Neemon verantwortlich, seit er es in der Spielzeugstadt aufgegabelt hatte. So verpeilt es auch sein konnte, es war immer noch sein Freund.
    Dennoch war er für Argumentationen und Vorschläge zu haben und so versuchten sie zu dritt einen Plan auszuhecken, der bereits in der Anfangsphase zum Scheitern verurteilt sein sollte.
    Wie aus dem Nichts schloss sich plötzlich das Eingangstor und die Lichter gingen an. Dank diesen war nun auch eine Überwachungskamera in der oberen Ecke der Lagerhalle zu sehen.
    „Wurden wir erwischt?“, stieß Ash alarmiert hervor, „Das war vielleicht unsere einzige Chance auf die Spirits!“
    Auch die zweite Tür begann jetzt, sich zu schließen. Sofort setzte sich Rai – zur Verwunderung der anderen – in Bewegung und sprintete auf die Tür zu, die zurück zum Raum mit dem Fließband führte.
    „Was hast du vor?“, rief ihm Ash sauer hinterher, wohl wissend, dass er Rai niemals einholen würde.
    „Die Spirits finden natürlich! Pass auf Tory auf!“ Ein Hechtsprung genügte und schon war Rai hinter der jetzt verschlossenen Tür verschwunden.



    Er konnte keine weitere Zeit verlieren. Ash und Tory waren zwar in der Lagerhalle eingeschlossen, aber immerhin bedeutete das auch, dass niemand zu ihnen gelangen konnte. Sie waren sozusagen in Sicherheit, während er entkommen und somit die wichtigere Gefahr darstellte.
    Ohne dem Fließband weitere Beachtung zu schenken, bahnte er sich – das Digivice in der Hand – einen Weg weiter ins Innere der Fabrik.


    Der nächste Raum schien eine Art Treppenhaus zu sein. Es hing sogar ein Plan an der sonst völlig weißen Wand. Scheinbar ein Fluchtplan, falls es zum Brand kommen würde.
    Die Treppen, die sich ineinander verschlangen und sich an die viereckige Form des Raumes anpassten, sahen leicht anders aus, als normale von Menschen erbaute Treppen. Ihr Geländer war einen guten Meter höher. Die Stufen waren nicht viel höher als normal, was ziemlich seltsam aussah. Unschlüssig begutachtete Rai das aus Elfenbein gemachte Geländer.
    „Die Digimon, die hier leben müssen ziemlich groß sein.“


    „Ich wusste, dass ihr herkommen würdet, wenn ich euch mit Spirits ködere!“, ertönte von oben plötzlich eine vertraute Stimme, untermauert von Flattern. Alarmiert richtete dieser sein Digivice nach oben – bereit zu digitieren. Doch es geschah nichts und der Bildschirm blieb schwarz.
    „Verdammt, wieso funktioniert das nicht?“
    Fluchend wich der Schüler zurück und versuchte hinter einer großen Metallsäule Schutz zu suchen.
    „Du wirst es bereuen, Demidevimon gedemütigt zu haben!“, drohte die Fledermaus auf dem Weg nach unten. Als sie unten angekommen war, erspähte sie den Menschen ohne große Probleme und feuerte einen Pfeil, dem Rai nur ganz knapp entkam.
    Schreckhaft sprang dieser auf und sprintete in die entgegengesetzte Richtung der Lagerhalle, wo er – so hoffte er – nicht auch in einer Sackgasse enden würde.


    „Bleib gefälligst stehen!“, krächzte das gefiederte Digimon. Zwar hatte es Flügel, doch schien es nicht annähernd schnell damit fliegen zu können.
    „Was ist denn los?“, machte sich eine weitere Stimme bemerkbar. Im Gang löste sich ein graues Zahnrad mit goldenem Rand von der Wand. An den Seiten hatte es zwei weitere, kleinere Zahnräder, die wie ein Ersatz für Arme aussahen.
    „Den Jungen, halte ihn auf!“, befahl Demidevimon völlig außer Puste und sank auf den Boden um eine Pause einzulegen. Dennoch grinste es hämisch, und blickte dem Zahnrad hinterher.
    „Hagurumon“, zeigte das Digivice von Rai an.
    „Das ist schön und gut, aber hilf mir endlich dabei, zu digitieren!“, verlangte er.
    Am Ende des langen Ganges erstreckte sich eine zweite Halle, gefüllt mit zahlreichen Maschinen.
    „Das Tor ist zu“, musste der Digiritter geschockt feststellen.
    „Jetzt habe ich dich!“, kündigte die Stimme von Demidevimon aus einiger Entfernung an.
    Wütend starrte der Schwarzhaarige auf das Digivice in seiner Hand. Das war jetzt wirklich nicht die beste Zeit für einen technischen Streik. Angespannt drückte er jede nur auffindbare Taste. Erst als die Fledermaus schon in Sicht war, erschien der Spirit endlich auf dem Display.
    „Na also!“, jubelte der Schüler und griff auf die Daten zu, indem er sie über den Scanner zog.


    „Spiritevolution!“


    An die Stelle des Menschen trat Lobomon und Demidevimon erlitt einen regelrechten Schock. „Du kannst schon digitieren?“, stotterte es dabei. Als es seine Fassung wiederfand, schickte es einige Schallwellen in die Richtung seines Gegners.
    Flink sprang Lobomon zur Seite und konterte mit einer Lichtkugeln die es mit der kleinen Kanone an seinem Handgelenk schoss.
    Panisch wich die kleine Fledermaus nach oben aus und schleuderte einen weiteren Giftpfeil auf Lobomon.
    „Stehenbleiben!“
    Auch das sprechende Zahnrad zeigte sich endlich wieder. Es hatte sich mit einer großen Maschine vernetzt und schien diese zu kontrollieren. Aus einem Roboterarm kam ein Stecker hervor, der voller Elektrizität knisterte. Blitzschnell schoss dieser auf den Digiritter zu und verpasste ihm einen elektrischen Schlag, der ihn am Ausweichen hinderte. Kurz darauf traf Demidevimons Pfeil die Schulter des Digiritters.
    Geschwächt sank Lobomon zu Boden.
    „Stirb, Digiritter!“, krächzte die Fledermaus und machte sich für einen weiteren Angriff bereit.


    „So leicht gebe ich mich nicht geschlagen!“, zischte der Digiritter und rollte sich zur Seite, um dem Angriff zu entgehen. Aus dieser geduckten Position schoss eine präzise gezielte Kugel auf das Zahnrad.
    Hagurumon löste sich in Daten auf und die Maschine zerbrach in ihre Einzelteile.
    „Das ist schlecht.“, musste Demidevimon geschockt feststellen und ergriff panisch die Flucht.
    „Verdammt, bleib stehen!“ fluchte der zurükgebliebene Digiritter, zu angeschlagen, um seinem Gegner zu folgen.




    ***



    "Kommen wir so hier raus?" Tory beobachtete jede Bewegung von Ash ganz genau. Erst wie er seinen Laptop drahtlos mit dem Netzwerk der Fabrik verbindete und anschließend, wie er irgendwelche Begriffe in eine Konsole eintippte. Alles nur, um die Verriegelung aufzuheben, die sie in der Halle einsperrte.
    "Fertig", teilte Ash kurz darauf mit und wartete stolz darauf, dass die Metallplatten in der Decke verschwanden und die Türen freigaben. Freudig lief Tory voran: "Jetzt können wir endlich Rai helfen!" Dem linearen Weg folgend kamen die Beiden bald ebenfalls zum Treppenhaus. "Da auf dem Plan! Das Kontrollzentrum ist im zweiten Stock, bestimmt verstecken sie dort die Spirits!", spekulierte der Jüngere aufgeregt, "Bestimmt ist Rai auch da lang.“

    1.2 Strandausflug



    „Ich weiß ja nicht.“
    Etwas abseits der Gruppe stand Rai – damit beschäftigt, sein sogenanntes Digivice zu begutachten.
    „Ein Ausflug zum Strand ist so ziemlich das letzte, was uns dabei hilft, Informationen zu sammeln.“, murmelte er.
    „Gibt es ein Problem?“ Tory näherte sich neugierig und blickte an dem viel größeren Schüler hoch.
    „Mein Digivice ist zum Großteil weiß. Die Tasten und das umrahmte Display sind dunkelblau. Bei Ash ist es schwarz mit hellgrauen Tasten und deines ist mint grün mit weiß. Haben die Farben irgendetwas zu bedeuten?“
    „Vielleicht damit man sie leichter unterscheiden kann?“, mischte Ash sich jetzt ein, „Aber fragen wir uns doch lieber, wieso sich Demidevimon hat so einfach vertreiben lassen. Sicher haben meine Schüsse nicht allzu viel Schaden angerichtet.“
    Dazu wusste Neemon immerhin eine nützliche Antwort zu teilen:
    „Jedes Digimon ist unterschiedlich stark. Zwar ist Demidevimon kein Baby mehr, doch ist es immer noch ein Kind. Es muss erst digitieren.“
    „Das heißt, es gibt noch viel stärkere Digimon da draußen?“, alleine bei dem Gedanken hatte Tory das Verlangen, sich hinter Rai zu verstecken.
    „Es gibt noch Champion und Ultra und Mega und Super-Mega und...“, begann Neemon aufzuzählen.


    „Genug“, wurde es von Ash gestoppt, welcher nicht genau deuten konnte, ob dieses die Wahrheit sagte, oder nur sinnlose Wörter aneinander reihte, „Wie sollen wir vorgehen, wenn wir auf stärkere Gegner treffen?“
    „Deswegen wollte ich ja zum Sandpalast! Er ist direkt hier am künstlich angelegten See. In ihm soll sich eine antike Waffe der legendären Krieger befinden.“
    Jetzt wurde die Gruppe wieder hellhörig.
    „Na dann los.“ Rai schien sofort motiviert und blickte erwartungsvoll zu Neemon.
    „Glaubst du ihm das etwa? Außerdem ist es nur eine Legende. Selbst wenn sie wahr wäre, vielleicht wurde die Waffe bereits gestohlen.“, Ash hingegen blieb skeptisch.
    „Aber was bringt es uns, wenn wir hier sitzen und darauf warten, dass Demidevimon mit Verstärkung zurück kommt?“, fügte der kleinste der Gruppe hinzu und überstimmte somit Ash, welcher schließlich leise grummelnd zustimmte.



    Einen langen Fußmarsch später, kam endlich der See in Sicht. Tatsächlich war das Ufer komplett von Sand bedeckt und auf einem kleinen Hügel - der als Klippe diente - stand eine riesige Sandburg.
    „Wie groß ist diese Spielzeugwelt?“, brabbelte Tory plötzlich los.
    „Die Stadt des ewigen Anfangs? Oh, das ist nur ein kleiner Teil des Kontinents.“ In der Nase popelnd schlug das Digimon eine Doppelseite in seinem Buch auf, in der eine gekritzelt Karte zu finden war. Dort zeigte es auf einen klitzekleinen, roten Punkt, der wohl diese Stadt darstellen sollte.
    „Du hast jedenfalls nicht übertrieben, als du von einem Palast gesprochen hast. Ist das Sandstein?“, gab Ash staunend zu und holte sofort seinen Laptop hervor um mit der Webcam ein Foto der Sandburg zu machen.
    „Ich muss doch sicher gehen, dass uns das später jemand glaubt“, fügte er rechtfertigend hinzu, als er sich der verdutzten Blicke von Rai und Tory bewusst wurde.
    „Wir sollten uns aufteilen, um das Gebiet schneller absuchen zu können.“, schlug das Digimon in roter Hose vor.
    „Den Babysitter werde ich für dich nicht spielen.“, unterbrach Ash das kleine Wesen sofort.
    „Dann gehe ich mit Neemon und du passt auf Tory auf.“, schlug der größere Schwarzhaarige vor.
    „Ich sagte doch, ich werde nicht -“ Den Babysitter spielen, wollte Ash zuerst sagen, verstummte aber nach wenigen Wörtern. Tory als Baby zu bezeichnen, nur weil er jünger war, wäre nicht fair gewesen., „In Ordnung“, sagte er also kleinlaut und wandte sich dann seinem Begleiter zu. „Also, wo sollen wir anfangen? Nehmen wir uns die Umgebung vor?“
    Motiviert nickte Tory. So musste er immerhin nicht aufpassen, die Sandburg versehentlich zum Einsturz zu bringen.


    Auch Neemon und Rai machten sich auf die Suche nach der genannten Waffe. Steil war der Hügel an sich nicht, doch gab es einige Stellen, an denen Neemon nach oben gezogen werden musste, da es zu klein war.
    „Wie sieht die Waffe eigentlich aus?“, fragte der Schüler schließlich.
    „Weiß ich nicht.“, kam die Standardantwort von Neemon. Seufzend lief Rai weiter. Was hatte er sich bloß erhofft?
    „Eigentlich ist es keine Waffe.“, rückte Neemon etwas später mit der Sprache heraus. „Aber du wirst es schon erkennen“, fügte es noch an.
    „Na hoffentlich verschwenden wir hier nicht unsere Zeit.“



    "Vernichten!"


    Plötzlich verwandelte sich die Urlaubskulisse in ein Schlachtfeld. Ein roter Laserstrahl schlug nur wenige Meter neben Rai und Neemon ein und hinterließ ein tiefes Loch im Hügel. Alarmiert hob Rai das kleine Wesen hoch und zerrte es hinter sich her. Mit schnellen Schritten steuerte er den Palast an, um in dessen Hallen Schutz zu suchen. Er hoffte, dort würden sie sicher sein, doch gerade als sie da waren, brachte der Laserstrahl mehrere Wände zum einstürzen. Rai signalisierte seinem Begleiter, still zu sein, indem er seinen Zeigefinger auf seine Lippen legte und kletterte dann über die Trümmer der Wände ein Stockwerk nach oben. Aus den Fenstern konnte er jetzt Ash und Tory sehen, die sich hinter einem großen Felsen in Deckung gebracht hatten. Danach kletterte der Junge eine weitere Treppe nach oben, bis er schließlich auf dem Dach des Gebäudes war.


    Ein metallischer Roboter kam zum Vorschein und als würde das Digivice sehen, was Rai sah, erstrahlte es und zeigte plötzlich ein 3D-Modell des Digimons an. "Mekanorimon. Level: Champion. Typus: Virus. Attacke: Fernlichter"
    War darunter zu lesen.
    "Schätze das ist unser Begrüßungskomitee...", murmelte Rai weniger motiviert. Wieder feuerte der Roboter mit seinem ungewöhnlich langen Armen einen Laser aus dem roten Kristall-ähnlichen Ding an seinem Rumpf ab.
    Fast schon panisch duckte sich Rai unter dem Angriff hinweg, verlor sein Gleichgewicht und stolperte mit etwas Glück an dem zweiten Laser vorbei.
    Jetzt begann das ganze Dach des Palastes einzustürzen.


    Am Boden liegend, hielt er seine Arme schützend über den Kopf.
    Die Trümmer schlugen wenige Zentimeter neben ihm ein und rissen den ganzen Boden mit sich.
    "Den Keller wollte ich eigentlich nicht finden!"
    Mit viel Glück konnte sich Rai an einer Kante festhalten. Er schluckte bei dem Anblick des tiefschwarzen Lochs unter sich.
    "Raus hier!", rief er in der Hoffnung, dass Neemon noch nichts passiert war.
    Dann brach der Rest des Daches ein und schlug den Vorsprung weg, an dem Rai sich festgehalten hatte.


    Er fiel immer tiefer. Immer schneller. Es schien kein Ende zu nehmen und für einen Moment dachte er schon, er sei tot. Dann erstrahlte Plötzlich ein Licht aus dem Loch und ein Artefakt oder eher eine Statue flog genau auf ihn zu.


    "Ist das die Waffe, von der Neemon gesprochen hat?"
    Als wolle das Digivice seine Aussage bestätigen, begann es ein weiteres Mal zu leuchten. Schlagartig wurde die ganze Umgebung klarer. Zudem war er nicht mehr am fallen, sondern schien auf dem Licht laufen zu können. Vor ihm schwebte die Statue.
    „Ein Wolfskopf?“, stellte Rai fest und beobachtete wie das Leuchten seines Digivices immer intensiver wurde.
    Als wolle es den Kopf verschlucken. Dann ging alles ganz schnell. Das Artefakt flog auf das blaue Gerät zu, verschwand in diesem und verwandelte sich in eine Reihe aus Daten.
    Rai wusste nicht genau, was überhaupt passierte und wie in aller Welt so etwas möglich war. Er hatte keinen blassen Schimmer wo er war, oder was dieses Ding war. Aber in diesem Moment wusste er genau was er tun musste.
    Instinktiv streckte er seine Hand aus, konzentrierte sich auf die Datenreihe und holte aus, um sie über das hellblaue Licht an der linken Seite zu ziehen und sie somit zu scannen. Eine seltsame Kraft umhüllte ihn und er dachte für einen Moment, er würde ohnmächtig werden.


    Die Daten verwandelten sich in eine weiße Rüstung und umschlossen den Jungen. Rais Haare verblassten zu einem Blond und wurden kurz darauf bereits von einem wolfsähnlichen Helm verdeckt.
    Seine Schultern, Unterarme und Knie wurden zusätzlich von lilafarbenen Schützern Verstärkt. Seine Hände wurden von schwarzen Lederhandschuhen bedeckt und seine Schuhe gegen Wolfsähnliche Eisenstiefel mit drei Krallen ausgetauscht. Aber aus irgendeinem Grund fühlte er sich nicht schwer. Als hätte er sogar Schnelligkeit und Instinkte hinzugewonnen. Als sich auf seinem Rücken ein Cape materialisierte, wurde es ihm klar. Er hatte die Kräfte eines Digimon hinzugewonnen.


    Lobomon - Das Licht.


    Auf einmal schien das Loch gar nicht mehr so tief. Ein kräftiger Sprung reichte aus, um nach oben zu kommen. Instinktiv wandte er sich nach rechts und sprang über die Trümmer hinweg. Im Sprung zückte er zwei Lichtschwerter, die er während der Digitation hinzu gewann und zog sie so schnell übereinander, dass ein Geschoss aus purem Licht entstand.
    Mekanorimon, welches gerade dazu aus holte Neemon mit einem Laser zu durchlöchern, wurde von dem Geschoss direkt in den Rücken getroffen. Anscheinend erkannte es Lobomon als Gefahr an, denn es ließ von dem kleineren Digimon ab und versuchte den Digiritter mit seinen langen Armen zu greifen.


    Die ersten Male konnte Lobomon spielend ausweichen und dem Roboter mit seinen Lichtschwertern zu setzen, doch irgendwann wurde Lobomon doch gepackt, hoch in die Luft geworfen und wie eine Zielscheibe mit dem Laserstrahl getroffen. Wackelig kam der Digiritter auf einem noch stehenden Teil der Mauern auf und schoss die Kanone an seinem rechten Handgelenk ab:
    "Lichtkugel!"
    Der Schlag ging genau durch das rote Etwas hindurch, aus welchem Mekanorimon seine Laserstrahlen abschoss. Aufgebracht schlug dieses um sich und versuchte Lobomon von der Mauer zu stürzen. Mit einem geschickten Schwerthieb konnte der Krieger des Lichts schließlich den roten Kristall durchbohren. Keuchend kam er zwischen dem Roboter und dem kleinen Digimon auf.


    Noch immer seinen Instinkten folgend, griff er nach seinem ehemaligen Handy. Es war fast so, als würde der Spirit mit ihm reden. Genau wie er ihm im Kampf zuvor signalisierte was für Angriffe er jetzt beherrschte. Fast so, als würde er nicht alleine kämpfen - als wäre ein weiterer Krieger bei ihm.
    "Seele, die du der Dunkelheit dienst, du sollst durch das Licht des Digivices gereinigt werden!"
    Der Roboter wurde komplett schwarz und löste sich in einzelne Datenstränge auf, die wie das Artefakt zuvor in Rais Gerät gespeichert wurden. Schließlich stieg ein graues Digiei zum Himmel auf.
    Digimon bestanden aus Daten. Aber sie wurden nach dem Tod zu Eiern und schlüpften auch aus diesen? Zum nachdenken blieb wenig Zeit. Der Trümmerhaufen unter Lobomon gab nach und als Rai die Wucht des Aufpralls spürte, war ihm klar, dass seine Rüstung verschwunden war.
    Angestrengt versuchte er das kleine Wesen zu erblicken und als er es unverletzt nicht weit von ihm stehen sah, lächelte er.
    "Ich habe absolut keine Ahnung was da gerade passiert ist... Da war irgend so ein Ding... und dann... war ich plötzlich nicht mehr ich."


    Das kleinere Digimon legte seinen Kopf schief - scheinbar überlegte es, ob es sich den ganzen Kampf nur eingebildet hatte.
    „Ich wusste nicht, dass ihr mit den Waffen der legendären Digikriegern selbst zu Digimon werdet.“, plapperte es nach kurzer Zeit und schlug das „schlaue“ - zumindest nannte es Neemon so - Buch auf.
    Mit offenem Mund staunend rannte Tory mit Ash im Schlepptau auf Rai zu:
    „Das war unglaublich!“, rief er dabei, fand aber keinen Vergleich, um sich besser auszudrücken. Er hatte nie Superheldencomics gelesen oder Actionfilme geschaut.
    „Du musst mir alles genau erklären“, verlangte jetzt Ash und setzte sich mit aufgeklapptem Laptop neben Rai.
    Dieser überreichte nur schulterzuckend sein Digivice und drückte eine der Tasten, um den Wolfskopf anzeigen zu lassen.
    „Das muss ein Spirit gewesen sein!, rief Neemon plötzlich laut und zitierte etwas aus dem der Abbildung folgenden Absatz. „Hier steht, dass sie die Seelen und die Daten der legendären Digikrieger enthalten.“
    „Interessant.“ Nachdenklich öffnete Ash irgendein Programm auf seinem Laptop und griff nach Rais Digivice, um es mit diesem zu verbinden.
    „Was genau machst du da?“, erkundigte sich der Besitzer des Geräts.
    „Ich versuche die Frequenz der Daten zu finden. Vielleicht finden wir so noch mehr Spirits.“
    Noch immer fragend starrte Rai auf den Bildschirm des Laptops.
    „Gibt es denn noch mehr davon?“, richtete er schließlich seine Frage an Neemon.
    „Damals gab es zehn legendäre Krieger.“ Noch immer blätterte das Digimon in dem merkwürdigen Buch herum.
    „Dann gibt es hier vielleicht noch weitere Menschen.“, spekulierte Tory leise.
    „Jedenfalls werde ich dich nicht alleine kämpfen lassen.“, erklärte sich Ash und gab das Digivice zurück an Rai. „Wir haben eine Spur.“

    1.1 Eine neue Welt



    Tory hatte einen langen Fußmarsch hinter sich. Das Areal aus Spielzeugen schien kein Ende zu nehmen und so fragte er sich, ob er vielleicht nicht doch träumte.
    Ein seufzen folgte, dann blickte er sich erneut um. War nicht doch irgendwo ein Ende in Sicht? Ein Hinweis, wo er war, oder jemanden, den er fragen konnte?


    Dann wurde seine Aufmerksamkeit von einem entfernter gelegenen Bereich gestohlen.
    Waren das etwa Babywiegen? Neugierig schritt der immer noch verwirrte Junge auf den umzäunten Bereich zu. Je näher er ihm kam, desto klarer wurde seine Vermutung untermauert. In einigen Wiegen lagen bunte Eier, die ihn sehr an Ostern erinnerten. In anderen Wiegen lagen seltsame Wesen, fast wie Plüschtiere und wieder andere Wiegen waren leer.


    "Endlich bist du hier!" Tory zuckte zusammen, als eines der herumlaufenden 'Spielzeuge' anfing zu reden.
    Das Wesen trug eine rote Hose und lief wie ein Mensch auf zwei Beinen. Seine Haut hatte allerdings eine etwas dunklere Farbe als die von den Menschen und bestand aus kurzem, samtig weichem Fell.


    Zielstrebig lief es auf den doppelt so großen Jungen zu, der sich wissbegierig am Zaun abstützte, um das Gleichgewicht auf seinen Zehenspitzen zu halten und mehr zu sehen. Mit einem flinken Sprung katapultierte es sich hoch in die Luft und landete genau auf dem Zaun vor Tory. Dieser verlor vor Schreck sein Gleichgewicht und fiel nach hinten auf seinen Hosenboden, wobei ein seltsames Gerät aus der eben jener Hose fiel und nun neben ihm lag.


    "Aber da war doch vorher mein Handy drin. Und was bist du? Wieso kannst du sprechen und wieso kennst du mich?", sprudelten die Fragen aus dem kleinen Jungen hervor.
    Angesprochenes Wesen grinste, legte verwirrt seinen Kopf schief und steckte seinen Finger in die Nase:
    „Eh... weiß ich nicht.“
    „Du weißt nicht, wer du bist? Leidest du unter Amnesie?“, schlussfolgerte der noch immer sitzende Schüler sofort.
    „Achso, wer ich bin, Neemon.“, wusste das planlose Wesen jetzt doch zu antworten.
    „Und wieso sagst du dann, das würdest du nicht wissen?“
    „Na, deine anderen Fragen. Weißt du denn wieso du sprechen kannst? Und woher sollte ich dich kennen, wir haben uns noch nie gesehen!“
    Jetzt wusste Tory überhaupt nichts mehr.
    „Aber du hast doch so aufgeregt gerufen, dass ich endlich hier sei.“, erläuterte er also.
    „Weil du ein Mensch bist und ein Digivice bei dir trägst. Also musst du zu den legendären Digirittern gehören.“
    Digivice? Digiritter? Legende? Unschlüssig blickte Tory zu dem Gerät neben sich. Damit war wohl das Digivice gemeint?
    „Das musst du mir jetzt ganz genau erklären.“, forderte der Junge, während er sich aufrichtete und das Ding aufhob, um es genau zu betrachten.
    „Wenn unsere Welt in Gefahr ist, tauchen Digiritter auf, die uns retten.“ Fast schon stolz grinste Neemon. Darüber bewusst, wie erstaunlich nutzlos diese Antwort für Tory war, war es sich wohl nicht.
    „Eure Welt? Und wie und vor was sollen wir euch retten?“, hakte der verwirrte Junge weiter nach.
    „Na die Digiwelt, die Welt, in der du gerade bist! Wo wir Digimon leben! Du weißt aber auch gar nichts. Warte hier, ich bin gleich wieder da.“, schon sauste das 'Digimon' los, ehe es hinter der nächsten Ecke verschwand und Tory verdutzt zurückblieb.



    Keine zwei Minuten später, hörte er plötzlich Stimmen.
    „Du denkst also, wir wären in dieses Spiel geraten und sind jetzt in dieser virtuellen Welt?“
    Am Rand des Parks waren jetzt zwei schwarzhaarige Menschen zu sehen. Voller Freude darüber, hier endlich jemand Normalen zu finden, schritt der zierliche Junge auf die diskutierenden Schüler zu. Der kleinere von diesen, schien der vorhin geäußerten Vermutung nicht so ganz zuzustimmen.
    „Ich glaube eher, dass das hier ein schlechter Witz ist und wir nur die versteckte Kamera finden müssen.“


    Die Beiden stoppten jetzt und wandten sich einander zu, statt weiter zu laufen.
    „Es wäre nicht das erste mal, dass so etwas passiert. Denk doch mal an all die Animes.“
    Unschlüssig beobachtete Tory die Diskussion weiter, meldete sich aber schließlich doch zu Wort:
    „Das sprechende Spielzeug vorhin meinte, dass wir hier in der Digiwelt wären. Es stellte sich selbst als Neemon vor und erzählte von irgendeiner Legende, dass wir Digiritter wären, weil wir Menschen sind und ihm helfen sollen.“
    Die anfängliche Verwunderung plötzlich einen anderen Menschen zu sehen, wurde
    am Ende nur größer, als der viel jüngere Mensch von einem sprechenden Spielzeug berichtete.


    „Ein imaginärer Freund?“
    Nachdenklich legte Tory seinen Zeigefinger ans Kinn. Wie konnte er diese älteren Schüler davon überzeugen, dass er sich das nicht eingebildet hatte? Normalerweise wurde er doch immer als viel zu erwachsen beschrieben, kam er jetzt plötzlich als kindisch rüber?
    „Unsinn, denk nach was uns im Tutorial erklärt wurde, bestimmt hat er ein Digimon gesehen.“, verteidigte ihn plötzlich der Größere.
    „Also ist das hier nur eine virtuelle Realität?“, so die Schlussfolgerung des Zweiten.
    „Ich bin übrigens Tory“, fing der Kleinste plötzlich an und verbeugte sich einmal förmlich, wie er es gegenüber älteren Schülern gewohnt war.
    „Uh...“, etwas verunsichert vom plötzlichen Themenwechsel brauchte Rai einen Moment, eher er sich und anschließend auch Ash vorstellte.
    „Freut mich“, fügte letzterer noch so trocken hinzu, dass Tory nicht genau wusste, ob dieser es ehrlich meinte, oder ihn nur ärgern wollte.


    „Schnell weg hier!“
    Eine Panische Stimme durchdrang die Stille und hinter der selben Ecke, hinter der Neemon verschwunden war, kam dieses nun – schneller rennend als zuvor - wieder hervor.
    In seinem rechten, kurzen Arm hielt es etwas, das aussah wie ein grünes Buch und mit der anderen Freien Hand hielt es seine Hose fest, damit diese nicht zu Boden rutschte.
    Vor der Menschengruppe machte es schließlich Halt und blickte plötzlich überhaupt nicht mehr panisch drein.
    „Und wer seid ihr?“ Mit der wieder freien Hand deutete es jetzt auf Ash und Rai, erntete aber wie üblich nur ratlose Blicke.


    „Wieso bist du eben weggerannt?“, sprach Tory schließlich für alle aus.
    „Wegen Demidevimon“, kam wie selbstverständlich die Antwort. Sofort realisierte das kleine Wesen was es eben sagte und sprang panisch hinter Rai und Ash, um sich zu verstecken.
    „Ihr seid Digiritter, tut etwas!“, gab es dabei zitternd von sich.
    „Digi-was?“, Rai verstand ebenso wenig wie Tory zuvor, was von ihm erwartet wurde.
    „Nutzt euer Digivice!“, verlangte Neemon nun noch panischer.
    Fragend tauschten Ash und Rai Blicke aus.
    „Neemon meint dieses Ding.“ Stolz zeigte der kleinste der Gruppe sein verändertes Handy.
    „So was hab ich nicht.“, verneinten Rai und Ash gleichzeitig.


    Genervt kletterte Neemon also auf den Rücken des kleineren Schwarzhaarigen und kramte ungefragt in dessen Hosentasche.
    „Was machst du denn da?“, protestierte dieser und versuchte sich des Angreifers zu entledigen. Als Neemon etwas aus dessen Hosentasche zog, schrie es triumphierend auf:
    „Das Digivice!“
    „Mein Smartphone?“ Fix entriss Ash dem Digimon das Digivice, begutachtete es verdutzt und suchte gleichzeitig nach seinem verschwundenen Smartphone. Auch Rai musste feststellen, dass sein Handy verschwunden war und an dessen Stelle ein neues Gerät getreten war.
    „Das ist doch...“, stellte er sprachlos fest. Dieses Gerät ähnelte dem Ding, das er in seinen merkwürdigen Träumen immer bei sich hatte.
    „Fledermaus.“, unterbrach Tory das Geschehen plötzlich und zeigte auf die Ecke, hinter der Neemon hervorgekommen war.


    „Demidevimon!“, wimmerte dieses plötzlich wieder los und rannte ziellos im Kreis herum.
    Das sogenannte Demidevimon glich einer Fledermaus wie Tory sie in Büchern gesehen hatte, allerdings waren die Flügel dunkelblau und es hatte eine Art Maske über der oberen Hälfte seines runden Körpers. Die untere Hälfte bestand aus hellblauem Fell und ging in schwarze, kurze Beine über. Die wiederum blauen Füße waren fast so groß, wie sein kugeliger Körper und besaßen je drei riesige, rote Krallen. Es hatte auch keine richtigen Ohren, sondern eher langgezogene Fühler.


    Als es die Gruppe von Menschen erspähte, zuckte es erschrocken zusammen.
    „Menschen!", zischte es und fing dann an zu grinsen. „Aber sie sind ja noch Kinder und völlig schutzlos!“


    Wie aus dem Nichts ließ Demidevimon eine große Spritze in seinem rechten Flügel entstehen und warf diesen, mit einem Smiley versehenen, Behälter dann auf Tory und Neemon, welches sich sofort hinter Ash in Sicherheit brachte.
    In letzter Sekunde schaffte es Rai, den zierlichen Jungen aus der Schusslinie zu zerren.
    Enttäuscht verzog das feindliche Digimon sein Gesicht.
    „Nächstes Mal werdet ihr meinem Giftpfeil nicht ausweichen."


    „Was soll das denn werden?“, ergriff Ash nun das Wort – seine Augen auf der Fledermaus ruhend.
    „Wonach sieht es denn aus?“
    Eine weitere Spritze entstand und wurde von den Krallenartigen Füßen des Digimons ergriffen, dafür bereit geworfen zu werden.
    „Wir müssen hier weg.“, zischte Ash nun und blickte zu Rai, welcher angespannt Demidevimon beobachtete.


    „Hör zu Demidevimon, wir müssen nicht kämpfen.“, sprach Tory plötzlich, „Wir wollen niemandem etwas Böses und am aller wenigsten dir. Du hast also nichts zu befürchten. Wenn du willst, können wir alles friedlich klären. Vielleicht sogar Freunde werden."
    Der zierliche Junge war nicht so naiv, dass er sich etwas daraus erhoffte. Aber genauso wenig konnte er seinen Gegner als böse ansehen, ohne dessen Beweggründe zu erfahren oder ihm eine Chance gegeben zu haben. Es gab immer einen Grund für ein aggressives Verhalten. Das hatte sich doch vorhin noch bei Bado bestätigt. Also wieso sollte es mit diesen wundersamen Wesen anders sein?


    „Deine Freundschaft oder dein Charakter interessieren mich nicht. Ihr seid eine Gefahr für den Meister und deswegen werdet ihr vernichtet werden!"
    Es gab also keine Möglichkeit, einen Kampf zu umgehen. Schnell hob Rai ein herumliegendes Spielzeugschwert auf und positionierte sich vor Ash und Tory. Er war nicht dazu bereit, zurückzuweichen oder einfach die Flucht zu ergreifen.
    „Was machst du denn da? Wir müssen hier weg!“, rief Ash etwas lauter als zuvor. War sein Freund wirklich so dumm, sich für irgendein dahergelaufenes Wesen in Gefahr zu bringen?
    „Neemon, du bist doch auch ein Digimon, tu etwas!“, fiel ihm jetzt ein. Dieses legte nur planlos seinen Kopf schief. Genervt schlug Ash seine Hand vors Gesicht:
    „Lass mich raten, du kennst deine eigenen Attacken nicht?“
    Ash blieb wohl nichts anderes übrig, als seinen Freund von hier aus anzufeuern.



    „Giftpfeil!"


    Wieder wurde eine Spritze - mit irgendeinem Gift gefüllt - geschossen. Rai konnte dieser Blitzattacke nur um Haaresbreite ausweichen, indem er sich zu Boden warf. Als die Nadel der Spritze neben ihm im Boden steckte, verließ ihn der eben gefasste Mut. Worauf hatte er sich da nur eingelassen?


    „Ihr sollt diese Welt retten? Erbärmlich!“, kicherte die grinsende Fledermaus und flatterte weiter um Rai herum, welcher sich die größte Mühe gab, den fliegenden Gegner irgendwie zu treffen.
    Von seinem eigenen Ausweichmanöver erschöpft, flog die Fledermaus weiter nach oben, wo es für einen Moment inne hielt. Mit seinen gelben Augen erzeugte es violette Ringe und sendete diese Ultraschallwellen - die dazu gedacht waren, die Opfer einzuschläfern - auf Rai.
    Desorientiert versuchte dieser auf den Beinen zu bleiben, reagierte aber nicht schnell genug, um dem nächsten Angriff zu entgehen.
    Mit voller Geschwindigkeit stürzte sich Demidevimon auf den Menschen und warf diesen zu Boden.
    „Jetzt habe ich dich!“, verkündete es voller Vorfreude und griff nach einem weiteren Giftpfeil.


    Doch plötzlich wurde es von irgendetwas getroffen und zurück in die Luft geschleudert. Ein zweiter Schuss folgte. Daraufhin ein dritter, bis Demidevimon schließlich aufgab. Nach Luft schnappend, kam es auf dem Ast eines Spielzeugbaums auf und warf dem Digiritter einen hasserfüllten Blick zu.
    „Hast du genug? Ich kann dir auch noch ein paar Lego-Steine entgegen schleudern!", drohte Ash mit einer gespannten Plastikschleuder in der Hand.
    „Das wirst du bereuen!“, rief es, flatterte dann aber widerwillig davon.
    Aus Torys Richtung kam ein erleichtertes Seufzen.
    „Geht es dir gut?“ Neemon hatte sich neben Rai gesetzt und musterte diesen besorgt.
    „Nichts passiert. Nur eine kleine Schramme als es mich zu Boden geworfen hat.“


    „Ich verstehe das nicht. Wieso ist nichts passiert?“, fragte es anschließend mit schief gelegtem Kopf.
    „Was sollte denn passieren?“, erkundigte sich Tory daraufhin und setzte sich ebenfalls zu Neemon und Rai.
    „In meinem Buch steht, dass ihr Menschen mit Hilfe von Spirits zu legendären Kriegern werdet!“
    Prompt wurde das Buch aufgeschlagen, das es noch immer unter dem Arm geklemmt hatte. Die Hälfte der Seiten waren in einer merkwürdigen Schrift beschrieben, die zweite Hälfte bestand aus selbstgezeichneten Bildern.


    „Steht in dem Buch vielleicht auch, wie wir hier hergekommen sind, oder wie wir in unsere Welt zurück können?“ Auch Ash hatte sich zur Gruppe gesetzt und blickte dem Digimon über die Schultern.
    „Weiß ich nicht.“
    „Wie das weißt du nicht, aber es ist doch dein Buch, oder?“, fragte sich Tory jetzt. Langsam verwunderte es ihn, dass dieses Digimon überhaupt etwas wusste.
    „Das Buch gehört meinem Freund. Er hat gesagt, dass ich darauf aufpassen soll, bevor er verschwunden ist.“
    „Also ist das hier überhaupt nicht dein Buch. Aber wo ist dein Freund denn jetzt?“, hakte Tory vorsichtig nach.
    „Ihm muss etwas passiert sein, deswegen wollte ich euch Menschen ja finden!“
    Ratlos blickten sich die Schüler an.
    „Das hast du vorhin schon gesagt. Dass wir die Digiwelt retten sollen, aber von wem?“
    „Das wollte Bokomon ja herausfinden. Er sagte, dass sich die Gebiete in Luft auflösen.“
    „Bokomon ist also dein Freund, wie? Hm, Schwierig...“, grübelte Tory noch immer ins Gespräch vertieft.
    „Also ich weiß ja nicht so recht, das klingt alles merkwürdig.“, seufzte Ash. Er rechnete jedoch bereits damit, dass er Rai nicht ausreden konnte, der Sache auf den Grund zu gehen.
    „Ich weiß, was du sagen willst. Wir sollen vorsichtig sein und, es ginge uns nichts an, aber...“, fing dieser wie erwartet an zu argumentieren.
    „Schon gut, wir bleiben hier und sehen uns etwas um.“, gab sich Ash geschlagen und erntete dafür eine unerwartete Umarmung von Neemon.
    Grinsend stand Tory auf und holte sein Digivice hervor:
    „Irgendwie habe ich das Gefühl, dass wir diesem Ding noch sehr dankbar sein werden.“
    Ein letztes Mal ließ er die Umgebung auf sich wirken. Irgendwie schien nach diesem Kampf alles anders. Viel faszinierender und aufregender. Vielleicht weil er sich endlich auf diese fremde Welt einlassen konnte, ohne skeptisch zu sein und einen Traum zu erwarten.

    Digital Monsters



    „Ein Videospiel sagst du?“ Rai gegenüber saß ein zweiter schwarzhaariger Junge. Ein wenig kleiner und in ein olivgrünes Hemd sowie eine schwarze Jeans gehüllt, aber dennoch genauso alt wie er.
    „Ich hätte irgendwie damit gerechnet, dass du lachst.“


    Perplex schüttelte Ash den Kopf und musterte Angesprochenen, wie dieser etwas Milch in seinen schwarzen Tee kippte.
    „Wieso sollte ich dich nicht ernst nehmen?“, fragte er mit starrem Blick auf die große Porzellantasse.
    „Weil ich meinen Tee mit Milch trinke?“, spaßte Rai während er rührte.
    Er war gerne in diesem Teeladen. Schon beim Eintreten wurde man mit den Gerüchen verschiedenster Sorten begrüßt. Überall standen verschiedene Tassen und Dekorationen, die man kaufen oder einfach nur bestaunen konnte. Ebenso kannte er die Besitzerin zu gut, welche seine Vorlieben gewohnt war und ihm immer reichlich Milch und Kekse dazu reichte.
    „Ich denke, das hast du dir in deiner Kindheit angewöhnt. In London wird Schwarzer Tee mit Milch getrunken und sagtest doch, du hast dort gelebt, bevor du mit deiner Mutter nach Japan gezogen bist. Was natürlich nicht heißen soll, dass es nicht merkwürdig ist oder ein Grund wäre, dich nicht ernst zu nehmen.“
    Einerseits war Rai enttäuscht, dass Ash den Witz nicht als solchen auf fasste, andererseits aber auch beeindruckt, dass Ash sich an etwas erinnerte, das er vor Jahren zur Einschulung erzählt hatte.


    „Aber um aufs eigentliche Thema zurückzukommen, ja, ein Videospiel.“
    Prompt wurde das Werbeprospekt aus Rais Tasche gekramt und auf den kleinen, nussbraunen Tisch zwischen den Schülern gelegt. Ungläubige Blicke folgten, die zwischen Rai und dem Magazin umherwanderten.
    „Die Email kam also von dir?“ Von welcher Email sprach Ash plötzlich?
    „Ich weiß nicht, was du meinst.“
    Und so kramte auch der kleinere Schüler in seiner Tasche und zog ein Smartphone heraus.
    „Eine Email von irgendeiner Petition, an der ich aber nie teilgenommen habe. Sie zeigt genau dieses Game, anscheinend ist es eine App, Rundenbasierter Kampf mit einem Sammelsystem, welches bestimmt Pay-To-Win sein wird.“
    Unschlüssig verglich Rai die Mail mit dem Cover seines Prospekts. Sie stimmten perfekt miteinander überein.
    „Ich war heute noch nicht am Computer, aber woher sollten die unsere Mailadressen haben?“
    Nur Schulterzucken folgte auf diese Frage.
    „Wenn es im Appstore ist, können wir es uns ja wenigstens mal ansehen, oder?“, schlug er deswegen vor.
    Immerhin gab es im Laden kostenloses WLAN, was wiederum die Frage aufwirft, wieso nicht mehr Kunden herkamen, um eine Pause einzulegen. Selten waren hier alle Tische belegt. Die meisten Leute kauften ihre Packung Tee und verließen den Laden wieder.




    „Es lässt sich nicht installieren, angeblich habe ich nicht genug freien Speicher.“ Gleichermaßen frustriert und skeptisch gab der Teenager sich schließlich geschlagen und schob seufzend seine Teetasse zur Seite um sein Smartphone auf den runden Tisch zu legen.
    Bei Ash lief es nicht viel besser. Zwar ließ sich die App für ihn installieren, doch wurde er bald vor ein neues Problem gestellt.
    „Was ist dieses Ding?“
    „Das wurde dir doch gerade erklärt.“, antwortete Rai aufmerksam zusehend. Er hatte sich neben seinen Freund gesetzt und blickte ihm über die Schulter.
    „Meinst du, ich lese dieses Tutorial? Diese Anime Waifu ist doch viel zu überzogen dargestellt.“, verteidigte sich Ash nun.
    „Dann erkläre ich dir das eben. Also so wie ich das verstanden habe, sind diese kleinen Wesen Digimon, wie auch im Titel angemerkt und sie bestehen komplett aus Daten. Wie kleine, virtuelle Haustiere.“
    „Haustiere, die kämpfen können... Also ist diese rosa Fellkugel mein erster Kämpfer?“
    „Finden wir es heraus, los, mach schon weiter.“, drängelte der größere Schüler ungeduldig.
    „Geht nicht. Angeblich bricht die Verbindung ab und es will etwas neues installieren, aber es tut sich nichts.“
    Hatte Ash ebenfalls nicht genügend Speicherplatz für dieses Spiel?


    „Ach vergiss es.“, grummelte dieser schließlich und wollte die Datei beenden.
    „Bitte, ich muss wissen, was es damit auf sich hat.“, kam sofort der Einwand von Rai.


    Nach einigem Bitten und Betteln holte der Kleinere schließlich einen kleinen Laptop hervor.
    „Du hast deinen Laptop dabei?“ Verwundert griff Rai nach den Tassen und räumte diese ab, um Platz zu schaffen.
    „Ich treffe mich später noch mit der Computer AG.“


    Also wurde auch auf dem großen Gerät das Spiel installiert und wieder spielten die Jugendlichen bis zu dem Punkt, an dem sie ihr Teammitglied zugeteilt bekamen.
    „Jetzt sieht es ganz anders aus.“, gab Ash plötzlich von sich und weckte damit wieder das Interesse seines gelangweilten Gegenübers.
    „Das bildest du dir nur ein. Der Bildschirm ist viel größer.“
    Ungläubig stand Rai auf und wechselte wieder zu Ashs Seite des Tisches.
    „Nein, es sieht wirklich anders aus. Vorhin war es rosa, jetzt ist es braun und es hat ein Horn auf dem Kopf.“


    Tatsächlich hatte er damit Recht.
    „Und der Download ist viel schneller als vorhin. Er müsste jede Sekunde -“
    Plötzlich verfärbte sich der Bildschirm. Erst wurde er komplett weiß, danach zeigte er merkwürdige Zahlen vor einem schwarzen Hintergrund.
    „Du hast mir einen Virus aufgedrängt.“, stellte Ash schließlich fest und durchlöcherte seinen Begleiter förmlich mit Blicken.
    Bevor dieser sich verteidigen konnte, begann der Laptop plötzlich zu strahlen und der Boden gab unter ihnen nach. Zumindest für eine Sekunde. Als würde man im Schlaf fallen und davon wach werden.
    „Er funktioniert wieder, aber die Internetverbindung ist weg.“, stellte Ash schließlich trocken fest, fast so, als hätte er nichts von dem Fall mitbekommen.
    „Ehm.. Also...“, stotterte Rai wiederum und deutete mit seinem Finger in irgendeine Richtung.
    Erst jetzt blickte Ash vom Bildschirm hoch und nahm seine Umgebung wieder wahr.


    Statt dem gemütlich eingerichteten Teeladen saß er jetzt in einer Art Lego Haus aus bunten Steinen und mit Stoffwürfeln als Hocker.
    Damit war auch Ash sprachlos. Ungläubig sprang er auf und schritt zur Tür, drehte aber auf halbem Weg um und griff nach seinem Laptop und der dazugehörigen Tasche, um sie auf keinen Fall zu vergessen.
    „Hey, warte auf mich!“



    Die Aussicht außerhalb des Gebäudes sagte dem Zweiergespann nicht wirklich mehr zu. Der Boden unter ihnen setzte sich aus einem gekachelten, grünen Teppich zusammen.
    „Wo sind wir hier? Das ist nicht … Wo sind wir hier?“
    „Sieht aus wie ein Stadtteil“, Rai schien genauso ratlos wie Ash.
    „Sehen wir uns genauer um.“
    Als wäre es eine Aufforderung und kein Vorschlag, setzte sich der kleinere Schüler in Bewegung. Rai wollte nicht alleine zurückbleiben und so hatte er keine andere Chance als seinem Begleiter zu folgen.



    Hin und wieder kam die kleine Gruppe an offenen Gebäuden mit Zuckerwatte, Gummibärchen, Sauren Drops, farbigen Zuckerstangen oder Schokolade vorbei. Es wäre wohl überflüssig zu erwähnen, dass diese ebenfalls vollständig aus Bauklötzen oder überdimensionalen Legosteinen bestanden.
    Eine kühle Brise machte den Jugendlichen bewusst, dass sie hier nicht länger in einer Großstadt waren. Frisch und unberührt ruhte die Luft im Spielzeugdorf. Rein und magisch mit einem Gefühl von Abenteuern.
    Wenig später beobachteten sie eine Armee von Spielzeug Robotern, die gegen Actionfiguren kämpften. Selbst an einer Spielzeugbahn kamen sie vorbei, auf die sie hätten aufspringen können, wenn Ash nicht zu langsam gewesen wäre.

    Sommerferien



    Gähnend blickte Tory von seinen Hausaufgaben auf. Er war wohl der einzige Schüler der Unterstufe, der die Ferienaufgaben noch vor Anfang der Ferien bearbeitete. Mit einem kurzen Blick durch sein Zimmer, versuchte er sich wieder zu orientieren. Da stand sein Schreibtisch keinen Meter vor ihm, auf diesem ein älterer Laptop. Zwar gab es schon weitaus bessere Computer, doch hatten diese ihren Preis. Links von ihm stand sein hölzerner Kleiderschrank und rechts hinter ihm sein Bett mit buntem Bettzeug. Wohl der einzige Farbtupfer in seinem Zimmer. Aber mehr brauchte er hier auch nicht. Er zog sich nur hierher zurück, um zu Schlafen oder zu lernen. Die restliche Zeit konnte er sich frei in dem großen Haus bewegen - war doch seine Mutter nie zu Hause.


    Schulterzucken folgte auf Torys kurze Desorientierung, dann stand er auf und zog seinen schwarzen Rollkragenpullover über sein weißes T-Shirt. Nein, Tory war nicht komplett verrückt. Er fror nur ziemlich leicht, da er ziemlich zierlich gebaut war und generell konnte er sich mit Sonne nicht anfreunden. Seine helle Haut hatte den selben Ursprung wie seine weißen Haare. Irgendeinen Gendefekt, der ihn nicht genug interessierte, um mehr darüber zu lesen. Jedenfalls bekam er innerhalb kürzester Zeit Sonnenbrand und dann wurde er nur noch häufiger ausgelacht und geärgert. Deswegen entschied er sich für den Pullover.
    Nachdem er sich eine Flasche Wasser und seine khakifarbene Umhängetasche geholt hatte, verließ er das Haus. Von außen sperrte er ab, kontrollierte ob die Tür auch wirklich zu war, zog dann den - an einer Kette befestigten Schlüssel - über und machte sich auf in Richtung Stadt. Was genau er da wollte, wusste er noch nicht, aber er brauchte frische Luft und in den Park traute er sich schon lange nicht mehr alleine. Zu oft hatte diese eine Person ihn belästigt. Genauso oft wie er dem Rektor Bescheid gegeben hatte. Jedes Mal folgte das Argument, dass er anfangen sollte, sich zu wehren. Nur wollte Tory das nicht - hätte es ihn doch zu dem gemacht, was er hasste. Schläger.


    Es vergingen einige Minuten, vielleicht sogar Stunden, die der kleine Junge durch die Stadt schlenderte. Wie viele abwertende Blicke er für seinen Pullover einstecken musste, wusste er schon nicht mehr. Er hatte bei zwanzig aufgehört zu zählen. Mit seinen Gedanken war er trotzdem noch immer bei seiner Hausarbeit. Er hatte sich selbst geschworen, die beste Note der Klasse zu bekommen, damit ihn endlich jemand abseits der Schläger beachten würde. Bevor er diesen Gedanke zu Ende führen konnte, riss ihn etwas zurück in die Wirklichkeit.



    "Bitte! Ich brauche dieses Spiel! Sonst stehe ich doch vor meinen Freunden da, wie ein armer Sack!" Tory zuckte zusammen, als er die Stimme von Bado hörte. Hatte man ihm schon wieder aufgelauert und wollte ihm etwas antun? Ein hektischer Blick durch die Stadt, ehe er den Rüpel erblickte. Verwundert musste Tory feststellen, dass dieser gerade aus einem Elektronikladen geworfen wurde.
    "Kein Geld, kein Spiel!", erwiderte der gereizte Verkäufer. Neugierig schritt Tory auf die Diskussion zu und blickte zwischen den Beteiligten umher. Bado schien wirklich verzweifelt an dieses Spiel kommen zu wollen. Zwar war er ein Rüpel, doch hatte er noch nie gestohlen oder es überhaupt versucht.


    "Du willst vor deinen Freunden nicht schlecht dastehen? Urteilen sie über dich wirklich nach deinem Besitz?", stieß der bisher stille Junge plötzlich hervor. Jetzt war es an Bado, sich zu erschrecken, als Tory plötzlich hinter ihm stand und größer war als er - immerhin saß er noch am Boden und rieb sich seinen Ellenbogen, den er sich beim Rauswurf verletzt hatte.
    Doch Zeit zum antworten blieb dem rothaarigen Rüpel nicht.


    "Ich bezahle für ihn. Hier." Tory hatte bereits seinen Geldbeutel gezückt und drückte dem verwunderten Verkäufer das Geld in die Hand. Anschließend entriss er ihm förmlich das Spiel und kniete sich, ohne den Mann weiter zu beachten, neben Bado.
    Dieser musterte Tory noch immer ungläubig. Man konnte ihm ansehen, dass er sich wie in einem falschen Film fühlte. Vielleicht war es ein Trick, oder er träumte?


    "Nimm es. Es gehört dir.", fügte der zierliche Junge deswegen hinzu und hielt das Spiel vor sich. Es war ein seltsamer Anblick. Tory schien Angst davor zu haben, dem fast doppelt so großen Jungen zu nahe zu kommen und dieser wiederum schien sich nicht zu trauen, Tory auch nur anzufassen. Hätte er Angst, dass er in dem Moment zerbrechen würde und der Traum enden würde?


    "Was willst du dafür?", fragte Bado schließlich stotternd.
    Schulterzuckend legte Tory das Spiel auf den steinigen Boden zwischen ihnen.
    "Ich wollte dir helfen, nicht dich erpressen."
    Doch Bados Ungläubigkeit legte sich dadurch erst recht nicht. Wieso sollte ihm jemand helfen, den er - und das war noch eine Untertreibung - monatelang ärgerte?
    Plötzlich ergriff er das Spiel und richtete sich auf. Er hatte seine Erscheinung lange genug vernachlässigt.
    "Wenn... wenn du irgendwann mal möchtest... können wir das Spiel ja zusammen spielen...", verlegen grinsend kratzte sich der große Schüler am Hinterkopf. Jetzt musste auch Tory lächeln. Wenn Bado glücklich war und ihn jetzt nicht mehr ausgrenzte, war das doch ein doppelter Gewinn - oder?


    Über beide Ohren strahlend lief der kleine Junge also durch die Stadt in Richtung vertrautes Heim, machte aber an für ihn ungewöhnlich vielen Ständen eine Pause. Er hatte vorhin schon etwas von seinem ersparten Taschengeld ausgegeben, also konnte er sich jetzt auch noch ein Eis, einen Eistee, einen Anhänger für sein Handy und einen neuen Notizblock kaufen, der passend zum Anhänger einen Hasen auf den Umschlag gedruckt hatte.
    Aber wie das Schicksal so wollte, sollte Tory ein fünftes Mal davon abgehalten werden, zurück nach Hause zu gehen. Dieses Mal von einem ungewöhnlichen Piepsen seines grünen Handys. Wieso es grün war? Das wusste er selbst nicht. Er hatte sich damals spontan dazu entschieden. Aber warum es solch merkwürdige Töne von sich gab, wusste er auch nicht.
    "Das ist nicht mein Klingelton... ", murmelte Tory vor sich hin während er sich davon überzeugte, dass es auch wirklich sein Gerät war. Als schließlich der Boden unter seinen Füßen verschwand wusste er gar nichts mehr. Er schrie nur noch fassungslos los und das, obwohl er während dem freien Fall keine Luft bekam.



    Nach einer gefühlten Ewigkeit – Der Weißhaarige Junge hatte sich längst beruhigt und aufgehört zu schreien - kam Boden unter ihm in Sicht. Aus der momentan vorherrschenden Verwunderung wurde nun Panik. Einen solchen Fall würde er doch niemals überleben. Womit hatte er das nun wieder verdient? War das die Strafe dafür, so viel gekauft zu haben? Aber vielleicht träumte er auch nur und war zusammengeklappt, nachdem er einen Hitzeschlag erlitten hatte.
    Was auch immer der Grund dafür war, es gab jetzt Wichtigeres zu tun. Hektisch versuchte der kleine Junge den Kloß in seinem Hals herunterzuschlucken - ohne Erfolg. Auch seine Vogelähnlichen Armbewegungen trugen keine Früchte. So blieb ihm nichts weiter als die ängstlich die Augen zu schließen und auf ein Wunder zu hoffen.


    Als der Boden unter ihm wie ein Trampolin nachgab und ihn sanft ein gutes Stück zurück in die Luft schickte, staunte Tory nicht schlecht. Verwirrt öffnete er seine Augen und versuchte die nächsten paar Sprünge auf seinen Beinen zu landen. Als er endlich aufhörte zu Federn, blickte er sich vorsichtig um. Nicht weit von diesem Trampolin standen überdimensionale Spielzeugwürfel, der Boden war mit Teppich bedeckt und wenige Meter weiter lagen Gleise, die eine Lok zum fahren nutzte.


    "Soll das mein Gewissen sein, welches mir sagt, ich solle meine Kindheit genießen?"


    ***


    Kopfschmerzen. Furchtbare Kopfschmerzen. Und ein grelles Leuchten, das Rai aus dem Schlaf riss. Hatte er wieder schlecht geträumt?
    Für einen Moment - er saß noch immer vom Schock aufrecht im Bett - blieb er ganz still. Dann zog er seine Beine an und verschränkte seine Arme über diesen, um seinen Kopf abstützen zu können.
    Seit fünf Tagen jetzt, hatte er jede Nacht von dieser anderen Welt geträumt. Doch meistens konnte er sich nur an eine einzelne Szene erinnern. Dieses Mal sah er sich selbst, wie er auf einem Felsvorsprung stand. Der Himmel hinter Sturmwolken versteckt. Die Sonne ebenfalls nicht sichtbar. Oder vielleicht war es auch Nacht?
    Zu seinen Füßen erstreckte sich eine große Ebene. Ein Schlachtfeld. Seltsame Wesen rangen um den Sieg und die völlige Vernichtung der Gegenseite. In seiner Hand hielt er ein ihm fremdes Gerät. Eine Mischung aus einem alten dunkelblauem Gameboy und einem weißen Handy. Das quadratische Display war gespalten, wie das Schlachtfeld an sich. Aber zu welcher Seite gehörte er? So weit er es einschätzen konnte, standen doch auf beiden Seiten Menschen. Beide Truppen wurden von Menschen kommandiert.


    "Vielleicht ein neues Spiel?", seufzend blickte der schwarzhaarige Junge auf. Für ein belangloses Spiel fühlte sich die Szene viel zu ernst an. Als ginge es bei dem Krieg um Leben und Tod. Aber er wollte sich auch nicht beunruhigen lassen.
    Widerwillig rutschte der Schüler zur Bettkante. Aufstehen musste er so oder so. Die Sonne drang gnadenlos durch die leichten Rollläden in sein kleines Zimmer ein. Dem Bett gegenüber fand sich ein relativ aufgeräumter Schreibtisch mit einem Computer und einem Manga Regal drüber. Dem Fenster gegenüber waren einige Schränke und Schulbücher untergebracht.
    "Ich sollte das Lexikon zurückbringen, bevor es zu heiß wird."
    Besagtes Lexikon wurde schnell aus dem Regal gezogen. Die Klausuren waren geschrieben, die Mittelstufe – hoffentlich – für immer beendet und die Sommerferien konnten endlich beginnen. Fix schlüpfte Rai in ein schwarzes T-Shirt und in eine hellblaue, ausgewaschene Jeans. Anschließend machte er sein Bett, setzte sich auf eben dieses um seine weißen Sportschuhe anzuziehen und die schwarzen Schnürsenkel zu binden.
    Nachdem er seine dunkelblaue Weste ohne Ärmel übergezogen und die schwarze Umhängetasche gepackt hatte - sein Geldbeutel und Handy durften natürlich nie fehlen - war er bereit zu gehen.


    Nur abschließen musste er noch. Solange seine Mutter bei einer kranken Bekannten war, um diese zu pflegen, musste er das Haus alleine hüten. An sich kein großes Problem. Einfache Dinge wie Nudeln und Reis konnte er alleine Kochen, seine Mutter war bei Problemen immer erreichbar und ein so kleines Haus sauber zu halten, war nicht viel Arbeit.
    Der Flur an sich bestand aus einer Holztreppe und einem schmalen kleinen, aber liebevoll dekorierten Gang. Im Erdgeschoss waren eine kleine Küche und ein im japanischen Stil gehaltenes Esszimmer. Oben befanden sich das Schlafzimmer von ihm und von seiner Mutter.


    Der Schüler war gerade in der Stadt angekommen, da klingelte plötzlich sein Handy. Genervt kramte er es aus seiner Tasche, hoffend, dass es nicht seine Mutter war, die etwas von zu Hause brauchte, sonst hätte er den ganzen Weg wieder zurücklaufen müssen.
    Als angenehme Überraschung stellte es sich jedoch heraus, dass es eine Nachricht von einem Klassenkameraden war. Er las doch tatsächlich den Vorschlag, sich später auf eine Tasse Tee – wohlgemerkt kein Kaffee, den Rai überhaupt nicht mochte – zu treffen. Wie untypisch es für Ash war, merkte er dennoch unterbewusst in Gedanken an. Beide mochten es nicht unbedingt, von vielen Menschen umringt zu sein und so ließ sich die Spekulation nicht vermeiden, ob dieser nicht vielleicht etwas Ernstes zu sagen hatte.


    Nach einer Zusage und einer gefühlten Ewigkeit unter der heißen Sonne später, kam endlich die Bibliothek in Sicht.



    Seufzend stellte Rai das Lexikon zurück ins Regal. So ganz realisieren konnte er es noch nicht. Er hatte jetzt wirklich Sommerferien, richtig? Der Klang davon war schön, doch so sehr er es auch herbei wünschte, es bedeutete auch, dass die nächsten Jahre seine Letzten werden würde. Danach müsste er eine Ausbildung finden, oder studieren und bisher wusste er immer noch nicht, was er gerne tun würde.
    Angespannt versuchte er an etwas Angenehmes zu denken. Er könnte sich ja langsam mal fragen, was er mit seinen Ferien anfangen würde. Wegfahren war keine Option, das wusste er, also musste er sich hier seine Zeit irgendwie vertreiben.
    Während er auf dem Weg zurück zur Eingangshalle war, um zu bestätigen, dass er das Lexikon einsortiert hatte, fiel sein Blick auf etwas seltsam Bekanntes.


    "Das Schlachtfeld...", murmelte er leise vor sich hin, während er das Cover der Werbebroschüre' studierte. Die Wesen könnten mit Leichtigkeit mit den bereits verschwommenen Erinnerungen seines Traumes übereinstimmen. Auch das Gerät, dass dieser braunhaarige Junge auf dem Cover in der Hand hielt erschien ihm vertraut.
    "Ha, ich muss den wohl im Vorbeigehen schon mal gesehen haben und hab deswegen davon geträumt", dachte sich der schwarzhaarige Schüler schmunzelnd.


    "Du hast ein gutes Auge." Perplex drehte Rai sich um. Die Stimme gehörte zur Aushilfe der Bibliothek. Sie war schon eine grauhaarige, ältere - vielleicht sogar im Rentenalter - Frau, doch gewöhnte er sich nie daran, wie sie sich mit fast unhörbaren Schritten durchs Gebäude bewegte. Die Aussage tat er nur mit einem zuerst desinteressiert scheinenden Schulterzucken ab. Wenige Sekunden später griff er jedoch teils neugierig und teils fragend nach dem dünnen Heftchen.


    "Eine relativ neue Veröffentlichung. Eigentlich haben diese Videospiele ja nichts mit Büchern zu tun, aber sie erzählen ebenfalls Geschichten. Das Genre würde ich wohl als Abenteuer/Drama einordnen. Vielleicht sogar als Reise/Fantasy."
    Nachdenklich lauschte der Junge den Worten der alten Dame und blickte nun auch auf die Rückseite der beschriebenen Ware. „Digimon Linkz“ stand darauf geschrieben mit dem Untertitel: „Digital Partner.“


    "Die Lore selbst basiert auf einer alten Legende... einem Mythos. Nun, vielleicht nicht ganz so alt, wie wirkliche Legenden, doch gibt es diesen Gedanken seit der Entwicklung der ersten Computer."
    Skeptisch wandte Rai seinen Blick ab und musterte nun die in ihre Erzählung vertiefte Dame. Ihre grauen Augen schienen in eine nicht zu deutende Ferne zu blicken.
    "Artificial Intelligence ist der Fachbegriff, mit dem die Forschung an ihren Robotern arbeitet. Der Gedanke hierbei jedoch ist, dass sich unabhängig von menschlicher Forschung, eine Welt entwickelt hat, die anders als auf Atomen, komplett auf Daten basiert. Die Binäre Codes in physische Gesetze und DNA umwandelt, wie sie unsere Computer auch verwenden."
    "Eine andere Realität?", schlussfolgerte der schwarzhaarige Junge.


    "Nun, wie genau er es im Endeffekt umsetzt, bleibt dem Entwickler überlassen. Aber genug Potential ist für ein ausgiebiges Abenteuer sicher gegeben. Sollte es nicht sogar heute veröffentlicht werden?" Etwas verwirrt über den abrupten Themenwechsel blieb Rai am Regal stehen, während die Aushilfe sich nun langsam wieder auf den Weg machte, ihrer Arbeit nachzugehen.
    "Danke...", rief er dennoch unschlüssig hinterher, dachte sich aber seinen Teil dazu.


    Endlich zurück im Erdgeschoss registrierte er die Abgabe des Lexikons auf seinem Bibliotheksausweis und verließ das stille, kühle Gebäude. Von der Hitze unangenehm wachgerüttelt, erinnerte er sich daran, dass er sich ja noch mit Ash treffen wollte. Auf die Uhr blickend drehte er sich also um und schritt in die entgegengesetzte Richtung. Seinen Blick jetzt gen Boden gerichtet - um der Sonne auszuweichen - bemerkte er nur den gepflasterten Boden und die Straßenlaternen und Pfosten, die an den jeweiligen Abzweigungen stationiert waren. Wenige Straßen später stolperte er fast über das Werbeschild des Teeladens, war aber umso erleichterter, endlich in den Schatten zu kommen.


    "DigiDestined"
    In der deutschen Version: Digiritter - Aber was macht das kleine Wörtchen "Destiny" da? Ist es wirklich "Schicksal"?
    Und was bedeutet Schicksal? Sind es nicht unsere eigenen Entscheidungen, die uns zu dem werden lassen, was wir sind?
    Sollten wir nicht selbst entscheiden können, für wen und für was wir kämpfen?



    // Warnung: Es wurden OCs gesichtet. //
    // Kombination aus Staffel 1+4 //




    Wir schreiben das Jahr 2012. In Japan haben gerade die Sommerferien begonnen. Digimon sind allgemein unbekannt.
    (Vorwissen ist nicht erforderlich.) Die "Spirits" und andere Eigennamen wie Angriffe sind in Englisch. Stört euch daran einfach nicht.
    Keine Panik wegen den vielen Updates zu Beginn, mir war es nur wichtig 2-3 solide Kapitel zum Einstieg zu präsentieren.


    Anders als in Digimon Frontier werden die zukünftigen Digiritter nicht vor eine Wahl gestellt. Es wird einfach für sie entschieden.
    Aber sollen sie dieser merkwürdigen Stimme wirklich vertrauen? Immerhin werden sie dazu gezwungen, ihr Leben aufs Spiel zu setzen.
    Trotzdem... vielleicht sind diese Wesen mehr, als nur bedrohliche Gefahren. Vielleicht können sie fühlen genau wie wir.
    Können sich vor dem Untergang ihrer Welt fürchten, für die Sicherheit ihrer Freunde bangen, mit diesen lachen und weinen.
    Vielleicht unterscheiden sie sich gar nicht so sehr von Menschen.


    ***


    Das Release von Digimon Linkz für Europa wird aufgegriffen, weil es im Prinzip das war, was mich wieder zum Schreiben motiviert hat.
    Das Gameplay spielt für die Geschichte jedoch keine Rolle und auch das Spiel selbst wird in der Digiwelt keinen Einfluss haben.


    Das Prinzip der Digiwelt:
    Basiert auf Digimon Frontier - Gebiete setzen sich aus Daten zusammen und können zerstört werden.
    Die Gebiete sind jedoch eine eigene Zusammensetzung. Es gibt Städte und Gebiete aus allen Staffeln.
    (Karte folgt bei Bedarf?)


    Digivice:
    Besitzt eine Kartenfunktion, einen Digimonscanner und eine Ruffunktion. Kann außerdem Daten von besiegten Feinden reinigen, wodurch diese wieder zu Digieiern werden und ihr Leben von Neuem starten und ändern dürfen.








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    Quelle: Digimon Frontier Anime


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    Sommerferien
    Digital Monsters


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    1.1 Eine neue Welt
    1.2 Strandausflug
    1.3 Die stillgelegte Fabrik
    1.4 Flamme der Beharrlichkeit
    1.5 Die Kraft eines Digimon
    1.6 Digibabys in Gefahr!
    1.7 Beschützer mit weißem Cape
    1.8 Verblassendes Licht
    1.9 Ein neuer Freund


    Die schwebende Insel (1)
    Die schwebende Insel (2)


    2.0 >folgt<