Wie halte ich meine Leser im Bann?

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  • Lieber Hobbyautor,



    in diesem Topic behandeln wir das Thema Spannung, genauer gesagt die Frage: Wie halte ich die Leser im Bann meiner Geschichte? Wenn du schon einmal das Gefühl hattest, dass deine Leser heimlich weiterscrollen und nicht so aufmerksam lesen, wie du es gerne hättest, können wir dir hier vielleicht helfen! Aber auch sonst lohnt es sich vielleicht, einen Blick zu riskieren.



    Inhalt:




    Wie halte ich meine Leser im Bann?



    Zu aller erst sollte gesagt sein, dass es hier keinen „ultimativen Tipp“ geben kann. Jeder Leser ist anders und so unterscheidet sich auch der Geschmack deiner Leser in allen Belangen. Was du spannend findest, kann für jemand anderen todlangweilig sein und umgedreht! Nimm darauf bitte Rücksicht und sei nicht gleich beleidigt, wenn deine Leser etwas nicht gut finden, von dem du absolut überzeugt warst. Versuche, mit dir und deiner Geschichte zufrieden zu sein – dann kannst du auch bei kritischen und unüberzeugten Reaktionen deiner Leser weiterschreiben und verzweifelst nicht gleich. Das ist generell wohl einer der wichtigsten Ratschläge für jeden Autor.



    Abgesehen davon gibt es aber einige Dinge, die du tun kannst. Eine gute Möglichkeit, Spannung aufzubauen, sind Cliffhanger. Das bedeutet, du endest das Kapitel mit einer besonders gemeinen Art: An einer Stelle, an welcher der Leser (vermutlich) wissen will, wie es weitergeht. Der Hauptcharakter stürzt gerade mit hoher Geschwindigkeit und ohne jegliche Sicherung einen Wasserfall herunter... Bei einer Liebesgeschichte passiert etwas, das man nicht erwartet... Es gibt wirklich viele Möglichkeiten, einen Cliffhanger zu verwenden. Aber Vorsicht! Dieses Stilmittel ist in einer Überdosierung überaus kontraproduktiv, da der Leser schon damit rechnet, dass wieder etwas ach-so-Unerwartetes passiert. Streue sie ein, aber nicht zu oft, genau, wie du eben Salz verwenden würdest, in kleinen, feinen Mengen.



    Wenn Cliffhanger dir nicht so sehr gefallen oder du sie schon verwendest und trotzdem das Gefühl hast, dass deine Leser abschalten und geneigt sind, zu scrollen, um einige Passagen zu überspringen, liegt es ja vielleicht an deinen Charakteren! Sind sie wirklich rund genug, dem Leser sympathisch?


    Wenn nicht, wird er auch nicht mit ihnen mitfiebern und sich im schlimmsten Fall noch freuen, wenn sie eventuell sterben. Das Gesamtbild ist hier entscheidend...



    Eine weitere gute Möglichkeit, sich selbst zu verbessern, ist Inspiration. Damit ist gemeint, dass du bei anderen Autoren vorbeischaust - ob nun hier im Forum oder in Büchern, das ist ganz egal. Natürlich sollst du auf keinen Fall kopieren! Wer immer nur das zusammenklaubt, was er bei anderen sieht, wird nie seinen eigenen Stil entdecken. Aber es spricht nichts dagegen, herauszufinden, was du am Stil anderer Autoren magst. Daran kannst du sehen, was dir selbst vielleicht noch fehlt bei der Umsetzung deiner Ideen. Je nach Genre unterscheiden sich die Ansprüche auch gänzlich. Bei Romanzen ist keine Action gefragt, bei einer psychologischen Geschichte sind die Charaktere oft sehr tiefgründig, da ist Comedy fehl am Platz! Schau dir alle Genres an, egal, was dir am besten gefällt - dann merkst du früher oder später, was du brauchst und kannst das auch umsetzen. Es ist aber natürlich nie falsch, von allem ein bisschen etwas zu können...



    Ein weiterer Hinweis: Logik und Abwechslung sind zwei wichtige Dinge. Der Leser muss verstehen, was passiert und nicht die Augenbrauen heben, während er liest. Abwechslung bedeutet, dass du nicht einem Schema F folgst. Die immer gleichen Handlungen wirken spätestens nach zwei Kapiteln ermüdend und du verlierst das Interesse deiner Leser schneller, als dir lieb sein wird. Daher ist eine gute Planung wohl kaum zu vermeiden.



    Action, Charaktertiefe oder eine realistische Handlung?



    Die wenigsten Autoren sind fähig, alles drei zu kombinieren, also stellst du dir eventuell die Frage, was wohl am Wichtigsten ist. Das ist schwer zu beantworten. Wenn du auf Action setzt, wirst du vermutlich einige treue Leser haben, aber dieses Genre muss dir auch liegen – sonst geht das Ganze schnell schief. Erzwungene Action langweilt. Charaktertiefe ist in jedem Fall unumgänglich, aber wenn es Schlag auf Schlag geht, bleibt kaum Luft für tiefsinnige Gespräche. Realismus ist auch nicht Jedermanns Sache, wozu gäbe es sonst so viele Fantasyromane?



    Du siehst schon – entscheide für dich selbst. Trau dich, deinen eigenen Weg zu gehen und nicht nur auf einer einzigen Schiene zu fahren!



    Wichtig ist also, dass du kombinierst. Vielleicht sind deine Actionhelden ja furchtbar sympathische Charaktere, die auch einmal witzige Gespräche führen oder eine Romanze wichtiger finden, als Autos in die Luft zu sprengen...? Deine eigene Fantasywelt hat logische Regeln und du kannst die fliegenden Einhörner sinnvoll erklären? Perfekt. Dann hast du schon einmal den ersten Schritt getan, um ein wirklich guter Autor zu sein, denn du verstehst, was du schreibst. Im Zweifelsfall können dir auch Stilmittel sehr helfen - Metaphern beispielsweise, also eine bildliche Beschreibung einer Szene. Alles, was das Lesen nach einer Weile auflockern kann und deinen Stil ein wenig verbessert, wird dir helfen.



    Hier noch einige Sachen, wieso es nicht so gut ist, „nur“ eines der oben genannten Elemente zu verwenden:



    1. Deine Geschichte ist überaus spannend.


    + Du hast vermutlich viele Leser.


    + Deine Kapitellänge muss nicht lang sein, du hast hier eine freiere Hand als andere Autoren.



    - Deine Charaktere kommen eventuell zu kurz und wirken flach.


    - Oftmals kommt die Handlung zu kurz.



    2. Deine Geschichte hat gut ausgearbeitete Charaktere.


    + Es fällt dem Leser leicht, sich mit den Handelnden zu identifizieren.


    + Er fiebert mit, was als Nächstes passieren wird.



    - Gelegentlich fehlt eventuell die Spannung.


    - Die Geschichte könnte zu einer Charakterstudie ausarten.



    3. Deine Geschichte ist realistisch und gut durchdacht.


    + Alles, was passiert, ergibt Sinn.


    + Der Leser kann die Geschichte leicht auf sein Leben beziehen und fühlt sich ihr nahe.



    - Du musst eventuell viel planen und aufpassen, dass alles rund bleibt.


    - Eventuell wird es zu sehr Slice of Life und du verlierst dich im Alltagsleben der Charaktere.



    Du siehst also, die Mischung macht es! Niemand ist perfekt und das erwartet auch kein Leser von dir, aber man kann sich immer verbessern und wir hoffen, dass dir das ein wenig klarer geworden ist. Wichtig ist, dass der Leser, genau wie du und deine Geschichte, auch einmal durchatmen kann. Versuche, dich in seine Lage zu versetzen und dann wirst du ein großes Stück weiterkommen.