Beiträge von Thrawn

    „Ähm … Vielleicht, um ein Pokémon zu fangen?“, fragte Ignaz sarkastisch und Blunt ärgerte sich, dass er eine so dumme Frage gestellt hatte.

    Himmel, für diese offensichtlich überflüssige Frage gibts sogar obligatorische Bedankungen... :haha:

    Die sind halt vertraglich geregelt.

    So gesehen ja. Die teoretischen Grundlagen müssen vorher geschaffen werden. Und selbst wenn es diese gäbe, fällt mir kein Grund ein, warum man diese dort vor Ort besprechen müsste.

    Okay, das heißt also, man darf sich nicht über die Notwendigkeit des Klimawandels auf einer internationalen Konferenz austauschen und ein Bewusstsein dafür schaffen, bis man so etwas wie das klimafreundliche Flugzeug erfunden hat? Was ist mit anderen Maßnahmen, für die die theoretischen Grundlagen schon geschaffen sind und an deren praktischer Umsetzung (auch in politischer Hinsicht) man jetzt schon arbeiten muss, damit wir überhaupt noch so weit kommen? Ist es dann nicht doch nicht nur sinnvoll, sondern geradezu erforderlich, darüber zu sprechen?

    Ansonsten vielleicht noch zu der Frage nach der Notwendigkeit des Austausches vor Ort im Gegensatz zur Möglichkeit der Videotelefonie o.ä.: Während es stimmt, dass Letzteres vielleicht kleinere Dienstreisen o.ä. ersetzen kann, ist eine internationale Konferenz auf die Art schwer umzusetzen. Mit sehr hohem organisatorischem Aufwand könnte man etwa Wortbeiträge vielleicht organisieren, steht aber im Gegensatz zu der Planung mit Teilnehmern vor Ort dann direkt vor dem Problem, dass alle aus verschiedenen Zeitzonen kommen, was das Ganze nicht nur schwer zu organisieren, sondern auch zwangsläufig unbequem für die Teilnehmer macht. Abseits davon lässt sich die Präsenz einer Person so nicht vollkommen simulieren und der spontane Austauch untereinander auf die Art ebenfalls nicht in gleichem Maße erreichen, und insbesondere um Letzteres geht es im Wesentlichen nun einmal auch.


    Ansonsten alles Gute zum Geburtstag.

    Es gibt auch Möglichkeiten von Schweden aus mit den Politikern bei der UN zu debattieren und denen etwas über Klimaschutz zu erzählen (z. B. Videotelefonie). Schließlich leben wir nicht mehr in der Steinzeit.

    Die Wunder der Technik in allen Ehren, aber eine derartige Methode kann die persönliche Präsenz bei einer Konferenz nicht wirklich ersetzen. Davon ab ist eben die Frage, warum ausgerechnet Klimaaktivist*innen auf ihre persönliche Präsenz bei solchen Konferenzen verzichten müssen. Man sollte meinen, es sollte dann wohl irgendwie für alle gelten, aber seltsamerweise hat es noch nie jemand kritisiert, wenn mal etwa Angela Merkel in irgendein Land fliegt, um sich mit dem dortigen Staatschef zu treffen. Warum skypt sie nicht einfach mit Putin? Schließlich leben wir nicht mehr in der Steinzeit.

    Letztlich ist es mir sowas von sch**ßegal, ob sie mit einem Segelboot, Flugzeug oder sonstwas zu den Konferenzen fährt, da meiner Meinung nach weder sie noch ein anderer Mensch den Klimawandel stoppen kann. Daher sind diese ganzen Diskussionen und Konferenzen reine Zeitverschwendung. Die Menschheit hat es verbockt und muss jetzt mit den Konsequenzen leben. Irgendwelche Demonstrationen oder "Streiks" werden das Problem nicht lösen. Wie sollten sie auch?

    Ich würde wie gesagt darin zustimmen, dass es eigentlich egal ist, wie sie dahinkommt. Deiner Begründung davon und dem anschließenden Teil müsste ich wohl widersprechen, zumindest in bestimmter Hinsicht: Natürlich stoppen Demonstrationen an sich und Klimakonferenzen nicht den Klimawandel. Sie sind aber eine Möglichkeit, ein Umdenken in der Politik anzuregen und somit zu veranlassen, dass Maßnahmen umgesetzt werden, die den Klimawandel zumindest verlangsamen. Natürlich kommt das alles viel später, als es eigentlich hätte kommen sollen, aber die Situation ist, Gott sei's gedankt, noch nicht so übel, dass alles in der Richtung vollkommen sinnlos wäre.

    Das zeigt uns wohl eher, dass man sich diese Reise generell hätte sparen können. Es gibt halt keine klimaneutrale Möglichkeit, in einer angemessenen Zeit nach Amerika zu kommen. Da kannst du gerne die strukturellen Mängel bedauern, aber es ist nunmal eine Tatsache, dass sich daran auch so schnell nichts ändern wird.

    Nur, dass ich das recht verstehe: Du meinst also, dass Klimaktivist*innen nicht zu einem internationalen Klimagipfel anreisen sollten? Ist das nicht, pardon, eine etwas zu harte Ansicht, da so ein persönlicher Austausch über das Thema Klimawandel für die Personen aus den verschiedenen Ländern, denen besagtes Thema am Herzen liegt, vollkommen unmöglich wird? Und ist das nicht, erneut pardon, auch ein wenig unfair in der Hinsicht, als dass du hierauf besonderes Augenmerk legst, während, ich wiederhole mich, zahlreiche andere Leute aus weitaus weniger sinnvollen Gründen um die halbe Welt düsen?

    Und wenn ich den letzten Satz von dir so lese: Heißt das, wir dürften uns dann erst in der Form über die Notwendigkeit des Klimaschutzes austauschen, wenn wir bereits klimafreundliche Reisemöglichkeiten etabliert haben, mit anderen Worten, das Problem zu einem wesentlichen Teil bereits gelöst haben, was aber doch schwierig erscheinen muss, wenn besagter Austausch vorher nicht möglich ist? Man muss also das Ei schon gelegt haben, bevor man die Henne kaufen darf, die es legen soll?

    Und das offenbar mit recht.

    Ich bremse dich in deiner Euphorie ja wirklich nur ungern, aber wenn du dir meine Aussage ansiehst, wirst du feststellen, dass sie allgemein gehalten war. Wenn natürlich im konkreten Fall die Segelfahrt in der Tat weniger klimafreundlich ist als gedacht, ist das natürlich erst einmal ein Fakt (wobei Kritik ohne Begründung natürlich immer sehr bezeichnend ist, Gucky). Wenn die Überfahrt also besonders klimafreundlich sein sollte, wird man das wohl als gescheitert betrachten müssen, ja. Der wesentliche Punkt aber war, dass offenbar generell ein systematisches Interesse besteht, Klimaaktivist*innen mit Verweis auf ihre eigene angebliche Klimaschädlichkeit zu delegitimieren, und dass diese Argumentation schlicht nicht stichhaltig ist. Klimaaktivist*innen müssen es nicht "besser" machen als der Durchschnittsmensch, damit ihre Aussagen valide sind. Sie können das natürlich versuchen, aber das spielt für die Validität ihrer Aussagen keine Rolle.

    Die Ironie ist dabei nun, dass im konkreten Fall jetzt offenbar versucht wurde, es besser zu machen, der Versuch aber gescheitert ist. Und während sich jetzt natürlich alle ins Fäustchen lachen, die es ja schon immer gewusst haben, wird dabei ignoriert, dass das unter anderem an einem strukturellen Mangel an klimafreundlichen Reisemöglichkeiten liegt und dass die Segelfahrt in exakt dem Kontext geplant wurde, in dem offenbar ein systematisches Interesse an der Klimafreundlichkeit oder eben Klimaunfreundlichkeit von Klimaaktivist*innen besteht, in dem Versuch, es den dahinterstehenden Leuten ebenfalls recht zu machen. Man ging wohl davon aus, dass im Fall einer Flugreise das Geschrei groß gewesen wäre, und wählte deswegen die Segelfahrt - was aber nun einmal in der Bilanz jetzt auch schlechter dastehen muss (als vorher angenommen). Wenn das für mich irgendetwas zeigt, dann eigentlich nichts anderes, als dass es einem - und das war eben der Punkt - schlicht und ergreifend egal sein kann, wie eine Klimaaktivist*in irgendwohin kommt, weil das nichts über die Stichhaltigkeit der strukturellen Kritik an struktureller Klimaschädlichkeit aussagt.

    "Mr Anderson", rief Blunt freudig aus, "willkommen zurück - wir haben Sie vermisst."


    Das habe zumindest ich ihr so direkt nicht unterstellt.

    Weiß ich, wenngleich es so anklang. Deswegen habe ich aber ja zur Klärung nachgefragt, warum dich die Klimabilanz der Aktion bzw. des damit verbundenen "Medienrummels" interessiert. Besagter "Medienrummel" wäre übrigens wahrscheinlich ungeachtet ihrer Reiseart entstanden.

    Aber auch Klimaaktivisten können sich klimaschädlich verhalten, das eine schließt das andere nicht automatisch aus.

    In der Theorie ist das zweifellos richtig. Aber die angebliche Klimaschädlichkeit von diversen Aktivist*innen und insbesondere Greta Thunberg wird oft übertrieben, mit dem Ziel, eine Invalidität ihrer Ansichten zu begründen, was natürlich weder Hand noch Fuß hat (sie isst Essen aus Plasitkverpackungen, wie kann sie es nur wagen?). In der Praxis verhalten sich die Klimaaktivist*innen vermutlich weitaus weniger klimaschädlich als der Durchschnittsmensch, der erwünschte Selbstwiderspruch ist also gar nicht vorhanden. Und wenn sie mal fliegen oder etwas in der Art, dann geschieht es doch wohl immer im Rahmen der Schaffung eines Bewusstseins für das Thema - manchmal muss man halt zu einer Konferenz, einer internationalen Großdemonstration, whatever. Verneint man den Aktivist*innen derartige Möglichkeiten oder sagt auch, dass die Medien aus Klimafreundlichkeit nicht über sie berichten sollten (ich halte übrigens die Klimaunfreundlichkeit der Berichterstattung in diesem konkreten Fall doch für eher gering; ein Filmemacher kommt mit), so nimmt man ihnen effektiv jedes wirksame Mittel, um ihrem durchaus wichtigen Anliegen Aufmerksamkeit zu verschaffen, und das wäre ziemlich unfair und mit zweierlei Maß gemessen; die angebliche Klimaunfreundlichkeit von Berichterstattung allgemein wird ja sonst auch nicht kritisiert.

    Was mich also verwundert, ist, dass immer Aktionen von Klimaaktivist*innen kritisiert werden, während etwa vergleichbare Flugreisen mit mitunter weniger Berechtigung seitens Politikern, Prominenten etc. keinen interessieren. Und selbst wenn die Aktivist*innen einen klimaneutralen Weg ihrer Reise wählen, steht seltsamerweise immer jemand bereit, der auch dann behauptet, dass das so neutral eigentlich gar nicht sei. Man mag es mir also vor diesem Hintergrund verzeihen, wenn ich da mal nachhaken muss, was für ein Interesse dahinter steht.


    Aber wenn ich das jetzt so interpretieren darf, dass du ihr auf Basis der Aktion gar nichts vorwirft, dann ist das ja schon mal ganz nett. Die Frage ist für mich dann nur noch, warum die (angebliche) Klimaschädlichkeit der Berichterstattung so ein großes Thema sein soll.


    Im Übrigen bin ich der Ansicht, dass wenn einem der angebliche Hype um irgendetwas auf die Nerven geht, man sich auch einfach nicht groß darum scheren kann.

    Inwiefern darf ich mich das nicht fragen bzw. was willst du mit diesen Gegenfragen bezwecken?

    Ich wollte einfach nur wissen, warum dich dieser Frage interessiert bzw. was du aus einer wie auch immer gearteten Antwort für Schlussfolgerungen ziehen würdest.

    Ansonsten, ich kann diesem ganzen künstlichen Hype, zu dem das mittlerweile verkommt, einfach nichts abgewinnen. Aber wer da gerne ergeben mitjubelt, der darf es natürlich gerne machen.

    Ich weiß gar nicht, wie viele da wirklich ergeben mitjubeln. Mir persönlich ist es eigentlich relativ egal, wie die nach Amerika kommt. Andererseits scheint mir in der letzten Zeit ein bemerkenswertes Interesse zu bestehen, Klimaaktivist*innen allgemein selbst ein klimaschädliches Verhalten zu unterstellen, was ich eher merkwürdig finde.

    Noch interessanter ist die Frage, wieviel CO2 der damit verbundene Medienrummel verursacht hat.

    Inwiefern ist das für dich von Interesse?

    Hätte sie einen ganz normalen Linienflug benutzt, wäre es sicherlich weit weniger gewesen.

    Woran machst du das fest?

    Und zwar der aus Griechenland kommende Besitzer seines Stammlokals, der sich rein zufällig auch besser mit Elfenschriften auskannte als ein schmieriger Buchmacher mit der Manipulation von Pferderennen.

    Außerdem fand er in der Manteltasche des Klienten einen Zettel, auf dem mehrere Zeichen standen, die Blunt noch nie gesehen hatte und deren Bedeutung er nicht kannte.

    Okay, ich wollte hier eigentlich mal einen Kommentar schreiben und dachte mir, ich versuche mal, etwas zu zwei Drabbles zu sagen, die du vor etwas mehr als einem Jahr hier gepostet hast.


    Vorurteil

    Das mag jetzt einfach daran liegen, dass ich aus der Philosophie komme, aber das hat mich doch ein bisschen an Platons Höhlengleichnis erinnert - mit Abbildern des realen und so, die man anstatt der tatsächlichen Gegenstände für die Wirklichkeit hält. Hier allerdings geht es weniger um Gegenstände als vielmehr um eine Person, von der nur der Schatten wahrgenommen wird. Was nun natürlich auffällt:

    Dein Schatten macht mir Angst, denn er ist riesig.

    Dieser Schatten macht Angst - das heißt also, dieses ungenaue Abbild wirkt bedrohlich, der Eindruck, den das Ich hier von der Person hat, ist negativ. Vorurteile selbst müssen natürlich nicht immer schlecht sein, aber hier ist es wohl ein Fall, in dem sie es sind. Was das Ich vom Du kennt, ist nicht das "echte" Du, und das Bild, das es stattdessen kennt, macht ihm Angst. Allerdings - das Ich scheint sich des Defizits in seinem Bild gleichzeitig auch bewusst zu sein, da es zum Ausdruck bringt, dass es das Du ja eigentlich besser kennenlernen könnte:

    Um dich genauer sehen zu können, müsste ich einen langen Weg auf dich zu und an dir vorbei gehen, müsste auf die hell beleuchtete Seite sehen, wo das Licht deinen Rücken berührt

    Ich finde es generell in dem Drabble schön, wie du dich den Bildern von Licht und Schatten bedienst, um das Thema Vorurteile zu behandeln. So ist der Schatten eben das ungenaue, eigentlich nicht reale Abbild, das eigentlich ohne die echte Form gar nicht existieren kann, ihr somit eigentlich immer untergeordnet sein musste, und die realen Verhältnisse wiederum sind eigentlich im Licht, also theoretisch klar erkennbar - wenn man sie denn nur erkennen will. Man muss sich aber bewegen, um die tatsächliche Gestalt zu erkennen (man muss quasi mal eine andere Perspektive einnehmen, eine Person buchstäblich mal von einer anderen Seite kennenlernen) und das wiederum ist mit einer gewissen Anstrengung verbunden, die das Ich aber nicht auf sich nehmen möchte.

    und das würde ich ja eigentlich sehr gerne machen, bitte glaub mir, aber eigentlich will ich gar nicht so weit laufen, nur um deine unbekannte Rückseite zu sehen, und eigentlich reicht mir schon dein blosser Schatten, um dich zu benennen.

    Der Grund dafür, warum das Ich nicht mal hinter den Schatten blicken will, ist dabei nicht ganz klar - allerdings wird hier zum Ausdruck gebracht, dass es sich schlicht keinen Mehrwert davon verspricht und deshalb auch nicht die damit verbundenen Anstrengungen auf sich nehmen will. Die Gründe wären insofern "ökonomischer" Natur. Dabei sticht für mich das "bitte glaub mir" ein wenig heraus - wenn es ehrlich gemeint wäre, wäre das natürlich schön, aber in dem Kontext wirkt es auf mich fast heuchlerisch. Wenn das Ich doch eigentlich ahnt, dass hinter dem Du mehr steckt als sein Schatten und es weiß, dass es das sehen könnte, dann wären die damit verbundenen Anstrengungen doch zweitranging. Natürlich kann man das aber auch ein wenig positiver interpretieren, indem es vielleicht einfach auf die Schwierigkeit verweist, die es manchmal eben doch mit sich bringt, eine andere Perspektive einzunehmen und etwas, das man für die Wahrheit hielt, als falsch bzw. als Verzerrung der Wahrheit zu erkennen. Das kann manchmal in der Tat ein schwerer Prozess sein, andererseits ist er aber natürlich auch notwendig.

    Auf jeden Fall gefällt mir das Drabble sehr gut, weil ich es wie gesagt echt gerne mag, wie du hier mit dem Schatten als Abbild einer Person die Vorurteilsthematik aufgreifst.


    Volkszählung

    Muss sagen, dass ich dieses Drabble vielleicht nicht ganz verstanden habe. Hier zählt anscheinend ein Lehrer seine Schüler, wie man es ja oft im Schulalltag machen muss. Auch zählt er immer in Zweierschritten und die Gesamtzahl soll schließlich zwanzig sein. Die Zwei ist dabei immer diese schöne gerade Zahl, Schüler sind in Zweierreihen und die Zwanzig ist eben auch eine runde, gerade Zahl - durch beides kann ein Einzelner, der sich da nicht einordnen lässt, eigentlich nur auffallen und herausstechen, weil er das bisherige Muster

    Sie sitzen in ihren streng definierten Gruppen, Klassenclown neben Bienenkönigin, Pfosten zu Pfosten, lachend.

    eben aufbricht. Dabei ist es dann wiederum auch auffällig, wie darauf reagiert wird:

    Jemand zu viel hier? Ein ungebetener Gast, ein Parasit?

    Das "zu viel" deutet schon eine leichte Unerwünschtheit an, die dann durch "ungebetener Gast" gesteigert wird und in "Parasit" schließlich ihren Höhepunkt findet. Hier ist eine starke negative Konnotation vorhanden, und es wirkt, als ob "der andere", also derjenige, der nicht dazugehört, immer als negativ wahrgenommen werden muss. Hierbei tritt wohl das Lachen quasi als Zugehörigkeitskriterium auf:

    Alle lachen doch mit. Alle scheinen dazuzugehören.

    Wer nicht lacht, scheint nicht dazuzugehören. Ich bin nicht sicher, wie genau ich das zu interpretieren habe - Lachen, so denkt man ja eigentlich immer, hat eine vereinigende Wirkung, aber in dem Fall wird es aber wohl eher zum Abgrenzungskriterium gegen andere. In der Realität kann so etwas ja in der Tat auch auftreten - Insiderwitze, deren Verständnis zum definierenden Moment der eigenen Gruppe wird, oder aber das Lachen über andere, die man nicht Teil einer Gemeinschaft werden lassen will.

    Die Pointe dann am Ende ist aber, dass sich der Zählende (also der Lehrer?) selbst mitgezählt hat. Allerdings hat er, bevor ihm das klar wird, direkt vermutet, dass irgendetwas nicht in Ordnung ist, dass irgendjemand nicht dazu gehört - das scheint das Resultat eines Denkens in allzu strikten Kategorien zu sein, in denen eine Unregelmäßigkeit eben nicht toleriert wird.

    Zugleich aber grenzt sich die Person damit selbst von der Masse der Schüler ab und sieht sich selbst als nicht zugehörig. Wenn ich jetzt annehme, dass es sich beim Zählenden um den Lehrer handelt, scheint das in gewisser Hinsicht so auch seine Richtigkeit zu haben, weil man schon in mancherlei Hinsicht Lehrer von Schülern trennen kann. Wenn ich aber vielleicht annehme dass diese Person selbst ein Schüler ist, der die anderen Schüler zählt, dann bekommt es eine viel dramatischere Wendung, und es entsteht das Bild eines Außenseiters, der mittlerweile auch selbst davon überzeugt ist, dass er einfach nicht zu den anderen gehört, auch gar nicht gehören kann - das würde die schöne gerade Anzahl in der Gruppe kaputt machen.

    In der Hinsicht erscheint mir das Drabble dann (in positivem Sinne) sehr düster, weil es eine Unterwerfung unter oktroyierte Muster von Zusammengehörigkeit bedeuten würde. Wäre der Zählende hingegen der Lehrer, wäre das vielleicht nicht ganz so krass - aber auch hier kann man dann anmerken, dass diese Person wenig Bezug zu ihren Schülern hätte und ebenfalls als "Außenseiter" klassifiziert wäre.

    Aktuell ist diese Thematik natürlich, insbesondere wenn man sich den Titel "Volkszählung" vor Augen führt - es ist in den letzten Jahren ja leider oft so, dass zum Beispiel die Zugehörigkeit von Personen mit Migrationshintergund zum Volk angezweifelt wird. In dem Kontext werden dann oft artifizielle Volksbegriffe verwendet, die gerade darauf ausgelegt sind, bestimmte Gruppen auszuschließen. Wenn ich mir das vor Augen führe, würde ich das Drabble als Kritik daran bzw. an ähnlichen Phänomenen deuten.


    Das hätte ich also jeweils zu den Drabbles zu sagen. Allgemein möchte ich vielleicht noch einmal herausstellen, dass ich die Art, wie du Bilder und Sprache nutzt, um bestimmte Gedanken rüberzubringen, echt toll finde - vielleicht verstehe ich nicht immer, was genau gemeint ist, aber das ändert nichts daran, dass ich das wirklich gut gemacht finde.