Beiträge von Thrawn

    An der Stelle (spezifisch an @akai. ) noch einmal der Hinweis aus dem Startpost:

    Animationsfilme sind ebenfalls erlaubt, aber bitte keine Anime, da diese ein eigenes Thema haben.

    Dafür dann bitte auf dieses Thema zurückgreifen. Wenn das jetzt richtig geraten war, ist das einmal in Ordnung, um die Kette jetzt nicht unnötig zu unterbrechen, aber bitte in Zukunft darauf achten.

    Habe leider die Woche nicht wirklich mehr zustande gebracht als ein Drabble.

    Falschheit


    Hier ist es auch so eine Sache, dass sich manche von außen einmischen wollen und einen oberlehrerhaften Ton gegenüber anderen erwachsenen und gebildeten Menschen auflegen, als hätten die noch nie gehört wofür Kondome benutzt werden.

    Kann sein, dass irgendwelche Leute das tun, aber ich würde eigentlich jetzt von meiner eigenen Wahrnehmung her in Bezug auf die Diskussion hier bezweifeln, dass es darum ging, sich bei einzelnen Leuten spezifisch einzumischen. Ich hatte es eher so verstanden, dass die mangelnde Aufklärung über Verhütungsmethoden (bzw. eigentlich Sexualität allgemein, denn ich würde zumindest den Aufklärungsunterricht in Deutschalnd jetzt nicht als besonders gut bezeichnen) ein Problem ist, ebenso wie eine gewisse Prädisposition in der Gesellschaft, der zufolge Verhütung - in der Regel mit Pille - in erster Linie Frauensache sei. Wobei das eine das andere natürlich bedingt, da mangelnde Aufklärung über eventuelle Nebenwirkungen die Einnahme als leicht und problemlos bzw. leichter und problemloser als etwa die Benutzung von Kondomen darstellen kann. Dieses Problem anzuerkennen bedeutet auch nicht, Leuten vorzuwerfen, sie wüssten nicht, wofür Kondome da sind, sondern bemängelt schlicht eine unzureichende Informationsbasis. Der Verweis auf derartige strukturelle Probleme sollte meiner Ansicht nach nicht abgetan werden damit, dass man sich bei einzelnen Leuten nicht einmischen soll, weil es darum nun einmal eigentlich nicht zu gehen scheint.


    Wie groß genau das Ausmaß dieses Problems ist, kann ich natürlich a priori nicht so einfach sagen. Wenn ich diverse Teile meines weiteren sozialen Umfelds betrachte, so begegnet mir das Problem zumindest teilweise. Kann natürlich sein, dass auf der gesamtgesellschaftlichen Ebene gerade in den letzten Jahren Fortschritte gemacht wurden. Aber wenn dem so ist, dann wird dies sicher auch mit einer besseren Aufklärung über eventuelle Nebenwirkungen einhergegangen sein, was letztlich auch zum Punkt der Freiheit zurückführt: Eine freie Entscheidung impliziert in der Regel auch eine ausreichende Informationsbasis, auf der die Entscheidung gefällt wird. Dementsprechend scheint die Aufklärung über die üblichen Risiken und Nebenwirkungen eigentlich ein wichtiger Bestandteil zu sein, der die Pille zu einem Hilfsmittel tatsächlicher sexueller Freiheit macht.

    Bin an sich ja durchaus dafür, diskriminierende Begriffe in unserem Wortschatz durch andere Worte zu ersetzen, aber ob man einen Begriff abschaffen sollte, weil er vielleicht nen rassistischen Hintergrund haben könnte?

    Ich würde diesbezüglich mal anmerken, dass eine nicht mehr erfolgende Verwendung des Wortes durch Verkehrsbetriebe in ihren jeweiligen Nachrichten bezüglich des Fahrens ohne Tickets keine Abschaffung des Wortes ist.


    Davon ab überzeugen mich die relativierenden Hintergründe zur Wortentwicklung, so sie denn stimmen, schon deswegen nicht, weil der Begriff meiner Wahrnehmung nach dessen ungeachtet auch durchaus rassistisch verwendet wird - wir erinnern uns, Sprache ist nicht einfach nur ihre Herkunft/Entstehung, sondern auch ihre Verwendung. Der dämliche Witz, dass eine Schwarze Person auch mit einem Ticket stets schwarzfahre (get it, weil die Person Schwarz ist), ist beispielsweise im Alltag gegenwärtig und geht mit einer Reduktion auf die Hautfarbe einher. Dass der Begriff nichts mit Rassismus zu tun habe, würde ich insofern mindestens als strittig erachten und persönlich finde ich es grundsätzlich richtig oder, wenn man denn "moderater" auftreten will, zumindest nicht falsch, wenn Vekehrsbetriebe den Begriff nicht mehr in ihrer öffentlichen Kommunikation verwenden (wollen).

    Keine Sorge: Die bisher dreimonatige Pause wird nach ihrer heutigen Unterbrechung mit einer noch längeren Zeitspanne weitergehen und dieses erste Kapitel einer wie immer ungeschriebenen Geschichte wird nie fortgesetzt werden. Ich entschuldige mich im Voraus dafür, dass es nicht weitergeht. Ich verlink mal vorsichtig Alice , weil du gesagt hattest, wenn es davon irgendwas zu lesen gibt, soll ich dir Bescheid geben.

    Das Herz des Waldes, Kapitel 1: Der Mann mit der Sonnenbrille


    Was gibt es denn für Optionen?

    Du meinst, für den Einzelnen? Nun natürlich kann man gucken, wo man die eigenen Emissionen reduzieren kann. Ist immer möglich. Aber ich rede nicht davon, dass man als Einzelperson das Klima rettet und ich erwarte das auch von keinem. Was man halt auch machen kann, ist Druck auf die Entscheidungsträger*innen ausüben, um eben das klimaschädliche System zu ändern. Durch Wahlen, Demos, die Schärfung der Aufmerksamkeit für das Thema im eigenen Umfeld, was auch immer. Diesbezüglich übrigens auch:

    Am Ende müssen diejenigen entscheiden, welche die Katastrophe verursachen.

    Von denen keiner glaubt betroffen zu sein. Und wirklich, die haben noch am ehesten eine Chance zu überleben.

    Das hat bei Leuten 3x kompetenter 40 Jahre lang nicht geholfen.

    Ich stimme dahingehend zu, dass wir noch sehr weit entfernt sind von der Art des Umdenkens, die es braucht. Aber so, wie du es hier darstellst, wirkt es, als habe es in den letzten Jahren keine Veränderung gegeben. Das ist aber nicht korrekt. Ja, es ist noch zu wenig, aber immerhin ist der Klimawandel mittlerweile Dauerthema auf der politischen Agenda und die Frage, wer ihn am besten bekämpft, ist von deutlicher Relevanz im Wahlkampf, nicht nur in Deutschland. Insofern: Zur kompletten Resignation gibt es keinen Anlass, sondern nur zu einem "Weitermachen!"

    Davon ab kurz noch in Bezug auf das, was ich vorher geschrieben habe: Ich nehme mal an, du beziehst dich hier in den ersten zwei Sätzen eben auf reicher Verursacher*innen in der Wirtschaft bzw. Firmen? Wenn dem so ist, sollte dir doch direkt der Denkfehler der vorherigen Argumentation von dir klar geworden sein: Nicht nur werden diese Akteur*innen am besten durch den Klimawandel kommen, sondern auch durch alle anderen Arten von Krisen, in denen du vielleicht irgendwie eine Chance zur Verminderung des Klimawandels sehen magst: Du siehst also dann doch wohl auch, dass das nicht die Lösung sein kann, weil die Leute dann weitermachen wie bisher.

    Was würdest du nem Koreaner sagen, gegen Kim? Du versuchst es nicht hart genug?

    Also, zunächst einmal ist Nordkorea in Sachen Klimaschutz vielleicht nicht ganz so unzugänglich, wie du es hier annimmst. Aber das ist auch irrelevant für meinen Punkt. Weißt du, wenn ich Rassismus bekämpfen will, gehe ich nicht zu einem Nazi und diskutiere mit ihm wochenlang darüber, warum Rassismus schlecht ist. Es wird nichts bringen. Stattdessen gehe ich zu fünf Leuten mit vielleicht internalisiertem Rassismus, aber einer grundsätzlich vorhandenen Bereitschaft, etwas daran zu ändern. Insofern, wenn ich den Klimawandel bekämpfen will, dann ist meine erste Stoßrichtung nicht ein Diktator mit wenig Hang zu internationaler Kooperation, sondern der Aufbau einer Allianz mit den Kräften, die dahingehend zugänglicher sind. Man muss nicht immer gleich mit der schwierigsten Aufgabe anfangen, und dass man es tut und von ihrer wahrgenommenen Unmöglichkeit erschlagen wird, ist vielleicht auch gerade der Grund, warum man so schnell aufgibt.

    Verbietet Nachwuchs.

    Wir sind an einem Punkt angelangt, an dem eine Seuche ein Segen sein kann.

    Aggressivere Covidvarianten könnten uns zu mehr Lockdowns verhelfen, was automatisch Emmissionen vermildert.

    In Bezug auf diese beiden Punkte würde ich doch sehr dazu anraten, da noch einmal drüber nachzudenken. Bzw. solltest du dir allgemein Gedanken machen, wen denn deine Kritik am Klimawandel treffen sollte. Nachwuchs zu verbieten klingt nach der Überbevölkerungsthese, aber das Problem sind nicht einfach zu viele Menschen, sondern es ist die ungleiche Verteilung der Ressourcen, die wiederum auch mit sehr ungleichen CO2-Emissionen zusammenhängt. Es sind nicht einzelne Menschen, die viel emittieren, sondern in erster Linie große Unternehmen. Wenn es weniger Menschen gäbe, würde sich daran insgesamt auch nichts ändern.

    Das zweite wiederum ist mit Verlaub schon allein deswegen problematisch, weil es quasi eine "Covid als Chance"-Idee vertritt. Aber das ist keine Chance, sondern eine Krise, und die paar weniger Emissionen werden durch Tode und Long Covid nun wirklich mehr als aufgewogen, zumal sich ja eigentlich sogar gezeigt hat, dass die Wirtschaft überraschend (?) gut durch die Krise gekommen ist, was einerseits natürlich pervers ist (nicht mal eine Pandemie kann die Verwertungslogik stoppen), aber eben gerade deswegen dich auch schon die Erfolgsaussichten einer derartigen "Strategie" hinterfragen lassen sollte.


    Hinter derartigen Gedanken steht in der Regel die Akzeptanz des problematischen Systems, das den Klimawandel in dieser Form möglich macht, weswegen man dann versucht, die Probleme innerhalb dieses Systems mit für die einzelnen Menschen unverhältnismäßigen Einschränkungen zu lösen. Vielleicht speist sich diese Akzeptanz ja nicht einmal aus Zustimmung, sondern aus Resignation ("Wir können's ja nicht ändern"), aber das ist für das Ergebnis irrelevant, das darin besteht, dass du dir gegen den Klimawandel nicht anders als durch die Dezimierung der Menschheit zu helfen weißt. Die Ironie dabei ist, dass diese selbstzerstörerische Hoffnung den wirtschaftlichen Playern sehr genehm ist: Denn wer resigniert und die Lösung lieber im eigenen Untergang sucht, der wird auch am System nichts ändern.


    Also: Entweder, du resignierst und versinkst in selbstzerstörerischer Hoffnungslosigkeit, oder du kriegst salopp gesagt den Hintern hoch und tust halt etwas, was die Welt wirklich besser macht, was genau und wie viel das auch immer sein mag. Denn das ist auch so ein Punkt: Ist diese Resignation vielleicht am Ende auch nur die Ausrede, um gar nicht aktiv werden zu müssen? Ich überlasse gerne dir die Beantwortung dieser Frage für dich selbst, würde aber zumindest raten, sich damit wenigstens mal kurz auseinanderzusetzen.

    Hi.


    Okay, es geht also endlich los und dummerweise weiß ich nicht, ob ich so viel schreiben kann, weil es sehr viel Action ist. Diese wiederum finde ich aber ziemlich gut geschrieben, denn es bleibt durchgehend spannen und zugleich übersichtlich (was mich bei dir aber eigentlich auch nicht wundert). Was hier eben auch wieder rüberkommt, ist Pakhets schnelle Denkweise in solchen Kampfsituationen; außerdem mag ich diesen kleinen Moment, in dem Murphy die Scharfschützin ausschaltet, obwohl er eigentlich erst einmal zurückbleiben sollte.

    Jedenfalls - es ging ja eigentlich recht gut voran. Die Leute auf den Dächern wurden ausgeschaltet, am Elementar sind sie zumindest vorbeigekommen (auch wenn abzuwarten ist, wie der Kampf mit ihm ausgegangen ist) und dann hat Pakhet es eigentlich sogar alleine geschafft, Magier und Dämonen auszuschalten. Wobei damit der Widerstand insgesamt eher magisch war - vielleicht sind aber in den Anlagen selbst irgendwo noch Menschen, um die die anderen sich kümmern müssen. Aber der Schamane wiederum wäre ja jetzt erst einmal ausgeschaltet - allerdings kam danach diese seltsame Frau. Sunaki hat ja schon einen Namen genannt und das scheint eine grundsätzlich plausible Möglichkeit zu sein - meinen Recherchen zufolge gab/gibt es aber auch andere ägyptische Göttinnen mit Löwenkopf (die anscheinend deswegen auch relativ leicht verwechselt werdnen können), also würde ich mich da vorsichtshalber nicht festlegen, auch wenn es vielleicht richtig ist. Aber wenn es eben eine Göttin wäre, die da jetzt auftaucht, wäre Pakhet natürlich in einigen Schwierigkeiten, hust. Dann wäre dieser Schamane vielleicht gar nicht der eigentliche Endgegner.

    Was dann vielleicht mit Blick auf die freundliche Aufforderung

    Ja, das ist das große Foreshadowing. xD Darüber darfst du dir gerne noch ein wenig Gedanken machen

    auch der größere Plot sein könnte - also, dass halt irgendwie etwas mit Göttern ist. Könnte ein Konflikt zwischen denen sein oder der Versuch, wieder Gläubige/Stärke (bzw. beides, das hängt doch auch zusammen, oder?) zu gewinnen o.Ä. Ich weiß nicht genau, aber wenn ich mich nicht irre, heißt ein Abschnitt doch "Götter", oder nicht? Dahingehend könnte man auch vermuten, dass da schon irgendjemand aus so einer höheren Sphäre Pakhet im Auge hat, wenn ich jetzt so daran zurückdenke, dass Mhambi ja etwas gesehen zu haben scheint - okay, hier denke ich vielleicht auch an die Kurzgeschichte, die du ja schon in Pieces hochgeladen hattest und wo Pakhet bzw. Joanne einen gewissen Schutzgott hat, pfeif. (Aber weiß nicht, ob der da jetzt schon beobachtet.)

    Ähm, ja. Jedenfalls ist der Cliffhanger im letzten Kapitel auch total gemein, aber die Situation dürfte sich für Pakhet vermutlich dann doch rapide verschlechtert haben - ich meine, die Taschendimension bricht zusammen und offenbar wurde etwas auf sie abgefeuert. Muss ich diesen Abbruch im Satz so werten, dass sie dadurch ausgeknockt wurde? Dann wäre sie jetzt eine potenzielle Gefangene von entweder Menschenhändlern oder eben vielleicht sogar einer Göttin. So oder so müsste ich dann aber wohl (mal wieder) Angst um sie haben. Ich meine - natürlich sind da noch die anderen, aber einerseits könnten die beschäftigt sein und zweitens war Pakhet ja in einer nun zusammenbrechenden Taschendimension und auch wenn ich nicht genau weiß, was exakt das in der Konsequenz bedeutet, so wäre es grundsätzlich eine Möglichkeit, dass Pakhet damit eben nicht mehr in "unserer" Welt ist. Aber ja, ich weiß nicht. Cliffhanger halt, argh.


    Insofern hoffe ich, dass du uns nicht zu lange hängen lässt.

    Ich weiß ja nicht, ob die Mainstreammedien bloß dieses Bild erzeugen, aber im Hinblick auf Taten von als psychisch krank deklarierten Menschen, die andere mit Messern auf der Straße attackieren, vor Bahngleise stoßen oder mit Macheten rumlaufen, wird doch schon überproportional oft von Flüchtlingen aus dem arabischen und nordafrikanischen Raum berichtet

    Da gibt es halt kritische Fragen, die du dir selbst stellen solltest: Erstens, ist das wirklich so? Du scheinst hier einfach deinen eigenen Eindruck zu haben, aber das muss nicht bedeuten, dass in den Medien dahingehend tatsächlich überproportional berichtet wird. Dahingehend solltest du auch beachten: Ist der Täter eben weiß und/oder Deutscher, so werden in der Regel weder Ethnie/Herkunft noch Hautfarbe hervorgehoben werden. Dementsprechend führt die gesonderte Hervorhebung im Falle von Nicht-Deutschen und/oder Nicht-Weißen zwangsläufig zu einer verzerrten Wahrnehmung, weil eben Straftaten von Weißen und/oder Deutschen nie auch tatsächlich als Straftaten von Weißen und/oder Deutschen im Gedächtnis bleiben, sondern dann eben nur als Taten eines "34-Jährigen" etc. Ein anderer Punkt, der allgemein bedacht werden sollte, wenn es um eine angebliche Häufung von Nennungen von psychischen Auffälligkeiten geht: In der guten alten Zeit, also ungefähr vor dreißig Jahren, wurde in der Tat diese Ursache nicht so häufig genannt. Das hatte aber schlicht damit zu tun, dass es nicht notwendig war - wenn jemand auf offener Straße Leute niedersticht, so ist der eigentlich naheliegende Gedanke ja, dass die Person schlicht irre ist, oder zumindest war es dieser Gedanke mal. Mit dem Aufkommen von Terrorismus insbesondere seit der Jahrtausendwende ist aber die Option eines politischen/terroristischen Hintergrunds stärker ins Bewusstsein gerückt. Daher wird nun mittlerweile öfter die psychische Auffälligkeit betont, wenn diese vorzuliegen scheint; es handelt sich hier um eine notwendig gewordene Differenzierung. Dies ist aber ebenfalls kein Zeichen dafür, dass dieser Grund (plötzlich) häufiger vorkommen würde als früher, er wird nur eben häufiger genannt.

    Zweitens, selbst wenn überproportional über solche Personen berichtet wird, folgt daraus eben nicht, dass Personen einer bestimmten Herkunft dann auch tatsächlich bei den fraglichen Straftaten überproportional zu finden sind.

    Drittens, selbst wenn sich eine Überproportionalität nachweisen ließe, hängt diese eben nicht zwangsläufig mit der Herkunft zusammen, und dementsprechend ergibt sich auch deine implizierte Schlussfolgerung bezüglich des Asylrechts nicht.

    Im Falle des Somaliers lässt es sich womöglich mit den verheerenden Zuständen in Somalia erklären:

    Zunächst einmal sprachst du schlicht von einem "Afrikaner", als du darauf zum ersten Mal Bezug genommen hast. Dass du also wirklich von vornerein an die Zustände spezifisch in Somalia gedacht hast, wage ich zu bezweifeln und die Recherche dieses doch sehr alten Artikels scheint mir sehr ad hoc zu sein. Aber auch davon ab sind der Punkt und die anscheinend daraus gezogene Schlussfolgerung schwierig: Über die genauen Ursachen der psychischen Auffälligkeiten ist nichts bekannt. Du spekulierst hier schlicht. Der Mann lebt offenbar seit 2015 in Würzburg, ist spezifisch in den letzten Monaten auffällig geworden. Er lebte offenbar in einer Obdachlosenunterkunft. Man kann sich zum gegenwärtigen Zeitpunkt sehr leicht vorstellen, dass die jeweiligen Probleme auch ein Resultat der jüngeren Zeit sind. Und genau das finde ich problematisch: Obwohl zu dem Fall praktisch noch überhaupt nichts Genaueres bekannt ist, stellst du einen Bezug zwischen Herkunft und psychischer Auffälligkeit her und nimmst das offenbar zum Anlass, das Asylrecht auf breiter Front in Frage zu stellen, was aber schlicht keine akzeptable Lösung ist.


    Aber ehrlich und allgemein gesagt - ich habe wenig Lust, noch mehr dazu zu schreiben, denn es ist schlicht ermüdend: Jedes Mal, wenn irgendwo eine Attacke passiert, müssen sich ständig alle sofort und ohne groß nachzudenken irgendwie dazu verhalten, was dann eben nicht selten auf die direkte Instrumentalisierung gegen das Asylrecht hinausläuft. Mir persönlich wäre es lieber, wenn einfach mal alle ruhig wären und die genaue Klärung des Ganzen abwarten und nicht direkt Schlussfolgerungen in Hinblick auf Grundrechte ziehen würden.

    ["Allahu akbar": Somalier ersticht drei Passanten in Würzburg]

    Fangen die Medien wieder mit solchen Überschriften an? Inwiefern ist es wichtig, was ein potentiell psychisch kranker Mensch laut aufruft? Vor allem dann noch die vage Formulierung er "solle" das gerufen haben. Wer sagt das? Irgendein Troll, der Ausländer hasst und Afrikaner*innen bzw. Araber*innen direkt mit "Allahu akbar" bzw. Terror assoziiert?

    Das ist einfach nur Ausländerhass und Stereotypisierung, wie ich ihn schon seit Jahren hier kenne, lol.

    Deratiges ist bisher von einschlägigen Medien übrigens nicht bestätigt worden. Und generell wäre vielleicht allgemein mit einer Spekulation über Motive/Auslöser der Tat abzuwarten, da hier eben so kurz nach der Tat noch nichts klar ist. Fest steht anscheinend bisher nur, dass die Person in psychiatrischer Behandlung gewesen ist und da könnte man natürlich vermuten, dass die Tat letztlich eben mit psychischen Auffälligkeiten zusammenhängt. Aber wie gesagt, auch dafür ist es eigentlich noch zu früh.

    Kleines Drama, nach einer unwahren Begebenheit.

    Darf man vielleicht erfahren, inwiefern die Herkunft eines Täters, bezüglich derer ich übrigens nur zwei Sekunden suchen musste, um Artikel einschlägiger Medien zu finden, die sie sogar deutlich präziser als "Afrikaner" angeben, relevant sein sollte? Und was genau soll mit dem sarkastischen Kommentar am Ende ausgesagt werden?

    Okay, hier sind sogar mal Punkte dabei, denen ich zustimmen kann. Aber um vielleicht noch einmal mein Problem zu erläutern: Es gibt de facto Leute, denen die Regenbogenbeleuchtung etwas bedeutet hätte. Die Gründe dafür können verschieden sein: Grundsätzliche Repräsentation, ein Mittelfinger Richtung des LGBTIQA+-feindlichen Ungarns, whatever. Bevor wieder der nach wie vor für mich nicht nachvollzihebare Gedankensprung kommt: Nein, das heißt nicht, dass diese Leute der UEFA aus der Hand gefressen hätten. Der Punkt ist nun einfach, dass ich es unnötig zynisch finde, diesen Leuten dann mit so etwas zu kommen:

    Bin ziemlich enttäuscht von der Ansicht vieler LGBT Leute tbh. Denen ist es egal wie scheinheilig gewisse Konzerne und diverse Organisationen sind, Hauptsache sie pappen irgendwo die Regenbogenflagge dazu. Selbst wenn derselbe Konzern das nur in eher progressiven Ländern tut und in eher konservativ ausgerichteten Ländern die Regenbogenflagge aus deren Produkten und co weglässt.

    Von denen brauch ich es auch nicht, dass sie mir in den Allerwertertesten kriechen und am Ende nur mein Geld wollen.

    Es ist, um das Beispiel noch einmal aufzugreifen, in etwa so, als würde man die Schwarzen Kinder, die mit leuchtenden Augen aus Black Panther gekommen sind, über alle Problematiken des Disney-Konzerns oder Hollywood allgemein aufklären und ihnen dann reindrücken, dass sie naiv sind, wenn sie den Film per se trotzdem schön fanden. Diesen Zynismus braucht es schlicht nicht, aus zwei Gründen: Erstens ist er absolut nicht hilfreich und wird von keine wirklich konstruktiven Perspektive begleitet. Zweitens richtet er sich jeweils ironischerweise gerade gegen die, die doch eigentlich die Unterdrückten im System sind. Und man kann sich hier doch fragen, ob das nicht schon der falsche Fokus ist (dazu später).

    Außerdem, wie natürlich noch einmal zu betonen ist: Die jeweiligen Unterdrückten dürften sich eben sehr gut der Tatsache bewusst sein, dass große Konzerne und andere Organisationen nicht ihre Freunde sind. Du erzählst wahrscheinlich keiner LGBTIQA+-Person etwas Neues, wenn du darauf hinweist, dass BMW Katar auf Twitter kein Regenbogenlogo hat.


    Damit verbunden ist mein Problem, dass die Leute, die den Fortschritt in Hinblick auf Diskriminierungsabbau blockieren, im Vergleich sehr leicht bei dir davonkommen oder es anscheinend würden, wenn sie nur endlich diese entsetzliche Scheinheiligkeit fallen ließen und ggf. offen homophob etc. wären. Man sollte meinen, die Speerspitze der Kritik sollte sich hauptsächlich gegen diese Personen richten, und nicht gegen LGBTIQA+-Personen. Mittlerweile scheinst du dich auch darauf zu fokussieren, was ich insofern natürlich gut finde. Und natürlich würde ich dir hier zustimmen: Ja, unsere Politiker*innen sind scheinheilig (erneut: das ist aber auch jeder Person bewusst) dahingehend, dass sie Selbstbestimmungsgesetze blockieren, dass sie Namensänderungen partout nicht leichter machen wollen, dass sie das von QueFueMejor oben erwähnte Blutspendeverbot nicht aufheben wollen und was weiß ich nicht noch alles.


    Gleichzeitig aber stelle ich auch infrage, ob ein offenes "Jo, Ungarn, mach, was du willst" wirklich die bessere Alternative wäre. Nicht falsch verstehen, ich halte Scheinheiligkeit wie gesagt für falsch und dass man von ihr nicht mehr belästigt werden will, ist absolut nachvollziehbar, aber ich würde hier doch die Frage nach den Konsequenzen für die Betroffenen aufwerfen: Wenn alle anderen EU-Politiker*innen (einigen würde ich nebenbei bemerkt bescheinigen, dass ihnen die Rechte von LGBTIQA+-Personen sogar gar nicht egal sind, aber der Platz reicht hier nicht für ausreichende Differenzierung) Ungarn nicht zumindest verurteilen würden, so würde das die Position der Unterdrückten real betrachtet schwächen, während Orban sich um Konsequenzen dann nun wirklich gar keine Sorgen mehr machen müsste. In der Regel ist es den Unterdrückten in einem Land nicht unbedingt zuträglich, wenn alle anderen Länder signalisieren, dass ihnen das scheißegal ist. Aber zugleich muss man auch die innenpolitische Seite betrachten: Ich will mir tbh nicht ausmalen, wie Angriffe gegen LGBTIQA+-Leute hierzulande zunehmen würden, wenn sämtliche Politiker*innen (oder seien es meinetwegen nur die der CDU/CSU) kommunizieren würden, dass ihnen Diskriminierung egal ist. Im Fazit: Ich kritisiere ebenfalls die inkonsequente derzeitige Haltung unserer Politik, aber offene LGBTIQA+-Feindlichkeit bzw. offene Gleichgültigkeit derselben gegenüber ist imo nicht die Lösung.


    Die Lösung ist hingegen schlicht das: Dass die Politiker*innen sich wirklich und wahrhaftig dafür einsetzen, dass die Diskriminierung in Ungarn aufhört und dass sie sich auch innenpolitisch dafür einsetzen. Aber gerade das ist mein Punkt: Du hast bezüglich einer Lösung effektiv gesagt, es wäre dir lieber, die Politiker*innen sollten (noch) weniger für LGBTIQA+-Leute machen. Aber das Gegenteil ist der Fall: Sie sollten mehr machen, und nichts anderes, denn das bisschen weniger Scheinheiligkeit bei kompletter Einstellung der bisher ohnehin nur marginalen Unterstützung ist kein ausreichender Ausgleich für die oben erwähnten Konsequenzen für die Betroffenen.

    Aber bitte, mindestens sieben Leute, die das geliked haben, mögen die ganze Heuchelei wohl ganz gerne ... wem's gefällt und wem's allgemein gefällt, dass Konzerne und co. sich bei einem einschleimen. Mein Geschmack ist es halt nicht wirklich. xD

    Nun, ich möchte das hier zumindest so dann doch nicht stehenlassen. Ich kann natürlich nicht für die anderen sprechen, sehe aber ehrlich gesagt nicht, wie eine Reaktion auf einen Post im Forum direkt implizieren würde, dass ich "Konzernen und Co." aus der Hand fressen würde. In ähnlicher Hinsicht sehe ich auch nicht, wie die Tatsache, dass man eine in Regenbogenfarben erstrahlende Allianz Arena als schön bzw. wichtiges Zeichen verstanden hätte, das bedeuten würde. Das alles übrigens auch insbesondere vor dem Hintergrund, dass ich bei mir wie auch bei einigen anderen, die auf den fraglichen Beitrag positiv reagiert haben, da jetzt so bei Miteinbeziehung diverser hier im Forum getätigter Aussagen auch allgemein im Gesamtbild nicht wirklich diese angebliche Konzern- oder UEFA-Hörigkeit sehe.


    Eine genauere Erläuterung, wie aus dem einen das andere folgt, wäre meinem Verständnis dieser Anschuldigung einer bei mir angeblich bestehenden Naivität freilich sehr hilfreich; wenn es aber nur darum geht, eine fiktive Naivität anderer Personen anzuprangern und im gleichen Atemzug sich selbst dahingehend über diese zu stellen, so kann ich da selbstverständlich auch drauf verzichten.

    Ich glaube, da unterschätzt du gerade ein bisschen die Leute. Kann sein, dass du andere Erfahrungen im Einzelfall gemacht hast, aber die LGBTIQ+-Leute, die ich so verfolge bzw. auch diverse Allys sind sich eigentlich immer sehr der Tatsache bewusst, dass große Unternehmen und diverse systemtreue Organisationen trotz glegentlicher Aktionen nicht ihre Freund*innen sind. Glaube nicht, dass das jetzt wirklich eine so wenig verbreitete/neue Erkenntnis ist (wie gesagt, die Leute sind so dumm nun auch wieder nicht) und dass vielerorts einfach eine differenziertere Sichtweise herrscht, die zwar einerseits reale Repräsentationseffekte als positiv ansieht, sich aber auch den Rollen, die die fraglichen Akteur*innen in unterdrückerischen Systemen spielen, bewusst ist. Würde wie gesagt sehr bezweifeln, dass bei einem Ja der UEFA oder selbst wenn die UEFA die Aktion von selbst angeleiert hätte, alle LGBTIQ+-Leute gleich zu UEFA-Fans geworden wären.


    Man kann ja schließlich auch, um mal eine Analogie zu geben, Black Panther als Repräsentationsfilm gut finden und das im Hintergrund stehende Hollywood-System bzw. Disney halt trotzdem scheiße, wie es halt auch viele tun. Warum sollte das hier nicht ebenso der Fall sein?