Beiträge von Unova-Champion Iris


Pokémon Karmesin und Purpur sind erschienen!


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    Bis zum heutigen Abend gibt es diesen Film in der kostenlosen Pokemon TV App zu sehen, danach fliegt es (wahrscheinlich) für eine ganze Weile aus der Rotation. Ich dachte mir, diesen Umstand muss ich ausnutzen um mir die Erinnerung aufzufrischen; ist der Film wirklich so schlecht wie ich es in Erinnerung- und einige Beiträge zuvor feierlich zerissen habe oder hat sich dahingehend nach erneutem Schauen etwas geändert?


    Im Großen und Ganzen überwiegen die Kritikpunkte im 15. Film: Kyurem gegen den Ritter der Redlichkeit jedwede positive Aspekte. Man glaube es kaum aber der "Film" geht tatsächlich nur etwas über eine Stunde, um penibel zu sein sprechen wir von nur 66 Minuten an Filmmaterial bis der Abspann ansetzt. Das ist für Pokemonverhältnisse sehr dürftig, ganz besonders in Anbetracht der Tatsache, dass die Einführung in Form eines teilweise geglückten Vorspanns 15 Minuten in Anspruch nimmt. Effektiv reden wir hier von etwa 50 Minuten an Haupthandlung für den gesamten Film(!).


    Da ich hier nicht ewig die selben Kritikpunkte wiederholen will, fasse ich mich kurz: es gibt wirklich viele Ungereimtheiten in der Handlung, die auch für einen Pokemonfilm (zu) markant & negativ herausstechen wie die quasi-Abwesenheit von anderen Menschen in der Großstadt obwohl ringsherum Feuer und Explosionen die City in Schutt & Asche legen oder 10-jährige Kinder, die in ein Museum einbrechen und einen Zeppelin kapern. Yada Yada Yada. Wenn man gewillt ist über diese defizitären Aspekte hinwegzusehen (Stichwort "Hey, das ist halt Pokemon"), kann man, wie ich finde, den Film sehr viel mehr genießen...


    ...Denn, der Auftritt Kyurems ist wirklich grandios und erinnert mit der immer noch zeitgemäßen Animation an Blockbuster-Zeichentrickfilme aus den frühen 2010er Jahren. Eisiger Nebel, das wie ein Virus den gesamten Boden infiziert, Eisschwaden die sich klirrend ihren Weg in die Erde hineinfressen, das unheilvolle Klimpern und Zusammenprallen von Eissplittern die ihren Meister Kyurem ankündigen.

    Der Film weiß wie man grandiose Auftritte in Szene setzt, speziell die Bedrohlichkeit Kyurems ist eine überzeugende Konstante des Films.


    Wenn ein Film sprechende Pokemon so dringend nötig hatte, dann dürfte es genau dieser Film sein. Kyurems markant tief-bedrohliche Stimme im krassen Kontrast zu Keldeos jugendlich-hoher Stimme schafft hier wohl eines der furchterregendsten Pokemon, das man in der jüngeren Geschichte des Pokemon-Animes gesehen hat.

    Auch die Einbettung von Ashs Begleiterin Lilia in die Haupthandlung ist in diesem Zusammenhang nennenswert: durch den Rückblick zu Lilia und ihrer Großmutter aus dem Dorf der Drachen erhält der Zuschauer Information über Kyurems unheimliche Stärke als mächtigstes Drachenpokemon der Welt und das gibt dem ohnehin gefährlichen (de facto-)Antagonisten einen mysteriösen Anstrich. "De Facto" in Klammern weil sich Kyurem im Verlauf der Handlung als kein klassischer Antagonist entpuppen will, sondern viel eher eine fleischgewordene Prüfung (oder ein Hindernis) darstellt, die es zu meistern gilt. Das gibt dem Film einen überraschenden Oha-Moment.


    Obwohl all das positiv klingt, tröstet leider nichts über die Tatsache hinweg, dass der Film zu kurz ist weshalb der Spannungsbogen von Anfang an nicht recht funktionieren kann & will. Der größte Leidtragende ist wohl der Schauplatz des Films: Roshan City. Ja, tatsächlich hat die Stadt, die von Kyurem auseinander genommen wird einen Namen. Man erfährt leider nichts über die Stadt oder die Region, effektiv ist diese absolut irrelevant für die Handlung, man könnte sie austauschen ohne Gefahr zu laufen die Haupthandlung in Mitleidenschaft zu ziehen.

    Letzten Endes ist die eklatante Schwäche des Films, dass man das Paradigma der 3-Akte-Struktur mit nachvollziehbarer Einführung, Höhepunkt & Auflösung auf Biegen und Brechen in unter 60 Minuten hineingepresst hat wodurch eine unfertige Hauptstory mit teilweise forciertem Ende übrig blieb.


    Wenn man sich am Darth Vader-esquen Auftritt von Kyurem und besonders seiner beiden Formen Weißes Kyurem & Schwarzes Kyurem nicht satt sehen kann, dann muss man diesen Film schauen. Hat man weder eine Affinität zu Drachenpokemon noch zur Einall-Region, kann man diesen getrost ignorieren. Für all diejenigen, die in Drachenpokemon vernarrt sind und eine unerklärlich-seltsame Liebe zu Einall entwickelt haben (wie meine Wenigkeit), ist dieser Film ein Must-Watch.

    Manchmal gehen die Geschmäcker wohl sehr auseinander, aber ich finde genau das macht den Pokemon-Anime so interessant, denn im Gegensatz zu meiner Vorposterin Wolfsdrache empfand ich diese Filler-Episode als sehr gelungen und ich bin beileibe nicht jemand der diesen Satz achtlos benutzt.


    Im Kern liegt das an Rotom-Dex, oder korrekterweise am bizarren Charakter von besagtem Pokemon. Es vereint sehr widersprüchliche Charakterzüge, wie den Drang wohlüberlegte, rationale Lösungen für alltägliche Probleme zu finden dabei aber in einen Tunnelblick zu verfallen und durch wilde Spekulationen alles ins Chaos zu stürzen.

    Die Idee, dass sich ein Pokemon eine blonde Perücke aufsetzt um seinen Lieblingsdetektiv aus einer Serie nachzuahmen ist amüsant, zumal Rotom echt absolut witzig ist weil es keine Gesetze oder Regeln befolgt, in irgendwelche abgesicherte Gebäude reinfliegt und sich seines gesetzeswidrigen Verhaltens zu keiner Zeit bewusst wird. Mit jeder Faser wirkt Rotom wie ein durchgeknallter Anarchist.

    Abgerundet wird die detektivische Suche nach Ashs Voltium Z mit dem unerwarteten Ende; der Kristall hatte sich in Rotoms Perücke verhakt und all das Chaos war quasi für Nichts und wieder Nichts.


    Ich denke ich spreche für alle wenn ich behaupte #Rotom-Dex for President

    Nachdem wir einen Großteil der Klassenkameraden von Ash durch haben, bekommt Maho mit dieser Episode ihre ausführliche, wenn man so will "offizielle", Einführung.

    Charakterlich deutete vieles bereits vorher darauf hin, dass sie zum höflichen- bzw. immer-super-gelaunten Typus angehört, quasi das menschliche Equivalent zur Metapher das Glas ist halb voll.

    Im Checkbuch der Charakter-Archetypen erfüllt Maho so ziemlich alle Eigenschaften das man in Animes mit "Deredere" beschreibt, also Charaktere in denen einige Eigenschaften besonders stark herausstechen, wie z.B. extreme Freundlichkeit/Höflichkeit, stetiger Optimismus, Heiterkeit, Kreativität und auch ein bisschen Unbeschwertheit, also ein durch und durch easy-going Charakter, der die Hoffnung nie aufgibt und stets das Positive sieht.


    Maho ist Pflanzenpokemon-Trainerin, die sich (nicht überraschend) mit der Natur gut auskennt. Sie hat passend grüne Haare, trägt einen kurz geschnittenen Overall mit sportlichem Touch und hilft im Familienrestaurant aus wo sie unter anderem auch kocht.

    Ich muss leider zugeben, dass ich kein sonderlich großer Fan dieser grotesk bunten Haarfarben bin.

    Besonders wenn man den Anime der Journeys-Staffeln schaut, erkennt man, dass oftmals weniger doch mehr ist.

    Die Folge bietet mit der speziellen Formveränderung Choreogels durch den Verzehr von bestimmten Nektarsorten einen interessanten Einblick in die neue Alola-Region. Nebenbei entwickelt sich Mahos Frubberl in Frubaila und rundet die Rettungsaktion gekonnt ab.

    Die berühmte Pokemon-Seite Smogon.com, welche für Strategien im kompetitiven Pokemon-Meta bekannt ist, beschreibt das Ein- und Auswechseln von Pokemon zur richtigen Zeit als "The Art of Switching", also die Kunst der (Pokemon)Einwechslung". Warum dieser Satz, der eigentlich für die Doppelkämpfe gedacht war, auch in Einzelkämpfen wie hier zwischen Ash und Volkner so wichtig ist, erklärt diese Folge.


    Nebenbei wundert mich dass dieser Thread hier auf dem Bisaboard nicht überrannt wird von all den kompetitiven Pokemonspielern die sich seit Jahren mehr Pokemonkämpfe im Stile der Spiele-Editionen im Anime wünschen.


    In vielerlei Hinsicht dürfte diese Folge ganz besonders die unten beschriebene Szene ein Meilenstein in der Präsentation von Pokemonkämpfen sein, denn, sofern ich mich richtig erinnere, wurde noch nie zuvor ein Pokemon mitten im Angriff aus- bzw. eingewechselt um den folgenden, so wichtigen "switching"-Aspekt aus dem Meta der Pokemon-Editionen darzustellen: Pikachu setzt Donnerblitz gegen Rotom ein, noch bevor der Donnerblitz Rotom treffen kann, wird Rotom durch Elevoltek ausgetauscht, wodurch Pikachus Donnerblitz nunmehr Elevoltek trifft. Der Grund für diesen Tausch vonseiten Volkners kommt nicht von ungefähr: er will dass sein Elevoltek von einer Elektroattacke getroffen wird, denn dadurch aktiviert sich seine Fähigkeit Starthilfe, welches die Initiative (also die Schnelligkeit) von Elevoltek um eine Stufe (also um 50%) erhöht.

    Diese Strategie, die sich eigentlich so leicht anhört, gehört in die Rubrik "Advanced Switching Guides" also den fortschrittlichen Wechsel Guides da sie davon ausgeht, dass der Wechsel zu (in diesem Fall) Elevoltek nur dann erfolgreich ist, wenn der Trainer vorausahnen kann (eng. to predict, also predicten kann), dass der Kontrahent eine Elektroattacke einsetzen wird. Ganz im Sinne der Spiele-Editionen findet all das parallel statt: Volkner tauscht sein Pokemon aus noch bevor bzw. während Ash "Donnerblitz!" ruft. Die Liebe zum Detail dürfte so manchen Pokemon-Fan zum Schmunzeln bringen.


    Zugegeben, ein Riesentext nur für eine 5-sekunden lange Szene mutet etwas deplatziert oder gar übertrieben an, jedoch sind eben jene Momente für Fans die Pokemon-Editionen kompetitiv spielen und nebenbei den Anime schauen Gold wert.


    Ich hoffe auf mehr Folgen in dieser Art.

    Man möge mich korrigieren, aber ich erinnere mich an keine andere Pokemon-Generation, in der die Spiele-Editionen so stark in den Anime eingeflochten wurden wie es in der 8. Generation der Fall ist.

    Ursprünglich wollte ich zu dieser Folge nichts schreiben weil ich vollends mit Rusalka übereinstimme: ob nun das knuffige Phandra oder die Charakterisierung Nios als introvertierte Person mit eventuell vorhandener Sozialphobie. Es ist eine rundum gelungene-, gemächlich-ruhige Folge und bietet für all diejenigen etwas, die eine sehr liebevolle & stimmige Folge- einer actiongeladenen vorziehen.


    Um aber auf meine ursprüngliche Aussage mit der Spiele-Edition zurückzukommen: konkret geht es mir hier um das Sammeln der 3 Dynapilze sowie das Kochen der Dyna-Suppe um Ashs Gengar das Gigadynamaximieren zu ermöglichen (an diese Zungenbrecher werde ich mich nebenbei nie gewöhnen können).

    Das Aussehen der Dynapilze, der einzigartige goldene Kochtopf sowie die 3 rötlichen Dampfschwaden über dem Kochtopf...das alles ist, sofern ich mich nicht irre, äußerlich nahezu identisch mit denen aus den Spiele-Editionen.

    Ein Stück weit dürften The Pokemon Company & Gamefreak die Werbetrommel für den Erweiterungspass gerührt haben, nichtsdestotrotz ist das für mich immer gern gesehen wenn Aspekte von Spielen eins-zu-eins in den Anime übernommen werden.


    In Vergessenheit geraten oftmals Ashs Pokemon da sie für den Zuschauer immer selbstverständlich sind aber ich möchte hier Gengars Charakterentwicklung besonders loben. Von einem anfänglich innerlich verletzten und distanzierten Pokemon, das ein Trauma durchlebt hat ähnlich wie seinerzeit Ashs Glumanda, kämpft sich Gengar zu einem durch und durch glücklichen Pokemon und findet in Ash seinen besten Freund.


    Man kann wohl über Ash sagen was man will aber er liebt seine Pokemon sehr und repariert so manch tiefgreifendes Trauma seiner Pokemon und das mittels seines eigenartigen Einfühlungsvermögens.

    Die 25. Staffel, die auf den komischen Namen "Pokemon Ultimative-Reisen" getauft ist, startet wie erwartet relativ ernüchternd...jedenfalls für mich.


    Man kommt an diesem Punkt wohl oder übel nicht über die Tatsache hinweg, dass die ersten etwa 10 Folgen der jeweiligen Staffel sehr träge- und/oder voll gespickt mit Filler-Episoden sein dürften, quasi genauso wie wir es in der vorherigen Staffel gesehen bzw. erlebt haben. Ob nun die leicht bizarr-anmutende Episode um die (Galar-)Flegmon bzw. (Galar-)Laschoking oder eben diese Folge in dem zwei Zirkusperformer durch einen unglücklichen Unfall ihre beiden Evolis zu den jeweils "falschen" Pokemon weiterentwickeln.

    "Falsch" in Anführungszeichen denn tatsächlich gewinnt am Ende die Erkenntnis dass man sein Pokemon ungeachtet des Typen aus tiefstem Herzen lieb hat.

    Obwohl die Botschaft sehr leicht verständlich und auch moralisch sehr wertvoll sein dürfte, besonders für das jüngere Publikum, ist die Präsentation relativ durchschaubarer Pokemon-Einheitsbrei. Einzig Chloes Anwesenheit mit ihrem Evoli ist erwähnenswert, da sie sich zunehmend als weitere Begleitperson um Ash & Goh zu etablieren versucht. Außerdem wird ihr je ein Feuer- und Donnerstein überreicht, was gegebenenfalls Auswirkungen für später haben dürfte, obwohl mittlerweile vieles dafür spricht dass Chloes Evoli sich fürs Erste nicht entwickeln wird.


    Bis zu den ersten Kämpfen in den Krönungs-Weltmeisterschaften dürfte dieses gemächliche Tempo anhalten, ab- und an durchbrochen von interessanteren Folgen wie die um Ashs Gengar & das Gigadynamaximieren.

    Kennt ihr das, in eurer Erinnerung habt ihr ein schlechtes Bild von einem bestimmten Film oder einer Folge, welche ihr irgendwann Mal in der Vergangenheit gesehen habt und (um auf eine verstörende Art spezifisch zu werden) ihr schreibt Jahre zuvor eine kleine Rezension über besagte Folge eures Kindheitsanimes in dem ihr quasi fast die gesamte Folge zerreißt aber dann beim erneuten Schauen feststellt dass die Episode im Grunde sehr gelungen ist?


    Um die Privatsphäre dieser Person zu schützen, benutze ich mal bewusst agnostische Andeutungen: besagte Person könnte ich sein oder auch nicht, die Rezension könnte irgendwo hier in diesem Thread sein oder auch nicht.


    Vorweg, die Folge bildet einen Zwei- bzw. Dreiteiler als Einführung in die (damals) neue Sinnoh-Region. Ähnliche Ansätze kennen wir von anderen Staffeln, sei es davor- oder aber in den Generationen danach: Ash landet in einer neuen Region, aus einer Verkettung von Ereignissen passiert etwas mit Pikachu, es verletzt sich oder geht verloren. Yada yada yada.


    Der eigentlich interessante Teil dürfte eher die Darstellung von Lucias Abenteuerbeginn sein. Denn wie Shiralya treffend bemerkt, zieht man hier klare Parallelen zu Ashs missglücktem Reisebeginn.

    Im Gegensatz zu Ash haben wir aber mit Lucia eine weitaus besser organisierte Person, die anstatt Ashs Impulsivität, blanke Naivität mit hineinbringt. Ihre Selbstüberschätzung ist zum Teil urkomisch und ich finde es gibt dem Anime etwas erfrischendes einen Charakter mit so viel Selbstbewusstsein und einem klaren Ziel zu sehen. Gerade Letzteres sticht wahrscheinlich sogar Jahre nach dem Ende der Sinnoh Staffeln immernoch stark hervor, denn keine andere Begleiterin von Ash hatte vor ihrer Reise ein so klares Ziel...Misty!


    Kritik gibt es am forcierten Cliffhanger am Ende der Folge. Man presst eine Team Rocket Aktion in die übrigen 2 Minuten hinein so dass Pikachu irgendwie verloren geht, damit man dem Zuschauer das to be continued-Schild entgegenschleudern kann.


    Ich finde im Kern ist diese Einführungsfolge ein Paradebeispiel dafür dass man mit sehr wenig sehr viel erreichen kann. Denn oft genug braucht man für die Immersion eines Neustarts keine unnötig komplizierten Handlungsstränge mit gigantomanischen Zerstörungsorgien. Ein vergleichsweise gemächlicher Start ins neue Abenteuer mit interessantem Einblick in die neue Region tut es genauso.

    Ich weiß nicht ob ich hier mit meinem Anliegen richtig bin, nach den älteren Beiträgen zu urteilen, müsste das der richtige Thread sein da hier in der Vergangenheit ähnliche Anfragen gestellt wurden.


    Also, ich möchte mir gerne einzelne Staffeln des Pokemon Animes anschauen, gegenwärtig habe ich keine strikte Chronologie, vielleicht wird auch Kreuz und Quer durchgezappt.

    In diesem Sinne habe ich mir die Pokemon TV App runtergeladen um mir so eine kleine Liste zu erstellen welche (der älteren) Staffeln überhaupt "for free" verfügbar sind. Jetzt habe ich per Zufall Toggo.de entdeckt, also den Online-Ableger von Super RTL und zu meiner Überraschung besitzt die Mediathek von Toggo fast alle Staffeln des Pokemon Animes und das (so wirkt es) umsonst. An diesem Punkt weiß ich nicht so recht ob wirklich alle Staffeln komplett sind oder einige Episoden fehlen aber allein die Tatsache dass so eine Masse an Pokemon Folgen (& Filmen!) frei zugänglich ist, hat mich aufhorchen lassen: Obwohl die offizielle Pokemonseite Pokemon.com Toggo als Partner bewirbt, wirkt das alles irgendwie zu schön um wahr zu sein.


    Daher meine Frage: Ist die Nutzung der Toggo.de Mediathek um sich Pokemon Folgen/Filme anzuschauen legal oder stehe ich hier irgendwie auf dem Schlauch?


    Ich bedanke mich schonmal im voraus. Falls das der falsche Thread ist, schicke ich auch gleich ein Sorry raus.

    Ich werde wohl nie in der Lage sein auch nur ansatzweise objektiv über Lilia zu sprechen, dafür ist sie schlichtweg mein absoluter Lieblingscharakter im gesamten Pokemon-Anime. Deswegen werde ich nicht mal den Anschein erwecken. Eine Ode auf Einall's Drachenmeisterin.


    Lilias Potential wurde in den Einall-Staffeln fast schon auf groteske Art verschwendet, speziell hervorzuheben ist wohl die zweite Hälfte der 16. Staffel auch bekannt als der Decolor-Arc.

    Ihr Abgang hatte mit den Black/White Staffeln im Jahr 2013 fast schon etwas ironisches: Lilia verkam bei den meisten Fans zum Inbegriff eines Klischees und seither wurde sie gerne als Maßstab bzw. Inbegriff für schlecht geschriebene Pokegirls genutzt.


    Diese Folge gibt ihr aber eine Genugtuung, die sie im Anime über mehrere Staffeln hinweg hat missen lassen... denn eben jene Genugtuung bekam sie in den Spiele-Editionen Pokemon Schwarz/Weiß und deren Nachfolgern Schwarz/Weiß 2 sowie im Manga bereits spendiert: eine junge Trainerin, die vom Erwartungsdruck Anderer getrieben, erst sich selbst- und dann ihre wahre Stärke mittels ihrer Pokemon entdeckt. Erst nach dieser Selbsterkenntnis folgt der Aufstieg an die Spitze Einalls, quasi symbolträchtig; eine Drachenpokemon-Meisterin, die in der Region Einall, dessen Gründung auf die Drachen-Pokemon Reshiram und Zekrom zurückgeht, zum Champ avanciert.

    Im Headcanon des Animes dürfte ihr Aufstieg zum Liga Champ möglicherweise so oder so ähnlich erfolgt sein.


    Nicht überraschend trägt Lilia während des Kampfes gegen Ash ihr Einall-Champ Kleid (bekannt aus den Spiele-Editionen sowie dem Manga), welches ihr eine gewisse Reife verleit. Ihr sprunghafter, leicht provozierbarer Charakter wirkt hierbei als niedlicher Kontrast zur Persona der erfahrenen Drachenmeisterin Lilia. Sie versprüht dadurch einen eigenen, "wilden" Charme mit scheinbar sehr gegensätzlichen Charakterzügen.

    Besonders hervorzuheben ist ihre Fähigkeit mit den Drachenpokemon auf einer anderen, viel intimeren Ebene zu kommunizieren: eine sinnvolle Weiterentwicklung ihrer Fähigkeiten aus den Einall Staffeln. Das alles verleit ihr nebenbei enorm viel Glaubwürdigkeit als Champ Einalls, so dass Lilia einen prinzipiell sehr selbstbewussten Auftritt aufweist jedoch mit merkwürdigen Ausreißern in Form von kindlichen Beleidigungen wenn sie ihre Emotionen nicht in den Griff bekommt, ähnlich wie Ash.

    Obwohl während des Kampfes in der Folge viele Begrifflichkeiten aus dem Meta der Spiele-Editionen übernommen werden, sollte man sich keine allzu strikte Einhaltung der Prozesse aus den Spielen erhoffen. Das mindert nichts am fulminanten Kampf: ob nun die großartigen Animationen oder überraschende Wendepunkte, der Kampf lässt nichts missen.


    Ein vermeintlich kleines Detail hat mir gezeigt wie sehr die Macher dieser Folge um Genugtuung für Lilia bemüht waren: während des Kampfes erlernt Ashs Dragoran durch Lilias Unterstützung die Attacke Draco Meteor. Dabei erklärt sie Ashs Dragoran, dass die Beziehung zwischen Pokemon und Trainer stets im Vordergrund steht. Für die meisten Pokemon-Fans wird diese Information nicht viel aussagen, einige Andere werden geschmunzelt haben denn Lilia ist in der Pokemon Schwarzen Edition die Attacken-Lehrerin für Draco Meteor... unter der Bedingung, dass das Pokemon eine sehr enge Verbindung zum Trainer besitzt.


    Letzten Endes dürfte diese Episode die wahrscheinlich Beste der gesamten achten Generation sein. Lilia trägt meiner Ansicht nach den Hauptanteil für diesen Achtungserfolg.

    Vom einst selbstzerstörerischen Klischee avanciert die Drachenpokemon-Meisterin zum selbstbewussten Einall-Champ.

    Goh dürfte mit dieser Folge endgültig bewiesen haben dass er unter all den Begleitern von Ash im Verlauf all der Staffeln derjenige ist, der ein unvergleichbar lebendiges- & realistisch-gezeichnetes Gefühlsleben besitzt und das kann ich als großer Lilia-Fan zugeben.


    Ich finde es bemerkenswert von den Machern, dass man hier ein (für Pokemonverhältnisse) doch kontroverses Thema anspricht und es mehr oder weniger kindgerecht einpackt respektive präsentiert.

    Generell werden Themen wie soziale Ausgrenzung oder Kinder die ohne Anwesenheit von Eltern aufwachsen in der Serie sehr selten angesprochen und wenn doch bleibt es oftmals abstrakt mit wenig Tiefe um den (oftmals) jungen Zuschauer nicht zu zusätzlich zu verwirren. Hier hat man mit Goh eben jenes Kind, das all dies erlebt hat und es steht mit seiner quälenden Vergangenheit und seinem Pokemon Phlegleon, welches ein ähnlich chaotisches Gefühlsleben zu entwickeln scheint, im Mittelpunkt.


    Ich finde die Umsetzung mit Gohs Rückblicken und seinem emotionalen Zusammenbruch ungemein gelungen. Es wirkt überhaupt nicht theatralisch oder künstlich aufgesetzt.

    Wie Williuwu treffend schreibt, sind eben jene Episoden mit Charakterentwicklung, sei es für die menschlichen Protagonisten oder der Pokemon, immer am Besten. Sie geben so viel Tiefe und Vielschichtigkeit im sonst so eindimensionalen Pokemon-Anime.


    Dabei ist die Intention der Macher rührend und bewundernswert: Anders sein bedeutet nicht schlecht sein.

    Die Folge ist relativ liebevoll-gestaltet und gehört in die Rubrik "Filler". Inhaltlich weist sie im Grunde keine Verbindung zur primären Handlung auf.

    In der Praxis bedeutet das, wenn man auf die Haupthandlung der Galar-Staffeln Wert legt, also Ashs Ziel in den Krönungsweltmeisterschaften aufzusteigen oder Gohs Wunsch alle Pokemon zu fangen, dann kann man (wenn man will) diese Folge überspringen ohne dabei Gefahr zu laufen etwas Relevantes zu verpassen.


    Das bedeutet im Umkehrschluss nicht, dass diese Folge schlecht ist, denn sie weist, obwohl einige Unzulänglichkeiten vorhanden sind, ein paar interessante Entwicklungen in der Handlung auf.


    Eine unsichere Person, die im Verlauf der Handlung über sich selbst hinauswächst und dabei zu neuem Selbstvertrauen kommt, ein paar knuffige Pokemon mit sehr gegensätzlichem Charme sowie eine, von Team Rocket verschuldete abstruse Aktion die am Ende glimpflich ausgeht.


    Für mich ist jedoch Team Rocket der eigentliche Gewinner dieser Episode, generell aller Filler-Episoden der der Galar-Staffeln weil das Gauner-Trio um Jessie, James & Mauzi trockenen Humor beweist und sich von der Rolle des comichaften Bösewichts entfernt, hin zu einem pragmatischen Kriminellen mit schwarzem Humor.


    Kämpfe gegen Team Rocket werden nicht mehr in die Länge gezogen, sie finden stellenweise gar nicht erst statt, wie in diesem Fall: Das Trio beschließt einseitig dass ein Kampf es nicht Wert ist und man verabschiedet sich mit einem flapsig-bissigen Spruch sowie einem Tritt in den Allerwertesten.

    Dass man für eine überaus liebevolle Geschichte nicht zwingend Antagonisten benötigt, beweist dieser Film mit Leichtigkeit. Daher ist für mich genau dieser Aspekt eine der herausstechendsten Merkmale des Films: es gibt tatsächlich keine klassischen Bösewichte und dennoch fasziniert der Film mit seiner Story, ich würde sogar noch einen Schritt weitergehen und behaupten gerade das macht es so besonders.


    Neben dem Fehlen von Bösewichten gefällt mir am meisten die Direktheit des Films: schon zu Beginn sehen wir zwei gigantische Armeen mit Menschen wie Pokemon, bis zu den Zähnen bewaffnet und in Panzerrüstungen, die zu Felde ziehen um den Gegner zu vernichten. Die Bilder sind sehr brachial und bedrückend realistisch. Der Film bemüht sich nicht einmal hier eine kindgerechte Variante des Krieges abzubilden oder Aspekte des Krieges zu beschönigen und das ist gut so. Man deutet hier unverblümt an, dass Krieg und Tod Hand in Hand gehen.


    Im Kontrast dazu stellt der märchenhafte, vom Schloss Neuschwanstein inspirierte, Handlungsort einen angenehmen Gegensatz zum Krieg dar. Der Palast ist wundervoll animiert, die Architektur ist bis aufs kleinste Detail durchdacht, darunter beispielsweise der Königswappen von Rota welches zwei Mews zeigt, ganz im Sinne der europäischen Königswappen diverser Adelsfamilien.

    Die primäre Handlung ist mit Pikachus Rettung ein altbekannter Narrativ. Ash und seine Hoenn-Crew sind hier in einer Rettungsmission unterwegs, die in all den Pokemonfolgen zuvor aberhunderte Male durchgekaut wurde. Jedoch hat der Film einen ungewöhnlichen Ansatz da es mit einer Doppelhandlung punktet. Obwohl die Rettung Pikachus im Fokus zu stehen scheint, rückt Lucarios trauriges Schicksal mit dem furchtbaren Krieg aus der Vergangenheit sowie seiner Verbannung in das Kristall stetig in den Vordergrund.


    Das was mich an den alten Pokemonfilmen (diesen eingeschlossen) am meisten ergreift ist die Aktualität der Rahmenhandlung. Ob es nun um die ethischen Fragen des Klonens geht oder um unser, aus dem Gleichgewicht geratenes, Klima: Pokemonfilme aus der Vergangenheit scheuten sich nie davor ungefilterte Botschaften auszusenden um den Zuschauer zum Nachdenken zu animieren. Dieser Film reiht sich in eben jene Riege ein, denn hier geht es um die fragile Natur, speziell um unsere Wälder, die durch Menschenhand in Mitleidenschaft gezogen werden. Auf schmerzliche Weise wird dem Zuschauer im Film quasi verdeutlicht, dass von Anfang an die Anwesenheit von Ash und seinen Freunden im Baum des Anfangs zur Zerstörung eben jenes Baumes führt womit der eigentliche "Antagonist" der Mensch selbst ist.


    Vergleicht man diese starke Botschaft hinter dem Film Lucario und das Geheimnis von Mew mit dem thematisch ähnlich aufgebauten 23. Pokemonfilm Geheimnisse des Dschungels, so merkt man wie zurückhaltend, fast schon in Watte gepackt, Letzterer wirkt.


    Für all diejenigen, die Ashs besondere Aura-Fähigkeit aus dem Film in der aktuellen Anime-Serie in Aktion sehen möchten, empfehle ich die Folge Das rätselhafte Ei.

    Nach all den vorangegangenen, im Schnitt durchaus gelungenen Folgen, kommt hier eine Ernüchterung bei mir auf.

    Ich bin generell kein begeisterter Anhänger von Auftritten legendärer Pokemon in der Serie, da diese oftmals inflationär & wenig sinnvoll eingesetzt werden besonders wenn besagte legendäre Pokemon zuvor in den Filmen sehr gelungene Auftritte gefeiert haben. Darunter sind Mewtus Auftritte im ersten Pokemonfilm sowie der 16. Pokemonfilm Genesect und die wiedererwachte Legende besonders erwähnenswert. Außerdem gibt es noch ein halbes Dutzend interessanter Specials die großzügig Mewtus Motivation und Hintergrundgeschichte durchleuchten.


    Unverständlich ist für mich wieso man jetzt eine so oberflächliche und nichtssagende 20-minütige Episode über Mewtu in diese Staffel hineinschiebt. Denn mit dieser Folge reiht man sich in eben jene Liste der schockierend bedeutungslosen und unfassbar kurzen Auftritte eines legendären Pokemons in der Seriengeschichte ein. Nur wenige Folgen zuvor hatte man mit Zapdos etwas positives kreiert und scheitert hier mit Mewtu weil man erneut in alte Muster verfällt, in der man elementarste Dinge des Storytellings über Bord wirft.


    Nehmen wir beispielsweise die Zielgruppe der Episode als Beispiel für die Unzulänglichkeit der Handlung: die Frage für wen denn diese Folge primär gedacht ist, verwirrt im Hinblick darauf, dass mit dieser Handlung schlichtweg keine Frage beantwortet wird. Denn für Neueinsteiger oder das jüngere Publikum wirkt diese Folge schlichtweg verwirrend, da sie faktisch keine Informationen zu Mewtu beinhaltet, die von Belang wären oder ihn irgendwie sinnvoll charakterisieren/einführen. Für die älteren Fans wiederum werden keine der Fragen zu Mewtus Motivation, seiner Geschichte und seinem Verbleib beantwortet oder gar angesprochen.

    Stattdessen findet auf eine fast schon verstörende Art, nach nur einem 2-minütigen philosophisch-angehauchten Gespräch über persönliche Ziele, ein künstlich forcierter & sinnloser Kampf zwischen Mewtu & Ash/Goh statt.


    Nach diesem Kampf werden Ash & Goh zurück nach Orania City teleportiert und die Folge ist zu Ende. Nicht einmal mehr Dr. Kirsch wird über Mewtu informiert und als Zuschauer hat man nach diesem abrupten Ende mehr Fragen als vorher.

    Ein fulminantes Ende eines unfassbar gut gelungenen Vierteilers, welches stellenweise filmische Qualität erreicht.

    Ich muss ehrlicherweise zugeben, bis zu diesen vier zusammenhängenden Episoden hatte ich wenig Sympathie für die Dynamaximierung übrig. Das lag wohl im wesentlichen daran, dass die Dynamaximierung im Anime bis hierher keine richtige Einführung bekam. Es wirkte tatsächlich bis zu diesem Vierteiler (wir sind nebenbei in der 45. Episode angekommen) wie ein unglücklich hineingeworfenes Gimmick wenn Delion oder Siegfried monströs-große Pokemon aus dem Hut zauberten und sich ganz in Daikaijū-Manier (大怪獣) gegenseitig bekämpften. Das Fehlen einer Hintergrundgeschichte hat der Dynamaximierung sehr geschadet & gab dem Ganzen einen faden Beigeschmack.

    In diesen vier Folgen hat man es aber geschafft dem Aushängeschild der 8. Generation die nötige Rahmenhandlung zu verpassen, die es in den vorherigen fast 40 Folgen(!) bitterlich vermisst hat.


    Nebenbei durchleben diverse, zuvor eingeführte, wichtige Charaktere sehr einschlägige Entwicklungen durch: sei es Delion, der als Champ der Region zum ersten Mal mit einer Niederlage klarkommen- sowie Hilfe von anderen annehmen muss oder Präsident Rose, der aufgrund einer traumatischen Vergangenheit bereits in Kindesalter als Halbwaiser aufwächst und dadurch ein sehr verquertes Verständnis von Gut & Böse entwickelt. Wir bekommen ungemein wichtige Einblicke über Rose, der im Verlauf des Vierteilers in einen fast schon manischen Zustand gerät. Außerdem entwickeln sich Ashs sowie Gohs Pokemon in kritischen Situationen weiter und sorgen so für mehr Spannung.

    Als besonders erwähnenswert empfinde ich die brachialen Animationen mit all den Explosionen, die für eine Pokemonserie qualitativ überdurchschnittlich wirkt: ob nun die Lichteffekte mit den grellen Explosionen oder die bedrückend dunklen Wolken, alles wirkt stimmig.


    Auf der narrativen Ebene gehen die Macher ebenfalls neue Wege, unter anderem daran zu erkennen dass Ash und Goh für fast vier Folgen lang, aufgrund einer unglücklichen Fügung, getrennt sind und quasi das Geheimnis- sowie die Geschichte der Dynamaximierung wie ein Puzzle Stück für Stück zusammenfügen müssen. Unterstützung erhalten sie von interessanten Nebencharakteren, die für Pokemonverhältnisse durchaus interessant geschrieben sind.


    Der Endkampf gegen Endynalos hat zwar hier und da Schwächen, wirkt aber im Großen und Ganzen sehr gelungen. Kritik dürfte es wohl an dem doch sehr kurzen Auftritt von Zamazenta und Zacian geben: die beiden namensgebenden legendären Schwert- & Schildpokemon sind effektiv nur einige wenige Minuten im Mittelpunkt ehe sie sofort wieder verschwinden.


    Letzten Endes bleibt ein überwiegend positives Bild von diesem Vierteiler übrig. Ich hätte mir jedoch an dieser Stelle gewünscht, dass man aus diesen vier Folgen einen Film gemacht hätte um der Galar Region eine noch bessere respektive ausführlichere Einführung zu geben, genauso wie man es vor mehr als 10 Jahren im ersten Pokemonfilm der 5. Generation mit der Einall-Region gemacht hat. Denn bis heute ist für mich der Pokemonfilm Schwarz/Weiß: Victini und Reshiram/Zekrom der beste Einführungsfilm einer Generation mit einem grandiosen Narrativ über die Hintergrund- bzw. Entstehungsgeschichte der Einall-Region verknüpft mit dem tragischen Schicksal Victinis.

    Zum ersten Mal seit Jahren, korrekterweise zwei Jahzehnten, habe ich in einer Pokemonfolge mit Spannung den zappelnden Pokeball beobachtet und mit Vorfreude ein Stück weit gehofft, dass ein stinknormaler Trainer ein legendäres Pokemon fängt. Zugegeben, ein nicht zu unterschätzender Teil von mir wollte genauso gut dass Goh keinen Erfolg hat da ich durch den Fang eine Entwertung der legendären Pokemon befürchte.


    Die Episode bot erneut viel (Fan-)Service für den alteingessesenen Pokemon-Fan: ein Zapdos, das sich im (oder in der Nähe des) Kraftwerk(s) befindet & ein Trainer der es fangen möchte. Außerdem sehen wir einige Elekteks, Magnetilos/Magnetons sowie Voltoballs in der unmittelbaren Umgebung, was uns eventuell veranlassen würde zu glauben unsere Helden seien irgendwo in Route 10 in der Nähe des Kraftwerks unterwegs. Die Macher lassen selbstverständlich alles offen und fokussieren sich stattdessen auf das Zapdos, welches einen sehr positiven Eindruck hinterlässt.

    Ich muss an diesem Punkt zugeben bei sehr vielen Pokemon wirkt es angenehmer wenn diese nicht mit einer halbherzigen Synchronisation ihren eigenen Namen ausrufen sondern viel eher tierische oder tierähnliche Laute von sich geben.

    In dieser Folge geht man sogar noch einen Stück weiter; wenn ich mich nicht verhört habe, dann wirken die schrillen Schreie von Zapdos tatsächlich so als hätte man den originalen Ruf aus den Pokemoneditionen leicht bearbeitet (der Ruf ist verlängert & die Frequenz ist höher) und anschließend in die Folge eingefügt.

    Nach diesem zweiten Zweiteiler (Wortspiel beabsichtigt) kann ich für meinen Teil behaupten, dass ich kein sonderlich großer Fan dieser 2-in-1 Folgen bin. Die durchschnittlichen Episoden sind mit einer effektiven Laufzeit von etwa 20 Minuten so schon sehr kurz. Diese dann noch einmal aufzuteilen um 2 voneinander losgelöste Handlungen in eine Episode zu pressen, führen im Endeffekt zu zwei super kurzen & sehr oberflächlichen Pseudohandlungen, die sogar für eine Filler-Episode ungemein story-arm wirken. Hier werden aufgrund des Zeitmangels nicht mal mehr die Grundlagen des Storytellings abgearbeitet.


    Der einzige Lichtblick war für mich das Überwinden der vierten Wand von Seiten James, der mit seiner schrulligen Art den ungewöhnlichen Zweiteiler vorausahnt und sich indirekt quasi dem Zuschauer mitteilt.

    Die Folge zeigt, dass Ashs Niederlage gegen Saida eben nicht spurlos an ihm vorbeigegangen ist. Tatsächlich wirkt er dermaßen verunsichert dass er die selbe unwirksame Strategie, mit der er bei Saida gescheitert ist, ohne Erfolg gegen andere Trainer probiert. Darauf folgt eine verdiente Niederlagenserie, die wiederum nochmals sein Vertrauen schwinden lässt. Die Darstellung des verunsicherten Ash gefällt mir hierbei sehr, da es dem Anime einen ungewohnt ernsten Unterton verpasst. Die zusätzliche Charakterentwicklung Ashs als dynamischer Protagonist, der mit Ängsten zu kämpfen hat, ist ein positives Nebenprodukt dessen.

    In der Vergangenheit, ganz besonders in den neueren Generationen (der Staffeln 14-22), hatte man es geschafft Ashs Kämpfen einen Stempel der Bedeutungslosigkeit aufzudrücken: ganz egal ob Ash unglücklich in der Pokemonliga ausschied, es schien ihm ein Stück weit fast schon egal. Hierbei setzte man den Fokus auf Freundschaft sowie Sportsgeist die in den sinnlosen Sätzen wie "Hey, Ich hab grad gegen dich verloren aber wir sind Freunde! Yeah! Wuhu!" wiederzufinden waren. So hatte eine Niederlage immer weniger direkten Einfluss auf Ashs Innenleben respektive Psyche.


    Hier wirkt Ash weniger gefasst, seine Niederlagenserie katapultiert ihn schließlich aus der Superklasse und er zweifelt an seinem Ziel, ja sogar an seinen Fähigkeiten, verdientermaßen: Er hat Angst.


    Kein anderes Gefühl dürfte einen Menschen wohl so mattsetzen wie eben jenes. Es wirkt ungemein gelungen wie die Macher diesen ängstlichen Ash darstellen. Er steht derart auf dem Schlauch dass er ein Bodenpokemon mit einer Elektroattacke angreift und erst auf Gohs Kommentar hin erklärt dass er tatsächlich nicht ganz auf der Höhe ist. Hier verpasst man Ashs Unfähigkeit Typenvor- & nachteile zu verstehen einen nachvollziehbaren Grund.


    Im Gegensatz dazu belaufen sich meine Kritikpunkte lediglich auf Kleinigkeiten wie der Tatsache dass Ash und Goh mittlerweile seit einigen Folgen mit 4 Pokemon rumlaufen die immer draußen sind. Es mutet etwas überfüllt an, zumal Riolu leicht Fehl am Platz wirkt. Außerdem fand ich die Attackenanimationen von Libelldra sehr enttäuschend: die Attacke Draco Meteor wirkte sehr unspektakulär.


    Das alles ist aber kaum eine Rede wert, denn im großen Bild dominieren die positiven Aspekte weitaus mehr. Von Ashs quasi-Zusammenbruch sowie seine Ängste und seiner neugewonnenen Erkenntnis aus Niederlagen zu lernen, erleben wir einen sehr dynamisch geschriebenen Protagonisten.

    Ich finde diese Folge war der bisherige Höhepunkt der Staffel und hatte für jeden Fan etwas zu bieten. Ob nun die Charakterisierung Pikachus als vernachlässigtes Pokemon, dessen Flucht von seinem Trainer Ash zurück zu Delia bzw. nach Alabastia oder aber der knuffige Roadtrip mit Pikachu & Pantimos als "Best Buddies". Für alteingesessene Fans wie auch für das jüngere Publikum war hier alles dabei.


    Es ist sehr mutig von den Machern Pikachu, nach über 25 Jahren Pokemon-Geschichte, nachwirkend so eine Charakterentwicklung respektive -Tiefe zu verpassen und das in nur einer Folge.

    Ich finde den Mut in dieser Episode außergewöhnlich und dieser zahlt sich auch, wie ich finde, aus: wohl in keiner anderen Folge zuvor durften wir Pikachu in dieser psychisch verzweifelten Lage erleben mit Gefühlen von Eifersucht, Vernachlässigung und Enttäuschung gegenüber seinem treuesten Freund Ash. Im Pokemon Anime wurde das trotzige Pikachu, welches lediglich in den Anfangsfolgen der Original-Series von Relevanz war, relativ zeitig vom immer-treuen Begleiter abgelöst. Seither wirkte Pikachu charakterlich wie eine de facto Kopie von Ash nur in einem Pokemonkörper. Mit dieser Folge zerbricht man eben jenes Konzept und verpasst Pikachu den individuellen Charme, den es bitter nötig hat: Pikachu wird wieder zu einem eigenständigen Charakter, es besitzt eine verhätschelte Seite und ist ein treuer Freund, der eine Vernachlässigung nicht blind hinnimmt.


    Eine ganz besondere Erwähnung verdienen Delia und ihr Pantimos, die in dieser Episode als Nebencharaktere einen ungemein wichtigen Einfluss auf die Handlung haben. Als besonders herrausstechendes Merkmal empfand ich die stilistischen Mittel der Folge: die Macher arbeiten bewusst mit Symbolik. Dabei stellt Delia Pikachus sicheren Hafen dar und steht sinnbildlich für Geborgenheit während Pantimos mit dem Drang an Pikachus Seite zu verbleiben symbolisch für Treue steht, beides Dinge die er in letzter Zeit bei Ash zu vermissen scheint.


    Alles in Allem stellt diese Folge einen großartigen Einblick in das Innenleben von Pikachu dar und ich würde es als unerlässliche Folge klassifizieren, die man definitiv nicht verpassen sollte.

    Ich war mir für fast 27 Folgen lang unsicher darüber, warum mich die Darstellung der Dynamax-Kämpfe im Anime bisher so wenig überzeugen konnte. Es hat tatsächlich den Kampf zwischen Delion und Roy, respektive Gigadynamax-Duraludon und Gigadynamax-Glurak gebraucht um mir vor Augen zu führen worin für mich das Hauptproblem bei den Dynamax-Kämpfen liegt: die Kämpfe sind bewegungsarm, langsam und ungemein statisch ganz im Kontrast zu den normalen Pokemon-Kämpfen, die vor Dynamik und Geschwindigkeit strotzen.


    Wie auch im Kampf zwischen Siegfried und Delion agieren die, wahrscheinlich aus dem Kaijū-Genre (怪獣) beeinflussten, gigantischen Pokemon unfassbar träge.

    Eine meiner Hauptkritikpunkte hierbei ist die Kombination der Trägheit der Pokemon mit der Wiederholungshäufigkeit des Kampfgeschehens: Einmal Gigadynamaximiert, wirken beide Kontrahenten, Glurak wie auch Duraludon, wie fest an ihre Ecken angekettet. Es folgt ein Schlagabtausch der im Grunde keiner ist; beide Pokemon schießen von ihrer Seite aus die selben Attacken in die jeweils Andere ohne sich groß zu bewegen und der Kampf endet nach einigen unspektakulären Szenen mit Gluraks Sieg. Dabei ähnelt der Kampf eher einem langsamen Tauziehen als an einen Pokemon-Kampf. Die frappierende Ähnlichkeit mit der Glurak und auch Duraludon sich gegenseitig mit Attacken beschießen, ist, wie einige Folgen zuvor bei Garados gegen Glurak, jedenfalls für mich nicht zu leugnen.


    Letzten Endes wirken die Dynamax-Kämpfe im Anime an diesem Punkt der Staffel zu monoton und strategisch unausgereift ganz besonders im Vergleich zu den normalen Pokemon-Kämpfen die weitaus mehr strategische Tiefe sowie Dynamik aufweisen.

    Grundsätzlich habe ich nichts gegen Fillerepisoden wenn diese nicht inflationär in eine Staffel hineingepresst werden. Inszeniert mit einer kleinen Nebenstory kann daraus sogar ein durchaus sehenswertes Miniabenteuer werden.

    Mir fallen auf Anhieb zwei Episoden aus den Black & White-Staffeln ein, die für mich seinerzeit in puncto Filler-Episode neue Maßstäbe gesetzt hatten: zum einen die Episode mit Zoroua in der Hauptrolle, in der es um Vertrauensbruch und Einsamkeit ging sowie die Episode Die Verlorene Welt von Morbitesse in der ein Pokemon die Vergangenheit nicht loslassen konnte und als Konsequenz verbittert die Gegenwart zu bekämpfen versuchte.


    Leider gehört für mich dieser Zweiteiler mit dem Karpador & Laschoking nicht zu den interessanten Filler-Episoden. Zeitweise gab es durchaus lustige Momente, diese will ich der Folge auch nicht absprechen, dazu gehört beispielsweise die musikalische Untermalung mit Reggae & den knuffigen Flegmon. Jedoch erschloss sich mir im Großen und Ganzen die Sinnhaftigkeit dieser Doppelfolge nicht: zu viele untypische, sogar für Pokemon Verhältnisse sehr befremdlich wirkende, Slapstickeinlagen wie das Karpador, das ins All "springt" oder das Muschas welches Ash und Goh in den Kopf beißt und für Wesensveränderungen sorgt.


    Letztlich mutet diese Folge ein Stück weit wie ein kleines Experiment an, da es als (zusammenhängender) Zweiteiler konzipiert wurde. Für den Ansatz sowie die musikalische Untermalung gibt es Pluspunkte, Defizite sehe ich im (nahezu vollständigen) Fehlen einer Nebenstory.