Beiträge von Unova-Champion Iris

    Ich werde wohl nie in der Lage sein auch nur ansatzweise objektiv über Lilia zu sprechen, dafür ist sie schlichtweg mein absoluter Lieblingscharakter im gesamten Pokemon-Anime. Deswegen werde ich nicht mal den Anschein erwecken. Eine Ode auf Einall's Drachenmeisterin.


    Lilias Potential wurde in den Einall-Staffeln fast schon auf groteske Art verschwendet, speziell hervorzuheben ist wohl die zweite Hälfte der 16. Staffel auch bekannt als der Decolor-Arc.

    Ihr Abgang hatte damals im Jahr 2013 fast schon etwas ironisches: Lilia verkam bei den meisten Fans zum Inbegriff eines Klischees. Wie schmerzlich.


    Diese Folge gibt ihr die Genugtuung, die sie im Anime verdient hat... denn eben jene Genugtuung bekam sie bereits in den Spiele-Editionen Pokemon Schwarz/Weiß und deren Nachfolgern Schwarz/Weiß 2 sowie im Manga spendiert: eine junge Trainerin, die vom Erwartungsdruck Anderer getrieben, erst sich selbst- und dann ihre wahre Stärke durch ihre Pokemon entdeckt. Erst dann folgt der Aufstieg an die Spitze Einalls, quasi symbolträchtig; eine Drachenpokemon-Meisterin, die in der Region Einall dessen Gründung auf die Drachen-Pokemon Reshiram und Zekrom zurückgeht, zum Champ avanciert.

    Im Headcanon des Animes dürfte ihr Aufstieg möglicherweise so oder so ähnlich erfolgt sein.


    Nicht überraschend trägt Lilia während des Kampfes gegen Ash ihr Einall-Champ Kleid, welches ihr eine gewisse Reife verleit. Ihr sprunghafter, leicht provozierbarer Charakter wirkt hierbei als niedlicher Kontrast. Sie versprüht dadurch einen sehr eigenen, "wilden" Charme.

    Besonders hervorzuheben ist ihre Fähigkeit mit den Drachenpokemon auf einer anderen, viel intimeren Ebene zu kommunizieren: eine sinnvolle Weiterentwicklung ihrer Fähigkeiten aus den Einall Staffeln. Das alles verleit ihr nebenbei enorm viel Selbstvertrauen, so dass Lilia viel selbstbewusster auftritt.

    Obwohl während des Kampfes in der Folge viele Begrifflichkeiten aus dem Meta der Spiele-Editionen übernommen werden, sollte man sich keine allzu strikte Einhaltung der Prozesse aus den Spielen erhoffen. Das mindert nichts am fulminanten Kampf: ob nun die großartigen Animationen oder überraschende Wendepunkte, der Kampf lässt nichts missen.

    Ein vermeintlich kleines Detail hat mir gezeigt wie sehr die Macher dieser Folge um Genugtuung für Lilia bemüht waren. Während des Kampfes erlernt Ashs Dragoran nur durch Lilias Unterstützung die Attacke Draco Meteor. Dabei erklärt sie Ashs Dragoran, dass die Beziehung zwischen Pokemon und Trainer stets im Vordergrund steht. Für die meisten Pokemon-Fans wird diese Information nicht viel aussagen, einige Andere werden geschmunzelt haben denn Lilia ist in der Pokemon Schwarzen Edition die Attacken-Lehrerin für Draco Meteor... unter der Bedingung, dass das Pokemon eine sehr enge Verbindung zum Trainer besitzt.


    Letzten Endes dürfte diese Episode die wahrscheinlich Beste der gesamten achten Generation sein. Lilia trägt meiner Ansicht nach den Hauptanteil für diesen Achtungserfolg.

    Vom einst selbstzerstörerischen Klischee avanciert die Drachenpokemon-Meisterin zum selbstbewussten Einall-Champ.

    Goh dürfte mit dieser Folge endgültig bewiesen haben dass er unter all den Begleitern von Ash im Verlauf der Staffeln derjenige ist, der ein ungemein lebendiges- & realistisch-gezeichnetes Gefühlsleben besitzt und das kann ich als großer Lilia-Fan zugeben.


    Ich finde es bemerkenswert von den Machern, dass man hier ein (für Pokemonverhältnisse) doch kontroverses Thema anspricht und es kindgerecht einpackt respektive präsentiert.

    Generell werden Themen wie soziale Ausgrenzung oder Kinder die ohne Anwesenheit von Mutter & Vater bei den Großeltern aufwachsen in der Serie sehr selten angesprochen und wenn doch bleibt es oftmals abstrakt mit wenig Tiefe um den (oftmals) jungen Zuschauer nicht zu verwirren. Hier hat man mit Goh eben jenes Kind, das all dies erlebt hat und es steht mit seiner quälenden Vergangenheit und seinem Pokemon Phlegleon, welches ein ähnlich chaotisches Gefühlsleben zu entwickeln scheint, im Mittelpunkt.


    Ich finde die Umsetzung mit Gohs Rückblicken und seinem emotionalen Zusammenbruch ungemein gelungen. Es wirkt überhaupt nicht theatralisch oder künstlich aufgesetzt.

    Wie Williuwu treffend schreibt, sind eben jene Episoden mit Charakterentwicklung, sei es für die menschlichen Protagonisten oder der Pokemon, immer am Besten. Sie geben so viel Tiefe und Vielschichtigkeit im sonst so eindimensionalen Pokemon-Anime.


    Dabei ist die Intention der Macher ist rührend und bewundernswert: Anders sein bedeutet nicht schlecht sein.

    Die Folge ist relativ liebevoll-gestaltet und gehört in die Rubrik "Filler". Inhaltlich weist sie im Grunde keine Verbindung zur primären Handlung auf.

    In der Praxis bedeutet das, wenn man auf die Haupthandlung der Galar-Staffeln Wert legt, also Ashs Ziel in den Krönungsweltmeisterschaften aufzusteigen oder Gohs Wunsch alle Pokemon zu fangen, dann kann man (wenn man will) diese Folge überspringen ohne dabei Gefahr zu laufen etwas Relevantes zu verpassen.


    Das bedeutet im Umkehrschluss nicht, dass diese Folge schlecht ist, denn sie weist, obwohl einige Unzulänglichkeiten vorhanden sind, ein paar interessante Entwicklungen in der Handlung auf.


    Eine unsichere Person, die im Verlauf der Handlung über sich selbst hinauswächst und dabei zu neuem Selbstvertrauen kommt, ein paar knuffige Pokemon mit sehr gegensätzlichem Charme sowie eine, von Team Rocket verschuldete abstruse Aktion die am Ende glimpflich ausgeht.


    Für mich ist jedoch Team Rocket der eigentliche Gewinner dieser Episode, generell aller Filler-Episoden der der Galar-Staffeln weil das Gauner-Trio um Jessie, James & Mauzi trockenen Humor beweist und sich von der Rolle des comichaften Bösewichts entfernt, hin zu einem pragmatischen Kriminellen mit schwarzem Humor.


    Kämpfe gegen Team Rocket werden nicht mehr in die Länge gezogen, sie finden stellenweise gar nicht erst statt, wie in diesem Fall: Das Trio beschließt einseitig dass ein Kampf es nicht Wert ist und man verabschiedet sich mit einem flapsig-bissigen Spruch sowie einem Tritt in den Allerwertesten.

    Dass man für eine überaus liebevolle Geschichte nicht zwingend Antagonisten benötigt, beweist dieser Film mit Leichtigkeit. Daher ist für mich genau dieser Aspekt eine der herausstechendsten Merkmale des Films: es gibt tatsächlich keine klassischen Bösewichte und dennoch fasziniert der Film mit seiner Story, ich würde sogar noch einen Schritt weitergehen und behaupten gerade das macht es so besonders.


    Neben dem Fehlen von Bösewichten gefällt mir am meisten die Direktheit des Films: schon zu Beginn sehen wir zwei gigantische Armeen mit Menschen wie Pokemon, bis zu den Zähnen bewaffnet und in Panzerrüstungen, die zu Felde ziehen um den Gegner zu vernichten. Die Bilder sind sehr brachial und bedrückend realistisch. Der Film bemüht sich nicht einmal hier eine kindgerechte Variante des Krieges abzubilden oder Aspekte des Krieges zu beschönigen und das ist gut so. Man deutet hier unverblümt an, dass Krieg und Tod Hand in Hand gehen.


    Im Kontrast dazu stellt der märchenhafte, vom Schloss Neuschwanstein inspirierte, Handlungsort einen angenehmen Gegensatz zum Krieg dar. Der Palast ist wundervoll animiert, die Architektur ist bis aufs kleinste Detail durchdacht, darunter beispielsweise der Königswappen von Rota welches zwei Mews zeigt, ganz im Sinne der europäischen Königswappen diverser Adelsfamilien.

    Die primäre Handlung ist mit Pikachus Rettung ein altbekannter Narrativ. Ash und seine Hoenn-Crew sind hier in einer Rettungsmission unterwegs, die in all den Pokemonfolgen zuvor aberhunderte Male durchgekaut wurde. Jedoch hat der Film einen ungewöhnlichen Ansatz da es mit einer Doppelhandlung punktet. Obwohl die Rettung Pikachus im Fokus zu stehen scheint, rückt Lucarios trauriges Schicksal mit dem furchtbaren Krieg aus der Vergangenheit sowie seiner Verbannung in das Kristall stetig in den Vordergrund.


    Das was mich an den alten Pokemonfilmen (diesen eingeschlossen) am meisten ergreift ist die Aktualität der Rahmenhandlung. Ob es nun um die ethischen Fragen des Klonens geht oder um unser, aus dem Gleichgewicht geratenes, Klima: Pokemonfilme aus der Vergangenheit scheuten sich nie davor ungefilterte Botschaften auszusenden um den Zuschauer zum Nachdenken zu animieren. Dieser Film reiht sich in eben jene Riege ein, denn hier geht es um die fragile Natur, speziell um unsere Wälder, die durch Menschenhand in Mitleidenschaft gezogen werden. Auf schmerzliche Weise wird dem Zuschauer im Film quasi verdeutlicht, dass von Anfang an die Anwesenheit von Ash und seinen Freunden im Baum des Anfangs zur Zerstörung eben jenes Baumes führt womit der eigentliche "Antagonist" der Mensch selbst ist.


    Vergleicht man diese starke Botschaft hinter dem Film Lucario und das Geheimnis von Mew mit dem thematisch ähnlich aufgebauten 23. Pokemonfilm Geheimnisse des Dschungels, so merkt man wie zurückhaltend, fast schon in Watte gepackt, Letzterer wirkt.


    Für all diejenigen, die Ashs besondere Aura-Fähigkeit aus dem Film in der aktuellen Anime-Serie in Aktion sehen möchten, empfehle ich die Folge Das rätselhafte Ei.

    Nach all den vorangegangenen, im Schnitt durchaus gelungenen Folgen, kommt hier eine Ernüchterung bei mir auf.

    Ich bin generell kein begeisterter Anhänger von Auftritten legendärer Pokemon in der Serie, da diese oftmals inflationär & wenig sinnvoll eingesetzt werden besonders wenn besagte legendäre Pokemon zuvor in den Filmen sehr gelungene Auftritte gefeiert haben. Darunter sind Mewtus Auftritte im ersten Pokemonfilm sowie der 16. Pokemonfilm Genesect und die wiedererwachte Legende besonders erwähnenswert. Außerdem gibt es noch ein halbes Dutzend interessanter Specials die großzügig Mewtus Motivation und Hintergrundgeschichte durchleuchten.


    Unverständlich ist für mich wieso man jetzt eine so oberflächliche und nichtssagende 20-minütige Episode über Mewtu in diese Staffel hineinschiebt. Denn mit dieser Folge reiht man sich in eben jene Liste der schockierend bedeutungslosen und unfassbar kurzen Auftritte eines legendären Pokemons in der Seriengeschichte ein. Nur wenige Folgen zuvor hatte man mit Zapdos etwas positives kreiert und scheitert hier mit Mewtu weil man erneut in alte Muster verfällt, in der man elementarste Dinge des Storytellings über Bord wirft.


    Nehmen wir beispielsweise die Zielgruppe der Episode als Beispiel für die Unzulänglichkeit der Handlung: die Frage für wen denn diese Folge primär gedacht ist, verwirrt im Hinblick darauf, dass mit dieser Handlung schlichtweg keine Frage beantwortet wird. Denn für Neueinsteiger oder das jüngere Publikum wirkt diese Folge schlichtweg verwirrend, da sie faktisch keine Informationen zu Mewtu beinhaltet, die von Belang wären oder ihn irgendwie sinnvoll charakterisieren/einführen. Für die älteren Fans wiederum werden keine der Fragen zu Mewtus Motivation, seiner Geschichte und seinem Verbleib beantwortet oder gar angesprochen.

    Stattdessen findet auf eine fast schon verstörende Art, nach nur einem 2-minütigen philosophisch-angehauchten Gespräch über persönliche Ziele, ein künstlich forcierter & sinnloser Kampf zwischen Mewtu & Ash/Goh statt.


    Nach diesem Kampf werden Ash & Goh zurück nach Orania City teleportiert und die Folge ist zu Ende. Nicht einmal mehr Dr. Kirsch wird über Mewtu informiert und als Zuschauer hat man nach diesem abrupten Ende mehr Fragen als vorher.

    Ein fulminantes Ende eines unfassbar gut gelungenen Vierteilers, welches stellenweise filmische Qualität erreicht.

    Ich muss ehrlicherweise zugeben, bis zu diesen vier zusammenhängenden Episoden hatte ich wenig Sympathie für die Dynamaximierung übrig. Das lag wohl im wesentlichen daran, dass die Dynamaximierung im Anime bis hierher keine richtige Einführung bekam. Es wirkte tatsächlich bis zu diesem Vierteiler (wir sind nebenbei in der 45. Episode angekommen) wie ein unglücklich hineingeworfenes Gimmick wenn Delion oder Siegfried monströs-große Pokemon aus dem Hut zauberten und sich ganz in Daikaijū-Manier (大怪獣) gegenseitig bekämpften. Das Fehlen einer Hintergrundgeschichte hat der Dynamaximierung sehr geschadet & gab dem Ganzen einen faden Beigeschmack.

    In diesen vier Folgen hat man es aber geschafft dem Aushängeschild der 8. Generation die nötige Rahmenhandlung zu verpassen, die es in den vorherigen fast 40 Folgen(!) bitterlich vermisst hat.


    Nebenbei durchleben diverse, zuvor eingeführte, wichtige Charaktere sehr einschlägige Entwicklungen durch: sei es Delion, der als Champ der Region zum ersten Mal mit einer Niederlage klarkommen- sowie Hilfe von anderen annehmen muss oder Präsident Rose, der aufgrund einer traumatischen Vergangenheit bereits in Kindesalter als Halbwaiser aufwächst und dadurch ein sehr verquertes Verständnis von Gut & Böse entwickelt. Wir bekommen ungemein wichtige Einblicke über Rose, der im Verlauf des Vierteilers in einen fast schon manischen Zustand gerät. Außerdem entwickeln sich Ashs sowie Gohs Pokemon in kritischen Situationen weiter und sorgen so für mehr Spannung.

    Als besonders erwähnenswert empfinde ich die brachialen Animationen mit all den Explosionen, die für eine Pokemonserie qualitativ überdurchschnittlich wirkt: ob nun die Lichteffekte mit den grellen Explosionen oder die bedrückend dunklen Wolken, alles wirkt stimmig.


    Auf der narrativen Ebene gehen die Macher ebenfalls neue Wege, unter anderem daran zu erkennen dass Ash und Goh für fast vier Folgen lang, aufgrund einer unglücklichen Fügung, getrennt sind und quasi das Geheimnis- sowie die Geschichte der Dynamaximierung wie ein Puzzle Stück für Stück zusammenfügen müssen. Unterstützung erhalten sie von interessanten Nebencharakteren, die für Pokemonverhältnisse durchaus interessant geschrieben sind.


    Der Endkampf gegen Endynalos hat zwar hier und da Schwächen, wirkt aber im Großen und Ganzen sehr gelungen. Kritik dürfte es wohl an dem doch sehr kurzen Auftritt von Zamazenta und Zacian geben: die beiden namensgebenden legendären Schwert- & Schildpokemon sind effektiv nur einige wenige Minuten im Mittelpunkt ehe sie sofort wieder verschwinden.


    Letzten Endes bleibt ein überwiegend positives Bild von diesem Vierteiler übrig. Ich hätte mir jedoch an dieser Stelle gewünscht, dass man aus diesen vier Folgen einen Film gemacht hätte um der Galar Region eine noch bessere respektive ausführlichere Einführung zu geben, genauso wie man es vor mehr als 10 Jahren im ersten Pokemonfilm der 5. Generation mit der Einall-Region gemacht hat. Denn bis heute ist für mich der Pokemonfilm Schwarz/Weiß: Victini und Reshiram/Zekrom der beste Einführungsfilm einer Generation mit einem grandiosen Narrativ über die Hintergrund- bzw. Entstehungsgeschichte der Einall-Region verknüpft mit dem tragischen Schicksal Victinis.

    Zum ersten Mal seit Jahren, korrekterweise zwei Jahzehnten, habe ich in einer Pokemonfolge mit Spannung den zappelnden Pokeball beobachtet und mit Vorfreude ein Stück weit gehofft, dass ein stinknormaler Trainer ein legendäres Pokemon fängt. Zugegeben, ein nicht zu unterschätzender Teil von mir wollte genauso gut dass Goh keinen Erfolg hat da ich durch den Fang eine Entwertung der legendären Pokemon befürchte.


    Die Episode bot erneut viel (Fan-)Service für den alteingessesenen Pokemon-Fan: ein Zapdos, das sich im (oder in der Nähe des) Kraftwerk(s) befindet & ein Trainer der es fangen möchte. Außerdem sehen wir einige Elekteks, Magnetilos/Magnetons sowie Voltoballs in der unmittelbaren Umgebung, was uns eventuell veranlassen würde zu glauben unsere Helden seien irgendwo in Route 10 in der Nähe des Kraftwerks unterwegs. Die Macher lassen selbstverständlich alles offen und fokussieren sich stattdessen auf das Zapdos, welches einen sehr positiven Eindruck hinterlässt.

    Ich muss an diesem Punkt zugeben bei sehr vielen Pokemon wirkt es angenehmer wenn diese nicht mit einer halbherzigen Synchronisation ihren eigenen Namen ausrufen sondern viel eher tierische oder tierähnliche Laute von sich geben.

    In dieser Folge geht man sogar noch einen Stück weiter; wenn ich mich nicht verhört habe, dann wirken die schrillen Schreie von Zapdos tatsächlich so als hätte man den originalen Ruf aus den Pokemoneditionen leicht bearbeitet (der Ruf ist verlängert & die Frequenz ist höher) und anschließend in die Folge eingefügt.

    Nach diesem zweiten Zweiteiler (Wortspiel beabsichtigt) kann ich für meinen Teil behaupten, dass ich kein sonderlich großer Fan dieser 2-in-1 Folgen bin. Die durchschnittlichen Episoden sind mit einer effektiven Laufzeit von etwa 20 Minuten so schon sehr kurz. Diese dann noch einmal aufzuteilen um 2 voneinander losgelöste Handlungen in eine Episode zu pressen, führen im Endeffekt zu zwei super kurzen & sehr oberflächlichen Pseudohandlungen, die sogar für eine Filler-Episode ungemein story-arm wirken. Hier werden aufgrund des Zeitmangels nicht mal mehr die Grundlagen des Storytellings abgearbeitet.


    Der einzige Lichtblick war für mich das Überwinden der vierten Wand von Seiten James, der mit seiner schrulligen Art den ungewöhnlichen Zweiteiler vorausahnt und sich indirekt quasi dem Zuschauer mitteilt.

    Die Folge zeigt, dass Ashs Niederlage gegen Saida eben nicht spurlos an ihm vorbeigegangen ist. Tatsächlich wirkt er dermaßen verunsichert dass er die selbe unwirksame Strategie, mit der er bei Saida gescheitert ist, ohne Erfolg gegen andere Trainer probiert. Darauf folgt eine verdiente Niederlagenserie, die wiederum nochmals sein Vertrauen schwinden lässt. Die Darstellung des verunsicherten Ash gefällt mir hierbei sehr, da es dem Anime einen ungewohnt ernsten Unterton verpasst. Die zusätzliche Charakterentwicklung Ashs als dynamischer Protagonist, der mit Ängsten zu kämpfen hat, ist ein positives Nebenprodukt dessen.

    In der Vergangenheit, ganz besonders in den neueren Generationen (der Staffeln 14-22), hatte man es geschafft Ashs Kämpfen einen Stempel der Bedeutungslosigkeit aufzudrücken: ganz egal ob Ash unglücklich in der Pokemonliga ausschied, es schien ihm ein Stück weit fast schon egal. Hierbei setzte man den Fokus auf Freundschaft sowie Sportsgeist die in den sinnlosen Sätzen wie "Hey, Ich hab grad gegen dich verloren aber wir sind Freunde! Yeah! Wuhu!" wiederzufinden waren. So hatte eine Niederlage immer weniger direkten Einfluss auf Ashs Innenleben respektive Psyche.


    Hier wirkt Ash weniger gefasst, seine Niederlagenserie katapultiert ihn schließlich aus der Superklasse und er zweifelt an seinem Ziel, ja sogar an seinen Fähigkeiten, verdientermaßen: Er hat Angst.


    Kein anderes Gefühl dürfte einen Menschen wohl so mattsetzen wie eben jenes. Es wirkt ungemein gelungen wie die Macher diesen ängstlichen Ash darstellen. Er steht derart auf dem Schlauch dass er ein Bodenpokemon mit einer Elektroattacke angreift und erst auf Gohs Kommentar hin erklärt dass er tatsächlich nicht ganz auf der Höhe ist. Hier verpasst man Ashs Unfähigkeit Typenvor- & nachteile zu verstehen einen nachvollziehbaren Grund.


    Im Gegensatz dazu belaufen sich meine Kritikpunkte lediglich auf Kleinigkeiten wie der Tatsache dass Ash und Goh mittlerweile seit einigen Folgen mit 4 Pokemon rumlaufen die immer draußen sind. Es mutet etwas überfüllt an, zumal Riolu leicht Fehl am Platz wirkt. Außerdem fand ich die Attackenanimationen von Libelldra sehr enttäuschend: die Attacke Draco Meteor wirkte sehr unspektakulär.


    Das alles ist aber kaum eine Rede wert, denn im großen Bild dominieren die positiven Aspekte weitaus mehr. Von Ashs quasi-Zusammenbruch sowie seine Ängste und seiner neugewonnenen Erkenntnis aus Niederlagen zu lernen, erleben wir einen sehr dynamisch geschriebenen Protagonisten.

    Ich finde diese Folge war der bisherige Höhepunkt der Staffel und hatte für jeden Fan etwas zu bieten. Ob nun die Charakterisierung Pikachus als vernachlässigtes Pokemon, dessen Flucht von seinem Trainer Ash zurück zu Delia bzw. nach Alabastia oder aber der knuffige Roadtrip mit Pikachu & Pantimos als "Best Buddies". Für alteingesessene Fans wie auch für das jüngere Publikum war hier alles dabei.


    Es ist sehr mutig von den Machern Pikachu, nach über 25 Jahren Pokemon-Geschichte, nachwirkend so eine Charakterentwicklung respektive -Tiefe zu verpassen und das in nur einer Folge.

    Ich finde den Mut in dieser Episode außergewöhnlich und dieser zahlt sich auch, wie ich finde, aus: wohl in keiner anderen Folge zuvor durften wir Pikachu in dieser psychisch verzweifelten Lage erleben mit Gefühlen von Eifersucht, Vernachlässigung und Enttäuschung gegenüber seinem treuesten Freund Ash. Im Pokemon Anime wurde das trotzige Pikachu, welches lediglich in den Anfangsfolgen der Original-Series von Relevanz war, relativ zeitig vom immer-treuen Begleiter abgelöst. Seither wirkte Pikachu charakterlich wie eine de facto Kopie von Ash nur in einem Pokemonkörper. Mit dieser Folge zerbricht man eben jenes Konzept und verpasst Pikachu den individuellen Charme, den es bitter nötig hat: Pikachu wird wieder zu einem eigenständigen Charakter, es besitzt eine verhätschelte Seite und ist ein treuer Freund, der eine Vernachlässigung nicht blind hinnimmt.


    Eine ganz besondere Erwähnung verdienen Delia und ihr Pantimos, die in dieser Episode als Nebencharaktere einen ungemein wichtigen Einfluss auf die Handlung haben. Als besonders herrausstechendes Merkmal empfand ich die stilistischen Mittel der Folge: die Macher arbeiten bewusst mit Symbolik. Dabei stellt Delia Pikachus sicheren Hafen dar und steht sinnbildlich für Geborgenheit während Pantimos mit dem Drang an Pikachus Seite zu verbleiben symbolisch für Treue steht, beides Dinge die er in letzter Zeit bei Ash zu vermissen scheint.


    Alles in Allem stellt diese Folge einen großartigen Einblick in das Innenleben von Pikachu dar und ich würde es als unerlässliche Folge klassifizieren, die man definitiv nicht verpassen sollte.

    Ich war mir für fast 27 Folgen lang unsicher darüber, warum mich die Darstellung der Dynamax-Kämpfe im Anime bisher so wenig überzeugen konnte. Es hat tatsächlich den Kampf zwischen Delion und Roy, respektive Gigadynamax-Duraludon und Gigadynamax-Glurak gebraucht um mir vor Augen zu führen worin für mich das Hauptproblem bei den Dynamax-Kämpfen liegt: die Kämpfe sind bewegungsarm, langsam und ungemein statisch ganz im Kontrast zu den normalen Pokemon-Kämpfen, die vor Dynamik und Geschwindigkeit strotzen.


    Wie auch im Kampf zwischen Siegfried und Delion agieren die, wahrscheinlich aus dem Kaijū-Genre (怪獣) beeinflussten, gigantischen Pokemon unfassbar träge.

    Eine meiner Hauptkritikpunkte hierbei ist die Kombination der Trägheit der Pokemon mit der Wiederholungshäufigkeit des Kampfgeschehens: Einmal Gigadynamaximiert, wirken beide Kontrahenten, Glurak wie auch Duraludon, wie fest an ihre Ecken angekettet. Es folgt ein Schlagabtausch der im Grunde keiner ist; beide Pokemon schießen von ihrer Seite aus die selben Attacken in die jeweils Andere ohne sich groß zu bewegen und der Kampf endet nach einigen unspektakulären Szenen mit Gluraks Sieg. Dabei ähnelt der Kampf eher einem langsamen Tauziehen als an einen Pokemon-Kampf. Die frappierende Ähnlichkeit mit der Glurak und auch Duraludon sich gegenseitig mit Attacken beschießen, ist, wie einige Folgen zuvor bei Garados gegen Glurak, jedenfalls für mich nicht zu leugnen.


    Letzten Endes wirken die Dynamax-Kämpfe im Anime an diesem Punkt der Staffel zu monoton und strategisch unausgereift ganz besonders im Vergleich zu den normalen Pokemon-Kämpfen die weitaus mehr strategische Tiefe sowie Dynamik aufweisen.

    Grundsätzlich habe ich nichts gegen Fillerepisoden wenn diese nicht inflationär in eine Staffel hineingepresst werden. Inszeniert mit einer kleinen Nebenstory kann daraus sogar ein durchaus sehenswertes Miniabenteuer werden.

    Mir fallen auf Anhieb zwei Episoden aus den Black & White-Staffeln ein, die für mich seinerzeit in puncto Filler-Episode neue Maßstäbe gesetzt hatten: zum einen die Episode mit Zoroua in der Hauptrolle, in der es um Vertrauensbruch und Einsamkeit ging sowie die Episode Die Verlorene Welt von Morbitesse in der ein Pokemon die Vergangenheit nicht loslassen konnte und als Konsequenz verbittert die Gegenwart zu bekämpfen versuchte.


    Leider gehört für mich dieser Zweiteiler mit dem Karpador & Laschoking nicht zu den interessanten Filler-Episoden. Zeitweise gab es durchaus lustige Momente, diese will ich der Folge auch nicht absprechen, dazu gehört beispielsweise die musikalische Untermalung mit Reggae & den knuffigen Flegmon. Jedoch erschloss sich mir im Großen und Ganzen die Sinnhaftigkeit dieser Doppelfolge nicht: zu viele untypische, sogar für Pokemon Verhältnisse sehr befremdlich wirkende, Slapstickeinlagen wie das Karpador, das ins All "springt" oder das Muschas welches Ash und Goh in den Kopf beißt und für Wesensveränderungen sorgt.


    Letztlich mutet diese Folge ein Stück weit wie ein kleines Experiment an, da es als (zusammenhängender) Zweiteiler konzipiert wurde. Für den Ansatz sowie die musikalische Untermalung gibt es Pluspunkte, Defizite sehe ich im (nahezu vollständigen) Fehlen einer Nebenstory.

    Ich wäre nie darauf gekommen, dass die erste Entwicklungsstufe der Galar-Starterpokemon Teenagern nachempfunden wurde. Dem Auftritt nach passt Kickerlos Null-Bock Verhalten diesem Negativ-Trope, äußerlich hat es ostasiatischen Flair (Naruto/Ninja). Mal sehen ob sich die anderen Starter da verhaltenstechnisch einreihen. Dank geht raus an Webu Johnson für den Einblick.


    Die Folge war für mich ungewohnt lustig, mit Slapstick Einlagen in der Jessie ihr Kamehaps herumwirft als wäre es ein Plüschi, die Fressorgie von Team Rocket tut ihr Übriges. Getoppt wird der Humor nur noch von Mauzis schnippischem Kommentar auf Gohs Frage, was denn eine Telefonzelle sein soll, mit den Worten: "Soll das etwa heißen, dass dieses Kind nicht weiß was eine Telefonzelle ist!? So alt sind wir doch gar nicht!"


    Bei all dem Humor vergisst man tatsächlich die Primärhandlung nämlich das Fehlverhalten Gohs gegenüber dem eigenen Pokemon Hopplo. Ich finde die Charakterisierung Gohs als unerfahrenen, fehlerbehafteten Pokemontrainer positiv, da hierdurch ein Konfliktpotential entsteht. Als Folge dieser Auseinandersetzung gelangt tatsächlich ein bisschen Foreshadowing in das Ende der Episode.

    ich finde den Spagat zwischen Nostalgie und Neuerung nicht nur in dieser Folge sehr bemerkenswert.

    Speziell die Erwähnung von Ashs Vergangenheit mit Major Bob kam für mich doch unerwartet. Als pure Nostalgiefolge betrachtet, empfand ich die Folge sehr positiv: Viliana identifiziert Ash als außergewöhnlich guten Pokemontrainer aus Major Bobs Erzählungen, die Rückblenden zu Ashs Arenakampf wecken Nostalgiegefühle in den Fans der ersten Generation hervor und die Rahmenhandlung mitsamt der Präsentation wirkt stimmig. Es gibt zusätzlich effizient eingesetztes Foreshadowing; Goh scheint nach wie vor ungelöste Probleme mit Kickerlo zu haben.


    Vereinzelt könnte man eventuell Defizite im Pokemonkampf selbst erkennen: der Schlagabtausch zwischen Raichu und Pikachu ist zwar sehr spannend und auch Ashs neues Pokemon Gengar darf ein erfolgreiches wie auch fulminantes Debüt in seinem ersten offiziellen Kampf feiern, jedoch wirkt Lektrobal etwas unglücklich. Es jagt sich, obwohl als Geheimwaffe bezeichnet, selbst in die Luft ohne dass die Trainerin den Befehl dazu erteilt hätte.

    So endet der Kampf vergleichsweise unspektakulär.


    Generell ist das aber Meckern auf höchstem Niveau. Die Episode übertrifft allein in der Rahmenhandlung viele Arenakämpfe aus den vergangenen Staffeln.

    Mit dieser Folge kann man, wie ich finde, ein klasse Resumee über die zurückliegenden 15 Folgen ziehen aber auch den generellen Tenor des Pokemon-Journey Animes erkennen.

    Im Großen und Ganzen kann ich für meinen Teil behaupten dass dieser neue Ableger neben den Diamond & Pearl-Staffeln zu den absoluten Highlights des Pokemon-Animes zählt und tatsächlich schon in dieser noch so jungen 16. Folge die Sinnoh Staffeln an Intensität zu überbieten vermag.

    Wie schwer dieser Satz doch zu schreiben war und wie ich mir wünschte dass der Nutzer @Dartiri sein Profil nicht gelöscht hätte um mit dem Herren über diesen überraschend gelungenen Anime zu plaudern.


    Es ist fast schon schockierend für mich dass man scheinbar für eine positive Veränderung so wenig benötigt, denn der Anime fühlt sich in der Gesamtheit nicht nach einer Neuerfindung an.


    • Handlung

    Der Anime geht einen ungewöhnlichen Weg in puncto Narrativ in dem es den Ausgangspunkt nicht in die Galar-Region sondern bewusst in Orania City, Kanto in Professor Kirschs Laboratorium setzt. In der Praxis haben wir mit Ash und Goh zwei Hauptcharaktere die in jeder Folge von Orania City aus in verschiedene Regionen verreisen und (üblicherweise) am Ende der Folge zurückfinden. Ash und Goh haben den offiziellen Titel wissenschaftliche Mitarbeiter in Kirschs Laboratorium inne, und man glaube es kaum, beide gehen dieser Aufgabe mehr (Goh) oder weniger (Ash) geflissentlich nach.

    Dabei entwickeln beide innerhalb der ersten 15 Folgen noch eigene Ziele; Goh, dessen Namensgebung an das Smartphone-Spiel Pokemon Go angelegt ist, möchte Mew sowie alle anderen Pokemon fangen und Ash will an den Krönungs-Weltmeisterschaften teilnehmen, einem jährlich stattfindenden Event mit Rang-System. Besonders hervorzuheben ist die Abwechslung innerhalb der Staffel: von intensiven Folgen in denen Goh in nur einer Folge 12 Pokemon fängt, über den actiongeladenen Pokemonkampf zwischen Siegfried und Delion bis hin zu dieser, eher ruhigen und mit Rückblicken gespickten Folge über das Gengar welches eine tieftraurige Hintergrundgeschichte zu erzählen vermag.


    • Charaktere

    Der Anime unternimmt bei den Charakteren einen sehr radikalen und notwendigen Einschnitt; halbherzig geschriebene Hauptcharaktere sind passé. Ash und speziell Goh bekommen sehr früh sehr viel Screentime mit Unmengen an Rückblicken. Speziell die Charakterisierung von Goh in nicht einmal 15 Folgen sticht sehr stark hervor. Hierbei nimmt Ash dankend die Rolle des Mentors von Goh an. Auch hier möchte man es schwerlich glauben aber Ash geht in seiner Rolle als Lehrer ganz besonders in Pokemonkämpfen, wenn er den völlig überraschten Goh vorführt und ein Pokemonturnier gewinnt, vollständig auf.


    • Pokemon

    Auch hier punktet der Anime ungemein effektiv: die Tage in denen man für das Fangen eines Pokemon eine ganze Folge brauchte sind ebenso verschwunden wie Ashs Unfähigkeit starke Pokemon zu bekommen. Tatsächlich ist Goh der wohl fähigste Pokemonsammler in der gesamten Pokemon Anime-Geschichte. In nahezu jeder Folge fängt er mehrere Pokemon ohne großes Tamtam. Bibors ganze Entwicklungsreihe? Check! Pinsir? Check! Jugong? 50 Pokebälle verschwendet und den Ozean verschmutzt aber Check!

    Generell ist diese Prämisse so unfassbar erfrischend, dass man als Zuschauer lauthals "Endlich!" hinausschreien möchte. Auch Ash bekommt seinen Anteil. Er hat schon jetzt, in der 16. Folge, mit Pikachu, seinem Veteran Pantimos, sowie Dragoran und Gengar ein beachtliches Team.


    • Antagonisten

    Wie auch in dieser Gengar Folge, fungieren Jessie, James & Mauzi als klassisches Gauner-Trio, bekommen jedoch Zwangspausen auferlegt wenn sie nicht in die Handlung hineinpassen. Das mündet zeitweise in sehr kurzen Auftritten oder aber der kompletten Abwesenheit des Trios. In den Kämpfen kommt Team Rocket auf humoristische Art mehr Bedeutung zu da diese den sogenannten Team Rocket-Preisautomaten besitzt, eine Maschine die quasi verschiedene Pokebälle mit den unterschiedlichsten Pokemon ausspuckt wenn es mit Mauzis Münze gefüttert wird.




    Im Großen und Ganzen finde ich die Pokemon Journeys Folgen bis hierher sehr gelungen, speziell diese Folge um das Gengar hat einen besonderen Stellenwert für mich, da es einem vermeintlich gefühlskalten Pokemon ein äußerst interessantes/lebhaftes Innenleben verpasst: ein sehr interessanter Kontrast.

    Zu jedem Generationsbeginn erfolgen, erkennbar an ähnlichen Mustern, mehr oder weniger aufgesetzt-fulminante, traurigerweise auch oft genug gehetzte zwei Folgen die durch massive thematische Überladungen sowie den deplatziert anmutenden legendären Pokemon auftrumpfen (wollen). Ob es nun Zekrom ist, der in den ersten Folgen der Best Wishes Staffel sein Unwesen treiben durfte oder aber Vesprit in den Diamond and Pearl Staffeln, das Credo lautet: vollstopfen mit viel Bling Bling.

    Dabei unterlaufen der jeweiligen Staffel ähnliche Anlaufschwierigkeiten wie in all den Jahren (XY-Anime ausgeschlossen) zuvor weil man (zu) viel Inhalt in zu kurzer Zeit abarbeiten möchte. Auch die ersten beiden Folgen der Sun & Moon Staffel weisen dieses suboptimale- (meiner Ansicht nach dysfunktionale) Muster auf. Erneut "rennt" die Folge von Checkpunkt zu Checkpunkt als würde man schnell fertig werden wollen:

    Das alles erfolgt stellenweise in nur wenigen Minuten, einige Unterpunkte benötigen nicht mal 30 Sekunden und sind schon passé.

    Zeit für eine Akklimatisierung, sei es der Charaktere oder aber der Handlung selbst, ist schlichtweg nicht mehr vorhanden.

    Als katastrophal empfinde ich diesen Weg zwar nicht, da man viele Aspekte wie Charakterisierung von Nebenfiguren (wahrscheinlich) nach hinten verschiebt, jedoch hinterlässt es einen merklich unangenehmen Nachgeschmack wenn nicht einmal die neue Region Alola eine ordentliche Intro bekommt: abseits der anfänglichen 2-3 Minuten der ersten Folge in der Ash im Meer auf einem Tohaido surft und die Kamera kurz die Insel aus sehr weiter Ferne zeigt um dem Zuschauer zu erklären "Jop, wir sind auf einer Insel bra", bleibt die Alola Region als Naturhabitat sehr steril und verkommt zu einem stillen Beobachter, wo doch gerade die Folgen 1 & 2 prädestiniert für viel mehr Panoramaaufnahmen o.ä. sein dürften, ganz im Sinne der Message: "Neue Region, hier sind ein paar Dutzend Aufnahmen".


    Im Großen und Ganzen, war die erste Folge stärker als diese Folge, obwohl Letzteres inhaltlich actionlastig- und sogar ein Schutzpatron in Aktion zu sehen war. Subjektiv war die Empfindung meinerseits, dass man Teile der Handlung, wie z.B. die Immersion eines Neuanfangs in völlig neuer Flora und Fauna auf Kosten der Action und der forcierten Darstellung der Z-Angriffe geopfert hat. Mir hat speziell dieser Aspekt weniger gefallen.


    Bis dato fand ich die Intro-Folgen des XY-Animes aber am aller besten, da sie die Immersion des Neuanfangs am besten aufgefangen hat.

    Mittlerweile sind Spitznamen bei mir eine absolute Seltenheit geworden, liegt aber vermutlich daran dass ich persönlich keine (all zu) positive Einstellung zur 7. Generation entwickeln konnte und eben jene Region seit Release (jedenfalls auf mich) befremdlich wirkt. Die 8. Generation wurde noch nicht gespielt, daher fällt diese auch erstmal raus.

    In einigen Editionen zuvor (namentlich Gen 5 & 6 sowie ORAS) wurden ab und an Spitznamen an nicht-Drachenpokemon vergeben. Die Vergabe von Spitznamen an Drachenpokemon geht für mich fast schon in Richtung Vandalismus. 😄

    Die Idee hinter Spitznamen für Pokemon finde ich aber seit meiner Kindheit sehr schön, speziell seit dem ersten Pokemonfilm wo Coreys Bisaflor den Spitznamen "Killer" trug & Neeshas Turtok Panzerschrank genannt wurde.

    Kuriose Folge mit vielen Stärken aber auch so einigen Schwächen.

    Generell ist die Prämisse dass Ash durch einen Zufall auf Alola Urlaub macht positiv zu vermerken: etwas Abwechslung im Pokemon Schema dürfte für viele alteingesessene Fans eine angenehme, frische Brise sein.

    Ich empfinde persönlich den Animationsstil als sehr gelungen: Die Animationen sind flüssiger bzw. dynamischer und erlauben sogenannte "micro-expressions", in der Ash aber auch andere Figuren ihre Gesichter verziehen ohne dabei in körperlichen Slapstick Positionen zu enden. Als Resultat bemerkt man viele neue Gesichtsausdrücke und eine extrem breite Palette an nonverbaler Kommunikation.

    Verglichen zu den vorangegangenen Staffeln merkt man auch (mehr oder weniger) realistischere Bewegungen bzw. Bewegungsabläufe bei Pokemon, wuchtigere Attackenanimationen sowie schön animierte Hintergrundkulissen. Alles wirkt etwas weniger "steif", man wird verleitet zu denken dass Pokemon (rückblickend) endlich im Jahr 2016 angekommen ist, jedenfalls aus technischer Sicht.


    Denn inhaltlich setzt sich der Niedergang, des zuvor in Einall als "Amnesie-Ash", bekannten Charakters, welcher in Kalos eine zweite Blüte erleben durfte, fort: Die Hauptfigur legt immer stärker extrem kindliche Verhaltensmuster an den Tag und seine "Freude" über so ziemlich jede Kleinigkeit resultiert in absurden Gefühlsausbrüchen. Dabei wirkt die deutsche Synchronstimme etwas unglücklich, obwohl sie im Grunde, außerhalb der manischen Phasen, passend zu sein scheint.

    Im japanischen Original aber auch im Englischen sind die Synchronstimmen noch immer altbekannte Sprecherinnen, daher wirkt wohl die deutsche Version für viele Fans leicht befremdlich, ganz besonders in Kombination mit dem neuen Animationsstil.


    Im Großen und Ganzen ist der Einstieg in Alola relativ gelungen, hinterlässt jedoch einen sehr faden Beigeschmack beim ersten Anblick vom "hyperaktiven Ash", der es schafft eine ursprünglich angenehme Folge mittels absurd-manischem Verhalten unnötig ins comic-hafte zu ziehen.

    Ich weiß nicht ob ich hier richtig bin, meine Anfrage ist eher ein Mix aus Kaufberatung, Erfahrungen und technischen Fragen zur Switch (Lite). Bei Bedarf bitte verschieben & sorry im voraus.

    Ich spiele mit dem Gedanken mir eine Switch Lite zu holen & dazu eine Pokemon-Edition Schwert oder Schild. Jedoch lese ich in letzter Zeit all zu oft über das sogenannte JoyCon Stick Drift-Problem, welches quasi dafür sorgt dass die Konsole eine konstante Bewegung vonseiten der Sticks registriert, obwohl keine Eingabe vom Spieler erfolgt ist.

    Nintendo hat sich ja als Resultat der Stick Drift-Sammelklage in den Vereinigten Staaten öffentlich entschuldigt, was wiederum auf die Schwere dieses Problems hinweist.

    Ich tendiere persönlich zur Switch Lite aufgrund der Größe, dem Preis und weil mich das Gesamtkonzept mehr anspricht aber im Hinterkopf schwebt eine Verunsicherung mit: wenn es frühzeitig zu einem Stick Drift kommen sollte, müsste ich im Fall der Switch Lite die gesamte Konsole einschicken, erfahrungsgemäß dauert dies 2-3 Wochen (in der gegenwärtigen Situation wahrscheinlich länger?). Dann gibt es diese Do-it-Yourself-Methoden mit Kontaktsprays oder anderen.

    All das wirkt aber bei einer brandneuen Konsole so dermaßen deplatziert.


    Wie sieht es bei der Switch Lite bez. der Stick Drifts im (noch frühen) Jahr 2021 aus? Wie waren eure Erfahrungen im vergangenen Jahr?