Beiträge von Unova-Champion Iris


Pokémon Karmesin und Purpur sind erschienen!


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    Nach diesem zweiten Zweiteiler (Wortspiel beabsichtigt) kann ich für meinen Teil behaupten, dass ich kein sonderlich großer Fan dieser 2-in-1 Folgen bin. Die durchschnittlichen Episoden sind mit einer effektiven Laufzeit von etwa 20 Minuten so schon sehr kurz. Diese dann noch einmal aufzuteilen um 2 voneinander losgelöste Handlungen in eine Episode zu pressen, führen im Endeffekt zu zwei super kurzen & sehr oberflächlichen Pseudohandlungen, die sogar für eine Filler-Episode ungemein story-arm wirken. Hier werden aufgrund des Zeitmangels nicht mal mehr die Grundlagen des Storytellings abgearbeitet.


    Der einzige Lichtblick war für mich das Überwinden der vierten Wand von Seiten James, der mit seiner schrulligen Art den ungewöhnlichen Zweiteiler vorausahnt und sich indirekt quasi dem Zuschauer mitteilt.

    Die Folge zeigt, dass Ashs Niederlage gegen Saida eben nicht spurlos an ihm vorbeigegangen ist. Tatsächlich wirkt er dermaßen verunsichert dass er die selbe unwirksame Strategie, mit der er bei Saida gescheitert ist, ohne Erfolg gegen andere Trainer probiert. Darauf folgt eine verdiente Niederlagenserie, die wiederum nochmals sein Vertrauen schwinden lässt. Die Darstellung des verunsicherten Ash gefällt mir hierbei sehr, da es dem Anime einen ungewohnt ernsten Unterton verpasst. Die zusätzliche Charakterentwicklung Ashs als dynamischer Protagonist, der mit Ängsten zu kämpfen hat, ist ein positives Nebenprodukt dessen.

    In der Vergangenheit, ganz besonders in den neueren Generationen (der Staffeln 14-22), hatte man es geschafft Ashs Kämpfen einen Stempel der Bedeutungslosigkeit aufzudrücken: ganz egal ob Ash unglücklich in der Pokemonliga ausschied, es schien ihm ein Stück weit fast schon egal. Hierbei setzte man den Fokus auf Freundschaft sowie Sportsgeist die in den sinnlosen Sätzen wie "Hey, Ich hab grad gegen dich verloren aber wir sind Freunde! Yeah! Wuhu!" wiederzufinden waren. So hatte eine Niederlage immer weniger direkten Einfluss auf Ashs Innenleben respektive Psyche.


    Hier wirkt Ash weniger gefasst, seine Niederlagenserie katapultiert ihn schließlich aus der Superklasse und er zweifelt an seinem Ziel, ja sogar an seinen Fähigkeiten, verdientermaßen: Er hat Angst.


    Kein anderes Gefühl dürfte einen Menschen wohl so mattsetzen wie eben jenes. Es wirkt ungemein gelungen wie die Macher diesen ängstlichen Ash darstellen. Er steht derart auf dem Schlauch dass er ein Bodenpokemon mit einer Elektroattacke angreift und erst auf Gohs Kommentar hin erklärt dass er tatsächlich nicht ganz auf der Höhe ist. Hier verpasst man Ashs Unfähigkeit Typenvor- & nachteile zu verstehen einen nachvollziehbaren Grund.


    Im Gegensatz dazu belaufen sich meine Kritikpunkte lediglich auf Kleinigkeiten wie der Tatsache dass Ash und Goh mittlerweile seit einigen Folgen mit 4 Pokemon rumlaufen die immer draußen sind. Es mutet etwas überfüllt an, zumal Riolu leicht Fehl am Platz wirkt. Außerdem fand ich die Attackenanimationen von Libelldra sehr enttäuschend: die Attacke Draco Meteor wirkte sehr unspektakulär.


    Das alles ist aber kaum eine Rede wert, denn im großen Bild dominieren die positiven Aspekte weitaus mehr. Von Ashs quasi-Zusammenbruch sowie seine Ängste und seiner neugewonnenen Erkenntnis aus Niederlagen zu lernen, erleben wir einen sehr dynamisch geschriebenen Protagonisten.

    Ich finde diese Folge war der bisherige Höhepunkt der Staffel und hatte für jeden Fan etwas zu bieten. Ob nun die Charakterisierung Pikachus als vernachlässigtes Pokemon, dessen Flucht von seinem Trainer Ash zurück zu Delia bzw. nach Alabastia oder aber der knuffige Roadtrip mit Pikachu & Pantimos als "Best Buddies". Für alteingesessene Fans wie auch für das jüngere Publikum war hier alles dabei.


    Es ist sehr mutig von den Machern Pikachu, nach über 25 Jahren Pokemon-Geschichte, nachwirkend so eine Charakterentwicklung respektive -Tiefe zu verpassen und das in nur einer Folge.

    Ich finde den Mut in dieser Episode außergewöhnlich und dieser zahlt sich auch, wie ich finde, aus: wohl in keiner anderen Folge zuvor durften wir Pikachu in dieser psychisch verzweifelten Lage erleben mit Gefühlen von Eifersucht, Vernachlässigung und Enttäuschung gegenüber seinem treuesten Freund Ash. Im Pokemon Anime wurde das trotzige Pikachu, welches lediglich in den Anfangsfolgen der Original-Series von Relevanz war, relativ zeitig vom immer-treuen Begleiter abgelöst. Seither wirkte Pikachu charakterlich wie eine de facto Kopie von Ash nur in einem Pokemonkörper. Mit dieser Folge zerbricht man eben jenes Konzept und verpasst Pikachu den individuellen Charme, den es bitter nötig hat: Pikachu wird wieder zu einem eigenständigen Charakter, es besitzt eine verhätschelte Seite und ist ein treuer Freund, der eine Vernachlässigung nicht blind hinnimmt.


    Eine ganz besondere Erwähnung verdienen Delia und ihr Pantimos, die in dieser Episode als Nebencharaktere einen ungemein wichtigen Einfluss auf die Handlung haben. Als besonders herrausstechendes Merkmal empfand ich die stilistischen Mittel der Folge: die Macher arbeiten bewusst mit Symbolik. Dabei stellt Delia Pikachus sicheren Hafen dar und steht sinnbildlich für Geborgenheit während Pantimos mit dem Drang an Pikachus Seite zu verbleiben symbolisch für Treue steht, beides Dinge die er in letzter Zeit bei Ash zu vermissen scheint.


    Alles in Allem stellt diese Folge einen großartigen Einblick in das Innenleben von Pikachu dar und ich würde es als unerlässliche Folge klassifizieren, die man definitiv nicht verpassen sollte.

    Ich war mir für fast 27 Folgen lang unsicher darüber, warum mich die Darstellung der Dynamax-Kämpfe im Anime bisher so wenig überzeugen konnte. Es hat tatsächlich den Kampf zwischen Delion und Roy, respektive Gigadynamax-Duraludon und Gigadynamax-Glurak gebraucht um mir vor Augen zu führen worin für mich das Hauptproblem bei den Dynamax-Kämpfen liegt: die Kämpfe sind bewegungsarm, langsam und ungemein statisch ganz im Kontrast zu den normalen Pokemon-Kämpfen, die vor Dynamik und Geschwindigkeit strotzen.


    Wie auch im Kampf zwischen Siegfried und Delion agieren die, wahrscheinlich aus dem Kaijū-Genre (怪獣) beeinflussten, gigantischen Pokemon unfassbar träge.

    Eine meiner Hauptkritikpunkte hierbei ist die Kombination der Trägheit der Pokemon mit der Wiederholungshäufigkeit des Kampfgeschehens: Einmal Gigadynamaximiert, wirken beide Kontrahenten, Glurak wie auch Duraludon, wie fest an ihre Ecken angekettet. Es folgt ein Schlagabtausch der im Grunde keiner ist; beide Pokemon schießen von ihrer Seite aus die selben Attacken in die jeweils Andere ohne sich groß zu bewegen und der Kampf endet nach einigen unspektakulären Szenen mit Gluraks Sieg. Dabei ähnelt der Kampf eher einem langsamen Tauziehen als an einen Pokemon-Kampf. Die frappierende Ähnlichkeit mit der Glurak und auch Duraludon sich gegenseitig mit Attacken beschießen, ist, wie einige Folgen zuvor bei Garados gegen Glurak, jedenfalls für mich nicht zu leugnen.


    Letzten Endes wirken die Dynamax-Kämpfe im Anime an diesem Punkt der Staffel zu monoton und strategisch unausgereift ganz besonders im Vergleich zu den normalen Pokemon-Kämpfen die weitaus mehr strategische Tiefe sowie Dynamik aufweisen.

    Grundsätzlich habe ich nichts gegen Fillerepisoden wenn diese nicht inflationär in eine Staffel hineingepresst werden. Inszeniert mit einer kleinen Nebenstory kann daraus sogar ein durchaus sehenswertes Miniabenteuer werden.

    Mir fallen auf Anhieb zwei Episoden aus den Black & White-Staffeln ein, die für mich seinerzeit in puncto Filler-Episode neue Maßstäbe gesetzt hatten: zum einen die Episode mit Zoroua in der Hauptrolle, in der es um Vertrauensbruch und Einsamkeit ging sowie die Episode Die Verlorene Welt von Morbitesse in der ein Pokemon die Vergangenheit nicht loslassen konnte und als Konsequenz verbittert die Gegenwart zu bekämpfen versuchte.


    Leider gehört für mich dieser Zweiteiler mit dem Karpador & Laschoking nicht zu den interessanten Filler-Episoden. Zeitweise gab es durchaus lustige Momente, diese will ich der Folge auch nicht absprechen, dazu gehört beispielsweise die musikalische Untermalung mit Reggae & den knuffigen Flegmon. Jedoch erschloss sich mir im Großen und Ganzen die Sinnhaftigkeit dieser Doppelfolge nicht: zu viele untypische, sogar für Pokemon Verhältnisse sehr befremdlich wirkende, Slapstickeinlagen wie das Karpador, das ins All "springt" oder das Muschas welches Ash und Goh in den Kopf beißt und für Wesensveränderungen sorgt.


    Letztlich mutet diese Folge ein Stück weit wie ein kleines Experiment an, da es als (zusammenhängender) Zweiteiler konzipiert wurde. Für den Ansatz sowie die musikalische Untermalung gibt es Pluspunkte, Defizite sehe ich im (nahezu vollständigen) Fehlen einer Nebenstory.

    Ich wäre nie darauf gekommen, dass die erste Entwicklungsstufe der Galar-Starterpokemon Teenagern nachempfunden wurde. Dem Auftritt nach passt Kickerlos Null-Bock Verhalten diesem Negativ-Trope, äußerlich hat es ostasiatischen Flair (Naruto/Ninja). Mal sehen ob sich die anderen Starter da verhaltenstechnisch einreihen. Dank geht raus an John Snom für den Einblick.


    Die Folge war für mich ungewohnt lustig, mit Slapstick Einlagen in der Jessie ihr Kamehaps herumwirft als wäre es ein Plüschi, die Fressorgie von Team Rocket tut ihr Übriges. Getoppt wird der Humor nur noch von Mauzis schnippischem Kommentar auf Gohs Frage, was denn eine Telefonzelle sein soll, mit den Worten: "Soll das etwa heißen, dass dieses Kind nicht weiß was eine Telefonzelle ist!? So alt sind wir doch gar nicht!"


    Bei all dem Humor vergisst man tatsächlich die Primärhandlung nämlich das Fehlverhalten Gohs gegenüber dem eigenen Pokemon Hopplo. Ich finde die Charakterisierung Gohs als unerfahrenen, fehlerbehafteten Pokemontrainer positiv, da hierdurch ein Konfliktpotential entsteht. Als Folge dieser Auseinandersetzung gelangt tatsächlich ein bisschen Foreshadowing in das Ende der Episode.

    ich finde den Spagat zwischen Nostalgie und Neuerung nicht nur in dieser Folge sehr bemerkenswert.

    Speziell die Erwähnung von Ashs Vergangenheit mit Major Bob kam für mich doch unerwartet. Als pure Nostalgiefolge betrachtet, empfand ich die Folge sehr positiv: Viliana identifiziert Ash als außergewöhnlich guten Pokemontrainer aus Major Bobs Erzählungen, die Rückblenden zu Ashs Arenakampf wecken Nostalgiegefühle in den Fans der ersten Generation hervor und die Rahmenhandlung mitsamt der Präsentation wirkt stimmig. Es gibt zusätzlich effizient eingesetztes Foreshadowing; Goh scheint nach wie vor ungelöste Probleme mit Kickerlo zu haben.


    Vereinzelt könnte man eventuell Defizite im Pokemonkampf selbst erkennen: der Schlagabtausch zwischen Raichu und Pikachu ist zwar sehr spannend und auch Ashs neues Pokemon Gengar darf ein erfolgreiches wie auch fulminantes Debüt in seinem ersten offiziellen Kampf feiern, jedoch wirkt Lektrobal etwas unglücklich. Es jagt sich, obwohl als Geheimwaffe bezeichnet, selbst in die Luft ohne dass die Trainerin den Befehl dazu erteilt hätte.

    So endet der Kampf vergleichsweise unspektakulär.


    Generell ist das aber Meckern auf höchstem Niveau. Die Episode übertrifft allein in der Rahmenhandlung viele Arenakämpfe aus den vergangenen Staffeln.

    Mit dieser Folge kann man, wie ich finde, ein klasse Resumee über die zurückliegenden 15 Folgen ziehen aber auch den generellen Tenor des Pokemon-Journey Animes erkennen.

    Im Großen und Ganzen kann ich für meinen Teil behaupten dass dieser neue Ableger neben den Diamond & Pearl-Staffeln zu den absoluten Highlights des Pokemon-Animes zählt und tatsächlich schon in dieser noch so jungen 16. Folge die Sinnoh Staffeln an Intensität zu überbieten vermag.

    Wie schwer dieser Satz doch zu schreiben war und wie ich mir wünschte dass der Nutzer @Dartiri sein Profil nicht gelöscht hätte um mit dem Herren über diesen überraschend gelungenen Anime zu plaudern.


    Es ist fast schon schockierend für mich dass man scheinbar für eine positive Veränderung so wenig benötigt, denn der Anime fühlt sich in der Gesamtheit nicht nach einer Neuerfindung an.


    • Handlung

    Der Anime geht einen ungewöhnlichen Weg in puncto Narrativ in dem es den Ausgangspunkt nicht in die Galar-Region sondern bewusst in Orania City, Kanto in Professor Kirschs Laboratorium setzt. In der Praxis haben wir mit Ash und Goh zwei Hauptcharaktere die in jeder Folge von Orania City aus in verschiedene Regionen verreisen und (üblicherweise) am Ende der Folge zurückfinden. Ash und Goh haben den offiziellen Titel wissenschaftliche Mitarbeiter in Kirschs Laboratorium inne, und man glaube es kaum, beide gehen dieser Aufgabe mehr (Goh) oder weniger (Ash) geflissentlich nach.

    Dabei entwickeln beide innerhalb der ersten 15 Folgen noch eigene Ziele; Goh, dessen Namensgebung an das Smartphone-Spiel Pokemon Go angelegt ist, möchte Mew sowie alle anderen Pokemon fangen und Ash will an den Krönungs-Weltmeisterschaften teilnehmen, einem jährlich stattfindenden Event mit Rang-System. Besonders hervorzuheben ist die Abwechslung innerhalb der Staffel: von intensiven Folgen in denen Goh in nur einer Folge 12 Pokemon fängt, über den actiongeladenen Pokemonkampf zwischen Siegfried und Delion bis hin zu dieser, eher ruhigen und mit Rückblicken gespickten Folge über das Gengar welches eine tieftraurige Hintergrundgeschichte zu erzählen vermag.


    • Charaktere

    Der Anime unternimmt bei den Charakteren einen sehr radikalen und notwendigen Einschnitt; halbherzig geschriebene Hauptcharaktere sind passé. Ash und speziell Goh bekommen sehr früh sehr viel Screentime mit Unmengen an Rückblicken. Speziell die Charakterisierung von Goh in nicht einmal 15 Folgen sticht sehr stark hervor. Hierbei nimmt Ash dankend die Rolle des Mentors von Goh an. Auch hier möchte man es schwerlich glauben aber Ash geht in seiner Rolle als Lehrer ganz besonders in Pokemonkämpfen, wenn er den völlig überraschten Goh vorführt und ein Pokemonturnier gewinnt, vollständig auf.


    • Pokemon

    Auch hier punktet der Anime ungemein effektiv: die Tage in denen man für das Fangen eines Pokemon eine ganze Folge brauchte sind ebenso verschwunden wie Ashs Unfähigkeit starke Pokemon zu bekommen. Tatsächlich ist Goh der wohl fähigste Pokemonsammler in der gesamten Pokemon Anime-Geschichte. In nahezu jeder Folge fängt er mehrere Pokemon ohne großes Tamtam. Bibors ganze Entwicklungsreihe? Check! Pinsir? Check! Jugong? 50 Pokebälle verschwendet und den Ozean verschmutzt aber Check!

    Generell ist diese Prämisse so unfassbar erfrischend, dass man als Zuschauer lauthals "Endlich!" hinausschreien möchte. Auch Ash bekommt seinen Anteil. Er hat schon jetzt, in der 16. Folge, mit Pikachu, seinem Veteran Pantimos, sowie Dragoran und Gengar ein beachtliches Team.


    • Antagonisten

    Wie auch in dieser Gengar Folge, fungieren Jessie, James & Mauzi als klassisches Gauner-Trio, bekommen jedoch Zwangspausen auferlegt wenn sie nicht in die Handlung hineinpassen. Das mündet zeitweise in sehr kurzen Auftritten oder aber der kompletten Abwesenheit des Trios. In den Kämpfen kommt Team Rocket auf humoristische Art mehr Bedeutung zu da diese den sogenannten Team Rocket-Preisautomaten besitzt, eine Maschine die quasi verschiedene Pokebälle mit den unterschiedlichsten Pokemon ausspuckt wenn es mit Mauzis Münze gefüttert wird.




    Im Großen und Ganzen finde ich die Pokemon Journeys Folgen bis hierher sehr gelungen, speziell diese Folge um das Gengar hat einen besonderen Stellenwert für mich, da es einem vermeintlich gefühlskalten Pokemon ein äußerst interessantes/lebhaftes Innenleben verpasst: ein sehr interessanter Kontrast.

    Zu jedem Generationsbeginn erfolgen, erkennbar an ähnlichen Mustern, mehr oder weniger aufgesetzt-fulminante, traurigerweise auch oft genug gehetzte zwei Folgen die durch massive thematische Überladungen sowie den deplatziert anmutenden legendären Pokemon auftrumpfen (wollen). Ob es nun Zekrom ist, der in den ersten Folgen der Best Wishes Staffel sein Unwesen treiben durfte oder aber Vesprit in den Diamond and Pearl Staffeln, das Credo lautet: vollstopfen mit viel Bling Bling.

    Dabei unterlaufen der jeweiligen Staffel ähnliche Anlaufschwierigkeiten wie in all den Jahren (XY-Anime ausgeschlossen) zuvor weil man (zu) viel Inhalt in zu kurzer Zeit abarbeiten möchte. Auch die ersten beiden Folgen der Sun & Moon Staffel weisen dieses suboptimale- (meiner Ansicht nach dysfunktionale) Muster auf. Erneut "rennt" die Folge von Checkpunkt zu Checkpunkt als würde man schnell fertig werden wollen:

    Das alles erfolgt stellenweise in nur wenigen Minuten, einige Unterpunkte benötigen nicht mal 30 Sekunden und sind schon passé.

    Zeit für eine Akklimatisierung, sei es der Charaktere oder aber der Handlung selbst, ist schlichtweg nicht mehr vorhanden.

    Als katastrophal empfinde ich diesen Weg zwar nicht, da man viele Aspekte wie Charakterisierung von Nebenfiguren (wahrscheinlich) nach hinten verschiebt, jedoch hinterlässt es einen merklich unangenehmen Nachgeschmack wenn nicht einmal die neue Region Alola eine ordentliche Intro bekommt: abseits der anfänglichen 2-3 Minuten der ersten Folge in der Ash im Meer auf einem Tohaido surft und die Kamera kurz die Insel aus sehr weiter Ferne zeigt um dem Zuschauer zu erklären "Jop, wir sind auf einer Insel bra", bleibt die Alola Region als Naturhabitat sehr steril und verkommt zu einem stillen Beobachter, wo doch gerade die Folgen 1 & 2 prädestiniert für viel mehr Panoramaaufnahmen o.ä. sein dürften, ganz im Sinne der Message: "Neue Region, hier sind ein paar Dutzend Aufnahmen".


    Im Großen und Ganzen, war die erste Folge stärker als diese Folge, obwohl Letzteres inhaltlich actionlastig- und sogar ein Schutzpatron in Aktion zu sehen war. Subjektiv war die Empfindung meinerseits, dass man Teile der Handlung, wie z.B. die Immersion eines Neuanfangs in völlig neuer Flora und Fauna auf Kosten der Action und der forcierten Darstellung der Z-Angriffe geopfert hat. Mir hat speziell dieser Aspekt weniger gefallen.


    Bis dato fand ich die Intro-Folgen des XY-Animes aber am aller besten, da sie die Immersion des Neuanfangs am besten aufgefangen hat.

    Mittlerweile sind Spitznamen bei mir eine absolute Seltenheit geworden, liegt aber vermutlich daran dass ich persönlich keine (all zu) positive Einstellung zur 7. Generation entwickeln konnte und eben jene Region seit Release (jedenfalls auf mich) befremdlich wirkt. Die 8. Generation wurde noch nicht gespielt, daher fällt diese auch erstmal raus.

    In einigen Editionen zuvor (namentlich Gen 5 & 6 sowie ORAS) wurden ab und an Spitznamen an nicht-Drachenpokemon vergeben. Die Vergabe von Spitznamen an Drachenpokemon geht für mich fast schon in Richtung Vandalismus. 😄

    Die Idee hinter Spitznamen für Pokemon finde ich aber seit meiner Kindheit sehr schön, speziell seit dem ersten Pokemonfilm wo Coreys Bisaflor den Spitznamen "Killer" trug & Neeshas Turtok Panzerschrank genannt wurde.

    Kuriose Folge mit vielen Stärken aber auch so einigen Schwächen.

    Generell ist die Prämisse dass Ash durch einen Zufall auf Alola Urlaub macht positiv zu vermerken: etwas Abwechslung im Pokemon Schema dürfte für viele alteingesessene Fans eine angenehme, frische Brise sein.

    Ich empfinde persönlich den Animationsstil als sehr gelungen: Die Animationen sind flüssiger bzw. dynamischer und erlauben sogenannte "micro-expressions", in der Ash aber auch andere Figuren ihre Gesichter verziehen ohne dabei in körperlichen Slapstick Positionen zu enden. Als Resultat bemerkt man viele neue Gesichtsausdrücke und eine extrem breite Palette an nonverbaler Kommunikation.

    Verglichen zu den vorangegangenen Staffeln merkt man auch (mehr oder weniger) realistischere Bewegungen bzw. Bewegungsabläufe bei Pokemon, wuchtigere Attackenanimationen sowie schön animierte Hintergrundkulissen. Alles wirkt etwas weniger "steif", man wird verleitet zu denken dass Pokemon (rückblickend) endlich im Jahr 2016 angekommen ist, jedenfalls aus technischer Sicht.


    Denn inhaltlich setzt sich der Niedergang, des zuvor in Einall als "Amnesie-Ash", bekannten Charakters, welcher in Kalos eine zweite Blüte erleben durfte, fort: Die Hauptfigur legt immer stärker extrem kindliche Verhaltensmuster an den Tag und seine "Freude" über so ziemlich jede Kleinigkeit resultiert in absurden Gefühlsausbrüchen. Dabei wirkt die deutsche Synchronstimme etwas unglücklich, obwohl sie im Grunde, außerhalb der manischen Phasen, passend zu sein scheint.

    Im japanischen Original aber auch im Englischen sind die Synchronstimmen noch immer altbekannte Sprecherinnen, daher wirkt wohl die deutsche Version für viele Fans leicht befremdlich, ganz besonders in Kombination mit dem neuen Animationsstil.


    Im Großen und Ganzen ist der Einstieg in Alola relativ gelungen, hinterlässt jedoch einen sehr faden Beigeschmack beim ersten Anblick vom "hyperaktiven Ash", der es schafft eine ursprünglich angenehme Folge mittels absurd-manischem Verhalten unnötig ins comic-hafte zu ziehen.

    Ich weiß nicht ob ich hier richtig bin, meine Anfrage ist eher ein Mix aus Kaufberatung, Erfahrungen und technischen Fragen zur Switch (Lite). Bei Bedarf bitte verschieben & sorry im voraus.

    Ich spiele mit dem Gedanken mir eine Switch Lite zu holen & dazu eine Pokemon-Edition Schwert oder Schild. Jedoch lese ich in letzter Zeit all zu oft über das sogenannte JoyCon Stick Drift-Problem, welches quasi dafür sorgt dass die Konsole eine konstante Bewegung vonseiten der Sticks registriert, obwohl keine Eingabe vom Spieler erfolgt ist.

    Nintendo hat sich ja als Resultat der Stick Drift-Sammelklage in den Vereinigten Staaten öffentlich entschuldigt, was wiederum auf die Schwere dieses Problems hinweist.

    Ich tendiere persönlich zur Switch Lite aufgrund der Größe, dem Preis und weil mich das Gesamtkonzept mehr anspricht aber im Hinterkopf schwebt eine Verunsicherung mit: wenn es frühzeitig zu einem Stick Drift kommen sollte, müsste ich im Fall der Switch Lite die gesamte Konsole einschicken, erfahrungsgemäß dauert dies 2-3 Wochen (in der gegenwärtigen Situation wahrscheinlich länger?). Dann gibt es diese Do-it-Yourself-Methoden mit Kontaktsprays oder anderen.

    All das wirkt aber bei einer brandneuen Konsole so dermaßen deplatziert.


    Wie sieht es bei der Switch Lite bez. der Stick Drifts im (noch frühen) Jahr 2021 aus? Wie waren eure Erfahrungen im vergangenen Jahr?

    Obsoleter und unnötig langer Beitrag incoming; Ehrlich gesagt zocke ich für meine Verhältnisse wenig, wollte das aber demnächst wieder ändern.

    In letzter Zeit habe ich mich an Fortnite versucht, mit mäßigem Erfolg ich bin abgeschmiert, hochkant abgeschmiert. Dieses Rumgebaue bringt mich um den Verstand, ich kapier nicht wie man solche Monumente in nur wenigen Sekunden bauen kann: ich schieß einmal auf den Gegner und der fängt an den Eiffelturm nachzubauen... und ich sitze

    ganz unten und denk mir 'Ich werd echt zu alt für diesen Shit'.

    Am absoluten Tiefpunkt bin ich angekommen als ich 'How to'-Bautipps von einem 9-jährigen Jungen aus Saudi Arabien bekommen hab und nach all der Zeit dennoch nichts Gescheites zustande gekommen ist. Noch immer höre ich seine piepsige Stimme wie er mich in gebrochenem Englisch anbrüllt. Sry kleiner Mann, ich hab einfach null Talent für Fortnite. Wenigstens habe ich nebenbei bisschen Arabisch gelernt. Mein desolates Fazit zu Fortnite: ich bin tatsächlich zu alt für das Game.


    Ansonsten versuche ich relativ 'regelmäßig' Red Dead Online(RDO) zu spielen. RDO gehört zu den merkwürdigsten Spielen die ich in letzter Zeit gespielt habe. Es steht sinnbildlich für die Sprunghaftigkeit des menschlichen Verhaltens: nie zuvor ergab die Redewendung "aus einer Mücke einen Elefanten machen" so viel Sinn wie in RDO: eine Gruppe Spieler ist in einer Bar und chillt. Ein obligatorischer Trottel tanzt aus der Reihe und prügelt auf einen anderen Spieler ein. Dieser entpuppt sich jedoch als sehr erfahren und gewinnt das kurze Intermezzo. Der Verlierer kann diese Niederlage nicht akzeptieren und schmettert eine Dynamit-Stange in die vollbesetzte Bar: alles fliegt in die Luft.

    Ein dutzend wütender Spieler läuft nunmehr gen Bar...im Hintergrund höre ich, wie ein mit einer Machete bewaffneter, elegant gekleideter Cowboy "Banzai!"-schreiend die Bar stürmt...hinter ihm, wie ich annehme, seine Fan-Girls. Ich bin kurioserweise der einzige Überlebende des Dynamit-Massakers und möchte via Headset erklären dass ich mit der Aktion nichts zutun habe und die zwei Dutzend Leichen um mich herum nicht mein Werk sind... die Fan-Girls des Macheten-Heinis schießen mich ab bevor ich dazu komme.

    An diesem Punkt bemerke ich, wie noch mehr Spieler die selbe Bar zu stürmen versuchen: Molotov-Cocktails fliegen durch die Luft, Dynamit-Stangen werden durch die nunmehr zerbrochenen Fenster in die Bar geschmissen. Mit Bewunderung beobachte ich einen halbnackten Opa wie er nur mit seinen Fäusten bewaffnet die Bar stürmen will, er fällt, getroffen von einer Kugel, am Eingang um. Jedoch ist er, wie ich schnell feststelle, nicht gänzlich aus dem Spiel geschieden: er ist kritisch verwundet und möchte, wie er mir via Headset mitteilt, wiederbelebt werden. Ich verweise ihn höflich auf die neuerliche Dynamit-Stange hin, die so eben neben seinem Körper gelandet ist und dass dies gegenwärtig leider nicht möglich ist. Er bedankt sich in einem sehr britischen Akzent ehe er durch die Luft fliegt.


    Nach etwa einer Stunde ist alles vorbei: am Eingang der Bar liegt ein Berg von Leichen, die Straßen brennen von den Molotov-Cocktails und ich frage mich ob es das alles Wert war da ich ursprünglich nur eine kleine Tagesquest in der Bar abschließen wollte...

    Ist nur meine Meinung, aber ich finde alle englischen Synchros von Anime oder JRPGs (einzige Ausnahme bildet dabei die Fire-Emblem-Reihe und Xenoblade Chronicles X) absolut grausam. Unter anderem deswegen, weil die Sprecher so dermaßen "overacten", dass das für mich echt nicht zum aushalten ist.

    Uff, yes so much yes! Das Kind hört sich so an als würde eine 40 jährige Frau mit der Brechstange versuchen eine hyperaktive kindliche Stimme zu simulieren.

    Generell finde ich die englische Synchro bei Pokemon (so auch hier) grausig, es wirkt extrem künstlich.

    Ich hab nie verstanden weshalb diese interessanten Kurzfolgen/Specials den Sprung in den Mainstream Anime nicht geschafft haben. Ein ähnlicher Featured Anime mit der Bezeichnung "Pocket Monsters XY Special Episode: The Strongest Mega Evolution" hat seiner Zeit auch große Wellen geschlagen und kam bei den Fans besser an als der reguläre Anime, zumal der Ansatz viel viel ernster und der Grundton rauer war. Ich erinnere mich an Mega Garchomps Kampf gegen Mega Glurak X und war wegen der innovativen Animation extrem überrascht aber am meisten wegen dem Trash Talk vor dem Kampf. Kein "Hey wir kämpfen jetzt gegeneinander aber wir sind BFFs und sollten doch nur Spaß haben". Ash, go home!


    Gleiches hier. Der Tenor ist ernster mit einem kränklichen Jungen in der Hauptrolle. Zusätzlich hat der Narrativ einen melancholischen Touch mit einer interessanten musikalischen Untermalung á la 5 Centimeter per Seconds. Der Zeichenstil beeindruckt mich mitunter am meisten, so nach dem Motto "Pokemon kommt endlich im Jahre 2020 an". Es tut einem fast weh dass es wieder nur diese ~5 Minuten sind.

    Bastet Es ist etwas schade wie ich finde, andere vorzuwerfen man würde Spitzen verteilen und gleichzeitig die Person als "petty" zu bezeichnen, speziell da das Wort u.a. metonymisch für kleinkariert/kleingeistig steht. Ich weiß dass das in deinem Kontext nicht so gemeint war, aber angenehm empfinde ich das nicht, zumal ich in meinem Beitrag nie persönlich wurde. Der große Blocktext diente hier nur als eine Referenz an Sekundärliteratur, da ich eben nicht blind Aussagen zu einem sensiblen Thema machen wollte.


    Ich bin doch sehr davon ausgegangen, dass du unter Fanservice bloß unpassend sexuellen Fanservice verstehst, da es in deinem Post nicht anders anzunehmen war.

    In meinem Initialpost habe ich aber eine klare Trennlinie gezogen zwischen sexuell konnotiertem Fanservice auf der einen Seite- und narrative-bezogenem Fanservice auf der anderen. Siehe hier:

    Ich finde Fanservice (ファンサービス), sei er noch so subtil, ruiniert, wenn ich es entdecke, nahezu völlig den Anime für mich. Ich weiß nicht mal genau was mich daran so stört. Oftmals werden dadurch dynamische Charaktere zu statischen Puppen degradiert, welche benutzt werden um die Aufmerksamkeit des Zuschauers zu erregen und diesem zu gefallen. Ich fliege in solchen Momenten völlig aus der Immersion raus: 'Ahja, die müssen mit dem Anime Werbung für den Manga machen, deswegen gibt es diese Lasst-uns-alle-an-den-Strand-fahren Episode'. 😑 *vorspul*


    Der Übergang zur obengenannten Übersexualisierung in bestimmten Genres ist dabei fließend. Ich kann, wie Hänky treffend beschrieben hat, über manches hinwegsehen, jedoch ist der Großteil ein No-Go für mich.


    Am schlimmsten empfinde ich wohl den sogenannten Handlungs-Shift: Anime, die mit einer bestimmten Prämisse starten, aber nach wenigen Episoden ganze Handlungsstränge bewusst begraben und stattdessen den Fokus auf sub-Plots setzen, nur um nach einer Ewigkeit wieder darauf zurückzukommen.

    Das Dickgedruckte ist eine Fortsetzung des obigen Abschnitts "Fan-Service" sowie des Begriffs Übersexualisierung und wird in der Sekundärliteratur aber auch von meiner Seite aus zur selben Kategorie gezählt: die Schaffung von (pseudo-) Subplots auf Kosten der Primärhandlung. Fan-Service als solches ist nicht ausnahmslos sexuell-erotisch, diese können auch viel subtiler in Erscheinung treten: ein Hauptcharakter, obwohl mitten in einem wichtigen Story-Arc, der für eine ganze Staffel die Primärhandlung verwirft und ziellos verschiedenen Aktivitäten nachgeht die dann ihrerseits verworfen werden weil sie ursächlich nie als Sub-Plots o.ä. konzipiert waren. Das können in die länge gezogene Picknik-Szenen sein, seltener der Ausflug/Food Fan-Service, in der die Kochfähigkeiten des braven Mädchens sie effektiv als "Optimaru Waifū" zementieren sollen, aber auch Moe/Kawaii/DereDere-Szenen. Als Referenz wurde hierzu Nisekoi angegeben, dessen 2. Staffel de facto die Handlung zum Stopp zwingt.


    Ansonsten empfinde ich diese subtilen passiv-aggressiven Kommentare von dir als deplatziert; wenn man anderen Dinge vorwirft und im gleichen Satz genau das Gleiche macht, ist das nicht fair. Es ist nicht das erste Mal dass ich das bei deinen Posts bemerke.


    Ich habe dich in meinem Beitrag nicht persönlich angegriffen sondern Sekundärliteratur zitiert und den gegenwärtigen Stand der Causa bez. Fan Service aufgezeigt. Es gibt zwar, in den letzten Jahren, auch japanische Autoren (Yoshino et al 2010) die die Wirkung von Service etwas kritischer sehen, aber ich wollte keine japanischsprachigen Arbeiten zitieren, da es...naja auf Japanisch ist und ich das mühselig übersetzen müsste. Ich bin bedingt durch mein Studium zum Teil angewiesen auf diese Literatur.

    Mein zwei Monate alter Beitrag wurde von dir zitiert, und ich hab mit der Sekundärliteratur versucht meinen Standpunkt darzulegen da ich ein Missverständnis erkannte und es geklärt haben wollte aber dennoch keine große Diskussion bezweckte.

    Wenn du keine Lust auf weitere Diskussionen hast, wieso reicht es dir nicht genau das zu sagen?

    Das habe ich sogar getan->

    Ansonsten klinke ich mich aus dem Gespräch hier raus, da ich echt null Bock auf diese Geschlechterrollen/Sexualisierungs-Diskussion in Animes/Mangas habe.

    Bastet Du vermengst die Begriffe Fan-Service mit der Sexualisierung und setzt diese de facto gleich. In der Sekundärliteratur zur Analyse des Fan-Services besteht eben jene Causa aus einer vielschichtigen Kombination von vielen kleineren Dingen (sub-)summiert zu einem großen, in der Literatur als solches definiertes, Phänomen. Um zur Sekundärliteratur zurückzukommen; die von Keith Russel (The Glimpse and Fan Service: New Media, New Aesthetics, 2009) vorgelegte Studie definiert eben nicht ausschließlich sexuell-erotische Implikationen wie Sukumizu/Pantsu-shots als Fan-Service (siehe ibid s. 104-106ff) sondern eben (u.a.) auch unnötig-exzessive Gewaltinszenierungen, manchmal sogar Kleinigkeiten wie das Singen von patriotisch angehauchten Liedern oder aber auch pseudo-wissenschaftliche Analogien für (wie Russel angibt) Otakus, die aber in ihrem Kontext die Primärhandlung kein Stück voranbringen. Laut Russels Studie gehört dieses Phänomen in diesem Ausmaß vergleichweise zur jüngeren Geschichte der Animes/Mangas für Jugendliche (Shounen, seltener Shoujo), daher wohl auch die Namensgebung seiner Arbeit: New Media, New Asthetics. Obwohl im Kern nichts Neues, erkennt Russel eben an, dass eine merkliche Veränderung in puncto Fan-Service vonstatten geht. In seiner initiellen Studie scheint er davon zunächst begeistert zu sein (ibid s. 107-110). Große Teile dieser, von Russel, beschriebenen Elemente des Fan-Service sind ein Kernbestandteil des modernen RomCom-School Animes und eben nicht exklusiv auf Echi Animes anwendbar. Hierzu hat Robin Brenner eine der wohl interessantesten Resümees gezogen (Brenner Understanding Manga and Anime, 2012): durch die Übersexualisierung läuft (speziell) die jugendliche Leserin stärker in Gefahr angeekelt zu werden. Hier haben wir es mit einer ganz klaren Verlagerung der Zielgruppen zutun: während in den 80er-90er Jahren Duschszenen/Gainax Bounce (siehe u.a. Gunbuster) in Josei/Seinen-Anime (ab 18) die Norm sind, formiert sich ein neuer Trend: der Strand- bzw. Ginsenbesuch für ein nunmehr viel jüngeres Publikum Shounen/Shoujo-Animes (6-18 Jahre)...und das wurde in der Sekundärliteratur bereits als solches oft genug attestiert. Als Grund nimmt man gemeinhin hin die seit Jahren stetig schwächer-werdenden Verkaufszahlen aufgrund der Überalterung der japanischen Bevölkerung an, welche dann zu immer drastischeren Mitteln des Fanservices führt.


    Individuelle MyAnimeList Referenzen nach dem Motto "ja aber ich erlebe das nicht so" sind im Kontext der Sekundärliteratur de facto nicht von Belang: eine Studie bleibt am Ende immernoch eine anerkannte Studie.

    Ansonsten klinke ich mich aus dem Gespräch hier raus, da ich echt null Bock auf diese Geschlechterrollen/Sexualisierungs-Diskussion in Animes/Mangas habe. Es gab vor Jahren mal hier im Bisaboard eine völlig desolat laufende Diskussion mit einem effektiv destruktiven Ansatz bzw. Ende. Alaiya dürfte sich erinnern. *zwinker*


    Peace

    Ich hab die Dex-Einträge immer als eine Mischung aus Pseudo-Wissen und grotesker Satire empfunden, die bewusst durch bizarre oder falsche Informationen hervorsticht oder sogar hervorstechen will. Insgeheim stelle ich mir vor wie Gamefreak beim Erfinden solcher Einträge seinen Spaß hat. Wenn ich mich recht entsinne waren die ursprünglichen Dex-Einträge viel eher in der Kategorie der (ansatzweise nachvollziehbaren) Gigantomanie einzuordnen, wurden mit der Zeit aber stets absurder, obwohl auch in den ursprünglichen Einträgen Absurditäten keine Seltenheit waren.


    Ein gutes Beispiel der stetigen Absurdisierung (Patent beantragt) ist Kadabras Eintrag von Rot/Blau zu Feuerrot/Blattgrün:

    "Dieses POKéMON sendet spezielle Alphawellen aus, die bei Gegnern Kopfschmerzen auslösen."


    zu


    "Es geschah eines Morgens: Ein Junge mit zusätzlichen sensorischen Kräften erwachte in seinem Bett und wurde zu KADABRA."


    Insofern sind ungewöhnliche Dex-Eintrag, ganz egal wie absurd sie auch sein mögen, jedenfalls für mich, ein positives Element in Sw/Sd, ganz im Gegensatz zu den restlichen Kritikpunkten an der 8. Generation.

    Ich hüpf hier mal kontextlos rein, wie ein Party Crasher.

    Ich finde Fanservice (ファンサービス), sei er noch so subtil, ruiniert, wenn ich es entdecke, nahezu völlig den Anime für mich. Ich weiß nicht mal genau was mich daran so stört. Oftmals werden dadurch dynamische Charaktere zu statischen Puppen degradiert, welche benutzt werden um die Aufmerksamkeit des Zuschauers zu erregen und diesem zu gefallen. Ich fliege in solchen Momenten völlig aus der Immersion raus: 'Ahja, die müssen mit dem Anime Werbung für den Manga machen, deswegen gibt es diese Lasst-uns-alle-an-den-Strand-fahren Episode'. 😑 *vorspul*


    Der Übergang zur obengenannten Übersexualisierung in bestimmten Genres ist dabei fließend. Ich kann, wie Hänky treffend beschrieben hat, über manches hinwegsehen, jedoch ist der Großteil ein No-Go für mich.


    Am schlimmsten empfinde ich wohl den sogenannten Handlungs-Shift: Anime, die mit einer bestimmten Prämisse starten, aber nach wenigen Episoden ganze Handlungsstränge bewusst begraben und stattdessen den Fokus auf sub-Plots setzen, nur um nach einer Ewigkeit wieder darauf zurückzukommen.



    Ein perfektes Beispiel für ein Anime (nicht Manga) welches all die von mir erwähnten Kritikpunkte vereint, ein quasi-Negativbeispiel, wäre Nisekoi. Es mutiert von einem anfänglich auf Story-fokussierten School Anime mit Romance & (milden) Harem-Elementen (3 Love Interests) zu einem plumpen Harem Anime welcher Episode um Episode zum Fanservice Schwachsinn mutiert, wobei es die primäre Story fast für eine gesamte Staffel verwirft. Aber weil ich insgeheim verschossen bin in Kana Hanazawa kann ich den Anime nicht hassen.


    Obwohl Off-topic ein kurzer Anschnitt meiner zwei Lieblingsanimes; Makoto Shinkais Werke Kotonoha no Niwa und 5cm per Second, die sogar für 'Seinen'-Verhältnisse ungemein düster sind. Kurios, dass ich nach all den Jahren das Tanka aus Kotonoha no Niwa noch immer auswendig kann. So sehr hat mich etwas so kurzes beeinflusst.