Beiträge von Keksdrache

    Zur Rossana-Diskussion: Oh nein, es hat eine dunkle Hautfarbe, wie rassistisch. Verbietet alles, was eine dunklere Hautfarbe als schneeweiß hat, es könnte jemanden beleidigen! lol

    Es basiert nicht einmal auf einer schwarzen Frau, wie gern behauptet wird. Wie Sunaki sagte, irgendein Yōkai eben.

    Normalerweise schreibe ich ja nicht hier rein, aber ich sehe zwei sich widersprechende Meinungen und möchte mich auf Arrior s Seite schlagen, indem ich sage: Mach nicht diesen Fehler, spar dir Let's Go. Du würdest, wenn du den Vollpreis zahlst, dafür kaum Spielzeit/Unterhaltung rausholen, also wenn es unbedingt sein muss, dann such es irgendwo günstig gebraucht.

    Den Pokédex hat man viel zu schnell voll, weil er auf ausschließlich Kanto gekürzt wurde (Smaarty sagte, du könntest den Nationaldex füllen, was eine Lüge ist). Nach der "Story" kannst du eben Mewtu fangen und dann 150x das Gleiche machen, indem du die Meistertrainer besiegst, aber das zieht sich einfach nur und lohnt sich kaum. Außerdem ist das Spiel viel zu leicht, besonders wenn du deinen overpowerten Starter benutzt. Die einzige langfristige Beschäftigung wäre vielleicht Shinyhunting, aber was bringt das, wenn du die Shinys dann nirgendwo hin übertragen kannst? (Zurück auf Sonne/Mond geht nicht und vorwärts nach Schwert/Schild steht in den Sternen.)

    Im Übrigen ist die Wurf-Steuerung auch nicht gerade die beste, denn meistens fliegen die Pokébälle einfach da hin, wo sie gerade Lust haben. Und ja, ich weiß, dass man vor dem Werfen gerade auf den Bildschirm zeigen muss, aber das macht keinen Unterschied.



    Mit offenen Mündern starrten Resharp und Gladi den seltsamen Drachen an, der wie aus dem Nichts vor ihnen erschienen war. Und Latias konnte nicht aufhören zu kichern. „Ihr solltet eure Gesichter sehen, hihihi!“

    „Von wo bist du'n auf einmal aufgeploppt?“, fand Gladi als erstes die Sprache wieder.

    „Wir können uns unsichtbar machen“, erklärte Latias lächelnd. „Und unsere ganze Insel noch dazu.“

    „Schwester, was treibst du denn da?!“, rief jemand aufgebracht. „Warum zeigst du dich den Fremden? Sie könnten gefährlich sein!“ Die Stimme klang ebenso hell wie die des weiblichen Drachen, doch hörte man dieser an, dass sie einem männlichen Wesen gehörte.

    „Ach Latios, jetzt sei nicht albern“, antwortete die Angesprochene. „Das ist ein Drache, genau wie wir! Drachen halten doch zusammen.“

    „Und deshalb hast du vorhin auch deine Heilwoge benutzt, nicht wahr?“ Latios seufzte, doch woher dies kam, ließ sich nicht feststellen.

    „Kommst du jetzt auch endlich mal raus? Sei doch nicht so unhöflich“, verlangte Latias.

    „Du bist einfach eine viel zu gute Seele, Schwesterherz.“ Neben ihr zeichnete sich nun ein glänzender Umriss ab, als ihr Bruder sich doch fügte. Die Form des Drachen entsprach in etwa der seiner Schwester, nur größer; außerdem erkannte man, als er endlich vollständig sichtbar wurde, dass entsprechende Teile seines Körpers nicht rot, sondern blau waren.


    Das Reshiram räusperte sich. „Also, ihr wollt mich ja sicher nicht nur als Drache ansprechen, ich hab ja auch einen Namen. Ich heiße Resharp“, sein Blick wanderte kurz zu seiner Gefährtin, „und das ist Gladi.“

    „Und ihr seid Latias und Latios“, sagte das Gladiantri schnell und grinste – ironisch – ob ihrer Scharfsinnigkeit.

    „Da hast du aber gut aufgepasst“, lachte der rote Drache.

    „Was sucht ihr denn nun auf unserem Wundereiland?“, fragte der blaue Drache noch immer sichtlich unruhig, aber sich zurückhaltend. „Nachdem meine Schwester euch reingelassen hat, kann es ja nicht so schlimm böse sein“, murmelte er in sich hinein.

    „Den Weg nach Hause“, antwortete Resharp. „Wir sind aus Einall hierher verschleppt worden, aber ein Pokémon namens Jirachi sagte, ihr wüsstet einen Weg zurück, an einem wundersamen Ort oder so ähnlich.“

    Die Geschwister warfen sich einen stillschweigenden Blick zu. „Einall …“, sagte Latias mit leuchtenden Augen. „Dort waren wir ja ewig nicht.“

    „Weil es selbst für uns ein längerer Flug ist und wir nicht nach Lust und Laune durch die Wundersamen Orte reisen sollen“, mahnte Latios.

    „Wer sagt denn das?“, mischte sich Resharp ein.

    „Unser Vater, ein ehrenhaftes Lati“, erklärte er. „Wir haben von ihm seinerzeit den Auftrag erhalten, die unberührten Inseln Hoenns zu schützen.“

    Gladi öffnete den Mund, wurde jedoch von Latias abgefangen, die ihr die Frage von den Lippen ablas: „Wir sind Lati. So, wie du ein Gladiantri bist. Und dein Freund ein, äh …“

    „Reshiram“, half es nach. „Euer Vater, sagst du? Heißt das, ihr Lati seid keine Legendären Pokémon?“

    Verwirrt sahen sie es an. „Wie kommst du denn zu diesem Schluss?“, fragte Latios. „Ich meine, dass wir schon welche sind, aber es war für uns nie ein großes Thema.“

    „Da!“, rief Gladi erbost. „Siehste, Reshi! Dieser Mistkerl Kobalium hat doch Quatsch gelabert!“

    „Du könntest recht haben, Gladi …“ Aber wenn die meisten Legendären Pokémon kein Problem mit Nachwuchs unter Ihresgleichen hatten, weshalb gab es dann Vertreter, die ihm mit solch extremer Ablehnung begegneten? „Die Legendären Pokémon Kyurem und Kobalium haben mich angegriffen und hassen mich, weil ich das Kind von Reshiram bin. Legenden haben kein Kind.“ Es schluckte den Kloß in seinem Hals, der sich bei dem Gedanken daran gebildet hatte – dies war kein Moment für Trübsinn.

    Latias schüttelte verständnislos den Kopf. „So ein Unsinn. Von uns Lati gibt es doch auch ganz viele, und wenn wir keine Kinder bekämen, würden wir doch irgendwann verschwinden.“ Latios nickte. „Das muss irgendeine seltsame Denkweise aus Einall sein. Hier haben wir noch nie davon gehört.“

    „Aber …“, machte Resharp.

    „Nix aber“, fiel Gladi ihm ins Wort. „Is' das Ding nich' endlich mal geklärt? Du hast 'n paar legendäre Vollidioten erwischt, basta.“ Bevor ihr Freund ihr noch einmal widersprechen konnte, wechselte sie schnell das Thema: „Mich juckts ja eher, was diese Wundersamen Orte sein sollen. Scheinen ja irgendwie besonders zu sein.“

    Wieder war dieses abenteuerliche Funkeln in Latias' Augen zu sehen. „Das könnten wir euch natürlich gerne erklären, aber … wie wäre es, wenn wir es ihnen einfach zeigen, Bruder?“

    Latios überlegte einen Moment, dann schloss er die Augen und atmete einmal tief durch. „Meinetwegen. Vater hätte bestimmt nichts dagegen, wenn wir die Wundersamen Orte dazu benutzen, jemandem in Not zu helfen.“

    „Aber vorher machen wir noch einen kleinen Rundflug durch Hoenn, nicht wahr?“, quietschte Latias aufgeregt.

    „Ich weiß ja nicht“, sagte Resharp. „Gladi und ich mussten die letzten Tage schon so eine weite Strecke über das Meer reisen. Darauf habe ich jetzt nicht mehr so viel Lust.“

    „Es wird für euch gar nicht anstrengend, versprochen“, versicherte ihm das rote Lati. „Außerdem besteht Hoenn ja gar nicht nur aus Meer. Es gibt auch viele wunderschöne Plätze, die auf trockenem Land liegen.“

    Das gefiel Resharp schon besser, aber einen Einwand hatte es noch. „Was, wenn wir gesehen werden?“

    Latias musste wieder kichern. „Hast du etwa schon vergessen, dass wir uns unsichtbar machen können? Das machen wir natürlich auch mit euch.“

    „Möchtet ihr nicht endlich losfliegen?“, sagte Latios ungeduldig. „Der Tag ist noch jung, wir sollten ihn nutzen.“

    „Ja, du hast ja recht, Bruderherz.“ Seine Schwester warf Resharp und Gladi einen auffordernden Blick zu, und diese ließen sich nichts zweimal sagen. Während Latias und Latios die beiden in einer Aufwärtsspirale umkreisten, erhob sich das Reshiram mit seiner Freundin auf dem Rücken ein Stück weit in die Luft.

    „Wohin fliegen wir nun?“, rief es.

    „Du musst dir darüber keine Gedanken machen!“, antwortete eines der Lati – welches, das ging in ihrem wilden Tanz unter. „Lass dich einfach tragen und vertraue uns!“, ergänzte vermutlich das andere.

    Immer höher stiegen sie kerzengerade nach oben, und obwohl Resharp dafür die ganze Zeit mit den Flügeln schlug, hatte es nicht das Gefühl, dass diese es hochtrieben. Normalerweise hätte es ein solcher Aufstieg unendlich viel Kraft gekostet, da es viel leichter ging, vorwärts zu fliegen und dabei bestenfalls noch einen Aufwind mitzunehmen. Dieses Mal sorgten allerdings die Lati mit ihren geheimnisvollen Kräften dafür, dass es ihm – wie versprochen – kein bisschen anstrengend wurde.

    Bald erreichten sie eine anständige Flughöhe, und der Schleier, der Wundereiland umgab, lichtete sich ein weiteres Mal. Nun war auch die Sonne wieder zu sehen, die mittlerweile so hoch am Himmel stand, dass gerade der letzte Funke Orange am Horizont erlosch. Die wabernde Drachenenergie, die den unsichtbaren Ort schützte, umfing das Reshiram nun wie ein sanfter Wind anstatt eines tosenden Orkans, der ihm alle Sinne raubte.

    So hoch waren sie noch nie geflogen, und alles sah so viel kleiner aus, als es eigentlich war. Im Nordosten erkannte Resharp den weißen Krater von Xeneroville, umgeben von den klingenartigen Felsinseln, die ihm keinen Landeplatz geboten hatten. Weiter in der Ferne glaubte es sogar als winzigen Punkt die Insel zu erkennen, auf der ihr Irrflug durch Hoenn seinen Anfang genommen hatte – die Position stimmte jedenfalls. Es war nun auch ersichtlich, dass diese zu einem kleinen Archipel gehörte, jedes Eiland mindestens einen halben Tagesflug von den anderen entfernt.

    „Bist du bereit?“, flüsterten die Lati. Es nickte.


    Der Sturmwind riss es mit sich. Mit halsbrecherischem Tempo, schneller als jede Flugmaschine, schossen sie durch den Himmel über der Inselgruppe. Doch keinem der beiden Freunde drehte sich hierbei der Magen um, denn die Lati widersetzten sich der Schwerkraft nicht mit aller Gewalt, sie waren eins mit den Lüften.

    „Yippie!“, krähte Gladi und warf vor Vergnügen die Hände nach oben. Angst, von Resharps Rücken herunterzufallen, wäre ohnehin unbegründet gewesen unter dem Schutz der Geschwister.

    In einer gewaltigen Kurve sausten sie zuerst nach Osten, folgten der Anordnung der Inseln Richtung Norden und drehten über dem Platz der Flugmaschinen schließlich nach Westen herum. Was das Reshiram unter normalen Umständen mehrere Tage gekostet hätte, dauerte bei diesem wundervollen Ritt kaum einige Minuten.

    „Im Luftraum laufen die Dinge anders“, sagte Latios, als hätte er diesen Gedanken gehört.

    „Seht, dort ist der Pyroberg“, deutete Latias in die Richtung eines Berges, der von grauen Gemäuern, die nach oben hin brüchiger und ruinierter wurden, geziert und dessen Gipfel von einem Ring aus Wolken gekrönt wurde.

    „Den kennen wir doch“, grinste Gladi.

    „Stimmt“, antwortete Resharp. „Dort haben wir mit Jirachi gesprochen. Ohne es wären wir nicht hier bei euch.“

    „Wir erweisen dort hin und wieder unseren vergangenen Geschwistern die Ehre“, erklärte Latios. „Es ist ein Ort des Gedenkens.“

    Ebenso schnell wie alles andere lag der Berg auch schon wieder hinter ihnen, und sie überflogen einen üppigen Dschungel, den ein reißender Fluss durchschnitt. Nur wenige Brücken erlaubten es den nicht zum Fliegen Gebauten, das Wasser zu überqueren, doch das stellte natürlich kein Problem für das Gespann dar, das nun über eine niedrige Bergkette hinweg war und zu einer Wüste am Fuße eines gigantischen Vulkans gelangte. Sie mussten sogar ein wenig nach oben steigen, um diesen an Höhe zu übertreffen.

    „Der Schlotberg“, sagte Latias. „Passt auf, ich zeig euch einen lustigen Trick! Nicht blinzeln!“

    Die Gruppe verlangsamte sich und kreiste um den Rand des Kraters herum.

    „Schwester, was hast du vor?“, fragte Latios streng. „Keine gefährlichen Sachen!“

    „Gar nicht“, flötete sie, stürzte sich mit einer blitzschnellen Schraube in die feurige Tiefe und zog knapp über der brodelnden Lava wieder hoch.

    Gladi applaudierte und Resharp nickte anerkennend, während sie von ihrem Bruder nur einen scheltenden Blick erntete.

    Als nächstes sausten sie den Berghang ein Stück hinab, bis sie wieder ihre ursprüngliche Höhe erreicht hatten, und sahen dort eine wunderschöne Kraterlandschaft aus weißem Gestein wie bei Xeneroville. Kristallklares Wasser sprudelte in glitzernden Fällen über die Felsen, und Resharp meinte, einen entfernten Hauch von Drachen-Energie von dort zu vernehmen.

    „Was du spürst, ist die Hoffnung der Meteoraner, die tief hier in den Meteorfällen leben“, beantwortete Latios wieder eine nicht gestellte Frage. „Sie beten einen großartigen Drachen an, der hoch oben am Himmel lebt, noch höher, als wir jemals fliegen könnten.“


    Nun hielten sie sich dicht an der Küste in Richtung Süden. Das Landschaftsbild nahm hier eine ruhigere Form an, wo sich Großstädte mit Wäldern, Seen und Stränden aneinanderreihten. Auch, wenn es über diese Orte nichts zu erzählen gab, war das meiste davon doch schön anzusehen. Als sie schließlich das letzte, kleine Dorf hinter sich gelassen hatten, drehten sie wieder nach Osten und ein wenig nach Norden ab, bis sich unter ihnen wieder der Ozean befand.

    „Wir steuern jetzt auf den Wundersamen Ort zu, durch den ihr nach Hause gelangen könnt“, kündigte Latias an.

    „Oh, haben wir etwa schon alles gesehen?“, fragte Resharp; gerne hätte es noch weiter diese fremde Region erkundet, wo es doch jetzt diese bequeme Möglichkeit dazu hatte.

    „Nein, natürlich nicht“, antwortete das rote Lati lachend. „Aber wenn ihr uns mal besuchen kommt, soll doch noch etwas übrig sein, was wir euch zeigen können!“

    „Du glaubst, sie kommen den weiten Weg hierher zurück?“, fragte Latios kritisch.

    „Bestimmt“, versicherte das Reshiram den beiden. „Wenn wir eine Möglichkeit gefunden haben, die keine Menschen oder ihre Flugmaschinen beinhaltet.“

    „Reshi, die Insel kenn ich doch“, meldete sich Gladi.

    Und sie hatte recht – diesen trostlosen Hügel, auf dem nichts weiter als ein paar Beerensträucher wuchsen, hatten sie erst vor kurzer Zeit betreten und wieder verlassen.

    „Ach ja, Königin Asora und ihr Reich“, murmelte Resharp augenrollend, es suchte nur noch die Wablu-Wolke, die ja wohl hier irgendwo herumschwirren musste.

    „Asora?“, stöhnte Latios. „Tut mir leid, dass ihr auf sie treffen musstet. Sie bildet sich ein, den Wundersamen Ort bewachen zu müssen. Auf ihre Art, versteht sich.“

    „Hä? Das soll 'ne Wunderinsel sein?“, fragte Gladi.

    „Und ob!“, rief Latias. „Nur halt nicht, naja, so. Hier verbirgt sich die ‚Rätselhafte Höhle‘, aber normalerweise sieht man sie eben nicht!“ Wie zur Demonstration formte sie zwischen ihren Händen einen Nebel, den sie dann von sich stieß und der über der Mitte der Insel in Kugelform schweben blieb.

    „Das sollten wir dann wohl ändern“, meinte ihr Bruder, und die Zeichnung auf seiner Stirn leuchtete hell auf. Ein greller Lichtstrahl schoss auf den Nebelball zu, und als die beiden Attacken miteinander reagierten, änderte sich ihre Form zu einer roten Kugel, die wie ein Stern strahlte.

    „Das ist wunderschön, aber was bringt das nun?“, fragte Resharp. Die Antwort erhielt es sofort: Unter dem Licht des roten Sterns materialisierte sich anstelle von Asoras karger Insel eine weitreichende, idyllisch grüne Ebene, wo jeder kümmerliche Beerenstrauch nun einem prächtigen Baum entsprach. Wo einst der grasbewachsene Hügel einsam aus dem Meer geragt hatte, flossen nun zwei Bäche einen flachen Felsen hinab, in dem ein breiter Höhleneingang prangte.

    Auf ebenso spektakuläre Weise, wie sie in die Luft gestiegen waren, landeten sie nun auf dieser neuen Insel, wenn auch deutlich schneller. Wobei „landen“ wohl nur auf Resharp und Gladi zutraf, denn die Lati berührten ja nach wie vor nicht den Boden.

    „Wie bei Wundereiland, richtig?“, meinte das Reshiram.

    „Ja, genau“, sagte Latios. „Nur mit dem Unterschied, dass wir es hier nicht wie Meer aussehen lassen, sondern zumindest eine kleine Insel beibehalten.“

    „Macht doch mal Meer draus, wenn Asora nich' da is', die wird glotzen“, grinste Gladi.

    „Gute Idee eigentlich“, grinste Latias zurück.

    „Dumme Streiche gehören meines Wissens nicht zu unseren Pflichten, Schwester“, tadelte Latios und verschwand in der Höhle. Die beiden Mädchen tauschten eine Grimasse aus, dann folgten sie ihm zusammen mit Resharp.

    Das Höhleninnere bestand nur aus einem einzigen Raum, der bis auf eine Felsplattform in der Mitte mit Wasser durchflutet war. Die Quelle dieses Wassers bildete ein dritter Bach, der an der hinteren Wand von oben hereinsickerte. Auf dem begehbaren Boden lagen zwei große Trümmer eines sauber gespaltenen Felsen. Dahinter … leuchtete etwas.

    Als Resharp näher herantrat, wurde klar, dass es sich um eine Art Portal handeln musste, das wie ein Loch im Raum über dem Boden schwebte. „Wo werden wir denn genau landen, wenn wir da durch gehen?“

    „Das Portal führt euch ins Herz des Janusberges in Einalls Ostgebirge“, sagte Latias. „Keine Sorge, ihr müsst nicht lange nach einem Ausgang suchen, das ist nämlich ein Vulkan.“

    „Das Ostgebirge?“, überlegte Resharp. „Eigentlich wollten wir ja zum Westgebirge, aber ich schätze, etwas Besseres können wir gerade nicht bekommen. Hauptsache, wir sind wieder in Einall.“ Es machte einen weiteren Schritt auf das schwebende Licht zu, da wurde es noch einmal von dem blauen Lati gestoppt.

    „Warte, Freund. Ich möchte euch etwas geben, damit ihr kein weiteres Mal verschleppt werdet.“

    Die Augen seiner Schwester wurden vor Verwunderung ganz groß. „Was höre ich da von dir, Bruderherz? Du vertraust ihnen ja viel schneller, als ich es von dir gewöhnt bin.“

    Er räusperte sich verlegen. „Ich spüre einfach, dass ihre Ziele von reiner Natur sind, Latias. Und … ähem … wie du sagtest … Drachen halten zusammen.“ Er machte eine beiseitewischende Bewegung mit seinem Arm, bevor er selbige an das rote, dreieckige Zeichen auf seiner Brust hielt. Es leuchtete kurz auf wie zuvor seine Stirn, und auf einmal hatte er ein kleines, rundes Objekt in der Hand. „Einen solchen Talisman stellt ein jedes Lati am Ende seines Lebens her, um seine verbleibende Energie zukünftigen Generationen zur Verfügung zu stellen. Er wird Seelentau genannt und ihr könnt ihn benutzen, um euch einmal am Tag für kurze Zeit unsichtbar zu machen, genau wie wir.“

    Er hielt Resharp den lilafarbenen Stein entgegen, in dessen Inneren eine kleine rosafarbene Wolke herumwaberte. Es zögerte, ihn anzunehmen. „Das klingt ja so, als würde da die Seele eines eurer Verwandten drinstecken. Ich will euch das wirklich nicht wegnehmen.“

    „Nicht doch“, beruhigte es Latias. „Das hast du falsch verstanden. Wir stecken nicht unsere Seele in den Tau, sondern unsere Energie, damit unsere Seele Frieden finden kann. Und wir schreiben ihm nicht zu viel sentimentale Bedeutung zu, damit er auch sinnvoll genutzt wird, anstatt nur als Gedenkobjekt zu verstauben.“

    Immer noch unsicher sah das Reshiram den Geschwistern abwechselnd ins Gesicht, und erst, als ihm beide lächelnd zur Bestätigung zugenickt hatten, griff es langsam nach dem Seelentau. Behutsam verstaute es ihn zwischen seinen fluffigen Brustfedern, sodass er nicht herausfallen konnte. „Vielen Dank, Latias und Latios. Ich hoffe, wir sehen uns eines Tages wieder.“

    „Alle Träume sind nur eine andere Realität“, sagte Latios.

    „Vergiss das nicht“, ergänzte Latias.

    „Ja okay, was auch immer das jetzt heißen soll“, meldete sich Gladi und stieg auf Resharps Rücken. „Bist cool, Latias. Man sieht sich.“

    „Ich freu mich drauf, Gladi“, flötete das rote Lati.

    Das Reshiram atmete noch einmal tief durch, nahm ein, zwei Schritte Anlauf, dann lief es los und sprang mitten durch das Portal.




    Highlights: Kiriki-chan , Shining Lucario , Luxuria , Lynneth Bucherstede

    "Augenblick noch", sagte Ignaz unvermittelt, "nur zur Info - ich nehme die Quest nur dann an, wenn ich eine anständige Belohnung dafür bekomme ... naja, ich nehme sie so oder so an, aber ansonsten wird sie für die nächsten sechs Monate in meinem Questlog verstauben, klar?"

    Der Detective seufzte - er kannte zufällig tatsächlich eine Person, die ihm bei diesem Unterfangen behilflich sein könnte, doch die Freundschaft mit diesem instabilen, irrationalen, vielleicht sogar gefährlichen Individuum war äußerst einseitig geprägt ... von dessen Seite aus.

    Der Zettel war, wie er nun feststellte, völlig durchweicht worden und er fürchtete, die Buchstaben wären völlig verwaschen und unleserlich, doch im Gegenteil leuchteten sie nun in einem schwachen Cyan.