[...] Bislang hatte ich auch nicht geplant, mir die anderen Filme der Trilogie zu Gemüte zu führen, aber jetzt, wo du's schon ansprichst, frage ich mich: Warum eigentlich nicht? Dann habe ich gegoogelt und festgestellt: "Ah, darum nicht." Im Streaming sind die alle nicht vorhanden. Ob ich die 8 € in die Hand nehmen werde, um mir die Filme mal kurz digital zu leihen, bleibt abzuwarten. Voraussichtlich habe ich bald aber jede Menge Zeit für solche Unterfangen, also schreib ich's noch nicht komplett ab. :')
Die 4 € für das überragende US-Remake werde ich mir unter diesen Bedingungen aber trotzdem sparen (auch wenn's mich jetzt schon interessiert, lol). [...]
Sofern es dir nicht wirklich in den Fingern juckt, kannst du ruhig abwarten, da die Filme immer mal wieder den Weg in eine ÖRR-Mediathek finden oder bei einem Streamer wie MUBI oder Prime Video landen. Ich gebe dir sonst gerne Bescheid, wenn sie verfügbar sind. Das berüchtigte US-Remake von Oldboy lässt sich aktuell bei Joyn anschauen. Bzgl. deines Interesses habe ich dir mal die besagte Kampf-Sequenz aus dem Remake verlinkt. Die südkoreanische Vorlage solltest du ja noch lebhaft in Erinnerung haben, weshalb ein direkter Vergleich sicherlich ein leichtes Unterfangen ist. Man könnte fast meinen, dass das Original hier parodiert wird. (Ist aber leider ernstgemeint.)
Ich war im Übrigen letzte Woche im Kino und habe zum einen den neuen Pixar-Film Hoppers angeschaut sowie im direkten Anschluss dann noch Marty Supreme. Rückblickend war das wohl eines meiner schönsten Kinoerlebnisse der jüngeren Vergangenheit; fand beide Filme echt gut. Der Animationsfilm kam für mich sehr überraschend, da ich gar keine Promo mitbekommen hatte, aber sowas geht an mir manchmal auch einfach komplett vorbei. Die Animation ist so solide, wie man es vom Studio nun mal seit jeher gewohnt ist (insbesondere Fell- und Wasseranimation), aber auch die Geschichte ist nett konzipiert. Sicherlich hätte man sich noch etwas mehr trauen können und geht beim Rahmen der Geschichte auf Nummer sicher, aber im Endeffekt ist es einfach ein sehr spaßiges Kinoerlebnis mit einigen überraschenden Wendungen geworden. Ist jetzt also meiner Ansicht nach kein Film, bei dem einem der detaillierte Handlungsverlauf im Voraus von Weitem entgegenschreit. Zweimal hat der Animationsfilm mich richtig erwischt, dass ich feuchte Augen hatte; auf der anderen Seite gab es aber auch einen sehr lustigen Moment, den ich bei einem Film, der sich auch an ein junges Publikum richtet, so nicht erwartet hatte. Und in dem Zusammenhang fällt mir ebenfalls ein, dass der Film an vereinzelten Stellen auch eine Härte zeigt, die ich in dieser Art Film nicht vermutet hatte. Etwas out of place (im wahrsten Sinne des Wortes) empfand ich den Hai, aber am Ende des Tages kann ich solche Mankos verschmerzen. Nachdem ich Elio zuletzt eher schwach fand, ist Hoppers für mich ein richtig gutes Comeback, ohne ihn auch nur ansatzweise auf eine Stufe mit Ratatouille, WALL-E & Co. setzen zu wollen. Noch dazu ist es umso schöner, dass es mal wieder was Eigenständiges ist und keine Fortsetzung - aber gut, Toy Story 5 kommt schon diesen Sommer und Die Unglaublichen 3 sowie Coco 2 sind ebenfalls bereits in Vorbereitung. Zu viel Neues darf dann wohl auch nicht gewagt werden.
Marty Supreme fand ich dann nochmal ein ganzes Stück besser und ich würde sogar soweit gehen und sagen, dass es mein schönstes Filmerlebnis seit One Battle After Another letztes Jahr war. Mich hat das Tischtennis-Setting aus ganz persönlichen Gründen total abgeholt, das allerdings aber auch mehr als großer Aufhänger des Films dient, als dass der Sport übermäßig viel Zeit auf der Leinwand für sich beansprucht. Timothée Chalamet gibt eine beeindruckende Performance eines nicht sonderlich sympathischen, aber äußerst vielschichten Protagonisten zum Besten und die Geschichte zieht einen mit einer ungeheuren Sogkraft in ihren Bann. Als ich einmal auf die Uhr geschaut hatte, waren knapp zwei Stunden vergangen und ich hatte mich bis dato keine Sekunde gelangweilt, geschweige denn, dass ich es für möglich gehalten hätte, dass bereits so viel Zeit verstrichen war. Die Geschichte hat so viele Ebenen, die im Endeffekt allein dazu dienen, eine immer detailliertere Charakterstudie der Hauptperson abzubilden und die Mittel aufzuzeigen, zu denen Marty Mauser bereit ist zu greifen, um sein großes Ziel zu verwirklichen. Für mich ganz großes Kino und der bislang beste Film von Josh Safdie.