Beiträge von MightyHonweisel

    Ich habe es auch angespielt und bisher betrachte ich das Ganze mit gemischten Gefühlen.


    Sehr positiv finde ich das angenehme neue Spielekonzept. Es macht Pokémon einfach sehr viel "echter" an dem, was man bspw. auch kennt wann man vor vielen Jahren als Kind den Anime gesehen hat. Gerade die Bewegungsfreiheit im Kampf um das Pokémon herum gibt dem sehr dynamischen Kampfsystem ein ganz frisches Gefühl. Positiv finde auch, dass am bisherigen rundenbasierten Konzept zwar festgehalten, dieses jedoch auch verfeinert wurde.


    Bei der Grafik bin ich hin- und hergerissen. Ich meine einerseits frage ich mich auch, warum ein Unternehmen wie GF immer wieder damit durchkommt, derart schlechte und matschige Texturen einzubauen. Das ist an manchen Stellen sogar noch mieser als Schwert/Schild. Auf der anderen Seite (leider!) sind da meine Erwartungen auch nicht mehr allzu hoch, da ich auch nicht damit rechne, dass Pokémon jemals den graphischen Sprung auf die aktuelle Konsolengeneration schaffen wird. Ich meine hier im Thread ist der Tenor ja auch überwiegend, dass die schlechte Grafik nicht wirklich als störend wahrgenommen wird. Ich finde es etwas schade, weil ich den genrellen Artstyle der Landschaften und Outfits an sich sehr stimmig und schön finde. Auch die Modelle der Pokémon die ich bisher gesehen/gefangen habe einschließlich der Attackenanimationen war doch eigentlich sehr gelungen. Nächstes Mal ein wenig mehr Auflösung und weniger Pixelbrei und dann denke ich, dass das ziemlich gut wird ;)


    Die Musik finde ich entgegen der im Internet als "langweilig" und "farblos" vorherrschenden Meinung sehr passend zum Setting des Spiels. Ich meine wir sind in der Vorzeit einer Region und befinden uns meistens in der eher kargen Wildnis, um Missionen abzuschließen. Da fände ich Rummelplatzmusik irgendwie nicht so angebracht. Aber das ist ja auch sehr Geschmacksabhängig.


    Was ich allerdings leider gar nicht gut finde ist die Art, wie die Missionen im Pokédex gestaltet sind. Bei den Nebenmissionen fällt das (bisher) nicht so ins Gewicht, aber ich finde es so super nervig, dass man manche Mission durch eine mehr als 20-fache Wiederholung zur vollständigen Erfüllung ins Endlose treibt. Da kann ich auch nicht nachvollziehen, wie manche hier schreiben können, dass sie aus sowas Langzeitmotivation ziehen, ich ziehe da nicht gerade Spielspaß draus, zum x.ten mal ein Pokémon anzugreifen, nur dass ich eine bestimmte Attacke sehen kann. Ich bin auch tendenziell jemand, der gerne (nahe 100%) spielt, aber niemand der Montag Abend 15 Pokémon fängt und dann denkt "Boah ja, ich freu mich schon so auf das nächste Mal, nochmal 10 weitere große/kleine/schwere/whatever XYZ fangen!".


    Auch schade finde ich die Routengestaltung. Dass eine große Wildnis im echten Leben auch unbewohnt wirkt, damit gehe ich ja noch mit. Aber derart karg und je nach Gebiet zT so strikt nach Chunk und darin spawnenden Pokémon aufgeteilt ist in meinen Augen ganz schön viel verschenktes Potenzial. Ich mein klar, man muss da auch die Balance mit der Performance finden, aber manche Areale wirken dadurch sehr "sortiert" und gleichzeitig etwas arg leer.. Auch die (ich nehme mal an, dass es eine war) Performanceentscheidung, die Welt nicht richtig betretbar zu machen, sondern über eine Art Teleport und Cutscene zu verbinden finde ich sehr schlecht gemacht. Das nimmt irgendwie auch sehr viel vom offenen Flair des Spiels.


    Ganz schrecklich finde ich auch, dass die Steuerung (X-Wechsel, anvisieren und werfen) schwammig und rutschig reagiert. Selbst jetzt, wo ich eigentlich denke, dass ganze ein wenig zu beherrschen ist das einfach nicht gut gelungen in meinen Augen.


    An sich ein sehr gutes neues Spiel, welches jedoch diese ganz krass guten Bewertungen mMn eher zu unrecht führt. Und zwar nicht allein wegen der Grafik. Und zu den Verkaufszahlen muss ich sagen, dass sie nachvollziehbar sind aufgrund des Spiels, ich aber definitiv davon ausgehe, dass das nicht zwangsweise nur mit einer guten Qualität des Spiels sondern auch (!) der Tatsache, dass es halt ein "neues" Pokémon ist (und damit auch einen neuen Weg geht) zu begründen ist.

    Und die haben die bestimmt nicht nur für das Foto aufgesetzt ;) .

    Richtig, denn es wurden ja reihenweise Demos aufgelöst, weil sich die Teilnehmer vorbildlich an Maskenpflicht, Abstandsregeln und sonst irgendwelche Maßnahmen gehalten haben. Ich finde es schon sehr satirisch, dass du hier den Leuten ständig Framing und Schubladenstecken vorwirfst, während du von Ungeimpften stets ein Bild des verantwortungsvollen, mündigen Bürgers zeichnest, der brav auf den Totimpfstoff wartet und alle sinnvollen Maßnahmen der Regierung mitträgt.


    Nichts für ungut, aber nur weil du dich vorbildlich verhältst und ein paar Leute kennst, die das auch so sehen, ist die Generalisierung ebenso unangebracht, wie wenn ich behaupten würde, dass alle Geimpften so reagieren würden. Es gibt zwischen den beiden Lagern nur einen großen Unterschied:


    Weder wissen wir die Dunkelziffer unter Geimpften die symptomlos sind noch müssen sich diese in umfangreichen Maße testen während Ungeimpfte an jeder Ecke zum Test gebeten werden und diese immer weniger werden. Außerdem ist es nicht unwahrscheinlich, dass diese sich auf der Arbeit bei ungetesteten Geimpften anstecken.

    Das Problem sind nach wie vor weniger die Geimpften, die sich bei Geimpften anstecken, sondern die Ungeimpften, die sich anstecken, völlig egal von wem. Und auch wenn die Studien darauf hindeuten, dass der Impfschutz gegen Omikron durch die aktuellen Impfstoffe sinkt (Quelle), so schützt insbesondere ein Booster weiterhin effektiv vor schweren Verläufen. Zudem hat BionTech-Chef Sahin bereits angekündigt, dass in wenigen Monaten eine adaptierte Version des Impfstoffs bereit stehen könnte. Dabei gilt aber auch zu bedenken, dass die Hürden für Zulassungen hoch sind und trotz der aktuellen Lage alles geprüft und validiert werden muss. Das ist übrigens auch was, was man beim Warten auf den Totimpfstoff bedenken sollte - Die mögen zwar bald auf den Markt kommen, sind aber meines Wissens nach auch nicht auf Omikron angepasst..

    Ändert aber nach wie vor nichts daran, dass die Rate an schwer erkrankten eben dann sinkt, je mehr Leute sich impfen lassen.

    Ist ein totimpfstoff wirksamer?

    Nicht zwangsweise. Was aber wünschenswert wäre, wäre eine längerfristig anhaltende Wirkung im Vergleich zu den aktuell angebotenen Impfstoffen. Ich denke aber, dass wir nach der Zulassung erstmal sehen müssen, wie viele sich damit impfen lassen und wie es sich danach entwickelt.


    Wie souverän sich die Grünen die Woche wieder hingestellt haben in Form von Frau Baerbock (im Interview) und Hr. Habeck bei Maybrit Ilner:

    Ja, nach Machtübernahme müssen wir das Ganze erstmal 10 Tage beobachten [...]

    Selbiges gestern Abend bei Anne Will, als eine Versammlung aus Manuela Schwesig, Anna-Lena Baerbock und Christian Lindner von Melanie Amann (Leiterin Spiegel Hauptstadtbüro) in ungefähr 10 Sekunden die Bandbreite ihrer kompletten Hilflosigkeit präsentiert hat. Ein stotternder Lindner, der dann lediglich noch eine Aufzählung ihrerseits korrigieren konnte oder eine zusehends angepisste Schwesig haben da echt auch nichts mehr gerettet. Dass im neuen Pandemieplan mehr oder weniger drin steht, dass die Länder bspw. keinen Lockdown mehr als Option haben sollen, solange das nicht vom Bund kommt, ist dabei nur eine der Dinge, die jeden vernünftigen Menschen den Kopf schütteln lässt. Auch auf oben genannte 10 Tage angesprochen kamen von Baerbock nur fadenscheinige Ausreden und Vorwürfe in Richtung Jens Spahn, der wie ein demütiger Hundewelpe sich für alles, was er verkackt hat, entschuldigt hat.

    Ich war wirklich ein Ampelfan, weil ich gehofft habe, dass die Mischung ein progressives Bündnis (auch hinsichtlich Corona) sein könnte. Ganz offenbar hab ich mich da etwas getäuscht :tired: .

    Also in unserem Landkreis gibt es tatsächlich jeden Tag irgendwelche Impfaktionen, wenn man flexibel ist kann man einfach hin und sich halt 1-2 h anstehen, glaube kaum dass das irgendwo grad nicht der Fall ist.

    Hier sieht die Sache schon etwas anders aus. Aufgrund des Mangels an Impfstoff sind in den Hausarztpraxen die Termine auf Monate hin ausgebucht. Mobile Impfteams gibt es aktuell keine, ebenso wurden die großen Impfzentren geschlossen. Selbst als Klinikangestellter wurde ich darauf verwiesen, dass ich einen Termin in einem der Pop-Up Impfzentren buchen soll, von denen es eins in der ganzen Stadt gibt. Entsprechend rar waren die Termine und sind realistisch gerade ab Februar wieder buchbar. Ich hatte enormes Glück durch Highspeed-Tippen den abgesagten Termin von jemand anderem letzte Woche zu bekommen und bin seitdem geboostert. Habe übrigens die Impfung völlig ohne größere Impfreaktionen überstanden, wie die letzten beiden auch.


    Was mich gerade enorm stört ist, dass unsere Regierung offenbar aus den letzten beiden Jahren wirklich N I C H T S gelernt hat. Da ruft man zu Boosterimpfungen auf und der Impfstoff reicht hinten und vorne nicht. Und was ist die logische Konsequenz daraus? Richtig, man verknappt den populärsten Impfstoff künstlich :ugly: .

    Nein, jetzt mal im Ernst. Wenn wir etwas über die Bevölkerung in den letzten beiden Jahren gelernt haben sollten, dann dass Menschen in Extremsituationen nicht rational denken. Da kann sich der Spahn 5x hinstellen und unpassende Automarkenvergleiche zu den Impfstoffen ziehen - Moderna ist für unter 30 Jährige von der STIKO offiziell nicht empfohlen. So sicher er sein mag, genau das führt dazu, dass die Gruppe von 30-40 Jahren (habe die Erfahrung selbst im Umfeld gemacht, vielleicht gibts da auch Statistiken dazu, das weiß ich nicht) trotzdem nicht hinrennt und sagt "Oh, ich bin ja über 30, dann ist das für mich kein Problem". Und auch die ältere Generation ist nicht rational und dann entsteht Misstrauen und eben eine ablehnende Haltung. Und ja, das mag wissenschaftlich rational nicht begründet oder nachvollziehbar sein, aber es hat genau diesen Effekt.


    Was die Variante angeht, bin ich nicht wirklich verwundert. Es war nur eine Frage der Zeit, wenn man sich überlegt, wie "schnell" wir quasi 4 Varianten einschl. des Wildtyps durch hatten, bis sich dann Delta durchgesetzt hat. Dennoch wissen wir aktuell noch viel zu wenig, außer dass die Ansteckungsrate anscheinend höher ist, als zuvor. Sicher bekannt ist weder, wie sich die Infektion im Bezug auf die Schwere einer Erkrankung verhält, noch ob/wie die Impfungen davor schützen. Und trotzdem geht jetzt schon die Diskussionmaschinerie los, weil die Regierung wieder nicht völlig offen kommuniziert. Natürlich ist das Wasser auf den Mühlen der Impfverweigerer, ohne dass klar ist, ob schwere Krankheitsverläufe (und das ist nunmal das aller wichtigste bei diesen Impfungen!) weiterhin effektiv verhindert werden können. Aber schon jetzt wird das Bild gezeichnet, dass die "Impferei ja eh nichts bringt". In meinen Augen ein fatales Signal.


    Auch die Sache mit der Boosterung. 2G ist ja ein nettes Konzept. Aber aktuell ist nichtmal ganz klar, wie lange die Immunität anhält. Erste Erhebungen zeigen einen deutlichen Abfall der Antikörper nach 5-6 Monaten. Das ist die Zeitspanne, die bei den meisten mittlerweile einfach um ist. Und was macht die Regierung? Ja die Geimpften nicht anfassen. Es bräuchte einen Gesundheitsminister, der jetzt ganz klar deutlich macht, dass Boosterungen für alle spätestens nach einem halben Jahr notwendig sind: a) Um sicherzustellen, dass die schwere der Infektionen weiterhin eingedämmt bleibt und b) um alle möglichen Vorkehrungen bezüglich der neuen Variante zu treffen. Weil das ist auch so ein Ding, wo ich befürchte, dass sich nach und nach auch "doppelt geimpfte" deren Impfstatus aufgrund fehlenden Boosters allenfalls noch formal ist, anstecken und dann sind wir wieder beim gleichen Szenario wie oben. Ebenso denke ich, dass trotz der Irrationalität der Leute offen gesagt werden sollte, welches Gefahrenpotenzial die Mutation bietet und dass es auch geboostert sein kann, dass wir mit dieser Variante ganz anders kämpfen müssen. Die mangelnde Kommunikation heizt in meinen Augen die explosive Stimmung nur noch mehr auf. Aber das sind nur meine 50 ct.

    Ich spiele jetzt auch schon ein paar Tage und möchte auch gerne ein paar Eindrücke schildern:


    - Die Grafik finde ich entgegen meiner anfänglichen Befürchtungen doch relativ gelungen. Natürlich ist sie hier und da unsauber und manches Detail ist nicht so schön, wenn ich da aber an die Bäume in SwSh denke oder den Pixelbrei zu LoA, der uns auch im letzten Trailer noch präsentiert wurde, ist das schön sehr smooth und schön gelöst. Das einzige was super weird ist, ist die Kameraführung. Sowohl, dass plötzlich random auf (Team-)Pokémon oder Trainer von unten aus rangefahren wird finde ich so deplatziert :haha:


    - Die Atmosphäre gefällt mir sehr gut. Gerade die Soundtracks, die in diesem Remake doch sehr viel näher am Original liegen wie in so manch anderem lösen richtige Nostalgiefeelings aus.


    - Der Poketch: An sich gefällt mir die Umsetzung ganz gut. Aber warum zur Hölle wurde das zurückspringen zwischen den Apps aus Pt wieder entfernt? Zudem finde ich es super blöd, dass man das Itemradar nicht antippen kann, wenn der Poketch minimiert in der oberen Ecke sitzt. Das Ding bringt nämlich enorm wenig, wenn man dafür extra den halben Bildschirm bedecken und dann wieder extra minimieren muss.


    - Der Schwierigkeitsgrad und der EP-Teiler: Meine Güte. Da macht man monatelang einen riesen Terz um die Originalgetreue des Spiels aber genau dieses zentrale und polarisierende Element wird in der am meisten kritisierten Version der letzten Spiele modifiziert. OHNE, dass man im Menü die einfache Option hinterlegt, dass man das nicht möchte. Also das kann mir wirklich niemand logisch begründen, was das sollte. Zumal es MASSIVE Auswirkungen auf den Schwierigkeitsgrad hat. Ich spiele das Spiel (wie auch die letzten) schon von Grund auf als Nutzlocke mit der Regel, dass nur ein Encounter pro Route gefangen werden darf. Bis auf den Weg zum ersten Orden (da war es tatsächlich nötig) gehe ich seitdem jedem Kampf mit wilden Pokémon aus dem Weg. Aktuell (kurz vor dem 3. Orden) habe ich ein Team aus knapp 10 Pokémon, die ich abwechselnd auf die Box schicke, damit sich ja keine Freundschaft entwickelt und ich nicht hoffnungslos überlevle. Ein paar wenige Mons habe ich verloren (aber ausnahmslos dadurch, dass ich sie frisch ins Team genommen hatte und entsprechend unterlevelt weggecrittet wurde), aber trotzdem sind die Trainer auf den Routen lächerlich. Was mich auch stört ist, dass die Arenen vom Schwierigkeitsgrad nach meinem modifizierten Modus sogar zT ganz okay und herausfordernd sind, aber dann geht man auf die nächste Route und haut wieder alles mit einem Move weg. Und dabei achte ich sogar darauf, dass ich nicht immer den Typenvorteil ausnutze. Also, dass es nicht so schwierig sein soll, dass man ohne 8h grinden keinen Kampf schafft, da gehe ich ja noch mit. Aber das ist in meinen Augen nicht mal im Ansatz ein Schwierigkeitsgrad. Das bremst auch den Spaß für mich enorm aus, da ich einen enormen Hickhack veranstalten MUSS um schon nicht komplett durchzurushen, aber nichtmal das so wirklich reicht..


    - Der Untergrund: Gefällt mir wirklich gut, auch die Umsetzung mit dem Touchscreen (der kommt für mein Gefühl bei der Switch eh viel zu wenig zum Einsatz). Die Höhlen hab ich bisher gemieden, da ich mit den regulären Pokémon erstmal spielen möchte und keine EP durch Kämpfe/Fangen dort unten brauche.


    Alles in allem gibt es viel Licht, aber auch genauso viel, wenn nicht sogar mehr Schatten. Gerade die Möglichkeit, sich versehentlich softzulocken ist etwas, was bei einem fertig entwickelnden Spiel nicht passieren darf. Und wenn es aufgedeckt wird, sollte eigentlich direkt ein Patch nachgereicht werden, der sich dem Problem annimmt. Spiele anderer Entwicklungshäuser würden (und wurden zT) wieder zurückgerufen bei sowas.

    Was ist mit den Geimpften, wo der Impfschutz schon langsam nachlässt? Was für ungeimpfte Menschen liegen denn auf den Intensivstationen? Kann man denen überhaupt einen Vorwurf machen?

    Sind es vielleicht sogar Menschen die sich nicht impfen lassen können [...]

    Ja und nein. Der Deutschlandfunk hat einen Artikel veröffentlicht, in dem gesagt wurde, dass 73,9 mio sich impfen lassen könnten, weil für diese Menschen ein Impfstoff zur Verfügung steht. Sicherlich befinden sich unter den ungeimpften ITS-Patienten auch welche, die unter die Gruppe der nicht-impfbaren fallen. Aber das Argument so darzustellen, als wären es genau diejenigen, die nicht könnten ist doch etwas kurz gedacht.

    B belastet vielleicht keine Krankenhäuser aber B muss trotzdem ja irgendwie behandelt werden. Was für eine Rechnung haben wir am Ende wenn zwar mehr Ungeimpfte auf den Intensivstationen liegen im Gegenzug aber viel mehr Menschen mit Impfung in ärztlicher Behandlung.

    Das ist korrekt, nur ist die Behandlung einer leichten Coronainfektion nicht im Ansatz mit derjenigen zu vergleichen, die ein ITS-Patient benötigt. Und man muss dieses Beispiel halt leider auch zu Ende denken. Mit welcher Wahrscheinlichkeit muss B überhaupt ärztlich betreut werden? Nach aktueller Datenlage treten Impfdurchbrüche mit etwa einer Häufigkeit von 95.487 Impfdurchbrüchen bei etwa 55 Millionen Impfungen (Stand: 21.10.2021; RKI) auf. Davon entfallen etwa 55% auf eine Altersgruppe ü60, bei der auch Faktoren mitspielen wie die lang zurückliegende Impfung mit fehlender Titerkontrolle, Begleiterkrankungen oder ein generell geschwächtes Immunsystem. Zudem resultiert ein Impfdurchbruch trotzdem nicht direkt in einer behandlungspflichtigen Infektion, gerade wenn man nicht der Altersgruppe ü60 angehört.


    Worauf ich raus will: Es macht nämlich einen riesen Unterschied, ob A sich nicht impfen lassen kann oder will. Denn im zweiten Fall und nach einer Impfung wäre das Beispiel beinah redundant, da die Infektionskette im Vergleich zu A = ungeimpft hier mit höherer Wahrscheinlichkeit abbrechen würde. Ebenso wäre es unwahrscheinlicher, dass A oder B ärztliche Betreuung benötigen, geschweigedenn auf der ITS landen würden.


    Wenn man schon mit solchen Worten durch die Gegend wirft könnte man Geimpfte auch als "Treiber der Pandemie der Ungeimpften" bezeichnen. Die aktuell hohen Infektionszahlen sind garantiert nicht alles Ungeimpfte. So viele gibt es nämlich gar nicht mehr.

    Das ist richtig, in die Infektionszahlen bzw. die Inzidenz fließen auch positiv geteste Geimpfte ein. Diese werden zB. bei Routinescreenings wie sie aktuell bei Krankenhausaufenthalten unabhängig des Impfstatus, bei Auftreten bereits leichter, corona-typischer Symptome oder schlichtweg per Zufall (auch Geimpfte lassen sich zumindest in meinem Bekanntenkreis testen, wenn sie auf größere Events oÄ gehen, auch ich habe mich mehrfacht getestet als ich Erkältungssymptome entwickelt habe, war aber negativ) entdeckt werden. Es ist, auch wenns hier von der Gegnerseite gern so dargestellt wird, ein offenes Geheimnis, dass auch vollständig geimpfte nicht immun sind und sich sowohl anstecken als auch das ganze weitergeben können. Nur sind die Infektionszahlen nicht das gleiche wie die Hospitalisierungszahlen. Und wenn man das ganze sorum betrachtet, dann wäre es eben sinnvoller, wenn sich alle impfen lassen würde, weil dann wären nicht die Ungeimpften auf ITS im Fokus sondern die Geimpften, die einen Durchbruch erleiden und dann eben doch dort landen.


    Und auch die Wahrscheinlichkeit, diejenigen zu treffen, die sich nicht impfen lassen können würde sinken. Warum?

    Man steckt wie ein ungeimpfter weiter andere Menschen an, man kann sich selber weiter wie ein ungeimpfter anstecken.

    Das wird hier aber irgendwie als Falsch abgetan.

    Jo, weil das auch einfach so nicht stimmt. Man kann sich anstecken und weitergeben aber eben nicht "genau wie" ein Ungeimpfter.

    Daten aus Zulassungsstudien wie auch aus Untersuchungen im Rahmen der breiten Anwendung (sog. Beobachtungsstudien) belegen, dass die in Deutschland zur Anwendung kommenden COVID-19-Impfstoffe SARS-CoV-2-Infektionen (symptomatisch und asymptomatisch) in einem erheblichen Maße verhindern. Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Person trotz vollständiger Impfung PCR-positiv wird, ist signifikant vermindert. In welchem Maß die Impfung die Übertragung des Virus reduziert, kann derzeit nicht genau quantifiziert werden. In der Summe ist das Risiko einer Virusübertragung deutlich vermindert. [...]

    Jo, aber durch Tests die er selber zahlt.

    Nicht durch Tests die 50 000 000 geimpfte Steuerzahler mittragen.

    Obwohl ich geimpft bin, bin ich gegen das Wegfallen der Bürgertests, falls das ein Angriff in meine Richtung sein sollte.


    Das einzige Problem, was ich habe ist aber mittlerweile ein ganz anderes:

    eine nicht geringe Risikoquelle und dass bei diversen Arbeitsplätzen die Impfung von Nöten ist, nur das ist halt dann schon etwas extrem vor allem, wenn die Leute die Tests dann selbst zahlen sollen,

    Volle Zustimmung. Nur das Problem, was sich daraus zwangsläufig entwickeln wird ist, dass auch Tests die Ungeimpften auf Dauer nicht vor einer Infektion schützen können. Es ist mittlerweile bekannt, dass trotz aller Vorsichtsmaßnahmen und Impfung Infektionen von Geimpften auf Ungeimpfte weitergegeben werden können. Das sind dann genau die, die aber das höhere Risiko eines schweren Verlaufs haben (abhängig von Alter, Kondition ...).


    Ich glaube wir regen uns gerade noch über die Testsache auf, aber die zentrale Frage, auf die übrigens auch kaum jemand gern zu sprechen kommt oder eine Antwort geben möchte, ist doch: Wie soll das auf lange Sicht weitergehen? Bei uns an der Uni ist das Wintersemester in fast vollständiger Präsenz unter Aufhebung aller Modul- und Raumkapazitäten geplant. Und gerade im Winter, wenn sich alles nach drin verlagert und selbstverständlich auch Infektionsketten unter Geimpften entstehen können bringt dir als Ungeimpfter ein Schnelltest (egal wer ihn bezahlt hat) leider nicht allzu viel, außer jeder muss ihn machen. Und genau da haben wir den Punkt - Es gibt basically zwei Möglichkeiten:


    1.) Weiter unter Einschränkungen leben, Geimpfte mittesten, Vorsicht walten lassen

    2.) Selbst bezahlte Tests verordnen, Maßnahmen für Geimpfte abbauen


    Und dahin entwickelt sich für mich die Situation. Ich kann ein Stück weit schon verstehen, dass viele sagen, sie wollen sich nicht mehr einschränken lassen, weil jetzt hat quasi jeder ein Impfangebot und die Frage des Könnens ist (zumindest in den allermeisten Fällen) zur Frage des Wollens geworden. Auf der anderen Seite möchte verständlicherweise jeder am öffentlichen Leben teilnehmen, ohne sich in Gefahr zu bringen. Das ist eine Situation, über die ich wirklich nicht im Entferntesten auch nur die kleinste Entscheidung treffen wollen würde. Die Dänen haben sich entschieden - Wer nicht will, der muss mit Durchseuchung leben, ebenso wie die Engländer. Wohin das führt? Das wird sich zeigen.

    Eine neue Satzung der Universität verpflichtet übrigens zB auch alle Studierende zum Aufzeigen des Impfpass und damit zur Offenlegung des Impfstatus. Das galt auch für mich als temporärer Mitarbeiter, als ich ein Praktikum betreut habe, dass ich meinen Pass vorlegen musste, weil ich ansonsten jeden Morgen einen Test hätte machen müssen. An der Klinik, an der ich meine Abschlussarbeit geschrieben habe und auch noch immer arbeite, wurde jetzt auch für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Zutritt nach 3G geregelt - Wer nicht geimpft ist, muss jeden Morgen einen Test machen. Befreien kann man sich davon nur, wenn man nachweisen kann, dass man geimpft ist.


    Und ich finde das ein ziemlich sinnvolles Konzept. Klar 2G am Arbeitsplatz finde ich auch nicht gut, aber wer sich noch immer nicht impfen lassen möchte, muss eben die Konsequenzen tragen. In meinen Augen halt nicht durch ausgeschlossen werden, das ist immer scheiße, sondern eben durch tägliche Tests.


    Bei uns an der Klinik füllt sich btw die Covid-Intensivstation wieder. Aktuell liegen 100% Ungeimpfte mit schwerem Verlauf dort, auf der Normalstation kommen auf knapp 10 Ungeimpfte mit leichtem Verlauf 1 Ungeimpfter, der wohl aber sehr schnell wieder entlassen wird. Problematisch ist es wohl anscheinend gerade v.a für all diejenigen die sich nicht impfen lassen können (uA wird wohl Schwangeren oft davon abgeraten). Das ist halt auch wieder die andere Seite und bewegt vermutlich den ein oder anderen AG zu seiner Entscheidung.

    Ungeimpfte wären dann einfach unter diesen Inzidenz-Richtlinien geblieben. Einen ähnlichen Weg schlägt ja auch Australien ein, dass es so lange Lockdowns geben wird bis mindestens 70% geimpft sind.

    An sich unterstütze ich diese Idee auch voll und ganz ABER: Nicht jeder Ungeimpfte (leider) verhält sich so besonnen wie du und das ist ja auch genau der Grund, warum es gerade so brodelt. Ich glaube mal, dass die Regierung diese eigenartige Taktik fahren muss, damit nicht irgendwann noch ein Bürgerkrieg ausbricht (deswegen wurden auch weitere Lockdowns erstmal ausgeschlossen, weil man kann dort meines Erachtens nach immer nur einer Gruppe auf die Füße treten, sei es selbigen für Geimpfte juristisch zu rechtfertigen, ebenso umgekehrt ausschließlich für Ungeimpfte). Was mich auch interessiert ist, was du von der australischen Strategie hältst, denn die ist ja (auch wenns keiner so recht hören will) genauso ein Druck der auf die Ungeimpften ausgeübt wird, damit sie sich impfen lassen. Nichts anderes versucht unsere Regierung, nur eben mit anderen Maßnahmen. Und ich kenne die Situation in Australien nicht, nur glaube ich mal, dass das das Klima zwischen Geimpften und Ungeimpften nicht grad entspannt..


    Die Fallzahlen haben sich in NRW in 2 Wochen jetzt mindestens verdreifacht. Passiert das in 2 Wochen noch einmal sind es in NRW schon 20.000 Neuinfektionen täglich. Das kannst du doch selbst nicht als tolle Entwicklung nur aufgrund der Impfung sehen. Man nimmt billigend (jüngere) Tote/Long Covid in Kauf, weil man unbedingt die Leute zum impfen zwingen will.

    Das ist die eine Betrachtung dieser Situation, auf der anderen Seite hat das ZDF eine Statistik vom RKI veröffentlicht (20.08), dass aktuell 94% der COVID-Intensivpatienten ungeimpft sind. Erste Stichproben auf Normalstationen zeigen eine etwa 90%ige Quote an Ungeimpften auf der Normalstation, bei einer allgemein 10x so hohen Inzidenz für selbige Gruppe. Das sind natürlich nur erste Stichproben, aber sie zeigen doch einen deutlichen Trend. Und ja, ich weiß dass mit einer höheren Impfquote das Verhältnis sich verschiebt. Aber man kann es in meinen Augen drehen und wenden wie man will: Impfen ist und bleibt die einzige Möglichkeit, dem effektiv Herr zu werden (dein Lebensstil mal abgesehen). Natürlich gibt es bei Geimpften auch Durchbrüche und schwere Verläufe, aber eben zu deutlich geringeren Raten und das ist etwas, das KANN man auch gar nicht auf 0 reduzieren. Zumal eine der aktuellen Studien die ich verlinkt hatte (aus Israel) auch darauf hindeutet, dass es v.a. die vulnerablen Gruppen betrifft, denen auch eine dritte Impfung angeboten werden soll.


    Zitat von Phoenixfighter

    Die unentschlossenen Ungeimpften haben nicht einmal die Chance bekommen noch darüber nachzudenken sich vor der nächsten Welle impfen zu lassen.

    Auf der einen Seite hast du damit recht. Auf der anderen Seite stehen wir laut den Aussagen des RKI und einiger Virologen schon mit einem Bein in der nächsten Welle. Der Druck in dieser Form ist definitiv streitbar, aber wie viele Wellen sollen wir noch abwarten? Es gibt mittlerweile ziemlich viel Aufklärung über die Impfung, sie ist nicht perfekt, aber sie leistet ihren Beitrag zur Pandemiebekämpfung. Auf andere Impfstoffe/Medikamente warten ist das Recht von jedem. Nur leider muss man da auch der Realität ins Auge blicken, dass diese uU trotz verkürzter Verfahren noch lange auf ihre Zulassung warten.

    Ich finde es gar nicht schlecht. Immerhin schützt es mich auch vor anderen nervigen Erkrankungen. Im asiatischen Raum werden schon viele Jahre Masken getragen seitdem es die SARS Epidemie gab. Da ist es zum normalen Alltag geworden. Das kann ich mir zumindest über die Wintermonate hier in DE auch ganz gut vorstellen.

    Naja, es ist ja nicht nur die Maske. Auf Dauer gibt es eigentlich nur zwei Möglichkeiten: Solange die Bevölkerung nicht ausreichend durchgeimpft ist (unabhängig davon, dass ich das auch irgendwo kritisch sehe) werden wir niemals auch nur annähernd in die Richtung der hochgelobten "Normalität" kommen. Und selbst dann finde ich persönlich es sehr fraglich sondern sehe eher, dass wir eben ein Stück weit in einer neuen Normalität gelandet sind, in der AHA noch einige Zeit ganz weit oben stehen wird.

    Wo kann ich das Video schauen?

    Hab leider auf YT aktuell nur die englische Version gefunden, wenn das für dich okay ist: Pokemon Presents (englisch).


    Und wie sind die Kämpfe?

    Immer noch rundenbssierend?

    Jap sind sie. Das gilt in leicht abgewandelter Form auch für Legends.


    Ansonsten fand ich den Trailer sehr schön. Ich denke, dass ich mich mit der Grafik nach den aktuellen Updates einigermaßen anfreunden kann. Denn Chibi-Style finde ich noch immer relativ hässlich, aber darüber kann ich angesichts der doch ganz liebevollen Gestaltung drüber wegsehen.


    Ich finde sie gehen einen sehr guten Weg mit dieser Erweiterung des Untergrunds. So wird er funktionaler und man kann Pokémon, die nicht auf die normalen Routen passen gut dort einbauen. Ein wenig schade fand ich, dass (korrigiert mich wenn ichs nicht richtig mitbekommen hab) keine Aussage zum gemeinsamen Untergrund mit Freunden kommt. Ansonsten bin ich weiterhin gespannt (da wir ja damit schon eine Abweichung zum eigentlich angekündigten 1:1 Remake), ob da noch mehr kommt, mit dem wir jetzt im Moment nicht rechnen. Gerade die Zerrwelt hat ja so ein wenig den Anschein gemacht, als könnte sie eventuell doch aus Platin importiert sein. Bleibt vielleicht sogar die Resthoffnung auf eine Kampfzonen(-Adaption)? Das wäre noch ein schönes Sahnehäubchen, aber ich befürchte eher, dass es das jetzt so ziemlich mit den News war. Aber mal sehen, noch ist ja etwas Zeit bis November.


    EDIT: Wenn ich mir die von Leafeon verlinkte Karte anschaue, sieht das ehemalige Areal der Kampfzone leider eher aus, als würde es wieder einen zentralen Kampfturm/Kampfeinrichtung geben. Aber gut, wir werden sehen was da noch so kommt.

    Ich muss auch sagen, dass ich hoffe, dass die Grafik aber noch einen ORDENTLICHEN Boost bekommt. Ich mein bei den DP-Remakes hat man ja gesehen, dass sich da noch einiges tut, aber einen Trailer in einer derart kantigen, pixeligen Form zu zeigen ist schon krass, wenn man bedenkt, dass das Spiel ja schon in "wenigen" Monaten auf den Markt kommen soll.


    Ansonsten bin ich noch unentschieden, ob es die Richtung ist, die ich bei Pokemon gerne sehen möchte. Ich denke aber, dass ich es auf jeden Fall spielen werde, weil gerade das Update innerhalb der Rundenbasiertheit (von der ich zB ein Fan bin) kann der Meta in späteren Generationen einen ganz neuen Boost geben. Gespannt bin ich auch, ob unsere einzige Aufgabe das Vervollständigen des Dex sein wird, oder ob sich im Laufe der Story doch sowas wie ein frühes Arenensystem oÄ bilden wird.


    Auch würde mich interessieren, wie das mit den Regionalformen und DP begründet wird. Weil die Hisui-Region ist ja die Prä-Region von Sinnoh. Das heißt Pokémon wie die Entwicklungen von Damhirplex oder Barschuft oder Hisui-Fukano müssten theoretisch auch in der aktuellen Sinnoh-Region zu finden sein. Außer man hat sie ausgerottet. Das kann ja sein, würde aber finde ich nicht so wirklich zu Pokémon passen. Und auch die Multiverse-Lores fände ich seltsam. Persönlich glaube ich aber nicht an diese Verbindung der beiden Spiele.

    Ich bleibe dabei, dass Großveranstaltungen mit Hygieneregeln für alle Beteiligte nicht zufriedenstellend sind. Der Veranstalter hat mit höheren Kosten zu tun, die Besucher sind durch die Hygieneregeln halt eingeschränkter und es gibt nunmal im Stadion Leute, die feiern nicht mit den Hygieneregeln. Die Leute kennen sich unter sich. Es sind keine Unbekannte und da sollte halt auch langsam mal Rücksicht genommen werden.

    Rücksicht auf was genau? Oh man Edex, ich will mich ja wirklich nicht zusammenreißen, aber du bist genau der Prototyp der egoistischsten Bevölkerungsgruppe die es gibt. Ich erinnere mich noch genau, als du dich nicht impfen lassen wolltest, war ja alles zu schnell. Dann hast du hier einen Terz aufgeführt, wie man überhaupt auf die Idee kommen kann nur einen Millimeter in Richtung Lockerungen zu gehen, weil du keine Impfung angeboten bekommen hast und jetzt wo du geimpft bist und dein Spielzeug wieder hast, kann dir der Rest der Bevölkerung mal gepflegt den Buckel runterrutschen. Da fehlen mir schon die Worte.


    Ich habe hier so oft über die Impfdurchbrüche gesprochen, die Gott sei Dank nur einen kleinen Teil der aktiven Infektionen ausmachen. Soweit so gut, das funktioniert aber auch nur dann, wenn die Leute vernünftig sind, die Infektionsketten kurz und sich der Vorteil des schnellen Abfalls der Viruslast zu Nutze gemacht werden kann. Und wie passiert das? Richtig, in dem sich konsequent an alle AHA-Regeln gehalten wird, völlig unabhängig vom Impfstatus.


    Und genau das Gegenteil passiert in Fußballstadien. Warst es nicht du, der schwadroniert hat wie gefährlich es ist, Geimpften mehr "Freiheiten" einzuräumen, weil durch sowas Escapevarianten entstehen? Und jetzt erdreistest du dir hier allen Ernstens eine Forderung eines Großteils der Bevölkerung (egal ob ungeimpft oder geimpft) wegen ein paar Fußballheinis eine riesige Gefährung in Kauf zu nehmen?


    Leute auf Hochzeiten sind auch keine Unbekannten. Studierende, die seit knapp 3 Semestern bzw. 1,5 Jahren zu Hause sitzen, weil man Seminarräume bis dato nichtmal mit 20 (!) Leuten füllen DURFTE, würden auch mal wieder gern auf den Campus. Firmen, die im Gegensatz zum Fußball wirklich essentielle Infrastrukturen bedienen, laufen zwangsweise nach wie vor auf Coronabetrieb.


    Unfassbar.

    Btw. Irgendwie versteh ich langsam an der Corona- und Klimakrise all die Katastrophenfilme, in denen niemand auf den Wissenschaftler hört lol.

    Du meinst, weil du hier eine Gefahr von Geimpften ausgehend prophezeist, die beispielsweise das RKI nach letztem Stand (14.07.21 und somit unter Berücksichtigung von Delta) einfach nicht so sieht, denn:

    Natürlich werden diese Erkenntnisse weiterhin evaluiert und kritisch auf den Prüfstand gestellt, gerade im Hinblick auf Virusvarianten. Aber irgendwo wird meist eine Linie gezogen. Und versteh mich nicht falsch: Ich finde es sogar richtig, dass du dich testen lässt, bevor du dich mit Leuten triffst. Ebenso die Testpflicht bei Coronasymptomatik unabhängig vom Impfstatus. Nur pauschalisiert mir deine Aussage viel zu stark und stellt die These auf, dass man als vollständig Geimpfter quasi so anfällig und ansteckend ist wie als Ungeimpfter, nur ohne Symptome. Und da gibt es eben viele Einflussfaktoren (s.o.) die eben die aktuelle Haltung und die "Freiheiten" die Geimpfte genießen, rechtfertigen.

    Da ist wohl welchen beim RKI aufgefallen, dass komplette Freiheit für Geimpfte wohl doch nicht das Richtige ist wenn dadurch die Pandemie beschleunigt wird.

    Naja, ich lehne mich mal aus dem Fenster und sage, dass selbst die im Artikel genannten 10.000 Impfdurchbrüche die Pandemie nicht beschleunigen würden, wenn sich alle weiterhin an alle Maßnahmen halten. Zudem glaube ich, dass die Erklärung ein bisschen irreführend formuliert ist, denn es heißt:

    Um eine stärkere Virusausbreitung einzudämmen, sei ein solcher PCR-Test auch bei Kindern und Geimpften mit leichten Symptomen wichtig, erklärte das Robert Koch-Institut (RKI) am Donnerstagabend

    Es geht da in meinen Augen viel eher darum, dass man den Impfdurchbruch erkennen kann, der eben dann gegeben ist, wenn der/die Infizierte eine (bereits milde) Symptomatik entwickelt. Und das ist durchaus auch vernünftig und in meinen Augen eine Lösung, die den Geimpften auch pauschal nicht auf die Füße tritt. Tatsächlich steht in der oben aber "leicht infizierte Geimpfte und Kinder", aber wie gesagt dem Artikel würde ich eine andere Bedeutung entnehmen.

    "Ja, jetzt wo ich zweimal geimpft bin, kann mir nicht mehr viel passieren. Jetzt will ich auch bitte alle meine Rechte zurück und mich wieder mit Leuten treffen, wann und wo und mit wie vielen. Ich habe keinen Bock mehr auf Einschränkungen".

    Ich denke, dass das nach der Zeit, in der wir uns in einem Tanz aus Lockdown/Ver- und Entschärfung von Maßnahmen auch eine völlig normale Reaktion ist. Völlig unabhängig vom Impfstatus sind die Menschen einfach müde und ich kann es keinem verdenken. Dazu und auch dazu:

    Zitat von Phoenixfighter

    Das häufigste Argument von Geimpften war meiner Meinung nach auch nicht "dann bin ich geschützt vor Corona" sondern "dann kann ich endlich wieder in Urlaub fahren oder anderen Aktivitäten nachgehen"

    Ich persönlich habe mich jetzt auch nicht unbedingt impfen lassen, weil ich mich vor der Krankheit schützen wollte, sondern nunmal auch, weil ich mir schon gedacht habe, dass irgendwann Druck auf alle Ungeimpften ausgeübt werden wird. Und ich möchte auch im Herbst in keinen Lockdown mehr. Und da sind wir auch am für mich entscheidenden Punkt.


    Ja, Geimpfte können sich infizieren und auch das Virus weiterhin übertragen. Jetzt kommt das ABER und das haben nicht nur im Thread viele falsch verstanden, sondern auch Karl Lauterbach gestern Abend bei Sandra Maischberger einfach komplett falsch wiedergegeben. Die Viruslast ist in fast allen fällen niedriger. Von einem geimpften, der sich infiziert geht nicht pauschal das gleiche Risiko wie von einem Ungeimpften aus, auch nicht bei Delta. Es handelt sich laut aktueller Erkenntnisse hierbei um sog. "Impfdurchbrüche":

    Ein sogenannter Impfdurchbruch liegt vor, wenn jemand sich trotz vollständiger Immunisierung mit Sars-CoV-2 ansteckt und auch Symptome wie Fieber, Husten, Kurzatmigkeit oder Geruchs- und Geschmacksverlust entwickelt. Vollimmunisierte, also doppelt geimpfte Menschen erkranken deutlich seltener, die Infektionszahlen in dieser Gruppe steigen aber. An sich kommt das aber nicht unerwartet, denn keine Impfung bietet hundertprozentigen Schutz.

    In Österreich betraf das laut obigem Artikel (Stand 11.08.21) 1656 Personen. Und angesichts der Infektionen bis zu diesem Zeitraum eine Rate von 0,6% (266.411 Infektionen insgesamt). Außerdem legt eine aktuelle Studie aus Israel nahe, dass es gerade die vulnerablen Gruppen (Ältere, Immungeschwächte) sind, bei denen diese Impfdurchbrüche auftreten. Und da wird ja gerade auch geschaut, ob eine dritte Impfung die Immunantwort eventuell boostern kann und somit diese Rate herabgesenkt werden kann. Weiterhin sinkt die Viruslast wohl nach aktuellen Studien aus den USA und Singapur auch deutlich schneller ab, als bei Ungeimpften.


    Laut einer israelischen Studie kommt da noch dazu, dass sehr viele geimpfte Infizierte an diversen Vorerkrankungen, wie Bluthochdruck, Diabetes, Herz-/Lungenleiden, Krebs oder Demenz leiden (Quelle)


    Ich bin ein absoluter Gegner davon, dass Ungeimpfte komplett ausgeschlossen werden oder Schnelltests ab sofort selbst getragen werden müssen, speziell da gestern im ZDF berichtet wurde, dass der AG-Schnelltest Delta sehr präzise erkennt. Dennoch muss man als Ungeimpfter mit der Tragweite seiner Entscheidungen leben. Wir werden auf kurz oder lang nicht vermeiden können, dass sich diese Bevölkerungsgruppe quasi durchseucht. Und das einzig effektive Mittel, um eben eine schwere Infektion zu vermeiden ist und bleibt die Impfung. Und auch wenn wir mit Delta voraussichtlich keine vollständige Herdenimmunität erreichen können: Je mehr Leute sich impfen lassen, desto weniger Infektionsketten, die am Ende mit hoher Wahrscheinlichkeit bei Ungeimpften enden, entstehen so.


    Einige Bundesländer, inklusive BW wo ich auch lebe haben mittlerweile einen vernünftigen Weg (abgesehen von der Abschaffung der kostenfreien Tests) eingeschlagen: Die Inzidenz spielt unter Berücksichtigung der 3Gs für das öffentliche Leben keine übergeordnete Rolle mehr bei Maßnahmen. Viel eher werden Infektionsverläufe und Intensivbettenbelegung in den Fokus gerückt, ansonsten gibt es aber keine Personenbeschränkungen etc mehr (Quelle). Das einzige was mich daran ein wenig stört ist die Rolle jener, die sich wirklich nicht impfen lassen können, zwar gelten für diese Menschen Ausnahmen, was das Bezahlen von Tests angeht, aber das ist mir persönlich nicht ganz durchdacht. Ich meine, natürlich würde ich mich freuen ein Wintersemester an der Uni zu erleben, wie es "früher" war. Aber auch ich habe Komillitoninnen und Komilitonen aus vulnerablen Gruppen und vermute mal, dass Vorlesungen bspw. nicht weiterhin zweigleisig angeboten werden..

    Die werden ja meist zum Glück schon damit bestraft, dass Demos nur mit Masken stattfinden.

    Naja jein. Wie man jüngst sehen konnte hält den harten, übriggebliebenen Kern dieser Leute nichtmal ein Verbot der Demo davon ab. Ganz im Gegenteil, jetzt wird die Polizei für ihr "übergriffiges" und "aggressives" Verhalten kritisiert. Von den selben Leuten, die ihre Kinder bei Demos vor sich aufstellen, damit ihnen nichts getan werden kann. Perversion in Reinkultur.

    Die Frage muss sein, wie erreichen wir hier so schnell wie möglich eine 80% Impfquote und das ohne eine Impfpflicht?

    Vermutlich müssen wir damit zurechtkommen, dass die Antwort darauf schlichtweg "gar nicht" lautet. Weil:

    Und da sehe ich die 2G Regelung für private Einrichtungen als Schlüssel. Bei den Tests bin ich eher für eine Abschaffung, weil wir müssen lernen Infektionen zuzugelassen statt sie aufzudecken. Aber vorher brauchen wir eine hohe Impfquote, damit eben die Ungeimpften auch geschützt sind.

    Abgesehen davon, dass die 2G Regelung wohl nur sehr vage vor den Gerichten standhalten würde - Du kannst diese Leute vielleicht von Freizeitaktivitäten ausschließen, nicht aber von der Teilhabe am öffentlichen Leben an sich. Diese Gruppe wird sich immer in Innenstädten aufhalten, im Bus neben dir sitzen oder sogar mit dir auf der Arbeit in einem Raum sitzen. Und da sehe ich das viel größere Problem, weil so wird das mit der aktuellen Konzeption niemals enden, auch nicht mit 2G.


    Für dieses Problem, was wir uns da geschaffen haben, gibt es keine "einfachen" Lösungen. Und nein, eine allgemeine Impfpflicht, die ohnehin nicht durchsetzbar ist, ist auch keine, wenn man keinen Bürgerkrieg anzetteln will. Und wir sind hier auch nicht in Amerika, wo Betriebe Leuten ohne Impfung erstmal fristlos kündigen können. Der Ansatz, den man dafür treffen muss ist deutlich vielschichtiger.


    Ich habe das dumpfe Gefühl, dass wir entweder für immer mit einem Bein im Beschränkungsstaffellauf sitzen oder man irgendwann einfach dem englischen Vorbild folgt und sagt "F... it" und dann einfach alles öffnet. À la "wer sich nicht impfen will hat halt Pech gehabt".


    Das Einzige, was mich aktuell am meisten zum Schäumen bringt sind zwei Dinge: Genau die ungeimpften sind es jetzt, die sich dafür stark machen, dass doch bitte die Testpflicht für alle erhalten bleibt, da geimpfte genauso hohe Viruslasten aufweisen wie ungeimpfte. Nein Leute, sorum wird kein Schuh draus, sondern erst dann, wenn genau ihr euch impfen lasst. Weil dann kann die Viruslast so hoch sein wie sie will - Die Gesamtwahrscheinlichkeit der Übertragung über mehrere Personen sinkt und damit auch die Wahrscheinlichkeit eines schweren Verlaufs. Die andere Sache ist immer das mit den Leuten, die sich nicht impfen lassen können. Wie kann man da vorgehen? Weil ganz streng betrachtet heißt es entweder: Die Maßnahmen bleiben auf gewisse Art für immer erhalten, weil man diese Leute nicht schützen kann (auch mit hohen Impfquoten nicht) oder aber man überlässt die Leute ihrem Schicksal. Ich denke, dass da noch eine ganze Menge an Problemen auf uns zurollt, deren wir uns gar nicht bewusst sind.

    Aber welche Freiheiten? Heißt das jetzt, dass Geimpfte auch ins Kino, Fußballstadion und so weiter gehen dürfen, wo Nicht-Geimpfte nicht mal mit einem negativen Schnelltest reingehen können?

    Nein. Woher hast du das denn? In Israel wird das so praktiziert, aber nach aktuellem Kenntnisstand ist so ein Konzept in Deutschland nicht geplant. Im Gegenteil, aus dem Statement "Voll geimpft = Negativ getestet" geht hervor, dass niemand unverhältnismäßig Vorteile erfahren soll. Das interpretierst du da rein.


    https://www.google.com/amp/s/m…pfte-an-17277461.amp.html


    Es steht auch hier, dass es um zusätzliche Freiheiten geht. Also mehr Freiheiten für Geimpfte als für Nicht Geimpfte.

    Bitte zitier doch mal die Stelle, in dem Artikel, in dem das steht. Auch nach zweimaligem Durchlesen finde ich keine Passage, in der die Rede von "zusätzlichen" Freiheiten ist. Mehrfach wird gesagt, dass

    Zitat


    [...] wonach die Test- und Quarantänepflicht für vollständig Geimpfte zügig aufgehoben werden könne, berichtet das Blatt.[...]


    [...] Wer geimpft ist, kann ohne weiteren Test ins Geschäft oder zum Friseur“, sagte Spahn. Zudem müssten nach Einschätzung des RKI vollständig Geimpfte auch nicht mehr in Quarantäne. [...]


    Spahn will die Test- und Quarantänebefreiung für Geimpfte zügig in den nächsten Wochen umsetzen. „Wir werden diese Erkenntnisse nun zeitnah in Gesprächen mit den Ländern in die Praxis bringen“, sagte der Minister dem Blatt.

    Ich sehe da weder, dass demnächst nur noch Geimpfte ins Fußballstadion gehen dürfen, noch dass Ungeimpfte systematisch vom öffentlichen Leben ausgeschlossen werden sollen.

    Dazu kommt, dass es nie auszuschließen ist, dass auch Geimpfte andere anstecken können und ein kleiner Anteil der Geimpfen kann nicht mal Impfreaktionen bekommen.

    Das hast du immer. Es wird auch immer Leute geben, die sich aufgrund ihres Immunstatus nicht impfen lassen können. Aber was ist deine Schlussfolgerung daraus?


    Nach aktuellem Stand haben knapp 12% der Deutschen die Erstimpfung erhalten. Im Laufe der nächsten 4-8 Wochen werden diese wohl auch ihre Zweitimpfung erhalten haben (Quelle: Impfdashboard).


    Die Frage ist dabei für mich, ab wann es nicht mehr "ungerecht" den Ungeimpften gegenüber wird? Wenn allen ein Impfangebot gemacht werden kann? Wenn jeder die Erstimpfung erhalten hat? Wäre es für dich in Ordnung, wenn es ab morgen hieße "Jeder hat die Möglichkeit für einen Termin", obwohl das aktuell aufgrund des knappen Impfstoffs schlichtweg gar nicht viel an der Wartezeit ändern würde?

    Auch zum Tübinger Modell sehe ich es kritisch. Auch wenn man überall testet steigen auch dort die Zahlen und somit die Invidenzen.

    Und warum steigen die Zahlen? Natürlich weil es bei mehr Menschen zu mehr Infektionen kommt, aber eben auch weil man die Dunkelziffer aufhellt. Natürlich ist das System nicht perfekt, aber es bietet eine (in meinen Augen faire) Alternative zum ewigen dreiviertel-siebenachtel-dreizehn-sechzehntel-Lockdown. Am besten wäre es gewesen, man hätte das Experiment nur auf den LK Tübingen beschränkt und keine Auswärtigen reingelassen (haben Palmer und Federle auch jüngst beteuert). Aber man wollte eben nicht wieder ausgebuht und mit Ungleichbehandlungsvorwürfen konfrontiert werden.


    Das wäre sogar kein Problem wenn die Belegschaft geimpft ist. Es gibt Betriebsärzte, die könnten auch impfen. Aber trotzdem ist das kein Grund die Zahlen nicht gering zu halten.

    Aber selbstverständlich erst, wenn DU ein Impfangebot bekommen hast, vorher bleibt es ungerecht. Es gibt nicht den Masterplan, aber alles gleichzeitig geht halt schlichtweg nicht. Entweder wir sind fair und solidarisch, dann leidet die Wirtschaft. Oder wir sind "ungerecht", aber dann sinds auch wieder unfaire "Privilegien".

    Was wir brauchen ist nicht testen, testen und testen, sondern schließen, schließen und schließen. Mindestens 2 Wochen komplett alles schließen und die Invidenzen sind stark in Fallen und wir retten damit viele Menschen.

    So sehr ich die No-Covid-Strategie befürworte und auch gerne bereit bin die Zähne nochmal richtig (!) zusammenzubeißen: Wir sind mittlerweile an einem relativ kritischen Punkt: Ein zwei- oder mehrwöchiger harter Lockdown würde vielen kleinen Unternehmen, die jetzt schon am Rande des Abgrunds stehen womöglich vollends den Todesstoß versetzen. Dafür müssten effiziente und schnell vermittelbare Hilfen zugesichert werden. Und die Erfahrung hat gezeigt: Das funktioniert mit der deutschen Bürokratie nicht. Da wir eine Wirtschaftsnation sind und leider Lobbyisten sehr viel mitreden dürfen, glaube ich auch nicht, dass die Wirtschaftsverbände das wirklich zulassen würden.


    Punkt zwei, der mich an "wir machen halt ne Weile dicht, dann wirds schon werden" stört: Wir sind kein isolierter Inselstaat wie bspw. Australien oder Neuseeland, in denen das wunderbar geklappt hat - Keine Frage. Aber solange die Grenzen offen bleiben und umgebende Länder nicht mitziehen, haben wir faktisch keine Chance, die Inzidenzzahl dauerhaft niedrig zu halten. Auch beim Testen oder Impfen (wie du selbst schon richtig gesagt hast) gehen immer wieder Leute irgendwie durch und gerade beim Hinblick auf hoch-infektiöse Virusvarianten KANN das auf Dauer so nicht funktionieren. Dazu kommt noch, dass man erzwingen müsste, dass die Regionalfürsten nicht wieder ihr eigenes Ding durchziehen UND Unternehmen die Regelungen nicht umgehen (und es gab einige Reportagen, in denen AG HomeOffice-Pflicht abgelehnt haben und fadenscheinige Begründungsschreiben ausgestellt haben). Das würde wieder massive, kaum überprüfbare Kontrollen erfordern.


    Punkt drei sind die Menschen. Die Menschen sind lockdown-müde. Ja, angesichts der Tatsache, dass wir nie nen richtigen hatten finde ich das auch immer etwas seltsam, aber es ist nunmal so. Meinst du im Ernst, man kann die Menschen nochmal von nem flächendeckenden Lockdown für mehrere Wochen überzeugen? Und damit meine ich tatsächlich nichtmal nur die Querdenker-Fraktion. Die Politik hat die Menschen mit ihrem Missmanagement verloren.


    In der Theorie hört sich das ganze super an, keine Frage - Aber wie umsetzbar ist das wirklich?

    Wenn jetzt aber Geimpfte einen Freifahrschein bekommen, weil sie weniger ansteckend sind und das, obwohl der überwiegende Teil der Bevölkerung noch gar kein Impfangebot bekommen, dann ist es nur ungerecht.

    Das ist kein Freifahrtschein. Es geht darum, dass Geimpfte bspw. keine Schnelltests mehr machen oder sich nach Urlauben in Quarantäne begeben müssen.


    Gerade bzgl. ersterem sehe ich definitiv keine Benachteiligung, solange es für alle anderen die Möglichkeit des Freitestens gibt. Ich meine natürlich kann ich mich auch als zweifach Geimpfter weiterhin einen Schnelltest machen. Aber du sagst selbst, dass Geimpfte weniger ansteckend sind (lt. israelischen Erkenntnissen scheint bei 2-fach BioNTech-geimpften das Übertragungsrisiko um 90% gesenkt) - Da wäre jeder Schnelltest Ressourcenverschwendung und wenn ich als Tübinger an die Tagesticketsituation für Auswärtige denke eigentlich sogar ziemlich ungerecht, wenn vollständig Geimpfte allen anderen ihre Tickets wegschnappen.

    Ob geimpft oder noch nicht, beide wollen wieder ins Theater, Fußballstadion oder ins Urlaub fahren.

    Niemand will das ungeimpften wegnehmen. Das einzige Unterscheidungskriterium ist ein negativer Schnelltest. Spahn hat das sogar wörtlich so gesagt: Geimpfte sind mit negativ Getesteten gleichzusetzen, nicht mehr und nicht weniger. Wo du da einen kompletten Freifahrschein rausließt, ist mir schleierhaft.

    dass der Rechtsstaat uns Menschen vor Folgeschäden wegen Corona

    Da du sehr oft die Wirtschaft in deinen vorherigen Beiträgen erwähnt hast: Wäre es nicht gut, wenn man die bspw. durch Geimpfte versuchen könnte, so gut es geht am Laufen zu halten? (Könnte Spuren von Sarkasmus enthalten und nicht vollständig ernst gemeint sein)


    Nochmal: Ich möchte gar keinen Freifahrtsschein nur weil ich geimpft bin. Auch wenn ich gern in den Sommerurlaub fahren möchte - Ich bin gerne bereit darauf im Sinne der Gemeinschaft noch ein Jahr zu verzichten. Aber jetzt geht es darum, dass man als Geimpfter ohne Test (aber selbstverständlich mit Maske und AHA) in einen Laden oder ein Restaurant gehen darf, was zumindest hier in Tübingen jeder unter Vorlage eines negativen Schnelltests auch darf. Das unterscheidet ein Kitzeln in der Nase und 30 Minuten Wartezeit.


    Und zu guter letzt: Du wartest vermutlich noch einige Monate - Keine Jahre. Ich kann die Argumentation im Kern nachvollziehen, aber so wie du es aufbaust ist es nicht und das wurde auch eigentlich klar kommuniziert.

    Alle anderen "Gifte", die sich Menschen sonst so reinpumpen den ganzen Tag sind nicht der Rede wert. Wir entschließen und eben trotzdem die Pille zu nehmen oder sich literweise Redbull reinzukippen, wir essen weiter FastFood oder Rauchen.

    Die Frage ist aber in meinen Augen tatsächlich, wie rum man darauf reagiert. Sagen wir jetzt "Pah, im Vergleich zur Pille ist das doch nichts!" oder aber gehen wir eher in die Richtung "Okay, das ist echt nicht gut, man sollte dringend mehr in die Forschung von Verhütungsmitteln und der Weiterentwicklung der Pille investieren?".


    Ich finde man macht es sich sehr einfach, wenn man jetzt einfach sagt, dass wir uns genug Risiken aussetzen à la da kommt's auf die paar Prozent Hirnvenenthrombose auch nicht mehr an. Damit meine ich nicht dich im Speziellen Elize Thorne, im Grunde stimme ich dieser Aussage zu, sondern eher dass man in manchen Kreisen schon fast beleidigend angegangen wird, wenn man sagt, man würde sich nicht mit AstraZeneca/Vaxzevria impfen lassen möchte.


    Ich kann nur für mich sprechen: Ich habe mich impfen lassen - Mit BioNTech. An dieser Stelle möchte ich gerne ehrlich sein: Ja, ich habe bewusst darauf gewartet, dass AZ wieder abgesägt wird und mir dann erst die Bescheinigung meines AG geholt (Als Klinikangestellter bin ich offiziell berechtigt). Ich habe die erste Impfung super vertragen, keinerlei starke Reaktion oÄ und blicke gespannt dem zweiten Termin in knapp 5 Wochen entgegen.


    Was ich ehrlich gesagt nicht so cool finde ist, dass man bei den anderen jüngeren (habe einige ehemalige Ausbildungskollegen an der Klinik) nach der ersten AZ-Impfung jetzt sagt "joa, dann bekommst halt Biontech/Moderna als Zweitimpfung". Viele sind dahingehend sehr unsicher, welchen Schutz man aus diesem Mischmasch am Ende davonträgt und möchten sich sogar sehr bewusst auch mit AZ wieder impfen lassen.


    Ansonsten eine interessante Diskussion die jetzt geführt wird, sind die sog. Impfprivilegien. Spahn hat jüngst in Aussicht gestellt, dass vollständig geimpfte in Zukunft keine Schnelltests mehr machen oder in Quarantäne gehen müssen.

    Was denkt ihr darüber?

    Ich bin jetzt ja sozusagen etwas befangen, möchte aber dennoch gerne Stellung beziehen: Solange die Möglichkeit des "Freitestens" gegeben bleibt, sehe ich keine Zweiklassengesellschaft oÄ. Ich warte auch gerne mit dem Urlaub bis nächstes Jahr. Aber dass Leute sich aufregen, dass geimpfte künftig in ein Geschäft gehen können sollen, ohne einen vorherigen Test entzieht sich meines Verständnisses. Die aktuelle Datenlage in Israel zeigt, dass eine Übertragung mit 90% verhindert werden kann - Das ist in meinen Augen auch nicht anders, wie der potenzielle falsch-negative Schnelltest. Auch kann ich weiterhin nicht diabolisch ums Feuer tanzen und meine Masken verbrennen - AHA gilt selbstverständlich für ALLE weiterhin.

    An dieser Stelle will ich doch auch kurz einsteigen. Warum?


    Weil mir ein bisschen die Galle hochkommt, wenn ich lese, dass man im BisaBoard nicht ernsthaft über Themen diskutieren sollte, wenn man sie nicht „studiert“.


    Warum nervt mich das so? Weil ich zufällig „dieses“ Thema (Corona und Co) studiere (bzw. eine Ausbildung sowie ein Studium in diesem Feld abgeschlossen habe bzw. dabei bin das Bachelorstudium abzuschließen). Und ich kann nur sagen, dass ich sehr gerne lese, was auch „Laien“ (in „“ weil einige trotz fehlendem direkten Bezug ziemlich viel Wissen einbringen/sich angeeignet haben). Würde ich nur mit Leuten aus den gleichen Fachkreisen diskutieren, dann wäre es glaub echt traurig. Weil andere Sichtweisen (egal ob sie wissenschaftlich 100% korrekt sind, aber dazu komme ich gleich) immer Input bringen und Dialog fördern.


    Warum nicht also auch hier im BisaBoard? Ich finde das ist eine super Plattform um zu diskutieren und ich glaube, dass die meisten, die sich beteiligen Erwachsen genug sind, zu differenzieren und sich mit Dingen auseinanderzusetzen. Und sorry, aber die Argumentation, dass das ja blöd sei, weil man auf der Startseite dran erinnert wird, dass über Corona diskutiert wird, ist in meinen Augen hanebüchen. Jeder sucht sich das Thema aus, was ihm/ihr gefällt. Ich sehe mich ja auch nicht gezwungen jeden Post auf der Startseite mir anzusehen.


    Als jemand, der sich mit dem Zeug von berufswegen genauer beschäftigt, finde ich es auch gar nicht schlimm, wenn nicht alles 100%ig wissenschaftlich korrekt ist, sonst wäre meine berufliche Daseinsberechtigung ... Naja ... Obsolet? :assi:

    ABER: Ein gewisses Maß an Wissenschaftlichkeit gehört in jeden Diskurs. Niemand erwartet, dass hier jemand high-impact Nature-Artikel auspackt, um Gottes Willen.


    Aber wirklich grob falsche und unwissenschaftliche Informationen zu verbreiten und das dann noch als „Meinung“ zu tarnen und sich bockig zu stellen, wenn ebenjenes Verhalten kritisiert wird - Das sehe ich als eigentliche Gefahr für „unbeteiligte“ Außenstehende. Das hat auch mit Diskussionskultur nichts mehr zu tun. Denn warum diskutieren wir? Um verschiedene Standpunkte zu erörtern und zu besprechen. In einem Thread, in dem es um die Lieblingsjahreszeit geht, mag es da kein richtig oder falsch geben, anders ist das bei Themen wie Corona. Hier sollten Standpunkte fundiert und zumindest mal argumentativ etwas untermauert sein. Wer das nicht will, für den-/diejenige wäre es vielleicht besser einen „Meinungsthread“ zu eröffnen. Aber auch dort gilt für mich: Meinungsfreiheit schützt nicht davor, Fehlinformationen zu verbreiten und sich dann bei Kritik wegzuducken.


    PS, einfach weil ichs echt grenzwertig find, dass man wenn man 1x die Woche die Tastatur desinfiziert als garantiert in die Zwangsneurose rutschend eingestuft wird: Bei meinem alten AG gab es die Regelung alle Türklinken und Klingeln/Lichtschalter ... am Tag mindestens 1x alle 3h zu desinfizieren. Diejenigen die das entschieden haben, waren übrigens Ärzte.