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Pokémon Karmesin und Purpur sind erschienen!


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    Kräuter-Eskorte


    Eine Geschichte ist dann zu Ende gedacht, wenn sie ihre schlimmstmögliche Wendung genommen hat. Leider war Belaine gerade viel zu aufgebracht, um diesem Zitat auch noch den passenden Autor zuzuordnen, doch wenn dieses Fiasko hier eine Geschichte gewesen wäre, dürfte sie nach ihrem Ermessen jetzt zu Ende sein. War bis eben noch Nott die Quelle des gröbsten Lärms gewesen, hatte sein Frauchen nun diese Rolle übernommen, stand in einem schwachen Moment von Haltungsverlust inmitten von Käferschnodder und schrie mit zusammengekniffenen Augen und geballten Fäusten ihr Entsetzen in die Idylle von Route 2 hinein. Die klebrigen Fäden hafteten an ihr bis zu den Knien. Belaine hatte gar nicht erst versucht, sie abzuwischen, sie hatte sich sofort für das Kreischen entschieden – und wer konnte es ihr denn verübeln, gab es überhaupt etwas Schlimmeres, als von Käferpokémon mit Klebenetzen beworfen zu werden? Ihr Hunduster konnte ihren Aussetzer anscheinend nicht ganz nachvollziehen, ebenfalls bedeckt mit Fäden musterte es Belaine verunsichert und wartete darauf, dass sie sich beruhigte, denn den Grund für ihre Rage verstand es nicht wirklich. Es war doch nur ein bisschen Käferspucke…?

    Was alle angeht, können nur alle lösen. Nott, der in seiner hündischen Hingabe leider kein sehr selbstständiges Pokémon war, bellte seine Trainerin auffordernd an, auf dass sie ihm hoffentlich erläutern mochte, was denn eigentlich der weitere Plan war. Diese Aktion brachte Belaine immerhin dazu, die Augen wieder zu öffnen und das feindliche Wommel mit tödlich verachtenden Blicken zu durchbohren. Eine lang gezogene Sekunde des gegenseitigen Anstarrens verging, dann packte sie Nott plötzlich mit beiden Händen, hob ihn noch und streckte ihn dem Wommel wie eine geladene Waffe entgegen. Hatte sie eben noch darauf bestanden, dem wundervollen Ökosystem Alolas keinen Schaden zuzufügen, war die Situation inzwischen persönlich geworden. Die Zivilisation und ihre auf arbiträren Moralvorstellungen basierenden Verpflichtungen hatten keinen Platz im ursprünglichen, schonungslosen Überlebenskampf. In diesem Moment war Belaine nicht länger um den Ruf der Foundation besorgt, sie wollte Rache.

    „Äscher das Mistvieh ein!! GLUT!!“

    Das Licht des folgenden Feuerballs ihres Henkers ließ Richterin Belaines verächtliche Züge fratzenhaft aufleuchten, hätte man ihr Gesicht in diesem Moment genau beobachtet, wäre einem die unbeherrschte Genugtuung bedenklich stark ins Auge gestochen. Doch da sie sich als außergewöhnlicher Mensch berechtigt sah, die Ethik zu ihren Gunsten auszulegen, hatte sie auch keinerlei Bedenken, einem seiner Natur nach handelnden Käferpokémon seine Strafe für die Beschmutzung ihrer Stiefel in Form von brennender Auslöschung zukommen zu lassen.


    OT: we get it you read

    (Glut auf das auf der linken Seite des Weges verbliebene Wommel)

    Kräuter-Eskorte


    Die seltsame Hexe – sie mochte ihre Auftraggeberin sein, doch an ihrer Erscheinung änderte dies nichts – hatte endlich etwas Licht in ihre bisher noch sehr obskure Aufgabe gebracht. Ja, sie waren hier, um Chloe mit Kräutern zu versorgen, soviel hatte Belaine mitbekommen. Doch nun waren die Guardians auch im Bilde, nach welchen Kräutern sie konkret Ausschau halten sollten. Ein wenig ärgerte sie sich über sich selbst, hätte sie Dan doch auf dem Weg zum Hotel ausfragen können, doch sie war viel zu beschäftigt gewesen, den Salzwasserschaden an ihren Haaren minimal zu halten und später hatte der Marsch ihre ganze Aufmerksamkeit abverlangt. Und nun waren sie also hier und folgten der Hexe (Belaine bestand auf diese Bezeichnung) und ihrem Frubberl zu den ihnen bekannten Stellen, an denen ihre precious Kräuter zu wachsen schienen.

    -

    Die talentierte Ms. Bates hatte ihren ersten Einsatz prompt verpasst, was nicht zuletzt daran lag, dass sie das Schlusslicht der Gruppe gebildet hatte. Die Spitze ihrer kleinen Expedition war von einem Wommel überfallen worden – einem Wommel! – und Belaine konnte auf einmal nachvollziehen, warum sich Chloe in dieser Gegend nicht mehr sicher fühlte; sie war bestimmt nicht die Einzige, die beim Anblick von Käferpokémon schauderte. Während sich eine Auseinandersetzung mit dem wilden Pokémon abzeichnete, holte die notorische Flaneurin auf und sah, wie Elmar sich bereits der Angelegenheit angenommen hatte: Sein Plinfa – welches Chabi in Sachen Eleganz und Würde nicht annähernd das Wasser reichen konnte, wohlgemerkt – war dabei, eindringlich auf das Wommel einzuplappern, ganz so, als ob eine angespannte Konversation zwischen den beiden stattfinden würde. Sichtlich erregt wendete sich das summende Scheusal ab und verzog sich. Belaine war nicht unglücklich über diese Lösung. Sie war gewiss niemand, die anderen leichtfertig Erfolge einräumte, doch das war durchaus elegant gewesen, denn als Vertreter der Silvally-Foundation, der Beschützerin von Alolas Umwelt, hätte ein sinnloser Kampf mit einem wilden Pokémon mit Sicherheit ein schlechtes Licht auf ihre Disziplin als Guardians geworfen. Wonderful. Sollten sich noch weitere Wommel zeigen, würden sie sie bloß zu verscheuchen brauchen. Um sicherzugehen, dass alle ihre (korrekte) Einsicht teilen würden – Zaveid bekam an dieser Stelle einen besonders scharfen Streifblick ab – schnippte sie erfreut mit den Fingern, die andere Hand in die Hüfte gestützt. „Splendid work, Elmar. Remember, wir sind nicht hier, um unnötige Fights zu picken, unser oberstes Ziel ist der Schutz der Region. Dazu zählen auch diese…“ Um ein Haar wäre ihr etwas sehr ungebührliches rausgerutscht, doch sie konnte sich gerade noch korrigieren. „Die Wommel. Versucht, sie ohne Gewalt zu verscheuchen.“

    Belaine sah sich in diesem Moment als strahlendes Vorbild, doch da sie sich unter Guardians befand, die allesamt dieselbe Ausbildung wie sie durchlaufen hatten, mochte besonders ihre letzte Aussage womöglich als allzu bevormundend und gebieterisch ankommen. Und der Gehalt ihrer Worte sollte sogleich auf die Probe gestellt werden: Hinter ihr summte und brummte es, und sie drehte sich mit einer bösen Vorahnung um. Ein Laut des Schrecks entfuhr ihr – vier weitere Wommel waren erschienen und schwebten zielstrebig auf die Hexe zu!
    Innerlich verfluchte Belaine ihren Geltungsdrang, hätte sie für einmal den Mund halten können, wäre sie wahrscheinlich gar nicht erst für die zweite Runde der Verteidigung in Frage gekommen. Doch nun hatte sie den Salat. Mit zusammengebissenen Zähnen zog sie Notts Pokéball aus der Tasche und zischte ein verächtliches „Watch.“, mehr an sich selbst als an ihre Gruppe gerichtet. Tatsächlich war sie überzeugt, dass sie und ihr Hunduster dieser Herausforderung gewachsen waren – die Wommel konnten nicht wissen, auf was sie sich einließen, und der erste Eindruck zählte; und der war in Notts Fall stets äußerst ungastlich.

    „Nott, Brüller auf den Wommelschwarm!“

    Ihr Kläffer hatte immer schon besser gebellt als gebissen, und genau das brauchten sie jetzt. Nachdem er aus dem Pokéball befreit wurde, stellte er sich sogleich breitbeinig vor die Käferchen und gab sein bestes, um den Angreifern mit einer wüsten Schimpf- und Brülltirade eine Heidenangst einzujagen.


    OT: Falls Brüller wie in den Spielen singletarget ist, wäre wohl Wommel 4 davon betroffen, falls nicht, dürfen sich alle geängstigt fühlen


    Kräuter-Eskorte


    Aufwachen. Mit verklebten Augen den Wecker zum Schweigen bringen. Die Decke zurückschlagen und aus Versehen Chabi aus dem Bett werfen. Einen kurzzeitigen Zusammenbruch erleiden, weil das Plinfa ausgesprochen gut darin war, ihre Schuldgefühle zu verstärken. Von ihren Pokémon zerfleischt werden, weil sie es verdient hatte. Nochmals aufwachen, weil der Wecker erst jetzt ging. Mit verklebten Augen den Wecker zum Schweigen bringen. Sichergehen, dass es diesmal kein Traum war, weil ihr gesamter Körper ein einziger Muskelkater war. Die Decke zurückschlagen, nachdem sie Chabi in Sicherheit gebracht hatte. Ihr ein schuldbewusstes Küsschen auf den Kopf drücken, damit sie bloß kein Unglück manifestierte. Ins Bad kriechen, waschen, Haare bürsten. Den ersten Ragespike des Tages erleben, weil der Wecker zum zweiten Mal klingelte. Mit nun freien Augen den Wecker zum Schweigen bringen. Kleiderschrank öffnen, mit der Überforderung kämpfen, sich schließlich doch für ihr Guardian-Outfit entscheiden. Ins Bad zurückkriechen, die Frisur konstruieren, schminken. Das Leben der Belaine Bates war ein anstrengendes. Zumindest, seitdem sie Teil der Silvally-Foundation war. Doch es half alles nichts, wenn sie heute nicht pünktlich sein würde, durfte sie sich im besten Fall mit einer weiteren Leerlaufarbeit wie gestern abfinden, im schlimmsten Fall mit einem Disziplinarverfahren rechnen. Nichts davon klang verlockend genug, um ihre Kollegen auf der Kräuter-Eskorte alleine zu lassen. Nachdem sie ihre Tasche gepackt hatte und in ihre Stiefel geschlüpft war, stakste sie mit höllisch schmerzenden Beinen dem Lift entgegen, Chabi auf dem Arm, Nott trottete ähnlich verschlafen hinterher. Der Wecker klingelte zum dritten Mal und Belaine war drauf und dran, ihr Handy gegen die nächste Wand zu schleudern. Dass sie es nicht tat, zeugte von bemerkenswerter Selbstbeherrschung. Sie brauchte Koffein, dringend. Ihr Weg führte sie in die Mensa, wo sie sich mit Futter für sich und ihre Pokémon eindeckte, sich setzte und ihren Morgenkaffe mit einem Matetee herunterspülte. Erste Anzeichen von sowas wie dem Willen zu leben machten sich bemerkbar, doch noch war ihr Nervenkostüm zu fragil, um sich zu dieser Zeit auf eventuelle Interaktionen mit anderen Guardians einzulassen. Nachdem das Trio sein Frühstück beendet hatte, schlurfte Belaine noch einmal zur Essensausgabe, versorgte sich mit Lunch und einer weiteren Dose Mate – just in case – und stolperte in den Pokémarkt. Belaine, die Voraussicht in Person, ging stark davon aus, dass sie auf Mele-Mele auf wilde Pokémon stoßen würde, und sollte ihr dabei eines Eindruck machen, wollte sie auf keinen Fall ohne Pokébälle dastehen. Nott beäugte ihren Kauf misstrauisch. Sie wollte ihn doch nicht etwa ersetzen…? Er jaulte vorwurfsvoll, Chabi schnatterte ihn von oben herab an und Belaine musste zum ersten Mal an diesem Tag lächeln. „Ach, Süßi“, sie ging vor ihm (mit schmerzverzerrtem Gesicht) in die Hocke und knuddelte seine Bäckchen, „du brauchst doch nicht gleich jealous zu werden, wir bereiten uns bloß auf die Mission vor!“

    Das Hunduster grummelte und setzte sich zwischen ihre Beine, worauf Belaines ohnehin schon wackliger Stand ernsthaft gefährdet wurde und sie sich auf dem Boden abstützen musste, wobei sie ein merkwürdiges Geräusch von sich gab. Trixi spähte sorgenvoll über den Tresen, doch die Prinzessin im Exil schaffte es, sich hochzumühen und winkte mit leuchtender Schamesröte unter dem Make-Up ab. „ALL GOOD ALL GOOD!!“ Dann machte sie, dass sie davonkam.


    Trotz ihres vorbildlichen Zeitmanagements war Belaine die Letzte, die auf dem Steg eintraf. Dan, ihr Verantwortlicher für die heutige Mission, scheuchte sie sogleich ins Boot und versprach, ihnen auf der Hinfahrt die Details zu erklären. Der gemarterten Rhetorin stießen seine Vibes sauer auf, doch sie strauchelte ins Boot, fiel fast hin, hätte beinahe einem ihrer Kameraden auf die Finger geschlagen, als dieser sie hilfsbereit auffangen wollte, und ließ sich zuletzt auf ihren Sitzplatz fallen. Sie legten ab.

    -

    Belaine war froh, dass sie zusätzlich zu ihrer Arbeitskleidung noch eine weite, blau karierte Stoffjacke mitgenommen hatte, ansonsten wäre sie wohl während der Überfahrt auf traurigste Weise erfroren. Ihre Frisur hatte dennoch gelitten und es machte sie fertig. Nachdem sie angelegt hatten, quälte sie sich zusammen mit den anderen an Land und… mussten erst durch halb Hauholi und anschließend Route 2 marschieren 💀 Doch so schlimm es anfangs auch gewesen war, gegen Ende des Marsches ließ ihr Muskelkater bereits nach. Sie unterließ selbst dramatische Hinweise auf ihre Verfassung, denn aus dem Alter, in dem sie dadurch bei Altersgenossinnen nach Neid gefischt hätte, war sie inzwischen raus. Inzwischen waren sie beim Hotel auf der Route angekommen, wo sie ihre Auftraggeberin schon erwartete. Oh nein. Ohneinneinneinnein. Was sollte das denn?! Sie wussten bereits, dass ihr Kontakt eine Kräuterexpertin war, was war also mit dieser Aufmachung los? Belaine schaffte es, eine spitze Bemerkung durch tiefes Einatmen zu ersetzen. Bravo. Sie war quasi eine Heilige. Doch Zaveid, wie immer ein Leuchtfeuer des Elans, hatte sich bereits ins Spotlight gedrängt, woraufhin sie mitziehen musste. Dezent genug, um nicht affektiert zu wirken, aber dennoch als bewusste Aktion durchzugehen, trat sie nach vorne und schlug lächelnd eine Pose. „Belaine Bates, es ist mir eine Freude. Die Silvally-Foundation ist hier, um Sie nach Kräften zu unterstützen.“


    OT: Der Tag beginnt mit Überforderung und Belaine kauft einen Pokéball

    Belaine trat in die Beinpresse, als trage das arme Sportgerät die Schuld an der Niederlage ihres Favoriten – mit beängstigender Frustration und Kraft also. Die Grenzen ihres Körpers hatte sie bereits überschritten, doch was sie während des Trainings an Energie verbraucht hatte, substituierte sie nun einfach mit unreflektiertem Zorn. Wieder und wieder krachten die Gewichte gegen ihre Halterung, jeder Personal Trainer hätte bittere Tränen vergossen ob ihrer rücksichtslosen Behandlung der Presse. Zum Glück arbeitete die Zeit zugunsten des misshandelten Sportgerätes: Trotz des entsetzlichen Grimms Belaines, der die Atmosphäre des Raumes bis in den letzten Winkel zu vergiften drohte und der zuletzt noch das Einzige war, was ihre Beine noch antrieb, konnten ebendiese irgendwann einfach nicht mehr. Sich des unmittelbar anstehenden Endes des Workouts bewusst legte das tödlich enttäuschte Fangirl ihre ganze verbliebene Kraft in eine letzte Repetition, drückte, nein, stampfte die Gewichte nach oben, wo die äußersten Platten durch die primitive Wucht der Aktion aus ihrer Halterung sprangen und zu Boden schepperten. Ein ganz und gar nicht damenhafter Schrei verselbstständigte sich aus ihrer Kehle, Belaine nahm es zur Kenntnis, war in diesem Moment aber nicht in der Lage, zusammenhängende Gedanken zu formulieren. Sie sah furchtbar aus: Ihre Haare hatten sich größtenteils aus dem Ponytail gelöst und klebten in verschwitzten Strähnen auf ihrem Gesicht und ihren Schultern; sie hatte sich vor dem Training nicht abgeschminkt, sodass ihr eigener Schweiß schwarze Bäche über ihre Wangen schmierte; mit offenem Mund und feuerrotem Kopf starrte sie die kahle Decke an und keuchte nach Luft, mehrere Minuten lang. Immerhin war ihr giftiger Zorn nun verraucht, gemeinsam mit sämtlichen anderen Gefühlen außer Schmerz.


    Sie hatte die Presse verlassen, hatte sich nicht auf den Beinen halten können und war denkbar unelegant zusammengebrochen. Wie eine Verdurstende hatte sie sich vom Boden aus ihre Wasserflasche gekrallt, den Deckel aufgerissen und den Inhalt lautstark schluckend in sich hineingeschüttet, als wäre sie nicht auf einem vornehmen Anwesen, sondern in einer Höhle aufgewachsen. Doch hier durfte sie, denn Sandrine und Zaveid waren bereits gegangen, ohne dass sie es vorhin in ihrem Eifer mitbekommen hätte.

    Irgendwann fühlte sie sich wieder fit genug um sich auf die Beine zu ziehen, sich das Gesicht abzuwischen und aus dem Kraftraum zu torkeln. In ihrer absoluten Erschöpfung hatte sie keine Energie mehr, sich über den Ausgang des Turnierkampfes zu ärgern. Kabu hatte verloren, c’est la vie – wenn es etwas gab, das Belaine noch schneller änderte als ihre Outfits, dann waren dies ihre Launen. Rückblickend bedeutete die Niederlage des alten Mannes zwar, dass sie nun keine besonders dringenden Gründe mehr hatte, das Galar-Star-Turnier zu verfolgen, doch sie hatte ihr auch das beste Workout der letzten Monate beschert und überhaupt zu vortrefflicher Unterhaltung beigetragen. Belaine fühlte sich durch diesen Gedankengang der Erleuchtung nahe, oder zumindest sehr erwachsen… einen so vernichtenden Schicksalsschlag wie das Ausscheiden des persönlichen Favoriten aus einem Pokémonturnier mit so viel Fassung zu tragen, wie sie es gerade tat, das erforderte ein ganz und gar beeindruckendes Maß an emotionaler Reife. Oder nicht? Da Belaine die Einzige war, die sich ihre rhetorischen Gedankenfragen beantworten konnte, schlug ihr diesbezüglich uneingeschränkte Bestätigung entgegen.


    Sie hatte es – zum Glück – zu ihrem Zimmer geschafft, ohne jemand anderem zu begegnen. Wenn sie jemand in diesem Zustand entdeckt hätte… nun, keine Kaution für Mord konnte so hoch sein, dass die Familie Bates sie nicht bezahlen konnte. Sie schloss die Zimmertür hinter sich, schälte sich aus ihren schweißnassen Gymklamotten und duschte, bis ihre Fingerspitzen faltig wurden. Belaine neigte dazu, sich stets etwas länger im Spiegel zu bewundern, als es andere Leute vielleicht getan hätten – schlussendlich fand sie aber auch heute keine Antwort, warum sie trotz diesem Spiegelbild noch immer single war. Nachdem sie – nur zur Sicherheit – drei Wecker gestellt hatte, kroch sie schließlich gekleidet in ein oversized Nezz-Einall-Tour-Shirt ins Bett und kuschelte sich mit Chabi in den Schlaf.


    WAS ich bin so hinterher qwq
    Ich wollte unbedingt noch den Tag hier fertigmachen, aber ich setze mich so schnell wie möglich an einen Post im eigentlichen Spieletopic bitte glaubt

    Die Flamme aus dem Billigfeuerzeug leckte an der Kippe und Jun zog daran. Endlich. Langsam fand sein Gemüt etwas Ruhe. Nachdem er Schwester Joy Punga überlassen hatte, war er nach draußen gegangen, um sich den schon lange überfälligen Nikotinkick zuzuführen und mit seinen Gedanken alleine zu sein. Währenddem er rauchend in den Nachthimmel starrte, dachte er an morgen und überhaupt an die Zukunft. In vielen der fremden Regionen – zu denen Johto auch gehörte – gab es etablierte Strukturen, in denen Trainer um den Titel des regionalen Champs wetteiferten und dabei Orden als Zeugnis ihrer Fähigkeiten sammelten. Jun hatte vor, hier dasselbe zu tun. Doch zuerst einmal brauchte er einen Ausgangspunkt, von dem aus er seinen Aufstieg an die Spitze der Trainerszene beginnen konnte. Ob Oliviana City dafür geeignet war, musste er erst noch herausfinden – hoffentlich konnte Schwester Joy ihm diesbezüglich Auskunft liefern, denn im Moment war er noch kritisch uninformiert über die Gepflogenheiten des Arena-Business. Er schnippte die aufgerauchte Zigarette auf den Boden, zertrat sie und ging zurück ins Center.


    Stimmengewirr waberte durch den Raum, doch der Bereich um den Empfang hatte sich größtenteils geleert. Jun hatte niemanden das Gebäude verlassen sehen, wo waren die denn alle hin…? Dem Essensgeruch nach zu urteilen wahrscheinlich in einem Nebenzimmer beim, naja, Essen. Etwas verloren in der Tür stehend sah er sich um. Die Schwester war gerade abwesend, natürlich, sie kümmerte sich um die Pokémon in ihrer Obhut. Also musste der PC neben dem Schalter genügen. Jun drückte auf der Tastatur herum, bis der Bildschirm aufleuchtete und er vor die Wahl eines Benutzerprofils gestellt wurde, irgendjemand namens Bill hatte wohl vergessen, sich auszuloggen. Nicht sein Problem. Er wählte JEMANDES PC aus und bearbeitete die Suchmaschine mit seinen Fragen.


    Immerhin wusste er nun, dass es auch in Oliviana eine Arena gab, präziser eine Arena, die sich auf Stahl-Pokémon spezialisiert hatte. Daraufhin war er in ein Pokémontypen-Rabbithole gefallen, aus dem er erst wieder herausgefunden hatte, als er die Wechselwirkungen auf den Stahltypen verinnerlicht hatte, sich sicher war, dass Pungas Armstoß auch hier eine gute Wahl sein würde und mindestens einen von Jasmins Social Media-Kanälen durchgescrollt hatte. Wissen war Macht, oder so. Danach stürzte er sich in eine kurze, aber intensive Recherche zur Verhöhner-Attacke; der Beschreibung nach könnte sie ihm durchaus gefallen, denn angeblich sorgte sie dafür, dass die Betroffenen derartig in Rage verfielen, dass sie für die Dauer der Attacke nur noch direkte Angriffe ausführten, was gerade für Pokémon mit einer schwachen Offensive fatal war. Außerdem hatte er (in einem separaten Tab natürlich) ein Quiz absolviert, laut dem er, wenn er eine Süßigkeit wäre, eine saure Gummischlange war. Gerüstet mit zahlreichen relevanten Informationen zum Trainerdasein gestand er sich schließlich ein, dass er Hunger hatte. Das Center hatte einen Aufenthaltsraum, in dem sich die verschwundenen Besucher versammelt hatten und bereits mit dem Essen begonnen hatten. Jun war ein ganz kleines bisschen überwältigt ob dem Aufwand, der hinter diesem Festmahl stecken musste. Da gab es… vieles. Und da waren viele Leute, was ihm wiederum etwas auf den Magen schlug. Nach dem Abenteuer heute Nachmittag hatte er eigentlich fürs Erste seinen Bedarf an menschlicher Gesellschaft abgedeckt. Was tun…? Nach einigen Augenblicken des ratlosen Starrens gab er sich einen Ruck, rauschte zum Buffet und belud seinen Teller mit dem Erstbesten, das ihm unter die Nase kam. Er war noch nie ein wählerischer Esser gewesen, hatte er sich auch nie erlauben können. Und dann musste er sich für einen Sitzplatz entscheiden. Oder… musste er wirklich? Natürlich musste er nicht. Mit seinem Teller ging Jun zurück an den Schalter und betätigte die Klingel. Kurz darauf erschien Joy. „Ja, bitte?“

    „Also“, beginn er, „ich bräuchte noch eine Unterkunft für heute Nacht. Ihr habt hier was…?“

    Joys Gesicht hellte sich auf. „Aber natürlich! Möchtest du ein Zweier- oder ein Einzelzimmer?“

    Jun hörte sich „Zweier“ sagen, bevor er sich die Antwort überhaupt überlegt hatte. Schließlich waren sie zu zweit, er und sein Pokémon. Dass das kein sonderlich ausgereifter Gedankengang war, war ihm in diesem Moment nicht bewusst. Joy nickte. „Sehr gerne. Die Zimmer sind im oberen Stock, ich würde dir deines ja gerne zeigen, aber…“, sie schaute rastlos hinter sich und lächelte entschuldigend, „wir sind hier im Moment sehr beschäftigt. Obwohl – frei sind ohnehin die meisten, such dir einfach eines aus. Falls du es nicht findest, ruf mich einfach ungeniert, ja?“

    Jun, der ihre Aussage als Anflug von Bevormundung interpretierte, wich zurück und nuschelte eine Zustimmung sowie ein undeutliches Danke. Natürlich würde er sein Zimmer finden. Er nahm seinen Teller, ging nach oben und betrat das erstbeste offene Zimmer, wo er sich auf das Bett setzte und sich hinter geschlossenen Türen über sein Abendessen hermachte.


    OT:❤️‍🔥𝓀𝑒𝒾𝓃𝑒 𝓃𝑒𝓊𝑒𝓃 𝒻𝓇𝑒𝓊𝓃𝒹𝑒 ❤️‍🔥

    Kalikos Anfrage wurde von Belaine mit einer teilnahmslosen Handbewegung an möglicherweise hilfsbereitere Guardians delegiert. Für derartige Angelegenheiten hatte sie im Moment weder die Geduld noch das Interesse, sie hatte Wichtigeres im Kopf, redete sie sich ein. Was genau davon wichtiger war – das Einschreiben bei den kommenden Missionen oder das Aufholen der Turnierrunde – hatte sie noch nicht festgelegt für sich. Doch ihre kleine Versammlung war ohnehin im Begriff, sich aufzulösen. Sie rang sich ein Lächeln ab und winkte zum Abschied.

    „Byebye, bis morgen!“

    Das hatte sie schon befürchtet – sie würde mit ihren Bedenken alleine fertig werden müssen. Sie verbrachte noch einige Momente grübelnd unter dem Sternenhimmel und ließ Nott seinen Pokéball apportieren, bevor sie sich aufraffen konnte und zurück in die Basis ging.


    Steinesammeln kam überhaupt nicht in Frage, dessen war sich Belaine sicher. Die Route 12 auf Ula-Ula war so ungastlich wie der ganze Rest der Insel selbst, dazu staubig und heiß und steinig und überhaupt kein Ort für jemanden wie sie. Dem Ausschlussverfahren nach musste sie sich also für das Kräutersammeln entscheiden, was an sich eigentlich ganz erträglich klang. Dazu kam, dass in der Missionsbeschreibung die Rede von wilden Pokémon war, an denen ihr Hunduster seine überschüssige Energie loswerden konnte. Belaines Angst von eben ließ nach. Ein Kräuterspaziergang konnte nicht zu schwer zu bewältigen sein, oder? Sie trug sich ein und ging wieder nach oben, aber nicht, ohne sich ein wenig lächerlich zu fühlen, dass sie vorhin so aufgeregt gewesen war wegen einer derartig trivialen Angelegenheit.


    Sie hatte Chabi gefüttert und dann in ihrem Bett abgeladen, nun döste die Plinfadame vor sich hin und würde wohl bis zum nächsten Morgen nichts anderes mehr machen. Nott hatte sich erst nicht von seinem Frauchen trennen wollen und wäre ihr wirklich gerne in den Trainingsraum gefolgt, doch jetzt stand me-time auf dem Plan und so hatte sie ihn mit einem Snackriegel überlisten müssen, damit er in seinem Körbchen blieb. Belaine, nun außerordentlich sportlich unterwegs mit aufdringlich farbigen Laufschuhen, schwarzem Workout-Top und straff zusammengebundenen Haaren, schlenderte in den Raum, als würde er ihr gehören. Obwohl es bereits später war, war sie nicht die Einzige, die um diese Zeit noch die Anlagen in Anspruch nehmen wollte. Zwei weitere Guardians aus ihrem Jahrgang waren bereits vor ihr eingetroffen: Da war einerseits Zaveid, dessen übersprudelnde Energie ihr noch nie ganz geheuer gewesen war – seine Haare waren aber auch hier on point, das musste sie ihm lassen – und Sandrine, die es ihr bereits in der Vergangenheit schwierig gemacht hatte, sie zu durchleuchten. Was war sie auch so zurückhaltend…? Doch Belaine war nicht hier für Charakterstudien, also schenkte sie den beiden bloß ein beiläufiges Lächeln sowie eine magere Begrüßung und steuerte dann das Laufband an. Schnell hatte sie ihr Handy in die dafür vorgesehene Halterung geschoben, ihr Laufprogramm ausgewählt und den Stream wieder angemacht – diesmal auf Vollbild, auf den Chat konnte sie verzichten. Während der Schlagabtausch zwischen Kabus und Betys‘ Teams Fahrt aufnahm, tat Belaines Kreislauf dasselbe und sie verfiel der Trance des Joggens. Sie hatte sich vorgenommen, erst aufzuhören, wenn der Sieger der Runde feststand, danach würde sie mit dem Krafttraining weiterfahren.


    OT: Solange sich Belaine noch um Zaveid und Sandrine aufhält würde ich ihren Tag noch nicht als abgeschlossen bezeichnen, nur dürfen die zwei nicht mit überschwänglicher Freude rechnen, sollten sie Belaine aus ihrer Routine rausreißen wollen :P

    BONUS: Ich konnte es nicht lassen, Belaines casual Look des heutigen Abends zu kritzeln, also... hier, bitteschön :D

    Belaine Bates, von deren erwähnenswerten Talenten das Reden das erwähnenswerteste war, redete für einmal nicht. Stattdessen hörte sie zu, erst brach Roxas’ Flut an Schilderungen über sie herein, dann diejenige von Elmar, der zeitgleich mit Nora die Terrasse betreten hatte. Für Belaine war es offensichtlich, dass so ziemlich alle außer ihrer Wenigkeit einen durchaus bemerkenswerten Tag hinter sich hatten, und zum wiederholten Male heute verwünschte sie ihren ausgeprägten Bedarf für Schlaf. Dabei war es nicht das Pflichtbewusstsein, dass an ihr nagte; sie hatte es bemerkt während der ersten Pause in Roxas‘ Geschichte, und seither hatte er ihr genügend Gelegenheiten gegeben, die sie sich ihres unglückseligen Zustandes hatte bewusst werden lassen – sie hatte nichts zu erzählen! Sie wusste schlichtweg nichts zu berichten, das auch nur annähernd an die Stories der übrigen Guardians herangekommen wäre, und es machte sie wirklich fertig. So sehr sah sich Belaine von der Minderwertigkeit verfolgt, dass sie nicht einmal versuchte, das Wort an sich zu reißen – eine Unart, vor der sie in jeder anderen Situation gewiss keine Furcht gekannt hätte. Das Pokerface saß gut. Auf keinen Fall durfte sie sich anmerken lassen, dass die Erzählungen der anderen ihr Anlass für Ärger gaben und gegeben hatten – das wäre zu kompliziert geworden. Also blieb sie wo sie war und sah aufmerksam und sehr gut aus. Während ihr Blick langsam auf die See hinaus wanderte, brütete sie über den Geschichten von Wilderern, Kapus, Taurosherden und Verhaftungen. Das war alles so… real. So weltlich und unschön. So fordernd. Ab morgen würde ihre Realität genauso aussehen und Belaine war sich wirklich nicht mehr sicher, ob sie ihr gewachsen sein würde. Sie würde rausgehen müssen, in die echte Welt, die schützende Ordnung der Basis verlassen und knietief durch den Unrat profaner Probleme und Eigenarten waten. Sie fühlte sich nicht bereit dafür. Wo hatten die anderen bloß diese Abgebrühtheit gewonnen, mit der sie ihre Anekdoten vom Stapel ließen? Sie hatte doch mit ihnen zusammen die Ausbildung durchlaufen, warum also wurde sie von diesen Unsicherheiten geplagt?
    Oh Belaine, dir selber traust du zuletzt.
    Chabi wie einen Stressball knetend gab sie sich ganz ihrer Gedankenspirale hin und brachte diese erst zum Stehen, als sich Nora hinter ihr wie aus dem Nichts flüsternd zu Wort meldete.

    „Elmar habe ich während des Essens getroffen und da dachte ich mir, es wäre ganz gut, wenn er auch dir etwas von seiner Mission erzählen kann. Du kannst mir ja später danken.“

    Belaine erstarrte, ihr Plinfa nutzte die Gelegenheit und sprang zu Boden, wo es sich schnatternd die Beine vertrat. Sein Frauchen drehte sich nach einer Millisekunde des Schocks um und zwang die Grübeleien zurück ins Unbewusstsein. „Ach“, ihr wissender Ausdruck und Tonfall deuteten an, dass das Augenzwinkern sehr wohl angekommen war, „wie kann ich mich bloß jemals revanchieren dafür-“ Sie brach ab und ihre hellen Augen fielen auf Noras Shirt. „Oh, ist das Vintage?“

    ~

    Roxas hatte sich verabschiedet und Belaine grübelte wieder. Die Rolle der Statistin stand ihr überhaupt nicht gut.

    „Wow.“

    Vorerst hatte sie nicht mehr zu sagen, denn als nächstes musste sie herausfinden, wie sie den Faden aufgreifen konnte ohne dabei zuzugeben, dass sie gerade verschlungen wurde von Neid. Sie legte die Hände auf die Oberschenkel.

    „Das klingt alles so… unwirklich. Far away. Ich weiß nicht, wie ich damit… umgehen würde? Aber morgen werde ich auch dabei sein und…“, sie schreckte auf und starrte schockiert in die Runde. „Ohno die Missionen, das schwarze Brett…! Ich muss mich anmelden! Habt ihr euch schon angemeldet?!“


    Roxas nahm die Angelegenheit entspannter als Belaine es getan hätte, worüber sie aber nicht unglücklich war. Zumindest behauptete er das, dennoch hatte er ein kleines bisschen aus der Bahn geworfen gewirkt, als er sie entdeckt hatte. Da er aber cool zu sein schien mit der Anwesenheit ihres Hundusters ließ sie es wieder herunter, worauf es beschäftigt grummelnd den Hintern von Roxas‘ Wuffels beschnüffelte.

    „Die bin ich – und ja, zu denen gehöre ich.“ Sie warf den Kopf nach hinten. „Und nein, ich war… ich hatte eine Sondermission hier in der Basis, jemand muss schließlich auch zusehen, dass hier alles glatt läuft, nicht, ahaha.“ Entgegen ihres pflichtbewussten Lachens war Belaine ganz und gar nicht zufrieden, dies zuzugeben, aber das war wohl die Quittung dafür, dass sie heute Morgen nicht aus dem Bett gekommen war. Sie rechnete die Implikationen von Roxas‘ Aussage zusammen. Er musste an der Mission auf Poni teilgenommen haben, wenn er bezüglich des Schicksals der Tauros nicht im Bilde war. Belaine wägte ihre Optionen ab – entweder sie ergriff diese Chance gleich hier und jetzt und brachte sich auf den neuesten Stand der Missionen, oder sie machte einen Abgang und verfolgte die dritte Runde des Turniers einige Meter weiter entfernt auf ihrer eigenen Bank. Die Entscheidung fiel ihr nicht leicht, doch sie beschloss, den neuesten Guardian-Tea aus Roxas herauszupressen und den Kampf später im Sportraum nachzuholen, zumal der Junge (für Belaine fiel jeder Mann unter einsneunzig in die Kategorie „Junge“) eher gewillt schien ein Gespräch aufzugreifen als Nora. Sie setzte sich neben ihn und nahm Chabi auf den Schoß, diese ließ es stoisch zu.

    „Und dann warst du wohl auf Poni? To be honest habe ich ja auch keine Ahnung, was das Tauros-Team gemacht hat, aber eure Missionsbeschreibung klang auch beyond vague. Irgendwas mit… einem Babypokémon?“


    OT: Roxas wird die Ehre eines echten Gesprächs mit Belaine zuteil, hoffentlich weiß er es zu schätzen 😇

    💫 Kalos-Anmeldung 💫



    Name: Suzanne “Suzie” Streuben


    Geschlecht: Weiblich


    Alter: 20



    Aussehen:

    Die selbsternannte Grand Dame der Gaunerei ist auf keinem Steckbrief zu finden, doch der geneigten Leserschaft zuliebe wurde im uferlosen Bauch der Unterwelt nachgeforscht. Zuverlässigen Quellen nach misst Suzanne kompakte 153 Zentimeter und lebt seit ihrer Geburt mit einer seltenen genetischen Gegebenheit, durch die ihre Haut und Haare schneeweiß, ihre Augen rot und ihr Körper überaus anfällig auf Sonneneinstrahlung ist. Da sich ihr Schlafrhythmus ganz und gar nicht mit dem von ehrlichen Friseuren verträgt, wuchert ihre Mähne schon seit Jahren ungehemmt vor sich hin und fällt ihr in empörend vernachlässigten Locken bis hinunter zum Becken und oft genug ins Gesicht - einzig ein dehnbares schwarzes Stirnband bewahrt ihr die Sicht auf ihre Umwelt. Bedingt durch ihre Beschäftigung als gelernte Einbrecherin ist sie von schlanker, athletischer Statur und hat langgliedrige und ruhelose Finger. Da sie dem aufmerksamen Beobachter in der Nacht sofort grellweiß auffallen würde, besteht ihre Arbeitskleidung aus einem eng geschnittenen langärmeligen dunkelgrauen Top und einer mattschwarzen Weste, schwarzen Cargohosen mit tiefen Taschen, sportlichen schwarzen Turnschuhen und einem ebenfalls schwarzen Schal (mit coolem Gebissaufdruck!), der schnell über den Mund gezogen werden kann. Dazu trägt sie schwarze Handschuhe, die die Unterarme bedecken. Sämtliche Knöpfe und Schnallen der Montur sind aufgeraut, um auf keinen Fall zu reflektieren. In der Vergangenheit hatte sich Suzie in ihrer Bescheidenheit schon an anderen Kostümen versucht, doch letztendlich musste sie sich für Funktion über Fashion entscheiden.

    Sollte sich die Principessa der Plünderung doch einmal ans Tageslicht trauen, tut sie das nie ohne ihre dunkle Zyklopensonnenbrille, ohne die sie quasi tagblind ist.



    Eigenschaften:

    Acht von zehn von Suzies Taten werden von nichts außer dem Zwang zu Stehlen gelenkt, die restlichen zwei von ihrem bedenklich übersteigerten Geltungsdrang. Für sie ist ihre Kleptomanie keine Impulskontrollstörung, sondern eine Berufung. In jedem Fenster sieht sie eine Möglichkeit zu entern und jede fremde Hosen- und Jackentasche wird genauestens auf Schwachstellen geprüft. Sie “kann” es nicht wirklich mit anderen Menschen, was diversen negativen Erfahrungen mit ihnen in ihrer Vergangenheit entspringt, dass sie schon seit mehreren Jahren auf sich allein gestellt lebt und hauptsächlich Kontakt mit Pokémon hatte, hilft dabei nicht. In den seltenen Fällen, in denen ihr von anderen Menschen aufrichtige Zuneigung zuteil wird, fängt sie sofort an zu klammern und kann dabei tatsächlich aus der Rolle der Superschurkin fallen, denn Freunde oder Liebe waren Zeit ihres Lebens das Einzige, das sie sich nicht selber besorgen konnte. Sich selbst bezeichnet Suzie als (neben diversen anderen schwungvollen Adjektiven) vorsichtige Person, was aber auch nur so lange stimmt, wie sie sich mit ihrer Selbstdarstellung zurückhalten kann. In ihrer eigenen Vorstellung ist sie ein imposantes Verbrechergenie und weist sich gerne entsprechend aus, leider eilt ihr ihr Ruf nicht wirklich voraus. Zwar verfügt sie über eher rudimentäre Schulbildung, hält sich aber durch gewissenhaftes Lesen der Zeitung auf dem Laufenden - da sie schon früher viel gelesen hat, besitzt sie einen großen Wortschatz, der sich entweder in Form von Schurkenmonologen der alten Schule oder durch ihr sehr explizites Schandmaul zeigt, denn gerade Autoritäten sind ein häufiges Ziel von Suzies Spottsprache, sollte sie denn mit welchen aneinandergeraten. Obwohl ihr Mundwerk fast so schnell ist wie ihre Finger, ist Suzie die Erste, die in brenzligen Situationen einen Rückzieher macht, entweder durch einen schelmischen Abschiedsspruch oder sie nimmt einfach die Beine in die Hand - in der Regel geht dies miteinander einher. Mäßigung gehört nicht zu Suzies Stärken, Parcour, Akrobatik und Fingerfertigkeit dafür umso mehr: Durch jahrelange und anhaltende Aktivität als Einbrecherin in der Großstadt Illumina City kennt sie sich nicht nur bestens aus in der Metropole, sondern kommt auch beeindruckend flink und agil von einem Ort zum anderen, sei es über Dächer oder durch Hinterhöfe und Gassen. Sonnenlicht mag sie (aus naheliegenden Gründen) überhaupt nicht, genausowenig wie Konflikte. Ein rascher Schlag auf einen Hinterkopf geht gerade noch, aber sollten echte Handgreiflichkeiten anstehen, ist sie plötzlich wie vom Erdboden verschluckt. Mit der Hygiene nimmt sie es nicht allzu genau, kann sie auch nicht, denn ihr momentaner Wohnsitz bietet Wasser höchstens aus Plastikflaschen, was auch das Duschen erschwert.

    Obwohl Suzie höchst unverschämt auftreten kann, ist sie mitnichten flegelhaft - dafür ist sie zu listig. Sie hat in der direkten Konfrontation kein Problem damit, dem Wachtmeister einen schönen Abend zu wünschen und ihm die falsche Richtung zu weisen, nur um nachher in die nächste Attikawohnung einzusteigen; denn solange ihr Gesicht den Behörden nicht bekannt ist, mimt sie die brave Bürgerin gewiss nicht schlecht. Zeitgenossen zufolge ist ihre Lache “hässlich”.



    Geschichte:

    Der Prolog der bemerkenswerten Geschichte von Suzanne Streuben nahm seinen Anfang in der Strafanstalt Nouveaux Carmes, wo sie aus einer einseitigen Vereinigung einer verurteilten Trickbetrügerin und eines unbekannten Vaters zur Welt kam. Da das Gefängnis nicht für die Beherbergung von Kleinkindern eingerichtet war und ihre Mutter selbst mit guter Führung noch mindestens zwanzig Jahre abzusitzen hatte, wurde die kleine Suzie nach der Entwöhnung an einen besser geeigneten Ort verschoben - dem Kinderheim Piccolentennest in einem Vorort Illuminas. Sie war ein ungeplantes Kind gewesen - und noch dazu ein unheimlich anzusehendes, was schnell die Runde gemacht hatte und von den abergläubischeren Insassen dem vermeintlich sündigen Lebensstil ihrer Mutter zugeschrieben wurde - weshalb sich die Behörden ohne weiteres Federlesen entschlossen hatten, den gespenstischen Kümmerling der Obhut des lokalen Heims zu überlassen und die Sache als abgehakt zu erklären. Einzig eine Geburtsurkunde mit dem Namen ihrer Mutter sollte dem Mädchen später bleiben, doch man war sich solche Vorfälle gewohnt und so verbrachte Suzie ihre Kindheit und einen Teil ihrer Jugend als eine unter vielen Waisenkindern. In ihren Memoiren, die sie viele Jahre später veröffentlichte und die laut der Verfasserin in fünfzehn verschiedene Sprachen übersetzt worden seien, berichtete Suzanne, dass die Zeit im Piccolentennest eine der Anonymität und der Einsamkeit unter Vielen war - stets hatte sie sich schwergetan Freunde zu finden, und wenn sie doch einmal geglaubt hatte, eine sinnvolle Verbindung zu jemandem aufgebaut zu haben, dauerte es meistens nicht lange, bis die Freundschaft durch eine plötzliche Adoption auseinandergerissen wurde. Nur Suzanne selbst war überhaupt nicht gefragt bei Eltern in spe, was nicht zuletzt mit dem Stigma des Albinismus zusammenhing. Einige der weniger professionellen Betreuer des Nests ließen sie das auch zu oft spüren, wodurch Suzie tief sitzende Gefühle der Minderwertigkeit entwickelte - sie sei ein sprichwörtliches leeres weißes Blatt, unfähig, sich von der Masse abzuheben und hoffentlich einmal liebende Eltern zu finden. Aus diesem Gefühl der Identitätslosigkeit wuchs ein wütender Geltungsdrang, das unstillbare Verlangen, jemand zu sein. Dieses Verlangen trat in trotzigen Rufen nach Aufmerksamkeit nach außen, Suzie war durch und durch ein Problemkind, das mehr Zeit mit Strafarbeiten verbrachte als alle anderen: Der Grundstein für eine getriebene Ablehnung von Autoritäten legte das Heim also gleich selber. Ihre Ohnmacht machte sich Luft vor allem durch das Entwenden von Habseligkeiten anderer, einerseits als Racheakt, andererseits schwang auch immer der unbewusste Wunsch mit, erwischt und endlich beachtet zu werden. War dies am Anfang noch mit viel Nervenkitzel verbunden und sowas wie ihr heimliches Hobby, entwickelte es sich schon bald zum Zwang. In ihrer Gedankenwelt war sie dann nicht mehr bloß das seltsame Geisterkind aus dem Heim, sondern Suzanne Streuben, die Meisterdiebin, die tollkühne Veruntreuungen auf Kosten all derer verübte, die sie nicht ernst nahmen.


    In der Schule war sie auffällig und musste sich andauernd Sprüche über ihr Aussehen gefallen lassen, denn Heranwachsende sind nicht für ihr Taktgefühl bekannt. Suzie zahlte es ihnen heim, indem sie die Fieslinge bei jeder Gelegenheit bestahl, was ihr letztendlich aber nur mehr Scherereien mit den Lehrpersonen und ihren Mitschülern einbrachte. Einzig der Sport- und Sprachunterricht wusste sie zu begeistern, und gerade letzterer war maßgeblich dafür verantwortlich, dass sie nach dem Läuten der Schulglocke gerne in diversen Buchhandlungen und Bibliotheken herumlungerte und sich (unredlich) Kriminalromane besorgte. Diese Bücher zeichneten eine Welt, in die sich Suzie sehnlichst hineinwünschte, in der sie selbst die überforderte Polizei nasführte und - im Gegensatz zu den tatsächlichen Handlungsverläufen der Geschichten - am Ende immer zuletzt lachte. Kurz vor ihrem offiziellen Schulabschluss leistete sie sich jedoch einen Fehltritt zu viel und wurde von der Rektorin persönlich in ihrem Büro erwischt, als sie gerade den Schrank mit den Klassenkassen aufbrechen wollte. Suzie floh. Sofort bekam das Heim einen Anruf und wenig später stand die Polizei vor der Tür. Die Heimleitung war mehr als gewillt, diese unliebsame Göre endlich auszuliefern, doch sie sollte nicht mehr auftauchen. Mademoiselle Streuben war weg - diesmal endgültig.


    Ihr Verschwinden wurde noch einige Tage halbherzig verfolgt, dann wurde der Fall fallengelassen. Währenddessen hatte sich Suzie in einem verlassenen Lagerhaus am Rande der Stadt einquartiert und fragte sich, warum sie nicht schon viel früher abgehauen war. Was wollte denn jemand wie sie - die eindeutig zu Höherem berufen war - mit einem Schulabschluss, wenn ihre Karriere als Schrecken aller Eigentümer erst gerade angefangen hatte? Frei von den Zwängen der Gesellschaft und gerüstet mit allen Vorteilen, die das Dasein als Vermisstgemeldete mit sich brachte, machte Suzanne Streuben sich mit Feuereifer daran, sich einen Namen in der Unterwelt zu verschaffen.


    Und scheiterte. Sie sei zu jung, hieß es, sie sei zu unerfahren. Sie brächte weder Zeugnisse noch Referenzen mit (für die unkundige Leserschaft, in Verbrecherkreisen ist ein guter schlechter Ruf das A und O). Sie habe keine Kontakte, sie sei nicht skrupellos genug. Suzie fand keinen Rückhalt in der Branche, weshalb sie keine Wahl hatte, sie musste sich selbstständig machen, ihre eigene Bande aufbauen.


    Der Winter kam und mit ihr eine Horde wilder Sniebel, die Suzie ihre marode Lagerhalle streitig machen wollte. Einige Zeit lang lebte man in einem fragilen Waffenstillstand aneinander vorbei, währenddem Suzie immer wieder bemerkte, dass nicht nur Einigkeit im Rudel herrschte: Die Anführer schienen es zu lieben, auf einem der Anfänger herumzuhacken, der anstelle von Pokémon-Eiern stets glänzende Dinge - von wertlosem Metallschrott bis hin zu Münzen oder gar Schmuck - von seinen Streifzügen zurückbrachte. War dies anfangs noch ein Grund für Suzie, ihre eigene Beute doppelt gut zu bewachen, kam sie bald schon auf die Idee, das Sniebel einfach abzuwerben, denn irgendwie fühlte sie sich mit dem Kleinen verbunden. Der Rekrutierungsprozess war dabei noch der leichte Teil, problematisch wurde es erst, als das Rudel mitkriegte, dass man einen Deserteur unter sich hatte: Suzie und ihr Neuzugang wurden von den zahlenmäßig weit überlegenen Sniebel unter Gekreische und Krallenhieben davongejagt und mussten sich einmal mehr eine neue Bleibe suchen. Schließlich fand man Unterschlupf in einer Bauruine nahe der Route 14, in die es auch nur ein kleines bisschen hineinregnete.


    Snatch - so hatte Suzie ihren Sniebelgehilfen genannt - hatte Suzie die Augen geöffnet. Warum sollte sie sich um etablierte Ganoven für ihre Bande bemühen, wenn sie einfach Pokémon einspannen konnte? Denn Snatch ging richtig auf in seiner neuen Aufgabe, mit seinen Krallen konnte er Schlösser aufbrechen und Glasscheiben malträtieren und waren die beiden dann erst eingestiegen, bewies er einen exzellenten Riecher für Reichtümer (zumindest, nachdem Suzie ihn über die Wertlosigkeit von Edelstahlbesteck aufgeklärt hatte). In den nächsten fünf Jahren stieß erst ein nervöses Traunfugil zur Bande und etwas später ein Smogon, die sich beide einen Schlafrhythmus mit Suzie und Snatch teilten und unter der Anleitung Ersterer aufblühten in ihren jeweiligen Zuständigkeitsbereichen - Wache schieben auf Einbruchstour und anschließend die Flucht abdecken.

    Noch war Suzies Ruhm als Meisterdiebin ausgeblieben - denn selbst sie wusste, dass man manchmal besser den Kopf unten hielt, wollte man nicht frühzeitig im Zuchthaus versauern. Denn strafmündig war sie inzwischen. Gewissermaßen litt ihr Griff nach Berühmtheit unter ihrem Erfolg als Diebin - wollte sie weiterhin ihrem Handwerk nachgehen, musste sie unbekannt bleiben.

    Die Bande war in zahllosen dunklen Nächten unterwegs und bevorzugte es, in ruhigen Gegenden nach dem nächsten großen Fang zu suchen. Eine monumentale Ausnahme gab es aber: Illuminas Lichtfestival. Suzie lief das Wasser im Mund zusammen beim Gedanken an all die locker sitzenden Brieftaschen und die endlosen Möglichkeiten zum Abtauchen. Sie würden ihr ganz eigenes Fest feiern an diesem Tag.



    Spezialisierung:

    Unterstützung (Einbrecherin: Bricht Schlösser auf/findet und stiehlt Items)



    Besonderes:

    Auf ihren Unterarmen ließ sich Suzie die in Diebesmilieu hochgeschätzten Gebote des tragisch verstorbenen Einbrecherkönigs Welborne Wicking - in Fachkreisen auch Welborne der Ausspieler genannt - tättowieren, die da lauten:

    - man habe Optionen

    - man habe Geld

    - man habe seine Leute

    - man hege keinen Groll

    - man nehme, was man kriegen kann

    - man sei informiert

    Je drei der bedeutungsvollen Sätze befinden sich auf jeweils einem Arm und bilden sowas wie Suzies einzigen prinzipiellen Leitfaden, dem sie jedoch mit annähernd dogmatischer Reverenz folgt, verkörperte Welborne der Ausspieler doch alles, was Suzie bewunderte und bewundert. Obwohl sie keine Freundin von Gewalt, Waffen oder gar Waffengewalt ist, steht sie keinesfalls über Morddrohungen, die ihr in hitzigen Situationen beängstigend schnell über die Lippen gehen.



    Pokémon:

    Laut der dritten Regel braucht jeder anständige Verbrecher seine Handlanger, womit die Leserschaft nun Bekanntschaft mit Suzies Komplicen schließen darf, Vorhang auf für die wackere Halunkentruppe, für die unerschrockenen Galgenvögel, für Suzanne Streubens Spießgesellen:


    SniebelSnatch (m)

    Level 10

    Fähigkeit: Langfinger

    - Kratzer

    - Silberblick

    - Verhöhner


    Snatch ist der hingebungsvolle Schlossknacker der Bande und in steht in Sachen Langfingerei seiner Chefin in nichts nach. Außerdem hilft er beim Tragen der Beute. Snatch war ursprünglich ein Ausgestoßener aus seinem Rudel, dessen Interesse an Funkelglitzerzeugs das Interesse an Essbarem bei Weitem überstieg. Nun fungiert er als Suzies loyaler erster Handlanger.


    TraunfugilBanshee (f)

    Level 10

    Fähigkeit: Schwebe

    - Heuler

    - Psywelle

    - Groll


    Banshee übernimmt auf Suzies Beutezügen durch ihre Mobilität und Affinität zum Kreischen die Rolle der Schmiere. Da Banshee von Natur aus ängstlich und sorgenvoll ist, erfüllt sie ihre Pflicht als Wachposten mit Selbstverständlichkeit und ihrem Boss ist es mehr als recht, das Traunfugil von schlafenden Hausbesitzern fernzuhalten - denn manchmal kann es nicht aus der eigenen Haut und der Drang zu Erschrecken würde zu mächtig.


    SmogonMarchand (de Sable) (m)

    Level 8

    Fähigkeit: Reaktionsgas

    - Giftwolke

    - Tackle

    - Smog

    - Rauchwolke


    Marchand de Sables Name ist Programm, taucht er auf, bleibt dank seiner Rauchwolke kein Auge offen - perfekt für den schnellen Abgang der Lumpentruppe. Marchand denkt und sagt nicht viel, alles was er sich vom Leben verspricht ist dichten Rauch zu machen und die Häscher der Justiz einzunebeln. Möglicherweise hat es insbesondere einen Narren an Suzie gefressen, weil diese sich nur selten die Zeit für Körperpflege nimmt und das Smogon dies mag.


    Suzie ist keine Pokémontrainerin, vielmehr sieht sie sich als gewiefte Arbeitgeberin, die die Stärken ihrer Schergen optimal auszuspielen weiß. Mit Kämpfen gibt sie sich nicht ab; bevor es zur Konfrontation kommt, hat sie sich für gewöhnlich bereits aus dem Staub gemacht. Obwohl sich die Pokémon ihrer Bande freiwillig angeschlossen haben und rein technisch gesehen nicht im Besitz von Suzie sind, hat sie für jedes Mitglied einen Pokéball parat, um sie bequem transportieren zu können.

    Mit Chabi auf dem Arm und einem schnüffelnden Nott im Schlepptau betrat Belaine die Dachterrasse und steuerte eine etwas abseits gelegene Bank mit Meerblick an. Sie nahm Platz, setzte ihr Plinfa neben sich und streichelte ihrem Hunduster mit dem Fuß über den Rücken, während sie ihr Handy aus der Hosentasche holte. Eigentlich hatte sie nur kurz die Zeit überprüfen wollen, doch eine Pop-Up-Benachrichtigung der Streaming-App ihres Vertrauens ließ ihr Herz augenblicklich schneller schlagen – Goodness, wie hatte sie das bloß vergessen können?!


    Galar-Star-Turnier Tag 3: Kabu – Betys (23:15 GAL)


    Hibbelig vor Vorfreude entsperrte sie und auf einmal war das Warten auf Nora sehr sekundär – Belaine hätte es nie zugegeben, aber bei einem Live-Kampf ihres ausländischen Favoriten musste sie einfach dabei sein, ihre Kollegin konnte sie auch danach noch ausfragen. Im Idealfall würde Kabu mit Betys den Boden aufgewischt haben, noch bevor Nora mit dem Essen fertig war. Hach, Betys. Während Gleichaltrige den verbissenen Feen-Trainer auf Händen getragen hätten, stand Belaine nach wie vor dazu, dass der Junge auf dieser einen Kurzvideoplattform (ihr wisst, welche) besser aufgehoben wäre. Und außerdem sagte ihr eine Stimme im Hinterkopf, dass ihm Erniedrigung gut stehen würde. Kabukabukabu. Sie steckte sich ihre Kopfhörer in die Ohren, zog die etwas ratlos dasitzende Chabi näher zu sich heran und sprang in den Stream. Der Kampf hatte noch nicht angefangen und Alt-Champion Delio schwang wie vor jedem offiziellen Kräftemessen seine Rede über das Sprengen von Grenzen und der Qualität der Trainer aus Galar. Während es der Held der Region zwar verstand, die Menge anzuheizen, war sein Sinn für Mode noch immer zum Davonrennen – der Typ brauchte definitiv jemanden, der ihm beim Anziehen half, und am besten gleich noch einen Friseur. Ungeduldig wartete Belaine darauf, dass es endlich losging. Kabukabukabu. Finally, Delio hatte einen Punkt gemacht, seine Pose geschlagen und räumte nun das Feld für die Stars des heutigen Abends. Der Chat brannte und die Kommentatoren liefen zu Höchstform auf. Die Kamera hatte zuerst Betys angepeilt, der nicht nur aufgrund des Typennachteils als Underdog galt, sondern auch wegen seinem weitaus geringeren Erfahrungsschatz, verglichen mit seinem Gegner. Die Zuschauer im Stream sahen das ähnlich.


    a wanna touch his hair nd give him a hug 😭😭😭

    bruv this bloke lookin like me gran 💀

    no one: bede: 😠😠😠

    WHY HE STILL IN THIS LOUD A$# FAIRY FIT I CAAANT

    kabu gon scorch this twink 💯💯

    NAH kabu be having a heart attack or smth mid fight 🤣
    💞💞💞 OUR SALTY KING 💞💞💞


    Die Kommentatoren wussten über Betys nichts zu erzählen, was Belaine als langjähriger Fan der Galar-Liga nicht auch schon wusste. Endlich kam Kabu ins Bild. Das enge Trikot, die weißen Schläfen, die Jawline EXTRA SHARP – in erster Linie war es nicht Kabus Kampfstil, von dem Belaine so eingenommen war, so viel stand fest.


    kabu no diff ez

    ZADDY 🥵🥵🥵

    mfs sleeping on bede fr fr 🔥🔥🔥

    WE WANT BIG CENTISKORCH 🔥

    them calves tho

    yall really simping for his dusty a*$ 🤣🤣🤣

    FIRE AND FURY AND ABS 😳


    Nott hätte sich keinen schlechteren Zeitpunkt aussuchen können um urplötzlich bellend aufzuspringen und davonzuschießen. Erst hatte es Belaine durch das Geschrei der Caster und Zuschauer im Stadion gar nicht wahrgenommen, erst als ihr Fuß ins Leere fuhr schaute sie auf. Nott war weg. Missmutig entfernte sie einen Kopfhörer und suchte die Terrasse ab, konnte ihn aber nirgendwo entdecken, nur sein aufdringliches Gekläffe hallte durch die Abendluft. Musste sie wirklich…? Sie musste wohl. Sie hasste es, aber sie musste den Stream pausieren. Wenn sie wegen diesem Unsinn nachher gespoilert würde, sie- Sie sollte ihr Hunduster besser im Griff haben. Seinen Namen rufend suchte sie die Umgebung ab, hörte es erst nur unaufhörlich bellen und entdeckte den Ausreißer schließlich, wie er zwei unbedarfte Pokémon und ihren Trainer belästigte – Roxas, sein Wuffels und sein Mampfaxo. Ohgott, war das peinlich. Mit farblosem Gesicht hastete Belaine zu ihrem übereifrigen Freund, hob ihn hoch und gab sich dabei die größte Mühe, keinen Staub von seinen strampelnden Pfoten auf ihr Oberteil zu kriegen. Chabi kam allmählich auch hinterhergewatschelt.

    „Ohje“, verlegen lächelnd hielt sie Nott von sich weg, „ich hätte besser auf den kleinen Troublemaker aufpassen sollen, er – er hat euch doch wohl nichts getan?“

    Roxas‘ Antwort hätte sie tatsächlich nicht weniger interessieren können, bestimmt flogen in Wyndon bereits die Fetzen. Aber das musste er ja nicht wissen.


    OT: Ich habe nichts von Substanz zu berichten also schreibe ich Fangirlfluff (fett ist natürlich der livechat). Hoffentlich zerstört mein unbedachter Umgang mit den Zeitzonen nicht gleich das Raum-Zeit-Gefüge.


    Und selbstverständlich ist dein Post von meiner Seite in Ordnung, Feuerdrache. Belaine hat im Moment ohnehin anderes zu tun c:

    „Ugh“, machte Belaine, als Nora auf den Speisesaal zu sprechen kam, „apropos Speisesaal, weißt du, was die uns heute aufgetischt hatten?“ Sie machte eine Pause, nicht etwa, um Nora nachfragen zu lassen, sondern einzig der Dramatik wegen. „Nudeln. Nudeln mit Gemüse oder Hackfleisch? Like, ich finde das verantwortungslos. How are we supposed to stay motivated like this? Ich kann doch morgens nicht die Basis mit gutem Gewissen verlassen, wenn ich weiß, dass ich am Abend mit Teigwaren abgespeist werde.“ Sie wischte sich eine Strähne nach hinten. „Aber“, fuhr sie weiter, „ich habe bereits den Vorschlag für einen an unseren Aktivitäten angepassten Menüplan gebracht. Ich finde ja, man sollte sich auch auf das Abendessen freuen dürfen, hm…“ Sie brach ab, denn sie hatte realisiert, dass sie höchstens oberflächlich auf Noras Aussage von eben eigegangen war. „Aber ich will dir dein Dinner nicht verderben, ahaha. Und ja of course ist Umziehen jetzt der right call, ich sollte mir dringend auch etwas anderes anziehen.“ Zwar hatte Belaines Outfit während ihrer Arbeit im Park mitnichten gelitten, doch sie trug immer noch ihre Arbeitskleidung, und dafür hatte sie nun wirklich keinen Grund mehr.

    Der Lift hatte das dritte Geschoss erreicht und die Türen öffneten sich. Belaine hatte bisher noch nichts aus Nora herausbekommen, doch sie beschloss, ihrer vorerst nicht weiter auf die Pelle zu rücken und sie in ihr Zimmer zu entlassen, nicht aber ohne sie vorher noch über ihre weiteren Vorhaben zu informieren. „Ich habe schon gegessen, alsooo… Dachterrasse?“ Solange die Sonne noch nicht ganz untergegangen war, sah sie noch keinen Grund, das Gym aufzusuchen. „Ich hole uns Tee und dann erzählst du alles über euren Erfolg, ja?“

    Nora winkend stieß sie die Tür zu ihrem Zimmer auf und betrat ihr Reich. Seitdem sie ihr von der Foundation bereitgestelltes Bett durch ein Doppelbett ersetzt hatte, hatte der Raum zwar an freiem Platz eingebüßt, doch das war ein Trade-off, den sie gerne in Kauf zu nehmen bereit gewesen war. Sie schmiss sich auf das Bett und begann, ihre Stiefel auszuziehen. Anschließend suchte sie sich etwas zum Anziehen für den Abend – ein Paar weite graue Jogginghosen und ein fliederfarbener cropped Poncho sollten genügen. Im Bad wurde der Lidstrich nachgezogen und die Frisur in Schwung gebracht, Zähneputzen lag auch noch drin. Andere hätten es wohl neurotisch genannt, aber Belaine brauchte diesen Prozess, um sich nach der überaus rudimentären Mahlzeit wieder rein fühlen zu können. Zuletzt stieg sie in ihre Sneakers und machte sich auf den Weg. Draußen war Nora nirgends zu sehen, entweder hatte sie bei der Klamottenwahl noch länger gebraucht als Belaine oder sie war bereits am Essen. So oder so schlug die Millionenerbin den Weg ein zum Fahrstuhl, jedoch nicht umgehend zur Terrasse, sondern erst in Richtung der Mall, um sich den versprochenen Tee zu holen.


    Das Café war geschlossen gewesen, natürlich. Die Renovationsarbeiten dauerten noch immer an. Belaine würde sich mit Tee aus dem Automaten - aus dem Pappbecher! - begnügen müssen. Entnervt hing sie vor der Maschine herum und wartete. Die Entbehrungen, die mit denen sie heute hatte fertigwerden müssen, hätten einen schwächeren Geist bestimmt schon lange gebrochen; aber sie war jetzt eine Guardian und wurde mit allem fertig (auch wenn dies das Beschweren über die Umstände nicht ausschloss), seien es nun verletzte Pokémon oder ein niederschmetternder Mangel an geöffneten Cafés. Mit zwei Bechern in der Hand ging sie dann zum Fahrstuhl zurück.


    OT: Tatsächlich ist Belaine taktvoll genug, um Nora eine Galgenfrist zu bieten :D Wir danken Miss Bates für ihre endlose Geduld und nehmen Anteil an den Strapazen des heutigen Tages 🙏

    Es brannte nirgends: David war so fleißig gewesen und war es immer noch, dass er Belaine wortwörtlich die Arbeit vor der Nase weggenommen hatte. Sie warf Dan ein entschuldigendes Lächeln zu, war sich aber nicht sicher, ob dieser das mitbekommen hatte. Währenddem sie sich noch fragte, wie sie denn jetzt die Zeit totschlagen konnte, fiel ihr die Erlösung auch schon in den Schoß – eine Lautsprecherdurchsage kündigte von der Ankunft der Guardians, die auf Mission ausgezogen waren. Belaine stutzte. Eben war es doch noch Morgen gewesen? Beeindruckend, aber auch ein wenig beängstigend, wie sie so viel vom Tag mit Nichtstun und dem Herumstehen neben David hatte verbringen können. Mit der Zeit war es eine eigenartige Sache. Mit einem großen anyway im Kopf eilte sie anschließend zum Parkeingang hinaus, sie wäre eine Närrin gewesen, wenn sie diese Gelegenheit, sich vor weiteren Anweisungen zu drücken, nicht wahrgenommen hätte.

    -

    Nudeln mit Hackfleisch. Nudeln mit Hackfleisch?! „Excuse me“, der Kantinenkraft ihren kritischsten Augenaufschlag zuwerfend brachte sie die Schlange vor der Essensausgabe ins Stocken, „und die vegetarische Option?“

    Ratlos drehte sich der Küchengehilfe zu einer seiner Kolleginnen um. „Haben wir… vegi, äh-“ Geistesgegenwärtig wuchtete die Kantinenköchin einen klobigen Container voller Gemüse auf die Ausgabefläche. „Natürlich, Liebchen, einmal Nudeln mit frischem Gemüse.“

    Belaine schaute höflich lächelnd zu, wie sie Gemüse auf ihre Nudeln schaufelte, und schaute dann die Köchin an, wartend. Diese erwiderte unschlüssig ihren Blick. Belaine blinzelte.

    „Und?“

    Die Köchin schob ihr den Teller zu. „Bitteschön.“

    „Ich meine“, Belaine lächelte immer noch, mittlerweile aber etwas steif, „und der Rest?“

    „Brauchst du mehr?“

    „Das ist doch bestimmt nicht das ganze Menu, das wäre ja…“ Sie lachte, als ob ihr gerade etwas sehr Absurdes in den Sinn gekommen wäre.

    „Nudeln mit Gemüse. Morgen kochen wir wieder was anderes.“

    Entgeistert starrte Belaine auf die bedrückend banale Speise vor ihr, bevor sie bemerkte, dass die Schlange schon unruhig geworden war. Das war alles? Nachdem sie sich so lange so sehr abgemüht hatte mit den Pokémon im Park? Sie leistete es sich, tief Luft zu holen und den Zeigefinger zu heben.

    „Ich… wir haben heute den ganzen Tag geschuftet. Ich hatte mir bloß etwas… Angebrachteres erhofft nach diesen Anstrengungen. Vielleicht wollt ihr in Zukunft eure Menüpläne auf unser Activity Budget anpassen?“

    Von der Köchin erntete sie nur einen zweifelnden Blick. „Sag‘ doch einfach, wenn du mehr willst.“

    Und ehe sie protestieren konnte hatte sich die Größe von Belaines Portion verdoppelt. Die Guardian seufzte leise und gab auf, murmelte ein Danke und schritt mit starrem Blick zu ihrem Platz.

    -

    Belaine hatte (kulinarisch dürftig) gegessen und nichts zu tun. Ziellos schlenderte sie durch die Gänge der Foundation auf der Suche nach interessanten Leuten, bis sie sich vor den Aufzügen wiederfand. Eine Idee kam ihr. Die Kantine war nicht wirklich voll gewesen, einige bekannte Gesichter hatte sie vermisst; also nahm sie an, dass noch nicht alle Guardians zurückgekommen waren… Vielleicht würde sie bei der Anlegestelle den letzten Rückkehrern abpassen können, um alle heißen Details ihrer Missionen brühwarm zu erfahren. Sie betrat die Aufzugskabine, wählte das Stockwerk und sauste nach unten.

    Lange hatte sie nicht suchen müssen, kaum hatten sich die Türen geöffnet, erblickte sie auch schon Eleonora. Aber – wie sie aussah, oh my, Belaine spürte die leeren Vibes schon von weitem. Sie musste eingreifen, sie konnte ihre Kollegin nicht in diesem verwundbaren Zustand stehenlassen.

    „Nooora!!“ Sie winkte und hastete so schnell sie ihre Stiefel trugen zu ihr hinüber. „Girl du siehst furchtbar aus, ich…“

    Sie holte aus zu einer Umarmung, besann sich dann doch etwas Besseren und nahm stattdessen Noras Hand. „Was ist passiert du musst mir alles erzählen komm wir bringen dich nach oben und holen uns einen Tee hattet ihr Erfolg was habt ihr gemacht die erzählen uns ja nichts aber jetzt ist alles gut also“-



    OT: Olynien es tut mir ja fast ein wenig leid :3

    Die Timeline gerade bereitet mir Kopfzerbrechen aber ich denke nicht zu sehr darüber nach

    Oh nein, was hatten die Leute aus Johto bloß mit ihren Monologen? Wo Jun herkam machte man höchstens den Mund auf um auszuspucken – was erwidern? Obwohl der Andere ihm den Vortritt überließ, gefiel Jun seine Attitüde so gar nicht. Seinen Rat konnte er sich sparen, auf die Erkenntnis, dass er besser dran wäre, wenn er seine Pflicht als Trainer gewissenhafter wahrnehmen würde, war er vorhin auch gekommen.

    „Ja.“ Er wollte nicht reden, er wollte sein Pokémon heilen. „Und wenn du schon so viel Ahnung vom Kämpfen hast, darfst du dich auch um deinen eigenen Scheiß kümmern. Also…“, für Jun war damit alles gesagt und er wandte sich wieder Joy zu, „dann sind wir jetzt wohl dran mit der Pflege.“

    Joys Blick schwankte erst unschlüssig zwischen ihm und dem anderen Trainer hin und her, bevor sie sich ein Lächeln abringen konnte und pflichtbewusst nickte.
    „Sehr gerne. Zum Glück können wir uns um mehrere Pokémon gleichzeitig kümmern, möchtest du mir“, ihre Aufmerksamkeit galt nun Nick, „dein Team auch gleich überlassen?“


    OT: Leitung sagte wir können Joy selber bespielen, her mit deinem Team Roxas Oblivion :3

    Jun wartete noch einen Moment, nachdem er sich neben das Pam-Pam auf den Tresen gesetzt hatte. Etwas stieß ihn von hinten an und er fuhr herum, seine all-around-bedrohliche Miene bereits hochgefahren – doch es war nur ein Chaneira, das ihn mit einem Klemmbrett mit einer Liste in den Rücken gepiekt hatte. Jun nahm die Liste wortlos an sich und überflog sie. Allergien…? Die hatte er nicht, und selbst wenn er sie gehabt hätte, wären die nicht auf einem so öffentlichen Dokument gelandet, solange alle anderen hier ebenfalls Einsicht in die Liste hatten. Andererseits, die Unverträglichkeiten… Er kritzelte Laktose hin und verzichtete auf eine Unterschrift, das Chaneira nahm anschließend die Liste wieder entgegen und ging weiter seiner Tätigkeit nach.

    Inzwischen war auch Schwester Joy wieder aufgetaucht. Der Herumtreiber sprang vom Tresen herunter und ging auf sie zu, da wurde sie bereits von einem anderen Kerl angequatscht. Juns Augenbrauen zogen sie wie von selbst zusammen, eine Bewegung, die durch jahrelange Ausführung perfektioniert worden war. Eigentlich kein Wunder, dass der andere Trainer schneller bei Joy gewesen war als Jun – wahrscheinlich ließ es sich auf der Schleimspur, die der Typ gerade hinterließ, hervorragend beschleunigen.

    „Hey.“ Er hatte den übereifrigen Pokécenterkunden an der Schulter gefasst. „Hey, hey. Ich glaube, ich war zuerst dran.“

    Eine simple Aussage, aber Jun war nun mal Jun und hatte ein Gespür dafür, wie man selbst so banalen Sätzen die Aura einer Drohung verleihen konnte. So nahe am Vordrängler fiel ihm auf, dass dieser deutlich älter sein musste, wahrscheinlich schon über zwanzig. Egal, Jun würde seinen Mann stehen – Ausdruck stumpf, Blick schräg, Kiefer nach vorne, hart aussehen konnte er gut.


    OT: Roxas Oblivion how dare you 😱