Beiträge von Ponk

    Am großen Marktplatz des Stadtstaates Kratarinien im Café des Herren Blesius. Es ist Abendstunde und die Familie Sandmann sitzt im Zentrum des Geschehens mit Vater, Mutter und den zwei jungen Söhnen. Der Kellner Versteppen erscheint hektisch mit 4 Tellern aus der Küche und stolpert auf den Tisch zu.


    Versteppen: Verzeihen Sie vielmals die Wartezeit. Hier wären einmal die Antipasti, die klare Tomatensuppe und zweimal die Spezialität des Hauses.


    Versteppen platziert die Teller an den Plätzen der Familie und geht wieder in Richtung Küche. Vater Sandmann wirkt irritiert, als das Essen der Söhne platziert wird.


    Vater Sandmann: Habt ihr das bestellt?

    Junge 1: Riecht am Essen Nein.

    Junge 2: Imitiert Würgegeräusche

    Mutter: Ihr könnt es ja zumindest mal probieren.

    Vater Sandmann: Das ist doch abstrus. Die beiden haben etwas anderes bestellt. Das sollen sie auch haben, wenn wir schon in diesem komplett überteuerten Schuppen essen.

    Mutter: Schatz, bitte mach nicht wieder so einen Auftritt…


    Vom Nebentisch steht ein Mann im Anzug auf, nimmt sich seinen Stuhl und setzt sich exakt zwischen Vater und Mutter Sandmann.


    Hr. Plotz: Lassen sie sich von dem Frauenbild nichts sagen. Verklagen sollten Sie den Laden! Plotz mein Name. Bester Anwalt in Kratarinien.

    Mutter: Wie bitte? Was denken Sie…

    Vater Sandmann: Nun lass den Mann mal ausreden Schatz.

    Hr. Plotz: Falsche Bestellungen sind kein Witz. Ihre Söhne könnten empfindlich gegen dieses Essen sein und eine schwere allergische Reaktion haben. Verklagen sage ich, verklagen muss man Sie!


    Von einem weiteren Nebentisch steht ein Mann in einem Arztkittel auf und spurtet quasi zu den beiden Sandmann Kindern.


    Dr.: Allergien? Könnt ihr noch atmen? Lasst mal eure Ohren sehen, vielleicht doch ein Virus, etwas Ansteckendes, sagt mal „Ahhhhhh“.

    Mutter: Und wer sind…

    Hr. Plotz: Lassen Sie mich das klären, werte Frau. Hr. Plotz dreht sich zu dem Mann im Kittel. Ich bin der Vertreter dieser Familie, was fällt Ihnen ein dieses liebliche Zusammenkommen hier zu unterbrechen?

    Dr.: Diese Kinder müssen bereits sehr krank sein, sehen sie sich nur die Grimassen an, die sie schneiden. Ich muss sie sofort behandeln, wahrscheinlich eine Lebensmittelvergiftung durch die Fischaugen in ihren Pasteten.

    Sohn 1 + Sohn 2: Ihhhhhhhhh!


    Sohn 1 und 2, die sich in der Zwischenzweit durch die Motivation ihrer Mutter dazu durchgedrungen hatten etwas von der Spezialität des Hauses auf ihre Löffel zu packen, schmeißen nach diesem Ausstoß des angewidert-Seins beide den Inhalt ihres Bestecks weit von sich auf einen weiteren Nachbartisch. Beide haben dabei ein (Fisch-) Auge auf ein junges Mädchen geworfen.


    Mädchen: Ahhhhhh. Es ist kalt und glitschig und es klebt an meinem Arm.

    Dr.: Doktort mit einem Stetoskop herum. Psssssssst. Ich muss hier den Puls messen.

    Hr. Plotz: Sie müssen gar nichts außer sich einer Belästigungsklage stellen, Herr Doktor.


    Der wutentbrannte Vater des Mädchens, ebenfalls in Frack und Fummel springt von seinem Platz auf und stellt sich zwischen Vater Sandmann und Hr. Plotz.


    Vater des Mädchens: Hätte ich mir doch denken müssen, dass Sie und einer Ihrer Mandanten hinter dieser Unruhe stecken Plotz.

    Vater Sandmann: Also noch habe ich hier niemanden angestellt…

    Hr. Plotz + Vater des Mädchens + Dr.: Schnauze!

    Mutter Sandmann: Lacht hämisch ihren Mann aus Hahahaha.

    Vater des Mädchens: Dafür wird es eine saftige Schadensersatzklage geben. Darauf können Sie sich einstellen.

    Hr. Plotz: Oh bitte, das war wohl kaum die Schuld der Jungs, Herr Weidenmacher. Das Essen ist eindeutig unterkocht und deswegen vom Löffel gerutscht.


    Mit einem lauten Tritt kracht die Küchentür auf und der Koch tritt aus der Küche ebenfalls an den Tisch der Familie Sandmann.


    Koch: zu Vater Sandmann Sie Crétin, Sie denken also, dass meine Cuisine nicht gut genug für Ihre Familee ist? Dann essen Sie doch zuhause den Fraß, den Ihre Frau zusammenschmeißt.

    Vater des Mädchens: Verzeihung aber wie denken Sie eigentlich, dass Sie hier auftreten. Kein Haarnetz und dann noch diese versiffte Arbeitskleidung.

    Hr. Plotz: Und dort durch die Küchentür habe ich vorhin einen komplett verdreckten Herd gesehen. Das schreit nach einer offiziellen Beschwerde.

    Dr.: Man denke nur an die ganzen Keime, die da entstehen könnten. Diese Jungs liegen wahrscheinlich im Sterben. Ich bringe Sie jetzt in meine Praxis.


    Eine Frau im Kostüm steht aus der Menge der gaffenden Gäste auf und hebt eine Marke hoch.


    Frau im Kostüm: Ich habe genug gehört. Ich bin vom kratarinienschen Gesundheitsamt und ich werde Ihren Laden durchsuchen müssen.

    Koch: Eher bringe ich alle um, bevor ich euch Imbéciles vom Gesundheitsamt in meine Küche lasse!


    Der Koch zieht wutentbrannt ein Messer und die Menge, die sich inzwischen um den Tisch der Sandmanns gebildet hat, inklusive der Sandmanns und dem Rest des Cafés zerstreuen sich schreiend aus dem Lokal heraus. Nur der Koch verweilt ein wenig länger und rennt schließlich in die andere Richtung davon als Polizeisirenen zu hören sind. Zum Schluss tritt noch einmal der geistig abwesende Versteppen mit einem vollen Tablet an den Tisch


    Versteppen: Verzeihen sie vielmals die Umstände, ich habe Ihre Bestellungen vertauscht. Hier wäre zwei mal der Kinderteller.


    (Kommentar des Autoren: Danke, ich bin auch sehr stolz auf diesen geistigen Handstand mit den Augen werfen. Ich hoffe beim Lesen musste niemand mit den Augen rollen. ^^)

    Antonio (am Telefon) Guten Tag, ich hörte Sie seien der Mann, den man zum sauber machen ruft?

    Walter (gerade den Hörer abnehmend) Ja, wir kümmern uns hier auch um die größten Sauereien.

    Antonio Eine Sauerei wird nicht nötig sein aber Ich habe heute Nachmittag gegen 16 Uhr einen Auftrag für Sie, Hamburger Straße 72, weiblich, 1,70 groß, braune Haare.

    Walter Bei so einer Größe muss ich allerdings einen extra Zuschlag machen, wir gehen hier normalerweise mit kleineren Exemplaren um.

    Antonio (mit leichtem Entsetzen) Sie erledigen also auch Kinder?

    Walter Nun, wir nennen sie ja eher Welpen aber ja, die bereinigen wir hier auch.

    Antonio Wie ist ihre Gage und wann erwarten sie die Zahlung?

    Walter Für einen Auftrag ihrer Art und so spontan werden wir etwa 80€ veranschlagen, am besten in bar.

    Antonio Mir wurde bereits gesagt, dass sie überaus günstig und effizient sind, und wenn sie pünktlich sind und wir die Sache schnell hinter uns bringen, werde ich auch 100 draus machen.


    Mit einem süffisanten Grinsen legt Antonio den Hörer auf und steckt die Karte auf dem sein Kontaktmann die Nummer des Auftragsmörders geschrieben hatte weg, ohne zu merken, dass diese Nummer auf der Rückseite der Visitenkarte einer Hundewäscherei notiert war.

     

    So, nachdem der Häuserkampf und der Nostalgiewettbewerb durch sind und ich meine Votes geschrieben habe, hab ich den Feiertag mal wieder etwas für private Projekte nutzen können. Die beiden Epik-Texte werde ich dann hier zusammen nochmal veröffentlichen mit Gedanken und ein paar allgemeinen Worten mit meinem persönlichen Verhältnis zur Epik, sobald die Ergebnisse vom Nostalgiewettbewerb da sind. ^^

    Bevor ich zu dem neuen und den alten Gedichten komme aber zunächst einmal vielen lieben Dank für den lieben Kommentar


    Akrostichon Drache und Erdbeere


    Dereinst besungen in Kindertagen

    Rußbedeckte Legenden

    Aschene Verse verweilen

    Chorische Rufe hallen noch

    Hörbar aus weiter Ferne dort

    Ewig am Firmament der Fantasie


    Ein Versprechen von Glückseligkeit

    Rot und voller Pracht

    Dort liegst du, schenkst mir Heiterkeit

    Breit hast du mich angelacht

    Erlaub mir dich zu schmecken

    Ehrfurchtsvoll vor deiner Gabe

    Reulos sich die Sinne strecken

    Ewiglich ob deiner Farbe


    Zu Drache: Mein erster richtiger Beitrag im Bisaboard darf hier natürlich nicht fehlen. ^^" Ich bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis, wenn ich bedenke, dass dies mein erster Versuch an Lyrik seit mehreren Jahren war. Ich hatte keine hohen Ansprüche im Bezug auf Reime oder Versmaß und hab mehr oder minder draus losgeschrieben. Das Akrostichon soll ein bisschen mit der Grenze zwischen Fantasie, Wirklichkeit und Legenden spielen bezüglich der Existenz der Drachen, ohne sich dabei für eine Seite zu entscheiden. Dabei hatte ich Spaß gerade mit Wortwahl die Thematik und Eigenschaften von Drachen etwas aufzugreifen. Ich muss allerdings auch so ehrlich sein und sagen, dass mir das C echte Probleme bereitet hat und ich eine Weile gebraucht habe, bis ich auch "chorische" gekommen bin, weshalb ich dann prompt zwei Verse um Klang geschrieben habe.


    Zu Erdbeere: Abgesehen davon, dass ich Erdbeeren liebe, liebe ich dieses Wort. Die vielen E's bieten einem so viele Möglichkeiten hier kreativ zu werden und ohne großen strukturellen Pläne inhaltlich zu agieren. Der Schreibprozess dieses Akrostichons war dabei sehr spannend. Grundidee war es den Verzehr der Erdbeere und dessen Genuss im Gedicht darzustellen. Ich habe dann aber beim Schreiben gemerkt, dass das ganze etwas sehr sinnlich wurde und in eine Richtung abdriftete, die beinahe etwas zu erotisch wurde. Ich fand das aber mindestens interessant und wollte deswegen das fertige Produkt sehr gerne teilen. Schließlich ist es immer schön, wenn sich Lyrik selbst entwickeln darf beim Schreiben.


     


    Kommen wir zum neuen Gedicht, von dem hoffentlich die nächsten Wochen noch mehr folgen werden. Momentan experimentiere ich, sofern ich die Zeit dazu habe, gerne mit wilderen und oder exotischeren Gedichtformen herum. Das bedeutet konkret viel im Internet stöbern, Formregeln durchlesen, gucken was mir gefällt und nur wenig zu Papier bringen. Vielleicht werde ich einige dieser Formen weiter proben, vielleicht bleibt es aber auch bei dieser Einmaligkeit. Zusätzlich zu meinen Gedanken packe ich unter das Gedicht also noch eine Erläuterung der Gedichtform, da ich nicht denke, dass die meisten dieser Formen weit geläufig sind (zumindest waren sie das mir nicht).


    Lust auf's Spiel


    Ich geh tanzen

    Ich hab Lust

    Lust zu wirbeln

    Lust auf mehr

    Mehr zu machen

    Mehr zu sein

    Sein ist schön

    Sein ist frei

    Frei der Geist

    Frei die Seele

    Seele lacht

    Seele weint

    Weint der Regen

    Weint das Meer

    Meer so tief

    Meer ganz blau

    Blau mach ich

    Blau machst du

    Du bist mein

    Du bist hier

    Hier und heute

    Hier und jetzt

    Jetzt oder nie

    Jetzt muss ich fort

    Fort ist der Frust

    Fort geht’s hinauf

    Hinauf in die Berge

    Hinauf in den Himmel

    Himmel noch eins

    Himmel voll Wolken

    Wolken wie Schafe

    Wolken so weiss

    Weiß ich was

    Weiß ich wer

    Wer bist du

    Wer kennt’s nicht

    Nicht zu vorschnell

    Nicht mit der Hand

    Hand in Hand

    Hand durch Schnee

    Schneeman bauen

    Schneebalschlacht

    Schlacht geschlagen

    Schlacht verloren

    Verloren im Wald

    Verloren im Spiel

    Spiel die Flöte

    Spiel mit dem Feuer

    Feuer

    Flöte


    Das hier liebe Leser*innen ist der Versuch an einem Blitz. Der Blitz ist eine Gedichtform, die von Robert Keim erfunden wurde. Er besteht aus 50 Versen, die alle kurze Sätze, Phrasen oder Redensarten darstellen sollten. Verse eins und zwei sind dabei frei wählbar, Verse drei und vier müssen mit dem letzten Wort von Vers zwei beginnen, Verse fünf und sechs müssen mit dem letzten Wort von Vers vier beginnen usw. Vers 49 besteht nur aus dem letzten Wort von Vers 48 und Vers 50 besteht nur aus dem letzten Wort von Vers 47. Die Gedichtform sollte keinerlei Interpunktion enthalten und der Titel wird wie folgt zusammengesetzt: Erstes Wort von Vers drei + Konjunktion/Präposition + Erstes Wort von Vers 47

    Ich mag dieses Format echt sehr gerne und das war eine der Formen, die ich heute gefunden habe und sofort ausprobieren wollte. Der Spaß an diesem Gedicht liegt in seinem Wirken über Assoziationen beim Schreiben und bei seiner hohen Geschwindigkeit sowohl beim Lesen als auch beim Schreiben, eben wie ein Blitz. Die gesamte Struktur lädt dazu ein drauf loszuschreiben und zu sehen, wo die Reise hingeht. Also absolut ideal, wenn man schreiben will, ohne vorab ein großes Konzept erdenken zu müssen. Tatsächlich waren meine größten Probleme die Übersicht über meine Versanzahl und die Vermeidung von Kreisen innerhalb der Wörterketten. Oftmals führten die Assoziationen etwas im Kreis und ich wollte doppelte Verwendungen von Anfangswörtern vermeiden. Inhaltlich ist zu dem Gedicht fast nichts zu sagen. Es ist eine relativ exakte Momentaufnahme meiner Gedanken zum Zeitpunkt des Schreibens heute am späten Nachmittag. Motive, die mir dabei scheinbar im Kopf herumschwirrten waren die Natur, Farben und zu einem gewissen Grad lässt sich auch etwas Leidenschaft finden, die den Leitgedanken am Anfang vorgegeben hat, auch wenn ich davon später recht schnell wieder abgewichen bin. ^^"


     

    Emerald hat schon recht. Es wird Zeit mal ein bisschen Schwung in die Bewertungen zu bringen. ^^ Bevor es zu meinen Punkten und Kommentaren geht aber noch ein kleines Vorwort zu meinem „Bewertungsverfahren“ und dem Kontext der Bewertungen, zu dem ich für es notwendig halte etwas zu sagen, nachdem ich bis vor kurzem noch 42 Häuserkampf Abgaben bewertet habe und gemerkt habe, dass ich hier eine gewisse andere Herangehensweise und vor Allem einen deutlich höheren Anspruch stellen konnte und die beiden Bewertungsschemen nicht wirklich vergleichbar sind.


    Zum Bewertungsspektrum:

    Zunächst einmal ist zu bemerken, dass keine Abgabe volle Punktzahl erreicht hat und keine Abgabe unter 5 Punkten gelandet ist. Das liegt einfach daran, wie ich persönlich gerne Bewertungen ansetze. Es haben mir alle Abgaben gefallen und wenn eine Eins für mich einem „dieser Text macht absolut gar nichts richtig“ entspricht, dann ist jeder gute Text schon mindestens eine 5 wert. Wie gesagt, es gab hier mMn. keine schlechten Texte, weshalb ich auf geringere Punktzahlen nicht zurückgreifen musste. Eine 10 wiederum stellt für mich einen Text dar, der alle unten genannten Kriterien voll erfüllt und an dem mich nichts stört, für das ich gewillt bin Punkte abzuziehen, also quasi ein für mich perfekter Text. Da ist es nicht unbedingt zufriedenstellend für mich selbst dem mMn. besten Text nicht die volle Punktzahl geben zu können, aber es hilft mir innerhalb dieses Spektrums von 5-10 Punkten gute Extremwerte zu haben, zwischen denen ich die einzelnen Texte meinem Empfinden nach miteinander ausbalancieren kann. Dabei gehe ich die Texte nacheinander durch, schreibe einen Kommentar, vergebe Punkte und passe gegeben Falls bereits vorher gegebene Punkte noch einmal an. Wenn ich zum Beispiel die ersten vier Abgaben kommentiert habe und dann bei der vierten Abgabe eine Punktzahl vergeben will, die ich schon bei der ersten vergeben habe, die ich aber als besser empfinde, passe ich dann noch einmal die erste Punktzahl an, bis sich so nach allen Abgaben alles ausbalanciert hat, was bei elf Abgaben auch noch gut machbar ist (Nur ein Beispiel). Verzeihung also nochmal für das recht dünne Bewertungsspektrum, aber es haben mir echt alle Texte gefallen, einige mehr als andere, aber es gab keinen für mich perfekten Text, auch wenn einige sehr nahe dran waren.


    Zu den Kriterien:

    Die über alle Texte konsistenten Faktoren, auf die ich geachtete habe, waren:

    • Erfüllt die Abgabe die Aufgabenstellung?
    • Ist der Text stilistisch gut und fehlerfrei/fehlerarm geschrieben?
    • Wie viel Eigenarbeit beinhaltet der Text?

    Darüber hinaus waren die Texte mMn. viel zu unterschiedlich, um sie an komplett gleiche Standards zu halten, daher war das letzte Bewertungskriterium für mich eher die allgemeine Frage nach dem „Wie sehr kann ich in dem Text versinken? / Was hält mich eben davon ab?“, was für jede einzelne Abgabe aus individuellen Faktoren besteht, die ich grob versucht habe, gegeneinander aufzuwiegen.


    Zu den Kommentaren:

    Ich sollte das hier definitiv einmal vorab sagen, da mir selbst im Nachhinein aufgefallen ist, dass viele der Kommentare teils zu 50% aus Erläuterungen von Kritikpunkten meinerseits bestehen. Ich kann nur nochmal betonen (auch, da dies mein erster FF-interner Wettbewerb ist, an dem ich teilnehme), dass die Qualität der Abgaben hier echt unheimlich gut ist. Keine der Abgaben hier ist sprachlich schlecht oder unausgereift, die Abgaben sind alle stilistisch schön und jede einzelne Abgabe hatte eine eigene kreative Idee. Das setzt den Anspruch im Allgemeinen bei diesen Abgaben aber für mich auch deutlich höher an und das sorgt dafür, dass ich teilweise Sachen hier anmerken werde, die nicht sehr eindeutig und kompliziert zu erklären sind, was mir allerdings wichtig ist auszuformulieren, um meine Gedanken zu den großartigen Texten klarzumachen und den Autoren und Autorinnen damit meinen Respekt für die tollen Ergebnisse zu zollen. Wenn ich also 150 Wörter damit verbringe einen einzigen Kritikpunkt klarzumachen, dann auch nur, um mich wirklich klar auszudrücken und nicht um die anderen dutzenden Dinge, die mir an dem Text gefallen klein zu spielen. Ansonsten freue ich mich schon darauf über die Texte und bei Wunsch auch über meine Kommentare nach dem Wettbewerb ins Gespräch zu kommen.


    Haus Keldeo


    Ein kurzes Vorwort meinerseits zu den Bewertungen: Als jemand der erst während des Häuserkampfes aktiv Teil des BB wurde, ist es mir teilweise schwer gefallen manche Abgaben im Bezug auf die Aufgabenstellung zu bewerten, da oftmals viel über Referenzen zu Ereignissen und Personen gearbeitet wurde, anstatt direktere Wege zu wählen. Ich habe so weit es ging versucht, mein eigenes Unwissen aus der Bewertung rauszuhalten und hatte zumindest einen Ansprechpartner, der mir so manche Frage beantworten konnte.


    Zu meinen Bewertungskriterien: Ich habe im Vergleich zu anderen Bewertungen kein komplett stringentes Bewertungsschema in bestimmten Punktebereichen gewählt, jedoch waren mir einige Kernaspekte wichtig, bei denen ich versucht habe eine konsequente Bewertungsnorm zu finden. Primärer Fokus war bei mir zunächst die Erfüllung der Aufgabenstellung: Der Text soll das Leben im Bisaboard zeigen und deutlich machen, was das Bisaboard als echter Ort wäre. Hierbei habe ich insbesondere Wert darauf gelegt, dass nicht nur ein kleiner Bereich des BB aufgezeigt wird, sondern verschiedene Teilbereiche gezeigt werden, dass diese Bereiche sinnlich dargestellt werden und visuell, auditiv oder durch andere Sinnesanregungen greifbar sind, und dass diese Beschreibung nicht nur rein deskriptiver Natur sind, bei der eine endlose Liste von Beschreibungen und Reizen heruntergerattert wird, sondern diese in Form einer Geschichte durch eine oder mehrere Personen erlebt wird. Diese Geschichte sollte im besten Fall eine gewisse Spannung mitbringen oder den Leser in anderer Form fesseln.
    Kleinere Aspekte die mit reingespielt haben, sind die Qualität des Textes, also wie fehlerfrei und flüssig ein Text geschrieben wurde, und wie treu der Text seiner selbstgewählten Stielform bleibt. In einzelnen Fällen haben mich bestimmte Dinge unabhängig von den oben genannten Kriterien besonders berührt oder aus dem Lesefluss geworfen. Diese habe ich dann nochmal extra vermerkt. Zumeist, hatten diese allerdings nur geringe Auswirkungen auf die Punkte.

    Liebe


    War einst im Glauben Liebe bleibt mir fern.

    So wie ich da lag, dort im großen Bett.

    War nicht betrübt, war voll mit Tatendrang

    und Hoffnung, dass der Tag bald kommen wird,

    wo all die Freude, all die Energie

    auf dich und wirklich dich alleine trifft.


    So manchen Freund man ab und zu dann trifft.

    Gedanken an die Zukunft liegen fern,

    denn hier und jetzt brauchts meine Energie.

    Sind sie schon weg? Dann geht es bald ins Bett.

    Der Rausch nimmt ab, man merkt, wie leis es wird.

    Und wieder kommt nach dir mein steter Drang


    Die Zeit vergeht mit großem Tatendrang

    als plötzlich mein Weg einfach deinen trifft.

    Wie hätte ich erahnt, was daraus wird?

    Warst du mir seelisch nah und doch so fern.

    Du schriebst mir „Schlaf gut“ froh lag ich im Bett

    ganz voll mit Fröhlichkeit und Energie.


    Und wirklich du mit deiner Energie.

    Du kamst zu mir, gespornt durch deinen Drang,

    sagst mir, dass du mich liebst auf meinem Bett.

    Ich lieb dich auch, wie gut sich das doch trifft.

    Gemeinsam Hand in Hand der Welt ganz fern.

    Kein Zweifel, dass aus uns was Großes wird.


    Ich wusste, dass der Abschied schmerzen wird.

    Die Zeit mit dir war so voll Energie.

    Obwohl du jetzt grad wieder bist ganz fern,

    ich spüre mehr als je zuvor den Drang

    zu Handeln bis man sich dann wieder trifft.

    Dann hält die Zeit ich lieg erneut im Bett.


    Seit neuem träum ich viel in diesem Bett

    was Großes, Kleines noch mit uns so wird,

    welch Pläne Schicksal noch für uns wohl trifft.

    Dann wach ich auf mit deiner Energie

    und deinem schönen frohen Lebensdrang.

    Nun plötzlich bist du nicht mehr ganz so fern.


    Allein sein schon so fern, ganz nah mein Bett.

    Der Drang nach dir schon bald befriedigt wird.

    Wenn voller Energie sich Liebe trifft.


    Ach ja die Sestine. Diese Form musste mir wirklich erstmal ans Herz wachsen. Als ich die Beispiele gelesen und den strukturellen Aufbau zunächst nur theoretisch überschaut hatte, schien mir das Gesamtwerk nach sehr viel Arbeit für eine ziemlich wirre Struktur. Als ich dann allerdings erstmal angefangen hatte mir eine Struktur zurechtzulegen, Reimwörter auszuwählen und die erste Strophe fertig geschrieben hatte, da schrieb sich die Sestine quasi von selbst und erst da ist mir der Reiz des Aufbaus und der Struktur klar geworden, der sich wirklich wunderbar lesen lässt.
    Inhaltlich bin ich mit der Sestine mehr als zufrieden. Das Gedicht erzählt die Geschichte meiner persönlichen Liebe und wie ich sie empfinde und empfunden habe sowie von einem ganz besonderen Menschen. Das Gedicht ist voll mit Gedanken bzw. Erinnerungen und während es schön war, dieses Gedicht hier im Rahmen des NPM 2021 zu posten, so habe ich es doch letzten Endes für mich und die Adressatin geschrieben.

    Formell habe ich selbst ein paar Dinge anzukreiden. Ich bin erst während des Schreibens wieder in das Versmaß reingekommen und so habe ich mMn. nicht immer 100% die Betonungen des Jambus an gute Stellen gelegt. In einem Vers hatte ich es dann komplett verhauen. Ursprünglich war in der vorletzten Strophe "Dann erwach ich mit deiner Energie" anstatt "Dann wach ich auf mit deiner Energie" geschrieben. Zumindest das habe ich jetzt noch für diesen Post korrigiert. Eine weitere Sache, die ich eventuell anders hätte machen können, wenngleich ich momentan auch nicht ganz wüsste wie, wäre das Reimwort "Energie" auszutauschen. Ich mochte es nicht, nur einsilbige Reimwörter zu haben, weil ich es plump gesagt zu einfach gefunden hätte in Anbetracht des Versmaßes, aber das Wort Energie wirkt gefühlt als einziges von den Reimwörtern etwas erzwungen im Vergleich zur sonst - wie ich finde - natürlicheren Erzählstruktur des Textes.


       

    Herzlich Willkommen


    Schön, dass ihr euch hier in meinem persönlichen E&S-Topic eingefunden habt. Verweilt so lang ihr wollt und ich hoffe, die gesammelten Werke hier bereiten euch Freude. Seitdem ich mich hier im BB angemeldet habe, ist mir die Lust zum Schreiben wiedergekommen und ich bin definitiv wieder an einem Punkt, wo ich zumindest in großen Teilen zufrieden mit den Werken bin, die ich niederschreibe und hier im Forum poste. Um mich selbst am Ball zu halten und mein Schreibtraining zu forcieren, erstelle ich also nun dieses Topic, wo ich die Werke posten will, die mir besonders am Herzen liegen und/oder an die ich gewisse Qualitätsstandards beim Schreiben gesetzt habe. Darüber hinaus will ich dann noch etwas die Gedankengänge hinter den Einzelstücken der Sammlung erläutern. Ich würde mich sehr darüber freuen, eure Gedanken und Meinungen inhaltlicher und formeller Art hier zu lesen und dann in meine zukünftige Arbeit einzubauen.

    An dieser Stelle auch noch ein schnelle Danksagung an Caroit, die es war, die mich überhaupt erst zum Anmelden und Schreiben hier gebracht hat.


    Warum Gedankenwelten?


    Ach ja, die Frage nach dem Titel. Wahrscheinlich ist das der Teil des Topics, der mich am meisten Zeit gekostet hat zu formulieren. Zwar würde ich mich allgemein als dazu in der Lage bezeichnen, fremde Perspektiven anzunehmen und über Dinge zu schreiben, die meinem eigenen Leben fernliegen, so fällt es mir allerdings deutlich leichter Dinge zu formulieren und mit Emotion zu füllen, die mich und mein Leben im Moment des Niederschreibens beschäftigen. Meine eigenen Gedankenwelten sind zusammen mit meinen Gefühlen in den Dingen, die hier gesammelt sind versteckt und somit in gewisser Weise Momentaufnahmen aus meinem Leben. Ich hoffe dazu mehr schreiben zu können, wenn ich einzelne Posts aufgreife, ohne zu sehr ins Detail über mein persönliches Leben zu gehen.


     

    Essen bis zum Tellerrand

    Rastlos will ich es verschlingen

    Nahrhaft ist's nicht unbedingt

    Äcker spenden ihre Früchte

    Hunger können sie mir stillen

    Reif und ganz voll Sonnenstrahlen

    Ungezügelt Wasser sprudelt

    Nie zuvor geschmeckte Quellen

    Große Schlucke kühlen meinen Geist


    Nächstes Wort: Kakao