Beiträge von Leviator

    Für mich persönlich ist es zumindest nicht das Schönste, dass man mit seiner Zeit anstellen könnte und irgendwie finde ich es auch schade, wenn man so viel Wert auf sein Aussehen legen muss. Ich persönlich fände es zum Beispiel besser, wenn man seine Mitmenschen ohne Bezug auf das Aussehen direkt tiefer kennenlernt, wenn man die Zeit nutzt um sich charakterlich weiterzuentwickeln statt sein Aussehen zu verändern

    Du hast einen völlig falschen Zugang zu dem Thema. Wie man natürlich aussieht sucht man sich nicht aus, man wird einfach so geboren. Ich denke, dass Menschen generell versuchen mit ihrem Style ihren Charakter auszudrücken bzw. nach außen ein Stück weit sichtbar zu machen. Claike hat es auch schön ausgedrückt: durch den individuellen Style soll das "wahre Gesicht" nach Außen sichtbar werden, nicht das biologisch vorgegebene. Ich schreibe hier bewusst "Style" und beschränke mich nicht auf Schminke. Weil es sich mit der Kleidung genau so verhält. Genau so mit der Frisur. Genau so mit Tattoos, Piercings und Schmuck. Wenn Schminke ein Lüge ist, dann all das ebenso. Das Resultat mag am Ende oberflächlich sein, was ansich ohnehin nichts Negatives ist, hinter all dem stecken aber natürlich gewisse - ganz individuelle! - Charakterzüge und damit meine ich keineswegs die klischeehaften Charakterzüge die man typischerweise mit Schminke, Piercings etc. in Verbindung bringt.


    Was ist schlimm daran, wenn man sich so stylt wie man sich am besten gefällt? Wieso sollte man jede freie Zeit dazu nutzen sich charakterlich weiterzuentwickeln? Wieso muss man sich überhaupt charakterlich weiterentwickeln? Wieso sollte man nicht auch mal Spaß haben, wenn einem das Styling Spaß macht? Dann ist das doch ein Hobby wie jedes andere auch. Für dich mag das nicht das Schönste sein, was man mit seiner Zeit anstellen kann, für andere vielleicht doch, während deine Hobbys für sie nicht das Schönste sind, was sie ihrer Zeit anstellen können? Und wieso sollte man sich anderen nicht so zeigen, wie man gesehen werden möchte? Selbst wenn man nur der Gesellschaft gefallen will, ja und? Was soll daran schlecht sein?

    Und es ist nicht deswegen undemokratisch, weil das Anliegen von 6 Millionen Menschen nicht beachtet wird, sondern weil eine Gesetzesänderung durchgeboxt wird, die einfach mal überhaupt keinen Sinn macht, was auch zahlreiche Experten sagen. Ein Gesetz, dessen Auswirkungen die meisten die das ganze da diskutieren überhaupt nicht verstehen, weil sie selbst keine ausreichende Erfahrung mit UGC Plattformen haben und ihre auf die "Expertise" von Lobbyisten vertrauen.

    Was genau soll denn daran undemokratisch sein? Das ist halt der Unterschied zwischen einer Technokratie und einer Demokratie. Nicht Experten machen Gesetze, sondern gewählte Politiker. Es gibt so viele Sachargumente gegen Artikel 13, da muss man sich doch nicht auf diese Ebene begeben.


    Wenn man so argumentiert, wie du es gerade tust, dann heißt das ja, dass jede Mobilmachung der Bevölkerung gegen eine Richtlinie immer nur von der Minderheit kommt. Wenn du so argumentierst, dann dürfte sich die EU ja niemals der Bevölkerung beugen, da man sich IMMER der Minderheit beugen würde.

    Ich habe nicht argumentiert, ich habe nur eine Tatsache festgestellt. Nämlich die Tatsache, dass sechs Millionen nicht die Mehrheit der Unionsbürger ist. Du tust hingegen genau das, was ich zuvor gesagt habe: du versuchst eine Mehrheit herbei zu argumentieren. Zudem habe ich doch nirgends gesagt, dass sich Politiker keiner Minderheit beugen dürfen. Das ist doch Unsinn. Die Politiker dürfen das tun was sie für richtig halten. Das ist das freie Mandat, der Eckpfeiler westlicher Demokratien. Wenn sie sich von den Argumenten einer Minderheit überzeugen lassen, dann dürfen sie sich selbstverständlich diesen Argumenten beugen.


    Wenn du und andere nicht akzeptieren wollt, dass die Gegner dieser Richtlinie keine Mehrheit repräsentieren, dann soll das so sein, dann werde ich daran auch nichts ändern können. Dann akzeptiert aber wenigstens den Unterschied zwischen einer parlamentarischen bzw. repräsentativen und einer plebiszitären Demokratie. In einer parlamentarischen Demokratie macht nicht die Mehrheit Gesetze, sondern gewählte Abgeordnete (im Falle der EU auch die Minister, was tatsächlich undemokratische Züge hat, aber das ist wieder ein anderes Thema). Insofern spielt es keine Rolle ob Mehrheit oder nicht, weil sich Politiker auch einer Mehrheit nicht beugen müssen.


    Denk mal darüber nach wo das hinführen würde. Wofür oder wogegen eine Mehrheit ist kann man mit repräsentativen Umfragen ermitteln. Nach euer Argumentation müsste das Ergebnis solcher Umfragen (wobei für euch schon erfolgreiche Petitionen reichen) bindend für die Politiker sein und wenn sich eine Mehrheit gegen eine amtierende Regierung ausspricht müsste diese sofort ausgetauscht werden. Wenn sich eine Mehrheit in einer Umfrage für den EU-Austritt ausspricht, müsste der Austritt sofort vollzogen werden, wenn sich eine Mehrheit für die Todesstrafe ausspricht, müsste diese sofort eingeführt werden usw.


    Nochmal: es gibt reichlich Sachargumente gegen Artikel 13. Da muss man wirklich nicht solche unsinnigen "Argumente", von wegen das alles sei antidemokratisch, bemühen. Damit untergräbt man doch letztlich nur das eigene Anliegen und spielt ganz nebenbei den wirklich antidemokratischen Kräften wie der AfD in die Hände.

    Wenn du dich an willkürlich eingeführten Feiertagen störst, geh einfach mal nach Österreich. Dort wurde der Karfreitag zuletzt zum "persönlichen Feiertag" geändert.


    Als ich diesen Thread gesehen habe dachte ich, dass er wegen dieser Karfreitag-Diskussion gepusht wurde. Der Karfreitag war ja bis vor wenigen Tagen nur (!) für die Angehörigen der evangelischen Kirchen ein Feiertag. Weil diese Regelung diskriminierend war (EuGH-Urteil) musste sich geändert werden. Zuerst wollte die Regierung noch einen halben Feiertag daraus machen (ab 14 Uhr frei), nach Protesten, vor allem aus der Wirtschaft, ist er jetzt nur ein "persönlicher Feiertag". Während in Deutschland neue Feiertage eingeführt werden, ist das in Österreich angeblich nicht möglich, weil die Wirtschaft das nicht verkraftet. Finde das eigentlich ziemlich lustig.


    Feiertage haben ja eigentlich den Sinn, dass man frei bekommt, damit man sich dem Zweck dieses Feiertages widmen kann. Zumindest heutzutage kennt aber kaum noch jemand den Hintergrund der Feiertage. Sie sind de facto zusätzliche Urlaubstage, im Grunde genommen Zwangsurlaub. Finde Feiertage nicht mehr zeitgemäß. Daher halte ich die Sache mit dem "persönlichen Feiertag" gar nicht mal für so schlecht. Aber das hätte man konsequenter umsetzen müssen. Sprich, Feiertage abschaffen dafür zusätzliche Urlaubstage als "persönliche Feiertage" geben. Für die Schule wäre das Äquivalent die schulautonomen Tage.

    Impergator


    Verstehe jetzt ehrlich gesagt nicht was dein Beitrag aussagen soll. Ob es erfolgreichere Petitionen gab oder nicht und ob es eine Gegenbewegung gibt oder nicht ändert doch alles nichts daran, dass es keine "Mehrheit" ist, die gegen diese Richtlinie mobil macht. Da kann man argumentieren wie man will, eine Mehrheit kann man nicht herbei argumentieren, auch wenn einige das ständig versuchen und schon gar nicht wird eine Protestbewegung zur Mehrheit, nur weil es keine Gegenbewegung gibt.


    Ich habe den Protesten nicht die Legitimität abgesprochen, sondern nur festgehalten, dass es nicht undemokratisch ist, wenn gewählte Politiker sich nicht einer lauten Minderheit bedingungslos beugen. Streng genommen ist es nicht einmal undemokratisch, wenn sich Politiker der Mehrheit nicht beugen, es sei denn man versteht Demokratie als Diktatur der Mehrheit, was nicht dem westlichen Demokratieverständnis entspricht. Den Vergleich mit den "Wir sind das Volk"-Schreiern finde ich deswegen angebracht, weil auch sie die Gegner als undemokratisch denunzieren, nur weil sie ihren Willen nicht durchgesetzt bekommen. Sobald eine bestimmte Gruppe für sich in Anspruch nimmt die Mehrheit zu sein und gegen gewählte Politiker, die sie als "Antidemokraten" brandmarkten, mobil macht, um das eigene Anliegen durchzudrücken, dann hat diese Gruppe selbst antidemokratische Tendenzen.


    Es ist natürlich völlig legitim sich für etwas einzusetzen, mir persönlich wäre es auch lieber, wenn diese Richtlinie so nicht beschlossen wird. Das kann man aber tun ohne dieses unsinnige Gerede von wegen es läuft alles völlig undemokratisch ab. Wer das tut, der sitzt eben im selben Boot wie die "Wir sind das Volk"-Leute, weil es dasselbe Vorgehen ist, nur das Anliegen ist ein anderes. Man glaubt man sei die Stimme des Volkes und spricht den gewählten Politikern ab Demokraten zu sein.

    Was man auf der Switch leisten kann sieht man sich an Zelda. Davon ist Pokemon meilenweit entfernt.

    Wieso vergleichst du Pokemon mit Zelda? Hast du die letzten Pokemon-Editionen gespielt? Hattest du Spaß damit? Falls ja, dann wirst du auch Spaß mit Schwert und Schild haben, die eine wesentlich bessere Grafik haben als die vorherigen Pokemon-Spiele. Falls nein, dann würdest du allein aufgrund einer Grafikqualität wie sie Zelda bietet auch keinen Spaß haben. Mir persönlich ist der Stil viel wichtiger als die Grafik und den Stil in Schwert/Schild finde ich sehr atmosphärisch. Ich nehme viel lieber sowas als ein uninspiriertes Unreal Engine 4-Spiel, das zwar technisch top ist, aber einfach nur langweilig aussieht.

    Mich würde auch mal interessieren, ob GF sich auf der Switch auch mal traut, DLCs zu veröffentlichen. Einerseits stelle ich es mir von der Levelkurve her schwer vor, wenn man z.B. ne neue Region einführt.


    Andererseits kann ich mir sowas wie die Duellzone schon als DLC vorstellen

    Halte ich eher für unwahrscheinlich. Ein DLC würde wenig Sinn ergeben, wenn man eine Spezialedition rausbringen will und bei jährlichen Releases sind DLCs auch für die Publisher nicht attraktiv. Die arbeiten lieber an einem D/P-Remake als an einem DLC.

    onne und Mond kamen Ende 2016....mit Entwicklungszeit ist die Grafik also schon ungefähr 5 Jahre alt und dann zeigen die Gameplay Material, das 1:1 aussieht wie Sonne und Mond nur statt den 240 pixeln eines 3DS sind es hier nun etwas unter HD.....

    Das ist doch völliger Quatsch. Die Grafik ist viel detaillierter als in Sonne/Mond:




    Sonne/Mond in HD hochskaliert.



    Schwert/Schild.

    Das Gesamtbild ist schon sehr stimmungsvoll. Die Welt wirkt nur etwas leer, außer einer Trainerin gab es überhaupt keine NPCs und die Kampfanimationen sehen immer noch aus wie auf einem Handheld. Bin mir nicht sicher ob sich Gamefreak mit dieser Direct einen Gefallen getan hat. Abgesehen von der Grafik, die aber auch keine Bäume ausreißt, gab es keine einzige Szene die das Spiel von älteren Editionen abhebt, dabei haben die meisten Fans eine neue Ausrichtung der Pokemon-Reihe erwartet. Gegen das hier Gezeigte wirkt selbst Pokemon Let's Go wie eine Revolution.


    Es wurde zwar gesagt, dass man etwas Neues probieren will, das hätte man aber auch zeigen sollen. Stattdessen wurden alte Elemente wie Arenen und Zufallskämpfe gezeigt. Ein beliebtes Feature von Let's Go war, dass man die Pokemon aus dem Pokeball rausholen konnte, scheint hier wegzufallen. Ich gehe zwar davon aus, dass es durchaus viele überraschende Neuerungen geben wird, aber diese Direct war einfach nur schwach, das Spiel wurde nur auf die Grafik reduziert.

    Ich sag mal, dass wir nur die Logos und evtl. ein paar Schatten sehen werden

    Das kann ich mir nicht vorstellen. Bei Sonne und Mond konnten sie sich sowas erlauben, weil diese Spiele überhaupt erst in der Direct angekündigt wurden. Gen 8 wurde aber vor mittlerweile fast einem Jahr angekündigt. Da würde eine Direct die nur die Logos zeigt keinen Sinn ergeben, sowas kann man nur machen, wenn man neue Spiele ankündigt.

    Ich finde diesen ganzen Feministinnen-Sexismus-Quatsch mittlerweile echt nervig. Ich denke nur an früher, da hat sich niemand über solch einen Müll aufgeregt, weder Mann noch Frau (und das nicht, weil solche Scherze in dem Ausmaß nicht gemacht wurden. Da wurde mit Frauen ja auch noch anders umgegangen.) Feminismus und Gleichstellung ist ja alles schön und gut, aber ich finde es einfach nur noch zum Kotzen, dass Frauen nur noch mit der Kneifzange angefasst werden dürfen und man ja keine Späße mehr über sie machen soll, da sie sich sofort angegriffen fühlen. Nicht jede Frau denkt so. Mich stört es nicht, wenn solche Bemerkungen fallen, so lange sie nicht böswillig sind. Und überhaupt sind heutzutage alle so empfindlich geworden. :rolleyes:


    Ich kann das sogar nachvollziehen und finde diese "Loch ist Loch"-Werbung für sich genommen völlig unproblematisch. Es geht aber nicht um diesen einen Witz. Es geht nie um einzelne Witze oder Aussagen. Namine hat hier in einem Beitrag behauptet, dass derartige Witze nicht lustig sein können, solange sie auf eine latente Wirklichkeit anspielen. Aber jeder Witz spielt auf eine Wirklichkeit an, das ist nicht das Problem. Zum Problem werden solche Witze dann, wenn sie selbst die Wirklichkeit beeinflussen und genau darum geht es eigentlich hier.


    Wenn Frauen ständig als bloßes Sexobjekt dargestellt werden, in welcher Art und Weise auch immer, dann werden sie zumindest von Teilen der Gesellschaft auch als solche betrachtet. Solche Witze spielen nicht nur auf eine latente Wirklichkeit an, sie tragen dazu bei, dass diese Wirklichkeit auch so bleibt. Wer gegen Sexismus vorgehen will muss daher auch gegen solche Witze vorgehen. Auch wenn sie für sich alleine harmlos sind, sie sind Teil des Ganzen und als solches eben nicht mehr harmlos.

    Warum sollte ein Unternehmen (oder auch eine intelligente Einzelperson) neue Produkte entwickeln oder Services anbieten, wenn sie damit sowieso kein Geld verdienen können? Wer würde neue Medikamente entwickeln? Oder sicherere Autos? Wer würde morgens um 4 Uhr in der Notaufnahme arbeiten?

    In dieser Hinsicht ist Geld Fluch und Segen zugleich, gerade in der Pharmazie und der Medizin kann Geld dazu führen, dass der Fortschritt gebremst wird. Wenn sich ein fortschrittliches Produkt finanziell nicht lohnt, dann wird auch kaum jemand bereit sein viel Geld darin zu investieren. Selbst wenn es ein fortschrittliches Produkt bereits gibt, dieses aber teurer ist als Alternativen, wird es nicht genutzt, wenn es sich finanziell nicht lohnt und verschwindet irgendwann wieder vom Markt.


    Deswegen wird z.B. auch Xenon sehr selten als Narkosemittel eingesetzt, obwohl es wesentlich verträglicher ist als andere Narkotika. Bei Krankheiten wie Krebs oder Diabetes lohnt sich ein "Wundermittel" nicht, weil sich mit teuren Krebstherapien und chronisch kranken Menschen wesentlich mehr Geld verdienen lässt. Ich halte zwar nichts von den Verschwörungstheorien die in diesem Zusammenhang verbreitet werden, aber der Kapitalismus fördert in solchen Fällen den Fortschritt nicht, bremst ihn eher aus.


    Überall dort wo Fortschritt keinen finanziellen Gewinn bringt, wird er vom Kapitalismus gebremst. Ein gutes Beispiel ist die Sicherheit von Verkehrsmittel, vor allem von Flugzeugen. Die Sicherheit hängt nicht davon ab was technisch möglich ist und wäre, sondern von einer Kosten-Nutzen-Analyse. Das gilt genau so für Autos und gerade bei Autos sieht man wie Geld Fortschritt hemmt. Hätten alle Autos die Sicherheitsstandards eines Volvos wäre der Verkehr wesentlich sicherer, lohnt sich aber für viele Autohersteller nicht, weil sie ein ganz anderes Geschäftsmodell verfolgen.


    Das meine ich doch, es wird keine kapitalistisch geprägte Gesellschaftsform ohne Geld geben können. Allein die Definition des Wortes Kapital spricht schon dagegen. :wink:


    Kapital kann aber alles sein und nicht nur Geld. Eine kapitalistische Gesellschaft ist auch ohne Geld denkbar, wenn eine Alternative gefunden wird. Das aktuelle Finanzsystem ist nicht gottgegeben und im Kern (Papiergeld) mindestens ein Jahrtausend alt. Würde man heute von Grund auf ein neues Finanzsystem entwerfen würde es vermutlich ganz anders aussehen.

    Und es wäre undenkbar, dass wichtige Jobs liegen bleiben? Es gibt so endlos viele unangenehme und undankbare Jobs, die Polizei ist hierbei miteingeschlossen.

    Eine Gesellschaft wird sich immer so organisieren, dass notwendige Arbeit auch geleistet wird, ob mit oder ohne Geld. Wegfallen würden vielleicht Jobs die für das (über)leben einer Gesellschaft entbehrlich sind. Gerade bei solchen Jobs wie Polizei und Feuerwehr halte ich es tatsächlich für undenkbar, dass sie wegfallen. Da würden sich genügend Freiwillige finden. Man muss da nur an die Freiwillige Feuerwehr denken oder an Gruppen die sich als Bürgerwehren organisieren, wenn sie denken, dass es ein Sicherheitsdefizit gibt.


    Solange es begrenzte Ressourcen gibt denke ich aber auch nicht, dass die von Edex propagierte Gleichheit Realität werden könnte. Sobald man Geld ersatzlos abschafft wird es wieder zum Tauschhandel kommen.

    Man müsste wahrscheinlich noch viel mehr Faktoren einbeziehen, um klarzustellen, ob diese Zahl wirklich relevant ist, aber ich wage mal zu behaupten, dass sie das ist. Wenn dann aber Politiker meinen, das Ganze einfach missachten zu können, brauchen sie sich nicht wundern, wenn die Stimmung gegen sie schlägt.

    Ob diese 6 Millionen "relevant" sind, sei dahingestellt. Es lässt sich aus dieser Zahl keine Mehrheit ableiten, egal wie man diese nun ausschmückt. Wenn ich daran denke, dass das Don't Smoke-Volksbegehren im kleinen Österreich mit seinen ~ 8,8 Millionen Einwohnern und ~ 6,4 Millionen Wahlberechtigten fast eine Million Unterstützer hatte, erscheint die Zahl 6 Millionen europaweit ziemlich klein. Vielleicht nicht irrelevant, aber nach keinem Maßstab eine Mehrheit.


    Von einem Gesetzesvorhaben abzusehen, nur weil sich eine Minderheit lautstark dagegen ausspricht wäre keine seriöse Politik. Auf die Kritiker eingehen ist in Ordnung und das wurde auch getan. Kann man kritisieren, wenn einem die Änderungen nicht weit genug gehen, aber undemokratisch ist einzig die Einstellung, nur weil eine bestimmte Gruppe denkt eine Mehrheit hinter sich zu haben, zu glauben und zu erwarten, dass die gewählten Politiker sich gefälligst dieser Gruppe zu beugen haben.

    Das Problem sind die "weniger als 3 Jahre", die ebenfalls gelten müssen. Das BisaBoard ist beispielsweise deutlich älter als drei Jahre und wäre daher ebenfalls betroffen. Die Einrichtung entsprechender technischer und organisatorischer Maßnahmen ist aber kaum stemmbar.

    Diese Ausnahme meine ich gar nicht. Die Uploadfilter werden im neuen Entwurf nicht explizit genannt und sind, anders als oft behauptet wird, nicht "faktisch zwingend", weil sobald sie nicht verhältnismäßig erscheinen, sind sie auch nicht verpflichtend. Und verhältnismäßig werden sie, soweit ich über Uploadfilter richtig informiert bin, bei kleinen und mittelgroßen Plattformen niemals sein. Die Formulierung im Entwurf bezweckt, dass nur die wirklich großen Plattformen Uploadfilter einbauen müssen.

    Demokratie bedeutet auch nicht, dass man den Willen der Mehrheit ignoriert und ein Gesetz dennoch durchringt, obwohl diese Mehrheit eindeutig dagegen ist.

    Sagt schon viel aus, wenn man so selbstgerecht ist und niemanden ernstnimmt, weil man ja bereits gewählt worden ist.

    Wo siehst du eine Mehrheit? Die 6 Millionen Unterstützer der Petition sind keine Mehrheit der 512 Millionen EU-Einwohner und traditionelle Medien berichten durchaus darüber, aber die Resonanz auf diese Berichte ist nicht sonderlich groß. Und wo wird der Willen irgendeiner Gruppe ignoriert? Der vorherige Entwurf wurde doch vom Parlament abgelehnt und der aktuelle Entwurf berücksichtigt die Kritik. Die Sache mit den Memes mag für dich vielleicht lächerlich erscheinen, sehe ich ähnlich, aber das war nun einmal ein wesentlicher Kritikpunkt der nun beseitigt wurde.


    Man ist keine Mehrheit nur weil man sich als eine solche fühlt. Das ist im Prinzip die gleiche Einstellung wie sie die "Wir sind das Volk"-Schreier haben. Nochmal: nicht falsch verstehen, ich möchte diese Richtlinie nicht verteidigen, aber vor allem das Gerede davon dass all das undemokratisch abläuft finde ich genau so unangebracht wie bestimmte Äußerungen von Politikern, die dazu führen, dass sich ein Teil des Volkes vollkommen übergangen fühlt.