Ich war z.b. schon immer der Meinung, ein Mann, der sich als Feminist bezeichnet ist sus. Ja, ein Mann kann feministisch eingestellt sein, aber die Beurteilung überlass ich wenn überhaupt dann feministischen Frauen. Und da hab ich schon einige Fälle selbsternannter feministischer Männer erlebt, die sich einfach als misogyne people pleaser entpuppt haben, die einfach nur feministische Rhetorik für clout raushauen.
Throwback zu dieser Diskussion.

Bruder ich werde diesen Männern niemals abkaufen, dass es ihnen nur um ehrliches Interesse an der Bekämpfung patriarchaler Strukturen geht. Davon wird mich keiner überzeugen.
"Feministo explains". Lol.
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Für mich ist die Frage immer: Was tut die Person im realen Leben? Bei solchen Männern halt ich dann besonders die Ohren offen, was verschiedenste Frauen über den Umgang mit ihm aussagen.
Und ich meine ja, Feministo Explains klingt dumm lol, aber ich lege es anhand seines Buchthemas mal so aus, dass er anderen Männern Feminismus, und was diese durch das Patriarchat verlieren, erklärt. Ich fände den Titel abschreckend, wenn er Frauen etwas erklären wollen würde, aber das ist offensichtlich nicht sein Ziel.
Das wäre sonst wie mit Leuten, die meinen: Also es war mir immer schon das Wichtigste in meinem Leben Menschen zu helfen!" uä., aber sie bewegen nie ihren Hintern für irgendetwas und riskieren ihren Hintern nie für irgendetwas, sondern sahnen nur Social Media-Sympathiepunkte ab.
Ist dir etwas wirklich wichtig, wendest du halt auch tatsächlich aktiv Zeit und Energie dafür auf und du tust darin etwas Produktives (nein, posten ist nicht produktiv). Wenn er nun wirklich aktiv an seinem Buch schreibt und dieses zu verschiedensten Gelegenheiten präsentiert und damit aneckt, bin ich mal eher geneigt es zu glauben.
Und ich denke in einer Welt, die immer konservativer, religiös verblendeter und rechtsextremer wird, riskiert ein Mann recht viel, der ein solches Buch schreibt und vorstellt. Mehr als er gewinnt, jedenfalls.
Vor allem, wenn ein Mann klassisch maskulin aussieht und von anderen Männern nicht in die "der ist doch eh so ein verweichlichter Lulli"-Ecke gestellt werden kann. Er hätte es mit seiner Erscheinung sehr leicht als klassischer Kerl mit patriarchalen Einstellungen zu "passen".
Aka: ich müsste mehr zu ihm wissen. Vor allem würde ich gerne wissen was die Frauen und queeren Personen in seinem Privatumfeld von ihm denken.
Ich finde aber allgemein, dass du irgendwelchen Creatoren auf Social Media keinen zu großen Stellenwert geben solltest und frag mich immer wieder, weshalb man überhaupt noch auf Social Medias unterwegs ist lol. Du weißt, dass du diese Seiten einfach löschen kannst, ja? ^^"
Zum Rest deiner vorherigen Posts:
Ich meine, diese biologistischen Pseudo-Argumente sind sonst nur bei Rechten vorhanden. Nein, männlich geborene Personen haben kein anderes, inhärentes Framework, das zu mehr Aggression führt und nur durch Ethik unterdrückt werden kann. Überraschung: das, was uns von Schimpansen unterscheidet und uns zu Menschen macht, ist riesig.
Ich will dich damit keinesfalls in irgendein Eck stellen oder so, aber vielleicht solltest du diese biologistischen Gender-Ansichten mal überdenken.
Alles, was über Muskelmasse, Grundumsatz etc... hinausgeht, ist eine kulturelle Erfindung. Viele dieser Glaubenssätze wie dass Frauen gutmütiger, sanfter und mütterlicher wären, dass Männer aggressiver wären und anderes, wird von abrahamistischen Religionen gepushed.
Die typische Genderrollen waren sogar von den Nazis extra nochmal neu erfunden worden. Diese Lüge "sogar Höhlenmenschen hatten die Jäger- und Sammleraufteilung, deswegen ist es im Menschen inhärent", war damals schon eine absichtlich erfundene Lüge, um Genderrollen aufrechtzuerhalten.
Die Vergangenheit wurde schon in viktorianischen Zeiten in voller Absicht uminterpretiert, aka wie unglaublich männerdominiert sowohl das europäische wie auch nahöstliche Mittelalter gewesen sein und dass selbst ALLE Kulturen ohne abrahamistische Religion ebenso patriarchal gewesen sein sollen, um den Menschen zu vermitteln "das war immer und überall schon so." Dann braucht man nur vor-christlichen europäischen Kulturen ansehen wie diverse keltische und germanische Stämme und Etrusker. Die waren zwar patriarchal, ja, aber längst nicht in dem Extrem, das heute vermittelt wird und das heute als Norm gilt.
Dasselbe findest du nicht nur in vor-christlichen, sondern in manchen vor-muslimischen Ländern. Teilweise behielten Frauen btw. ihre Position in den Gesellschaften sogar noch für eine Weile bei, als das Christentum oder der Islam übernahmen, sprich in der "Übergangszeit". Selbst im christlichen wie auch muslimischen Mittelalter war die Rolle und das Mitspracherecht der Frauen zwar nicht gleichberechtigt, aber nicht derart unterirdisch niedrig wie dargestellt.
Und erst recht waren die ersten Jäger- und Sammlerstämme über zehntausende Jahre egalitär. Meine Geschichtslehrerin hat immer gesagt: "Sexismus muss man sich leisten können." Wenn du nun beispielsweise in einer Eiszeit festsitzt, kannst du es dir weder leisten Frauen noch Männer sexistisch zu behandeln und sie wegen irrationaler Gründe von Aufgaben abzuhalten, die sie eigentlich erfüllen könnten.
Es tut jedes Mal weh zu lesen, wenn irgendeiner diese Vorstellung von den primitiven Höhlenmenschen hat, bei denen "das Männchen" mit Grunzlauten einen Knüppel über "sein Weibchen" schlägt, weil... höhöhö, das war damals halt so und Männer sind instinktiv halt so!!