Beiträge von Catwalk

    Nicht schon wieder eine Treppe…“, dachte Zera genervt und schritt schnellen Ganges eine weitere Wendeltreppe empor. An der letzten Stufe lehnte sie sich gegen die Steinwall und verschnaufte kurz. Sie musste sich neu sortieren. Die Wachen hatte sie vor langer Zeit bereits ausgetrickst. Sie war in Sicherheit, zumindest für diesen kurzen Augenblick.


    Seth ist am Leben…“, schoss es ihr plötzlich in den Kopf und nahm unterbewusst die Kette und den damit verbundenen Ehering in ihre rechte Hand. Schweiß ließ ihn einwenig in ihrer Handfläche umherrutschen. Erschöpft wusch sich die Schützin mit ihrem freien Handrücken den Schweiß von der Stirn. Sie wusste nicht genau, wie lange sie die Korridore durchgescheucht war. Eigentlich fühlten sich die bereits vergangenen Ereignisse noch relativ gegenwartsnah an; Marcus’ Tod, Seths Auftauchen, die Verfolgungsjagd der Wärterpatrouille. Zera atmete erleichtert auf und erfreute sich an der sie umarmenden Stille.
    Scheinbar bin ich in ein etwas abgelegenes Viertel des Gefängnisses gekommen…“, dachte sie während sie eine weitere hölzerne Tür öffnete und sich so Zugang zu einem weiteren Gang verschaffte. Vorsichtig blickte sie nach links. Der Gang schien leer und unversehrt zu sein. Als sie jedoch nach rechts blickte, erstarrte sie. Leichenberge und gewaltige Blutpfützen zierten den grauweißen Steinboden. Sie schluckte. Sie wusste genau, wessen Werk das sein musste.
    Senshi.“, dachte sie, hielt sich die Nase mit einer Hand zu und schritt langsam an den bereits von Fliegen angegriffenen Kadavern vorbei.
    Sie waren hier.“, dachte sie weiter und beschleunigte ihren Gang. Ein kurzer Blick auf der Karte verriet ihr, dass die Rebellengruppe den richtigen Weg eingeschlagen hatte. Oder zumindest diejenigen, die gemeinsam mit Senshi unterwegs waren.
    Wen ich wohl wieder auftreffen werde?“, fragte Zera sich, während sie nervös in jeden Seitengang blickte, an dem sie vorbeikam. Jetzt musste sie lediglich Ausschau nach weiteren Leichen und Blutlachen halten. Diese würden sie zumindest zu ihrem ehemaligen Zeltkameraden führen.


    Leere und geöffnete Gefängniszellen verrieten Zera, dass sie auf der richtigen Spur war. Dennoch kam es ihr seltsam vor, dass sie keine entflohenen Gefangenen getroffen hatte. „Sind die etwa alle ihren Rettern gefolgt? Schwer vorstellbar, wenn man bedenkt, dass hier der ein oder andere Extremist oder Meuchelmörder saß.“, murmelte sie und bemerkte, wie ihre Hände anfingen zu zittern. Musste sie sich vor diesen Menschen fürchten, oder waren sie in der derzeitigen Situation eher als Freunde anzusehen?
    Ich weiß nicht…ich denke, ich bleibe besser misstrauisch.“, beschloss das Mädchen und streichelte zart über ihren Dark Screamer, der auf ihrem Rücken an einem Gurt befestigt lag.
    Du wirst mich beschützen.“, dachte sie glücklich und konnte sich kaum vorstellen von ihrer Waffe jemals erneut getrennt zu werden.


    Einige Minuten später befand sich Zera an einer mittelgroßen, hölzernen Tür, die weit offen stand. Zera schluckte. Der sich ihr eröffnete Raum war erneut sehr dunkel gehalten.
    Und wir wissen ja mittlerweile, was in solch finstern Räumen abläuft…“, dachte sie entnervt, legte ihre Armbrust an ihre Brust und war bereit, einen Bolzen zu greifen, laden und abzuschießen. Bewaffnet und mit gepressten, trockenen Lippen glitt sie nahezu lautlos in den großen Saal, blickte wild umher und sah, dass der Raum einige Fackeln bot, die ihn wenigstens zum Teil erhellten. Plötzlich sah sie, wie mehrere kleine Gruppen aus anderen Gängen in den Saal und dessen Mitte traten. Zunächst dachte Zera, es seien erneut Patrouillen, doch ihre Laune erhellte sich schlagartig: Es waren ihre Freunde. Erfreut rief sie ihnen zu und winkte mit ihrer Hand während sich ihre rechte Hand und damit der Griff an Dark Screamer entspannte.
    „Endlich finde ich euch! Ich habe schon gedacht, dass-“, begann sie, doch stockte abruptartig als sie sah, wie eine unzählbare Zahl Soldaten ebenfalls in den Saal einmarschierten und die ehemaligen Gefangenen umzingelten. Angst und Wut war auf den Gesichtern ihrer Freunde zu erkennen. Auch Zeras Gesichtsausdruck war angespannte und sie biss sich auf die Lippen. Es waren zu viele. Instinktiv griff sie nach ihrem Talisman und küsste ihn, während sie hörte, wie ihr ehemaliger Anführer sich zu Wort meldete: "Entscheidet euch, Männer und Frauen, wollt ihr aufgeben? Euer Leben vielleicht retten und euch mit der Bronzemedallie des Verlierens abfinden? Oder wollt ihr versuchen zu verhandeln? Silberzungen haben schon einiges geschafft und schließlich sind einige von uns treue Diener des Königs gewesen? Oder kämpfen wir? Kämpfen wir bis zum letzten und geben uns mit nichts als Sieg oder Tod zufrieden?"


    Zera wusste nicht, wie sie sich entscheiden würde und vor allem wie sich die anderen Kämpfer und Kämpferinnen entscheiden würden.
    „Gib’ nicht auf.“, hörte sie es plötzlich in ihrem Kopf. „Seth…“, dachte sie und sank ihren Kopf. Ja, sie durfte nicht aufgeben. Immerhin hatte er gesagt, dass er am Leben war. Eine ihr unbekannte Stimme weckte sie aus ihrem Tagestraum. Sie wandte sich um. Es handelte sich bei dem Sprechenden um einen sehr jungen und schlanken Mann. Blitzartig fokussierte sie die Augen des Neulings; irgendetwas schien mit ihnen nicht zu stimmen. Sein rechtes Auge erweckte Zeras Interesse.
    Was es wohl damit auf sich hat?“, fragte Zera sich, während sie ihn weiter musterte und den letzten Worte seines kleinen Vortrags zuhörte.
    „…Aber genauso schön ist es für einen Krieger, auf dem Schlachtfeld zu sterben. Und das bedeutet, dass wir nur gewinnen können. Und egal wieviele von euch kämpfen werden, ich werde es tun!", sprach er mit lauter Stimme und blickte die ihn Umgebenden mit einem leichten Grinsen und glänzenden Augen an.


    Zera nickte ihm zu, schritt langsam einwenig zu den anderen und begann: „Er hat Recht. Wir dürfen nicht aufgeben. Zuviel haben wir bereits erlebt und jedes Mal war unser Leben auf dem Spiel. Warum sollen wir es nun nicht riskieren? Haben wir es nicht schon damals auf dem Schlachtfeld riskiert?“ Sie pausierte, atmete tief ein und führte ihre kleine Rede fort: „Ich weiß nicht wie es mit euch allen steht, doch ich möchte kämpfen. Lieber riskiere ich mein Leben, als dass ich erneut in Gefangenschaft gerate und in diesem Drecksloch sterbe!

    Geschwind schritt Zera einer der vielen steinernen Treppen empor und hatte nur ein einziges Ziel vor Augen: Das Erdgeschoss.
    Schließlich würde es alle dorthin verschlagen, oder nicht? Das Gejammer wurde immer durchdringender und lauter. Zera festigte den Griff um ihre Waffe. Wenn ihr irgendwelche Gefängniswärter entgegen kamen, dann würde sie diese sofort niederstrecken.
    Sie sollten sich jetzt erst Recht nicht mit mir anlegen“, begann sie zu drohen, „Nun habe ich meine Waffe wieder und werde nicht zögern, sie gegen diese Schwachköpfe einzusetzen.“
    In der Ferne erkannte sie, wie der zuvor monoton wirkende Gang sich änderte; sie war in einem anderen Zellengeschoss gelandet. Das Gejammer war nur noch einige Meter entfernt; und es war in der Tat kein klagendes Geschrei, sondern eher ein freudiger Aufschrei. Hatte da jemand Spaß am Töten?
    Zera presste sich an einer der naheliegenden Wände und blickte über ihre Schulter, um sich ein genaueres Bild vom Schlachtfeld zu machen. Überall lagern Kadaver mit blutbespritzten Metallrüstungen; hier hatte tatsächlich jemand seine Wut ausgelassen. Inmitten all diesem standen drei Jünglinge, deren Schwerter blutgetränkt waren. Während die zwei eher großgewachsenen Männer ein Langschwert und ein dazugehöriges Turmschild trugen, führte der eher kleine, doch muskulöse Mann zwei Dolche oder Kurzklingen. Scheinbar spürte er Zeras Blick auf sich, wandte sich um und winkte ihr erfreut. Es war der ehemalige Rebelle, der ihr zuvor in der Zelle unheimlich auf die Pelle gerückt war.
    „Na los, komm’ schon Zera! Wir wollen weiter!“, schrie er ihr zu. Zera blickte ihn verwirrt an. Hatte sie ihm seinen Namen verraten? Sie konnte sich nicht mehr daran erinnern, aber dies war in jenem Augenblick gleichgültig. Schnell schritt sie zu den dreien und nickte dem Jüngling, der offensichtlich der Anführer des Dreiergespanns war, zu.
    „Bist wohl nach wie vor schüchtern, was?“, sagte er scherzhaft und ging gleichzeitig los. Zera schritt ihm nach und beschleunigte ihren Schritt zugleich, um mit ihm auf eine Ebene zu sein.
    „…Woher kennst du meinen Namen?“, fragte sie, obwohl sie es eigentlich nicht wissen wollte. Irgendetwas verriet ihr, dass er ihr etwas verheimlichte. Sie sah, wie er sich versuchte ein Grinsen zu verkneifen.
    „Nun, sagen wir mal so. Ich kenne dich dadurch, dass ich jemand anderen sehr gut kannte.“
    Aha, und wer wäre das?“
    Der Jüngling presste sie unwillkürlich gegen eine Wand, hielt dabei ihren Mund bedeckt und schaute in einen weiteren Gang, welcher von der Wand an der Zera sich befand und einer weiteren umrahmt wurden. Die zwei anderen Jugendlichen standen auf der anderen Seite und warteten auf das Zeichen ihres Chefs. Der nickte ihnen entgegen, ließ langsam von Zera ab und leitete seine Hand gen Schwert, das nach wie vor in der Scheide lag und darauf wartete, weiteres Blut vergießen zu dürfen.
    Was sollte –!“, wollte Zera ihn mit lauter Stimme fragen, jedoch wurde sie zugleich unterbrochen und mittels einer Fingergeste dazu gemahnt, leise zu sprechen.
    „Wir müssen vorsichtig sein.“, sprach der Jüngling schließlich und blickte Zera dabei an. Scheinbar war ihm die vorige Situation nicht völlig egal, sein Blick verriet etwas Entschuldigendes. Jedoch wollte er es nicht direkt ansprechen. Sie klopfte ihm auf die Schulter.
    Mach’ dir keine Sorgen, ist halb so wild.“, bemerkte sie und sah, dass er ihr mit einem kurzen Nicken zustimmte.
    „Laut der Karte“, begann einer der anderen Rebellen, „müssten wir bald eine Treppe erblicken, die uns hinauf in das dritte Untergeschoss führt.“
    „Gut.“, antwortete der Anführer und lockerte seinen Handgriff um die Schwertscheide. Schweigsam schritten sie in Pärchen den Gang entlang, stets wachsam für weitere Angriffe. Doch zur ihrer Überraschung schien es keine weiteren Wächter zu geben.
    „Wahrscheinlich sind sie damit beschäftigt, die restlichen Rebellen auszuschalten, doch Erfolg werden sie nicht haben. Es gibt zu viele bewaffnete Rebellen, die die Kaiserlichen mit ihren eigenen Waffen erschlagen.“
    Du scheinst sehr zuversichtlich zu sein, Kerl.“, stellte Zera fest und versuchte dabei, seinen Namen zu entlocken.
    Der Schwertkämpfer lachte kurz auf. „Schon gut, schon gut…mein Name ist Marcus. Sehr erfreut.“, stellte er sich vor und reichte dabei Zera scherzhaft die Hand, welche sie belustigt in die ihrige nahm.
    War das jetzt so schwer?“, fragte sie während sie sich ihm zuwandte und dabei weiterdachte: „Marcus…irgendetwas sagt mir dieser Name…nur was.“


    Nach einiger Zeit waren sie in einem großen Portal angekommen in welcher sich auch die vorhin erwähnte Treppe befand. Bis auf einige wenige entflammte Fackeln war der Raum in einziger Dunkelheit umfüllt. Zera wurde leicht schwindlig. Er erinnerte sie ungemein an den vorigen Raum, den sie mit ihren Rebellenfreunden durchschritten war. Der Raum, in dem Flaime die Gefängniswärter selbstständig ausgeschalten hatte.
    Dieses Mal werden wir keine Feuermagie haben.“, dachte Zera und stärkte ihre Halterung am Dark Screamer. Gleichzeitig griff sie bereits in ihren Köcher Bolzen, stets bereit, die erste Munition zu verschießen um einen tötlichen Angriff zu starten.
    „Alles in Ordnung bei dir? Hast du etwa Angst in der Dunkelheit?“, fragte Marcus neugierig. Er hatte ihre Anspannung bemerkt und war sich unsicher, wie er ihr begegnen sollte.
    Ich habe lediglich schlechte Erfahrungen mit dunklen Räumen. Das ist –“, sprach sie während ein Pfeil an ihrem Ohr vorbei pfiff und gegen eine Mauer hinter ihr abprallte.
    Wie ich es vermutet hatte.“, dachte sie während sie hinter einer niedrigen Mauer Deckung suchte, ihren Blaster Edge auf der steinernen Fläche ablegte und den ersten Bolzen lud. Marcus und die anderen Zwei gesellten sich zu ihr. Auf ihren Augen war Angst zu erkennen.
    Wer hat jetzt Angst im Dunkeln?“, dachte sie scherzhaft, blieb aber konzentriert und vermied das Zwinkern. Sie musste jede Bewegung wahrnehmen, wenn sie einen erfolgreichen Schuss erreichen wollte. Stille war im Raum eingebrochen; niemand wagte es auch nur einen einzigen Laut von sich zu geben. Zera schloss ihre Augen in der Hoffnung, dass sich dadurch ihre Hörfähigkeit verbesserte und sie einen der in der Dunkelheit stehenden Wärter wahrnehmen und anschließend töten konnte. Und tatsächlich: Nach nur einem kleinen Moment hörte sie, wie Schritte langsam nach vorne glitten. Die Wache trug keine schwere Kleidung, ansonsten wären ihre Füße wesentlich lauter und das Geräusch durchdringender.
    Leichte Rüstung sollten meine Bolzen durchdringen können.“, dachte sie und lud ihren Bolzen auf. Gleichzeitig fluchte sie innerlich: Wäre sie alleine, so hätte sie ihre Spezialtechnik, ihren „Last Whisper“, anwenden können. Die so abgeschossenen Giftbolzen hätten mit Sicherheit die Anzahl der Wärter auf die Hälfte dezimiert. Sie schüttelte den Kopf. Es gab keine Zeit über „Was wäre wenn…“-Situationen nachzudenken; und ohne einen weiteren Gedanken daran zu verschwenden, schoss sie den Bolzen in Richtung Gefängniswärter ab. Ein Stöhnen ertönte, auf welches der stumpfe Aufprall eines Gewichtes folgte. Leichtes Murmeln brach in den Reihen der Wächter aus; Marcus und die anderen Rebellen blickten Zera erstaunt aber auch gleichzeitig froh an. Vielleicht gab es doch noch eine Chance lebendig aus diesem Drecksloch herauszukommen.


    „Das reicht!“, schrie die Stimme erneut und plötzlich wurden die an den Wänden befestigten Fackeln wie durch Zauberhand erleuchtet. Langsam öffnete Zera ihre leicht sensiblen Augen und erkannte, dass ihnen ein Magier entgegen stand, welcher von drei weiteren Schwertkämpfern begleitet wurde. Zera hatte mehr Wachen erwartet, doch scheinbar war es nur eine kleine Patrouille.
    „Ein Feuermagier also.“, dachte sie und stand auf. Durch das von ihm verursachte Licht war es nun nahezu unmöglich sich zu verstecken. Die anderen Rebellen taten es ihr nach, Marcus zückte sein Schwert und hielt es dem Pyromanen entgegen.
    „Wir werden und sicher nicht ergeben.“, sagte er entschlossen und stärkte den Griff um sein Schwert. Der Magier grinste. „Dann kämpft.“, sagte er, streckte seine Arme jeweils nach links und rechts. Rötlich leuchtende Flammenkugeln flackerten bedrohlich in seinen Handflächen. Die verbliebenen drei Wachen schritten nach vorne und hielten ihre Schilde vor sich.
    Lebendige Schutzschilde für den Magier…auch das noch.“, dachte Zera und blickte um sich herum. Wenn jemand diesen Magier ausschalten sollte, dann war es sowieso sie. Die anderen drei würden, auch wenn sie unheimlich begabte Schwertkämpfer waren, niemals in die Nähe des Magiers kommen.
    „Und wenn sie ihm zu nahe treten, dann würde er sie bei lebendigen Leibe verbrennen.“, beendete sie ihren Gedanken und kniete hinter der von ihr zuvor verwendeten niedrigen Steinwall. Marcus hingegen lief entschlossen gegen die Schildwachen, gefolgt von seinen zwei Freunden, die ebenfalls ihre Waffen gezückt hatten und einen Kampfesschrei von sich gaben.


    Zera blickte Dark Screamer an. Die rote Essenz zitterte unruhig. Sie schluckte.
    Bist du dir sicher?“, fragte sie ihre Waffe innerlich und streichelte sanft über diese.
    „Aaaargh!“, schrie Marcus auf einmal auf und ließ Zera dabei hochfahren. Erstaunt erkannte sie, dass die zwei Rebellen alle drei Schildwachen beschäftigt hielten, während sich Marcus ein kleines Scharmützel mit dem Magier lieferte. Doch vergebens: Wie Zera bereits vorausgeahnt hatte, hatte Marcus keinerlei Chance den Magier im Nahkampf zu verletzen. Sein Schwert war geschmolzen; die Hände des Feuermagiers standen in Flammen und hatten die Waffe samt Schwertgriff zerstört. Zähneknirschend stand Marcus neben dem Zauberer. Von seinen Händen stach der Geruch verbrannter Haut empor.
    Marcus! Verschwinde von ihm!“, schrie Zera und blickte ihn flehend an. Er wandte sich zu ihr um.
    „Na los! Worauf wartest du eigentlich noch?!“, schnaufte er zurück, packte den Magier an beiden Handgelenken. Schmerzenstränen waren in seinen Augen zu erkennen.
    Ich kann das nicht tun! Ich würde dich mit ver-
    „Scheiß drauf!“


    Sie sank ihren Kopf und biss sich auf die Lippe. „Er hat Recht.“, dachte sie und hörte, wie seine Schmerzensschreie immer lauter und durchdringender in ihrem Kopf wahrgenommen wurden. Schnell legte sie ihre freie, linke Hand auf Dark Screamer’s Körper und schloss ihre Augen. Energie übertrug sich von ihrem Körper auf die Waffe. Die roten Essenzen flackerten immer schneller und bedrohlicher. Zera öffnete ihre Augen.
    „Last Whisper!“, schrie sie, ließ vom Blaster Edge ab und schoss die magischen Giftstachel aus ihrer Halterung. Zehn waren es, die nun blind durch die Gegend flogen und nach Zielen Ausschau hielten.
    Einige prallten mit einem leicht knirschenden Geräusch auf den steinernen Boden. Andere trafen die im Raum verteilten Körper. Ächzen war zu vernehmen. Zeras Atem beruhigte sich zunehmend. Sie schritt in den Mittelpunkt des Raumes. Sechs Leichen lagen auf dem Boden, die Augen starr und von verschiedenen Emotionen geprägt.
    Was habe ich getan?!“, schrie Zera verzweifelt, fasste sich mit beiden Händen an den Kopf und sank auf ihre Knie, direkt neben Marcus. Marcus sah zufrieden aus. Zera presste ihre Lippen und schloss die Augen. Warme Tränen flossen über ihre Wangen.
    Warum hast du das für mich getan…du kennst mich doch gar nicht.“, murmelte sie und glitt über seine Augen, um diese zu schließen. Langsam glitt sie zu der Stelle, an der ihre Waffe ihn tödlich verwundet hatte. Sie hatte seine Brust, wahrscheinlich gar sein Herz, durchdringt. Zögerlich griff sie nach der Munition und wollte diese mit möglichst wenig Kraftaufwand entnehmen, doch es gelang ihr nicht. Irgendetwas war an ihr befestigt. Mühsam und mit leichten Hemmungen öffnete sie sein Hemd. Ihre Augen weiteten sich. An ihrem Bolzen war ein Foto befestigt. Es war eine Schwarz-Weiß-Kopie, geschossen in Timber City. Es war in Zeras Lieblingskneipe. Sie, Seth, Marcus und eine ihr vertrauten weiblichen Person, deren Name sie jedoch nicht kannte, waren dort zu sehen. Alle hatten die Arme umeinander geschlungen…eine Gruppenumarmung.
    Warum kann ich mich an nichts erinnern?“, fragte sie sich bestürzt und griff das Foto fester. „Was ist aus mir geworden…bin ich wirklich so kalt geworden? Mein Leben…was ist nur aus mir geworden?“


    Weitere Tränen flossen über ihr Gesicht und landeten auf dem steinernen Boden. Kraftlos ließ sie ihre Hände auf den Boden fallen und berührte die kalte Gehfläche.
    Was soll ich nur tun?“, fragte sie sich erneut und wusch sich die Tränen aus ihrem Gesicht.
    „Nicht weinen.“ Zera wandte sich schlagartig um. Schock war in ihrem Blick zu erkennen.
    Seth?!“, schoss es aus ihr heraus während sie schnell einige Schritte Abstand von ihm nahm. Sie erinnerte sich nur zu gut, was in ihrem letzten Traum passiert war.
    „Dies ist kein Traum. Dies ist lediglich eine Vorstellung deines Geistes.“, sagte er seelenruhig und gestikulierte währenddessen mit seiner Hand.
    „Hör zu. Du musst deine Freunde wiederfinden. Es war von vornherein keine gute Idee, alleine durch das Gefängnis zu streifen. Du siehst selbst, was geschehen ist.“, erklärte er, während er panisch umherschaute. Scheinbar erwartete etwas.
    „Du musst schnell weitergehen. Der Ausgang ist beinahe erreicht, zumindest wenn du dieser Karte hier glauben schenken kannst.“


    Richtig. Die Karte. Schnell hob Zera sie auf ohne dabei den leicht verschwommenen Körper Seths aus den Augen zu verlieren. Er wirkte tatsächlich wie eine Fata Morgana, die man in einer Wüste durch das Sonnenlicht und die Trockenheit wahrnehmen würde. Tatsächlich war der Ausgang nicht mehr weit; noch einige Etagen und sie würde im Erdgeschoss landen. Seths Lächeln wurde ernst. Schritte waren im Gang hinter ihm zu vernehmen.
    „Du musst gehen, ehe es zu spät ist. Finde die anderen und bleibe bei ihnen.“
    Kannst du nicht bei mir bleiben? Immer verschwindest du und –“
    „Wir haben keine Zeit, doch eins sei gesagt: Ich bin am Leben…und jetzt beeil dich!“, fauchte er sie an und zeigte auf die Metalltür, die vor Zera lag. Sie nickte ihm zu, wandte sich um, öffnete die Tür und schritt in einen weiteren Treppenkorridor.
    Schnell!“, dachte sie und sprintete die leicht niedrigen Stufen der Wendeltreppe empor, während sie die Karte studierte. Sie hörte, wie ihre Verfolger sie anfluchten und dazu aufforderten, stehen zu bleiben. Zera blickte nicht zurück, auch wenn sie noch gerne einen letzten Blick auf Marcus geworfen hätte. Scheinbar stand er ihr Nahe.
    Verdammt, ich hätte Seth fragen sollen!“, warf sich sie sich wütend vor, während sie eine Metalltür öffnete und sich in einem Gang befand, der lediglich in eine Richtung führte. Leicht atemlos eilte sie den Korridor entlang, welcher sich nun in zwei Wege teilte. Ein kurzer Blick auf der Karte verriet ihr, dass sie nach rechts musste. Dann kam ihr eine Idee, wie sie ihre Verfolger abschütteln konnte. Geschwind suchte sie Deckung in einer Furche innerhalb der Mauer, lud ihren Blaster Edge und schoss zwei Bolzen blitzschnell ab, um die Fackeln im linken Gang umzuwerfen. Das sollte ihre Aufmerksamkeit erregen und auf eine falsche Fährte locken. Innerhalb weniger Sekunden waren die trägen Wachen auch schließlich an der Gabelung angekommen.
    „Verdammtes Weib, sie ist unheimlich schnell aber nicht sehr gut im Verstecken ihrer Spur. Los, sie ist im linken Gang!“
    „Jawoll!“, schrien die Wärter und folgten ihrem Patrouillenanführer. Zera grinste.
    Von wegen nicht gut im Verstecken meiner Spur…Dummchen“, murmelte sie lautlos, glitt langsam und lautlos aus der Furche und preschte den rechten Gang entlang. Sie musste die anderen Ex-Rebellen finden…Samea, Senshi, Flaime…irgendwo waren diese drei, gemeinsam mit den anderen Kämpfern. Sie musste sie finden.



    OT: So, ich melde mich mal frisch erholt aus dem Urlaub zurück. ;)

    Nach dem kleinen Scharmützel mit den Gefängniswärtern, welches hauptsächlich durch Flaimes Feuermagie gewonnen wurde, erreichte die etwas größere Gruppe eine Weggabelung, an welcher sie auf die anderen verbleibenden Kämpfer und Kämpferinnen trafen. Während Isaac und Sky aus dem von Zera aus rechten Gang erschienen, kamen Valeria, die Katzenlady Mao und ein ihr unbekannter Magier der Legion von der linken Seite. Zera lächelte fröhlich, als sie alle wieder beisammen waren und sie sich nun mit vereinten Kräften nach oben, ins Erdgeschoss kämpfen konnten.
    Doch erst einmal müssen wir unsere Waffen zurückgewinnen.“, dachte Zera und blickte auf das von ihr in der rechten Hand gehaltene Schwert. Es war eigentlich ein gutes Schwert, wie sie erschreckt feststellen musste: Das Metall war gut in den bronzenen Griff eingearbeitet wurden und auch sonst konnte sie keine Makel feststellen können. Hätte ihr Vater ihre kleinen Ausraster von zuvor mitgekriegt, hätte sie sich wahrscheinlich eine Predigt über den Missbrauch von Waffen anhören müssen. Schließlich stellte sie ergeben fest, dass sie ihre Familie in Timber doch vermisste.
    Irgendwann kehre ich zurück mit oder ohne-„, dachte sie, wurde aber in ihrem Gedankengang unterbrochen, als plötzlich ein einer Explosion ähnliches Geräusch von vorne ertönte. Sky hatte eine Tür mit roher Muskelkraft aufgesprengt; Zera schluckte. Auch ohne seine Waffe war er unheimlich stark – sie musste sich vor ihm in Acht nehmen. Eifrig folgten die anderen Ex-Gefangenen dem ehemaligen Rebellenanführer in dem nun offen liegenden Raum. Zera ging langsamen Schrittes durch den Gang und blickte die von Sky verursachte Zerstörung an. Überall lagen Holzsplitter oder vereinzelte, kleine Steinbrocken. Sicher hatte man sie nach all diesem Tumult gehört; Zera legte einen Gang schneller an und erkannte, dass es sich bei dem Raum um die Waffenkammer handelte. Schnell analysierte den sich vor ihr erstreckenden, länglichen Raum: An den Seiten waren schwere zweihändige Waffen an offenen Waffenregalen ausgestellt. Abgenutzte Halberden, Zweihänder und Streitäxte waren dort präsentiert, deren Metall von trockenem rotem Blut durchtränkt waren.
    Wahrscheinlich hausen hier noch viel grausamere Menschen…wie dem auch sei.“, murmelte sie und begab sich in den hinteren Teil des Raumes, welcher mit vielen hölzernen Kisten aufgefüllt war. Zera vermutete, dass sich dort Munition für Schusswaffen, aber auch Granaten und ähnliches befanden.
    Erstmal meinen Dark Screamer finden…dann schauen wir weiter.“, dachte sie anschließend und wandte sich zu den hinten stehenden Regalen, die mit lauter Fernkampfwaffen ausgefüllt war. Auch hier befanden sich Blaster Edges in unterschiedlichsten Formen – Zera war ganz angetan von der Vielfalt in der es ihre Lieblingswaffe gab – doch es beunruhigte sie, dass sie Ihren Blaster Edge nicht finden konnte. Langsam flossen Schweißperlen auf ihrer Stirn hinunter; das junge Mädchen wurde nervös.
    Wo könnten sie meine Waffe nur hingetan haben?“, dachte sie verzweifelt und begann wahllos in einigen der Kisten rumzusuchen. Ihre Vermutung von früher hatte sich bestätigt: Hier lagen tatsächlich Schussbolzen und ähnliches bereit; sollte sie ihren Blaster Edge nicht finden, würde sie wohl oder übel dazu gezwungen sein, sich einen von den ihr fremden Fernkampfwaffen anzueignen, doch ganz geheuer bei diesem Gedanken war ihr nicht.


    Ein nicht allzu weit entferntes Knurren ließ Zera zusammenzucken und hochfahren. Sie blickte zu dem Gang, aus welchem die Gruppe zuvor gemeinsam entkommen war. Die Schützin erstarrte. Riesige Höllenhunde mit gepanzerten Rücken und Nacken kamen ihnen entgegen und leckten sich mit ihrer großgewachsenen Zunge die äußere Mundgegend.
    Ich muss weitersuchen!“, dachte sie nervös und nahm sich die nächste Kiste vor. Auch hier wurde sie nicht fündig; wieder gab es nur Munition in unterschiedlichster Form. Plötzlich sah sie, wie etwas Grünes sie anblinkte. Schnell grub sie bis in das unterste Ende der Kiste und tatsächlich wurde sie fündig: Hier lag ihre vergiftete Munition. Schnell griff sie nach den Emeraldfarbenen Bolzen, jedoch mit großer Vorsicht, denn sie wollte sich keinesfalls das Nervengift selbst injizieren. Ruhig nahm sie einen der Bolzen in ihre freie Hand, mit der anderen hielt sie die restliche Munition fest. Sie atmete auf. Der Geruch des Giftes war nahezu frisch und das würde bedeuten, dass sie, wenigstens für diesen Kampf, einen anderen Blaster Edge verwenden konnte. Das Knurren verwandelte sich hier und da in ein ächzendes Jaulen; scheinbar hielten die anderen Kämpfer und Kämpferinnen die Bestien gut beschäftigt. Schnell griff sie nach der nächsten Kiste, dieses Mal eine etwas größere und stabilere, und rammte ihre zuvor ergatterte Klinge hinein. Anschließend wanderte sie mit ihrem Schwert kreisförmig innerhalb der Kiste umher, um so ein Loch zu verursachen. Die Kiste gab nach und schließlich nahm Zera den von ihr heraus getrennten Deckel ab und griff in das Innere der Box. Tatsächlich fühlte sie etwas Vertrautes in ihren Händen; und fand ihren Dark Screamer. Schnell legte sie die Waffe an ihrer Schulter an, legte den ersten Bolzen in die Ladestation und schoss ihn ab. Der Pfeil flog geradewegs an einigen kämpfenden Kameraden vorbei und landete auf dem Kopf eines der Ungeheuer. Die Bestie jaulte auf, knickte zusammen und viel schließlich komplett um. Zera lächelte hämisch. Das Gift hatte an keinerlei Wirkung verloren, so, wie sie es vorhin durchgedacht hatte.
    Ich sollte nichtsdestotrotz noch einige normale Bolzen mitnehmen.“, dachte sie und blickte auf die sich allmählich verschmälerte Munition. Maximal acht Schüsse hatte sie, wenn sie jeden der vier Bolzen nach dem ersten Schuss noch einmal aufsammeln würde. „Wenn wir draußen sind“, begann sie nachzudenken, „dann muss ich unbedingt nach den notwendigen Utensilien für das Gift suchen. Ich kann nirgends meine Giftgefäß finden.“, dachte sie zu Ende, während sie einige gewöhnliche Bolzen aus den bereits geöffneten Kisten entwand.
    Plötzlich bemerkte sie, wie ein warmer Hauch auf ihrem Nacken landete. Zeras Augen weiteten sich. Sie musste nun schnell reagieren. Noch während sie sich umdrehte, ladete sie einen der vergifteten Bolzen auf ihr Gewehr und schoss ihn in der Drehung ab. Der Bolze landete in der Halsregion des Höllenhundes, Zera hoffte, dass sie die Halsschlagader des Tieres getroffen hatte. Wahrscheinlich war dem auch so, denn das Tier brach innerhalb weniger Sekunden ebenso ein, wie sein voriger Verwandter. Schnell rollte sich Zera nach rechts, um dem nun schwerfälligen Körper des Tieres auszuweichen. Sie atmete auf. Wäre die Drehung um einen Bruchteil von einer Sekunde später zustande gekommen, wäre sie jetzt mit ziemlich großer Sicherheit tot.


    Einige andere hatten die Waffenkammer bereits verlassen. Zera schaute verdutzt. Wahrscheinlich hatte sie nicht mitbekommen, dass weitere Befehle ausgehändigt worden. Befehle. Eigentlich waren es ja keine mehr; es waren lediglich Vorschläge beziehungsweise Tipps um aus diesem Gefängnis lebendig herauszukommen. „Nun, dann werde ich mich auch so langsam auf den Weg machen.“, murmelte sie und streichelte dabei ihren Dark Screamer. Sie hatte ihn wirklich vermisst.
    Wahrscheinlich würde es sich sowieso nicht als allzu schwer darstellen, die bereits Verschwundenen aufzufinden; Zera hörte wie sich vor ihr Unruhen und Schreie erstreckten. Ob es Schmerzensschreie oder Gejubel war, konnte sie jedoch nicht feststellen.

    Bist du blind? Ich stehe doch fast neben dir!“, erwiderte Senshi mit leicht genervten Ton zu ihrer Frage. Zera schluckte. Irgendetwas schien Senshi unglaublich zu schaffen zu machen.
    Wahrscheinlich ist es sein Schwert…“, dachte Zera zuerst, doch dann fiel ihr auch die missliche Lage mit Flaime’s Arm ein.
    Ich für meinen Teil bin hier.“, meldete sich nun auch der Maskierte zu Worte und kniete sich neben Flaime hin um den durch einen Kampf verursachten Bruch zu begutachten.
    Hmm…es sieht nicht gut für uns aus.“, dachte Zera unglücklich, sank ihren Kopf und sah, dass Seth’s Ring und ihre Kette aus dem Hemd heraustraten. Zögerlich nahm sie es in ihre rechte, noch freie Hand. Stimmt. Sie hatte diese Nacht nicht von Seth geträumt.
    Wenn das nicht irgendetwas Ungutes bedeutete.“, führte sie ihren Gedanken fort, während sie das Schmuckstück unter ihrer Rüstung versteckte.
    „......OCH VERDAMMT!", schrie Senshi auf einmal und weckte die in Gedanken versunkene Zera auf. Auf seinem Aufschrei hin folgte ein Seufzen: " Na gut, ich sag gar nicht mehr zu dem Thema, aber wehe ihr seid zu langsam."
    Mit diesem Worten verabschiedete er sich und wenig später folgten ihm der Maskierte, dessen Name sie noch immer nicht kannte, und die verletzte Flaime. Zera erschauderte. Aus der Kleidung des Maskierten stachen rasselnde Ketten, metallischen Schlangen gleich, hervor. Sie musste erneut schlucken. Ein Kloß, gebildet aus Neugierde und Angst, hatte sich in ihrem Hals festgeschlagen.
    Noch jemand mit einem dunklen Geheimnis.“, murmelte sie zu sich selber, während sie der Gruppe langsam folgte und sich zu der in Gedanken versunkenen Samea gesellte.
    Was war denn eben los? Warum ist Senshi so ausgeflippt?“, fragte sie beiläufig, erwartete aber keine Antwort. Samea schien bedrückt und in sich eingekehrt. „Ich hoffe, dass wir hier bald rauskommen. Die ganzen kahlen Gänge machen einen ja noch wahnsinnig.“, fügte sie hinzu und griff erneut nach dem Ring ihres verschollenen oder gar toten Ehemannes. Sie vermisste Timber. Das wurde ihr jetzt klar.
    Ich hätte niemals gedacht, dass es soweit kommen würde. Gefängnis, lebenslänglich…wie gerne wünscht man sich dort ein stinknormales Leben zurück.“ Doch dieser Gedanke erinnerte sie nur daran, warum sie eigentlich den Rebellen beigetreten war. Sie wollte etwas verändern, sie wollte sich selbst wiederfinden. Und sie bemerkte, dass dies ihr auch gelang. Immerhin war sie in der Lage, Leute wieder anzusprechen, Kontakte zu knüpfen und das wichtigste: Sie konnte wieder lachen.
    Und Gefühle kann ich auch zeigen.“, dachte sie erfreut und erinnerte sich an ihren kleinen Ausraster nachdem Samea sie vor dem Eismagier gerettet hatte.
    Nein! K-Keine.. Z-zehn P-pferde kriegen mich d-da durch! N-Niemals! N-nein!", kam es von vorne. Zera beschleunigte ihren Schritt und erreichte schließlich Senshi und den Maskierten. Flaime war kreideblass, so, als ob sie einen Geist gesehen hätte. Zera schaute sich den Raum von weitem an. Sie konnte keine Fallen oder magische Verhexungen erkennen; aber irgendeinen Grund musste Flaimes Angst haben. Der Maskierte kniete sich erneut zu Flaime und griff nach ihrem Arm, versuchte sie mit beruhigenden Worten zu trösten und vor allem zu ermutigen. Schließlich nahm er sie beim Arm und schritt langsam in den doch nun unheimlich wirkenden Raum. Nur wenige Fackeln waren hier entzündet, die meisten waren irgendwann erloschen und keiner hatte sich darum gekümmert, sie erneut zu zünden oder gegen andere, neuere, einzutauschen. Langsam verließen die beiden die Ansammlung von Rebellen. Sie blickte Senshi an, der unberührt von Flaimes Gefühlsausbruch den beiden Vorangegangen folgte. Zera nickte zu sich selbst.
    Wir können im Moment nur eines tun, und zwar Vorangehen.“, stellte sie fest und marschierte den anderen nach.

    Zera zwickte ihre Augen zusammen. Sie konnte diesen Eiszapfen nicht mehr ausweichen. „Das war’s dann wohl.“, dachte sie und bemerkte, wie ihr Tränen in den Augen standen. Plötzlich vernahm sie ein seltsames Geräusch. Es hörte sich wie ein Kurzschluss an, den sie damals nur von den alten Zügen und dem Bahnhof in Timber kannte. Zera rümpfte die Nase. Es roch nach etwas Angebrannten. Langsam öffnete sie die Augen und sah, dass die Eiszapfen, die vorhin noch ihr Leben bedrohten, verschwunden waren.
    Das ist wieder einmal typisch, warum misst du dich nicht mit einem gleichwertigen Gegner?“, hörte sie eine Stimme plötzlich fragen. Es war Samea. Zera atmete erleichtert auf und blickte von ihr zum Magier, der nun etwas verwirrt drein schaute. Anschließend schloss er seine Augen, nickte und gab einen verhöhnenden Laut von sich, der Zera gar nicht gefiel.
    „Ich bezweifle, dass du einen gleichwertigen Gegner bist, aber immer noch besser als dieser wehrlose Rebellenabschaum.“
    Zera wollte Einspruch erheben, doch Samea wies sie mit einer raschen Handbewegung und einem sehr ernsten Blick zurück. Sie nickte verständnisvoll zurück. Dies war wohl ein Magierkampf; in dem hatte sie nichts zu suchen. Also tastete Zera sich langsam der steinernen Wall entlang um bei den Treppen, die direkt neben ihr lagen, Zuflucht zu finden. Magische Geschosse konnten unheimlich gefährlich werden, wenn man ihnen zu nahe trat. Doch Zera wusste, dass nur wenige Magier ein von ihnen lenkbares Geschoss herbeirufen konnten. Auch wenn sie Samea diese Gabe durchaus zutraute, so wusste sie, dass der ihnen gegenüberstehende Magier kein Meister, sondern, höchstenfalls ein Adept war.
    Das gleiche würde ich auch von dir behaupten.“, hörte sie Samea kontern. Scheinbar war Zera nicht die einzige, die abfällig von dem Gegenüberstehenden dachte. Dann geschah alles sehr schnell: Samea begann ihren elektrostatischen Schild zu entladen und es entfaltete sich ein wunderschöner und zugleich gefährlicher Funkenregen. Die elektrischen Geschosse flogen mit rasanter Geschwindigkeit gen feindlichen Magier, doch vergebens: Der Magier hatte ein Schutzschild herbeigerufen, welches die Geschosse absorbierte und letzten Endes verschwinden ließ.
    "War das alles?", fragte der Mann mit den grauen Haaren und leitete seine Hände ineinander. Dieses Ritual war Zera schon wohlbekannt: Erneut formte sich eine Eiskugel in seinen Händen, welche er anschließend mit einer weiteren darauffolgenden Handbewegung zerbrach und zu Eiszapfen verformte. Er schoss sie gegen Samea. Sie blieb reglos stehen. Auch an ihrem Schild prallten die Eisgeschosse ab. Plötzlich schoss Samea ihre Augen und schien sich in tiefer Konzentration zu befinden. Zera wollte sie schon warnen, denn der andere Magier blieb nicht untätig: Er schien ebenfalls etwas zu planen. Plötzlich wich er zur Seite. Schmerz und Furcht lagen in seinen geweiteten Augen. Nun öffnete Samea ihre Augen und grinste.
    Das wars.“, sagte sie knapp, schnippte mit ihrem Finger und entfachte zugleich eine gewaltige Explosion. Nachdem sich der von der Explosion aufgewirbelte Staub legte, weiteten sich auch Zeras Augen: Der Magier, oder das, was von seinem Leib übrig geblieben ist, lag auf dem Boden. Der Gestank von verbrannter Haut und Eingeweide durchstach Zeras Nase. Reflexartig griff sie mit einer Hand zur Nase um diese zu schließen und zwang sich damit, mit dem Mund weiterzuatmen. So etwas hatte sie Samea nicht zugetraut; sie schien viel stärker als sie selbst angenommen hatte. Und als ob sie Zeras Gedanken gehört hätte, wandte die Blitzmagierin sich ihrer Kameradin zu. „Gehts wieder? Ich bin froh, dass es dir gut geht. Gehen wir zusammenweiter?", fragte sie und lächelnde sie mit glitzernden Augen an. Sie entgegnete ihr Lächeln und nickte ihr dankbar zu.
    Sie ist wirklich stark. Ich wundere mich, warum und wie sie den Rebellen beigetreten ist. So eine begabte Magierin hätte sich sicher eine exzellente Ausbildung in einer der kaiserlichen Armeen leisten können.“
    Und? Gehen wir?“, wiederholte Samea freundlich.
    „Ja, wir sollten Senshi und die anderen schnell aufspüren. Anders sehen wir sie und unsere eigenen Waffen nie wieder. Ich…ich hasse dieses Schwert. Es ist so nutzlos, ich will wieder meinen Dark Screamer zurück!“, schrie sie empört und warf das Schwert zu Boden. Zera erschrak. Sie hatte nicht beabsichtig, ihr Wut, ausgelöst durch die Hilfslosigkeit die sie empfand, dermaßen zu zeigen. Schweigend kniete sie neben dem Schwert, griff nach ihm und schwang es einwenig hin und her. Plötzlich vernahm sie Kampfesgeräusche im von ihnen rechts liegenden Gang. Auch Samea schien sie wahrzunehmen; als ob sie beider Gedanken gleichzeitig gelesen hätten, nickten sie einander zu und liefen dem durch Fackeln beleuchteten Korridor entlang. Eine weitere Abgabelung später sahen sie zwei Gestalten auf dem Boden sitzen, umgeben von Kadavern gefallener Kaiserlicher. Zera erkannte die beiden: Es waren Andreas und Flaime.
    „Hey ihr! Alles okay bei euch?“, riefen die zwei Frauen im Chor, woraufhin die Sitzenden sich ihnen zu wandten und aufstanden. Zera blickte Flaime an, welche sich ihren linken Arm mit ihrer rechten Hand festhielt.
    Ist etwas mit deinem Arm passiert? Wo sind der Maskierte und Senshi?“



    OT: So, ich hoffe, dass es okay für dich ist, dass wir jetzt zu den anderen gestoßen sind, Destiny. :) Dort können wir dann auch mehr mit den anderen interagieren, finde ich.^^ - Und jetzt wünsche ich euch allen eine gute Nacht. :)

    Schnellen Schrittes lief Zera den Korridor entlang. Der steinerne Boden war blutgetränkt, Zera grinste. „Senshi und den anderen scheint es gut zu gehen.“, dachte sie als sie schließlich an einer Stelle ankam, wo der Weg sich in drei Unterwege trennte. Alle drei sahen sich verdammt ähnlich; je zwei immerzu leuchtende Fackeln konnte sie in allen der Gänge erkennen, doch keine Spur von Senshi und den anderen. Sie seufzte.
    Jetzt wäre die Fähigkeit, seine eigene Waffe aufzuspüren, von Vorteil.“, murmelte sie, griff sich mit ihrer freien linken Hand an den Hinterkopf und kratzte sich. Sie hatte ihre Haare seit Tagen oder gar Wochen nicht gewaschen; und das machte sich jetzt auf ihrer trockenen Haut bemerkbar. Hautschüppchen gelangten unter ihre Fingernägel, die sich nicht verschiedener voneinander unterscheiden konnten: Beinahe all ihre Fingernägel waren lang geraten, bis auf den Daumen der rechten Hand; den hatte sie sich wohl im Eifer des Gefechts im Gefängnis abgebrochen. Zera sah, wie etwas Blut unter den Fingernägel hervortrat und lutschte es schnell weg.
    Also…welchen Weg soll ich nun gehen?“, murmelte sie nachdenklich und blickte noch einmal in allen weiterführende Korridore. Seltsamerweise endete die Blutspur geradewegs hier. Hatte sie etwa eine falsche Spur verfolgt?
    „Sieh’ an, sieh’ an…wenn das nicht eine kleine Rebellin ist.“, hörte sie hinter sich jemanden sagen. Zera wandte sich um. Vor ihr stand ein in einer blauen Robe gekleideter Magier. Seine Haare waren weiß und gewellt und hingen von seinen Schultern. Sie schluckte. Wenn dieser Magier nur halb so gut war wie der, den sie damals in der Schlacht angetroffen hatte, war sie so gut wie tot. Dieses Mal besaß sie ihren Blaster Edge nicht, nur eine Hiebwaffe, mit welcher sie nicht annähernd so gut umgehen konnte wie mit ihrem Dark Screamer. Zera wich instinktiv einige Schritte in den nächsten sich nun hinter ihr befindenden Gang. Mit Händen tastete sie nach hinten und gelangte irgendwann an den steinernen Wall. Seine Kälte übertrug sich auf den kompletten Körper der Schützen. Sie schluckte.
    Sollte sie fliehen oder sollte sie bis zum bitteren Ende kämpfen?
    Währenddessen schritt der in blau gekleidete Magier näher an sie heran, legte seine Kutte um sein Haupt und begann, auch wenn Zera es nur wie einen Windhauch vernahm, Wörter zu murmeln. Seine Hände leuchteten auf. Er führte sie zueinander und schwang sie umher, erst langsam, dann immer schneller. Eine Eiskugel, gerade noch einen Schneeball groß formte sich. Sie wurde immer größer. Schweißperlen bildeten sich auf Zeras Stirn und liefen langsam hinunter, hinterließen eine nasse Spur auf beiden ihrer Wangen. Plötzlich schlug der Magier die Hände auseinander und brach das Eis. Die Eiskugel detonierte und entwickelte sich zu einem Dutzend kleiner, tödlich wirkender Eissplitter. Mit einer nach vorne gerichteten Handbewegung murmelte der Magier seine letzten Wörter; und entsandt die Eiszapfen gen Zera.



    OT: Hey. Ich denke, dass dieser Post dann doch qualitativ besser ausgefallen ist, als der letzte. Wäre sehr nett, wenn jemand Zera aus der Situation retten könnte (anders muss ich sie wohl "irgendwie" gewinnen lassen. :rolleyes:

    Ein lauter Knall schreckte die schlummernde Zera auf. Augenblicklich öffneten sich ihre Augen und starrte die nun aufgesprengte Gittertür mit überraschtem Blick an. In mitten all diesem Getümmel standen die ehemals verhassten Anführer; Sky und Jiang. Zera musste lächeln. Es war gut, wenigstens zwei zu sehen, die sich gut miteinander verstanden, trotz des vergangenen Gefechts.
    "So meine Kameraden und stolze Dragoonereinheit. Es ist an der Zeit dieses Gaol ein wenig aufzumischen. Wir werden den Ruf dieses Dreckshotels zerstören und zeigen, dass man hier sehr wohl ausbrechen kann. WER DABEI IST, SOLLE MITKOMMEN UND DEN SOLDATEN IHRE HINTERN AUFREISSEN. LOS GEHTS!", schrie ihr ehemaliger Anführer, was einen motivierenden Kampfgeschrei sowohl bei den Rebellen als auch bei den Kaiserlichen entfachte. Zera konnte nicht anders und ließ ihre Stimme mit vollster Kraft ertönen; Freude hatte ihren Körper eingenommen und mit vollem Elan stürzte sie sich mit den anderen aus der kleinen Zelle. Wachen standen ihnen bereits entgegen, um ein Entkommen zu verhindern, doch dieser Widerstand wurde schnell von den beiden Anführern mit Bravur ausgeschaltet. Während Jiang sich seiner Eismagie bediente, zeigte Sky seine Technik „Blood Kain“ und entfachte einen starke Schockwelle, die alle Gefängniswärter kurzerhand ins Schwanken brachte und damit in eine sehr verwundbare und schließlich im Tode endende Position brachte. Zera blickte um sich umher und konnte Senshi ausfindig machen, der sich geradewegs den Neuling, den maskierten Mann, griff und ihn gen eines Ganges schleppte. Die Feuerkriegerin, Zera erinnerte sich, dass sie Flaime hieß, folgte den beiden Männern.
    So wie ich Senshi kenne wird er sich erstmal seine Waffe zurückholen. Das bedeutet, er wird sicherlich zur Waffenkammer unterwegs sein…ich sollte sie begleiten.“
    „Zera, hinter dir!“
    Zera wandte sich um und blickte einen in Metall gekleideten Wächter direkt in die Augen. Schnell wich sie seinem gerade geschwungenen Schwert zur linken Seite aus und rammte ihm ihre rechte Schulter in die Magengegend. Der Wärter gab ein von Schmerzen geprägtes Stöhnen von sich und griff sich reflexartig an die Bauchregion. Schnell griff Zera nach der Klinge und entzog sie dem nun geschwächten Krieger. Er blickte auf, sah, wie sie das Schwert schwang und schloss sie augenblicklich. Mit einem feinen Schnitt zerschnitt sie den Hals des Wärters. Der Körper sank in die Knie, fiel schließlich vollkommen um und gesellte sich seinem abgetrennten Körperteil, seinem Haupt. Zera schluckte. Das hatte sie nicht vorhergesehen.
    „Nicht schlecht.“, kommentierte jemand, der an ihr vorbeilief. Zera schüttelte den Kopf und blickte anschließend die nun von Blut befleckte Klinge.
    „…Ich sollte sie behalten, bis ich meinen Dark Screamer zurückhabe. Aber nun schnell!“, dachte sie, wandte sich rasch um und verfolgte den Gang, den Senshi und die anderen zuvor gegangen sind.



    OT: Ich hoffe, dass ich in nächster Zeit wieder mehr Zeit zum Lesen und natürlich Schreiben haben werde. Irgendwie empfand ich es als schwierig, etwas passables aufs Blatt zu bringem. Hoffentlich legt sich das im Laufe der Zeit wieder.

    Mit einem letzten Lächeln verließ sie den nun schweigenden Senshi und schritt langsam zurück zu ihrer Sitzgelegenheit. Es war gut, endlich mit jemanden wieder geredet zu haben, der einen nicht nur wegen seinen Äußerlichkeiten mochte. Während sie diesen Gedanken zu Ende dachte, blickte sie den nun lachenden Rebellen an, der sich zuvor und auch bevor des eigentlichen Kampfes an sie rangemacht hatte. Dann schweifte ihr Blick zu Samea, welche sich mit einer der Armee zugehörigen Frau unterhielt. Der Kleidung nach zu urteilen schien sie einen hohen Rang innerhalb der kaiserlichen Gruppe zu besitzen; bei näheren Hinschauen erkannte Zera sie: Es war die Kriegerin, die mit Senshi gekämpft hatte. Sie erinnerte sich, dass dieser Kampf relativ ausgeglichen wirkte und keiner von beidem wirklich als Sieger oder Siegerin hervorging. Zera wunderte, wie sie hieß, doch bemerkte gleichzeitig, wie die Müdigkeit die Oberhand über ihren Körper gewann. Gähnend setzte sie sich auf die steinerne Bank und versuchte möglichst nicht in Reichweite des Deckenlochs zu kommen, welches ununterbrochen kleinste Tröpfchen Wasser ausspuckte.
    Zera machte sich ganz klein und schwang ihre Beine mit auf die Steinplatte, um ihren Kopf auf ihre zusammengedrückten Knie zu legen und schlussendlich ihre Arme um ihre Beine zu legen, was ihr einigermaßen Halt in dieser Position verschaffte. Zwar empfand die Mehrheit, dass diese Position eher unbequem war, doch Zera fand sie mehr als gut.
    Seth verstand auch niemals, wieso ich in dieser Position gerne saß, wenn mich etwas bedrückte oder wenn ich ermüdet war von unseren Touren…hach ich vermisse das Schildkrötenjagen.“, seufzte sie und versuchte sich, das Bild der Sanddünen vorzustellen, die Adamant-Tiamat Schildkröten, Seth, der mit seiner Lanze nach ihnen stach und sie so von seiner Partnerin, der Schützin, von Zera selbst fernhielt. Ein sanftes Lächeln überfiel das Mädchen und froh schloss sie ihre Augen, um anschließend in einen tiefen und ruhigen Schlaf zu verfallen.



    OT: Ist zwar nicht sonderlich viel, aber ich hatte keine Ahnung, wie ich sie anders hätte zum Einschlafen bringen sollen.

    Hey,


    Ich kann mich in folgenden Sprachen verständigen:


    Deutsch: Ist selbsterklärend, da es meine Muttersprache ist und ich mit ihr aufgewachsen bin.
    Englisch: Ich würde sie als meine zweite Muttersprache bezeichnen, da ich mich mit ihr mit meinem derzeitigen, niederländischen Freund verständige. Auch lese ich die meisten Bücher in ihrer Orginalverfassung, welche in vielerlei Fällen Englisch ist. Auch Spiele, Serien und Filme schaue ich mir in der Regel in Englisch an; erstens sind sie meistens früher vorhanden, als die lokalisierte, deutsche Fassung und zweitens empfinde ich, dass die deutsche Synchronisation häufig schlecht ausfällt und einfach nicht meinem Geschmack entspricht.
    Niederländisch: Nun, da mein Freund natürlich auch eine niederländische Familie besitzt und vor allem die älteren Personen nicht gutes Englisch sprechen, habe ich mittlerweile angefangen, die Sprache selbstständig zu lernen. Dabei merke ich, dass mir vor allem der persönliche Kontakt zu diesen Menschen hilft, die Sprache schneller zu erlernen. Ich bin mit ihm seit etwa zwei Jahren zusammen und kann mich nun auch gut in Niederländisch verständigen. Warum wir uns trotzdem noch hauptsächlich in Englisch unterhalten? Gewöhnungssache. :D
    Spanisch: Diese Sprache habe ich seit der elften Klasse und ich muss zugeben, dass es mir schwer gefallen ist, halbwegs gut in ihr zu sein. Viel Vokabel lernen und ständiges Wiederholen der Grammatik haben es mir ermöglicht, die Note 2 zu erreichen; und natürlich muss ich dies nun auch regelmäßig tun.


    Ja, das sind alle Sprachen die ich momentan sprechen und schreiben kann. Zwar verstehe ich auch noch Polnisch und einen Teil Französisch, jedoch denke ich nicht, dass ich mich gut in diesen beiden Sprachen verständigen könnte..


    Liebe Grüße,
    Cat-

    Die Situation wurde immer skurriler; nun waren auch die Soldaten der zwölften Armee eingeschlossen wurden und saßen somit im selben Boot wie ihre noch vor kurzen genannten Feinde, die Rebellen. „Was ist geschehen?“, dachte Zera und blickte die Neuankömmlinge neugierig an. Vielleicht würde jemand etwas durch seine Körperhaltung, Mimik oder ähnliches verraten. Doch Fehlanzeige. Das einzige, was sie in den Augen der noch vorhin als Gewinner gekrönten Krieger und Kriegerinnen sah, war Trauer und Schock. Manche schienen auch relativ entmutigt und kauerten sich an die kahlen Steinwände, wenn sie nicht bereits von Rebellen besetzt waren. Denen wollten sie lieber nicht zu Nahe kommen. Tatsächlich war es so, dass, trotz einer kleinen Zelle, einige Teile der Rebellen und der kaiserlichen Armee sehr weit entfernt voneinander standen und sich gar abwertende Blicke entgegneten. Zera schüttelte den Kopf. Das war das Letzte, was sie alle nun gebrauchen konnte. „Wir müssen zusammenhalten.“, dachte sie und bemerkte, wie ihr das von ihren Händen gesammelte Wasser überlief. Hastig trank sie es auch und blickte dabei Valeria an, die nun scheinbar wieder bei vollem Bewusstsein war und sich kontrollieren konnte. Zuvor hatte sie ihr Wasser und Kalk gebracht und dabei möglichst aufgepasst, dass ihr niemand den Platz wegnahm. Zwar hatte sich ein weiterer Rebell auf ihren Platz gesessen, doch dieser hatte wohl nicht die von der Decke fallenden Wassertropfen bemerkt und stand widerwillig auf, als Zera ihn, mit leicht wütender Stimme, darauf hinwies, dass es ihr Platz war. Langsam flogen ihre Gedanken zu Sky’s telepathisch gesendeter Nachricht. Er sagte, er denke über eine Fluchtmöglichkeit nach und bringe sie hier lebendig raus. Zera wusste nicht, wie sie die Nachricht ihres ehemaligen Anführers einschätzen sollte. Die Beschreibung „ehemaliger Anführer“ ließ Zera leicht lächeln; einer der wenigen Gelegenheiten in ihrem doch relativ kurzen Gefängnisaufenthalt, in dem sie grinsen konnte. Doch es war vollkommen richtig. Sky war nicht mehr ihr Anführer; sie hatten die Schlacht verloren und somit war ihr Dienst als Söldner beendet. Sie könnte versuchen, sich mit den Wachen zu unterhalten, sie zu überzeugen, dass sie doch nur ein kleines Mädchen vom Lande war und von ihren Eltern gezwungen wurde, Dienst abzuarbeiten, da diese eigentlich einen Jungen als Kind haben wollten.
    Das wäre eine ganz dicke Lüge.“, dachte sie, „Und diese Wachen scheinen sowieso nicht die großartigsten Empathien für uns zu hegen. Selbst von Valeria schienen sie unbeeindruckt und sie ist eine Person, die ich, selbst als Frau, als unheimlich hübsch bezeichnen würde.“
    Ich werde mich wohl gedulden müssen.“, murmelte Zera leise und ließ dabei einen gelangweilten Seufzer ab, bewegte ihre Beine auf die Bank und legte ihren Kopf auf ihren Knien ab. Plötzlich bemerkte sie, dass etwas Blut auf Seth’s Ring gefallen war und ihn verschmutzte. Rasch sammelte sie einige Tropfen Wasser und versuchte es mit ihren noch nicht zu schmutzigen Fingern (das Gefängnis hatte wohl null Hygieneregeln oder ähnliches, wie Zera empfand) abzukriegen. Es gelang ihr nur minimal; einiges an Blut war derart verhärtet, dass es sich nicht mehr abkratzen ließ. „Ich bin einfach zu unfeminin dafür.“, dachte Zera belustigt und betrachtete ihre Fingernägel. Kurz waren sie geworden, seitdem sie sich von Seth getrennt hatte. Allgemein waren ihr die äußeren Werte eines Menschen, oder zumindest ihre eigenen, egal geworden. Zwar bewunderte sie noch die ein oder andere Frau für ihr Äußeres, so zum Beispiel Valeria, doch würde sie niemals die inneren Werte einer Person außer Acht lassen, es sei denn, Zera kannte diese Person nicht. Und irgendwie kannte Zera niemanden so richtig. Zwar hatte sie mit dem ein oder anderen Rebellen ein Gespräch gehabt, wie zum Beispiel Senshi, aber dabei hatte man es auch belassen. Sie erinnerte sich an Samea’s Umarmung und Hilfe, als sie von einem kaiserlichen Magier in einen recht unangenehmen Schlaf versetzt wurde und sie erinnerte sich auch an die im Traum gespielte Szene. Der Gedanke an den dunklen Seth ließ sie frösteln, sie hatte eine solche Seite an ihm noch nie erlebt. „Vielleicht sollte ich versuchen, Freundschaften zu gewinnen.“, dachte sie. Plötzlich wurde ihre Aufmerksamkeit auf den mittleren Bereich der Zelle gelenkt; eine kaiserliche Kriegerin und Valeria schienen in einem Streitgespräch verwickelt zu sein. Sie hörte ihren Banknachbar murmeln, dass es sich bei der Kaiserlichen um Mao, den Oberleutnant der kaiserlichen Armee und berüchtigte Scharfschützin handelte. „Sie wird auch die Killerkatze genannt.“, fügte der Rebell mit einem an Zera gerichteten Lächeln hinzu. Scheinbar schien ihm das gelegentliche Anstoßen und die damit verbundene Aufmerksamkeit etwas zu gut zu gefallen. Mit einer Handbewegung lehnte sie seine Anmachversuche ab. Stattdessen beobachtete sie Mao, deren Gespräch mit Valeria zu eskalieren drohte. Mao wirkte im Gegensatz relativ klein zu der hochhackige Schuhe tragenden Succubus, weswegen es Zera an ein Gespräch zwischen Tochter und Mutter erinnerte. Mao als die Tochter, welche nicht das tolle Spielzeug bekam, dass sie eigentlich haben wollte und Valeria als die sich sorgende Mutter, die nun durch all den angewachsenen Stress ihre Wut an ihrem Kind ausließ. Plötzlich bemerkte sie eine Veränderung des Geschehens. Ria schien, neben Mao, mit einer weiteren Person zu reden, telepathisch. „Sicher Sky.“, dachte sie und sah, wie beide Parteien abgekühlt schienen und normal miteinander kommunizierten. Leider konnte sie durch den in der Zelle entstandenen Lärm nicht mitkriegen, was die beiden einander zu sagen hatten. Sie blickte wütend um sich umher und erkannte, dass von allen Seiten sowohl Rebellen- als aus kaiserliches Geflüster kam. Zera fühlte sich ganz unbehaglich, da sie bei Geflüster direkt an Lästerei und meistens auf sie bezogene Lästerei dachte. „Und wenn schon.“, dachte sie entschlossen, versuchte, ihre Trauer zu überspielen. „Ich muss versuchen, Freunde zu gewinnen.“, dachte sie und blickte zu Senshi, von welchem sich Valeria geradewegs abwandte und weiter schritt gen Andreas und Samea. Sie atmete tief ein und schritt entschlossen zu dem Krieger. Es war nicht ihre Art, jemanden anzusprechen, ohne einen wirklichen Grund zu haben. Also überlegte sie sich etwas und begann:
    Hey Senshi, sag mal, du bist doch in der Lage, dein Schwert mittels telepathischer Kraft zu dir geleiten zu lassen.“ „Zumindest hast du dies mir in unserem Zelt gezeigt.“, fügte sie in ihrem Gedanken hinzu. Dann vollendete sie ihr Gesprochenes und sagte:
    Dort, wo ich eben saß…“, sie zeigte dabei auf die nun leere Bank, der Rebell hatte sich zu seinen Kollegen am linken Ende der Zelle begeben, „…gibt es ein kleines Loch in der Decke. Ich weiß nicht ob es ausreicht, aber vielleicht wärst du in der Lage, dein Schwert mittels dieser Lucke zumindest einwenig voranzubewegen, so dass es bereit liegt, sobal Sky einen Plan ausgetüftelt hat um uns hier rauszubringen.“ „Gut gemacht.“, lobte sie sich im Gedanken selbst und konnte sich dabei ein Lächeln nicht verkneifen.




    OT: Bin etwas früher als geplant zurück und stelle erfreudig fest, dass die Geschichte ja ganz gut vorangetrieben wurde. Das finde ich gut und ich empfand es dann doch relativ schwer, wieder in das RPG einzusteigen aber gelungen ist es mir dann irgendwie trotzdem. Freu' mich auf jedenfall, wieder aktiv dabei zu sein und keine Sorge, gelesen habe ich alle seit Beginn meiner Abwesenheit verfassenden Beiträge. :D

    Ich habe mir auch vorgenommen, bessere Noten sowohl im mündlichen als auch im schriftlichen zu erlangen. Derzeit ist es tatsächlich so, dass ich viel von meinem Potential durch Krankheit oder Unlust am Lernen verschenke und nun mit dem neuen Jahr 2011 mir erhoffe, dass alles besser wird. Natürlich gehört eigenes Arbeiten dazu. ;)
    Weiterhin habe ich mir vorgenommen, etwas sparsamer zu werden und mehr auf mein Geld zu achten. Ich möchte nicht mehr mit einem schlechten Gewissen herumrennen, wenn ich gerade dabei bin, mir erneut etwas zu gönnen, obwohl es dann sowieso die Folge hätte, dass ich meine Eltern um Geld fragen würde. Deshalb wäre ein erweiterter Schritt eine eigene Arbeitsstelle zu finden, um mir dort, zusätzlich zu meinem Taschengeld etwas zu verdienen und einfach mal um zu erkennen, wieviel Arbeit in einem 50€-Schein eigentlich stecken. Das sind erst einmal genug Vorsätze für das kommende Jahr. :)


    Liebe Grüße,
    Cat

    Im Moment spiele ich hauptsächlich League of Legends. Ich habe nach einem Spiel gesucht, dass man mit wenig Aufwand genießen kann und das relativ flott ist, d.h. jederzeit Action bietet. Bin durch meinen derzeitigen Freund auf das Spiel gekommen und seitdem spielen wir es zusammen (wir leben in einer Fernbeziehung - da ist es manchmal cool, wenn man auch mal etwas anderes als Telefonieren oder Chatten betreiben kann^^). Ich bin mir sicher, dass ich es noch eine Weile spielen werde, da es doch einen Suchtfaktor besitzt und man stets besser werden möchte.

    Entmutigt saß Zera auf einer steinernen Bank in der riesigen Zelle. Nun war genau das passiert, was sie sich nicht erhofft hatte. Alle Rebellen wurden unbewaffnet in eine einzelne Zelle gesteckt. Der Geruch, ein Gemisch aus Schweiß und Urin, welches von den ehemaligen Gefangenen stammte, erstickte Zera nahezu. Am liebsten hätte sie ihren Blaster Edge zurück, um einige der Rebellen zu dezimieren. Sterben würden sie doch alle, hier, in diesem Loch, da machte ein oder zwei frühzeitige Tode nichts aus. Doch sie wusste auch, dass sie es nicht übers Herz bringen könnte, einen ihrer Kameraden aus einem solchen Grund umzubringen. Plötzlich bemerkte sie, wie sie etwas Wasser am Kopf traf. Sie blickte hinauf und sah, dass die obere steinerne Wall undicht war. Sofort formte sie eine Schüssel aus ihren beiden Händen, um etwas Flüssigkeit zu sammeln und diese anschließend zu trinken. Sie war sehr durstig und einen Schluck kaltes Nass kam ihr gerade gelegen. Es würde ihre finsteren Gedanken aufhellen, was in einer solchen Situation unglaublich praktisch erschien. Der Schluck Wasser rannte schnell ihre Kehle hinunter, landete schließlich in ihrem Bauch und verursachte unangenehme Schmerzen. Hunger hatte sie auch schon eine ganze Weile und es erschien so, dass sie nie und nimmer eine Ration von den Wachen abbekommen würden. Enttäuscht seufzte sie und lehnte sich an den steinernen Wall. „Wie lange wir hier wohl festsitzen?“, dachte sie und blickte in die Rebellenrunde. Viele waren, ähnlich wie Zera, entmutigt, einige erschienen wiederum aggressiv und andere nachdenklich. Zera konnte Samea und Andreas sehen, die ebenfalls in Gedanken versunken waren. Senshi schien schweigsam wie immer. Doch wen sie nicht ausfindig machen konnte war die geflügelte Valeria. Neugierig schaute sie sich um, um die Succubus zu finden, doch Fehlanzeige. Sie stoß den Rebellen neben sich an. „Weißt du, wo Valeria abgeblieben ist?“, fragte sie ihn. Der Rebell schien etwas erschrocken von der plötzlichen Konversation aber antwortete ihr schnell: „Die wurde vor kurzem abgeführt. Hast du das etwa nicht mitbekommen?“ Sie schüttelte den Kopf und wandte sich anschließend ab. Irgendwie fühlte sie sich nicht wohl und sie spürte, dass der Rebell sauer auf sie war. Immerhin war er wohlmöglich selbst in Gedanken und hatte nun den Faden verloren. „Bleibt mir wohl nichts anderes übrig, als einwenig zu schlafen. Das hält auch den Hunger davon ab, mich noch mehr zu quälen.“, dachte sie, schloss ihre Augen und verfiel in einen unruhigen Schlaf.


    Ein lautes Geschrei weckte sie jedoch binnen kurzer Zeit wieder auf. Schlagartig öffneten sich Zeras Augen und blickten wild umher. Die Rebellen blickten mit entsetzten Augen auf die sich im Mittelpunkt befindende Valeria. Zera fiel es nicht schwer, die Situation mitzuverfolgen. Valeria entzog geradewegs ihre Lippen von einem nun verstorbenen Rebellen. Sein Körper fiel reglos zu Boden und Valeria blickte umher. "Ich wurde von dieser durchgeknallten Katze auf einen elektrischen Stuhl gefesselt und gefoltert. Dadurch ist die Wirkung der Medikamente die ich normalerweise zu mir nehme, zu rasch verflogen. Wenn ich sie nicht habe, nun ja das Ergebnis seht ihr hier ja." Sie machte eine Pause und fuhr fort:"Ich kann ihm seine Lebenskraft nicht zurückgeben. Aber jetzt habe ich ein wenig Zeit gewonnen. Hilfst du mir, mein Medikament neu zusammen zu stellen? Entweder brauche ich meine Habseligkeiten aus dem Lager oder aber Wasser, Kochsalz, Kalk, etwas Alkohol, Ammoniak und Blut von einem Tier oder Fremden."
    Plötzlich fiel ein Tropfen Wasser auf Zeras Nasenspitze. Na klar doch. Sie konnte ihr bei der Herstellung helfen. Sie schritt langsam zu Valeria. Neben ihr kümmerte sich bereits Samea um den durstigen Dämon. " Ich habe Salz dabei. Bevor ich es dir gebe, würde ich dir doch gerne deine überschüssige Elektrizität abziehen. Das ist nicht gut für deinen Körper und du kannst dich schneller erholen.", hörte sie Samea sagen und kniete sich anschließend neben die zwei. „Hört mal.“, begann sie in einem Flüsterton, da sie Angst hatte, dass die anderen Rebellen sich um die von Zera entdeckte, kleine Wasserquelle fetzen würden, „Dort, wo ich eben gesessen habe, entflieht Wasser von oben. Wir könnten genügend aufsammeln und es dann zu der Mischung hinzufügen. Ich könnte es unauffällig sammeln, wenn ihr möchtet.“

    Die Schlacht war verloren. Die Reihen der Rebellen waren lückenhaft und immer mehr Kämpfer und Kämpferinnen fielen zu Boden, sättigten ihn mit ihrem Blut oder auch nicht. Zera wusste nicht, wie sie zu handeln hatte. Zuviele Gedanken schossen ihr gleichzeitig in den Kopf, Stress machte sich in ihr bemerkbar und sie hatte große Schwierigkeiten diesen eben nicht an die Außenwelt zu vermitteln. Würde die zwölfte Armee sie umbringen, oder würde sie Gnade walten lassen? Und was hatte es mit diesem Traum auf sich? Unbewusst griff sie an ihr Amulett und Seth’s Ring. Für einen Moment schien sie aus der realen Welt zu verschwinden, sie nicht mehr wahrzunehmen, doch dann erhob sich ein Schatten und ließ Zera augenblicklich aufblicken. Es war Valeria.
    "Ich fliege noch einmal hoch in die Luft und versuche mir einen Überblick zu verschaffen. Vielleicht entdecke ich auch Sky." Zera nickte ihr kurz zu und sank ihren Kopf erneut. Wenn jetzt nicht ein Wunder geschehen würde, würden sie vermutlich alle in Sklaverei, Tod oder bestenfalls in Gefangenschaft geraten. Sie konnte nicht glauben, wie negativ ihre Gedanken waren. Waren sie durch die Vision beeinflusst oder war sie lediglich durch das Ausgehen der Schlacht schlecht gestimmt?
    Sie griff nach ihrem Blaster Edge. Wenn sie die zwölfte Armee in Gewahrsam nehmen wollte, dann würde sie sich wehren. Sie würde niemals als Magd oder ähnliches arbeiten, jemand, der die Kinder anderer behütet und dafür nicht einmal ein Laib Brot erhielt.
    „Nein.“, sprach sie und schüttelte ihr Haupt energisch, „Ich werde sicher nicht so leicht aufgeben. Lieber sterbe ich und träume über mein Leben mit Seth, dass einmal hätte sein können. Lieber bleibe ich in meiner eigenen Welt gefangen, als dass ich für jemanden arbeite, dem das Geld aus den Ohren fließt. Lieber…“ Zeras Gedanken stockten. Ein Schrei war zu vernehmen.
    "SKYYYYYYYYYYYYYYYY! NEIIIIIIIIIIIIIN!"
    Automatisch wandte sie sich zu der Richtung und blickte Valeria’s entsetztes Gesicht an. Nun war die Schlacht entgültig vorbei. Der Anführer war gefallen, wohlmöglich tot und sie standen hier, zu dritt oder viert, und warteten darauf, dass ihr Schicksal bestimmt wurde. Zera schloss die Augen und versuchte sich etwas Schönes, eine schöne Erinnerung vielleicht, hervorzurufen. Doch nichts. Sie schien wie traumatisiert durch die Ereignisse die binnen weniger Minuten stattgefunden hatten. „Ich möchte weg…“, dachte sie und versuchte aufzustehen, doch sackte dann wieder ein. Der Schlafzauber hatte ihr einiges an Kraft entnommen. „Dann bleibe ich halt sitzen.“, dachte sie und warf ihren Blaster Edge weg. Sie war wütend, sie war nicht im Stande das zutun, was sind tun wollte. Schließlich erschien Valeria wieder und landete von ihrem kurzen Ausflug in die Lüfte.
    "Isaac hat Sky besiegt. Er lebt noch, aber kann nicht mehr kämpfen. Wir haben also endgültig verloren. Es wird nicht mehr lange dauern und sie nehmen uns alle gefangen. Aber ich werde nicht warten, bis sie mich finden. Wenn ich schon gehen muss, dann mit erhobenem Haupt. Verdammt, ich will zu Sky und sehen wie es ihm geht. Kommt ihr also mit mir zu Isaac, diesem verdammten Bastard, oder wollt ihr hier auf euer Schicksal warten?"
    Dann, ohne auf eine Antwort abzuwarten, verließ Valeria die Gruppe und folgte dem Pfad, den alle Soldaten für sie öffneten. Es schien als ob sowohl die Männer und Frauen der zwölften Armee als auch der Rebellen ihren Gang bewunderten und sie respektierten. Soviel Selbstbewusstsein in einer einzigen Frau; in diesem Moment wurde Zera bewusst, wie ehrfürchtig sie Valeria hatte angeblickt. Nichtsdestotrotz hatte Valeria nun auch ihren Vertrautesten, denjenigen, wie Zera vermutete, den sie liebte und dennoch ließ sie sich nicht runterkriegen. Sie kämpfte weiter, innerlich, sie zeigte sich, ihren Stolz und all dies was sie ausmachten. Samea hatte sich bereits entschlossen, Valeria zu folgen. Zera tat es ihr nach und griff nach ihrem Blaster Edge. Wenn sie von dieser Welt gehen musste, dann würde sie es mit Würde tun. Sie kämpfte gegen die Restwirkungen des Schlafzaubers und trieb sich mit ihrer Liebe für Seth an. Trotz des „Verrats“, den er an ihr im Traum vollzog, wollte sie zeigen, dass sie für ein Ziel gekämpft hatte. Sie wollte sich selbst noch einmal fühlen, sehen, dass sie im Stande war, etwas Gutes zu vollbringen, zu sehen, dass sie tatsächlich Talente besaß, die niemand anderem zur Verfügung standen. Langsam Schritt sie den von Valeria geöffneten Weg und blickte abwechselnd zur rechten und linken Seite. Die Menschen, die dort standen, bekriegten sich nahezu nicht mehr. Sie standen nebeneinander und starrten auf die drei Menschen, die sich in Richtung beider Anführer bewegten. Einigen standen die Tränen in den Augen, Tränen, die wohlmöglich das Ende des Kampfes guthießen oder Tränen der Verlierer, die um ihr bloßes Leben fürchteten. Zera fürchtete nicht um ihr Leben. Ihr war klar, dass ihre Aufgabe auf dem Schlachtfeld beendet war. Wenn sie sterben sollte, dann mit einem letzten Kampf um ihr leben. Wenn nicht – dann würde sie dies auch akzeptieren, auch wenn sie beinahe nicht mehr damit rechnete, lebendig aus diesen Ebenen herauszukommen.

    Uuuh…wo bin ich?“, dachte Zera, griff sich an ihren Kopf und richtete sich langsam auf, die Augen noch stets geschlossen. Sie hatte Kopfschmerzen und die Pein wurde mit jeder Sekunde stärker. Im Hintergrund hörte sie ein Rauschen.
    Schließlich öffnete sie die Augen; immerhin musste sie wissen, wie es um die Schlacht stand. Doch der Anblick, der vor ihr lag, ließ sie erstarren. Sie befand auf einer Klippe die mit einem äußerst hellen, grünen Gras verziert war. Doch der Himmel war komplett schwarz. Es war keine leiseste Bewegung einer Wolke zu erkennen. Dann erinnerte sie sich an das Rauschen, dass sie zuvor vernommen hatte und erkannte, dass es noch nicht verschwunden war. Sie folgte dem Geräusch und drehte sich um. Ein wundervoller Wasserfall lächelte sie an. Er endete in einem kleinen seeähnlichen Gewässer. Verwundert über diese Wandlung und neugierig über ihre Umgebung, schritt Zera langsam in Richtung des Sees. Dabei fiel ihr auf, wie weich der Boden eigentlich war und es fühlte sich gut an, etwas Sanftes nach all der harten Erde im Kampf wieder zu verspüren. Das Seewasser war türkisfarben und erinnerte sie an die Strände in der Nähe von Timber. Alte Erinnerungen, gute Erinnerungen, die sie nicht so einfach gegen neue eintauschen würde.
    Sie blickte in das Wasser und betrachtete kniend ihr Spiegelbild, dass durch das Aufprallen des Wasserfalls etwas flackerte. Sie sah müde aus. Unter ihren Augen hatten sich Augenringe gebildet, die in einem unangenehmen lilafarbenen Ton ins Auge stachen. Sie seufzte. Wo war sie nur gelandet? „…Überlegen wir doch einmal was als letztes passiert ist…“, dachte sie und griff sich an ihrem Kopf bevor sie sich wieder aufrichtete. Nach einiger Zeit fiel es ihr wieder ein: Der Magier. Er hatte sie mit einem Zauber belegt und sie erinnerte sich, wie sie auf dem Felsen zusammengebrochen war. „Bin ich tot?“, war ihr nächster Gedankenzug, doch für ein Jenseits hielt sie diesen Ort für zu unwahrscheinlich. Andere Seelen würden, wenn es überhaupt ein Jenseits gab, herumgeistern. Plötzlich hörte sie eine ihr bekannte Melodie, gespielt auf einer Flöte. Der Klang kam aus nördlicher Richtung. Zera drehte sich um und blickte in das Schwarze. Eine geisterhaft wirkende Treppe hatte sich vor ihren Augen geformt und führte sie zum Spieler der Melodie. Leicht zögernd und von der Neugierde getrieben trat sie auf die erste Stufe und beschleunigte ihren Gang mit jedem Schritt den sie ging. Sie kannte diese Melodie. Schnell griff die nach ihrer Kette, an welcher der Ring ihres verschollenen Geliebten hing. Schließlich stand sie auf der scheinbar schwebenden Insel und fühlte erneut das weiche Gras unter ihren Füßen. Ihre Augen weiteten sich. Ein großgewachsener Mann stand dort und spielte seine Flöte. Er trug einen grauweißen Mantel und ein schwarzes Bandana, aus welchem seine blonden, dünnen und langen Haaren heraustraten. Seine Melodie wurde immer schneller und er schien sein Gewicht abwechselnd von einem Bein auf das andere zu verlagern. Langsamen Schrittes ging Zera ihm entgegen und streckte ihren Arm nach ihm aus, leicht zitternd. Irgendwann war sie ihm so nah, dass sie seine Schulter berühren konnte. Der Mann stoppte abrupt und wandte sich um. Es war tatsächlich Seth. Doch irgendetwas stimmte nicht. Er wollte seine Augen nicht öffnen. „Oh, Seth!“, schrie Zera und umarmte ihn vor Freuden. „Endlich habe ich dich gefunden! Komm’, lass’ uns einen Weg finden, um zurückzukehren! Dieser Ort bereitet mir Sorgen.“ Sie griff nach seiner Hand und wollte mit ihm voller Elan die Treppe hinuntersteigen. Doch er weigerte sich, blieb auf seiner Stelle verharren, die Augen geschlossen.
    Stutzig blickte sie ihn an. „Seth, was ist los?“, fragte sie ihn und streichelte seine Wange. Er blieb schweigend auf der Stelle stehen, bewegte sich nicht. „Seth…du machst mir Angst. Komm’, lass’ uns nach Hause gehen.“, sagte sie und griff erneut nach seiner Hand, sich Richtung Treppe drehend.
    „Nein.“, antwortete er, in einer dunkleren Stimme als sonst und schlug ihre Hand aus seiner. Erschrocken wandte sich Zera um und griff an ihre Kette, an seinen Ring. „Wir gehen nirgendwo hin. Es gibt kein Entkommen Zera. Lass’ uns hier bleiben, in der ewigen Dunkelheit!“, sprach er und öffnete seine Augen. Sie waren komplett schwarz und blickten Zera unverwandt an. Er schritt ihr immer näher, Zera wich ihm aus und suchte den ersten Schritt auf der Treppe. „Komm!“, schrie Seth und griff sie an ihrem Arm, umschlang ihn und zog sie zu sich.
    Nein, lass’ mich los!“, schrie sie und versuchte sich aus seinen Armen zu lösen. Er lachte auf. „Ich dachte, du freuest dich, mich wiederzusehen.“, rief er und drückte sie näher an sich. „Lass’ uns zusammenbleiben, an diesem Ort. So still, so einsam…“
    Nein, nein, nein!“, rief sie und bemerkte, wie ihre Stimme immer schwächer wurde. „Was soll ich nur tun? Ich bin ihm nicht gewachsen…“ Ihre Augen verschütteten Tränen, welche erst über ihre Wangen liefen und dann auf den Boden aufprallten.
    Plötzlich roch sie Rauch. Etwas qualmte. Sie blickte umher und bemerkte auch, wie sich Seths Umarmung lockerte. Dann sah sie es. Die schwebende Insel hatte angefangen zu brennen und breitete sich nun zum Inneren aus.
    Auch das noch!“, dachte sie und stoß sich von Seth weg, was sie ihm nach hinein bereute. Sie wollte ihm, trotz der schwarzen Augen, trotz seines Verhaltens nicht verletzen. Etwas benommen schaute er hinauf und lachte sie an. „So eine Schlampe bist du also! Stößt mich weg um dich selbst retten zu können! Hah, aber du kannst den Flammen nicht entkommen. Sie werden uns verschlingen, wir werden auf ewig zusammen sein.“ Angeekelt blickte sie ihren ehemaligen Freund an, erneut schossen ihr Tränen in die Augen. Sie schüttelte den Kopf. „Das ist nicht Seth! Niemals!“
    „Du bist zu gutgläubig, Zera. Wenn du das hier nicht vertragen kannst, wie willst du jemals die Wahrheit verstehen und akzeptieren können?“ Sie wollte ihn fragen, was er meinte. Sie wollte ihm sagen, dass dies alles nur Einbildung war. Ein Alptraum sozusagen. Sie wollte ihm antworten, ihm zeigen, wie wütend sie wirklich war, wie sehr er sie verletzt hatte. Doch dies gelang ihr nicht mehr. Die Flammenschwerter umgaben ihren Körper, verbrannten sie, absorbierten sie.



    Ich glaube, dass es anfängt zu wirken.“, sprach eine weit entfernte Stimme. Langsam schlug Zera ihre Augen auf und blickte Valeria und Samea in die Augen.
    Zera, du bist wieder wach!“, rief Samea und umarmte die noch etwas benommene und verwirrte Zera.
    Wir hatten schon gedacht, der Schlafzauber würde niemals enden. Du hattest Glück, dass ich einwenig Ahnung von Weißmagie habe.“, sprach Valeria und lächelte sie leicht an. „...Vielen Dank an euch beide. Es ist gut euch zusehen.“, antworte Zera und bemerkte, wie ihr Tränen erneut in die Augen traten. Sie fing an zu weinen, auch wenn sie endlich gerettet schien. „Zera! Was ist los?“, fragte Samea, löste ihre Umarmung und griff Zera an beide Schultern. Sie schüttelte den Kopf, wusch sich die Tränen mit ihrem Hemd weg und sprach: „Es ist in Ordnung, wirklich. Außerdem haben wir keine Zeit, um meine Gefühlslage ausführlich zu diskutieren. Wie steht es um die Schlacht?“, fragte sie beiläufig, um von sich selbst abzulenken und überblickte das scheinbar verlorene Schlachtfeld.

    Zera spannte ihren nächsten Bolzen und hatte dieses Mal einen jungen und recht athletischen Magier ins Visier genommen. Sie merkte, wie ihre Finger begannen zu zittern und sich ihre Atemfrequenz erhöhte. Das war der Nebeneffekt einer jeden Schlacht; die Spannung die in der Luft lag, die jeder Kämpfer vernahm, sie bedrückte eben diese. Adrenalin schoss durch die Venen eines jeden Einzelnen, jeder musste wachsam sein um nicht der Nächste zu sein, den Gevatter Tod erwischen würde. Zera schluckte. Ihre Glieder wollten sich nicht beruhigen und sie spürte Schweißperlen auf ihrer Stirn. Sie schloss die Augen für einen Moment, versuchte sich aus dem Gefecht zu denken und dachte an etwas, dass sie immer beruhigte: Der Gedanke an ihren Seth. Schlagartig schoss der geladene Bolzen Richtung Ziel. Sie erschrak, schaute dem tötlichen Geschoss nach und sah, wie es sein Ziel verfehlte. Nicht, weil Zera schlecht gezielt hatte, nein, der Magier hat ihm in letzten Augenblick entflammt und zur Asche zermalmt. Nun rastete sein Blick auf ihr, das wusste Zera, denn sie spürte eine unangenehme Kraft auf sie einwirken. Plötzlich befielen sie starke Kopfschmerzen und sie ließ ihre Waffe fallen, griff nach ihrem Kopf und schloss die Augen. Die Magie dieses Einen war enorm und der Schmerz, der in ihrem Kopf angefangen hatte, schien sich durch ihren ganzen Körper zu bewegen. Zera fiel auf ihre Knie und stützte sich mit ihren beiden Armen auf dem staubigen Erdboden ab. Angestrengt hob sie ihren Kopf und stellte erschreckt fest, dass der Magier verschwunden war. Ihr Augenbild flimmerte und sie wandte sich in alle Richtungen um den Magier aufzuspüren, um einen vermeintlichen Gegenangriff, den er vermutlich bereits gestartet hatte, auszuweichen oder zu kontern. Doch vergebens, sie konnte ihn nicht mehr aufspüren. Mehrere Schweißperlen tröpfelten von ihrer Stirn und ihre Augen wurden mit jedem Zwinkern schwerer; es kostete viel Kraft diese aufzuhalten. „Hat er…Schlaf auf mich gewirkt?“, fragte sie sich und erkannte auch, dass Denken nicht mehr ohne starke Anstrengungen möglich war. Sie griff sich an die Stirn.
    Dieser Magier…ist viel stärker als die Anderen. Ich…m-muss ihn auffindig machen…bevor…sie…mich…aaargh.“
    Der auf sie angewandte Schlaf-Zauber entfachte seine volle Wirkung. Stumpf und mit einer sandfarbenen Staubwolke fiel Zera auf den Boden, direkt neben ihrer Waffe, schutzlos und verwundbar von jedem, der sie im Tumult erkennen konnte.



    OT: Habe meinen Fehler mit der Eiswall verbessert, Feuerdrache. :) Und gleichzeitig mir überlegt, wie die Rebellen auch "Verluste" (Zera ist ja "nur" am Schlafen) in den eigenen Reihen erhalten (sie verlieren die Schlacht am Ende ja sowieso). Jedem der Rebellen ist es natürlich gestattet, den Magier, der Zera ausgeknocked hat, aufzuspüren und möglicherweise auch zur Strecke zu bringen um so das liebe Dornröschen aus ihrem Schlaf zu erwecken, bevor sie jemand aufspürt. ;)

    Ich bin seit etwa zwei Wochen nun 18 Jahre alt und gehe, sofern ich keine Ferien habe, immer zwischen 10 und 11 Uhr schlafen. Ich muss gestehen, dass ich früher, als ich jünger war, gerne mal bis Mitternacht am PC sitzen geblieben bin und dann am nächsten Tag unglaublich müde war, diese Fehler mir aber selbst und meinen Eltern natürlich auch nicht eingesteht habe. Dadurch und auch durch einige andere Dinge haben sich meine schulischen Leistungen zu diesem Zeitpunkt ungemein verschlechtert; ich bin froh, dass ich mich in Laufe der letzten Jahre verändert habe. Es tut einfach soviel besser, mehr Schlaf zu haben, wenn man morgens früh raus muss oder etwas Wichtiges zutun hat. Mittlerweile sind meine schulischen Leistungen wieder im hohen bis sehr hohen Bereich und ich fühle mich auch körperlich besser. Ein weiterer positiver Aspekt beim "früh schlafen gehen und weniger am PC sitzen" ist, dass man einfach viel mehr Zeit hat etwas zu unternehmen. Man ist früher ausgeschlafen, hat einfach viel mehr vom Tag und das Internet rennt ja einem nicht weg; man kann Tätigkeiten, die man am Vorabend nicht geschafft hat, auch am nächsten Tag mit neuem Elan angehen. Aber das ist lediglich meine Meinung.
    In der Umfrage selbst habe ich deswegen für "Ist mir egal." gestimmt.
    Es ist jedermanns eigene Sache, wer wie lange was tut und wann. Manche haben weniger Zeit am Tag, weil sie nach der Schule noch Arbeiten müssen oder weil sie an diesem Tag vielleicht einen Arzttermin, einen wichtigen Termin im Allgemeinen oder ähnliches haben. Ich weiss nicht, was ein Forennutzer, der bis spätnachts als online erscheint, zuvor getan hat. Kann auch sein, dass derjenige vergessen hat, den PC auszumachen und demnach noch immer im Forum als online gezeigt wird. Oder derjenige hat Ferien, einen freien Tag am nächsten Morgen oder die ersten zwei Stunden schulfrei. -
    Für mich ist es gut, früher schlafen zu gehen weil ich mich einfach besser fühle und mich mit dem Gedanken anfreunden kann, dass ich bestimmtes auch morgens oder später am Tag nochmal im Internet nachschlagen oder unternehmen kann. Aber das muss ja nicht für jeden gelten. :)



    Liebe Grüsse,

    Die Schlacht hatte also begonnen. Zera wurde der Fernkampfeinheit zugeteilt und stand somit gemeinsam mit anderen Schützen und dem Magiergeschwader in den hintersten Reihen der Aufstellung.
    “Nun stehe ich also hier und muss kämpfen.”, dachte sie, kniete nieder und zielte auf einen gerade durchstürmenden Soldaten, der einen Rapier führte. Gezielt schoss sie einen Bolzen ab und traff dessen Pulsader, woraufhin er reglos auf den Boden fiel. Blut floss und Zera musste den Angriff eines durchdringenden Soldaten ausweichen. Sie rollte seitlich, richtete sich auf, schoss rasant einen weiteren Bolzen ab und zielte dabei auf den rechten Oberschenkel, auf welchem der Krieger das meiste Gewicht beim Stoss seiner Waffe verlagerte. Es ertönte ein Ätzen, das bei all den Geschreien und Aufstöhnen aber unterging und nur Zera selbst auffiel. Die Schützin lud einen weiteren Bolzen in ihre Blaster Edge und traf die rechte Brust des Gardisten, welcher mit einem stumpfen Laut auf den Boden fiel. Zera konnte sich bei diesem Konter ein Lächeln nicht verkneifen und atmete zugleich auf. “Das war noch einmal gut gegangen.”, dachte sie leicht erregt.
    “Zera, hinter dir!”, schrie ein Rebell aus heiterem Himmel, dessen Name ihr gerade nicht einfiel.
    Sie drehte sich rasant um und sah, wie ein Krieger mit einer Gunblade ausholte. Schnell versuchte sie den ankommenden Angriff auszuweichen, wurde aber dennoch von der scharfen Klinge erfasst. Aus ihrem rechten Oberarm strömte dunkelrotes Blut heraus; der Krieger besass entweder eine magisch geladene Waffe oder ungeheuer viel Kraft.
    Noch niemand hatte ihren Morbolpanzer durchdringen können…aber da befand Zera sich auch noch nicht in einem Krieg. Sie sprang einige Schritte zurück um Abstand von dem eher schwerfälligen Krieger zu gewinnen. Dann zog sie einen weiteren Bolzen aus ihrem Ledergurt und spannte ihn an ihren “Dark Screamer”. Ihr Kontrahent war schwer ausgerüstet. Seine komplette Rüstung bestand aus den Panzern verschiedenster Adamantschildkröten. Die einzige Stelle, die etwas ungeschützt war, waren seine Augen. Der Rest seines Gesichts war durch einen silbernen Helm geschützt, ebenfalls aus Adamantpanzern, wie Zera vermutete.
    Plötzlich spürte Zera etwas Felsenartiges hinter sich und musste erschreckt feststellen, dass sie ihm nicht mehr weiter nach hinten ausweichen konnte. Sie schluckte und blickte um sich herum. Soldaten kämpften überall, manche fielen und andere blieben stehen, sich nach neuen Gegner umschauend.
    Was mache ich bloss?”, dachte sie und erkannte, dass es nur einen einzigen Ausweg gab: Sie müsste über den Gardisten springen. Doch das würde nur schwer gelingen, immerhin war ihr Gegner kein kleines Kind, nein, er war riesig und um die 1.90m gross.
    “Ich habe nur einen Versuch.”, dachte sie, griff nach einem ihrer Bolzen, tauchte ihn vorsichtig in ein kleines Glas mit dem von ihrem Vater hergestellten Gift und lehnte sich gegen den Felsen hinter sich an. Der Soldat kam näher und drehte seine Gunblade in der Hand umher; dann holte er aus und wollte zuschlagen. Zera nutzte diesen Moment, schwang ihre beiden Füsse gegen den Felsen und sprang mit Schwung ab. Der Soldat folgte Zeras Körper verwundert, welcher einen Salto schlug. Blitzschnell schoss Zera einen Bolzen ab, welcher den Soldaten in sein rechtes Auge traf. Der Riese stöhnte auf und griff nach seinem von Zera durchbohrten Auge. Sein rotes Blut und das grünbraune Gift verfärbten seine Handschuhe und Armschienen. Im nächsten Moment sackte er in die Knie, geschwächt von dem Gift, dass seine Nerven ausschaltete.
    Er blickte hoch, erkannte, das Zera nun vor ihm stand, ihren “Dark Screamer” in der rechten Hand haltend. Mit der linken Hand nahm sie seinen Helm ab, kniete sich neben ihm und schoss einen weiteren Bolzen ab, der auch dessen Pulsader durchdrang. Das übriggebliebene linke Auge erstarrte und der Soldat kippte nach hinten um. Regungslos kniete Zera neben ihm.
    Es tut mir Leid.”, dachte sie in Geheimen und versuchte, ihre Gefühlssituation zu verheimlichen, mit einem kalten Gesichtsausdruck zu überspielen.
    Sie schüttelte den Kopf.
    Ich darf hier nicht regungslos herumsitzen.”, murmelte sie und stand auf, sich nach weiteren Stürmern der kaiserlichen Armee umschauend. In der Ferne erkannte sie einen Mann mit mysteriösen rotleuchtenden Tattoos. Das war Senshi, der durch die kaiserliche Front durchgestürmt war und gegen eine kaiserliche Magierin kämpfte. Der Kampf erschien relativ ausgeglichen; doch am Ende würde Senshi doch als Sieger hervortreten. Oder doch nicht? Sie hoffte es, denn er war der Einzige, dem sie etwas anvertraut hatte. Sie wollte ihn als Freund nicht verlieren.
    Zera begann zu frösteln und versuchte, die Quelle der Kälte ausfindig zu machen. Es konnte sich nur um Eismagie handeln, da sie das vorige Wetter nicht als kalt empfand und auch jetzt weiterhin in Bewegung war, aufgewärmt durch das in ihrem Blut pochenden Adrenalin.
    Einige Meter von ihr entfernt hatte sich Glatteis entwickelt, beschworen von den kaiserlichen Magiern. Sie sah, wie ihre Schützenfreunde Probleme hatten, sich in eine richtige Position zu bringen, um auch ihre Angriffe zu starten.
    “Die Magier scheinen uns Probleme zu machen. Ich muss sie ins Ziel nehmen.”, dachte sie und suchte nach einer günstigen Stelle, von der sie Angriffe auf die hinterste Reihe des kaiserlichen Geschwaders verüben könnte ohne grossartig Aufmerksamkeit zu erregen und Nahkämpfer auf sich zu ziehen. Sie erinnerte sich an den Felsen von zuvor und erinnerte sich weiterhin, dass er relativ hoch lag und dennoch genügend Schutz vor Geschossen bieten würde. Schnell kletterte sie die felsige Wand hinauf und stand auf einer Art Plateau. Zum selben Zeitpunkt sah sie, wie eine Eiswall die Nahkampfeinheit der Rebellen von den kaiserlichen Magiern und Magierinnnen trennte. Sie versuchte den Beschwörer ausfindig zu machen, jedoch konnte sie ihn oder sie nicht erkennen. Zuviele Magier sprachen ihre Sprüche aus und Zera hatte auch von Magiern gehört, die sie lautlos und ohne Lippenbewegungen aussprechen konnten. Sie biss sich auf ihre Lippe.
    Vielleicht kann ich seine Aufmerksamkeit auf mich lenken, wenn ich seine Freunde und Freundinnen angreife und so verhindern, dass er weitere grosse Zauber sprechen kann.”, dachte sie und nahm einen besonders fettleibig aussehenden Magier ins Ziel. Ein Bolze flog und traff auf das Fleisch des Zauberers, welcher durch den Aufprall auf den Boden fiel, noch stets seinen Zauberstab in der Hand haltend. Zera lächelte kalt und griff einen weiteren Bolzen aus ihrem Ledergurt.
    Dann nahm sie eine Frau ins Ziel, die gerade dabei war, einen Blitzschlag zu beschwören um die Infanterie zu dezimieren. Die Kaiserliche schwang ihren Stab umher und schien durch ihre Bewegung, Blitze aufzuladen, die ihre Waffe umschwirrten und in wenigen Augenblicken auf die Krieger und Kriegerinnen aufprallen würden. Schnell drückte Zera den geladenen Bolzen ab und traf die Magierin in ihren linken Arm, in welcher sich auch ihr Stab befand. Erschrocken liess diese den Stab fallen und unterbrach damit ihren verheerenden Donnerangriff. Sie blickte um sich umher, konnte jedoch ihre Angreiferin nicht erkennen und versuchte nach ihrem Stab zu greifen. Zera schoss einen weitere Bolzen ab und traf den Hinterkopf der sich hinknienden Magierin. Sie fiel vorwärts und blieb reglos liegen.
    Die Schützin schaute sich um. Noch immer schien sie niemand wahrzunehmen; also nahm sie einen weiteren Magier ins Visier, in der Hoffnung, den Eisbeschwörer auf sich zu lenken.



    OT: Zu doof, dass ich nicht weiss, wie man ein scharfes S auf einer englischen Tastatur schreibt. ^^