Beiträge von KnightoftheNine

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    Hab bei dem zweiten Orden VERLOREN, das ist mir noch nie passiert in Pokemon (geht ja auch normal nicht, dass man verliert). Das Spiel war Blattgrün.
    Regeln waren:
    - wer verliert kommt auf den "Friedhof" (spezielle Box)
    - immer nur das erste Pokemon pro Ort fangen (gilt auch für bereits gefangene, also wenn man das Pokemon, das man fangen darf schon hat, es besiegt, es flieht oder man keine Bälle mehr hat -> Pech!)
    - Nicknames sind Pflicht


    Ich hab dann im Kampf gegen Misty verloren, alle Pokemon von mir sind gestorben :( das hieß automatisch die Niederlage, da vorher alles, was ich sonst gefangen hatte schon gestorben war.


    Anfang: Glumanda -> Culiado (m) GESTORBEN AZURIA CITY ARENA LEVEL 20 Kampf gegen Misty durch Starmie Level 21
    Route 1 : Taubsi besiegt
    Route 22 : Menki gefangen -> Kickass (m) GESTORBEN AZURIA CITY ARENA LEVEL 20 Kampf gegen Misty durch Starmie Level 21
    Route 2: Taubsi gefangen -> Velox (m) GESTORBEN AZURIA CITY ARENA LEVEL 25 Kampf gegen Misty durch Starmie Level 21
    Vertania Wald: Raupy -> Blissy (w) GESTORBEN ROUTE 1, Level 5 beim Training durch ein Taubsi Level 3 (wg Volltreffer)
    Route 3: Taubsi (w) gefangen -> Amelie (w) GESTORBEN AZURIA CITY ARENA LEVEL 6 Kampf gegen Misty durch Starmie Level 21
    Mondberg: Kleinstein (m) gefangen -> Brandon (m) GESTORBEN AZURIA CITY ARENA LEVEL 18 Kampf gegen Misty durch Starmie Level 21
    Route 4: Sandan gefangen -> Evans (m) GESTORBEN AZURIA CITY ARENA LEVEL 16 Kampf gegen Misty durch Starmie Level 21
    Route 24: Hornliu besiegt
    Route 25: Abra geflohen


    War aber witzig mal so zu spielen^^


    PS: DIe Seite mit den Comics geht nicht mehr :( kann man die noch wo anders ansehen?

    Hab grad in meinen Freistunden deine FS bis zum aktuellen Teil durchgelesen und klicke seitdem immer wieder auf aktualisieren, in der Hoffnung es könnte plötzlich ein neues Kapitel erscheinen :P
    Du merkst, mir gefällt die FS sehr gut! Sie spielt in Johto, passend zu dem Umstand, dass ich grad eine Heartgold-Rom beackere. Außerdem bindest du neben bekannten Figuren aus dem Spiel eben auch deine eigenen Chars ein. Soul ist dir da wirklich sehr gelungen. Man merkt, dass sie sich mit ihren Pokemon stark fühlt und alleine immer ein wenig ängstlich ist. Sie versteckt sich ein bischen hinter Seth und Co.
    Das gefällt mir übrigens auch. Spitznamen für die Pokemon. Das gibt ihnen mehr Individualität. Die Namen selbst sind auch super gewählt, grade den Namen Seth mag ich sehr ;) Vom Charakter her fand ich aber Velox bisher am interessantesten. Deine tollen Beschreibungen hauchen dem wilden ungestühmen Vogel mit ausgeprägtem Beschützerinstinkt richtig Leben ein, Respekt!
    Auch bei den Menschen neben Soul ist stets eine klare Linie zu erkennen. SIlver ist einfach mal cool^^ (Nidoking :love: ) Was mich ein bischen nervt sind die japanischen Namen. Die kann ich mir nur schwer merken. Aus dem Kontext kann man natürlich immer recht deutlich erkennen wer denn gemeint ist, aber generell hab ichs nicht so mit diesen Namen. ISt ja aber absolut Geschmackssache und damit nichts, was du ändern oder beachten solltest.
    Zum Storyverlauf lässt sich sagen, dass es bisher immer spannend blieb, grade das neue Kapitel ist da natürlich ein Höhepunkt. Am Anfang sah es für mich erst danach aus, als würdest du dich in den toll gemachten, aber letzlich doch auch sehr langen Kämpfen verlieren und keine echte Spannung aufbauen. Vor dieser Eintönigkeit retten aber die Persönlichkeiten der Akteure, die während der Kämpfe klar umrissen werden. Ich hab nur noch nicht geblickt, was Soul jetzt von diesem Ältesten wollte. GIng es um ihre Niederlage gegen den Kerl auf dem Silberberg?
    Schön zu sehen, dass du kein Blatt vor den Mund bzw. die Finger nimmst und die Gewaltdarstellung nicht verharmlost. Dummerweise entsteht bei dir aber der gleiche Logikkonflikt, den ich bei meinen eigenen FS beobachten konnte. Der lässt sich erfahrungsgemäß nicht ausmerzen. Wieso sterben Pokemon in einem Kampf bzw. verletzten sich stark und in anderen Kämpfen hauen die sich eine Attacke nach der anderen um die Ohren und stehen nachher wieder auf? Man kann den sportlichen Aspekt der normalen Kämpfe mit den Kämpfen auf Leben und Tod nicht wirklich logisch verbinden, also ist das kein gravierender Kritikpunkt.
    Um abrundend noch ein Wort zur sprachlichen Gestaltung zu verlieren: genial :thumbup:
    Ich freue mich aufs nächste Kapitel ;)

    Soooo erstmal sorry, dass ich einen Monat für mikrige 5 Seiten gebraucht habe und dass es am Ende des Kapitels einen fetten Cliffhanger gibt :S  
    Vor den Ferien waren Klausuren und in der ersten Ferienwoche war ich in Madrid (Schöne Stadt übrigens :P ) Aber jetzt bin ich fertig geworden. Die angefangene Story des Kapitels wird im nächsten sofort beendet ich verpsrechs, ich fand die Stelle zum Kapitelende einfach perfekt um ein wenig Spannung fürs nächste aufzubauen.
    Espeon : Schön, dass auch du wieder da bist, ich freue mich :D PN-Benachrichtugn gefällig?


    Kapitel XXVII: Eine seltsame Begegnung


    „Streng dich an Skorgro! Erdbeben!“
    Skorgro fing sich in der Luft, nachdem es von einem mächtigen Schlag davongeschleudert worden war, und raste gen Boden. Dort ließ es seine beiden großen schwarzen Scheren auf die Erde prallen, wodurch eine Druckwelle entstand. Das gegnerische Georok wurde augenblicklich von den Füßen gerissen und blieb benommen liegen.
    „Geht doch“, knurrte Paul.
    Die junge Frau, mit welcher er diesen Übungskampf ausfocht, zog ihren geschlagenen Kämpfer enttäuscht zurück.
    „Das war nicht übel, dein Skorgro hat einiges auf dem Kasten“, lobte sie Pauls Pokemon. Paul selbst kommentierte überheblich: „ Es müsste schon ein ernst zunehmender Gegner kommen, bisher hat Skorgro nur Nieten besiegt.“ Er grinste höhnisch. Seine Gegnerin sah ihn verwirrt an, um dann beleidigt von dannen zu ziehen. Paul sah ihr nicht hinterher. An Skorgro gewandt sagte er: „ Du hättest dieses schwache Georok schon viel eher besiegen müssen, das war ein mieser Kampf.“
    Mit dieser Ermahnung wurde das Pokemon zurück in seinen Pokeball gezogen.
    Paul hatte seinen neuesten Fang heute zum ersten Mal in einem richtigen Kampf verwendet. In Schleiede hatte er dazu keine Zeit gefunden, da er im Arenakampf absolut sicher sein wollte, ohne Schwierigkeiten zu gewinnen. Nun jedoch sprach Paul des Öfteren Trainer an, um seine Pokemon, die in letzter Zeit zu wenig gekämpft hatten, auf Trapp zu halten. Skorgro gehörte selbstverständlich dazu. Da dieser Kampf nun beendet war, setzte Paul seinen Weg in Richtung Weideburg fort. Er zog seine Karte hervor, in welcher auch Hinweise zu den einzelnen Gegenden angegeben waren, um sich über den kommenden Weg zu informieren. Laut der Informationen, die er erhielt, würde er bald in einen Wald kommen, der für seine ungewöhnlich hohen Bäume bekannt war. Angeblich waren sie um die 50 Meter hoch, was an der großen Verbreitung von Psychopokemon in diesem Wald lag. Man vermutete, dass die imense Ballung der sonderbaren Kräfte zu einer Veränderung der Flora beführt hatte.
    Ein gesteigertes Interesse hatte Paul an den Bäumen gewiss nicht. Viel mehr würde er nach starken Psychopokemon ausschau halten. Viele Pokemon dieses Typs waren äußerst praktische Kämpfer. Gegen ein Kokowei oder ein Metang im Team hätte der junge Trainer jedenfalls überhaupt nichts.
    In Gedanken an seltene Pychopokemon setzte er den Weg fort und erreichte nach etwa einer Stunde Fußmarsch ein kleines Dorf, das im unmittelbaren Schatten des Waldrandes lag. Einige kleinere Bäume säumten einen schmalen Pfad, der ins Dickicht führte. Desto weiter man in den Wald blickte, desto größere Bäume konnte man sehen.
    Das Dorf wirkte nur zu winzig im Vergeleich zu den gewaltigen Gewächsen und es lebten nur wenige Menschen hier. Da Paul sich ziemlich sicher war, dass er einen Wald von solchen Ausmaßen ohne einer detailierte Karte, die nicht nur grob den Weg vorgab so wie die, die er bereits besaß, problemlos würde durchqueren können, suchte er zwischen den Holzhütten nach einem Kiosk oder ähnlichem. Da sogar das Pokemoncenter sich nicht sonderlich von den anderen hölzernen Gebäuden abhob, erwies sich dieses Vorhaben als sehr kompliziert. Die Häuser sahen einfach alle gleich aus, es war schier unmöglich sie zu unterscheiden, geschweige denn ein bestimmtes zu finden. Also sah sich der nun wirklich schlecht gelaunte Trainer gezwungen einen Passanten anzusprechen. Nach kurzem Zögern nahm Paul einen alten Mann auf einer Bank ins Visier.
    “Gibts hier einen Kiosk oder sowas?”, fragte er nicht im Mindesten um Höflichkeit bemüht. Der Alte, der scheinbar ein wenig vor sich hin gedöst hatte fuhr sich mit den Händen über seine Glatze, ganz so als habe er vergessen, dass er gar keine Haare mehr besaß und schien einen Moment über den Sinn der Frage nachzudenken. Im selben Augenblick in dem Paul sich genervt an jemand anderen wenden wollte hatten seine Gedanken die Gegenwart erreicht.
    “Nicht wirklich. Nein. Kann man so nicht sagen. Eher nicht.”
    Die Tatsache, dass der Mann gleich viermal hintereinander in unterschiedlichen Wortlauten geantwortet hatte sorgte dafür, dass sich ein Ausdruck, der stark an Ekel erinnerte auf Pauls Gesicht stahl, als dieser seinen Gegenüber ansah. Der hatte definitiv nicht mehr alle Tassen im Schrank.
    “Na besten Dank auch”, antwortete Paul deshalb bevor der alte Mann den Mund zu einer Fortführung erneut öffnen konnte.
    In der Hoffnung, dass ihm die lokale Schwester Joy helfen konnte, betrat Paul das altmodisch wirkende Pokecenter, das von innen nach altem Gehölz roch. Der Kontrast der modernen Gerätschaften zu dem Gebäude selbst wirkte nahezu lächerlich. Glücklicherweise gab es keinerlei Andrang hier, sodass die ob ihrer Beschäftigungslosigkeit eher gelangweilt wirkende Joy sich nur alzu gerne auf ein Gespräch einließ.
    “Ich suche einen Supermarkt oder Kiosk oder was auch immer”, erläuterte Paul sein Anliegen und hoffte innig auf eine brauchbarere Antwort als die vorige. Die Krankenschwester lachte einen kurzen Moment auf, um dann zu antworten: “Du bist zum ersten Mal hier oder? Wir haben hier keinen Laden für alles.”
    Sie kicherte ein wenig. Die Leute hier waren echt seltsam, befand Paul.
    “Jeder Bewohner hier verkauft etwas anderes.” Erneut lächelte sie, gerade so als ob Paul ein dummes kleines Kind sei, dem man beibringen musste, dass es den Osterhasen nicht gab.
    Genervt knurrte Paul eine Antwort: “Ich will nur eine Karte von diesem beschissenen Wald da!”
    Seine Geduld war mit dem Lächeln der Krankenschwester entgültig am Ende. Joy schien seine Wut jedoch kaum zu bemerken und dachte unverändert grinsend nach. Schließlich griff sie in eine Schublade und zog ein Stück Papier hervor.
    “Jetzt fällt's mir wieder ein! Karten gibt hier gratis im Pokemoncenter, wie konnte ich das vergessen?”, meinte sie belustigt und verfiel in ein leicht verrücktes Lachen. Der Trainer ließ seinen beunruhigten Blick durch das beinahe leere Gebäude schweifen, um zu sehen, ob er der einzige im Raum war, der Schwester Joy für einen besonders schweren Psychatriefall hielt. Ein vielleicht sechs Jahre alter Junge mit sehr langen blonden Haaren stand in einer Ecke und lief ununterbrochen gegen die Wand vor ihm, während er ein Lied pfiff. Nicht weit von Paul und Joy entfernt saßen zwei junge Frauen sich auf Stühlen gegenüber und versuchten krampfhaft nicht zu zwinkern.
    In einem ungesunden Grad angewidert nahm Paul hastig die dargebotene Karte an und verließ das Pokecenter so schnell es ging. Was war das für ein Ort? Warum waren die Menschen hier allesamt verrückt?
    “Paul! Paul bist du das?” schrie plötzlich jemand von hinten. Der Angesprochene hoffte inständig nicht schon wieder auf Ash getroffen zu sein und blickte hinter sich. Die Umstände waren nur ein kleines bischen besser als befürchtet. Er sah sich Rob gegenüber dessen rotblonden Haare äußerst zerzaust wirkten, er hatte einen Ausdruck der Verunsicherung auf dem Gesicht, der fast an Panik grenzte.
    Erleichterung machte sich auf der Visage des Rivalen breit, als er Paul sicher identifizierte.
    “Oh mann, ich hätte nie gedacht, dass ich das nochmal sagen würde aber ich bin echt froh dich zu sehen!”, meinte er und schlug Paul in einer freundschaftlich gemeinten Geste etwas zu fest auf den Rücken, sodass dieser ein Stück nach vorne taumelte.
    Irritiert nahm Paul wieder ein wenig Abstand zu Rob, um misstrauisch zu fragen: “Wie komme ich zu der Ehre?”
    Rob sah sich vorsichtig um, als wolle er vermeiden, dass keiner ihnen lauschte.
    “Die gehören alle in die Geschlossene, wenn du mich fragts, ich sehe seit drei Tagen endlich wieder einen normalen Menschen.” Rob grinste frech. “Na, zumindest halbwegs normal, aber ein Anfang.”
    Paul ignorierte die mehr als geschmacklose Spitze gekonnt. Insgeheim war er selbst ein wenig erleichtert, dass scheinbar doch nicht jeder Mensch in seiner unmittelbaren Umgebung ein Rad abhatte. Eines interresierte ihn jedoch , deshalb fragte er Rob: “Wieso drei Tage? Warum bist du denn noch nicht abgehauen, ich würde es hier keine Stunde aushalten.”
    Der jüngere Trainer holte die soeben erhaltene Karte hervor. “Falls du eine Karte brauchts, Schwester Schwachkopf verteilt welche.” Er wies vielsagend auf das Pokecenter.
    “Naja”, begann Rob unsicher zu antworten “um hier wegzukommen müsste ich durch den Wald und ... nun ...” Rob rang sichtlich mit Worten.
    “Also wenn du denkst dieses Dorf hier ist gemeingefährlich, dann solltest du den Wald niemals betreten!” Bei diesem Vergleich erschien das Bild von irre lachenden Bäumen vor Pauls geistigem Auge.
    “Da herrscht so eine Art Pokemonkrieg!”, begann Rob nun zu erklären.
    “Ich hab schon oft versucht durch den Wald zu gehen, aber man wird alle drei Meter von Horden wütender Psychopokemon angefallen, die denken, man würde ihre Feinde unterstützen. Das ist echt total Banane.”
    Paul dachte über das Gehörte nach. Krieg unter Pokemon? Wie lächerlich das klang. Doch die Umstände machten es Paul leichter so etwas auf Anhieb zu glauben.
    “Warum kämpfst du dich nicht einfach durch?”
    Eine Ansammlung kampflustiger Pokemon war doch das ideale Training. Jetzt wo Paul darüber nachdachte erschien es ihm seltsam, das Rob, der nun wirklich keine schwachen Pokemon besaß, es nicht auf diese Weise versucht hatte.
    Der Angesprochene zuckte mit den Achseln. “Naja, Lohgock hat wegen der Psychoschwäche kaum eine Chance gehabt. Despotar ist verletzt, ich hab ihn zu deinem Bruder geschickt.”
    Normalerweise hätte Paul sich darüber aufgeregt, dass Reggie seinen familiären Pflegedienst nun auch auf seinen alten Freund übertrug, doch die Umstände erlaubten es ihm darüber hinweg zu sehen. Stattdessen hakte er nach: “Was ist mit Guadevoir?”
    Paul erinnerte sich an das Pokemon, das der Grund für das alles andere als lustige Abenteuer nahe Netro gewesen war.
    “Die Pokemon ,die ihren Krieg da drüben führen sind Abras und Kadabras auf der einen und Traslas und Kirlias auf der anderen Seite. Ich glaube kaum, dass Guadevoir sich gerne mit Artgenossen auseinandersetzt.” Bei dieser Antwort verdrehte Paul genervt die Augen. Verweichlichte Trainer waren eine Plage.
    “Auf sowas werde ich mit Sicherheit keine Rücksicht nehmen”, meinte Paul verächtlich und beschloss den Warnungen zum Trotz in den Wald zu gehen, Es führte kein Weg daran vorbei, ermusst eihn durchqueren, um letzlich zur nächsten Arena zu gelangen. Ein Dorf volle Irrer war eine Sache, aber mit Pychopokemon sollte er fertig werden.
    Ohne weiter auf Rob zu achten schlenderte der nun sehr entschlossene Trainer in Richtung Waldrand. Er versuchte die riesenhaften Bäume nicht als offenkundige Bedrohung anzusehen. Rob folgte ihm uneingeladen. Paul war es herzlich egal, ob Rob mitkam oder nicht. Er würde jedenfalls nicht den großen Beschützer spielen.
    “Los Kramshef und Snibunna!” Die entsprechenden Pokebälle öffneten sich und gaben Pauls Unlichtpokemon frei. Sie würde gegen die Attacken der Waldpokemon immun und damit perfekte Gegner sein. Vorsichtig machte Paul einen Schritt in den Schatten der gewaltigen Bäume und spürte sogleich eine Veränderung. Es war wie ein leises Summen, das in der Luft lag. Der Wald vibrierte.
    Paul und Rob stutzen kurz bevor sie ihren Weg im Schutz der beiden Unlichtpokemon fortsetzten
    Den Pokemon schien die unheimliche Aura der Umgebung aufgrund ihrer Natur nichts anzuhaben.
    Die vier gingen immer tiefer in den Wald und es wurde immer finsterer um sie herum als auch das letzte bischen Tageslicht von den dichten Blätterdächern verschluckt wurde. Paul fühlte sich nicht wohl in diesem Wald und er sah, dass es Rob bei seinem erneuten Besuch hier nicht besser erging. Die enorme Dichte von Psychopokemon auf engstem Raum hatte ganz offensichtlich enorme Auswirkungen auf die unmittelbare Umgebung. Es machte die beiden nervös, dass sie nach einer halben Stunde der schweigsamen Wanderung noch immer auf keines der Pokemon gestoßen waren. Dennoch zweifelte Paul nicht an Robs Behauptungen, das passte nicht zu dem Rothaarigen.
    Mit einem Mal war es als hätte jemand den Ton abgedreht. Der Wind schwieg, die Bäume schienen den Atem anzuhalten und ihre Blätter wie eine Schar ungezogener Kinder zur Ruhe zu rufen.
    Rob und Paul hielten inne. Was war jetzt schon wieder los?
    Der jüngere Trainer blickte aufmerksam umher. Schließlich sah er einen schneeweißen Gesteinsbrocken, der wie ein bizarrer Fehler in einem sonst makellosen Gemälde im Wald lag. Er maß etwa einen Meter Höhe und die selbe Breite und Länge. Auf dem seltsamen Stein saß ein Pokemon. Es glich einer Katze mit hellviolettem Fell. Ihr langer dünner Schweif lief in zwei Enden zu, die wie zwei weitere Schwänze wirkten und sich unabhänhig von einander sachte regten. Der schlanke Torsus wurde von einem edlen Kopf geschmückt. Zwischen zwei klugen Augen, die Würde und Weisheit austrahlten saß ein makeloser roter Rubin in runder Form. An den zarten Wangen des Geschöpfes wuchsen zwei auffällige Haarbüschel, die fast paralel zu den recht großen Ohren lagen. Das anmutige Pokemon verharrte friedlich auf dem Felsen und sah die beiden Menschen und die Unlichtpokemon mit einem nicht zu deutenden Ausdruck in den Augen an.
    Paul wusste, dass es sich um ein Psiana handelte. Auf Anhieb fiel ihm kein selteneres Psychopokemon ein. Dennoch spürte er keinerlei Verlangen es zu fangen. Dieser Umstand war sehr seltsam, doch es kam Paul nicht richtig vor das vollkommende Bild des eleganten Wesens zu stören. Vehement schüttelte er den Kopf. Das waren nicht seine Gedanken! Soetwas passte doch nicht zu ihm!
    Kehrt um. Ihr seid hier nicht sicher.
    Die Worte einer sanften Frauenstimme ertönten in seinem Kopf. Irritiert sah Paul sich um und bemerkte das Rob ebenfalls sehr verwirrt aussah. Kramshef und Snibunna starrten Psiana derweil mit unverholener Feindseeligkeit an. Es entging ihnen nicht, dass das Psychopokemon ihren Trainer zu beeinflussen versuchte.
    Verlasst den Wald. Meidet auch das Dorf, auf keinen Fall dürft ihr zu lange in der Nähe bleiben.
    Die Stimme in Pauls Kopf sprach drängender doch noch immer ging viel Freundlichkeit und Wärme davon aus. Der Trainer versuchte die Stimme loszuwerden, doch immer wieder ertönten die Worte von neuem.
    Es ist gefährlich. Geht.
    “Hör auf damit!”, schrie Paul mit einem Mal in den Wald. Was hatte Stimme in seinen Gedanken zu suchen? Das war doch absurd!
    “Sie ist es”, sagte Rob knapp und deutete auf das Psiana, das noch immer ruhig auf seinem Felsen saß und sie aus klugen Augen musterte.
    “Mach dich nicht lächerlich! Das ist nur ein Pokemon!” wies Paul die dumme Behauptung zurück, nur um von der Stimme eines Besseren belehrt zu werden.
    Ich bin es tatsächlich, die zu dir spricht, junger Mensch. Was ändert es, dass ich ein Pokemon bin? Ein Psiana auf einem Felsen um genau zu sein.
    Auf das Gesicht des anmutigen Katzenpokemons trat ein Ausdruck der Belustigung.
    “Wie kannst du mit uns reden?”, fragte Rob aufgeregt und machte sich daran langsam näher zu kommen. Also hörte er die selbe Stimme, wahrscheinlich auch die selben Worte.
    Ich kann nicht sprechen. Was ich jedoch kann ist euren Verstand zu beeinflussen. Was ihr zu hören glaubt ist nichts weiter als eine Illusion. Euer getäuschter Geist gaukelt euch meine Stimme vor.
    Auch Paul kam nun näher und wollte wissen, wozu Psiana sich erdreistete ihren Verstand zu manipulieren. Etwas geschockt angesichts dieser Erkenntnis war der Trainer schon. Seine Hemmung Psiana zu fangen musste auch von dem Pokemon ausgegangen sein. Konnte er sich überhaupt noch sicher sein, dass er eigenständig handelte? Das ließ sich leicht prüfen, dachte er boshaft.
    “Kramshef, Flügelschlag! Snibunna setz Schlitzer ein!” Auf diesen Befehl hatten die beiden Pokemon nur gewartet. Angriffslustig stürmten sie auf ihren Gegner zu. Kurz bevor sie ihr Ziel erreichten flog von der Seite ein dicker geborstener Ast herbei und rammte die Angreifer zu Boden. Psiana hatte mit Hilfe der Psychokräfte den Ast zur Verteidigung genutzt.
    “Spinnst du?”, brüllte Rob ihn an und sah ihm zornig ins Gesicht. “Psiana will uns doch offensichtlich helfen!”
    Unterlass diese Angriffe bitte. Ihr müsst den Wald verlassen, wenn ihr nicht enden wollt wie die armen Dorfbewohner, deren Verstand den Kräften hier nicht gewachsen war.
    “Dann bist du dafür verantwortlich, dass die alle total kaput im Kopf sind?”, wollte Paul sofort wissen und Rob warf ihm einen weiteren bösen Blick zu.
    Nein. Auch sie habe ich versucht zu warnen. In diesem Wald wird derzeit ein fataler Konflikt ausgetragen. Die unkontrollierten Kräfte all der Psychopokemon schaden der Umgebung. Sicher habt ihr die Aura des Waldes gespürt. Auch in unmittelbarer richtet diese Kraft noch Unheil an. Der Verstand der Bewohner hat ihnen nicht lange widerstehen können und wenn ihr zu lange hier bleibt wird es euch nicht besser ergehen.
    Also war dieser Pokemonkrieg hier Schuld an allem.
    Ihr müsst wissen, dass hier zwei Gruppen von Pokemon die Vorherschaft haben. Die eine besteht aus Abra, Kadabra und Simsala, die andere aus Trasla, Kirlia, Guadevoir und Galagladi. Jahr für Jahr stellen sich die Anführer der Gruppen einem Zweikampf, um den Herrn des Waldes zu bestimmen. Zur Zeit sind dies ein Simsala und ein Galagladi. Simsala hat das Duell verloren und wirft der Gruppe des Galagladi Betrug vor. Seit diesem Tag wütet der Kampf hier, in welchen auch all die anderen Pokemon verwickelt worden sind. Ihr könnt nichts tun, als in Sicherheit auf das Ende dieses Streits zu hoffen.
    “Und was wenn es eine andere Lösung gäbe?”
    Paul sah zu Rob, auf dessen Gesicht sich zeigte, dass er ganz offensichtlich eine Idee hatte. Was mochte der Rothaarige vorhaben?

    Kapitel XXVI: Sandkastenfeinde


    „... in Weideburg stattfinden. Alle Einkünfte sollen der „Stiftung zur Erhaltung der natürlichen Washakwil-Lebensräume“ zugutekommen. Der amtierende Champion wird dabei gegen jedes Mitglied der Top-Vier antreten. Wie jedes Jahr rechnet man bei dem Benefitsturnier mit enormen Besucherzahlen.
    „Washakwil ist eine bedrohte Pokemonart, da ihre Jungen keinerlei Lärm vertragen. Daher müssen ihre Lebensräume fern jeder Zivilisation sein und es auch bleiben“, kommentierte Champ Cynthia ihre Entscheidung zur Verwendung der Einnahmen. Die Stiftung, die 1997 von ...“
    „Was liest du da?“
    Paul blickte von der Zeitung auf. Reggie war unbemerkt in die Küche gekommen und schlurfte im schmucken Morgenmantel zum Esstisch. Dort ließ er sich Paul gegenüber nieder, um diesen herzhaft anzugähnen.
    „Ach nur so einen Artikel. Cynthia will Spenden für irgendein Pokemon sammeln, das keinen Krach gebrauchen kann oder so“, antwortete Paul desinterssiert und schob Reggie die „Sinnoh Aktuell“ zu.
    Auch Reggie überflog die Titelseite, während er Kaffe kochte und sich darüber beschwerte, dass Paul sich noch nicht die Mühe gemacht hatte, sich um Frühstück zu bemühen. Paul musste schmunzeln. Sein Bruder war ein wahrer Morgenmuffel. Wenn man ihn tagsüber bei der Arbeit sah, konnte man diesen Umstand kaum glauben.
    „Wie geht es denn diesem einen Ponita?“, versuchte Paul Reggie dennoch zum reden zu bringen.
    Dieser zuckte mit den Schultern und erwiederte: „Ich habe eben nur kurz mal nachgesehen. Es lahmt immer noch.“
    In Unterhaltungen über Reggies Zuchterfolge verbrachten die beiden Brüder ihr Frühstück.


    Die Arena von Schleiede war Paul nur zu gut bekannt. Direkt neben den Sporthallen des Jin-Jitsu Vereins war ein großes Gebäude mit rotem Dach erbaut worden. Die beigen Mauern waren mit vielen Fenstern, Einkerbungen und auch Säulen verziert. Hier kämpfte man schon seit etlichen Generationen um den Bergorden. Als Paul jedoch durch die Holzpforte trat, die nach innen führte, änderte sich das Bild sofort. Von innen sah es genauso aus, wie in der Halle nebenan. Ein Kampffeld in der Mitte wurde von hölzernen Konstruktionen umringt, welche sich bis nach oben ins Gebälk zogen. Auf dem Feld selbst waren zwei Macholos in eine Art verbissenen Ringkampf vertieft. Hinter ihnen hatten sich zwei grobschlächtig wirkenden Kerle mit Kampfanzügen aufgebaut und feuerten ihre Kämpfer an. Etwas abseits vom Geschehen beobachtete eine eher kleine Person das Gerangel und schien es zu analysieren. Diese Person war Hilda. Unverwechselbar durch das Pflaster, das ihr auf der Nase klebte, die früher noch vorhandenen Exemplare an den Schultern schienen verschwunden. Ihre pinken Haare waren zu einer Kurzhaarfrisur geschnitten, die Hände steckten in Handschuhen. Die Kleidung beschränkte sich im Groben auf eine Jogginghose und ein T-Shirt. Paul machte Platz für Reggie, der gleich hinter ihm in die Arena kam. Dieser rief Hilda, die die Neuankömmlinge noch nicht bemerkt zu haben schien, laut zu: „Hey, Hilda! Hilda!“
    Die Gerufene sah zu ihnen herüber. Sie lächelte, als sie Reggie erkannte, doch dann fiel ihr Blick auf dessen Bruder. Paul konnte mit Genugtuung beobachten, wie ihre Züge sich versteinerten und die hochgezogenen Mundwinkel langsam wieder herabsanken. Auch ihn hatte sie sofort identifiziert. Und sie verband definitiv nichts Gutes mit Paul.
    Unsicher kam die Arenaleiterin zu Reggie und Paul herüber und begrüßte sie zurückhaltend. Ihre Stimme verriet Nervosität und Paul weidete sich an diesem Umstand.
    „Du kennst doch meinen Bruder Paul, oder?“, fragte Reggie ohne auf die offensichtliche Abneigung der Beiden einzugehen. Hilda anwortete gepresst mit: „Flüchtig.“
    Jetzt sagte auch Paul etwas und setzte dabei ein böses Grinsen auf.
    „Ich fordere dich zu einem Kampf heraus.“
    Einen Augenblick sah er in ihre erstarrten Gesichtszüge.
    „Oder kommt es gerade ... ungelegen?“
    Wieder grinste er.
    Hilda schüttelte schnell den Kopf, wohl auch um ihre Perplexität loszuwerden, dann schluckte sie schwer. Paul durchforstete derweil sein Gedächtnis. Szenen, die wiederholten, wie Paul Hilda wegen ihrer Pflaster aufgezogen hatte und andere, in denen er verächtlich ihre Kampfkünste kommentierte. Mit diesen Aktionen schien Paul das Mädchen, welches so oder so schon nicht vor Selbstvertrauen strotzte, gehörig eingeschüchtert zu haben.
    „Samuel!“, rief Hilda nun etwas lauter und aus einem Nebenraum kam ein ziemlich großer Mann, der in einem weißen Kampfanzug steckte hervor. Seine braunen Haare waren zu Stoppeln geschoren, ein schmaler Bart umrahmte seinen Mund. Das war der Schiedsrichter, da war Paul sich sicher.
    „Wieder ein Herausforderer?“, bemerkte jener. Seine Stimme war wesentlich höher, als Paul es erwartet hätte. Zu so einem Baum von einem Kerl passte doch eher eine tiefe. Der Mann lachte kurz. „Hoffen wir mal, dass es diesmal besser läuft, als gegen diesen Rob, was?“
    Nicht nur Hilda verzog das Gesicht. Auch Paul wurmte es, dass Rob wieder einmal schneller gewesen war, als er selbst. Reggie hatte ihm bereits über dessen Sieg hier berichtet. Dank seines Guadevoirs war er natürlich mit einem enormen Vorteil angetreten.
    Hilda nickte nervös und langsam begab sich jeder Anwesende auf seine Position. Die beiden Machollos und ihre Besitzer nahmen mit Reggie auf einer Bank am Rande Platz, während Paul und Hilda an den Enden des Kampffeldes Stellung bezogen. Für Samuel stand ein Podest bereit von welchem er seine Ankündigung herunterrasselte.
    „Dies ist ein offizieller Sinnoh-Arenakampf. Der Herausforderer Paul tritt gegen die Arenaleiterin von Schleiede in einem drei-gegen-drei Kampf um den Bergorden an. Nur der Herausforderer darf während des Kampfes seine Pokemon auswechseln.“
    Als ob Paul dies nicht schon wüsste. Als er Schleiede betreten hatte, hatte er sich den Ablauf seiner Herausforderung oft durch den Kopf gehen lassen. Nur war in seiner Vorstellung der Arenaleiter ein wahrer Gegnger und nicht so eine Nullnummer gewesen.
    Im Gegensatz zu den anderen drei Arenen, in welchen er Panflam hatte trainieren wollen, beziehungsweise für den knappen Sieg gekämpft hatte, lautete sein Ziel heute, Hilda vernichtend zu schlagen, ja zu demütigen. Dies würde er durch vielerlei Mittel erreichen, soviel war schon jetzt sicher. Er wusste dank Reggie bereits, welche Pokemon sie einsetzen würde, weshalb er seine Pokemon exakt nach deren Schwächen ausgewählt hatte. Außerdem konnte er seine einschüchternde Wirkung auf Hilda jederzeit nutzen, um sie aus dem Konzept zu bringen. Ihre Verunsicherung würde er gleich am Anfang des Kampfes noch weiter steigern. Reggie hatte ihm empfohlen, diesen Schritt vor dem Kampf zu wagen, doch Paul selbst war nur Hildas Nervosität wichtig. Nach diesem Kampf würde sie wissen, was er davon hielt, dass sie die Ehre dieser einst so angesehenen Arena mit ihrem Amt beschmutzte!
    „Beginnt!“
    Zeitgleich warfen Paul und Hilda ihre Pokebälle in die Luft. Aus Pauls materialisierte sich das pechschwarze Kramurx. Hilda ihrerseits hatte sich für Medite entschieden. Das kleine Pokemon ähnelte entfernt Kapoera, war jedoch am Körper blau gefärbt und es schwebte im Schneidersitz über dem Boden, statt auf dem weißen Kopf zu stehen. Natürlich hatte es auch keine Spitze, um zu kreisen. Paul wusste, dass dieses Pokemon den Doppeltyp Kampf/Psycho besaß. Kramurx dagegen gehörte zu den Gattungen Unlicht und Flug. Beide Typen Kramurx' waren denen Medites in der Theorie überlegen. Die Psychoattacken würden sogar wirkungslos an Kramurx verpuffen.
    Nun war es Zeit für Pauls kleine Überraschung.
    „Komm her Kramurx“, befahl er zu Hildas Verblüffung und griff in die Tasche. Dem sich nähernden Kramurx warf er einen kleinen schwarzen Stein zu. Es handelte sich um einen Finsterstein. Reggie hatte ein Exemplar für seinen Bruder aufgetrieben.
    Kaum berührte der Stein Kramurx, begann dieses zu leuchten und sich zu verformen. Das für eine Entwicklung typische Licht erlosch und das neue Pokemon streckte seine langen Schwingen aus. Nun war es ein Kramshef. Im Gegensatz zu Kramurx war es wesentlich größer und seine Flügel proportional viel passender zum Rest des Körpers. Noch immer glänzte das Gefieder tiefschwarz, die Federn des Schwanzes jedoch waren dunkelrot. An der Brust wuchs eine Art weißer Flaum, der den Anschein erweckte, Kramshefs Brustmuskulatur würde sich unnatürlich weit nach vorne erstrecken.
    „Kraaaaamshef!“, rief das frisch entwickelte Pokemon gedehnt und plusterte sich auf, sodass es über Medite fliegend wahrlich groß aussah.
    Wie von Paul erwartet war Hilda völlig perplex. Vor wenigen Sekunden noch hatte sie es mit einem zwar vom Typ her überlegenen Gengner zu tun gehabt, doch mit seiner Entwicklung wuchs der Vorteil noch einmal weiter. Verunsicherung zeichnete ihr Gesicht. Paul hatte bekommen was er wollte, als er beschlossen hatte, die Entwicklung nicht vor, sondern während des Kampfes zu vollziehen: Hildas Selbstvertrauen war längst dahin.
    “Flügelschlag!”
    Mit diesem Befehl eröffnete Paul den Kampf nun. Kramshefs Schwingen erleuchteten und es raste auf seinen Gegnger zu. Medite war ebenfalls etwas neben der Spur und reagierte zu spät, um dem Angriff noch entkommen zu können. Das kleinere Pokemon wurde von den Flügeln seines Gegners erfasst und unsanft davon geschleudert.
    Kramshef drehte sich in der Luft herum und nahm erneut Schwung für eine weitere Attacke, Hilda zeigte erste Reaktionen.
    “Ähm, versuch es mal mit Scanner!”, rief sie unsicher. Ihr Pokemon schloss konzentriert die Augen und kurz bevor Kramshef erneut mit einem Flügelschlag Schaden anrichten konnte, verschwand Medite plötzlich und tauchte einige Meter weiter links wieder auf.
    Scanner war eine Attacke, die Schutzschild in ihrem Gebrauch stark ähnelte. Durch sie konnte der Anwender jeder Attacke mühelos ausweichen. Doch genau wie Schutzschild war sie nur beschränkt verwendbar. Mehrere Wiederholungen führten zu Problemen oder gar Wirkungslosigkeit dieser beiden Angriffe. Da Paul selber oft auf Schutzschild setzte, wenn es um die Defensive ging, kannte er sich auch gut mit dem Risiko dieser Attacken aus. Sollte Hilda auch den nächsten Angriff mit Scanner vereiteln, so wusste Paul, dass sie sich auf die Attacke verließ.
    “Mach weiter!”, befahl er deshalb seinem hochmotivierten Pokemon, welches ein drittes Mal einen Angriff flog. Dieses Mal jedoch schritt Hilda mit wesentlich festerer Stimme ein, um ihrem Pokemon zu helfen. Sie rief: “Spring und benutze Abkeithieb auf Kramshefs Rücken!”
    Tatsächlich gelang es dem Kampfpokemon seinem Kontrahenten mit einem beherzten Satz zu entrinnen. Seine Faust erleuchtete, als es von oben auf seinen Gegner hinabstieß.
    “Konter mit Finsteraura!”
    Pauls Befehl wurde prompt in die Tat umgesetzt. Zu allen Seiten hin sonderte Kramshefs Körper schwarze Energiewelle ab. Medite wurde noch in der Luft davon erfasst und ging zu Boden.
    Paul öffnete bereits den Mund, um einen weiteren Angriff anzuordnen, doch Hilda reagierte bereits panisch darauf, dass er nur sprechen wollte und forderte Meditie dazu auf, sich schnell zu sammeln und Scanner zu verwenden. Blitzschnell dachte Paul um. Wenn Medite jetzt Scanner verwendete würde Kramshefs nächster Angriff nutzlos sein, der übernächste hingegen ein fast sicherer Treffer. Was wenn er gar nicht wirklich angriff?
    “Kramshef, geh auf Kolisionskurs, aber lad' Himmelsfeger auf!”
    Für die stärkst bekannte Flugattacke musste der Anwender sich zunächst aufladen. Kramshef flog auf seinen Gegner zu, während es eben dies da, was sich in einer weißen Aura um seinen schwarzen Körper herum äußerte.
    Durch Scanner entkam Medite dem halbherzigen Angriff Kramshefs, doch das Vogelpokemon flog bereits wieder in eine Angriffsposition.
    “Jetzt! Himmelsfeger!”
    Mit einem Kampfschrei stieß Kramshef aus der Luft hinab und rammte Medite mit aller Kraft. Das Pokemon wurde quer durch die Kampfhalle gegen eine Wand katapultiert, an welcher es abprallte. Schließlich fiel es zu Boden, wo es augenscheinlich bewusstlos blieb.
    Samuel hob eine Hand in Richtung Paul und Kramshef, während er verkündete: “Medite ist kampfunfähig. Kramshef gewinnt den ersten Kampf!”
    Hilda, die erkannte auf welch trickreiche Art Paul ihre Scanner-Taktik genutzt hatte. Zog ihr Pokemon seufzend zurück. Unsicher blickte sie alle Umstehenden an. Paul lachte höhnisch auf.
    “Was ist, gibst du schon auf?” Reggies mahnender Blick wurde bewusst ignoriert.
    “Nein, ich ...”, stammelte Hilda und griff fahrig nach einem zweiten Pokeball. Paul kommentierte gehässig mit: “Ich hoffe dein zweites Pokemon ist nicht genauso eine Null wie dieses Medite.”
    Trotz ihres wachsenden Unbehagens schickte Hilda ihr Maschock in den Kampf. Groß, muskulös und humanoid ließ dieses Pokemon keinen Zweifel ob seiner offensiven Stärken. Paul wusste, dass Hildas Befehle ihm momentan wohl kaum helfen würden, also musste er herausfinden, in wieweit Maschock eigenständig kämpfen konnte. Kramshef war in der Lage recht unabhängig zu kämpfen, wenn es die Situation erforderte, sein Trainer legte bei all seinen Pokemon viel wert darauf. Nun würde eben diese antrainierte Fähigkeit zum Tragen kommen.
    “Greif es an.” sagte Paul deshalb ruhig. All seine Pokemon wusste, dass er damit meinte, sie sollen auf eigene Faust kämpfen, bis er etwas anderes befahl. Kramshef schoss sogleich in Kampflaune auf Maschock zu, welches zu einem Schlag mit der rechten Faust ansetzte. Kramshef tauchte unter dem Angriff hindurch, nahm im Rücken des Kampfpokemons wieder Höhe auf und raste erneut hinab.
    “Donnerschlag Maschock, du schaffst es!”
    Hildas Worte waren optimistischer als sie es offensichtlich selbst war. Strom sammelte sich nun um Maschocks Faust und es versuchte Kramshef zu treffen, doch das Vogelpokemon war viel schneller und wich erneut aus. Eine Reihe von Sturzflügen wurden gestartet. Maschocks Versuche anzugreifen gingen samt und sonders schief. Da weder Maschock noch Hilda eine brauchbare Idee gegen Kramsehfs Vorgehen zu haben schienen, nutzte jenes die Gunst der Stunde, um einen erneuten Angriff, den sowohl Hilda als auch ihr Pokemon als erneute Finte ernahnten, zu starten. Seine Flügel leuchteten grelle und es stieß das gegnerische Pokemon schwungvoll nieder. Da dieses nicht mit einem Angriff gerechnet hatte, wurde es unvorbereitet getroffen und es fiel zu Boden. Den Schmerz abschüttelnd kam es wieder auf die Beine.
    “Was meinst du Hilda, hätte ich Kramshef alleine in die Arena schicken sollen? Der Anspruch hier ist so gering, das mein Pokemon nicht mal Befehle braucht, um zu gewinnen.”
    Zu Hildas Verunsicherung gesellte sich rasch Zorn, der sich in ihrer durchaus selbstbewussteren Antwort zeigte: “Maschock und ich sind ein besseres Team, als du dir vorstellen kannst!”
    Verächtlich schloss Paul kurz die Augen und schüttelte den Kopf.
    “Wen interessert ob ihr ein Team seid? Auf die Stärke eines Pokemons kommt es an, drauf ob der Trainer was taugt, nichts anderes zählt.”
    Kramshef griff derweil wieder auf seine vorherige Taktik zurück und hielt Maschock mit einer Reihe von angetäuschten und auch ab und zu ausgeführten Angriffen in Schach. Das Kampfpokemon konnte nur mit Mühe blockieren oder ausweichen, da es ihm schon nicht möglich war zu erkennen, ob sein Gegner nur antäuschte oder wirklich attackierte.
    “Das Band zwischen Trainer und Pokemon macht beide stark! Das müsstest du doch eigentlich wissen.”
    Hildas forsche Antworten gefilen Paul nicht. Sie schien sich in dieser steifen Haltung, die den Ansichten von Ash stark ähnelten verrant zu haben und daraus neues Selbstvertrauen zu schöpfen. Er musste ihr einen Dämpfer verpassen.
    “War es eigentlich teuer, an das Amt als Arenaleiter zu kommen?”
    Paul genoss jedes einzelne Wort dieser bösen Unterstellung.
    “Einen so schwachen Arenaleiter wird man ja wohl kaum wegen seiner Qualitäten im Kampf einsetzen oder?”
    Hilda guckte betreten auf den Boden. Bei “schwachen Arenaleiter” war sie zusammengezuckt.
    Paul sah die Gelegenheit nun Maschock den Rest zu geben.
    “Kramshef, benutz Himmelsfeger!”
    Erneut sammelte das Vogelpokemon Energie für den mächtigen Angriff. Maschock sah hilflos vom Boden aus zu. Hilda reagierte nicht.
    “Maaaaschock!”, drängte das Kampfpokemon lauthals und Hilda richtete ihren Blick und ihre Konzentration wieder auf das Kampffeld. Während Kramshef schon zum eigentlichen Angriff überging, schien sie über einen Ausweg nachzugrübeön. Schließlich entschied sie sich zu Pauls Verwunderung zu einer Gegenattacke.
    “Zeig ihm deinen Wuchtschlag!”
    Maschocks Faust wurde von Energie umschloss und es sprang seinem Gegner beherzt entgegen. In der Luft prallte die beiden Pokemon aufeinander. Kurz schien es als hielten sich die beiden Attacken die Waage, doch dann gewann Kramshef die Oberhand und Maschock ging benommen zu Boden. Ensetzt hielt Hilda die Hände vor den Mund, während Samuel das offensichtlich kampfunfähige Pokemon auch offiziell für besiegt erklärte. Hilda blieb damit nur noch ein Pokemon. Für einen so niveaulosen Kampf hatte dieser bereits sehr lange gedauert. Zumindest sah Paul das so. Kramshef hatte bereits zwei Pokemon Hildas bezwungen und zeigte keinerlei Müdigkeit. Dennoch hatte Paul andere Pläne mit Hildas letztem Pokemon.
    “Lucario!”
    Aus dem dritten Pokeball der jungen Arenaleiterin materialisierte sich ein Pokemon, das ein Werk des ägyptischen Gottes Anubis zu sein schien. Nach dem Vorbild der schakalartigen Annubiter war es recht humanoid, doch seine Ohren und seine Schnauze erinnerte an die eines Schakals. Seine langen Hinterbeine waren dick, kräftig und tiefschwarz. Die selbe Farbe hatten auch seine Arme. An den Handgelenken wuchsen seltsame dicke Stacheln, eine dritte war auf dem Brustkorp zu finden, welchen auch ein gelbliches Fell zierte. Hüfte, Schwanz und Teile des Kopfes waren kobaltblau. Entschlossen sah das Pokemon vom Typ Stahl und Kampf zu Paul hinüber.
    Der Blick schien sagen zu wollen: “Versuch es doch mit Flug-Attacken. Mir als Stahlpokemon macht das nicht allzuviel aus.”
    Paul lächelte. Er hatte schon vorher von Lucario gewusst und sich bei den Pokemon, die in letzter Zeit bei Reggie gewesen waren, einen passenden Gegner für das Schakalpokemon ausgesucht.
    Zu Hildas und auch Lucarios Überaschung hob er einen Pokeball und zog Kramshef wortlos zurück. Stattdessen schickte er ein anderes Pokemon in den Kampf.
    “Ein Magmar?”, rief Hilda überrascht, als das Feuerpokemon Gestalt angenommen hatte. Zuletzt war Magmar nur bei Reggie gewesen, doch nach der Sache mit Panflam war es definitiv Pauls stärkstes Feuerpokemon. Und Feuer war Stahl in jeder Hinsicht überlegen.
    Lucario zeigte sich im Angesicht seines offensichtlichen Nachteils wenig beeindruckt. Auffordernd nickte das Pokemon seiner Besitzerin zu und knurrte herausfordernd. Es würde bekommen, was es wollte.
    “Los Flammenwurf!”, befahl Paul, woraufhin Magma einen langen Strahl lodernden Feuers absonderte. Lucario sprang in die Höhe, um dem Angriff zu entkommen.
    “Jetzt Aurasphäre!”, lautete nun Hildas Anweisung. Lucario gehorchte, indem es beide Arme noch in der Luft nach vorne streckte und eine blaue Kugel auf seinen Gegner abschoss. Krachend explodierte das Geschoss und Magmar wich ein paar Meter zurück.
    “Magmar, das war viel zu langsam”, tadelte Paul kopfschüttelnd.
    “Sogar ein Relaxo hätte dieser Aurasphäre ausweichen können.”
    Entschlossen seinen Fehler wieder gutzumachen sammelte das Feuerpokemon sich für den nächsten Angriff in Form einer Rauchwolke. Seinem spitzen Mund entwich dichter Qualm, der Lucario bald einhüllte und es ihm unmöglich machte seinen Gegner zu orten. Dann feuerte Magmar erneut einen Flammenstrahl ab. Einem Aufschrei zufolge saß der Angriff dieses Mal besser.
    “Lucario!”, rief Hilda besorgt. Es dauerte einige Sekunden bis die Sicht wieder frei wurde. Noch stand Lucario auf beiden Beinen. Es schien wütend zu sein.
    “Knochenhatz!”
    Dies war der erste mehr oder weniger sinnvolle Befehl der Arenaleiterin in diesem Kampf. Knochenhatz war eine Bodenattacke und daher sehr effektiv gegen ein Feuerpokemon wie Magmar. Doch sie erforderte auch Nähe, weshalb sich Lucario in Reichweiter der für ihn so gefährlichen Feuerangriffe begeben musste. Paul setzte ein Gewinnerlächeln auf. Dieser Kampf würde schon bald beendet sein.
    Lucario erzeugte einen langen blau leuchtenden Knochen, den es wie einen Stab schwang und es rannte damit bewaffnet auf seinen Gegner zu. Als die Distanz schon sehr gering geworden war, befahl Paul seinem Pokemon: “Feuerwirbel!”
    Durch den Angriff wurde Lucario in eine bis zur Decke reichende Flammensäule gehüllt und schrie voller Schmerz auf. Dann sammelte Magmar Flammen um seine rechte Faust und hechtete auf seinen Gegner zu. Mit aller Kraft rammte es die Faust gegen das Stahlpokemon, welches jaulte und weggeschleudert wurde. Völlig verkohlt erschlafften seine Bewegungen.
    “Lucario ist besiegt, Damit ist Paul der Sieger des Kampfes!”
    Paul rief böse lächelnd sein Pokemon zurück und blickte zu Hilda, die von sich selbst enttäuscht zu Boden sah. Genüsslich schritt Paul zu ihr und nahm den Orden entgegen.
    “Du bist die mit Abstand schlechteste Arenaleiterin in Sinnoh. Dieser Blechorden ist nach so einem Kampf nichtmal sein Material wert.”
    Damit verließ er die Arena. Reggie folgte ihm ins Tageslicht.
    “Du warst sehr fies zu ihr”, meinte er tadelnd.
    Paul zuckte bloß mit den Schultern. “Das hatte sie verdient.”


    Schon am nächsten Morgen packte Paul seine Sachen, um weiterzureisen. Er musste Rob einholen, allein um sein Ego zu beruhigen. Gerne wäre er noch eine Weile geblieben, doch sein Ehrgeiz sprach eine deutliche Sprache. Reggie brachte seinen jüngeren Bruder bis zur Stadtgrenze und die beiden verabschiedeten sich auf ihre distanzierte doch gleichzeitig vertraute Art des Handschlages.
    “Was hälst du davon Elektek eine Weile bei mir zu lassen? Ich habe es schon ewig nicht mehr trainiert, alle anderen Pokemon lässt du ab und zu bei mir.”
    Diese Aufforderung kam für Paul kurz vor seinem Abgang sehr überraschend. Elektek war in der Tat bisher nur selten nicht bei Paul gewesen. In der Regel nur, wenn Paul sauer auf es war, verbrachte es Zeit bei Reggie. Vielleicht wollte der sentimentalere der Brüder das Pokemon einfach nur öfter sehen. Also holte Paul den Pokeball hervor und drückte ihn seinem Bruder in die Hand.
    “Aber lass es regelmäßig trainieren, okay?”

    :patsch: Ich hab einen dicken chronologischen Fehler gemacht. Das tut mir sehr leid.
    Das Kapitel was ich neu geschrieben habe wäre ja eigentlich Kapitel 26. Nun ist es aber so, dass der Inhalt des Kapitels einfach von der Logik her VOR den Kapiteln 24 und 25 spielen muss. Es basiert auf der Animefolge "Vom Winde verweht". Ich hatte das einzige Detail der Folge, das aussagt, ob das Kapitel vor oder nach Pauls Arenkampf stattfindet leider beim Schreiben der anderen beiden Kapitel übersehen. In der Folge kommt nämluch Kramurx vor. Würde die Folge nach Schleiede spielen, müsste es ja schon Kramshef sein. Was für Auswirkungen hat das jetzt? Nun, das neue Kapitel ist Kapitel 24. Das alte Kapitel 24 wird zu Kapitel 25 und Kapitel 25 wird zu Kapitel 26. Außerdem wird das Ende von Kapitel 26 leicht geändert. Nochmal: Es tut mir sehr leid, dass ich diesen Fehler erst jetzt bemerkt habe. Also bitte lest nach diesem neuen Kapitel mein editiertes Ende von Kapitel 26 noch einmal (nur den letzte Abschnitt).


    Nun zu euren Kommentaren:


    @Maj:
    Der Inhalt des Zeitungsartikels wird später noch einmal wichtig werden. Die Szene ist also nicht nur zur Belustigung über den Morgenmuffel Reggie gedacht ;)

    Zitat

    Ja, da zeigt sich wieder einmal, wie groß dein Schreibtalent ist, Respekt.

    *Stolz grins :D*
    Das mit den unterschiedlichen Längen im Kampf ist mir selbst gar nicht aufgefallen^^ Letzlich wären es ja hauptsöchlich Wiederholungen gewesen, die den Kampf länger gemacht hätten. Eben Schmähungen von Paul etc. Die unterschiedliche Ausführlichkeit hat nichts weiter zu bedeuten.
    Rob kommt sehr bald vor, das kann ich versprechen :D


    @aiguL 92:
    KnightoftheNine, wenn ich bitten darf :D
    Ja die "böse" Paulseite kam in letzter Zeit etwas zu kurz. Er wird noch sentimental auf seine alten Tage :D  
    Ich habe eigentlich alles was zu diesem Kampf aus der Serie vorgegeben wird 1:1 umgesetzt, ich weiß grad echt nicht was du meinst ?(  
    Auch dir kann ich versprechen, dass Rob bald einen Auftritt haben wird.


    Firefly :
    Das mit der Entwicklugn war echt knifflig :D In der Animefolge kann man nur sehen, dass Kramurx schon entwikclet ist, als es Meditie besiegt, aber Reggie sagt, dass es sich im Kampf entwickelt hat. Also musste ich es irgendwie so schustern, dass es sich nicht durch den Sieg, sondern vorher entwickelt. Naja, Steine werfen ftw :D
    Ihr mögt Rob scheinabr :D er kommt bald wieder vor.


    @Kleine_Feuerblüte:
    haha nicht schlimm, kann passieren. Tauboss' Schicksal wird auf jeden Fall noch aufgeklärt, ich schreib sowas ja nicht aus Juxx^^ (naja irgendwo schon, aber du weißt was ich meine^^)

    Zitat

    gut gelungen finde ich es auch, wie gut du aus der kurzen sequenz der folge, in der ein auschnitt aus pauls kampf gegen hilda gezeigt wird ein richtig gut gelungenen kampf beschreibst. respekt dafür.

    *stolz sei*


    Nun komtm also Kapitel 24 :rolleyes:


    Kann ich nicht bestätigen. Ich spiele Weiß und auch schon beide Kampfarten gemacht.

    G3rr1t-th3-B35t 5 : KnightoftheNine 0 (auf der ersten Seite schonmal erwähnt) gg
    Maunzi 3 : KnightoftheNine 0 gg
    CasinoJoe 5: KnightoftheNine 0 gg
    King Impoleon 2 : KnightoftheNine 0 gg


    Hab nichts anderes erwartet als das Schlusslicht zu bilden. Aber ich konnte aus den Matches schon etwas mehr über Uber-Kämpfe lernen, die ich vorher noch nie gespielt hab.
    Und ich bin stolz kein einziges Mal 6:0 verloren zu haben^^

    Kapitel XXV: Dinge ändern sich


    Wie lange war Paul nicht mehr hier gewesen? Definitiv viel zu lange. Vielleicht sollte er eine Weile bleiben. Er könnte von Elias lernen. Eventuell brauchte Reggie auch ein wenig Hilfe. So oder so, Paul fühlte sich rundum gut, als er durch die belebte Großstadt Schleiede schritt und den Lärm, um sich herum kaum wahrnahm. Normalerweise war er ja sehr zielstrebig und verweilte nur ungern, aber er war sich in diesem Fall sicher, dass es keine verschwendete Zeit wäre.
    Diese Gedanken gingen dem jungen Trainer durch den Kopf, als er nach etwa einer Stunde Fußmarsch die komplette Stadt durchquert und das etwas abgelegene Landhaus seines Bruders erreicht hatte. Reggies Land war ziemlich groß und von einem weißen Lattenzaun eingegrenzt. Oft kamen Leute hierher, um zu entspannen oder mit ihren Pokemon zu trainieren. Reggie ließ es zu, gutmütig wie er war. Manchmal kam es Paul so vor, als würde sein Bruder einen öffentlichen Park betreiben. Als er nun eines der Gartentore im Zaun hinter sich ließ und auf das zentral gelegenen Haus zuhielt, sah er bereits um sich herum all die Pokemon, die Reggie gehörten und von ihm aufgezogen wurden. Sein Bruder hatte Paul von seinem neuesten Projekt erzählt. Er züchtete Ponitas, die im Moment in der Hoenn-Region verdammt gute Preise erzielten. Mindestens zehn gut ausgebildete Exemplare wollte Reggie zum Ende des Jahres an seinen Geschäftspartner vor Ort verkaufen. Wenn dieses Geschäft glatt lief, könnte Reggie theoretisch für lange Zeit die Beine hochlegen. Aber das würde er nicht. Dazu liebte er seine Arbeit zu sehr. Von weitem meinte Paul auch die vom Rest der Anlage abgetrente Koppel der feurigen Pferde zu erblicken. So wie er Reggie kannte, bekamen sie nur das beste Futter, und hatten sorgfältig ausgewählte Eltern. Das Geschäft würde mit Sicherheit ein voller Erfolg werden.
    Endlich erreichte Paul nun Reggies Haus. Es war auch Pauls Haus, mehr oder weniger. Jedenfalls konnte er mit Fug und Recht behaupten hier zu wohnen. Es war ein komplett aus Holz erbautes weißes Haus im amerikanischen Stil. Viele kleine Fenster ermöglichten den Einlass von viel Tageslicht. Um das Haus herum war nichts als Gras, ein Grünton, der im Kontrast zum dunklen Rot der Ziegel des Daches stand. Über der Haustür war ein weiteres niedrigeres Dach erbaut worden, das mit stabilen Stützbalken gehalten wurde. Paul stieg einige wenige Stufen zur Tür hinauf und blieb dort stehen. Er atmete einmal aus und dann wieder ein. Langsam zog er seinen Schlüssel hervor. Er war über ein Jahr lang nicht mehr hier gewesen. Ob sich die Einrichtung wohl verändert hatte. Er würde es gleich erfahren. Der Schlüssel wurde ins Schloss geschoben. Es klickte leise. Dann schwang die Tür auf und Paul trat hinein.
    Es sah alles noch genauso aus, wie vor einem Jahr, als Paul nach seiner Niederlage im Achtelfinale der Silberkonferenz seinen Frust bei Reggies Trainigseinheiten losgeworden war. Alles hier wirkte gemütlich. Die große beige Couch, der steinerne Kamin, die Bilder von Pokemon an den Wänden.
    Bedächtig und dabei die bekannten Eindrücke aufnehmend schlurfte Paul in sein Zimmer. Es war seit jeher spartanisch eingerichtet. Ein einfaches Bett teilte sich den Platz mit einer Komode und einem Schrank aus Holz. Die Komode musste zugleich die Funktion des Nachttisches übernehmen, eine alte Lampe war auf ihr abgestellt worden. In einer einsamen Ecke stand noch ein Karton. Dort stand er immer. Paul holte ihn hervor und setzte sich damit auf das Bett, das frisch bezogen schien. Scheinbar hatte sich Reggie bereits auf ihn vorbereitet. Paul hob den Deckel und sah in das Durcheinander von 24 kleinen Metallsymbolen. Die Orden der Kanto, Hoenn und Johto-Region.
    Letzlich waren Pauls Siege dort ohne jede Bedeutung gewesen. Es interessierte doch bloß, wer gewann, alle anderen waren nichts als Verlierer. Diese Orden waren nichts weiter als eine Erinnerung an Pauls dreifaches Versagen, was ihn jedoch noch ehgeizig und zielstrebiger gemacht hatte. Daher warf er die Orden nicht weg.
    Paul stellte den Karton zurück und griff in seine Tasche. Zwei weitere Orden hatte er bereits errungen. Der Orden, den er hier in Schleiede zu gewinnen hoffte, würde ein besonderer sein. Lange schon hatte Paul den Moment herbeigesehnt, in dem er sich endlich offiziel mit Elias, dem alten Meister des Jin-Jitsu und der Kampfpokemon messen konnte. Eilias war stark und klug, doch Paul war sich trotz dieser Tatsachen schon jetzt sicher, dass er den Kampf gewinnen würde. Mit dem Anflug eines Lächelns schob er die Orden zurück in die Tasche und ließ diese auf das Bett fallen. Dann stand er auf und verließ das Zimmer wieder. Sein Blick fiel im Wohnzimmer sofort wieder auf eine Reihe von Orden. Sie hingen in Glasvitrinen über dem Kamin. Paul ging zu ihnen. Es waren mehr als Paul besaß, doch sie bedeuteten das gleiche. Reggie hatte es ebenfalls nie über die simple Teilnahme an einer natinalen Liga gebracht. Doch er hatte immerhin 6 von 7 Symbolen der Kampfzone in Kanto gewonnen. Das war schon komisch gewesen damals. Im Kampf um das siebte Symbol hatte Reggie so kläglich versagt, wie noch nie zuvor. Draufhin war mit seiner Trainerkarriere einfach so Schluss gewesen. Reggie hatte aufgegeben. Nur wegen dieses einen Kampfes gegen Brendon, der Kampfkoryphäe. Angeblich war dieser Kerl einer der besten der Welt und eigentlich auch in Lage Champ einer Region zu werden. Doch was interessierte Paul das.
    In den Vitrinen waren auch die Orden der Sinnoh-Region. Pauls Blick fiel fast automatisch auf den Orden der Schleiedearena. Der Kampf zwischen Elias und Reggie war einer der besten gewesen, den Paul je von Reggie gesehen hatte und Paul hatte nahezu alle Kämpfe seines Bruders gesehen. Es war, als wäre der Kampf um den Orden erst gestern ausgetragen worden. Paul sah vor seinem geistigen Auge, wie Elias sein Nockchan mit seinem kühlen Blick aussandte. Reggie dagegen wählte sein Kangama, was den zusehenden Paul genauso verwunderte wie den Arenaleiter, war Kangama doch ein Normalpokemon und damit zumindest in der Theorie dem Kampfpokemon Nockchan unterlegen. Doch der Kampf begann zu Gunsten Reggies. Sein Kangama traf Elias Pokemon mit Megahieb und versuchte anschließend mit Kometenhieb nachzusetzen. Letzlich war es jedoch Elias, der seinem Pokemon einige komplizierte Befehle gab und somit den Kampf für sich entscheiden konnte. Das Nockchan in Pauls Erinnerung tauchte unter den Hieben seines Gegners hinweg und vollführte einige gezielte Schläge, die das gegnerische Pokemon außer Gefecht setzten. Der imaginäre Reggie nickte nur resiginierend und wählte nun Staraptor, eines seiner ersten Pokemon. Als Flugpokemon, war der theoretische Vorteil nun auf seiner Seite gewesen. Dank einige wirklich guter Ausweichmanöver, gelang es der Endstufe des kleinen Staralili auch das Nockchan zu schlagen. Auch Elias Kicklee musste sich nach wenigen Angriffen geschlagen geben. Paul erinnerte sich, wie er damals auf der Tribüne zu seinem kleinen Chelast gesagt hatte: „Jetzt wird es ernst. Kapoera ist sein bestes Pokemon.“
    Und so passierte es auch in der Szene, die Pauls Erinnerung projezierte. Kapoera schlug Staraptor spielend. Reggies letztes Pokemon war dann ein Bibor. Der Erinnerungs-Paul wunderte sich sehr über diese Entscheidung, denn Bibor hatte Reggie seit der Kantoregion nicht mehr verwendet. Doch es erwies sich als äußerst clever, denn Kapoera konnte nur angreifen, wenn Bibor in den Nahkampf ging. Bei Staraptor war das einfach gewesen, denn dieses Pokemon kämpfte ausschließlich per Körperkontakt. Bibor dagegen feuerte Salven spitzer und giftiger Nadeln ab und zermürbte das eigentlich überlegene Kapoera nach einem langen Kampf. Pauls Respekt für Reggies Kampfstil war nach diesem Sieg noch weiter gestiegen. Das Bild aus Pauls Kopf verblasste und er erblickte nun wieder den Kamin mit den Orden.
    Paul nahm den sogenannten Bergorden aus der Vitrine. Ja, Gegen Elias zu gewinnen war eine Ehre.
    „Den wirst du wohl auch bald gewinnen, oder Paul?“ sagte lachend eine freundliche Stimme hinter Paul. Dieser grinste und legte den Orden zurück an seinen Platz. Reggie war da.
    Er sah völlig unverändert aus. Seine Haare waren noch immer sehr lang und von ihm zu eine, Pferdeschwanz zusammengebunden. Sie waren violett, doch der Farbton war tiefer als bei Paul. Wie eigentlich immer trug Pauls Bruder seine grüne Schürze, die ihn bei der Arbeit vor Dreck bewahrte.
    „Elias sollte sich warm anziehen.“ meinte der jüngere Bruder und schlug in die von Reggie angebotene Hand ein. Reggie verzog nach Pauls Worten das Gesicht.
    „Ich glaub diesbezüglich bist du noch nicht ganz auf dem aktuellen Stand der Dinge.“
    Was sollte das denn bedeuten? War Elias etwa etwas zugestoßen? Paul hoffte auf das Gegenteil, als er nachfragte: „Inwiefern?“
    Reggie sagte ihm, er solle sich setzen und verschwand kurz in der Küche. Da Paul seine Nachfrage, ob er ebenfalls etwas zu trinken haben wolle, verneinte, kam erkurze Zeit später mit einer Tasse Kaffee für sich selbst ins Wohnzimmer zurück. Er nahm neben Paul auf der beige Couch Platz.
    „Elias ist nicht mehr der Arenaleiter von Schleiede.“
    Die Worte enttäuschten Paul wirklich. Er hatte sich so gefreut gegen den alten Meister anzutreten.
    „Wieso das denn? Er ist oder ...“, Paul unterbrach um sich zu verbessern „war der beste Arenaleiter, den wir je hatten!“
    Reggie nickte zustimmend und fuhr dann fort: „Er war der Meinung, dass er nun lange genug unser Arenaleiter gewesen ist und wollte einer neuen Generation nicht im Weg stehen. Elias wusste, dass der Rat der Jin-Jitsu-Meister ihn niemals abgewählt hätte. Also hat er seinen eigenen Rücktritt beschlossen.“
    Das war nicht zu fassen. Dass Elias der Arenaleiter von Schleiede war, war für Paul immer wie eine unumstößliche Tatsache gewesen. Etwas, das sich niemals ändern.
    „Du bist nicht der einzige, der das traurig findet, Paul.“ sagte Reggie aufmunternd und lächelte freundlich.
    Paul war sich sicher, dass Reggie Recht hatte. Elias war stets sehr beliebt gewesen und hatte den Respekt der Leute genossen. Nur eine Frage stellte sich nun.
    „Wer ist denn der neue Arenaleiter?“
    Wer nur? Paul konnte sich beim besten Willen keinen würdigen Nachfolger denken. Vielleicht war es aber auch jemand, den er gar nicht kannte. Ein Schüler von Elias wahrscheinlich. Der beste. So musste es sein.
    Reggies Grinsen wurde noch breiter. Er antwortete knapp mit: „Hilda.“
    Überrascht und vor allem zweifelnd zog Paul eine Augenbraue hoch. Hilda? Das musste ein Scherz sein. Ganz sicher wollte Reggie einen Witz machen. Deshalb fragte Paul ungläubig: „Das ist nicht dein Ernst oder?“
    „Es ist mein absoluter Ernst.“ erwiederte Reggie und schien sich dabei über Pauls Ungläugikeit zu amüsieren. Und das zu Recht. Paul kannte Hilda. Sie war ein wenig älter als er und so ziemlich das wandelnde Gegenteil von Selbstvertrauen. Sie hatte oft darunter zu leiden gehabt, dass Paul nach seinen Niederlagen seinen Frust an Schwächeren wie ihr ausgelassen hatte. Über die drei großen Pflaster, die sie stets an den Schultern und auf der Nase trug, hatte Paul sich mit großem Vergnügen lustig gemacht. Er wusste nicht, warum sie diese Lächerlichkeiten freiwillig annahm. Wahrscheinlich war, dass sie eine Art Ausschlag oder so etwas hatte und ihn mit den Pflastern zu verdecken versuchte. Schwer vorstellbar, dass das, was sich unter ihnen verbarg noch dümmer aussah. Paul verband Hilda mit Schwäche und keineswegs mit einem autoritären Arenaleiter, der die Herausforderer in Angst und Schrecken versetzte. Hilda war einer der allerletzten Menschen, die Paul für Elias Nachfolge ausgewählt hätte. Und so weit er wusste, war sie nichtmal eine Schülerin des alten Meisters. Das konnte nicht wahr sein.
    „Du verarschst mich doch!“ widersprach er laut.
    „Es ist die Wahrheit. Und sie macht ihren Job gar nicht mal so schlecht. Sie besitzt ein wirklich starkes Lucario. Außerdem benutzt sie Medite und Maschok. In den 6 Monaten, die sie schon Arenaleiterin ist, hat sie einige Gegner besiegt.“
    6 Monate schon? Warum hatte Reggie ihm nicht früher von diesem wichtigen Ereignis erzählt? Paul stellte diese Frage jedoch nicht. Er war noch immer ein wenig geschockt und wollte das Thema lieber wechseln. Es gab so viel zu besprechen und zu erzählen.
    „Ich glaube ich habe dir noch nichts von dem lustigen Abstecher nach Netro erzählt, den ich wegen deines Freundes Rob machen musste oder?“ Reggie sah interssiert auf und Paul begann unbeschwert zu reden. Reggie verurteilte keine Entscheidung, die Paul traf. Es sagte nichts, als Paul von seinem harten Training mit Panflam berichtete, das schließlich zu der Verletzung geführt hatte. Damals hatte Paul seinem Bruder nicht erzählt, wie sein Pokemon zu den Knochenbrüchen gelangt war. Nun wusste Reggie es und trotzdem hielt er seinem Bruder keine Moralpredigt von Pokemonliebe und anderem Geschwätz. Pauls Bruder mochte diese Methoden vertreten und damit sogar in gewisser Weise auch Ash ähneln. Aber er akzeptierte, dass Paul in diesen Dingen einfach eine ziemlich unterschiedliche Meinung hatte. Und deshalb freute es Paul immer mit Reggie zu reden. Es herrschte ein unbelastetes Verständnis zwischen den Brüdern. Sie konnten einander vertrauen und taten dies auch völlig selbstverständlich. Reggie erklärte Paul nicht für verrückt, als er berichtete, wie Lohgock auf einmal aufgetaucht war und ihn mehr oder weniger davon unterrichtet hatte, dass sein Trainer in Schwierigkeiten gesteckt hatte. Erst als Paul zu dem Abschnitt seines Berichts kam, in welchem Lohgock das erste abendliche Gespräch mit Chelterrar angefangen hatte.
    „Es wundert dich wirklich, dass Pokemon Sympathien zeigen und Freundschaften schließen können?“ fragte Reggie ungläubig. Paul tat dies mit einem einfachen Schulterzucken ab und erwiederte: „Pokemon sollen kämpfen, dafür sind sie da. Ich dachte, es wäre kaum möglich, dass zwei Konkurrenten sich anfreunden.“ Reggie vertiefte seine Frage nicht weiter und ließ Paul fortfahren. Der jüngere Bruder erzählte von der Reise mit Lohgock, den Erinnerungen in Ewigenau und schließlich von seiner Gefangennahme im Krater bei Netro. Reggie schwieg nachdenklich und unterbrach seinen Bruder nicht einmal, als dieser von den Statuen und der Schießerei berichtete. Erst, als Paul die Ereignisse, die schließlich zu ihrer Rettung beigetragen hatten, zusammengefasst hatte, sprach er wieder: „Habe ich das richtig verstanden? Eine SMS hat die Verbrecher abgelenkt und der Polizei die Möglichkeit zum Eingreifen gegeben?“
    Paul bejahte mit einem schiefen Grinsen. Das klang im Nachhinein echt noch dümmer als es schon vor Ort gewesen war. Rob hatte es ebenfalls zum Lachen gefunden.
    Kopfschüttelnd lehnte sich Reggie zurück und nahm einen Schluck seines Kaffees, der mittlerweile eigentlich schon kalt sein musste.
    „Von wem kam die Nachricht denn?“
    Paul knirschte mit den Zähnen. Er hatte Reggie von seinem unliebsamen Konkurrenten Ash noch nichts erzählt. So eine Witzfigur war auch eigentlich keiner Erwähnung wert. Ihm kam in den Sinn, dass Reggie ja das Herzhofenturnier im Fernsehen verfolgt hatte. Also musste er Ash zumindest daher kennen.
    „Kannst du dich an das Zweiermatch erinnern?“ Ein Nicken bestätigte dies. Paul fuhr kopfschüttelnd fort: „Die Pflaume, die meinen Teampartner darstellte ist der Kerl, der mir die SMS geschickt hat. Ich habe ihm meine Nummer irgenwann gegeben, um ihn ein bischen zu verarschen. Eigentlich hatte ich nicht damit gerechnet, dass er sie irgendwann benutzen würde.“
    Auf Reggies Gesicht lies sich erkennen, dass er sich an Ash erinnerte.
    „Ash hieß er oder? Der hat doch auch dein Panflam aufgenommen, nicht wahr?“
    „Ja.“ meinte Paul knapp und legte eine Prise Abscheu in seine Stimme, die sowohl Ash als auch Panflam galt.
    Reggie schien Pauls Unbehagen jedoch nicht zu registrieren oder es bewusst zu übergehen, denn er fragte neugierig: „Das heißt du musst ihn schon vor dem Turnier gekannt haben. Woher?“
    Obwohl Paul nur Schlechtes mit diesem Versager verband, erzählte er seinem Bruder alles über Ash und die vielen Begegnungen der beiden jungen Trainer. Zu Pauls Verärgerung machte Reggie den Eindruck, die Meinung Ashs zu Pauls Traingsmethoden zu befürworten. Oft warf er ein „Da ht er nicht Unrecht“ in die Erzählung ein. Mit einem leisen Anflug von Neid erkannte Paul, dass sein Bruder Ash wohl ziemlich sympathisch fand.
    „Und wann glaubst du wird Ash hierher kommen?“ hakte der ältere Bruder weiter nach.
    Paul wusste es nicht und das Gespräch wurde ihm nun unangenehm. Er wollte sich die Beine vertreten. Irgendetwas machen.
    „Ich glaube, ich suche Elias und rede mit ihm. Würde mich interessieren, was er zu Hilda sagt.“
    Reggie kannte seinen jüngeren Bruder zu gut, um über diesen plötzlichen Abbruch des Gesprächs überrascht oder gar wütend zu sein.
    „Du findest ihn in der Trainingshalle.“ gab er bereitwillig Auskunft und sah dann seinem Bruder hinterher, der sich hastig auf den Weg in die Innenstadt machte, um den alten Meister aufzusuchen.


    Elias war sichtlich gealtert, obwohl Paul ihn noch vor etwa einem Jahr gesehen hatte. Der Unterschied war deutlich. Noch immer war er ein sehr großer und schlanker Mann, dessen Glatze von Falten durchzogen war. Sein Gesicht signalisierte Weisheit und Erfahrung. Der alte Körper steckte natürlich in einem Kampfanzug. Für sein Alter sah Elias sehr jung aus, doch Paul merkte, dass er nicht mehr lange so aussehen würde. Die beiden gingen in der Sporthalle auf und ab, während sie sich unterhielten und Elias ab und zu der Gruppe von Zehnjährigen, die hier unter seiner Obhut trainierten, etwas zurief. Elias hatte sich gleich an Paul erinnert, da er regen Kontakt mit Reggie pflegte. Nahezu alle Kampfpokemon, die die Organisation austeilte stammten aus Reggies Zucht.
    “Du hast ein falsches Bild von Hilda.” sagte der Alte gerade bedächtig und sah prüfend einen Jungen an, der eine komplizierte Technik ausprobierte und dabei auf seinem Hinterteil landete. Rasch gab er einige Hinweise, damit es beim nächsten Versuch besser klappte.
    Die Stimme des langjährigen Arenaleiters war rau und dennoch fest. Niemand unterbrach jemanden mit einer solchen Stimme.
    Paul erwiderte nichts, sondern wartete auf eine Fortführung der Aussage. Er hatte schon nach wenigen ausgetauschten Worten begriffen, dass Elias sich gerne Zeit ließ und diese auch bekam.
    Und so fuhr er nach einigen Momenten im selben Tonfall fort:
    “Sie ist eine hervoragende Trainerin. Ich halte sie für die Beste, die wir im Moment haben.” Er sah Paul lächelnd an. “Du wirst es ja merken, wenn du gegen sie kämpfst. Ihr Lucario ist unglaublich stark und gibt nie auf. Manchmal glaube ich, dass Lucario die treibende Kraft hinter Hilda ist. Die beiden ergänzen sich perfekt.”
    Eine Weile lang ruhte sein Blick auf den Trainierenden, dann fuhr er fort.
    “Wie steht es eigentlich mit dir und deinem Chelast? Oder ist es schon ein Chelterrar?”
    Paul antwortete: “Es hat sich schon entwickelt. Und es ist mein stärkstes Pokemon.” Vielleicht meinte Elias ein wenig Stolz bei dieser Antowrt gehört zu haben, denn er nickte wissend.
    “Es gibt immer ein Pokemon, das über den anderen steht. Viele versuchen das zu leugnen, doch letzlich hat jeder Trainer nur ein spezielles Band mit einem seiner Pokemon.” Eine bissige Bemerkung zu Bändern zwischen Trainern und Pokemon schluckte Paul schnell hinunter.
    Die beiden waren nun am Ende der Halle angekommen und Elias blickte zurück auf seine Schützlinge.
    “Wenn du noch etwas brauchst, bist du hier jederzeit willkommen, Paul.”
    Paul suchte eine Weile nach den richtigen Worten. Schließlich entschloss er den direkten Weg zu wählen. “Da wäre noch eine Sache. Ich möchte gegen dich kämpfen. Ob du nun der Arenaleiter bist oder nicht, ist mir egal.”
    Elias war sichtlich überrascht. Dann lächelte er.
    “Sehr gerne, Paul. Sehr gerne.”


    Eine beachtliche Menge an Zuschauern hatte sich auf der größten ebenen Rasenfläche auf Reggies Grundstück eingefunden. Einige sitzend, andere stehend, warteten alle gespannt auf den Kampf. Elias hatte wohl seit seinem Rücktritt keinen Kampf mehr bestritten. Viele erkannten auch den Bruder von Reggie wieder und waren auf seine Pokemon gespannt. Alles in allem stand dieser Kampf an Aufsehen einem Arenakampf in nichts nach. Reggie hatte Paul gesagt, dass er sich sehr auf diesen Kampf freute. Paul würde alles tun, um seinem Bruder einen guten Kampf zu zeigen. So wie damals, als Reggie und Elias gekämpft hatten.
    “Darf ich um eure Aufmerksamkeit bitten?” rief Elias nun. Er hatte seine Stimme nur leicht erhoben, doch alle verstummten sofort. Dieser Mann hatte einfach eine Sonderstellung in Schleiede.
    “Dieser junge Mann hier ist Paul, der Bruder von Reggie, dem Züchter. Wir werden einen Drei-gegen-Drei Kampf austragen, bei dem der gewinnt, der zuerst alle drei Gegner ausgeschaltet hat.” Als er geendet hatte, brandete Applaus auf. Die Leute jubelten den Namen des alten Arenaleiters. Paul sah zu Reggie, der den Daumen reckte.
    “Du hast die Ehre, Paul.” raunte Elias und der langersehnte Kampf zwischen Paul und Elias begann.
    “Los Elektek!”” rief Paul und warf den Pokeball des gelb-schwarzen Elektropokemons. Voller Tatendrang ließ das Pokemon eine Stromladung durch sein Fell zucken. Mit rausguckenden Eckzähnen grinste es Elias herausfordernd an.
    “Auf gehts Kapilz!” Auch Elias warf einen Pokeball. Diesem entschlüpfte ein etwa 1,2 Meter großes Pokemon, dass entfernt einem Känguru ähnelte. Sein Kopf war von einer grünen, pilzartigen Kappe bedeckt, sein langer Schwanz endete in einer Verdickung aus vier dicken grünen Kugeln. Seine kurzen Arme, sowie die kräftigen Beine endeten in großen roten Klauen. Das Pflanzenpokemon, das ebenfalls vom Typ Kampf war, sah recht harmlos aus, doch Paul wusste es besser. Die scheinbar kraftlosen Stummelarme konnte austeilen, und das nicht zu knapp.
    Rasch überlegte Paul. Elektroattacken halfen kaum gegen Pflanzenpokemon. Er würde sehen müssen, was Elias tat.
    “Donner!” befahl er deshalb laut und prompt schickte Elektek einen Stromschlag auf die Reise.
    “Ausweichen und dann Tempohieb!” lautete Elias' Gegenmaßnahme, woraufhin Kapilz zu Seite sprang und dann in einem ungeheuren Tempo auf Elektek zuschoss. Seine rechte Klaue leuchtete grell auf und ehe Paul oder Elektek reagieren konnten, hatte Kapilz dem Elektropokemon einen Hieb in den Magen versetzt. Stöhnend kippte das getrofene Elektek zur Seite und hielt sich den Bauch.
    “Sehr gut! Jetzt Egelsamen!” Da Elektek noch immer am Boden lag, hatte Kapilz alle Zeit der Welt es mit einem dutzend kleiner Kerne zu beschießen, die aufplatzten und schnell ein dichtes Netzt aus Ranken um den gesamten Körper des Pokemons sponnen. Diese Samen würden Elektek nach jedem Angriff Energie entziehen und diese Kapilz zukommen lassen.
    “Steh gefälligst auf!” brüllte Paul und ärgerte sich, dass sein Pokemon es nicht schnell genug auf die Beine geschafft hatte. Kapilz jedoch dachte nicht daran Paul eine Chance zu geben. Es holte mit seinem Keulenartigen Schwanz aus und schlug Elektek erneut nieder. So kam Paul nicht weiter. Elektek musste sich irgendwie eine Atempause verschaffen. Vielleicht ging es so:
    “Benutz Donner und steh dabei auf!” Elektek begriff und gehorchte. Da es in alle Richtungen Strom absonderte, konnte Kapilz nicht erneut zuschlagen und Elektek kam wieder in eine aufrechte Position. Jetzt wartete Paul auf einen Angriff durch Elias. Er war sich sicher, dass der Alte nun die unsichere Situation Pauls zur Offensive nutzen würde. Und so kam es auch.
    “Kapilz, Himmelhieb!”
    Das Pflanzenpokemon sprang in die Luft, wobei es sich kräftig mit dem Schweif abstieß und erneut leuchtete seine Klaue gefährlich. Aus der Höhe stieß es blitzschnell hinab, bereit Elektek erneut wuchtig zu treffen. Diesmal dachten sowohl Paul als auch Elektek jedoch mit und Elektek reagierte sogar schneller, als der Befehl Pauls Mund verlassen konnte. Wie schon so oft setzte es Schutzschild ein. Kapilz prallte an der schillernden Schutzwand ab und schlug stöhnend auf dem Boden auf. Jetzt war die Chance zum Gegenangriff.
    “Donnerschlag! Voller Kraft!” Brüllend holte Elektek aus und rammte seine unter Strom stehende Faust mit aller Kraft auf das Pokemon zu seinen Füßen. Obwohl der Pflanzentyp die Attacke schwächte, wurde Kapilz ordentlich durchgeschockt und es kam nur mit Mühe wieder auf die Beine. Dabei nutzte es den kurzen Moment, in dem Elektek den Schmerz durch die Egelsamen wegstecken musste. Paul wurde klar, dass er den Kampf schneller machen musste, damit Elektek nicht einfach zermürbt wurde. Kapilz wollte jedoch die Initiative nicht bei Elektek lassen und schickte aus seinem Mund einige leuchtende Samenkugeln auf den Weg. Samenbomben, wie Paul wusste.
    “Konter den Angriff mit Donner!”
    Wie Paul es gehofft hatte, schnitt der Stromschlag durch die Geschosse und traf Kapilz, welches aufschrie und in die Knie ging. Das war die Chance!
    “Mach schon, Feuerschlag!”
    Pauls Geheimwaffe für diesen Kampf sollten selbigen entscheiden. Elektek behrrschte diese Technik noch nicht lange und da es ein Elektropokemon war, waren Feuerattacken nicht ganz so stark, wie sie sein konnten. Doch als Elektek seine lodernde Faust auf Kapilz niedersausen ließ, verflog Pauls Zweifel. Rauchend kippte das Pflanzenpokemon um und blieb erschöpft liegen.
    Applaus ertönte und auch Elias nickte anerkennend.
    “Nicht übel. Nicht übel.” murmelte er und zog sein Pokemon zurück. Paul dagegen rief zu Elektek:
    “Diesem Tempohieb hättest du locker ausweichen können, streng dich gefälligst mehr an!” Dank der Trägheit seines Pokemons, war dieser Kampf eine knappe Sache gewesen.
    Elias warf mit einem siegessicheren Blick seinen zweiten Pokeball. Diesem entschlüpfte ein Pokemon, das auf dem Kopf stand. Es war humanoid und komplett braun. Sein Kopf war sehr breit und hatte an seiner Spitze etwas, das einer Kreiselspitze ähnelte. Auf jener balancierte das Kampfpokemon Kapoera, das drei Beine besaß. Paul wusste genauso wie alle anderen Anwesenden, dass Kapoera das stärkste Pokemon von Elias war. Das würde nicht leicht werden, vor allem da Elektek die Egelsamen noch immer an sich trug. Kapoera war ein Pokemon, das ausschließlich physisch angriff. Das konnte Paul nutzen.
    “Reflektor!”
    Einem Schutzschild recht ähnlich erzeugte Elektek einen quadratischen Käfig um sich herum, der kurz aufblitzte und dann verschwand. Physische Attacken würden nun weniger stark treffen. Zumindest für eine Weile.
    “Wir beginnen mit Dreifachkick!” rief Elias. Sein Pokemon begann rasend schnell zu kreisen und es hielt auf seinen Gegner. Da Elektek gerade erst Reflektor benutzt hatte, wurde es schwer getroffen und hielt sich stöhnend die betroffenen Körperstellen. Kapoera drehte eine Runde und steuerte erneut auf Elektek zu.
    “Donner!” brüllte Paul und Elektek stieß mit aller Kraft Welle von Strom gegen Kapoera. Das Kampfpokemon biss jedoch die Zähne zusammen und griff noch unter Strom an. Die wirbelnden Beine versetzten Elektek heftige Tritte unter sein Kinn. Ein seltsamer Ausdruck trat auf Elekteks Gesicht.
    “Was?” fragte Paul ungläubig. Dieser Donner hätte Kapoera umhauen sollen! Elektek hatte wahrscheinlich zu schwach angegriffen. Das Pokemon war heute unkonzentriert und das machte Paul wütend. In so einem Kampf durfte man nie nachlassen.
    “Was für ein mieser Donner, Elektek.” sagte Paul deshalb kopfschüttelnd und zog sein geschlagenen Pokemon zurück. Die Wahl fiel nun auf Chelterrar. Das riesige Pokemon beeidruckte die Umstehende mit seiner puren Masse und Paul meinte einen Anflug von Furcht auf Kapoeras Gesicht zu erkennen.
    Erstaunlicherweise machte Elias einen Fehler, den Paul ihm nicht zugetraut hätte.
    “Risikotackle!” Kapoera drehte sich erneut sehr schnell und begann zu leuchten. Dann ging es auf Kollisionskurs. Chelterrar wusste nur zu gut, was es zu tun hatte. Es erzeugte eine schützende Wand vor sich. Zu spät erkannte Paul, dass Elias ihm eine Falle gestellt hatte. Er hatte gar nicht vergessen, dass Paul sich per Schutzschild verteidigte.
    “Schnell, Schaufler!” Kapoera brach den Angriff plötzlich ab und bohrte sich rasend in den Boden.
    Chelterrar war gezwungen den Schild zu unterbrechen, da es diesen nicht lange aufrechterhalten konnte. Noch bevor Kapoera zuschlagen konnte, schaltete Paul und er rief: “Erdbeben!” Brüllend stemmte sich Chelterrar auf die Hinterläufe und ließ krachend sein gesamtes Gewicht auf den Boden prallen. Alle Unstehenden wurden von den Füßen gerissen, auch Paul und Elias. Der Rasen platzte an einige Stellen auf, als die Welle unglaublicher Energie durch den Boden wogte.
    Als alle wieder standen, kämpfte sich Kapoera aus einem Loch am Boden hervor und brach dann vor den Füßen seines Gegners zusammen.
    Das war leichter gewesen, als Paul angenommen hatte. Letzlich hatte es wahrscheinlich daran gelegen, dass Elias nicht mit Erdbeben gerechnet hatte.
    “Beeindruckend.” kommentierte dieser und libte sein geschlagenes Pokemon. Paul sah zu reggie, der anerkennend nickte. Paul grinste leicht.
    “Los gehts Quappo!” rief Elias jetzt und schickte sein letztes Pokemon in den Kampf. Es war eine Art große Quappe mit großen muskulösen Armen und Beinen und einer schwarzen Spirale auf seinem weißen Bauch. Sonst war das Wasserpokemon blau. Eine Ungewöhnliche Wahl gegen ein Pflanzenpokemon wie Chelterrar befand Paul. Schnell machte Elias klar, dass seine Entscheidung ihren Grund hatte.
    “Eishieb!”
    Quappos Faust wurde von einer hellblauen Schicht umgeben, welche es mit aller Kraft gegen Chelterrars Kinn schlug. Das getroffene Pokemon knurrte wütend und schüttelte das schmerkzende Haupt. Letzlich hatte wohl der Reflektor einen Großteil des Schadens absorbiert.
    “Gigasauger!”
    Zu Quappos Nachteil standen die beiden Pokemon sehr nah, sodass die Grünen Strahlen aus Chelterrars Rücken ihr Ziel sehr sicher trafen. Quappo wand sich in den energieraubenden Strahlen,doch es kam nicht frei. Elias hatte allerdings eine Idee. Er befahl seinem Pokemon Hypnose einzusetzen. Die Spirale auf Quappos Bauch drehte sich nun schnell. Chelterrar reagierte völlig richtig und ließ seinen Gegner fallen, sodass der Angriff fehlschlug. Das gab diesem jedoch die Möglichkeit zum Angriff.
    “Power-Punch!” rief Elias.
    Sein Pokemon hob eine leuchtende Faust.
    “Schutzschild.” sagte Paul ruhig und sah zufrieden, wie Quappo an der Schutzwand scheiterte. Als nächstes befahl Paul Chelterrar einen Blättersturm. Die mächtige Attacke aus scharfen Blättern hob Quappo vom Boden und schleuderte es weit von Chelterrar weg. Zeit es zu beenden.
    “Los Hyperstrahl!”
    Ein Energiestrahl wurde aus Chelterrars Maul entfesselt und ließ Quappo in einer gewaltigen Explosion untergehen. Alle Anwesenden schrien überrascht auf, doch allen wahr klar, dass Quapo besiegt war. Paul hatte den Kampf gewonnen!
    Unter dem tosenden Applaus aller Zuschauer zogen Paul und Elias ihre Pokemon zurück und schüttelten sich die Hände. Paul spürte ehrlichen Stolz und Zuversicht. Er hatte es tatsächlich geschafft den großen Elias zu besiegen! Jetzt, dachte er, während er mit Reggie zu ihrem Haus ging, war der Sieg in der Arena gegen Hilda nur noch reine Formsache.

    @Kleine_Feuerblüte:
    Das letzte Kapitel war am 8.3.11 und das davor im Oktober 2010, vielleicht hast du ein paar überlesen^^
    Ich glaube Maj meinte (obwohl sie es nicht geschrieben hat), dass Elektek gegenüber Kapilz benachteiligt war, da ja Elektro gegen Pflanze ineffektiv ist.
    Dass Paul so überlegen gewonnen hat gefällt mir im Nachhinein persönlich trotz der Kritik daran noch besser, keine Ahnugn warum. Vielleicht gerade weil man bei einem starken Leiter eher an einen knappen Ausgang denkt. Ich hoffe ich sehe auch in Zukunft noch Kommentare von dir. Soll ich dich auf die PN-Liste setzen?


    @Maj
    Ich hoffe, dass im neuen Kapitel wegen der Zeichzensetzung alles stimmt, ich habe extra oft geguckt ob ich es richtig mache ^.^  
    Schön, dass die Beziehung zwischen den Brüdern für dich gut rüberkam, ich fand es sehr schwer es so darzustellen, wie es in meiner Vorstellung sein soll.
    Das Kapitel hatte ich noch nicht geschrieben.Ich hatte nach "Gedenkstätte" allerdings schon das Kapitel 26 geschrieben, weil ich gerade die Ideen dazu hatte. Letzlich bin ich dann in einer Art schreibwütigen Anfall geraten und habe gleich noch ein Kapitel hinterher geschrieben. Mal eine schöne Abwechslung zur Ideenflaute :P
    Auch an dich die Frage: Willst du per PN benachrichtigt werden?


    @aiguL 92
    Auch bei dir freut es mich, dass dir die Beschreibungen der Bruderbeziehung gut gefallen haben. Außerdem scheint dich ja Elias zu interessieren, er war aber eigentlich nur mehr oder weniger ein Mittel zum Zweck, um die Überlegenheit von Paul im nun folgenden Kapitel übertrieben zu zeigen und auch seine Abneigung gegen Hilda zu verstärken.
    Ganz spontan war der Feuerschlag nun nicht, da Elektek die Attacke (zumindest in den Spielen ;) ) regulär erlernt. Andere Attacken lasse ich ja auch nicht jedes Mal erwähnen, wenn sie gelernt werden. In Zukunft werde ich darauf achten, so spezielle Attacken vor dem Kampf wenigstens zu erwähnen ;)


    Firefly
    Mit solchen Dingen wie der Zucht der Ponitas versuche ich eine mehr oder weniger logische bzw realistische Pokemonwelt aufzubauen, daher lasse ich mir oft solche banalen Dinge einfallen. Schön, dass du es bemerkt hast :D
    Ich habe die Passage, die du kritisiert hast noch einmal gelesen und stimme mit dir überein. Das hätte ich wirklich schöner lösen kann. Was solls, passiert :D
    Von der Serie abweichen tue ich ja so oder so, aber es wird mit den späteren Kapiteln schlimmer, da vor allem die Sinnoh-Liga amgar nicht mehr dem Original entsprechen wird.


    @Almarik
    Vielleicht habe ich ein wenig übertrieben bei den Beschreibungen von Elias^^ ich hoffe ich konnte Pauls Sieg trotzdem mehr oder weniger gut verständlich verkaufen^^
    Einall-Pokemon ...? mal sehen, was die Zukunft bringt :P

    Ganz wichtig ist auch, dass du das Pokemon, das du grade trainierst mit Glücks-Ei ausstattest. Dadurch kiregst du gleich doppelt soviele EP wie normal. 7000-9000 Ep bringt allein der Starter von dem Rivalen in der Siegestraße!

    Ich bin ein wenig verwirrt grade. Aus irgendwelchen Gründen kann ich, wenn ich eingeloggt bin den "Kampfzone"-Bereich in der Unterkategorie "Pokemon" nicht sehen. Er existiert überhaupt nicht. Gehe ich allerdings unangemdeldet aufs ins BB ist sie plötzlich wieder da. ?(  
    Weiß zufällig jemand, was da falsch läuft?
    Sorry, wenn das Topic falsch ist, der Name lässt nicht unbedingt auf Support oder technische Probleme schließen, aber einen anderen konnte ich beim besten Willen nicht finden.

    N trifft man nirgends mehr, gegen Cheren kann man in der Siegesstrasse kämpfen und gegen Belle samstags in Esches Labor


    Tut mir leid, dass ich da jetzt nochmal fragen muss, denn die Frage wurde ja schon zig mal gestellt. Heute ist meines Wissens nach ja Samstag und das Fräulein ist in ihrem Haus und will nicht kämpfen. Cheren kann ich nicht finden, wo genau in der Siegestraße ist der denn?

    Bisherige Berichte:


    In wenigen Minuten werde ich die Liga angehen. Habe lange dafür trainiert, aber dank des Glücks-Eis ists ja nicht ganz so aufwendig wie in anderen Editionen. Ich wollte unbdedingt noch meine beiden Stufe1-Pokemon entwickeln und hab alle anderen Pokemon auf 54 oder 55 trainiert, ich hatte jetzt auch einfach keinen Bock mehr. Ich hoffe ich schaffe mit diesen Leveln die Liga direkt, ich habe mir absichtlich keinerlei Infos darüber geholt, was mich erwartet. Wenn ich den Beitrag hier abgeschickt habe, gehts los :D
    Mein Team vor der Liga:


    [IMG:http://www7.pic-upload.de/09.03.11/hnud5d64gxd.gif]
    Serpiroyal
    Level: 55
    Attacken: Gigasauger, Laubklinge, Egelsamen, Slam


    [IMG:http://www7.pic-upload.de/07.03.11/6onj3h7fvyf6.gif]
    Zebritz
    Level: 55
    Attacken: Stromstoß, Fuchtler, Nitroladung, Ladungsstoß


    [IMG:http://www7.pic-upload.de/07.03.11/f7xuxa751trv.gif]
    Cerapendra
    Level: 54
    Attacken: Giftschweif, Quetschwalze, Toxin, Giftschock


    [IMG:http://www7.pic-upload.de/11.03.11/c19iid8t41c6.gif]
    Maxax
    Level: 55
    Attacken: Drachenpuls, Drachenklaue, Schlitzer, Schwerttanz


    [IMG:http://www7.pic-upload.de/14.03.11/irhwbr5vvuqb.gif]
    Ceasurio
    Level: 53
    Attacken: Metallklaue, Nachthieb, Schlitzer, Eisenabwehr


    [IMG:http://www7.pic-upload.de/14.03.11/o59x7eb97g8.gif]
    Washakwil
    Level: 54
    Attacken: Luftschnitt, Aero-Ass, Zermalmklaue, Fliegen

    Kapitel XXIV: Auf der Jagd


    Eine seltsame Stadt war dieses Darang. Die Nachbarstadt von Trostu stellte den Standort des Pokemonfriedhofs gewaltig in den Schatten. Die meisten Häuser in Darang waren Hochhäuser mit gläsender Fasade. Generell machte die Stadt einen sehr modernen Eindruck. Was Paul beim Betreten jedoch viel eher auffiel war, dass es sehr windig war. Manchmal fegten kurze aber heftige Windböen durch die Straßenschluchten. Seltsam, dass dieses Phänomen nur hier in Darang auftrat, in der näheren Umgebung dagegen nicht. Paul hatte jedoch keine Wahl, er musste einen Supermarkt in dieser Stadt finden und neue Vorräte kaufen, da er dies dummerweise in Trostu vergessen hatte. Gerade bog er in eine schmale Gasse ein, um ein wenig Schutz vor dem Wind zu bekommen. Eine ungemütliche Stadt war das. Wie schafften es die Bewohner auf Dauer mit diesem Umstand zurechtzukommen? Paul machten die Böen schon nach zehn Minuten total agressiv, wie mochte es da denen gehen, die ihnen tagtäglich ausgesetzt waren?
    Paul warf aus seiner windstillen Gasse einen Blick nach draußen und beobachtete die Leute. Sie hatten sich sichtlich an die Umstände angepasst. Keiner trug einen Hut oder ähnliche lose Dinge, die bei einem Windstoß leicht verloren gehen konnten. Außerdem blickten die Passanten ständig auf die Laternenmasten, an deren Spitze Fahnen hingen. Dank dieser Vorrichtung konnten die Bewohner von Darang erkennen, wann eine Böe durch die Gassen fegte. An den Laternen waren zudem Griffe angebracht. Man konnte sich also im Notfall an ihnen festhalten. Dumm waren diese Leute sicher nicht, sie hatten gelernt mit den Umständen umzugehen.
    Nun blickte auch Paul auf die Fahnen, die schlaff herabhingen. Er konnte sich also wieder hinaustrauen und seine Suche nach einem Supermarkt fortsetzen. Unglaublich, dass es in einer so großen Stadt derart kompliziert war einen Laden zu finden. Schließlich erblickte der junge Trainer jedoch einen und schlüpfte gerade noch rechtzeitig vor einer neuen Böe in das Geschäfft. Es sah mehr nach einem großen Kiosk aus, doch es gab hier Nahrungsmittel zu scheinbar vernünftigen Preisen. Es waren noch einige andere Kunden in dem Laden. Der Verkäufer, ein rundlicher alter Mann, schien sie alle zu kennen, denn er führte lautstark Gespräche über das Wohlbefinden aller und vor allem das Wetter, natürlich hautpsächlich den Wind betreffend.
    „Unglaublich in letzter Zeit, nicht auszuhalten!“, tönte er und eine Frau, die einige Zeitschriften begutachtete nickte abwesend.
    Dann bemerkte der Alte seinen neuen Kunden.
    „Guten Tag junger Mann! Kann ich dir helfen?“, fragte er freundlich und sprach dabei ziemlich laut. Wahrscheinlich hörte er schon nicht mehr so gut und merkte nicht in welcher Lautstärke er tatsächlich sprach. Paul schenkte ihm vorerst keine Beachtung, sondern schnappte sich eine Tüte, in welche er wahllos verschiedene Lebensmittel stopfte. Mit seiner Ausbeute trat er zu dem Verkäufer, der etwas komsich dreinsah. Offenbar hatte ihn Pauls Ignorieren irritiert.
    „Was kriegen Sie?“, fragte Paul ungeduldig und hielt dem Mann seine Tüte vor die Nase. Nun kam doch wieder Bewegung in den Alten und er begann Pauls Tüteninhalt zu inspizieren. Paul wurde mit der Zeit, die sich der Verkäufer in großen Maßen nahm, immer ungeduldiger. Vor allem das Gemurmel des Verkäufers, als er die Preise in seine Kasse eingab nervte zunehmden.
    „Cola, soso. Aha. Brot, Mhm“, mrumelte er abwesend. Der junge Trainer unterließ jedoch einen bissigen Kommentar. Ausnahmweise.
    Schließlich brachte es der Verkäufer doch noch fertig die Waren mit einem Preis zu versehen und Paul konnte endlich bezahlen. Als Paul erleichtert gehen wollte, sprach ihn ein vielleicht Zehn Jahre alter Junge mit stopeligen blonden Haaren an.
    „Pass besser auf mit dem ganzen Essen. Draußen bist du damit nicht sicher.“
    Diese Warnung machte Paul stutzig. Hielt der Junge ihn etwa für zu blöd, um eine Tüte im Wind festzuhalten?
    „Ich denke nicht, dass der Wind so schlimm ist“, brummte Paul deshalb unfreundlich und wollte sich an dem Ratgeber vorbeischieben, doch dieser setzte hastig nach:
    „Nein nein, es ist nicht der Wind. Es ist Skorgro und sein Skorglaschwarm! Sie klauen den Leute auf offener Straße das Essen!“
    Skorgro? Skorglaschwarm? Wovon redete dieser Kerl?
    „Was?“, blaffte Paul nur.
    Nun schaltete sich der alte Verkäufer ein.
    „Er hat Recht. Steck deine Sachen lieber gleich in den Rucksack und sieh zu, dass du schnell in ein Gebäude kommst. Seid ein paar Wochen schon machen diese Skorgla mit ihrem Anführer die Stadt unsicher. Wir wissen nicht, warum sie hier sind, aber sie klauen alles Essbare.“
    Paul schüttelte ungläubig den Kopf.
    „Sollten die es wagen, einen Versuch zu starten, werden meine Pokemon ihnen schon zeigen, was sie davon haben.“
    Der Alte und auch der Junge lachten kurz auf.
    „Das wirst du wohl kaum schaffen. Dieses Skorgro, das die Skorgla anführt, ist ungewöhnlich stark. Schon viele Trainer hier in Darang haben versucht es zu besiegen, doch bislang hat es noch jeden Gegner, der seinen Schwarm bedroht hat, ausgeschaltet“, sagte der Verkäufer spöttisch.
    Mit einem Mal war Pauls Interesse geweckt. Ein unglaublich starkes Skorgro? Nichts was man alle Tage zu hören bekam! Vielleicht war dieses Pokemon es wert gefangen zu werden. Der Boden-Flug-Typ machte es so oder so schon zu einem interessanten Kämpfer.
    „Was sollte ich tun, wenn ich Skorgro finden will?“, fragte Paul, er hatte ein breites Grinsen im Gesicht.


    Im Zentrum von Darang gab es eine große Parkanlage. Früher war dies ein Treffpunkt von vielen Familien gewesen, der ideale Ort für ein Picknick, da die Bäume den Wind abschirmten. Seid die Skorglas jedoch in der Stadt hausten, war der Park wie ausgestorben. Hier etwas zu Essen auszupacken war angeblich purer Selbstmord.
    Paul hatte vor sich dieser Ggefahr zu stellen. Er betrat den Park mit Snibunna im Schlepptau. Als Eistyp war es den Boden-Flug Pokemon deutlich überlegen. Sicher würde es leicht werden die Skorgla aus dem Weg zu räumen, um an Skogro ranzukommen. Die Leute im Laden hatte nicht übertrieben. Kaum hatte Paul einige Schritte gemacht, da zischte es über seinem Kopf und ein ganzer Schwarm fliegender Pokemon rauschte über ihn hinweg mit dem offensichtlichen Ziel ins Zentrum des Parks zu gelangen. Die Skorgla waren Fledermauspokemon, die die Scheren und den Schwanz einens Skorpions hatten. Ihre Haut war matt violett, die Flughäute dagegen blau.
    An ihrer Spitze flog ein Skorgro, das wie eine sehr viel größere Version der Skorglas aussah. Seine Haut war jedoch schwarz und seine riesigen gelben Augen stachen bösartig hervor. Allein optisch hatte dieses Pokemon etwas. Sicher war es ein nahezu perfektes Pokemon für Pauls Team!
    Schnell folgte Paul dem Schwarm, der ihn völlig ignorierte und stattdessen in die Mitte des Parks auf eine Wiese zuschoss.
    Wenn sie es nicht auf Paul abgesehen hatten, was lockte sie dann in diese Richtung? Da die Pokemon von den Sturmböen getragen wurden, war Paul deutlich langsamer als sie. Schon bald waren sie außer Sichtweite gelangt. Der junge Trainer gab dennoch nicht auf und lief in die Richtung, in der er den Schwarm vermutete.
    Während er durch die leeren Pfade des Parks spurtete, vernahm er mit einem Mal erschrockene Rufe. Es waren also noch weitere Fremde hier, die von dem Schwarm attackiert worden waren. Wenn Paul Glück hatte, hielten diese Leute die Pokemon lange genug an einem Ort, damit Paul sie einholen und bekämpfen konnte.
    Paul brauchte noch eine Weile, um in die Parkmitte zu gelangen. Was er dort vorfand konfrontierte ihn mit gemischten Gefühlen. Einerseits war der Schwarm zugegen. Die Skorgla hatten sich mit allerhand Essbarem in die Baumwipfel zurückgezogen, die sie offenbar kürzlich erbeutet hatten, das größere Skorgro dagegen hing lässig mit dem Kopf nach unten im Geäst und hielt sich mit seinem kräftigen Schwanz fest. In den Klauen hatte es Sandwiches, die es genüsslich verspeiste.
    Andererseits erkannte Paul die Gruppe von Bestohlenen. Wie es der böse Zufall wollte, handelte es sich um seinen ständigen Rivalen Ash samt Gefolge. Etwas verstört hatten sich die drei Menschen mit Pikachu, Plinfa und dem dicken Chelast von den Skorgla und ihrem Anführer zurückgezogen.
    Die wilden Pokemon hatten die Neuankömmlinge in Form von Paul und Snibunna offensichtlich noch nicht bemerkt. Der Trainer musste also schnellstmöglich zum Angriff übergehen, solange er noch diesen Vorteil auf seiner Seite hatte.
    “Snibunna, setz Eisstrahl auf Skorgro ein!”, befahl Paul so leise wie möglich, um die Aufmerksamkeit der Pokemon nicht auf ihn zu ziehen.
    Sogleich sammelte sich in Snibunnas Maul eine Ladung eiskalter Energie, welche sich in einem Strahl bläulicher Blitze entlud. Der Strahl zischte auf das ahnungslose Skorgro zu. Doch scheinbar alleine durch das verräterische Zischen stieg das angegriffene Pokemon alamiert in die Lüfte und entkam so dem Eisstrahl.
    Ash und seine beiden Freunde bewusst ignorierend entschied sich Paul das nun gewarnte Skogro weiter unter Druck zu setzen. Es durfte keine Gelegenheit bekommen sich aus dem Staub zu machen.
    “Los Kramurx! Dunkelnebel!”
    Paul warf den entsprechenden Pokeball und heraus kam das schwarze Vogelpokemon.
    Skorgro reagierte noch bevor der Angriff des soeben eingesetzten Pokemons beginnen konnte. Es schrie einen seltsamen Laut, woraufhin eine ganze Meute der Skorgla sich auf Kramurx stürzte.
    Paul sah sich gezwungen sein Pokemon aus der Gefahrenzone zu bringen.
    “Steigflug!”, rief er gerade noch zur rechten Zeit, sodass sein Pokemon die Skorgla unter sich hinwegfliegen lies.
    Fast paralel mit dem Gegenangriff der Skorgla frischte der Wind auf. Ein starker Luftstrom fegte durch den Park. Die wilden Pokemon nutzten die Gunst der Stunde, um sich behände in die Böe zu stürzen und somit weit hinaus in die Stadt getragen zu werden. Sie waren Paul entkommen.
    Während Ash sich mit einem Nachzügler der Skorgla zu prügeln schien, blickte Paul dem Schwarm nach. Das Skorgro hatte hervorragende Reflexe gezeigt, als es dem Eisstrahl so leicht ausgewichen war. Außerdem wusste es die Winde perfekt zu nutzen. Ohne auch nur einen Angriff dieses Pokemons gesehen zu haben, wusste Paul, dass die Gerüchte, die er im Supermarkt über Skorgro aufgeschnappt hatte, wahr waren. Es war ein erstklassiges Exemplar.
    Enttäuscht ob des fehlgeschlagenen Fangversuches, beförderte Paul Snibunna und Kramurx zurück in ihre Pokebälle.
    “Dieses Skorgro”, sagte Paul an Ash gewandt, welcher, nachdem er das Skorgla nun losgeworden war, zu Paul blickte, “macht seinem Ruf alle Ehre, findest du nicht?”
    Er war sich ziemlich sicher, das Ash noch nicht ein Wort über Skorgro gehört hatte, sonst wäre er nicht so überrascht worden. Ganz bewusst spielte Paul mit seiner Aussage auf diese offensichtliche Leichtfertigkeit an.
    Ash schien die verborgenen Beleidigung nur zu gut zu verstehen und antwortete grimmig: “Dann bist du also hier um Skorgro zu fangen?”
    Paul hatte nicht das Bedürfnis mit dem Taugenichts hier ins Gespräch zu kommen, er musste schließlich seine “Beute” einholen.
    “Komm mir nicht in die Quere, ja?”, knurrte er deshalb und verließ den Park in die Richtung, in welche die Windböe den Pokemonschwarm getrieben hatte.


    Paul schritt durch die im Moment sehr leeren Straßen der Stadt und hielt ungeduldig nach den Skorgla Ausschau. Nun suchte er schon mehr als eine Stunde und noch ließ sich nicht mal ein Zeichen erkennen, wo die Pokemon sich aufhalten konnten. Die Winde erschwerten sein Vorankommen zudem erheblich. Immer wieder musste er sich an die Vorrichtungen an den Masten klammern, um nicht davongeweht zu werden. Da die Böen zu dieser Tageszeit am stärksten waren, hieltensich kaum Menschen draußen auf. Paul überlegte bereits, ob er seine Suche nicht auf den Abend verlegen sollte. Doch konnte es sein, dass die Skorgla mit ihrem Anführer die Stadt bis zum Abend vielleicht schon wieder verließen. Was hielt sie überhaupt hier? Der natürliche Lebensraum dieser Pokemon war schließlich der Wald und nicht eine belebte Großstadt wie diese. Noch dazu war Darang eine Stadt voller Wolkenkratzer, die die starken Winde noch verstärkten. Ein Pokemon, das sich vom Wind tragen ließ war hier eigentlich vollkommen fehl am Platz, dachte Paul. Irgendetwas hielt die Pokemon also hier. War es das reichliche Essen, das die Bewohner sich abluchsen ließen? Oder hatten die Skorgla und das Skorgro vielleicht gar keine Wahl als hier zu bleiben?
    Paul dachte angestrengt nach, während er vor einem weiteren Luftstoß in eine Gasse floh.
    Er zog seinen Pokedex hervor, der ihm Informationen über die beiden Pokemon lieferte.
    “Skorgla segelt lautlos durch die Lüfte. Es verankert sich mit Hilfe der Krallen an seinen Hinterbeinen und der riesigen Scheren an seinen Vorderbeinen am Gesicht eines Feindes fest und vergiftet ihn mit seinem Giftstachel.
    Skorgro. Es hängt kopfüber von einem Ast und beobachtet seine Beute. Bei Gelegenheit stürzt es sich auf sie. Erwischt es auch nur ein Lüftchen auf die richtige Weise, kann es ohne einen Flügelschlag den Erdball umkreisen.”
    Diese Angaben halfen Paul nicht wirklich weiter. Also durchforstete er den Speicher des elektronischen Lexikons nach weiteren Informationen. Er fand heraus, das Skorgla überraschenderweise deutlich mehr wog als Skorgro, obwohl dieses viel größer war. Daher konnte sich das Pokemon wahrscheinlich so behände bewegen. Desweiteren verständigten sich die beiden Pokemonarten mit Hilfe von Schallwellen und nutzten diese auch, um Hindernisse zu erkennen. Das musste es sein!
    Durch die vielen Gebäude der Stadt konnten die Schallwellen den Pokemon nicht mehr wirklich bei der Orientierung helfen. Wahrscheinlich fanden sie den Weg aus der Stadt nicht mehr und fühlten sich zeitgleich zu wohl, um größere Anstrengungen zu unternehmen. So musste es sein.
    Also bestand letzlich kaum ein Grund sich übertrieben zu beeilen.
    Es blieb Zeit nachzudenken. Paul überlegte, wie er die Pokemon effektiv aufspüren konnte, ohne den ganzen Tag durch die Stadt zu irren. Durch die vielen hohen Gebäude musste er schon sehr viel Glück haben, um die Pokemon durch Zufall zu sehen. Er konnte ja nichtmal von einer Straße zur anderen sehen!
    Der Gedankengang machte ihn stutzig. Vom Boden aus waren seine Erfolgsaussichten sehr gering. Was aber, wenn er von weiter oben auf die Straßen herabsah?
    Paul sah zu den beiden Gebäuden, die die Gasse bildeten, in welcher er sich befand. Beide schienen alt und verlassen. Perfekt, um sich auf das Dach zu stehlen!
    Er brauchte eine Wele, bis er eine Tür entdeckt hatte. Es kam ihm zu Gute, dass die Straßen wie leergefegt waren. Falls es verboten war, die maroden Häuser zu betreten, so würde er wenigstens nicht entdeckt werden.
    Durch eine verrostete Eisentür betrat Paul das verlassene Haus. Innen fehlte es an jeglicher Einrichtung. Das Gebäude schien schon länger leerzustehen. Die Treppen wirkten trotz des offensichtlich schlechten Gesamtzustandes des Hauses sehr stabil. Paul machte sich an daran sie hinaufzusteigen.
    Es dauerte annähernd zehn Minuten bis Paul völlig erschöpft das Dach erreichte. Es war sehr flach und hatte kein Geländer oder ähnliches, sodas Paul nach Atem ringend problemlos nach unten sehen konnte.
    Während er sich von seinem vielleicht etwas zu überstürzten Treppensteigen erholte, blickte er aufmerksam umher, immer nach einem Zeichen der Skorgla und des Skorgros Ausschau haltend.
    Plötzlich fiel ihm etwas ins Auge. Ein Lastwagen mit offenem Anhänger stand etwa einen Kilometer weit weg neben einem abgerissenen Hochhaus. Paul konnte nicht sehen womit er gefüllt war, doch was seine Aufmerksamkeit erregte waren die violetten Leiber die sich um die Fracht stritten. Das mussten die Skorgla sein! Und wo sie waren, da war auch Skorgro sicher nicht weit.
    Endlich hatte er sie wiedergefunden! Nun musste Paul nur noch schnellstmöglich zu ihnen gelangen. Er sah die Treppe an und machte sich unwillig auf den Weg nach unten.


    Paul brauchte zu lange, um die Treppen wieder hinabzusteigen. Er merkte dies schon, als er mit immer schwerer werdenden Beinen eine Stufe nach der anderen nahm. Und tatsächlich: Als er auf die Straße hinaustrat, stand der Lastwagen zwar noch an Ort und Stelle, doch die Pokemon waren bereits wieder verschwunden. Bis auf eines. Wie schon im Park schien ein Skorgla Schwierigkeiten zu haben mit seinem Schwarm zusammenzubleiben. Es war beim Lastwagen zurückgeblieben und machte sich erst jetzt daran, seine Artgenossen einzuholen. Das war eine günstige Gelegenheit, die Paul sich nicht entgehen lassen wollte!
    Die Müdigkeit vergessend nahm Paul die Verfolgung des etwas konfus wirkenden Pokemons auf. Es zischte schnell durch die Gassen und ließ sich vom Wind vorantreiben. Dennoch schien es genau zu wissen, wo es seinen Schwarm finden würde. Paul hatte Probleme Schritt zu halten, daher befreite er sein Snibunna aus dessen Pokeball. Seine Jagdinstinkte würden im Notfall sicher hilfreich sein.
    Gerade bog Skorgla scharf auf eine der Hauptstraßen ab und Paul folgte sprintend, sein eigenes Pokemon im Schlepptau. Und dann hatte er es endlich erblickt. Das verfolgte Skorgla flog gerade auf den Rest seines Schwarmes zu, der angeführt von Skorgro auf Paul unnd Snibunna zuflog, wobei die Pokemon eine Gruppe Menschen verfolgte. Wahrscheinlich wollten sie ihnen das Essen abluchsen.
    “Eisstrahl!”, befahl Paul seinem Pokemon, welches prompt die eisige Energie abschoss.
    Die Menschengruppe sowie das reaktionschnelle Skorgro entkamen dem Angriff, doch die gesamte Gruppe Skorgla, denen sich nun auch der Nachzügler wieder angeschlossen hatte, wurde von der Attacke erfasst und zu einem großen Eisklumpen gefroren.
    “Jetzt Blizzard!”
    Snibunna griff nun auf seine stärkste Attacke zurück. Ein eisiger Sturm mit Eissplittern bestückt wurde aus seinem Maul entfesselt. Skorgro konterte, indem es mit seinen Flügel schlug. Es entfachte so die Attacke Sandsturm, welche Blizzard hinwegfegte und auch die Skorgla aus dem Eis befreite.
    Paul und Snibunna musste sich die Arme schützend vor die Gesichter halten, um dem Sand zu entkommen. Die wilden Pokemon nutzten die Chance um in eine Gasse zu fliehen. Schnell nahmen Paul und sein Pokemon die Verfolgung auf.
    “Hey, wartet gefälligst!”, schrie Paul erbost hinter den feigen Pokemon her. Er musste dieses Skorgro unbedingt haben!
    Durch die Gasse spurtend schleuderte er einen weiteren Pokeball, der Elektek freisetzte. Natürlich waren dessen Elektroattacken wirkungslos gegen Bodenpokemon, doch vermengt mit einer Eisattacke von Snibunna richteten sie ebenfalls großen Schaden an.
    “Elektek, Donner! Snibunna, Eisstrahl!”
    Die beiden Pokemon setzten zum Angriff an. Skrogro unterbrach plötzlich die Flucht und hetzte mit aufgeregten Rufen seinen Schwarm auf die Verfolger. Wild durcheinander fliegend verwirrten die Pokemon Elektek und Snibunna, welche ihre Angriffe utnerbachen. Sie wusste nicht mehr welches Ziel sie angreifen sollten.
    “Konzentriert euch gefälligst! Elektek Donnerschlag!”
    Auch diese Attacke würde kaum Wirkung zeigen. Da sie jedoch mit einem Schlag einherging, wurde allein die Wucht den Skorgla eine Lehre sein.
    Elektek holte weit aus und schlug ein ganzes Dutzend der Skorgla zu Boden.
    Schneller als Paul oder eines seiner Pokemon reagieren konnten, quitierte Skorgro den Angriff auf seinen Schwarm mit einer Kreuzschere. Dabei leuchteten seine beiden Klauen bläulich auf und vollführte einen beidhändigen Hieb über Kreuz gegen Elektek, welches von der Wucht weggeschleudert wurde und Snibunna und Paul mit von den Füßen riss. In einem Knäuel aus Händen und Füßen verhedderten sich die drei inneinander und kamen versuchten vergeblich wieder auf die Beine zu kommen.
    “Du dummes Mistvieh, geh von mir runter!”, schmimpfte Paul wütend und stieß sein Elektek grob von sich. Endlich hatten die drei sich entwirrt und standen wieder aufrecht. Zu Pauls Überraschung waren nun Ash, Lucia und Rocko zugegen. Sie musste die Gasse erreicht haben, während Paul am Boden gelegen hatte. Nun redeten sie gestenreich auf Skorgro ein und lenkte es ab. Perfekt! Endlich erwies sich dieser Haufen von Nervensägen mal als nützlich.
    “Donner und Eisstrahl auf Skorgro, beeilt euch!”
    Prompt feuerten Pauls Pokemon die Attacken ab, welche sich auf dem Weg zu ihrem Ziel vermischten und zu einem Strahl mächtiger Energie wurden. Diese Energie traf Skorgro frontal und ließ es unsanft zu Boden gehen.
    “Jetzt entkommst du mir nicht!”, rief Paul entschlossen und schleuderte einen leeren Pokeball aus seinem Gepäck auf das benommene Skorgro. Dieses wurde eingesaugt. Der Pokeball wackelte und wackelte am Boden, während sowohl Paul als auch Ash auf diesen starrten. Schließlich erlosch ein rotes Signal an dem Gerät und bestätigte somit einen erfolgreichen Fang. Zufrieden hob Paul den Ball auf und vollzog den Scan mit seinem Pokedex. Das Skorgro beherrschte neben den bereits bekannten Attacken Kreuzschere und Sandsturm auch Erdbeben und Guillotine.
    “Dieses Skorgro kann mir sehr nützlich sein”, murmelte Paul zufrieden und steckte den Pokeball weg.
    Ash schien erst jetzt zu realisieren, dass Paul soeben erfolgreich seinen “Gesprächspartner” eingefangen hatte. Wütend schrie er Paul entgegen: “Warte! Was soll jetzt mit den ganzen Skorgla werden, Paul?”
    Verächtlich antwortete dieser: “Das ist mir vollkommen egal, verstanden?”
    Ash ballte erbost die Faust.
    “Was hast du du gesagt?”, fragte er ungläubig, obgleich er sehrwohl verstanden hatte, was Paul gesagt hatte. Im gleichen Maße zornig stürzte sich nun eines der Skorgla auf Paul.
    Mit offensichtlichem Vergügen schlug Elektek es zu Boden, bevor es seinem Trainer auch nur ein Haar krümmen konnte. Zufrieden mit sich und seinem Erfolg, beförderte Paul seine beiden Pokemon zurück in die Pokebälle.
    Mehr zu sich selbst als zu jemand anderem sagte er: “Ich habe echt genug von dieser Stadt, Ich verschwinde.”
    Noch während er die Gasse verließ, hörte er wie unter den nun führerlosen Skorgla die Panik ausbrach. Mit einem boshaften Grinsen berührte Paul den Pokeball seines neuen Pokemons in der Tasche. Ja, dieses Pokemon hatte nun eine andere Aufgabe.