Beiträge von Godfrey

    Sportfotografie gehört zur Königsklasse der Fotografie, also ja, das ist sehr schwer. Du kannst zwar drauf halten, aber richtig gute Fotos brauch sehr viel Übung, extrem schnelle Reflexe, Erfahrung (um gute Momente vorauszuahnen) und auch die entsprechend schnelle Technik. Gerade beim Fußball ändert sich so schnell die Richtung, da ist der Ball schneller aus deinem Fokus, als du fokussiert hast.
    Prinzipiell ist dabei wichtig: Ball muss im Bild sein, gute Haltung des/der Spieler, Zweikämpfe oder Portraits, wenig Ablenkendes im Hintergrund (also kein Weitwinkel, sondern ein starkes Tele verwenden). Und unbedingt den nachführenden Fokus verwenden!


    Auf dem Jahrmarkt ist es wesentlich einfacher, such aber auch interessante Details und Perspektiven. Bei schnellen Fahrgeschäft sollte auch hier der nachführende Fokus aktiviert werden...

    Wettbewerb 07/2017
    "Blaue Stunde"



    Foto: @Godfrey



    Willkommen zum siebten Wettbewerb der Saison 2017!


    Der Mai ist eine gnadenvolle Jahreszeit zum Fotografieren: Die Temperaturen steigen allmählich und die Tage sind lang - perfekt um abends noch mal mit der Kamera loszuziehen. Eure Aufgabe in diesem Monat besteht darin, die magische Zeit zwischen Sonnenuntergang und Nacht bzw. zwischen Nacht und Sonnenaufgang - also in der Dämmerung - zu nutzen, um eindrucksvolle Motive einzufangen. Findet dafür nicht nur ein geeignetes, spannendes Motiv, sondern achtet auch auf euer Timing: Wenn der Himmel ungefähr die gleiche Helligkeit wie euer Hauptmotiv hat, braucht ihr euch um die Belichtung nur noch wenige Gedanken machen, dafür werdet ihr mit faszinierenden Lichtspielen belohnt. Ob ihr euch nun für eine Landschaft oder ein städtisches Motiv entscheidet, sei euch überlassen. Auch Portraits und Tieraufnahmen wären möglich, haben jedoch einen extrem hohen Schwierigkeitsgrad.


    Beachtet, dass auch diesem Wettbewerb die Votingpflicht gilt! Alle Teilnehmer verpflichten sich mit ihrer Teilnahme, zu voten! Dabei kann dies per Privater Nachricht an den Leiter erfolgen (Kurzform, nur Punkte sowie ein begründender Satz für die meistbepunktete Abgabe) oder wie gewohnt begründet im entsprechenden Voting-Topic. Sollte der Vote nicht im entsprechenden Zeitraum getätigt werden, wird der- oder diejenige disqualifiziert! Mehr zum Thema findet ihr unter diesem Link.


    Wie gewohnt gelten auch hier die üblichen Wettbewerbsregeln bzw. die Regeln des Fotografie-Bereiches sowie die Nutzungsbestimmungen des Forums.



    Anmelde- und Abgabeschluss ist der 15. Mai 2017, 23:59 Uhr.
    Das Voting selbst wird im Laufe des 16. Mai starten.
    Abgaben, die nach Ablauf der Frist eintreffen, werden nicht mehr berücksichtigt.



    Eure Abgaben sendet ihr bitte bis dahin in einer Konversation (Private Nachricht) an mich, @Godfrey.
    Im Namen des Fotografie-Teams wünsche ich euch viel Erfolg und natürlich auch Spaß bei diesem Wettbewerb!

    Der Wettbewerb "Tristesse" ist beendet und wir kommen gleich zur Siegerehrung.


    Ich hatte den Eindruck, dass vielen das Thema schwer viel, mit den Abgaben und auch mit dem Vote. Gut, das soll ein F-Vote auch sein. Doch viele hatten wohl Schwierigkeiten mit der Definition von "trist". Einige sind auf die Idee gekommen, bei Wikipedia nachzulesen, bei anderen habe ich gezweifelt, als ich so manche Begründung gelesen habe. Wiki sagt, Tristesse sein "ein Gefühl oder einen ästhetischen Eindruck der Traurigkeit, der Trübseligkeit, des Jammers oder der Ödnis. Sie kann sowohl zur Beschreibung von Emotionen oder Stimmungen als auch zur Bezeichnung von Zuständen, Gegenständen oder Orten verwendet werden."
    Ich hoffe einfach mal, dass sich auch die Voter in Zukunft etwas mehr mit dem Thema eines Wettbewerbs auseinander setzen, denn die eine oder andere Begründung lag da meiner Meinung nach ein wenig abseits der Spur.


    Doch nun zur Siegerehrung!


    Es war wahrlich ein Kopf-an-Kopf-Rennen! Die Abgaben 1, 2, 5 und 6 haben sich ein würdiges Duell geliefert und die Abgaben trennten jeweils nur ein Punkt. Leider hat @Kiba. die Voting-Pflicht, obwohl es immer wieder betont wurde, nicht beachtet und musste laut Regeln leider disqualifiziert werden. Damit geht die leider Platz 1 flöten!



    Zwei User haben verdeckt gevotet. Zum einen hat becci diese Möglichkeit genutzt, zum anderen musste ich als Leite auch meinen Vote zu Beginn abgeben. Diesen Vote hat Tai am 17.04. per PN in Empfang genommen. Beide Bepunktungen und Bewertungen folgen nun hier:



    Titelfoto: "Awake/Not Dreaming"
    Canon EOS 5DS R mit Laowa 60mm f/2.8 2:1-Supermacro
    @ 60mm (KB), ISO-1600, 1/100 Sek., RAW, 2x 135W Softboxen


    Let me close my eyes and dream about the forrest and the trees
    and the beauty they reveal when I laid my eyes on them
    Let me color all your shadows make them shimmer in the night
    and stay there when you leave give me that one last memory


    Run when there is no place for us to be lost
    run when there is no chance for us to live on
    - Fahrenhaidt, "Run"





    Abgabe 1
    + sehr poetischer Titel gut im Bild umgesetzt (bzw. guten Titel für das Bild gefunden)
    + gut gesetzter Fokus auf die Seifenblasen bei gleichzeitiger Unschärfe der Protagonistin
    + bunte Fabrgebung in den Details der Blasen gibt schöne Highlights
    - Hintergrund ist mir zu inhomogen, die Schatten (Protagonistin) mir persönlich auch zu dunkel
    Thema: schöne Umsetzung, da allein die Seifenblasen ein Symbol für Heiterkeit darstellen. Der Kontext durch den Titel tut auch gut!


    Abgabe 2
    + tolles Bokeh und gute Freistellung, trotzdem schöne Musterung im Hintergrund
    + gute und knackige Schärfe, sanfte Farben, schöne Platzierung abseits der Mitte und tolle Farbigkeit aus viel Grün und einem Schimmer von Blau - all das trägt zur harmonischen Bildwirkung bei
    Thema: prinzipiell kann man hier von einem heiteren Bild sprechen, aber trotzdem wirkt das alles ein wenig lau für dieses Thema - da hätte ich gerne noch etwas mehr gehabt als einen kleinen Zweig
    Titel: Die Betonung des Fragilen finde ich eher hinderlich, wenn es um Heiterkeit geht, Beauty ist da schon passender


    Abgabe 3
    + Tolle Szene mit großen Emotionen, wirkt direkt ansteckend
    + insgesamt schönes Lichtspiel
    - nur leider sind die Affen zu dunkel
    - leider sitzt der Fokus zu weit vorne und nicht auf den Gesichtern der Affen
    Thema: sehr gut getroffen
    Titel: etwas lahm


    Abgabe 4
    + interessante Lichtstimmung und fröhliche Farbigkeit
    + Gute Tiefenwirkung aufgrund der Schärfe
    - das Cyan des Himmels frisst bereits aus
    - aufgrund der Helligkeitsunterschiede sticht der nach oben ragende Zweig schneller ins Blickfeld, die Schärfe liegt jedoch auf dem nach unten links strebenden - der geht jedoch optisch unter
    ~ das Motiv hätte besser gewirtk, wenn der Zweig noch dichter und dominanter gewesen wäre, gerade um auch den Effekt des Weitwinkels maximal auszukosten
    Thema: wie Abgabe 2, aufgrund der Lichtreflexe aus dem Hintergrund jedoch die thematisch bessere Umsetzung, auch wenn "a technisch sauberer ist
    Titel: Wortspiele sind nicht schlecht, aber dieses hier erschließt sich mir nicht so ganz. Ich vermute einen Bezug auf die unscheinbaren Blüten?! Hm...


    Abgabe 5
    + tolles Motiv mit klarem Bezug zur Zivilation
    + starke Aussage der kampfhaften Natur (Pflanze vs. Asphalt / "Das Leben findet immer einen Weg")
    + gut gesetzter Fokus, schöne Tiefenwirkung durch Unschärfe im HG und die Staffelung der Objekte im Raum (Blüte, erstes Auto, zweites Auto)!
    - kleine Mankos: Belichtung aufgrund der großen Helligkeitskontraste sehr unausgeglichen - da hilft ur das RAW-Format und eine harte Tiefen/Lichter-Bearbeitung, etwas schiefer Horizont
    Thema: Prinzipiell könnte man auf den Gedanken kommen, dass auch hier "nur wieder eine Blüte" für die Themenumsetzung sorgen soll. Ich sehe nunmehr aber den Konflikt zwischen der hartnäckigen Pflanze, die sich durch die schmale Spalte drängt. Wenn das nicht Heiterkeit ist, dann weiß ich auch nicht...


    Punkte:
    A5 - 2 Pkt.
    A2 - 2 Pkt.

    Ja, definitiv!
    Ich hatte zuerst das 1.8 II und hab es letztes Jahr durch das STM ersetzt. Neben dem Metall-Bajonett und der besseren Verarbeitung ist vor allem der Fokusmotor extrem viel schneller, leiser und präziser. Die Auflösungsqualität ist bei beiden gut. Aber wenn, würde ich nur noch das STM kaufen. Das IIer ist eh aus dem Sortiment genommen und es gibt maximal noch Restbestände.

    Oha, wir haben einen neuen Experten gefunden :D  
    Sehr gut @Kahosii
    Das Sigma 17-70mm kann ich auch uneingeschränkt empfehlen, habe damit auch schon oft gearbeitet und es ist sehr knackig in der Schärfe, flott im fokus und hat zudem auch einen Stabilisator, der brauchbar ist! Die Offenblende ist für ein sogenanntes Standard-Zoom auch wirklich gut und die Auflösungsleistung wirklich hervorragend für den Preis!

    Ich möchte selbst mal aus @Deoxys74s aktuellem Update das Foto "Starting" nominieren, da es einfach perfekt den Moment einfängt: tolle Pose, die Spur im Wasser als Detail, das der zum Schrei geöffnete Schnabel. Als passionierter Tierfotograf komm ich um dieses Bild nicht drum rum! Ganz, ganz tolles Foto, das die Nominierung mehr als verdient!!

    Ich hab definitiv meine Steuererklärung bis jetzt vernachlässigt. Und um mal alles zusammen zu suchen, muss ich meine Schubfächer mal ausmisten. Die hab ich nämlich auch konsequenz vernachlässigt :S  
    Also: zum Angriff!!


    Ich hätte gern eine Verantwortung gesehen!

    Achtung! @Tai


    Irgendwie sind mir glattweg zwei PNs und damit Abgaben vom Anfang des Monats durch die Lappen geflutscht. Es sind also noch zwei Fotos dazu gekommen! Dadurch hat sich auch die Gesamtpunktzahl verändert, @Tai, vielleicht magst du den einen zusätzlich noch vergeben ;)

    Wettbewerb 06/2017
    "Tristesse"



    Foto: @Roque


    Willkommen zum sechsten Wettbewerb der Saison 2017!


    Beide Wettbewerbe in diesem Monat widmeten sich einem Gegensatz: Heiterkeit gegen Tristesse. Dabei entfielt die schwerere auf unsere fortgeschrittenen Fotografinnen und Fotografen. Tristesse bedeutet Trübseligkeit, Ödnis und auch Langeweile. Es beschreibt primär eine Emotion, ein Gefühl der Traurigkeit. Beachtet bitte bei den Abgaben, ob diese Gefühle inhaltlich in den Motiven zu finden sind! Geht aber gern auch auf die technische Umsetzung sowie die Bearbeitung der Fotografien ein!



    Für diesen Wettbewerb sind fünf gültige Abgaben zustande gekommen. Das bedeutet, ihr könnt bis zu 6 Punkte vergeben, jedoch maximal 3 für eine einzelne Abgabe.


    Das Ende der Votingphase ist der 30. April 2017, 23:59 Uhr.


    Achtung! Voting-Pflicht!
    Alle Teilnehmer haben sich mit ihrer Abgabe verpflichtet, ebenfalls zu voten. Es gelten die üblichen Regeln. Ihr könnt jedoch anstelle des normalen öffentlichen Votes auch per PN an mich in Kurzform (Begründung nur für Abgabe mit meisten Punkten notwendig) abstimmen.


    Auch hier sind die Wettbewerbsregeln bzw. die Regeln des Fotografie-Bereiches sowie die Nutzungsbestimmungen des Forums zu beachten.





    Im Namen des Fotografie-Teams wünsche ich allen Teilnehmer/innen viel Erfolg beim Wettbewerb sowie allen Votern viel Freude am Bewerten und Bepunkten!

    Fotografenschule - Lektion 4
    Selektive Schärfe


    Einfach auf den Auslöser zu drücken macht noch lange kein gutes Foto. Viele Faktoren beeinflussen das Ergebnis - neben den motivischen eben auch die technischen. Kaum ein anderer technischer Faktor hat so eine tief gehende Auswirkung auf die Güte einer Fotografie wie der Fokus. Dieses Kapitel soll euch erklären, welche Grundlagen ihr beherrschen solltet und wie die "Schärfe" gekonnt und gezielt einsetzen könnt.



    Wozu Schärfe?


    Warum muss ein Foto eigentlich scharf sein? Klare Antwort: Weil man sonst nichts erkennt. Ein unscharfes Bild löst im schlimmsten Fall Ahnungslosigkeit und Kopfschmerzen beim Betrachter aus - und er stellt sich die Frage, warum er sich mit euren bildlichen Ergüssen beschäftigen soll. Jedoch gilt auch nicht unbedingt immer der Umkehrschluss, dass das gesamte Foto knackscharf sein muss.


    Schärfe darf gern selektiv sein, das bedeutet, dass ihr besonders die Motivbereiche scharf abbilden könnt, welche für eure Bildaussage wichtig sind. Ob und inwieweit andere Punkte im Bildausschnitt ebenfalls scharf sein sollen, bleibt euch überlassen. Doch diese Überlegung (und Entscheidung) wirkt sich auf das Gesamtbild aus - es lohnt sich also, wenn ihr euch vor dem Betätigen der Kamera ein paar Gedanken über die Wirkung macht.


    Primär dient die Schärfe dem Herausarbeiten des Hauptmotivs. Das, was in eurem Bild wichtig ist, sollte in aller Regel scharf sein. Der Kontext eures Fotos, z.B. Nebenmotive oder der Hintergrund, können ebenfalls scharf sein oder lediglich angedeutet bleiben (leicht unscharf) oder komplett in Unschärfe versinken, wenn sie keine Rolle in der Bildaussagen spielen. Ein clever platzierter Fokus lenkt als den Blick eures Betrachters - die gekonnt platzierte Schärfe im Bild hilft eurem Betrachter, eure Gedanken bei der Aufnahme zu verstehen.


    Wichtig für das Grundverständnis ist es, zu begreifen, dass sich die Schärfe nicht wie ein Fleckenteppich verhält. Schärfe lässt sich nicht an beliebigen Punkten im Bildausschnitt hin malen. Vielmehr ist Schärfe eine Ebene, die sich parallel zur Sensorebene bewegt und eine Tiefe besitzt. Alle Objekte, die sich innerhalb dieser befinden, werden scharf abgebildet. Objekte, die sich hingegen vor oder hinter dieser Ebene befinden, werden mit zunehmender Distanz zu dieser Ebene immer unschärfer und verwaschener. Das bedeutet auch, dass Objekte, welche an sich tiefer sind als die Ebene, nicht komplett scharf dargestellt würden. Die Tiefe dieser Schärfeebene ist jedoch ebenso flexibel, wie es eure Kamera dies zulässt.



    Den Fokus dem Motiv anpassen


    Wie schon im ersten Abschnitt angedeutet, ist das blinde Platzieren der Schärfe im Bild meist weniger erfolgversprechend. Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten und Techniken, wie ihr die Schärfe modellieren und sie euch so zunutze machen könnt.


    Wohin fokussieren?


    In erster Linie sollte das Hauptmotiv auch den schärfsten Bereich des Bildes darstellen. Das muss aber weder zwangsweise in der Bildmitte sein, noch muss der schärfste Punkte dicht vor eurer Kamera liegen. Eine weniger offensichtliche Position kann unter Umständen zum Erkunden des Bildes einladen und zu überraschenden Momenten beim Betrachter führen, dennoch muss es in jedem Fall klar und deutlich bleiben, welches Element in eurem Motiv auch das wichtigste ist.


    Fallstricke


    Sucht der Betrachter zu lange nach dem Hauptmotiv und Hauptschärfebereich, verwirrt es ihn und er verliert das Interesse (ausgenommen sei hier die abstrakte Fotografie). Ebenso, wenn die scharfen Anteile im Bildausschnitt zu klein werden oder große unscharfe Bereiche den Vordergrund dominieren, kann das scharfe Hauptmotiv überschattet werden - die Bildaussage wäre unklar und der Betrachter hat keine Chance, die Intention des Fotografen nachzuvollziehen.



    Schärfentiefe


    Der Begriff Schärfentiefe beschreibt nichts anderes als die Ausbreitung des Schärfebereichs. Zum besseren Verständnis muss man sich erst einmal darüber klar werden, dass die Schärfe prinzipiell als eine Ebene im Raum liegt, parallel zur Sensorebene. Motive, die in dieser Ebene liegen, werden scharf abgebildet. Objekte vor oder hinter dieser Ebene werden unscharf dargestellt. Diese Schärfeebene hat jedoch eine Tiefe oder "Dicke" - das bedeutet, dass auch Objekte, die leicht vor oder hinter der eigentlichen Ebene liegen, immer noch scharf wahrgenommen werden. Die Tiefe dieser Schärfeebene kann durch mehrere Faktoren beeinflusst werden (siehe übernächster Absatz) - dadurch erhält man die Kontrolle darüber, welche hintereinander liegenden ("gestaffelten") Objekte im Bildausschnitt scharf werden sollen und welche nicht! Beschrieben wird dieser Zusammenhang mit dem Begriff "Schärfentiefe". In diesem Zusammenhang sei noch mal erwähnt, dass sich die Schärfentiefe vom Fokuspunkt aus zu einem Drittel vor dem Motiv und zu zwei Dritteln hinter jenem ausbreitet.


    Nutzen einer dünnen und tiefen Schärfeebene


    Die einfachste Nutzung einer sehr schmalen Schärfentiefe liegt darin, unwichtige Bereiche im Bildausschnitt auszublenden - quasi in Unschärfe versinken zu lassen. Portraits sind dafür ein gutes Beispiel: Der Fokus des Betrachters soll auf das Gesicht (konkreter: auf die Augen) gelenkt werden, der Hintergrund soll dabei nicht stören. Daher wählt man optimalerweise eine dünne Schärfentiefe. Jedoch sollte im Allgemeinen darauf geachtet werden, dass auch das ganze Gesicht - von der Nasenspitze bis zum Haaransatz - scharf bleibt. Daraus muss man schlussfolgern, dass die Schärfentiefe zwar schmal sein soll, aber eben auch nicht zu schmal - oder anders formuliert: Der Fotograf muss die Schärfentiefe seinem Motiv anpassen.


    Um umgekehrten Fall benötigt die klassische Landschaftsfotografie eine eher große Schärfentiefe. Zumeist liegt im Hintergrund eine landschaftliche Kulisse, die durch ein prägnantes Detail im Vordergrund ergänzt wird - beides sollte scharf sein. Entsprechend muss der Fotograf auch hier die passenden Einstellungen wählen, um diese Ziel zu erreichen.


    Faktoren, die die Schärfentiefe beeinflussen


    Die folgenden Möglichkeiten lassen euch die Schärfentiefe beeinflussen, jeder einzelne bringt auch Einschränkungen mit sich, manche Faktoren fallen auch schon aufgrund der Eigenheiten des Motivs weg - die Wahl der passenden Faktoren ist also der Schlüssel zum Erfolg. Es ist jedoch auch unabdinglich zu wissen, dass sich die einzelnen Faktoren untereinander beeinflussen!

    • Blende:
      Ist die Blende weit geöffnet (z.B. f/2.8 oder f/1.4), wird die Schärfentiefe geringer, euer Hintergrund verschwimmt in einem weichen Bokeh. Eine geschlossene Blende (z.B. f/16 oder f/22) hingegen erhöht die Schärfentiefe - der Nachteil dabei: Geschlossene Blenden verringern das einfallende Licht, entsprechend muss die Belichtungszeit verlängert oder der ISO erhöht werden.
    • Lange Brennweite:
      Je länger die Brennweite, desto schmaler die Schärfentiefe. Mit einem Tele (z.B. 200mm) erzeugt ihr also schnell ein weiches Bokeh - einer der Gründe dafür, dass Teleobjektive besser für Portraits geeignet sind. Ein Weitwinkel (z.B. 16mm) hingegen erzeugt schnell eine sehr große Schärfentiefe - daher sind sie bestens für Landschaftsaufnahmen geeignet. Mit einem Weitwinkel ein weiches Bokeh zu erreichen, ist entsprechend schwierig - ebenso wie mit einem Tele ein von vorn bis hinten knackscharfes Foto.
    • Geringer Motivabstand:
      Je dichter das Motiv, desto geringer(!) wird die Schärfentiefe. Euer Bokeh wird also weicher, je dichter ihr heran geht! Die Einschränkung erzeugt das Motiv - ihr könnt für ein Portrait natürlich nicht maximal nah heran gehen, da ihr dann eben nur noch einen Ausschnitt des Gesichtes hättet. Das Motiv schränkt den Spielraum also ein! Den Extremfall stellen logischerweise Makroobjektive dar: Da man mit diesen Objektiven im Normalfall extrem dicht an das Motiv herangeht (um einen größtmöglichen Abbildungsmaßstab zu erhalten), wird die Schärfentiefe extrem gering.
    • Sensorgröße:
      Je größer der Sensor, desto geringer die Schärfentiefe. Der Vollfomat-Sensor (36 x 24 mm) einer Spiegelreflex wird euch eher mit einem weichen Bokeh beschenken als ein 1-Zoll-Sensor einer Kompakten oder Bridge-Kamera (13 x 9 mm) oder gar ein 1/3,2-Zoll-Sensor einer Kompakten (4,5 x 3,4 mm). Mit der letzteren würde in aller Regel das komplette Bild von vorn bis hinten immer scharf sein - genauso funktioniert es im Übrigens mit Smartphones (das iPhone 7 Plus stellt eine Ausnahme dar), welche winzige Sensoren besitzen. Jeder Fotograf sollte sich dieser Tatsache bewusst sein - der Wechsel auf eine neue Kamera mit größerem Sensor bringt auch eine deutliche Umgewöhnung mit sich.

    Da bei jeder Aufnahme immer all diese vier Faktoren zusammentreffen, muss der Fotograf eine Priorisierung vornehmen. Je nach Motiv macht es mehr Sinn, eher mit der Blende zu arbeiten anstatt eine andere Brennweite zu nutzen. Oft ist der Motivabstand eingeschränkt (ihr kommt z.B. nicht näher heran), dann bleibt euch die Möglichkeit, ein längeres Tele zu verwenden oder die Blende zu öffnen. In dunklen Lichtverhältnissen hingegen müsst ihr womöglich die Blende sowieso weit öffnen, da ihr ansonsten eine zu lange Belichtungszeit hättet - wollt ihr dennoch mehr Schärfentiefe, bietet es sich an, ein Weitwinkel zu verwenden und hinterher den gewünschten Bildzuschnitt am Computer vorzunehmen.


    Es gibt ebenso Momente, in denen sich die Faktoren gegenseitig aufheben - einfachstes Beispiel: ihr erhöht die Brennweite für eine geringere Schärfentiefe - gleichzeitig müsst ihr aber ein paar Schritte zurückgehen, um euer Motiv noch ins Bild zu bekommen - eine Erhöhung des Abstandes erhöht wiederum die Schärfentiefe. Ob jedoch einer der beiden Faktoren eine stärkere Auswirkung hat, ist von der verwendeten Kamera-Objektiv-Kombination abhängig und kann nicht pauschal behauptet werden.





    Fortgeschrittene Technik - Die Hyperfokaldistanz


    Die Hyperfokaldistanz oder hyperfokale Entfernung gibt in Abhängigkeit der gewählten Brennweite und Blende an (ein dritter Faktor, der Zerstreuungskreis, wir der Einfachheit halber mal weggelassen), bei welcher Fokusdistanz sich die Schärfe von der halben Distanz bis in die Unendlichkeit erstreckt. Durch den Einsatz diesen Wissen kann man also sicherstellen, dass wesentliche Bildbereiche scharf genug dargestellt werden. Besonders hilfreich ist dies z.B. in der Landschaftsfotografie, bei der ein eindrücklicher Vordergrund mit einer in der Regel weit entfernten Kulisse kombiniert wird: liegt der Fokus nur auf dem Vordergrundmotiv, könnte der Hintergrund matschig wirken, oder anders herum. Wird jedoch hyperfokal scharf gestellt, sind sowohl Vorder- als auch Hintergrund scharf abgebildet.


    Berechnen der Hyperfokaldistanz


    Für die Berechnung der hyperfokalen Distanz gibt es eine relativ einfache Formel:



    d(h) - Hyperfokaldistanz
    f - tatsächliche Brennweite (nicht das KB-Äquivalent!)
    k - Blendenziffer (z.B. für f/2.8 wird k=2,8)
    Z - Zerstreuungskreis (für Vollformat Z=0,03; für APS-C Z=0,018; für Micro-FourThirds Z=0,015; Kompaktkamera Z=0,005)


    Blende und Brennweite sind in der Regel vorausgewählt und bekannt, den Faktor für den Zerstreuungskreis einfach entsprechend eurer Kamera einsetzen. Das Ergebnis (Achtung, ist in Millimetern!) ist die Distanz, auf die ihr fokussieren müsst, damit ab halber Strecke bis unendlich alles scharf abgebildet wird.


    Bei dieser Aufnahme mit 10mm Brennweite und Blende f/5.6 an einer Sony-Vollformatkamera beträgt die Hyperfokaldistanz 0,6m - das bedeutet zwischen 0,3m bis unendlich ist alles scharf abgebildet. Foto: @Godfrey


    Das Wissen nutzt euch nicht nur, wenn ihr bis in die Unendlichkeit scharf abbilden wollt. Vielmehr könnt ihr es in abgemilderter Form nutzen, um einen bestimmten Bereich zwischen euch und der Unendlichkeit scharf abbilden wollt, z.B. von einem Schild bis zu einem Baum im Hintergrund, dahinter breitet sich dann die Unschärfe aus. Dieses Prinzip folgt den gleichen Regeln, jedoch einer komplizierteren Berechnung. Um die zu umgehen, könnt ihr, wenn ihr die Hyperfokaldistanz verinnerlicht habt, die gleichen Ansätze nutzen: Abblenden und auf ca. 1/3 der Strecke zwischen Schild und Baum fokussieren. Da Probieren bekanntlich über Studieren geht (und einfach schneller ist als die Formel auszurechnen), ist das in diesem Fall für euch die einfachere Methode. Mit der Zeit erhält man jedoch auch genug Erfahrungswerte, um diese Regel sicher automatisch anzuwenden, ohne groß rumzurechnen.


    Die hyperfokale Distanz profitiert stark von Weitwinkelbrennweiten (hier 10mm APS-C), sodass auch mit offener Blende (hier f/4.5) eine enorme Schärfentiefe erzeugt werden kann. Foto: @Mogelbaum



    Fortgeschrittene Technik - Mitzieher


    Bei einem Mitzieher wird die Bewegung eines Objektes (z.B. ein Auto oder ein Tier) nicht dadurch verdeutlicht, dass das Objekt selbst verschwimmt, sondern lediglich der Hintergrund - das Objekt selbst oder wesentliche Teile dessen (bei einem Tier z.B. der Kopf) bleiben scharf. Um dies zu erreichen muss die Kamera in genau der Geschwindigkeit geschwenkt werden, mit der sich das Objekt bewegt, und gleichzeitig eine lange Belichtungszeit gewählt werden. Wie lang diese sein muss, ist abhängig von der Geschwindigkeit des Objektes, der Brennweite und der Entfernung zum Objekt. Die Belichtungszeit sollte umso länger sein, je

    • langsamer sich das Objekt bewegt
    • weiter entfernt man vom Objekt entfernt ist
    • kürzer die Brennweite ist

    Bei einem Mitzieher bleibt nur das Hauptmotiv (oder wesentliche Teile desselben) scharf abgebildet, während der Hintergrund verschwimmt. Foto: @Godfrey


    Wie lang genau die Belichtungszeit sein sollte, ist also ein sehr spezifischer Faktor und extrem von den Motivumständen abhängig, daher kann man hier schlecht pauschalisierte Werte vorgeben. Gleichsam ist etwas Erfahrung notwendig, Üben ist also Pflicht.


    Hinweise für Mitzieher

    • lange Brennweiten sind einfacher zu handhaben, auch mit großen und schweren Kameras habt ihr es leichter, da diese aufgrund ihrer Trägheit weniger verruckeln; Kompaktkameras sind fast hoffnungslos unterlegen
    • Kamera und Objektiv sollten sich abgestützt sein (linke Hand unter dem Objektiv platzieren und den Ellenbogen auf dem eigenen Brustkorb abstützen); bei der Verwendung von Stativen sollte nur die horizontale Achse komplett gelöst sein
    • Die Drehung sollte am besten aus der Hüfte erfolgen, nicht aus den Armen, damit die Bewegung gleichmäßig ist
    • das Auslösen sollte nicht am Beginn der Drehung erfolgen; verfolgt das Objekt einen Moment lang mit Blick durch den Sucher, bis ihr euch mit der Drehung an die Geschwindigkeit des Objektes angepasst habt und drückt dann mehrfach ab
    • Viele Tele-Objektive haben mehrere Modi der Bildstabilisierung, unter anderem einen, der speziell für Mitzieher konzipiert ist (und dann nur vertikale Bewegungen stabilisiert). Insgesamt ist die Verwendung des Stabilisators ratsam.
    • probiert verschiedene Verschlusszeiten aus, um ein Gefühl für das Verwischen zu bekommen



    Fotos/Grafiken: @'Godfrey', wikipedia.org


    Also, ich ganz persönlich nutze zu 95% den AF, einfach aus dem Grund weil der AF je nach Kamera und Objektiv einfach sehr schnell ist. Manuell fokussieren kann ich nur dann empfehlen, wenn der Autofokus schlichtweg versagt und/oder, wenn man vom Stativ oder einer festen Unterlage aus arbeitet. Denn wenn man beim ganz normalen Fotografieren aus dem Stand am manuellen Fokus rumfummelt, merkt man in der Regel nicht, dass man selber auch vor und zurück schwankt und damit sich selbst den Fokus kaputt macht. Fazit: also situationsabhängig, aber ich empfehle in der Regel mit AF zu arbeiten!

    Okay, hab's gefunden - er Fokus war auf manuell gestellt. Damit konntest du natürlich auch nicht automatisch scharfstellen! Dann ist auch die AF-Feld-Wahl hinfällig, da bei manuellem Fokus (MF) natürlich alle Felder deaktiviert sind!
    Einfach vorne am Objektiv von MF auf AF stellen.


    Wenn du das AF-Feld wechseln möchtest, drückst du an der 700D auf der Rückseite ganz oben rechts die Taste (die, die in der Wiedergabe für das Vergrößern der Bilder zuständig ist) einmal, dann kannst du mithilfe des Rändelrads oder den Pfeiltasten einen anderen oder alle Fokuspunkte auswählen, wenn du möchtest :)