Beiträge von Alice

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    Englische Fanficbubble:

    Mach einfach. Tag es ordentlich. Fertig.

    Ich hab vor kurzem erst eine Person sagen hören, dass das für sie basically der Unterschied zwischen "publishing" und "writing" ist; in dem Sinne, dass wenn du monetären Gewinn mit deinem Werk machst, dann bist du auch einem höheren Standard verpflichtet, was den Umgang mit potentiellem harm angeht, den die Geschichte verursachen oder reproduzieren könnte. Ich seh in der Logik ein paar Probleme (der Fokus auf kapitalistische Verwertung wirkt etwas limitierend), aber es war für mich trotzdem in gewisser Weise interessant, weil es schon Sinn macht, einer Geschichte mehr Verantwortung zuzuschreiben, wenn di*er Autor*in durch die Verbreitung nennenswerte Privilegien gewinnt (und sei es "nur" soziales Kapital).



    Das was die Diskussion für mich so schwierig macht, ist dass ich teilweise sich konträr gegenüberstehende Standpunkte ziemlich gut nachvollziehen kann. Geschichten können Schaden anrichten durch problematische Inhalte. Die insbesondere unkritische Reproduktion von sozialen Befangenheiten hat Einfluss auf die Realität (z.B. die transmisogynistische Darstellung von transfemininen Charakteren in der Geschichte der Popkultur). Und ich glaube auch, dass dieser Einfluss selbst dann bestehen bleibt, wenn man sich der problematischen Inhalte bewusst ist. Nein, zu wissen dass xyz "problematisch" ist macht einen beim Lesen nicht inhärent immun gegen den Einfluss problematischer Tropes. Und ganz unhabhängig davon; selbst wenn eine Geschichte einer bestimmten Person keinen Schaden zufügt, heißt das noch lange nicht, dass sie safe-to-read für alle anderen potenziellen Leser*innen ist.


    Auf der anderen Seite finde ich es nicht sinnvoll, alle möglichen Inhalte zu policen, nur weil da ein problematischer read drin steckt. Prinzipiell sollten Autor*innen schreiben sollen, was sie wollen, insbesondere wenn es persönliche Erfahrungen sind. Und ich denke halt auch, dass diese beiden Sichtweisen irgendwie koexistieren können? Für mich läuft das ein bisschen darauf hinaus, wie man mit Kritik umgeht und wie man Kritik als Instrument anwendet.


    Wenn ich jetzt zum Beispiel sage, dass eine bestimmte Geschichte problematische Inhalte hat, und die Geschichte dafür kritisiere, oder darauf hinweise wenn ich die Geschichte weiterempfehle, oder darüber rede dass mich evtl. bestimmte Inhalte verletzt oder wütend gemacht haben, dann muss das ja nicht gleich bedeuten, dass diese Geschichte nicht existieren sollte. Ich verstehe halt nicht so richtig, warum viele nicht einfach problematische Inhalte in Geschichten kritisieren können, ohne dabei gleichzeitig deren Löschung zu verlangen oder ihnen die Existenzberechtigung abzuerkennen; und ich verstehe auch nicht, warum man Leute nicht einfach über problematische Inhalte reden lassen kann ohne sie anzufahren dass es halt "nicht real" ist und deswegen "keinen Schaden anrichten kann" und sie deswegen doch bitte einfach die Klappe halten sollen.



    Was deine Erfahrung mit den Bubbles angeht – in der deutschen Bubble bin ich nicht unterwegs, aber ehrlich gesagt überrascht es mich leider wenig, dass da anscheinend Hopfen und Malz verloren sind. Was die englische Bubble angeht hab ich persönlich ein bisschen andere Erfahrungen in meinem Umfeld gemacht; zum Beispiel sind in den Kreisen, in denen ich mich bisher bewege, problematische Beziehungen ziemlich gängig und werden so gut wie nie per se kritisiert, wobei es natürlich auch auf die Umsetzung ankommt.

    Aber wenn der Einwand ist, ich habe keine Lust, die Spätschicht am Donnerstag zu machen, wodurch es an diesem Tag im Extremfall Personalmangel gibt und du in deiner anarchistischen Ansicht argumentierst, ja, legit, es hat ja keiner Macht übereinander, dann ist das nicht die Auslegung des Anarchismus, die ich für mich übernehmen will, tut mir leid, wenn dich das triggert.

    Du redest halt einfach nicht von Anarchismus, sondern von irgendetwas anderem, das kein Anarchismus ist. Hierarchien sind kein Anarchismus. Egal wie viele Gedankenexperimente und Simulationen und "What-if" Szenarios du dir ausdenkst, in denen du eine Gewaltstruktur akzeptabel findest, das ändert nichts daran, dass es kein Anarchismus ist.


    Fundamental zeigt dein Beispiel auch, dass du keinen Schimmer von Anarchismus hast, wenn du ernsthaft denkst, dass es einen Boss braucht, der dir sagt "geh arbeiten" damit du als Ärzt*in jemandes Leben rettest anstatt Donnerstag Feierabend zu machen.


    Es weist halt darauf hin, dass deine Idee von "Anarchismus" grundlegend trotzdem immer noch autoritär ist: Leute sollen am Ende das machen, was du willst so wie du es willst, und müssen durch hierarchische Strukturen dazu gezwungen werden.

    Die wenigen die heute noch Masken tragen und denen Corona-Schutz wichtig ist, sind btw überwiegend Anarchist*innen, gerade in Ländern wo die Corona-Lage nach wie vor schwer ist. Weil viele Anarchist*innen anerkennen, dass die Pandemie nicht vorbei ist, und dass Long-Covid schwere Gesundheitsbeeinträchtigungen mit sich bringt, und dass gerade behinderte Menschen davon besonders betroffen sind bzw. viele Menschen erst durch Long-Covid behindert werden.


    Weil Anarchismus grundsätzlich anerkennt, dass Behinderungen ein gesellschaftlich hergestelltes Problem sind; mit anderen Worten, dass Menschen durch die Gesellschaft behindert werden, weil diese sich nicht angemessen an die Lebensrealitäten Betroffener anpasst, und gerade deswegen zeigen Anarchist*innen Solidarität und setzen sich dafür ein, dass diese Gewaltstruktur aufgelöst wird.


    Anarchistisch zu leben bedeutet, sich um das Wohl anderer Menschen zu kümmern – und dann eben beispielsweise eine Maske zu tragen, um gefährdete Menschen in der eigenen Umgebung zu schützen. Und ja, kapitalistische, imperalistische und patriarchale Strukturen erschweren pro-soziales Verhalten, indem sie künstliche Knappheit herbeirufen (von materiellen Ressourcen, Zeit und sozialer Interaktion).


    Also, wenn die Frage ist: Wie schützen wir Menschen in einer Pandemie? Dann ist die Antwort darauf: Anarchismus.

    Das ist einfach so. Das entscheidet dann auch keine "Autorität" sondern die jeweilige Gesellschaft demokratisch.

    Liest sich für mich eher so, als hättest du das gerade unilateral entschieden

    "Kompetenz" ist eine Eigenschaft, die andere einem zuschreiben können, und wenn sie dich für kompetent halten, dann hören sie vielleicht häufiger auf deine Meinung. Es ist keine Eigenschaft, die dir irgendeine Autorität verleiht oder dafür sorgt, dass andere dir Rechenschaft ablegen müssen, und es ist keine Eigenschaft, die bedeutet, dass alle immer auf dich hören müssen oder dass du über ihr Leben entscheiden kannst.


    Außerdem, hör mir auf mit "demokratisch". Demokratie hat auch nichts mit Anarchismus zu tun. Entscheidungen im Anarchismus passieren durch Konsensprinzip.

    Anarchismus lehnt in seiner Essenz ja eigentlich nur ungerechtfertigte, nicht einvernehmliche Hierarchien ab, die vornehmlich dem Machterhalt der herrschenden Klasse dient. Das heißt jetzt nicht, dass es nicht ein gewisses Maß an Hierarchien auf Grundlage von Kompetenz geben kann, die man jemandem zuspricht. Die Frage, die sich ganz einfach stellt, ist, wie viel Hierarchien sind denn wirklich notwendig?

    Nein nein nein nein nein

    Ich hab keine Energie die 40 oder so Beiträge seitdem zu lesen also sorry falls das jemand bereits gesagt hat, aber: Nein. Anarchismus meint keine Hierarchien. Keine!!! Dieser "gerechtfertigte Hierarchien"-Unsinn muss aufhören. Es gibt keine gerechtfertigten Hierarchien.


    Wie soll das gehen? Wer würde entscheiden, welche Hierarchie "gerechtfertigt" ist? Irgendeine Form von Autorität? Tja, da haben wir den Salat.


    Anarchismus "in seiner Essenz" lehnt jegliche autoritäre Struktur ab. Jegliche Form von Hierarchie. Anarchismus zu leben bedeutet, Gewaltstrukturen zu erkennen und aufzulösen. Anarchismus zu leben bedeutet nicht, sich diese Strukturen anzuschauen und Ausreden zu überlegen, warum sie in Ordnung sind und bleiben können.

    Ob das gut/förderlich ist, wenn diese Person mich "steuern" will und dadurch meinen Freiheitstrieb wecke - und dann am Ende beide Personen nur "unter sich" bleiben? Fraglich. Es fördert halt eher ein Gegeinaneinder, statt ein Miteinander.

    Musste lachen. Was für ne Gehirnakrobatik. Auf der einen Seite nennst du es "nur eine Anrede", was ja bedeuten würde, dass es schon recht einfach für dich wäre, den Wunsch der anderen Person zu respektieren -- ist immerhin "nure eine Anrede". Auf der anderen Seite stellst du dann den Kontakt zu den Personen ein, und behauptest dann, dass es deren Schuld ist, dass es kein "Miteinander" mehr gibt. Lol

    Bastet Ich habe jetzt zwei Stunden lang im Bett gelegen und konnte nicht einschlafen, weil ich die ganze Zeit immer noch an dieses Thema denken musste. Obwohl ich gesagt habe, dass ich hierzu nichts mehr sagen werde, mache ich denke ich jetzt trotzdem nochmal einen Post, auch weil ich in den letzten Stunden meine Gedanken dazu nochmal ein wenig sortieren konnte und es einige Aspekte gibt, die ich in meinen ersten Posts hierzu nicht zentralisiert habe, obwohl ich das rückblickend betrachtet hätte tun sollen.


    Und ich will mit folgendem anfangen.

    Während meiner Gymnasialzeit hatte ich eine türkische Mitschülerin. Sie konnte nicht gut Deutsch sprechen, da sie nicht in Deutschland aufgewachsen ist. Schon als sie etwa 15/16 Jahre alt war, hatte sie an ihrem gesamten Körper starke und dicke Behaarung. Rücken, Bauch, Beine, im Gesicht, auf den Armen, überall.

    Die Schule, auf die ich damals ging, war eine gute Privatschule. Deswegen wurde sie nicht, wie es an anderen Schulen, die ich in meinem Leben besucht habe, der Fall gewesen wäre, offen gemobbt und verspottet. Der Spott fand stattdessen statt, wenn sie nicht dabei war, wenn Leute unter Freunden waren, hinter ihrem Rücken.

    Soweit ich weiß hatte sie in ihrer Schulzeit damals keine engen Freunde; sie war im Klassenklima kaum involviert und wurde insgesamt überwiegend ignoriert.


    Ich weiß, wenn du & andere hier lauthals erklären, dass ihr Menschen mit Körperbehaarung eklig findet, dann denkt ihr dabei vielleicht nicht primär an 16-jährige Mädchen, die u.a. wegen ihrer Körperbehaarung an Ausgrenzung leiden. Ihr denkt vielleicht nicht an Personen, die von Hirsutismus betroffen sind, und vielleicht nicht an die Millionen von Menschen verschiedenster Ethnien weltweit, die nicht dem westlich-imperialistischen Schönheitsideal entsprechen, in dem Körperbehaarung stigmatisiert wird.


    Aber diese Aussagen und Formulierungen treffen diese Menschen genau wie alle anderen, die an starker Körperbehaarung leiden, ganz unabhängig davon, ob gewollt oder nicht.


    Mein Verständnis ist, dass die meisten Leute, die hier lesen und schreiben, in Industriestaaten leben, die bis heute von Kolonialisierung und Imperialismus profitieren. Mein Verständnis ist, dass die meisten hier weiß sind, und dass sie gegenüber Menschen aus kolonialisierten Gegenden der Welt dadurch zusätzliche Privilegien genießen. Und ja, Intersektionalität existiert. Nur weil man weiß ist und im Herzen Europas lebt, heißt das nicht, dass man nicht trotzdem aktiv unterdrückt wird.


    Aber ich möchte dennoch ganz offen sein. Wenn du hier als Bewohnerin eines imperialistischen Industriestaats Aussagen tätigst, absichtlich oder unabsichtlich, die Personen, die überwältigend oft nicht-weiß und nicht-privilegiert und nicht Bewohner*innen von Industriestaaten sind, entmenschlichen, dann zwingst du andere Leute dazu, sich zu entscheiden, ob sie sich jetzt mit dir oder den Betroffenen solidarisieren.


    Kein Symptom zwingt dich, sich ins Bisaboard einzuloggen und großmäulig davon zu reden, wie eklig du andere Menschen aufgrund von bestimmten körperlichen Eigenschaften findest. Gerade dann nicht, wenn du damit kontextuell imperialistische & rassistische Schönheits- und Ästhetik-Ideale vorantreibst, von denen der Westen ganz bewusst seit Jahrhunderten profitiert. Diese Schönheitsideale basieren auf Ableismus, und das haben sie schon immer, genauso wie konventionelle Attraktivität bzw. die Idee von "Hässlichkeit" usw.


    Symptome und Neurodiversität sind kein Schutzschild vor Kritik an Ismen. Man kann sich ableistisch verhalten bzw. zu ableistischen Strukturen beitragen, selbst wenn man persönlich von Behinderungen betroffen ist. Und genau das ist hier heute breitflächig, und nicht nur ausgehend von dir, geschehen, und genau daran habe ich Kritik geäußert.


    Du kannst natürlich gerne deine Zeit damit verschwenden, zu erklären dass Leute als eklig zu bezeichnen ja gar nicht so schlimm ist (btw finde ich, dass das das eigentliche Gaslighting ist), oder dass du ja nur Aspekte von ihnen meinst und nicht alles an ihnen, oder die "No u"-Karte zu spielen und mich als ableistisch zu bezeichnen, aber letztendlich ist dein Interesse, hier Leute ohne Pushback als eklig bezeichnen zu können, für mich einfach zweitrangig gegenüber dem Interesse von davon Betroffenen, ohne soziale Verachtung, Stigmatisierung, Isolation und emotionaler Last leben zu wollen, und in dem Zusammenhang stimme ich dieser Kritik an mir halt auch nicht zu und werde mein Verhalten & meine Äußerungen dementsprechend auch nicht ändern.

    kingfisher Zumal das ja logisch gesehen auch Sinn macht. Klar, man kann durchaus lange Körperbehaarung haben, ohne dass es weniger hygienisch ist oder man stinken muss, sondern man sich natürlich pflegt. Aber was bei Schweiß riecht, sind ja die Bakterien auf der Haut, nicht die Flüssigkeit selbst. Mehr/längere Haare bedeutet mehr Oberfläche, auf der diese winzigen Organismen sitzen können, das bedeutet, es kommt schneller zur Bildung unangenehmer Gerüche.

    Also ich mein, von kingfisher erwarte ich ja nichts anderes, aber dass du dem auch noch beipflichten musst finde ich dann doch schon ziemlich atemberaubend.


    Seit wann sind Stigmata denn okay, wenn die jeweiligen Korrelationen/Kausalitäten wissenschaftlich begründbar sind? Ich würde ja jetzt Beispiele nennen, wo man allgemein anerkennen würde, dass die Stigmatisierung falsch ist, selbst dann, wenn sie wissenschaftlich untermauert werden kann, aber ich will nicht zu den jeweiligen Stigmatisierungen der betreffenden Gruppen beitragen, indem ich sie hier wiederhole. Daher belasse ich es hier bei dem Hinweis, dass das, was hier von Statten geht, ganz grober Unfug ist. Aber ich mein, anders als bei anderen schutzbedürftigen Gruppen ist die allgemeine Meinung hier ja offensichtlich, dass es bei Leuten mit Körperbehaarung okay ist, weil Körperbehaarung ist ja eklig c:

    ("Nicht alle Leute mit Körperbehaarung stinken" funktioniert btw nicht als Disclaimer wen man die beiden Konzepte trotzdem die ganze Zeit gleichzeitig erwähnt und mit einander in Verbindung bringt. Den Disclaimer kann man sich gleich von vornherein sparen, weil der Effekt der gleiche ist.)


    Noch ein letzter Hinweis, danach werde ich auf Beiträge in diesem Thema nicht mehr eingehen: Der permanente Drang zur Haarentfernung im Westen hat historisch gesehen fundamental rassistische Ursachen und westliche Beauty-Standards dienen hauptsächlich als Tool von White-Suppremacy zum Othering von POC. Nur mal so als food for thought.

    Was war schon immer so, dass man in Laufe seiner Entwicklung feststellt dass manche Dinge ansprechender auf einen wirken als andere.

    Again: Etwas "ansprechender" finden als etwas anderes ist ein Euphemismus, der hier viel Tragearbeit verrichten muss, damit die Logik funktioniert. Es geht hier nicht darum, dass ein paar Leute gesagt haben "naja ich hab ohne Körperbehaarung lieber"; sondern es geht darum dass Leute als "eklig" und anderes bezeichnet wurden, was nichts anderes ist als entmenschlichend und beleidigend. Bitte spart euch diese Euphemismen, die diese Tatsache verschleiern, denn genau da liegt die Kritik, und es macht mich wirklich wütend.



    Ich würde nicht alles, was man persönlich (und damit meine ich mehr was sich in meinem Kopf abspielt und nicht wie ich die Person behandle) gegenüber einer bestimmten Sache empfindet, auf ein gesellschaftliches Stigma schieben.

    Man muss hier gar nichts "alles auf ein gesellschaftliches Stigma schieben" damit die Kritik valide bleibt, denn die Kritik ist dass sich hier Leute in ein öffentliches Forum gesellen und denken, dass es eine angemessene Freizeitbeschäftigung ist, Leute wegen ihrer Körperbehaarung als ekelhaft zu bezeichnen. Ob man das wegen dem Stigma tut oder nicht ist irrelevant, weil das Stigma nunmal existiert und diese Handlungen zu dem Stigma beitragen.



    Und ja, die Freiheit sollte einem schon bleiben ob man sich mit einer Person engeren körperlichen Kontakt oder gar eine Beziehung wünscht wenn die Dinge die einem persönlich nicht gefallen oder wo man sich nicht wohl mit fühlt (in meinem Fall z.B. starke Körperbehaarung mit mangelhafter Hygiene).

    Zunächst mal wurde von niemandem verlangt, mit irgendwem irgendwelchen Körperkontakt entgegen persönlicher Wünsche zu haben. Und es wurde auch nicht verlangt, dass irgendjemand mit irgendjemand anders eine Beziehung anfangen muss. Diese Extrapolationen sind völlig fehl am Platz. Ansonsten finde ich es auch problematisch, wie hier starke Körperbehaarung mit mangelhafter Hygiene in Verbindung gebracht wird. Ist auch nichts weiter als eine Fortführung der Stigmatisierung, die ohnehin schon existiert.

    Der aktuelle Stand der Wissenschaft ist ja, dass sexuelle Vorlieben (auch Paraphilien) stets durch eine Kombination aus Genetik und Umwelteinflüssen entstehen.

    Daher ist nicht auszuschließen, dass es Menschen gibt, auf die Haare einfach tatsächlich abstoßend wirken und daran auch nichts zu ändern ist; man maximal Wege finden kann, damit umzugehen.

    Obwohl ich deinem Beitrag grundsätzlich zustimme, und obwohl dieser zweite Satz insbesondere eher wie eine Absicherung von deiner Seite wirkt, will ich trotzdem sagen, dass ich diese Implikation hier völlig lächerlich finde. Genetische Ursachen dafür, dass man Körperbehaarung hasst? What? "Ja also sorry aber laut Gentest hab ich das Allel Extreme-ANTI-BodyHAIR-321-B und leider finde ich deswegen eklig und daran haben auch 15 Jahre Therapie nichts ändern können :( :( :("


    Ich finde finde es persönlich wirklich, wirklich weird, wie man hier regelmäßig von "Ästhetik" und "Vorlieben" spricht und dann im nächsten Satz erklärt, wie eklig man doch diese und jene körperliche Ausprägung findet. Sorry, aber wenn ich eine Vorliebe für große Männer habe, finde ich nicht kleine Männer eklig. Wenn ich eine Vorliebe für Frauen mit größen Brüsten habe, dann finde ich nicht automatisch Frauen mit kleinen Brüsten eklig. Eine Vorliebe für brünette Haare lässt einen rothaarige Menschen nicht auf magische Weise widerlich finden, etc.


    Ne, erst wenn es um Körperbehaarung oder zB. um ganz gewisse Geschlechtorgane geht -- Dinge, bei denen ein riesiges gesellschaftliches Stigma dahintersteht, weil die Gesellschaft versucht, zum Beispiel & insbesondere bei Frauen die Existenz von Körperbehaarung und zB. Penissen zu unterbinden, dann spricht man auf einmal plötzlich von "Ekel". Und ich mein. Wir sind uns doch hier alle dieses gesellschaftlichen Stigmas gegen Körperbehaarung bewusst. Wir wissen doch alle, dass keine Frau sich öffentlich mit Achselbehaarung zeigen kann, ohne dafür haufenweise negative Kommentare zu kriegen. Wir wissen doch alle, dass auf viele Menschen ein immenser Druck ausgeübt wird, damit sie sich alle 2 Tage bis zu 8m² Haut zu rasieren, weil es sonst zu sozialer Ächtung und Isolation kommen kann.


    Aber natürlich hat dann jede Person ihre ganz eigenen, völlig UNABHÄNGIGEN (am besten genetischen!!) Gründe dafür, warum sie dies und jenes eklig und abstoßend findet, die natürlich nichts mit dem gesellschaftlichen Stigma zu tun haben, aber halt rein zufällig in genau dieselbe Kerbe schlagen. Es ist mir wirklich einerlei, was man privat toll findet oder was nicht. Aber ich finde auch, dass es ein Unterschied ist, ob man private Vorlieben im Privaten hat, oder ob man öffentlich rumposaunt, wie "ekelhaft" man gewisse andere Menschen & ihre körperlichen Aspekte findet, gerade wenn man weiß, dass ein immsenses gesellschaftliches Stigma existiert und man durch solche Aussagen dazu beiträgt.


    Unpopular opinion: Wenn jemand körperliche Ausprägungen von anderen Menschen eklig findet, dann ist das Ableismus, und daran sollte man für sich persönlich arbeiten. In dem Sinne stimme ich dem oben zitierten Beitrag auch grundsätzlich zu, nur dass ich eben noch ein gutes Stück weiter gehe und sage: Mir ist egal, was jemand persönlich von Körperbehaarung hält, aber ich finde dieses ganze Stigma und dieser ungehemmte gesellschaftliche Push gegen jegliche Art von Körperbehaarung ist ein riesiger Clownszirkus, und viele der Personen, die hier bisher geschrieben haben, tragen große rote Stoffnasen.

    Alaiya Diese Antwort wirft für mich gleich mehrere Fragen auf. Zunächst mal; ich frage mich, warum ich in meinem Beitrag mehrmals betont habe, dass es mir um Mainstream-Pornographie geht (eben solche, die kostenlos auf großen Portalen angeboten wird), wenn deine Antwort dann direkt so tut, als hätte ich über Kink oder Unterstützung von beestimmten Sex-Arbeiter*innen auf Onlyfans geredet.


    Dann frage ich mich außerdem, warum im Diskurs um Sexarbeit immer auf die privilegiertesten Personen unter den Sexarbeiter*innen verwiesen wird; nämlich denen, die von ihrem Job bequem leben können und deren Boundaries eingehalten werden & die gegebenenfalls in Industriestaaten mit Regulierungen & Absicherungen leben. Für die überwältigende Mehrheit an Sexarbeiter*innen auf dem Planeten ist das nicht so, insbesondere in Nicht-Industriestaaten. Warum zentriert die Diskussion unentwegt die Sexarbeiter*innen, denen es am besten geht?


    Dann frage ich mich, warum man wirklich so tun muss, als ob Sexarbeit und Büroarbeit ein und dasselbe wären. Es gibt natürlich Arbeit, die ähnlich gefährlich und belastend wie Sex-Arbeit sein kann, aber die überwältigende Mehrheit an Jobs auf dem Planeten ist nicht vergleichbar mit den Grenzen, die tw. bei Sexarbeit überwunden werden müssen oder mit den körperlichen und seelischen Gefahren, denen man dabei potentiell ausgesetzt sein kann & außerhalb von vielen Industriestaaten regelmäßig ist.


    Und dann frage ich mich natürlich auch, warum du mir irgendwas von sexarbeitsfeindlicher Politik erzählst oder warum du implizierst, dass ich gegen Sexarbeit argumentieren würde. Mein Beitrag äußert die Bitte, dass Leute ihren Pornographiekonsum überdenken und kritisch hinterfragen sollten. Ich schlage keine Policies gegen Sexarbeit vor, und sage auch explizit nicht, dass Sexarbeit an sich ein Problem ist. Es ist aber finde ich schon ziemlich bezeichnend dafür, wie wenig Nuance in diesem Diskurs tatsächlich möglich ist, wenn ich einen Post schreibe, der aussagt: "Hey ich finde es macht Sinn kritisch über den massiven Pornographiekonsum der Gesellschaft nachzudenken" und ich als Antwort erhalte, dass ich anscheinend nicht genug Pornographie anschaue. Vor allem, da du in deinem eigenen Beitrag selbst aussagst, dass du genau diesen kritischen Umgang mit Pornographie selbst praktizierst. Das macht es für mich noch unverständlicher, warum dein Beitrag so geschrieben ist, als hätte ich etwas völlig anderes gesagt.


    Auf mich wirkt das halt wie die typische Knee-Jerk Reaktion, die Bastet im vorigen Beitrag genau erwähnt hat. Es wird einfach nicht zugehört, was Leute wirklich sagen. Jemand äußert die leisteste Kritik an Pornographie und Pornographiekonsum? Eindeutig Anti-Sexwork!! & das kriegt dann natürlich einen Haufen Bedankungen *sigh*

    Es trägt nunmal dazu bei, dass man queere Menschen als "gegen die Natur, kann man sich aber wenigstens zum Aufgeilen grad noch so geben" ansieht.

    Ja, und halt auch Frauen generell, weil ja nicht nur queere Personen in Mainstream-Pornographie objektifiziert werden.


    Abeits davon: Ich finde den Vergleich zu Shooter-Videospielen etwas holprig, ehrlich gesagt, und möchte meine Gedanken dazu etwas ausführen, mal unabhängig zum konkreten Beispiel mit der Trans-Pornographie (ich weiß, dass der Vergleich in Bezug auf diese konkrete Thematik gemacht wurde und ich ihn jetzt etwas in der Scope erweitere, aber ich finde es trotzdem wichtig, das anzusprechen).


    Jedenfalls: die Inhalte von diesen Videospielen sind nicht real. Es wird kein Filmmaterial gezeigt, wo reale Menschen brutal ermordet werden, sondern es ist inhaltlich klar, dass es sich dabei um ein paar Verts in einer virtuellen 3D-Umgebung handelt. Die kann natürlich beliebig realistisch gestaltet sein, aber im Endeffekt ist es fake.


    Bei Mainstream-Pornographie ist das anders. Das sind reale Menschen, die eine der privatesten körperlichen Grenzen überschreiten (tw. müssen), die auf sozialer Ebene existiert, in vielen Fällen, um davon Essen und Unterkunft zahlen zu können, und in vielen Fällen unter Druck, tw. sogar Zwang, und oft ohne angemessene Rücksichtnahme auf ihre persönlichen Grenzen. Diese so produzierten Bilder von realen Personen werden dann großflächig von der Gesellschaft konsumiert. Mmn. kann das definitiv Konsequenzen auf die Gedanken & Einstellungen des Publikums haben, während ich ähnliche Mechanismen bei Videospielen für deutlich weniger problematisch halte, eben vor allem, weil es da alles fake ist.


    Ich mein. Im Endeffekt wird durch Mainstream-Pornographie sichergestellt, dass insbesondere cis Männer (aber natürlich effektiv alle Menschen, das ist nur die größte Konsumentengruppe) immer und überall visuell uneingeschränkten Zugang zu hochsexualisierten, realen (hauptsächlich) weiblichen Körpern aller Formen haben; imho kann das schon in gewisser Weise zu Gedanken beitragen, dass Frauen eben für sexuelle Gratifikation existieren würden, oder generell dem Publikum gegenüber in allen Belanken zugänglich sein sollten, gerade wenn der individuelle Konsum sehr hoch ist.


    Ich finde insgesamt, dass man den Mainstream-Konsum von Pornographie auch aus Pro-Sexwork-Perspektive sehr kritisch hinterfragen sollte, und zwar mehr als das bisher selbst in vielen linken und progressiven Kreisen der Fall ist. Mainstream Pornographie ist entmenschlichend. Es gibt haufenweise andere Formen von erotischem Content, in dem die Akteure nicht objektifiziert werden und der trotzdem z.B. durch Sexarbeit entstehen könnte. So oder so würde ich aber die Kritik bei der Thematik an die Konsument*innen (und gegebenenfalls Prozudent*innen und Vertriebsplattformen) richten und nicht an die Arbeiter*innen.

    Ich frage einfach mal hier um Hilfe, da ich etwas überfragt bin.


    Und zwar möchte ich bald anfangen eine Webnovel von mir online zu stellen, und das leidigste Thema für mich ist immer das Marketing, von all seinen Seiten natürlich, aber hier geht es explizit erstmal um die Inhaltsangabe. Also quasi die Synopsis; die paar Sätze, die Leuten mitteilen sollen, ob die Geschichte was für sie ist.


    Wenn ich Synopsen so lese, dann enthalten sie meistens durchaus einige Plotpunkte der ersten Kapitel, also quasi Spoiler. Momentan ist meine Synopsis so, dass sie Inhalte aus den ersten 5 Kapiteln aufgreift; das sind etwa 6.000 Wörter, da die Kapitel nicht besonders lang sind. Das entspricht zumindest meiner oberflächlichen Recherche nach ungefähr dem, was andere Synopsen in dem Genre (Horror/Fantasy) einbeziehen.


    Ich bin damit recht zufrieden, weil ich damit einen Aspekt der Geschichte in die Synopsis aufnehmen kann, von dem ich möchte, das potentielle Leser*innen ihn wissen, bevor sie anfangen, Zeit in die Geschichte zu investieren (um ihnen z.B. die Chance zu geben, dem auszuweichen). Gleichzeitig habe ich auch etwas Sorge, dass wenn die Synopsis den Inhalt der ersten 5 Kapitel wiedergibt, dass das dann potentiell das Interesse an den ersten 5 Kapiteln senkt und die Spannung reduziert.


    Meine konkrete Frage wäre jetzt, ob es hier Leute gibt, die oft/gerne Synopsen schreiben, oder die oft/gerne Synopsen lesen, bevor sie mit einer Geschichte anfangen (persönlich schaue ich mir nämlich fast immer nur die Tags an und nicht die Synopsis vor dem Lesen), und ob ihr dahingehend irgendwelche Tipps habt? Und ob es vllt schon Synopsen gab, durch die der Angang der Geschichte langweilig wurde, weil man schon wusste, was passieren wird?

    Sadgasm Was für ein Unsinn.


    Zunächst einmal: Bastet hat die Verwendung des Wortes in diesem Kontext kritisiert, weil es impliziert, dass AD(H)S etwas Negatives ist, was für Leute mit AD(H)S verletzend sein kann. Um die Validität dieser Aussage zu überprüfen, muss man letztendlich nur:


    a) Zeigen, dass "betroffen" in diesem Kontext oft negativ verwendet wird

    b) Nachvollziehbar finden, dass es für manche Leute verletzend sein kann, wenn die Diagnose als etwas Negatives bzw. als ein Fehler oder Makel angesehen wird.


    Diese beiden Bedingungen erachte ich in diesem Kontext als erfüllt. Und wenn man diese Bedingungen als erfüllt ansieht, dann kann man sich denken, "huh, ja gut, wäre in dem Fall natürlich respektvoll, den Begriff in dem Kontext nicht zu nutzen" und das Thema damit kurzum abzuschließen.


    Was man hier stattdessen macht, ist es zu Tode zu diskutieren. Man führt an, dass sich nicht alle Leute mit AD(H)S von dem Begriff negativ betroffen fühlen, obwohl das zur Sachlage keine Relevanz hat. Weitergehend wird darauf verwiesen, dass es potentiell denkbar ist, dass der Begriff in manchen Kontexten neutral gemeint sein kann, was auch nichts zur Sache tut, wenn er in der realen Nutzen meist negativ konnotiert ist. Und zuletzt beschwert man sich jetzt darüber, dass Bastet lieber hätte betteln sollen als zu kritisieren, mit der Implikation, dass der Ton von Bastet an der obigen Sachlage irgendetwas geändert hätte.


    Schlimmer noch, das Beharren darauf, dass "Betroffenheit" ja nicht negativ sein muss, weist auf ein zugrundeliegendes Mindset hin: Anstatt das eigene Verhalten zu überdenken und sich zu sagen "huh, ich kann das Wort einfach nicht benutzen, finde die Begründung schlüssig also wieso nicht" will man die Personen, die sich verletzt fühlen, dazu anregen, sich doch einfach lieber nicht dadurch verletzt zu fühlen, was btw Gaslighting ist.

    ...Betroffen bedeutet doch einfach, dass man von etwas betroffen ist. Das ist doch nicht nur auf Krankheiten bezogen, sondern auch alle anderen Belange, die einen halt betreffen. Wenn ich ADHS habe, bin ich davon betroffen. Dann bin ich eine der Personen, die das Thema, das gerade behandelt wird, betrifft..?

    Das und die folgende Diskussion finde ich ein wenig Haarspalterei bzw. Definitionsreiterei. Klar kann man technisch gesehen "betroffen" als neutral verstehen, aber das ist ja nicht die Art und Weise, wie es in diesen Kontexten überwiegend verwendet & verstanden wird.


    Man würde ja schließlich nicht sagen "Menschen, die davon betroffen sind, weiblich zu sein", weil man allgemein versteht, dass Weiblichkeit inhärent keine Wertung mit sich zieht. Eher würde man eine Formulierung verwenden wie "Menschen, die von Sexismus betroffen sind", weil Sexismus etwas Negatives ist (das oft, aber natürlich nicht immer, mit Weiblichkeit in Zusammenhang steht). Man würde nicht sagen "Leute, die von Transidentität betroffen sind", wenn man versteht, dass trans zu sein keine Wertung ist. Stattdessen würde man sagen "Leute, die von Transphobie betroffen sind". Man würde auch nicht sagen, dass People of Colour von ihrer Hautfarbe "betroffen" sind, sondern sie sind betroffen von Rassismus.


    In dem Zusammenhang verstehe ich die Einwände gegen die Nutzung der Formulierung im Kontext AD(H)S und Autismus als: Leute sind nicht von AD(H)S/Autismus betroffen, sondern z.B. vom damit in Zusammenhang stehenden Ableismus.

    Waren es in diesen Ideen noch Gegenstände oder aber haben diese auch die Form geändert? Hast du da zufällig Werke von hier im BB, die ich mir mal angucken bzw. lesen könnte? Muss zugeben, dass ich da doch sehr neugierig bin, huh.

    Well, ich hab mal eine Geschichte über eine personifizierte Puppe geschrieben; also quasi eine Stoffpuppe die reden und handeln konnte wie ein Mensch. Die ist auch hier im BisaBoard; Abgabe 9 im Saisonfinale von 2014 ("Die Puppenmacherin"). Hierzu sei erwähnt dass ich aus heutiger Sicht finde, dass die Geschichte ein paar problematische Stellen hat, die ich heute nicht nocheinmal so schreiben würde. Allerdings arbeite ich momentan an einer Horror-Fantasy Webnovel, wo dieser Charakter nochmal auftauchen wird als Love Interest der Protagonistin. Hab aber noch nicht angefangen das irgendwo zu posten


    Abgesehen davon hab ich in der deutschen Fassung von meiner Geschichte "Die Enkelin der Zeit" einer Perle ein Bewusstsein gegeben; sie war aber nur ein Background Character in einer Side Story und ihr Werdegang wurde nur kurz über ein paar Paragraphen hinweg beschrieben. Es war so ziemlich genauso wie der eine Ring aus HdR, den du auch schon erwähnt hast; Sie hatte eine gewisse Agenda und hat die umgesetzt, hat aber mit niemandem gesprochen oder so und auch nicht ihre Form geändert, und ich habe auch keine wirklichen Details zu ihrem Bewusstseinszustand eingebaut. Die deutsche Version der Geschichte hab ich nirgendwo online gestellt, also kann ich es leider nicht verlinken. Und die englische Version habe ich zwar (fast vollständig) online gepostet, aber da habe ich diese Stelle gekürzt und dadurch hat die Perle ihr Bewusstsein verloren lol


    Zuletzt habe ich vor glaube ich fast 15 Jahren eine Geschichte mit einer personifizierten Lokomotive geschrieben; essentially war die Story, dass eine Lok durch eine Schneesturmnacht gefahren ist, und in der Lok waren zwei Personen, die sich mit einander unterhalten haben. Im Verlauf des Dialogs wurde dann klar, dass eine der beiden die Lokführerin war und die andere die Lok, die halt in sich selbst in anthropomorpher Form existieren konnte. Die Geschichte habe ich soweit ich weiß nirgendwo veröffentlicht (und würde ich auch heute nicht mehr, da sie inhaltlich einfach zu schlecht ist. Ist auf der Liste für eine mögliche Revision aber idk wann und ob ich das je tun werde).


    Anhand deiner bisherigen Gedanken wirkt es für mich jedenfalls eh nicht so, als wären diese Beispiele auf deine Situation besonders gut anwendbar, rip

    Aber vielleicht hat das zumindest deine Neugierde etwas gestillt x)

    Des Weiteren frage ich mich zum Beispiel auch ... wie weit würde die Erklärung "Magie" überhaupt greifen können?

    Ich setze einfach mal hier an, weil das glaube ich die Krux ist: Die Erklärung greift soweit, wie du das willst. Meine Empfehlung wäre, dass du dir überlegst, was du gerne thematisieren und schreiben möchtest und was dir am meisten Spaß machen würde, und auf Basis dessen die ganze Sache entstehen lässt.


    Es wäre zum Beispiel auf jeden Fall möglich, dass der Gegenstand irgendwann plötzlich ein Bewusstsein entwickelt und dann eben kindlich ist und erstmal haufenweise Erfahrungen sammeln muss (zB. eben "Feuer --> heiß"). Ist das etwas, worauf du Lust hast? Hast du Lust, eine Geschichte aus der Perspektive eines Kindes zu schreiben, oder aus der Perspektive eines "Guardians", der eben ein Kind "aufzieht"? Falls ja, also falls das nach etwas klingt, das dir Spaß machen würde, go for it. Wenn das auf der anderen Seite etwas ist, das für dich langatmig klingt oder wo du dich aufs Glatteis begibst dann überspringst du die Phase eben einfach oder dann kann wäre die Erklärung, dass der Gegenstand früher schon von der Welt mitbekommen hat und dadurch die Erfahrungen gesammelt hat, so gut wie jede andere.


    Das gilt auch für die anderen Überlegungen von dir; eben auch was das Selbstbild angeht zum Beispiel. Wenn du Lust hast einen Charakter mit einem bestimmten Selbstbild zu schreiben (zB. der von sich selbst in der 3. Person spricht) dann würde es sich hier natürlich irgendwie anbieten.


    Generell kann ich jedenfalls für mich die Frage "wie würde das realistischerweise ablaufen" nicht beantworten, weil ich es eben einfach wenn ich es selbst schreiben würde so machen würde wie es mir gerade passt und wie es sich am besten thematisch und strukturell in die Geschichte einfügt, die ich erzählen will. Ich habe jedenfalls schon mehrmals Gegenstände in Geschichten von mir personifiziert; in meinem Fall waren die dann typischerweise schon sehr alt, als sie in die Geschichte aufgetaucht sind und haben daher schon viel gelernt und konnten gut kommunizieren, aber das war halt nur deswegen so, weil es für mich gepasst hat in der Situation.


    Aber ich mein, dadurch dass du dir so viele Gedanken darüber machst wie du es umsetzen könntest zeigt das vielleicht auch auf was du gerne schreiben würdest; zum Beispiel, was wenn du eine Geschichte schreibst wo sich der Gegenstand dieselben Fragen die du gerade stellst selbst fragt? "Warum weiß ich was Feuer ist, habe es aber nie gesehen?" "Warum bin ich der einzige Gegenstand, der denken kann?" "Wie hat das alles bei mir angefangen?" "Kann Magie sowas wirklich?" etc. und das könntest du dann in der Geschichte dann halt auch behandeln und beleuchten, selbst wenn du selber (noch) keine konkreten Antworten auf diese Fragen hast.

    Die fatalistische Sichtweise, in der die Menschen dann am Ende eben verrecken und das alles unausweichlich ist, ist innerhalb der Systematik der Ideologie Prämisse und Wegbereitung des Ökofaschismus

    Ich mein, Yadin hat buchstäblich im allerersten Beitrag sich geoutet mit der Aussage, dass es „nachhaltiger und klimaschonender“ wäre, keine Kinder zu haben. Purer Ökofaschismus, und auch menschenverachtend — damit ein Verstoß gegen die Nutzungsbestimmungen, und gehört eigentlich gelöscht, wie Yadin's andere Beiträge auch. Aber was rede ich? Wir sind hier im BisaBoard. Wir löschen hier keine Beiträge mit faschistischen und menschenverachtenden Ideologien, sondern nur die Beiträge von Personen, die sich über sie beschweren, lol




    Ein anderes großes Problem ist halt Verdrängung. Wenn man sich einreden kann, dass es "ohnehin noch so lange hin sei und wahrscheinloch entwickelt ein Wunderkind etwas Weltveränderndes!"

    Ja, auf jeden Fall. Insbesondere liberale Leute haben viel zu viele stakes auf der Wette, dass die Menschheit ehh eine Lösung finden wird.

    Dabei wird halt natürlich bequem vergessen, dass wir schon in der Katastrophe leben. Millionen von Menschen sterben jährlich jetzt schon an den Konsequenzen der Nutzung von Fossilen Brennstoffen; die Zahl der Klimakatastrophen hat sich innerhalb der letzten paar dutzend Jahre verfünffacht und man sieht an den Fluten und Waldbränden den letzten Monate/Jahre, dass es nicht besser wird, Fleischkonsum kostet jährlich Zehntausende an Menschenleben und erhöht die Sterblichkeitsrate von Fleischessenden, und es sterben jährlich zehntausende Menschen im Straßenverkehr.


    Klimawandel bzw. die Verhaltensweisen, die zum Klimawandel führen, machen jetzt schon alles kaputt. Man muss nicht einmal 5 oder 10 Jahre warten. Bis dahin wird natürlich alles noch schlimmer werden. Aber die meisten Menschen begnügen sich damit, einfach die Augen ganz fest zuzudrücken und auf Laborfleisch zu warten (und Klimaproteste zu verspotten).

    Das manche Wege die Gesetze brechen ist eine Sache, doch ist das die einzige Möglichkeit? Wenn "Die letzte Generation: doch Social Media besitzt und benutzt, warum macht man dann nicht darüber mehr aufmerksam? Es gibt auch einige größere Influenza die dabei mitmachen würden und somit ihre Ansätze mehr Reichweite hätte und weniger Hass und Probleme mit sich ziehen würde.

    Hier schwingt halt der Mythos mit, dass das Problem am Klimawandel ist, dass wir nicht genug Aufklärung hätten.


    Die Wahrheit ist: Wir wissen vom Klimawandel seit dutzenden Jahren. Die Menschheit weiß bescheid. Das Hauptproblem ist, dass Klimazerstörung profitabel ist. Leute, die den Klimawandel vorantreiben, tun das nicht, weil sie es einfach nicht besser wissen, sondern weil sie im "Hier und Jetzt" leben und hier und jetzt einen Haufen Geld verdienen & einen verschwenderischen Luxus erleben wollen. Solange Klimazerstörung profitabel bleibt, kannst du noch so viele Hashtags auf instagram popularisieren, am Klimawandel wird sich nichts ändern (es sei denn, vielleicht, man überzeugt Leute auf Social Media dazu, sich auf Straßen und Flughäfen zu kleben), denn um gegen den Klimawandel vorzugehen, muss man die Kosten für klimaschädliche Tätigkeiten in die Höhe treiben.


    Aber ansonsten; Wenn du glaubst, dass du den Klimawandel aus der Welt weginfluencen kannst, dann mach das doch einfach. Viel Erfolg! Bisher sehe ich dich nur deine Zeit mit Besserwisserei verschwenden.

    Das klingt gerade so, als hätte man sonst keinerler Identitätsmerkmale außer die Geschlechtsidentität - oder als wäre das das entscheidenste Merkmal für die eigene Identität.

    Ich mein, fassen wir mal zusammen, wie die Realität aussieht:


    Bei deiner Geburt schaut sich jemand dein Geschlechtsteil an und entscheidet auf Basis dessen, ob du ein Junge oder ein Mädchen zu sein hast. Wohlgemerkt hat das mit Genetik nichts zu tun -- die machen immerhin keinen DNA-Test zu deiner Geburt, und es gibt viele Fälle, in denen dein Geschlechtsteil nicht mit deinen Chromosomen übereinstimmt. Viele Leute wären über ein DNA-Test-Ergebnis ihres eigenen "genetischen Geschlechts" überrascht.


    In welche Kaste du gesteckt wirst, basiert also alleine auf dem Aussehen deiner primären Geschlechtsorgane zu deiner Geburt, die du dann in den meisten Fällen für den Rest deines erwachsenen Lebens weitgehend für dich behältst und nur vergleichsweise wenigen Leuten zeigst.


    Diese Geschlechtsteile, die du nicht öffentlich vorführst, haben dann, ab deiner Geburt, folgende Konsequenzen:


    • Sie entscheiden, was für Kleidung du tragen und wie du aussehen sollst,
    • Sie entscheiden, wie andere dich während deiner Kindheit und auch im Erwachsenenalter behandeln sollen,
    • Sie entscheiden, wie du dich benehmen sollst,
    • Sie entscheiden, was für Interessen & Hobbys du verfolgen sollst,
    • Sie entscheiden, was für Namen du tragen sollst,
    • Sie entscheiden, mit welchen Leuten du dich gut verstehen und in was für Gruppen du dich wohlfühlen sollst,
    • Sie entscheiden, mit was für Leuten du eine romantische Beziehung eingehen sollst,
    • Sie entscheiden, mit wie vielen und mit welchen Gruppen von Personen du sexuellen Kontakt haben sollst,
    • Sie entscheiden, wie freizügig du mit deinem Körper umgehen sollst,
    • Sie entscheiden, wie viel Aufwand du mit der Pflege deines Körpers & Kosmetik aufbringen sollst und welche Arten von Schmuck du tragen sollst,
    • Sie entscheiden, wie gut deine beruflichen Chancen in verschiedenen Gebieten sind,
    • Sie entscheiden, wie viel Bedeutung andere Menschen deinen Worten und deiner Meinung zuteilen,
    • Sie entscheiden, auf welche Art dein Körper objektifiziert werden soll,
    • Sie entscheiden, welche medizinischen Behandlungen, Operationen & Medikamente dir verwehrt werden,
    • uvm.


    Deine Geschlechtsidentität hat weitreichende Folgen für nahezu alle Bereiche deines Lebens. Wenn du diese Normen brichst, kannst oder musst du je nach persönlichem Umfeld, aber vor allem in der Öffentlichkeit, mit sozialer Ächtung, Isolation, Konfrontation, körperlichem Schaden & potenzieller Ermodung und, abhängig vom Standort auf der Welt, staatlicher Verfolgung sowie, je nachdem wie stark der Faschismus gerade ist, systematischer Ausrottung rechnen. Und damit, dass Leute, die keine Ahnung vom Thema haben, im BisaBoard Blödsinn schreiben.


    Ist schon klar; wenn man entweder in einem sicheren Umfeld lebt, oder aber mit der eigenen Geschlechtszuteilung und deren aufgezwungenen Rollenbildern gut leben kann, dann denkt man, dass die Geschlechtsidentität keine große Sache ist und man mit Gesetzen darüber Larifari machen kann. Ich würde ja behaupten, dass du dein blaues Wunder erleben wirst, wenn der Faschismus wieder einzieht und du erkennst, wass für ne Kacke du gebaut hast, als du auf Vorlagen der AfD aufgesprungen bist; aber typischerweise sind Liberale so begriffsstutzig, dass sie das im Nachhinein auch nicht merken.