Beiträge von Alaiya

    Nur zu, sprich über deine Gefühle und sage mir, was ich deiner Meinung nach nicht richtig verstehe bzw. verstanden habe. Ich bin schon gespannt darauf zu erfahren, an welchen Stellen ich mal wieder mit genzenloser Dummheit geglänzt habe.

    So zu tun, als würde nur, weil in einem Artikel eine Sache stehen, diese nicht durch einen anderen Artikel ergänzt werden können. Das Grundgesetz umfasst beides. Die allgemeine Gleichberechtigung und die Kirchenklausel, die diese relativiert und der Kirche Sonderrechte in verschiedenen Aspekten zugesteht, die eben auch Artikel 3 für die Kirche einschränken.


    Außerdem bist du sehr eindeutig sehr privilegiert, dass du meinst, jeder könnte einfach so klagen, weil ihm fast nicht passt. Erstens einmal kann man nicht weil einem danach ist eine Verfassungsklage aufsetzen. Zweitens braucht das ganze Verfahren Zeit und vor allem massenhaft Geld. Geld, was viele Leute nicht haben.



    [08.04.2011 – T01 – Konflikt]

    „Warum bringen wir ihn nicht einfach um?“, fragte Orion. „Er hat unsere Gesichter gesehen.“

    Pakhet schloss die Augen und zwang sich tief durchzuatmen. „Weil wir explizit beauftragt wurden ihn morgen wieder gehen zu lassen.“

    „Ja, und?“ Der Magier funkelte sie an. „Es war halt ein Unfall.“

    Sie konnte nicht glauben, dass sie diese Diskussion führen mussten. Wie unprofessionell konnte man sein? Sie schnaubte. Gerne hätte sie ihm vorgehalten, dass ihre Auftraggeberin vom MI6 war, dass sie ernsthafte Probleme hätten, wenn sie diesen Auftrag vermasselten. Doch sie verkniff sich diese Bemerkung.

    „Jetzt streitet euch doch nicht.“ Spider trat zwischen sie. Der gerade einmal 20jährige wirkte sehr jugendlich. Man hätte ihn äußerlich kaum für mehr als einen Teenager gehalten. Wahrscheinlich weil er unterernährt war. Er war hager, wirkte schlacksig und sein blondes Haar war so hell, dass es beinahe weiß wirkte. „Wir wurden beauftragt, ihn morgen laufen zu lassen, also lassen wir ihn morgen laufen.“

    Für jemanden, der an dem Plan beteiligt war, das Gebäude in die Luft zu jagen, klang er ja fast vernünftig.

    „Können wir mit ihm reden?“, fragte derweil Mik. Wie Spider war er dünn, wirkte aber kräftiger. Er konnte nicht mehr als Spiders Halbbruder sein, denn seine Haut war dunkel, sein Haar schwarz und kraus.

    Pakhet musterte ihn. „Worüber?“

    „Na, warum wir ihn überhaupt festhalten sollen“, meinte Mik. „Wäre doch interessant.“

    „Wäre es nicht“, erwiderte sie kühl. „Es geht uns nichts an.“

    „Fuck, Lady, du hast einen verdammten Stock im Arsch“, warf Orion ein.

    „Und du hast gleich eine Kugel in der Schulter, wenn du nicht die Klappe hältst.“

    Der Magier – selbst gerade einmal Mitte zwanzig, aber mit kurzem braunen Haar und ebenso kurzem braunen Goatie – gab ein verächtliches Geräusch von sich. Seinem Dialekt nach, war ursprünglich aus Australien. Warum hatte er hierher kommen müssen? „Muss ich mir echt etwas von einem Krüppel sagen lassen?“

    Heidenstein, der die ganze Zeit bei ihrem vorübergehenden Gefangenen gesessen hatte, den sie mit auf den Rücken gefesselten Armen und mit einem Sack über den Kopf in der Ecke der Garage abgelegt hatten, stand auf. „Es reicht, Orion.“

    „Sagt wer?“, erwiderte der Magier, der sich offenbar in Rage geredet hatte.

    „Sage ich“, entgegnete Heidenstein sachlich und hatte die Hand an seiner Waffe.

    „Oder was?“ Orion musterte ihn herausfordernd. „Sonst haust du mir einen Betäubungspfeil rein? Oh, ich zittere schon vor Angst.“

    „Ich habe auch andere Sachen im meinem Repertoire. Willst du sie ausprobieren?“ Die Stimme des Medics klang freundlich, zuvorkommend.

    Es war ihm und seiner kleinen Pfeilpistole zu verdanken gewesen, dass sie den Mann, der unter dem Decknamen Sebastian McDall agiert hatte, überhaupt hatten stellen können. Denn ganz offenbar war McDall vorgewarnt gewesen, als sie gekommen waren. Da ihr Auftrag gewesen war, ihn nach Möglichkeit nicht zu verletzen, wäre es ohne den Betäubungspfeil weit komplizierter geworden.

    Pakhet war von der Pistole beeindruckt. Wenngleich das Gerät deutlich größer war, als eine übliche leichte Pistole, so hatte sie doch eine bessere Reichweite und Genauigkeit, als sie es in der Vergangenheit bei anderen Pfeilpistolen gesehen hatte. Sie fragte sich, woher er diese Waffe hatte.

    Orion funkelte ihn an.

    „Ich sage dir was“, meinte Pakhet und gab ihrer Stimme einen festen, aber auch leicht wütenden klang. „Entweder du spielst mit oder du gehst. Ich bin aktuell die Leiterin dieses Teams und habe keine Lust, mich mit deinen Kindereien abzugeben. Du kannst von mir aus gehen. Wir brauchen dich nicht mehr. Aber wenn du ihm“ – sie zeigte auf McDall – „nur ein Haar krümmst, dann kannst du froh sein, wenn ich nur dafür sorge, dass du gefeuert wirst.“ Sie starrte ihn für einen langen Moment an, wohl wissend. „Also: Bleib oder Geh. Aber halt dich an den Auftrag.“

    Die untere Lippe des Magiers zitterte, als er sie aus seinen grauen Augen ansah. Er zog die Nase an, als wäre er angeekelt und für einen Moment glaubte sie, dass er etwas versuchen würde. Er beließ es bei einem wütenden Schnauben, drehte sich auf dem Absatz um und stampfte zur Tür der kleinen Garage, die zu einem verlassenen Firmengelände am Rand der Stadt gehörte. „Dann gehe ich, Bitch“, verkündete er und marschierte durch die Tür, um sie einen Moment später hinter sich zuzuknallen.

    Sehr erwachsen.

    Pakhet holte tief Luft und wandte sich Mik zu. „Und wir werden auch nicht mit ihm reden.“

    Mik verdrehte die Augen und lehnte sich gegen die Werkbank am Rand der Garage. „Von mir aus.“

    „Sonst noch jemand?“, fragte sie und schaute die verbleibenden drei an. Von Heidenstein erwartete sie keine Widerworte. Er schien ihr zuzustimmen. Anders sah es mit Agent aus.

    Dieser saß jedoch mit seinem Laptop auf einem Campingstuhl und schenkte ihr keine größere Aufmerksamkeit.

    Stille senkte sich über die Garage, ehe Spider die Hand hob, als wäre er in der Schule.

    Sie seufzte. „Ja?“

    „Wenn wir die Nacht über auf ihn aufpassen“, meinte er, „darf ich dann vorher etwas zu essen holen.“

    Noch einmal schloss sie die Augen. Atmete durch. Seufzte. „Mach.“

    Er grinste. Dann zögerte er.

    „Was?“

    Verlegen sah er sie an. „Kannst du mir etwas Geld leihen?“




    Und damit sehen wir direkt die Herausforderungen dessen, als Team zu arbeiten xD


    Da ging es um einen Werwolf namens Reuben und jetzt wo du es sagst, erinnere ich mich wieder an den Inhalt und die Beschreibungen aus seiner Sicht. Rice hatte das in der Tat gut beschrieben, wusste nicht dass sie noch mehr in der Richtung hat weil das damals mehr ein Zufallskauf war. Ich werde mich mal nach ihren anderen Romanen umsehen.

    Ja, genau. Sie hat auch Werwolfsbücher. Sie hat soweit eine Werwolfreihe, eine Hexenreihe und eben die berühmte Vampirreihe, die aktuell auch Fortgesetzt wird (wobei die Fortsetzungen komisch klingt). Und während man sich über diverse Sachen bei ihr streiten kann: Weltenbau kann die Frau. Weltenbau und ihren Charakteren unglaublich eigene Stimmen geben. Du weißt bei ihr, wenn du liest, wer gerade der Erzähler ist. Das fand ich als Jugendliche und finde es auch jetzt schwer beeindruckend.


    Um deine restlichen Vorschläge werde ich mich danach ebenfalls kümmern, klingt im ersten Moment vielversprechend.

    Freut mich :)


    Anmerkung übrigens, solltest du rein zufälligerweise auch Interesse Der Schleier der Welt haben: Das lässt sich aktuell nur im Verlagsshop als Print bestellen ~.~


    Ich bin niemand der sich mit whitewashing groß auseinandergesetzt hat weil ich Bücher als fiktionale Werke für einen schlechten Vergleich hielt, bin aber mitlerweile immer mehr der Meinung dass sich viele Autoren das ganze zu einfach machen. Es werden weichgewaschene Legenden von weißen Autoren in absurd romantisierte Storys verpackt, die mit der eigentlichen Kultur kaum noch etwas zu tun haben und einen bitteren Nachgeschmack hinterlassen. Von einigen Autoren bin ich deswegen tatsächlich auch abgerückt und lese trotz eines sonst guten Stils nicht weiter, irgendwann reichts mit der "Fiktion" schließlich.

    Schade dass dieses Vorgehen sehr im Trend zu liegen scheint, es gibt genug Möglichkeiten seine Ideen korrekt zum Leben zu erwecken. :confused:

    Genau damit triffst du eigentlich auch den Nagel auf den Kopf, was Cultural Appropriation angeht. Das Problem ist ja dabei, dass oftmals dann Dinge aus einer Mythologie genommen werden ohne den Kontext zu kennen oder zu verstehen. In Urban Fantasy rennen häufiger mal Skinwalker herum, aber an sich sind das halt einfach nur riesige, gestaltwandelnde Monster, ohne dass der Kontext um yee naaldlooshii, Magie in Navajo-Legenden und all diese Dinge bedacht werden. Es ist halt einfach nur "ein cooles Monster" und das find ich furchtbar. (Gilt übrigens genau so für Wendigo.)


    Das wäre halt auch wieder so ein Punkt, wo man zu den Druiden zurückkommen kann. Denn diese, Wikinger und so manche andere Sachen werden halt auch gerne verwendet, ohne den Kontext zu verstehen, einfach, weil cool. Und ich meine, natürlich, gerade bei Druiden haben wir das Problem, dass wir sehr, sehr wenig wissen (Christentum sei dank). Aber es gibt Bücher. Man findet Bücher. Man findet Sachen zum Recherchieren, wenn man nur will.


    Aber gerade Fantasy ist allgemein dahingehend eben immer sehr generisch. Das ist halt auch der Punkt, wo ich das Genre an sich liebe, aber kaum Bücher finde, die mir gefallen, weil das meiste eben zu generisch, zu weiß, zu männlich ist. Ich suche mir aktuell daher auch oft gezielt Autoren heraus, die eben PoC (speziell WoC) sind, wenigstens Frauen, NBs oder halt sonst irgendwie einer Minderheit angehören. Einfach um ein paar andere Perspektiven lesen zu können, als die übliche. X.x

    Hauptsächlich geht es mir darum eine Person zu haben, die in der Umwelt anders wahrgenommen wird und selbst anders wahrnimmt als z.B. ein Mensch oder Elf, schlichtweg weil die körperlichen Voraussetzungen unterschiedlich sind.

    Jetzt kommt so eine Grundsatzfrage: Hast du Anne Rice gelesen? Ich kann nur für ihre Vampirchroniken sprechen, die ich gerade wieder höre (Hörbuch), aber da ist das Thema sehr, sehr ausführlich aufgegriffen. Vampire bei ihr sind humanoid, doch fällt es ihnen schwer als Menschen wahrgenommen zu werden und die Tatsache, dass sie effektiv mehr Dämon als Mensch sind spielt eine große, große Rolle in den Büchern. Jedenfalls den früheren, ich bin erst beim Re-listening bei Königin der Verdammten.


    Könnte mir auch vorstellen, dass es bei ihrer Werwolfsreihe ähnlich ist, aber die habe ich nie selbst gelesen und kenne sie nur vom Hörensagen.


    Davon abgesehen bei normalem Urban Fantasy: Ich habe gehört die Weather Warden Serie von Rachel Caine soll dahingehend interessant sein, kenne sie aber selbst nicht. Und bei Werwölfen habe ich sehr, sehr viel gutes über "Kitty and the Midnight Hour" gehört, die aus Perspektive einer Werwölfin erzählt ist und auf das Werwolf-Sein auch mehr eingeht.


    Gerade Werwesen bringen doch einen primitiven, wilden Aspekt in den jeweiligen Charakter, doch selten erfahren die Leser wie es direkt in der Person aussieht.

    Ich finde es in unseren Geschichten immer wieder Interessant aus der Sicht von wolfsgeborenen Werwölfen zu schreiben und auf sie einzugehen, weil das etwas ist, dass es normalerweise in Werwolfsliteratur selten gibt.


    Wobei mich das, was du ansprichst, auch ein wenig daran erinnert, wie wenig oft in Urban Fantasy (oder Fantasy allgemein) auf kulturelle Prägung eingegangen wird. (Oder auch: Uuuh. Fantasy ist soooo weiß.)

    Gibt es eigentlich auch männliche Magaka, die im Shonen-Ai/Yaoi-Bereich tätig sind und umgekehrt? das würde mich an dieser Stelle doch mal interessieren.

    Na ja, die meisten Männer machen eher irgendetwas in Richtung Bara.


    Girls Love/Yuri gibt es derweil massenhaft von Frauen für Frauen, weil es eben oft normal als Romance geführt wird.

    Ja, da war ich mit meinem "Klischee incoming" nicht eindeutig genug. x'D Genau weil viele denken dass das die Aufgabe der klassischen Druiden war hatte ich das Klischee eingeworfen, beim nächsten Mal mache ich das eindeutiger.

    Ich war mir nur nicht sicher, weil das, was du danach nanntest (mit dem Baumschmuser) ja ebenso ein Klischee ist und für generell sehr viele Leuten Kelten und Norden und Germanen ja eh dasselbe wären. Wie man auch daran merkt, dass das eigentlich germanische Knotenmuster gerne als Keltenknoten bezeichnet und dennoch auf Wikingerkram gepackt wird (wobei im allgemeinen Glauben natürlich auch alle Norden Wikinger sind). Und da wollte ich sicher gehen, da ich es aktuell dank Roman-Recherche und weil ich in Schottland mit "echten" modernen Druiden geredet habe, doch nicht die Klappe halten. ;)


    Sowohl als auch. Gerade weil ich in letzter Zeit viel High gelesen habe und es immer nur Menschen oder Elfen (in verschiedensten Unterrassen, aber immer mit dem klassischen "ich bin so edel und allmächtig"-Merkmal) in den Hauptrollen gab ist es mir doch eintönig geworden.

    Okay. Bei Urban Fantasy kann ich auch noch ein paar Nennen, wobei da die Frage ist: Suchst du jetzt nur etwas anderes als Menschen und Elfen oder generell etwas nicht humanoides. Weil ich meine, letzten Endes sind Werwölfe 80% der Zeit auch meistens Menschen und Vampire sind meistens tote Menschen XD (Außer Alex ...)


    Wie soll ich mich da ausdrücken ich mag gerne Bücher über Dämonen diese die Körperlichen Seelen sich einverleiben und die Menschliche Hülle nur noch als Tarnung tragen.

    Das klingt sehr als würdest du da im Dark Fantasy Bereich fündig werden. Geheimtipp: Probier es doch mal mit Indie-Autoren. Ich weiß, dass Nora Bendzko ein paar Sachen in der Richtung in ihrer Galgenmärchenreihe drin hat. :) Katrin Ills schreibt glaube ich auch in die Richtung.

    Die meisten UKler werden wohl dann Jobs und Wohnsitze bis dahin in irgendeinem europäischen Land haben.

    Das große Problem ist ja nur auch, dass diese halt mit dem Verlust der Bewegungsfreiheit auch die Sicherheit, dort bleiben zu dürfen, verlieren werden.


    Und ja, gerade für die Schotten ist es richtig scheiße, zumal einer der Gründe, warum sie noch Teil der UK sind, ja war, dass sie so Teil der EU sein konnten.


    Die Torys machen sowieso viel Schwachsinn dies und jenseits des Brexits. (*seufz*)


    QueFueMejor :


    Falls du mal ein wenig Zeit hast, empfehle ich dir auf jeden Fall die Videos von TLDR News auf YouTube. Die haben versucht es möglichst verständlich herunterzubrechen. Sowohl Folgen, als auch Verhandlungen und Entwicklungen.



    Warum wurde hier eigentlich so wenig gepostet?


    Immerhin geht das ganze immer weiter voran und es sind nur noch knapp über 100 Tage, bis Brexit Triggern und die UK die EU ganz komplett verlassen würde.


    Theresa May hat nun ihren Brexit-Deal ausgehandelt, der jedoch nicht viele Freunde hat. Den Hard-Brexitern ist er nicht hart genug, die Leute, die keinen Brexit wollten, mögen ihn auch nicht und jetzt wurde das Misstrauensvotum ausgesprochen.


    Gleichzeitig hat der EuGH entschieden, dass die UK soweit ohne Zustimmung anderer EU-Länder Brexit zurückziehen kann.


    Diverse Leute in den UK wollen ein 2. Referendum, mit der Frage "No-Brexit oder Mays-Deal", aber dafür reicht die Zeit nicht mehr, genau so wie für eine weitere Neuwahl, zu der es allerdings eventuell dennoch kommen kann.


    Meine Freunde in Schottland sind alle irgendwo zwischen Ergebenheit, Aufregung und "Aufgehört zu weinen, wir lachen nur noch".


    Was glaubt ihr: Wie geht es aus?

    In der Bundesrepublik Deutschland steht nichts und niemand über dem Grundgesetz!!! Das Grundgesetz gilt für alle Institutionen sowie Personen und bildet die Grundlage (daher auch GRUNDgesetz) für alle anderen Gesetze, Verordnungen, Rechtsnormen und die gesellschaftliche Grundordnung.

    Ich werde das unbestimmte Gefühl nicht los, du verstehst nicht ganz, wie das Recht und die Legislative dieses Landes aufgebaut ist.

    Zwar gibt es Art. 3 des GGs, allerdings ist dieser durch das AGG (Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz) ergänzt. Das AGG beinhaltet die sogenannte Kirchenklausel unter §9, die besagt, dass religiöse Gemeinschaften, wenn sie der Meinung sind, dass Religion sich auf die Ausübung des Jobs auswirkt (etwas, was sie bei ihren Einrichtungen immer sind). Wie bereits gesagt: Jemand hatte dagegen geklagt und hat sich bis zum EuGH durchgeklagt, der letzten Endes erklärte, dass es Verfassungswidrig sei. Doch auch wenn es damit ein Referenzurteil gibt, wurde bisher aufgeschoben, im Bundestag über einen neuen Entwurf und eine Gesetzesänderung abzustimmen, weshalb bisher §9 des AGG formell noch immer in Kraft ist und weiterhin von diversen Einrichtungen, die offiziell unter kirchlicher Trägerschaft sind, genutzt werden.


    Und wo wir schon bei einem §9 sind: Art. 3 des GG ist nicht der einzige, wo die christlichen Kirchen Sonderrechte eingeräumt bekommen haben. Kirchliche Einrichtungen dürfen durch ihre Kirchenprivilegien auch gegen Art. 9 des GG verstoßen, was bedeutet, dass ihre Mitarbeiter weder Streikrecht, noch die Möglichkeit einen Betriebsrat zu bilden haben.


    Warum ist das alles so?


    Weil die Weimarer Verfassung ihnen diese Rechte eingeräumt hat und die entsprechenden Artikel der Weimarer Verfassung via Art 140 GG ebenfalls in unser Grundgesetz übernommen wurden. Effektiv sagt unser Grundgesetz daher aktuell "Alle sind gleich, aber die Kirche ist gleicher", um es einmal auf orwellische Art auszudrücken.


    Das ganze geht auf die Stellung der Kirche zurück, als die Weimarer Republik gegründet wurde und dass die Kirche nun einmal in vielen Gegenden Deutschlands damals effektive Staatsfunktionen übernommen hat. Man musste daher der Kirche in der Gesetzesgebung entgegen kommen und hat diese Sonderrechte daher ausgerufen - etwas, was bei der Gründung der BRD eben übernommen wurde.


    Und genau darauf gehen sämtliche Probleme, die hier angesprochen wurden zurück: Dass die Kirche Sonderrechte hat ist dank Art. 140 des GG festgelegt, inklusive der Bezahlung der Bischöfe, mancher Priester und Priesterausbildung durch den Staat und dass bei all diesen Dingen die Kirche kaum Kontrollen und keiner Aufsicht unterliegt und keine Transparenz zeigen muss, sofern nicht bestimmte Sonderbedingungen erfüllt werden (in welchem Fall eventuell eine Offenlegung bestimmter Daten richterlich verfügt werden kann). Auch Kirchensteuer verdanken wir Art. 140 des GG.


    Aber: Nur weil es im GG steht, ist es nicht richtig. Es gibt nicht umsonst eine Möglichkeit für die Legislative auch das Grundgesetz zu ändern. Etwas, dass mittlerweile - wo eben die Kirchen kaum noch Bedeutung für die meisten Bürger haben - ideel auch im Sinne des GG liegt. Denn ideel ist das GG definitiv der Meinung, dass alle Regionen gleichbehandelt werden sollten und keine Religion bevorzugt werden darf, was aktuell in vielerlei Hinsicht aber eben nicht gegeben ist, dank Art. 140. (Genau so wie einige andere Regelungen oder die Aufzählung Art. 3.3 um Sexuelle Ausrichtung zu ergänzen, wie 1994 eben auch Behinderungen in dem Absatz ergänzt wurden) und dergleichen es wäre.) Das sind nur Dinge, gegen die sich sowohl die Kirchenlobby, als auch natürlich die CDU/CSU absolut wehrt und solange die Union mehr als 33% des Buntestages stellt, wird es nicht möglich sein, diese Dinge zu ändern, selbst wenn alle anderen Parteien sich für diese Änderungen einsetzen würden.


    Richter können nur nach dem geltenden Gesetz richten. Aber nur weil etwas im Gesetz steht, muss es nicht gut und richtig sein. Deswegen haben Regierungen die Fähigkeit durch einen demokratischen Prozess Änderungen am stehenden Gesetz vorzunehmen, auch am Grundgesetz, dass schon einige Male geändert wurde (Übersicht). Deswegen bringt es auch wenig, gegen diese Dinge zu klagen. Zwar kann das Verfassungsgericht eine Änderung dahingehend anraten/empfehlen, doch ändern können das GG nur Bundestag und Bundesrat gemeinsam.


    Jetzt könnte man natürlich sagen: "Hmm, aber sind wir nicht in einer Demokratie? Bedeutet das nicht, die Bürger würden schon andere Leute wählen, würden sie eine Änderung wollen?" Aber abgesehen davon, dass sich halt durch das Parteiensystem immer diese "Teamdenke" durchsetzt (meine Partei ist mein Team, ich bleibe meinem Team treu, unabhängig davon, was die jetzt verzapfen), ist halt speziell in diesen Dingen es nun einmal so, dass die Leute nicht informiert sind. Kaum jemand weiß (wie sich in der Diskussion auch immer wieder zeigt), dass Schulen, Kindergärten, Krankenhäuser und Pflegestellen unter kirchlicher Trägerschaft praktisch aus identischen Stellen wir ihre nicht kirchlich getragenen Gegenstücke bezahlt werden. Kaum jemand weiß, dass Bischöfe in Deutschland Ministergehälter bekommen. Und wer nicht in einer sehr religiösen Ecke Deutschlands lebt und in einem entsprechenden Sektor arbeitet, hat oftmals auch keine Erfahrungen mit der Diskriminierung auf Konfessionsbasis am Arbeitsplatz gemacht und ist sich nicht dessen bewusst, wie weit dieses Problem verbreitet ist.


    Aber genau deswegen ist es auch richtig und wichtig sich darüber zu beschweren und darüber zu informieren, denn rechtliche Probleme verschwinden nicht, sofern kein Bewusstsein über ihre Existenz in der Bevölkerung eines Landes vorhanden ist.

    Was ich mir unter Druiden vorstelle sind in diesem Fall nicht die keltischen Futzis, die Runen werfen und Orakel lesen (Klischee incoming)

    Hey, das was du da aufzählst hat auch nichts mit Kelten zu tun. ;) Gerade Runen sind nordisch gewesen. Sowohl Runen als Orakel, als auch Runen als magischer Katalysator. Historische Druiden sind grob gesprochen vor allem keltische Gelehrte gewesen, die auch religiöse und rituelle Aufgaben übernommen haben und halt evnetuell eben auch Zauber gewirkt und mit spirituellen Kräften Kommuniziert haben.


    Jetzt mal pure Eigenwerbung: In Der Schleier der Welt Reihe lernt unsere Protagonistin von Druiden (selbst wenn ihre eigene Magie ein wenig mehr "All over the place" ist, da sie zu ungeduldig ist und sich Sachen aus verschiedenen Quellen aneignet). Sie kann sich später sogar auch in Tiere verwandeln *hüstel* (Und in Mosaik hier auf dem BB spielt später auch eine Druidin eine große Rolle, auch wenn die sich spirituell mehr ans Meer und die Luft gebunden hat, als den Wald.)


    Ansonsten ... In der Hollows Reihe (von Kim Harrison), die wohl die Urban Fantasy Reihe ist, die ich am meisten empfehlen kann, kommen später Druiden in unterstützenden Rollen vor, allerdings nichts als Protagonisten. Außerdem weiß ich, dass die Laura Blackstone Reihe (von Mark Del Franco) eine Druidin als Protagonistin hat (und generell viel mit der Gälischen Mythologie arbeitet), habe die allerdings bisher noch nicht selbst gelesen, da ich immer ein wenig misstrauisch bin, wenn Männer weibliche Charaktere schreiben. Daher weiß ich nicht wie die Darstellung ausfällt.


    Großes Problem ist halt immer, dass Fantasy sehr amerikanisiert ist und sich das auf so etwas auswirkt, da halt gerade Amerikaner diese Darstellung, wo diverse europäischen Kulturen zu einer Verschmolzen sind, nutzen und auch für wahr halten ^^"


    Mir gehen die ganzen Elfen und Menschlein ein wenig auf den Keks.

    Meinst du das mehr in High Fantasy Richtung? (Ich meine, ich bin Urban Fantasy Spezialist.) Dahingehend kann ich aus eigener Erfahrung nicht wirklich viel empfehlen, aber auf Reddit gab es einmal diesen Thread, wo genau danach gefragt wurde.

    Das Grundgesetz (Art. 4 und Art. 7 (2)) sagt da was anderes.

    Nein. Tut es nicht. Nachwievor: Kirchenklausel(n). Kannst du googeln. Gibt es in Deutschland. Explizit. Sowohl auf Bundesebene, als auch auf Landesebene. Solange die Schulen als Privat gelten, dürfen sie gewisse Entscheidungen ohnehin selbst treffen, zumal Bildungsangelegenheiten größtenteils in Länderhand liegen und nicht auf Bundesebene entschieden werden. Hier in NRW gibt es sogar Präzedenzfälle, in denen Richter gesagt haben, dass die Diskriminierung in Ordnung ist. Das Vorbehaltslose Recht auf eine Bekenntnisschule zu gehen, haben nur Kinder der etwaigen Bekenntnis - sofern es eben andere Schulen in einem erreichbaren Umfeld (etwa 1 Std. Fahrt pro Strecke) gibt. Davon abgesehen liegt es hier in der Hand der Bekenntnisschulen Schüler eines anderen Bekenntnis zu akzeptieren oder nicht, bzw. ihnen etwaige gesonderte Auflagen zu geben (wie bspw. dass die Kinder trotz atheismus den katholischen Religionsunterricht besuchen müssen).


    Nehmen wir mal an, man zahlt 40 Jahre lang 5 Euro Kirchensteuer im Monat, dann wären das 2400 Euro Kirchensteuer in Summe. Ich bezweifle doch mal sehr stark, dass der Kirchenaustritt plus Kraftstoffkosten und für den Austritt aufgebrachte Lebenszeit einem teurer kommt.

    Sorry, aber du gehst hier von jemanden aus, der 70€ mal eben so ausgeben kann. Aber viele Leute können das nicht. Geringverdiener können das nicht. Geringverdiener können eventuell auch nicht einfach mal so zum nächsten Landgericht fahren. Ebenso ist für Leute, die in der Mobilität eingeschränkt sind oder bspw. unter psychologischen Problemen leiden (auch Burnout, Depression, Sozialängste) sehr schwer.


    Für jemanden, der ablebodied, neurotypisch und zumindest in der Mittelklasse mit gesichertem Job unterwegs ist, mag das leicht sein. Für andere Leute aber nicht.


    Es steht dir frei Steuern zu hinterziehen (auf eigene Gefahr natürlich :glasses: ) oder gegen die Kirchensteuer zu klagen. Ist ein Rechtsstaat nicht etwas tolles? Man kann einfach so "krasse" Sachen machen, wenn man mit etwas nicht zufrieden ist.

    Auch das ist nicht so einfach. Denn auch dafür braucht man Geld (in so einem Fall: Viel Geld) und Zeit. Etwas, das viele nicht haben. Davon abgesehen wurden entsprechende Klagen gegen die Kirchensteuer mehrfach abgewiesen, weshalb die Chancen dahingehend zu klagen, relativ gering sind. Es ist, genau so, wie die Finanzierung der Kirchen über normale Steuermittel, durch die veraltete Verfassung gedeckt. Was es geben müsste, wäre eine Verfassungsänderung, die so aber nur im Bundestag erwirkt werden kann - etwas, dass natürlich nicht passieren wird, solange a) die CDU die stärkste Partei ist und b) die katholische Kirche und die EKD welche der größten und einflussreichsten Lobbygruppen (über die niemand spricht).


    Die große Ironie der Geschichte ist übrigens, dass sogar der Vatikan kritisiert, wie sehr die Kirchen in Deutschland vom Staat subventioniert werden und effektiv als Firmen, statt als Religion auftreten. Daher, dass der Vatikan allerdings auf das deutsche Gesetz keinen Einfluss hat und die deutschen Kirchen als Lobby von ihnen unabhängig sind ... Macht es wenig Unterschied.


    Ich komme aus dem Rheinland und kann dir sagen, dass es hier auch viele nicht-kirchliche Schulen und Kindergärten gibt. Man hat somit eine Wahl ohne erst bis nach "Meck-Pomm" fahren zu müssen.

    Wie schon gesagt: Der Punkt liegt bei 1 Stunde Fahrzeit. Und es gibt in NRW und sonst in Deutschland generell zu wenig Kindergärten, was allgemein bekannt ist. Einen Betreuungsplatz zu bekommen ist daher schwer. Wer dann nicht katholisch ist, bei dem Fallen in diversen Gegenden 50 bis 80% der Kindergärten weg. (Hier in einer Domstadt sind es knapp 60% der Kinderbetreuungsplätze, die in kirchlichen Einrichtungen sind.) Und mit Schulen sieht es nun einmal nicht viel anders aus. Vor allem wenn man nach Schulform geht und bedenkt, dass die staatlichen Schulen oft unterfinanziert sind. Und da ist eben die Entscheidung oft: Kirchliche Schule oder du lässt dein Kind 40 Minuten und mehr mit dem Bus durch die Gegend tingeln.



    [30.03.2011 – D02 – Reperaturservice]



    Wie hatte sie sich dazu überreden lassen?

    Sie war sich nicht sicher. Es hatte mit ihrem Drang zu tun, sich zu beweisen, und ebenso damit, dass sie nicht riskieren wollte, dass ihr ein weiteres Fahrzeug explodierte.

    Also fuhr sie an diesem Mittag vor Roberts Werkstatt vor, um sich den Wagen, den die Chaostruppe von einem Gebrauchtwagenhändler gekauft hatte, genauer anzusehen.

    Sie war mit ihrem Motorrad hergekommen, einem roten Enduro von Yamaha, dass sie bei normalen Einsätzen viel zu selten nutzen konnte. Dabei war es wahrscheinlich unauffälliger als ihr normaler Wagen.

    Die Chaostruppe, so würde sie fortan die Gruppe der Neulinge nennen, die nun ihre Verantwortung waren. Wenn man sie fragte waren Spider und sein vermeintlicher Bruder Mik – beide kaum Älter als zwanzig – ein Beispiel von Dumm und Dümmer. Von allem, was sie gehört hatte, war Spider an der Idee mit dem Sprengstoff beteiligt gewesen, auch wenn es Mr Punches gewesen war, der das Zeug hatte hochgehen lassen.

    Agent, der selbsternannte Superhacker, war ein alter Sesselfurzer – sie schätzte ihn auf Mitte Vierzig – mit einem Ego, dass an das von Michael heranreichte. Wenn man ihn fragte, war er wohl der Gruppenanführer. Vielleicht sollte sie ihn wegen der ganzen Explosion zur Rechenschaft ziehen.

    Und dann war da Orion, der Meistermagier. Er hatte angeben wollen. Sie hatte ihn gelassen. Er war gescheitert. Sein Unsichtbarkeitszauber war nicht sonderlich unsichtbar, sein Charme bei weitem nicht so überzeugend, wie er es glaubte.

    Zuletzt war da Heidenstein, aka „der Doc“. Er hatte geschwiegen, hatte beobachtet und hatte dann aus dem Nichts angeboten, sich um den Wagen zu kümmern, als sich Spider und sein Bruder gegenseitig darin übertrumpft hatten, wie dringend sie einen Wagen brauchten – am beste einen Transporter. Irgendwie hatte Michael es ihnen erlaubt.

    Tja, und hier war sie.

    Roberts kleiner Familienbetrieb, den er von seinem Vater übernommen hatte, war eine Mittelgroße Autowerkstatt. Sie hatten mehrere Plätze, mehrere Hebebühnen, um sich die Wagen anzuschauen und so war es ein leichtes, einen davon für einen kleinen Betrag zu mieten.

    Der Geruch von Motoröl, Lack und Staub lag in der Luft.

    Auf dem Parkplatz vor der Werkstatt stand bereits ein weißer Transporter, an dem ein Mann lehnte. Heidenstein. Also war er da geblieben. Was hatte sie erwartet?

    Sie stieg von dem Motorrad ab, nahm den Helm ab und ging raschen Schrittes zu ihm hinüber. „Hast du lange gewartet?“, fragte sie und musterte Heidenstein, der eine Nachricht auf seinem Handy las.

    Er sah auf; musterte sie. „Ah.“ Er zögerte. „Pakhet.“ Einmal blickte er sich um, schüttelte dann den Kopf. „Nein. Nicht besonders lang.“

    „Gut.“ Sie zuckte mit den Schultern. „Das ist der Wagen?“

    „Ja“, erwiderte er. „VW T6. Standard Transporter. Drei Jahre alt. Gehörte vorher offenbar einem Malereibetrieb.“

    Ein weiteres Schulterzucken. So etwas musste sie nicht wissen. „Hast du eine Möglichkeit zur Firma oder“ – sie hielt kurz inne – „nach Hause zu kommen?“ Wenn er den Wagen hergefahren hatte, bräuchte er wohl jemanden, der ihn abholte.

    „Nein“, erwiderte er. Auch er zögerte. „Ich dachte, ich könnte helfen.“

    „Helfen?“

    „Ich habe dich richtig verstanden, oder? Du willst den Wagen selbst reparieren, oder?“

    Sie seufzte. Eigentlich hatte sie den Wagen mit Roberts Hilfe reparieren wollen. Immerhin wusste Robert was er tat – anders, als sie es von einem Arzt erwartete, wenn es um Wagen ging. Doch Robert wollte nicht in diese Sachen mit hineingezogen werden. Sie konnte es verstehen. „Hast du Ahnung von Automechnanik?“

    „Ich kenne die Grundlagen“, erwiderte er.

    „Und das heißt?“

    „Ich weiß, wie man Zündkerzen austauscht. Ich habe Ahnung von üblichen Fehlern. Ich habe das ein oder andere Mal einen Jeep repariert.“

    „Ah.“ Sie verkniff sich ein genervtes Stöhnen. „Und was ist mit Grundüberprüfung?“

    Er schenkte ihr ein geübtes Lächeln. „Was soll damit sein?“

    „Schon mal gemacht?“

    „Nein. Aber ich dachte mir, du kannst mir die Grundlagen zeigen. Man lernt immer dazu.“

    Na großartig. Also sollte sie selbst für ihn noch Lehrerin spielen? „Solche Services kosten normalerweise.“

    „Und was könnte ich tun, um dafür zu bezahlen?“

    „Das ist es ja“, erwiderte sie grimmig. „Nichts.“

    „Zu schade.“ Er zuckte mit den Schultern.

    Pakhet wandte sich ab, als ihr doch etwas einfiel. „Vielleicht gibt es eine Sache“, erwiderte sie. „Warst du bei der Jungfernmission der Chaostruppe dabei?“

    „Chaostruppe?“ Er hob eine Augenbraue hoch, schien aber sehr wohl zu verstehen. „Ja, das war ich tatsächlich. Mr Smith hatte mich als Backup mitgeschickt.“

    „Gut.“ Sie wandte sich ab. „Dann erzähl mir, wie das ganze so schief gehen konnte und wir können darüber reden.“

    „Deal“, erwiderte er, aber sie war bereits auf dem Weg zu Robert.

    Sie brauchte den Schlüssel für das Tor zu der seitlichen Garage, die ebenfalls eine Hebebühne hatte, halbwegs aber vom Rest der Werkhalle getrennt war. Dort würde sie in Ruhe arbeiten können. Soweit in Ruhe zumindest, wie es der Doktor mit dem zu langen Namen zulassen würde. Worauf hatte sie eigentlich eingelassen?

    Die Werkstatt unterschied sich nicht großartig von den meisten anderen. Sie bestand aus einer einzelnen großen Halle und zwei Garagen. Daneben fand sich ein kleiner Shop, hinter diesem ein Büro, von dem aus Robert arbeitete.

    Zielstrebig schritt sie zum Shop und in diesem zur Tür neben der Kasse. Sie klopfte und wartete auf Roberts Antwort.

    Schritte erklangen. Dann wurde die Tür geöffnet. „Hey, Jo.“ Robert lächelte sie an und deutete kurz eine Umarmung an. „Also, wo ist der Patient?“

    Sie konnte sich den Witz nicht verkneifen. „Beim Doktor.“

    Verwirrt schaute Robert sie an.

    Mit einem leisen Seufzen erklärte sie: „Einer meiner Kollegen hat den Wagen hergebracht. Ein Medic. Doctor Heidenstein. Und er will eine Einweisung in die Grundlagen der Fahrzeugkontrolle, scheint mir.“

    „Dann schick ihn weg“, erwiderte Robert nüchtern.

    Sie zuckte mit den Schultern. „Er weiß etwas, was ich wissen will. Also habe ich ihm einen Deal angeboten.“

    „Das wird nur zu Schwierigkeiten führen“, murmelte Robert und Joanne seufzte.

    „Wird es. Wahrscheinlich.“

    Für einen Moment seufzte Robert. Dann griff er in sein Büro rein und holte einen Schlüssel hervor. „Hier.“

    „Danke. Du bist ein Schatz.“

    „Und du schuldest mir eine Pizza.“

    „Darüber können wir reden.“ Sie zwinkerte ihm zu und brachte sogar ein mattes Lächeln zustande, ehe sie zur Tür lief und die Hand zum Abschied hob, ehe sie den kleinen Shop verließ.

    Sie eilte zur Garage hinüber, wo sie den Tür in das Schloss neben dem schweren, automatischen Tor steckte und umdrehte.

    Der Motor erwachte dröhnend zum Leben und hob das Tor an. Als es schließlich mit einem Knacken einrastete, winkte sie Heidenstein hinüber, der nickte, in den Wagen einstieg und ihn hineinfuhr.

    Zumindest hatte er genug Kontrolle über den Wagen, als dass der kleine Transporter schon nach dem ersten Versuch auf den Schienen der hydraulischen Bühne stand.

    „Mietest du die Garage?“, fragte er, als er ausstieg.

    „Ja“, erwiderte sie. „Mr Forrester zahlt am Ende aber.“ Das war natürlich gelogen, doch Doctor Heidenstein musste das nicht wissen.




    „Ah.“ Er seufzte, während sie den Wagen umrundete. Sie machte das Licht an und begann den Wagen von außen zu inspizieren. Zuallererst wollte sie sicher gehen, dass kein Blechschaden vorlag – nicht das dieser die Leistungsfähigkeit des Wagens beeinflusste.

    Sie entdeckte auf Anhieb einige Kratzer im Lack. Das hieß, sie würden auf Dauer neu lackieren müssen. Vielleicht besser, denn wenn man genau hinsah konnte man sehen, wo einst das Logo der Malerei gewesen war.

    „Mir ist eine Beule in der Kühlerhaube aufgefallen“, merkte Heidenstein an.

    „Dazu komme ich gleich“, erwiderte sie. „Ich will erst einmal wissen, was auf dieser Mission schief gegangen ist.“

    „In Ordnung.“ Er wirkte amüsiert und lehnte sich lächelnd an den Wagen. „Was weißt du?“

    „Ich weiß so viel: Ihr solltet einen Ordner aus dem Büro in der Chemiefabrik stehlen. Ihr wurdet von Security überrascht. Jemand hielt es für eine tolle Idee, irgendetwas hochgehen zu lassen.“

    Heidenstein schmunzelte. „Das ist arg vereinfacht ausgedrückt.“

    Mittlerweile war sie bei der Kühlerhaube angekommen und sah, wovon er zuvor gesprochen hatte. An der rechten Seite war das Heck eingedellt. Wahrscheinlich war einmal jemand an einer Mauer oder vergleichbaren langgeschrabt. Man hatte mit einem Lackstift den Lackschaden notdürftig verdeckt.

    Fuck. Dieses Fahrzeug war ein Wrack. Aber dafür war es wahrscheinlich billig gewesen.

    „Erzähl“, meinte sie.

    „Gut. Grundlegend hast du Recht. Wir sollten Informationen holen. Keinen Ordner. Daten von einem Rechner. Forschungsdaten. Mr Smith hatte extra etwas herausgesucht, für das man einen ITler brauchte.“

    „ITler im Feld sind immer eine beschissene Idee“, murmelte Pakhet, während sie sich auf den Wagen stützte und dagegen drückte, um zu sehen, ob die Federn davon allein nachgaben.

    Heidenstein ignorierte sie. „Wir sind ohne große Probleme reingekommen. Mik hat jemanden bequatscht, der dort arbeitet. Er hatte einen Schlüssel. Soweit also alles kein Problem. Spider, er, Punches und Agent sind rein. Orion und ich sind draußen geblieben. Erst schien alles wunderbar zu laufen, aber dann wurden sie von einem Hund entdeckt.“ Er machte eine dramatische Pause und brachte sie damit dazu, die Augen zu verdrehen, während sie zur Kontrolle der Bühne ging.

    „Und dann?“

    „Und dann haben sie den Hund erschossen“, erwiderte Heidenstein nüchtern. „Und haben damit noch mehr Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Bevor wir draußen viel mitbekommen haben, hatten sie weitere Security gerufen. Wir wollten nachziehen, aber Mr Punches“ – sein Tonfall ließ keinen Zweifel daran, dass er den Namen genau so albern fand, wie sie – „meinte, er hatte einen Plan.“

    „Und dann Bumm?“, fragte sie.

    „So in etwa. Sie haben noch etwas gerufen, dass wir sie in Richtung Stadtmitte treffen sollen. Und dann   … Dann ist das ganze Gebäude in die Luft geflogen. Offenbar haben sie das Sprengstoff im Lacklager deponiert.“

    „Und wie sind die Idioten rausgekommen?“, fragte Pakhet.

    „Kanalisation“, erwiderte Heidenstein.

    „Lecker.“

    „Absolut.“

    Sie seufzte. „Und wer war es, der das Zeug hat hochgehen lassen?“

    „Punches. Soweit ich es verstanden habe. Aber es war ein gemeinschaftlicher Plan.“

    Wundervoll. Sie duckte unter den Wagen. Womit hatte sie das alles nur verdient?

    „Und du machst das schon lange?“, fragte er, als er ihr unter den Wagen folgte und eine kleine Taschenlampe aus seiner Jacke hervorholte.

    Mit Absicht tat sie, als würde sie ihn nicht verstehen. „Was?“

    „Söldnerei“, erwiderte er.

    Sie zuckte mit den Schultern. „Seit einer Weile.“ Es hatte ihn nicht zu interessieren. „Und du bist genau so neu, wie die Chaoten.“

    „Kann man so nicht sagen“, erwiderte er.

    „Das heißt?“

    Er lächelte. „Wer weiß.“

    Sie würde ihn nicht bedrängen. Es ging sie genau so wenig an, wie es umgekehrt der Fall war. „Also, Doc, was kannst du mir zu dem Wagen sagen?“

    „Doc?“, meinte er.

    „Doctor Heidenstein ist für einen Codenamen zu lang“, erwiderte sie. „Also, der Wagen.“

    „Der Wagen ist deutlich mitgenommen“, meinte er. „Die Aufhängung ist ausgeleiert, das Blech an mehreren Stellen demoliert. Vor allem aber sind die Antriebswelle ziemlich mitgenommen. Und wenn du mich fragst, brauch der Motor allgemein ein wenig Zuwendung.“

    Sie machte einen halb amüsierten Laut. „Das war besser als erwartet.“

    „Ich habe doch gesagt, ich habe ein wenig Erfahrung.“ Damit warf er ihr ein kurzes Lächeln zu.

    „Ich merke es.“

    Er betrachtete. „Und Heidenstein ist zu lang? Schade.“

    „Schade?“

    „Ich dachte, der Name wäre amüsant.“

    „Nun, du weißt schon, dass der Doktor Jekyll war und Hyde das Monster, oder?“, erwiderte sie. Zumindest war sie zu dem Schluss gekommen, dass Heidenstein eine Zusammensetzung von Hyde und Frankenstein war.

    „Vielleicht wollte ich darauf hinaus“, meinte er.

    „Und was? Plötzlich wird der Doktor Grün?“

    Er zuckte mit den Schultern, lachte aber leise. „Ich denke, das ist das falsche Universum.“





    Sunaki : Danke, wie immer. Deine Antwort kommt morgen, da ich gerade ein wenig Kopfschmerzen habe. Entschuldige bitte ^^"

    Wer Netflix hat kann diesen Film auch ohne Werbung gucken. Ich habe es gestern verpasst diesesn zu schauen und gucke ihn mir die Tage an.

    Ich glaube, du verwechselst da was. Netflix hat den Film "Mogli", der auch auf dem Buch "Das Dschungelbuch" aufbaut, aber ein erst dieses Jahr veröffentlichter Film von Andy Serkis ist, der vorrangig das Buch zur Vorlage nimmt. Derweil spricht Darklunalion von dem Film "The Jungle Book" von vor zwei Jahren der unter Disney erschienen und ein Remake des 2D-animierten Disneyfilms aus den 60ern ist.

    Ok, wers nicht schafft auszutreten, sei es, weil er anderen zuliebe in der Kirche bleibt, oder weil er seinen A... nicht hochbekommt, der bezahlt halt weiterhin Kirchensteuer. Da kann dann niemand helfen.

    Ich habe dir bereits erklärt, dass es so einfach nicht ist. Das hat auch nichts mit "Arsch hochbekommen" zu tun, sondern damit, dass es absichtlich schwer gemacht wird. Wie gesagt, man wird von A nach B über diverse Zwischenstellen geschickt. Es ist in vielen Städten ein wenig so, als würde man Passierschein A38 beantragen wollen. Kommt man dann nicht so leicht zum nächsten Landgericht (oder ist das Landgericht zu klein, so dass man für Kirchenaustritte einmal nach Gomorra muss), bspw. weil man kein Auto hat, körperlich eingeschränkt ist o.ä., ist man schnell gearscht.


    Wenn jemand zehn Mal und häufiger zum Landgericht hin ist, um auszutreten und dennoch nicht austreten konnte, weil die entsprechende Stelle trotz vorheriger telefonischer Auskunft nicht belegt war, irgendwelche Papiere, die gesetzlich dafür eigentlich nicht nötig sind (bspw. Geburtsurkunde), verlangt werden etc. dann liegt die Schuld beim Amt, nicht bei demjenigen, der austreten will.


    Plus: Wie Sunaki sagt: Der Zeitaufwand ist da (vor allem wenn die Person, die im Amtsgericht dafür verantwortlich ist, nur 15 Stunden die Woche vor Ort ist), wer keine Befreiung hat, zahlt Geld (abhängig vom Bundesland) für den Austritt, Plus Sprit und andere Kosten. Nicht jeder hat das Privileg sich so etwas leisen zu können.


    Und schön und gut, was kirchentechnisch von der Allgemeinheit finanziert wird, ohne Kirchensteuer wäre es noch sehr viel mehr, was der Staat da hereinbuttern würde.

    Um deine Argumentation gerade in einfache Worte zu fassen: "Ja, wenn der Staat finanzieren würde, was er ohnehin aus komplett eigenen Kosten finanziert, würde er mehr zahlen." Cool. Erklär mir doch einmal warum. Ich bin gespannt. Bitte mit Quellen. Meine habe ich bereits oben verlinkt.


    Und noch einmal: Krankenhäuser, Schulen, Kindergärten und Co. werden zu größten Teilen NICHT von der Kirchensteuer, sondern aus den normalen Steuergeldern bezahlt, bzw auch. aus Kranken- und Pflegeversicherungen wenn es um Kranken- und Pflegestellen geht.


    PS: Warum man unbedingt in einer kirchlichen Einrichtung arbeiten will, obwohl man den ganzen Verein absolut nicht ausstehen kann, wird mir wohl für immer ein Rätsel bleiben.

    Wie Nektarine sagt: In bestimmten Regionen gibt es für diverse Berufsgruppen einfach kaum Jobs, die nicht in Einrichtungen, die nominell unter kirchlicher Trägerschaft sind, gibt. Das betrifft Pflegejobs (Kinder, Kranken, Altenpflege), Krankenhausärzte, bestimmte Seelsorgeberufe, Lehrer etc.


    Genau so ist es in diversen Gebieten schwer, wenn man nicht in der Kirche und die Kinder nicht getauft sind, diese in einen Kindergarten (oder allgemein eine Betreuungsstelle) zu bekommen. Und die meisten nicht-religiösen Eltern wollen ihre Kinder nicht unbedingt in einen kirchlichen Kindergarten geben, aber wenn man in bestimmten Gegenden Deutschlands (Bayern oder Rheinland bspw.) lebt, dann hat man kaum eine Wahl, weil ein großer Teil nun einmal kirchlich getragen ist. Also hat man die Wahl dazwischen, die Kinder daheim zu lassen, eine Stunde durch die Gegend zu fahren oder eben in den sauren Apfel zu beißen, und den kirchlichen Kindergarten wählen.



    Ansonsten finde ich einfach, dass man entweder mit 14, wenn man rechtlich selber seinen Glauben wählen darf, gefragt werden sollte, oder spätestens, wenn man das erste Mal Kirchensteuern zahlen muss. Ohne "Bearbeitungsgebühren" dafür zu zahlen. Ohne sich bei irgendwem, irgendwann dafür rechtfertigen zu müssen. Entschuldigt bitte, aber wer ist diese Kirche, dass ich ihr für etwas Rechenschaft schuldig bin, das mir als Säugling aufgedrückt wurde?

    Eben das. Und diverse unter kirchlicher Trägerschaft stehende, aber staatlich finanzierte Einrichtungen entweder stärker auf Diskriminierung kontrolliert oder wieder in staatliche Trägerschaft zurückgenommen werden. Plus: Solange die Kirche so reich ist, sehe ich nicht ein, dass ein Priester von meinen normalen Steuern bezahlt wird.

    Hast du dafür auch seriöse Quellen und Belege, die nicht von ibka stammen, oder muss ich wieder meinen "Kumpel Google" fragen, um dich im Zweifel eines besseren zu belehren?

    Würdest du Onkel Google fragen, findest du sofort tausende Belege dafür. Weil es die Wahrheit und kein Geheimnis ist:


    https://www.gehalt.de/news/wer-zahlt-gehaelter-der-pfarrer

    -> Teile der Pfarrer werden von Kirchensteuer gezahlt, Bischöfe und diverse Pfarrerstellen (und andere Kirchendiener) aber auch aus normalen Quellen.


    Bei Krankenhäusern usw. musst du immer den Einzelfall schauen. Aber hier gibt es eine gute Übersicht:

    https://www.faz.net/aktuell/wi…ieren-laesst-1613336.html



    "Eine kirchliche Einrichtung besuchen darf übrigens jeder, egal ob er zu einer der großen Kirchen gehört oder nicht." Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (Link s.o.) lässt grüßen

    Nein, so leicht ist das nicht. Kirchliche Privatschulen und Kindergärten dürfen Kinder ausschließen, sofern es andere Schulen/Kindergärten in der Gegend gibt (in der Gegend = innerhalb 1 Stunde erreichbar). Auch dürfen sie von Eltern verlangen, dass sie ihr Kind unabhängig von der eigenen Religion dazu zwingen, den Religionsunterricht zu besuchen und einen Schüler Aufgrund der Verweigerung ablehnen. Es ist ihnen außerdem gestattet, Schüler von der Schule zu werfen, wenn sie gegen die Schulordnung verstoßen, die in einigen Fällen eben auch entsprechende Konfessionsbasierte Regeln beinhaltet, wie bspw. dass ein Schüler nicht aus einer bestimmten Konfession austreten darf. Außerdem gibt es bzgl. dem AGG die Kirchenklausel, die im April dieses Jahres zwar vom EuGH für Widerrechtlich erklärt wurde, jedoch noch immer direkt und indirekt in Effekt ist. (Direkt, weil sie eben erst dieses Jahr für widerrechtlich erklärt wurde und das Leuten, die vorher abgelehnt wurden, nichts bringt, indirekt, weil letzten Endes der Arbeitgeber auch anders begründen kann, warum ein Arbeitnehmer nicht in die Firma passt, selbst wenn sein eigentlicher Grund die Konfession ist. Plus: Es gibt Mobbing.)


    Der Kram, den du oben schreibst, ist übrigens purer Unsinn. Schulen muss der Staat genau so tragen, wie alles andere. Das wird nicht aus der Kirchensteuer bezahlt. Das ist einfach nicht wahr.


    https://www.heise.de/tp/featur…h-finanziert-3397305.html


    Oder hier, sogar eine Kirchenquelle, die bestätigt, dass katholische Krankenhäuser nicht von der Kirche bezahlt werden.


    Schulen in kirchlicher Trägerschaft werden bezahlt abhängig davon, wie Privat sie sind. Generell gilt, dass ca 80% im Schnitt von Ländern und Bund gezahlt werden. Der Rest wird jedoch nicht aus Kirchensteuern, sondern oft von erhobenen Schulgeldern und Spenden getragen.


    https://fowid.de/meldung/schulen-katholischer-traegerschaft


    Auch hier geben selbst die Kirchen zu, dass der größte Anteil der Finanzierung auf Staatliche Mittel zurückgeht.


    http://www.katholische-schulen…9Cber-Katholische-Schulen


    Und auch der EKD gibt offen zu, dass bspw. Kindergärten oft nur zu 5, maximal zu 30% vom kirchlichen Träger gezahlt werden.


    https://www.kirchenfinanzen.de…/kindertagesstaetten.html


    Wie gesagt, selbst die Kirchen machen daraus kein Geheimnis. Und ein Großteil von diesem Kram geht auf die Weimarer Verfassung zurück, die aber mit der aktuellen Gegenwart in Deutschland nichts zu tun hat. Rein auf dem Papier machen Angehörige der christlichen Religionen, die durch Kirchenklauseln verschiedener Arten am meisten profitieren, nur noch knapp über 50% aus. Allerdings geben über 60% der Deutschen in Studien an, dass Religion für sie kaum bis gar keine Rolle spielt. Und nicht einmal 20% aller Deutschen besuchen regelmäßig die Kirche. Selbst kirchlich heiraten tut nur noch knapp ein Viertel der Deutschen (sogar noch etwas weniger). Und auch bei den Taufen scheint die Zahl um die 30% zu liegen, auch wenn die neuste Statistik, die ich finden konnte, von 2006 war, die Zahl seither wahrscheinlich noch zurückgegangen ist, da die Zahl der Austritte zugenommen hat.


    Kurzum: Religion ist in Deutschland auf dem absteigenden Ast, aber es ist dennoch kirchlichen Einrichtungen effektiv möglich, zu diskriminieren. Seit April dieses Jahres ein bisschen weniger, aber bis sich effektiv etwas ändert, wird es dauern. Und das, obwohl die entsprechenden Einrichtungen aus denselben Kassen finanziert werden, wie ihre nicht in kirchlicher Trägerschaft befindlichen Gegenstücke (Anm.: Privatschulen sind dabei natürlich mit anderen Privatschulen zu vergleichen). Nicht nur dass: Es können auch bestimmte Behandlungen verweigert werden. (Und wer abtreiben will, muss sich per Gesetz leider oft noch immer von einem Religiösen Verein zulabern lassen, bevor es erlaubt wird, als ob Abtreibung für Betroffene nicht schon belastend genug wäre, ohne in einem "Kriesenzentrum" bedrängt zu werden.)

    Entweder versucht man alle Wettbewerber zu verdrängen oder man spricht sich ab, damit man die besten Preise für den Anbieter, nicht für den Abnehmer machen kann.

    Ergänzung dazu noch: Oder man spricht sich mit den Löhnen ab. Man erinnere sich an den Animationsskandal letztes Jahr, als sich herausstellte, dass die großen US-Amerikanischen Animationsstudios (Disney, Dreamworks, Pixar, Sony) sich miteinander abgesprochen hatten, um Lohndumping betreiben zu können und die Branchen-Löhne allgemein sehr niedrig zu halten.

    Neben Personalkosten (die den grössten Anteil ausmachen) fliesst das Geld in die Verwaltung, Kirchenbauten, Soziales und Bildung.

    Wie schon gesagt: Ein guter Teil der Personalkosten werden so oder so schon staatlich getragen. (Die normalen Steuern zahlen Priester, Bischöfe, Lehrer, Schulen, Krankenhäuser zu 90% und mehr, wie auch diverse Kirchenbauten dank Denkmalschutz oder staatlicher Aufgaben.) Soziale Dienste werden zu guten Teilen aus Spenden finanziert. Die Kirchen in Deutschland sind zudem ohnehin reich. Viel von dem Geld wird in Immobilien investiert, die die Kirche als Spekulationsobjekte nutzt. Traurig aber wahr.


    Ich würde Kirchensteuern noch einsehen, würden nicht schon Priester aus allgemeinen Steuergeldern bezahlt - und das nicht zu gering. Werden sie aber. (Und das, obwohl die wenigsten Deutschen noch aktiv religiös sind und die Dienste von Priestern in Anspruch nehmen.)


    Die Kirchensteuer müssen doch ohnehin nur "Mitglieder" zahlen. Keiner zwingt dich dazu, bei diesem Verein mitzumachen.

    Ja, eigentlich doch. Sehr viele sind in ihrer Kindheit getauft worden, ohne dass man sie gefragt hat, und die Kirche macht das Austreten teilweise sehr schwer. Ich kenne in meinem Umfeld mehrere Leute, die seit geraumer Zeit versuchen auszutreten, denen dies aber aufgrund bürokratischer Vorgänge effektiv verwehrt wird. Klar, mit ein wenig mehr Engagement ginge es sicher schneller, aber ändert nichts daran, dass diverse Leute zehn, fünfzehn Mal zu entsprechenden Stellen gehen und wieder nach hause geschickt werden. Plus: Wer nicht in Ausbildung (irgendeiner Art) ist oder bestimmte Fördergelder bezieht, darf auch für das Austreten noch zahlen.


    Davon abgesehen: Es gibt bestimmte Gegenden im Land, in denen es sehr schwer ist, ohne bestimmte Religionszugehörigkeit einen Job zu bekommen, weil bspw. alle Krankenhäuser oder Kindergärten kirchlich geführt sind (was, wie gesagt, heißt, dass sie dennoch 90% und mehr von Krankenkassen und Staatskosten getragen werden) und gegen nicht-religiöse Ärzte diskriminieren. Ähnlich kann es auch aussehen, wenn man seine Kinder gerne im Kindergarten hätte. Ein Bekannter von mir ist wegen seines Jobs nach Bayern gezogen und musste dort nach zweieinhalb Monaten vergeblicher Suche in die Kirche neueintreten (nachdem er mit 20 ausgetreten war) und seine Kinder taufen lassen, weil er sonst keinen Kindergartenplatz bekommen hätte. Das ist Zwang. Und noch Mal: Die Kindergärten, Schulen, Krankenhäuser etc. werden größtenteils nicht anders finanziert, als die nicht-kirchlichen Gegenstücke.

    Wobei die Kirchensteuer ansich durchaus ihren Sinn hat. Aber du kannst die Dinge, die durch die Kirchensteuer finanziert werden, natürlich auch gerne auf die Allgemeinheit umlegen. :D Es gibt sie übrigens nicht nur in Deutschland, dazu kannst du natürlich auch andere Quellen befragen.

    Welche Dinge denn noch?


    Die Kirche wird ohnehin größtenteils aus dem allgemeinen Steuern bezahlt. Priester und Bischöfe werden aus den allgemeinen Steuern gezahlt, die Sanierung diverser Kirchen ebenso. Die Kirchen sind per se schon extrem reich, teilweise welche der reichesten Institutionen in Deutschland. Sie brauchen die Kirchensteuer genau so wenig, wie die staatliche Bezahlung ihrer Mitarbeiter.

    Aber generell gesprochen schadet es dem Wettbewerb was wiederum den Willen zur Investition und Forschung stark senkt was zahlreiche weniger erfreuliche Folgen wie eine Verlangsamung des Fortschritts und so weiter hat.

    Es gibt auch Ebenen zwischen "Freier Marktwirtschaft" und "Planwirtschaft". Nicht jeder Sektor braucht einen freien Markt oder profitiert davon. Gerade, wenn es um grundlegende Anforderungen geht, kann starke Kontrolle durchaus besser, vor allem für die normale Bevölkerung sein, gerade es diverse Bereiche gibt, wo das Innovationspotential eher gering ist. Ein Beispiel hierfür wäre eben der Wohnungsbau und der öffentliche Nahverkehr. Da gibt es wenig Innovation, die Sachen werden benötigt und aktuell wird eine künstliche Knappheit geschaffen, um den Profit zu erhöhen.


    Ähnliches kann man für alle Aspekte der Krankenversorgung sagen. Hier funktioniert ein freier Markt nicht, weil es gar keinen freien Markt geben kann. Freier Markt hieße, dass der Kunde eine Wahl hat, etwas nicht zu machen, aber wenn es um überlebenswichtige medizinische Versorgung geht, ist das nicht der Fall. Deswegen ist hier auch der Innovationsdrang gering, sofern keine staatlichen Anreize geschaffen werden, sobald es eine Methode gibt eine Krankheit zu heilen. Weil es kein echter Wettbewerb ist.


    Freie Marktwirtschaft kann durchaus funktionieren, wenn es um Luxusprodukte geht, aber nicht in Sachen Grundversorgung, weil hier der Kunde keine Wahl hat und es daher keinen Preiskampf geben kann. Und selbst in der freien Marktwirtschaft, muss der einzelne Mitarbeiter vor Ausbeutung geschützt werden.


    Sachen wie diese sind natürlich nicht in Ordnung, und ich denke es gibt bereits Gesetze die so etwas verbieten?

    Nicht wirklich. Es gibt genug Schlupflöcher. Gerade was den Wohnungsmarkt angeht. Traurig aber wahr.



    [25.03.2011 – S01 – Babysitter]


    Pakhet hätte wissen müssen, dass es irgendetwas mit Michael zu tun hatte. Sie hätte ahnen müssen, dass es die Neulinge gewesen waren. Sie hätte damit rechnen müssen, dass es auf sie zurückfallen würde!

    Bemüht ihre Fassung zu wahren, starrte sie Smith an. „Das kann nicht dein Ernst sein.“

    Smith erwiderte ihren Blick. Er stand auf, klopfte ihr auf die Schulter und lächelte. „Jetzt sieh' es nicht so eng, Pakhet.“

    Sie schnaubte. „Du weißt genau so gut, wie ich, dass es Michaels Plan ist, mir auf den Keks zu gehen“, erwiderte sie.

    Verlegen seufzte Smith. Er war ein großgewachsener Afrikaner, der trotz seines deutlich zu bemerkbaren Alters noch immer kräftig wirkte. Aktuell zierte ein ordentlicher Drei-Tage-Bart sein Kinn. „Ich möchte nicht ausschließen, dass Mr Forrester weiterführende Gründe für seine Entscheidung hatte.“ Er räusperte sich. „Doch ich stimme ihm zu. Unsere Neulingsgarde braucht erfahrene Unterstützung. Du bist erfahren. Du hast schon öfter Teams angeführt. Entsprechend liegt die Entscheidung nahe.“

    „Warum sind die fünf überhaupt noch hier?“, fragte Pakhet. „Sie haben es vergeigt. Aber so richtig. Wieso zur Hölle haben wir sie nicht ausgeliefert und das ganze als einen Terroranschlag verkauft?“

    Smith biss sich kurz auf die Lippen. Er lächelte verlegen. „Ich vertrete noch immer die Meinung, dass jeder eine zweite Chance verdient.“

    Erzählte er ihr gerade wirklich, dass er sie nicht herausgeworfen hatte, da er es moralisch nicht hätte vertreten können? Ja, fraglos war Smith das absolute Gegenteil von Michael, wenn es zur Frage des Charakters kam, doch sie arbeiteten in einem Feld, wo Entscheidungen pragmatisch getroffen werden mussten. Emotionale oder gar moralische Entscheidungen führten, wenn man übertrieb, zum Tod oder zum Scheitern der Mission.

    „Nicht, wenn er damit die Leben anderer Menschen gefährdet“, warf sie ein.

    „Jetzt komm schon, Pakhet“, meinte Smith. „Versuch es.“ Er hielt ihr ein Tablet hin, auf dem offenbar die Lebensläufe ihrer explosiven Neulinge waren.

    Lebensläufe war zu viel gesagt. „Bisherige Erfahrungen“ war die direktere Bezeichnung.

    Mit einem Seufzen ließ sie sich zurück auf den Stuhl fallen, nahm das Tablet und sah die Unterlagen an.

    Ihr Bauchgefühl am Vortag hatte sie nicht betrogen. Es waren die Neulinge, von denen Michael ihr erzählt hatte, gewesen, die für die Explosion im Hafen verantwortlich gewesen waren. Eigentlich hatte Smith sie losgeschickt, um Daten aus der Fabrik zu stehlen. Es war ein Probeauftrag gewesen, um zu sehen, ob die fünf etwas taugten. Und dann hatte sie jemand bemerkt, einer von ihnen war panisch geworden und hatte es für eine glorreiche Idee gehalten, den Sprengstoff als Ablenkung zu zünden.

    Das von den fünf dabei niemand gestorben war, grenzte an ein Wunder.

    Die fünf waren: Ein Möchtegern-Meisterdieb mit Namen Spider. Dessen Bruder, zumindest wenn sie Smiths Notiz glauben durfte, mit dem einfallsreichen Namen Mik. Ein Hacker namens Agent. Ein Magier, namens Orion, und ein einfacher Kämpfer, dessen Name Punches alle anderen in Sachen Einfallsreichtum bei weitem übertraf. Ob er so einfallslos war oder einfach nur wenig auf Codenamen gab? Es hatte nicht jeder Verständnis für das System. Wenn sie ehrlich war, fand auch sie es manchmal albern, selbst wenn sie die Notwendigkeit gerade bei internationalen Aufträgen sah und sich lange an ihren Namen gewöhnt hatte. Meistens dachte sie von sich selbst als Pakhet, nicht mehr als Joanne.

    Allerdings war unter den Daten von Mr Punches ein Vermerk von Smith: „Nicht zurückgekehrt.“

    Sie sah auf. „Nicht zurückgekehrt?“

    „Ist abgehauen“, erwiderte Smith und zuckte mit den Schultern. „Ich gehe persönlich davon aus, dass er derjenige mit dem explosiven Gemüt war.“

    Pakhet seufzte. „Okay.“

    „Dafür haben wir noch jemanden“, meinte Smith und bedeutete ihr, die nächste Datei zu öffnen.

    Sie tippte auf den Button, blätterte weiter und hob im nächsten Moment die Augenbraue. „Der neue Doktor?“, fragte sie und überflog das Profil des Arztes, der sich unter dem Codenamen „Doctor Heidenstein“ eingetragen war. Kein sonderlich guter Codename, da diese idealer Weise kurz waren, um schnell Anweisungen oder Warnungen geben zu können. Er würde das Schicksal jedes anderen teilen, dessen Codename mit „Doctor“ begann: Man würde ihn einfach „Doc“ nennen.

    „Ja“, erwiderte Smith. „Ich habe das unbestimmte Gefühl, dass diese Gruppe einen Arzt brauchen wird.“

    „Sie sollten selbst erste Hilfe lernen“, erwiderte Pakhet tonlos und hob dann wieder den Blick, um Smith zu mustern. Eine Sache verstand sie nicht. „Warum ein Team? Das ist nicht, wie wir normal vorgehen.“

    „Ich dachte, es wäre einmal ein Experiment wert“, antwortete Smith mit einem fröhlichen Lächeln. „Ich meine, wir haben gesamt vier Dreier-Teams, ein Vierer-Team und sie sind effizienter, da sie aufeinander eingespielt sind. Also dachte ich mir, ich versuche, selbst ein Team zu bauen.“ Sein Lächeln wurde zu einem Grinsen. „Und Mr Forrester hat mir zugestimmt.“

    Langsam verstand sie. „Und zugleich beschlossen, dass ich die arme Sau bin, die das Experiment leiten darf.“

    Smith zuckte mit den Schultern und streckte die Hand aus, um das Tablet zurück zu nehmen. „So in etwa.“

    Pakhet verdrehte die Augen und lehnte sich auf dem Stuhl zurück. Sie stöhnte genervt, verzog dann aber den Mund zu einem grimmigen Lächeln. Manchmal erinnerte Michael sie an das Arsch, wegen dem sie überhaupt in dieser Situation gelandet war. An denjenigen, der sie vermeintlich vor sieben Jahren getötet hatte. Nur, dass Michael nichts tat, weil sie eine Frau war – er tat es, um ihr persönlich auf den Keks zu gehen, sich mit ihr zu messen. Er tat es, um sich zu amüsieren, wenn sie die Beherrschung verlor, und ihm eine verpasste. Auf irgendeine masochistische Art und Weise schien ihn das mehr als alles andere zu amüsieren. Nein, es ging ihm darum, zu zeigen, dass er ihr überlegen war.

    Sollte er doch krepieren!

    Diese Truppe würde es nicht lange tun. Sie würden sterben oder gefangen genommen werden. Wahrscheinlich sterben. Sie hatte keine Lust, dafür verantwortlich zu sein – aber was hatte sie für eine Wahl?

    „Von mir aus“, sagte sie mit grimmiger Stimme. „Bring mich zu den Chaoten.“ Sie seufzte. „Dann sehen wir, was wir mit ihnen machen können.“

    „Sieh es als Herausforderung“, meinte Smith.

    Sie richtete sich auf. „Was meinst du, das ich tue?“






    So, damit haben wir einen Großteil der 01 Kapitel abgearbeitet und einen guten Teil der wichtigen Charaktere für MENSCHEN etabliert. Ich frage mich derweil durchaus auch, ob Thrawn noch mitliest (und tagge ihn ganz hinterhältig, Muhahaha).