Beiträge von Alaiya

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    Die heute lebenden Menschen haben damit nichts mehr zu tun, schließlich war es schon über 75 Jahre her.

    Die lebenden Menschen haben aber sehr wohl etwas mit der anhaltenden Gewalt und der Apartheit zu tun. Diese hat nicht aufgehört. Israel ist seit damals dauerhaft mit Gewalt gegen die Palästinenser vorgegangen. Noch einmal: Es ist Apartheit, nach dem Modell von Südafrika. Inklusive aller Dinge die dazugehören: Grundlose Verhaftungen, teilweise von Kindern. Grundlose Gewalt. Vertreibung. Das vorenthalten von wichtigen Ressourcen wie Medizin, Wasser, Elektrizität. All das.


    Dass Israel heutzutage den Gazastreifen angreift liegt nur an den Hamas und an den Geiseln.

    Nein. Das ist schlicht und ergreifend falsch. Es wurde ihnen schon lange angeboten, dass sie die Geiseln haben können, wenn sie dafür die Gewalt stoppen UND zumindest ihre eigenen Minderjährigen Geiseln entlassen. Es wurde ignoriert.


    Und die Hamas gibt es nur, wegen der über fast 80 Jahre anhaltenden Gewalt von Israel gegen die Palästinenser.


    Beide Seiten haben viel zu viele unschuldige Zivilisten getötet und Leid verursacht. Ich sehe ja die ganzen Fälle mit den Videos und Bildern von Zivilisten. Auch wenn ich selber bisher nichts gepostet habe ist das die Tatsache, was da grad Alltag ist und das muss aufhören. Israel will nun Rafah angreifen, wo sehr viele Zivilisten untergebracht sind. Das menschensverachtend was Israel hier tun möchtet. Das wird nur in ein Fiasko enden und das nur um ein paar Hamas zu töten.

    Eine Seite hat mehr als zehn Mal so viele Zivilisten getötet wie die andere.


    Und nein, es geht Israel nicht um Hamas. Hamas ist nur eine Ausrede um einen Vernichtungskrieg zu führen. Es ist Genozid, nichts anderes.

    Ja, ganz früher lebten die Juden auch in Palästina, aber der Grund weshalb der Konflikt aufgegangen ist liegt daran, dass im 2.Weltkrieg sehr viele Juden nach Palästina ausgewandert sind. Das waren für die Palästinenser zu viele Juden und deshalb ist da der Krieg aufgebrochen. Die Juden wollen einen sicheren Ort und fanden ihn in Palästina und später in Israel.

    Das ist schlicht und ergreifend nicht wahr - und ich habe erst vor einer Seite oder so die geschichtlichen Hintergründe erklärt. Auch hier erinnere ich dich mal daran, dich tatsächlich zu informieren und zu lernen, statt einfach nur irgendwie nach Bauchgefühl zu gehen.


    Die Zionistische Bewegung gab es in Europa seit Anfang des 20sten Jahrhunderts und es war von Anfang an unter Juden ein strittiges Thema, aus zwei Gründen.

    a) Einige Juden sahen ihre "Vertreibung aus der Heimat" damals durch die Römer als eine göttliche Strafe und glaubten, dass sie erst zurückkehren dürfen, wenn der Messias kommt.

    b) Viele Juden sahen eben auch die Gefahr, dass damit die Länder in denen sie nun heimisch waren, sagen würden "Haut ab hier, geht zurück nach Israel."


    Das ursprüngliche Konzept von Zion sah übrigens nicht vor, dass es ein Ethno-State werden sollte, das kam eben dann... Als der zweite Weltkrieg kam und diverse Juden aus Zentral und Osteuropa geflohen in andere Länder sowohl Europas, als auch nach Amerika. Und das fanden diese anderen Länder nicht toll, weil Antisemitismus hatten sie ja auch.


    Und deswegen haben die Kolonialmächte - in erster Linie die UK, USA und Frankreich - beschlossen Israel auf den zionistischen Ideen zu erschaffen und einen Ethnostate zu erschaffen, damit sie einen Ort hatten, wohin sie die Juden abschieben konnten. Dies war für die UK und Frankreich vor allem in ihrem Antisemitismus begründet, für die USA derweil in ihren Endzeitvorstelllungen.


    Und weil das die Kolonialmächte beschlossen hatten, wurden eben die Palästinenser in der Nakba vertrieben - und es war diese Vertreibung und der erste Genozid, die eben die arabischen Staaten gegen Israel aufgebracht haben.

    Ich halte mal die aktuellen Bauernproteste dagegen. Die haben durchaus schon etwas bewirkt.

    Der Unterschied zu den Klimaprotesten sollte klar sein. Letztere sind in ihrer Form schlicht an der Bevölkerung vorbei gegangen. Mal ganz davon abgesehen, dass wir uns hierzulande auf den Kopf stellen könnten und das dem weltweiten Klima trotzdem null helfen würde. Wurde an anderer Stelle auch schon oft genug gesagt/erklärt, man muss es natürlich auch verstehen wollen.

    Nur weil es mehrfach gesagt wurde, wird es dadurch nicht richtiger. Die überwiegende Mehrheit der Deutschen ist für stärkere Maßnahmen bezüglich Klimamaßnahmen, und die Logik: "Wenn XY nichts macht, machen wir auch nichts" bringt einem halt nicht weiter, wenn wir über MASSENSTERBEN sprechen. Speziell die "Erste Welt Länder" müssen alle ihre Sachen machen - und sich auf "Wir machen das erst, wenn alle anderen das auch machen" bringt uns in eine Patt Situation.

    Weit, weit mehr Leute sind auch an der Klimasache interessiert, als an den Bauernprotesten, wo die meisten Leute nicht einmal wissen, wofür diese Protestieren (nicht zuletzt, weil die Medien einen schlechten Job machen, dies zu kommunizieren). Weshalb die Bauern eben auch nicht bekommen, was sie wollen - die Bauernlobby aber schon (die allerdings nicht die demonstrierrenden Bauern vertritt). Weil sie eine Lobbygruppe ist und so schön korrumpieren kann.


    Niemand bekommt alles, aber genug um glücklich zu sein? Das ist leider unlogisch, sonst wären viele Menschen nicht dauerhaft unzufrieden.

    Wenn du 10 Äpfel haben willst oder sogar brauchst, dann sind 8 1/3 nichts womit du zufrieden wärst. Vor allem, wenn die Menschen nicht verstehen, warum sie nicht haben können, was sie wollen, sind sie unzufrieden. Das lässt sich nicht damit ausradieren ihnen zu sagen, dass sie soziale Wesen sind und zufrieden sein sollen.

    Ich weiß nicht was ich dir sagen soll, außer: Du liegst falsch. Wir Menschen sind soziale Wesen und wir sind biologisch darauf programmiert, Kompromisse zu finden. Was eben auch der Grund ist, warum Leute so massiv negativ reagieren, wenn jemand das nicht macht. Und ja, um beim simplen Apfelbeispiel zu bleiben: Die Leute sind tatsächlich sogar mehr zufrieden, weil dieses Gerechtigkeitsding uns Menschen das Gehirn ordentlich kitzelt. Das stößt bei uns positive Hormone aus. Und das schon recht früh. Bei Kindern fängt dies etwa ab dem Alter von 4 Jahren an.


    Der Grund, warum Menschen dauerhaft unzufrieden sind, ist, dass aktuell die Welt halt kacke ist - und diverse menschliche Grundbedürfnisse nicht gedeckt werden. Wenn man jeden Monat überlegen muss, wie man sich essen leisten kann, ist man nicht zufrieden. Wenn man ständig sich mit massiver Ungerechtigkeit auseinandersetzen muss, ich man nicht zufrieden. Und nebenbei sind auch unsere anderen Grundbedürfnisse häufig nicht gedeckt. Das führt zu Unzufriedenheit.


    Gerade weil die aktuelle Aufteilung der Ressourcen eben nicht gerecht ist.


    Korrekt. Könnte wohl damit zu tun haben, dass es auf der Welt nicht ein System gibt, sondern ganz verschiedene Länder miteinander agieren und vor allem konkurrieren.

    Doch, wir haben ein System - mit wenigen Ausnahmen. Der globale Kapitalismus ist EIN System, nicht mehrere.


    Wo habe ich denn undemokratische Entscheidungen verteidigt?

    Du sagtest unter anderem noch, dass es doch positiv ist, wenn die Politiker zumindest in 30% aller Entscheidungen das Volk vertreten, und impliziertest dabei, dass es eben wichtiger ist, dass Politiker auch "andere" vertreten, als nur das Volk (also die Wirtschaft). Was für mich sich klar liest als, dass du eine Oligarchie gegenüber der Demokratie bevorzugst.


    Bevölkerung ist der innerhalb der entsprechenden Grenzen lebende Teil der Menschheit.

    Welche Grenzen denn?



    Viele Leute sehen mit der aktuellen Informationsmenge nicht ein für Nachrichten Geld zu bezahlen, sondern setzen bewusst auf Gratisangebote, die sie als ausreichend ansehen. Für die Gratis-Medien bedeutet das, dass sie sich trotzdem mit den Gratisangeboten über Wasser halten müssen und entsprechend Werbung schalten, um damit ihre Einnahmen zu generieren.

    Das Problem ist viel eher, dass die Nachrichten, die wir aktuell haben, massiv politisiert sind und eben genau um Geld zu schöpfen dies auch weiter auf die höhe getrieben wird. Nachrichten sind aktuell keine neutrale Quelle - in keinster Weise. Und gerade in Deutschland mangelt es uns massiv an einer guten Nachrichtenquelle.


    Also ich habe mir mal eine Erörterung zu diesem Buch durchgelesen. Wenn ich das richtig verstehe, wird hier primär einfach eine Unterscheidung zwischen "Geld" und "Währung" gemacht. Die Leute haben zu Beginn keinen Tauschhandel geführt, sondern mit Kredit und Schuld gearbeitet. Sprich: ich tu dir einen Gefallen oder gebe dir Ware, du gibst mir im Gegenzug nicht sofort etwas zurück (entweder, weil du es nicht hast, oder ich es nicht brauche), sondern du stehst in meiner Schuld. Und hierzu gab es wohl auch eine Art Dokumentation oder Wertpapier das aussagt, i owe you (IOU). Diese IOUs konnte ich dann bei dir, theoretisch aber auch bei anderen einlösen.


    Also für mich klingt das durchaus nach einer Art der Standardisierung im Handel, ähnlich des Geldes. Wobei ich hier auch den Unterschied zum Geld verstehe, der versucht wird zu machen. Wie etwa, dass wir ein Finanzsystem haben, das Geld drucken kann. Aber in seiner Essenz sehe ich an Geld als Wertpapier zur Quantifizierung einer erbrachten Leistung erst mal nichts. Und dass sowas wie ein Geld- oder Währungssystem schon in der Antike Bestand hatte, ebenso wie die vorhin im Kontext von Mesopotamien genannten Phänomene (Handelsnetzwerke, Privatwirtschaft, etc.) können wir ja auch sagen. Kapitalismus und Geld wurde demnach nicht künstlich und abrupt etabliert. Es gab einen logisch-konsistenten Faden, aus dem er erwachsen ist.

    Das ist nicht ganz was das Buch sagt. Es ist nicht ein IOU, sondern viel eher das, was wir im deutschen bezeichnen als "Eine Hand wäscht die andere". Und der große unterschied eben zum Thema Währung ist da, dass du damit nicht handeln kannst. Du kannst nicht, sagen wir mal, dem Bauern Maier sein Dacht reparieren, und dir für die "Schuld" die er dir nun übrig ist, zum Schuster gehen und dir neue Schuhe holen. Was auch bedeutet, dass du diese "Schuld" nicht horten kannst, bzw. eben nichts dadurch gewinnst, diese "Schuld" zu horten, so wie eben im monetären System die Leute das Geld horten.


    heißt natürlich nicht, dass ich ihn gut heiße. Aber man muss die natürlichen Neigungen und Veranlagungen von Menschen und Gesellschaften aber zumindest berücksichtigen, wenn wir über Lösungen sprechen. Ich bin auch kein Fan von unserem derzeitigen Finanzsystem, aber das kann ich auch sein, ohne Fiat-Währungen ihren grundsätzlichen Nutzen abzusprechen.

    Das Problem ist nicht der Nutzen, sondern das, was diesem entgegen steht. Eben die Tatsache, dass das aktuell System genutzt wird, damit sehr wenige Leute Ressourcen Horten können, während anderen Menschen der Zugang zu Grundbedürfnissen auf der Basis dass sie nicht genug der Fiatwährung besitzen verwehrt bleibe. Sowie die Tatsache, dass Geld eben nun einmal einer der großen Faktoren dahingehend ist, warum das politische System nicht funktioniert - da Geld praktisch automatisch zu Korruption führt, aufgrund eben der Möglichkeit diese Ressource zu horten.


    Hmm, spontanes Beispiel, Corona: Der Konsens in der Wissenschaft ist, ja, Maskenpflicht und Impfpflicht ist eigentlich ganz sinnvoll, um die Anzahl schwerer Verläufe und Tode zu reduzieren und vulnerable Gruppen zu schützen. Jetzt ist der Konsens in der Gesellschaft aber, wollen wir nicht, das sollte ne individuelle Entscheidung sein.

    Siehst du, an der Stelle ist eben das Problem mit eurer Argumentation. Ihr seht ein Problem, aber ihr hinterfragt die Grundlagen nicht. Warum haben sich so viele Leute der Masken- und Impfpflicht verweigert?


    Die Antwort ist natürlich: Weil massiv viele Fehlinformationen durch die Gegend geflogen sind, die spezifisch von manchen Gruppen verbreitet wurden, um nicht zuletzt selbst finanziell zu profitieren.


    Dies gilt natürlich besonders bei der Impfpflicht, wo eben so viele Leute falsche Informationen darüber verbreitet haben, die sonst etwas über die Impfungen behauptet haben. Und diese Falschinformationen sind eben Dinge gewesen, von denen speziell soziale Medien profitiert haben, aber eben auch diverse Konzerne, die Alternativmedizin angeboten haben. Derweil haben vor allem rechte Gruppen diese Unsicherheit genutzt, um weiteres Misstrauen gegen das bestehende System zu säen.


    Hätten wir die Ausgangsposition gehabt, dass gute, verständliche Informationen leicht zugänglich gewesen wären, während soziale Medien eben nicht durch das Profitmotiv dazu gebracht wurden, falsch Informationen zu pushen, so ist die wahrscheinlichkeit recht groß, dass wir diese Problem niemals gehabt hätten. Dazu gibt es hier ja bspw. das Review.


    Wenn man die Ordnung wie umverteilt wird bzw. wie auch Vermögen/Eigentum geregelt ist politisch sinnvoll festlegt müsste ja - für effizienz - doch eine hierarschiche Ordnung in Unternehmen möglich sein. In der Wirtschaft. Ohne dass es bestimmten Dingen entgegenläuft. (Zum Beispiel wenn möglichst effizient der Output maximiert wird und man dafür nicht ständig nur am Verhandeln/Entscheidungentreffen sein will. Und dafür ne Hierarchie entwickelt. Aber dann am Ende es nicht nur wenigen Leuten die Eigentum am Unternehmen hätten ... zufliesst ... sondern möglichst geschickt verteilt wird, so dass es den maximalen Nutzen bringt. Erst mal die die am meisten/mehr brauchen befriedigen in der Nachfrage. Den Rest dann gleich verteilen. Wenn die die es am nötigsten brauchen nicht ausreichend befriedigt werden können da nach Priorität und bei gleicher Priotität gleichberechtigt aufteilen.)

    Du bist dir dessen bewusst, dass Firmen ohne Hierarchien grundlegend finanziell sehr erfolgreich sind, und vor allem auch bei gesamtwirtschaftlichen Problemen weitaus stabiler funktionieren, als klassisch hierarchisch aufgebaute unternehmen, ja? Siehe auch hier.


    Die Möglichkeiten waren ja auch kleiner, aber es gab schon immer die Geschlechterrollen. Die Frauen kümmerten sich um die Kinder, nähten und kochten. Während Männer eher die körperlich schwerere Arbeit taten. Das war schon vor 10.000 Jahren so und ist heute nur dank der menschlichen Entwicklung zumindest in den hochentwickelten Ländern ausgemerzt. Die Unterschiede zwischen den Geschlechter gibt es auch heute noch, heute werden diese aber immer wieder betont, während früher für eine lange Zeit kaum was getan hat. Es hat verdammt gedauert, dass etwas getan hat.

    Und dass du es wiederholst, macht diese Aussage nicht richtiger. Die Sachen, die du hier wiedergibst, sind in der Humangeschichte schon lange, lange überholt. Wir wissen mittlerweile sehr, sehr sicher, das in frühen menschlichen Gemeinschaften die Geschlechterrollen sehr egalitär waren. Gibt es auch diverse Studien für. Hier zum beispiel eine.


    Ganz ernsthaft, was bringt einen dazu, einfach immer wieder falsche Dinge zu behaupten, ohne auch nur einmal vielleicht in google zu gehen und zu schauen "Liege ich damit richtig?"


    Der erste Artikel nach einer Suche sagt schon genau das Gegenteil. Heutzutage geht es den behinderten Menschen besser als früher.

    Auch hier muss ich sagen: Irgendein Link von einer eindeutlich nicht neutralen Quelle, macht halt kein Argument. Wissenschaftliche Quellen sind da deutlich besser.


    Siehe zum Beispiel hier (in Bezug auf Frühgeschichte), oder hier (in Bezug aufs Mittelalter), oder hier (in Bezug auf die Antike).


    Und natürlich geht es behinderten Menschen heute insofern besser, als dass wir bessere medizinische Versorgung haben und manche Leute so auch Überlebensfähig sind, die es vorher nicht gewesen wären. Aber diese ganzen Aussagen, die du sonst hier zur Geschichte triffst, sind nicht wirklich haltbar.


    Das stimmt, weil der Westen natürlich Interesse hat, dass man in anderen Ländern investiert, damit diese Länder auch Produkte von den Westländer kaufen. Zurzeit bilden sich 2 Weltsysteme aus. Eins mit den Weststaaten und eins mit den Oststaaten. Auch hier gibt es Unterschiede, vielleicht bildet sich auch irgendwann ein 3.Weltsystem mit den Kommunismus, wenn der richtige Zeitpunkt dafür gekommen ist.

    Nur ist das nicht was passiert. Der Westen nimmt weiterhin die anderen Länder aus. Sie investieren nicht in diese, sondern nehmen ihnen ihre Ressourcen weg.

    Und nein, es ist kein Ding von "Westen vs Osten", die Zeiten sind seit den 90ern vorbei.


    Es geht speziell um den "Westen" im Sinne der während des kalten Krieges als Westnationen bezeichneten Industrieländer, vs den globalen Süden, der eben von diesem Westen ausgenommen wird.


    Zurzeit bringen die Unterschiede aber zu viele Probleme mit sich, wo ein Blick auf Europa gegnüge. Überall auf Europa gibt es Unstimmigkeiten. Der Traum ein geeignetes Europa zu sein ist nicht am Ende angekommen, sondern es ist ein Prozess, der aber nur gelingen wird wenn wir endlich unseren Stärken bewusst werden. Bei dir klingt das aber so, dass du in Europa für mehr Separismus bist, wo regionale Kulturen sich von den größeren Regierungen sich abspalten und auf ihre Eigenstaatlichkeit beruhen. Ich nehme dies an, weil du einerseits die verschiedene Kultur und Diversität schätzt und anderseits bist du dagegen, dass eine Regierung zu viel Macht auf zu viele Menschen ausübt.

    Auch hier muss ich fragen: Was bringt dich dazu diese Sachen so felsenfest zu behaupten, ohne dich wirklich damit auseinander zu setzen?


    Das Problem in Europa sind keine kulturellen Unterschiede. Das Problem in Europa ist die Erstarkung der rechten Parteien in den verschiedenen Ländern, die der EU speziell abgewandt sind, weil sie eben kein Interesse daran haben diverse Grundvoraussetzungen der EU zu befolgen, was spezifisch den Schutz von marginalisierten Menschen, aber auch diverse Stopps in Bezug auf den Kapitalismus angeht.


    icht überall ist sie ein Sklaventreiber oder unterdrückt die Arbeiter um die Probleme der Arbeiterschaft unter den Teppich zu kehren.

    Doch.


    Aber hier frage ich dich, wie soll die Polizei aussehen?

    Es sollte gar keine Polizei geben. Einfach. Die Institution Polizei ist falsch.



    Es geht beim IQ um Intelligenz und logisches und musterbasiertes Denken ist ja eine Form von Intelligenz. Genauso ist es wenn jemand viel Wissen hat. Mir ist halt wichtig, dass es keine Analphabeten mehr gibt. Das geht natürlich nur wenn überall eine gute Schulbildung gibt, damit alle lesen, schreiben, rechnen und so können.

    Nein, es geht eben nicht um Intelligenz. Und Analphabetismus hat nichts damit zu tun, was du als Intelligenz bezeichnest. Und es gibt noch immer Analphabeten - und die Zahl ist in letzter Zeit übrigens wieder am steigen.


    Der IQ Test ist eng mit der eugenischen Bewegung verbunden. Siehe auch hier.


    Also das von dir referenzierte Video sagte ja zu Beginn, dass der IQ Test ursprünglich dazu designed wurde, bei französischen Kids mögliche Defizite in bestimmten Bereichen festzustellen, um ihnen in der Schule eine entsprechende Förderung in eben diesen Bereichen zu ermöglichen. Dass die Nazis das später aufgegriffen und ein Rassending draus gemacht haben, macht es nicht wirklich zum Produkt von white supremacy und dem Patriarchat.

    Das ist eben, wenn man es nicht ganz schaut. Der IQ Test fing (unwissenschaftlich) eben als eine Methode an, um die Schuleignung von französischen Kindern festzustellen. Nicht Intelligenz. Nicht irgendetwas anderes. Die Schuleignung. Er hatte darin auch keine wissenschaftliche Grundlage, sondern war halt etwas, das eben so zusammengeworfen wurde zu diesem spezifischen Ziel. Der Erfinder spezifisch sagte sogar, dass es nichts mit intelligenz zu tun habe.


    Aber dann hat der amerikanische Eugeniker Henry H. Goddard diesen Test in die Hände bekommen, und hat ihn eben aus seinem originalen Kontext entfernt und Studien an Erwachsenen damit gemacht, spezifisch mit dem Ziel seine eugenischen Standpunkte zu untermauern. Sämtliche moderne Anwendungen des IQ-Tests gehen aber komplett auf Goddard zurück. Sprich: Den IQ-Test kann man nicht von der Eugenik trennen.


    Deshalb werden IQ Tests in ner professionellen Umgebung ja auch 2 mal an unterschiedlichen Tagen gemacht um daraus nen Mittelwert zu berechnen. Und wenn es jetzt bei jungen Menschen oder gar Kindern teils signifikante Unterschiede in den Wertungen gibt, dann ist das meiner Meinung nach nicht alleine dadurch erklärbar, dass sich die einen bloß auf IQ Tests vorbereitet haben oder einfach nur immer schlechte Tage haben.

    Das stimmt schlicht und ergreiefend nicht und ich weiß ehrlich gesagt nicht, woher du diese Aussage hast. IQ-Tests werden einmal gemacht pro Test. Je nach Kontext kann es sein, dass diese Anwendung sich über mehrere Tage ausstreckt - aber das hat eher mit den Zeiteinteilungen der etwaigen Tester zu tun, als mit irgendeiner Absicherung gegen diesen massiven Bias.


    Quelle: Ich durfte in meinem Leben geschlagene sieben Mal einen IQ-Test professionell machen. Übrigens sind meine Ergebnisse wild zwischen 118 und 152 zwischen den verschiedenen Tests gefallen.


    Es ist halt recht einfach: Der IQ-Test hat keinerlei wissenschaftliche Grundlage.


    Wenn du dazu eine Quelle hast, in die ich mich einlesen kann (und werde), nur her damit. Sag ich jetzt nicht, weil es für mich abwegig klingt, sondern weil ich Interesse habe, mich da reinzulesen und meine Meinung ggf. zu ändern. (Es sei denn, das von dir gepostete Video geht bereits ausführlich darauf ein, aber das schau ich mir morgen sowieso an).

    Ich kann dir diese beiden anbieten.

    Autism Spectrum Disorder and IQ – A Complex Interplay
    Autism spectrum disorder (ASD) is characterized as a very heterogeneous child-onset disorder, whose heterogeneity is partly determined by differences in…
    www.ncbi.nlm.nih.gov

    COVID-19-related misinformation on social media: a systematic review
    To review misinformation related to coronavirus disease 2019 (COVID-19) on social media during the first phase of the pandemic and to discuss ways of…
    www.ncbi.nlm.nih.gov

    Antworte auf den Rest morgen, aber das hier kann ich gerade nicht stehen lassen:


    Ich weiß nicht in wie fern es Sinn macht, einfach alles als das Produkt des Patriarchats und weißer Kolonialherren zu sehen, und selbst wenn es das Produkt dessen wäre, ist es nicht inhärent abwegig.

    Weil es das aber nun einmal ist. Und doch, es ist abwegig, weil es eben genau dazu designt wurde, diese bestehenden Machtverhältnisse aufrecht zu erhalten und zu zementieren. Die Sachen haben nicht den Grund, den sie vorschieben zu haben, sondern sie dienen einzig und allein dazu Sachen zu begründen oder zu verteidigen.


    Die Polizei dient dafür Besitzverhältnisse zu erhalten und Minderheiten zu unterdrücken.


    IQ-Tests dienen dazu unter anderem eben die Unterdrückung von Nicht-weißen Menschen weiter zu begründen (da diese halt eben schlechter in diesen Abschneiden). Noch einmal: Der Typ, der IQ-Tests so bekannt gemacht hat, war ein Eugeniker.


    Und es bleibt eben dabei: Etwas, bei dem Leute an verschiedenen Tagen je nach Tagesverfassung teilweise 20 Punkte auseinanderliegen können bei einer Skala die in erster linie von 0 bis 150 geht, kann eben keinen Aussagewert haben.


    Es gibt mittlerweile die Vermutung, dass Effektiv eben so ziemlich alle sehr eng beieinander liegen bezüglich "Intelligenz", nur eben Leute im Neurodivergenten Spektrum sowohl auf der einen, als auch anderen Seite rausfallen. Während dies zwar nicht komplett bewiesen ist, so ist es mittlerweile so, dass im Umkehrschluss es absolut schon so ist, dass auf Neurodiversität (also vor allem Autismus und ADHS) getestet wird auf die Art.


    Hier übrgiens auch noch ein schönes Video zum Thema, warum IQ Tests Bullshit sind.


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    Puh, die Auswahl zwischen den Finalisten bei Filmen und Serien ist echt gemein.


    Also mich zwischen Blue Eye Samurai und Castlevania: Nocturne zu entscheiden, war vor allem nicht leicht. Weil beide Serien wirklich, wirklich gut waren und auch beide überraschend gut mit wichtigen historischen Klamotten umgehen. Beide haben auch coole Animation und alles. Aber am Ende gehe ich dann doch mit Nocturne, weil ich halt doch ein Castlevania Fanboy bin.


    Bei Filmen war es dann die große Entscheidung zwischen Barbie, GotG und Spider-Verse. Subjektiv gesehen hat mich wahrscheinlich GotG am meisten berührt, aber Spider-Verse ist halt technisch ein massives Archivement. Deswegen gehe ich mit Spider-Verse am Ende.

    Alles unrealistisch ist es nicht, aber du wirst zugeben müssen, dass die Gesellschaft ein Limit an Ressourcen hat. Ganz einfaches Schulmathe: Drei Leute wollen jeweils 10 Äpfel - alle sind dafür - aber du hast nur insgesamt 25 Stück. Was machst du dann? Alle über die Verteilung befragen und sie entscheiden lassen? Könnte funktionieren. Wäre wahrscheinlich trotzdem nicht im Sinne aller, die jeweils 10 Äpfel haben wollen. Zwei könnten 10 bekommen, dann wäre die Mehrheit zufrieden - oder alle bekommen gleich viel weniger und alle sind gleich unzufrieden. Wäre jedenfalls beides nicht wie gewünscht...

    Und was lernen Kinder über diese Beispiele im Matheunterricht? Genau. Division. In der Regel wird das Beispiel genutzt, damit die Kinder dann ausrechnen, dass jeder 8 1/3 Äpfel haben kann, was dann gerne mit einer Aufgabe b) versehen wird, dass eventuell es in diesem Fall besser ist, dass zwei Leute 8 und eine Person 9 Äpfel bekommt.


    Und glaub es, oder nicht. Wir Menschen sind nicht so absolut, wie du es hier darstellst. In der Regel finden Menschen Kompromisse. Niemand bekommt alles, was er will, aber jeder genug um glücklich zu sein. Weil wir halt nun einmal eine soziale Spezies sind.


    Und es sei an der Stelle gesagt, dass wir dieses Verhalten auch in unseren nächsten Verwandten beobachten können. Also selbst Tiere verhalten sich nicht so, wie du es hier darstellst.


    Hinzu kommt: Funktioniert es denn gerade? Jedes Jahr sterben Millionen von Menschen an Hunger, während wir hier massenhaft Essen wegschmeißen. Jedes Jahr sterben Millionen von Menschen an behandelbaren Krankheiten, weil sie sich die medizinische Versorgung nicht leisten können, während ein paar CEOs und Investoren von Pharmaunternehmen auf ihren Megayachten fläzen. Die Klimakatastrophe ist mittlerweile bereits kritisch, und ist in erster Linie von den reichsten 10% der Weltbevölkerung zu verantworten. Sieht nicht nach einem funktionierenden System aus.


    Ich nehme an, du willst implizieren, dass ohne den Kapitalismus und die vermeintliche Demokratie (die du ja scheinbar gar nicht so toll findest, wenn man bedenkt, dass du undemokratische Entscheidungen verteidigst) wir uns alle die Köpfe einschlagen würden. Aber bedenke, dass während wir in Europa fraglos recht friedlich leben im großen und ganzen, der Kapitalismus Ursache für die allermeisten Kriege der letzten 100 Jahre ist. Und bedenke auch, dass Faschismus immer eine Folge aus Kapitalismus ist.


    Und warum jetzt die Mehrheit einer Bevölkerung so "mystisch" sein soll, kapiere ich nicht.

    Weil du keine Quelle nennst und auch keine hast, weil es keine Umfrage dazu gibt, spezifisch keine Umfrage mit der Ausgangsposition, dass die Leute über ihre Optionen wirklich aufgeklärt sind. Und dazu noch einmal die Frage: Die Mehrheit WELCHER Bevölkerung?


    Du verfällst gerade dem Trugschluss, dass du davon ausgehst, dass deine Meinung die Meinung der Mehrheit ist, weil es sich "korrekt" anfühlt, weil dir eben auch dein ganzes Leben nie mit einer Gegenmeinung ernsthaft in Kontakt gekommen bist.


    Weißt du, ich finde das gerade recht ironisch. Weil ich gerade für eine Geschichte, die ich schreibe, auch ein wenig durch historische Texte aus der Zeit der französischen Revolution lese. Und diverse deiner Argumente wurden zu der Zeit auch von den Royalisten gebracht, die der Meinung waren, dass all die Sachen, die du nun behauptest über das aktuelle System, die Realität in Bezug auf die Monarchie seien. Inklusive dessen, dass eine nebulöse Mehrheit ebenfalls der Meinung wären, dass die Monarchie das einzig richtige System sei.


    Wie wird denn gewährleistet, dass sich die Leute tatsächlich über Optionen informieren und aufgeklärt werden?

    Zum einen, wie PLUSQUAMPERFEKTION richtig sagt, indem halt das Schulsystem massiv verbessert wird, als auch durch die zur Verfügungstellung von guten Recherchemöglichkeiten.


    Es sei dazu gesagt, dass die Ursache für die Menge an falschinformationen und wie sehr diese verbreitet werden, eben massiv durch den Kapitalismus begründet sind. Zum einen halt darum, dass der Journalismus mehr und mehr Clickbaity Schlagzeilen setzt und darauf, einfach so viel wie mögliche Augen zu bekommen, worunter Recherche und alles leidet. Was vor allem durchs Internet verschlimmert wurde. Zum anderen aber eben auch durch Social Media und deren Eigenschaft, kontroverse Sachen zu pushen für den Algorithmus, damit mehr Leute länger auf der Webseite sind und Werbung sehen.


    Ohne Kapitalismus könnte der Journalismus eben funktionieren, wie er sollte. Und ohne Werbung und die dadurch verursachten Antriebe, wären halt Social Media Plattformen nicht so toxisch. Und das sage ich jetzt auch gerade aus der Perspektive von meinem Umzug von Twitter auf tumblr - einer Plattform, die ohne Algorithmus arbeitet. Und was soll ich sagen? Es ist ein Unterschied wie Tag und Nacht, wenn es darum geht, wie Diskussionen ablaufen.



    Also zu sagen, wir sollten uns mal Bücher durchlesen, wie etwa Naomi Kleins 600 seitige Schock Doctrine, ist jetzt wirklich keine Quellenangabe. Wer liest sich jetzt 2000 Seiten an Buchmaterial durch, um das von dir gesagte zu kontextualisieren? Wenn auf jeden Beitrag erstmal 2 Buchempfehlungen kommen, kommen wir nirgends hin. In einer Debatte kann man das wichtigste ruhig mal prägnant zusammenfassen oder aus dem Buch mit Seitenzahl zitieren. Und das sag ich als jemand, der dieses Buch unabhängig davon auf der to read liste hat.

    Was soll ich denn sonst machen? Wie gesagt, ich kann keine Seitenzahlen nennen, weil ich die Bücher als Hörbücher besitze - da ich sie so während meiner Arbeitszeit hören kann. Und die Zusammenfassungen sind das, woraufhin ihr Quellen wollt. Also weiß ich dahingehend ehrlich gesagt nicht, was man euch da sonst noch nennen soll. Es geht ja letzten Endes darum, dass ihr eh nicht glauben wollt, was ich sage, weil es nicht in euer Weltbild passt. Ich könnte jetzt jeden Satz mit einer Studie belegen - wofür ich aber keine Zeit habe, weil ich dafür die Studien auch erst wieder heraussuchen müsste - aber ihr würdet diese Studien dann auch nicht lesen, weil die hinter einer Paywall sind, was nun einmal die Realität von wissenschaftlichen Quellen ist.


    Aber hier, wenn du eine Zusammenfassung von Naomi Klein willst, hier. 30 Minuten Zusammengefassung mit Kontextulisierung des Buches.


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    chon im antiken Mesopotamien, jahrtausende v. Chr., haben sich private Unternehmen, riesige Handelsnetzwerke und Fiat-Geld als Zahlungsmittel gebildet, inklusive kommerzieller Aktivität und der Vergabe von Darlehn, was ja in einem gewissen Gewinnstreben und Profitmaximierung begründet ist. [1] [2] [3] - der letzte link datiert Fiat-Geld und Handel auf bis zu 40.000 (!) Jahre zurück. Wir reden hier von einer Entwicklung, die sich sehr sehr früh und global in der Menschheitsgeschichte manifestiert hat und demnach eine völlig natürliche Entwicklung ist.

    Ja, nur leider gilt diese Ansicht als mittlerweile widerlegt, weil die allermeisten Leute über die längste Zeit der Geschichte nie wirklich mit Geld gehandelt haben und Geld eine eher untergeordnete Rolle innerhalb der menschlichen Geschichte gespielt hat. Auch hierfür kann ich dir ein Buch nennen, das seinerseits eine ganze Reihe von Quellen hat, und zwar Dept - The First 5000 Years von David Graeber. Der in diesem Buch sehr schön aufführt, wie sich das aktuelle finanzielle System entwickelt hat. (Und ich bin mir sicher, wenn du auf Youtube "David Graeber Dept Summary" eingibst, dann kriegst du da auch eine übersichtliche Zusammenfassung von.


    Ich möchte allerdings dahingehend auch anmerken, dass natürlich diese Argumentation auch dem Logischen Trugschluss des "Appeal to Nature" verfällt. Also "Weil es sich natürlich entwickelt hat, ist das jetzt gut so." Nach derselben Logik müsste man nun sagen: Weil sich das Patriarchat natürlich entwickelt hat, ist es gut. Und schau mal, die Sklavenhalter in Amerika, haben auch argumentiert: "Das ist natürlich so, und deswegen ist es gut." Oder, wo ich gerade das schon mit Sirius hatte: Es ist auch, womit die Royalisten argumentiert haben während der Französischen Revolution: "Monarchie ist natürlich, deswegen ist das gut so."

    Nein, die Mehrheit.

    Merkst du selbst nicht deinen Widerspruch? Auf der einen Seite ist das, was die Mehrheit sich wünscht, alles unrealistisch und deswegen sollte es nicht befolgt werden und es total okay, dass die Regierung undemokratisch handelt - auf der anderen Seite aber sollen wir hierbei auf eine mystische Mehrheit hören, die tatsächlich darum gar nie befragt wurde?


    Ich meine, sehen wir es doch einmal realistisch: Was ist der Grund dafür, dass ihr alle nicht einmal wisst, was Anarchie bedeutet? Dass ihr alle glaubt, es sei die Abwesenheit von Regeln, statt von Hierarchien? Warum wisst ihr nicht, wie grundlegende Anarchische Konzepte funktionieren? Oder, wo wir dabei sind, wie genau die Unterscheidung von Sozialismus und Kommunismus aussieht? Oder wie sich die verschiedenen Formen von Kapitalismus entwickelt haben? Warum habt ihr alle nicht von Milton Friedman gehört? Und warum wisst ihr nicht von den ganzen Coups, die die USA gegenüber diversen demokratisch gewählten sozialistischen Regierungen abgezogen hat? Warum glaubt ihr, dass Kapitalismus eine "natürliche Entwicklung" von der Gesellschaft ist, die quasi unausweichlich war?


    Weil eben das ist, was Schulen und Medien unterrichten, bzw. nicht unterrichten.


    Es erfolgt keine kohärente Bildung zum Thema Anarchismus an deutschen Schulen. Oder zum Thema Sozialismus und Kommunismus. Während Medien Anarchisten meistens als gewalttätig darstellen und eben als Leute, die Regeln und Ordnung ablehnen - statt eben Hierarchien. Sozialismus und Kommunismus werden meistens nur im Kontext der Sovietunion behandelt, vielleicht noch im Kontext China, aber meistens durch eine massiv negative Linse betrachtet. Die Entwicklung des Kapitalismus wird eben auch entweder nicht behandelt - oder eben auf genau die Art geframet, die ihr nun hier aufzeigt: Dass es eine natürliche Entwicklung war. Was eben explizit nicht der Fall war. Über die ganze Coups der USA wird nicht geredet. Genau so wie nicht oder kaum über die Ausbeutung durch den Kolonialismus geredet wird und darüber, wie dieser bis heute anhält.


    Weil es halt nicht im Interesse des bestehenden Systems ist, dass Leute diese Dinge wissen und verstehen.


    Entsprechend ist halt ein Argument von wegen: "Die Mehrheit der Leute ist dagegen" schon ein wenig unsinnig, solange jene mystische Mehrheit nicht tatsächlich über die Optionen und den Kontext aufgeklärt wurde und was für Alternativen es eigentlich gibt.


    Darüber hinaus wäre da auch noch das Argument zu machen, dass es so international gesehen eben die große Frage ist, ob das wirklich die Meinung der "Mehrheit" ist, wenn man bedenkt, dass der globale Süden im großen und ganzen doch recht pro-sozialistisch gestimmt ist, und allgemein das bestehende System aufgrund dessen, dass sie ausgebeutet werden, nicht so geil finden. Und nur zur Erinnerung: Das sind mehr Menschen, als "der Westen" so hat.

    Ist das nicht auch heute oft so? Gerade auf der Management-Ebene und auch in der Politik halten sich die meisten Menschen nicht sehr lang, bzw. nur solange bis eine Mehrheit mit der Arbeit und ihrer Resultate desjenigen unzufrieden ist und die Person ausgewechselt wird.

    Was zur Hölle hat eine Managementebene mit Anarchismus zu tun? Das ist so ziemlich das genaue Gegenteil von Anarchismus...


    Das ist jetzt wieder ohne Sachgrund einfach so dahergesagt...

    Ich habe die entsprechende Studie MEHRFACH hier verlinkt. Du hast sie nur jedes Mal ignoriert. Was mich eben umso mehr fragen lässt, warum ihr überhaupt Studien wollt, wenn ihr sie eh nicht lest? Damit frage ich mich ernsthaft, warum ich mir die Mühe machen sollte.


    Noch einmal: Die Entscheidungen der Legislative in den USA werden absolut gar nicht von den Meinungen der Bevölkerung beeindruckt, in Deutschland sind es 32%. Und das ist nun einmal nicht im Sinne der Demokratie.


    Das Volk kann demonstrieren, um auf Forderungen aufmerksam zu machen. Du vergisst hierbei aber das Element der Repräsentativität. In Deutschland wird ein Amt relativ selten direkt gewählt (zB Staatsämter werden nicht direkt gewählt), sondern durch Repräsentanten, die ebenfalls ihren Kopf dafür hinhalten müssen, wenn sie eine unliebsame Person wählen würden. Und ja: Die Abgeordneten des Bundestages können den Kanzler mit einem Neuen ersetzen (Art. 67 GG) und folglich abwählen.

    Ist ja schön, dass man demonstrieren kann. Dummerweise beeinflusst das die Politik nicht. Siehe wie viele Leute für den Klimaschutz auf die Straße gegangen sind, und wie wenig auf die Forderungen eingegangen wurde. Dasselbe gilt für Petitionen, die vollkommen unabhängig davon, wie viele Leute am Ende unterschreiben.


    Klar, das kann man alles machen - aber es beeinflusst eben die Politik nicht, weil die Bevölkerung keine Möglichkeit haben, die Politiker*innen zur Rechenschaft zu ziehen. Und die Tatsache, dass die Abgeordneten den Kanzler ersetzen können, ändert nichts daran, weil die Abgeordneten eben selbst nicht abgewählt werden können zwischen zwei Wahlperioden.


    Egal welche Form von Mehrheitsverteilung es gebe, würde doch letztlich nur das "Geringste Übel" mehrheitsfähig sein, mit dem die Menschen kollektiv klar kämen. Sogar, wenn wir uns Regierung nicht als Hierarchie, sondern einfach als Steuerungselement vorstellen würden.

    Auch dies ist etwas, das mir recht deutlich zeigt, dass du dich wenig mit dem Thema auseinandersetzt. Denn hier ist die Sache: Würde es um die Sachfragen gehen, so stellt sich heraus dass die meisten Leute sich recht schnell einig werden würden. Die meisten Leute sind beispielsweise für stärkere Klimaschutzmaßnahmen und einen schnelleren Ausbau der Erneuerbaren Energien. Die meisten Leute sind dafür, Zugfahrten billiger zu gestalten und das Bahnnetz besser auszubauen. Die meisten Leute sind dafür, dass das Gesundheitswesen und die Pflege stärker unterstützt werden. Die meisten Leute sind dafür die Automobilindustrie für etwaiges Fehlverhalten zur Rechenschaft zu ziehen und ihnen sogar gegebenenfalls Subventionen zu entziehen. Und dabei ist es recht egal ob die Leute eher rechts oder links sind. Man könnte noch ewig so weiter machen.


    Das gilt übrigens sowohl in Deutschland, als auch in den USA. Wahrscheinlich auch für andere Länder, aber da kenne ich nun die genauen Zahlen halt einfach nicht.


    In den USA ein gutes Beispiel zum Beispiel: Selbst in den rotesten aller roten Staaten sind Leute Beispielsweise für das Abtreibungsrecht und haben meistens auch gegenüber queeren Leuten halt durchaus die Meinung von "leben und leben lassen". Das ist auch der Grund, warum die ganze Abtreibungssache den Republikanern so massiv in den Hintern gebissen hat - weil tatsächlich auch von ihren Stammwählern viele damit absolut nicht d'accord gingen.


    Unzufriedenheit ohne realistische Alternative ist halt nicht konstruktiv.

    Und wer entscheidet, welche Alternative "realistisch" ist. Du?

    Und da die vorherrschende Wirtschaftsform eben der Kapitalismus ist, fällt es leicht, ihn (berechtigterweise) zu kritisieren, weil man ihn nicht nur mit seinen Vor- sondern auch Nachteilen erlebt.

    Nehme ich doch mal an dieser Stelle aus: Was sind in deinen Augen die Vorteile des Kapitalismus? Und bitte mit Quellen, denn anders als du es behauptest, habe ich eine Reihe von Quellen genannt - wenn ihr diese nicht lesen wollt, weil zu lang oder zu teuer, dann kann ich euch auch nicht helfen.


    Ist halt ein wenig ironisch, dass von mir die ganze Zeit Quellen verlangt werden, aber von der Gegenseite keine einzige Quelle genannt wurden.


    Es sei dazu übrigens noch einmal betont: Nein, der Kapitalismus hat sich nicht "natürlich entwickelt", sondern wurde explizit eingeführt von seinen Erfindern, um bestehende Machtverhältnisse aus dem Feudalismus und Merkantilismus zu erhalten. Es sei dazu gesagt, dass das nicht der Kapitalismus war, wie Adam Smith ihn erfunden hat - aber den Kapitalismus nach Adam Smith haben wir auch nicht. Vieles von dem, was wir im aktuellen Kapitalismus erleben, ist deutlich eher auf den Markttheorien von Edmund Burke aufgebaut - der seine Markttheorien explizit darum aufgebaut hat, so viel Macht wie möglich für Alt-Reiche Familien zu erhalten. Und natürlich kommt dazu, dass ganz viel vom modernen Kapitalismus den wir haben Milton Friedman zu verdanken ist, der mit der Chicago School zentral verantwortlich für den Laissez Faire Kapitalismus ist.


    Auch an dieser Stelle möchte ich noch einmal The Shock Doctrine von Naomi Klein allen ans Herz legen, sowie Neoreaction a Basilisk von Elizabeth Sandier. Naomi Kleins Bücher sind definitiv auf Deutsch erhältlich, beim zweiten Buch weiß ich es gerade nicht. Und ja, fairer weise sollte gesagt werden, dass Sandiers Schreibstil auf Englisch durchaus ein wenig anstrengend, da sehr, sehr wissenschaftlich ist.


    Hätten wir Kapitalismus, so wie Smith ihn sich ausgedacht hat, oder noch besser Kapitalismus nach Keynes, dann wäre das noch immer nicht perfekt - aber schon einmal deutlich besser als es aktuell läuft.


    Was mich gedanklich auch sehr wurmt bei dem Thema, sind die Größen der Gruppen. Was ist überhaupt sinnvoll und realistisch? Hilft oder stört die aktuelle Technologie (etwas, was wir ja früher nicht so hatten)? Es hat immer Nachteile, wenn über Individuen eine Instanz entscheidet, die nicht nah genug an diesen Individuen ist. Ist ja auch ein riesiges Problem in unserer Politik und warum es eigentlich schlauer wäre, wenn man wirklich Experten UND Betroffene entscheiden lässt (und nicht nur befragt und dann ignoriert …). Aber wie genau passt das in eine globale Gesellschaft, wo ein Netzwerk nicht mehr wegzudenken ist? Wie entscheidet man, wie weitläufig der Personenkreis ist, der entscheidet? Oder umgekehrt: Wie klein der ist? Ich habe hier wahrscheinlich nicht ausreichend Wissen, um die aktuellen Prozesse zu verstehen, geschweige denn, dass ich mir das ganze anders vorstellen kann. Existieren hier konkrete Ansätze oder historische Beispiele (wobei letzteres schwierig ist, da die Globalisierung und Technologie eine andere ist)?

    Das sind alles Themen, die auch in Anarchistischen Gemeinschaften und auf Konferenzen sehr ausführlich diskutiert werden, wobei das Problem halt wirklich ist, dass realistisch gesehen es idealerweise ein Experiment geben müsste, um heraus zu finden, wie es am besten funktioniert - und dieses Experiment halt auch wirklich auf eine Art unterstützt werden müsste, dass es gelingen kann. Was natürlich nicht so leicht passieren wird, denn das würde halt etwaigen Leuten nicht ins Konzept passen.


    Was wir dahingehend wissen ist, dass es natürlich immer mal wieder Anarchische Kommunen gab, die auch teilweise sehr weit verbreitet waren. Wobei allerdings das Problem an der Stelle ist, dass viele der historischen Datenpunkte spezifisch in Europa in der Zeit während und nach den Revolutionen (also vor allem während des 19. Jahrhunderts) entstanden sind, und häufig früher oder später zerschlagen wurden. Gerade in Frankreich gab es einige größere Gruppen, teilweise mit mehreren tausend Leuten, die allerdings das Problem hatten, das sowohl die pro-monarchischen Gruppen, als auch die pro-demokratischen Gruppen nicht so angetan von ihnen waren.


    Der gängige Gedanke ist jedoch, dass Technologie spezifisch helfen sollte dabei. Aus dem Grund, dass sie es eben einfacher machen sollte, große Umfragen zu machen, sowie die Informationen an die betreffenden Leute zu verteilen.


    Innerhalb der anarchistischen Bewegung sollte gesagt sein, dass sich die Geister ein wenig Scheiden, was die Sache mit den Ausgewählten Experten angeht. Weil die radikalen Anarchisten halt absolut dagegen sind, weil selbst zeitweise dadurch eine Hierarchie entsteht, während gemäßigtere Anarchisten durchaus die Idee mögen, dass eventuell bestimmte Dinge von Experten bearbeitet werden, die aber der Gesellschaft Rede und Antwort stehen müssen und jederzeit ihre Position verlieren können, wenn die Leute allgemein nicht mit ihnen zufrieden sind.


    Letztes bringt mich eben auch wieder zu dem Punkt, warum die Repräsentative Demokratie, wie wir sie haben, uns Anarchisten so ein Dorn im Auge ist: Die Politiker*innen vertreten eben nicht wirklich das Volk, und wenn das Volk unzufrieden mit den Politiker*innen ist, kann es wenig machen, um sie ihrer Position zu entheben. Zum einen nicht vor der nächsten Wahl und selbst bei der Wahl haben wir eben nicht die Chance zu sagen: "Ja, also schon die Partei aber nicht X." Wir sehen es hier in Deutschland massiv mit einigen Politiker*innen. Sarah Wangenknecht war ja so lange ein Beispiel. Viele linksorientierte Personen, wie ich, haben jetzt halt länger nicht mehr die Linke gewählt, weil es (speziell hier in NRW) bedeutet hätte, Sarah Wangenknecht zu wählen. In den USA sieht man es gerade noch deutlicher. Die allermeisten Leute in Amerika, wollen weder einen Präsident Biden, noch einen Präsident Trump haben. Aber es wird eben entweder der eine oder der andere werden.

    Ich habe keine Erklärung deines Verhaltens oder noch mehr von demselben (gar persönlicher werdenden) Ton erwartet, was auf mich dann auch den Eindruck erweckte, dass du keine respektvolle Diskussion führen möchtest (oder durch deine Wut nicht mehr kannst).

    Finde es lustig, dass du von Respekt sprichst, wenn das hier der Beitrag ist, mit dem du in die Diskussion einsteigst.


    Ein Beitrag indem du mir zuerst Naivität unterstellst dafür, an den aktuellen wissenschaftlichen Konsensus zu glauben, nur um daraufhin eine Idee aus der Eugenik weiter zu verbreiten ("manche Leute sind von klein auf böse und sadistisch").


    Es tut mir ja leid, aber ich habe wirklich keine Lust darauf Leuten, die eugenisches Gedankengut verbreiten, dann auch noch lieb erklären zu müssen, dass sie leider nun einmal menschenfeindliche Dinge labern.

    Vielleicht liest du den Beitrag noch einmal, weil es absolut nicht das Problem ist, dass ich die Sätze nicht verstehe, sondern es kaum möglich ist auf solche Behauptungen adäquat zu reagieren und ohne Sachgrundlage sachlich zu diskutieren.

    Dann stellst sich mir doch die Frage, warum du das bei mir kritisierst, bei allen anderen Teilnehmern in der Diskussion aber nicht. Auch deine Verteidigung, dass du ja nur hinterfragen würdest, ist auch nicht wirklich hilfreich, weil du dennoch dabei Behauptungen aufstellst. Denn anders als Kebein stellst du ja keine wirkliche Frage ("Wie soll das gehen?"), sondern behauptest direkt und indirekt, dass meine Aussagen falsch seien, was du jedoch auch nicht belegst. Also fang doch erst einmal bie dir selbst an, wenn dir so viel daran liegt, und fange an zu belegen.


    Die Aussage kam nicht von mir, das habe ich nicht behauptet. Nur sehe ich den Wille, bzw. die "Störung" die jemand im Affekt oder aus Mordlust haben kann, um Leute umzubringen. Gab durchaus Fälle, in denen Menschen Serienmörder waren und ein normales Familienleben geführt haben. Da gab es kein problematisches Umfeld. Zum Beispiel...

    Nun, den Fall kenne ich nun nicht genau und ein Wikipedia-Artikel ist kein adäquater Ersatz für genaue Auseinandersetzung mit dem Fall (was umso mehr für das deutsche Wikipedia und seinen sehr losen Bezug zu Quellenangaben gilt). Allerdings nur vom Überfliegen des Wikipedia-Artikels kann ich direkt ein paar Dinge entnehmen, die absolut für eine sowohl lebensprägung, als auch eine pränatale Prägung sprechen:

    • Der Mörder in diesem Fall ist kurz nach Kriegsende geboren. Wir wissen, dass Kinder der Nachkriegsgeneration besonders anfällig für diverse psychokomplexe Auffälligkeiten waren, die unter anderem bereits pränatal durch Unterernährung der Mütter, sowohl erhöhte Stresskonditionen dieser Zeit während der Schwangerschaft begünstigt wurden
    • Durch das Aufwachsen so kurz nach Kriegsende ist es deutlich anzunehmen, dass die Eltern aufgrund der weiten Normalisierung dieser Methoden, die Nazi-Üblichen Erziehungsmethoden angewandt haben, die auf Kinder häufig eine traumatisierende Auswirkung hatten
    • Es ist in diesem Kontext auch anzunehmen, dass die Eltern durch den Krieg ebenfalls traumatisiert waren, was sich häufig eben auf Kinder weiterträgt
    • Der Artikel erwähnt selbst, dass er sehr viel brutale Pornographie konsumiert hat. Auch dies kann prägend sein.

    Also speziell vor dem Hintergrund von der Nachkriegsgeschichte, sehe ich nicht, woher du dir "kein problematisches Umfeld" herbeifantasierst.


    Und bevor du jetzt fragst, warum nicht alle Nachkriegskinder Serienmörder sind: Charakterliche Entwicklung ist eben zum einen eine Mischung von Nature and Nurture - mit beiden Faktoren drin - was eben bedeutet, dass manche Menschen für bestimmte Traumasymptomatiken anfälliger sind. Und gerade im Nurture Aspekt kommt noch dazu, dass eben bei manchen Menschen mehr positive Faktoren da sind, als bei anderen. (Und wir gehen an der Stelle nicht darauf ein, wie viele Leute aus der Nachkriegsgeneration halt eben Trauma auf nicht-mörderische Weise durch weitergegebenen Kindesmissbrauch, Partnermissbrauch und anderes, erhalten haben.)

    Es tut mir ja leid, Sirius, aber wenn du diese Sätze so nicht verstehen kannst, dann kann ich dir auch nicht helfen. Aber dann ist nicht das Problem, dass du ach so kritisch bist, sondern dass du dich deutlich nicht damit auseinandergesetzt hast, wie a) unsere Wirtschaft funktioniert, b) wie viel Gewaltsame Übergriffe es durch die Polizei gibt, die nie rechtlich verfolgt werden (was bedeutet, dass ein Zweig des Rechtssystem ohne Folgen Morden kann), und c) wie das Rechtssystem allgemein im Sinne von weißen, cishetero, ablebodied, reichen Menschen (vor allem Männern) ausgerichtet ist, während die meisten anderen darunter leiden.


    Ach ja:


    "Asoziales Verhalten" sei "immer eine Folge der Umgebung" (Pauschale Behauptung - spricht damit eigentlich dem Wille des Menschen ab)

    Was sollte es denn sonst sein? Und ne, wir haben keinen freien Willen aus wissenschaftlicher Sicht gesehen. Der freie Wille ist letzten Endes, wie das Konzept der Seele, einfach nur ein philosophisches Konzept, das aus biologischer Sicht nicht haltbar ist.


    Ich empfehle dir in der Hinsicht so ziemlich alles, was Robert Sapolsky geschrieben hat. Ein Neuroendokrinologe, der endlos viele Paper, als auch Bücher zu diesem Thema geschrieben hat.


    Ich möchte übrigens anmerken, dass die Aussage, auf dem das eine Antwort war ("Manche Leute sind von Natur aus Böse") ebenso den freien Willen abspricht, aber das scheint dich weniger zu stören.

    Danke euch beiden Cassandra und PLUSQUAMPERFEKTION


    Ich möchte an dieser Stelle auch einmal anmerken, dass ich deutlich sagen muss, dass mein sehr angenervter Tonfall nun einmal auch daher kommt, was ihr beide eben angemerkt habt: Dass die Gegenseite sich weder in der Vergangenheit damit beschäftigt hat, noch wirklich in der Diskussion Lust darauf hat, sich mit dem Thema auseinander zu setzen, was man eben deutlich an den Beiträgen und den auch durchaus beleidigenden Tonfall merkt.


    Darüber hinaus möchte ich auch anmerken, dass solche Beiträge, wie du sie schreibst Sirius in meinen Augen für einen Moderator vollkommen unangebracht sind, und ich deutlich anmerken will, dass ich dir den Vorwurf "ein Verschwörungsideolog" zu sein, weil ich ein Buch (wohl gemerkt noch einmal: Ein Buch, das ein New York Times Bestseller war, und diverse journalistische Auszeichnungen bekommen hat) gelesen habe, dass du nicht gelesen hast und dessen Inhalte wiedergegeben habe. Sowas ist als Moderator absolut kein Tragbares Verhalten.

    Wie kann der Anarchismus oder auch der Sozialismus eine interne Elitenbildung verhindern, ohne dass es Kontrollinstanzen gibt, die hierarchisch übergeordnet sind?

    Genau dadurch, dass es diese Kontrollinstanzen nicht gibt. Hier ist das Problem: Sobald du irgendwelchen Leuten mehr Macht als anderen erlaubst, ist die Gefahr da, dass diese Leute Möglichkeiten finden, diese Macht an sich zu binden und zu missbrauchen. Egal was für eine Form von Macht das ist, die sie haben. Was ja nun einmal halt auch die Grundlage vom aktuellen System ist. Also bspw. dass Politiker letzten Endes keine Rechenschaft ihren Wählern schuldig sind, bzw. diese Rechenschaft nur für Parteien, nicht für einzelne Politiker gilt (das ist eben das Problem der Parteien allgemein). Oder eben, dass es keine Rechenschaft für Polizisten gibt, weil die Leute, die die Polizei kontrollieren sollen, nur andere Polizisten sind. Und so weiter und sofort. Sobald eine Gruppe kontrolle über andere hat, dann ist diese Gruppe automatisch selbst eine Elite.


    Deswegen ist die grundlegende Annahme von Anarchistischer Philosophie, dass sich Gruppen automatisch selbst regulieren. Weil wir Menschen (wie wahrscheinlich die meisten Primaten) halt einen inhärenten Gerechtigkeitssinn haben.


    Es sei übrigens dazu gesagt noch einmal, dass Anarchismus idealerweise eigentlich eine langsame Umstellung erfordern würde. Also idealerweise Hierarchien langsam abbauen, und durch mehr und mehr direkte und auch vermehrt lokale Prozesse ersetzen. Sowie auch eben vor dem Übergang in den Anarchismus dafür sorgen, dass eben Reparationen an den globalen Süden gezahlt werden, die eben seit teilweise mehr als hundert Jahren ausstehen.


    Dabei ist aber natürlich das Problem, dass die Leute, die aktuell an der Macht sind, also die oberen Positionen der Hierarchien inne haben, diese natürlich nicht aufgeben wollen. Deswegen sind sich die meisten Anarchisten dessen bewusst, dass Anarchismus wahrscheinlich eben doch nicht durch logische und wissenschaftlich belegte Argumente herbei geführt werden kann - weil eben genug Leute glauben, ihre aktuellen Positionen zu verdienen. Und das heißt, ja, die Grundannahme in Anarchistischen (aber auch in pro-staatlich sozialistischen) Kreisen ist, dass es eine Revolution braucht. Idealerweise kann diese friedlich durch einen globalen Arbeiterstreik ablaufen, weniger ideal ist allerdings das genaue wissen, dass auch ein friedlicher Streit, sobald er global stattfindet, auf Gewalt treffen wird. Selbst wenn man im Westen versuchen wird, diese Gewalt nicht zu deutlich zu machen, wissen wir denke ich alle, dass gerade im globalen Süden, wo Leute unter quasi Sklaverei Bedingungen arbeiten, notfalls auch massive Waffengewalt eingesetzt würde, um diese Proteste zu brechen.


    Ein weiteres Problem was mir spontan einfällt ist: Wie ist das, wenn einzelne Gruppen in einem Anarchischen System aufgrund lokaler Vorteile versuchen, sich über andere zu stellen? Ich denke hier an Situationen wie es die OPEC Staaten mit Gas und Öl machen (können). Selbiges kann natürlich auf alles mögliche, wie Nahrungsmittel, etc. angewandt werden. Gibts da auch Lösungsansätze?

    Ein Grundaspekt der anarchistischen Philosophie, den Leute verstehen müssen, ist, dass Menschen eigentlich gut sind, im Sinne, dass sie sich sozial Verhalten werden, sofern für sie die Grundlagen geschaffen werden, die ihre Bedürfnisse decken (also niemand Angst vor Obdachlosigkeit, Hunger usw. haben muss). Das muss dabei nicht für jede einzelne Person gelten, sondern nur für die Mehrheit der Leute. Und das dadurch sich eben ein anarchisches System, indem alle Leute dieselbe Macht haben, selbst regulieren wird. Sprich, während es vielleicht Leute geben wird in solchen OPEC Staaten, die gerne diese natürliche Lage zu ihrem Vorteil nutzen würden, werden genug andere Leute da sein, und sich dem entgegen stellen. Genug, dass selbst wenn irgendwer bspw. die Ölquellen an sich reißt, diese Person halt einfach nicht die Arbeiter haben wird, an diesen das Öl zu fördern.


    Es sei dazu natürlich gesagt, dass der Anarchismus dahingehend selbst intern häufig noch mit dem Problem Waffen kämpft. Das ist auch eins der am häufigsten diskutierten Themen in anarchischen Runden: Was machen wir mit Waffen? Manche Leute brauchen Waffen, weil sie in Gegenden leben, wo sie sich ggf. vor wilden Tieren schützen müssen. Aber sobald manche Leute Waffen haben und andere nicht, dann haben diese Leute automatisch mehr Macht. Aber ist ein System, wo alle eine Pistole haben, wirklich so sinnvoll? Wahrscheinlich auch nicht.


    Daher... das ist ganz offen gesagt, ein Thema, auf das man intern keine Antwort soweit gefunden hat.

    Generell zeigen doch die Reaktionen auf deine Posts, dass es durchaus Leute gibt, die sich über das Thema austauschen wollen und ihre Sicht präsentieren möchten. Ich denke nicht, dass solche Reaktionen so förderlich und freundlich in einer Diskussion sind. Deine Art finde ich hier ziemlich überheblich, wenn du den Leuten einfach vorwirfst, dass sie keine Ahnung hätten, ohne ihre genauen Hintergründe zu kennen. Mit der Sache haben solche Vorwürfe ohnehin gar nichts zu tun.

    Nein, mir zeigen die Reaktionen in erster Linie eine typische Form des Lashback Effects. Leute fühlen sich in ihrem Weltbild angegriffen, dass nicht aktiv geformt wurde, sondern eben dadurch zustande kommt, dass man in dieser Welt wie sie ist aufwächst, und von klein auf in das kapitalistisch hierarchische System indoktriniert wird. Yuki s Kommentar zur der Polizei ist das beste Beispiel dafür. Es ist ein üblicher Beißinstinkt der aufkommt, wenn eine Sache, die man als gegeben ansieht und die einen zentralen Aspekt des eigenen Weltbilds wahrnimmt, angegriffen wird. Jetzt weiß ich nicht ob der Weltbildaspekt für Yuki nun ist, dass die Polizei an sich gut ist (etwas, das man als weißes Kind in einem mehrheitlich weißen Land von kleinauf beigebracht wird) oder ob es eher so ein allgemeines "alle innerhalb einer Gruppe können nicht X sein", aber es ist eben ein üblicher Beißeffekt der stattfindet, ohne die eigene Aussage einmal zu hinterfragen oder gegebenenfalls erst einmal zu bestätigen, indem man einmal googelt: "Gibt es Länder wo es keine Polizeigewalt gibt?"


    Und dass keine Auseinandersetzung damit stattfand, das lässt sich leicht an den Aussagen ableiten. Niemand, der sich mit dem Thema auseinandergesetzt hat, würde irgendwelche Behauptungen auf IQs (erneut: Grundlage in der Eugenik) aufbauen, oder Behaupten, dass das Patriarchat oder generell Hierarchien ein natürliches Verhalten für Homo Sapiens sei. Oder eben Aussagen, dass es in der Anarchie keine Regeln irgendeiner Art gäbe.


    Und nein, an dieser Stelle sehe ich mich nicht in der Pflicht auf Aussagen, die nicht einmal annährend in irgendeiner Auseinandersetzung mit dem Thema gefußt sind, irgendwelche Zitate herauszusuchen. Was übrigens eh schwer ist, weil ich nicht alle Paper, die ich lese, abspeicher, und die Sachbücher, die ich konsumiere, meistens als Hörbücher konsumiert werden.


    Und ich sehe nicht, warum ich mehr Quellen nennen soll, wenn a) ihr eh alle keinen Zugriff auf die wissenschaftlichen Paper habt, und b) ihr deutlich zu faul seid, die Bücher zu lesen.


    Noch mal: Das sind hochkomplexe Themen. Das lässt sich nicht auf ein schönes Forenverträgliches Zitat herunterbrechen. Ihr müsst schon ganze Bücher lesen. Da führt einfach kein Weg dran vorbei. Das ist nichts, was sich mit einem einzelnen Zitat, einem kurzen Paper, oder einem 15-minütigen Youtube Video herunterbrechen lässt.

    Können ja auch mehrere Buchseiten/Kapitel mal sein - wenn es dazu ne legal kostenlose PDF gibt irgendwo.

    Kostenlose PDFs zu Sachtexten wirst du aber nicht bekommen. Weil das nicht ist, wie die akademische Welt und die Welt von Sachbüchern funktioniert. (Was du ja sicher gut findest, weil es eine Folge des Kapitalismus ist, den du unterstützt.)


    Und komplexe Themen wie Polizeigewalt, die eine komplexe historische Entstehungsgeschichte haben, lassen sich nun einmal nicht durch kurze Texte - geschweige denn kurze kostenlose Texte - Begründen.


    Man muss halt lesen. Und ja, man muss eventuell auch Geld für Bücher ausgehen. So ist das nun einmal.


    So sehr ich Amazon hasse, kann ich nur ein Audible Abonnement empfehlen, da es mit Abstand die billigste Möglichkeit ist, an eine Vielzahl Sachbücher zu kommen und diese recht leicht zu konsumieren.

    Warum erklärst du es nicht lieber anhand der UdSSR samt der osteuropäischen (ich nenns mal netterweise) freiwillig Verbündeten? Gewaltsames Verhindern war nicht mehr möglich, weil Pattsituation, Handelsembargos sind da auch recht haltlos, weil rohstoffmäßig keine Abhängigkeit bestand.

    Weil weit mehr Sozialismus international durch Intervention der USA verhindert wurde, als dass es "von Natur aus" gescheitert ist. Die USA haben mindestens 72 Interventionen international finanziert - in manchen waren sie direkt involviert, in einigen Fällen haben sie nur Staatsinterne Leute durch Geld und Waffen finanziert. Und dass sind nur die Beispiele, die mittlerweile bekannt sind, weil sie eben so alt sind, dass sie deklassifiziert wurden. Chancen sind gut, dass da noch diverse andere sind, von denen wir nichts wissen. Gerade da die ehemaligen Kolonialgebiete von Anfang an eher angetan vom Sozialismus waren.


    Die Sovietunion ist aus einer Vielzahl komplexer Gründe gescheitert - ein Teil davon intern, ein anderer Teil extern. Und die USA haben absolut eine Rolle darin mit gespielt, selbst wenn ihr Einführen von Embargos und der Druck, der durch den Kalten Krieg ausgelöst wurde, nicht der Hauptgrund waren. Letzten Endes war der Hauptgrund des Scheiterns zum einen die interne Elitenbildung (die aber explizit gegen die Idee des Sozialismus geht), wie auch die fehlender Dynamik in der Art, wie die Planwirtschaft aufgebaut waren. Doch das sind eben beides keine Eigenschaften, die inhärent im Sozialismus sind. Und das letztendliche Scheitern sollte außerdem nicht als Ausrede genutzt werden, um kleinzureden, wie stark die Sovietunion innerhalb kürzester Zeit die Lebenssituation von den meisten Bewohnern massiv verbessert hat - und sie extrem der technologische Fortschritt innerhalb der Union war.


    Darüber hinaus könnten wir auch darüber reden, dass wir ein sehr erfolgreiches historisches Beispiel von Sozialismus haben - auch wenn es den Begriff damals noch nicht gab. Denn aus heutiger Perspektive sind sich Historiker recht einig, dass das alte Ägypten für mindestens 1500 Jahre lang ein Wirtschaftssystem hatte, das wir als Sozialismus bezeichnen würden. Inklusive Planwirtschaft usw. Und das alte Ägypten war mit Abstand die alte Zivilisation die am längsten von allen überlebt hat.


    Wir haben auch viele archäologische und historische Beweise für Menschenopfer (darunter auch Kinder)...

    Und was willst du damit sagen? Ernsthaft: Was ist deine Aussage?


    "Historische Menschen haben grausige Sachen gemacht"? Wenn ja: Das mag sein, aber das hat absolut nichts mit dem Thema zu tun, dass historisch behinderte Menschen häufig gut versorgt wurden - oder zumindest so gut, wie es den Menschen in der etwaigen Zeit möglich war.


    Abgesehen davon ist ein Beweis in der Hinsicht halt ein Beweis für diesen Einzelfall.

    Nur dass es keine Einzelfälle sind. Wir haben massenhaft Quellen dafür. Sowohl im Bereich von historischen Quellen (also Schriftquellen), als auch im Bereich von Archäologischen Funden.


    Auch hier sei wieder angemerkt: Hört endlich Aussagen zu machen, die sich für euch "richtig anfühlen". Google und Co sind noch immer kostenlos.


    Es gibt also einen Fall, wo ein Polizist einen Menschen erschossen hat? Was sagt uns das jetzt ohne dieses Beispiel zu kennen?

    Es ist so schwer "Police Violence Iceland" zu googeln?


    Das ist genau das was ich meine: Hier werden Dinge behauptet, die mit einer einfachen Google Suche leicht zu widerlegen wären. Bevor man behauptet "In Island gibt es das nicht" wäre es nur Verantwortungsvoll, das einmal in Google einzugeben. Oder einer anderen Suchmaschine der eigenen Wahl.


    ... Das waren jetzt drei Beispiele. Ich mein, keine Ahnung, warum du Ivars Post, der sicherlich einiges an Mühe gekostet hat und sicherlich durchdachter war als vieles, was ich hier sonst in letzter Zeit gelesen habe. Aber du stellst dich hin uns sagst, alles falsch. Falsch, falsch, falsch. Du allein weißt, wie es läuft, obwohl du dich in gesellschaftlichen Fantasien verläufst, die vielleicht vor tausend Jahren funktioniert haben, aber heute schlicht und einfach ins Reich der Fabeln verwiesen werden können.

    Und meine Beiträge kosten keine Mühe? Denen du, Ivar, Sirius und andere ohne Grundlage, ohne Recherche, ohne sich zu informieren, ohne auch nur die oberflächlichste Recherche zu probieren widersprechen? Weil es sich für euch "falsch anfühlt" was ich sage?


    Denn seien wir ehrlich: Ihr Argumentiert schlicht und ergreifend auf der Grundlage davon, was ihr zum einen in der Schule mal gelernt habt, was ihr durch Medien passiv aufgenommen habt, und schlicht und ergreifend, was im Kapitalismus unterrichtet wird. Aber es ist eben nicht der Stand der Forschung heute.


    Es ist letzten Endes das Soziologische Gegenstück zu "Es gibt nur zwei Geschlechter, weil das habe ich so in der Grundschule gelernt".


    Also ich bin da ganz bei Gucky, die Verhaltensweisen die du hier beschreibst Alaiya mögen noch in einer Zeit funktioniert haben als es noch nicht so viele Möglichkeiten gab und die Gesellschaften mehr homogen und unter sich waren, aber nie und nimmer kannst du solche Verhaltensweisen in der heutigen Zeit bringen.

    Und diese Aussage baust du auf welcher Grundlage auf?


    Das ist es, was mich hier an eurer Diskussion so stört. Ihr behauptet Dinge einfach, weil sie sich eben richtig anfühlen. Aber sie haben keine Grundlage.


    Worauf baust du bspw. auf, dass Gesellschaften homogener waren? Von welchen Gesellschaften sprichst du, um genau zu sein? Worauf baust du die Aussage auf, dass die Homogenität etwas darüber aussagt, wie gut Anarchische Prinzipien funktionieren können?


    Wir leben nunmal in einem Zeitalter in die Menschen komplexer geworden sind und sehr viele verschiedene Persönlichkeiten aufeinander treffen.

    Menschen sind nicht komplexer geworden. Das ist eine Aussage, die schlicht und ergreifend falsch ist. Homo Sapiens sind Homo Sapiens. Unsere Gehirne heute sind nicht komplexer, als die Gehirne von den Homo Sapiens die vor 200 000 Jahren von ihren Bäumen runtergekommen sind und angefangen haben Sterne zu Werkzeugen zu formen.


    Wir haben heute mehr Wissen, ja. Und dieses Wissen entwickelt sich aufgrund der größeren Grundlage und der modernen Werkzeuge schneller weiter, auch ja. Aber als Wesen sind wir nicht komplexer.


    Natürlich, du kannst auch sagen, dass die Gesellschaft durch Globalisierung komplexer geworden ist. Aber an dieser Stelle müssen wir uns auch fragen, wie viel Komplexität durch den Kapitalismus künstlich geschaffen wurde - und wie viel sich vereinfachen könnte, wenn wir uns vom Kapitalismus abwenden.


    Wenn nunmal verschiedene Persönlichkeiten aufeinandertreffen dann muss es nun mal Regeln und mit Konsequenzen geben damit einigermaßen Ordnung herrscht.

    Noch mal: Anarchismus bedeutet nicht die Abwesenheit von Regeln, nur die Abwesenheit von Hierarchien.


    Und wir wissen nun einmal sehr deutlich, dass Konsequenzen in Form von Strafen keinerlei Auswirkung darauf haben, wie sicher eine Gesellschaft ist.


    Die meiste Gewalt, die wir heute beobachten, passiert in Folge von sozialen Umständen. Armut und mangelnder Zugang zu Bildung sind zwei der Hauptprädiktoren für die Wahrscheinlichkeit, dass jemand kriminell auffällig wird. Ein weiterer großer Faktor sind natürlich auch gesellschaftliche Muster wie Misogynie und Fremdenfeindlichkeit, welche allerdings wiederum auch mit Bildung zusammenhängen.

    Was nicht funktionieren wird, weil der Mensch so nicht funktioniert wie du es gerne wünscht. Es ist menschliche Natur, dass es immer die Stärkeren und Schwächeren gibt. Es gibt nirgendswo zu sehen, wo es bei Menschen keine Rangordnung gibt. Selbst bei den isolierten Ureinwohner, die Jahrtausenden isoliert von der Außenwelt leben gibt es Rangordnungen. Es gibt dort oft einen Oberhaupt und meistens haben die Männer das Sagen.

    Das stimmt schlicht und ergreifend vorne und hinten nicht und zeigt letzten Endes, dass du wie die anderen auch deine Meinung auf einem "Bauchgefühl" aufbaust, statt auf gelernten Fakten und wissenschaftlich anerkannten Erkenntnissen. Solange es keine Agrarkultur gibt, leben Kulturen meistens in einem Equalismus, also ohne sehr festgelegte Geschlechte Rollen. Während es gegebenenfalls Leute gibt, die Führungspositionen übernehmen, werden diese meistens Situationsbedingt ausgewählt und erfüllen eine konkrete Rolle. Nicht selten sind diese Personen alte Frauen, außer in Situationen die sich um Kriege/Konflikte drehen. Mittlerweile ist man sich recht sicher, dass sich das Patriarchat durch die Agrarkultur und die dadurch erst aufkommende Idee des Grundbesitzes entwickelt hat. Aber selbst damit gibt es absolut Kulturen, die sich Matriarchal entwickelt haben (vor allem in Südostasien und Zentralafrika).


    (Wobei dazu gesagt werden sollte, dass es es nicht unbedingt positiv ist, diese westlichen Definitionen von Patriarchat und Matriarchat auf nicht-europäische Kulturen zu übertragen.)


    Menschen, die Beeinträchtigungen haben wie eine Behinderung, Depressionen, Gendeffekt, Verhaltensstörungen und so weiter..werden immer unsere Hilfe benötigen, aber diese Menschen werden von vielen immer als das schwächste Glied angesehen, weil diese Menschen viel Pflege und Zeit brauchen, aber selber kaum von Nutzen sind.

    Auch das ist eben falsch. Wir haben diverse archäologische und historische Beweise dafür, dass historisch behinderte Personen gut umsorgt worden sind, und häufig gesonderte Rollen innerhalb der Gesellschaft eingenommen haben, entsprechend der Fähigkeiten, die sie eben hatten. Das ging soweit, dass einige Gebiete in Europa im Hochmittelalter sogar zentral dafür gesammelt haben, die behinderten Leute mit zu versorgen.


    Diese krasse Abwertung von Behinderungen kam vor allem durch den Kolonialismus und die Idee von White Supremacy auf.


    Ich würde es gerne mal sehen, wie Kommunismus aussehen könnte in einer Art Pilotphase. Man könnte eine Insel nehmen, Anarchisten ansiedeln um dort den Kommunismus etablieren. Kuba könnte zum Beispiel dann wirklich ein reiner kommunitischer Staat werden. Die sind jetzt schon total auf Distanz zur USA. Aber wie gesagt, Kuba könnte das sein was du möchtest.

    Noch einmal: Der Grund, warum Kommunismus nirgends komplett entwickelt werden kann, ist, dass die USA und westliche Mächte (auch Deutschland) dies gewaltsam verhindern. Teilweise durch Coups (Chile, Afghanistan), durch Kriege (Korea, Vietnam) oder eben durch Handelsembargos (Kuba).


    Statt aber von Anarchie oder Kommunismus zu sprechen wäre es nicht klüger, dass man die Länder erstmal näher zusammenbringt? In Europa zum Beispiel einen übergeordneten europäischen Staat mit einer eigenen Regierung einzuführen?

    Nein, wäre es nicht. Kulturelle Unterschiede und kulturelle Diversität sind eine gute, wünschenswerte Sache. Und je mehr Macht eine einzelne Regierung hat, desto größer ist die Gefahr, dass diese durch Korruption oder Faschismus unterwandert wird und sich gegen das Volk stellt.


    Deshalb gibt es die Polizei ja auch, damit eben nicht in jeder Ecke die Bürgerliche Privatpolizei von 100 Manns gibt, die ihren eigenen ,,Bezirk" verteidigt mit ihren eigenen Gesetzen

    Nein, die Polizei gibt es, weil sie entwickelt wurde, um Sklaven in den USA einzufangen. In Folge von sowohl den gesellschaftlichen Revolutionen, als auch dann der industriellen Revolution, wurde das Konzept verbreitet, um Arbeiter zu unterdrücken und zur Arbeit zu zwingen. Erneut: Das ist die Reale Historie.


    Und ich kann dir garantieren, dass die Polizei oft genug keinen Finger krumm macht, wenn es darum geht, marginalisierte Menschen zu verteidigen. Wir müssen das nachwievor selbst machen.


    Ist es dann nicht besser wenn es Regierungen gibt, die die Medizin nicht aus kapitalistischen Gewissen praktizieren, sondern aus gesundheitlichen Gewissen? Das können Regierungen verändern, dass man nicht mit der Gesundheit Geld verdient, indem man es endlich als Selbstverständlichkeit sieht, dass die medizinische Gesundheit das Allerwichtigste ist. In einer Anarchie könnte dieses Wissen in die falschen Hände gelangen und es könnten auch wieder gefährliche Krankheiten ausbreiten wenn es für uns jetzt selbstverständliche Dinge wie die Impfungen einfach nicht mehr für alle gibt.

    Nein, diese Gefahr ist nicht im Anarchismus da - sondern im aktuellen Kapitalismus. Um genau zu sein passiert das gerade heute in der realen Welt genau so, wie du es beschreibst. Denn im Anarcho-Kommunismus ist es so, dass alles wissen allgemein verfügbar ist und jeder darauf zugriff hat - während in der heutigen Welt es so ist, dass Leute ihre Sachen eben für sich behalten dürfen. So dass eben Firmen Monopole auf Lebenswichtige Medikamente haben, und die Preise endlos in die Höhe treiben können.


    Noch einmal: Anarchismus ist nicht die Abwesenheit von Regeln. Anarchismus ist die Abwesenheit von Hierarchien.


    Es ist aber nunmal so, dass jeder Mensch Wissen angeignet und da es immer schlauere und dümmere Menschen gibt (Unterschiedlicher IQ), wird auch immer verschiedene Ansichten/Verhaltenhaltungen geben. Das ganze Wissen auf der Welt der gesamten Menschheitsgeschichte basierte sich auf die intelligensten Köpfe der Welt. Zu jeder Zeit auf jeder Welt gab es die großen Köpfe. Wissen wurde aufgeschrieben und weitergegeben. Früher gab es noch viel mehr Analphabeten als heute hier in Europa.

    Auch das ist nicht richtig und ist gelinde gesagt ziemlich eugenischer Unsinn, der vor allem auf Ideen aus der Kolonialzeit, dem dritten Reich und der White Supremacy beruht. IQ hat keinen wirklichen Bezug zur Realität. IQ gibt es nicht. Die meisten Menschen haben etwa dieselbe Intelligenz, nur mit unterschiedlichen Ausprägungen in Bereichen. Der IQ Test derweil ist vor allem darauf ausgerichtet auf westliche Ideen von Logik und Mathematik zu testen. Genau das ist auch der Grund, warum mittlerweile die starke Vermutung da ist, dass diejenigen, die auf dem IQ Test hoch abschneiden, alle im neurodivergenten Bereich zu verorten sind, da diese Leute häufiger ein extrem logisches und musterbasiertes Denken aufbringen.


    Und Analphabetismus sagt wenig über die Intelligenz von Leuten aus. Es sagt nur was darüber aus in der Regel, wie gut der Zugang zu Büchern da war. In einer Welt, in der Bücher unbezahlbar waren (wie es vor der Gutenberg Presse halt war), machte es eben keinen Sinn, Lesen zu lernen. Aber die Leute waren deswegen nicht dümmer - sie waren nur ungebildeter.


    Genau das ist auch der Grund, warum Anarchisten sehr stark für Bildungsgerechtigkeit einstehen.


    Island? So viel ich weiß, tragen die Polizisten dort nicht mal Waffen.

    Auch da gab es wenigstens einen Fall wo ein Polizist einen Menschen erschossen hat.