Beiträge von Alaiya

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    Frohe Feiertage an alle, die irgendetwas feiern. Hier ist das Kapitel, in dem es ein wenig Informationen über den guten Doctor Heidenstein gibt. Ich möchte langsam, aber wirklich Thrawn spekulieren hören :P


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    [09.06.2011 – D14 – Ehrlich]


    Der Asphalt war noch immer nass, die Luft jedoch klar. Es war später Nachmittag, zwanzig nach fünf, als Pakhet auf den Parkplatz des Krankenhauses fuhr.

    Sie tat es wirklich. Sie war wirklich hergekommen. Vielleicht hatte Michael Recht. Es war eine Schwäche. Es war nicht ihre Art, nicht ihr Stil. Sie konnte noch immer umkehren.

    Nein.

    Verdammt.

    Sie konnte nicht.

    Die Wahrheit war, dass sie sauer war. Auf Heidenstein. Ohne den improvisierten Heilzauber Murphys wäre Spider gestern gestorben. Deswegen hatten sie einen Heiler im Team, oder? Damit er sich darum kümmerte, nicht Murphy.

    Abgesehen davon war sie persönlich sauer auf ihn. Warum hatte er sich nicht gemeldet? Egal was sie gegenüber Michael sagte, sie betrachtete ihn als Freund und fühlte sich verraten.

    Also stieg sie von ihrem Motorrad ab und marschierte mit langen Schritten auf den Hintereingang des Krankenhauses zu. Er musste irgendwo da sein. In der Straßenklinik oder seiner Wohnung. Vielleicht auch im eigentlichen Krankenhaus. Mr Anderson. „Wir haben auf sie gewartet, Mr Anderson.“ Nein. Es war nicht der richtige Zeitpunkt, für Filmreferenzen.

    Sie drückte die Doppeltür auf und betrat das Gebäude. Wie immer standen da zwei Wachen. Russen. Natürlich.

    Sie sahen sie verdutzt an. Einer hatte die Hand an seiner Waffe. Der andere erkannte sie.

    „Ich suche Heidenstein“, sagte sie, bemüht die Wut nicht in ihrer Stimme mitschwingen zu lassen.

    Der Kerl, der sie erkannte, nickte, legte seinem Kollegen die Hand auf die Schulter. „Er ist unten.“

    Pakhet nickte dankbar. Sie hatte nicht gegen die beiden kämpfen wollen. Ein Teil von ihr hatte erwartet, dass Heidenstein seine Wachen angewiesen hatte, sie nicht reinzulassen.

    Sie fand Heidenstein in seinem Büro. Er hatte keinen Patienten. Umso besser.

    Ohne zu Klopfen kam sie rein. „Doc.“ Es war keine Frage. Eher eine Feststellung.

    Er blickte auf. Im Bruchteil einer Sekunde huschten mehrere Emotionen über sein Gesicht: Überraschung. Verwirrung. Misstrauen. Wut. Unsicherheit. Er stand auf. „Pakhet. Was machst du hier?“ Seine Stimme war unsicher, aber hart. Härter als normal. Er mied ihren direkten Blick.

    „Ich dachte als verantwortungsvolle Teamleiterin schaue ich, wo unser Teammedic abgeblieben ist.“ Unterdrückte Frustration schwang in ihrer Stimme mit. Sie konnte es nicht verhindern.

    „Ich habe doch Bescheid gesagt.“ Er schüttelte den Kopf. „Ich habe einem Freund ausgeholfen.“ Er wollte an ihr vorbei gehen, doch sie streckte die Prothese aus, um die Tür zu blockieren.

    Bildete sie es sich nur ein oder bewegte er sich seltsam? „Doc. Was ist los?“

    Er warf ihr einen kurzen Blick zu. „Nichts. Es haben sich nur ein paar Sachen angesammelt und ich …“ Wieder brach er ab.

    „Gestern wäre Spider fast gestorben, weil du nicht da warst.“

    Seine Kiefermuskeln spannten sich merkbar an. Kurz schloss er die Augen, holte tief Luft. „Es tut mir leid, okay?“ Ein weiteres Kopfschütteln folgte. „Ist er okay?“

    „Ja. Murphy hat sich irgendwie an einem Heilzauber versucht und schlimmstes verhindert. Wir wissen nur nicht, ob wir in zwei Wochen vollständig sind.“

    „In zwei Wochen?“

    „Der große Gig? Das Ding, für das Smith eigentlich das Team wollte?“

    „Oh.“ Heidenstein seufzte. Etwas stimmte definitiv nicht mit ihm. Er schien Schmerzen zu haben. „Vielleicht solltest du mit Smith reden und …“

    „Fuck.“ Der Fluch glitt ihr über die Lippen, ehe sie sich beherrschen konnte. „Doc. Was zur Hölle ist los?“

    „Nichts!“, sagte er – dieses Mal mit Nachdruck.

    „Ja, sicher.“ Sie schenkte ihm einen wütenden Blick.

    Er hob die Hand, um ihren Arm runterzudrücken. Er benutzte nicht viel Kraft und sie hätte es verhindern können, ließ aber den Arm sinken. Er ging an ihr vorbei. Seinem Gang nach zu urteilen musste er irgendeine Verletzung an der Taille haben. Was war passiert?

    „Heidenstein“, sagte sie vorsichtig. „Doc. Red mit mir! Ich mache mir Sorgen, ja?“

    „Es tut mir leid.“ Er drehte sich nicht zu ihr um. Wohin wollte er überhaupt? Wahrscheinlich einfach nur weg.

    Fuck. Plan B. „Anderson?“




    Er hielt inne. Als er sich nach ein oder zwei Sekunden umdrehte, hatte er die Stirn gerunzelt. „Wie hast du mich genannt?“

    „Anderson“, erwiderte sie. Sie war sauer. Sie hatte keine Ahnung, was mit ihm los war. Er verhielt sich wie ein kleines Kind. „Joachim Anderson. Das bist du, oder?“

    Für einen Moment schien er nicht zu wissen, was er sagen sollte. Er machte allerdings keine Anstalten, es zu verleugnen. „Hat dir Smith davon erzählt?“

    „Nein.“ Sie sah ihn düster an.

    „Forrester?“

    „Ich habe es selbst herausgefunden“, erwiderte sie. „Es ist nicht so, als hätte es besonderem detektivischen Verständnis bedurft.“ Sie machte eine weitläufige Geste. „Wer, wenn nicht der Besitzer, würde hier leben? Wer, wenn nicht der Besitzer, würde Equipment stehlen wollen?“

    Noch immer starrte er, schloss dann die Augen. Er wirkte ergeben.

    Halb rechnete sie damit, dass er wütend werden würde, dass er sie anschreien würde, doch nichts dergleichen geschah. Seine Züge entspannten sich. Er wirkte ergeben, schwieg aber.

    Sie ging auf ihn zu. Verdammt, was sollte sie jetzt eigentlich sagen? Sie war nicht gut mit sozialen Dingen. „Doc.“ Er fühlte sich natürlicher an, ihn so zu nennen. „Verdammt noch mal. Was ist los?“

    Er wich einen Schritt zurück, ehe stehen blieb und sich gegen die Wand lehnte. Er überlegte zu. Sein Blick wirkte nicht mehr wütend, nur ratlos.

    Die Stille zog sich. Fünf Sekunden, dann zehn. Schließlich seufzte er.

    „Victor hatte Probleme. Jemand war auf ihn angesetzt, er hatte ein Treffen in der Ukraine, ich bin mitgekommen.“ Noch ein Seufzen. Er musterte sie. „Kurzfassung: Wir sind in einen Hinterhalt geraten, wurden beide angeschossen. Nichts Dramatisches, aber es hat mich ausgeknockt. Und sagen wir es mal so, der Arzt, zu dem man mich gebracht hat, hat die Dinge nicht besser gemacht.“

    „Deswegen bist du noch nicht zurück?“

    Er schürzte die Lippen, wich ihrem Blick aus. Es war nicht alles, doch was auch immer noch war: Er sagte es nicht. „Ja.“

    Pakhet fragte nicht weiter. Sie wollte nicht weiter drängen. „Warum hast du die Wunde nicht geheilt?“

    „Heilt nicht ordentlich“, murmelte er. „Entzündet.“

    „Und damit läufst du hier rum?“

    Er schwieg.

    „Warum warst du nicht in der Zentrale? Da gibt es andere Ärzte.“

    Schweigen. Ein Seufzen. Ein mattes, selbstironisches Lächeln bildete sich auf seinen Lippen. „Stolz?“

    Sie musterte ihn, selbst seufzend. „Lässt du mich danach sehen?“

    Wieder zögerte er, ehe er nickte. „In Ordnung.“ Er machte eine Pause und beobachtete sie dabei. Dann leckte er sich über die Lippen. „Es tut mir leid, Pakhet.“

    Zur Antwort zuckte sie mit den Schultern. „Du bist halt ein verfickter Idiot.“

    Er hob eine Augenbraue. „Ein was?“

    Sie grinste. „Ein verfickter Idiot.“ Damit legte sie eine Hand auf seine Schulter. „Komm. Lass mich nach der Wunde sehen.“



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    Mir? Oder ist das Kapitel gerade aus einer anderen Sicht geschrieben?

    Hö?


    Ich bin verwirrt. Die Geschichte ist doch durchweg in dritter Person geschrieben.


    Ich weiß, dass die Wiederholung des Wortes am Anfang peppig sein soll, aber die Formulierung würde ich noch ändern.

    Hier tagge ich auch kurz Thrawn : Das ist tatsächlich ein Stilmittel. Halt um das Wort hervorzuheben. :)


    Wollte es grade selbst erwähnen. Er muss aussehen wie einer.

    *hüstel* Mag auch dran liegen, dass der Charakter als solcher konzipiert war, ehe die Handlung nach Südafrika verlegt wurde.


    Interessantes Konzept. Der ölige Körper könnte ein bisschen an Mononoke Hime erinnern und hat generell etwas spokyes.

    Deine Erfindung, oder eine Anspielung, auf einen echten Kryptiden?

    Schwarzes Öl... da fällt mir auch wieder eine Monsterhunter Anspielung ein, aber die verkneife ich mir mal.

    Hihi, was es damit auf sich hat ist tatsächlich gewisserweise ein Foreshadowing von etwas, das weit, weit, weiiiiiiiit später in der Geschichte wichtig wird. :P

    Das Monster selbst ist aus einer Xhosa Legende genommen, aber was mit seinem Körper passiert ... Nun, das wäre ein Spoiler.


    Crash scheint wirklich ganz in Ordnung sein - er ist nicht blöd, versteht was vom Kämpfen (auch, was stärkere magische Gegner betrifft) und wirkt auch teamfähig, jedenfalls scheint er im Kampf ganz gut mit Pakhet zu harmonieren, soweit es erforderlich ist und lässt niemanden im Stich.

    Ja, Crash ist schon ein guter. :P Er ist auch einer unserer (also Yasha Wolf Seki und meiner) Lieblingscharaktere in dieser Geschichte. Das hat schon seinen Grund. :3


    Mit Heidenstein scheint sich nun ja eher ein Konflikt anzubahnen - er meldet sich nicht so oft und sein Fehlen bei der Mission hat sich als durchaus problematisch erwiesen, auch wenn man jetzt darüber streiten kann, ob es wirklich "seine Schuld" gewesen ist.

    Pakhet mag es gerade ihm die Schuld geben zu können. Und ja, sie ist sauer.


    Ist vielleicht meine allzu behütete Erziehung und es ist auch nur ein kleines Detail, aber "verfickter" schien mir an der Stelle irgendwie ein wenig "heftig". Weiß nicht, ich hatte das Gefühl, etwas Harmloseres wie "blöder" wäre angebracht. Aber keine Ahnung. Pakhet ist ja Amerikanerin (wenn ich mich recht erinnere), und vielleicht verwenden die ihr Äquivalent zu "verfickt" inflationärer, sodass es an Ausdruckskraft ein mehr verloren hat. Ist aber auch nur mein persönlicher Eindruck jetzt.

    Im Englischen ist es "Fucking Idiot". Und wer mal mit jemanden aus den US gesprochen hat, weiß, dass dort das Wort "fucking" Inflationär verwendet wird. Es ist ein Fluch. Eine Steigerungsform. Ein universal verwendbares Wort. Es ist wundersam. Pakhet liebt dieses Wort. :P Sie verwendet es mindestens zwanzig Mal am Tag. Und das ist dann ein guter Tag. An schlechten Tagen ... xD" An anderen Stellen haben wir es durch deutsche Worte ersetzt, aber es war in diesem Kontext uns einfach wichtig, das wirklich äquivalente Wort zu verwenden. :P


    Ich vermute jedenfalls, dass es so oder so für Heidenstein ein Donnerwetter geben wird.

    Hehehe. Einfach das nächste Kapitel abwarten. Ab dem darf übrigens auch gewettet werden, warum er sich so lange nicht gemeldet hat und auf einmal die kalte Schulter hergezeigt hat.


    Das letzte Kapitel war natürlich sehr actionreich, wobei das Ende sich nicht wirklich wie ein Sieg anfühlt (ist natürlich nicht negativ gemeint). Einerseits ist Spider natürlich stark verletzt worden und ich kann jetzt nicht sagen, ob er überlebt. Ich würd's ihm wünschen, aber ... Na ja, ich bin gerade besorgt, weil er und sein Bruder nicht so viel Präsenz hatten und ich mir jetzt nicht sicher bin, ob es vielleicht daran liegt, dass sie ohnehin nicht lange dabei sein werden.

    Ja, genau das ist halt das Problem an solchen kämpfen. Oftmals fühlt sich das Ende dann so an. Hier natürlich durchaus beabsichtigt. Das ist auch der Grund, warum Pakhet keine Monsterjagden mag.

    Davon ab wollte ich nochmal die Darstellung der Actionszenen hervorheben. Die sind durchgehend spannend geschrieben, ohne dabei unübersichtlich oder verwirrend zu werden.

    Danke :3


    Außerdem war er ein Elefant. :(

    Jap. Ich wollte nur einmal einen Elefantenwandler aus der Legende reinbringen ... <3


    Ähm, ja. Das wäre fürs Erste alles, glaube ich ... Glückwunsch zur abgegebenen Masterarbeit noch und so.

    Danke dir :3

    Aber wie sonst soll man eine Krankheit oder Behinderung beschreiben, wenn nicht sachlich? Körperliche Erkrankungen werden ja auch nicht beschönigt, sondern anhand ihres Krankheitsbildes dargestellt.

    Dem stimme ich so auch zu. Wir kommen im Umgang mit psychischen Erkrankungen und Neurodiversität nur weiter, wenn wir es genau so behandeln. Was zum einen heißt, es genau so fachlich, anstatt irgendwie esotherisch anzusehen, zum anderen aber auch, allgemein über den Umgang mit diesen Dingen nachzudenken.


    Du musst darüber nachdenken, wie diese 0-50 Punkte überhaupt zusammenkommen. Je nach Testform kann man sagen: Wenn derjenige keine oder nur wenige der Aufgaben versteht, wie sollen die entstanden sein? Da könnten einige der zustandekommenden Punkte genausogut Zufallstreffer gewesen sein. Deswegen rechnet man ja eine Abweichung von +/- 10 (oder 15?) mit ein. Bei einem IQ von 20, nun ja...

    Der IQ kann sogar noch weiter variieren je nach Kind und Umständen. Bspw. meine eigenen IQ-Tests. Ich habe ganze 6 psychologisch betreute IQ Tests in meinem Leben machen dürfen, weil mein IQ immer so ein Streitpunkt bezüglich Unterhalt zwischen meinen Eltern war. Die Ergebnisse variierten zwischen 129 und 152. Und dabei ist das noch gering. Ein Bekannter von mir variierte nach Tagesform zwischen 80 und über 150 (aka immer in Richtung Maximum-Ergebnis des Tests). Abhängig halt davon, ob er sich konzentrieren konnte oder nicht.


    Was effektiv am Ende nur zeigt, wie wenig diese Tests aussagen.


    Und wie schon gesagt: Auch bei der "geistigen Behinderung". Es gibt praktisch niemanden, der einfach so einen so geringen IQ hat. Normalerweise geht das mit genetischen Störungen einher, mit Entwicklungsstörungen im Mutterleib oder ist die Folge einer Krankheit oder Verletzung. Es ist nichts, was "einfach so" vorkommt. Und fast immer ist der geringe IQ dann nur ein Teil der Symptome.

    LRS ist eine Lernstörung, keine Behinderung, für alle, die es genauer wissen wollen. Das Thema ist für mich jetzt beendet.

    Noch einmal: Die ICD ist der internationale Schlüssel. Eine Definition, die international von einer Vielzahl von Ärzten und Psychologen beschlossen wird. ICD-10 ist der aktuelle Stand der medizinischen Diagnose und ICD-10 gibt die Definition des Begriffs "Lernbehinderung", bzw. die Krankheitsbilder, die in diese Fallen. Und ICD-10, erneut: International beschlossener Standard, der über viele Jahre hinweg beschlossen wurde, definiert Legasthenie als eine Lernbehinderung, während sie IQ-Einschränkungen nicht in Verbindung mit Lernbehinderung bringen. Und ja: ICD ist der Standard, kein Schutzbund für Kinder mit LSR. Zumal es recht deutlich ist, das deren Webseite eine andere Definition von "Krankheit" hat, das die medizinische Definition ist.


    Legasthenie wird übrigens auch in ICD-11, das zu Teilen schon fertig ist, eine Krankheit sein, auch wenn es so aussieht, als würde ICD-11 den Begriff "Lernbehinderung" ganz abschaffen und die bisherige Kategorie in "Lernentwicklungsstörungen" und "Symbolerkennungsstörungen" aufteilen. Erstere bezogen auf Kinder, die sich mit etwaigen Lernbereichen schwer tun, zweitere für Erwachsene, die nach einem Unfall oder in Folge einer Krankheit Schwierigkeiten zu Schreiben, Lesen, Rechnen oder die dazugehörigen Symbole korrekt zuzuordnen, entwickeln.

    Wobei ICD-11 noch nicht feststeht und die aktuelle Version nur eine "Vorversion" ist, die noch kein festgesetzter Standard ist.

    LRS ist etwas anders. Mein bester Freund ist auf dem Gymnasium, er hat LRS. Es ist keine Inklussionsschule, er gehrt zu den besten in der Klasse, er hat allerdings teilweise Probleme mit dem Schreiben von Wötern. Es gibt Unterschiede, bitte erkundige dich richtig.

    Kronprinzessin Viktoria hat auch LRS und ist nicht Lernbehindert.

    Ich habe auch Rechtschreibschwäche - und es ist dennoch eine Lernbehinderung. Du verstehst einfach nicht, was Lernbehinderung bedeutet. Lernbehinderte Kinder gehen meistens auf Regelschulen. Viele Leute mit Legasthenie schaffen ein Studium, es gibt promovierte Menschen mit Legasthenie. Es gibt Autoren und Journalisten mit Legasthenie. Aber es ist dennoch eine Lernbehinderung, da es die Leute - wortwörtlich - beim Lernen behindert, dass sie schwierigkeiten haben zu lesen. Das führt sogar der Link aus, den du gibst: Legasthenie führt unter anderem zu Problemen beim Auswendiglernen.


    Du zeigst hier einfach, dass du dich nicht wirklich wissenschaftlich informiert hast. Du gibst nur wieder, was du von anderen Leuten aufgeschnappt hast, anstatt zu recherchieren und selbst, wenn du eher pro Inklusion sein willst, bist du teilweise enorm ableistisch - speziell gegenüber Leuten, die nicht deine Behinderungen teilen.

    Das ist auch richtig so, denn eine Leserechtschreibschwäche oder Rechenschwäche nicht gleich eine Lernbehinderung ist, da gibt es nochmals Unterschiede.

    Die Kinder haben in jedem Fach Probleme mit dem lernen, nicht nur in Deutsch und Mathe.

    Menschen die unter LRS oder Dyskalkulie leiden, sind nicht unbedingt lernbehindert, sie haben nur Probleme mit dem Schreiben oder Rechnen, aber nicht durch eine Intelligenzminderung, sondern da sie bei LRS nicht hören, das Hund mit D geschrieben wird und nicht mit T als Beispiel.

    Lernbehinderung ist ein definierter Begriff. Wie beinahe alle gesundheitlichen Begriffe ist er in der ICD (aktuell ICD-10) definiert. Der "Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme". Und diese definiert unter ICD-10 F81 als Lernbehinderung:

    • Lese-Rechtschreib-Schwäche
    • isolierte Rechtschreibschwäche
    • Rechenstörung
    • Kombinierte Störung schulischer Fertigkeiten
    • Sonstige Entwicklungsstörungen schulischer Fertigkeiten
    • Entwicklungsstörung schulischer Fertigkeiten, nicht näher bezeichnet

    Vgl. auch die offizielle ICD10 Liste.


    Ich habe mich erkundigt und es ist vollkommen in Ordnung.

    Und weil dir das eine Person gesagt hat, muss das natürlich so sein, ne?~.~


    Noch einmal: Es ist kein wirklich medizinischer Begriff und dass es ein medizinischer Begriff war, ist Jahre her. Um jetzt nicht hervorzuheben, dass es aus der Zeit VOR dem zweiten Weltkrieg stammt. Also effektiv das, was Bastet sagt. Nur noch schlimmer. Denn es ist nicht der Stand der 70er, sondern eher der 20er.

    Lernbehinderung werden aber über einen IQ gemessen, anders kann sie nicht festgestellt werden.

    Das ist falsch. Tatsächlich wird ein geringerer IQ-Wert nur in wenigen Ländern (ja, unter anderem Deutschland) als Lernbehinderung anerkannt. In den meisten Fällen gelten Leseschwäche, Rechtschreibschwäche, Lese-Rechtschreibschwäche und Rechenschwäche als Lernbehinderung, sowie ein paar gesonderte Störungen, die dazu führen, dass die betroffenen Probleme haben, dem Schulstoff in bestimmten Formen (oder allgemein) zu folgen.


    IQ ist nun einmal ein Wert, der mittlerweile ziemlich angezweifelt wird. IQ ist nicht wirklich wissenschaftlich. Zur Hölle, einer der am weitesten verbreiteten IQ Test ist auf einem verflixten Einschulungstest aufgebaut.


    Und ja, es wird dennoch als Nährwert für geistige Behinderungen hergenommen - nur auch unter Beachtung dessen, dass geistige Behinderungen normal mit anderen Krankheiten einher geht, die auch andere Symptome hat.


    Ach ja, und "seelische Behinderung" ist ein Wort, das schon lange nicht mehr verwendet wird. Ja, auch wenn Psyche sich leicht mit Seele übersetzen lässt, wenn psychische Behinderung oder - noch besser - Neurodiversität, der aktuelle Begriff.

    Hallo Shiralya ,


    Da hier schon länger keine Kommentare mehr geschrieben wurden, dachte ich, ich bin so frei und schaue mir die letzten paar Kurzgeschichten hier an.


    Zugegebenermaßen fällt es mir sehr schwer, die beiden Geschichten aus dem "goldenen Update" zu kommentieren, da mir halt ein wenig der Kontext fehlt und ich generell nicht besonders gut darin bin solche eher poetischen Texte zu bewerten. Ich bin und bleibe halt doch eher der Prosa-Mensch. :saint: Dennoch fand ich Goldenes Weiß sehr schön geschrieben, rein von der Wortmelodie her und allem, selbst wenn ich teilweise Probleme hatte mir vorzustellen, was da überhaupt passierte, da ich doch sehr einige Anhaltspunkte handelt, was da passiert. Magische Vögel mit Kristallen? Waren die eine Metapher für Sterne? Haha. Ich bin wirklich nicht dazu zu gebrauchen, so etwas zu interpretieren, fürchte ich. :biggrin: Da komme ich mir doch ein wenig dumm vor.


    Daher habe ich mir dann aber noch Shine vorgenommen. Ich gebe offen zu, dass ich etwas verwirrt war über einige Dinge, bis ich Vor- und Nachwort gelesen habe. Denn ein wenig kam es mir seltsam vor, wie wenig die Charaktere beschrieben wurden, so dass ich halt wenig vor Augen hatte, wie jemand aussieht. Betrachtet man es aber als Drabble-Sammlung beginnt es, Sinn zu machen. (zgm. muss ich dennoch sagen, dass es mir besser gefallen hätte, hätte es mehr Beschreibungen gegeben. Aber ich bin ja eh ein großer Fan von Beschreibungen, daher ...) Ich fand es auf jeden Fall sehr schön sehr viele diverse Charaktere zu sehen, also auch PoC. Gerade da man es eben im BB sonst sehr selten sieht. Daher war ich dahingehend sehr positiv überrascht! :)


    Ansonsten: Inhaltlich konnte ich gerade sehr wenig sagen, weil ich das Gefühl hatte, dass mir ein wenig der Hintergrund fehlt.


    Ich hatte aber noch vier Stellen rausgesucht, zu denen mir irgendwas aufgefallen war.


    Irgendwo musste gerade der Mond aufgehen; ich spürte ihn, auch wenn ich ihn nicht sah.

    Hier denke ich mir ohne Kontext: Okay, warum kann sie das spüren? Das kam mir irgendwie komisch vor. Ich habe schon mit Werwölfen gerechnet deswegen ;P


    „Darf ich bitten?“, hörte ich eine tiefe Stimme und sah Sven vor mir stehen

    Die Stelle ist mir aufgefallen, weil in einem Satz gleich zwei Mal Filter genutzt werden. Und ich bleibe dabei, dass ich Filterworte unschön finde. Gerade das "sah Sven vor mir stehen" fand ich ... Steht er vor ihr oder sieht sie ihn nur?

    Was ich an der Stelle schöner gefunden hätte, wäre eine Beschreibung ihrer Reaktion darauf, dass er da ist. Wie fühlt sie sich etc.


    Also sicher, wahrscheinlich wieder durch die Drabble Struktur bedingt, aber die Stelle ist mir wirklich unangenehm aufgefallen ^^"


    „Komm, wir sagen den anderen, dass es losgeht“, wandte sie sich dann an meine Schwester und verschwand.

    Hier ist das "wandte" wieder ein Fall von etwas, das ich gestern in einem anderen Kommentar angesprochen hatte. "zuwenden" ist ein unschönes Wort für eine Inquit-Formel. Zumal es hier auch im Rahmen von Drabble Struktur wenig Sinn in meinen Augen macht, da du durch das Umstellen von Inquit-Formel auf Hauptsatz keinen Unterschied an Worten hättest. :confused:


    Viel mehr fällt mir an der Stelle allerdings auch nicht ein.


    Prinzipiell finde ich aber diese Idee "Geschichten aus Drabbles" immer wieder cool!:thumbup:

    Hallo Silvers ,


    Wie du vielleicht schon in anderen Threads gesehen hast, versuche ich aktuell meine Zeit nach abgeschlossener Masterarbeit zu nutzen, um ein wenig Feedback zu verteilen auf die hier hochgeladenen Stories, die Originale oder zu Fandoms, die ich gerne lese, sind. I


    Deine Geschichte ist die letzte von 2019 (bei den älteren bin ich mir noch nicht sicher, ob es sich überhaupt lohnt, zu kommentieren?).


    Ich habe soweit den Prolog und das erste Kapitel gelesen.


    Soweit muss ich sagen: Du beschreibst wirklich ziemlich gut, hast größtenteils kaum Fehler im Text und alles in allem lässt es sich recht gut lesen! Dahingehend definitiv top! :)


    Ein paar Fehler habe ich aber doch gefunden, sowie generell ein paar Dinge, die ich dir vielleicht ans Herz legen würde.


    Ich bin gerade auch nicht sicher. Bisher habe ich so etwas immer aufgelistet, aber eventuell lässt sich ein Teil doch besser, am Text erklären? Ich weiß es nicht. Ich denke, ich mach dennoch meine Liste, einfach um eine Übersicht zu haben.

    • Wurmsätze. Du neigst dazu sehr lange Sätze zu machen. Das ist mit vor allem im Prolog aufgefallen, der ja eine sehr actionlastige Szene darstellt. Dabei nehmen jedoch lange Sätze Tempo heraus, so dass von der sprachlichen Seite aus die Dringlichkeit der Flucht etwas verloren geht. Das ist generell ein Tipp, den ich geben kann: Sätze etwas einkürzen. Informationen auf mehrere Sätze verteilen. Das ermöglicht ein schnelleres Lesetempo und macht das Lesen damit angenehmer. :)
    • Absätze. Mein ewiges Steckenpferd, kommt es mir vor. Ich bin dahingehend zugegebenermaßen ein wenig verwirrt: Ab und zu machst du es auf die eine, ab und zu auf eine andere Art. Prinzipiell: Versuche immer, wenn ein handelnder/sprechender Charakter wechselt, auch einen Zeilenumbruch zu machen. (Siehe dazu den Guide, den ich geschrieben habe.)
    • Vorzeitigkeit. Du bleibst dauerhaft im Präteritum, auch an Stellen, die das Plusquamperfekt erfordern würden.
    • Ab und an machst du vor einer Inquit-Formel im Dialog einen Punkt. An anderen Stellen nicht. Das hat mich etwas verwirrt. Der Punkt gehört natürlich weg.
    • Um beim Thema Inquit-Formeln zu bleiben: Du versuchst diese oft durchzuwechseln (nicht verwunderlich, da es einem in der Schule oft eingebläut wird). An sich etwas, wo ich im Deutschen sage, kann man so oder so machen. Ab und an nutzt du dann aber Sätze als Inquit-Formeln, die so nicht gehen, da du als Inquit-Verb etwas nutzt, das mit "reden" nichts zu tun hat. Unten habe ich auch ein Beispiel dabei. Ansonsten hatte ich auch dazu was in einem Artikel zu Dialogen geschrieben.
    • Zwei Sachen zum selben Effekt: Du nutzt "schien" sehr oft (etwas, das ich absolut nachvollziehen kann, ich liebe das Wort, aber jeder Lektor, mit dem ich bisher zu tun hatte, hasst es). Ein Verb, das Unsicherheit in eine Aussage bringt, die du an ein paar Stellen glaube ich nicht vermitteln willst. Effektiv sagst du damit ja "etwas ist nicht so, es scheint nur so" oder zumindest kann es beim Leser so ankommen. Zum anderen habe ich auch sehr viele Filterworte gesehen, die einen ähnlichen Effekt haben. Wenn ein Charakter etwas hört, heißt es nicht, dass es diesen Laut auch gibt. Vereinfacht gesagt. So etwas kann natürlich genutzt werden, um Surrealität zu schaffen, aber im Verlagswesen (jedenfalls bzgl. Unterhaltungsliteratur) habe ich es bisher nur verschrien gesehen.
    • An ein paar Stellen ist mir aufgefallen, dass du versuchst Wiederholungen zu meiden, dadurch aber sehr künstliche, sehr unnatürliche Formulierungen nutzt, die den Leser oft mehr rausreißen, als es die Wiederholung tun würde.


    Ich möchte aber noch mal anmerken, dass es größtenteils bei dir wirklich meinerseits schon Jammern auf hohem Niveau ist und gerade die stilistischen Sachen eher ist "nitty gritty" gehen. Wenn man nur zu viel Zeit mit Lektoren verbringt - auch in seiner Freizeit - fällt es schwer, gewisse Dinge auszublenden. :P


    An der Stelle dann vielleicht direkt weiter mit den entsprechenden Textstellen:




    Joa. Das liest sich jetzt nach einer Menge, aber wie gesagt, das meiste waren ähnliche Dinge. Und alles in allem hast du schon einen sehr schönen Stil. Wie gesagt, es ließ sich eigentlich ziemlich gut lesen :)


    Insofern ... Beende ich an dieser Stelle mal den Kommentar und hoffe, dass ich vielleicht irgendwie helfen konnte und so.


    Ich muss natürlich auch sagen: Sorry, dass das jetzt so meckerig klingt. Denn alles in allem gibt es eigentlich gar nicht so viel auszusetzen - aber man schreibt an Kritik halt länger, als an Lob. :P


    Möchte dennoch betonen, dass es mir eigentlich sehr gut gefallen hat.

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    Es tut mir leid, dass ihr solange habt auf die neuen Kapitel warten müssen - leider habe ich wegen meiner Masterarbeit einfach keine Zeit gehabt, ordentlich einmal etwas zu posten. :( Tut mir leid. Aber nun ist die Masterarbeit erst mal abgegeben und kann mich soweit mal. Und ihr bekommt ein neues Kapitel oder eher sogar zwei. Eins davon ist das längste vom ersten Abschnitt der Geschichte! Und hat Action. Also was will man mehr.


    Gestern habe ich übrigens auf meiner Webseite eine Sidestory zu Mosaik hochgeladen: Schwarze Tage. Wobei ich eventuell empfehlen würde, es erst nach dem Kapitel der nächsten Woche zu lesen.


    Ansonsten: Ich würde mich wirklich freuen, mal wieder Feedback zu erhalten. Sunaki   Thrawn So bin ich aktuell ganz traurig :(

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    [08.06.2011 - M04 - Monsterjagd]


    Eins musste man Spider lassen: Er konnte Auto fahren. Zusammen mit Mik saß er vorne im Transporter. Weil sie auch unbedingt hatten den Transporter nehmen müssen! Wenn es nach ihr gegangen wäre, hätten sie ab Durban einen geliehen. Stattdessen hatten sie den Transporter mit einem Transportflieger transportiert. Großartig.

    Derweil saß sie neben Murphy und vor Crash auf der mittleren Rückbank. Sie hatte die Arme verschränkt. Noch immer mochte sie die Aussicht nicht. Es waren mindestens zwei Stunden unebene Savannenstraße, bis sie das Reservoir erreichten.

    Die Sonne näherte sich orange glühend dem Horizont, hatte ihn aber noch nicht erreicht. Sie würden im Dunkeln kämpfen. Sie konnte sie durch das Frontfenster sehen. Neben den Sitzbänken, die sie einst mit Heidenstein installiert hatte, gab es keine Fenster. Es war ein Transporter, kein Kleinbus.

    „Ach komm schon, Pakhet“, kam es wieder einmal von Murphy, der neben ihr vom Handy aufsah. „Mal etwas fröhlicher. Es ist echt ein Wunder, dass du noch keine Falten hast, weißt du?“

    Ein Brummen von Crash, ein Brummen von ihr.

    Murphy verdrehte die Augen. „Es gibt auch Worte, ihr beiden. WOR-TE.“ Er betonte das Wort, als wären sie schwer von Begriff. „Die kann man benutzen. Um zu kommunizieren.“

    Wieder ein synchrones Brummen.

    Genervt stöhnte Murphy auf. „Ihr ahnt ja gar nicht wie anstrengend ihr seid!“

    „Und du nicht, hmm?“ Crashs Pranke griff nach vorne und wuschelte durch Murphys Haar.

    Wieder trug der Junge seine jugendlich wirkende Gestalt mit den schwarzen Haaren. War es sein eigentliches Aussehen? Pakhet glaubte nicht, da die Gestalt sie zu sehr an bestimmte Filmdarsteller erinnerte.

    „Hey!“ Murphy duckte sich, um der Hand des Hühnen zu entkommen. Wieder seufzte er.

    „Jetzt wirkst du missmutig“, merkte Pakhet an.

    „Wir könnten ja ein Spiel spielen“, schlug Spider vor. Scherzte er?

    „Was?“ Murphy hob eine Augenbraue und stellte sicher, dass Spider ihn im Rückspiegel sah. „Ich sehe was, was du nicht siehst?“

    Spider drehte sich zu ihm um. Er grinste. „Zum Beispiel.“

    „Augen auf die Straße, du Idiot“, grummelte Pakhet.

    „Schon gut, schon gut“, meinte der junge Söldner und drehte sich wieder um.

    Ihre Umgebung war größtenteils verwildert. Sie waren hier nicht in Kenia oder Äthiopien, die Länder, an die Amerikaner oder Europäer meistens dachten, wenn man „Savanne“ sagte. Trotzdem war es Savanne, inklusive der dazugehörigen wilden Tiere. Viele von ihnen hielten sich nicht von Straßen fern. Einige von ihnen waren groß genug, um unangenehm für den Transporter zu werden.

    Sie waren auf dem Weg zum Reservoir, da die Xhosa dort ein „großes Ungeheuer“ gesehen hatten. Was alles, aber auch gar nichts heißen konnte. Sie zahlten nicht gut, doch aus irgendwelchen Gründen war Smith bereit dazuzugeben. Vielleicht stammte er von den Xhosa ab.

    „Warum machst du eigentlich ein Gesicht wie drei Tage Regenwetter?“, fragte Murphy.

    „Weil wir im Dunkeln kämpfen werden“, antwortete sie. „Und weil ich es nicht mag 'Monster' zu jagen.“

    Murphy legte den Kopf schief. So erinnerte er auch in menschlicher Gestalt an eine Dohle. „Wieso?“

    Pakhet seufzte und musterte ihn. War der Junge ahnungslos oder nahm er das Ganze bloß nicht ernst? Nahm der Junge je etwas ernst? „Weil Monster ein sehr weitläufiger Sammelbegriff ist. Die Hälfte der Monster, die ich getötet habe, waren wild gewordene Gestaltwandler oder Fae.“ Sie schüttelte den Kopf. „Sicher, da sind Monster. Dämonen. Elementare. Sicher unter den Fae  …“ Noch einmal schüttelte sie den Kopf auf der Suche nach dem richtigen Wort. Sie seufzte. „Vieles verdient es nicht, wie ein Tier gejagt zu werden. Das ist alles, was ich sagen will.“

    Murphy beobachtete sie. Er schien nicht sicher, ob er verstand. „Okay“, meinte er schließlich.

    Crash brummte schwer. Vielleicht verstand er sie zu gut.



    .


    [08.06.2011 – T03 – Nachtgewitter]


    Was auch immer sie erwartete, war magisch. Das wurde Pakhet spätestens klar, als sie in der Ferne Blitze zucken sah. Fuck. Sie war sich nicht sicher, ob diese Truppe mit etwas stärkerem, magischen klarkam. Sie und Crash zu zweit? Vielleicht. Die ganze Gruppe aber …

    Eigentlich war verabredet, dass sie erst zum Xhosa Dorf fahren sollten, sie sollten recherchieren. Pakhet wollte wissen, womit sie es zu tun hatte, ehe sie sich in einen Kampf stürzte, doch ein gellendes Kreischen verriet ihr, dass ihr der Luxus nicht bleiben würde.

    Die Blitze kamen näher.

    „Halt den Wagen an, Spider“, meinte sie.

    Ihr Blick galt Crash, der murrte, nickte, seinen Köcher Speere nahm.

    „Was ist das?“, fragte Mik und drehte sich zu ihr herum.

    „Etwas Magisches“, antwortete sie. Jetzt wünschte sie, Heidenstein wäre bei ihnen. Magische Gegner konnten zu allermindest sehr, sehr weh tun. Mit einem Heiler dabei würde sie sich sicherer fühlen. Aber den Luxus würden sie nicht haben.

    Der Wagen kam zum Stehen. „Was machen wir jetzt?“, fragte Spider.

    „Aussteigen und Kämpfen.“ Konnte sie die anderen nicht einfach hierlassen? Es wäre sicherer. Es wäre deutlich sicherer.

    Doch es war ein Luxus, den sie nicht hatte. Ein Luxus, den sie sich nicht erlauben konnte. Die anderen brauchten Training. Fuck. Das schlimmste an magischen Gegnern war: Kugeln funktionierten nicht immer. Schon gar keine normalen Kugeln. Doch es war schwer zu ahnen, was für Munition man selbst benutzen konnte. Silber war immer eine gute Idee, eignete sich aber bei weitem nicht so gut, wie Filme es einem weiß machen wollten.

    Fuck. Sie beugte sich vor, öffnete die Seitentür des Vans. Sie stieg aus, streckte ihre Beine.

    Das Unwetter war noch gute ein, zwei Kilometer von ihnen entfernt. Damit hoffentlich auch das Monster. Wenn es überhaupt das „Monster“ war, das sie suchten. Die Savanne war weit. Es war nicht gänzlich selten, dass hier etwas Magisches rumlief. Gegenden, in denen Menschen nur rar verteilt lebten, hatten das immer an sich. Fae konnten leichter übertreten, fanden ihren Weg her.

    Das wäre doch etwas. Gleich zwei Monsterkämpfe in einer Nacht.

    Sicher nicht.

    Nervös überprüfte sie ihre Magazine. Hoffentlich war das, was auch immer es war nicht zu groß. Hoffentlich kamen sie damit klar. Hoffentlich …

    Sie war übertrieben nervös. Sie vertraute den anderen einfach nicht genug. Sie waren ihre Verantwortung und sie wollte nicht für ihren Tod verantwortlich sein.

    „Was machen wir?“, fragte Crash leise, doch mit seiner tiefen, brummenden Stimme und sah sie an.

    Offenbar dachte er dasselbe wie sie. Würden sie jetzt zu zweit losrennen, kämen die anderen nicht hinterher. Bis vielleicht auf Murphy.

    Dieser sprang nun neben ihnen aus dem Wagen. „Soll ich vielleicht mal hinfliegen und nachsehen?“

    „Nein, du bleibst hier“, erwiderte sie. „Ich glaube nicht, dass Krähen besonders blitzresistent sind.“

    „Aber …“

    „Wir laufen.“

    Im Dunkeln war es schwer zu sehen, was genau vor sich ging. Wer nur in Großstädten oder generell dicht besiedelten Gegenden unterwegs war, kannte eine solche Dunkelheit nicht. Dort war die Nacht immer vom restlichen Licht der Städte, Straßenlaternen, Autos, Häuser und Fabriken durchsetzt. Hier draußen jedoch war die Finsternis beinahe undurchdringlich. Wäre es nicht für ihr magisches Auge gewesen, hätte sie noch weniger gesehen.

    Einzig die Sterne spendeten etwas Licht. Sie erlaubten es auch, dass die Gewitterfront aus dunklen Wolken deutlich zu erkennen war. Sie bewegte sich auf sie zu.

    Nicht gut.

    Die Wolken rotierten. Es hätte sie nicht gewundert, hätten sich Tornados gebildet.

    Crash brummte. „Schlechte Magie.“

    Sie stimmte ihm zu. Was auch immer es war: Sie ging jede Wette ein, dass es korrumpiert war.

    Ach, sie hasste einfach Monsterjagden.

    „Warum fahren wir nicht näher?“, fragte Mik und kletterte vom Beifahrersitz.

    „Weil ich nicht in einer Metallboxe sitzen will, wenn wir auf was auch immer treffen“, antwortete sie. „Jetzt kommt.“

    Sie setzte sich selbst in Bewegung, froh um ihre Springerstiefel, die hoch und fest genug waren, um ihr einen deutlichen Vorteil zu geben, sollte sich eine Giftspinne, ein Skorpion oder eine Schlange mit ihren Füßen anlegen wollen.

    Noch rannte sie nicht. Ja, was auch immer es war, kam auf sie zu. Also war es an ihnen vorsichtig zu agieren.

    Immer wieder schloss sie ihr rechtes Auge, um sich auf die magische Sicht, die sie im linken hatte, zu konzentrieren. Etwas bewegte sich in der Ferne. Etwas Großes. Sie schätzte die Körperhöhe auf vier oder fünf Meter, auch wenn es auf die Entfernung schwer zu sagen war. Was es auch immer war, es war schnell.

    „Großer?“, meinte sie.

    Er brummte bestätigend. Eine seltsame Wärme umgab seinen Körper, als er zu wachsen begann. Sein Körper verformte sich, sein Kopf wuchs in die Länge, sein Haar wurde glatter, sein Oberkörper behaarter. Seine Beine wurden kürzer, endeten nun in Hufen. Er hatte seine Hybridform angenommen.

    Pakhet starrte für ein paar Sekunden. Sie hatte dergleichen bei Wölfen schon häufiger gesehen. Auch Katzenwandler hatte sie zwei Mal dabei beobachten können, nie aber bei einem Büffel.

    Zwei Hörner wuchsen aus seinem Kopf. Sein Aussehen erinnerte an einen Minotaurus.

    Als er ihren Blick bemerkte, erwiderte er ihn.

    Sie lächelte. „Beeindruckend“, kommentierte sie.

    Er schnaufte amüsiert und nahm einen Speer. Seine bevorzugte Waffe.

    Pakhet musterte die Pistole in ihrer Hand und seufzte. Wie viel würde es wohl gegen dieses Monster bringen?

    Ein ohrenbetäubendes Jaulen hallte über die Savanne. Nein. Kein Jaulen. Ein Tröten.

    „Elefant“, murmelte sie. Noch einmal betrachtete sie ihre Pistole, wandte sich dann an Crash. „Du hast nicht zufälligerweise einen Ersatzspeer für mich?“

    Ein Lächeln formte sich auf den dünnen Büffellippen, ehe er in seinen Köcher griff und ihr einen Speer gab.

    „Danke.“ Sie wog die Waffe in der Hand. Keine Idealwaffe für sie, da sie beide Hände erforderte und ihre Prothese nicht das nötige Feingefühl hatte. Ihre Pistole würde dem Ungeheuer, das da auf sie zukam wahrscheinlich keinen Schaden machen können.

    Spider stolperte aus dem Wagen und stellte sich hinter sie. „Was machen wir jetzt?“

    „Was wohl?“, kommentierte Murphy. „Kämpfen halt.“

    Pakhet verkniff sich ein weiteres Seufzen. „Was der Rabe sagt“, murrte sie und griff den Speer fester.

    Dann war das Biest endlich nahe genug, als dass sie es erkennen konnte. Es war wirklich ein Elefant. Nun, es war einmal ein Elefant gewesen. Die Haut des Biests wirkte schwarz, feucht, wie von Öl übergossen. Es sah aus, als wäre ein Elefant nach einer Ölkatastrophe im Meer schwimmen gegangen. Nur dass der Elefant gute vier Meter groß war.

    Selbst ohne das Öl wäre deutlich gewesen, dass das Biest kein normaler Elefant war. Es war dafür zu groß, selbst für einen afrikanischen Elefanten. Fuck. Und normale afrikanische Elefanten waren, wenn sie auf einen zurasten verdammt furchteinflößend.

    „Fuck“, flüsterte sie, wechselte einen letzten Blick mit Crash und stürmte los.

    Ein inneres, kaltes Feuer glomm aus den Augen der Bestie. Was war es? Ein Geist? Eine Verkörperung des Geistes eines Rudels? Ein Elefantenwandler? Oder ein niederer Gott, beziehungsweise das, was die Leute dafür hielten?

    Es war egal. Hauptsache es gab einen Weg es zu töten. Denn das wütende Feuer in den Augen verriet ihr, dass es nicht mit sich reden lassen würde.

    War es hergekommen, um sie zu töten, als es sie bemerkt hatte?

    Der Elefant legte den Kopf schief, versuchte sie mit seinen knapp drei Meter langen Stoßzähnen zu erwischen, doch Pakhet war schnell. Sie sammelte ihre Energie in den Beinen, sprang zur Seite, sprang empor, drehte sich in der Luft, um dem Umgeheuer eine Wunde an der Schulter zu versetzen.

    Es geschah innerhalb vom Bruchteil einer Sekunde. Ihr Speer glitt durch die Haut des Elefanten, zumindest sollte er das. Stattdessen aber war es, als würde sie durch Wackelpudding schneiden. Durch Öl.

    Die Überraschung brachte sie aus dem Konzept. Zu spät federte sie ihren Fall ab, musste rollen, kam nur keuchend wieder zum Stehen.

    Ein Krähen durchschnitt die Luft. Ein Rabe flog über ihnen hinweg. Murphy. Er hatte nicht die Gestalt einer normalen Dohle, sondern die eines größeren Rabenvogels angenommen. Seine Flügelspannweite betrug knapp eineinhalb Meter.

    Er stürzte auf den Elefanten hinab, schwirrte um dessen Kopf herum, bis das Ungeheuer mit dem Rüssel nach ihm schlug.

    „Was zur Hölle ist das Ding?“, kreischte Mik mit Panik in der Stimme.

    „Korruption“, knurrte Crash. Das Wort war kaum auszumachen aus seinem nicht menschlichen Maul, doch Pakhet verstand.

    Es war nicht das erste Mal, dass sie so etwas sah. Auch wenn es selten war. Korruption. Das befiel manchmal magische Wesen, egal welcher Art. Sie wurden erratisch, aggressiv, töteten. Wenn man Glück hatte auf eine Art, wie dieses Monster. Ziellos. Als Gewalt der Natur. Wenn man Pech hatte …

    Darüber dachte sie besser nicht nach. Eine Erinnerung jagte einen Schauer über ihren Rücken. Nein. Ihr war wild, ungezähmt lieber. Auch wenn es sie zu einem Problem brachte.

    Murphy flatterterte weiter in die Höhe. Er krächzte, wich dem Rüssel des Ungeheuers aus.

    Da fasste sich Spider, der die ganze Zeit nur ein knappes Stück von der Straße entfernt gestanden war. Er stieß einen Kampfschrei aus und rannte an ihnen vorbei, das Katana erhoben.

    Mik zögerte nur für einen Moment. Er machte seine Waffe bereit, eine modifizierte MP5, und folgte seinem Bruder. Das automatische Feuer seiner Waffe hallte über die Savanne, traf das Ungeheuer.

    Crash brummte.

    Pakhet hätte sich am liebsten gegen die Stirn geschlagen. Diese Idioten!

    Noch immer schrie Spider, erreichte endlich den Elefanten, der sich mit einem Tröten umdrehte, die glühenden Augen auf Mik gerichtet.

    Bevor dieser seinen Fehler erkennen konnte, sprang Spider und rammte sein Schwert in die obere Hälfte des Vorderbeins des Biests.

    Wie auch Pakhets Speer versank die Waffe, wie in einer zähen Flüssigkeit. Die ölige Oberfläche des Monsters schien die Waffe beinahe zu verschlingen.

    „Hey!“, rief Spider leicht panisch aus. Er zerrte an der Waffe, um sie zu befreien. Ein Fehler. Im nächsten Moment erwischte ihn der Rüssel und er wurde zur Seite geworfen.

    „Spider!“, schrie Mik, hielt aber weiter auf den Elefanten, der schnaubte und sich in Bewegung setzte.

    Crash stellte sich ihm ihn den Weg. Er hatte den Speer erhoben, hieb nach dem Rüssel, der versuchte seinen Speer zu greifen, doch Crash war zu schnell, versetzte zwei Schnitte, rollte sich zur Seite. Schon wollte der Elefant nach ihm stampfen, doch Stampfen konnte Crash in dieser Gestalt auch. Seine Hufe traf das Bein des Elefanten Mittig im Knie.

    Es reichte nicht, um das Ungeheuer aus dem Gleichgewicht zu bringen, jedoch absolut um es zu irritieren.

    Leider war Spider bei weitem nicht so lernwillig, wie Pakhet es gehofft hätte. Er berappelte sich, stürmte schon wieder auf den Elefanten zu.

    Konnte er sich nicht zurückhalten? Was für ein riesiger Idiot!

    Pakhet konnte nicht länger zögern. Sie rannte ebenfalls vor. Aktuell hatte der Elefant ihr den Rücken zugewandt. Sie konnte eins probieren. Denn einer Sache war sie sich sicher: Das Ungeheuer war physisch und was physisch war konnte zerstört werden. Egal was dieses Wesen einmal gewesen war, aktuell war es vor allem eine Gefahr.

    Mit dem Speer hieb sie dahin, wo bei einem normalen Elefanten die Beinsehnen gewesen wären, doch mehr als leichten Widerstand spürte sie nicht. Dennoch fuhr der Elefant zu ihr herum, stellte sich auf die Hinterbeine, versuchte sie zu treffen.

    Doch seine Größe war sein Nachteil. Es war leicht zwischen seine Vorder- und Hinterbeine zu kommen. Sie stieß mit dem Speer nach oben, während das Monster sich runterfallen ließ, von sich aus sein Gewicht in den Speer senkte.

    Ja. Da. Widerstand.

    Warmes, nach Verwesung riechende Flüssigkeit tropfte auf sie hinab.

    Der Elefant trötete laut, rannte weiter. Gerade so warf sie sich zur Seite, um nicht unter seine Hinterbeine zu kommen.

    „Crash. Speer!“, rief sie aus.

    Crash reagierte schnell genug. Er warf ihr einen weiteren Speer zu, während der Elefant von ihnen fortgallopierte, nur um eine Schleife zu drehen und dann auf sie zurückkam.

    Sie fing den Speer. „Sein Bauch ist empfindlich.“

    Crash brummte, machte seinen eigenen Speer bereit, doch es war Spider, der bereits wieder lief. Wie die Idioten in der Arena hob er das Schwert über seinen Kopf, ohne auf seine Deckung zu achten. Das Training hatte er komplett vergessen.

    Wieder senkte der Elefant den Kopf, machte sich bereit zu rammen. Er würde seine Stoßzähne benutzen.

    „Pass auf, du Idiot!“, rief sie noch, doch Spider hielt nicht inne.

    Bevor sie wusste, was sie überhaupt selbst tat, rannte sie schon, Crash neben sich. Doch sie waren nicht schnell genug.

    Ein Schrei. Blut. Dabei hatte der Idiot Glück im Unglück. Der Stoßzahn bohrte sich in seine Seite, spießte ihn aber nicht auf. Als der Elefant den Kopf schüttelte, wurde er zur Seite geworfen.

    Pakhet sah zu Crash, dann sprang sie. Sie fing Spider in der Luft, wobei es mehr Glück als Können war, das sie daran hinderte, ihn nicht mit dem Speer in ihrer Prothesenhand aufzuspießen.

    Weitere Schreie und automatisches Feuer. Merkte Mik denn nicht, dass er nicht half?

    Pakhet wandte sich um. Erneut leitete sie ihre Energie in die Beine, sprintete zum Wagen zurück. Auf halben Weg schlug sie Mik mit dem Speer die Beine unter dem Körper weg. „Idiot. Du triffst so nur Crash. Kümmer dich um ihn.“ Damit legte sie Spider neben dem Wagen ab.

    Noch ging sein Atem rasselnd, doch für wie lange noch?

    Wieder flog Murphy Ablenkungsmanöver. Er kreiste über dem Elefanten, flog dann auf ihn hinab, landete kurz auf dem Kopf, hackte mit dem Schnabel nach der breiten Elefantenstirn, stieß sich wieder ab, ehe der Rüssel nach ihm Schlagen konnte.

    Verdammt. Wenn sie etwas tun wollten, sollten sie es schnell tun. Ihre Ausdauer würde nur solange halten und was auch immer Korrumption war, so brachte es meistens mit sich, dass die Wesen verdammt hartnäckig in ihren Mordversuchen waren.

    „Crash!“, brüllte sie, um seine Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen.

    Dieser Elefant hatte, was? Vierzig Tonnen? Ja, großartig. Wie sollten sie ihn umwerfen? Sie durften auf keinen Fall unter seine Füße kommen.

    Okay. Sie brauchte einen Plan. Schnell.

    Sie sah sich in der Savanne um, während sie rannte. Ja. Das wäre eine Möglichkeit. Hoffentlich tat das Zeug, das den Körper des Wesens darstellte, nicht mit ihr, was es mit Spiders Speer getan hatte.

    „Wand!“, rief sie und zeigte mit dem Speer in Richtung einer Klippe, die selbst für sie im Dunkeln kaum auszumachen war. Es wären sicher zwei Kilometer, doch damit musste sie klarkommen. Beinahe hatte sie den Bullen erreicht. „Murph!“

    Der Rabe ließ von dem Elefanten ab, flatterte in die Höhe, während Pakhet sprang. Sie versenkte den Speer in der Stirn des Elefanten. Was auch immer seinen Körper ausmachte, war nicht so hart, wie normal die Schädelplatte eines Elefanten wäre.

    Nachteil: Dahinter schien auch kein Hirn zu sein. So ließ der Elefant nur ein markerschütterndes Tröten hören, versuchte sie abzuwerfen, doch Pakhet schaffte es einen Fuß auf den Stoßzahn zu setzen, stieß sich ab, riss den Speer mit sich, landete knapp drei Meter von dem Ungeheuer entfernt, das mit dem Rüssel nach ihr schlug.

    Sie sprang nach rechts, nach links, setzte über den Rüssel hinweg, holte dann aus. Mit all der Kraft in ihrem einen Arm hieb sie durch den Rüssel, der den Umfang eines mittelgroßen Baums hatte, durchtrennte ihn zur Hälfte.

    Wieder musste sie ausweichen, dieses Mal den Füßen, stach mit dem Speer in die Seite, ehe Crash aus dem Nichts kam. Er hatte verstanden. Sein Speer durchtrennte den Rüssel ganz, der wie eine Wasserbombe bei Kontakt mit einer Straße in sich zerfiel, sie mit ekelig schwarzer Flüssigkeit bespritzte.

    Das Heulen des Elefanten wurde tiefer, verzweifelter, wütender. Die Stoßzähne waren noch immer ein Problem, doch anders als der Rest seines Körpers fest.

    Des Biest war wütend, richtig wütend. Jetzt oder nie. Sie sprang, landete auf dem Nacken des Tiers und stieß mit dem Speer zu, während Crash den einen Stoßzahn packte.

    Wie erwartet versuchte das Biest ihn abzuwerfen, doch er schwang sich zu dem anderen Stoßzahn, dann auf den Rücken.

    Wenigstens regenerierte das Biest seinen Rüssel nicht.

    Murphy war zur Stelle. Er flog direkt auf den Elefanten zu, umkreiste seinen Kopf, hieb nach dem Auge, flatterte im letzten Moment zurück und sauste davon. Der Elefant hinterher.

    Das würde nicht funktionieren. Nie im Leben würde es funktionieren. Er konnte sie nicht solange ignorieren. Nie im Leben. Doch für den Moment war die Aufmerksamkeit des Tieres auf den Raben gerichtet, um dessen Flügel nun Funken stoben.

    War es ein Zauber? Wenn ja war er kaum mehr als eine Lichtershow. Vielleicht versuchte Murphy einen Blitz zu beschwören, schaffte es aber nicht.

    Zumindest lenkte er die Aufmerksamkeit des Elefanten ganz auf sich.

    Noch fünfhundert Meter. Noch vierhundert. Sie waren viel zu schnell. Viel zu schnell.

    Pakhet wechselte einen Blick mit Crash, der ihr zunickte.

    Das war purer Suizid, sollte die Klippe zu tief sein. Wenn sie mit dem Elefanten fielen …

    Es sei denn natürlich. Sie warf den Speer ab, griff an ihren Gürtel.

    Noch dreihundert Meter.

    Sie löste gleich alle drei Granaten, die sie dabeihatte, zog die Sicherheitspins heraus. Wenn es schief ging, wäre auch ihr zweiter Arm fort.

    Zweihundert Meter.

    Dann steckte sie die Granaten in den Rücken des Elefanten. Tatsächlich hatte sie Recht. Die ölige Oberfläche schloss sich darum.

    Noch hundert Meter.

    Crash sah sie an.

    Murphy flog nach oben, als er die Klippe in die Tiefe erreichte und tatsächlich versuchte der Elefant abzubremsen.

    Sie hatten nur wenige Sekunden, doch sie sprangen. So viel Energie wie möglich legte sie in ihre Beine, wohl wissend, was der gute alte Newton gesagt hatte: Aktion, Reaktion.

    Während ihr Sprung sie gute fünf Meter in die Höhe katapultierte und Crash sogar an ihr vorbeiflog, verkündete ein langgezogener Laut, dass der Elefant über die Klippe gegangen war.

    Dann kam die Explosion und das Tröten brach ab.

    Atemlos landete Pakhet auf dem trockenen Savannenboden. Crash war nur wenige Meter von ihr entfernt.

    Synchron drehte sie sich mit ihm aus. Sie schauten über die Klippe, knappe dreizig Meter in eine Schlucht hinab. Da unten hatte sich dunkle Masse verteilt. Dazwischen verteilt Teile eines menschlichen Körpers.

    Also war es ein Shifter gewesen. Ein menschengeborener Shifter.

    „Fuck“, knurrte Crash und nahm seine menschliche Gestalt an.

    Pakhet nickte. Das hatte sie so nicht tun wollen, doch was hatte sie für eine Wahl gehabt?

    Die ekelhaft stinkende Flüssigkeit bedeckte sie noch immer.

    Dann kam der Gedanke: Spider.

    Sie fuhr herum, sprintete zurück. Hoffentlich war dieser Idiot nicht tot. Warum hatte er einfach so ahnungslos losspringen müssen? Was war überhaupt sein Plan gewesen? Was hatte er tun wollen?

    Crash überholte sie. Er war verflixt schnell. Vielleicht sollte er besser Sportler werden.

    Als sie atemlos beim Wagen ankam, knieten Mik und Murphy bereits neben Spider.

    Er blutete. Seine Rippen waren deutlich zu sehen, teilweise zertrümmert. Und mehr. Fuck. Ein Zittern verriet, dass er noch lebte, doch das würde nicht lange andauern.

    „Fuck“, hauchte sie. „Fuck.“ Was konnte sie tun? Warum war Heidenstein nicht da? Warum war er so ein Idiot, nicht auf ihre Anrufe zu antworten? Das hier war seine Schuld, verdammt. Wäre er hier, wäre es dazu nicht gekommen.

    Scheiße.

    Mik sah sie an. Er hatte Tränen in den Augen. „Mach etwas!“, flehte er, als glaubte er wirklich, dass sie etwas machen könnte.

    „Ich …“, begann sie. Nein. Für Reden war keine Zeit. Aber verdammt. Das nächste Krankenhaus war mehr als hundert Kilometer Schotterstraße entfernt.

    Sie stand auf, rannte um den Wagen herum. Sie musste es mit erster Hilfe zumindest probieren. Rasch kramte sie den Medizinkoffer hinten aus dem Wagen, eilte damit zurück, als Murphy mit Mik redete.

    „Ich kann was probieren“, sagte er mit einer Stimme, die an seiner Überzeugung zweifeln ließ.

    Er zitterte, zögerte, legte seine Hände dann aber auf die Wunde.

    „Murph?“, fragte sie, als der Junge die Augen schloss.

    Das Zittern in seinem Körper wurde stärker, sein Atem schwerer, doch geschah etwas. Weniger Blut floss zwischen seinen Fingern hervor, was allerdings auch ein Zeichen sein konnte, dass Spider nun endgültig gestorben war.

    „Murphy?“, fragte Pakhet erneut, doch der Junge antwortete nicht.



    .

    Hallo Hinoko ,


    Ich mache einmal weiter, mit meinem Versuch die neueren Nicht-Pokémon Geschichten (bzw. Geschichte, die nicht zu Fandoms sind, zu denen ich nur ungerne Fanfictions lese) zu kommentieren und da ich eh schon ewig deine Digimon-Geschichte anschauen wollte - weil Digimon halt - dachte ich, ich nutze es jetzt und schaue hier herein.


    Soweit habe ich nur das erste Kapitel gelesen und fand es sehr angenehm zu lesen. Bis auf ein paar Kommata-Fehler hier und da, habe ich wenige Fehler gefunden, es gab auch Beschreibungen und ich konnte mir vieles sehr gut vorstellen :D


    Außerdem finde ich es interessant, dass Neemon scheinbar in einer größeren Rolle vorkommen wird.


    Insofern, alles interessant :D


    Ein wenig frage ich mich allerdings, wie alt Yoichi ist und wo er lebt. Denn auf der einen Seite sprichst du von Stadt, auf der anderen Seite ist es Japan und ... Soweit klingt das weniger nach einer Stadt in Japan oder wenn eher nach einer der kleineren Städte (na ja, oder Kyoto). Das wäre eventuell interessant zu wissen :)


    ansonsten: Ich habe ein paar Stellen markiert, an denen ich die Formulierungen oder sonst etwas komisch fand/mir Fehler aufgefallen sind. Und irgendwie hat das Forum die Quotes komisch formatiert o.o"


    Von außen sperrte er ab,kontrollierte ob die Tür auch wirklich zu war, zog dann den - aneiner Kette befestigten Schlüssel - über und machte sich auf inRichtung Stadt.

    An der Stelle macht es für mich wenig Sinn, dass da "an einer Kette befestigt" zwischen Gedankenstrichen als Einschub steht. Dass der Schlüssel darin steht ist derweil wirklich falsch, da der Bezugsartikel und das Bezugsverb außerhalb des Einschubs stehen.


    Genauso oft wie er dem Rektor Bescheid gegeben hatte.

    Hmm, also meines Wissens sind Rektoren in Japan für Schüler seltener zugänglich. Jedenfalls in der Stadt. Aufm Land sähe es wahrscheinlich anders aus.


    Esvergingen einige Minuten, vielleicht sogar Stunden, die der kleineJunge durch die Stadt schlenderte.

    Hier ist halt so eine Stelle: Definiere Stadt. Vor allem wenn man zu Fuß "schlendert". Das konnte ich in Kyoto machen und teilweise in den Tourismus-Bereichen. Aber davon ab leider so gar nicht. :(


    riss ihn etwas zurück in die Wirklichkeit.

    Hier finde ich das "etwas" zu ungenau. Es ist ja nicht "etwas", von dem er nicht weiß, was es ist, sondern es ist eine Stimme/ein Gespräch. Eventuell könnte man sagen "eine wohlvertraute" Stimme oder so.


    Ein hektischerBlick durch die Stadt

    Durch die Stadt? Eher "die Straße entlang" oder so?


    "Duwillst vor der Gang nicht schlecht dastehen? Urteilen sie über dichwirklich nach deinem Besitz?", stieß der bisher stille Jungeplötzlich hervor.

    Hier finde ich das "der bisher stille Junge" ein wenig unschön. Denn du erzählst zwar in dritter Person, soweit aber sehr deutlich aus Yoichis Perspektive. Er wird von sich selbst aber nicht als "der bisher stille Junge", sondern halt einfach als Yoichi denken. Generell kann ich nur den Tipp geben, Namen möglichst immer zu schreiben, anstatt ein "der/die Sonstwiewas" zu nutzen. Das klingt oftmals unnatürlich. Also solange der Perspektivencharakter die Namen kennt und keinen Grund hat, anders zu denken. (Bspw. würden die meisten Leute von ihrer Mutter als "ihre Mutter" denken, nicht als Anna o.ä.)


    "Nimmes. Es gehört dir.", fügte der zierliche Junge deswegen hinzuund wartete darauf

    Hier fällt eben die falsche Interpunktion auf. Der Punkt vor den Anführungszeichen muss weg. Auch hier verlinke ich kurz den Guide, den ich dazu geschrieben habe.


    Er schrie nur noch fassungslos los

    hier doppelt sich das "los". Vielleicht schreit er fassungslos auf?


    Der Braunhaarige Junge hatte sichlängst beruhigt und aufgehört zu schreien

    Siehe oben. Er wird von sich wahrschenlich nicht als "der braunhaarige Junge" denken. Ich würde generell dazu raten, das braune Haar früher etwas einzubringen, von wegen "er strich sich durch sein kurzes braunes Haar" o.ä.


    Alsder Boden unter ihm wie ein Trampolin nachgab und ihn sanft ein gutesStück zurück in die Luft schickte, staunte Yoichi nicht schlecht.

    Hier sagt mein Bauchgefühl, dass könnte man durchaus ein wenig intensiver beschreiben und damit spannender machen. So ist es etwas "tell" lastig.


    Zusammengetipptes Beispiel:

    Nur noch wenige Meter! Gleich wäre es mit ihm vorbei. Gleich ...

    Er schlug auf dem Boden auf, doch statt dass dieser seine Knochen brach, gab der Boden nach, federte wie ein Trampolin und schleuderte Yoichi zu dessen eigener Überraschung wieder einige Meter in die Höhe.


    "Solldas mein Gewissen sein, welches mir sagt, ich solle meine Kindheitgenießen?"


    Yoichihatte einen langen Fußmarsch hinter sich.

    Zwei Sachen zu der Stelle: Zum einen scheint hier wirklich eine Szene vorbei zu sein und ein Zeitsprung zu folgen, was jedoch nicht rauskommt, da du immer wieder Leerzeilen setzt, so dass die Leerzeile hier nicht als Indikator interpretiert werden kann, dass es so ist. (Da ist wieder die Sache, warum Formatierung so wichtig ist.)


    Zum anderen finde ich den Zeitsprung etwas schade. Gerade die Stelle fände ich spannend ein wenig weiter auszuschreiben. Wie Yoichi auf die Beine kommt, wie er sich umschaut, wie und warum er beschließt loszugehen. :)



    So viel zum ersten Kapitel. Ich werde auf jeden Fall weiterlesen. Soweit hat es mir ziemlich gut gefallen! :D

    Hallo Birb ,


    Wie gestern schon in einem anderen Topic geschrieben: Ich versuche aktuell einmal wieder hier auf dem Bisaboard ein paar Geschichten zu kommentieren, eben weil hier kaum noch kommentiert wird und ich das schade finde. Vielleicht kommt so mal ein wenig Leben in die Bude! :D


    Ich finde es spannend, dass das hier scheinbar eine Urban Fantasy Geschichte aufbauend auf christlicher Mythologie zu sein scheint. Das sieht man relativ selten. Entsprechend fällt mir natürlich auch direkt der Bezug zu den Charakternamen auf biblischen Namen beruhen und bin dahingehend auch mal gespannt, inwiefern es Überschneidungen zwischen den Legenden und der Handlung hier gibt.


    Es fällt allerdings auch hier auf, dass es praktisch keinen Startpost gibt. Immerhin eine Handlungsangabe, ja, aber sonst sehr wenig. Ich finde, ein paar Metainformationen wären schon hilfreich, sowie ein kleines Vorwort und eine Altersempfehlung. Einfach, damit man sich etwas besser darauf einstellen kann, was einen in der Geschichte erwartet.


    Was für mich allerdings einen größeren Minuspunkt ausgemacht hat, waren Rechtschreibung, Grammatik und Interpunktion. Das macht die Geschichte extrem schwer zu lesen. Ich habe eine Reihe von Fehlern immer und immer wieder gefunden und würde dir dahingehend wirklich raten, noch einmal drüberzuschauen und dir ggf. einen Betaleser zuzulegen. Denn so, wie es im Moment ist, ist es wirklich sehr, sehr schwer die Geschichte zu lesen - was schade ist.

    • Zuerst einmal mein Pet Peeve: Absätze und Zeilenumbrüche. Du machst durchaus welche, aber halt nicht immer da, wo sie hingehören. Erneut verlinke ich mal meinen Guide zum Thema.
    • Du setzt beinahe nie Kommata. Speziell bei Relativsätzen und Infinitivkonstruktionen fällt es enorm auf. Hier kurz etwas zu Infinitivkonstruktionen, hier etwas zu Relativsätzen.
    • Ebenfalls ist die Interpunktion in der wörtlichen Rede durchweg falsch. Irgendwo hatte ich dazu hier auch einen Guide gepostet, aber ich finde ihn nicht. Daher verlinke ich den Guide von meiner HP.
    • Du wechselst mehrfach den Tempus. Ab und an schreibst du in Präteritum (also Vorzeitigkeit/Vergangenheitsform), ab und an dann wieder im Präsens (also Gegenwartsform). Das ist etwas, das wirklich enorm negativ auffällt.


    Hier einmal ein Absatz aus der Geschichte, bei dem es enorm auffiel. Kommentare zur Interpunktion. Blau geschriebenes ist Präteritum, grün geschriebenes Präsens, einfach um die Fehler etwas deutlicher zu machen.


    Mein Vater ließ (liest oder las) daweile (derweil) in der Zeitung [Komma oder Gedankenstrich, da Nachsatz] wie jeden Morgen. [Komma oder Gedankenstrich, statt Punkt. Der Satz ist nicht zu Ende, da der kommende Satz kein eigenen Subjekt hat.] Und beschwert sich [hier kann es ohne Komma/Gedankenstrich stehen, aber stilistisch würde ich das "wie jeden Morgen" erneut durch Interpunktion hervorheben] wie jeden Morgen über irgendetwas [Komma] was ich nicht wirklich verstehe. Ich stimme ihm wie jeden Morgen einfach zu. Er antwortet darauf wie so oft, allerdings mit dem Wissen (sehr komische Konstruktion/Bedeutung nicht ganz klar. "wohl wissend"? "in dem Wissen"?) [Komma] dass ich kein Wort davon verstehe. [Zeilenumbruch.] Als ich mich an den Tisch setzte [Zeitlicher Ablauf ist nicht ganz klar. Stand Samuel bis dahin?] und den beiden einen guten Morgen wünschte [Komma] setzte [Wortwiederholung] sich meine Mutter an den Tisch und mein Vater legte seine Zeitung weg. [Zeilenumbruch, da Wechsel im handelnden Charakter.] Mein Vater machte sich seine Schnitten, als er mich fragte ob es etwas neues in der Schule gibt. [Zeilenumbruch, da Wechsel im handelnden Charakter.] "Nein Vater, alles beim Alten. Außer vielleicht dass die Lehrer in letzter Zeit noch nerviger geworden sind" [Komma] antwortete ich [Komma] als (als ist als Wort etwas komisch gewählt, da es als temporale Konjunktion sich eher auf ein Ereignis, als einen Vorgang bezieht - während wäre besser) ich ebenfalls versuchte [Komma] meinen Toast zu schmieren. Mit Betonung auf versuchen. Ich hatte es irgendwie hinbekommen die Butter durch den Toast, statt auf den Toast zu schmieren. [Zeilenumbruch, da Wechsel im handelnden Charakter.] Meine Mutter konnte ein kleines Gekicher (was ist ein kleines Gekicher?) nicht unterdrücken [Punkt] "Na Samuel. Soll dir deine Mama vielleicht doch noch die Toasts morgen streichen?" [Komma, klein weiter] Fragte sie [Komma] während sie Schwierigkeiten hat [Komma] ein weiteres Kichern zu unterdrücken. [Zeilenumbruch, da Wechsel im handelnden Charakter.] Ich wurde rot vor Verlegenheit und versuchte mich irgendwie rauszureden [Punkt oder Doppelpunkt] "Nein Mutter, man isst seinen Toast heutzutage so. So lässt es sich leichter zerkauen oder so". [Punkt und Anführungsstrich vertauschen.] Ich brauche wohl nicht zu erwähnen [Komma] dass diese Antwort nicht nur schlecht war, sondern dazu führte [Komma] dass nun beide Elternteile kein Lachen unterdrücken konnten.

    Das sind wirklich zu viele Fehler und macht das Lesen sehr, sehr schwer.


    Was hier und in den kommenden Absätzen auch auffällt, ist an einigen Stellen zu wenig "Show" und zu viel "Tell". Das fällt mir speziell bezüglich der Charakterisierung auf.

    An sich finde ich die Beschreibung der Morgenroutine, inklusive des immer nachgesetzten "wie jeden Morgen" stilistisch schön gemacht, aber hier und da könnten ein paar mehr Emotionen und ein wenig mehr Dialog da sein. Ich habe das Gefühl - korrigier mich, wenn ich falsch liege - dass der Abschnitt dazu dienen soll, die Eltern, Samuels Verhältnis zu ihnen und generell das typische Familienleben zu charakterisieren. Das würde jedoch viel besser funktionieren, wenn da noch ein wenig mehr direkter Dialog drin ist und direkte Beschreibung von Handlungen, inklusive kleiner Ticks. Also bspw. wie genau der Vater nach Schule fragt (und warum morgens, nicht abends - ich nehme an er ist dann Abends häufiger aus dem Haus?) und wie es aussieht, wenn er sich über Dinge in der Zeitschrift beschwert. Dazu etwaig Reaktionen der Mutter. Und wenn diese nur beinhalten, dass sie lächelt und nickt ... Auch das ist Charakterisierung. (Dasselbe gilt später für Lilith und Isaak - gerade da letzterer wirklich nur im Tell und so gar nicht im Show vorkommt.)


    An der Stelle können übrigens auch so Dinge wie Kleidung, Inneneinrichtung und generell Beschreibungen von äußeren Aspekten können ebenfalls helfen, ein wenig mehr Charakter reinzubringen und dem Leser zu helfen, sich alles besser vorstellen zu können. Dahingehend noch so ein paar Stellen, die mir in einer oder mehreren Hinsichten aufgefallen sind.


    Mein Vater machte sich seine Schnitten, als er mich fragte ob es etwas neues in der Schule gibt.

    Wie gesagt: Wörtliche Rede wäre hier schöner, um ein besseres Gefühl dafür zu vermitteln, was für jemand der Vater ist.


    Als ich dann mein leicht zu zerkauenden Toast beendet hatte

    beendet?


    Das Wetter war heute ganz ok

    Die Stelle finde ich in so vielerlei Hinsicht seltsam. Wann ist "heute"? Du erzählst an der Stelle im Präteritum. Daher wäre "war an diesem Tag" besser. Und was ist "ganz okay" auf das Wetter bezogen? Ja, dahinter kommt etwas Beschreibung. Die Formulierung finde ich dennoch sehr ungenau.


    Ihre dunkelblonden Haare wirbelten an ihrer Schulter als der Wind mit ihnen spielte.

    Abgesehen davon, dass hier auch ein Komma spielt: "an ihrer Schulter"? An welcher Schulter (bzgl. Singular)? Wie wirbelt es "daran"? Wirbelt es nicht mehr um ihre Schultern?


    Sie umarmte mich und fragte mir wie es mir ginge.

    Hier wieder eine Stelle, an der direkte Rede besser wäre. Da ich davon ausgehe, dass sie als Charakter sehr wichtig wird, halte ich es gerade bei ihr für wichtig, ein wenig von ihr als Charakter zu zeigen. Was ist es denn, das Samuel an ihr so toll findet? Sie ist wohl sehr hübsch ... aber was sonst? Es wäre wirklich schön, wenn du das ein wenig zur Schau stellst. :)


    Er war keine Person die einen langen Geduldsfaden hatte.

    Komplettes Tell.


    In der Schule war alles wie immer.

    Was bedeutet "wie immer" bei Samuel?



    Ansonsten, wie gesagt: Ich finde die Idee wirklich soweit interessant. Aber Lesen würde mit weniger Fehlern definitiv mehr Spaß machen! :)

    Hallo Bella ,


    Da der Bereich aktuell wieder so ein wenig still geworden ist und ich gerade ein wenig Zeit habe, dachte ich, ich schreibe ein wenig etwas zu deiner Geschichte - in der Hoffnung, dass allgemein hier mal wieder ein wenig mehr Leben in die Bude kommt x.x


    Aber hey, eigene Story, Fantasy ... Das ist schon einmal ein super Anfang! ^.^d


    Generell fällt natürlich direkt auf, das ein wenig der Startpost fehlt. Ich lege an sich jetzt nicht so viel Wert auf einen ausführlichen Startpost, aber zumindest eine Übersicht über den Plot zu haben und Genre wäre natürlich ansprechend. Einfach weil ... Ja, sicher, der Titel gibt schon eine grobe Vorstellung, aber es fehlt halt ein wenig der sogenannte Hook.


    So als Leser, der dich jetzt nicht kennt, stellt sich eben die Frage: "Warum sollte ich die Geschichte lesen? Was erwartet mich überhaupt?"


    Eventuell eine kleine Inhaltsangabe wäre schon cool ;)


    Ansonsten ... Ich habe inhaltlich soweit erst einmal Kapitel 1 gelesen, da gibt es soweit wenig zu sagen. Erneut: Der Hook fehlt mir ein wenig. Also irgendetwas, das mir sagt, worum es geht. Denn soweit klingt es einfach nur nach einer üblichen Highschool Geschichte mit Superkräften - was es eventuell ja auch ist. Nur ohne Kontext ... x.x Ich bin verwirrt.


    Was direkt als ein Punkt auffällt, ist, dass du halt keine Zeilenumbrüche setzt, wo sie gehören, dafür dann halt irgendwie random Leerzeilen. Ich hatte dazu vor einer Weile hier mal einen Guide geschrieben, den du vielleicht - vielleicht auch nicht - gesehen hast. Hier ist er. Denn ohne verruscht man leicht in der Zeile und es ist auch nicht immer klar, wer etwas macht. :)


    Dahingehend vielleicht gleich: Ich hatte ein paar Stellen mir rausgesucht, die mir auf irgendeine Art und Weise aufgefallen sind oder so.

    Ich stand gefühlt zum 17ten Mal vor meinem Spiegel und begutachtete meinen Look. Meine kurzen roten Haare mit den gelben Spitzen wirkten wie ein kleines Flammenmeer und standen nach oben ab, die geweiteten, orange flackernden Augen meines Spiegelbildes starrten mich beunruhigt an. Ein nervöses Lächeln umspielte meine Mundwinkel. Abgesehen von der offensichtlichen Angst, die mein Blick ausstrahlte, schien mein mit Sommersprossen besprenkeltes Gesicht überraschend hübsch. Meine Klamotten wirkten auch in Ordnung; eine schwarze Lederjacke über einem roten Shirt, dazu eine kurze, blaue Jeans.

    Die Stelle ist mir aus gleich zwei Gründen aufgefallen: Zum einen ist es meiner Erfahrung nach so, dass Spiegelszenen schnell Leser abschrecken, da sie nicht sehr organisch wirken. Du hast es hier noch recht gut umgesetzt, da du halt einen wirklich guten Grund gefunden hast, warum Sun sich im Spiegel betrachtet, mit der Nervosität. Dennoch konnte ich nicht umher mir zu denken: "Uff~ Spiegelszene." Weil sie halt einfach so ein verschrienes Klischee in den Autorenzirkeln, in denen ich mich bewege, sind. Selbst wenn zugegebenermaßen die genauen Farben ohne schwer reinzubringen sind bei erster Person.


    Zweiter Punkt ist aber auch: Ich bin jetzt am Ende des ersten Kapitels und ich bin mir nicht sicher, welches Gender Sun eigentlich hat. Ich habe extra noch einmal über das Kapitel gelesen, aber soweit finde ich wirklich keinen Anhaltspunkt. Generell fehlt mir bei den Beschreibungen auch ein wenig so etwas wie Körperbau. Groß? Klein? Dick? Dünn? Muskulös? Eher nicht? Würde helfen eine bessere Vorstellung zu bekommen.


    Ich schnappte mit meine Tasche und eilte die Treppe hinunter. Unten angekommen flog mir ein mit Sandwiches gefülltes Päckchen entgegen, welches ich gerade noch abfangen konnte bevor es mir auf die Brust klatschte.

    Hier zeichnet sich eine Sache ab, die mir mehrfach aufgefallen ist: Zeitliche Abläufe sind nicht ganz klar. Was ich mich hier frage: Okay, fängt si*er es ab, bevor es gegen seine*ihre Brust knallen kann, oder fängt er es, aber das Paket hat so viel Schmackes dahinter, dass es mit seinen*ihren Händen gegen die Brust donnert?


    Ich schaute auf die Uhr an meiner Wand. In fünf Minuten fuhr mein Bus zur 'Sacred Heart Highschool' ab, zumindest lag die Haltestelle nur ein kleines Stück entfernt von meinem Haus. Ich schnappte mit meine Tasche und eilte die Treppe hinunter. Unten angekommen flog mir ein mit Sandwiches gefülltes Päckchen entgegen, welches ich gerade noch abfangen konnte bevor es mir auf die Brust klatschte. „Woah, Achtung, Mom!“, entfuhr es mir. Meine Mutter lächelte mich verschmitzt an, ihre genauso orangen Augen strahlten regelrecht vor Energie. „Entschuldige, Sun, Liebling, ich passe in Zukunft besser auf. Hab einen schönen ersten Schultag!“, sagte sie verlegen und ließ einen kleinen, aus puren Flammen bestehenden Pegasus aus ihrer Handfläche hervorsteigen, der fröhlich im Kreis um mich herumflog. „Ist schon in Ordnung, danke. Du bist die Beste!" Ich nahm sie fest in den Arm und drückte sie kurz an mich, im nächsten Moment stürmte ich aus der Haustür.

    Die Stelle hatte ich mir mal wegen Absätzen markiert. Wie gesagt, oben verlinkt. Ich würde hier die Absätze wie folgt setzen (ein Teil sind wie gesagt Regeln, an anderer Teil allerdings auch ein wenig Individuell):


    Ich schaute auf die Uhr an meiner Wand. In fünf Minuten fuhr mein Bus zur 'Sacred Heart Highschool' ab, [Hier gehört ein Punkt hin oder ein Ausrufezeichen vielleicht.] zumindest lag die Haltestelle nur ein kleines Stück entfernt von meinem Haus. [Absatz. Andere Handlung/Thema.]

    Ich schnappte mit meine Tasche und eilte die Treppe hinunter. Unten angekommen flog mir ein mit Sandwiches gefülltes Päckchen entgegen, welches [Anmerkung: Ich habe immer wieder von Lektoren gehört, dass welche/r/s ungern gelesen wird, gerade in erster Person, da es keine natürliche Sprache ist, die modern großartig genutzt würde.] ich gerade noch abfangen konnte bevor es mir auf die Brust klatschte. [Absatz: Wechsel auf Dialog.]

    „Woah, Achtung, Mom!“, entfuhr es mir. [Absatz. Wechsel des handelnden Charakters.]

    Meine Mutter lächelte mich verschmitzt an, [Hier gehört definitiv ein Punkt hin.] ihre genauso orangen Augen strahlten regelrecht vor Energie. „Entschuldige, Sun, Liebling, ich passe in Zukunft besser auf. Hab einen schönen ersten Schultag!“, sagte sie verlegen [sagte sie verlegen passt nicht zum "schönen ersten Schultag". Schon gar nicht zum Ausrufezeichen. Generell wirkt der Dialog hier ein wenig gehastet. Gib dem Leser doch ein wenig Zeit, kurz Sun und die Mutter kennen zu lernen.] und ließ einen kleinen, aus puren Flammen bestehenden Pegasus aus ihrer Handfläche hervorsteigen, der fröhlich im Kreis um mich herumflog. [Absatz. Wechsel des handelnden Charakters. Eine wirkliche Reaktion von Sun wäre hier cool.]

    „Ist schon in Ordnung, danke. Du bist die Beste!" Ich nahm sie fest in den Arm und drückte sie kurz an mich, [Punkt.] im nächsten Moment stürmte ich aus der Haustür.


    Doch an den Haltestellen waren auch jede Menge Personen, die auf normale Highschools gehen.

    Ist jetzt etwas, das ich aus meiner Erfahrung in den USA so nicht bestätigen kann. Vor allem nicht in Suburbia (wonach es hier nach allen Beschreibungen klingt). Normalerweise fahren die Schulbusse versetzt zueinander, also die Schulen fangen nicht um dieselbe Zeit an, um genau das zu vermeiden. :)


    Wie aus dem Nichts flog ein Wasserstrahl auf mich zu und traf mich genau auf die Wange, mein ganzes Gesicht wurde klitschnass.

    Das ist wieder eine Stelle, wo der zeitliche Ablauf verwirrend ist. Außerdem eine schöne stelle, um "Show, don't Tell" als Thema mal kurz einzubringen.

    Also zum einen: Vor dem "mein ganzes Gesicht" käme ein Punkt. (Das ist der Fehler, der mir am meisten aufgefallen ist: Viele Kommata, wo Punkte hingehören.)


    Hier wirkt es ein wenig unschön, dass du effektiv zwei gleichzeitig passierende Sachen so trennst. Auch wenn du ein Komma setzt, ist der letzte Teil ein eigener Satz und das wirkt unschön. Denn das Gesicht ist in dem Moment nass, wo das Wasser Sun trifft. Das wird nicht erst danach nass.


    Gleichzeitig ist das aber auch eine Stelle, wo man ein wenig mit Show arbeiten könnte. "Mein Gesicht wurde klitschnass" ist halt Tell. Also du sagst einfach: Das ist nass. Okay. Kann man machen. Aber interessanter liest es sich, wenn du zum Beispiel beschreibst, wie das Wasser von der Wange tropft oder wenn Sun erst einmal checkt, ob die Haare noch okay sind. Halt so etwas. Das ist eine interessantere Information als: "Wasser ist nass." ;)


    Die Sacred Heart High war außergewöhnlich schön; sie lag direkt an einer Bucht, die der Schule gehörte, und war in einem sandfarbenen Ton bestrichen, wodurch sie nicht sehr aufdringlich wirkte.

    Hier ist halt für mich die Frage: Okay, aber wie sieht das Schulgebäude aus? Ist es ein klischeehaftes US-Schulgebäude, aka Plattenbau, der einfach nur hübsch bestrichen ist? Oder ist die Architektur interessanter?


    Auf dem Weg dorthin schnappte ich einen Gesprächsfetzen auf, ich blieb abrupt stehen: „Ach Leute, hört mal auf, mir immer so viele Überraschungen zu schenken, ich weiß garnicht mehr wohin mit dem Zeug!"

    Hier ist der Doppelpunkt auffällig. Denn im Kontext wirkt es erst einmal so, als würde Sun etwas sagen.


    Sun klingt soweit für mich nach einem interessanten Charakter und prinzipiell können magische Schulen immer interessant sein. :) Eventuell schaust du mal, dass du auf die Sache mit den Punkten und Absätzen etwas mehr achtest. ;) Ich schaue mal, ob ich die Tage das zweite Kapitel lese, wenn du magst.


    Und sorry, dass ich etwas harsch klinge. Ich habe seit Monaten nur noch auf Anfrage für Freunde wirklich im Buchmarkt kommentiert und da ist harte Kritik immer gewünscht. x.x Ich bin einw enig uas der übung, glaube ich.

    Ich meine, ich mochte den Film als Kind sehr gerne, hab ihn vor kurzem erst nochmal gesehen und finde ihn nach wie vor ganz knuffig und gerade für die junge Zielgruppe sehr lehrreich, aber nicht in dem Maße, als dass ich ihm die Höchstwertung geben würde. Ist das also eher ne persönliche Präferenz bei dir oder gibt es da andere Gründe?

    Ich habe keine Liste, aber hier möchte ich einmal reingrätschen. Denn das wäre auch einer der wenigen Filme, die ich auch 9/10 Punkte etwa bewerten würde. Der Film beinhaltet einige unglaublich wichtige Aspekte wenn es um den modernen Umgang in Amerika mit den indigenen Minderheiten geht. Das hatte Linsay Ellis in ihrem Review zu den drei Disney-Filmen, die über indigene Gruppen handeln (Pocahontas, Lilo & Stitch, Moana) sehr gut herausgearbeitet.


    Der Kern des Konfliktes des Films (Lilo soll weggeholt werden, weil Nani sich nicht um sie kümmern kann) ist ein Konflikt der nachwievor sehr aktuell ist, da keiner Bevölkerungsgruppe so häufig die Kinder fortgenommen werden von der Regierung, wie den indigenen Amerikanern - zu denen die Hawaiianer auch gehören.


    Ich persönlich halte den Film nicht nur für sehr gut geschrieben, sondern auch bzgl. seiner Handlung (und den symbolischen Ebenen in der Alien-Geschichte) für extrem wichtig.

    .



    [31.05.2011 – D13 – Anruf]


    Pakhet hatte die vergangenen zwei Tage in Joburg verbracht. Sie hatte einen Tapetenwechsel dringend gebraucht.

    Ihre Wunden vom Arenakampf waren dank magischer Heilung vollkommen verheilt und hatten nicht einmal Narben hinterlassen. Es hätte also weitaus schlimmer sein können.

    In Joburg hatte sie einen Club besucht, hatte mit Kerlen geflirtet und sich einen Abend in einem Spa gegönnt. Sie hatte die Entspannung wirklich brauchen können.

    Laut Smith hatte Crash derweil seinem Angebot zugestimmt. Zumindest ein Erfolg.

    Sie hasste diese Arenen. Es erschien ihr als furchtbar unsinnig für so viele, oft junge Leute, ihr Leben in diesen Kämpfen wegzuwerfen. Doch wusste sie, dass viele von ihnen in Situationen waren, wo sie nur zwischen dem Hungertod oder solchen Dummheiten entscheiden konnten.

    Sie sprang von ihrem Laufband ab. Sie hatte heute ihr morgendliches Training hinter sich und würde erst morgen zur Arbeit gehen. Eine Sache lungerte bereits fünf Tage in ihrem Hinterkopf, auch wenn sie es hasste, es zuzugeben: Heidenstein hatte sich seit über einer Woche nicht mehr bei ihr gemeldet und langsam begann sie, sich Sorgen zu machen.

    Wieso machte sie sich um den Idioten Sorgen?

    Sie ging unter die Dusche, aber auch als sie darunter hervorkam, ihre Prothese wieder an ihrer Schulter befestigt hatte und sich mit einer Kaffeetasse in der Hand auf das Sofa fallen ließ, kreisten ihre Gedanken noch im Heidenstein. Missmutig nahm sie ihr Handy vom Wohnzimmertisch.

    Egal, wie sie es wandte: Sie betrachtete Heidenstein als einen Freund. Und da damit die Anzahl ihrer Freunde auf zwei angestiegen war, war sie nicht sicher, wie sie damit umgehen sollte. Sie hasste es, jemanden hinterher zu spionieren. Dann wiederum konnte sie seine Hilfe auf der Arbeit gebrauchen. Er war immerhin ihr verdammter Teamarzt!

    Sie wählte seine Nummer, hob das Handy mit der Prothese ans Ohr und wartete.

    Es tutete. Ein Mal. Zwei Mal. Drei Mal. Sie nahm einen Schluck Kaffee. Vier Mal. Endlich: Ein Knacken und seine Stimme erklang.

    „Heidenstein hier.“

    „Hey, Doc“, meinte sie.

    „Pakhet?“ Eine Anspannung, die sie nicht näher hätte beschreiben können, lag in seiner Stimme.

    „Ja“, antwortete sie. „Ich frage mich langsam, wo du steckst.“

    Er räusperte sich, wie immer, wenn er nervös war. „Ich habe zu tun. Ich habe doch gesagt  … Ein Freund.“

    „Probleme mit den Vory?“, fragte sie vorsichtig.

    Er schwieg.

    „Wenn du Hilfe brauchst, musst du nur etwas sagen.“

    Erneut folgte längeres Schweigen. Dann räusperte er sich wieder. „Es ist eine Privatsache. Kein Grund zur Sorge. Ende der Woche, sollte ich wieder da sein.“

    Nun schwieg sie. Sie schürzte die Lippen. Irgendetwas an seiner Stimme irritierte sich. Etwas war nicht in Ordnung. „Sicher?“

    „Ja, sicher, Pakhet.“ Er holte tief Luft. „Es ist nur ein Job.“

    Sie seufzte leise, bemüht, ihn davon nichts hören zu lassen. „Okay.“

    „Ich sollte auch wieder, Pakhet“, meinte er kurz angebunden. „Wir sehen uns später.“

    „Sicher“, antwortete sie, als er bereits aufgelegt hatte.

    Sie sah misstrauisch auf ihr Handy. Was zur Hölle war nun wieder los? Hatte er Probleme als Anderson?

    Ach, verdammt. Vielleicht war es wirklich etwas Privates. Etwas, das sie nicht anging. Vor allen anderen Sachen waren sie Kollegen und sie hatte kein Recht, sich in seine Sachen einzumischen.

    Dennoch wurmte es sie.

    „Idiot“, grummelte sie und legte ihr Handy weg. Sie trank einen Schluck Kaffee und schaltete den Fernseher an. „Verfickter Idiot.“


    .


    [03.06.2011 – F03 – Untypisch]


    Die Firma war nie verlassen. Allerhöchstens in den frühen Morgenstunden. Immerhin war die Nacht ein willkommener Komplize für einige ihrer Jobs. Nein, die Tageszeit beeinflusste wenig, wie leer oder voll das Gebäude von Forrester Security Inc. war. Viel eher beeinflusste die Auftragslage, wie vielen Kollegen Pakhet auf den Fluren über den Weg lief. An diesem Abend war es ruhig.

    Sie hatte wieder mit Spider und Murphy trainiert. Mit Spider, Murphy und Crash, den Smith vorerst unter ihrer Aufsicht gelassen hatte.

    Sie war noch nicht gänzlich sicher, was sie von ihm denken sollte. Er schien in Ordnung, aber schweigsam.

    Mit den anderen beiden war es dasselbe wie immer gewesen: Spider war begeistert, Murphy wollte am liebsten fort. Mik lag mit seiner Gehirnerschütterung im Krankenzimmer. Idiot.

    Sie war im Erdgeschoss, lief gerade an einer der Kaffeeecken vorbei, als Schritte hinter ihr erklangen.

    „Pakhet, meine Liebe.“

    Michael.

    Sie drehte sich um. Er sah aus, als wäre er auf dem Weg nach Hause. Seltsam, man konnte normal meinen, er lebte in seinem Büro.

    Natürlich wusste sie, dass er eine Wohnung in Sea Point hatte – sie war sogar das ein oder andere Mal dort gewesen – doch war es selten, dass man ihn kommen oder gehen sah.

    Moment. Hatte er sie abgepasst?

    „Michael“, erwiderte sie und gab ihrer Stimme einen leicht sardonischen Klang.

    Er grinste sein humorloses, eisiges Grinsen. „Na, wie geht es unserer Crew Neulinge.“

    „Bestens, wenn wir von einer Gehirnerschütterung absehen“, antwortete sie nüchtern.

    „Na, glaubst du, die Truppe ist für den großen Einsatz bereit?“ Er schlug einen Plauderton an, aber in seinen Augen erkannte sie etwas anderes. Etwas Berechnendes. Das war nicht, weshalb er mit ihr sprach.

    Der große Auftrag. Die Betriebsspionage. Es waren kaum mehr als zwei Wochen bis dahin. Sie war sich nicht sicher, ob es eine gute Idee war. Speziell, wenn sie daran dachte, was Smith ihr gesagt hatte: Sie sollten aufs Meer vor Langebaan hinaus. Und sie wussten wenig über die Sicherheit vor Ort.

    „Das werden wir sehen, wenn es soweit ist.“

    Michaels Grinsen veränderte sich, wurde ironischer. „Ja, tun wir wohl“, meinte er. Er musterte sie. „Du scheinst erstaunlich gut mit den Noobs klarzukommen.“

    „Was verschafft dir diesen Eindruck?“

    „Du hast keinen von ihnen ernsthaft verletzt.“

    „Hast du Heidenstein vergessen?“

    Michael seufzte melodramatisch. „Okay. Einen. Den anderen geht es aber erstaunlich gut. Das ist eine bessere Quote, als ich erwartet habe.“

    Pakhet zuckte mit den Schultern und öffnete die Tür. „Ich habe mich unter Kontrolle.“

    Er lächelte, ignorierte diese Anmerkung. „Man könnte fast meinen, dass du Freundschaften schließt.“

    Dies würdigte sie keiner Antwort. Sie schnaubte.

    „Wer hätte das gedacht. Ich meine, du hattest ja immer deinen kleinen Mechaniker, aber ich habe mir halt gedacht, dass jeder seine eine Sache braucht. Manche haben Haustiere, manche halt den Sandkastenfreund, hmm?“

    Sie verdrehte die Augen. Wut stieg in ihr hoch, doch sie unterdrückte sie. Sie hasste es, wenn er so über Robert redete. Sie hasste es, daran zu denken, dass Michael eines Tages Robert gegen sie benutzen könnte.

    Sie blieb stehen, drehte sich zu ihm um. „Worauf willst du hinaus, Michael?“

    „Ich bin nur überrascht, wie gut du mit dem guten Doktor auskommst. Mir ist aufgefallen, dass du öfter bei ihm gewesen bist.“

    „Spionierst du mir nach?“

    „Ich schaue nur ab und an, wie es meinen Assets so geht.“

    Wieder schnaubte sie und funkelte ihn an. Nicht, dass sie Vergleichbares nicht schon lange von ihm gewohnt war. „Das geht dich nichts an.“

    Michael musterte sie amüsiert. „Weißt du, ich bin nur überrascht. Ich hatte dich nicht als so jemand eingeschätzt.“

    „So jemand?“, grummelte sie.

    „Na, eine Romantikerin, weißt du?“

    Sie wandte sich ab und ging. Sie hatte auf diesen Scheiß keinen Bock.

    „Pass besser auf, Pakhet“, rief Michael ihr hinterher. „Pass auf, dass es nicht zur Schwäche wird.“

    Sie sah über ihre Schulter. „Fick dich, Michael. Der Doc hat sich ohnehin seit zwei Wochen nicht mehr gemeldet. Und weißt du was? Es ist mir egal.“

    Er grinste. „Sicher.“

    Pakhet schwieg, eilte zur Garage. Manchmal hasste sie Michael. Ach, verflucht, sie hasste ihn beinahe immer, nachdem sie mit ihm geredet hatte.


    .


    [06.06.2011 – C03 – Nahkampf]


    Wieder entwich die Luft ihrer Lunge, als sie bäuchlings auf den Matten landete. Sie spürte das breite Knie des Riesen in ihrem Nacken, als er ihren rechten Arm hinter den Rücken zog. „Fuck.“ Mit der flachen Hand der Prothese schlug sie auf die Matte und er ließ sie los.

    Crash richtete sich auf und ihr damit aufzustehen. Er machte keine Anstalten ihr aufzuhelfen, nachdem sie ihm beim ersten Mal einen wütenden Blick geschenkt hatte. Er grinste.

    „Ich schaffe es noch“, knurrte sie und streckte sich.

    Fakt war: Im reinen, waffenlosen Nahkampf und ohne einander zu verletzen, war er ihr allein durch die Masse weit überlegen. Sie hasste es. Und sie würde einen Weg finden, auch ihn auf den Boden zu bringen.

    Man sagte, dass gute Martial Artists fähig waren auch weit größere Gegner zu Boden zu befördern. Das mochte wahr sein, doch galt es nur, wenn der Gegner generell unerfahren im Nahkampf war, keine Techniken kannte, Würfe zu kontern.

    Crash hatte fraglos nicht in einer asiatischen Schule gelernt. Sie konnte seinen Stil nicht genau einordnen, schätzte aber, dass er eine Mischung aus Dambe und irgendeinem asiatischen Stil war. Dennoch war seine Art sich zu bewegen die eines ausgebildeten Kämpfers, nicht die eines einfachen Schlägers.

    „Nimm's dir nicht zu Herzen, Lady“, meinte er und wandte sich Murphy, Spider und Mik zu. Er brummte und sie wusste, was er meinte.

    Die anderen saßen seit einer halben Stunde daneben. Murphy beobachtete sie mit verschränkten Armen, Spider hatte ab und an geklatscht. Mik schien nicht ganz wieder bei Sinnen zu sein. Er lehnte mit geschlossenen Augen gegen die Wand. Wahrscheinlich gehörte er ins Bett.

    Pakhet verkniff sich ein Seufzen. „Murphy.“ Sie schenkte ihm ein fieses Lächeln.

    Er hob abwehrend die Hände. „Ich habe genug gesehen.“

    „Murphy.“ Ihre Stimme wurde warnend, doch noch immer wehrte er ab.

    „Ich lerne durch's zusehen!“, versicherte er.

    „Ja, sicher. Murphy, du hast zwei Möglichkeiten. Entweder du trainierst mit mir oder mit ihm.“ Sie nickte in Richtung Crashs, der sich neben ihr aufbaute.

    Murphy sah Crash an. Dann sie. „Option C?“

    „Dann trainierst du mit Spider.“ Sie schaute zu Spider, der sofort bereitwillig aufsprang.

    „Komm, Murph!“

    Murphy seufzte und stand auf. Missmutig lief er zur Matte hinüber und ging auf Abstand. Wieder hatte er die Gestalt des jungen, dunkelhaarigen Mannes. Er beobachtete Spider, der sich bereit machte, was bei ihm mit einigem Herumhampeln einherging. Dann sah Murphy zu Pakhet. „Muss ich?“

    Sie brummte eine Bestätigung und lehnte sich gegen das Fenster, während Crash sich auf der gegenüberliegenden Seite gegen die Wand lehnte.

    Murphy grummelte etwas Unverständliches und nahm halbherzig Haltung an. Wie die anderen auch, trug er einfache Trainingssachen.

    Spider kam auf ihn zu und versuchte Murphy am Hosenbund zu fassen zu bekommen, doch Murphy wich zurück. Spider machte einen Seitenschritt. Murphy folgte. Er zeigte keine Anstalten, selbst anzugreifen, wich immer nur zurück.

    Knapp eine Minute ging es hin und her. Murphy war darauf bedacht, mindestens eineinhalb Meter zwischen sich und Spider zu halten, der dennoch neue Angriffe versuchte. Schließlich war es eine Finte, die es ihm erlaubte, Murphy zu packen zu bekommen. Während die Bewegungen der beiden immer schneller wurde – zwei Schritte rechts, drei Schritte links – deutete Spider einen Angriff von rechts an, brachte Murphy damit dazu nach links zu gehen, doch Spider machte einen gewagten Sprung nach links, schaffte es dabei Murphys Kragen zu fassen zu bekommen und fegte ihm dann die Füße unter den Beinen weg.

    Murphy landete rücklings auf der Matte und keuchte auf. „Autsch. Das macht keinen Spaß!“

    Crash lachte leise und erntete damit einen beleidigten Blick.

    „Das ist nicht lustig“, protestierte Murphy.

    Crash lachte weiter. Ein leises, tief rollendes Glucksen. „Schon. Du hast es dir selbst eingehandelt. Hörst nicht auf die Lady.“

    Der Junge rappelte sich auf und streckte die Schultern. „Och, ich höre schon.“

    „Du hast die Lady in der Arena zum Kampf angemeldet“, stellte Crash fest. „Ohne ihr Einverständnis.“

    „Das  …“ Er schaute zu Pakhet. „Hast du ihm das erzählt?“

    Crash trat auf den Jungen zu. „Ich kann meinen Teil denken.“ Er grinste ihn an.

    „Was soll das heißen?“, fragte Murphy und sah ihn an. Wieder wirkte er deutlich wie ein trotziger Teenager, der die Kritik eines Lehrers abschmettern wollte.

    „Die Lady verdient eine Entschuldigung.“

    Woher kam das denn? Zugegebenermaßen war auch Pakhet überrascht, dass Crash sich das ganze zusammengereimt hatte. Doch sie wusste, dass sein Körperbau und seine oft knappen Sätze dazu einluden, ihn als dumm zu stereotypisieren, was nicht der Wahrheit entsprechen musste. Er hatte fraglos genug gehört, um sich das zusammenzureimen.

    Murphy erwiderte seinen Blick trotzig. „Warum darfst du sie Lady nennen?“

    Crash erwiderte nichts, sah auf ihn hinab und brummte.

    Für einige Sekunden trafen sich die Blicke der beiden, ehe Murphy sich abwandte. Er wollte an Crash vorbei zur Tür gehen. Doch soweit kam er nicht.

    Schneller, als dass Murphy reagieren, ja, schneller, als dass der Junge schauen konnte, hatte Crash ihn umgeworfen. Keine Sekunde später presste der Hühne den vermeintlichen jungen Mann bäuchlings gegen die Matten.

    „Du wolltest nicht etwa gehen, oder?“ Wieder grinste er.

    Murphy zögerte. „Ähm. Nein?“ Er versuchte den Kopf weit genug zur Seite zu drehen, um ihm ein unschuldiges Lächeln zu schenken.

    Crash brummte zufrieden und wartete, während Murphy mit den Armen zappelte, um dem einfachen Haltegriff – wenn man es so nennen wollte, da Crash ihn eigentlich nur mit einer Hand auf den Boden drückte – zu entkommen.

    Es dauerte fünf oder sechs Sekunden, bis Murphy aufgab. Er seufzte schwer und ergeben. Beinahe schon glaubte Pakhet, dass er sich ergeben und tun würde, was Crash verlangte. Doch natürlich nicht.

    Stattdessen schrumpfte der Junge auf einmal zusammen, ehe eine Dohle wütend krächzend unter Crash hervorflog, der nur noch Murphys Kleidung hielt.

    Beeindruckend. Sicher, sie hatte von Smith gehört, dass der Junge magischen Gestaltwandel beherrschte, hatte es aber bisher nie gesehen.

    Crash allerdings zeigte keiner Überraschung. Seine Hand schnellte in die Luft und bekam den Vogel an den Füßen zu greifen.

    Die Dohle flatterte, krächzte noch wütender, hackte nach der großen Hand, die sie hielt, doch sie schaffte es nicht, sich zu befreien. Egal wie sehr sich Murphy wand, egal wie sehr er sich wehrte, er konnte nicht entkommen. Schließlich ergab sich auch die Dohle ihrem Schicksal.

    Der Hüne brummte zufrieden. „Du weißt, was ich will.“

    Ein gekränktes Krächzen war die Antwort. Dann wuchs die Krähe und ein nackter Murphy, wieder in derselben Gestalt wie zuvor, landete auf dem Boden. Er stöhnte auf, als er auf der Matte aufschlug und fluchte leise. Nach ein paar Sekunden Verschnaufspause seufzte er genervt und sah zu Pakhet auf. Er verzog das Gesicht und holte tief Luft. „Das mit der Arena tut mir Leid.“

    Crash brummte drängend, woraufhin der Junge die Augen verdrehte.

    „Ich dachte halt, du kommst klar, weißt du? Konnte nicht wissen, dass der Große  …“

    Crash unterbrach ihn: „Ich habe einen Namen.“

    Noch ein Augenverdrehen folgte. „Konnte ja nicht wissen, dass Crash“ – er betonte den Namen extra – „wirklich so stark ist. Ich wollte dich nicht umbringen oder so.“ Er kämpfte sich hoch, setzte sich in den Schneidersitz und verschränkte die Arme. Dass sein Schritt gerade entblößt war, störte ihn nicht.

    Pakhet sah ihm betont in die Augen. „So etwas kommt nicht noch einmal vor.“

    Murphy seufzte. „Ja. Sorry, echt.“

    Für einige Sekunden fixierte sie ihn fest, nickte schließlich jedoch. „Schon okay.“

    Wieder brummte Crash. Er schien zufrieden und schenkte ihr ein amüsiertes Grinsen.


    .

    Die Ratten sind leider nun 2 Jahre alt und damit am Ende ihrer Lebenszeit angekommen. :( Zwei sind schon gestorben und wir gehen bei Luna nicht davon aus, dass sie noch länger als ein paar Wochen bei uns bleiben wird. Victor und Vigora, da sie wilde sind, werden wahrscheinlich aber noch etwas machen.


    Die Hündin hat aber vorher in einer Pflegefamilie (auf einem Hof) mit Kleintieren, anderen Hunden und Katzen zusammengelebt. Aussage ist: Sie ist zu faul, um irgendwen und irgendwas zu jagen. :P War ein Grund, warum wir uns so in sie verliebt haben.

    Gott, ich kann es gerade kaum glauben. Wir bekommen wohl Ende April einen Hund. <3


    Yasha Wolf Seki und ich hatten ja schon länger überlegt, einen Hund zu holen, weil wir beide solche Hundemenschen sind. Aber bisher ist es nichts geworden. Wir hatten aber gesagt: Wenn meine Masterarbeit fertig ist, schauen wir mal im Tierheim.


    Dann habe ich vor ein paar Tagen den "Fehler" gemacht mich bei Tierschutzorganisationen mal wieder die Hunde anzuschauen und viel zu seufzen ... Und dabei habe ich sie gesehen. Eine große Mischlingshündin, ehemaliger Straßenhund. Vier Jahre alt, faul, aber sehr lieb und wartet seit 2 Jahren auf ein neues Zuhause.


    Also mit Seki gesprochen und wir haben beschlossen uns auf sie zu bewerben. Man war ganz froh, dass sich jemand für sie interessiert. Weil halt deutlicher Mischling und weil so faul. Jetzt haben wir alles abgeklärt und ja ... Wir bekommen sie wohl <3


    Aaaah. Ich kann es kaum fassen! :D Ein Hund!

    Wer gibt einem das Recht zu entscheiden, ob diese Nicht-Existenz und das "Leid" des Lebens gut oder schlecht ist?

    Das ist nun einmal Philosophie. Darum geht es doch bei Philosophie. Es geht darum Grundsätze aufzustellen und zu begründen.


    Und eine recht verbreitete Annahme von diversen Philosophischen Richtungen ist halt eben: "Leid ist schlecht." Das ist nichts, was jetzt dieser spezielle Philosophie-Zweig erfunden hat, sondern ist die Grundlage von vielen philosophischen Überlegungen. Und in ethischen Überlegung ist Folge daraus halt: "Lebe so, dass du möglichst viel Leid verhinderst!"


    Antinatalismus ist halt eben einer der Philosophien, die dies zu einem extrem treibt.


    Denn ja, du kannst nun einmal nicht anzweifeln, dass jemand, der nicht existiert tatsächlich nicht leidet. Du könntest ein Argument dafür machen, dass durch die nicht-existenz bestimmter Personen anderes Leid verstärkt wird (sagen wir mal jemand, der für irgendwelche Friedensbewegungen wichtig war oder irgendeine tolle Erfindung gemacht hat, die viele Leute rettet), allerdings kann dahingehend halt eben auch mit dem Gegenteil gegengehalten werden (hätte Hitler nicht existiert blablablubb).


    Und ja, dieser ganze "Leid ist schlecht" Aspekt ist in der Ethik nun einmal zentral. Gerade moderne humanistische Strömungen bauen im Grundprinzip unter anderem darauf auf, dass es moralisch ist, unnötiges oder sinnloses Leid zu verursachen.


    Antinatalisten bauen halt auf dieser Grundlage auf und sagen, dass Leben eben sinnloses Leid ist.


    Wie gesagt, man muss dem nicht zustimmen. Ich tue es nicht. Aber es ist philosophisch absolut zureichend argumentiert. Und den Grundsatz: "Leid ist schlecht", den möchte ich hervorheben, denn der ist halt nun einmal in der Ethik extrem wichtig. Ob man ihn dann ad absurdum führen muss (es gibt auch andere Philosophische Strömungen, die das tun) ist eben eine andere Frage.