Beiträge von Alaiya

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    Hier kommt auch schon das nächste Kapitel, das vielleicht auch eine aufgekommene Frage über Heidenstein beantworten sollte. ;) Viel Spaß.
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    [23.05.2011 – D11 – Notversorgung]


    Die beiden Wachen wechselten einen Blick, als Pakhet mit Heidenstein durch die Tür des Krankenhauses trat.

    „Schaut nicht so blöd“, grunzte sie, froh, jemanden zu haben, an dem sie ihre schlechte Laune auslassen konnte.

    „Was ist passiert?“, fragte der eine – ein glatzköpfiger, kräftiger Russe – in gebrochenem Englisch.

    „Mission. Unfall.“ Mehr sagte sie nicht dazu. „Kann mir jemand helfen? Oder zumindest den Aufzug rufen?“ Sie trug Heidenstein nicht mehr, stützte ihn nur, da er darauf bestanden hatte, selbst zu laufen. Laufen war dabei als Begriff hoch gegriffen, da er seine Beine eher unkoordiniert voreinander setzte, während sie einen guten Teil seines Gewichtes stützte.

    Zumindest verstand der Wächter. Er hängte seine Waffe an den Gürtel und eilte zum Aufzug, um den Knopf zu drücken, ehe er zurückkam, um den anderen Arm Heidensteins zu nehmen.

    Der andere Wächter blieb stehen. Es war besser, wenn einer hierblieb.

    Irgendwie schafften sie es gemeinsam, Heidenstein in den Keller zu bringen, wo Pakhet sich unsicher umsah. Sie wusste, dass drei der sechs Räume zur Linken Behandlungsräume waren. Die anderen waren Abstellraum, ein Patientenzimmer mit sechs Betten und zuletzt das kleine Werkzimmer.

    „Wohin?“, fragte sie schließlich an Heidenstein gewandt.

    „Hinten. Rechts“, erwiderte er.

    Sie hob die Augenbraue. Sie wusste nicht, was das für ein Zimmer war, doch nickte sie dem Wachmann zu. Sie schleppten Heidenstein zu der Tür, die durch ein Zahlenschloss gesichert war.

    Heidenstein nahm seinen Arm von der breiten Schulter des Russen und gab eine Nummer ein, woraufhin sich die Tür mit einem grellen Piepsen öffnete. Dahinter lag, was einige wohl als magisches Refugium bezeichnet hätten: Ein Raum, dessen Boden ein offenbar aus irgendeinem festen, dunklen Material gegossenener Ritualkreis zierte. War es schwarzes Glas? Diverse Kräuter, Steine, Kerzen standen in einem einfachen Holzregal am Rand des Zimmers.

    Pakhet schloss die Augen und seufzte. Sie wandte sich an den Wachmann. „Danke. Ich komm schon allein mit ihm klar.“

    Etwas unsicher musterte der Wächter sie und dann Heidenstein, der jedoch ebenfalls nickte, ehe er sich in das Zimmer schleppte. Also nickte der Russe und wandte sich ab, um zu seinem Posten zurückzukehren.

    Pakhet kam nicht umher, sich zu fragen, ob er wirklich ein Vory war. Von allem, was sie über Heidenstein und seine Verbindung zu den Vory wusste, konnte es nicht anders sein. Wie auch immer Joachim Anderson Kontakt zu den Vory v Zarkone aufgebaut hatte. Gab es in den UK nicht weit mehr Mitglieder der Cosa Nostra?

    Sie wartete, dass der Wächter den halben Gang hinter sich gelassen hatte, ehe sie vortrat und Heidenstein vorsichtig bei der Schulter griff. „Du wirst jetzt keine Anstalten machen, dich selbst zu heilen“, zischte sie.

    „Was soll ich sonst tun?“, erwiderte er.

    „Dich von mir verarzten lassen.“ Zur Hölle! Sie hatte ihn im Wagen bereits notversorgt, hatte ihn vor allem aus seiner vermeintlich kugelsicheren Weste geschält, die ganz offenbar selbst zersplittert war. Wie auch immer es dazu gekommen war  … Er hatte den ganzen Weg auf der Ladefläche des Teamvans, der aktuell ohnehin die meiste Zeit in Heidensteins Garage parkte, verbracht. Jetzt bereute sie, dass sie ihm von dem Schmerzmittel, dass sie in seinem eigenen Notfallkoffer gefunden hatte, verabreicht hatte.

    „Du bist keine Ärztin“, antwortete er und machte Anstalten sich in den Zirkel zu setzen.

    Sie hielt ihn zurück. So schnell gab sie nicht auf. Sie mochte keine Ärztin – und auch keine Magierin – sein, aber sie wusste, dass er Blut verloren hatte, dass er schwach war, und dass Magie in diesem Zustand verdammt gefährlich war. „Du kommst jetzt mit.“

    „Lass mich“, grummelte er. Wie hatte er überhaupt noch die Energie, sie abzuwehren?

    „Du kommst mit oder ich setze dir einen deiner eigenen verdammten Giftpfeile in den Nacken“, zischte sie. Es war schwer, ihn festzuhalten, ohne seinen verwundeten Rücke zu belasten. Sie beschloss dennoch, dass ihre Priorität notfalls wäre, ihn abzuhalten, sich mit einem Zauber selbst umzubringen.

    „Du weißt, dass das gefährlich wäre“, erwiderte er.

    „Ja, verdammt, weiß ich, du Idiot!“ Sie konnte sich nicht mehr beherrschen. Ihre Stimme wurde lauter. „Aber, fuck, ich weiß auch, dass irgendein Zauber dich im Moment umbringen könnte.“ Damit schaffte sie es irgendwie, seinen Arm über ihre Schulter zu bekommen und zerrte ihn von seinem Septagrammkreis fort. „Jetzt hör auf, dich zu wehren.“

    „Aber  …“

    „Oh, verflucht noch mal, Doc, merkst du nicht, dass ich dir helfen will?“

    „Ich zweifle nur an, dass es viel gibt, was du für mich tun kannst“, murmelte er. Zumindest gab er die Gegenwehr auf. Er verstand zu haben, dass sie es ernstmeinte, wusste, dass er keine Chance hatte, wenn er mit ihr rangelte.

    „Wieso habe ich nur das Gefühl, dass ich beleidigt sein sollte?“ Sie zerrte ihn mit sich in das nächste Behandlungszimmer auf der gegenüberliegenden Seite des Flurs und legte den Lichtschalter um. Dann schleppte sie Heidenstein zur Liege. „Leg dich hin.“ Sie sah sich im Zimmer um, versuchte herauszufinden, wo sie was finden würde. Sie kannte sich mit Notfallkoffern aus, nicht mit Krankenhauszimmern. Und natürlich waren die Schränke nicht beschriftet.

    Da sie wenig Wahl hatte, öffnete sie Schränke einen nach dem anderen. Nierenschalen. Ein Anfang. Da, ein Korb mit Einmalpinzetten. Die würde sie brauchen. Tupfer. Gut. Wo zur Hölle war Material zum Nähen? Und Jod?

    Sie fluchte leise, drehte sich um, um die Nierenschale mit den Sachen auf einen jener fahrbaren metallenen Tische, wie sie Ärzte oft benutzten, zu stellen.

    Heidenstein stand noch immer, halb gegen die zweite, bei der Wand stehende Liege gelehnt.

    Sie stöhnte. „Leg dich hin!“

    Er beobachtete sie schweigend.

    Idiot! Sie hatte keine Zeit sich mit ihm abzugeben. Erst einmal brauchte sie ein paar Sachen. Der Lagerraum. Da sollte sie Stereolösung finden. Vielleicht auch das verdammte Jod!

    Also marschierte sie zielstrebig aus dem Raum und zum Lagerraum am anderen Ende des Gangs. Auch dieser war mit einem Zahlenschloss gesichert, aber sie kannte die Nummer – 8845 – die sich dankbarerweise nicht geändert hatte, seit Heidenstein sie letzte Woche losgeschickt hatte, um Bandagen für Spider zu holen.

    Der Junge hatte, wie sich herausgestellt hatte, eine magische Anziehungskraft für Pistolenkugeln.

    Tatsächlich fand sie hier, was sie suchte: Infusionslösung, Schmerzmittel und eine große Flasche Jod. Gut.

    Wahrscheinlich war es nicht übliches medizinisches Vorgehen, doch sie nahm alle drei Behälter und eilte damit in das Zimmer zurück, in dem Heidenstein gerade auf dem Weg zur Tür war.

    Okay. Das reichte jetzt. „Leg dich verdammt noch mal hin!“, fuhr sie ihn an. Sie legte die drei Behälter vorsichtig auf der Arbeitsfläche von einem der Schränke ab und schob Heidenstein dann zur Liege zurück.

    „Was  …“ Er schaute zu den Sachen, sein Blick unfokussiert. „Was hast du da?“

    „Stereo für deinen Kreislauf, Morphine und Jod.“ Sie presste ihn gegen den Rand der Liege. „Jetzt leg dich hin oder ich überlege mir das mit dem Pfeil noch mal.“

    Für einen Moment schwieg Heidenstein, blickte zwischen dem Beutel Stereo und ihr hin und her. Dann seufzte er und kletterte mit einem leisen Stöhnen tatsächlich auf die Liege, wo er sich vorsichtig auf den Bauch legte.

    Erleichtert atmete sie durch und begann, die Infusion vorzubereiten. Einen entsprechenden Ständer fand sie in der Ecke des Raums. Schlauch und Nadeln in einer Schublade. Sie war nicht besonders gut darin, Infusionen zu legen. Immerhin waren die meisten ihrer Erste-Hilfe-Fähigkeiten der Selbstversorgung geschuldet. Sie konnte sich jedoch selbst keine Infusion legen. In einer Prothese machte diese wenig Sinn, gleichzeitig war sie mit der Prothese aber nicht geschickt genug, sich selbst einen Zugang in den rechten Arm zu legen. Entsprechend fehlte es ihr an Erfahrung. Nicht, dass sie es Heidenstein gegenüber erwähnen würde.

    Da er auf dem Bauch lag, konnte sie die Nadel nicht einmal in die Armbeuge stecken. Großartig.

    „Was machst du da?“, hauchte er matt, während sie versuchte, die Nadel in die Vene an seinem Handrücken zu fimmeln.

    Sie brauchte drei Anläufe, bekam aber schließlich Blut. Also sollte die Nadel stecken. Sie fixierte sie mit einem Fixierpflaster. „Dir einen Zugang legen?“

    Er murmelte etwas Unverständliches und sie beschloss, es zu ignorieren. Stattdessen schloss sie die Nadel am Ende des Schlauchs an den Infusionsbeutel an, ließ die Flüssigkeit durch den Schlauch laufen und drehte ihn an die Kanüle, nachdem die ersten Tropfen herauskamen. Dann ging sie zur Ablagefläche zurück, kramte eine Spritze aus der Schublade hervor und zog diese mit dem Morphin auf. Für einen Moment zögerte sie. Sie wusste in etwa, wie die Dosierung sein musste, wusste aber nicht, wie viel er wog. Auf der anderen Seite: Sie konnte nicht so weit daneben liegen, als dass es ihm zu sehr schadete. Also schätzte sie nach ihrem Gefühl. Sie hatte ihn vorher zum Wagen geschleppt. Achtzig Kilo klang richtig.

    Sie spritzte die Flüssigkeit in den Beutel, wie sie es selbst bei Ärzten am Zentrum gesehen hatte.

    Vielleicht wäre es besser gewesen, hätte sie ihn dorthin gebracht – doch die Strecke war weiter gewesen. Es war ihr so viel logischer vorgekommen, ihn hierher zu bringen.

    Okay. Sie brauchte eine Verbandsschere. Sie würde ihn sicher nicht aus dem dünnen Shirt schälen, dass blutdurchtränkt an seiner Haut klebte. Erneut blickte sie sich um, fand aber dieses Mal schneller, was sie suchte.

    Sie schnitt den Stoff am Rücken auf. Es war schwerer, als gedacht, da der Stoff in Fetzen hing. Doch sie scherte sich nicht drum.

    Wortlos schob sie seine Hose ein Stück herunter, da auch diese Spuren von Blut und einige Löcher zeigte.

    Seine gesamte Rückseite war brutal zugerichtet. Alles war von Blut überströmt – auch wenn keine der einzelnen Wunden besorgniserregend stark blutete – und an mehreren Stellen ragten Splitter, sowohl von seiner Weste, als auch Schrapnell der Granate, aus der Haut. Er hatte wirklich Pech gehabt. Und es war ihre Schuld gewesen.

    Fuck.

    Sie nahm einen Kanister destillierten Wassers von der Arbeitsfläche und begann seinen Rücken soweit möglich abzuwaschen, um besser arbeiten zu können. Dann machte sie sich an die eigentliche Arbeit.

    Ihre Prothese behinderte sie, doch hatte sie genug Gefühl in den cybernetischen Fingern, um ihrer rechten Hand zu assistieren, mit der sie zuerst die groben Splitter entfernte. Mit der Prothese drückte sie Tupfer gegen die Wunden, um die erste Blutung zu stillen, während sie mit der anderen Splitter und Schrapnell entsorgte.

    Die Arbeit brauchte Konzentration, wofür sie dankbar war. Sie wollte nicht darüber nachdenken, was gerade geschehen war.

    Es waren so viele Wunden. Ein Teil von ihnen musste genäht werden, bei den meisten lohnte es sich kaum. Die Splitter und das Schrapnell waren zu klein. Ein richtiger Arzt hätte an manchen Stellen vielleicht die Haut weiter beschnitten, aber sie hielt sich zurück. Nur sechs Mal schnitt sie mit dem Skalpell, um an Schrapnell zu kommen, das sich besonders tief in sein Gewebe gebohrt hatten.

    Zumindest schwieg Heidenstein. Vielleicht war er auch eingeschlafen, doch das leise Zischen, das er ab und an von sich gab, wenn ein Stück sich nicht sofort lösen wollte, sprach dagegen. Er hatte offenbar eingesehen, dass Widerstand zwecklos war.

    Am Ende waren es 54 Stücke, die sie aus Heidensteins Haut und dem darunterliegenden Gewebe entfernte, ehe sie die Wunden verband. Nur drei der größeren Schnitte nähte sie notdürftig.

    „Noch wach?“, fragte sie betont sanft.

    Er grunzte leise.

    „Ich bin fertig“, meinte sie. „Du kannst versuchen, dich aufzusetzen.“

    Mittlerweile war auch der Beutel Stereo durchgelaufen.

    Mühsam drehte Heidenstein sich auf die Seite, ließ seine Beine über die Seite der Liege hängen und nutzte ihre Masse, um sich aufzusetzen.

    Er war mittlerweile gänzlich nackt. Sie hatte kaum eine andere Wahl gehabt, als seine Hose ganz auszuziehen, als sie die Wunden an seinen Beinen behandelt hatte. Da allerdings auch sein Hintern einiges abbekommen hatte, war es kaum verwunderlich, dass Schmerz auf seinem Gesicht erkennbar war.

    Zumindest einer Sache wurde nun klar: Er war nicht so alt, wie er vorgab. Streifen auf seinem Gesicht sprachen für Make-Up. Make-Up unterstützt mit einer Maske. Auch sein Körper war nicht der eines fünfzig- oder sechzigjährigen Mannes. Anders, als in Haupthaar und Bart zeigte sich an Armen, Beinen und Brust kein Grau.

    Er musterte sie, verzog das Gesicht. „Im Vorratszimmer findest du Krankenhaushemden“, meinte er in einem geschlagenen Tonfall. „Hol mir eins, ja?“

    Sie nickte, stand auf und ging, um das Hemd zu holen – froh, dass er dieses Mal wartete.

    „Danke“, flüsterte er leise, als sie ihm half, in das Hemd zu schlüpfen.

    „Kein Problem.“ Sie bot ihm ihren Arm an, um ihm aufzuhelfen. „Ich nehme an, du willst oben schlafen, oder?“

    Der Schatten eines Lächelns huschte über sein Gesicht. Dann nickte er und stand vorsichtig auf. „Ja.“



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    Nomura hat in einem Interview mal behauptet, er habe keinen Plan was er mit Kairi in Zukunft anfangen soll...dass hat sich wohl irgendwie bestätigt.

    Hab das Gefühl Nomura wird irgendwas sinnloses einbauen. Sowas wie das Ava in Kairi drinnen ist und Kairi ihre Kraft schenkt, lol

    Nomura ist generell nicht gut mit weiblichen Figuren und war es IMHO auch nie. Weibliche Figuren sind bei ihm fast immer in erster Linie Plotdevices, ohne groß eigene Ziele und Motivation zu haben. :( Ihre Ziele werden praktisch immer von außen bestimmt und man kann darauf wetten, dass sie irgendwann gedamselt werden, damit der Held sie retten kann.


    Und die schlimmste Welt war ja wohl die Fluch der Karibik Welt. Das Einzige was man erledigt ist segeln und irgendwelche Krabben einfangen lol

    Die mochte ich tatsächlih nach Big Hero 6 am liebsten - einfach weil es mein liebster FdK Teil war und ich die Schiffssteuerung nett fand. Plus: Sie haben die What will we die for Rede drin behalten. <3


    Weiterst hieß es in den Leaks, dass die Welt beim Secret Ending von "The World ends with you" sein sollte.

    Wäre definitiv interessant und würde Shibuya und Shinjuku erklären.

    Und das Game war viel zu leicht.

    Oh ja.


    Ich habe wie immer beim ersten Durchlauf "Normal" gespielt und kam mir verarscht vor. Bei den bisherigen KHs hatte ich zumindest mit ein paar Bossen Probleme, in KH3 ... Ganz am Anfang bin ich einmal KO gegangen, weil ich noch nicht in den Kontrollen so richtig drin war. Dann habe ich mich einmal beim Schiff-Bosskampf ins KO navigiert. Na ja und im finalen Bosskampf (also gegen diese Belphegor-Version oder was auch immer von NOOOORT) bin ich einmal KO gegangem. Drei Mal gesamt. Das ist ... gelinde gesagt einfach lächerlich einfach. :(


    Ich habe mich teilweise richtig drüber geärgert.


    Ach ja, was ich aber auch sagen muss: Teilweise war das Pacing zwischen den Speicherpunkten mies. Manchmal waren da 50 Minuten und mehr zwischen 2 Speicherpunkten, weil man dann erst noch dieses oder jenes Minispiel machen musste, um wieder speichern zu können :( Das hat ein wenig genervt.

    Ich gehöre zu den Leuten, die genervt hat, dass Sora so zentral für alle finalen Kämpfe ist. Ich hätte mich gefreut, hätte ich jeweils in den Kämpfen einen der anderen Charaktere spielen können.


    Speziell weil die weiblichen Charaktere echt alle keinen coolen Moment haben durften. Die männlichen auch weniger, weil Sora ja awesome sein muss (und die einzige Sache, die den Machern dazu einfiel, war, alle anderen runterzuspielen), aber gerade das Aqua ihr cooler Moment genommen und Kairi direkt wieder gedamselt wurde hat mich genervt.


    Dafür mochte ich aber die Wiedervereinigung der Twilight-Town Gang. Da habe ich echt geheult.

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    Heute kommen wir zu einem meiner liebsten Kapitel aus dem ersten Arc. Bzw. dem ersten von drei zusammengehörigen Kapiteln, die einen wichtigen Punkt in Pakhets Charakterentwicklung darstellen. :) Viel Spaß!

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    [23.05.2011 – D10 – Untot]


    Savanne, strahlende Sonne, Hitzeflimmern und eine Horde Zombies. Gab es etwas, das im Kopf eines US-Amerikaners klischeehafter „Afrika“ sagte?

    Pakhet rannte. Das Ganze lief so gar nicht, wie sie es erwartet hatte. Verflucht, ihr Auftragsgeber hätte sie verdammt nochmal vor den Zombies warnen können. Aber das war ihm wahrscheinlich entfallen. Fuck.

    In alten Filmen waren Zombies langsam gewesen, hatten sich in Zeitlupe bewegt, doch wenn man sich reale Untote ansah, musste man feststellen, dass neue Filme weit näher an der Realität waren. Die meisten Leute, die sich in Zombies verwandeln ließen, taten dies, zum einen, um dem Tod durch Krankkeit zu entkommen, zum anderen aber auch, um stärker, schneller, fitter zu werden. Reale Zombies wurden erschaffen und entstanden nicht durch Bisse oder irgendwelchen illegalen Laboren entkommenen Viren.

    Dabei war sie nicht einmal sicher, ob diese Zombies real waren oder teil der Taschendimension, in der sie waren.

    Sie sah hinter sich. Die Horde Untoter – fünfzehn oder sechzehn von ihnen – war hinter ihr zurückgefallen. Allerdings traf dasselbe auch für Heidenstein zu.

    Heidenstein hatte sie begleitet, als sie den Auftrag bekommen hatte. Sie hätte wissen sollen, dass es schief gehen würde. Sie korrigierte sich. Sie hätte es nicht wissen können. Heidenstein war ein akzeptabler Kämpfer, ein guter Schütze und dachte taktisch. Sie hatte nicht gewusst, dass die Hälfte des Auftrags umfassen würde, von Zombies fortzulaufen.

    Was nun?

    Sie setzte über einen Busch hinweg – es gab hier keine Wege – und blickte wieder über ihre Schulter. „Doc!“, rief sie.

    Die Zombies waren nur knapp fünf Meter von ihm entfernt.

    Sie selbst hatte etwas mehr als fünfzehn Meter Vorsprung.

    Verdammt, sie mussten bloß aus der Taschendimension herauskommen, dann wären sie in Sicherheit. Es war schwer zu schätzen, wie weit sie vom Ausgang entfernt waren. Vielleicht noch fünfzig Meter, vielleicht hundert.

    Sie lief weiter, konnte jedoch nicht anders, als sich wieder umzudrehen, um nach Heidenstein zu sehen. Er fiel weiter zurück. Verdammt.

    Was konnte sie tun?

    Sie wollte sich sicher nicht im Kampf mit fünfzehn Zombies anlegen. Das war Selbstmord. Vor allem, da Zombies gegen diverse Wunden unempfindlich waren. Sie spürten keinen Schmerz.

    Also. Was?

    Sie hatte einen Notfallplan, auch wenn nicht garantiert war, dass dieser in einer Taschendimension funktionierte. Aber hatte sie eine Wahl?

    Sie wechselte ihre Pistole in die Hand ihrer Prothese und griff an die Seite ihres Gürtels. Zwar mochte sie keine Granaten, doch waren sie oftmals eine gute Methode, um sich den Rücken freizuhalten. Sie waren unschön. Sie hatten oftmals unbeabsichtigte Nebenwirkung. Im Moment hatte sie keine Wahl.

    Kurz schloss sie die Augen, um den Plan genauer zu fassen. Wenn sie die Granate knapp hinter die Zombies warf, konnte sie – hoffentlich – den Zombies genug Schaden zufügen, um sie zumindest zu verlangsamen und Heidenstein zu retten. Sie musste es probieren. Die Chancen waren zumindest besser, als würde sie allein mit nur einer Pistole gegen fünfzehn Untote antreten.

    Mit den Zähnen zog sie den Sicherungsbolzen der Granate, die klein genug war, um in die Innenfläche ihrer Hand zu passen. Aus der Laufbewegung heraus drehte sie sich, schleuderte die kleine Kugel. „Doc, spring!“, rief sie und verfolgte mit den Augen die Flugbahn der Granate.

    Erkenntnis zeigte sich in Heidensteins Gesicht, dann Schreck. Er versuchte zu springen, schaffte es aber nicht. Nicht weit genug zumindest.

    Die Granate landete, zog die Aufmerksamkeit von zumindest drei Zombies auf sich, die innehielten. Die Granate war zwischen ihnen gelandet, nicht hinter ihnen.

    Verdammt.

    Pakhet setzte zur Drehung an, um weiterzulaufen, als der Knall der Explosion erklang. Die Druckwelle fegte an ihr vorbei, trug vereinzeltes Schrapnell mit sich – nicht genug, um sie zu ernsthaft verletzen. Ihre Lederjacke schützte sie.

    Anders jedoch sah es mit Heidenstein aus. Er war zu nah gewesen. Die Druckwelle riss ihn zu Boden.

    „Doc!“, rief sie und hielt inne. Sie sollte weiterlaufen, verdammt! Sie musste weiterlaufen!

    Die Explosion hatte acht der Zombies zerfetzt – wortwörtlich. Die Granate hatte die vier, die ihr am nächsten gewesen waren, in Stücke gerissen. Vier andere hatten ebenfalls schweren Schaden erlitten, lagen blutend am Boden, rührten sich nicht. Die anderen sieben waren auseinandergestoben. Drei von ihnen hatten Schrapnell abbekommen, schienen angeschlagen, verwirrt, und für den Moment gingen alle sieben in Deckung zwischen den trockenen Büschen und Bäumen der Savanne.

    Nur Heidenstein rührte sich nicht.

    Fuck. Hatte sie ihn getötet?

    Sie sollte weiterlaufen. Sie wusste es. Der gold-rote Stein, wegen dem sie überhaupt hergekommen waren, lag schwer in ihrer Tasche. Irgendein magisches Artefakt. Pakhet konnte nicht sagen, was seine Aufgabe war. Alles, was sie wusste, war, dass der Auftraggeber es hatte haben wollen, bereit war, viel Geld dafür zu zahlen. Und, dass das letzte Team, das versucht hatte, es zu holen, nicht zurückgekommen war. Sie hatten ihre Überreste gesehen.

    Sie sollte mit dem Ding verschwinden, solange sie konnte, oder sie würde auch als ein paar abgefressene Knochen in einer magisch erschaffenen Savanne enden. Also warum verdammt nochmal lief sie nicht? Warum machte sie einen Schritt in die andere Richtung.

    Sie konnte Heidenstein nicht einfach zurücklassen. Wahrscheinlich war er tot, doch vielleicht  … Er konnte überlebt haben. Sie musste es sicherstellen.

    War sie wahnsinnig geworden?!

    Wahrscheinlich. Sie setzte den anderen Fuß, wurde schneller, hatte Heidenstein in wenigen Schritten erreicht und hockte sich neben ihn.

    Sie warf den Zombies einen raschen Blick zu. Soweit schienen sie verunsichert. Ja, da wo die eine Granate hergekommen war, könnten noch mehrere sein. Gut. Sollten sie sich fürchten.

    „Doc“, flüsterte Pakhet.

    Er war Blut überströmt. Es war schwer zu sagen, warum genau, doch hatte er deutliche Verletzungen am Rücken. Deutlich genug, als dass das Blut auf seiner leicht gepanzerten Jacke glänzte.

    Er stöhnte.

    Also war er nicht tot.

    Gut.

    „Verdammter Idiot“, seufzte sie und steckte ihre Waffe weg „Warum kannst du nicht springen, wenn man es dir sagt?“ Sie redete Unsinn. Sie war erleichtert.

    Kurz überlegte sie, auf einen der Zombies zu schießen, tat es aber nicht. Stattdessen steckte sie die Waffe weg und drehte Heidenstein in die Seitenlage. Dann hievte sie ihn hoch, warf ihn sich über die Schulter – froh, die nötige Stärke zu haben – und entlockte ihm damit ein schmerzerfülltes Stöhnen.

    Darauf konnte sie für den Moment keine Rücksicht nehmen. Wie sagte man? Erstes: Das Opfer aus der Gefahrenzone bringen. Die verdammte Taschendimension war eine einzige Gefahrenzone!

    Mühsam kämpfte Joanne sich auf die Beine und stolperte einen Schritt zurück, ehe sie das Gleichgewicht fand. Noch einmal verlagerte sie Heidensteins Gewicht, ehe sie ihre zweite Granate vom Gürtel fischte.

    Während sie die ersten schnellen Schritte machte, entfernte sie den Pin, legte einen Hebel um. Er gab ihr fünf Sekunden, Abstand zu gewinnen.

    Damit ließ sie die Granate fallen und beschleunigte ihren Schritt.

    Rennen konnte sie nicht, mit Heidenstein auf den Schultern. Er war für seine Größe erstaunlich leicht, wog dennoch mindestens achtzig Kilo, was selbst mit Militärtraining und magischer Stärke nahe an ihrem Maximum lag. Weit würde sie ihn so nicht tragen können. Doch weit musste sie nicht. Nur bis zum Ausgang – jenem kleinen Loch, das wie ein Fenster in der Luft schimmerte und sie nach Kapstadt zurückführen würde.

    Sie waren noch immer in Kapstadt. Sie waren von einem alten Tunnel in den Flats hierhergekommen. Die Dimension war wahrscheinlich von einem Hexendoktor erschaffen worden oder einem Moti.

    Die Explosion erklang, zusammen mit dem kreischenden Schreckensschrei von einigen der Zombies.

    Dann Stille, die auf ihre Ohren drückte. Da hinten war es. Der ovalförmige Ausgang hing aus dieser Perspektive beinahe schwarz in der Luft, war der Tunnel dahinter doch dunkel, verglichen mit dem hier herrschenden gleißenden Licht.

    Sie würde es schaffen. Sie würde  …

    Das Geräusch von schnellen, nackten Füßen auf staubig trockenem Boden erklang. Also hatten zwei oder drei von ihnen trotz allem beschlossen, dass sie beide eine zu vielversprechende Mahlzeit waren. Oder sie versuchten, den verdammten Stein zurückzuholen.

    Es war auch egal. Pakhet besaß so etwas wie Ehre. Sie würde den Stein nicht zurücklassen. Es war schlimm genug, dass sie die Mission riskiert hatte, um Heidenstein zu retten.

    Sie beschleunigte ihren Schritt. Mit Heidenstein auf der Schulter konnte sie nicht schießen. Sie musste den Ausgang erreichen. Und dann  …

    Ob die Viecher ihr würden folgen können? Sie konnte nur hoffen, dass es nicht der Fall war.

    Es waren vielleicht noch dreißig Meter.

    Instinktiv wusste sie, dass der erste Zombie sie fast erreicht hatte. Was konnte sie tun? Nicht viel, außer herum zu fahren und ihrem Instinkt folgend ihren stahlkappenbesetzten Schuh gegen seine Brust zu kicken. Sie warf den Zombie damit zurück, doch der nächste war knapp dahinter. Wieso musste alles so schiefgehen?

    „Lass mich runter“, meinte Heidenstein schwach.

    „Ja, sicher“, knurrte sie, verlagerte sein Gewicht erneut und fummelte ihre Waffe ungeschickt aus dem Holster. Sie schoss auf den Zombie. Einmal. Zwei Mal. Drei Mal. Vier Mal. Kurz hintereinander. Sie war aktuell nicht besonders genau. Dennoch traf eine Kugel den Untoten in den Hals.

    Dahinter kamen zwei weitere, für die weder Zeit, noch Munition hatte. Wenn sie sich nicht verzählt hatte, wäre ihr Magazin mit drei weiteren Schüssen leer.

    Also sammelte sie ihre Energie ein letztes Mal und sprintete, sich dem Geräusch der nackten Zombiefüße hinter ihr deutlich bewusst.

    Noch fünfundzwanzig Meter, noch zwanzig, zehn, acht, fünf  …

    Etwas griff nach ihrem Fuß, brachte sie beinahe zum Fall, doch sie trat nach hinten aus, riss sich los und schoss blind. Lief weiter.

    Noch drei Meter. Zwei. Sie sprang. Das Oval schwebte knapp einen halben Meter über den Boden und als sie es passierte, fühlte es sich an, als würde sie versuchen, in eine zähflüssige Substanz einzudringen. Sie merkte, wie eine unsichtbare Haut gegen sie sträubte – die magische Barriere der Dimension – schließlich aber nachgab und sie durchließ.

    Sie fiel und landete zusammen mit Heidenstein unsanft auf dem dreckigen Tunnelboden hinter dem Portal.

    Sie waren zurück in der physischen Welt, wo es nach feuchter Erde, Schimmel und Pisse roch.

    Mühsam richtete sie sich wieder auf – gerade rechtzeitig, um zu sehen, wie einer der Zombies ihnen springend folgte.

    Instinktiv hob Pakhet die Waffe und feuerte ihre letzten zwei Schüsse ab. Einer davon bohrte sich in die Stirn des Zombies, warf ihn zurück.

    Jenseits des Portals landete er auf dem trockenen Savannenboden.

    Für einen Moment verschnaubte sie, dann wandte sie sich Heidenstein zu, wollte ihn aufheben, nur um überrascht festzustellen, dass er sich selbst aufgerappelt hatte.

    Schwach krabbelte er zum Portal hinüber, richtete sich dort – an die rötliche Tunnelwand gestützt – auf und streckte eine Hand aus.

    Pakhet ging zu ihm, packte ihn bei der Schulter. „Was zur Hölle machst du?“ Jenseits des Portals waren weitere Zombies. Sie konnte sie sehen.

    „Das Portal schließen“, keuchte er. Schweiß stand auf seiner Stirn. „Lass mich. Bitte.“

    „Verdammter Idiot!“, rief sie aus und wollte ihn zurückreißen. Dann aber hielt sie inne. Sie wusste, dass es das richtige zu tun war. Wenn er noch die Kraft hatte.

    Ein Zittern lief durch Heidensteins Körper. Fast dachte sie, dass er es nicht schaffen würde, doch dann begannen die Ränder des Ovals zu verschwimmen, ehe das Portal in sich zusammenfiel.

    Es war Dunkel im Tunnel, nun, da magische Licht der falschen Savanne fehlte. So hörte Pakhet nur ein Stöhnen, gefolgt von dem dumpfen Aufschlag, des in sich zusammensackenden Heidensteins.


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    So, die nächsten beiden Kapitel. Morgen wird wahrscheinlich schon das nächste kommen. Leider habe ich aktuell immer das Problem, dass ich die neuen Kapitel unterwegs online setze und das BB oftmals über mobiles Netz nicht ordentlich lädt. Daher teilweise die Verspätungen.


    [19.05.2011 – D09 – Dank]


    Zwei durchgearbeitete Nächte hatten ihre Spuren hinterlassen. Sie schlief am Tag nicht so lang wie nachts. Entsprechend war sie noch müde, als sie gegen Mittag aufwachte.

    Sie war im Krankenhaus, im Gästezimmer Heidensteins.

    Noch immer konnte sie nicht glauben, dass die ganze Sache gut gegangen war. Sie hatten die Ware gestohlen, hatten sie in ein Lagerhaus, das Smith für sie gebucht hatte, gebracht. Dort gingen Agent und Hazel sicher, dass keine Tracker an den Kisten befestigt waren – eine solche Taktik war nicht unüblich für große Firmen und teure Ware. Auch wenn die Tracker gestört sein sollten. Sie hatten Aluminiumdecken über die Kisten gelegt.

    Mehr als alles andere verwunderte sie, dass Mik und Heidenstein nicht aufgefallen waren. Sie hatte Murphy dabeigehabt, der jeden Verdacht reflektierte, wie ein Schild.

    Sie schleppte sich in die Küche, setzte Kaffee auf, wartete, ging ins Badezimmer, um sich frisch zu machen.

    Sie hatte am Vorabend nicht mehr nach Zentralkapstadt reinfahren wollen. Zu gefährlich. Sie war ohnehin übermüdet gewesen. Zumindest war sie sich mittlerweile sicher, dass niemand ihr hier eine Niere entnehmen würde.

    Heidenstein war nicht hier. Vielleicht war er in seiner Straßenklinik. Vielleicht war er auch im Lagerhaus. Sie würden mit anderen Lastwagen die Ware später hierherbringen lassen.

    Agent und Hazel hatten falsche Daten für die Lieferungen in die Datenbank der örtlichen Klinik gegeben, falsche Bestätigungen gesendet. Wenn alles gut lief, würde der Diebstahl erst in fünf Tagen auffallen. Wenn alles gut lief  …

    Die Tür zur improvisierten Wohnung öffnete sich und Heidenstein kam herein. Sie war sich nicht sicher, wie er es machte, doch manchmal schien es, als würde er keinen Schlaf brauchen.

    „Ah, wir sind schon wach, hmm?“, scherzte er, als er sie bemerkte. „Guten Morgen.“

    „Uhum.“ Sie nickte müde. Gähnte. „Ich brauche einen Kaffee.“

    „Irgendwie habe ich langsam, aber sicher das Gefühl, mit einem Junkie befreundet zu sein.“ Er zwinkerte. Er hatte beste Laune.

    „Vielleicht bist du das auch“, meinte sie. „Was weiß ich schon über deinen Freundeskreis.“ Sollte es sie nicht beunruhigen, dass er sie als „Freund“ ansah?

    Er musterte sie. „Hat der Junkie noch etwas Kaffee für mich über?“

    „Wenn der Kaffee denn durchgelaufen wäre.“ Sie warf der Kaffeemaschine einen ungeduldigen Blick zu.

    Das Wasser zischte, gluckste, war laut Stand der Maschine aber erst halb durchgelaufen.

    Pakhet wandte sich zurück an Heidenstein. „Du wirkst bester Laune.“

    Er zuckte mit den Schultern. „Ich habe Grund zu feiern, nicht? Es ist alles bestens gelaufen.“

    „Wohl wahr.“ Sie seufzte. „Bisher.“

    „Pessimistin“, murmelte er.

    „Realistin“, verbesserte sie.

    Er verdrehte die Augen, lächelte aber, als er sie ansah. „Danke.“

    Sie zuckte mit den Schultern. „Es war ein Job.“ Mehr oder weniger. Auch wenn es eine Sache gab, über die sie nachdachte. „Die Sachen sind für das Krankenhaus, oder?“

    „Ja“, meinte er.

    Pakhet musterte ihn für einen Moment. „Der eigentliche Besitzer des Krankenhauses“ – also er selbst, doch sie sagte es nicht – „ist der Auftraggeber, oder?“

    Zur Antwort nickte Heidenstein. Sein Blick glitt zum Fenster, durch das man die rückseitige Zufahrt des Krankenhauses, den kleinen Verschlag für die dortigen Müllcontainer und das dahinterliegende trockene Grasland sehen konnte. Er wich ihrem Blick aus. Ein weiterer Punkt für ihre Theorie. „Er will das Krankenhaus gerne wieder normal in Betrieb nehmen.“

    „Ich habe Geschichten gehört“, meinte sie, „dass er Leute aus den Flats umsonst behandelt hat.“

    Heidenstein schürzte die Lippen. Sein Gesichtsausdruck war deutlich ernster als zuvor. „Ja. Er hat sich bemüht, Gutes zu tun, denke ich. Bevor  … Bevor er in finanzielle Probleme gekommen ist. Hier draußen wird es ohnehin wenig bezahlte Arbeit geben. Du weißt schon.“

    „Sicher“, meinte sie. Es war nicht so, dass niemand in den Flats versichert war. Doch viele waren es nicht. „Ich dachte nur  … Wenn er die Sachen dafür einsetzt. Er muss zumindest mich nicht bezahlen. Kannst du ihm das sagen?“

    Heidenstein schaute sie an. Für einen Moment schien er unsicher zu sein, was er sagen sollte. Er räusperte sich, holte Luft. „Das werde ich ihm ausrichten“, sagte er schließlich. „Danke. Pakhet. Das ist  … Überraschend  …“ Er suchte nach den richtigen Worten.

    „Ich weiß aufrichtige Arbeit zu schätzen“, erwiderte sie. „Ich weiß zu schätzen, wenn jemand versucht anderen zu helfen.“ Sie musterte zu ihm, fragte sich, ob er etwas sagen würde.

    Er schwieg.

    Sie wandte sich wieder der Kaffeemaschine zu, deren trockenes Zischen verriet, dass sie durchgelaufen war. Sie stellte die Maschine aus und fischte zwei Tassen aus dem Schrank über der Spüle. „Hier.“ Damit reichte sie kurz darauf eine der gefüllten Tassen Heidenstein.

    Er nickte und musterte sie noch immer. „Danke.“


    .


    [20.05.2011 – X04 – Ablenkung]


    „Wie ist das überhaupt passiert?“ Der Mann strich über ihren Arm.

    Pakhet schürzte die Lippen und seufzte genervt. Manche Leute hatten kein Taktgefühl. „Ein Drache hat meinen Arm gefressen.“

    Der Kerl – er hatte sich als Daniel vorgestellt und war recht sicher ein Tourist – schwieg für einen Moment. „Entschuldige.“

    Sie erwiderte nichts, starrte zum Fenster des Hotelzimmers. Warum konnte der Typ nicht endlich einschlafen? Normalerweise wartete sie darauf, ehe sie ging, doch langsam aber sicher spannte er ihre Geduld hart auf die Probe.

    „Es tut mir wirklich leid“, meinte er. „Ich wollte nicht taktlos sein.“

    „Warst du aber“, erwiderte sie.

    „Wie gesagt. Es tut mir leid.“ Seine Stimme klang, als würde er es meinen.

    Er kuschelte sich näher an sie heran, brachte sie damit dazu, ihrerseits weiter vorzurücken.

    Erneut seufzte sie genervt und setzte sich auf. Es hatte keinen Sinn darauf zu warten. Daniel hatte eindeutig andere Vorstellungen davon, wie er die Nacht verbringen wollte, als sie. Da hatte es auch keinen Sinn, weitere Freundlichkeiten vorzuschützen.

    Zumindest verstand er, was sie vorhatte. „Gehst du?“, fragte er bedrückt.

    „Ja.“ Sie ließ ihre Stimme nüchtern klingen und machte Anstalten gänzlich aufzustehen, als er nach ihrer Hand griff – dieses Mal ihrer Rechten.

    „Bitte. Warte.“

    Was war sein Problem?

    Auch er setzte sich auf und legte eine Hand auf ihre Schulter. „Bitte, bleib noch etwas. Ich mach', was du willst.“

    Oh, verdammt. Sie hatte das unbestimmte Gefühl, dass er einsam war. Dabei versuchte sie einsame Männer zu meiden. Sie wollte kurzen, unverbindlichen Spaß, nicht mehr. Sie wollte Ablenkung, aber sie wollte niemanden verletzen.

    „Ich sollte gehen“, meinte sie nüchtern.

    „Kann ich irgendetwas machen, damit du bleibst?“, fragte er.

    Verdammt. Was erwartete er denn? „Nein.“

    „Nur noch etwas“, flüsterte er und küsste ihren Nacken.

    Und am Ende spielte er all das nur vor und war in Wahrheit ein Menschenhändler. Als ob es für jemanden wie sie einen Markt gab. Dürr, muskulös, einarmig. Sicher, es war erstaunlich leicht, Bekanntschaften für eine einzelne Nacht zu finden, wenn man richtig aufzutreten wusste – zumal ihre Prothese auf die Ferne beinahe jeden täuschte – aber wer würde schon dafür zahlen?

    Sie verdrehte die Augen, während seine Lippen zu ihrer Wange wanderten. Sie wusste, dass sie gehen sollte.

    „Okay“, meinte sie leise und drehte sich zu ihm herum. Er war dunkelhaarig und hatte strahlend blaue Augen. „Ich bleibe. Nicht mehr als eine Stunde. Wenn du verdammt noch mal die Klappe hältst.“ Sie war nicht hier um zu reden.

    Daniel verstand. Er sah sie an, nickte. „Okay.“

    Es war eine dumme Idee, doch sie war genervt, verspannt, sie brauchte Ablenkung, brauchte Sex und wenn sie ihn schon hier hatte, konnte sie es genau so gut nutzen. Er sollte verstanden haben, dass es für sie nicht mehr war, als Sex. Sie musste kein schlechtes Gewissen wegen ihm haben. Sie würde ihn ohnehin nie wieder sehen.

    Und so fickte sie ihn noch einmal. Das dritte Mal diese Nacht. Ob er eine natürliche Ausdauer hatte oder Medikamente geschluckt hatte?

    Sie war froh, dass er zu seinen Worten stand und schwieg.

    Dennoch glitt sie schließlich, vielleicht vierzig Minuten später, aus dem Bett, stand auf und hob ihre Unterhose vom Boden auf, schlüpfte hinein.

    Er beobachtete sie schweigend, wie sie auch ihren schwarzen BH wieder anzog und die dunkle, halb durchsichtige Bluse überzog. Dann aber erhob er wieder die Stimme, als sie in ihren Rock schlüpfte: „Wie war noch einmal dein Nachname, Mary?“ Seine Stimme klang unsicher. Er wusste, dass sie nicht antworten würde, wollte die Hoffnung aber nicht aufgeben.

    Selbst wenn sie ihm den falschen Nachnamen der falschen Identität – Mary Montgomery – gab, würde es ihm wenig bringen. Doch tat sie es nicht. „Ich habe keinen.“

    Er war es, der daraufhin seufzte. Enttäuscht. „Oh.“

    Sie zog den kurzen Rock hoch und setzte sich auf den blauen Sessel des komfortabel eingerichteten Zimmers, um ihre Stiefel anzuziehen. „Denk' dir nicht zu viel, wegen dieser Sache“, meinte sie und musterte ihn.

    Er nickte still.

    „Sollte ich dich in irgendeiner Form verletzt haben, tut es mir leid.“ Warum sagte sie das überhaupt?

    Daniel drehte sich auf den Rücken und starrte zur Decke. Er seufzte ein weiteres Mal und leckte sich über die Lippen. „Schon gut. Du hast deine Intention deutlich genug gemacht“, erwiderte er tonlos. „Ich bin nur ein Idiot.“

    Was auch immer er überhaupt an ihr gefunden hatte.

    Sie atmete leise aus, nahm ihre Tasche und schritt eilig zur Tür. Sie wusste nicht, was sie sagen sollte. Genau deswegen wartete sie meistens, bis ihre etwaigen Partner eingeschlafen waren. „Noch  …“ Sie schüttelte den Kopf und öffnete die Tür. „Gute Nacht.“

    „Mach's gut“, kam es leise von ihm zur Antwort.

    Sie trat durch die Tür, schloss sie, hielt inne und atmete tief durch. Sie hasste solche Situationen. Doch was sollte sie tun?

    Mit einem Kopfschütteln machte sie den ersten Schritt und ging den Gang hinab. Ach, verdammt. Sie wollte gerade nichts mehr, als eine warme Dusche, einen heißen Kaffee und  … Sie wusste nicht einmal was.


    Bester Film

    BlacKkKlansman


    Ich bleibe weiterhin dabei, dass Black Panther den Oscar bekommen sollte (warum könnt ihr hier nachlesen), aber BlackKkKlansman könnte ich auch mit leben.

    Ich weiß nur, dass ich einen Schreikrampf bekomme, sollten Vice oder Green Book gewinnen. Gerade Green Book ... :sick:


    Beste Regie

    Spike Lee (BlacKkKlansman)


    Die Academy hat soweit Spike Lee Unrecht getan damit, ihn nicht zu nominieren. Ich denke daher, dass sie ihn dieses Mal den Oscar geben. Gerade Regie-Oscars sind dahingehend nicht selten strategisch.


    Bester Hauptdarsteller

    Rami Malek (Bohemian Rhapsody)


    Beste Hauptdarstellerin

    Olivia Colman (The Favourite – Intrigen und Irrsinn)


    Bester Nebendarsteller

    Adam Driver (BlacKkKlansman)


    Beste Nebendarstellerin

    Emma Stone (The Favourite – Intrigen und Irrsinn)


    Der Oscar geht oft an ein junges, sehr, sehr weißes Mädchen. Emma Stone wäre daher der klassische Kandidat.


    Bestes adaptiertes Drehbuch

    Eric Roth, Bradley Cooper und Will Fetters (A Star Is Born)


    Weil ich nicht davon ausgehe, dass der Film ganz leer ausgeht.


    Bestes Originaldrehbuch

    Deborah Davis und Tony McNamara (The Favourite – Intrigen und Irrsinn)


    Beste Kamera

    Alfonso Cuarón (Roma)


    Bestes Szenenbild

    Hannah Beachler und Jay Hart (Black Panther)


    Bestes Kostümdesign

    Ruth E. Carter (Black Panther)


    In der Kategorie sollte es nicht mal eine Frage sein.


    Beste Filmmusik

    Ludwig Göransson (Black Panther)


    Bester Filmsong

    “Shallow” (A Star Is Born)


    Auch wenn ich definitiv für All the Stars wäre.


    Bester Schnitt

    Barry Alexander Brown (BlacKkKlansman)


    Bester Ton

    Steve Boeddeker, Brandon Proctor; Peter J. Devlin (Black Panther)


    Bester Tonschnitt

    Ben Burtt; Steve Boeddeker (Black Panther)


    In beiden Kategorien verlasse ich mich auf den Freund, der in dem Job arbeitet und mir seit einem Jahr vorschwärmt, dass er selten so guten Tonschnitt gehört hat. *shrugs*


    Beste visuelle Effekte

    Christopher Lawrence, Michael Eames, Theo Jones; Chris Corbould (Christopher Robin)


    Ich könnte mir auch Inifnity War vorstellen. Jedenfalls wird das wohl an Disney gehen. Die Konkurrenz ist auch nicht wirklich gut.


    Bester Animationsfilm

    Spider-Man: A New Universe


    Bester animierter Kurzfilm

    Bao


    Bester fremdsprachiger Film

    Roma (Mexiko)

    Wie jedes Jahr ist es auch heuer wieder soweit und die Oscars bzw. Academy Awards werden an verschiedene Filme aus dem Jahr 2018 verliehen. Wir sind mittlerweile bei der 91. Oscarverleihung angekommen und starteten gleich mit einem Konflikt: Der Komiker Kevin Hart sollte dieses Jahr Gastgeber sein, war dann aber gezwungen zurückzutreten, da homophobe Aussagen aus seiner Vergangenheit ans Licht kamen. Dementsprechend bleibt die Verleihung 2019 ohne Gastgeber.


    Wir wollen aber nicht einfach nur über die Filme, die am 24. Februar ihre Preise erhalten, diskutieren, sondern gestalten das Ganze im Vorfeld etwas spannender mit einem Tippspiel. Ihr dürft also Jury spielen und vorhersagen, welche Nominierungen wohl den Preis ergattern! Zusätzlich könnt ihr aber auch noch eure persönlichen Sieger wählen. Denn seien wir ehrlich, nicht selten gehen die Meinungen in dieser Sache auseinander.


    Ablauf

    • Postet eure Tipps hier ins Thema. Nutzt dafür am besten die bereit gestellte Schablone.
    • Ihr dürft zwei Mal tippen! Einmal für eure Vorhersage und einmal eure persönlichen Favoriten, falls diese in euren Augen abweichen. Macht eure persönliche Liste aber kenntlich, sodass wir wissen, welche die Abgabe für das Tippspiel ist.
    • Packt die Listen bitte in Spoiler, sonst wird das hier alles sehr in die Länge gezogen. Die Moderation behält es sich vor, Beiträge zu editieren und Spoiler falls nötig zu ergänzen.
    • Es dürfen Kategorien übersprungen werden.
    • Begründungen und Diskussionen mit anderen sind erwünscht. Ihr dürft aber auch nur tippen oder nur mitdiskutieren.

    Nominierungen

    Schablone

    Löscht einfach alle Nominierungen raus, bis auf euren Gewinner. Wenn ihr etwas ändern wollt, dann postet die Liste einfach neu, damit es auch alle User mitbekommen (erwähnt am Besten, was ihr geändert/ergänzt habt). Ihr könnt auch gerne eine zweite Liste mit euren persönlichen Favoriten posten, macht dies aber kenntlich.


    Logischerweise ist die Deadline für alle teilnehmenden Tipps der offizielle Beginn der Oscarverleihung. Viel Spaß beim Tippen und diskutieren!

    Da ich ja nicht so der große Fan von Chats bin, war ich nicht dabei, aber ein paar der Fragen möchte ich mir hier schon einmal raussuchen. Teilweise auch nur um zu Klugscheißen.


    Wenn es keine weiblichen Orks gibt, wie pflanzen sie sich fort?

    Natürlich wird es weibliche Orks geben. Das Problem ist halt einfach, dass Fantasy, speziell High Fantasy, ohnehin schon sehr auf Männer fixiert ist. Orks gehen als Fantasy-Spezies mehr oder minder komplett auf Herr der Ringe zurück und Tolkien mag für viel bekannt sein, aber sicher nicht für die vielen Frauenfiguren in seinen Werken. Daher, dass praktisch sämtliche Werke, die Orks verwenden, generell viel vom Weltenbau von Tolkien borgen, hat sich dieses Nicht-Einbeziehen halt übertragen. ¯\_(ツ)_/¯


    Aber ja, es gibt auch Ork-Frauen. Man sieht sie nur nicht, weil High Fantasy halt meist einen Bias gegen die Darstellung weiblicher Figuren hat. Die einzige übliche High Fantasy Rasse, die wir en masse in weiblicher Ausführung sehen, sind ohnehin die filigranen Elfen. (Und natürlich Menschen.)


    Warum vertragen Vampire Mondlicht, wenn es eigentlich nur umgeleitetes Sonnenlicht ist?

    Was passiert mit einem Werewolf auf dem Mond?

    Nun, zwei Dinge: Für gewöhnlich hat der Vampir kein Problem mit UV-Strahlung, sondern meistens viel eher mit der Sonne als Symbolik für einen Gott. Zum zweiten ist es mythologisch nicht einmal so, dass Vampire eine Sonnenallergie haben. Dies ist eine ziemlich neue Darstellung, die erst mit modernen Horrorfilmen kam und aus diesen dann in etwaige Fantasy-Werke übernommen wurde. Selbst zur Zeiten von Gaslight Horror waren Vampire vielleicht von Sonnenlicht geschwächt, verloren ihre Kräfte oder mussten unter Umständen ihre wahre Gestalt zeigen, waren aber nicht tödlich allergisch dagegen.


    Ähnlich sieht es mit den Werwölfen und der Mondlichtverwandlung aus. Ich zitiere mich mal selbst:

    Zitat von NelaNequin

    Als dann die frühen Horrorfilme kamen, fanden dort auch die Werwölfe ihre Heimat. Während der Vollmond auch in ein paar Werwolfsmythen seine Rolle spielt, verbreiteten diese Filme die konkrete Verbindung zwischen Werwolf und der Verwandlung bei Vollmond, sowie der Verbreitung des Werwolf-Fluchs über einen Biss. Zwei Tropes, die viele moderne Werwolfgeschichten aufgegeben haben. (Quelle)


    Die ursprünglichen Werwölfe waren Krieger, die Wolfsgeister in sich aufgenommen haben. Jedenfalls gehen wir davon aus. Das wurde dann mit der Verbreitung des Christentums immer mehr negativ kanontiert, als Hexerei. Dazu kommt, dass der böse Wolf und damit der Werwolf auch, gerne als Symbolbild für Vergewaltiger genommen wurden, was dem Werwolf dann eine negative Kanontierung verpasst hat. Das wiederum führte dazu, dass der Werwolf als verflucht galt. Und daraus haben dann spätere Horrorfilme die Bindung an den Mond gemacht - gerade da man Wölfe halt oft mit dem Mond verbunden hat.


    Aber generell: Was sollte mit einem Werwolf auf dem Mond passieren? Er ist ja nicht von ihm abhängig.


    Es gibt selbst im Bereich Urban Fantasy kaum Franchises, in denen magische Elemente in moderne Technik integriert sind. Sind Magie und Technologie grundsätzlich inkompatibel?

    Nein, sind sie nicht. Viele Autoren sind IMHO nur zu faul, sich Gedanken zu machen, wie ihre Mysterys (und Urban Fantasy wird meist von Mysterys beherrscht) spannend bleiben, wenn die Charaktere doch google-fu nutzen können. Liegt wohl auch daran, dass Medien generell erst in den letzten drei, vier Jahren angefangen haben, Smartphones und Internet wirklich zu inkorporieren, sprich, dass es bis dahin kaum Referenzen dafür gab.


    Was passiert mit einem Ungeborenen, wenn die Mutter sich in einen Fisch, ein Reptil oder Ähnliches verwandelt?

    Ich kann nur sagen, dass sich die bei uns (also in der Welt von Mosaik und Der Schleier der Welt) mitverwandeln, selbst wenn eine solche Verwandlung das Risiko für eine Fehlgeburt erhöht. Aber ja, theoretisch ist es möglich das Kind so als Tier zur Welt zu bringen.


    [16.05.2011 – S03 – Frühsport]


    Pakhet war auf dem Laufband, als sich die Tür zum Trainingsraum öffnete und – zu ihrer Überraschung – Smith hereinkam.

    Sie ließ sich vom Laufband nach hinten tragen und sprang ab, um ihn anzusehen. Sie konnte sich nicht davon abhalten, etwas Misstrauen in ihren Blick zu legen. „Was machst du hier?“

    Smith lehnte an die Wand in dem ansonsten leeren Raum. Es war noch früher Morgen und die wenigsten neigten dazu, ihren Tag mit Sport zu beginnen. Normalerweise war auch sie um diese Zeit daheim, trainierte mit ihren eigenen Geräten, doch Heidenstein hatte sich mit ihr um halb neun treffen wollen. Deswegen war sie bereits hier.

    „Ich hatte gehört, dass du schon da bist“, meinte er. „So früh sieht man selbst dich nicht hier.“

    Pakhet nahm sich ihr Handtuch, wischte sich das Gesicht. „Und deswegen wolltest du ein Pläuschchen halten?“

    Smith lachte. „Gut, gut. Ich hatte gestern 'ne Mail vom Doctor bekommen. Einen Auftrag. Ich nehme an das, worauf du mich angesprochen hattest.“

    Zur Antwort zuckte sie mit den Schultern. „Nehme ich auch an.“

    „Weißt du schon, worum es geht?“

    Die Antwort war: „Nein, nicht wirklich“, aber so sagte sie es Smith nicht. Heidenstein hatte einige Andeutungen gemacht, war aber sehr zurückhaltend gewesen, wirklich darüber zu reden. „Noch nichts genaueres.“

    „Er will das Team, um eine Krankenhausausrüstung zu stehlen“, erklärte Smith.

    Das sollte sie eigentlich nicht überraschen. „Wahrscheinlich für seine Straßenklinik. Du weißt davon, oder?“

    „Natürlich.“ Smith musterte sie. „Aber es wäre mir neu, dass eine Straßenklinik hochspezialisiertes Equipment braucht.“

    Subtil war etwas anderes. Wieder zuckte sie mit den Schultern. „Wer weiß. Normalerweise hinterfragen wir die Aufträge von Kunden nicht.“

    „Sicher“, meinte Smith. Er musterte sie. „Du scheinst gut mit dem Doc klarzukommen, eh?“

    „Er ist intelligenter als viele andere hier.“ Sie sah zu Smith und fragte sich, ob er etwas andeuten wollte. „Das weiß ich zu schätzen.“ Dann schüttelte sie den Kopf und schaute auf die Uhr über der Tür. Es war kurz vor acht. Sie brauchte dringend den nächsten Kaffee. „Wieso?“

    „Es ist mir aufgefallen“, antwortete Smith. „Und hey, du weißt. Ich sehe euch gerne als Team zusammenarbeiten. Ich finde es hat Vorteile.“

    Sie schüttelte den Kopf. „Wenn du das meinst.“ Matt seufzte sie. „Kommst du mit auf einen Kaffee?“

    Erneut lachte Smith. Er schien heute wirklich gut aufgelegt zu sein. Anders als bei Michael machte es ihr bei Smith jedoch weniger Sorgen. „Liebend gerne, Madame.“



    .


    [16.05.2011 – D08 – Privatauftrag]


    Der kleine Besprechungsraum im Erdgeschoss der Zentrale sah aus, wie man es wohl von einem Besprechungsraum in einem Bürogebäude erwartet hätte: Sechs schwarze Tische in einer Hufeisenform, Stühle, Projektor, weiße Wände, große Fenster, durch die Paarden und den dahinter liegenden Hafen zu sehen war. Man hätte einen ähnlichen Raum wohl in diversen Bankfilialen und Computerfirmen gefunden.

    Allerdings wurden weder in Bankfilialen, noch in Computerfirmen Überfalle, Entführungen, Morde oder auch nur groß angelegte Sicherheitsoperationen oder Gangraids geplant.

    Wenn Pakhet den Worten Smiths Glauben schenkte, würden sie hier einen Überfall planen.

    Heidenstein war bereits da. Vor ihm auf dem Tisch stand ein Aktenkoffer, aus dem er einige Papiere hervorholte. Er war etwas fahrig, wirkte nervös.

    Als er sie nicht bemerkte, räusperte sie sich.

    „Ah, Pakhet. Du bist schon da“, meinte er und stand auf.

    Sie hob eine Augenbraue und sah auf das Papier. Es schienen Zeit- oder Fahrpläne zu sein. „Ich bin schon seit zwei Stunden hier“, antwortete sie.

    „Früher Vogel, eh?“ Er zwinkerte ihr zu und brachte sie damit dazu, die Augen zu verdrehen.

    Sie zog den Stuhl neben ihn bei Seite und setzte sich. „Du willst also wirklich die Chaostruppe engagieren, eh?“

    „Das war der Plan, ja“, meinte er. „Chaostruppe plus eins.“

    „Plus eins?“

    Heidenstein nickte. Er ließ ein kurzes Seufzen hören und schürzte kurz die Lippen. „Ich hatte mich letztens um ein Mädchen aus der Firma gekümmert. Hackerin. Ich dachte, ich nehme sie als externen Support mit dazu. Ich werde mehr als einen Hacker brauchen.“

    Pakhet seufzte. „Hättest du nicht dafür sorgen können, dass sie Agent ersetzt?“ Sie war froh, wenn sie den alten Hacker nicht ertragen musste. Er war ein elendiger Besserwisser. Davon abgesehen, dass sie bei einem Großteil der Missionen, die sie bisher mit dem Team abgearbeitet hatte, nicht eingesehen hatte, wofür sie einen Hacker brauchte. Sie hatten den anderen Söldner entführt – ohne dass der Hacker großartig geholfen hatte. Sie hatten das eine Mädel vom Mob befreit – ohne, dass der Hacker geholfen hatte. Sie hatten eine Mission einen Geschäftstypen aus den USA Personenschutz gewährt – ohne Hacker. Und sie hatten der Polizei geholfen, ein Drogenlabor ausfindig zumachen – dafür hatte der Hacker zumindest geholfen, indem er Informationen gesucht hatte.

    Alles in allem: Hacker waren praktisch, um Informationen zu finden. Hacker waren praktisch zum Hacken. Hacker halfen manchmal, digital verschlossene Türen zu öffnen. Doch waren Hacker sinnvoller auf Bedarfsbasis dazu zu holen, anstelle davon permanent in einem Team zu arbeiten, dass sie die meiste Zeit nicht brauchte.

    „Ich fürchte 'Nein'“, erwiderte Heidenstein.

    „Zu schade.“ Sie verzog das Gesicht und trank einen Schluck aus ihrer Kaffeetasse. „Also. Was ist jetzt dein großer Auftrag?“

    Er lächelte verschmitzt – etwas nervös. „Kannst du nicht bis nachher warten?“

    „Und da habe ich dich schon mit Smith in Verbindung gebracht.“ Sie schützte vor zu schmollen. Dann seufzte sie. „Schon gut.“

    „Gut.“

    Keine fünf Minuten fand sich Agent ein. Natürlich war er der erste. Er war ein Besserwisser, nahm jedoch alles sehr genau. Eine Minute später glitt ein Schatten in den Raum, verschwand in die hinterste Ecke und versteckte sich dort hinter einem Laptop. Es war ein asiatisch wirkendes Mädchen, mit schwarzem Haar und einer einzelnen blauen Strähne, die in sein Gesicht hing.

    Murphy kam kurze Zeit später. Heute trug er lange blonde Haare und eine hagere Gestalt, die an einen Rockmusiker nach zu viel Drogenkonsum erinnerte. Wäre seine Körperhaltung nicht gewesen, hätte man angenommen, er wäre nur zufällig reingelaufen. Er setzte sich auf einen Stuhl, schlug die Beine auf den Tisch und grinste dann zu ihnen hinüber. „Hi, Pakhet. Hi, Doc.“

    „Murphy?“, fragte Heidenstein.

    „Genau der.“ Ein breites Grinsen.

    Pakhet schüttelte den Kopf und leerte ihre Kaffeetasse.

    Murphy blickte zu dem asiatischen Mädchen. „Wer ist sie?“

    „Unterstützung“, erwiderte Heidenstein.

    Murphy richtete sich neugierig auf, schrumpfte etwas und sein Haar bekam eine dunkle Färbung. Er grinste zu dem Mädchen und hob die Hand. „Hi.“

    Das Mädchen sah kurz vom Bildschirm ihres Laptops auf, bemerkte ihn, errötete und wandte ihre Aufmerksamkeit wieder dem Rechner zu. Sie starrte auf den flimmernden Bildschirm. „Hi.“ Ihre Stimme war kaum mehr als ein Hauchen.

    Verständnislos schaute Murphy zu ihnen. Seine Mimik sagte eindeutig: „Habe ich etwas falsch gemacht?“

    Niemand machte sich die Mühe zu antworten.

    Es folgten Spider und Mik – mit drei Minuten Verspätung. Immerhin keine Viertelstunde.

    Das würde wohl vorerst das Team sein.

    Pakhet sah zu Heidenstein, klopfte ihm auf die Schulter. Sie nickte, sprach aber nicht. Er würde schon verstehen.

    Er schien tatsächlich angespannt, nickte aber. Er holte tief Luft, stand auf, trat in die Mitte des Raums. Dort blieb er stehen und räusperte sich. „Smith hat euch schon informiert, richtig?“

    „Mr Smith sagte, dass Sie dieses Mal einen Auftrag für uns haben“, meinte Agent. Er sprach ruhig, distanziert.

    „Richtig.“ Heidenstein nickte. Noch einmal räusperte er sich. „Um genau zu sein vermittel ich nur. Ich agiere im Interesse eines Bekannten, der dringend Hilfe braucht.“

    „Worum geht es denn?“, fragte Spider mit der nörgelnden Stimme eines Grundschülers, der fragte, wann endlich Pause sei.

    Heidenstein legte die Pläne hin. „Ähm, der Medizinkonzern Westa soll in zwei Monaten ein neues Krankenhaus in Outshoorn in Betrieb nehmen. Und die Lieferungen werden im Verlauf der kommenden Woche geschehen.“

    Westa also. Pakhet musterte ihn, bemüht sich nichts anmerken zu lassen. Hatte sie Recht mit ihrer Vermutung? War dieser Mann Doktor Joachim Anderson? Sie beobachtete ihn, versuchte ihn zu lesen. Sie könnte ihn darauf ansprechen. Nicht vor den anderen. Später. Besser nicht. Es ging sie nichts an. Normal war sie nicht so neugierig. Zu viel Neugierde brachte einen in Probleme.

    „Also sollen wir verhindern, dass die Lieferungen ankommen?“, fragte Agent.

    „Nicht ganz“, meinte Heidenstein. „Ich möchte, dass ihr mir helft, die Ware zu stehlen.“ Damit nahm er die zusammengehefteten Papiere aus dem Aktenordner und verteilte sie.

    Pakhet nahm ihre Kopie. Wie sie schon vorher gesehen hatte, enthielt die kleine Mappe Zeitpläne. Darüber hinaus aber auch zwei Karten und das Profil einer Firma. Viljoen Logistik.

    „Hazel, Agent“, sagte Heidenstein und sah zu den beiden Hackern, „ich möchte, dass ihr uns als neue Fahrer für die Firma Viljoen eintragt. Es gibt speziell vier Lieferungen, die ich umleiten möchte.“

    Zum Krankenhaus, da war sich Pakhet sicher. Zum Anderson Hospital in den Cape Flats. Wenn nicht direkt, dann auf Umwegen. Er wäre töricht, wenn er die anderen direkt dahinfahren ließ.

    „Das wird nicht unbemerkt bleiben“, meinte Agent mit zusammengezogenen Augenbrauen.

    „Schon, wenn wir die richtigen Leute abstechen“, erwiderte Spider strahlend.

    Murphy verdrehte die Augen, machte ein verächtliches Geräusch. „Oder die richtigen Leute bestechen.“

    Pakhet betrachtete ihn an. „Ich nehme an, du meldest dich freiwillig?“ Sie schenkte ihm ein süffisantes Lächeln, das er gekonnt erwiderte.

    „Immer gern, Lady.“

    Sie seufzte. Ihr fielen aus dem Stehgreif zwanzig Wege ein, wie all das schief gehen konnte.



    .


    [18.05.2011 – M02 – Conartist]


    Noch immer war Pakhet davon überzeugt, dass etwas schief gehen musste. Sie war sich sehr sicher. Soweit jedoch verlief alles nach Plan.

    „Sei einfach entspannt“, flötete Murphy und klopfte ihr auf die Schulter.

    Sie trugen T-Shirts, wie sie zu Vieljoen Transport gehörten. Alles in allem wirkten sie unauffällig. Murphy hatte die Gestalt eines dunkelhäutigen jungen Mannes angenommen, sie trug eine dunkle, lange Perücke und hatte sich älter geschminkt, als sie eigentlich war. Sie sollten normal wirken. Doch irgendetwas konnte dennoch schief gehen.

    Was war, wenn die Firma nicht korrekt eingetragen war? Was wenn die falschen Trucks auffielen? Sie war sich bei weitem nicht so sicher, wie Murphy, dass es funktionieren würde.

    Eigentlich war die Idee einfach: Hazel und Agent hatten die Daten von Westa Pharma verändert, so dass ein anderes Unternehmen, dass ähnlich zu Viljoen Logistics klang, die Ware nun in Joburg abholen würde.

    Sie saß neben Murphy in dem großen Truck. Sie fuhr.

    Auch wenn der Junge geschworen hatte, er würde das auf die Reihe bekommen. Sie hatte Erfahrung damit große Trucks zu fahren. Sie hatte einige Male für andere Jobs getan. Es war ein nützlicher Skill. Bei Murphy war sie sich nicht sicher. Zumal sie das Gefühl nicht los wurde, dass er sehr kindlich wirkte.

    Das Gelände von Westa Pharma kam in Sicht. Auf dem Gelände wurden keine Medikamente hergestellt. Es beherbergte vor allem ein Krankenhaus und eine private Universität, in der offenbar im Bereich der Medizintechnik geforscht wurde. Bei weitem nicht so detailliert, wie es in den UK der Fall war. Vielleicht doch. Jedenfalls war es der Firmensitz in den UK, der die meiste internationale Anerkennung bekam.

    Was sie mehr als Krankenhaus und Universität interessierte, waren die Lagerhallen. Vier große Lagerhallen am Rückende des Geländes. Laut den Informationen Heidensteins, wurde es vor allem als Durchgangslager für Westa verwendet. Hier kamen Waren, meist Medizintechnik und Laborequipment, die zu anderen Firmensitzen in Südafrika und den benachbarten Ländern weitergeleitet wurden. Hier sollten sie sich melden.

    Unsicher suchte sie die Einfahrt für Lieferanten. Sie fand ein großes Tor an der Rückseite einer Parkanlage auf dem Gelände.

    Ein Wächterhäuschen stand links neben dem Tor, angestrahlt durch eine darüber befestigte Straßenlaterne.

    Ein Mann öffnete die Tür und schob sich hindurch. Dunkelhäutig, wahrscheinlich Mitte 30, dünn. Er trug eine graue Uniform und eine dunkle Kappe, kam zu ihnen hinüber.

    „Ja, bitte?“

    Murphy beugte sich an ihr vorbei. „Hey, wir sind von Vieljoen Transport und sind wegen der Lieferung nach Kaptstadt da.“ Er nannte die Liefernummer. „Uns wurde gesagt, wir sollen uns hier melden.“

    „Einen Moment.“ Der Mann holte ein Handy hervor, rief eine Liste auf und schaute nach. Dann nickte er. „Ich lasse sie durch. Melden Sie sich bei Halle 2.“

    „Klar.“ Murphy schenkte ihm ein gewinnendes Lächeln.

    Der Mann kehrte in das Häuschen zurück und betätigte einen Knopf. Das weiße Tor fuhr langsam auf und ließ sie so passieren.

    Sie fuhren hindurch, rauf auf eine schmale Straße, zu deren rechten die Lagerhäuser lagen. Links von ihnen war die Parkanlage.

    Murphy grinste Pakhet zu und zeigte mit den Daumen nach oben.

    Sie verdrehte nur die Augen.

    So fuhr sie am ersten Lagerhaus vorbei. Vor dem zweiten sah sie Leute stehen. Arbeiter. Bereit Sachen aufzuladen. Gut.

    Niemand durfte verdacht schöpfen. Dann wären sie in einer Stunde von ihr weg. Nur eine Stunde.

    „Überlass das Reden mir, ja?“, meinte Murphy grinsend.

    „Wie du meinst, Junge“, murmelte sie und seufzte. Sie stieg dennoch aus. Jemand würde ihren Ausweis – ihren gefälschten Ausweis – sehen wollen.

    Während sie aus dem Fahrerhäuschen kletterte, sprang Murphy förmlich vom Beifahrersitz hinab. Er kam auf dem Boden auf und lief um das Häuschen herum, um an ihrer Seite zu sein. Schien amüsiert und zu lebhaft, für die späte Stunde.

    Pakhet bemerkte, wie seine Augen über die Arbeiter huschten, ehe sie den am wichtigsten Aussehenden fanden. Einen Vorarbeiter in einer dunklen Lageruniform.

    Er hielt auf diesen zu. Winkte. „Hey.“

    Einige Pakete waren bereits vor das Lagerhaus gebracht worden. Sie waren durchweg in hölzerne Kisten gepackt, sollten aber, wenn alles korrekt verlief, die Einzelteile eines besseren Röntgengeräts und einiges an Laborzubehör beinhalten.

    „Ihr seid die Lieferanten?“, fragte der Vorarbeiter ohne ein Wort des großes. Er schlurfte auf sie zu, streckte ihnen die Hand entgegen. Sein Handschlag war fest, selbstbewusst. Das lockige, kurze Haar des Mannes war an einigen Stellen angegraut, größtenteils jedoch schwarz.

    „Ja, wir sind von Vieljoen Transport“, erwiderte Murphy mit breitem Grinsen.

    „Ihr seid früh“, stellte der Mann fest.

    „Gute Verkehrslage“, antwortete Murphy.

    Der Mann musterte sie beide. „Deine Kollegin wirkt angespannt.“ Er runzelte die Stirn.

    „Ach, ihr ist es nur zu spät“, kommentierte Murphy. „Schau sie dir an. Vollkommen übernächtigt, die Gute.“

    „Sollte sie dann überhaupt fahren?“, meinte der Vorarbeiter. Sein Namensschild wies ihn als „N. Moers“ aus.

    „Er läuft auf Kaffee“, scherzte Murphy und log damit nicht einmal.

    „Na gut“, grummelte der Mann. „Wir haben hinten eine Kaffeeküche. Wenn ihr mögt könnt ihr euch da reinsetzen, bis wir verladen haben.“

    „Klar.“ Murphy grinste. „Danke.“

    „Geht an der Lagerhalle vorbei und dann links. Hinter Lagerhalle Drei. Da wo die Fenster sind. Nicht zu verfehlen.“

    Erneut zeigte Murphy mit dem Daumen nach oben. „Bis später.“ Damit klopfte er Pakhet auf die Schulter und dirigierte sie in die Gasse neben dem Lagerhaus. Es war finster hier, da die Gasse von bloß zwei Lampen gesamt erhellt wurde.

    Pakhet verkniff sich ein Seufzen, stapfte neben Murphy her und versuchte sich zu entspannen. Wenn sie hier weg waren, sollte nichts mehr schief gehen. Jedenfalls nicht für sie. Anders würde es mit dem Team von Heidenstein aussehen, bestehend aus ihm und Mik. Halb war sie darauf vorbereitet, die beiden früher oder später aus einem Gefängnis befreien zu müssen.

    Sie bogen um die Ecke hinter dem Lagerhaus, fanden die angesprochenen Fenster und eine nur angelehnte Tür. Die Kaffeeecke, deren Wände gänzlich aus Blech bestand, war klein, aber gemütlich. Obwohl sie heruntergekommen wirkte, schien die Kaffeemaschine neu. Es gab außerdem einen uralt wirkenden Süßigkeitenautomaten.

    „Siehste? Kein Grund zur Anspannung“, meinte Murphy und klopfte ihr auf die Schulter.

    „Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben“, erwiderte sie und schüttelte den Kopf. Zumindest wirkte der Junge kompetent.

    „Klar.“ Er grinste und studierte die Kaffeemaschine.

    Derweil zog sie einiges Kleingeld aus ihrer Tasche hervor und steckte es in den Automaten. „Kid?“

    Murphy drehte sich zu ihr herum, als sie ihm den Snickers-Riegel zuwarf.

    „Hier.“

    Der Junge schaute auf den Riegel in seiner Hand und grinste. Verstand er, worauf sie hinauswollte? „Danke.“



    Gott, oh, Gott. Jetzt habe ich in der Woche ein wenig verpennt, hier zu antworten/posten.


    Am Nachmittag lade ich die verpassten 3 Kapitel noch hoch, keine Sorge. Bis dahin erst einmal ... Antwort an Thrawn! (Und wie immer Danke)


    Okay, damit ist also ein Teammitglied schon mal weg - aber wer weiß, ob sich der nicht doch nochmal rächen wird. Der Rest scheint ja soweit zumindest in Bezug auf die Einstellung relativ gut zu funktionieren - wobei Agent dahingehend ja auch nicht positiv auffällt, aber mal gucken.

    Agent basiert auch mehr oder minder auf einem Teammitglied der ursprünglichen Gruppe, das der Auffassung war, dass allein wegen dem Alter es der viel bessere Anführer war. Ein Konflikt, den wir hier ein wenig heruntergespielt haben. Aka der: Männer, die Probleme damit haben, von einer Frau herumkommandiert zu werden, Konflikt.


    Soweit hat sich das Ganze dann ja jetzt mehr auf Heidenstein und Pakhet konzentriert, wobei Murphy noch dazukam - hoffe eigentlich, dass man von den anderen Teammitgliedern noch in naher Zukunft etwas mehr sehen kann. Ich meine, versteht mich nicht falsch, ich finde das bisher gut und alles, nur fehlen mir die anderen soweit noch ein wenig (wenn natürlich auch nicht komplett).

    Das hat schon seine Gründe, die zu Anfang vom zweiten Arc dann recht deutlich werden dürften :) (Um es einfach zu sagen: Das Team sind keine Hauptcharaktere. Es hat einen Grund, warum es von ihnen keine Bilder im Startpost gibt.)


    Ich hatte ja übrigens eine Hypothese zu Michael, aber andererseits halt keine wirklichen Indizien dafür.

    Ich möchte sie hören, Thrawn. Sag es mir! o.o


    Darüber hinaus ist ja gerade das aktuell behandelte Mysterium wohl der gute Doc - interessant finde ich hier, dass er einen Auftrag hätte, Forschungsunterlagen für den "Leiter des Krankenhauses" zu beschaffen und ironischerweise der (angebliche?) Diebstahl von Forschung damals Dr. Anderson wohl ruiniert hat. Man könnte hier natürlich eine Verbindung herstellen, wenn man möchte. Wenn man annimmt, dass Heidenstein und Anderson ein und dieselbe Person sind, könnte er ja zum Beispiel irgendetwas finden wollen, was beweist, dass er damals unschuldig war, oder so.

    *kicher* Ich möchte an dieser Stelle einen Hinweis geben: Manchmal sind Dinge erstaunlich einfach und die Lösung überraschend unkompliziert.


    Und gleichzeitig ist es ja auch nicht so, dass ich die Geschichte gar nicht verstehen würde, wenn ich mal ein Wort nicht kenne, sondern man kann sich ja immer so ungefähr und abstrakt noch aus dem Kontext erschließen, worum es geht (das macht ihr halt schon echt gut so). Dennoch ... Nun, für manche Leute kann es vielleicht manchmal schon ein wenig überfordernd sein. Ich persönlich lese halt "Boer", "Vory", "Eloko" etc. und kann mir wie gesagt ungefähr etwas zu denken, aber dann muss ich trotzdem mal googeln, weil's mich irgendwie nicht zufriedenstellt, es halt nur ungefähr zu wissen.

    Hmm, guter Punkt. Auf Animexx, wo ich die Geschichte ja auch hochlade, habe ich sogar ein Glossar angelegt, da es dort von den Möglichkeiten relativ einfach ist. Wobei ich zugeben muss, dass manche Sachen für mich auch immer schnell untergehen, weil sie für mich so in den Alltagsgebrauch übergegangen sind. Wie Boer halt. Dabei hat man den Begriff im Deutschen wohl sogar mit "Buren" übersetzt?! o.ô

    Habe ich das jetzt richtig verstanden dass Du unter anderem Geisterjagten machst? Bzw bei welchen mitmachst? Oder habe ich das jetzt falsch raus gelesen?
    Wenn ja, darüber wüsste ich gerne ein wenig mehr. :)

    Während des Bachelorstudiums ein paar Mal, vorrangig um Leuten zu helfen. Fing damit an, dass sie ein Gebäude, das früher ein Kloster war, aber mittlerweile leer stand, renoviert werden sollte, um Studenten unterzubringen (weil durch doppeltes Abitur einfach sonst nicht genug Möglichkeiten da waren, die unterzubringen). Sache war halt: Das Gebäude galt lokal als furchtbar verspukt. Nun hatte ich zu dem Zeitpunkt ein Jahr mich mit Geisterjagden und so beschäftigt und hatte die Idee in den Raum geworfen: "Wir können ja einfach schauen, was es damit auf sich hat. Verbringen ein paar Nächte da, nehmen Sachen auf, sollte alles machbar sein." Es sei dazu gesagt: Ich war in der Nähe aufgewachsen und damit in dem Wissen, wie sehr es dort spukten sollte. Ich hatte eigentlich furchtbar Schiss. Doch, alas, wir waren zu viert da für drei Nächte und Nichts. Wir konnten diverse Sachen mit Temperaturunterschieden zwischen den Räumen erklären, mit verzogenen Holzrahmen, die dafür sorgten, dass manchmal Türen von alleine aufsprangen, und die teilweise alten Fenster (mit altem Glas, das noch nicht gleichmäßig glatt war) haben halt auch dafür gesorgt, dass man manchmal meinte Gesichter im Fenster zu sehen, je nachdem, wie das Licht darauf fiel. (Das war definitiv die interessanteste Feststellung, da ich den Effekt nicht kannte.)


    Dies halte ich für unwahrscheinlich.
    Für Tiere wird es in dem Zusammenhang auch nicht übernatürlich sein.

    Nehmen wir mal an, Tiere nehmen wirklich sehr viel mehr wahr, als wir Menschen. Sie spüren mehr, sehen mehr, hören mehr und somit auch die 'übernatürlichen' Dinge. Diese sind in den Augen von Tieren nicht länger übernatürlich sondern eben natürlich. Regelrecht normal und alltäglich, schließlich kennen sie das dann ja schon. Was für sie normal erscheint, ist für uns Menschen entweder nicht sichtbar oder geht schon in die übernatürliche Denkweise rein.

    Ich denke nicht dass Tiere an Götter glauben. Ich denke auch nicht dass sie an Geister 'glauben'. Sie wissen dass sie da sind. Sie glauben nicht daran, wenn, denn wissen sie es. So seh' ich das zumindest.

    ... Das finde ich gerade sehr absolutistisch gedacht und stellt deinen persönlichen Glauben an Okkulte Dinge als Tatsache hin. Davon abgesehen gehört dazu nun einmal auch die Vorstellung eines Jenseits und die Natur der Sache liegt dabei darin, dass ein solches Jenseits nicht wahrzunehmen ist.


    Davon abgesehen: Selbst wenn wir davon ausgehen würden, dass Geister oder sonst was real sind und Tiere diese wahrnehmen können, hieße das nicht, dass etwaige Tiere mit komplexer Intelligenz nicht dennoch an etwas nicht wahrnehmbares Glauben.


    Es gäbe für Elefanten zumindest sonst keinen Grund dorthin zurückzukehren und den Friedhof "zu pflegen". Dadurch dass sie zurückkehren, pflegen sie zumindest das Andenken an ihre Verstorbenen.

    Und Jane Goodall hat öfter von Schimpansen berichtet, die Wasserfälle und andere Naturgewalten bestaunen und unter Umständen auch anbeten.

    Ja. Bei Delfinen wurden auch rituelle Verhaltensweisen beobachtet, bei denen sich Forscher uneinig sind, ob diese mit irgendeinem Jagdverhalten zu tun haben oder tatsächlich irgendwelche höheren Gründe haben.

    Finde ich faszinierend.


    Wobei mich aktuell nichts mehr fasziniert, als Elefanten in der Hinsicht. Einfach weil wir langsam dahinter kommen, wie komplex die Sprache der Elefanten zu sein scheint. Ich hoffe aktuell, dass wir es in meiner Lebenszeit noch schaffen, diese wirklich zu verstehen. :D


    Es gibt genug Menschen die zum Arzt gehen und auch glauben. Solche Menschen, die kranke Menschen ausnutzen und ihnen Lügengeschichten erzählen sind natürlich eine Gefahr und man sollte vorsichtig sein. Aber dies sollte nicht als Allgemeinheit betrachtet werden.

    Ne, da bin ich absolut bei QueFueMejor . Die Dame bei mir auf der Arbeit, die wirklich daran glaubt und daran sicher nichts verdient, schadet dennoch anderen, wenn sie Leute bequatscht gegenüber normalen Ärzten misstrauisch zu sein und anstelle von OPs lieber irgendwelche Klangtherapien und Homöopathie zu nehmen.

    Und danke, mich hat das als Kind fast umgebracht. Meine Mutter war gelernte Krankenschwester und hat es dennoch bevorzugt, mich religiös behandeln zu lassen, als ich lebensgefährlich krank war. Als sie endlich auf den Arzt gehört hat und mich ins KH hat einliefern lassen, war ich Stunden vom Tod entfernt.

    Homöopathie und der Kram sind gefährlich, genau so wie religiöse Heilungen.

    Sicher, es schadet niemanden Zuckerkugeln neben Chemo zu schlucken, aber viele Leute versuchen es eben erst mit den Zuckerkugeln und gehen dann in die Chemo, wenn es zu spät ist, weil sie Angst vor den Folgen von teilweise notwenigen Eingriffen haben.

    Glaubt ihr, zumindest die Leute, welche sowas in Betracht ziehen, dass Tiere solche Erscheinungen sehen können?

    Die in meinen Augen viel interessantere Frage ist, ob Tiere an übernatürliche Phänomene glauben. Glauben Tiere an Geister oder Götter? Die Frage finde ich vor allem im Zusammenhang von einigen anderen Primaten, aber auch Delfinen und Elefanten interessant. Immerhin wissen wir mittlerweile, dass diverse Tiere eine erstaunlich komplexe Sprache haben und manche Informationen scheinbar durch Austausch miteinander überraschend genau vermitteln können. Heißt das, sie haben auch andere Konzepte? Haben sie Geschichten?


    Bspw. ist ja auch die Frage, ob Elefanten, wenn sie zu ihren Friedhöfen gehen, an ein Nachleben glauben.


    Auffälliges Tierverhalten kann von allerhand Dingen beeinflusst sein. Katzenzoomies haben vorrangig mit der Biologie von Katzen zu tun. Und gebanntes Schauen in eine Richtung hängt nicht zuletzt mit Geräuschen zusammen, die sich außerhalb unserer Hörweite befinden. (Was bei Infraschall übrigens bekannterweise bei Menschen zu Haluzinationen führen kann.)


    Ich denke in vielerlei Hinsicht spinnen wir uns etwas zusammen, wenn wir zum Beispiel nach Phänomenen für Geister suchen, wie Alaiya schon geschrieben hat. Aber das alles Spinnerei ist, kann einfach nicht sein, irgendwo hat doch alles immer einen wahren Kern.

    Die Sache ist nun einmal: Wenn unser Gehirn bspw. aus Lichtspiel eine menschliche Gestalt konstruiert, dann hat das einen wahren Kern. Wir haben diese Gestalt gesehen. Wenn wir durch Infraschall Haluzinationen haben gilt dasselbe. Wenn das Gehirn aus einem Rauschen eine Stimme konstruiert, dann hat man diese auch gehört. Es war nur nie ein Geist. Es ist wirklich etwas passiert - aber die Frage liegt in der Interpretation. Unser menschliches Hirn ist sehr fehlbar, gerade weil es so schnell arbeitet und daher öfter mal zu vorschnellen Schlüssen kommt.


    Das sind diverse Pillen, Chemo usw, aber auch diverse Heilkräuter, deren Wirkung durchaus bekannt ist. Dementgegen steht Nichtmedizin, die keinen Wirksamkeitsnachweis erbracht hat und sich dann gern mit bescheuerten Ausreden rausredet. Mein aktueller Favorit sind Homöopathen, die Kaugummi und Masturbation als Wirksamkeitsverhinderung verantwortlich machen.

    Eben das ist der Punkt. Mich stört es dahingehend auch immer, wenn Homöopathen Leute versuchen erst über Kräutermedizin zu gewinnen und dann auf einmal mit ihren Zuckerkugeln daher kommen. Vor allem weil die Leute dahingehend so irrational sind. Was ich verstehen kann: "Mein Hausarzt schwört auf harte Medikamente, aber die vertrage ich nicht." Okay. Neuer Hausarzt ist in einigen Gegenden auch nicht so leicht. Aber dann: "Deswegen nehme ich jetzt was homöopathisches." Nein. Absolut nein. Teilweise auch bei Sachen, wo sich die Situation verschlechtern kann, wenn nicht ordentlich behandelt wird. Aber diskutieren kann man nicht. Mittlerweile gehe ich meistens hin und schlage dann alternative Medikamente oder Kräutermedizin vor. Weil ich bin ja kein Arzt, deswegen bin ich in den Augen dann Vertrauenswürdig ... Was so einfach nicht sein sollte. >____> Ich meine, ich bin jemand, der wenigstens die grundlegenden Bücher, die zur Mediziner- und Pharmazeutikerausbildung gehören gelesen hat. Aber eigentlich sollte man mir nicht mehr vertrauen, als einem Arzt. Zumal die Leute dann auch jemand mit böserer Absicht mehr vertrauen, als einem "Schularzt". Halt Leuten, die Homöopathie oder Kristallkuren verschachern.

    Wobei man sich auch fragen kann, was überhaupt so schief gegangen ist, dass es dieses Misstrauen gegen Wissenschaft gibt.

    An der Stelle gibt es übrigens auch wunderbare Geschichten zu Kopernikus, der die Theorie für das Heliozentrische Weltbild lieferte. Das wurde seitens der Kirche abgelehnt, aber nicht etwa als Ketzerei oder Dogmatismen, sondern schlicht aus dem Grund, dass es unplausibel schien und verschiedene Einwände aufgrund fehlender Erkenntnisse auftauchten.

    Hier möchte ich dann doch ein wenig Klugscheißen. Die Sache ist nämlich, dass die ganze "Die Kirche lehnte das ab" Geschichte größtenteils später weit übertrieben wurde, bzw. durch spätere historische Entwicklungen beeinflusst wurde. Zu Lebzeiten arbeitete Kopernikus für die katholische Kirche und war innerhalb dieser sogar angesehen. Es haben sogar kirchliche Universitäten zum Teil sein heliozentrisches Weltbild unterrichtet. Stattdessen war es die protestantische Kirche, die ihn verurteilt hat. Als später auch der Papst Kopernikus verurteilt hat, war dies vor allem eine politische Entscheidung.


    So sehr ich auch meine Probleme mit der katholischen Kirche habe, so kann man halt nicht bestreiten, dass diese lange Zeit die Institution für Europa war, die Wissenschaft möglich gemacht und finanziert hat. Selbst wenn es auch viel Gatekeeping bedeutet hat.

    Okkultismus ist für mich so eine Sache. Ich liebe den ganzen Paranormalen Kram - aber es ist mehr so eine Popcorn-Liebe. Ich mag Gruselgeschichten, ich mag Kryptidengeschichten etc. und ja, ich mag auch Geisterjäger. Allerdings sehe ich es dabei relativ, wie es ist: So ziemlich alles, was man da jagt, lässt sich rational Erklären. Auch bei den paar Geisterjagden, bei denen ich dabei war, gab es eigentlich nie etwas, dass man nicht rational erklären konnte. Irgendwelche Erscheinungen? Oft darin begründet, dass es dunkel ist und unser Gehirn aus dem wenigen Licht und Schatten zu viel konstruiert. Irgendwelche Geräusche? Hat meist etwas mit dem Gebäude zu tun - oder bei Tonaufnahmen mit zu empfindlichen Mikrophonen und Geräuschverunreinigung. Und hört mir mit körperlosen Schreien im Wald im Frühjahr auf. Das sind flirtende Füchse.


    Auf der anderen Seite bleibt allerdings auch die Erinnerung an ein paar Erlebnisse, die ich nicht erklären konnte. Vorrangig aus der Kindheit und Jugend. Auf der anderen Seite nimmt man als Kind natürlich auch vieles anders wahr. Was allerdings nichts daran ändert, dass mein sehr skeptischer Onkel bei einem der Erlebnisse dabei war und es nicht erklären konnte. *shrug*


    Dennoch: Für mich ist so eine Sache wie Geisterjagten erst einmal etwas, dass ich aus Spaß mache und aus Spaß verfolge. Wenn andere Leute IBES schauen, schaue ich Ghost Hunters und mampfe dabei Chips.


    Wo ich es ein wenig problematischer sehe, ist allerdings in zwei Kontexten. Zum einen, wenn eine quasi Religiösität dazu kommt, speziell wenn es um heilende Kristalle und Schutzengel geht. Ich kenne ein, zwei Schutzengel gläubige Damen, die mir wirklich gruselig daher kommen, weil sie ... halt doch etwas abgehoben sind. Und sich darüber leider auch von diversen Leuten manipulieren lassen. Denn irgendwie kommen erst die Schutzengel und dann die Kuren um Körper und Geist von dunklen Energien zu befreien. Da möchte ich nicht mal die Schuld bei den Gläubigen suchen, sondern bei denen, die diese bewusst manipulieren.


    Zum anderen ist da gerade in Amerika die Sache mit den Native Legenden, die gerne in den Okkulten Kram mit untergemischt und sich dann angeeignet werden, ohne, dass der kulturelle Kontext verstanden wird. Ich sage nur Skinwalker und Wendigo, aber auch die verfluchten Friedhöfe und was da sonst noch reinspielt. Das ist kulturell gesehen in meinen Augen einfach nicht in Ordnung.


    Dazu auch ...


    Diese Disziplinen gehören zwar nicht dazu, aber als ich mir den kleinen Text da durchgelesen habe, musste ich auch ein bisschen an Schamanismus denken. Immerhin ist man früher auch zu den Schamanen hingegangen und hat sie um Rat bezüglich gewisser Lebensumstände gefragt, sie also wie eine Art Orakel betrachtet, oder gewisse Naturgeister angerufen. Weißt du zufällig, wie man den Schamanismus da einordnen kann? :)

    Hiermit wäre ich auch vorsichtig. Wir neigen als Europäer dazu, eine sehr bestimmte, aber falsche und unvollständige Vorstellung von Schamanismus zu haben, weil wir diesen komplett getrennt von den Kulturen, aus denen er entstammt, betrachten. Generell neigen wir dazu von einem Schamanismus zu reden, wobei wir allerdings in unseren Vorstellungen Klischees verschiedener spiritualistischer Kulturen mischen (meist eine bunte Mischun aus diversen, sehr unterschiedlichen Afrikanischen, aboriginal und native american Kulturen und deren Religionen). Daher wäre ich mit dem Begriff sehr vorsichtig.