Beiträge von Alaiya

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    Ich finde es davon abgesehen halt wieder sehr auffällig, das vornehmlich Bücher von Männern nominiert werden. Bestätigt leider wieder, dass viele keine Frauen lesen, da man die auch nicht zu lesen bekommt, wenn man nicht gezielt danach sucht (oder halt Young Adult oder Romance liest, wo man dann eher gezielt nach Männern suchen muss). Nachwievor das Problem mit der deutschen Buchbranche. *seufz*

    Wie möchtest du dann eigentlich Nomen abgewandelt haben? Also Berufsbezeichnungen wie Informatiker, da verwendest du selbst das Maskulin? Ich kenne es im Englischen mit einem x am Ende des Nomens.

    Ich benutze für mich das generische Maskulinum, da ich das x am Ende irgendwie komisch finde und selbst nicht weiß, wie es ausgesprochen werden sollte. Zumal es für mich effektiv, wie das Stumme * eigentlich ein "insert fitting here". Aber ich hasse es derweil einfach, dass das generische immer Maskulin sein soll. Fände es schöner, wenn deutsch eine generische Grundform mit verschiedenen Endungen (inklusive einer eigenen männlichen Endung) hätte.



    Viele Medikamente wirken auf Frauen anders als auf Männer und einige Krankheiten äußern sich durch andere Symptome. Dennoch gibt es kaum spezifische Medizin, oder Universitäten die eine Pflichtvorlesung zum Thema für angehende Mediziner stellen. Das führt dazu, dass Frauen an einem Herzinfakt öfter sterben, da dieser bei Frauen etwas andere Symptome aufweist.

    Ich möchte dazu anmerken, dass es nicht nur das ist, bzw. ergänzen: Es sind nicht nur andere Symptome, sondern es ist auch so, dass Frauen mit Schmerzen weniger ernst genommen werden. Weil oft genug Ärzte glauben, die Frau würde einfach übertreiben oder sei empfindlich. Dazu gab es in Amerika wohl einige Studien, wo halt auch viel mit Schmerzskalen gearbeitet wird. Sagte eine Frau da, sie hat Schmerzen auf 7, dann haben Ärzte das im Kopf oft auf 4 oder 5 runterkorrigiert und daher weniger ernst genommen. (Selbes gilt übrigens auch für schwarze Männer.)


    Das in den Klammern bringt mich zu einem anderen Aspekt: Es ist ja nicht nur so, dass Männer der Standard sind, sondern meist ein ca 30-40jähriger weißer Mann. (Und cis Mann natürlich.) Aber es ist auch bekannt, dass auf deutlich jüngere Männer (also zwischen 15 und 25) Medikamente anders wirken können, wie auch auf deutlich ältere Männer (über 50). Und auf weiße Männer reagieren Medikamente auch oft anders als auf asiatische oder schwarze Männer. Weshalb das in mehr als nur der einen Hinsicht total exkludierend und auch gefährlich ist. Es gibt keinen "Standardmensch", der als Referenz für alle Menschen herangezogen werden kann, sondern halt viele verschiedene Menschen und entsprechend sollte man Meinen, dass Medikamente und Behandlungsmethoden auch idealerweise an vielen verschiedenen getestet werden sollten.

    Ich finde es schon ziemlich objektivizierend, Frauen/Sex/Beziehung mit einem Lottogewinn zu vergleichen. Just saying.


    Damit Lotto zu spielen belästigst du niemand - sofern du nicht, wie Cassandra sagst - losrennst und irgendeinen armen Ticketverkäufer anmachst, weil du nicht gewinnst. Damit Frauen anzumachen, sie zu belästigen und durch ungewünschte Kommentare oder Berührungen zu verletzen schon.

    Die Sache ist: Du merkst nicht, wie respektlos du die ganze Zeit bist. Nicht nur mir gegenüber, sondern auch anderen. Das fängt damit an, dass du mir, aber auch Bastet , Namine & @Felicia unterstellst, die Dinge, die wir anprangern, wären Sachen, mit denen wir selbst konfrontiert wären, und würden uns deswegen selbstbemitleiden. Etwas, dass wir nie behauptet haben.


    Wie schon gesagt: Ich bin keine Frau - selbst wenn ich als weiblich erzogen wurde und lange Zeit (mangels bekannter Alternativen) so gelebt habe. Guess what. Sexismus erfahren habe ich vornehmlich aufm Bau und in der Ausbildung der Elektrotechnik. Als Informatiker dagegen nie wieder. Im Gegenteil. Allerdings bin ich mir auch dessen bewusst, dass es eben unter anderem daran liegt, dass ich - nicht zuletzt, weil ich keine Frau bin - nicht weiblich auftrete, weshalb ich unbewusst von vielen auch nicht als Frau behandelt werde. Ich zitiere da nur einen Klassenkameraden aus der Gymnasialzeit: "Ich vergesse irgendwie immer, dass du ein Mädchen bist."


    Aber: Ich habe genug Freundinnen, die sich mit dem Scheiß tagtäglich herumschlagen dürfen. Mit abusive Chefs, mit Belästigung tagein tagaus, mit Problemen in ihrem Bereich der Arbeit, mit Professoren, die versuchen sie aus Studiengängen zu mobben, mit Eltern, die kein Studium finanzieren wollen, weil "frau" sowas nicht braucht, mit Terror nach der Entscheidung zur Abtreibung, mit Ärzten, die sich scheiße verhalten, bis hin dazu Leute mit schweren Schmerzen nach Hause zu schicken, weil "sie sich ja nur anstellt", nur damit sich später herausstellt, dass es ein Tumor im Endstadium ist. (BTW, die Freundin ist vor knapp fünf Tagen gestorben. Cool.)


    Auch lustig finde ich die Anschuldigung nichts zu machen. Ich gebe Workshops zu diesen Themen, intersektional feministischen Themen also - kostenlos übrigens. Obwohl mir mehrfach angeboten wurde, mich dafür zu bezahlen. Ich bin außerdem politisch aktiv. Also sofern du von mir nicht erwartest, dass ich irgendwelche Gebäude anzünde - ich behaupte ich bin sehr aktiv.


    Und ja, tut mir ja leid: Aber alle Kerle, die meinen, dass es "Frauen doch eigentlich ganz gut geht" und "Männer eigentlich viel häufiger benachteiligt sind" glauben das vornehmlich, weil sie Frauen nicht zuhören oder sie lächerlich machen oder mit gefährlichem Halbwissen (wenn es nicht einfach nur Gerüchte sind um dich zu werben, wie du hier auch gut zeigst. Natürlich reden die dann nicht mit dir. Oder spielen es dir gegenüber herunter. Manche Frauen haben auch einfach gelernt, dass sie prinzipiell nicht darüber reden können, weil sie es genug Typen gibt, die genau so draufsind.


    Alaiya kannst du bitte den Umgang mit Pronomen bei Geschlechtern, die vom binären System abweichen, erläutern oder Artikel verlinken, die das tun?

    Mein Pronomen im deutschen ist sier.


    Deklination (für mich):

    Nominativ: sier

    Genitiv: sier/siere/sieres

    Dativ: siem

    Akkusativ: sien


    Es gibt hier übrigens eine tolle Seite zum Thema nicht-binär. Da gibt es auch eine Übersicht von anderen Pronomen, die im Deutschen verwendet werden.

    Oder auf YouTube einfach "Geschlossene Psychiatrie Doku" eingeben. Da gibt es diverse Sachen dazu. Auch aus dem öffentlichen Rundfunk, die bspw. Dokus mit Fallstudien machen.


    Mit Reddit wäre ich aber vorsichtig, weil man auch noch im Kopf haben sollte, dass das US-System teilweise sehr anders ist, als das deutsche, weil weniger stark kontrolliert ...

    Oft genug gehen sie auch zu einem Arzt, der dann mit den Schultern zuckt und sagt: "Psychosomatisch." Das kommt ja noch dazu. Das aktuelle Krankenkassensystem (zumindest in DE) sorgt dafür, dass viele Ärzt*innen es sich auch nicht erlauben können sich viel Zeit für Patient*innen zu nehmen, so dass Untersuchungen nur oberflächlich durchgeführt werden, sofern es keine Anzeichen gibt, dass es irgendwas ernstes ist.


    Ich sage es halt immer wieder gerne: Ich wusste bei mir fünf Jahre, bevor es offiziell diagnostiziert wurde, dass ich Reizdarm habe. Einfach, weil ich drüber gelesen hatte, alles wie faust aufs Auge paste und ich wusste, dass es eine häufige (70% der Fälle!) Folgeerkrankung einer Krankheit aus meiner Jugend war. Aber Ärzte waren entweder "psychosomatisch" oder wollten mir irgendwelche Zebras anhängen. Auf was für Intoleranzen ich da getestet wurde, die viel seltener sind als Reizdarm.


    Dazu kommt halt bei Laktose und Gluten, dass viele Leute beides ja nicht richtig gut, aber halt auch nicht "überhaupt nicht" vertragen. Und wenn man halt merkt: "Mir geht es besonders mies, wenn ich Teigwaren gegessen habe." und "Wenn ich auf alles mit Gluten verzichte, geht es mir besser", ist halt die Vermutung nahe, dass es am Gluten liegt - selbst wenn es dann doch was anderes ist.


    Worauf ich aber eigentlich hinaus will: Viele gehen zum Arzt und der nimmt sich dann keine Zeit oder nimmt sie nicht ernst. :/ Leider so oft selbst erlebt und im Freundeskreis gesehen.

    Danke dir :) Und wenn es aus versehen passiert ist es ja nicht schlimm. Aber ich dachte, ich kläre mal auf. Weil ich musste es ja auch erst noch lernen. Weil, ich meine im englischen kommt es halt von "intersex" weil die die Trennung in Sex und Gender haben (von der ich halt auch nichts halte) und da macht es sinn. Aber bei uns ist es einfach nur weird.

    Ich mische mich hier gerade mal ganz ungeniert ein. Warum hältst du von der Trennung von dem körperlichen und dem geistigen Geschlecht nicht viel? Ich hielt das eigentlich immer für recht sinnvoll und auch deutlich leichter dadurch Menschen Standpunkte über die Situation klar zu machen. Deswegen interessiert es mich gerade nur, weil du über dieses Thema einfach viel mehr weißt als ich xD

    Relativ einfach. Das liegt zum einen daran, dass Geschlecht auch am Körper so viele verschiedene Variationen hat. Also wie gesagt: Chromosom-Satz, Hormone, "das zwischen den Beinen", sekundäre Merkmale (wie Brüste) und dann halt noch das Gehirn, das nachgewiesenermaßen bei Leuten, die sich als männlich oder als weiblich identifizieren, anders aufgebaut ist. Also das Verhältnis von grauer Masse zu weißer Masse ist anders. Unter anderem.


    Nun ist aber bspw. auch das Gehirn eine biologische Sache am Körper und das Gehirn von trans Frauen ist beinahe in allen Fällen ein nachweißbar "biologisch" weibliches Gehirn. Dazu kommt: viele Leute wissen nicht, welchen Chromosomsatz sie haben und nicht mal zwingend, wie ihre Hormonlevel aussehen. Also reden wir bei "biologischem Geschlecht" vornehmlich von "dem zwischen den Beinen" und etwaig anderen Merkmalen, was aber kein komplettes Bild ist und nicht alle biologischen Faktoren abdeckt, was das Wort jedoch implizieren würde.


    Meistens, wenn Leute "biologisches Geschlecht" sagen, meinen sie außerdem eigentlich "das Geschlecht, was bei der Geburt zugeordnet wurde", was halt dann für viele inter* Personen richtig doof sein kann. Weil ... bei ihnen dann halt noch mehr Sachen nicht mit diesem Geschlecht übereinstimmen, als nur das Gehirn.


    Dazu kommt, dass es halt auch trans Menschen gibt, die eben sich entscheiden, ihren Körper nicht komplett zu verändern. Wie gesagt: Manche wollen es nicht, manche können es sich nicht erlauben und bei manchen geht es aus medizinischen Gründen nicht. Aber das macht sie ja nicht weniger zu dem Geschlecht, was sie eigentlich haben. Solange man aber an dem "biologisch vs sozial" festhält, wird zusätzlicher Druck auf diese Leute ausgeübt bishin zu "du bist gar nicht richtig trans", v.a. wenn sie es einfach nicht wollen. Ich kenne jetzt in meinem trans Bekanntenkreis wenigstens eine Frau, die ihren Frauenpenis sehr, sehr mag und um nichts in der Welt medizinisch entfernen lassen wollen würde. Aber ihr Körper ist dadurch ja nicht männlich. Dennoch wird sie dadurch halt immer wieder diskriminiert. Zum Beispiel wurde sie aus einer Sauna von der Frauensauna ausgeschlossen - obwohl sie deutliche Brüste hat. Und das ist halt ... problematisch.


    Deswegen ist das bestreben zumindest in den trans Kreisen, in denen ich unterwegs bin, es in "bei Geburt zugewiesenes Geschlecht" vs "reales Geschlecht" zu unterscheiden. Was eben auch den Vorteil hat, dass es für diverse Leute, die in irgendeiner Form noch anders abweichen, ebenfalls besser auffängt. (Bspw. werden ja auch Frauen, die überdurchschnittlich viel Testo haben pathologisiert, auch wenn sie darunter gar nicht leiden und alles in allem keine negativen Auswirkungen haben - aber es passt halt nicht in das Bild, dass bei cis Menschen dann alle "biologischen" Faktoren übereinstimmen sollen.)

    Ich würde dir gerne die Studien zeigen, aber ich merk mir sowas tbh nicht oft, aka Name und Jahr, vll. hat Alaiya was. Ich sollte mir nun wirklich mal Worddokumente mit den dazugehörigen Links und Studien anlegen. xD auf irgendeiner der vorigen Seiten gab es schon eine längere Diskussion dazu.

    Ich müsste auch noch mal suchen. Ich hatte aber, wie du schon sagst, vor ein paar Seiten was rausgesucht. Ein paar Zeitungsartikel. Ich habe irgendwo auch den Namen einer Studie vom letzten Jahr dazu, aber die gibt es nur gegen USD70 online, also weiß ich nicht, ob es jemanden zwangsläufig so sehr interessiert, dass man die kaufen will. lol


    ch kenne da leider niemanden persönlich. Da ich vom Dorf komme und die zwei Klassenkammeraden sich nach der Schule erst geoutet hatten, kannte ich lange niemanden aus der Queer Community so wirklich persönlich. ( Im Sinne von jemanden mit dem man auch regelmäßig kommuniziert ) In letzter Zeit explodiert das ein wenig. Irgendwie ist mein Freundeskreis mittlerweile zu 1/4 Homosexuell oder offen Bi und einer meiner besten Freunde ist Trans. XD Ich hab keine Ahnung wann das passiert ist, aber ich liebe all die verschiedenen Lebeserfahrungen die man so mitbekommt. Hätte früher nicht gedacht, wie viel mir ein diverser Freundeskreis wirklich gibt.

    Das Internet hat dahingehend halt echt viel geholfen durch die Aufklärung und dergleichen. Sache ist ja halt (wie hier auch schon gesagt): Aus der wissenschaftlichen Theorie sind wahrscheinlich viele Leute bisexuell, aber mangels Aufklärung und durch das starke Stigma haben es die längste Zeit so viele Leute geleugnet.


    Aktuell finde ich es vor allem spannend, wie viele Leute in meinem Freundeskreis trans sind. Das ... hat sich ganz seltsam ergeben.


    thx für den input ich versuch mich dran zu gewöhnen. Wird mir aber vermutlich nochmal raus rutschen, falls das Thema hier weiter geht. Meine Finger schreiben ab und zu auf " Autopilot ". Intergeschlechtlich macht als Bezeichnung auch mehr Sinn wenn ich so drüber nachdenke. XD

    Danke dir :) Und wenn es aus versehen passiert ist es ja nicht schlimm. Aber ich dachte, ich kläre mal auf. Weil ich musste es ja auch erst noch lernen. Weil, ich meine im englischen kommt es halt von "intersex" weil die die Trennung in Sex und Gender haben (von der ich halt auch nichts halte) und da macht es sinn. Aber bei uns ist es einfach nur weird.


    Ja, aber es ist eben viel einfacher Hermine mit einer schwarzen Schauspielerin zu casten und andere anzufauchen, die nicht mit der Entscheidung einverstanden sind, als ein Spin Off-Buch/Film mit einem schwarzen, neuen Hauptcharakter zu schreiben. Das Harry Potter-Universum ist sehr groß und fasziniert viele Leute, da kann man alles Mögliche damit machen. So hat man jedoch den geringsten Aufwand und kann sich trotzdem so darstellen, als würde man sich um Repräsentation bemühen. Das ist halt nicht nur Rowling.

    Arrielle wurde doch mit roten Haaren gezeichnet, weil die sich visuell schön vom Wasser abhoben? Jedenfalls assoziere ich den Namen stark mit einer hellhäutigen Rothaarigen, halt auch nicht mit blond oder einer schwarzen Frau. ^^"

    Die Sache ist bei Arielle zum Beispiel: Ich fand als Kind den Disneyfilm ätzend (da ich als Kind fast alle Disney-Filme, die nicht von Tieren handelten, doof fand) und bin mit einer russischen oder polnischen oder tschechischen (oder vielleicht auch sowjetischen) Verfilmung aufgewachsen in der die Darstellerin blond war, aber auch sehr gut gebräunt. Aber ich sehe halt kein Problem per se damit, dass Disney sie jetzt erst rothaarig oder nun schwarz macht. Weil sie ein fiktionaler Charakter ist und es da einfach egal ist.

    Like ... ich habe mich auch nicht aufgeregt, dass man Legolas in den Filmen blond und blauäugig gemacht hat, obwohl er in den Büchern mit dunklem Haar und dunklen Augen beschrieben wird (was ironischerweise Bloom einige Probleme mit den Kontaktlinsen erspart hätte). Ich meine: So what?


    Die Sache ist: Ich glaube der eigentlichen Casting Director bei dem HP Ding, dass es einfach so war, dass sie colorblind gecastet haben (was ich wirklich toll finde) und die letztendliche Darstellerin einfach am meisten überzeugt hat. Eine andere Sache - und was mich halt so stört - ist Rowlings "Oh, wer sagt, dass Hermine nicht schon immer schwarz war?!" Weil das war Bullshit und ein weiterer Versuch von ihr, zu überspielen, wie furchtbar monoton und homogen ihr Hogwarts ist.


    Und die Sache mit dem "anfauchen" ist halt: Es ist auffällig, dass sich weit mehr Leute darüber halt eine schwarze Arielle, als über einen weißen Jesus oder einen blonden Legolas beschweren. Das gibt einem halt schon zu denken.


    Ich meine, per se muss ich auch sagen: Mir wäre es eigentlich ganz lieb, würden sie diesen Schwachsinn mit den Disney Remales lassen und stattdessen sich daran konzentrieren, diversere Geschichten zu erzählen, die per se weniger eurozentrisch sind (und würde Rowling einfach begabtere Autor*innen an das HP Universum lassen, die diversere und sensiblere Geschichten scheiben können). Aber besser so, als noch mehr Filme, die von vorn bis hinten nur mit weißen Personen besetzt sind und damit weißen erlaben, die Existenz anderer Menschen soweit möglich zu ignorieren. Was viele, viele leider gerne versuchen.


    Das beantwortet meine Frage nicht. Wer behauptet das alles und woher stammen diese Aussagen?

    Größtenteils von meinem behandelnden Arzt, sowie einem befreundeten Humanbiologen, der zu dem Thema gerade seine Dissertation schreibt. Und aus diversen Artikeln aus wissenschaftlichen Zeitschriften, die sich mit dem Thema auseinandergesetzt haben.

    So, wie man den Sehgewohnheiten entsprechen darf (wie im Falle von Jesus), darf man auch mit den Sehgewohnheiten brechen.

    Wobei man halt auch eben immer wieder betonen muss: Diversität im Casting ist wichtig. Dadurch wird in der Regel etwas gewonnen. Dadurch alle Leute weiß zu besetzen eben nicht.


    Das Ding ist, dass solche Besetzungen wie Hermine und Arrielle erstens Faulheit sind und auch geschehen, um sich bei der Audience einzuschleimen.

    Wieso sind sie Faulheit? Und was heißt einschleimen: BIPoC Kinder brauchen Repräsentation und Kinder, die weiß sind, brauchen es auch. Und gerade wo du blonde Arielle sagst ... Die klassischen Darstellungen von Arielle vor dem Disneyfilm waren alle blond oder dunkelhaarig. Disney waren die ersten, die sie rothaarig gemacht haben.


    Wer sagt das? Du? Ich habe nämlich sonst noch nie sowas gelesen oder gehört, nicht in der Schule und nicht in den 3-4 Jahren Medizin, die ich bis jetzt hatte. Dabei haben wir auch über Geschlechtshormone, Geschlechtsorgane, Humangenetik, Geschlechtsverkehr und allem drum und dran gesprochen.

    Und ein Freund von mir besucht einen Informatikmaster, wo die neuste Technologie, auf der sie Arbeiten Java SE6, das seit 2013 nicht einmal mehr supported wird, ist. Your point being?


    Diverse Hochschulen sind veraltet, was Lehrmaterial angeht. Wie Bastet richtig sagt, ist vieles in der Hinsicht erst wieder in den letzten 10-20 Jahren stärker erforscht worden. Die Stichproben, die soweit zu dem Ergebnis geführt haben, dass es doch häufiger ist, als gedacht, sind teilweise Studien, die noch laufen.


    Was ist das denn für eine Überlebensstrategie, wenn man selber keine funktionsfähigen Geschlechtsorgane mehr hat?

    Und letztendlich liegt ein genetischer Defekt vor, etwas ist bei der Entwicklung vom Embryo schief gegangen und der Mensch ist in seiner Funktionsfähigkeit eingeschränkt (Keine Fruchtbarkeit).

    Das ist sehr wohl eine Krankheit.

    Nicht alle Personen mit Sawyer Syndrom sind unfruchtbar. Es gibt zumindest zwei dokumentierte Fälle, die Kinder zur Welt gebracht haben - weshalb es bei ihnen auch nur durch Zufall festgestellt wurde. Bei einer der Personen durch einen dieser "Hippen" Gentests, wo man eigentlich nach Herkunft schaut und wo wohl Verwirrung aufkam darüber, bei der anderen weil ihr zweites Kind einen Gendefekt hatte, weshalb das Genum der Eltern untersucht wurde. (Zweitere ist besser dokumentiert daher.) Es ist auch hier, wie Bastet sagt, recht simpel: Zum einen sind Gentests erst in den letzten Jahren weitläufig zugänglich geworden (da vorher zu teuer), zum zweiten ist es aber auch so, dass Leute selten ihre Gene nachschauen, wenn es keinen Grund zur Sorge gibt. Entsprechend wurde bspw. nun Sawyer-Syndrom vornehmlich bei afab Menschen festgestellt, die in der Pubertät Probleme hatte, weshalb bei ihnen nach Ursachen gesucht wurde. Warum jemanden, der keinerlei Symptome hat, nach einer "Krankheit" untersuchen?


    Ein Bekannter arbeitet an einer der Studien, die genau nach diesen chromosomalen Abweichungen suchen durch Stichprobenstudien.


    Davon abgesehen: Ja, es ist eine Überlebensstrategie. Von dem was andere schon sagten einmal abgesehen: Es ist, so wie es mir erklärt wurde, wahrscheinlich der Körper der Mutter, der durch Hormone dafür sorgt, dass sich der Embryo so entwickelt. Und gerade aus rein evolutionärer Sicht ist es für sie absolut Vorteilhaft, ein weiteres "Jungtier" zu haben, das den Rest der Familie versorgen kann. Das hatte ich vor ein paar Seiten schon einmal geschrieben: Nicht-Fortpflanzen ist auch eine Überlebensstrategie, die unter anderem mit Ressourcenmanangement zu tun hat. Deswegen gibt es auch Spezies, bei denen nur ganz wenige Nachkommen Fortpflanzungsfähig sind.


    Und dann frag ich mich wieder, wie die Welt dann nach deinen Vorstellungen aussehen sollte? Eine Einteilung zumindest in Frau und Mann und dass Kinder als Mädchen oder Jungen heranwachsen, halte ich für eine Selbstverständlichkeit.

    Gerade zweiteres ist es eben nicht. Kinder sind in erster Linie Kinder. Sie in die Boxen zu zwingen schadet ihnen.


    Letzten Endes sollte man also eigentlich nicht viel Probleme haben, die zweifelsfreie Einteilung der gesamten Menschheit in männlich und weiblich aufzugeben, wenn nun einmal die empirische Wirklichkeit so aussieht, dass sich nicht alle Menschen in diese Einteilung zwängen lassen. Vor diesem Hintergrund ist auch darauf hinzuweisen, dass es eben kein neues Phänomen ist, wenn Menschen nicht in diese Einteilung passen - man darf wohl eher annehmen, dass die Existenz derartiger Individuen in der Vergangenheit dadurch unsichtbar gemacht wurde, dass sie eben in eine dieser Kategorien gezwängt wurden, was zweifellos großes Leiden der betreffenden Personen zur Folge hatte.

    Vor allem müssen wir dahingehend bedenken: Menschheitsgeschichtlich bedacht, haben viele, wenn nicht sogar die meisten Menschen in Gesellschaften gelebt, die mehr als zwei Geschlechter anerkannt haben. Während die "zwei Geschlechter" Ideologie, nicht ausschließlich europäisch ist, war es halt eben doch der europäische Kolonialismus, der sie international so verbreitet und vielen, vielen anderen Kulturen auch aufgezwungen hat. Und ich meine selbst innerhalb von Europa ... sowohl die Norden, als auch diverse keltische Stämme hatten ein Konzept nicht-binärer Identitäten. Reden wir nur nicht drüber.


    Insofern: Nein, die Leute haben nicht mal zwangsweise darunter gelitten. Weil viele Leute, die eben queer in irgendeiner Hinsicht waren (auch trans) historisch gesehen in Gesellschaften gelebt haben, die dies akzeptiert haben. Es ist nur so, dass dieses Fakt von der Geschichtsschreibung selbst größtenteils übergangen worden ist, weil es halt nicht in die koloniale Narrative passte. Aber allgemein ging es in vielen (nicht allen!!! und ich sage nicht mal "den meisten" weil ich so viel dann auch nicht weiß) prä-kolonialen Kulturen queeren Menschen jeder Art besser. Selbst dann, wenn die Kultur auch patriarchalisch war. Weil halt nicht jedes Patriarchat so anti-feminin war, wie das durch Europa verbreitete.


    rstehe jetzt nicht, wo es ein Problem wäre, einen Menschen, der körperlich ein Mann ist, auch als Frau zu respektieren und sie (ihn) dann mit gewünschtem Vornamen anzusprechen. Oder wenn man non binary ist und so bewusst in keine der beiden "Ecken" gesteckt werden will.

    Ich weiß, dass es hier gut gemeint ist, aber noch einmal: Der Körper einer trans Frau ist ein weiblicher Körper, weil er zu einer weiblichen Person gehört. Er hat höchstens einen phenotyp männlichen Ausdruck. Diese ganze "männlicher Körper" ist sehr verletzend und setzt zudem trans Menschen, die nicht vollkommen transitionieren möchten oder können (aus gesundheitlichen oder finanziellen Gründen) unter Druck es doch zu tun und verschärft in vielen Fällen Symptome wie die Dysphorie.


    Und nicht-binäre Menschen "wollen" nicht nicht-binär sein. Sie sind es einfach. Glaub mir, wenn ich es mir aussuchen könnte, wäre ich einfach das mir bei Geburt zugeschriebene Geschlecht. Das würde mir so viel Ärger ersparen. So viel Verletzungen. So viel ... alles. Ich müsste nicht mit Leuten darüber streiten, was für Pronomen ich habe oder ständig Aufklärungsarbeit leisten. Ich hätte nicht plötzliche Dysphorie, weil jemand "Frau X" benutzt. Aber ich bin es halt nicht.


    Bei mir kommt natürlich erschwerend hinzu, dass ich inter bin und halt körperlich mit einer Menge "Müll" weiblich gemacht wurde, da ich halt sonst wahrscheinlich keine weibliche (oder vielleicht überhauptkeine) Pubertät erlebt hätte.


    (übrigens Ninjatom-ate , deine Ausführungen sind super und alles, aber wir inter-Leute mögen "intersexuell" halt auch nicht, weil ... ich meine, das klingt halt, als wären wir nur von inter-Personen sexuell angezogen oder so - die meisten sagen einfach inter oder intergeschlechtlich, letzteres bürgert sich Gott sei Dank auch mehr und mehr in der Medizin ein :))

    Also Achilles dann als Schwarzen und auch noch mit Glatze darzustellen, ist doch schon irgendwie fragwürdig. Was anderes wäre es, wenn es gar keine Beschreibung über das Aussehen Achilles' gegeben hätte.

    Die Sache ist: Auch das ist egal. Es ist für Achilles Aussehen wichtig, dass er hübsch ist. Das ist der Aspekt, der zentral für seinen Charakter ist. Aber Schönheit liegt bekanntlich im Auge des Betrachters. Persönlich finde ich schwarze, glatzköpfige Männer bei weitem hübscher, als ein blondes Jüngchen mit käsiger Hautfarbe. Aber wie gesagt: Auge des Betrachters. Sache ist: Dass er weiß ist, spielt bei ihm genau so wenig eine Rolle für die Geschichte, wie es bei Will in His Dark Materials eine Rolle spielt oder so gesehen bei Hermine in Harry Potter (auch wenn ich da kein Fan der Besetzung bin, was aber mehr mit Rowlings Reaktion danach zu tun hat, als mit der Besetzung selbst). Auch die Figuren sind im Buch weiß geschrieben und wurden dann in der Fernsehserie, bzw. dem Theaterstück durch schwarze Schauspieler*in besetzt und das ist okay. Weil es für den Charakter keine Rolle spielt.

    Mein Fehler.. ich bin einer dieser Höhlenmenschen der echt noch davon Ausging dass das was mit dem zu tun hat, das man da zwischen den Beinen hat oder eben nicht.. Das hier wird gerade ermüdend.. sorry^^


    Die Sache ist nun einmal: Geschlecht lässt sich nicht an dem, was zwischen den Beinen ist, feststellen. Das ist eine schon seit Jahren überholte Vorstellung, von der wir wissen, dass sie nicht stimmt. Technisch gesehen war das sogar der Stand des Wissens Ende des 19. Jahrhunderts (also 1892, wenn ich nicht irre, der publiziert Stand der Medizin). Allerdings kamen dann so Sachen wie Buchverbrennungen und ein paar große Kriege im Verlauf der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, die den Forschungsstand teilweise um Jahrhunderte zurückgeworfen haben. Denn sag über Freud, was du willst (denn ja, Freud war ein Sexist): In seinem Dunstkreis waren eine Menge Psychologen, Mediziner und Biologen, die die damalige Sexualforschung (wozu im weitesten Sinne auch das Geschlecht selbst gehört) massiv vorangebracht haben. Leider waren viele der Sachen, die damals geforscht wurden, mit unter den ersten Büchern, die die Nazis verbrannten. Und da es ein prä-digitales Zeitalter war, gab es halt auch nicht schon x übersetzte Versionen im Ausland. So dass einige Texte bis heute verloren sind.


    Toll .. ich hab ne Million im Lotto gewonnen.. aber letzte Woche waren 10 im Jackpot. Ich geh mich aufhängen.

    lol Leider ist es nur kein Lotto-Gewinn. Es ist mehr so: "Hey, wir leben nicht länger auf der Straße, können uns aber dennoch kein Essen leisten." Es ist von einer supermiesen Position in eine etwas bessere Position.


    Das ist genau so Bullshit, wie zu sagen: "Oh, ja, es gibt keinen institutionellen Rassismus gegen Schwarze mehr, seit die Sklaverei vorbei ist."


    Oder man gehört zu den Menschen die die darauf folgende Zeit damit verbringen den nächsten Job zu suchen, und nicht damit, Geld von jemandem zu bekommen, der einen nicht wollte.

    Üblicherweise verbringt man damit auch keine Zeit. Ich habe schon einem Betrieb darauf verklagt. Bzw. das Arbeitsamt hat für mich einen Betrieb darauf verklagt. Deren erste Reaktion auf den implizieten Rausschmissgrund war: "Geben sie uns eine Vollmacht. Wir machen das mal eben." Vollmacht gegeben. Zwei Wochen später eine Wiedergutmachung gezahlt bekommen. Wie gesagt: Arbeitsamt ist darauf total heiß, weil sie dadurch selbst weniger zahlen müssen. Die würden einem auch kaum eine Wahl lassen, wenn sie glauben, dass ein Fall von Diskriminierung vorliegt.


    CD Project hat das Francchise zu mehr gemacht, als zu dem Sapkowski jemals in der Lage war.

    Als Autor kann ich dir nur sagen: Wäre mir vollkommen scheißegal, wenn sie dabei die eigentliche Message und das eigentliche Thema aus dem Fenster geschmissen haben. Umso mehr, wenn ich dabei nicht einmal finanziell davon profitiert hätte *hüstel*


    Ja tut es tatsächlich sehr.. Aber das is nicht das einzige Problem mit Triss´Charakter. Am Ende gefällt mir die Gesamtinterpretation von CD Project trotzdem um Welten besser.

    Das ist schön für dich. Ich nicht.


    aber ich bin Müde und mehr gibts gerade nicht^^

    Man könnte, anstatt einen trolligen Mitternachtsbeitrag zu schreiben, es auch einfach bis zum nächsten Tag ruhen lassen. Just a thought. Der Thread läuft dir nicht davon.


    Dass ein Kind erst mit 3-4 Jahren versteht, was überhaupt ein Geschlecht ist, das ist Psychologie und Intelligenzentwicklung im Kind. Das hat mit dem biologischen Geschlecht, mit dem man geboren wurde, nichts zu tun.

    Es gibt kein "biologisches Geschlecht". Diese Vorstellung gilt als Überholt. Das Geschlecht, mit dem sich ein Mensch identifiziert, ist einfach das Geschlecht. Alles andere sind phänotypische Ausprägungen. Das einzige, worüber wir dahingehend überhaupt diskutieren können, ist, ob es überhaupt Geschlechter in dem Sinne gibt oder ob es nicht komplett ein soziales Konstrukt ist, aber ich glaube das geht üebr den Rahmen des Forums hinaus.


    Und alle andere Fälle sind genetische Sonderfälle, wo "weibliche" Menschen mit XY Chromosomen etc geboren werden.

    Nein. Sind es nicht. Gerade Sawyer-Syndrom (weibliche Geschlechtsorgane + XY Chromosomen) ist laut aktuellem Stand häufiger als bisher gedacht und hat eine nachweisbare (und wäre Medizin bei Menschen nicht ethnischen Aspekten unterlegen wahrscheinlich auch replizierbare) Grundlage: Jungtiere (beim Menschen auch gerne als Baby bezeichnet) mit phänotypischen weiblichen Merkmalen haben höhere Überlebenschancen, da sie in vielerlei Hinsicht widerstandsfähiger gegen Umwelteinflüsse sind. Es ist weder ein Sonderfall, noch eine Krankheit. Es hat eine gute, biologische Begründung. Und nun, da wir mehr in inter*-Themen Forschen stellt sich durchweg heraus, dass inter* offenbar deutlich häufiger ist, als gedacht (wobei das gedachte auch häufig genug ist, dass man nicht von "selten" sprechen kann) und in vielerlei Hinsicht kein Gendefekt, sondern eine Überlebensstrategie ist.


    Das XY = Penis = andere phänotypisch männliche Ausprägungen = Junge vs XX = Vagina = andere phänotypisch weibliche Ausprägungen = Mädchen vs "komische Sonderfälle" System gilt als lang überholt und sorgt dafür, dass viele, viele Leute leiden, teilweise medizinisch misshandelt werden. Und wie oben schon gesagt: Es ist etwas, dass wir technisch gesehen seit 130 Jahren besser gewusst hätten - wären da nicht so ein paar braune Scheißhaufen, weitergehend bekannt als Faschisten, einmal durch Europa gezogen.


    Freiwillig würde das glaub ich eh niemand machen, wenn sie kein Geld dafür bekommen würden und natürlich wird man bei 40h/Woche Arbeit irgendwann krank werden. Psychisch oder physisch. Das ist eine Gemeinsamkeit, welche viele Arbeitsbranchen mit sich bringen: Stress, ob psychisch oder körperlich, manchmal auch beides.

    Eben das. Und genau deswegen ist Kapitalismus scheiße. Und weißt du, wovon der Kapitalismus mit am meisten profitiert und was ihm hilft, seine Macht zu erhalten? Sexismus. Woah!


    Ich würde mit dir aber sogar wetten, dass das häufiger vorkommt.

    Aber Alaiya behauptet das Gegenteil.

    Nein. Tue ich nicht. Ich behaupte, dass Männer Frauen vergewaltigen, weil ihnen von er Gesellschaft eingetrichtert wird, dass sie ein Anrecht darauf haben. Auch das ist eine Frage von "Macht" und "Machtausübung". Auch die "Menge an Frauen mit denen Mann schläft" hat mit Macht zu tun. Das eine ist nicht von dem anderen getrennt.


    Es gibt je nach Fall immer unterschiede, welcher Aspekt denn bei der Vergewaltigung im Vordergrund stand - aber das heißt nicht, dass nicht verschiedene Sachen mit reingespielt haben.


    Bspw. habe ich auch nie von Attraktivität geredet, weil das sowieso ein albernes Konzept ist, da es eine allgemeingültigkeit voraussetzt, die es nicht gibt. (Attraktive Frauen sind zwar häufiger das Opfer von Anmachen und sexueller Belästigung, allerdings nach allen Erkenntnissen seltener das Opfer von Vergewaltigungen, da sie als Selbstbewusster und damit abschreckend gelten. In Japan gab es dazu mal eine Studie (nicht ohne Kritiker) nach der die attraktivsten, am sexygsten Angezogenen Frauen sogar die geringste Wahrscheinlichkeit hatten, dass Opfer von Vergewaltigungen zu werden, weshalb die Polizei in Tokyo Frauen bis heute rät, sich aufzubrezeln, um sich so vor Vergewaltigungen zu schützen.)


    Das rausrechnen ist ja mal echt zurechtargumentieren bis es passt. Was ist daran so shclimm wenn Beruf x eine 60/40 quote hat, dafür Beruf y eine 40/60? absolut 50/50 ist unrealistishc, finde ich

    Ich sage auch nicht, dass es genau 50/50 sein muss (außer in so Sachen wie der Politik, wo es einfach wichtig ist, bei den Politikern die Bevölkerung akkurat zu repräsentieren), aber dass es sich üblicherweise in die Richtung einpendeln würde. Denn die Sache ist: In vielen Berufen haben wir auch keine 60/40 Teilung. Als Wirtschaftinformatiker sehe ich, wie hoch die Frauenanteile da sind. Und es ist kein Job, bei dem es irgendeinen Abschreckungsfaktor - abgesehen vom inhärenten Sexismus der Kollegen und Branche - gäbe, der Frauen davon abhalten würde, diesen Job anzunehmen. Davon abgesehen, dass Frauen halt überdurchschnittlich oft gesellschaftlich impliziert wird, dass es nichts für sie ist.


    Genau so, wie es bspw. Männern überdurchschnittlich oft gesellschaftlich impliziert wird, dass ein Job als Kindergärtner nichts für ihn wäre und er damit entweder schwul oder pädophil wäre.


    Es hat Gründe warum es gewisse Männerberufe und Frauenberufe gibt

    Ja, hat es. Nämlich, dass die (post)koloniale Gesellschaft mehr und mehr angefangen hat, Aufgaben den Geschlechtern zuzuordnen und aktiv Leute davon abzuhalten (bis hin zum Verbot mit möglicher Todesstrafe zu schlimmsten Zeiten), einen Job entgegen dem der Person zugeordneten Geschlecht anzunehmen. Auch wenn etwaige Gesetze mittlerweile zu großen Teilen aufgelöst sind, haben sich die Vorstellungen davon kulturell so sehr verankert, dass es sich in Geschichten, Medien und auch dem alltäglichen Leben so ergeben hat, dass die einen Sachen stärker Jungen nahegelegt werden, die anderen stärker Mädchen, während sie umgekehrt von den Sachen abgehalten werden - zwar nicht explizit, aber implizit. Das fängt mit den Worten, die du benutzt, an: "Männerberufe. Frauenberufe." Dabei ist diese Zuordnung letzten Endes mehr oder minder Willkürlich. Das geht aber auch weiter damit, dass Kinder in Bilderbüchern und früh von ihnen konsumierte Medien mehr Beispiele finden werden, in denen die vermeintlichen "Männerberufe" auch von Männern ausgeübt werden, die "Frauenberufe" von Frauen etc., was diese Vorstellungen zementiert, wenn es nicht massiv viele Gegenbeispiele im realen Leben des Kindes gibt.


    Wie gesagt: Das nennt sich Priming.


    Das ist dann aber eher ein Problem des eigenen Selbstbewusstsein und, ja jetzt kommt das böse Wort, Durchsetzungsvermögens.

    Nein. Ist es nicht. Es ist ein Problem der mangelnden Informationen. Ich selbst bin medizinisch sehr gut aufgeklärt, deswegen kann ich eine informierte Entscheidung treffen. Aber viele Menschen mit Uterus - vor allem junge Mädchen, die dazu gedrängt werden - haben diese medizinische Aufklärung nicht. Was ja auch nicht ihre Aufgabe ist. Während ich ein fundiertes medizinisches Allgemeinwissen eigentlich für Wünschenswert bei allen Menschen halten würde (mein Wunschdenken), ist dies üblicherweise nicht gegeben. Und wenn dann die meisten Frauen, die man kennt, die Pille nehmen oder zumindest genommen haben, bis sie Kinder wollten, di*er Frauenärzt*in einen bedrängt sie zu nehmen und nur davon erzählt, wie toll das wäre, ohne auf die Nebenwirkungen einzugehen ... ja, dann nimmt man sie halt. Und wenn die Nebenwirkungen dann "wegerklärt" werden mit "Das ist der Stress" oder dergleichen ... Nun, was erwartet man?


    Also nach allem was ich in Biologie gelernt und von werdenden Müttern gehört habe, kann man noch im Mutterleib, per Ultraschall, das geshcelcht shcon erkennen. Und sorry, wenn das Baby dann untn rausflutshc, dann sieht man doch ob da ein loch oder ein dingelchen ist, oder nicht? Ich gebe zu, ich habe bisher wenig Nugeborene gesehen und dann vor allem nicht zwischen den Beinen. Von daher gehe ich mal davon aus dass das so stimmt.

    Wie oben schon gesagt, daher hier nur in Kurzform: Das ist lang überholter Kram, der wenig mit der Realität zu tun hat. Alles, was Vagina und Penis sind, sind phänotypische Ausprägungen. Sie sind weder ein "biologisches Geschlecht", noch sonst irgendetwas. Ja, es stimmt, dass in den meisten Fällen es so ist, dass Vagina und Penis auf andere Dinge schließen lassen - aber es ist nicht gegeben. Und letzten Endes total überholt es als Anzeichen zu sehen.


    Das Konzept von "dem einen biologischen Geschlecht" ist ohnehin ebenso unsinnig. Es gibt im Körper diverse Aspekte, die mit "Geschlechtern" in Verbindung gebracht werden, aber nicht zwangsweise auf ein Geschlecht schließen lassen. Es gibt die Chromosomen, die Hormone, die primären Phänotypischen Merkmale, die sekundären phänotypischen Merkmale und das Gehirn (das sich in Anteilen von weißer und grauer Materie ebenfalls unterscheidet). Und selbst das ist nur die oberflächliche Betrachtung.


    Schulunterricht ist zum einen stark vereinfacht, was viele Konzepte angeht. So viel, was wir in der Schule lernen ist absolute Pferdekacke, die man am besten direkt wieder vergisst. Sei es, weil sie auf veralteten Wissensstand beruht, sei es, weil sie s komplett aus ideologischen Gründen für den Schulunterricht zusammengereimt wurde. (Wie viel Lügen wir für Geschichte lernen!!!) Nur weil man etwas in der Schule gelernt hat, heißt es noch lang nicht, dass es stimmt oder das ganze Bild beinhaltet. Selbst im Physikstudium fangen diverse Professoren ihre Vorlesung an mit: "Vergessen Sie alles, was Sie in der Schule gelernt haben."


    Bitte was? Auch heir eine Erklärung bitte.

    BIPoC = Black, indigenous, People of Color.

    Aka: Schwarze Menschen, indigene Menschen und allgemein nicht-weiße Menschen.


    Ja, aber die harte Knochenarbeit wollen weniger Frauen machen, wiel ist ja Männerarbeit. Aber woanders Pochen diesleben Fraue auf Frauenquote.

    Und zeitgleich denke ich das gerade Sachen wie aufm Bau eher später automatisiert werden. Da sind "monotone" Fabrikarbeiten, eifnahc aufgrund des immer gleichen Schmas, eifnahcer zu automatisieren. Gebäude sind das in der Regle nicht.

    Die harte Knochenarbeit wollen auch weniger Männer machen - diskriminieren aber gleichzeitig auch dennoch gegen die Frauen, die sie machen wollen. Just saying.

    Und auch Bau-Sachen lassen sich automatisieren. Die Frage ist unter dem Kapitalismus halt nur immer, inwiefern das die Gewinnmargen erhöht.


    Das ist doch schon an sich arm, dass die Gesellschaft sogar Spielzeug und Farben überhaupt ein Geschlecht zuordnet und sich manche Eltern dann toll fühlen, dass sie ihre Kind "nicht klischeehaft(tm)" erziehen.

    Ist es auch. An sich sollten wir einfach Kinder komplett selbst wählen lassen. Halt allen Kindern dieselben Möglichkeiten geben. Kinderabteilungen nicht in "Mädchen und Jungenkram" Unterteilen. (Weil solange es unterteilt ist, gibt es dennoch einen gewissen Druck auf die Kinder, sobald sie das Konzept Geschlecht verstanden haben.) Und wenn das Mädchen dann Puppen mag, ist es super. Wenn es dann lieber Autos oder das Reperaturset mag, auch. Und wenn es beides mag: Auch toll.


    Uhhhhh.. da lehnst du dich weit aus dem Fenster. Ich geh so weit mit dass sich anfangs keiner bewusst dazu entscheidet... Aber nicht damit, dass sich einige Personen in dem Selbstmitleid das daraus entsteht liebend gerne suhlen und keine großen Anstrengungen unternehmen da aus eigener Kraft wieder rauszukommen, von Vorwürfen gegenüber Leuten bei denen das nicht tagtäglich Thema ist, und die sich lieber um ihre eigenen Probleme kümmern, mal abgesehen.

    Das ist Victim Blaming, was du machst. Und viele, viele marginalisierte Menschen unternehmen Dinge, im Versuch daraus zu kommen. Was meinst du, ist Feminismus?! Aber dann gibt es halt Leute, die die Probleme, die sie selbst nicht haben, kleinreden oder für nichtig erklären und einem stattdessen sagen, man (frau?) solle sich freuen, dass es einem besser geht, als es vor ein paar Jahrzehnten gegangen wäre. Yay.


    Ich meine: Juhu. Vergewaltigungen sind jetzt zumindest rechtlich (sogar in der Ehe!!!) illegal! Geiler Scheiß! Jetzt müssten sie auch noch als solche verfolgt und gewertet werden, anstatt erst einmal davon auszugehen, dass die Opfer lügen!





    Beim Remake von Troja z.B. wurde Achilles von einem glatzköpfigen Schwarzen gespielt [1]. Was ja nichts mit der Mythologie und dem Iliad zutun hat. Es gibt sogar einen Film in dem Julius Caesar von nem Schwarzen gespielt wird. [2] da sagen auch zurecht viele Schwarze nur wtf.


    Die neue Arielle wird im Film ja auch von einer schwarzen gespielt.

    Ich sehe absolut ein, dass es bei Caesar ein wenig WTF ist. Aber Archilles oder Arielle? Das waren keine realen Menschen. Das sind (bei Archilles sind wir uns da auch sehr sicher) fiktionale Figuren, deren Hautfarbe in ihren Geschichten absolut keine Rolle spielt. Was für einen Unterschied macht es da, welche Hautfarbe sie haben?


    Es gibt für kleine weiße Mädchen tausende Meerjungfrauendarstellungen (inklusive verschiedener Verfilmungen von Arielle), in denen Arielle weiß ist. Ihnen wird nichts genommen. Schon gar nicht im Vergleich, was kleinen schwarzen Mädchen, die ohnehin kaum Identifikationsfiguren haben, dadurch gegeben wird. (Und technisch gesehen wird, so wie ich das Märchen in Erinnerung habe, Arielles Hautfarbe nicht mal in Andersens Geschichte erwähnt.)


    Und wie gesagt: Bei Archilles? Who cares.


    Historische Personen sehe ich absolut ein. Genau so Figuren, bei denen die Hautfarbe mit der Geschichte zu tun hat. Ist das aber beides nicht der Fall? Dann ist es okay, weiße Figuren mit jemanden anderer Hautfarbe zu ersetzen - weil dies nichts daran ändert, dass der allergrößte Teil von Figuren immer noch weiß ist. Weiße sind nicht marginalisiert. Wer als weiß sich selbst repräsentiert sehen will, kann tausend andere Geschichten finden, in denen das der Fall ist. Das ist ein Luxus, den andere Gruppen nicht haben. (Gilt übrigens auch dafür Figuren, die eigentlich hetero waren queer zu machen. Das ist okay.)


    Es ist auch bei "His Dark Materials" gerade nicht nur okay, sondern Lobenswert, dass viele weiße Figuren in der Verfilmung halt nicht-weiß sind. Teilweise sind sogar Figuren, die in den Büchern abled sind, in der neuen Verfilmung Disabled. Das ist großartig. Denn nur weil ein weißer Autor in den 90er Jahren es anders geschrieben hat heißt es nicht, dass eine ganze Fantasy-Welt jetzt deswegen weiiß sein muss.

    Den letzten Punkt hab ich ja auch nicht abgestritten. Die Frage ist nur, ob ein solcher Zustand von "globaler" oder gar "regionaler Gleichberechtigung" überhaupt erreicht werden kann? Kannst du ehrlich darauf antworten? Deswegen vergleiche ich es mit dem Thema "Vegan und Klimawandel". Würden alle Menschen zum Veganismus umsteigen, würde man so auf einen Schlag den Klimawandel drastisch reduzieren. Theoretisch. Ob sich sowas praktisch anwenden lässt, ist eine andere Frage.

    Globaler? Nun, dafür wird noch viel Wasser den Rhein runterlaufen (na ja, oder wenn wir unseren Dauerdürrezustand bedenken auch nicht mehr so viel). Lokaler? Aber absolut. Die Frage ist - wie bspw. bei Rassismus und all diesen Fragen auch - nur, wie und wie schnell wir dahinkommen.


    Nicht allesamt, aber die meisten schon. Und bisher dachte ich auch immer, du wärst weiblich. Da kannst du den armen Jungen dafür nicht anschnauzen, wenn du hier sogar mit einem weiblichen Namen rumläufst. Fast so, als würde ich mit dem Namen "Vanessa" hier anstatt Supreme rumlaufen, da würde doch jeder auch locker glauben, dass ich ein Mädel bin. Es sind einfach Dinge, die man versucht, vorauszusehen, ohne sie wirklich zu wissen. Aber jetzt sind wir bestens drüber informiert.

    Was an dem Namen ist "weiblich"? Dass er auf einem A endet?

    Es ist ein kompletter Fantasiename, den ich mir ausgedacht habe, als ich 17 war. Als Fantasiename hat er keine geschlechtliche Zuordnung.

    Und Funfact: Namensendungen sagen auch nichts darüber aus, welches Geschlecht ein Name hat. Es ist nur im romanischen Raum so, dass sie auf "A" enden. In anderen Sprachräumen nicht. Just saying. In Südafrika ist Laura ein Männername.


    Wem sagst du das? Aber warte.. du bist doch die gleiche Person die mir eben noch erzählt hat, dass das vor allem ein Problem der Frauen ist.. wait..

    Ich muss kurz nochmal sortieren wer welchen Standpunkt vertritt^^

    Ich sage das dir, weil ich genau darum diskutiere: Frauen haben dieselben Möglichkeiten Männer zu vergewaltigen, wie anders herum. Sie tun es aber nicht annährend so häufig. Weil das Problem mit Vergewaltigungen und sexueller Belästigung Gesellschaftlich ist, nicht biologisch. Es hat damit zu tun, dass Männer glauben sie können, dürfen und müssen Sex mit verschiedensten Frauen haben - sie haben ein Anrecht darauf. Weder eine bessere körperliche Voraussetzung, noch ein höherer Libido oder was auch immer ihr euch da noch ausdenkt hat damit zu tun. Es ist die Gesellschaft.


    Und ja, es ist ein Problem. Während Dunkelziffern halt Dunkelziffern bleiben und nur geschätzt werden, ist selbst in den höchsten Schätzungen die Ziffer von Frauen, die durch Männer vergewaltigt oder belästigt werden, deutlich höher als anders herum. Je nach Studie (die bzgl Dunkelziffern alles sind, wonach wir gehen können) gehen 30 bis 50% der Fälle mit männlichen Opfern von männlichen Tätern aus.


    Du machst dir gar kein Bild wie "dankbar" der Durchschnittsmann von heute ist, wenn ihn überhaupt eine ran lässt XD Wenn ihr überhaupt jemand wen im Griff hat, dann das schönere Geschlecht uns.

    lol Ja, total. Die Frauen machen das alles nur falsch. Alles, was sie machen müssten, wäre Männer mit Sex zu erpressen, damit sie ihnen rechte geben, eh? lol Ja, ne, ist klar.


    Und an welcher Stelle habt ihr die Macht verloren das trotzdem selbst zu entscheiden?

    Wenn alle Leute dir einreden, dass du das machen musst, dann akzeptierst du das. Genau so, wie Männer halt oft genug akzeptieren, dass sie unbedingt Sex brauchen und dass Weinen unmännlich ist. Es wird einfach enormer Druck ausgeübt, etwas zu machen - und richtige, neutrale Informationen sind schwer zugänglich und selbst Online oft vergraben zwischen tausend Sachen darüber wie geil die Pille ist und wie toll es ist, die zu nehmen.


    Wir werden als Mann oder als Frau geboren. Manch einer trifft später eine eigene Wahl.

    Nein, werden wir nicht. Wir werden als Babys geboren. Diesen Babys wird meistens aufgrund von äußeren Eigenschaften ein Geschlecht zugewiesen - in manchen Fällen wird es auch vollkommen willkürlich von Ärzt*innen und/oder Eltern bestimmt. Das Geschlecht entwickelt sich erst im Alter zwischen drei und fünf Jahren - wissenschaftlich gesehen. Vorher hat das Kind keine Vorstellung davon, was ein Geschlecht ist.

    Es ist keine Wahl. Ein trans Mann ist männlich geboren. Er weiß es aber erst mit ca vier Jahren. Und selbst da kann es sein, dass er es nicht wirklich bewusst weiß, weil er in einem Umfeld aufwächst, in dem Biologismus klar geprädigt wird, so dass ihm nicht klar wird, dass sie ein Junge sein können.


    Ich wurde weder als Junge, noch als Mädchen geboren. Auch nicht "biologisch". Ich habe XY Chromosomen. Aber weibliche Geschlechtsorgane. Das mit den Chromosomen war bei meiner Geburt bekannt. Ich wurde meine ganze Kindheit lang mit Hormonen zugestopft, nur weil Leute glauben, dass ein Kind entweder ein Junge oder ein Mädchen sein muss. Deswegen habe ich auch PMS, lol. Übrigens: Weil man mir bei meiner Geburt das Geschlecht weiblich zugewiesen hat, was totaler Bullshit war, darf ich mir auch nicht meine nicht funktionierenden Eierstöcke herausnehmen lassen. What fun!


    Ist dir eigentlich klar, was für eine großartige Entwicklung ein Drittel ist, wenn du dir anschaust wie die Welt noch vor 50 Jahren aussah?

    Oh, juhu. Wir sind bei einem Drittel. Yay. Es ist trotzdem zu wenig und sorgt dafür, dass eine Gruppe, die größtenteils aus Männern besteht, auch über Rechte (bspw. in Bezug auf Vergewaltigungsregelungen, Abtreibungsregelungen, Regelungen bzgl. Chancengleichheit und mehr), die vornehmlich Frauen betreffen abstimmen. Yay.


    Ein Grund warum Feminismus oft so einen leicht negativen Beigeschmack hat (was wenn er vernünftig praktiziert wird natürlich Bullshit ist) ist sicher auch dass viele garnicht einsehen, was sie längst erreicht haben, und parallel zum Fortschritt immer unzufriedener werden.

    Nein, der Grund, warum Feminismus oft von Leuten negativ bewertet wird, ist, dass man absolut keine Ahnung hat, wie es ist als Frau oder allgemein als nicht cis Mann in unserer Gesellschaft zu leben.


    Es ist so: "Yay, wir werden nicht mehr ausgepeitscht, sondern nur noch mit dem Paddel geschlagen. Yay~"


    Das können sie in der Theorie machen.. In der Praxis arbeiten sie dann mit Leuten zusammen die das nur tun, weil man sie verklagt hat. Wie oft glaubst du, passiert das wirklich? ;)

    Man kann auch auf einen Ausgleich klagen. Geht teilweise sogar relativ schnell, wenn man Arbeitssuchend ist, weil das Arbeitsamt das total geil findet, weil sie dadurch eventuell ein, zwei Monate nicht zahlen müssen.


    Die Bücher haben das auf einem ganz anderen weg thematisiert. Dort ging es nämlich nie um die Hautfarbe oder das Geschlecht unter Menschen, sondern um vergleiche Themen, die aber als Auseinandersetzung zwischen Menschen, und anderen Rassen, wie Elfen, Zwergen, oder Gnomen stattfanden. Grob zusammengefasst Menschen gegen Anderlinge.

    Ja, aber die anderen Spezies sind allesamt Standins für reale durch Kolonialismus unterdrückte Gruppen. Gruppen, die teilweise auch Tolkien als Basis genommen hat, wohlgemerkt. Sapkowski hat dies als Grundlage genommen realen Kolonialismus und realen Rassismus zu kommentieren. Nur dass es Leute halt eiskalt ignoriert haben. Obwohl es nicht wirklich versteckt ist. Zwerge sind ein Standin für semitische Gruppen. Elfen und Dryaden Standin für indigene Gruppen. Der Umgang mit diesen fiktionalen Gruppen in Sapkowskis Welt reflektiert überraschend gut den realen Umgang mit diesen Gruppen inklusive auch der vorgehaltenen "wohlwollenden" politischen Aspekte.


    Was sie aber geschnallt haben, ist, dass ihre Herkunft und damit ihre Hautfarbe klar definiert ist. Es gibt faktisch Punkte die dagegen sprechen dass sie dunkelhäutig sein kann. Les dich bitte noch weiter in das Thema ein, dann kommst du sicher irgendwann auch noch an den Punkt an dem du feststellen wirst, warum Sapkowski das unbedingt anders umsetzen möchte als CD Project. Dann würde mich interessieren ob du ihm immer noch applaudierst. Aber den Spaß herauszufinden was ich damit genau meine, überlass ich dir. Denn da mangelt es eindeutig ein bisschen an Wissen über die Thematik.

    Ich kenne beide Seiten. Ich bin absolut auf Sapkowskis Seite. CD Project Red hat sich in diesem Kontext - im Kontext auf Repräsentation und Inklusivität - absolut nicht mit Ruhm bekleckert. Um nicht zu sagen: Sie waren teilweise ekelhaft rassistisch. Es ist nicht nur Sapkowski, der sich mehr gewünscht hätte. Vielen haben sich das gewünscht. (Und ja, ich weiß auch um den Grundlegenden Rechtsstreit zwischen Sapkowski, der eigentlich keine Spiele mag, um diverse andere Dinge und unteranderem das Geld, da er ihnen die Rechte damals für wenig Geld gegeben hat und sich jetzt darüber ärgert. Aber auch wenn der Ärger sicher den anderen Ärger mit beeinflusst, ist es dennoch ein berechtigter Ärger.) Ist einer der Gründe, warum ich Wild Hunt nicht komplett gespielt habe. Ich bin ziemlich angewidert von der Firma in der Hinsicht.


    Erneut: Es ist eine Fantasy-Welt. Es ist scheißegal. Wenn jetzt Amazon sich entscheidet, in Herr der Ringe als Serie BIPoC einzubauen, ist es auch scheißegal. Weil die Hautfarbe absolut nichts mit der Handlung der Geschichte da zu tun hat. Es gibt absolut nichts im Rahmen der Welt, dass gegen die Existenz von BIPoC spricht. Jedwede andere Behauptung ist letzten Endes rassistisch motiviert.


    Übrigens lebten auch im Mittelalterlichen Europa, auch in Polen, nicht-weiße Menschen. Nicht so viele wie heute, aber dennoch mehr als genug. Davon abgesehen, dass "aber Geschichte" nachwievor Bullshit ist, solange es eine Welt mit Magie, Monstern und Drachen, aber ohne katholische Kirche, vorhergehendes römisches Reich und all diese Dinge ist. (Und die Welt ist vor allem erst einmal von allen möglichen Märchen inspiriert von unterschiedlichen Quellen. Die Kurzgeschichten, die der Anfang waren, waren von Schöne und das Biest (eine Geschichte, die in Frankreich ihren Ursprung hat), Schneewittchen, Rumpelstilzchen und Aschenputtel (Geschichten, die wahrscheinlich aus dem deutschen Raum kommen), Der Rattenfänger von Hameln (Hameln, duh), 1001 Nacht (Arabischer Raum), Die Schneekönigin und Die kleine Meerjungfrau (zwei Kunstmärchen aus Dänemark) inspiriert.) Würde es von realen historischen Figuren handeln, könnte man drüber diskutieren. Wobei die halt nachwievor eher weißgewaschen werden, als irgendwas anderes.


    Stört es dich übrigens auch, dass in den Spielen Triss mit Ausschnitt herumrennt, während sie in den Büchern genau das nicht macht, da sie eine riesige Narbe auf ihrer Brust hat, die sie aufgrund ihrer Magieallergie nicht heilen kann, weshalb sie immer hochgeschnittene Kleider trägt - etwas, dass zentral für ihren Charakter und damit für die Handlung ist. Anders als die Hautfarbe der Menschen, wie ich anmerken möchte.


    Find ich auch nicht richtig Frauen auf Aufforderung Gebärmutter und Eierstöcke zu entnehmen. Wenn sie später dann doch einen Kinderwunsch hat, ja gut, Pech.

    Aber die meisten Leute haben ungefähr das Bio/Anatomiewissen von der 4. Unterstufe und die meisten werden, wenn du ihnen was von Hormonproduktion erzählst, denken das sei jetzt eh nicht so wichtig oder diese seien bloß da, um Eizellen heranreifen zu lassen.

    Einen Samenleiter kann man leichter durchtrennen und das hat keine hormonellen Folgen, meines Wissens nach.

    Ich sage nicht uninformierte Entscheidungen. Aber ich habe jetzt im Freundeskreis diverse Frauen (und nicht-binäre Menschen mit Uterus), die sich das wirklich sehr gut überlegt haben und die teilweise sogar in die Richtung (Biologie, Medizin etc.) studiert haben und denen es dennoch verwehrt wird. Und eine von denen hat jetzt vier Kinder und ist sich sehr, sehr sicher kein weiteres Kind leisten zu können. (Vom ersten abgesehen waren die vier auch alle geplant. Aber jetzt sagt der Plan: Ist nicht mehr. Und sie hat drei Ärzt*innen durch. Niemand will es machen.


    Ok und wie sollte das nun deiner Meinung nach überhaupt aussehen? 50/50? Weil 50% Frauen und 50% Männer insgesamt in ALLEN Arbeitsbereichen wissenschaftlich bewiesen (dazu auch gerne Quellen) bessere Arbeit leisten? Ist das für dich Gleichberechtigung? Was ist dann mit den Leuten, die sich als weder das noch das identifizieren?

    Und für dich sind Männer und Frauen gleich (deine Worte: gibt genug starke Frauen und schwache Männer) das heißt du traust allen Frauen zu, sich auch für körperlich belastende Arbeiten zu bewerben bzw da eine Ausbildung zu machen?

    Dass Frauen nicht genau so viel an Muskelmasse haben, wie Männer, ist Schulwissen. Und viele Frauen würden sich das nicht mal selber zutrauen.

    Und wieso kürzt du überhaupt in dem Zusammenhang die Anteile weg, wo die Frauen einen größeren Anteil in der Arbeitswelt haben? Zu welchem Zweck? Und außerdem hast du die Zahlen nicht mal ohne Angabe irgendwelcher Quellen in den Raum geworfen.

    Ja, idealerweise sollte es sich darauf einpendeln. Wobei es relativ deutlich ist, dass: Bis wir soweit sind, werden viele, sehr viele Jobs eher von Robotern und anderen automatisierten Maschinen ausgeführt werden. Und es geht nicht um 50/50 bzgl der besseren Ergebnisse, es geht dabei um möglichst diverse Teams (in jeder Hinsicht). Der positive Aspekt zeigte sich je nach Land ab einem anderen Stand von Frauen zu Männern, aber mit steigender Anzahl bessere Ergebnisse (bis 60% in Deutschland, wo vornehmlich die Telekom geprüft wurde).


    Und Gleichberechtigung heißt vor allem, dass alle dieselben Chancen, dieselben Möglichkeiten bekommen und sie zu denselben Sachen ermutigt oder eher nicht von verschiedenen Sachen abgehalten werden. Und das ist aktuell nicht der Fall. Aktuell werden Kinder von Kleinauf in bestimmte Richtungen erzogen. Das wird durch die Medien, das Umfeld in vielen Fällen und andere Dinge bestärkt. Mädchen haben die einen Eigenschaften und Interessen zu haben, Jungs die anderen. Das wird dann von Kindern in ihren Umfeldern mit anderen Kindern weiter verstärkt ("Du magst XY? Du Mädchen!" oder "Du magst das nicht? Ich spiel nicht mehr mit dir!") und auch in der Schule unbewusst und teilweise bewusst von Lehrern. Das gilt dann sowohl was das Primen auf bestimmte Berufe angeht, als auch das Priming für eben bestimmtes Verhalten ("Boys will be Boys", wenn Jungen Mädchen Ärgern oder sich miteinander Prügeln).


    Was Muskelmasse angeht: Das ist der Durchschnitt. Aber: Der durchschnittliche Unterschied innerhalb der Geschlechter selbst ist weit größer, als der Unterschied zwischen Männern und Frauen. Insofern ist es halt relativ egal. Und das "nicht zutrauen" hat ebenfalls mit gesellschaftlichem Priming zu tun.


    Allerdings ist der wichtige Aspekt auch: Harte Knochenarbeit aufm Bau machen meist genauso wenig Leute freiwillig, wie Leute Putzen gehen. Es gibt welche, die das freiwillig und gerne machen, aber viele sind da, weil sie da sein müssen. (Quelle: Ich habe selbst aufm Bau gearbeitet.) Genau deswegen und weil diese Jobs auch langfristig gesundheitlich nicht toll sind liegt es im gesellschaftlichen Interesse zu automatisieren und das Wirtschaftssystem entsprechend anzupassen. Auch das würde zu mehr Gleichberechtigung führen. <~ Fun Fact


    Das IST vorwiegend ein Problem von nicht gesettelten Hormonen. Ich kenn das Szenario.. Aber da hab ich mich eben auch tatsächlich noch in der Pubertät befunden^^ Glaub mir einfach, dass sich das bei den meisten Männern legt sobald sie ein, zwei echte Frauen nackt gesehen haben ;)

    Was du damit sagst: Deine eigene, vollkommen individuelle Erfahrung ist eine Regel, die über dem Steht, was Biologen und Mediziner herausgefunden haben. Und auch über dem, was andere Männer und Menschen mit Penis erleben. Was du damit auch sagst: Jeder Mann, der bei einer Vergewaltigung selbst dazu gezwungen wurde zu penetrieren oder zumindest hart wurde, hat es eigentlich selbst gewollt oder fand es zumindest total heiß.


    Hast du nicht eben noch davon gesprochen, dass so viele Männer vergewaltigt werden?


    Zudem haben Männer schon genauso viel vom Feminismus profitiert, indem sich so einige ebenso von alten Rollen freimachen konnten.

    This!

    Haben sie ja auch nicht.. das ist auch garnicht das was ich damit sagen wollte. Oh Gott.. hast du das was ich gesagt hab allen ernstes wie "Wir Männer machen das halt, nehmt es gefälligst so hin!" aufgefasst? lol.. Da ging es mir viel mehr darum, dass es die Biologie einem Mann leichter macht eine Frau zu vergewaltigen, als einer Frau einen Mann.

    Menschen funktionieren in der Realität nicht so einwandfrei, wie man es gerne hätte.

    In der Realität finden die meisten Vergewaltigungen entweder in Beziehungen statt oder durch Machtpositionen. Beziehungen heißt nicht nur romantische Beziehungen, sondern auch familiäre und freundschaftliche Beziehungen. Die aller-allerwenigsten Vergewaltigungen beinhalten - jedenfalls am Anfang - ein direktes körperliches Festhalten, sondern einfach das Ignorieren eines "Neins" oder das Ausnutzen von einer Abhängigkeit. Diese Abhängigkeit kann aufgrund einer Machtposition (Chef, Vorgesetzter, Professor, Lehrer, aber auch Elternteile etc.) passieren, aber auch emotionaler oder finanzieller Natur sein (wie es halt oft in Beziehung der Fall ist - emotional auch in Freundschaften). Wie Bastet sagt hat es auch oft (bei Männern auf Frauen und Frauen auf Männern) wird oft Manipulation benutzt, um das "gewünschte Resultat" zu erreichen.

    Sprechen wir von Vergewaltigungen, die richtig Gewalt beinhalten (sei es in Beziehungen oder durch komplett fremde), sei gesagt: a) Es gibt genug starke Frauen und schwache Männer, b) beide Geschlechter können Waffen benutzen, c) beide Geschlechter können Drogen verabreichen, d) es gibt auch Männer, die nicht zurückschlagen würden.


    Übrigens: Es ist ein Gerücht, dass Männer nicht hart werden, wenn sie nicht wollen. Ich will hier nicht auf Details eingehen. Aber ja, es braucht biologisch nicht das eine. Und auch nicht jede Frau auf Mann vergewaltigung beinhaltet den Penis.


    Also nein, das hat alles sehr wenig mit Körperlichkeiten zu tun. Es hat mit "male entitlement" zu tun, das wiederum aus unserer Kultur heraus erwächst. Eben wie gesagt der kulturellen Idee, dass Frauen irgendwie Männern Sex schulden und der Wert eines Mannes zumindest unter anderem darüber definiert ist, mit wie vielen und welchen Frauen er Sex hatte.


    Es hat auch einen Grund, warum diese ganze "Pick Up Artist" Klamotte fast nur Männer beinhaltet, die Frauen "rumkriegen" wollen. Nicht umgekehrt.


    Auch hier wieder.. biologische Gegebenheit.. Wenn eine Vasektomie für den Mann bedeuten würde sich den Penis abschneiden zu lassen, würde man das auch anders sehen^^

    Abgesehen von dem, was Feliciá sagt: Es ist immer noch der Körper der Frau. Und wenn sie möchte, dass das mit ihrem Körper gemacht wird und sogar bereit ist dafür zu zahlen, dann soll das auch so geschehen. Es gibt absolut keinen Grund, es ihr zu verweigern - vor allem nicht in einer Welt, in der Schönheits-OPs üblich und okay sind. Davon abgesehen: Es wird Frauen bspw. auch in Fällen verweigert, wo es für sie eigentlich medizinisch vom Vorteil wäre, weil sie bspw. Hormonstörungen haben. Wie gesagt. PMS. It's a thing. Oder um Krebs zu verhindern.


    Ich hab Manchmal das Gefühl dass wir einfach in unterschiedlichen Welten leben. Ich habe mit meinen Partnerin immer darüber gesprochen wie wir das handhaben.. Und ich hatte sowohl Freundinnen die die Pille genommen haben, weil es ihnen auch einfach nicht viel ausmachte und ich hab selbst über längere Zeiträume Kondome benutzt. Ich weigere mich einfach zu glauben, dass die ekelhaften Typen die ihre Frau da zu irgendwas zwingen die Norm darstellen. Kann doch nicht sein, dass ich so viel anders Ticke als der Rest meines Landes. Wo sind all diese Menschen? Ich treff sie irgendwie komischerweise nie.

    Wie polskaaaviolet schon sagt: Es geht nicht um den Partner, der die Partnerin überredet/bedrängt. Den gibt es auch, ja, wahrscheinlich häufiger als du denkst, aber es geht mir tatsächlich um die Gesellschaftliche Haltung, die von Frauen erwartet, die Pille zu nehmen, und Ärzt*innen, die die Pille wegen jeder Kleinigkeit, teilweise sogar ohne Gründe dafür, verschreiben. Und darum, dass die Pille aus eigener Tasche gezahlt werden muss und teuer ist. Aber auch darum, dass es bspw. heißt, wenn eine Person mit Uterus unbeabsichtigt schwanger wird: "Ja, selbst schuld. Hätte si*er halt die Pille nehmen sollen." Worüber der Person dann abgesprochen wird, eine Abtreibung haben zu dürfen, immerhin sei sie ja selbst Schuld.


    ich hab keine Ahnung was du bist, wenn du es mir nicht erzählst. Ich gehe aber solange mir niemand was anderes sagt, erstmal von der Norm aus..

    Was ist denn "die Norm"? Dass Leute, die sich über Sexismus beschweren, allesamt weiblich sind? Kann dir nämlich garantieren: Nein. Sind sie nicht. Oder dass Leute, die einen weiblichen Avatar haben, weiblich sind? Nun ... warste Mal in einem Anime-Board unterwegs?


    Davon abgesehen: Es ist sehr hilfreich nicht das Geschlecht des Gegenübers einfach "anzunehmen". Gerade online.


    Du hast hier unheimlich geschickt das Thema gewechselt.. ich hätte es selbst fast nicht bemerkt. Im einen Moment geht es noch um Gleichheit, und als jemand feststellt dass die zumindest in diesem Punkt längst existiert, lenkst du um und sagt.

    Nein. Es ist dasselbe Thema. Weil es alles mit Sexismus und mit Gleichberechtigung zu tun hat. Zum einen: Nein, es existiert in dem Punkt noch lange keine Gleichberechtigung. Nicht in Deutschland. Nicht in den meisten Ländern. Erneut: Ein Drittel von unseren Politikern ist weiblich. Nicht einmal ein fünftel aller Führungspositionen in deutschen Firmen sind weiblich. Rechnet man dabei die Firmen heraus, die in "vornehmlich weiblichen Feldern" (also Dingen, die mit Kindern oder Pflege zu tun haben) existieren, sinkt es sogar auf ein Zehntel.


    Aber es ist nun einmal auch eine Form von Gatekeeping und Sexismus zu behaupten, dass Frauen, die ihnen gesellschaftlich anerzogene, traditionell weiblich kanontierte Eigenschaften haben, dadurch nicht für diese Jobs/Stellungen geeignet wären, während Eigenschaften, die traditionell Jungen anerzogen werden, besser geeignet seien. Und nein, das ist nicht zwangsläufig etwas, das bewusst passiert - aber es ist ein Zusammenhang, der existiert.


    Trifft natürlich umgekehrt hier auch Männer, die sich bewusst (oder halt auch einfach, weil es ihre Art ist) gegen toxisch männliches Verhalten entscheiden und dadurch politisch benachteiligt werden. Durch die Einordnung von weiblichen Eigenschaften, die vornehmlich durch die Gesellschaft und damit einhergehend die Erziehung und kulturelle Osmose als weiblich definiert und gelesen werden, als Schwach oder Schwäche, wird letzten Endes ein Leistungsbetontes und Empathieloses System geschaffen.


    Ja aber sicher doch. Weil das nunmal der tatsächliche Umgang mit exakt dem Wort ist, für das es eben steht^^

    Nein. Es gibt Wortdefinitionen, die sind sogar gesetzlich vorgegeben. Frauenquote gehört dazu. Sollten die Fälle tatsächlich so gelaufen sein, wie du behauptest (ich habe arge Zweifel, aber das einmal außen vor), können die Männer auch gerichtlich dagegen vorgehen und sich die Stelle oder zumindest einen finanziellen Ausgleich einklagen.


    Was mir sofort einfällt.. The Witcher, das demnächst auf Netflix startet.. Dort gibt es eine Figur, die sowohl in den Büchern als auch in den spielen weiß war. In der Netflix Umsetzung ist sie schwarz.. Nicht dass irgendwer ein Problem damit hätte, dass schwarze Schauspielerinen besetzt werden.. aber muss das in einem Universum bzw. mit einer Figur passieren die schon lange vorher existiert hat, und zu der man ein klares Bild im Kopf hat? Das ganze spielt in einer an Polen erinnernden Fantasy Welt in der es zum einen üblich ist, dass die meisten Weiß sind, und zum anderen ist in den Büchern klar definiert ist von wem sie abstammt. Das sind Nilfgarder die ganz explizit als weiße Rasse beschrieben werden. Also warum ist diese Person jetzt Schwarz? Fällt dir irgendein guter Grund ein, außer einer Quote? Mir nicht. Und falls doch.. vielleicht kreative Freiheit? Spar es dir bitte^^ Es geht um die Quote.. Es ist einfach so und wurde sogar schon durch die Blume kommuniziert.

    Die Ironie: Dies geschieht unter anderem auf Wunsch des Autors, da dieser sich bei den Spielen sehr über die Abwesenheit von nicht-weißen Charakteren (und die Begründung von CD Red, die sehr der deinen ähnlich ist) geärgert hat. Ein wichtiger Faktor ist, dass die Bücher sowohl patriarchale, als auch koloniale Gesellschaftsdynamiken kritisieren sollten. Deswegen sind hier bspw. auch die magischen Spezies größtenteils nicht länger weiß - aber auch die anderen Gruppen stärker durchmischt.


    Denn: Es ist eine Fantasy-Welt. Es ist nicht das mittelalterliche Polen. Es ist eine fantastische Welt, in der die Menschen eine invasive Spezies sind, die in ein fremdes Land kamen und es für sich in Anspruch genommen haben. Viele weiße Nerdboys haben das nicht geschnallt. Deswegen war es dem Autor wichtig, dass die Verfilmung diverser ist. Es ist seine Welt. Er will nicht, dass diese aus einer White Superiority Perspektive gelesen wird. Ich persönlich applaudiere ihm und finde es toll, dass die Rollen so besetzt wurden. Die Welt - die komplett fantastisch ist - wird dadurch nicht unrealistischer.


    Anders gesagt: Warum sollte in einer Welt, in der Magie, Monster und Drachen existieren, die auch Einflüsse aus nicht-europäischen Mythen genommen hat, selbst wenn sie zentral aus dem slavischen Raum inspiriert wurde, ein nicht-weiße Mensch weniger realistisch sein, als ein weißer Mensch?


    Und du sagst mir, dass es auf der anderen weniger gut beleuchteten Seite keine Muster gibt? Einer Seite von der wir "wissen, dass wir nichts wissen"?

    Wir haben sicherlich eine recht hohe Dunkelziffer, sowohl was häusliche Gewalt, als auch was Vergewaltigungen angeht, von Frauen gegen Männer. Aber das heißt nicht, das diese auch nur Ansatzweise an die umgekehrte herankommt. Die Dunkelziffer ist ganz klar da und hängt ebenfalls mit systematischen Problemen zusammen, gegen die wir dringend etwas tun sollten. Vollkommen richtig. Gibt es da Muster? Wahrscheinlich auch. Sind diese so allgegenwärtig, wie andersherum? Sicher nicht. Sonst wäre die Rate an Tötungsdelikten von Frauen an Männern deutlich höher. Denn ist das Opfer einmal tot, verschweigt es diesen Zustand kaum. Und sofern du nicht implizieren willst, dass Frauen besser als Männer sind, Morde zu verheimlichen ... es werden 5 bis 6 Mal so viele Frauen von ihren männlichen Partnern umgebracht, als andersherum.


    Studien sind nun mal unter wissenschaftlichen Voraussetzungen durchgeführt worden, die sich praktisch nicht einfach so reproduzieren lassen.

    Diese Studien wurden durchweg durchgeführt, indem man den REALEN Erfolg von Teams und Unternehmen mit unterschiedlichen Einstellungs- und Teamaufbaustrategien verglichen hat. In mehreren Ländern. Die Ergebnisse waren überall identisch.


    Weil, guess what, alle profitieren durch Gleichberechtigung.

    Ja, ist schlimm.. wird sich aber nie ändern. Das hat so rein garnichts mit unserer Gesellschaft zu tun, sondern mit blöden biologischen Gegebenheit die sich einfach nicht ändern lassen.

    Nein, Männer (cis Männer, um genau zu sein) haben keinen natürlichen Trieb zu vergewaltigen. Das wurde mehrfach nachgewiesen. Das Problem mit Vergewaltigungen ist komplett kulturell Gesellschaftlich und hängt vornehmlich damit zusammen, dass unsere Gesellschaft und Kultur Männern impliziert, dass sie ein Anrecht auf Sex mit Frauen haben und dass ihr Wert darüber bestimmt wird, wie viele Frauen sie flachlegen können. Deswegen ist das Problem in unterschiedlichen Kulturen auch unterschiedlich stark ausgeprägt - selbst wenn, wie gesagt, die meisten Kulturen durch patriarchalische zentraleuropäische Kulturen beeinflusst wurden. Genau dieser toxische biologistische Mythos ist ebenfalls Teil dieser Kultur und hat nichts mit Biologie zu tun.


    What? Das meine ich ernst.. vielleicht denk ich gerade nicht weit genug. Klär mich bitte auf.

    Ein paar klassische Beispiele:

    1) Stichwort: Regelungen zum Thema Abtreibungen. Frauen und allgemein Menschen mit Uterus wird es schwer gemacht, Zugang zu Abtreibungen zu bekommen. Auch im Rahmen der ersten drei Monate. Informationen sind schwer zugänglich. Wer Abtreiben will, muss sich vorher erst einmal belabern müssen, ob man sich denn wirklich, wirklich, wirklich sicher sei.

    2) Stichwort: Sich Uterus/Eierstöcke herausnehmen lassen, weil man keine Kinder will oder weil man extrem unter PMS leidet. Erneut: Gibt es einfach nicht. Das hatte Happily auch angesprochen. Man muss es sowieso zahlen, aber selbst dann ist es schwer einen Arzt zu finden, der es macht. Menschen mit Penis haben derweil keine Probleme eine Vasektomie zu bekommen.

    3) Stichwort: Verhütung. Auch hier wird Menschen mit Uterus (und natürlich damit gezielt vornehmlich Frauen, alle anderen sind Kollateralschaden) oft Dinge Vorgeschrieben ohne wirklich drüber nachzudenken. Pille ist das beste Beispiel.


    Davon abgesehen werden Frauen (cis und trans) weit unter mehr Druck gesetzt, was das Körperbild angeht. Welches Aussehen okay ist, wie sie sich präsentieren soll etc. Dahingehend wäre halt auch so ein Stichwort: Bis zu welcher Kleidergröße bekommt man überhaupt etwas?


    Es stimmt, dass sich nicht alles umgehen lässt.. Vieles aber schon. Ich sehe es in meiner eigenen Beziehung immer wieder.. Meine bessere Hälfte glaubt immer wieder Dinge haben zu müssen, die man als Frau einfach braucht.. darunter auch vieles von dem sie glaubt dass es nötig ist um mir zu gefallen.. Das ist aber Blödsinn. Ein Beispiel wäre Makeup. [...]


    Dass ihr dann zB Tampons braucht.. ja ok.. würde ich auch unfair finden als Frau.. Aber auch hier gillt wieder.. Das ist der Natur geschuldet und nicht einem frauenverachtendem System.

    Es geht nicht um Tampons (die übrigens nicht nur Frauen betreffen und sag zu mir nicht "ihr", ich bin keine Frau, selbst wenn ich Tampons brauche) oder Binden, es geht auch nicht um Make-Up. Es geht um die Pink Tax. Dieselben oder ähnlichen Produkte, die für Frauen einzeln verkauft werden - vielleicht mit minimal veränderter und angepasster Form - mit höheren Kosten. Und die Implikation, dass Frau diese sich kaufen müssen anstelle von den Männerprodukten. Auch Frauenkleidung kostet mehr. Frauenunterwäsche, wie BHs, sind deutlich teurer.


    Davon abgesehen halt so Sache auch Verhütung für Menschen mit Uterus. Man erwartet von ihnen, dass sie die Pille nehmen - wie schon gesagt - trotz möglicher Nebenwirkungen. Und dazu noch, dass sie diese (die oft nicht billig ist) selbst zahlen. Und wenn die Person mit Uterus unbeabsichtigt schwanger wird, ist sie es ja doch selbst in Schuld.


    Das ist doch jetzt der verzweifelte Versuch irgendwas zu finden, das dagegen spricht. Wenn mit Männlichkeit sowas wie "Durchsetzungsvermögen" oder "Standhaftigkeit" gemeint ist.. Warum sollte das eine Frau in einer Führungsposition nicht beweisen müssen? Müssen wir doch auch.

    Auch das hat mit Sexismus zu tun. Durchsetzungsfähigkeit ist bei uns gesellschaftlich höher bewertet, als Kompromissfähigkeit, Entschlossenheit höher als Empathie, nicht weil das eine besser ist als das andere, sondern weil die eine Eigenschaft gesellschaftlich gesehen als feminin angesehen wird, die andere als maskulin. Die maskuline Eigenschaft wird positiv bewertet, die feminine als schlecht. Deswegen müssen auch Frauen in Führungspositionen die maskulinen Eigenshaften beweisen - etwas, das aber weder für sie, noch für den Betrieb oder im Fall der Politik für das Land wirklich positiv ist. Denn wissenschaftlich lässt sich feststellen, dass durchmischtere Teams in denen auch Leute, die Empathie über Durchsetzungsfähigkeit stehen, am Ende bessere Ergebnisse erzielen.


    Jetzt einmal davon abgesehen, dass ich gerade in Regierungen Verständnis, Empathie und all diese Dinge für sehr wichtig ansehen würde. Hängt übrigens auch arg damit zusammen, was aktuell politisch als Erfolgsindikatoren gewertet wird und was eigentlich mehr über den Erfolg aussagen würde ... Siehe auch: Nicola Sturgeons großartigen TED Talk dazu.



    Das ist schlicht und ergreifend nicht wahr. Und da werden auch irgendwelche Quellen und Statistiken nichts dran ändern. Ich habs mehrfach erlebt, dass ab einem gewissen Punkt an männlichen Überschuss straight keine Männer mehr eingestellt wurden. Ich geh so weit mit das es den Sachverhalt wie du ihn schilderst meinetwegen erfüllen sollte.. Tut es aber nicht.

    Das hat dann aber nichts mit Frauenquote zu tun.


    Auch ignorierst du dabei noch immer das Problem, dass es sicher nicht mit der Hyperkompetenz von Männern zu tun hat (lol), dass in so vielen Bereichen Männer überwiegen. Inklusive der Politik.


    Soll ich mir jetzt schnell die Handlung des komplett hypothetischen Films überlegen um dir das zu erklären?^^ Wenn du drauf bestehst suche ich Beispiele raus.. Es gibt genug.

    Ich bin gespannt.


    Ich lebe in einer Beziehung in der ich schon oft geschlagen wurde

    Wenn das so ist, dann ist das tragisch. Es ändert aber nichts an den Statistiken und dem systematischen Problem. Natürlich ist jedes Einzelschicksal - egal was die Gründe sind - schlimm. Aber es geht nicht um Einzelschicksale, sondern um Mustern und darum, dass die Gesellschaft und Gesetzeslage die Dinge schlimmer machen.


    Technisch gesehen, wie SecretOssi sagt, natürlich auch vor allem für Männer, die misshandelt werden und dies aufgrund des gesellschaftlichen Drucks nicht zugeben können oder sogar bei der Polizei ausgelacht werden.

    Vielleicht in manchen Teilen der Welt.. aber wer zB immer noch glaubt, dass das bei uns so ist, liegt völlig falsch.. Ja.. es gibt noch diverse Misstände wie zB dass Frauen mancher Orts immer noch nicht das selbe verdienen wie Männer, aber das wars auch fast schon wieder.


    Es gibt bei uns sogar viele Situation in denen Frauen eindeutig bevorzugt behandelt werden. Und wenn jetzt jemand fragt, worin, zähl ich auch gern ein paar Beispiele auf.

    Sorry, Jolt , ich weiß, dass es dir nicht passt: Aber du replizierst hier Sexismus, also werde ich darauf auch im Sexismus-Thema antworten.


    Frauen sind fast überall gegenüber Männern benachteiligt, weil wir auch in Europa noch immer in einem Patriarchat leben. Ist in den meisten Ländern, dank Kolonialismus, leider so.


    Frauen haben schlechtere Chancen auf dem Arbeitsmarkt und noch schlechtere Chancen einflussreiche Rollen zu bekommen, wie short king schon richtig schrieb. Frauen haben mit erhöhten Wahrscheinlichkeiten das Opfer von sexueller Gewalt zu werden. Werden sie es, sind ihre Chancen, dass ihnen geglaubt wird, sehr gering. Frauen dürfen nicht über ihren eigenen Körper verfügen. Von Frauen wird in Bezug auf ihren Körper mehr erwartet und weniger Verständnis entgegen gebracht. Frauen zahlen auf viele Dinge mehr - auch Dinge, die sich nicht zwangsläufig umgehen lassen. Und, wie der Artikel im Topic schon zeigt: Frauen werden häufig das Opfer von Beziehungsgewalt. All das ist Sexismus.


    Übrigens: Auch viele Aspekte in denen Männer vermeintlich real benachteiligt sind, hängen mit sexistischen Vorstellungen zusammen. Warum werden Männer beim Sorgerecht massiv benachteiligt? Weil Frauen Kinder zu versorgen haben und Frauen bessere Fürsorge geben - vermeintlich. (Der Twist bleibt ja, dass zumindest finanziell es für eine Frau oft schwerer ist das Kind allein zu versorgen, weil Pay Gap und weil ihre Chancen als Alleinerziehende noch mieser sind, als die Chancen für alleinerziehende Väter, auf dem Jobmarkt.) Auch die höhere Suizidrate von Männern wird weithingehend darauf zurückgeführt, dass Männer keine Gefühle zeigen "dürfen", da dies als "weiblich" gilt und Weiblichkeit abgestraft wird, weshalb Männer eher zu Depressionen leiden, die aber unbehandelt bleiben, weil Schwäche nicht eingestanden werden darf, bis es halt zu spät ist.


    Das ist halt auch das, was Leute meinen, wenn sie von toxischer Männlichkeit reden. Die schadet allen. Auch Männern.


    Das lässt sich in zwei Richtungen aufrollen. Ja, du hast da jetzt Beispiele genannt in denen Frauen noch in der Unterzahl sind. Das liegt aber nicht immer daran dass es eine Männerdomäne ist, sondern auch daran dass es in vielen Bereichen in denen man arbeiten kann auch einfach nicht genug ernst zu nehmende weibliche Bewerber gibt. Ganz wichtig ist für mich auch dass man das niemals an einer Quote festmachen sollte.. sonst haben wir den Salat. Werfen wir doch mal einen Blick auf unsere Regierung.. Zugegeben.. die wird zum allergrößten Teil aus Männern gebildet.. aber mir fällt es schwer, da eine Benachteiligung der Frau zu sehen, wenn genau eine solche an der Spitze sitzt.

    Frauen, die in Spitzenpositionen sitzen, müssen allerdings permanent ihre Männlichkeit demonstrieren. Ja, bei der CDU (ironischerweise, wenn man bedenkt, dass es mit Abstand die Partei mit geringstem Frauenanteil ist) steht eine Frau an der Spitze, aber diese muss halt permanent von der Gesellschaft als männlich bewertete Eigenschaften demonstrieren, um den Respekt und damit ihre Stellung zu erhalten. Und auch so: Etwas über 30% Frauen im Bundestag ist nicht viel. Das geht deutlich besser.


    Frauen Quoten (genau wie alle anderen Quoten zB Ausländerquoten) im Beruf zu erfüllen halte ich für eine Katastrophe. Das ist eine Entscheidung aus einer Zeit in der es wirklich noch anders aussah und sollte so auf keinen Fall weiter geführt werden. Ist es richtig wenn ein Betrieb zu 95% aus Männern besteht? Klare Antwort.. wenn diese die qualifiziertesten Bewerber waren.. Ja! Wenn aber 95% der Frauen die qualifiziertesten Bewerber ausmachen.. Dann soll der Betrieb auch gerne zu 95% aus Frauen bestehen..

    Du hast keine Ahnung, was Frauenquote heißt, oder? Das lese ich zumindest aus diesem Absatz heraus. (Warum tun sich die Leute damit eigentlich so schwer?)


    Frauenquote bedeutet nur, dass bis zu einem bestimmten Prozentsatz (meist weit unter 50%, viele Firmen haben 20 oder 30% als Ziel) bei einer Einstellung oder bei Aufstiegschancen mit mehreren Bewerbern eine Frau gegenüber einem Mann zu bevorzugen ist, wenn sie dieselbe Qualifizierung hat - und nur dann. Ist der Mann besser qualifiziert, wird er auch bevorzugt werden.

    Das hängt damit zusammen, das traditionell bei gleicher Qualifizierung Männer bevorzugt werden, da man von ihnen üblicherweise nicht erwartet, dass sie schwanger werden und dann zuhause bei den Kindern bleiben. Entsprechend wurde gesetzlich das Gegenteil verlangt. (Selbiges gilt für andere solcher Quoten.)


    Der Clue ist: Letzten Endes liegen natürlich nicht nur harte Fakten dieser Bewertung zugrunde. Natürlich kannst du sagen: "Zeugnisnoten und Abschluss", aber meist werden halt auch andere Skills, die nicht so subjektiv sind, mit hineinbezogen. Durchsetzungsfähigkeit, Teamfähigkeit, Fleiß und so weiter. Und die große Ironie ist, dass genau deswegen die Quote halt auch oft nicht so viel bringt, da es hier eben sein kann, dass Frauen schlechter bewertet werden, weil bspw. ihr "Selbstbewusstsein" nicht als "Selbstbewusstsein" sondern als "Was für eine eingebildete Zicke" bewertet wird und ihre "Durchsetzungsfähigkeit" als "Bossiness". Da die meisten von uns unterbewusst geprimet sind, diese Dinge bei Männern als positiv, bei Frauen als negativ zu sehen. So das Frauen immer einen Drahtseilakt tanzen müssen, um dieselben Chancen zu haben, wie Männer.


    Ist doch das gleiche wie, wenn eine Filmrolle unbedingt noch die Schwarze gedrückt werden muss, nur weil der Film ansonsten zu weiß wäre, ganz unabhängig davon ob es in dem Moment sinnvoll in die Geschichte passt. Das hat dann für mich nichts mehr mit Gleichberechtigung zu tun.. sondern hat mehr was von nem Autoaufkleber auf dem steht "ich bremse auch für schwarze" .. Damit suggeriert man im ersten Moment dass man genauso an seine schwarzen Mitbürger denkt wie an die Weißen.. Was man aber eigentlich damit aussagt ist "Ja ok.. irgendwie stehen sie schon unter uns, aber ich toleriere sie trotzdem weil ich so scheiße anständig bin".. Echte Gleichberechtigung haben wir in dem Moment in dem wir nicht mehr drüber nachdenken.

    Und wo passt es nicht "sinnvoll" in die Geschichte?



    Das letzte Mal, als ich schaute (also vor fünf Minuten) war whitewashing ein Problem in Hollywood. Nicht blackwashing.

    Ich hab das Gefühl, wir machen ein eigenes Thema dafür auf. xD

    Das würde leider Trolle anziehen, wie Scheiße die Fliegen.



    Zumindest in den Games find ich gerade die langweilig, so das, was ich von ihr bereits weiß.

    Die Spiele sind tbh eine miese, saumiese Umsetzung der Bücher, da sie komplett am Thema der Bücher vorbeigehen und auch Geralt von einem relativ interessanten Charakter zu einer 0815-Powerfantasy zurückgeschliffen wurde.


    Der Autor hasst die Spiele ja. Und ich verstehe total warum. Die sind an so vielen Dingen total vorbei.


    Ich weiß halt nicht, wie Ciri im Spiel ist, da ich Wild Hunt nicht lang genug durchgehalten habe, um zu den Teilen zu kommen, wo sie vorkommt. Selbst wenn ich gehört habe, zumindest was ihre Beziehung zu Geralt angeht, hätten die Spiele es zumindest gut getroffen die Vater-Tochter-Dynamik rüberzubringen.



    Ich meine nicht, dass die Gruppe nicht bloß allesamt aus lesbischen Charakteren bestehen soll, sondern wenn es das Setting nicht anders erklärt, eben einige andere Hauptcharaktere nunmal weiß, männlich, cis, hetero und ablebodied sind. Weil man solche Leute nunmal auch öfter in seinem Freundeskreis hat. Zumindest, wenn man in Europa, Nordamerika oder einen vergleichbaren Fantasyland wohnt und nicht gerade systematisch zusieht, dass man diese nicht genauer kennenlernen muss oder so.

    Nun, um es einmal umzukehren: Bei wie vielen Büchern, wo das gesamte Cast weiß und cishetero (und vielleicht sogar 100%ig männlich) ist, wird das so erklärt?


    Und die Sache ist: In meinem Freundeskreis gibt es drei (!) weiße cishetero Männer. Von denen ist der eine aber nicht ablebodied und der andere neurodivergent. Gerade wenn man über einen queeren Hauptcharakter schreibt, ist es absolut realistisch, wenn dieser einen Freundeskreis hat, der zu großen Teilen aus queeren Figuren besteht. Genau so wie es bei einem PoC Hauptcharakter auch realistisch wäre, wenn dieser einen Freundeskreis hat, der zu großen Teilen aus nicht-weißen Menschen besteht. Weil gerade marginalisierte Minderheiten sich beeinander halt meist am wohlsten fühlen, da sie weniger Angst haben müssen.


    Zumal: Wie viele Protagonist*innen hat denn so ein Roman? Normalerweise maximal 3 - 6. Und das ist maximal. Die meisten Romane haben 1 bis 2 Hauptcharaktere und dann halt verschieden wichtige Nebencharaktere - um die es mir aber nicht geht.


    Und mir geht es um die Hauptcharaktere.


    Sache ist halt: Ist so eine Heldentruppe ein Freundeskreis, ist es absolut realistisch, wenn sie komplett aus einer marginalisierten Gruppe besteht. Ist sie zufällig zusammengewürfelt (aus was weiß ich nicht für einem Grund), ist daran auch nichts unrealistisches, wenn dort bestimmte Leute nicht vorkommen. Ich finde es schon störend, dass verlangt wird, bei einem komplett marginalisierten Cast das zu erklären, bei einem komplett privilegierten Cast (das auch in Europa eine Minderheit wäre auf die Gesamtbevölkerung gerechnet) jedoch nicht.


    Aber du drehst hier nur Geschlechtsstereotypen um und gibst große Einschränkungen geben darf, wenn es für dich nur noch diese spezielle Art von weißem Cisheteromann sein darf.

    [...]

    Da fände ich es billig zu sagen, man gibt ihm eine andere Sexualität oder Hautfarbe oder macht aus ihm eine (Trans)Frau / non-binary ... und dann geht das wieder in Ordnung?

    Die Sache ist doch: Ich rede darüber, was ich gerne lese und was nicht. Und ich habe - noch einmal - die ersten knapp 20 Jahre meines Lebens damit verbringen dürfen, vornehmlich Geschichten zu lesen, die von weißen cishetero Dudes mit toxischen Eigenschaften handelten, da es nichts anderes gab. Ich hatte keine Möglichkeiten an andere Dinge heranzukommen, außer vielleicht dann mal Urban Fantasy - ein zentraler Grund, warum ich mit dem Genre angefangen habe - wo die Protagonistinnen dann halt weiße cishetero Frauen waren, was etwas besser war, aber oft nicht viel, da die Bücher halt dennoch sehr einseitig waren.

    Ich habe sehr, sehr viele Bücher über toxische Dudes gelesen. Ich habe sehr, sehr viel Fantasy gelesen über weiße cis Dudes. Genug, um sagen zu können, dass eben ein signifikante Großteil dieser Bücher toxische Männlichkeit replizieren und generell Power Fantasys für den weißen cishetero Nerd sind. Ist der Protagonist weiß und cis Männlich ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass andere Gruppen - bis auf weiße cis Frauen, die ggf den Prota f-en wollen - gar nicht vorkommen oder in sehr, sehr negativ kanontierten Rollen vorkommen (sei es, dass sie dazu da sind Misery Porn zu präsentieren, dass sie die bösen sind oder dass sie halt wandelnde negativ Klischees sind). Gleichzeitig tut dieser weiße cishetero Held aber auch immer so, als sei er der allerärmste, während er sich fast immer einen Großteil seiner Probleme selbst bereitet - wenn seine Probleme überhaupt welche sind. Denn entweder er rennt selbst in die Gefahr oder bringt Leute gegen sich auf und mimimit dann - oder er mimimit weil diese eine richtig hotte Frau nicht mit ihm f-en will. Oh buhu.


    Na ja, oder alternativ: Er mimimit gar nicht, weil er halt einfach zu hart, zu cool und allgemein einfach zu männlich(tm) ist, um irgendetwas zu fühlen, außer den Zorn auf die Leute, die seine Familie umgebracht haben. (Familie = irgendeine Frau. Seine Mutter, seine Freundin, seine Frau, seine Tochter ... alles mögliche Kandidatinnen.) Das und seine eigene Geilheit, wenn mal wieder zwei Brüste durchs Bild hopsen. (Letzteres ist übrigens ein Zitat aus einem High Fantasy Buch. Ja, da hüpften zwei wunderschöne Brüste in einen Raum - gefolgt von einer ebenso wunderschönen Frau. Like.... What?)


    Und das sind halt alles Dinge, die mich anwidern. Und sie machen zu viel aus, als dass ich das Risiko eingehe und mir ein Buch kaufe, dass ich sehr wahrscheinlich nach spätestens hundert Seiten angewidert gegen die Wand werfen werde. Ich mag über solche Typen nichts lesen. Tatsache bleibt halt, dass diese den größten Teil der weißen cis männlichen Protagonisten in der Phantastik ausmachen. Tatsache bleibt auch, dass es zwischen diesen Klischees und halt sanftmütigeren wie Magnus Chase sehr wenig gibt und letztere eine solche Ausnahme sind, dass man sie schwer findet. Denn selbst wenn ein Prota in einem Klappentext als sanftmütig beschrieben wird ... Chancen stehen gut, dass er eigentlich ein Nice Guy(tm) ist.


    Natürlich ist es auch so, dass bei weißen cis Protagonistinnen die Chancen leider nicht schlecht stehen, dass sie genau so sind. Da halt viele, viele weibliche Protagonistinnen in die internalisierte Misogynie Falle von "nicht wie die anderen Frauen" fallen und halt dieselben toxischen Eigenschaften haben. Deswegen bin ich bei Urban Fantasy halt auch bei weiblichen Protas oft so vorsichtig geworden, wenn sie cishetero und weiß sind. Weil entweder ich habe halt eine "nicht wie die anderen Frauen" Prota da, die gegebenenfalls einen großen Teil des internen Monologs damit verbringt darüber zu sprechen, wie schwach andere Frauen denn sind und dass diese Frau dahinten mit dem knappen Oberteil sich nicht wundern soll, wenn ein Vampir sie anfällt, oder ich habe eine Prota, die sich in null komma nichts in die Arme eines toxisch männlichen Love Interests wirft. *seufz* Ich habe mich so bei der Kate Daniels Reihe geärgert. An sich fängt die ja schon mal gut an. Prota ist interessant. Sie ist zwar hart und dergleichen, aber sie reflektiert darüber und findet es nicht mal unbedingt toll, da sie sich gerne erlauben würde, weiblicher zu sein. (Hat mich sehr an Pakhet erinnert.) Sie findet den Typen, der sie stalkt, auch super mies und toxisch dafür, ärgert sich über dessen sexistische Anmachsprüche und so ... für ganze drei oder vier Bände. Dann bekommt sie erklärt: "Ach, das ist bei Werkatzen normal, dass die so toxisch sind." Und sie ist so: "Okay. Cool." Und kommt mit ihm zusammen. Like, what?!


    Genau deswegen habe ich halt dieses Jahr angefangen vornehmlich Bücher von und über marginalisierte Gruppen zu lesen. Und siehe da: Viel weniger toxischer Kram, weit mehr emotionale Tiere, weit mehr Kontext für das soziale Umfeld der Figuren ... all die Sachen, die ich mag. Ein Buch hatte ich dabei, dass dennoch unglaublich viel toxischen Kram repliziert hat: Ein Buch über einen chinesischen Magier in Shanghai, der de facto auch so ein Harry Dresden Verschnitt - nur halt in chinesisch - war. Bei Recherche fand ich aber heraus, dass der Autor ein weißer Mann war, der unter Pseudonym schrieb und saß nur da: "Go figure."


    Sache ist halt: Ich möchte Figuren mit emotionaler Tiefe und Entwicklung. Und leider ist es im aktuellen Buchmarkt so, dass es kaum solche Bücher über weiße, cis männliche Charaktere gibt, da von diesen erwartet wird, dass sie keine Verletzlichkeit zeigen. Chancen, dass ein Buch dann mit so einem Charakter veröffentlicht wird, sind so gering, dass diejenigen, die über einen Charakter, der halt auch mal verletzlich ist, schreiben wollen, sich eben dann eher eine andere Art von Figur herausnehmen. Ist ein Teufelskreis, ja. Aber es bleibt dabei: Solange es mir nicht jemand genau unter dem Gesichtspunkt empfiehlt (oder es von einer*m Autor*in ist, der*m ich dahingehend vertraue), lege ich ein Buch weg, solange der Prota ein in jeder Hinsicht privilegierter Mann ist, da ich nicht erwarte, dass er oder das Buch gut geschrieben ist.


    Anders gesagt: Mein Punkt ist genau der, dass weiße cis männliche Figuren in der Phantastik eben selten echte Probleme haben, die nicht mit dem Tod oder der Entführung eines weiblichen Charakters zu tun haben. Wenn sie Selbstmitleid haben, dann ist es oft aufgrund von Problemen, die daraus resultieren, dass sie selbst absolute Arschlöcher sind - und ja, sorry, da fühle ich garantiert nicht mit.


    Das gilt übrigens auch für Geralt in den Hexer-Büchern - aber da wird es halt dadurch gebessert, dass die Bücher durch verschiedene Perspektiven (jedenfalls in der Hauptreihe) recht klar machen, dass er wenigstens Mitschuld trägt. (Viele Probleme ergeben sich daraus, dass sich alle Figuren arschig verhalten, ihm inklusive.)


    2. Ja, ich auch, aber eine Programmerweiterung heißt nicht, dass man sich deswegen anderswo in seinem Konsumverhalten einschränken muss.

    Leider doch.


    Das Problem ist halt leider nun einmal, dass es in den Köpfen festsitzt, dass weiße cis männliche Helden automatisch eine sichere Investition sind. Auch oder vielleicht eher gerade, wenn sie halt emotionslose manly man sind. Solange diese Bücher, Filme, Serien, Spiele usw. verkauft und beliebt sind, gibt es für die Geldgeber keine Gründe, das wahrgenommene Risiko einzugehen, etwas anderes zu probieren.

    Anstatt hier tausendmal irgendwelche Themen à la "Wieso werden psychisch kranke nicht ordentlich bestraft?!" aufzubringen, möchte ich mal über ein Systemisches Thema reden:


    2018 wurden 122 der in DE ermordeten Frauen von ihren Partnern oder Ex-Partnern umgebracht. Anders gesagt: Fast sie Hälfte aller in DE ermordeten Frauen 2018 wurde von ihren Beziehungspartnern oder ehemaligen solchen ermordet. Die Zeit hat ein Profil über jeden dieser Morde geschrieben. Es ist statistisch gesehen aktuell nichts so gefährlich, wie in einer Beziehung zu sein oder - Gott bewahre - diese zu beenden. Jeden Tag versucht ein Mann seine Partnerin umzubringen. Jeden zweiten bis dritten Tag hat ein Mann damit Erfolg.


    Warum ich das unter Kuscheljustiz poste? Diese werden oftmals nicht von der Justiz als Mord, sondern nur als Totschlag gewertet, da vermeintlich "niedere Beweggründe" fehlen. Dabei frage ich mich, ob es überhaupt niedere Beweggründe geben kann, als den Besitzanspruch auf einen anderen Menschen. Den Wunsch jemand anderen zu BESITZEN. Denn letzten Endes ist das in vielen Fällen der Auslöser für den Mord (und ja, ich werde weiterhin das Wort Mord oder Femizid verwenden).


    Und natürlich mag man hier ankommen und sagen: "Ja, aber wenn eine Frau ihren Freund ersticht gilt ja dasselbe und es ist nur Totschlag" - was stimmt. Allerdings ist das kein systemisches Problem. Nichts, was einmal am Tag irgendwo in DE versucht wird und alle zwei bis drei Tage gelingt.


    Ich finde, das ist definitiv ein Thema, über das man mal sprechen sollte und für das es einmal Aufmerksamkeit geben sollte.

    Harry Potter würde ich aus heutiger Sicht als komplett mies bezeichnen. Wie gesagt: Die ersten drei Bücher funktionieren noch halbwegs aus dem Blickwinkel eines Kinderbuchs. Es ist kein Kinderbuch, dass ich je eigenen Kindern geben würde (weil ich die ganze "lol Kindesmissbrauch" Klamotte, die sich durch die Bücher zieht, echt widerlich finde und generell Kindern etwas mit mehr Diversität vorsetzten würde), aber aus Kinderlogik heraus können sie noch funktionieren.


    Aber danach? Alles macht vorn und hinten keinen Sinn und weil die Bücher auf einmal ernst genommen werden wollen oder sich selbst ernst nehmen, fällt es auch auf. Charakterentwicklung variiert zwischen "sprunghaft" und "nicht vorhanden". Und die Welt ergibt einfach vorne und hinten keinen Sinn. Es muss echt eine der unlogischsten "versteckten Welten" sein. >.<

    Sagen wir, ich lese generell nicht so viele Romane in meiner Freizeit und wenn, dann die Leuten gefallen, die ich kenne oder die auf LBM getroffen habe. Naja und momentan werd ich mir ohnehin die Witcher-Romane bestellen. Ein weißer Heterocisdude in einer High Fantasy-Welt, und? Ich mag die Story des 3. Spiels bisher und ich will wissen, wie die Romane sind

    Nun, die Romane bestechen für mich in erster Linie durch Ciri als zweiten Prota lol


    Own Voice ist sehr wichtig, natürlich, aber für Autor*innen finde ich es genauso wichtig, dass man die nicht auf jeden Hauptcharakter darin anwendet.

    Kommt drauf an, wie du "jeden Hauptcharakter" meinst. Wenn du meinst "in einer Gruppe von mehreren Charakteren sind alle Figuren lesbische Frauen", dann ja. Aber wenn man sagt: Wenn eine lesbische Autorin mehrere Bücher schreibt, handelt einfach jedes davon über lesbische Frauen: Warum nicht? Die meisten nicht-marginalisierten Menschen schreiben ja auch nur über nicht-marginalisierte.


    Und deswegen kann es einen doch manchmal wieder interessieren?

    Vielleicht. Aber im Moment habe ich absolut kein Bedürfnis danach zu suchen.


    Like: Was vernünftiges mit weißen Kerlen finden, ist schwer. Weil du durch nen Sumpf aus Scheiße voller Power Fantasy, Sexismus und toxischen Männlichkeitsvorstellungen waten darfst, um hier und da ein Klümpchen Gold zu finden. (Das oder du hast nicht selten ebenso toxische Fetischisierungen, wenn es von hetero Frauen geschrieben wurde. Yikes.) Weil halt gerade in SFF die Ansprüche auch sehr niedrig sind, wenn man von einer Lese von, für und über weiße cis Dudes reden. Um nicht zu sagen: Da gibt es eine Messlatte auf der anderen Seite unter der man bleiben muss, weil es vielen zu riskant ist, ein Buch zu veröffentlichen, in denen es eben nicht Power Fantasy und bla ist. In meinem Stammgenre - Urban Fantasy - sind bei den Protas, die es da (in der Erwachsenenliteratur) gibt einer toxischer und überpowerter als der andere. Ich meine, ein Buch über einen sensiblen, zurückhaltenden Mann könnte mich eventuell begeistern - solange er kein "Nice Guy" ist. Aber wie viele davon gibt es? Magnus Chase - der sanftmütige, zurückhaltende und empathische Typ, dessen Fähigkeit Heilung war - fand ich klasse. Aber wie gesagt: Dass ist so ein Goldklümpchen, das mit viel Durch-Mist-Waterei verbunden ist. Und das auch nur herauskam, da der Autor sich vorher schon nen Namen gemacht hatte.


    Sache ist: Bei allem anderen (wie gesagt: Weiße cishetero ablebodied weibliche Protas meide ich mittlerweile tendenziell auch und lese eher, wenn sie eins davon nicht sind (also nicht weiß, nicht cis, nicht hetero oder alles zusammen)) ist es nun einmal so, dass der Markt ohnehin sehr klein ist und sehr stark vorsortiert. Das heißt: Was herauskommt ist meistens zumindest nicht schlecht sondern eher überdurchschnittlich gut. Entsprechend ist es da recht leicht die Perlen zu finden.


    Bonus ist halt auch noch: Wenn die Bücher Own Voice sind ... böse gesagt: Meiner Erfahrung nach haben marginalisiertere Autor*innen im Schnitt oft eine höhere emotionale Reichweite und zeigen mehr Empathie und generell mehr vielseitigkeit und Tiefe in den Charakteren - da sie halt selbst oft weit mehr durchgemacht haben und daher bspw. einfach ganz anders über einen Charakter in einer harten Situation schreiben, als jemand, der solche Erfahrungen nicht gemacht hat. Also wie gesagt: Oft, nicht immer. Ich meine, ich lese Riordan halt gerne, aber der Mann ist halt auch sehr empathisch. Und diese Empathie fehlt mir sehr, sehr oft bei weißen cis männlichen Autoren.


    Wenn du dich noch ein paar Jahre oder ein Jahrzehnt viel in Medien aufhältst, wirst du auch jede Variation eines jeden anderen Menschen kennenlernen.

    Halte ich für Zweifelhaft. Like: Weiße Menschen waren 16% der Weltbevölkerung. Cishetero Männer machen davon 49% aus. Das heißt ca 8% der Weltbevölkerung sind weiße cis Männer. Das heißt auch: Ich habe von 8% von möglichen Identitäten jedwede Variation gelesen. Bleiben noch 92%. Eigentlich sogar noch mehr, da ich mich ja speziell auf weiße, abled, neuronormale cis Männer beschränke. Also ich würde absolut ein Buch mit einem weißen disabled cis Mann lesen. Solange es kein Selbstmitleid und "Ich kriege eh keine, weil ich disabled bin" Geweine ist, heißt das. Oder ein Own Voice (aber das echt nur als Own Voice) Buch über einen neurodivergenten Kerl.


    Und ich habe auch kein Problem damit, wenn ich ein Buch mit mehreren Protas lese, wenn einer davon ein weißer cishet Dude ist. Aber bei einzelnen Protagonisten? Nein Danke.


    Oder man gewinnt genau die Audience, die bereits mit der Mangasprache vertraut ist.

    Die aber nicht sehr groß ist. Und selbst bei denen wäre es jetzt, wenn man sich auf die Shonen-Manga stilistik beschränkt, noch einmal nur ein Teil, der sowas cool fände. Und selbst bei denen nur die, die auch normale Bücher lesen. Ich kenne genug "Ich lese nur Comics, keine Bücher, die haben zu viele Buchstaben"-Leuten. Daher ... kommerziell schwierig.


    Die Sache ist halt auch: Superheldenbücher verwenden die Ikonographie, aber halt entfremdet. Da werden selten dann irgendwelche komplexen Laserattacken und blablubb beschrieben. Meist geht es eher um die Ikonographie, die dahinter steht. Und die grobe Idee einer Welt mit Superhelden - halt etwas, das man nicht länger etablieren muss.


    Ich wollte davon eigentlich auch noch ein paar Bücher rezensieren, bin nur noch unsicher, womit ich anfange. Aus irgendeinem Grund sind "Superheldenbücher" das SFF-Subgenre mit den meisten trans Charakteren.


    Weiße Cis Männer sind aber auch nur Menschen, oder? Sofern man nicht ausschließlich nach Themen sucht, welche das Leben von Minderheiten als Minderheiten ergründet, ist es doch egal ob Mann oder Ente?

    Nein, ist es nicht. Weil soziale Skripte anders sind. Weil so viel vom normalen Leben anders ist, wenn man nicht hyperprivilegiert ist, wie es weiße cis Dudes halt nun einmal sind. Dazu kommen die beiden Aspekte, die ich oben angesprochen habe.

    1) Viele weiße cis männliche Protagonisten sind auf eine massiv toxische, widerliche und ehrlich gesagt nicht sehr menschliche Art geschrieben. Sie sind in erster Linie Machtfantasien und damit gleichsam langweilig, wie widerlich.

    2) Weiße cis Männer machen 8% der Menschheit, aber in unseren Breiten oftmals 80% der Protas in großen Verlagsprogramme aus. Finde ich scheiße. Das ist unrealistisch - auch auf die Leserschaft, die weitaus diverser ist, bezogen. Solange diese - oftmals auch noch miesen - Bücher gekauft werden, gibt es für die Verlage allerdings auch keinen Grund das zu ändern.

    3) Ich kann mich mit hyperprivilegierten Charakteren ohnehin nicht so gut identifizieren. Umso weniger, wenn die dann über ihr verhältnismäßig einfaches Leben anfangen zu whinen. Like: "Oh, buhu, deine Probleme sind nichts im Vergleich zu dem, womit ich mich rumschlage."

    Charaktere und Story über die man sich Gedanken gemacht haben.

    Dinge welche die Charaktere, oder Story dreidimensionaler machen.

    Die Sache ist nur: Die Charaktere rund um irgendwelche interpretierbaren Konzepte aufzubauen, macht sie in meinen Augen nicht dreidimensionaler, sondern zweidimensionaler. Denn reale Menschen sind halt auch nicht um interpretierbare Konzepte aufgebaut.


    Was nicht heißt, dass es nicht Geschichten gibt, in denen es so besser funktioniert. Es ist absolut okay und kann super sein eine interpretierbare Story zu haben und eine Story mit tausend Metaebenen. Aber diese würde ich halt nicht unbedingt als "dreidimensional" bezeichnen - weil das heißt für mich glaubwürdig. Und die Realität hat selten eine Moral der Geschichte.